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Der Schiri Thread

08.08.2011 - 15:46 Uhr
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Der Schiri Thread |#11
03.05.2015 - 10:53 Uhr
Zitat von pfaelzer92
Zitat von Lautrer
Immer dieses Rumgeheule mit den fragwürdigen Schiedsrichterentscheidungen. Klar ist es immer wieder bitter und ich rege mich auch sehr extrem auf, aber was wollen wir denn ändern? Die Verschwörungstheorien, dass man nicht will, dass wir aufsteigen sind doch ebenfalls völliger Quatsch, oder meint hier jemand z.B. Darmstadt in Liga 1 lockt mehr Zuschauer oder macht die Liga weltweit interessanter

das nicht, aber warum hat Hoyzer damals manipuliert? hieß ja nicht umsonst Wettskandal. würde mich interessieren was passiert wenn bis zum Saisonende keiner mehr auf den FCK wettet?

Jetzt wird es aber abenteuerlich. Wolfgang Stark hat also gestern gegen den FCK gepfiffen, damit bis Saisonende kein Mensch mehr auf den FCK wettet?

Also manchmal würde ich gerne in eure Köpfe schauen und verstehen, wie solch krude Aussagen entstehen. Für mich sind diese drei Elfmeterentscheidungen in Aalen, Düsseldorf und gestern in Darmstadt zwar ärgerlich, aber da einen neuen Wettskandal oder eine DFL-Intrige zu wittern mehr oder weniger Humbug. Der gesunde Menschenverstand sollte da zu anderen Schlüssen kommen.

Noch ein Wort zum Kollegen Finanzinho. Ich lese schon seit mehreren Jahren seine Posts auf TM. Ich würde bei seiner Aussage im Zusammenhang mit Babak Rafati ebenfalls interpretieren, dass er dies in Zusammenhang mit einem Rücktritt bringt und nicht Stark nahelegt, sich die Pulsadern aufzuschneiden. Finanzinho hat sich hier immer respektvoll Verhalten. Ihm nun in den Mund zu legen, dass Stark sich umbringen soll, ist schon ziemlich dreist.

Cheers
Bahli

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You want it darker
We kill the flame

Leonard Cohen (1934-2016)
Der Schiri Thread |#12
03.05.2015 - 11:38 Uhr
Zitat von pfaelzer92

warum sollten die anderen Vereine den FCK nicht in der Buli haben wollen? lassen sich "Überraschungsteams" wie Braunschweig, Paderborn, Fürth, Düsseldorf die nach einer Saison zu 90% eh wieder absteigen so viel besser verkaufen? glaub ich nicht.. wenn überhaupt hinge das mit einer persönlichen Antipathie irgendeines DFB-Bosses zusammen, auch eher unwahrscheinlich.


Ohne irgendwelche Verschwörungstheorien oder ähnliches bringen zu wollen, lässt sich das schon beantworten. zwinker
Für die DFL sind natürlich Teams wie Ingolstadt oder Leipzig wesentlich attraktiver als der FCK. Da es ja nur noch um die internationale Vermarktung geht, sorgen diese beiden Vereine für viel mehr Aufsehen, da sowohl Audi, als auch Red Bull Weltmarken sind, die jeder kennt.

Und ein Fußballfan aus Singapur, der zufälligerweise auch einen Audi fährt und gerne Red Bull trinkt schaut sich dann auch lieber Ingolstadt gegen Leipzig an. Ebenso versprechen beide große Transfers, zumindest bei RB dürften Transfers um die 50 Mio realistisch sein. Das sorgt ebenfalls für Aufmerksamkeit für die Bundesliga.

Ein FCK kann damit nicht dienen, würde aber national Aufmerksamkeit erhaschen und aufgrund seiner Aussendarstellung immer als Beispiel für Tradition genannt. In den Augen der DFL natürlich nichts, womit man international Geld verdienen kann. Im Gegenteil, Duelle zwischen Ingolstadt bzw. Leipzig und dem FCK würden nur den Hass gegen die so erwünschten Vereine schüren.

Paderborn, Darmstadt oder Fürth sind eher harmlos und haben nicht den Anspruch, Bundesliga zu spielen. Außerdem haben diese Vereine sich auch nicht so klar gegen eine Solidarisierung mit RB bekannt wie wir, was der DFL ebenfalls nicht gefallen haben dürfte.

Das sind jetzt alles nur Gründe die mir selbst so im Kopf rumgeschwirrt sind. Ich will damit niemandem etwas unterstellen. Im Gegenteil. Ich halte von den deutschen Schiedsrichtern so wenig, dass ich mir sicher bin, dass die es nicht besser können.
Man sollte schnellstens den Profi-Schiedsrichter einführen und die Altersgrenze heruntersetzen. Es kann nicht sein, dass in diesem Millionen-Geschäft überaltete Amateure die wichtigsten Entscheidungen treffen.

•     •     •

"So eine schöne Grätsche an der Außenlinie kann ja auch etwas Magisches haben."
(Florian Dick)

Deutscher Insolvenzgewinner 2020/2021
Der Schiri Thread |#13
04.05.2015 - 11:20 Uhr
Zitat von HorstEckel
Dies ist ja auch soweit in Ordnung. Bei der Abteilung der Schiedsrichter finde ich es total doof, dass gewisse Dinge wie z.B. jetzt dieser absolut falsche Pfiff vom letzten Samstag einfach totgeschwiegen werden können. "Stark will sich dazu nicht äußern". Punkt, Thema erledigt oder was?


Soweit es den DFB betrifft, ja. Solange keine riesige mediale Aufmerksamkeit besteht, ist es einfach nicht notwendig den/die Schiedsrichter "zu schwächen" (ja, so sehen die Herren das) indem sie einen Fehler öffentlich bekennen.

Zitat von HorstEckel
Wäre denn ein "Ich habe die Situation falsch eingeschätzt und hier falsch entschieden was ich sehr bedauere" so schwer?


Als Beleg für meine obige These der "medialen Aufmerksamkeit" lasse ich an dieser Stelle Herrn Gagelmann zu Wort kommen ... http://www.sport1.de/fussball/dfb-pokal/2015/04/peter-gagelmann-gesteht-fehler-im-dfb-pokal-halbfinale

Zitat von HorstEckel
Ich denke jeder von uns macht Fehler aber zum guten Anstand gehört es, dass man danach auch dafür gerade steht. Der DFB, bzw. die Schiedsrichterabteilung sollte so langsam auch mal anfangen in den eigenen Reihen so etwas einzufordern, und nicht immer nur die schützende Hand über ihren Laden halten.


Ich glaube wirklich, das würde ausarten. Nach jedem Popel-Spiel würden sich Vereinsvertreter diese oder jene Szene rauspicken und der Schiedsrichter müsste sich dazu äussern. Die gleiche "Gefahr" sieht wohl auch der DFB, weshalb sie ihren Schiedsrichtern empfehlen möglichst wenig öffentlich zu sagen.

Zitat von HorstEckel
Warum wird also von Seiten des DFB nur gefordert dass sich jeder erklärt, während man in den eigenen Reihen aber eben genau dies nicht (immer) tut. Das find ich nit in Ordnung!
Zumindest würde einsolches Statement die Gemüter zwar nicht vollends beruhigen, aber ich glaube die entstandenen Antipathien würden zumindest ein wenig relativiert.


Über diese Transparenz-Forderung in allen Bereichen muss ich immer wieder schmunzeln.
Es gibt gute und schlechte Gründe weshalb man auf Verschwiegenheit pocht, oder sich Transparenz-Forderungen ("Gleiches Recht für alle") widersetzt, aber es gibt sie und ich kann sie nachvollziehen.

Schon mal erlebt, dass sich ein Richter öffentlich für sein Urteil rechtfertigen muss, bzw. es auch tut?
Der DFB und seine (Schieds)richter haben sicher das gleiche Unabhängigkeitsdenken wie die Judikative.

Nicht umsonst heisst es: Vor Gericht und auf hoher See sind wir in Gottes Hand. Da kommt mir das Bild der unabhängigen Naturgewalten in den Sinn, die ohne Ansehen und Verluste zuschlagen. Da hat noch nie jemand eine Rechtfertigung verlangt.

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Temporarily not available.

Dieser Beitrag wurde zuletzt von Meininger am 04.05.2015 um 11:24 Uhr bearbeitet
Der Schiri Thread |#14
04.05.2015 - 12:10 Uhr
Zitat von Lullaby
Ich bezweifle ja ehrlich gesagt, das deutsche Schiris im internationalen Vergleich schlecht abschneiden. Die sind mit der Kombination aus immer höherem Tempo und Betrugsversuchen der Spieler einfach hoffnungslos überfordert. Ohne verstärkten Einsatz technischer Hilfsmittel, nachträglichen Sperren für jegliche offensichtliche Schwalbe und Schauspielerei sowie konsequentes Ahnden jedweder Respektlosigkeit gegenüber Schiedsrichtern (wer eine Karte fordert, sollte auch eine bekommen) kriegt man das nicht in den Griff.

Das sind zentrale Punkte, die du ansprichst. Selbst bei dem unberechtigten Elfmeterpfiff fand ich es ein Unding, dass unsere gesamte Mannschaft auf Stark und den Assistenten einstürmen. Da sollte der Kapitän und Mülle (als Verursacher/Beteiligter) mit Stark und dem Assi sprechen. Obwohl dies im Regelfall auch nicht hilft.
Der extreme Einsatz von technischen Hilfmitteln während dem Spiel würde vermutlich zu großen Verzögerungen führen. Aber danach sollte das Spiel nochmals genau analysiert werden und alle offensichtlichen Schauspielerreien bestraft werden.


Zitat von Lullaby
Es gibt glaube ich keine andere Sportart, in der sich die Spieler gegenüber dem Schiedsrichter auch nur ansatzweise so viel heraus nehmen. Das sollte bei der ganzen Sache nicht unterschlagen werden.
Beste Grüße
Lullaby


Es gibt auch wenige Sportarten, bei denen bewusstes Foulspielen als taktische Maßnahme gilt und eingesetzt wird. Zudem noch die ganzen Disziplin- und Respektlosigkeiten. Nach jedem Pfiff wird diskutiert, der Ball kurz gesperrt etc. Andet man das Konsequent mit Gelben Karten, würde sich sehr schnell etwas ändern. Spätestens, wenn der erste Spieler nach 20 Minuten mit Gelb-Rot vom Platz muss, werden sich die Sitten ändern.

Insgesamt muss man jetzt aber auch darauf achten, nicht zu überziehen. Aytekin und Stark haben Fehlentscheidungen gegen uns gepfiffen. Ja.
Aber wenn man jetzt lesen muss, dass Gagelmann in Bochum gegen uns gepfiffen hat, wird es lächerlich.

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"I spent a lot of my money on booze, birds and fast cars - the rest I just squandered"


"Winning isn´t everything. It´s the only thing!"- Vince Lombardi

Dieser Beitrag wurde zuletzt von Waterhead am 04.05.2015 um 12:13 Uhr bearbeitet
Der Schiri Thread |#15
04.05.2015 - 13:00 Uhr
Gagelmann hat gegen Bochum in zwei bis drei kniffligen Situationen zu unseren Gunsten entschieden. Die Entscheidungen mögen regelkonform gewesen sein, eine Tendenz war da aber vorhanden und wir hatten ggf. das Glück des Tüchtigen, aber wir hatten eindeutig Glück.

In Karlsruhe hätte es einen Elfmeter gegen uns geben können. Beim Hinspiel gegen Bochum wurde dem VfL ein völlig regelkonformes Tor aberkannt. Über die Saison gesehen glaube ich nicht, dass wir extrem benachteiligt wurden.

Wir als Fans dürfen aber genauso den Mund aufmachen wie die Offiziellen des Vereins. Wir sind per Definition nicht neutral.

Beste Grüße
Lullaby
Der Schiri Thread |#16
04.05.2015 - 15:39 Uhr
Manipulationsvorwürfe und Verschwörungstheorien werden also nicht geduldet. Nun gut. Dann behalte ich meine Vermutungen, wen stark mit dem gehobenen Daumen gemeint haben könnte mal für mich. Hatte da so ein paar Ideen.

Was mir keiner nehmen kann: Spätestens mit dieser Entscheidung ist etwas in mir zerbrochen. Knappes Abseits bei gegenläufiger Bewegung. Hand ja oder nein. Selbst strittige Elfer-Entscheidungen. Alles kann und muß man akzeptieren. Aber diese Nummer hier? Stark hat schon entschieden. Als er dann pfiff, dachte ich zunächst, dass Heller unglücklich gefallen war und eine Behandlung brauchte. Nie im Leben wäre ich auf Elfmeter gekommen. Ich dachte noch: Wow, riskant, zum Glück glasklar Ball gespielt. Und dann das...

Man fiebert mit seinem Verein, ein Spiel, eine Saison, eigentlich ein ganzes Leben. Aber so wie in dieser Saiosn macht das dann keinen Spaß. Aalen, Düsseldorf, Darmstadt. Alles nur Zufall? Von mir aus. Es gleicht sich im Laufe der Saison alles wieder aus? Cool. Wird dann aber nicht witzig für Pauli, Aue und Ingolstadt. Und so will man eigentlich auch keine Spiele gewinnen und schon gar nicht aufsteigen.

Mir reicht es einfach. Da schicken die schon erfahrene SR mit Aytekin und Stark. Und dann so was.

Ich hoffe, das diese junge Truppe wieder die richtige Antwort findet und gegen Pauli was abbrennen kann. Eigentlich wäre man voller Vorfreude. Aber dieser komische Geschmack nach brauner, weicher Masse lässt die nicht so richtig aufkommen.

Vielleicht nehme ich aber mal die Fanbrille ab: Glück gehabt, dass stark nicht rot zeigt wegen rohem Spiel und Verhinderung einer klaren Torchance. Danke, wolfgang!

Die Krönung dann vom Kicker: 2,5. Beide Elfersituationen richtig bewertet. Also, einfach weiter machen. Passt schon.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von zottel am 04.05.2015 um 15:43 Uhr bearbeitet
Der Schiri Thread |#17
04.05.2015 - 20:16 Uhr
Na ja, ich erwische mich häufiger dabei, dass ich am Spieltag dem Schiri die Pest an den Hals wünsche - und eine durchschlafene Nacht später zugeben muss, dass man bestimmte Situationen so oder so sehen konnte. Auch die Erläuterungen von User Cloud hier im Thread (oder im STT) finde ich immer wieder hilfreich und das korrigiert meine mitunter doch stark emotional geprägte Fan-Sichtweise. Ob aufgestützt oder unterlaufen (Düsseldorf-Spiel) oder ob Ball gespielt oder Ball zwar gespielt, aber Gegenspieler mit abgeräumt (Darmstadt-Spiel) sind eigentlich keine 100% : 0%-Entscheidungen. Den Elfer in Düsseldorf geben vielleicht 2 von 10 Schiris, das Ding gegen Müller vielleicht 4 von 10. Ist wirklich bitter für uns, aber eigentlich kein Grund, das ganze System in Frage zu stellen.

Lullaby hat ein paar richtige Sachen dazu gesagt. Ergänzen möchte ich noch, dass mit der wachsenden Kommerzialisierung des Fußballs einzelne Entscheidungen immer folgenreicher für die betroffenen Clubs werden und alles im Nachhinein aus zig Kameraperspektiven analysiert werden kann. Der Medienhype und der damit verbundene Druck auf die Schiris nimmt dadurch enorm zu! Keine Ahnung, ob Profi-Schiris der richtige Weg wären, aber dieses Amateurelement in einem Multi-Milliarden-Geschäft wirkt schon ein bißchen wie ein Anachronismus.

Einfach umsetzbare Dinge, wie sie oben genannt wurden, sollte man aber auch machen: Gelbe Karte gegen den, der sie für den Gegenspieler fordert und konsequentes Durchgreifen gegen Täuschungsversuche waren Beispiele.

Die typisch deutsche Tendenz zu einer Regelauslegung und Sanktionierung hin zum körperlosen Spiel sollte man aus meiner Sicht hingegen beenden! Kontakt ist nicht gleich Foul! Und Sorry Cloud, da bin ich dann ausnahmsweise mal (in der Bewertung der Brosinski-Situation im Mainz-Spiel) nicht bei Dir: Solche Checks mit angelegtem Arm und beiderseitig klar erkennbarer Orientierung auf den Ballgewinn müssen straffrei bleiben, sonst können wir wirklich Hallen-Halma spielen. Hingegen würde ich bei dem üblichen Griff nach dem Trikot und der Unsitte des (wechselseitigen) Einhakens konsequenter durchgreifen. Andererseits wiederum müssen natürliche Ausgleichsbewegungen beim Hochspringen oder auch sonst erlaubt bleiben: Ich will keine Spieler mit den Händen auf dem Rücken sehen.

Die zuletzt genannten Beispiele zeigen schon: Das ist alles andere als einfach! Und auch hier im Forum werden wir über die genannten Punkte keine Einigkeit erzielen!

Es bleibt dennoch extrem ärgerlich, wenn man verpfiffen wird und Schiri-Entscheidungen das Spiel in eine bestimmte Richtung lenken. Und es gleicht sich vermutlich auch nicht alles wieder aus. Dafür sind die Spiele aufgrund der hohen Leistungsdichte in Liga 2 zu eng und haben Einzelsituationen ein zu großes Gewicht! Von daher hab ich mich einerseits über die diesmal massive öffentliche Reaktion unserer Spieler und Vereinsverantwortlichen gefreut, andererseits belastet man damit aber auch ein noch leidlich funktionierendes Amateur-Schiri-System, das ohnehin schon am Limit ist (Stichworte: schnelleres Spiel, öffentlicher Druck, kompliziertes Regelwerk, z.B. passives Abseits, Handspiel etc.). Und niemand hat für dieses System im Moment eine klare Alternative parat. Ich auch nicht.

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502 Bad Gateway
nginx
Der Schiri Thread |#18
04.05.2015 - 21:57 Uhr
Zitat von pulder
Sagt der Schiedsrichter etwas und begründet seine Entscheidung, macht er sich angreifbar.
Also sagt er nichts...

Das ist so ein Kredo der Schiedsrichtervereinigung.
Ich hatte vor ein paar Wochen ja auch mal erwähnt, dass wir laut Anweisung keine Vorteilssituation laut also solche benennen dürfen. Das Handzeichen für weiter spielen und fertig. Denn wenn man etwas sagt, kann man darauf festgenagelt werden und sich so angreifbar machen.
Ich weiß ja nicht, was für Weisungen es bei den Profis bezüglich Kommentaren zu den Entscheidungen nach dem Spiel gibt, doch wenn das schon in den untersten Klassen mit dem Vorteil so anfängt, kann ich mir da zwischen einer herzlichen Empfehlung eher nichts zu sagen und einem auferlegten Maulkorb alles vorstellen.




Zitat von Newtrial
Der Medienhype und der damit verbundene Druck auf die Schiris nimmt dadurch enorm zu! Keine Ahnung, ob Profi-Schiris der richtige Weg wären, aber dieses Amateurelement in einem Multi-Milliarden-Geschäft wirkt schon ein bißchen wie ein Anachronismus.


Die Schiris in der 1. und 2. Bundesliga sind Profis. Eventuell gilt das sogar für die 3. Liga, da kenne ich mich jedoch nicht so mit den Gehaltsstrukturen aus.
Wie definierst du denn einen Profi-Schiedsrichter? Ich nehme mal an, dass ein Profi-SR für dich jemand ist, der nichts anderes macht. Insofern hättest du natürlich recht.
Doch ist das denn eine Notwendigkeit für den Profi-Status?
Was sollte so ein Profi-SR denn den ganzen Tag machen? Das Regelwerk täglich 6 Stunden vorwärts und rückwärts durchlesen?

Für mich ist ein Profi jemand, der von dem Gehalt (gut) leben kann. Und das können die Kollegen in den ersten beiden Ligen aber sowas von.
Man muss halt auch einfach sehen, dass es erheblich weniger zeitlichen Aufwand benötigt, um Profi-Schiedsrichter zu sein. Man muss das Regelwerk mit all seinen zusätzlichen schriftlichen und mündlichen Anmerkungen drauf haben und anwenden können. Man muss körperlich fit sein. Ansonsten braucht es nur noch den richtigen Charakter, ein gewisses Talent und viel Erfahrung.
Für einen Profi-Schiedsrichter reicht es also, unter der Woche genügend Sport zu machen, hin und wieder einen Lehrgang / eine Tagung zu besuchen und ansonsten am Wochenende seine Spiele zu pfeifen.

Da gemessen an diesen Anforderungen unter der Woche viel Zeit übrig bleibt, wieso nicht parallel einer anderen Arbeit nachgehen? Schließlich verdient ein Schiedsrichter in der 1. Bundesliga zwar hervorragend, steigt ja aber nicht bereits mit 20 so hoch ein und hört auch deutlich vor dem Rentenalter wieder auf. Trotz der super Bezahlung reicht es also nicht nur Schiedsrichter zu sein, um den Rest seines Lebens gut ausgesorgt zu haben.


Und Sorry Cloud, da bin ich dann ausnahmsweise mal (in der Bewertung der Brosinski-Situation im Mainz-Spiel) nicht bei Dir: Solche Checks mit angelegtem Arm und beiderseitig klar erkennbarer Orientierung auf den Ballgewinn müssen straffrei bleiben, sonst können wir wirklich Hallen-Halma spielen.


Ach, zumindest was diese spezielle Situation angeht, könnten wir durchaus einer Meinung sein.
Ich habe das Spiel wie auch alle anderen dieses Wochenende lediglich in der Zusammenfassung auf Sport1 gesehen und da kam diese Situation deutlich zu kurz (wurde mal schnell noch beiläufig am Ende dran gehängt).
Ob der Einsatz noch fair war oder nicht mag ich deswegen nicht beurteilen. Ich habe da auf die Schnelle nur eine Diskussionsgrundlage für beide Seiten gesehen.

Prinzipiell bin ich auch für einen körperlichen Fußball. Doch auch bei mir ist irgendwann der Grat zwischen fairem Körpereinsatz und einem Bodycheck in Eishockey-Manier überschritten.
Unabhängig von meiner subjektiven Einschätzung sieht das auch das Regelwerk so.
Doch wo hört der faire Körpereinsatz auf und wo beginnt der regelwidrige Bodycheck? Dazwischen ist eine Menge Platz für den Ermessensspielraum des Schiedsrichters. Und dieser Spielraum hängt wiederum nicht nur vom persönlichen Geschmack des SR ab, sondern je nach Linie, die das Spiel gerade erfordert, kann auch der gleiche Schiedsrichter in 2 Spielen eine an sich identische Situation unterschiedlich bewerten.
Natürlich sieht das für den Fan von außen einfach nur noch nach blanker Willkür aus.

Es bleibt dennoch extrem ärgerlich, wenn man verpfiffen wird und Schiri-Entscheidungen das Spiel in eine bestimmte Richtung lenken.

Oh, wäre ich in den letzten Wochen dem einen oder anderen Kollegen in meinem emotionalen Zustand nach dem Spiel begegnet, ich wäre ganz sicher auch nicht ruhig und besonnen geblieben.
Und es gleicht sich vermutlich auch nicht alles wieder aus. Dafür sind die Spiele aufgrund der hohen Leistungsdichte in Liga 2 zu eng und haben Einzelsituationen ein zu großes Gewicht! Von daher hab ich mich einerseits über die diesmal massive öffentliche Reaktion unserer Spieler und Vereinsverantwortlichen gefreut, andererseits belastet man damit aber auch ein noch leidlich funktionierendes Amateur-Schiri-System, das ohnehin schon am Limit ist (Stichworte: schnelleres Spiel, öffentlicher Druck, kompliziertes Regelwerk, z.B. passives Abseits, Handspiel etc.). Und niemand hat für dieses System im Moment eine klare Alternative parat. Ich auch nicht.


Ich verteidige den Großteil der in den letzten Jahren und Jahrzehnten eingeführten Ermessensspielräume. So lange eine gewisse Linie eingehalten wird, ermöglichen diese Spielräume uns, einzelne Entscheidungen zu konkreten Spielsituationen fällen zu können, statt immer nach Schema F auf Situaion X reagieren zu müssen.
Zusammen mit der Dynamik, die dem heutigen athletischen Fußball inne wohnt, sind die Schiedsrichter jedoch längst an den Grenzen des menschlich machbaren angelangt bzw. inzwischen überfordert.

Ich habe mal einen Artikel gelesen, in dem es darum ging, wie viel ein Schiedsrichter sehen, bewusst wahrnehmen und darüber hinaus auch sofort richtig interpretieren muss. Selbst Ereignisse im peripheren Blickfeld müssen richtig erkannt und verarbeitet werden. Das geht weit über die normale Wahrnehmung im Alltag hinaus und strengt auch ungemein an (ein Schiedsrichter ist nach dem Spiel nicht nur wegen der Laufwege erschöpft). Der Autor, ein Gehirnforscher, bezeichnete dies daher als Hochleistung der Sinneswahrnehmung.
Dieser Artikel dürfte inzwischen über 5 Jahre her sein und seitdem ist der Fußball nochmal schneller geworden und die neuen Entscheidungsspielräume fordern die Synapsen des SR noch mehr heraus. Die maximale Leistungsgrenze ist einfach erreicht.

Doch was tun? Das ist eben die Preisfrage. Eine Frage, auf die es eigentlich nur zwei Antworten geben kann.
Entweder man nimmt diverse Regeländerungen wieder zurück, die dem Fußball zwar gut getan haben, die Schiedsrichter aber inzwischen einfach überfordern, oder der Schiedsrichter braucht technische Hilfsmittel.

•     •     •

Die Welt hat heute nur zwei Probleme:

1. Die Welt.
Und 2. heute.

Drei, wenn man morgen mit dazu zählt

Dieser Beitrag wurde zuletzt von -Cloud- am 04.05.2015 um 22:03 Uhr bearbeitet
Der Schiri Thread |#19
09.05.2015 - 00:03 Uhr
Zitat von sirTeddy
Zitat von -Cloud-
Was willst du denn bewerten, wenn nicht den Eindruck vor Ort?

Es soll emotionslos die Leistung des Schiris bewertet werden , ohne die Einflüssen von schreienden Fans oder subjektives empfinden des Beobachters in der Situation vor Ort .


Wer ist denn emotionsloser objektiver in der Bewertung, als ein altgedienter Unparteiischer?
Was die Fans in der Kurve schreien ist dem Beobachter doch egal.

Mal abgesehen davon fehlen Beobachtern, die auch nichts mit dem Schiedsrichterwesen zu tun haben, gewisse Informationen.
Selbst wenn dieser neutrale Beobachter alle Regeln kennt - und wenn man an diese eine Abseits-Situation in Pauli vor ein paar Jahren zurück denkt, sitzt so manch eine Regel nicht mal bei den Spielern - gibt es manch eine Anmerkung und Weisung zum Regeltext, die z.T. schriftlich, zum Großteil jedoch nur mündlich oder visuell an die Schiedsrichter weiter gegeben wird.
Ein außenstehender Beobachter wüsste davon nichts und könnte schon allein deswegen manche Situationen nicht richtig bewerten.

Zitat von sirTeddy
Zitat von -Cloud-
Soll es Punktabzug geben, weil ein Schiedsrichter eine Situation nicht geahndet hat, in der in der 5. Zeitlupe aus der Perspektive von schräg unterhalb des Dachs eindeutig ein Regelverstoß zu sehen war?

Für den Schiedsrichter ja . Genau das ist doch mein Ansatz . Fehler können gemacht werden . Aber wenn dies festgestellt wird , sollte es auch geahndet werden .
Warum kann ich einen Schiri nicht nach der x-ten Zeitlupe sagen : "Deine Entscheidung war falsch ?" Ich nagel den deswegen ja nicht an die Wand . Sondern ich zeige ihm das jeder Mensch Fehler macht und auch machen darf . Niemand ist perfekt ! Also sollte auch niemand so hingestellt werden als wäre Er über Fehler erhaben .


Ok, eigentlich hatte ich ja befürchtet, dass diese rhetorische Frage vielleicht etwas überspitzt war und somit eventuell etwas angriffslustig rüber kam. grins

Ich finde, dass du dir hier ein wenig selbst widersprichst.
Zum einen gestehst du den Schiedsrichtern als Menschen auch ihre Fehler zu. Zum anderen erwartest du von ihnen einen Röntgenblick und eine 360° Rundumsicht, indem du Sanktionen für Situationen forderst, die sich bei genauster Betrachtung der Fernsehbilder als Fehlentscheidung herausstellen, die die Schiedsrichter jedoch selbst wenn sie alles richtig machen einfach nicht richtig sehen und beurteilen konnten.

Wir wäre es mit einem neuen Beispiel dazu...
Steilpass, gegenläufige Bewegung des Angreifers und des letzten Verteidigers, das ganze mit hohem Tempo.
Das Gespann entscheidet auf gleiche Höhe und weiterspielen. Im Standbild der Wiederholung mit eingezeichneter Linie ist dann aber zu erkennen, dass die Stirn des Angreifers zum Zeitpunkt der Ballabgabe 5 Zentimeter im Abseits war.
Würdest du dem Gespann für diese Fehlentscheidung tatsächlich Punkte abziehen, weil sie sie falsch beurteilt haben?

Oder mal eine Situation aus dem Alltag:
Du möchtest an einer Ecke parken. Dass du mindestens 5m Abstand halten musst weißt du und achtest folglich auch darauf. Jetzt kommt aber eine übergenaue Politesse, misst nach und stellt dir daraufhin ein Ticket aus, weil du nur 4,995m vom Eck weg warst. Fändest du das gerecht(fertigt)?

Ich stimme dir jedoch definitiv zu, dass man Fehlentscheidungen öffentlich als solche Bezeichnen sollte.
Kann man ja aber auch.
Hier gilt lediglich der Ton macht die Musik. Und bei dem Ton sind die Herren vom dfb zugegeben etwas überfürsorglich, wenn es um den Schutz der Schiedsrichter geht.

Zitat von sirTeddy
Übrigens werden vom Schiri auch Entscheidungen getroffen (wird in der Schirischulung auch so gelernt) ohne genau die Situation gesehen zu haben . (z.B. Anhand der Flugrichtung des Balls entschieden wer als letzter den Ball berührt hat . Ohne zu sehen wer es tatsächlich war. )

Was willst du denn machen, wenn du es aufgrund der Perspektive nicht richtig siehst? Wir können eben auch nicht um Ecken bzw um Spieler herum gucken. Sollen wir dann sagen "ich hab's nicht genau gesehen, macht halt mal unter euch aus, wer Einwurf hat"?
Natürlich werden manche Situationen auf Verdacht oder auch nach dem Gehör entschieden.

Ich hatte vor einigen Jahren mal folgende Situation in einem Jugendspiel:
Rückpass zum Torwart, der legt aus meiner Sicht die Hand auf den vor ihm liegenden Ball, ich pfeife folglich. Der Torwart ist ganz geschockt, weil er den Ball gar nicht berührt hätte, sondern noch minimalst darüber war.
Ich hab dem Bu dann erklärt, dass ich aus 15-20m Entfernung unmöglich sehen kann, ob die Hand nun drauf oder noch einen halben Zentimeter über dem Ball ist und er so einen Unsinn das nächste Mal einfach lassen soll.
Seinen Trainer kannte ich persönlich. Der hat ihm von draußen auch ordentlich den Marsch geblasen und wäre daraus ein Tor entstanden hätte er ihn wohl noch heute Runden um den Platz rennen lassen.

Zitat von sirTeddy
Zitat von -Cloud-
Die Beobachter bekommen auch durchaus vor Ort mit, ob eine Entscheidung falsch war oder nicht. Heutzutage ist es ja kein Problem, parallel zum eigenen Blick auf das Spiel eine zusätzliche Informationsplattform zu Rate zu ziehen.
Und selbst wenn da mal ein grober Schnitzer durch rutscht, nur weil etwas erst im Nachhinein auffällt wird es deswegen nicht ignoriert.

Das bezweifle ich doch sehr . Wenn ein Beobachter eine Situation vor Ort bewertet und einschätzt ist er späteren Überprüfungen dieser Situation voreingenommen .

Wieso sollte er das sein? Wenn er vor Ort etwas nicht sieht, ihm die Fehlentscheidung auch nicht sonst wie mitgeteilt wird und er dann später sieht, dass es in der Situation beispielsweise doch Abseits war, wieso sollte er die Situation dann nicht noch einmal neu bewerten können?
Selbst wenn es zu spät ist eine Fehlentscheidung in die Bewertung des Schiedsrichters einfließen zu lassen, deswegen wird es nicht vergessen.

Zitat von sirTeddy

Jedoch bin ich der Auffassung das jeder der Entscheidungen trifft auch an Hand dieser Beurteilt werden sollte . Das ist im Berufsleben nicht anders als anderswo auch.
...
vllt. könnte man auch überlegen eine Art "Leistungszulage" (wie sie in der Industrie gang und gebe ist)
für die gezeigte Schirileistung zu vergeben . Sprich wenn ein Schiri wenig fehler macht merkt Er das direkt am Geldbeutel .


Eine Leistungszulage mag es in der Form nicht geben, jedoch ist dafür die Chance auf "Beförderungen" so groß, wie in kaum einem anderen Geschäft. Zumindest, sobald man es mal zum Profi-Schiedsrichter geschafft hat.
Und die damit einher gehenden "Lohnerhöhungen" können sich sehen lassen.
Ein Schiedsrichter, der sich mit ach und krach in der 1. Liga hält, verdient erheblich weniger als jemand, der seinen Job super macht und dafür als FIFA-Schiedsrichter nominiert wird.

Siehe hier:
http://fussball-geld.de/was-verdienen-bundesliga-schiedsrichter/
http://www.vermoegenmagazin.de/schiedsrichter-gehalt-bundesliga/

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Die Welt hat heute nur zwei Probleme:

1. Die Welt.
Und 2. heute.

Drei, wenn man morgen mit dazu zählt
Der Schiri Thread |#20
02.06.2015 - 13:33 Uhr
Hegermeister, ich kann deine Argumentation nachvollziehen und finde sie auch schlüssig. Trotzdem ist es doch so, dass wir im Stadion sowieso schon zig Kameras haben und die Situation, dass nicht wenigstens eine davon eine bestimmte Aktion aufklären kann, diese Situation kommt eher selten vor. Und ein "zerpflücktes" Spiel (schöner Ausdruck übrigens) haben wir doch auch, wenn sich Klumpen aus protestierenden Spielern bilden, die den Schiri belagern und für minutenlange Spielunterbrechungen sorgen. Ein Oberschiedsrichter (kann ja auch der vierte Offizielle sein, hat ja eh nix zu tun außer Tafeln hoch halten), der Situationen am TV bewertet und korrigierend eigreift, sorgt doch letztlich dafür, dass aufgrund falscher Entscheidungen hochkochende Emotionen unterbunden werden. Auf den Rängen und auf dem Platz. Täte dem Spiel oft gut.

Persönlich bin ich eher für eine solche Regelung, da meines Erachtens die Vorteile überwiegen. Denn wenn wir eines aus dieser Saison (und der Relegation) gelernt haben, dann doch, dass sich Fehlentscheidungen eben nicht über die Saison ausgleichen.


Noch ein kurzer Nachtrag: Selbst im in Traditionen verhafteten Sumō wird der Videobeweis herangeführt, wenn sich die insgesamt sechs(!) Ringrichter nicht einig sind. Da sollte es doch der vergleichsweise junge Fußballsport auch auf die Reihe bringen, eine solche Regelung zumindest ernsthaft zu diskutieren.

•     •     •

Autoritäre Herrschaft braucht keine Superschurken, die sie von langer Hand planen. Sie ist schlichtweg die bequemste Art, Komplexität zu reduzieren.
•••
Das Leben ist die Schule, der Schmerz ist der Lehrer.

Dieser Beitrag wurde zuletzt von Devil_till_Death am 02.06.2015 um 13:34 Uhr bearbeitet
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