Der Schiri Thread
08.08.2011 - 15:46 Uhr
23.08.2025 - 10:45 Uhr
Für mich war es absolut verständlich, das 2:0 abzupfeifen. Das mag nur ein leichter Schubser gewesen sein, aber es reicht halt, um den Gegenspieler aus dem Tritt zu bringen. Ohne die Aktion wäre es zu keiner Torchance gekommen.
Beste Grüße
Lullaby
Beste Grüße
Lullaby
01.11.2025 - 09:21 Uhr
https://www.n-tv.de/sport/fussball/Merk-faellt-vernichtendes-Urteil-ueber-deutsche-Schiedsrichter-article26134652.html
Sp, das wäre dann mal das Statement eines ehemaligen Weltschiedsrichters, nicht irgendeines emotionalisierten Fans. Bestätigt die Beobachtungen, wie sie auch hier im Forum diskutiert werden.
Schlüsselaussage: Der VAR war als Backup gedacht, stattdessen wird nun der Schiri mehr und mehr zu dessen Erfüllungsgehilfen. Und so nimmt die Schiri-Kompetenz ab. So wie der Orientierungssinn durch Google Maps.
Zu einfach? Nein, es ist nunmal nicht komplizierter. Wenn ich vier Minuten und zig Kameraperspektiven und virtuelle Tools zur Überprüfung brauche, befasse ich mich nicht mehr mit einer "offensichtlichen Fehlentscheidung". In keinem einzigen Fall. Das ist einfach definitionsgemäß so. Und deshalb gehört der VAR entweder abgeschafft oder auf eine wirkliche Backup-Funktion zurückgeschnitten. Wenn du ihn statistisch mehrfach pro Spiel brauchst, ist das schon ein klares Indiz für den Missbrauch dieser Funkton.
Ein gordischer Knoten, der durchschlagen, nicht aufgedröselt werden muss. Wir laufen in die grundfalsche Richtung!
Sp, das wäre dann mal das Statement eines ehemaligen Weltschiedsrichters, nicht irgendeines emotionalisierten Fans. Bestätigt die Beobachtungen, wie sie auch hier im Forum diskutiert werden.
Schlüsselaussage: Der VAR war als Backup gedacht, stattdessen wird nun der Schiri mehr und mehr zu dessen Erfüllungsgehilfen. Und so nimmt die Schiri-Kompetenz ab. So wie der Orientierungssinn durch Google Maps.
Zu einfach? Nein, es ist nunmal nicht komplizierter. Wenn ich vier Minuten und zig Kameraperspektiven und virtuelle Tools zur Überprüfung brauche, befasse ich mich nicht mehr mit einer "offensichtlichen Fehlentscheidung". In keinem einzigen Fall. Das ist einfach definitionsgemäß so. Und deshalb gehört der VAR entweder abgeschafft oder auf eine wirkliche Backup-Funktion zurückgeschnitten. Wenn du ihn statistisch mehrfach pro Spiel brauchst, ist das schon ein klares Indiz für den Missbrauch dieser Funkton.
Ein gordischer Knoten, der durchschlagen, nicht aufgedröselt werden muss. Wir laufen in die grundfalsche Richtung!
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Newtrial am 01.11.2025 um 09:25 Uhr bearbeitet
01.11.2025 - 09:58 Uhr
Im Schiriwesen gäbe es generell einiges zu reformieren. Man sollte die Schiris erstens vergleichbar gut bezahlen wie diejenigen, deren Spiele sie leiten. Meinetwegen soll man das erforderliche Geld von den Vereinen oder direkt von den Spielern holen. Keine Nebentätigkeit mehr, sondern Hauptberuf mit permanenter, engmaschiger Weiterbildung. Umgekehrt klare Qualitätsanforderungen: Wer sich eine bestimmte Quote von Fehlentscheidungen leistet, ist raus. Ebenfalls analog zu Spielern und Trainern.
Und zweitens würde ich mir den VAR als Interventionsmöglichkeit seitens der jeweiligen Trainerteams wünschen. Das ist ja keine neue Idee. Zwei, drei calls im Spiel pro Mannschaft. Ob sich der Schiri das dann selbst noch einmal ansieht (kennt die reale Dynamik etc.) oder der Kölner Keller entscheidet (unvoreingenommen), wäre ein Diskussionspunkt.
Alles andere bleibt als Tatsachenentscheidung stehen. Und für diese gilt dann ein strengerer Blick auf die Leistung des Schiris.
Mit der Quote an fragwürdigen Entscheidungen sollte man echt nicht weitermachen. Das war gestern als Krönung einer der skurrilsten Elfer in den letzten Jahren, an die ich mich erinnere.
Und zweitens würde ich mir den VAR als Interventionsmöglichkeit seitens der jeweiligen Trainerteams wünschen. Das ist ja keine neue Idee. Zwei, drei calls im Spiel pro Mannschaft. Ob sich der Schiri das dann selbst noch einmal ansieht (kennt die reale Dynamik etc.) oder der Kölner Keller entscheidet (unvoreingenommen), wäre ein Diskussionspunkt.
Alles andere bleibt als Tatsachenentscheidung stehen. Und für diese gilt dann ein strengerer Blick auf die Leistung des Schiris.
Mit der Quote an fragwürdigen Entscheidungen sollte man echt nicht weitermachen. Das war gestern als Krönung einer der skurrilsten Elfer in den letzten Jahren, an die ich mich erinnere.
01.11.2025 - 10:50 Uhr
Ich würde jedem VAR einen Ex-Profi zur Seite stellen. Als Fußballer kannst Du viel besser beurteilen, ob das ein Foul war oder nicht - und ob Absicht dahinter steckte. Ich höre öfters vom Kommentator ‚das war ein unglücklicher Zusammenprall …‘ etc. und denke dann so bei mir, dass das pure Absicht war.
01.11.2025 - 11:08 Uhr
Man muss da grundlegende Prinzipien diskutieren und dann entsprechende Festlegungen treffen:
1. Jede Schirientscheidung ist im Prinzip eine "Messung". Für wissenschaftliche Messungen gilt, dass sie nur mit Bezug auf Angabe der Messungenauigkeit ("Fehlerbalken") aussagekräftig sind. Liegt z.B. die AfD in einer Wahlumfrage 0,5% vor der CDU und der Fehlerbalken der Umfrage beträgt 1%, dann kann man mit Bezug auf die Umfrage nicht sagen, ob sie vorne liegt, sondern beide bewegen sich nach Maßgabe dieser "Messung" auf "gleicher Höhe".
Die Frage ist: Soll eine forensische Beweisführung des VAR die Messungenauigkeit weiter verringern oder geht es darum, für ein geübtes Schiriauge bei optimaler Sicht zum Geschehen eigentlich erkennbare - aber halt eben falsch bewertete - Entscheidungen zu korrigieren? Ich denke, letzteres war Sinn der Einführung des VAR, nicht die Einführung einer Entscheidungsfindung für Situationen, die das geübte menschliche Auge (einschließlich seines inhärenten "Fehlerbalkens") in der Originalszene gar nicht mehr auflösen kann.
2. Regelverstöße sollen geahndet werden, um eine daraus entstehende Vorteilsnahme zu unterbinden (genau deshalb kann auf eine Ahndung bei Vorteilsauslegung ja auch verzichtet werden). Dies könnte eine Begründung zur Einführung des von @FCK-Tribun vorgeschlagenen Prinzips sein, jedem Trainer eine limitierte Anzahl von Überprüfungen pro Partie einzuräumen. Man durchbräche damit das Schiriprinzip der unparteiischen "Vogelperspektive"und würde das jeweilige Gerechtigkeitsempfinden der beiden Spielparteien als relevant einbringen: Fehlentscheidungen, die niemand moniert, blieben dann bestehen, da der VAR nicht mehr eigeninitiativ eingreifen könnte. Will man das? Diskussionswürdig ist es allemal! Der Rest ist eine technische Frage: Natürlich kann ich nicht jedem Trainer drei Slots pro Spiel geben, wenn die Überprüfung dann jedesmal 4 Minuten dauert und wir am Ende 24 Minuten Überprüfungszeit nachspielen lassen müssen.
Aber dafür kann man ja Regelungen treffen, die ohnehin erforderlich werden: Limitierung der zulässigen Überprüfungszeit. Vorschlag: Kann der VAR die Situation nicht in 90 Sekunden auflösen, bleibt die Schirientscheidung bestehen.
3. Urächlichkeitsvermutung: In Verknüpfung mit dem Ziel der Unterbindung einer realen Vorteilsnahme durch Regelverstoß sollte auch das Umkehrprinzip gelten: Was keinen unfairen Vorteil bringt, wird auch nicht gepfiffen! Hier hilft der Vergleich mit dem Fotofinish bei einem Sprintwettbewerb: Wer dabei auch nur eine Kniespitze vorne ist, gewinnt zurecht! Aber verändert eine Kniespitze zu weit vorne wirklich in jeder Situation die Spieldynamik im Fußball? Das kann im Einzelfall durchaus zutreffen (wenn man gerade noch so mit dem Zeh richtungsverändernd an den Ball kommt), aber in den meisten Situationen ist dies halt eben nicht der Fall. Und dann sollte man eben auch auf "gleiche Höhe" erkennen. Ähnlich ist es bei Körperkontakt und Textilprobe: Bist du im vollem Lauf, kann ein ganz leichter Rempler dich zu Fall bringen und sollte deshalb gepfiffen werden. Umgekehrt gibt es genug Situationen, in denen ein 2m-Schrank von einem Hänfling leicht berührt wird und wie eine Bahnschranke zu Boden geht. Da wäre es dann "unbillig" zu pfeifen, weil nach normalem Urteilsvermögen der Kontakt nicht ursächlich für den Sturz war. Ich plädiere also für die Rehabilitierung des berühmten "Fingerspitzengefühls" und einer Urteilsbegründung nach dem Motto "zu wenig für einen Pfiff" und "normale Zweikampfhärte"; ansonsten machen wir den "Kontaktsport" Fußball wirklich kaputt.
Über solche grundlegenden Prinzipien müsste man sich erst einmal verständigen und dann entsprechende Reformen einführen. Wir verlieren nämlich gerade die Maßstäbe für die Urteilsfindung! Wenn man sich darüber im Klaren ist, kann man die Frage nach Ob und ggf. Wie des VAR und die Einrichtung eines Profischiedsrichtertums entscheiden. Im Moment rendiert man dazu, alles zu machen, was technisch möglich ist. Und zwar ohne zu bedenken, ob es auch im Sinne des sportlichen Wettbewerbs ist. Und das ist definitiv der falsche Weg.
1. Jede Schirientscheidung ist im Prinzip eine "Messung". Für wissenschaftliche Messungen gilt, dass sie nur mit Bezug auf Angabe der Messungenauigkeit ("Fehlerbalken") aussagekräftig sind. Liegt z.B. die AfD in einer Wahlumfrage 0,5% vor der CDU und der Fehlerbalken der Umfrage beträgt 1%, dann kann man mit Bezug auf die Umfrage nicht sagen, ob sie vorne liegt, sondern beide bewegen sich nach Maßgabe dieser "Messung" auf "gleicher Höhe".
Die Frage ist: Soll eine forensische Beweisführung des VAR die Messungenauigkeit weiter verringern oder geht es darum, für ein geübtes Schiriauge bei optimaler Sicht zum Geschehen eigentlich erkennbare - aber halt eben falsch bewertete - Entscheidungen zu korrigieren? Ich denke, letzteres war Sinn der Einführung des VAR, nicht die Einführung einer Entscheidungsfindung für Situationen, die das geübte menschliche Auge (einschließlich seines inhärenten "Fehlerbalkens") in der Originalszene gar nicht mehr auflösen kann.
2. Regelverstöße sollen geahndet werden, um eine daraus entstehende Vorteilsnahme zu unterbinden (genau deshalb kann auf eine Ahndung bei Vorteilsauslegung ja auch verzichtet werden). Dies könnte eine Begründung zur Einführung des von @FCK-Tribun vorgeschlagenen Prinzips sein, jedem Trainer eine limitierte Anzahl von Überprüfungen pro Partie einzuräumen. Man durchbräche damit das Schiriprinzip der unparteiischen "Vogelperspektive"und würde das jeweilige Gerechtigkeitsempfinden der beiden Spielparteien als relevant einbringen: Fehlentscheidungen, die niemand moniert, blieben dann bestehen, da der VAR nicht mehr eigeninitiativ eingreifen könnte. Will man das? Diskussionswürdig ist es allemal! Der Rest ist eine technische Frage: Natürlich kann ich nicht jedem Trainer drei Slots pro Spiel geben, wenn die Überprüfung dann jedesmal 4 Minuten dauert und wir am Ende 24 Minuten Überprüfungszeit nachspielen lassen müssen.
Aber dafür kann man ja Regelungen treffen, die ohnehin erforderlich werden: Limitierung der zulässigen Überprüfungszeit. Vorschlag: Kann der VAR die Situation nicht in 90 Sekunden auflösen, bleibt die Schirientscheidung bestehen. 3. Urächlichkeitsvermutung: In Verknüpfung mit dem Ziel der Unterbindung einer realen Vorteilsnahme durch Regelverstoß sollte auch das Umkehrprinzip gelten: Was keinen unfairen Vorteil bringt, wird auch nicht gepfiffen! Hier hilft der Vergleich mit dem Fotofinish bei einem Sprintwettbewerb: Wer dabei auch nur eine Kniespitze vorne ist, gewinnt zurecht! Aber verändert eine Kniespitze zu weit vorne wirklich in jeder Situation die Spieldynamik im Fußball? Das kann im Einzelfall durchaus zutreffen (wenn man gerade noch so mit dem Zeh richtungsverändernd an den Ball kommt), aber in den meisten Situationen ist dies halt eben nicht der Fall. Und dann sollte man eben auch auf "gleiche Höhe" erkennen. Ähnlich ist es bei Körperkontakt und Textilprobe: Bist du im vollem Lauf, kann ein ganz leichter Rempler dich zu Fall bringen und sollte deshalb gepfiffen werden. Umgekehrt gibt es genug Situationen, in denen ein 2m-Schrank von einem Hänfling leicht berührt wird und wie eine Bahnschranke zu Boden geht. Da wäre es dann "unbillig" zu pfeifen, weil nach normalem Urteilsvermögen der Kontakt nicht ursächlich für den Sturz war. Ich plädiere also für die Rehabilitierung des berühmten "Fingerspitzengefühls" und einer Urteilsbegründung nach dem Motto "zu wenig für einen Pfiff" und "normale Zweikampfhärte"; ansonsten machen wir den "Kontaktsport" Fußball wirklich kaputt.
Über solche grundlegenden Prinzipien müsste man sich erst einmal verständigen und dann entsprechende Reformen einführen. Wir verlieren nämlich gerade die Maßstäbe für die Urteilsfindung! Wenn man sich darüber im Klaren ist, kann man die Frage nach Ob und ggf. Wie des VAR und die Einrichtung eines Profischiedsrichtertums entscheiden. Im Moment rendiert man dazu, alles zu machen, was technisch möglich ist. Und zwar ohne zu bedenken, ob es auch im Sinne des sportlichen Wettbewerbs ist. Und das ist definitiv der falsche Weg.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Newtrial am 01.11.2025 um 11:35 Uhr bearbeitet
01.11.2025 - 16:23 Uhr
Zitat von FCK-Tribun
Im Schiriwesen gäbe es generell einiges zu reformieren. Man sollte die Schiris erstens vergleichbar gut bezahlen wie diejenigen, deren Spiele sie leiten. Meinetwegen soll man das erforderliche Geld von den Vereinen oder direkt von den Spielern holen. Keine Nebentätigkeit mehr, sondern Hauptberuf mit permanenter, engmaschiger Weiterbildung. Umgekehrt klare Qualitätsanforderungen: Wer sich eine bestimmte Quote von Fehlentscheidungen leistet, ist raus. Ebenfalls analog zu Spielern und Trainern.
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Im Schiriwesen gäbe es generell einiges zu reformieren. Man sollte die Schiris erstens vergleichbar gut bezahlen wie diejenigen, deren Spiele sie leiten. Meinetwegen soll man das erforderliche Geld von den Vereinen oder direkt von den Spielern holen. Keine Nebentätigkeit mehr, sondern Hauptberuf mit permanenter, engmaschiger Weiterbildung. Umgekehrt klare Qualitätsanforderungen: Wer sich eine bestimmte Quote von Fehlentscheidungen leistet, ist raus. Ebenfalls analog zu Spielern und Trainern.
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Das alles ist faktisch doch längst Realität.
Ein Bundesliga-Schiri hat einen Jahresgrundbetrag zwischen 68.000 und 88.000 €, ohne ein einziges Spiel gepfiffen zu haben (Assistenten entsprechend weniger).
Dazu kommen 6.000 € für jedes Spiel als Hauptschiedsrichter (Assistenten entsprechend weniger). Der AVA erhält 2.500 € pro Spiel, der 4. Offizielle erhält, glaube ich, Ähnliches.
Kein einziger Schiedsrichter der Bundeslige oder zweiten Bundesliga geht wirklich vollumfänglich zur Sicherung seines Lebensunterhaltes einem anderen Beruf nach. Das sind allles Selbständige, Beamte mit entsprechender Freistellung oder Ähnliches (einer war Justiziar des Bayeerrischen Fußballverbandes). Sie sind auch zeitlich gar nicht in der Lage, regelmäßig einen normalen Beruf auszuüben, da sie praktisch jederzeit verfügbar sein müssen. Je Spiel gehen regelmäßig zumindest zwei bis drei Tage drauf (bei Auslandseinsätzen mehr). Sogar die VAR müssen am Tag vor dem Spiel in Köln anreisen. Ich habe den Eindruck, dass viele hier sich überhaupt kein Bild von dem Aufwand machen, der da betrieben wird.
Die werden auch permanent weitergebildet. Jeder hat mehrmals jährlich Pflichtfortbildungen. Jeder Schiri und jeder Assistent wird in jedem Spiel beobachtet und bewertet. Zusätzlich werden alle strittigen Szenen nachträglich seziert und bewertet. Wer zu viele Fehler macht, pfeift vorläufig weiter unten. Wer die Leistungstests nicht besteht, pfeift vorläufig überhaupt nicht mehr. Selbst die VAR werden beobachtet und bewertet und haben permanent Pflichtfortbildungen.
Das ganze ist ein hochprofessionelles System.
Trotzdem muß man sich wohl irgendwann auch mal damit abfinden, dass der Fußball so komplex ist, dass die menschlichen Fähigkeiten selbst unter Zuhilfenahme aller möglichen technischen Mittel einfach nicht ausreichen, um ein ganzes Spiel absolut fehlerfrei zu leiten.
Die Kicker trainieren auch den ganzen Tag, haben in ihrem ganzen Leben im Zweifel nie etwas anderes gemacht als zu kicken - und leisten sich trotzdem noch Fehlpässe und schiessen am Tor vorbei.
Das ist einfach der Faktor Mensch!
Gruß aus der Pfalz
01.11.2025 - 16:38 Uhr
Zitat von FCK-Tribun
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Und zweitens würde ich mir den VAR als Interventionsmöglichkeit seitens der jeweiligen Trainerteams wünschen. Das ist ja keine neue Idee. Zwei, drei calls im Spiel pro Mannschaft. Ob sich der Schiri das dann selbst noch einmal ansieht (kennt die reale Dynamik etc.) oder der Kölner Keller entscheidet (unvoreingenommen), wäre ein Diskussionspunkt.
Alles andere bleibt als Tatsachenentscheidung stehen. Und für diese gilt dann ein strengerer Blick auf die Leistung des Schiris.
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Und zweitens würde ich mir den VAR als Interventionsmöglichkeit seitens der jeweiligen Trainerteams wünschen. Das ist ja keine neue Idee. Zwei, drei calls im Spiel pro Mannschaft. Ob sich der Schiri das dann selbst noch einmal ansieht (kennt die reale Dynamik etc.) oder der Kölner Keller entscheidet (unvoreingenommen), wäre ein Diskussionspunkt.
Alles andere bleibt als Tatsachenentscheidung stehen. Und für diese gilt dann ein strengerer Blick auf die Leistung des Schiris.
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Das sog. Challengingsystem (z.B. aus der Basketball-Bundesliga) wird diskutiert. Aber auch da gibt es Probleme:
- Zum Einen kann das sehr effektiv taktisch genutzt werden, um das Spiel zu verzögern oder noch mehr zu "zerfleddern". Kaum läuft es für den Gegner, störe ich als Trainer den Spielfluß durch eine Eingabe.
- Zum Anderen führt dies zu noch mehr Eingriffen und verlängert Spiel- und Wartezeiten.
-Und außerdem müßte geklärt werden, wer bei einer Eingabe der Trainer letzlich entscheidet:
Weiterhin der Feld-Schiedsrichter wie bei einem VAR-Eingriff? Wird es den Beteiligten reichen, dass sie die Befugnis haben, den Schiri an den Monitor zu schicken, der dann nach kurzem Blick den Kopf schüttelt und bei seiner Meinung bleibt?
Oder wird zusätzlich ein weiterer, ein Ober-Schiedsrichter eingeführt?
-Und wer stellt eigentlich das Material zur Verfügung, das der Schiedsrichter sich anschauen soll. Das machen derzeit die Operatoren auf Anweisung des VAR. Der Trainer hat keine Operatoren. Soll der Trainer Anweisungen in den Kölner Keller geben können? Das wäre kommunikativ wohl kaum beherrschbar und würde definitiv unendlich Zeit in Anspruch nehemn.
Wie bei allen guten klingenden und auch guten Ideen liegt der Teufel sehr im Detail
Gruß aus der Pfalz
Dieser Beitrag wurde zuletzt von running-man am 01.11.2025 um 16:47 Uhr bearbeitet
01.11.2025 - 17:11 Uhr
Zitat von Newtrial
@running-man - Danke für deine wertvollen Beiträge, da du ja wirklich Einblick in das System hast. Wie würdest du denn die Leistungsentwicklung der BL-Schiris einschätzen? Handelt es sich bei der Kritik um einen Beobachtungsfehler, weil einzelne herausragende Fehlentscheidungen medial selektiv kommuniziert werden und man unterschätzt, was alles richtig entschieden wird? Zumindest Markus Merk scheint ja nicht dieser Meinung zu sein und geht von einer real sinkenden Entscheidungskompetenz infolge des VAR-Systems aus. Oder liegt letztere eher daran, dass das Spiel zu schnell wird? Was wären deine Handlungsempfehlungen?
@running-man - Danke für deine wertvollen Beiträge, da du ja wirklich Einblick in das System hast. Wie würdest du denn die Leistungsentwicklung der BL-Schiris einschätzen? Handelt es sich bei der Kritik um einen Beobachtungsfehler, weil einzelne herausragende Fehlentscheidungen medial selektiv kommuniziert werden und man unterschätzt, was alles richtig entschieden wird? Zumindest Markus Merk scheint ja nicht dieser Meinung zu sein und geht von einer real sinkenden Entscheidungskompetenz infolge des VAR-Systems aus. Oder liegt letztere eher daran, dass das Spiel zu schnell wird? Was wären deine Handlungsempfehlungen?
Ich kann das natürlich nicht beurteilen, aber ich glaube, dass Markus Merk irrt. Ohne despektierlich klingen zzu wollen, klingt mir da ein wenig der "früher bei uns war alles besser-Rentner" raus.
Ich sehe vor allem zwei Aspekte:
Zum Einen ist der Fußball viel schneller, dynamischer, schneller, athletischer geworden. Viel mehr Zweikämpfe, Tacklings etc., auch taktisch viel ausgefeilter. Wenn ich mir alte Spiele anschaue, hatten die Spieler damals viel mehr Platz und das Geschehen konzentrierte sich viel mehr auf den Ort, an dem der Ball sich gerade befand. Heute muss der Ball immer in Bewegung sein, es muss immer überall attackiert, der Gegner ständig gestresst werden. Das erhöht das Anforderungsprofil an die heutigen Schiris enorm. Ich glaube tatsächlich, dass die Schiedsrichter-"Profis" heute in der Breite eine höhere Qualität haben als in früheren Jahrzehnten - und einen Ahlenfeld kann es ohnehin nicht mehr geben.
Schau Dir mal ein Spiel an, das Merk gepfiffen hat. Da hast Du bei einer enger Abseits-Entscheidung doch bereits aufgrund der Qualität der Fernsehbilder überhaupt nicht die Möglichkeit, halbwegs fundiert etwas zu beurteilen. Mannschaft A und ihre Fans sahen eindeutig Abseits, Mannschaft B und ihre Fans eindeutig kein Abseits - und der Fall war erledigt.
Heute sehen wir in Ultra-HD mit kallibrierten Linien undsehen nahezu 100 %ig, was richtig war oder gewesen wäre - nur der blinde Linienrichter hat es übersehen. Wobei uns auch hier bewußt sein sollte, dass der VAR weitere Kameraperspektiven hat, die das Fernsehen nicht hat. Und manchmal zeigen eben die ersten fünf Einstellungen keinen Kontakt zwischen Abwehrspieler und Stürmer im Strafraum und erst die sechste, die nicht vom Fernsehen kommt, belegt das strafbare Foul.
Und die mediale Aufmerksamkeit tut ihr Übriges. Jeder Schiri-Fehler, der nach unzähligen Wiederhohlungen aus mehreren Perspektiven festgestellt wurde kann jetzt über alle möglichen Kanäle verbreitet und breitgetreten werden.
Das ist alles höchst schwierig. Natürlich gibt es immer noch Fehlentscheidungen, auch schwer nachvollziehbare. Aber die Qualität der Schiedsrichter hat sich m.E. in den Profiligen Deutschland erhöht. Ich habe ja Verständnis für jeden Fans, der sich aufregt. Aber in einer Zeit, in der Schiedsrichtern immer wieder Arroganz vorgeworfen wird, empfinde ich oftmals die Fans als arrogant in ihrer Beurteilung der Schiedsrichterleistungen.
Gruß aus der Pfalz
Dieser Beitrag wurde zuletzt von running-man am 01.11.2025 um 17:15 Uhr bearbeitet
01.11.2025 - 17:45 Uhr
Zitat von FCK-Tribun
...
Natürlich sind vor einer Reform viele Details zu klären. Ein hartes Ausschlusskriterium erkenne ich ehrlich gesagt aber nicht.
...
Zitat von running-man
-Und wer stellt eigentlich das Material zur Verfügung, das der Schiedsrichter sich anschauen soll. Das machen derzeit die Operatoren auf Anweisung des VAR. Der Trainer hat keine Operatoren. Soll der Trainer Anweisungen in den Kölner Keller geben können? Das wäre kommunikativ wohl kaum beherrschbar und würde definitiv unendlich Zeit in Anspruch nehemn.
Das verstehe ich nicht ganz. Wenn dem Trainer nach seinem Live-Eindruck eine Situation auffällt, meldet er dies dem vierten Offiziellen unter Angabe seines Verdachts (Foulspiel, Abseits, Tätlichkeit) und die Partie wird unterbrochen. Die Bilder dieser Situation werden im Kölner Keller geprüft, nach meiner Vorstellung wird auch nur dort überprüft. Wenn eine Situation nach dem Live-Eindruck nicht als falsch bewertet reklamiert wird, kann sie nicht, z.B. fünf Minuten später, angefochten werden. -Und wer stellt eigentlich das Material zur Verfügung, das der Schiedsrichter sich anschauen soll. Das machen derzeit die Operatoren auf Anweisung des VAR. Der Trainer hat keine Operatoren. Soll der Trainer Anweisungen in den Kölner Keller geben können? Das wäre kommunikativ wohl kaum beherrschbar und würde definitiv unendlich Zeit in Anspruch nehemn.
Natürlich sind vor einer Reform viele Details zu klären. Ein hartes Ausschlusskriterium erkenne ich ehrlich gesagt aber nicht.
Der Trainer braucht nicht über den vierten Offiziellen den Kölner Keller auf eine strittige Entscheidung hinzuweisen, die dieser überprüfen soll denn der Kölner Keller überprüft bereits jetzt ALLES!
Der VAR ist kein einsamer Mann, der in Köln am Fernseher ein Fußballspiel schaut. Der VAR ist vielmehr ein Team, das aus einem Video Assistant Referee (VAR), seinem Assistenten, dem Assistant
Video Assist Referee (AVAR) sowie dem Operator und (in der Bundesliga, nicht in der 2. Bundesliga) dessen Assistenten besteht.
Es werden permanent alle Spielsituationen und jede einzelne Schiedsrichterentscheidung begutachtet. Möchte der VAR eine Szene überprüfen, fordert er vom Operator diejenigen Perspektiven an, die er am geeignetsten hält. Der AVAR informiert den Feldschiedsrichter über die Überprüfung. Während der VAR die Szene überprüft, verfolgt der AVAR das Spiel weiter. Sieht der VAR eine Fehlentscheidung, greift er ein, falls nicht, gibt er "check complete".
Bei jedem Tor wird die konplette APP (Attacking-Position-Phase) nochmals kontrolliert, d.h. die gesamte Spielzeit seit Balleroberung durch die angreifende Mannschaft wird nochmal auf Regelverstöße der angreifenden Mannschaft überprüft. Deshalb dauert es so lange und daher kommen die "Absets im Vorfeld-" oder "Foul im Vorfeld- Entscheidungen".
Was soll also nun die Beanstandung des Trainers auslösen?
Wie soll dieser Prozess gemanagt werden?
Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass auf Basis des Trainer-Eingriffs ein anderes Ergebnis zu Tage gefördert wird?
Ich persönlich glaube, das Challenging-System würde eventuell der Volksseele das Gefühl von etwas "Mitspracherecht" vermitteln, den Trainern ein taktisches Mittel für Verzögerungen an die Hand geben (und damit der Fangemeinde ein weiteres Argument gegen das VAR-System), das VAR-System aber nicht verbessern.
Gruß aus der Pfalz
Dieser Beitrag wurde zuletzt von running-man am 01.11.2025 um 17:47 Uhr bearbeitet
02.11.2025 - 19:01 Uhr
Zitat von Foegli
Kann mir jemand erklären wo der Mehrwert liegt, dass ein Schiri jetzt laut ins Mikro sagen muss: "ABSEits!" , anstatt das er Freistoss gibt und auf den Videoleinwanden "VAR: Abseits" steht?
Das ist doch nur nochmal ne Schleife mehr für nix.
Soll das den Eindruck vermitteln, dass der Schiri die Oberhand behält?
Kann mir jemand erklären wo der Mehrwert liegt, dass ein Schiri jetzt laut ins Mikro sagen muss: "ABSEits!" , anstatt das er Freistoss gibt und auf den Videoleinwanden "VAR: Abseits" steht?
Das ist doch nur nochmal ne Schleife mehr für nix.
Soll das den Eindruck vermitteln, dass der Schiri die Oberhand behält?
Für mich auch schwachsinnig. Wäre nur interessant mit einer kurzen Begründung - was heute ja nicht erforderlich war. Ich hätte seinerzeit gegen Paderborn gerne mal gewusst, warum das Tor kein Abseits war, obwohl der erste Spieler klar zum Ball geht und dahinter der den dann reinköpft.
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