Kaderanalyse
02.02.2009 - 18:37 Uhr
15.11.2023 - 08:51 Uhr
In den vergangenen Wochen haben wir in den Foren immer wieder gelesen, dass unser Kader doch eigentlich ein Upgrade zum Vorjahr darstellt und somit auch erwartet dass sich das auf dem Feld bemerkbar macht. Das ist bisher jedoch nicht wirklich geschehen, oft sah unser Spiel schlimm aus, spielerische Ideen nur schwer erkennbar und vieles sieht nach Zufall aus. Kaum festzustellende Unterschiede zu den Spielen des Vorjahres, spürbare Weiterentwicklung Fehlanzeige.
Ich habe deshalb mal versucht, die Zugänge und Abgänge gegenüber zu stellen und meine persönliche Sicht darauf zu erklären. Die Nachwuchsspieler lasse ich mal raus.
Abwehr: Abgänge : Malone, Ananou, RvD, Luqoqui
Zugänge : Nkoa, Hüsing, Rossipal, vdW, David,
Ananou war für mich die klare Nummer Eins auf der RV-Position, ihn haben wir nicht ersetzt, aber er
war auch oft verletzt.
Mit Malone verloren wir Kopfballdominanz in der zentralen Abwehr, aber Spieleröffnung war bei ihm
Fehlanzeige und so manchen Bock hatte er auch immer wieder mal drauf.
RvD in seiner Form zum Ende der Saison ein echter Verlust-Führungsspieler.
Lucoqui spielte kaum eine Rolle.
Ich denke mit vdW, David und Hüsing ( leider bisher verletzt) haben wir die Lücken in der IV
geschlossen. David und vdW fehlt vielleicht die Wucht von RvD und Malone, was sie aber vielleicht
durch etwas mehr spielerische Qualität ausgleichen. Hüsing kommt erst noch!!
Rossipal klare Verstärkung zu Lucoqui!
Wenn alle fit sind sehe ich ein leichtes Plus zur Vorsaison.
def. Mittelfeld: Abgang: Fröde
Zugänge: Bachmann Vasiliadis
Ich würde Fröde gern zurück nehmen. Bachmann konnte ihn kaum ersetzen.
Vasiliadis bringt mehr spielerische Qualität mit.
David würde ich auch gern mal hier sehen.
Für mich insgesamt +/- Null, mit Tendenz zu Plus!
zentrales offensives Mittelfeld : Abgänge: Thill, Lee,
Zugang: Singh,
Thill und Lee spielten und Singh spielt jetzt keine Rolle.
Für mich verschenken wir mit Singh hier Potential, was er allerdings noch
beweisen muss, aber noch nicht durfte. Ingelsson ist da falsch besetzt!
offensive Außen: Abgänge: Schröter, Duljevic, Litka,
Zugänge: Kinsombi, Perea,
Für mich ein klares Plus!!
Angriff: Abgänge: Verhoek, Breier, Munsy,
Zugänge: Brumado, Güler, Perea
Ich sehe Brumado vor Verhoek, er kann Bälle auch fest machen, ist jedoch technisch
besser und schneller, außerdem kommt er oft meist Fouls aus.
Güler und erst recht Perea für mich Verstärkungen zu Breier und Munsy, die jeweils gar
keine Rolle spielten.
Insgesamt sehe ich also unsere Defensive im Vergleich zum Vorjahr leicht vorne, während für mich die Offensive deutlicher verbessert erscheint.
Meine Hoffnung, dass wir in diesem Jahr das auch auf dem Feld zu sehen bekommen liegt daran, dass As inzwischen auf die Viererkette setzt, dass Hüsing die Abwehr weiter stabilisiert und das Singh die Chancen bekommt, die Ingelsson schon die ganze Saison hatte. Außerdem wünsche ich mir Leute wie Perea von Anfang an und auf dieser Position keinen AV.
Alles nur meine persönlichen Eindrücke, ohne Anspruch auf die absolute Wahrheit.
Perea habe ich bewusst doppelt genannt, weil ich denke, dass er uns auf beiden Positionen verstärken kann.
Mit Ingelsson weiß ich nach wie vor nicht wohin!
Ich habe deshalb mal versucht, die Zugänge und Abgänge gegenüber zu stellen und meine persönliche Sicht darauf zu erklären. Die Nachwuchsspieler lasse ich mal raus.
Abwehr: Abgänge : Malone, Ananou, RvD, Luqoqui
Zugänge : Nkoa, Hüsing, Rossipal, vdW, David,
Ananou war für mich die klare Nummer Eins auf der RV-Position, ihn haben wir nicht ersetzt, aber er
war auch oft verletzt.
Mit Malone verloren wir Kopfballdominanz in der zentralen Abwehr, aber Spieleröffnung war bei ihm
Fehlanzeige und so manchen Bock hatte er auch immer wieder mal drauf.
RvD in seiner Form zum Ende der Saison ein echter Verlust-Führungsspieler.
Lucoqui spielte kaum eine Rolle.
Ich denke mit vdW, David und Hüsing ( leider bisher verletzt) haben wir die Lücken in der IV
geschlossen. David und vdW fehlt vielleicht die Wucht von RvD und Malone, was sie aber vielleicht
durch etwas mehr spielerische Qualität ausgleichen. Hüsing kommt erst noch!!
Rossipal klare Verstärkung zu Lucoqui!
Wenn alle fit sind sehe ich ein leichtes Plus zur Vorsaison.
def. Mittelfeld: Abgang: Fröde
Zugänge: Bachmann Vasiliadis
Ich würde Fröde gern zurück nehmen. Bachmann konnte ihn kaum ersetzen.
Vasiliadis bringt mehr spielerische Qualität mit.
David würde ich auch gern mal hier sehen.
Für mich insgesamt +/- Null, mit Tendenz zu Plus!
zentrales offensives Mittelfeld : Abgänge: Thill, Lee,
Zugang: Singh,
Thill und Lee spielten und Singh spielt jetzt keine Rolle.
Für mich verschenken wir mit Singh hier Potential, was er allerdings noch
beweisen muss, aber noch nicht durfte. Ingelsson ist da falsch besetzt!
offensive Außen: Abgänge: Schröter, Duljevic, Litka,
Zugänge: Kinsombi, Perea,
Für mich ein klares Plus!!
Angriff: Abgänge: Verhoek, Breier, Munsy,
Zugänge: Brumado, Güler, Perea
Ich sehe Brumado vor Verhoek, er kann Bälle auch fest machen, ist jedoch technisch
besser und schneller, außerdem kommt er oft meist Fouls aus.
Güler und erst recht Perea für mich Verstärkungen zu Breier und Munsy, die jeweils gar
keine Rolle spielten.
Insgesamt sehe ich also unsere Defensive im Vergleich zum Vorjahr leicht vorne, während für mich die Offensive deutlicher verbessert erscheint.
Meine Hoffnung, dass wir in diesem Jahr das auch auf dem Feld zu sehen bekommen liegt daran, dass As inzwischen auf die Viererkette setzt, dass Hüsing die Abwehr weiter stabilisiert und das Singh die Chancen bekommt, die Ingelsson schon die ganze Saison hatte. Außerdem wünsche ich mir Leute wie Perea von Anfang an und auf dieser Position keinen AV.
Alles nur meine persönlichen Eindrücke, ohne Anspruch auf die absolute Wahrheit.
Perea habe ich bewusst doppelt genannt, weil ich denke, dass er uns auf beiden Positionen verstärken kann.
Mit Ingelsson weiß ich nach wie vor nicht wohin!
15.11.2023 - 23:05 Uhr
Ich bin mir nicht sicher, ob das gegenüberstellen der Zu- und Abgänge die tatsächlichen Probleme offenlegt.
MMn ist das große Manko bei der Kaderplanung, dass wir mit Fröde und Malone unsere beiden Kopfballstärksten Spieler abgegeben haben. Das hätte ein Olli Hüsing sicher ein Stück weit kompensieren können und sollen, aber mit Verletzungsausfällen muss man leider immer rechnen.
In der Folge sind wir diese Saison einfach sehr Kopfballschwach unterwegs. Gerade bei Standards merkt man das deutlich. Ds Verteidigen von Ecken und indirekten Freistößen war letzte Saison noch einer unserer größten Stärken. Jetzt haben wir schon 7 Gegentore nach Standards.
Gerade in Kombination mit unserer eher destruktiven Spielweise sind Standards aber umso wichtiger.
Außerdem haben wir aus meiner Sicht keinen defensiven 6er mehr, das war auch klar Frödes Rolle in den letzten Jahren. Unsere zentralen Mittelfeldspieler sind alle eher spielende 6er oder sogar besser auf der 8er Position. So muss Dressel die Rolle spielen, dem sie gar nicht so sehr liegt. Insofern sehe ich uns da klar schlechter besetzt.
MMn ist das große Manko bei der Kaderplanung, dass wir mit Fröde und Malone unsere beiden Kopfballstärksten Spieler abgegeben haben. Das hätte ein Olli Hüsing sicher ein Stück weit kompensieren können und sollen, aber mit Verletzungsausfällen muss man leider immer rechnen.
In der Folge sind wir diese Saison einfach sehr Kopfballschwach unterwegs. Gerade bei Standards merkt man das deutlich. Ds Verteidigen von Ecken und indirekten Freistößen war letzte Saison noch einer unserer größten Stärken. Jetzt haben wir schon 7 Gegentore nach Standards.
Gerade in Kombination mit unserer eher destruktiven Spielweise sind Standards aber umso wichtiger.
Außerdem haben wir aus meiner Sicht keinen defensiven 6er mehr, das war auch klar Frödes Rolle in den letzten Jahren. Unsere zentralen Mittelfeldspieler sind alle eher spielende 6er oder sogar besser auf der 8er Position. So muss Dressel die Rolle spielen, dem sie gar nicht so sehr liegt. Insofern sehe ich uns da klar schlechter besetzt.
16.11.2023 - 09:25 Uhr
Zitat von failalot
Ich bin mir nicht sicher, ob das gegenüberstellen der Zu- und Abgänge die tatsächlichen Probleme offenlegt.
MMn ist das große Manko bei der Kaderplanung, dass wir mit Fröde und Malone unsere beiden Kopfballstärksten Spieler abgegeben haben. Das hätte ein Olli Hüsing sicher ein Stück weit kompensieren können und sollen, aber mit Verletzungsausfällen muss man leider immer rechnen.
In der Folge sind wir diese Saison einfach sehr Kopfballschwach unterwegs. Gerade bei Standards merkt man das deutlich. Ds Verteidigen von Ecken und indirekten Freistößen war letzte Saison noch einer unserer größten Stärken. Jetzt haben wir schon 7 Gegentore nach Standards.
Gerade in Kombination mit unserer eher destruktiven Spielweise sind Standards aber umso wichtiger.
Außerdem haben wir aus meiner Sicht keinen defensiven 6er mehr, das war auch klar Frödes Rolle in den letzten Jahren. Unsere zentralen Mittelfeldspieler sind alle eher spielende 6er oder sogar besser auf der 8er Position. So muss Dressel die Rolle spielen, dem sie gar nicht so sehr liegt. Insofern sehe ich uns da klar schlechter besetzt.
Ich bin mir nicht sicher, ob das gegenüberstellen der Zu- und Abgänge die tatsächlichen Probleme offenlegt.
MMn ist das große Manko bei der Kaderplanung, dass wir mit Fröde und Malone unsere beiden Kopfballstärksten Spieler abgegeben haben. Das hätte ein Olli Hüsing sicher ein Stück weit kompensieren können und sollen, aber mit Verletzungsausfällen muss man leider immer rechnen.
In der Folge sind wir diese Saison einfach sehr Kopfballschwach unterwegs. Gerade bei Standards merkt man das deutlich. Ds Verteidigen von Ecken und indirekten Freistößen war letzte Saison noch einer unserer größten Stärken. Jetzt haben wir schon 7 Gegentore nach Standards.
Gerade in Kombination mit unserer eher destruktiven Spielweise sind Standards aber umso wichtiger.
Außerdem haben wir aus meiner Sicht keinen defensiven 6er mehr, das war auch klar Frödes Rolle in den letzten Jahren. Unsere zentralen Mittelfeldspieler sind alle eher spielende 6er oder sogar besser auf der 8er Position. So muss Dressel die Rolle spielen, dem sie gar nicht so sehr liegt. Insofern sehe ich uns da klar schlechter besetzt.
Ich stimme Dir zu, die Gegenüberstellung der Kader legt nicht unsere derzeitigen Probleme offen, aber das war auch nicht mein Ziel, ich wollte nur meine Meinung darüber zum Ausdruck bringen, ob sich unser Kader im Vergleich zum Vorjahr wirklich verbessert hat und das finde ich schon.
Das heißt jedoch nicht zwangsläufig, dass wir nun auch besser dastehen müssen, denn auch die Gegner haben ja ihre Kader verändert.
Ich stimme Dir auch zu, dass wir ganz klar an Kopfballstärke verloren haben, Du schreibst warum, aber darin sehe ich nicht unser Hauptproblem, welches für mich darin besteht, dass wir die größeren Potenzen in unserer Offensive bisher nicht auf den Platz bekommen haben. Die Ursache dafür ist nach meiner Meinung nicht der Angriff selbst, sondern die zu defensive Grundeinstellung, vielleicht auch falsche Besetzung unseres Mittelfeldes. Solange die AV die offensiven Flügel besetzten oder noch besetzen, Ingelsson der Spielgestalter ohne eigene Torgefährlichkeit sein soll, während Pröger, Perea, Singh und lange Zeit auch Kinsombi und Vasiliadis auf der Bank saßen oder sitzen, erwarte ich nicht wirklich ein nachhaltiges Offensivspiel. Inzwischen sieht die Situation, zumindest was Kinsombi und Vasiliadis betrifft, ja etwas anders aus und ich hoffe, dass auch Pröger und Perea wieder zu einem Faktor in der Offensive werden, was uns vielleicht schon weiter helfen könnte.
Es mag ja an meinem etwas naiven Blick auf die Situation liegen, aber ich habe jedes Mal, wenn wir zum Beispiel nach Rückständen etwas mehr für die Offensive getan haben, das Empfinden, dass wir gleich deutlich besser im Spiel waren. Mit oft sieben defensiv orientierten Spielern ist das sicher sehr schwer umsetzbar.
Aber ja, natürlich haben wir trotz alledem auch schon eine ganze Reihe von guten Chancen vergeben, da kann man die Stürmer sicher nicht aus der Schuld der bisher wenigen Treffer heraus halten.
18.12.2023 - 21:11 Uhr
Zitat von phlipp11
Ich hoffe das Folgende passt hierher, ansonsten bitte gerne verschieben.
Kristian Walter sagte im Zuge der Vorstellung von Mersad Selimbegovic, dass dieser Pressing-Elemente spielen lässt.
Damit diese funktionieren muss man die Mannschaft im konditionellen Bereich entsprechend trainieren.
Schafft man das in der Wintervorbereitung? Oder können wir uns die ersten Spieltage der Rückrunde anhören, dass es noch dauert, bis das Pressing funktioniert? Ähnlich wie Alois Schwartz letzte Saison meinte, die Mannschaft wäre nicht fit?
Vielleicht kennt sich jemand von euch mit solchen Trainingsprozessen aus und kann etwas dazu sagen?
Ich hoffe das Folgende passt hierher, ansonsten bitte gerne verschieben.
Kristian Walter sagte im Zuge der Vorstellung von Mersad Selimbegovic, dass dieser Pressing-Elemente spielen lässt.
Damit diese funktionieren muss man die Mannschaft im konditionellen Bereich entsprechend trainieren.
Schafft man das in der Wintervorbereitung? Oder können wir uns die ersten Spieltage der Rückrunde anhören, dass es noch dauert, bis das Pressing funktioniert? Ähnlich wie Alois Schwartz letzte Saison meinte, die Mannschaft wäre nicht fit?
Vielleicht kennt sich jemand von euch mit solchen Trainingsprozessen aus und kann etwas dazu sagen?
Für Pressing-Elemente brauchst du nicht ausschließlich Kondition sondern auch den entsprechenden Kampfgeist, Willen, die Teamfähigkeit und letzten Endes auch einfach ganz viel Konzentration. Die Wintervorbereitung ist recht kurz, in ein bisschen mehr als einem Monat geht es ja schon wieder weiter, deshalb muss Selimbegovic sich erstmal die Frage stellen, wo genau er die Truppe kurzfristig verbessern will, denn für einen Totalumbruch ist eine solche Winterpause schlichtweg zu kurz. Da Schwartz schon ein Trainer war, der laut der öffentlichen Wahrnehmung sehr auf den konditionellen Bereich achtete, wird das kein allzu großes Problem sein. Die Jungs haben jetzt Urlaub, dann wird das Weihnachtsessen im Trainingslager wieder raustrainiert und dann sollte sich der Spaß auch schon wieder haben, darauf wird außerhalb des Trainingslagers nicht der Fokus liegen.
Bei den anderen Eigenschaften muss Mersad sich dann ein Bild machen. Einem Brumado, Pröger oder Ingelsson fehlt es aber meiner Meinung nach nicht an Willen oder Kampfgeist. Wenn man den Kader mal so durchgeht, dann wird man besonders in der ersten Reihe merken, dass das eigentlich schon wirklich stark auf ein Pressing-System ausgelegt ist. Ein Güler wird und muss bei einer Chance bspw. auch entsprechend alles reinhauen, ein Singh kennt die Spielweise bereits aus Regensburger-Zeiten.
Nun muss man eben aber auch sagen, dass besonders Pressing-Systeme Eingespieltheit erfordern und unter Schwartz haben wir nur in den seltensten Fällen offensiv gepresst. Um deine Frage damit zu beantworten: Ich bin mir unsicher, wie Selimbegovic das auf den PKs ausdrücken wird, aber das Pressing wird nicht am ersten Spieltag spitzenmäßig funktionieren. Die Kondition wird und darf dafür dann aber keine Ausrede sein, sondern eher die Eingespieltheit des Systems oder die Mentalität einzelner Spieler, wobei ich mir selbst bei der Geschichte unseres neuen Trainers nicht vorstellen kann, dass er nach den ersten Spielen bereits die Bereitschaft einzelner Spieler öffentlich in Frage stellen wird.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Testron am 18.12.2023 um 21:15 Uhr bearbeitet
18.12.2023 - 23:36 Uhr
Zitat von Draven_afdfch
Härtel hat dieses Problem mit rechtzeitigen Wechseln kompensiert. Dort wurde oftmals mindestens 2/3 der vordersten Reihe zwischen der 60. und 70. Minute ausgewechselt, um frische Beine und frische Köpfe auf dem Feld zu haben.
Es stimmt, das gutes Pressing durchaus anstrengend ist, aber man nimmt dadurch mMn aktiver am Spielgeschehen teil und ist dann (hoffentlich) aufmerksamer, als wenn man dauerhaft nur reagiert. Ich bin gespannt was uns erwartet. Mit der gewünschten Spielweise wird es sicherlich für den ein oder anderen eine Umstellung werden, aber ich glaube das tut dem Team gut.
Zitat von phlipp11
Ich würde auch sagen, dass wir die Mentalität für frühes Pressing in der Mannschaft haben. Und natürlich muss das gut abgestimmt sein. Sonst wird das schnell umspielt. Haben wir gegen Paderborn ja gesehen.
Es macht aber keinen Unterschied, ob ich die Kondition für aggressives Anlaufen oder passives Mitlaufen trainiere? Letzteres klingt negativer als es gemeint ist.
Und brauche ich nicht eine viel höhere Kondition, da ich doch viel mehr laufe, weil ich presse und dann die Wege zurück in die Verteidigung gehen muss? Nicht umsonst haben wir doch oft die geringere Laufleistung im Spiel.
Worauf ich hinaus will: Uns nützen doch die gewilltesten Spieler, die super miteinander harmonieren, nichts, wenn diese das Ganze nur 2/3 des Spiels durchziehen können.
P.S. Mir ist klar, dass man nicht 90 Minuten pressen kann. Aber die Zeit, die ich das kann sollte doch möglichst lang sein. Deshalb frage ich nach den konditionellen Grundlagen.
Ich würde auch sagen, dass wir die Mentalität für frühes Pressing in der Mannschaft haben. Und natürlich muss das gut abgestimmt sein. Sonst wird das schnell umspielt. Haben wir gegen Paderborn ja gesehen.
Es macht aber keinen Unterschied, ob ich die Kondition für aggressives Anlaufen oder passives Mitlaufen trainiere? Letzteres klingt negativer als es gemeint ist.
Und brauche ich nicht eine viel höhere Kondition, da ich doch viel mehr laufe, weil ich presse und dann die Wege zurück in die Verteidigung gehen muss? Nicht umsonst haben wir doch oft die geringere Laufleistung im Spiel.
Worauf ich hinaus will: Uns nützen doch die gewilltesten Spieler, die super miteinander harmonieren, nichts, wenn diese das Ganze nur 2/3 des Spiels durchziehen können.
P.S. Mir ist klar, dass man nicht 90 Minuten pressen kann. Aber die Zeit, die ich das kann sollte doch möglichst lang sein. Deshalb frage ich nach den konditionellen Grundlagen.
Härtel hat dieses Problem mit rechtzeitigen Wechseln kompensiert. Dort wurde oftmals mindestens 2/3 der vordersten Reihe zwischen der 60. und 70. Minute ausgewechselt, um frische Beine und frische Köpfe auf dem Feld zu haben.
Es stimmt, das gutes Pressing durchaus anstrengend ist, aber man nimmt dadurch mMn aktiver am Spielgeschehen teil und ist dann (hoffentlich) aufmerksamer, als wenn man dauerhaft nur reagiert. Ich bin gespannt was uns erwartet. Mit der gewünschten Spielweise wird es sicherlich für den ein oder anderen eine Umstellung werden, aber ich glaube das tut dem Team gut.
Härtel wurde oft für empfundene zu späte Wechsel kritisiert. Wird hier oft vergessen. Auch er scheute den "harten Cut", wenn es mal nicht so gut lief. Aber da auch Glöckner und Schwartz, sowie so ziemlich alle anderen Zweitliga-Trainer höchst selten zur 46. Minute dreifach auswechseln, darf der gemeine Fan (ich zähle mich auch dazu) sich auch mal davon verabschieden.
Pressing alleine gilt schon lange als völlig überholt, zurecht. Kann man phasenweise als zerstörendes Element bringen, kostet aber mehr Ressourcen, als es Ertrag bringt. Gegenpressing und 2. Bälle sind auch nur situativ und Chaos/Zufallorientiert erfolgreich. On the long run, ohne gut harmonierende, eingespielte Offensivkräfte (also wie bei Hansa), hat sich durch alle Generationen und Moden eines am besten bewährt, vor Allem für kleine Lichter: defensive Stabilität und konsequentes Chancenverwerten. Sah nie gut aus, war immer effektiv.
Das ist für mich die Marschroute. Hinten dicht, vorne unkompliziert. Als kleines Licht, vom Abstieg bedroht, darf man da keine größeren Erwartungen hegen, der Kader gibt das auch her.
Schwartz hat es nie geschafft, den Laden hinten dicht zu bekommen. Selimbegovic muss genau da ansetzen.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Leif_Erikson am 18.12.2023 um 23:58 Uhr bearbeitet
19.12.2023 - 08:34 Uhr
Zitat von Leif_Erikson
Härtel wurde oft für empfundene zu späte Wechsel kritisiert. Wird hier oft vergessen. Auch er scheute den "harten Cut", wenn es mal nicht so gut lief. Aber da auch Glöckner und Schwartz, sowie so ziemlich alle anderen Zweitliga-Trainer höchst selten zur 46. Minute dreifach auswechseln, darf der gemeine Fan (ich zähle mich auch dazu) sich auch mal davon verabschieden.
Pressing alleine gilt schon lange als völlig überholt, zurecht. Kann man phasenweise als zerstörendes Element bringen, kostet aber mehr Ressourcen, als es Ertrag bringt. Gegenpressing und 2. Bälle sind auch nur situativ und Chaos/Zufallorientiert erfolgreich. On the long run, ohne gut harmonierende, eingespielte Offensivkräfte (also wie bei Hansa), hat sich durch alle Generationen und Moden eines am besten bewährt, vor Allem für kleine Lichter: defensive Stabilität und konsequentes Chancenverwerten. Sah nie gut aus, war immer effektiv.
Das ist für mich die Marschroute. Hinten dicht, vorne unkompliziert. Als kleines Licht, vom Abstieg bedroht, darf man da keine größeren Erwartungen hegen, der Kader gibt das auch her.
Schwartz hat es nie geschafft, den Laden hinten dicht zu bekommen. Selimbegovic muss genau da ansetzen.
Härtel wurde oft für empfundene zu späte Wechsel kritisiert. Wird hier oft vergessen. Auch er scheute den "harten Cut", wenn es mal nicht so gut lief. Aber da auch Glöckner und Schwartz, sowie so ziemlich alle anderen Zweitliga-Trainer höchst selten zur 46. Minute dreifach auswechseln, darf der gemeine Fan (ich zähle mich auch dazu) sich auch mal davon verabschieden.
Pressing alleine gilt schon lange als völlig überholt, zurecht. Kann man phasenweise als zerstörendes Element bringen, kostet aber mehr Ressourcen, als es Ertrag bringt. Gegenpressing und 2. Bälle sind auch nur situativ und Chaos/Zufallorientiert erfolgreich. On the long run, ohne gut harmonierende, eingespielte Offensivkräfte (also wie bei Hansa), hat sich durch alle Generationen und Moden eines am besten bewährt, vor Allem für kleine Lichter: defensive Stabilität und konsequentes Chancenverwerten. Sah nie gut aus, war immer effektiv.
Das ist für mich die Marschroute. Hinten dicht, vorne unkompliziert. Als kleines Licht, vom Abstieg bedroht, darf man da keine größeren Erwartungen hegen, der Kader gibt das auch her.
Schwartz hat es nie geschafft, den Laden hinten dicht zu bekommen. Selimbegovic muss genau da ansetzen.
Beim ersten Absatz stimme ich dir voll und ganz zu. Die Profivereine arbeiten mit Livedaten von den Spielern und haben damit wohl einen besseren Einblick auf die Leistungsgrenzen bzw. den Ermüdungsprozessen. Ich frage mich aber manchmal ob unter diesem Aspekt der reine "Impuls"-Ansatz von Wechseln vielleicht etwas auf der Strecke bleibt, weshalb bei uns vom Sofa oder der Sitzschale eben der Eindruck von "zu späten" Wechseln entsteht. Auf der anderen Seite weiß ich auch nicht, wie sehr ein jeweiliger Coach diese "modernen" Einsichten in seinen Entscheidungen dann berücksichtigt. Kann mir aber kaum vorstellen, dass man ohne auf solche Dinge zurückzugreifen, im Profibereich noch eine Einstellung bekommt.
Bei der Pressing-Einordnung kann ich dir leider nicht so folgen; ja hohes und aggressives Pressing ist als alleiniges Mittel mittlerweile entschlüsselt. Nur mit Stress auf den Ballführenden und einer außerordentlichen Lauf- und Zweikampfleistung, gewinnt man nicht automatisch ein Spiel.
Es ist aber eben als taktisches Mittel immer noch ein wesentlicher Bestandteil des Spiels und eben doch viel mehr als reines Chaos stiften, mit dem offensiven "Prinzip-Hoffnung".
Leider hat Schwartz es in seinen Monaten hier nie geschafft, dieses Mittel auch nur Ansatzweise in seine Taktik und Spielführung zu implementieren. Und das lag nicht einzig und allein an einer qualitativ schlechten Offensive. Pressing spielst du mit der gesamten Mannschaft und hast dabei Reihen. Wird die erste Reihe überspielt, setzt dieses taktische Mittel eben darauf, dass du dann schnell mit einem weiteren Spieler bei der Anspielstation bist, damit diese selbst bei einem ankommenden Ball, diesen nicht oder nur fehlerhaft verarbeiten kann.
Unser Problem war es in der gesamten Hinrunde, dass selbst wenn wir es bei den sehr seltenen Versuchen, dies taktische Mittel einzubinden, unsere Offensivkräfte wie die größten Trottel haben aussehen lassen. Die Mannschaft hat eben nicht im gesamten agiert. Die Verteidigung muss in solch einer Situation aufrücken, man spricht davon das "Spielfeld klein zu machen" und somit die Abstände zwischen Angriff und Verteidigung möglichst eng zu machen. Wir sind aber regelmäßig in der ersten Reihe überspielt worden, dann mit dem Mittelfeld oder den Außenverteidigern "drauf gestürzt", was einfach nur ein zu spätes Anlaufen war, weil wir zu viel Spielfeld übrig gelassen haben und in der Grundausrichtung eben situativ zu tief standen. Teilweise hatte man den Eindruck, dass egal ob Vierer oder Fünferkette; am eigenen 16er war für die Innenverteidiger der Anker geworfen und keiner aus diesem Verbund durfte weiter nach vorn rücken. Dabei ist es im übrigen sogar egal gewesen ob wir ein hohes Pressing, also weit hinter der Mittellinie, bis hin zum gegnerischen Strafraum oder aber ein tiefes Anlaufen, erst ab der Mittellinie mit einer tiefstehenden Grundausrichtung, spielten. Bei letzterem was man ja eigentlich als das Schwartz`sche Steckenpferd ansieht, sah das sogar extrem echt schlecht aus. Schaut euch da Beispielsweise die Entstehung des Gegentreffers gegen Wiesbaden an; wir verteidigen mit einer 5er Kette am eigenen Strafraum, unsere Angreifer gehen nicht mal drauf und versuchen nur den Raum hinter sich eng zu machen. Wenn dann aber beide zentralen Mittelfeldspieler viel zu weit von ihren Gegenspielern stattdessen den "Luftleeren-Raum", wie in dieser Situation Bachmann "verteidigen", dann bekommst du auf kurz oder lang Gegentore. Und das zieht sich wie ein roter Faden durch unsere gesamte Hinrunde, wo ich dir dann wieder Recht gebe; Selimbegovics Hauptaufgabe wird es, da erstmal an einer defensiven Stabilität zu arbeiten. Diese kann und wird aber hoffentlich auch mehr Pressing-Elemente enthalten, weil es dich variabler macht, den Gegner vor unterschiedliche Aufgaben stellt, mehr Chancen kreieren kann und es doch auch kein Risiko darstellt; wann man eben selbst mit einer 5-6 Mann Mauer, die von 90 Minuten dann mindestens 75 Minuten am eigenen 16er klebte, in den letzten 4 Spielen mindestens 2 Gegentore pro Spiel kassierte.
Was muss sich also strukturell im Kader ändern?
Torhüter - Kolke ist einfach über jedem Zweifel erhaben. Kein Mensch ist fehlerfrei, aber die Krake ist auf der Linie teilweise extrem gut und sein Standing als Leader wohl nicht zu leugnen. Körber hinter ihm bekommt nun ein Spiel und damit jetzt auch nicht wirklich die nachhaltige Chance sich zu beweisen. Denke das Kapitel wird sich im Sommer schließen.
Innenverteidigung - Zunächst mal muss dort, auch wenn ich ihn sehr mag, Roßbach seinen Hut nehmen. Stellungsspiel, Zweikampfverhalten und auch seine grundlegenden Skills wie das Kopfballspiel und seine Schnelligkeit, konnten nicht mehr durch Einsatz und Leidenschaft aufgefangen werden. Oft war er der fehlerbehaftete Schlusspunkt, unserer schlechten Ordnung in der Defensive. Muss man deshalb in der Innenverteidigung nachbessern? Ich glaube nicht. Es wäre schon mal von Vorteil, wenn sich ein Verbund mal über 3-4 Spiele in einer Formation, bestenfalls als Duo in einer Viererkette einspielen könnte. Ich könnte mir einen Neuzugang auf der Position nur vorstellen, wenn sich dort eine eindeutige Verbesserung ergibt und gleichzeitig ein Abgang damit für den finanziellen Spielraum einhergeht. Das vorhandene Budget wird einfach an zu vielen anderen Stellen gebraucht.
Linksverteidiger - egal ob "Schienenspieler" in der 5er oder Außenverteidiger in der 4er Kette. Wir haben auf dieser Position in der Hinrunde eigentlich nur eine taugliche Option gehabt, die hieß Rossipal und musste zu Beginn sogar Positionsfremd aushelfen. Einen richtigen Konkurrenzkampf gab es dort leider nicht. Bei Ruschke will ich jetzt nicht zu viel vom Paderborn-Spiel abhängig machen, aber zumindest Schumacher hat mehrfach bewiesen, dass er dort nicht hingehört. Scherff kann ich nicht einschätzen, aber bei dem Pech muss man sich, selbst wenn er den neuen Coach von sich überzeugt, doch die Frage stellen; wie lang bleibt der Junge fit? Eigentlich ein zu hohes Risiko und daher zwingender Handlungsbedarf um zumindest den Konkurrenzkampf unabhängig von der Personalie Scherff anzukurbeln.
Rechtsverteidiger - weder Neidhart, noch Strauß konnten in dieser Hinrunde vollends überzeugen. War Strauß im Sommer eigentlich schon halb aussortiert in unseren Köpfen, konnte er sich dann doch irgendwie eine Rolle erarbeiten. Fraglich aber ob das einzig an seinen Leistungen oder am tief von Neidhart liegt, der mich in der Hinrunde gar nicht überzeugen konnte. Nico ist ähnlich wie Roßbach ein Fighter und hat sicher immer die richtige Einstellung, aber sticht dann doch immer wieder negativ heraus. Ich könnte mit Strauß und auch Neidhart wohl als Backup sehr gut leben. Aber ich denke, dass ist die Position wo wir unbedingt und mit Nachdruck eine Verbesserung brauchen.
Zentrales Mittelfeld - Bachmann hat nach dem er lange Zeit von Schwartz den Rücken gestärkt bekommen hat, wirklich verdient seinen Platz in der Zentrale verloren. Eventuell stellt er eine Position weiter vorn eine Option dar, auf dieser Position ist er für mich aber ein zu großer Schwachpunkt. Stellungsspiel und Zweikampfverhalten sind dort gerade Punkte die immer wieder negativ auffallen. Dressel wirkt zuweilen solide, hat aber auf mich auch den Rossipal-Effekt. Konkurrenz- und Alternativlos könnte da auch mehr Leistung raus gekitzelt werden, da er eben nach Bachmann der einzige Spieler auf der Position ist, der die nötige Größe und Physis mitbringt. Rhein war ewig abgeschrieben, hat dann zuletzt plötzlich seine kleine Auferstehung gefeiert, ohne dabei aber in irgendeiner Form zum Unterschiedsfaktor zu werden. Mehr Ballsicherheit und Präzision in den Bällen nach vorn bringt auch er nicht mit. Ihm geht es da wie Vasiliadis, der als Terrier nun doch irgendwie seine Rolle im Team gefunden hat, aber auch nicht wirklich zur Sicherheit beiträgt. Allgemein wirkt unser Zentrum auf mich immer wie ein Fremdkörper liegt aber auch daran, dass wir kaum über das Zentrum geordnet spielen und nur lang heraus spielen. Sie nehmen teilweise wenig am Spiel teil. Defensiv sind sie dann damit beschäftigt die riesigen Lücken zuzulaufen. Eine Veränderung in der taktischen Grundausrichtung und Spielform könnte hier schon zu einem anderen Bild führen. Aber allein wenn man Bachmann nicht raus rechnen würde, bleibt die Besetzung dünn im Zentrum, weshalb hier unbedingt jemand geholt werden sollte. Mit Besuschkow wurde ein ehemaliger Selimbegovic Schützling, von einem Hannoveraner vorgeschlagen. Denke das könnte gut passen und vor allem Dressel nochmal etwas Konkurrenz geben.
Offensives Mittelfeld - Allgemein tue ich mich bei der taktischen Grundausrichtung der Hinrunde schwer unsere Offensive nachhaltig zu bewerten. Die Jungs haben quasi nur in Unterzahlsituationen agiert und wurden fast ausschließlich mit langen und hohen Bällen eingesetzt. Wenn du es damit dann nicht einmal schaffst die letzte Reihe der Gegner zu überspielen, dass du eben doch Überzahlmomente schaffen kannst, dann bleibst du eben auch absolut ausrechen bar und leicht zu verteidigen. Es ist die Frage, was will der neue Coach und wie sieht unsere Grundformation aus? Mehr Ballbesitzanteile und vielleicht eine Doppelspitze? Dann kann Singh wohl die Alternative zu Ingelsson sein. Oder weiter im 4-2-3-1, wo der OM beim Umschalten die Laufwege in die Tiefe sucht? Gerade dort kann Svante seine Stärken ausspielen, wie zum Beispiel beim 1:0 gegen den KSC. Er muss nur viel häufiger in diese Situationen gebracht werden. Wenn man Bachmann noch als Alternative dazu zählt, sehe ich uns hier eigentlich variabel genug aufgestellt.
Linksaußen - Kinsombi wurde früh von seiner Verletzung ausgebremst, zeigt aber interessante Ansätze weil er sich selber Situationen im Dribbling kreieren kann. Schumacher war lange Zeit links gesetzt. Mit dem Weggang von der "Schiene" zum Linksaußen nahm aber auch seine Spielzeit ab. Schumi kommt rein über seine Physis und in technischen Aspekten wirkte das teilweise unterirdisch. Auch wenn mich das öfter zur Weißglut bringt, dann denke ich, dass in Schumacher einfach immer noch so ein Spätstarter schlummert, der nie die feine Kante braucht um erfolgreich zu werden. Ein Großkreutz in Lightversion. Gegebenenfalls kann auch Ingelsson auf diese Position ausweichen. Ich sehe uns hier ausreichend besetzt.
Rechtsaußen - Pröger steckt in einem Leistungstief? Ja, aber auch dort muss man relativieren. Er wirkt in seinen Aktionen unglücklich und hat seinen Impact auf unser Spiel völlig verloren. Hier muss man die Gesamtsituation der Mannschaft sehen. Pröger wird immer wieder in Spielsituationen gebracht, wo er schon vorher quasi verloren hat. Immer wieder hohe Anspiele bei enger Manndeckung. Allgemein hat er durch die extrem defensive Grundausrichtung viel zu viel Feld vor sich um effektiv wirken zu können. Wenn er den Ball dann mal bekommt, dann viel zu häufig auf höhe der Mittellinie und mit begrenzten Anspielstationen. Das ist einfach nicht sein Spiel. Gerade Pröger ist für ein höheres Pressing gemacht, aus denen er Situationen mit wenig Feldüberbrückung und in Überzahl generieren kann. Bei Fröling sieht es da leider ähnlich aus. Dribbling-Situationen in der gegnerischen Hälfte mit dem Strafraum oder bestenfalls der Grundlinie in Sicht, da gehen sie drin auf, nicht beim Spiel auf Höhe der Mittellinie oder gar in der eigenen Hälfte, wo sie schnell gedoppelt werden und kaum Anspielstationen finden. Mit einem aktiveren eigenen Spiel, könnten wir hier viel mehr Potenzial ausschöpfen.
Stürmer - Brumado hat sich nach kurzer Anlaufzeit als alleinige Spitze etabliert. Ich denke mit seinen Fähigkeiten am Ball bringt er auch für eine Doppelspitze alles mit. Ich würde hier gerne viel häufiger beide Südamerikaner nebeneinander sehen. Hat Perea aufgrund seiner Abschlussschwäche seinen Platz verloren? Ja. Aber er kommt eben in Abschlusssituationen, andere Spieler nicht. Da geht es dann frei nach dem Motto, nur wer schießt, kann auch Tore erzielen. Nur wer Torchancen hat, kann auch treffen. Güler wird ja häufig gefordert, aber gerade seine Arbeit gegen den Ball und in der Defensive sehe ich kritisch. Er bleibt für mich der reine Joker bei Rückstand in der Schlussphase. Durch die lange Sperre von Brumado stellt sich dann die Frage; quo vadis Hinterseer? Er scheint sich mit seiner Rolle, keine Rolle zu spielen, gut zu arrangieren. Aber will er seine Karriere weiter führen oder nur noch den angeblich gut dotierten Vertrag aussitzen, um im Sommer die Töppen mit 33 an den Nagel zu hängen? Ich hoffe, dass man sich im Winter einigt und damit dann vllt. doch Spielraum für eine Verstärkung sorgen kann, spätestens im Sommer wird dieses Kapitel dann so oder so enden.
Viele Worte, welches Fazit ziehe ich daraus? Eigentlich hielt ich den Kader, im Vergleich zu den Vorjahren für gut ausbalanciert. Wenn ich die Positionsgruppen jedoch nach der halben Spielzeit einzeln durch gehe, dann könnte ich zu einem anderen Bild kommen. Ich halte die Situation aber nicht für aussichtslos. Mit einer anderen taktischen Ausrichtung unter einem neuen Trainer und Impulsen in Form von Transfers im zentralen Mittelfeld und auf den Außenverteidigerpositionen, ist der Turnaround mit diesem Team zu schaffen. Im Angriff und der Innenverteidigung sehe ich nur Handlungsbedarf bei vorherigen Abgängen und wenn man wirklich von jemanden überzeugt ist, dass er uns dort auf ein anderes Level hebt. Diese Spieler wird es auf dem Wintermarkt aber wohl nicht geben.
Einen RV, LV und ZM also bitte mit Schleife und verpackt unter dem Weihnachtsbaum lieber Fußballgott. Entschuldigt bitte den Roman von meinem Krankenbett, aber ich hatte gerade nichts besseres zu tun.


Dieser Beitrag wurde zuletzt von spartenaut am 19.12.2023 um 08:51 Uhr bearbeitet
19.12.2023 - 08:35 Uhr
Bisher war ich fest davon überzeugt, dass unser Kader doch gut genug ist, die Klasse zu halten. Nach dem Spiel am Freitag könnte man tatsächlich auf die Idee kommen, dass es wohl doch nicht so gut aussieht, wie ich mir das immer noch einrede.
Aber ein Blick auf die Aufstellung sagt mir, dass besonders defensiv eigentlich eine komplette Notelf auf dem Platz steht. Kein AV war einsatzbereit, Ruschke für mich ganz eindeutig zu schwach für Liga 2 und auf die Idee mit Vasiliadis als RV muss man erstmal kommen. Beide fitten IV die technisch schwächsten und langsamsten im Kader, dazu beide kaum in der Lage ein Spiel von hinten aufzubauen. Dazu Dressel, der sich für mich nahtlos in die Truppe einreiht. Drehung nach rechts und Rückpass auf einen der beiden IV, so sehe ich ihn bis auf wenige Ausreißer nach oben.
Wie sollte unter diesen Voraussetzungen eigentlich ein vernünftiges Spiel von hinten heraus entwickelt werden? Rhein allein überfordert. Die offensive hing für mich damit zwangsläufig in der Luft, auch deshalb, weil mit Brumado der Stürmer fehlte, der auch Bälle festmachen kann, um den anderen Zeit zum Nachrücken zu ermöglichen. Für Ingelsson finde ich nach wie vor nicht die für ihn ideale Position, der Lenker oder torgefährliche Mittelfeldspieler ist er jedenfalls nicht.
Alles in allem also keine guten Voraussetzungen für das vergangene Spiel.
Trotzdem denke ich, dass wir, wenn alle wieder fit und einsatzbereit sind, wettbewerbsfähig sind, erst recht, wenn es gelingen würde, zumindest hinten rechts und auf der Sechs Verstärkungen an Land zu ziehen!
mein Vorschlag:
Kolke
Neuverpflichtung vdW David Rossipal
Neuverpflichtung Rhein
Pröger Singh Perea
Brumado
Bin gespannt, wie Ihr das einschätzt und wie vor allem der neue Trainer das so sieht?
Aber ein Blick auf die Aufstellung sagt mir, dass besonders defensiv eigentlich eine komplette Notelf auf dem Platz steht. Kein AV war einsatzbereit, Ruschke für mich ganz eindeutig zu schwach für Liga 2 und auf die Idee mit Vasiliadis als RV muss man erstmal kommen. Beide fitten IV die technisch schwächsten und langsamsten im Kader, dazu beide kaum in der Lage ein Spiel von hinten aufzubauen. Dazu Dressel, der sich für mich nahtlos in die Truppe einreiht. Drehung nach rechts und Rückpass auf einen der beiden IV, so sehe ich ihn bis auf wenige Ausreißer nach oben.
Wie sollte unter diesen Voraussetzungen eigentlich ein vernünftiges Spiel von hinten heraus entwickelt werden? Rhein allein überfordert. Die offensive hing für mich damit zwangsläufig in der Luft, auch deshalb, weil mit Brumado der Stürmer fehlte, der auch Bälle festmachen kann, um den anderen Zeit zum Nachrücken zu ermöglichen. Für Ingelsson finde ich nach wie vor nicht die für ihn ideale Position, der Lenker oder torgefährliche Mittelfeldspieler ist er jedenfalls nicht.
Alles in allem also keine guten Voraussetzungen für das vergangene Spiel.
Trotzdem denke ich, dass wir, wenn alle wieder fit und einsatzbereit sind, wettbewerbsfähig sind, erst recht, wenn es gelingen würde, zumindest hinten rechts und auf der Sechs Verstärkungen an Land zu ziehen!
mein Vorschlag:
Kolke
Neuverpflichtung vdW David Rossipal
Neuverpflichtung Rhein
Pröger Singh Perea
Brumado
Bin gespannt, wie Ihr das einschätzt und wie vor allem der neue Trainer das so sieht?
Dieser Beitrag wurde zuletzt von spence am 19.12.2023 um 08:43 Uhr bearbeitet
19.12.2023 - 10:27 Uhr
Zitat von spartenaut
Beim ersten Absatz stimme ich dir voll und ganz zu. Die Profivereine arbeiten mit Livedaten von den Spielern und haben damit wohl einen besseren Einblick auf die Leistungsgrenzen bzw. den Ermüdungsprozessen. Ich frage mich aber manchmal ob unter diesem Aspekt der reine "Impuls"-Ansatz von Wechseln vielleicht etwas auf der Strecke bleibt, weshalb bei uns vom Sofa oder der Sitzschale eben der Eindruck von "zu späten" Wechseln entsteht. Auf der anderen Seite weiß ich auch nicht, wie sehr ein jeweiliger Coach diese "modernen" Einsichten in seinen Entscheidungen dann berücksichtigt. Kann mir aber kaum vorstellen, dass man ohne auf solche Dinge zurückzugreifen, im Profibereich noch eine Einstellung bekommt.
Zitat von Leif_Erikson
Härtel wurde oft für empfundene zu späte Wechsel kritisiert. Wird hier oft vergessen. Auch er scheute den "harten Cut", wenn es mal nicht so gut lief. Aber da auch Glöckner und Schwartz, sowie so ziemlich alle anderen Zweitliga-Trainer höchst selten zur 46. Minute dreifach auswechseln, darf der gemeine Fan (ich zähle mich auch dazu) sich auch mal davon verabschieden.
(...)
Härtel wurde oft für empfundene zu späte Wechsel kritisiert. Wird hier oft vergessen. Auch er scheute den "harten Cut", wenn es mal nicht so gut lief. Aber da auch Glöckner und Schwartz, sowie so ziemlich alle anderen Zweitliga-Trainer höchst selten zur 46. Minute dreifach auswechseln, darf der gemeine Fan (ich zähle mich auch dazu) sich auch mal davon verabschieden.
(...)
Beim ersten Absatz stimme ich dir voll und ganz zu. Die Profivereine arbeiten mit Livedaten von den Spielern und haben damit wohl einen besseren Einblick auf die Leistungsgrenzen bzw. den Ermüdungsprozessen. Ich frage mich aber manchmal ob unter diesem Aspekt der reine "Impuls"-Ansatz von Wechseln vielleicht etwas auf der Strecke bleibt, weshalb bei uns vom Sofa oder der Sitzschale eben der Eindruck von "zu späten" Wechseln entsteht. Auf der anderen Seite weiß ich auch nicht, wie sehr ein jeweiliger Coach diese "modernen" Einsichten in seinen Entscheidungen dann berücksichtigt. Kann mir aber kaum vorstellen, dass man ohne auf solche Dinge zurückzugreifen, im Profibereich noch eine Einstellung bekommt.
Thema: Ingame-Coaching
Für mich ist die Aussage zum Coaching zu generalistisch. Ich gebe dir Recht bzw. vermute auch, dass die Trainer, wovon wir eine Vielzahl hatten in der Hinrunde, inzwischen relativ umfänglich auch während des Spiels mit Livedaten bzgl. der Ermüdungsprozesse versorgt sind. Was man dann allerdings damit anfängt, ist ja auch eine Interpretationssache des Trainers. Letzterer muss ja dann auch immer die Frage beantworten, ob er die Ermüdung als "Gefahr" für die eigene Spielanlage einordnet oder die Spieler trotz fortschreitender Ermüdung weiterhin wichtig für die offensive und defensive Struktur sind. Hier habe ich erhebliche Zweifel, dass Alois und Co. da zuletzt immer die richtigen Interpreationen gefunden haben, weil die Handlung im Sinne eines Totschlagarguments immer darauf ausgerichtet war, eher weniger als mehr zu wechseln. Hier wurden dann immer (implizit und explizit) argumentiert, dass die Mannschaft ja in Phasen vorher funktioniert hat und man nie wissen konnte, wie das Team auf einen neuen Mitspieler reagiert. Alleine die Ergebnisse in den letzten Spielen veranschaulichen, dass das als Argument zuletzt eher weniger funktioniert hat. In dieser Hinsicht war ein letztes Beispiel für viel zu inaktives Coaching das Spiel gegen Schalke. @Probetraining beschrieb das meines Erachtens nach dem Spiel am 10.12. ganz gut (Posting #1348 im Schwartz-Thread):
Zitat von Probetraining
Was bitte ist in der Halbzeit vorbereitet worden?
Szenarien für eine der Unterzahl geschuldete Dominanz von S04? Ggf. taktische Umstellung?
Antwort: Schumacher, 62. Minute.
Szenarien für eine der Unterzahl geschuldete schnellere Ermüdung? Ggf. Ermöglichung von offensiver Entlastung bzw. wenigstens einem defensiven Nachsetzen?
Antwort: Schumacher, 62. Minute.
Szenarien um schnelle Wechsel zu ermöglichen, bei einem einzukalkulierenden Rückstand? Ggf. ein Trikot schonmal unterziehen lassen, damit die Bekleidungsposse nicht 5 Minuten dauert wenn man sich schon zum Wechsel durchgerungen hat?
Antwort: 0:1 Minute 72. Minute, Doppelwechsel 82. Minute.
Szenarien für eine Ausnutzung des Kontingents? Ggf. um eine platte Truppe am Leben zu halten?
Antwort: 4. Wechsel in der Nachspielzeit. Eine Möglichkeit nicht genutzt um am Ende noch irgendwas zu erzwingen.
Was bitte ist in der Halbzeit vorbereitet worden?
Szenarien für eine der Unterzahl geschuldete Dominanz von S04? Ggf. taktische Umstellung?
Antwort: Schumacher, 62. Minute.
Szenarien für eine der Unterzahl geschuldete schnellere Ermüdung? Ggf. Ermöglichung von offensiver Entlastung bzw. wenigstens einem defensiven Nachsetzen?
Antwort: Schumacher, 62. Minute.
Szenarien um schnelle Wechsel zu ermöglichen, bei einem einzukalkulierenden Rückstand? Ggf. ein Trikot schonmal unterziehen lassen, damit die Bekleidungsposse nicht 5 Minuten dauert wenn man sich schon zum Wechsel durchgerungen hat?
Antwort: 0:1 Minute 72. Minute, Doppelwechsel 82. Minute.
Szenarien für eine Ausnutzung des Kontingents? Ggf. um eine platte Truppe am Leben zu halten?
Antwort: 4. Wechsel in der Nachspielzeit. Eine Möglichkeit nicht genutzt um am Ende noch irgendwas zu erzwingen.
Wir stehen ca. 2/3 des Spiels mit einem Mann weniger auf dem Feld und nutzen dann nur 4 von 5 Wechseloptionen? Klar waren die Möglichkeiten durch die fehlenden Back-Ups für die Defensive begrenzt; trotzdem bin ich mir recht sicher, dass doch die Mehrzahl der Trainer in der 2. Bundesliga den eben nicht auswechselbaren Spielern mehr und v.a. die größtmögliche Hilfe von Außen verschafft hätten, in dem eben früher gewechselt und eben auch das ganze Kontingent genutzt worden wäre.
Zudem dauerte es geschlagene 10 Minuten, bis Alois und Co. eine erste Antwort auf das 0:1 der Schalker hatten. Das dieses in der Konstellation mit 10 Mann früher oder später fallen kann, geschenkt; dass man dann allerdings 7-8 Minuten erregter Diskussion auf der Auswechselbank und 10 Minuten insgesamt benötigt, bis Personal zum einwechseln bereitsteht, um vielleicht doch noch irgendwie ein eigenes Tor zu erzielen ist oder war schwer verdaulich. V.a. da man sich in der Pause und die halbe Stunde vor dem Gegentor auch von außen auf eben jenes Szenario vorbereiten hätte können, dass dann eingetreten ist.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von satosFCH am 19.12.2023 um 10:35 Uhr bearbeitet
19.12.2023 - 10:54 Uhr
Zitat von Arthrose
Ich kann mich erinnern, dass wir im Sommer über diese Baustellen gesprochen haben. Ich habe mich nur gewundert, dass dann zwar ein Singh kam, ein Kinsombi, ein Bachmann, aber kein Fröde Ersatz, kein LV (Rossipal allein auf weiter Flur), kein Neidhart Upgrade. Aber ich bin auch kein Experte.
Ich kann mich erinnern, dass wir im Sommer über diese Baustellen gesprochen haben. Ich habe mich nur gewundert, dass dann zwar ein Singh kam, ein Kinsombi, ein Bachmann, aber kein Fröde Ersatz, kein LV (Rossipal allein auf weiter Flur), kein Neidhart Upgrade. Aber ich bin auch kein Experte.
Dafür gibt es doch viele Erklärungen, ich finde gerade die, dass es schlicht falsch beurteilt und damit verschlafen wurde, ist eben nicht zwangsläufig immer die Naheliegendste.
Der Spielertyp Fröde ist nicht mehr im Kader existent, rein von der Positionsgruppe wurde er aber 1:1 mit Bachmann ersetzt. Erfüllt Bachmann die Erwartungen und das Profil? Nein, absolut nicht. Aber gerade seine Verbindung zu Schwartz und auch dessen langes festhalten an diesem Spieler lässt schon den Schluss zu, dass dieser ein Wunschspieler des Trainers war und auch in den taktischen Überlegungen die Position von Fröde als Abräumer vor der Verteidigung so nicht mehr vorgesehen war.
Rossipal war eine klare Adressierung der Probleme auf der Linksverteidigerposition. In der Vorsaison durfte aufgrund der Verletzung von Scherff und dem floppen von Lucoqui, dort doch gefühlt jeder im Kader mal spielen. Die Frage ist dann halt auch immer; was gibt der Markt her? Scherff fiel zwar früh in der Vorbereitung erneut aus, aber es kristallisierte sich eben auch früh in der Vorbereitung, dass es die 5er Kette mit Schienenspieler wird. Die gibt es halt auch nicht wie Sand am Meer und erklärt dann vielleicht auch das fehlende Upgrade zu Neidhart auf der anderen Seite. Zumal Strauß in dem System auch plötzlich wieder eine Alternative wurde.
Aber ganz entscheidend ist bei der Thematik die zeitliche Abfolge! Wir sollten nicht vergessen, dass die Probleme bis zum Schließen des Transferfenster auf anderen Positionen (IV und ST) überstrahlten und klar adressiert wurden. Außerdem standen wir bis Transferschluss ordentlich da und es wurden Ergebnisse geliefert. Das wir in der Verteidigung zuletzt teilweise auf Spieler aus der Reserve angewiesen waren ist dann ja auch kein normaler Umstand.
@satosFCH versteh mich bitte nicht falsch, die Kritik am In-Game Coaching, auch basierend auf den Wechselzeitpunkten, halte ich bei Schwartz absolut für angebracht. Alles was du da in Bezug auf den Interpretationsspielraum und der Gewichtung solcher Liveanalysen, sowie zum Post von Probetraining schreibst, ist absolut richtig. Eingangs ging es aber darum, dass hier plötzlich Stimmen auftauchen, dass es solche Fehler bei Härtel nicht gab und dieser auf Ermüdungsprozesse bei einer höheren Pressingintensität reagierte. Der allgemeine Tenor in den Spieltagsthreads war auch damals immer wieder die Kritik an den Wechseln und das daraus einhergehend Fehler beim In-Game Coaching gefunden wurden. Ich wollte lediglich mit dem Fakt beifügen, dass diese schnelle Kritik an den Wechseln, basierend auf der unterschiedlichen Informationsbasis, einfach nicht auf den schlichten Punkt "Ermüdung" begrenzt werden kann und ein kleiner Teil der Wahrheit ist, dass wir als Hobbyexperten gern zu früh Wechsel fordern und auf der anderen Seite sicher auch Fehler gemacht werden, wo man dann zu spät reagierte.
19.12.2023 - 21:40 Uhr
Zitat von spartenaut
Beim ersten Absatz stimme ich dir voll und ganz zu. Die Profivereine arbeiten mit Livedaten von den Spielern und haben damit wohl einen besseren Einblick auf die Leistungsgrenzen bzw. den Ermüdungsprozessen. Ich frage mich aber manchmal ob unter diesem Aspekt der reine "Impuls"-Ansatz von Wechseln vielleicht etwas auf der Strecke bleibt, weshalb bei uns vom Sofa oder der Sitzschale eben der Eindruck von "zu späten" Wechseln entsteht. Auf der anderen Seite weiß ich auch nicht, wie sehr ein jeweiliger Coach diese "modernen" Einsichten in seinen Entscheidungen dann berücksichtigt. Kann mir aber kaum vorstellen, dass man ohne auf solche Dinge zurückzugreifen, im Profibereich noch eine Einstellung bekommt.
Bei der Pressing-Einordnung kann ich dir leider nicht so folgen; ja hohes und aggressives Pressing ist als alleiniges Mittel mittlerweile entschlüsselt. Nur mit Stress auf den Ballführenden und einer außerordentlichen Lauf- und Zweikampfleistung, gewinnt man nicht automatisch ein Spiel.
Es ist aber eben als taktisches Mittel immer noch ein wesentlicher Bestandteil des Spiels und eben doch viel mehr als reines Chaos stiften, mit dem offensiven "Prinzip-Hoffnung".
Leider hat Schwartz es in seinen Monaten hier nie geschafft, dieses Mittel auch nur Ansatzweise in seine Taktik und Spielführung zu implementieren. Und das lag nicht einzig und allein an einer qualitativ schlechten Offensive. Pressing spielst du mit der gesamten Mannschaft und hast dabei Reihen. Wird die erste Reihe überspielt, setzt dieses taktische Mittel eben darauf, dass du dann schnell mit einem weiteren Spieler bei der Anspielstation bist, damit diese selbst bei einem ankommenden Ball, diesen nicht oder nur fehlerhaft verarbeiten kann.
Unser Problem war es in der gesamten Hinrunde, dass selbst wenn wir es bei den sehr seltenen Versuchen, dies taktische Mittel einzubinden, unsere Offensivkräfte wie die größten Trottel haben aussehen lassen. Die Mannschaft hat eben nicht im gesamten agiert. Die Verteidigung muss in solch einer Situation aufrücken, man spricht davon das "Spielfeld klein zu machen" und somit die Abstände zwischen Angriff und Verteidigung möglichst eng zu machen. Wir sind aber regelmäßig in der ersten Reihe überspielt worden, dann mit dem Mittelfeld oder den Außenverteidigern "drauf gestürzt", was einfach nur ein zu spätes Anlaufen war, weil wir zu viel Spielfeld übrig gelassen haben und in der Grundausrichtung eben situativ zu tief standen. Teilweise hatte man den Eindruck, dass egal ob Vierer oder Fünferkette; am eigenen 16er war für die Innenverteidiger der Anker geworfen und keiner aus diesem Verbund durfte weiter nach vorn rücken. Dabei ist es im übrigen sogar egal gewesen ob wir ein hohes Pressing, also weit hinter der Mittellinie, bis hin zum gegnerischen Strafraum oder aber ein tiefes Anlaufen, erst ab der Mittellinie mit einer tiefstehenden Grundausrichtung, spielten. Bei letzterem was man ja eigentlich als das Schwartz`sche Steckenpferd ansieht, sah das sogar extrem echt schlecht aus. Schaut euch da Beispielsweise die Entstehung des Gegentreffers gegen Wiesbaden an; wir verteidigen mit einer 5er Kette am eigenen Strafraum, unsere Angreifer gehen nicht mal drauf und versuchen nur den Raum hinter sich eng zu machen. Wenn dann aber beide zentralen Mittelfeldspieler viel zu weit von ihren Gegenspielern stattdessen den "Luftleeren-Raum", wie in dieser Situation Bachmann "verteidigen", dann bekommst du auf kurz oder lang Gegentore. Und das zieht sich wie ein roter Faden durch unsere gesamte Hinrunde, wo ich dir dann wieder Recht gebe; Selimbegovics Hauptaufgabe wird es, da erstmal an einer defensiven Stabilität zu arbeiten. Diese kann und wird aber hoffentlich auch mehr Pressing-Elemente enthalten, weil es dich variabler macht, den Gegner vor unterschiedliche Aufgaben stellt, mehr Chancen kreieren kann und es doch auch kein Risiko darstellt; wann man eben selbst mit einer 5-6 Mann Mauer, die von 90 Minuten dann mindestens 75 Minuten am eigenen 16er klebte, in den letzten 4 Spielen mindestens 2 Gegentore pro Spiel kassierte.
Was muss sich also strukturell im Kader ändern?
Torhüter - Kolke ist einfach über jedem Zweifel erhaben. Kein Mensch ist fehlerfrei, aber die Krake ist auf der Linie teilweise extrem gut und sein Standing als Leader wohl nicht zu leugnen. Körber hinter ihm bekommt nun ein Spiel und damit jetzt auch nicht wirklich die nachhaltige Chance sich zu beweisen. Denke das Kapitel wird sich im Sommer schließen.
Innenverteidigung - Zunächst mal muss dort, auch wenn ich ihn sehr mag, Roßbach seinen Hut nehmen. Stellungsspiel, Zweikampfverhalten und auch seine grundlegenden Skills wie das Kopfballspiel und seine Schnelligkeit, konnten nicht mehr durch Einsatz und Leidenschaft aufgefangen werden. Oft war er der fehlerbehaftete Schlusspunkt, unserer schlechten Ordnung in der Defensive. Muss man deshalb in der Innenverteidigung nachbessern? Ich glaube nicht. Es wäre schon mal von Vorteil, wenn sich ein Verbund mal über 3-4 Spiele in einer Formation, bestenfalls als Duo in einer Viererkette einspielen könnte. Ich könnte mir einen Neuzugang auf der Position nur vorstellen, wenn sich dort eine eindeutige Verbesserung ergibt und gleichzeitig ein Abgang damit für den finanziellen Spielraum einhergeht. Das vorhandene Budget wird einfach an zu vielen anderen Stellen gebraucht.
Linksverteidiger - egal ob "Schienenspieler" in der 5er oder Außenverteidiger in der 4er Kette. Wir haben auf dieser Position in der Hinrunde eigentlich nur eine taugliche Option gehabt, die hieß Rossipal und musste zu Beginn sogar Positionsfremd aushelfen. Einen richtigen Konkurrenzkampf gab es dort leider nicht. Bei Ruschke will ich jetzt nicht zu viel vom Paderborn-Spiel abhängig machen, aber zumindest Schumacher hat mehrfach bewiesen, dass er dort nicht hingehört. Scherff kann ich nicht einschätzen, aber bei dem Pech muss man sich, selbst wenn er den neuen Coach von sich überzeugt, doch die Frage stellen; wie lang bleibt der Junge fit? Eigentlich ein zu hohes Risiko und daher zwingender Handlungsbedarf um zumindest den Konkurrenzkampf unabhängig von der Personalie Scherff anzukurbeln.
Rechtsverteidiger - weder Neidhart, noch Strauß konnten in dieser Hinrunde vollends überzeugen. War Strauß im Sommer eigentlich schon halb aussortiert in unseren Köpfen, konnte er sich dann doch irgendwie eine Rolle erarbeiten. Fraglich aber ob das einzig an seinen Leistungen oder am tief von Neidhart liegt, der mich in der Hinrunde gar nicht überzeugen konnte. Nico ist ähnlich wie Roßbach ein Fighter und hat sicher immer die richtige Einstellung, aber sticht dann doch immer wieder negativ heraus. Ich könnte mit Strauß und auch Neidhart wohl als Backup sehr gut leben. Aber ich denke, dass ist die Position wo wir unbedingt und mit Nachdruck eine Verbesserung brauchen.
Zentrales Mittelfeld - Bachmann hat nach dem er lange Zeit von Schwartz den Rücken gestärkt bekommen hat, wirklich verdient seinen Platz in der Zentrale verloren. Eventuell stellt er eine Position weiter vorn eine Option dar, auf dieser Position ist er für mich aber ein zu großer Schwachpunkt. Stellungsspiel und Zweikampfverhalten sind dort gerade Punkte die immer wieder negativ auffallen. Dressel wirkt zuweilen solide, hat aber auf mich auch den Rossipal-Effekt. Konkurrenz- und Alternativlos könnte da auch mehr Leistung raus gekitzelt werden, da er eben nach Bachmann der einzige Spieler auf der Position ist, der die nötige Größe und Physis mitbringt. Rhein war ewig abgeschrieben, hat dann zuletzt plötzlich seine kleine Auferstehung gefeiert, ohne dabei aber in irgendeiner Form zum Unterschiedsfaktor zu werden. Mehr Ballsicherheit und Präzision in den Bällen nach vorn bringt auch er nicht mit. Ihm geht es da wie Vasiliadis, der als Terrier nun doch irgendwie seine Rolle im Team gefunden hat, aber auch nicht wirklich zur Sicherheit beiträgt. Allgemein wirkt unser Zentrum auf mich immer wie ein Fremdkörper liegt aber auch daran, dass wir kaum über das Zentrum geordnet spielen und nur lang heraus spielen. Sie nehmen teilweise wenig am Spiel teil. Defensiv sind sie dann damit beschäftigt die riesigen Lücken zuzulaufen. Eine Veränderung in der taktischen Grundausrichtung und Spielform könnte hier schon zu einem anderen Bild führen. Aber allein wenn man Bachmann nicht raus rechnen würde, bleibt die Besetzung dünn im Zentrum, weshalb hier unbedingt jemand geholt werden sollte. Mit Besuschkow wurde ein ehemaliger Selimbegovic Schützling, von einem Hannoveraner vorgeschlagen. Denke das könnte gut passen und vor allem Dressel nochmal etwas Konkurrenz geben.
Offensives Mittelfeld - Allgemein tue ich mich bei der taktischen Grundausrichtung der Hinrunde schwer unsere Offensive nachhaltig zu bewerten. Die Jungs haben quasi nur in Unterzahlsituationen agiert und wurden fast ausschließlich mit langen und hohen Bällen eingesetzt. Wenn du es damit dann nicht einmal schaffst die letzte Reihe der Gegner zu überspielen, dass du eben doch Überzahlmomente schaffen kannst, dann bleibst du eben auch absolut ausrechen bar und leicht zu verteidigen. Es ist die Frage, was will der neue Coach und wie sieht unsere Grundformation aus? Mehr Ballbesitzanteile und vielleicht eine Doppelspitze? Dann kann Singh wohl die Alternative zu Ingelsson sein. Oder weiter im 4-2-3-1, wo der OM beim Umschalten die Laufwege in die Tiefe sucht? Gerade dort kann Svante seine Stärken ausspielen, wie zum Beispiel beim 1:0 gegen den KSC. Er muss nur viel häufiger in diese Situationen gebracht werden. Wenn man Bachmann noch als Alternative dazu zählt, sehe ich uns hier eigentlich variabel genug aufgestellt.
Linksaußen - Kinsombi wurde früh von seiner Verletzung ausgebremst, zeigt aber interessante Ansätze weil er sich selber Situationen im Dribbling kreieren kann. Schumacher war lange Zeit links gesetzt. Mit dem Weggang von der "Schiene" zum Linksaußen nahm aber auch seine Spielzeit ab. Schumi kommt rein über seine Physis und in technischen Aspekten wirkte das teilweise unterirdisch. Auch wenn mich das öfter zur Weißglut bringt, dann denke ich, dass in Schumacher einfach immer noch so ein Spätstarter schlummert, der nie die feine Kante braucht um erfolgreich zu werden. Ein Großkreutz in Lightversion. Gegebenenfalls kann auch Ingelsson auf diese Position ausweichen. Ich sehe uns hier ausreichend besetzt.
Rechtsaußen - Pröger steckt in einem Leistungstief? Ja, aber auch dort muss man relativieren. Er wirkt in seinen Aktionen unglücklich und hat seinen Impact auf unser Spiel völlig verloren. Hier muss man die Gesamtsituation der Mannschaft sehen. Pröger wird immer wieder in Spielsituationen gebracht, wo er schon vorher quasi verloren hat. Immer wieder hohe Anspiele bei enger Manndeckung. Allgemein hat er durch die extrem defensive Grundausrichtung viel zu viel Feld vor sich um effektiv wirken zu können. Wenn er den Ball dann mal bekommt, dann viel zu häufig auf höhe der Mittellinie und mit begrenzten Anspielstationen. Das ist einfach nicht sein Spiel. Gerade Pröger ist für ein höheres Pressing gemacht, aus denen er Situationen mit wenig Feldüberbrückung und in Überzahl generieren kann. Bei Fröling sieht es da leider ähnlich aus. Dribbling-Situationen in der gegnerischen Hälfte mit dem Strafraum oder bestenfalls der Grundlinie in Sicht, da gehen sie drin auf, nicht beim Spiel auf Höhe der Mittellinie oder gar in der eigenen Hälfte, wo sie schnell gedoppelt werden und kaum Anspielstationen finden. Mit einem aktiveren eigenen Spiel, könnten wir hier viel mehr Potenzial ausschöpfen.
Stürmer - Brumado hat sich nach kurzer Anlaufzeit als alleinige Spitze etabliert. Ich denke mit seinen Fähigkeiten am Ball bringt er auch für eine Doppelspitze alles mit. Ich würde hier gerne viel häufiger beide Südamerikaner nebeneinander sehen. Hat Perea aufgrund seiner Abschlussschwäche seinen Platz verloren? Ja. Aber er kommt eben in Abschlusssituationen, andere Spieler nicht. Da geht es dann frei nach dem Motto, nur wer schießt, kann auch Tore erzielen. Nur wer Torchancen hat, kann auch treffen. Güler wird ja häufig gefordert, aber gerade seine Arbeit gegen den Ball und in der Defensive sehe ich kritisch. Er bleibt für mich der reine Joker bei Rückstand in der Schlussphase. Durch die lange Sperre von Brumado stellt sich dann die Frage; quo vadis Hinterseer? Er scheint sich mit seiner Rolle, keine Rolle zu spielen, gut zu arrangieren. Aber will er seine Karriere weiter führen oder nur noch den angeblich gut dotierten Vertrag aussitzen, um im Sommer die Töppen mit 33 an den Nagel zu hängen? Ich hoffe, dass man sich im Winter einigt und damit dann vllt. doch Spielraum für eine Verstärkung sorgen kann, spätestens im Sommer wird dieses Kapitel dann so oder so enden.
Viele Worte, welches Fazit ziehe ich daraus? Eigentlich hielt ich den Kader, im Vergleich zu den Vorjahren für gut ausbalanciert. Wenn ich die Positionsgruppen jedoch nach der halben Spielzeit einzeln durch gehe, dann könnte ich zu einem anderen Bild kommen. Ich halte die Situation aber nicht für aussichtslos. Mit einer anderen taktischen Ausrichtung unter einem neuen Trainer und Impulsen in Form von Transfers im zentralen Mittelfeld und auf den Außenverteidigerpositionen, ist der Turnaround mit diesem Team zu schaffen. Im Angriff und der Innenverteidigung sehe ich nur Handlungsbedarf bei vorherigen Abgängen und wenn man wirklich von jemanden überzeugt ist, dass er uns dort auf ein anderes Level hebt. Diese Spieler wird es auf dem Wintermarkt aber wohl nicht geben.
Einen RV, LV und ZM also bitte mit Schleife und verpackt unter dem Weihnachtsbaum lieber Fußballgott. Entschuldigt bitte den Roman von meinem Krankenbett, aber ich hatte gerade nichts besseres zu tun.

Zitat von Leif_Erikson
Härtel wurde oft für empfundene zu späte Wechsel kritisiert. Wird hier oft vergessen. Auch er scheute den "harten Cut", wenn es mal nicht so gut lief. Aber da auch Glöckner und Schwartz, sowie so ziemlich alle anderen Zweitliga-Trainer höchst selten zur 46. Minute dreifach auswechseln, darf der gemeine Fan (ich zähle mich auch dazu) sich auch mal davon verabschieden.
Pressing alleine gilt schon lange als völlig überholt, zurecht. Kann man phasenweise als zerstörendes Element bringen, kostet aber mehr Ressourcen, als es Ertrag bringt. Gegenpressing und 2. Bälle sind auch nur situativ und Chaos/Zufallorientiert erfolgreich. On the long run, ohne gut harmonierende, eingespielte Offensivkräfte (also wie bei Hansa), hat sich durch alle Generationen und Moden eines am besten bewährt, vor Allem für kleine Lichter: defensive Stabilität und konsequentes Chancenverwerten. Sah nie gut aus, war immer effektiv.
Das ist für mich die Marschroute. Hinten dicht, vorne unkompliziert. Als kleines Licht, vom Abstieg bedroht, darf man da keine größeren Erwartungen hegen, der Kader gibt das auch her.
Schwartz hat es nie geschafft, den Laden hinten dicht zu bekommen. Selimbegovic muss genau da ansetzen.
Härtel wurde oft für empfundene zu späte Wechsel kritisiert. Wird hier oft vergessen. Auch er scheute den "harten Cut", wenn es mal nicht so gut lief. Aber da auch Glöckner und Schwartz, sowie so ziemlich alle anderen Zweitliga-Trainer höchst selten zur 46. Minute dreifach auswechseln, darf der gemeine Fan (ich zähle mich auch dazu) sich auch mal davon verabschieden.
Pressing alleine gilt schon lange als völlig überholt, zurecht. Kann man phasenweise als zerstörendes Element bringen, kostet aber mehr Ressourcen, als es Ertrag bringt. Gegenpressing und 2. Bälle sind auch nur situativ und Chaos/Zufallorientiert erfolgreich. On the long run, ohne gut harmonierende, eingespielte Offensivkräfte (also wie bei Hansa), hat sich durch alle Generationen und Moden eines am besten bewährt, vor Allem für kleine Lichter: defensive Stabilität und konsequentes Chancenverwerten. Sah nie gut aus, war immer effektiv.
Das ist für mich die Marschroute. Hinten dicht, vorne unkompliziert. Als kleines Licht, vom Abstieg bedroht, darf man da keine größeren Erwartungen hegen, der Kader gibt das auch her.
Schwartz hat es nie geschafft, den Laden hinten dicht zu bekommen. Selimbegovic muss genau da ansetzen.
Beim ersten Absatz stimme ich dir voll und ganz zu. Die Profivereine arbeiten mit Livedaten von den Spielern und haben damit wohl einen besseren Einblick auf die Leistungsgrenzen bzw. den Ermüdungsprozessen. Ich frage mich aber manchmal ob unter diesem Aspekt der reine "Impuls"-Ansatz von Wechseln vielleicht etwas auf der Strecke bleibt, weshalb bei uns vom Sofa oder der Sitzschale eben der Eindruck von "zu späten" Wechseln entsteht. Auf der anderen Seite weiß ich auch nicht, wie sehr ein jeweiliger Coach diese "modernen" Einsichten in seinen Entscheidungen dann berücksichtigt. Kann mir aber kaum vorstellen, dass man ohne auf solche Dinge zurückzugreifen, im Profibereich noch eine Einstellung bekommt.
Bei der Pressing-Einordnung kann ich dir leider nicht so folgen; ja hohes und aggressives Pressing ist als alleiniges Mittel mittlerweile entschlüsselt. Nur mit Stress auf den Ballführenden und einer außerordentlichen Lauf- und Zweikampfleistung, gewinnt man nicht automatisch ein Spiel.
Es ist aber eben als taktisches Mittel immer noch ein wesentlicher Bestandteil des Spiels und eben doch viel mehr als reines Chaos stiften, mit dem offensiven "Prinzip-Hoffnung".
Leider hat Schwartz es in seinen Monaten hier nie geschafft, dieses Mittel auch nur Ansatzweise in seine Taktik und Spielführung zu implementieren. Und das lag nicht einzig und allein an einer qualitativ schlechten Offensive. Pressing spielst du mit der gesamten Mannschaft und hast dabei Reihen. Wird die erste Reihe überspielt, setzt dieses taktische Mittel eben darauf, dass du dann schnell mit einem weiteren Spieler bei der Anspielstation bist, damit diese selbst bei einem ankommenden Ball, diesen nicht oder nur fehlerhaft verarbeiten kann.
Unser Problem war es in der gesamten Hinrunde, dass selbst wenn wir es bei den sehr seltenen Versuchen, dies taktische Mittel einzubinden, unsere Offensivkräfte wie die größten Trottel haben aussehen lassen. Die Mannschaft hat eben nicht im gesamten agiert. Die Verteidigung muss in solch einer Situation aufrücken, man spricht davon das "Spielfeld klein zu machen" und somit die Abstände zwischen Angriff und Verteidigung möglichst eng zu machen. Wir sind aber regelmäßig in der ersten Reihe überspielt worden, dann mit dem Mittelfeld oder den Außenverteidigern "drauf gestürzt", was einfach nur ein zu spätes Anlaufen war, weil wir zu viel Spielfeld übrig gelassen haben und in der Grundausrichtung eben situativ zu tief standen. Teilweise hatte man den Eindruck, dass egal ob Vierer oder Fünferkette; am eigenen 16er war für die Innenverteidiger der Anker geworfen und keiner aus diesem Verbund durfte weiter nach vorn rücken. Dabei ist es im übrigen sogar egal gewesen ob wir ein hohes Pressing, also weit hinter der Mittellinie, bis hin zum gegnerischen Strafraum oder aber ein tiefes Anlaufen, erst ab der Mittellinie mit einer tiefstehenden Grundausrichtung, spielten. Bei letzterem was man ja eigentlich als das Schwartz`sche Steckenpferd ansieht, sah das sogar extrem echt schlecht aus. Schaut euch da Beispielsweise die Entstehung des Gegentreffers gegen Wiesbaden an; wir verteidigen mit einer 5er Kette am eigenen Strafraum, unsere Angreifer gehen nicht mal drauf und versuchen nur den Raum hinter sich eng zu machen. Wenn dann aber beide zentralen Mittelfeldspieler viel zu weit von ihren Gegenspielern stattdessen den "Luftleeren-Raum", wie in dieser Situation Bachmann "verteidigen", dann bekommst du auf kurz oder lang Gegentore. Und das zieht sich wie ein roter Faden durch unsere gesamte Hinrunde, wo ich dir dann wieder Recht gebe; Selimbegovics Hauptaufgabe wird es, da erstmal an einer defensiven Stabilität zu arbeiten. Diese kann und wird aber hoffentlich auch mehr Pressing-Elemente enthalten, weil es dich variabler macht, den Gegner vor unterschiedliche Aufgaben stellt, mehr Chancen kreieren kann und es doch auch kein Risiko darstellt; wann man eben selbst mit einer 5-6 Mann Mauer, die von 90 Minuten dann mindestens 75 Minuten am eigenen 16er klebte, in den letzten 4 Spielen mindestens 2 Gegentore pro Spiel kassierte.
Was muss sich also strukturell im Kader ändern?
Torhüter - Kolke ist einfach über jedem Zweifel erhaben. Kein Mensch ist fehlerfrei, aber die Krake ist auf der Linie teilweise extrem gut und sein Standing als Leader wohl nicht zu leugnen. Körber hinter ihm bekommt nun ein Spiel und damit jetzt auch nicht wirklich die nachhaltige Chance sich zu beweisen. Denke das Kapitel wird sich im Sommer schließen.
Innenverteidigung - Zunächst mal muss dort, auch wenn ich ihn sehr mag, Roßbach seinen Hut nehmen. Stellungsspiel, Zweikampfverhalten und auch seine grundlegenden Skills wie das Kopfballspiel und seine Schnelligkeit, konnten nicht mehr durch Einsatz und Leidenschaft aufgefangen werden. Oft war er der fehlerbehaftete Schlusspunkt, unserer schlechten Ordnung in der Defensive. Muss man deshalb in der Innenverteidigung nachbessern? Ich glaube nicht. Es wäre schon mal von Vorteil, wenn sich ein Verbund mal über 3-4 Spiele in einer Formation, bestenfalls als Duo in einer Viererkette einspielen könnte. Ich könnte mir einen Neuzugang auf der Position nur vorstellen, wenn sich dort eine eindeutige Verbesserung ergibt und gleichzeitig ein Abgang damit für den finanziellen Spielraum einhergeht. Das vorhandene Budget wird einfach an zu vielen anderen Stellen gebraucht.
Linksverteidiger - egal ob "Schienenspieler" in der 5er oder Außenverteidiger in der 4er Kette. Wir haben auf dieser Position in der Hinrunde eigentlich nur eine taugliche Option gehabt, die hieß Rossipal und musste zu Beginn sogar Positionsfremd aushelfen. Einen richtigen Konkurrenzkampf gab es dort leider nicht. Bei Ruschke will ich jetzt nicht zu viel vom Paderborn-Spiel abhängig machen, aber zumindest Schumacher hat mehrfach bewiesen, dass er dort nicht hingehört. Scherff kann ich nicht einschätzen, aber bei dem Pech muss man sich, selbst wenn er den neuen Coach von sich überzeugt, doch die Frage stellen; wie lang bleibt der Junge fit? Eigentlich ein zu hohes Risiko und daher zwingender Handlungsbedarf um zumindest den Konkurrenzkampf unabhängig von der Personalie Scherff anzukurbeln.
Rechtsverteidiger - weder Neidhart, noch Strauß konnten in dieser Hinrunde vollends überzeugen. War Strauß im Sommer eigentlich schon halb aussortiert in unseren Köpfen, konnte er sich dann doch irgendwie eine Rolle erarbeiten. Fraglich aber ob das einzig an seinen Leistungen oder am tief von Neidhart liegt, der mich in der Hinrunde gar nicht überzeugen konnte. Nico ist ähnlich wie Roßbach ein Fighter und hat sicher immer die richtige Einstellung, aber sticht dann doch immer wieder negativ heraus. Ich könnte mit Strauß und auch Neidhart wohl als Backup sehr gut leben. Aber ich denke, dass ist die Position wo wir unbedingt und mit Nachdruck eine Verbesserung brauchen.
Zentrales Mittelfeld - Bachmann hat nach dem er lange Zeit von Schwartz den Rücken gestärkt bekommen hat, wirklich verdient seinen Platz in der Zentrale verloren. Eventuell stellt er eine Position weiter vorn eine Option dar, auf dieser Position ist er für mich aber ein zu großer Schwachpunkt. Stellungsspiel und Zweikampfverhalten sind dort gerade Punkte die immer wieder negativ auffallen. Dressel wirkt zuweilen solide, hat aber auf mich auch den Rossipal-Effekt. Konkurrenz- und Alternativlos könnte da auch mehr Leistung raus gekitzelt werden, da er eben nach Bachmann der einzige Spieler auf der Position ist, der die nötige Größe und Physis mitbringt. Rhein war ewig abgeschrieben, hat dann zuletzt plötzlich seine kleine Auferstehung gefeiert, ohne dabei aber in irgendeiner Form zum Unterschiedsfaktor zu werden. Mehr Ballsicherheit und Präzision in den Bällen nach vorn bringt auch er nicht mit. Ihm geht es da wie Vasiliadis, der als Terrier nun doch irgendwie seine Rolle im Team gefunden hat, aber auch nicht wirklich zur Sicherheit beiträgt. Allgemein wirkt unser Zentrum auf mich immer wie ein Fremdkörper liegt aber auch daran, dass wir kaum über das Zentrum geordnet spielen und nur lang heraus spielen. Sie nehmen teilweise wenig am Spiel teil. Defensiv sind sie dann damit beschäftigt die riesigen Lücken zuzulaufen. Eine Veränderung in der taktischen Grundausrichtung und Spielform könnte hier schon zu einem anderen Bild führen. Aber allein wenn man Bachmann nicht raus rechnen würde, bleibt die Besetzung dünn im Zentrum, weshalb hier unbedingt jemand geholt werden sollte. Mit Besuschkow wurde ein ehemaliger Selimbegovic Schützling, von einem Hannoveraner vorgeschlagen. Denke das könnte gut passen und vor allem Dressel nochmal etwas Konkurrenz geben.
Offensives Mittelfeld - Allgemein tue ich mich bei der taktischen Grundausrichtung der Hinrunde schwer unsere Offensive nachhaltig zu bewerten. Die Jungs haben quasi nur in Unterzahlsituationen agiert und wurden fast ausschließlich mit langen und hohen Bällen eingesetzt. Wenn du es damit dann nicht einmal schaffst die letzte Reihe der Gegner zu überspielen, dass du eben doch Überzahlmomente schaffen kannst, dann bleibst du eben auch absolut ausrechen bar und leicht zu verteidigen. Es ist die Frage, was will der neue Coach und wie sieht unsere Grundformation aus? Mehr Ballbesitzanteile und vielleicht eine Doppelspitze? Dann kann Singh wohl die Alternative zu Ingelsson sein. Oder weiter im 4-2-3-1, wo der OM beim Umschalten die Laufwege in die Tiefe sucht? Gerade dort kann Svante seine Stärken ausspielen, wie zum Beispiel beim 1:0 gegen den KSC. Er muss nur viel häufiger in diese Situationen gebracht werden. Wenn man Bachmann noch als Alternative dazu zählt, sehe ich uns hier eigentlich variabel genug aufgestellt.
Linksaußen - Kinsombi wurde früh von seiner Verletzung ausgebremst, zeigt aber interessante Ansätze weil er sich selber Situationen im Dribbling kreieren kann. Schumacher war lange Zeit links gesetzt. Mit dem Weggang von der "Schiene" zum Linksaußen nahm aber auch seine Spielzeit ab. Schumi kommt rein über seine Physis und in technischen Aspekten wirkte das teilweise unterirdisch. Auch wenn mich das öfter zur Weißglut bringt, dann denke ich, dass in Schumacher einfach immer noch so ein Spätstarter schlummert, der nie die feine Kante braucht um erfolgreich zu werden. Ein Großkreutz in Lightversion. Gegebenenfalls kann auch Ingelsson auf diese Position ausweichen. Ich sehe uns hier ausreichend besetzt.
Rechtsaußen - Pröger steckt in einem Leistungstief? Ja, aber auch dort muss man relativieren. Er wirkt in seinen Aktionen unglücklich und hat seinen Impact auf unser Spiel völlig verloren. Hier muss man die Gesamtsituation der Mannschaft sehen. Pröger wird immer wieder in Spielsituationen gebracht, wo er schon vorher quasi verloren hat. Immer wieder hohe Anspiele bei enger Manndeckung. Allgemein hat er durch die extrem defensive Grundausrichtung viel zu viel Feld vor sich um effektiv wirken zu können. Wenn er den Ball dann mal bekommt, dann viel zu häufig auf höhe der Mittellinie und mit begrenzten Anspielstationen. Das ist einfach nicht sein Spiel. Gerade Pröger ist für ein höheres Pressing gemacht, aus denen er Situationen mit wenig Feldüberbrückung und in Überzahl generieren kann. Bei Fröling sieht es da leider ähnlich aus. Dribbling-Situationen in der gegnerischen Hälfte mit dem Strafraum oder bestenfalls der Grundlinie in Sicht, da gehen sie drin auf, nicht beim Spiel auf Höhe der Mittellinie oder gar in der eigenen Hälfte, wo sie schnell gedoppelt werden und kaum Anspielstationen finden. Mit einem aktiveren eigenen Spiel, könnten wir hier viel mehr Potenzial ausschöpfen.
Stürmer - Brumado hat sich nach kurzer Anlaufzeit als alleinige Spitze etabliert. Ich denke mit seinen Fähigkeiten am Ball bringt er auch für eine Doppelspitze alles mit. Ich würde hier gerne viel häufiger beide Südamerikaner nebeneinander sehen. Hat Perea aufgrund seiner Abschlussschwäche seinen Platz verloren? Ja. Aber er kommt eben in Abschlusssituationen, andere Spieler nicht. Da geht es dann frei nach dem Motto, nur wer schießt, kann auch Tore erzielen. Nur wer Torchancen hat, kann auch treffen. Güler wird ja häufig gefordert, aber gerade seine Arbeit gegen den Ball und in der Defensive sehe ich kritisch. Er bleibt für mich der reine Joker bei Rückstand in der Schlussphase. Durch die lange Sperre von Brumado stellt sich dann die Frage; quo vadis Hinterseer? Er scheint sich mit seiner Rolle, keine Rolle zu spielen, gut zu arrangieren. Aber will er seine Karriere weiter führen oder nur noch den angeblich gut dotierten Vertrag aussitzen, um im Sommer die Töppen mit 33 an den Nagel zu hängen? Ich hoffe, dass man sich im Winter einigt und damit dann vllt. doch Spielraum für eine Verstärkung sorgen kann, spätestens im Sommer wird dieses Kapitel dann so oder so enden.
Viele Worte, welches Fazit ziehe ich daraus? Eigentlich hielt ich den Kader, im Vergleich zu den Vorjahren für gut ausbalanciert. Wenn ich die Positionsgruppen jedoch nach der halben Spielzeit einzeln durch gehe, dann könnte ich zu einem anderen Bild kommen. Ich halte die Situation aber nicht für aussichtslos. Mit einer anderen taktischen Ausrichtung unter einem neuen Trainer und Impulsen in Form von Transfers im zentralen Mittelfeld und auf den Außenverteidigerpositionen, ist der Turnaround mit diesem Team zu schaffen. Im Angriff und der Innenverteidigung sehe ich nur Handlungsbedarf bei vorherigen Abgängen und wenn man wirklich von jemanden überzeugt ist, dass er uns dort auf ein anderes Level hebt. Diese Spieler wird es auf dem Wintermarkt aber wohl nicht geben.
Einen RV, LV und ZM also bitte mit Schleife und verpackt unter dem Weihnachtsbaum lieber Fußballgott. Entschuldigt bitte den Roman von meinem Krankenbett, aber ich hatte gerade nichts besseres zu tun.


Bei Deiner Kaderanalyse gehen ich fast überall mit, nur bei Kolke nicht. Ja, auf der Linie ist er stark, das reicht aber nicht, seine Strafraumbeherrschung ist nicht mehr so gut, bei Weitschüssen sieht er oft schlecht aus und sein Spielaufbau ist miserabel. Also das moderne Torwartspiel geht ihm vollkommen ab und man sieht, wie wichtig das geworden ist. Der Torwart als zusätzliche Anspielstation.
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