SG Dynamo Dresden SG Dynamo Dresden
deadline-day banner
Maik Walpurgis
Geburtsdatum 09.10.1973
Alter 52
Nat. Deutschland  Deutschland
Funktion Trainer
Akt. Verein Vereinslos

Maik Walpurgis [ehemaliger Trainer]

11.09.2018 - 16:38 Uhr
Maik Walpurgis [ehemaliger Trainer] |#131
16.12.2018 - 13:48 Uhr
Lieber Wilhelm, ich denke ratio ist einer von den Usern, die U.N. noch ein wenig nachtrauern und den Rauswurf schwer verdaut haben. Ich bin im übrigen auch einer davon. Warum ist das so? Sicher gab es eine Krise, sicher haben die Dynamos in der Vorsaison gegen den Abstieg bis zum vorletzten Spieltag gekämpft. Aber aus meiner Sicht sollte man einen Trainer, nach 3 Spieltagen, die nicht so liefen, wie man das erwartet hat, nicht rauswerfen. Es wird immer wieder Phasen geben, wo es nicht so läuft, wie man sich das vorstellt. Ich bin jemand, der eher auf Kontinuität setzt.
Heute, nach der Hinrunde, bin ich mir nicht sicher, ob wir an U.N. hätten nicht auch festhalten sollen. Wir sind nach zweifellos guten Anfangserfolgen keinen Deut weiter gekommen und haben uns in den letzten 4 Spieltagen ein Torverhältnis von 2:14 eingehandelt. Im Prinzip ist das die Bilanz eines Absteigers. Eine gewisse Zeit kann man MW noch geben, aber ich denke, in der Saison 19/20 sitzt auf unserer Bank ein neuer Trainer.
Während dessen kannst Du ganz in Ruhe die Vorzüge eines UN studieren, und für mich ist das Aufeinandertreffen der beiden Trainer im nächsten Jahr der Höhepunkt der Saison.

•     •     •

Forrest Gump: "Mama hat immer gesagt Wunder geschehen an jedem Tag. Es gibt Leute die glauben nicht daran, aber es ist so."

Dieser Beitrag wurde zuletzt von SGD-Adlershof53 am 16.12.2018 um 13:51 Uhr bearbeitet
Maik Walpurgis [ehemaliger Trainer] |#132
16.12.2018 - 13:52 Uhr
@Wilhelm2704 : ich nehme meine Aussage zurück wenn du sagst das es eher ironisch gemeint war. Kam bei mir nicht so an.

@dynamo66: natürlich präsentiert man niemanden als Notlösung. Dann sollte man aber einen echten Wunschkandidat präsentieren, und dafür auch bereit sein Geld zu investieren.
Maik Walpurgis [ehemaliger Trainer] |#133
16.12.2018 - 14:32 Uhr
Zitat von August1105
@Wilhelm2704 : ich nehme meine Aussage zurück wenn du sagst das es eher ironisch gemeint war. Kam bei mir nicht so an.

@dynamo66: natürlich präsentiert man niemanden als Notlösung. Dann sollte man aber einen echten Wunschkandidat präsentieren, und dafür auch bereit sein Geld zu investieren.


Na die 'Herzblatt'-Persiflage war ja nun mehr als offensichtlich.
Maik Walpurgis [ehemaliger Trainer] |#134
16.12.2018 - 14:56 Uhr
Zitat von SGD-Adlershof53
Lieber Wilhelm, ich denke ratio ist einer von den Usern, die U.N. noch ein wenig nachtrauern und den Rauswurf schwer verdaut haben. Ich bin im übrigen auch einer davon. Warum ist das so? Sicher gab es eine Krise, sicher haben die Dynamos in der Vorsaison gegen den Abstieg bis zum vorletzten Spieltag gekämpft. Aber aus meiner Sicht sollte man einen Trainer, nach 3 Spieltagen, die nicht so liefen, wie man das erwartet hat, nicht rauswerfen. Es wird immer wieder Phasen geben, wo es nicht so läuft, wie man sich das vorstellt. Ich bin jemand, der eher auf Kontinuität setzt.
Heute, nach der Hinrunde, bin ich mir nicht sicher, ob wir an U.N. hätten nicht auch festhalten sollen. Wir sind nach zweifellos guten Anfangserfolgen keinen Deut weiter gekommen und haben uns in den letzten 4 Spieltagen ein Torverhältnis von 2:14 eingehandelt. Im Prinzip ist das die Bilanz eines Absteigers. Eine gewisse Zeit kann man MW noch geben, aber ich denke, in der Saison 19/20 sitzt auf unserer Bank ein neuer Trainer.
Während dessen kannst Du ganz in Ruhe die Vorzüge eines UN studieren, und für mich ist das Aufeinandertreffen der beiden Trainer im nächsten Jahr der Höhepunkt der Saison.


Lieber Frank!
Du weißt ja auch, dass ich die Entlassung von Uwe Neuhaus ebenfalls nicht für gut geheißen habe und ihm gerne etwas mehr Zeit gegeben hätte. Und ja, MW war sicherlich nicht zwingend die 1A Lösung - auch für mich - welche man dann eigentlich hätte präsentieren müssen. Insbesondere bei dem emotionalen Umfeld. Das hätte besser und durchdachter umgesetzt und kommuniziert werden sollen.

Dennoch halte ich nichts von Vorverurteilungen von Neutrainern, so wie sie ja leider direkt nach der Verpflichtung von MW im Forum stattgefunden haben. Ja auch nach Anfangserfolgen unter MW ist es so weiter gegangen, wie auch Du, lieber Frank wissen dürftest. Es wurde nunmal immer wieder das Haar in der Suppe gesucht.

Und nein, Frank.
Die Vorzüge von Uwe Neuhaus brauche ich nicht zu studieren. Da vergisst/verdrängst? du, dass ich ihn zumindest seit seiner Zeit bei der SGD doch sehr intensiv verfolgt habe. Sollte jedoch bei meiner Affinität zur SGD nicht weiter verwundern.Zwinkernd

Da hat es unser Sportchef Arabi nach der - für mich noch immer nicht nachvollziehbaren - Entscheidung Saibene freizustellen weitaus besser gemacht. Denn man hat mit UN direkt einen adäquaten Nachfolger mit einer auch im Arminia Umfeld entsprechenden Akzeptanz verpflichtet. Wobei es auch bei uns im Forum direkt erste Stimmen gab, UN könne eine Mannschaft nicht "weiterentwickeln". Das dürfte Dir evtl. bekannt vorkommen.Zwinkernd

Und nochmals, was Walpurgis angeht. Ich würde jetzt gerne sehen ob er es hinbekommt in der WP Transferperiode - so ihm denn erlaubt -an Kaderschrauben zu drehen und wie sich das dann so entwickelt.
Und nebenbei bemerkt, "unauffällig" bei Trainern, welche sich jetzt erst einmal eine halbjährige Auszeit gönnen auszuloten ob sie denn evtl Interesse an Dynamo hätten zur neuen Saison ist ja nicht verboten.Lachend

•     •     •


In Gedanken bei dem tapfereren Volk der Ukraine!!

Slawa Ukrajini
Maik Walpurgis [ehemaliger Trainer] |#135
16.12.2018 - 15:01 Uhr
Zitat von dynamo_willi
Zitat von August1105

@Wilhelm2704 : ich nehme meine Aussage zurück wenn du sagst das es eher ironisch gemeint war. Kam bei mir nicht so an.

@dynamo66: natürlich präsentiert man niemanden als Notlösung. Dann sollte man aber einen echten Wunschkandidat präsentieren, und dafür auch bereit sein Geld zu investieren.


Na die 'Herzblatt'-Persiflage war ja nun mehr als offensichtlich.


Tja, Willi.
Ohne diese ZwinkeregonsZwinkernd geht es scheinbar nicht mehr......Weinend
Was zählt da schon das geschriebene Wort?
Dieses "zwischen den Zeilen lesen".

Aber mein Graf war fernab jedweder Ironie. stark

•     •     •


In Gedanken bei dem tapfereren Volk der Ukraine!!

Slawa Ukrajini
Maik Walpurgis [ehemaliger Trainer] |#136
16.12.2018 - 15:08 Uhr
Zitat von Dynamofan1992
Ich sehe das Problem nach wie vor nicht wirklich bei MW.
Wer genau hinsieht, der bemerkt, dass die Defensive durchaus stabiler geworden ist. Umso bewusster sollte das eigentlich werden, wenn man bedenkt, mit was für einer Flickenelf wir defensiv aktuell auskommen können. Paderborn wurde doch defensiv gut kontrolliert. Obwohl die offensiv Monster sind! Dann frisst du n Konter. Man stellt auf Viererkette um, macht auf und das 2:0 fällt, weil man zu dumm ist, vorne das Ding zu machen. Das 3:0 ist dann der Frustration geschuldet.
MW hat letztlich genau dasselbe Problem wie UN:
Die Spieler finden das Tor nicht. Wir haben tausend Dribbler im Kader, aber kaum Torschützen. Man muss sogar sagen, dass keiner der Mittelfeldspieler als Goalgetter geholt wurde. Bei Dulle hieß es hier schon, dass er nicht so gut in dem Bereich ist. Horvath, Möschl und Atik fielen auch in der Vergangenheit eher seltener mit ihrem Zug zum Tor auf. Bei Ebert dasselbe. Der einzige Mittelfeldspieler im Kader mit Zug zum Tor ist Atilgan. Und der ist wohl noch nicht soweit.
Der Kader ist in diesem Bereich unausgewogen. Nur Dribbler nützen nunmal nix. Genau das werfe ich aber nicht MW vor. Der hätte nicht tausend Dribbler geholt. Das ist die Idee von Neuhaus und von Minge gewesen.
Sollte Minge sich im Winter querstellen, was das angeht, so sind bei ihm als sportlicher GF ebenjene Konsequenzen zu ziehen, welche man bei UN zog.


Das Schlimme an den vermeintlichen Dribblern ist ja dass sie nicht mal das richtig GEWINNBRINGEND umsetzen. Von Duljevic mal abgesehen,bei dem es ohnehin brotlos ist.

Ich kann mich an keine Szene erinnern, wo ich persönlich mal zungeschnalzend dagesessen hab und dachte geiles Dribbling! Und wenn, dann im Niemandsland und nicht in den gefährlichen Zonen.

Mit Paco wurde ja dann auch noch zu "guter Letzt" ein nicht zweitligatauglicher Stürmer abgegeben, der diese ganzen Wahnsinnsdribblings inkl der Supereingaben eh nicht nutzen könnte.

Herr Minge, das waren leider Null Punkte.
Maik Walpurgis [ehemaliger Trainer] |#137
16.12.2018 - 15:20 Uhr
Hallo Wilhelm,
Ja dein Hauptverein hat den Trainerwechsel besser hinbekommen, leise und unauffällig einen gleichwertigen Ersatz eingeholt.

Was mich so sehr geärgert hatte bei unserem Trainerwechsel, dass an die sichtbaren Erfolgen aus der Vergangenheit gemessen der Neue deutlich eine Etage tiefer einzuordnen ist, und zweitens, bezüglich der angestrebten Kontinuität der 180 Grad Systemwechsel keinen Sinn macht.

Dafür finde ich nur 2 Erklärungen, entweder hat Minge in seinem Urzeilsvermögen deutlich nachgelassen, oder Fielo war nicht die Zwischenlösung, sonder MW ist die Zwischenlösung bis CF40 den Schein hat.
Maik Walpurgis [ehemaliger Trainer] |#138
16.12.2018 - 16:43 Uhr
Zitat von SGD-Adlershof53

Aber aus meiner Sicht sollte man einen Trainer, nach 3 Spieltagen, die nicht so liefen, wie man das erwartet hat, nicht rauswerfen. Es wird immer wieder Phasen geben, wo es nicht so läuft, wie man sich das vorstellt. Ich bin jemand, der eher auf Kontinuität setzt.


Meine Güte, wie lange soll dieses Märchen eigentlich noch hier im Forum erzählt werden? Klar, als Außenstehender sage ich auch über einen Verein, der seinen Trainer nach den ersten 3 Pflichtspielen beurlaubt "sind die denn bekloppt, der Profifußball wird immer schlimmer, keine Kontinuität, blablablaa". Aber wir sind nun mal keine Außenstehende. Umso trauriger, dass hier immer noch "nach 3 Spielen, typisch Dynamo, keine Kontinuität, Undankbarkeit, UN bester Mann, ..." rum gegrölt wird.

Nochmal zum Mitschreiben:

UN ist mit einer großen Hypothek in die Saison gegangen. Die "Dankbarkeit" und Kontinuität, die hier von allen gefordert wird, hat man ihm mit dem Wirken in der letzten Saison und der Weiterbeschäftigung über den Sommer hinaus schon - für Verhältnisse im Profifußball - mehr als entgegen gebracht.

Des Weiteren meinten Walter und Minge auf der PK nach seiner Entlassung, dass seit dem Sommer intern Dinge vorgefallen sind, die zusammen mit UNs letzten beiden Spielen (in Bielefeld und in Lotte gg. Rödinghausen) nicht mehr den Anlass gegebenen haben, an eine Besserung zu glauben.
Ich erinnere nochmal: nach UNs letztem Spiel gegen Rödinghausen wunderte sich UN, ob er denn "eine andere Sprache gesprochen" (direkter Wortlaut) habe und, dass die Spieler nichts von dem umgesetzt haben, was er ihnen auf den Weg gegeben hat. Darüber hinaus wurde durch die Spieler (ob durch UN auch weiß ich nicht mehr) durch die Blume gesagt, dass sie selbstständig im Spiel mehrmals das System ändern sollten/geändert haben und ab der 2. HZ gar nicht mehr wussten wo es lang geht. Natürlich will ich hiermit die Spieler nicht in Schutz nehmen, aber was das bedeutet ist doch wohl klar. UN hat es auf der PK durch die Blume indirekt zugegeben, er erreichte die Spieler nicht mehr.

Fredi Bobic meinte mal bei Wontorra oder im DoPa, dass du als Sportdirektor merkst, wenn der Trainer die Mannschaft nicht mehr erreicht. Dazu brauchst du nur in die Kabine gehen und die Spieler ganz genau beobachten wenn der Trainer seine Ansprachen hält. Wenn du nur ein bisschen Menschenkenntnis hast, meinte Bobic - und das sollte wohl jeder Buli-Manager haben - merkt du sofort an den Blicken der Spieler, ob sie den Trainer verstehen (wollen) und verinnerlichen was er sagt oder nicht. Letzteres merkst du an leeren Blicken, an fragenden Gesichtsausdrücken bzw. an (un)bewusster Ablehnung, welche die Spieler dann nicht mehr verbergen können, auch wenn sie vllt. nicht denken, dass das nach außen so rüber kommt. Sollte dies der Fall sein, sind die Tage des Trainers in dieser Sekunde gezählt. Dann ist es auch egal, ob man dem Trainer 3 Spieltage, 30 Spieltage oder 3 Jahre Zeit gegeben hat, dann muss man als Manager handeln.

Wir sollten diesem Fachmann mal Glauben schenken. Und ich schätze genau solche Dinge, die "intern vorgefallen" sind, haben Walter und Minge nach seiner Rückkehr in der Kabine beobachtet. Dazu kamen vielleicht auch Streitpunkte wie das Abgeben von Testroet und andere Differenzen mit (Führungs-)Spielern. Was auch immer es war, wir wissen es nicht, aber eins ist sicher: bei allen Fehlern die Minge und Walter gemacht haben werden, werden sie dafür ihren triftigen, intern nachvollziehbaren Grund gehabt haben.

Also hört bitte auf auch die nächsten Monate und Jahre noch das größte Märchen seit denen der Brüder Grimm weiter zu erzählen, nämlich dass man Neuhaus aus tiefster Undankbarkeit und Diskontinuität "einfach so, nur weil es mal 2 Spiele nicht so lief wie man sich das vorgestellt hat" vor die Tür gesetzt habe. Ich kann es wirklich nicht mehr hören.

Jeder im Verein und alle Fans sind Neuhaus zutiefst dankbar für alles was er für die SGD getan hat und werden ihn immer mit offenen Armen im RHS und unserer Stadt empfangen.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Ch19r53is am 16.12.2018 um 16:47 Uhr bearbeitet
Maik Walpurgis [ehemaliger Trainer] |#139
16.12.2018 - 18:26 Uhr
Inspiriert von Charles Dickens, kann man die vergangene, die aktuelle und die zukünftige Entwicklung der SGD passender Weise kurz vor Weihnachten beobachten. Frei nach dem Motto „A Dynamo Carol“, oder passend gern für übernachste Woche „Dinner for One“ (Zitat: „The same procedure as every year, James.“)

So ist es tatsächlich erstaunlich, dass eine Reihe von Usern und Fans der SGD die gleichen Eigenschaften des Ebenezer Scrooge aufweisen und nur auf das Zitat von Miss Sophie warten um sich jedes Jahr über die selben Dinge aufzuregen.

Aber der Reihe.

Die Vergangenen Saisons:
Ausgangspunkt ist hier die erste Saison nach dem Umbruch. Ein Umbruch der scheinbar vielen nicht mehr im Gedächtnis ist, weswegen ich das nochmals zusammenfasse. Nach einer überraschend guten ersten Saison, hatte sich gezeigt, dass der Plan mit günstigen französischen Spielern und jungen, hungrigen und teils gescheiterten Spielern, nur für eine Saison aufging und ansonsten man nur gegen den Abstieg gekrebst ist, da man einen Haufen von sehr guten Einzelspielern verpflichtet hatte.
Nach den unsäglichen Bildern gegen Bielefeld ging es mit Minge, der da ein paar Monate wieder da war, und mit Stefan Böger, welcher aus der Deutschen U16 her gelotst wurde.
Überraschenderweise ging das sogar recht gut los und so war es verwunderlich, als plötzlich die Nachricht kam „DYNAMO BEURLAUBT BÖGER!“.

Viele konnten das nicht verstehen. Schließlich hatte Böger mit einem zusammengewürfelten Haufen das man Mannschaft nannte, welche teilweise aus der Regio kamen es geschafft ein Team zu formen, welches um den direkten Aufstieg spielte.
Wie sich aber zeigte sollte Minge rechtbehalten. Die Mannschaft war in einem miserablen körperlichen Zustand, was vor allem dem geschuldet war, dass Böger sich mit dem damaligen Fitness Coach überworfen hatte. Böger hatte aber am Ende das selbe Problem ereilt wie andere Nationaltrainer: Er vergas die Grundlagen der Spieler, weil sich darum normalerweise andere kümmern (die abstellenden Vereine).
Für den Rest der Saison wurde dann auf den Arbeiter im Hintergrund gesetzt und einen den man so kaum auf dem Schirm hatte: Peter Nemeth. Vollkommen sympathisch wie er damals war, verzieh man ihm sogar die zehn Spiele ohne Sieg und man fand sich stattdessen vollkommen zufrieden damit ab, dass der Angriff in Richtung zweite Liga eben ein Jahr später erfolge.

Dann kam die große Überraschung für alle: „Dynamo verpflichtet Uwe Neuhaus“.
Ein Trainer, welcher für ein gewisses Niveau stand und wo jeder wusste, für weitere Jahre in der dritten Liga hat er sicherlich nicht unterschrieben.
Neuhaus fand eine Mannschaft vor, welcher es noch an Feinschliff gefehlt hatte. Hefele und Erdmann waren eher die ungestümen und talentfreien Innenverteidiger, auf die man aber bauen konnte, da sie eben das machten was so ein IV können muss: Verteidigen und vorne mal den Kopf hinhalten (Hefele). Da Erdmann aber als schwieriger Typ verschrien war wurde dieser Zopf, zum Leidwesen vieler Fans, abgeschnitten.
Ebenso zum Leidwesen vieler wurde ein weiterer Schnitt angesetzt. Der Zopf mit dem Nachnamen „Kisten“ wurde entfernt und das für einen anderen Teil der Fans viel zu spät. Außerdem wurde mit Brano Arsenovic ein neuer TW-Trainer vorgestellt, nachdem neben Kirsten auch Köhler in die Kritik geraten ist (null Entwicklung im TW-Spiel).

Der Fingerzeig ging also klar in eine Richtung. Nach vorne zur zweiten Liga und das ohne sportliche Altlasten.

Die erste Zweitligasaison unter Neuhaus war dann auch der Hoffnungsschimmer für viele: Überragende Siege gegen eigentliche Übermannschaften wie Stuttgart und Hannover und am Ende ein nicht unverdienter Platz Fünf.
Dennoch zeigte sich schon damals, dass außer den einschlagenden Erfolgen von Kutschke und Gogia, viele Dinge sich sportlich abgenutzt hatten. Das Flügelspiel über die Linke Seite kam eigentlich vollkommen zum Erliegen, da Stefaniak an die dritte Liga einfach nicht anknüpfen konnte.
In der Verteidigung gab es immer wieder erhebliche Schwankungen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten konnte Ballas sich festigen und wurde zum absoluten Stammspieler darin. Jannik Müller hingegen konnte zwar immer wieder mal sein Talent aufblitzen lassen, war aber damals noch zu schwankend.

In der Mischung ergab das damals: Wenn es vorne nicht lief, dann haben wir ein Problem.

Ein Problem, welches sich auch noch in der Folgesaison zeigte und das deutlich stärker, denn die Folgen waren mit dem Abgang von Gogia und Kutschke deutlich zu spüren.

Das 4-3-3 welches uns noch in der Vorsaison verzückte, musste gänzlich überarbeitet werden. Es hatte einfach nicht mehr funktioniert, da mit Horvath und Möschl zwei durchaus talentierte Österreicher verpflichtet wurden und mit Duljevic eine bosnische Überraschung damals gelang. Allerdings zeigte sich dann, dass die Warnungen der anderen User durchaus berechtigt waren. Diese Spieler machen Betrieb auf ihren Positionen, können allerdings nicht im Abschluss und nicht in der Vorbereitung von Toren glänzen.
Röser, welcher aus Großaspach kam, war eigentlich sogar das was viele immer gefordert haben: Ein günstiger Stürmer aus der dritten Liga. In Summe konnte er zwar zu unserem besten Torschützen avancieren, allerdings war die Hürde gegenüber Kutschke deutlich zu groß.

Am Ende konnte man sich dann bei der Konkurrenz bedanken, dass wir trotz lediglich zweier Siege aus den letzten zehn Spielen die Klasse halten konnten.

Im Grunde durfte so ziemlich jedem vor der jetzigen Saison etwas klar geworden sein…



Die Aktuelle Saison:
Die Vorbereitung stand eigentlich schon unter keinem guten Stern. Je besser der Testspielgegner geworden ist, desto schlechter wurden die Ergebnisse. Mit der variablen Dreier/Fünferkette sollte der Schalter wieder auf Erfolg gelegt werden.
Ein Unterfangen, welches mit dem gegebenen Kadermaterial scheinbar unmöglich erschien, denn diese variable Verteidigung setzt ein hohes Maß an spielerischen Können voraus und auch, dass die Mannschaft sich blind versteht.
Was gegen den MSV Duisburg noch in einigen Zügen gut aussah, wurde in den darauffolgenden Spielen auseinander genommen.

Man merkte dem Team an, dass diese Form der Spielweise ein Schritt zu hoch war. Es gab in der Verteidigung eigentlich immer irgendwo Lücken. Das Umschalten von Offensiv zu Defensiv war hier einfach viel zu langsam und wenn man jetzt Heise so hört („Lücken? Da gibt es ja dann noch andere Spieler die einspringen können um die Lücken zu schließen“): Dann auch mit den völlig falschen Spielern besetzt.
Offensiv deutete sich zu dem ein weiteres Problem an: Die Außenverteidiger mögen die Linie gut ablaufen können und hin und wieder eine gute Flanke bringen. In Summe sind sie aber keine Flügelspieler, welche Koné hätten füttern können.

Nach dem 3:2 in Rödinghausen/Lotte hatte dann auch Neuhaus das Schicksal ereilt, welches vielen Trainern droht: Es ist einfacher den Trainer zu entlassen, als die Mannschaft mit disziplinar Maßnahmen einzuschüchtern.

Anschließend sollte der Publikumsliebling schlechthin übernehmen: El Capitan Fiél.
Was damals aber vollkommen untergegangen ist und scheinbar auch jetzt kaum jemand noch auf dem Schirm hatte: Im Kader gibt es Spieler, welche sich wichtiger nehmen als sie sind und auch gegenüber dem Trainer, und dem damit eigentlichen Vorgesetzten, keinen Respekt aufzeigen können. Wenn ich mich recht entsinne ist damals der Name Heise gefallen, welcher sich über die Übungen wohl lustig gemacht habe.

Fiél schaffte es tatsächlich gegen den HSV ein 0:1 abzuringen. Vor dem Spiel hätten wohl die wenigsten geglaubt, dass es so niedrig wird mit der Niederlage.

Auf Fiél folgte nach langem Hin und Her Maik Walpurgis. Einer an dem sich die Geister scheiden.
Für die einen ist er ein völlig überbewerteter Trainer, welcher nur Glück hatte. Für die anderen ist er ein unterschätzter Trainer, welcher mit dem FCI damals nur knapp den Klassenerhalt schaffte.
Dennoch: Er war nun Trainer der SGD, nachdem man über mehrere Wochen hinweg sich Abfuhren eingehandelt hatte.
Abfuhren von den namhaften Trainern wie Keller und Lieberknecht. Da zeigte sich das eigentliche Problem für die Trainersuche der SGD. Namen kosten Geld und Reputation. Ersteres wollte man so in der Summe nicht ausgeben (Keller war deutlich teurer als Neuhaus und benötigt auch Geld in der Transferpause) und letzteres hatte man sich mit der Trennung von Neuhaus nach nur vier Spielen direkt kaputt gemacht.
Die Option war also ein Trainer, der es sich entweder nicht aussuchen kann, oder einer der den Sprung ins Profigeschäft erhofft. Man entschied also für Einen zu dem Minge schon vor Jahren Kontakt hatte (nach dem verpassten Aufstieg von Lotte)

Und Walpurgis strafte in den ersten Spielen seine Kritiker.
In Zehn Spielen schaffte er fünf Siege, drei Unentschieden und nur zwei Niederlagen. Klingt doch gut oder? Eine der Niederlagen davon war tatsächlich Köln.
Und zu dieser zweiten Niederlage kamen dann die erste Vielzahl an Diskussionen auf.
Diskussionen, welche sich nun nach einem Unentschieden und zwei weiteren Niederlagen verstärkt haben.

An der Stelle mache ich nun ein Cut. Ich denke jeder wird dieser Zusammenfassung zustimmen, egal ob Pro, oder Contra Walpurgis. Egal ob Pro Minge, oder Contra. Das ist so ziemlich das objektivste was ich mir aus den letzten fünf Jahren zusammenschreiben kann.

Ab hieran ist das alles allerdings „etwas“ subjektiver.
Wir haben in 13 Spielen unter Walpurgis 1,46 Punkte geholt. Das mag dem einen oder anderen zu wenig sein, aber Neuhaus, welchem ich für die Zeit die er Trainer war durchaus dankbar bin, schaffte es letzte Saison nur noch auf 1,22 PPS. In der Vorsaison, und ich denke das wird den einen oder anderen tatsächlich erstaunen waren es auch nur 1,47 PPS.

Das heißt, dass hier tatsächlich Neuhaus in der zweiten Liga besser dargestellt wird, obwohl er dies in Summe, 1,34 PPS, nicht gewesen ist.

Jetzt sei die Frage erlaubt, ob diese 1,46 Punkte pro Spiel tatsächlich die Hexenjagd die hier teilweise gegenüber dem Trainer und auch Minge betrieben wird gerechtfertigt ist.

Ich behaupte mal, dass die eigentliche Empörung lauten müsste, dass Neuhaus nicht viel früher entlassen wurde, nämlich nach dem 14 Spieltag der Vorsaison (1:2 Heimniederlage gegen den Tabellenletzten Lautern).
Soweit kam es aber nicht. Man hatte Neuhaus aus Dank an seinen Leistungen und seiner Person für den Verein, entschieden, dass er weiter machen dürfe. Sogar als man 0:4 zuhause gegen Kiel verloren hatte. (mit die höchste Heimniederlage der Geschichte – eine weitere 0.4 Heimniederlage gab es gegen Sandhausen in der gleichen Saison – Ebenfalls unter Neuhaus)
Aus Dankbarkeit durfte er sogar in die neue Saison gehen.

Wieviel dankbarer muss man als Verein da noch sein? Warten bis man wie Braunschweig mit Lieberknecht abgestiegen ist?
Das dankbarste was man machen konnte war ihm die Spiele zu geben.

Denn wie sich jetzt zeigt wurde der Kader der vergangen Saison und der diesjährigen Saison, vollkommen an seiner Notwendigkeit vorbei gestaltet.
Selbst unter Neuhaus würden wir nicht besser dastehen können, denn dafür müsste der Kader so extrem wichtige Umschalten beherrschen. Genau daran scheitert es aber. Der Kader kann es nicht und wird es wahrscheinlich nicht mehr können. Egal wie da der Trainer am Ende heißt.

Walpurgis ist nur derjenige am Ende, der es jetzt ausbaden muss und in meinen Augen macht er das auch für die Umstände, welche hier zugrunde liegen ganz gut.
Sicherlich sind die Niederlagen gegen Köln, Kiel und Paderborn absolut ärgerlich, allerdings verdeutlichen sie eindrucksvoll das Problem: Gegen Mannschaften in Form und Feierlaune, kann man im Moment nur abstinken. Nicht wegen Walpurgis, sondern wegen einer Mannschaft, welche auch im zweiten Jahr vollkommen falsch zusammengestellt wurde.

Es wird jetzt Leute geben, welche Minge hier nennen, da er als Sportdirektor das Sagen habe. Tatsächlich aber hat er das Sagen jetzt erst im Winter wieder, wenn es um die Kaderzusammenstellung geht. Genauso wie Walpurgis das erste Mal überhaupt Einfluss nehmen kann. Minge hingegen hatte seit einem Jahr keinen Einfluss mehr auf den Kader.
Diese Aussage passt einigen nicht, das ist mir bewusst, aber widerlegt hat sich auch noch keiner können.

Hier komme ich nun zur zukünftigen SGD:
Gegen den MSV geht’s nur um Schadensbegrenzung mit einem Trainer, der nicht die Ursache für den Schaden ist, aber ein Symptom des Ganzen.

Danach ist erstmal Winterpause und die kommt gerade recht. Es muss ausgemistet werden und klar benannt werden können, in welche spielerische Richtung sich der Verein entwickeln will. Wenn wir Dribbeln wollen, dann kann der Kader so bleiben, in allen anderen Fällen muss man sich vor allem von den Flügelspielern trennen und etwas für die Kreativität im Mittelfeld unternehmen.

Das Walpurgis auch weiterhin auf Defensivbeton setzt, statt Offensivfeuer halte ich für eine unnötige Spekulation. Walpurgis hat das aufgestellt, was der Kader hergegeben hat und da gibt es eben nicht viel was man machen kann.
In der Aufstellung der jeweiligen STT´s sehe ich auch das Problem einiger hier: Machen des Machen wegens. Egal ob es sinnvoll ist, oder nicht, aber Hauptsache man hat etwas gemacht.

Einen Jugendspieler kann man sicherlich einsetzen, aber in einer Phase wo es augenscheinlich gravierende Probleme im Kader gibt, ist mit hoher Wahrscheinlichkeit das Einzige was man erreicht, dass der Spieler verbrannt wird. Genügend Beispiele hatten wird (Tobi Müller zum Beispiel – klar hat er eine halbe Saison geglänzt, danach ist er aber komplett verbrannt gewesen, da die Messlatte für ihn viel zu hoch wurde).

Und genau das ist auch der Grund warum ich Walpurgis und Minge vertraue.
Alle Maßnahmen die man jetzt macht sind reiner Aktionismus. Trainerwechsel…. Jugendspieler von Beginn an bringen… Systemumstellung ein Spiel vor der Winterpause….
Das sind Dinge man machen kann, wenn man dasteht wie Lautern letzte Saison. Die hatten wirklich nichts zu verlieren, weil bei denen schon alles verloren war. Da kann man auch mal die abstrusesten Dinge ausprobieren.

Wir aber stehen im Mittelfeld. Zehn Punkte vor dem Relegationsplatz. Wir haben was zu verlieren.

Statt also die eigene Mannschaft auszupfeifen, statt sie nieder zu machen, sollten diejenigen unterstützt werden, welche jede Woche ihr Bestes geben. Dazu zähle ich die ärmste Sau im Tor. Dazu zähle ich die verletzten Spieler, welche das Trauerspiel ansehen müssen. Dazu zähle ich Spieler, welche auch in dieser beschissenen Situation versuchen das bestmöglich zu erreichen (Hamalainen, Koné, Ebert, Röser).



Ich wünsche mir aber vor allem jetzt eins: Das wir mit den begrenzten Möglichkeiten die wir haben Siegen. Es ist abartig lesen zu müssen, dass Anhänger der SportGEMEINSCHAFT Dynamo Dresden hoffen, dass die SGD verliert damit man zum einen Recht haben kann und zum Anderen Leute ihren Job verlieren, weil man sie nicht mag.
Maik Walpurgis [ehemaliger Trainer] |#140
16.12.2018 - 19:17 Uhr
Die Fans des Hexers sollten zu Kenntnis nehmen, dass Dynamo schlecht spielt und in der Regel verliert, manchmal extrem hoch.

Die seitenweise geistige Ergüsse und die vielen Wertungen ändern daran nichts.
  Post-Optionen
Den kompletten Thread wirklich löschen?

  Paten-Optionen
Möchtest Du den Beitrag wirklich löschen?
  Diesen Beitrag alarmieren
  Diesen Beitrag alarmieren
  Diesen Beitrag alarmieren
  Lesezeichen
  Abonnierte Threads
  Guter Beitrag
  Guter Beitrag
  Guter Beitrag
  Post-Optionen
Nutze die Thread-Suche, wenn Du diesen Post in einen anderen Thread verschieben möchtest. Drücke Thread erstellen, wenn aus diesem Post ein eigenständiger Thread werden soll.
Widerruf Tracking & Cookies

Du hast erfolgreich deine Einwilligung in die Nutzung unseres Angebots mit Tracking und Cookies widerrufen. Damit entfallen alle Einwilligungen, die du zuvor über den (Cookie-) Einwilligungsbanner bzw. über den Privacy-Manager erteilt hast. Du kannst dich jetzt erneut zwischen dem Pur-Abo und der Nutzung mit Tracking und Cookies entscheiden. Bitte beachte, dass dieser Widerruf aus technischen Gründen keine Wirksamkeit für sonstige Einwilligungen (z.B. in den Empfang von Newslettern) entfalten kann. Bitte wende dich diesbezüglich an datenschutz@transfermarkt.de.