Hertha BSC Hertha BSC
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Stefan Leitl
Geburtsdatum 29.08.1977
Alter 48
Nat. Deutschland  Deutschland
Funktion Trainer
Akt. Verein Hertha BSC

Stefan Leitl [Trainer]

16.02.2025 - 14:14 Uhr
Stefan Leitl [Trainer] |#641
19.08.2025 - 10:41 Uhr
Zitat von bschuss
Leitl macht halt eine Sache genauso wie Fiel und Schwarz damals - zumindest nach außen hin. Er redet die Leistungen konsequent schön bzw. haut nie auf den Tisch. Pal hat das ab und an gemacht, wenn auch auf eine eher schlechte Art (sehr persönlich gegen bestimmte Spieler). Aber einfach mal klar auf der PK die Mannschaft in die Kritik nehmen und auch rausstellen, dass er ganz genau sieht, dass nicht jeder alles auf dem Platz lässt, sowas fehlt mir einfach. Stattdessen wird da gestern der Wille und die Energie gelobt. Wie kann man nach diesem Spiel erstmal Lob verteilen?!

Die Mannschaft hat es sich für mein Empfinden sehr gemütlich gemacht in dem Bewusstsein, dass es eigentlich egal ist, was sie so machen. Die Fans machen trotzdem Stimmung (wobei das gegen den KSC eindeutig eine Wende andeutete), vom Trainer bekommt man trotzdem Lob, und das Management freut sich über den Berliner Weg.
Wir bräuchten gefühlt mal einen Trainer, der nicht der beste Freund der Spieler sein möchte. Jetzt auch kein arrogantes ***** , sondern am besten mal jemanden, der einfach mit Kompetenz vorangeht und das auch in jeder Sekunde von seinen Spielern erwartet.


Leitl traut sich ja an sich schon, Klartext zu reden. So hat er ja Lum schon ein Stück weit rasiert, als er den Eichhornvergleich gezogen hat. Auch im Sommer als er sagte, das die Jugendspieler nicht so gut sind, wie viele denken, war das ja eine eher unbeliebte Aussage.

Aber ja, dieses Schönreden der eigenen Spielweise sehe ich aufjedenfall auch. Man hat immer das Gefühl, die PKs sind quasi die Bilanzgespräche, in denen sich Leitl, Fiel oder Schwarz für ihre Leistung vor dem Management rechtfertigen und versuchen, die eigene Arbeit möglichst gut aussehen zu lassen. Den Einsatz gestern zu loben ist wirklich realitätsfern, gleichzeitig hätte selbst der absolute Wille wohl wenig gebracht, weil man taktisch völlig versagt hat.

Mir macht besonders letzteres große Sorgen. In diesem 3-5-2 stimmt weder die Arbeit gegen den Ball (insbesondere das Pressing funktioniert GAR NICHT) noch schafft man es, bei eigenem Ballbesitz, in bestimmten Räumen (gerade im Mittelfeld) mal Überzahl zu schaffen. Das haben wir jetzt in insgesamt schon über 300 Minuten gesehen, diese Probleme kann man nicht mehr einfach so abtun. Ich frage mich aber, ob man diese Probleme in der Vorbereitung nicht schon erkannt oder zumindest antizipiert hat. Aktuell wirkt es so, als hätten wir taktisch keinerlei Flexibilität. Die Wechsel sind ja dann auch nahezu ausschließlich positionsgetreu. In einem Spiel wie gestern hätte man doch auch mal überlegen können, bei der Auswechslung von Marton auf Viererkette umzustellen, auch, weil die 3er Kette ja grundsätzlich nicht funktioniert hat. Das scheint aber kein Mittel zu sein, dass unser Trainerteam gewillt ist zu nutzen. Bei diesen Leistungen wird uns aber früher oder später gar nichts anderes übrig bleiben, als das System zu ändern, allein schon weil es der Weg des geringsten Widerstandes ist.
Stefan Leitl [Trainer] |#642
19.08.2025 - 10:56 Uhr
Was mich ein wenig stört ist das beharren auf der 3er Kette. Uns fehlen echte Schienenspieler, wir haben schon Probleme 2 halbwegs sichere IV´s aufzustellen, aber es müssen zwingeld 3 sein. Und immer wieder Marton der Woche für Woche stümpert. Dazu kommt dass Reese zentral einfach verschenkt ist. Vom Spielermaterial würde uns ein System auf 4er Kette einfach mehr entgegen kommen. Meine Meinung natürlich.
Stefan Leitl [Trainer] |#643
19.08.2025 - 11:14 Uhr
Zitat von FHain_United
Was mich ein wenig stört ist das beharren auf der 3er Kette. Uns fehlen echte Schienenspieler, wir haben schon Probleme 2 halbwegs sichere IV´s aufzustellen, aber es müssen zwingeld 3 sein. Und immer wieder Marton der Woche für Woche stümpert. Dazu kommt dass Reese zentral einfach verschenkt ist. Vom Spielermaterial würde uns ein System auf 4er Kette einfach mehr entgegen kommen. Meine Meinung natürlich.


Uns fehlt aber auch ein Linksverteidiger. Zeefuik stand nicht zur Verfügung, Karbownik auch nicht. Dazu spielt Leitl ungerne mit inversen Spielern auf der defensiven Außenbahn. Winkler als LV in einer Viererkette ist noch grausamer als auf der Schiene. Ich sehe da definitiv Weber in der Pflicht, seinen Job zu machen und eine Alternative zu holen, die Startelf-Qualitäten hat.

Ansonsten fand ich die PK ganz gut. Er hat klar gesagt, dass das nicht unser Anspruch ist, dass Münster deutlich besser war, dass derzeit nicht viel klappt und dass wir glücklich weiter sind. Soll er nach so einem Pokalfight mit glücklichem Ausgang auf die Mannschaft eindreschen? Das wurde die letzten Wochen doch von den Medien und Fans schon genug gemacht.

Dies soll übrigens nicht bedeuten, dass ich ihn nicht auch für hauptverantwortlich für die schlechten Leistungen halte. Ein Jensen hätte unserem Spiel von Beginn an gut getan, genauso Krattenmacher. Dass wir mit langen Bällen operieren müssen und dennoch nicht Grönning sehen ist auch fragwürdig. Auch hätte man während des Trainingslagers gerne einen Plan B einüben können.
Stefan Leitl [Trainer] |#644
19.08.2025 - 11:15 Uhr
Ich habe mir jetzt wirklich ein paar Gedanken gemacht über die Art und Weise, wie Hertha derzeit performt und warum?! Und irgendwie werde ich noch nicht so ganz schlau daraus.

Schalke-Spiel:
- Mehr Ballbesitz, aber ungefährlich
- Wenig klare Abschlüsse
- Kaum Zweikampfhärte
- Relativ wenig zugelassen
- ersten 20min komplett verpennt

KSC-Spiel:
- Ballbesitz ausgeglichen
- KSC mit viel klarerem Fußball und viel besseren Chancen
- man hat aber teilweise mitgespielt

Münster-Spiel:
- Über 90 min an die Wand gespielt worden
- keine Idee, keine Kompaktheit, kein Abwehrverhalten
- keine Torabschlüsse
- Münster hätte das Spiel 3:0 gewinnen müssen

Was sagt mir das? Die großen Probleme werden scheinbar nicht angegangen. Vlt denken wir zu offensiv, vlt zu defensiv, vlt zu taktisch?

Ich sehe Leitl als sehr klaren Menschen, der selbst auch sieht, wer was kann und wo die Probleme liegen. Daraus stellt sich mir die Frage, wie es zu folgenden Statistiken kommen kann:

1) Ein großes Problem ist die Passgenauigkeit. 81,4 % aktuell. Das ist für eine Mannschaft mit vermeidlich so hoher individueller Klasse deutlich zu wenig. Demme fehlt jetzt und Seguin auch, das darf aber keine Ausrede sein!

2) Wir haben zu wenig Pace in vielen Bereichen bzw. auf den Schienen sind die Spieler nicht in der Lage, sie sinnvoll einzusetzen. Sobald ein Spieler im letzten Drittel aufdreht, rennen wir gefühlt oft nur hinterher und versuchen kurz vor knapp zu klären.

3) Laufdistanz. "Wir wollen die fitteste Mannschaft der Liga sein". Dümpeln von der Laufleistung her aber auf Platz 9 rum. Bei Sprints sind wir immerhin auf Platz 5 und bei intensiven Läufen auf Platz 8. Für den Anspruch "Aufstieg" sind das aber absolut keine guten Zahlen.

4) Torabschlüsse: Platz 13. Dagegen steht die Statistik Flanken aus dem Spiel Platz 4. Wir versuchen also auf Teufel komm raus mit Flanken zu Torabschlüssen zu kommen. Diese sind aber scheinbar so furchtbar schlecht, dass hier wieder die Frage nach besseren Schienenspielern aufkommt.

5) Bei den Zweikämpfen liegen wir nur auf Platz 16 der Liga. Schönspielerproblem? Robustheitsproblem?


Wenn ich mir das alles nochmal durchlese, weiß ich ehrlich gesagt gar nicht mehr so richtig, wo ich angreifen soll? Wo sind die richtigen Hebel für den Moment?

Ein Leitl wird jetzt nicht die Formation über den Haufen werfen. Das kann ich mir nicht vorstellen. Ob man nun mit 1 oder 2 klaren Stürmern spielt, ist scheinbar auch egal, weil alle Konstellationen bisher nicht funktioniert haben. Schienenspieler wachsen nicht auf Bäumen und somit sind sie zumindest für die nächsten 2 Spieltage vermutlich kein Thema, falls neue dazu kommen.

Es ist also damit zu rechnen, dass jetzt Sonntag kein wirkliches Highlight-Spiel zu erwarten ist. Ich gehe davon aus, dass es ähnlich zäh wird und wir hoffen können, dass die Gegner nicht effektiv sind. Sonst kann ich mir auch eine klare Niederlage vorstellen.

Ich bin aber auch kein Fan davon, jetzt einen Trainerrauswurf zu fordern, denn da hängt so viel mehr dran. Wir hatten so viele Trainer in den letzten Jahren und ALLE haben es nicht geschafft hier Konstanz rein zu bringen. Es gibt hier auch keinen wirklichen gemeinsamen Nenner.

Ich würde versuchen Cuisance mal etwas weniger Defensivaufgaben zu geben, Zeefuik wieder rein zu werfen. Jensen definitiv für Sessa wieder rein und Dardai muss draußen bleiben. Winkler gibt es leider keine Alternative, wobei ich ehrlich gesagt Berner nicht schlechter fand in den paar Minuten. Vlt ihm ne Chance geben.

•     •     •

Herthaner
Stefan Leitl [Trainer] |#645
19.08.2025 - 11:23 Uhr
Ich bin empört über die Leistung der ersten 90 Minuten!
Aber jeder der mal etwas höherklassig gespielt hat, kennt diese Blockaden.
So gesehen war die Reaktion in der Verlängerung die Richtige, auch wenn bei den Münsteranern die Kraft nachgelassen hat.
Das Elfmeterschießen war souverän!
Solche Spiele können eine Wende bringen……wenn…….
Wenn Leitl jetzt reagiert und seine Aufstellung endlich anpasst!
Das (!) wird für mich der Wahrsager ob er der Richtige ist.
Einige Spieler brauchen dringend eine Pause!
Mentalität zählt im Augenblick mehr als Popo wackeln.
Zudem muss Leitl unbedingt Weber unter Druck setzen und Verstärkung für unsere Baustellen fordern.
Ich glaube z. B. nicht daran, dass uns die so genannten Stützen (Seguin, Demme, Brooks etc) uns zeitnah und dauerhaft zur Verfügung stehen und/oder helfen würden!
Mindestens muss, wie hier schon oft gefordert wurde, das System an die vorhandenen Ressourcen angepasst werden.

•     •     •

Hertha ist Liebe und LEIDENschaft.
Im schlimmsten Fall eine sexuelle Ausrichtung.
—————————————-
Der Kluge lernt aus allem und von jedem,
der Normale aus seinen Erfahrungen
und der Dumme weiß alles besser.

Sokrates
Stefan Leitl [Trainer] |#646
19.08.2025 - 12:01 Uhr
Mein Beitrag ist keineswegs hämisch gemeint. Aber ich bin wirklich erstaunt, wie schnell es ging, dass sich die Beiträge hier nahezu 1:1 denen in seiner Amtszeit bei uns gleichen.

Ich weiß, dass die Entlassung von Leitl damals durchaus kontrovers diskutiert wurde. Viele von außerhalb gingen immer davon aus, dass es dabei einzig und allein um die Ergebnisse gingen - dabei war es in erster Linie die fehlende Weiterentwicklung über 2 1/2 Jahre und eben das fehlende Vertrauen, dass er genau diese Entwicklung noch plötzlich hinbekommt. Dass Leitl wohl bereits den Anschein machte, seine Zukunft ebenfalls nicht in Hannover zu sehen - dass er zu euch will, war in Hannover ein offenes Geheimnis - führte wohl letztlich dazu, dass man die Trennung ein halbes Jahr vorzog. Hängen blieb jedoch auch, dass Leitl durchaus konkrete Vorstellung bei Transfers hatte, die sich nahezu vollständig auf Ex-Spieler aus Fürth bezogen (Geholt: Nielsen, Christiansen, Ngangkam; erfolglos gebaggert: Seguin, Green, Hrgota). Egal, das ist nun Geschichte.

Vielleicht habt ihr ja nun bereits eine erste Ahnung entwickelt, was genau damit gemeint war, als ihm die fehlende spielerische Weiterentwicklung angelastet wurde. Hier hat Leitl in 2 1/2 Jahren keine nachhaltigen Lösungen gefunden - anhand der Aufstellung hatte man jedoch auch nie das Gefühl, dass eine solche Weiterentwicklung wirklich gewünscht war. So wurde bspw. immer wieder die Außenposition der 5er Kette mit Spielern ohne jeglichen Offensivdrang besetzt. Mit Graus denke ich auch immer wieder an die Besetzung des 2er-Mittelfeldes im 3-4-3 zurück, wo z.B. immer wieder der zweikampfstarke, aber dafür unfassbar langsame Christiansen aufgeboten wurde.
Die Kritik an der Spielweise bezog sich immer wieder auf ähnliche Aspekte: Ein völlig auf Zufall oder Einzelmomenten basierendes Spiel, wo keine Strukturen oder Abläufe erkennbar sind. Eine Mannschaft, die so zusammenspielte, als hätte sie sich gerade erst im Bus kennen gelernt. Kein erkennbarer Plan, um ein eigenes Tor zu erzielen. Lange gerettet haben dürften Leitl die überragenderen Standards, für welche Barlemann bei uns hauptverantwortlich ist. Das Gerücht, dass Leitl ihn diesen Sommer zu euch holen wollte, hat mich daher nicht überrascht.

Eine gute Nachricht habe ich aber noch: Ich traue Leitl durchaus zu, auch kurzfristig noch Maßnahmen zu ergreifen, um eure Ergebnisse auf einem besseren Niveau zu stabilisieren. Hat er bei uns geschafft, als er zu Beginn seiner Amtszeit umstellte und der Fußball zwar unattraktiver wurde, jedoch die Ergebnisse zufriedenstellend waren. Ich rechne schon damit, dass ihr zum Ende der Hinrunde mindestens in Schlagdistanz zu den Aufstiegsplätzen sein werdet. Für die Saison euch viel Glück - Hertha gehört genauso wie Schalke aber (für mich zumindest) auch 96 in die Bundesliga!
Stefan Leitl [Trainer] |#647
19.08.2025 - 14:03 Uhr
Mehr Glück als Klasse: Der Sieg von Hertha BSC im DFB-Pokal hinterlässt viele Fragen
Die Berliner feiern gegen Preußen Münster ihren ersten Saisonsieg und hoffen auf einen psychologischen Effekt. Fußballerisch muss das Team aber deutlich zulegen.
Zitat von Stefan Hermanns
Stefan Leitl als Experten für das Fachgebiet Fabian Reese zu bezeichnen, ist alles andere als eine Übertreibung. Der Trainer des Berliner Fußball-Zweitligisten Hertha BSC kennt seinen Kapitän seit vielen Jahren, und er hat ihn nie aus den Augen verloren, seitdem er ihn in Fürth trainiert hat – in einer Zeit also, als die meisten Fans von Hertha BSC bei dem Namen Reese vermutlich eher an eine Erdnuss-Süßigkeit aus Nordamerika gedacht hätten.

Ende der vergangenen Saison war Leitl daher einigermaßen überrascht, wie überrascht viele darauf reagierten, als Fabian Reese im Spiel gegen Hannover 96 ein Kopfballtor erzielt hat. „Er ist ein sehr guter Kopfballspieler“, sagte Leitl.
Dass Fabian Reese am Montagabend, in Herthas DFB-Pokalspiel bei Preußen Münster, auffallend viele Gelegenheiten bekam, seine Qualität auch in dieser Disziplin unter Beweis zu stellen, folgte trotzdem keinem ausgeklügelten Plan. Es war eher ein Unfall. Wie so vieles im insgesamt dürftigen Auftritt der Berliner.

Herthas fußballerische Armut
(.....)
Das sagt einiges. Zum einigen über den Gegner Preußen Münster, der an diesem Abend das gepflegte Kombinationsspiel bevorzugte. Vor allem aber über die fußballerische Armut, die Herthas Mannschaft offenbarte. „Wir wollen auch Fußball spielen“, sagte Michael Cuisance. Aber sie kamen einfach nicht dazu.

Stattdessen versuchten es die Berliner auffallend oft mit langen Bällen, was sich als wenig zielführend erwies.
„Es war kein Plan, diese langen Bälle zu spielen“, sagte Trainer Leitl. „Das war Reaktion.“ Reaktion auf den starken Auftritt der Preußen, die vor allem das Mittelfeld beherrschten.

Dort, wo nach landläufiger Meinung im modernen Fußball das Spiel entschieden wird, war Hertha über weite Strecken hoffnungslos unterlegen. Und das gegen eine Mannschaft, die vielen vor der Saison als potenzieller Absteiger aus der Zweiten Liga galt – während Hertha den Aufstieg anpeilt.

Die Erkenntnis aus dem Auftritt in Münster war auch deshalb ernüchternd, weil man bei Hertha eigentlich dachte, gerade im Mittelfeld über ein Übermaß an Qualität zu verfügen. Zumindest den Namen nach ist das so. In der Praxis aber war davon bisher nicht viel zu sehen.

Es fehlt ein klarer Sechser
Gegen Preußen fehlte Hertha ein klarer Sechser, der Ruhe und Struktur ins Spiel bringt. Leitl besetzte die Position mit Kevin Sessa, der wie so viele der zentralen Mittelfeldspieler im Kader, eher ein Achter ist, und mit Michael Cuisance, der ebenfalls weiter vorne besser aufgehoben ist. Auf die beiden Youngster Kennet Eichhorn, 16, und Boris Mamuzah Lum, 17, verzichtete Herthas Trainer aus freien Stücken, obwohl sie das Profil des Sechsers am ehesten erfüllten.

Sessa spielte erstmals überhaupt in dieser Saison und kam bis zu seiner Auswechslung zehn Minuten nach der Pause auf ganze 18 Ballkontakte. Das Spiel zu kontrollieren, ohne den Ball zu haben, ist ein äußerst schwieriges Unterfangen.
„Ich hätte mir schon gewünscht, dass wir ein bisschen mehr im eigenen Ballbesitz bleiben“, sagte Leitl. „Aber wir sind momentan vielleicht nicht in der Verfassung, den Mut zu haben, das spielerisch zu lösen.“
(....)
Trotz des bejubelten Einzugs in die zweite Runde des DFB-Pokals und des ersten Erfolgserlebnisses der zäh anlaufenden Saison hinterließ der Auftritt der Mannschaft mehr Fragen als Antworten. Und die Erkenntnis, dass noch eine Menge Arbeit auf Leitl zukommt.
(....)
„Wir wissen, dass momentan nicht alles so läuft, wie wir uns das vorstellen. Dann tut so ein Sieg natürlich auch gut, selbst wenn er äußerst glücklich zustande kommt“, sagte Trainer Leitl. „Vielleicht lockert das ein bisschen die Brust bei uns und gibt uns Schwung für die Saison.“

Das Positive war, dass Hertha sich – wenn auch nicht immer mit den adäquaten Mitteln – gegen die drohende Niederlage wehrte, dass die Mannschaft nicht komplett wegknickte wie noch im Frühjahr in Elversberg, als sie zur Pause gegen einen ähnlich spielstarken Gegner 0:4 zurücklag. „Alles, was wir an Energie, an Leidenschaft, an Bereitschaft für das Team gesehen haben, ist gut“, sagte Stefan Leitl. „Jetzt versuchen wir noch ein bisschen besser Fußball zu spielen.“

•     •     •

Wir sind so wie wir sind, das Berliner Sorgenkind!

Ein gepflegter Pessimismus ist viel angebrachter: läufts schlecht, hatte man wenigstens Recht, läufts gut, ist man positiv überrascht…

Das ist Zirkus, das ist Infantino-Unterhaltung, das ist auch schon mal Jubel-Fernsehen, beziehungsweise Jubel-Streaming.

#NoQuitInNY

Stefan Leitl [Trainer] |#648
19.08.2025 - 14:08 Uhr
Zitat von Donhelli
Mehr Glück als Klasse: Der Sieg von Hertha BSC im DFB-Pokal hinterlässt viele Fragen
Die Berliner feiern gegen Preußen Münster ihren ersten Saisonsieg und hoffen auf einen psychologischen Effekt. Fußballerisch muss das Team aber deutlich zulegen.
Zitat von Stefan Hermanns

Stefan Leitl als Experten für das Fachgebiet Fabian Reese zu bezeichnen, ist alles andere als eine Übertreibung. Der Trainer des Berliner Fußball-Zweitligisten Hertha BSC kennt seinen Kapitän seit vielen Jahren, und er hat ihn nie aus den Augen verloren, seitdem er ihn in Fürth trainiert hat – in einer Zeit also, als die meisten Fans von Hertha BSC bei dem Namen Reese vermutlich eher an eine Erdnuss-Süßigkeit aus Nordamerika gedacht hätten.

Ende der vergangenen Saison war Leitl daher einigermaßen überrascht, wie überrascht viele darauf reagierten, als Fabian Reese im Spiel gegen Hannover 96 ein Kopfballtor erzielt hat. „Er ist ein sehr guter Kopfballspieler“, sagte Leitl.
Dass Fabian Reese am Montagabend, in Herthas DFB-Pokalspiel bei Preußen Münster, auffallend viele Gelegenheiten bekam, seine Qualität auch in dieser Disziplin unter Beweis zu stellen, folgte trotzdem keinem ausgeklügelten Plan. Es war eher ein Unfall. Wie so vieles im insgesamt dürftigen Auftritt der Berliner.

Herthas fußballerische Armut
(.....)
Das sagt einiges. Zum einigen über den Gegner Preußen Münster, der an diesem Abend das gepflegte Kombinationsspiel bevorzugte. Vor allem aber über die fußballerische Armut, die Herthas Mannschaft offenbarte. „Wir wollen auch Fußball spielen“, sagte Michael Cuisance. Aber sie kamen einfach nicht dazu.

Stattdessen versuchten es die Berliner auffallend oft mit langen Bällen, was sich als wenig zielführend erwies.
„Es war kein Plan, diese langen Bälle zu spielen“, sagte Trainer Leitl. „Das war Reaktion.“ Reaktion auf den starken Auftritt der Preußen, die vor allem das Mittelfeld beherrschten.

Dort, wo nach landläufiger Meinung im modernen Fußball das Spiel entschieden wird, war Hertha über weite Strecken hoffnungslos unterlegen. Und das gegen eine Mannschaft, die vielen vor der Saison als potenzieller Absteiger aus der Zweiten Liga galt – während Hertha den Aufstieg anpeilt.

Die Erkenntnis aus dem Auftritt in Münster war auch deshalb ernüchternd, weil man bei Hertha eigentlich dachte, gerade im Mittelfeld über ein Übermaß an Qualität zu verfügen. Zumindest den Namen nach ist das so. In der Praxis aber war davon bisher nicht viel zu sehen.

Es fehlt ein klarer Sechser
Gegen Preußen fehlte Hertha ein klarer Sechser, der Ruhe und Struktur ins Spiel bringt. Leitl besetzte die Position mit Kevin Sessa, der wie so viele der zentralen Mittelfeldspieler im Kader, eher ein Achter ist, und mit Michael Cuisance, der ebenfalls weiter vorne besser aufgehoben ist. Auf die beiden Youngster Kennet Eichhorn, 16, und Boris Mamuzah Lum, 17, verzichtete Herthas Trainer aus freien Stücken, obwohl sie das Profil des Sechsers am ehesten erfüllten.

Sessa spielte erstmals überhaupt in dieser Saison und kam bis zu seiner Auswechslung zehn Minuten nach der Pause auf ganze 18 Ballkontakte. Das Spiel zu kontrollieren, ohne den Ball zu haben, ist ein äußerst schwieriges Unterfangen.
„Ich hätte mir schon gewünscht, dass wir ein bisschen mehr im eigenen Ballbesitz bleiben“, sagte Leitl. „Aber wir sind momentan vielleicht nicht in der Verfassung, den Mut zu haben, das spielerisch zu lösen.“
(....)
Trotz des bejubelten Einzugs in die zweite Runde des DFB-Pokals und des ersten Erfolgserlebnisses der zäh anlaufenden Saison hinterließ der Auftritt der Mannschaft mehr Fragen als Antworten. Und die Erkenntnis, dass noch eine Menge Arbeit auf Leitl zukommt.
(....)
„Wir wissen, dass momentan nicht alles so läuft, wie wir uns das vorstellen. Dann tut so ein Sieg natürlich auch gut, selbst wenn er äußerst glücklich zustande kommt“, sagte Trainer Leitl. „Vielleicht lockert das ein bisschen die Brust bei uns und gibt uns Schwung für die Saison.“

Das Positive war, dass Hertha sich – wenn auch nicht immer mit den adäquaten Mitteln – gegen die drohende Niederlage wehrte, dass die Mannschaft nicht komplett wegknickte wie noch im Frühjahr in Elversberg, als sie zur Pause gegen einen ähnlich spielstarken Gegner 0:4 zurücklag. „Alles, was wir an Energie, an Leidenschaft, an Bereitschaft für das Team gesehen haben, ist gut“, sagte Stefan Leitl. „Jetzt versuchen wir noch ein bisschen besser Fußball zu spielen.“


Hat mich auch leicht amüsiert. Wenn sie das jetzt versuchen bin ich aber guter Dinge. Zur Not können sie es ja etwas später in der Hinrunde nochmal korrigieren und statt ein bisschen besser nochmal ein kleines Schüppchen draufpacken. 🤓

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Tellerrand bestimmst nur Du allein
Stefan Leitl [Trainer] |#649
19.08.2025 - 15:35 Uhr
Wer die Hoffnung hat, dass Leitl die Leistung angemessen einschaetzt, mochte ich folgenden Zitat aus der PK ans Herz legen.

"...trotzdem Kompliment an die Jungs fuer das, was sie aufs Feld gebracht haben an Energie, an Leidenschaft..."


Der Coach muss quasi eine 180 Grad Drehung machen, wenn das noch etwas werden soll. 🤪

•     •     •

**************Hertha BSC***************Clemson Tigers********
Stefan Leitl [Trainer] |#650
19.08.2025 - 16:03 Uhr
Zitat von Toto-BSC
Wer die Hoffnung hat, dass Leitl die Leistung angemessen einschaetzt, mochte ich folgenden Zitat aus der PK ans Herz legen.

"...trotzdem Kompliment an die Jungs fuer das, was sie aufs Feld gebracht haben an Energie, an Leidenschaft..."


Der Coach muss quasi eine 180 Grad Drehung machen, wenn das noch etwas werden soll. 🤪


Das Ding ist ja, dass es gestern tatsächlich nicht primär an fehlender Energie und Leidenschaft gelegen hat. Den Willen schreibe ich der Mannschaft nicht ab und zum Ende hin hatte man auch noch etwas mehr Luft als Münster. Nur in der Konsequenz ist das dann halt ein noch viel schlechteres Zeugnis für Leitl, denn wenn die Mannschaft will, auf dem Papier auch eigentlich die Qualität hat aber trotzdem sichtbar nicht kann, dann muss der Hund ja woanders vergraben sein.

Es ist wirklich erschreckend, wie wenige Lösungen mit eigenem Ball wir haben. Die absoluten Basics fehlen da, es werden keine Dreiecke gebildet, es wird nicht "steil-klatsch" gespielt, niemand weiß wo der andere gerade auf dem Platz zu finden ist. Die Abstände zwischen den Mannschaftsteilen sind viel zu groß und das einzige Mittel bleibt der (oft blinde) lange Ball. Und das angesichts eines theoretisch hochkarätigen zentralen Mittelfelds, eines Trainers und einer Mannschaft die sich kennen sollten und eingespielt sein sollten, einer langen Vorbereitung mit vielen frühen Neuzugängen...

Ich fänd's zu billig, Leitl hier hauptverantwortlich zu machen, denn irgendwas muss hier grundsätzlich schief laufen, dass hier jahrelang kein Trainer mehr ein Bein für länger als ein paar Wochen auf den Boden bekommt - und da würde ich mal beim erweiterten Staff (Athletiktrainer, Torwarttrainer, medizinischer Staff etc.) ansetzen. Aber mindestens die Personalentscheidungen, die macht schon Leitl selbst und dort hat er für mich schon in den letzten Wochen der letzten Saison aber spätestens mit den ersten drei Spielen der neuen eine Menge Kredit verspielt.

Das Leistungsprinzip wird aktuell eigentlich komplett links liegen gelassen. Jensen war gegen Karlsruhe ein Stabilisator vor der Abwehr (was man vor allem gesehen hat als er ausgewechselt wurde) und durfte sich plötzlich wieder auf die Bank setzen, damit Sessa auf der Sechs sein xtes schlechtes Spiel machen konnte. Krattenmacher ist ein belebendes Element mit Aufwärtstrend und es gab überhaupt keinen Grund ihn auf einmal mit Thorsteinsson zu ersetzen. Eichhorn hat stark debütiert und wurde danach stark geredet nur um gestern 120 Minuten zuzuschauen. Mamuzah Lum ist der dringend benötigte Ankersechser der eine starke Vorbereitung gespielt hat und Leitl ignoriert ihn als wenn sein Leben davon abhinge.

Andere Spieler machen 3 schlechte Spiele in Folge ohne dass man das Gefühl hat, dass hier sportliche Konsequenzen zu erwarten sind. Bei der Dardai/Kolbe-Sache mag die Erkältung noch eine Rolle gespielt haben und vielleicht sehen wir gegen Darmstadt ENDLICH die Wachablösung aber auch ein Leistner steht seit Wochen neben sich. Auch ein Cuisance spielt bisher - auf der falschen Position eingesetzt - so als wenn er seinen schlechten Zwillingsbruder nach Berlin gelotst hätte. Dennoch werden sowohl Leistner als auch Cuisance auch gegen Darmstadt in der Startelf stehen.

Irgendwann wird Leitl nicht drumherum kommen schwierige Entscheidungen zu treffen und auch die vermeintlichen "Leader" mal vom Platz zu nehmen. Das muss ja keine permanente Sache sein, aber sie würde den Konkurrenzkampf anheizen und hoffentlich die Sinne schärfen.

Entweder das, oder in ein paar Wochen reden wir uns tatsächlich schon wieder den nächsten Trainer für ein paar Wochen schön.

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Bluesky: @pascal91
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