Der Schiri Thread
08.08.2011 - 15:46 Uhr
10.07.2016 - 11:36 Uhr
Wer sich über die 95 Regeländerungen informieren möchte, dem empfehle ich diese offizielle Präsentation:
http://swfv-rhein-pfalz.de/kreishomepage-wAssets/docs/DFB_Regelaenderungen_2016_Juli.pdf
Unter den 95 Änderungen sind teilweise nur umgeschriebene Formulierungen, bei denen die Regel an sich gleich bleibt, und teilweise eher uninteressante Änderungen wie die erlaubten Farben der Unterbekleidung. So manch eine Änderung is jedoch durchaus größerer Natur und jeder Fußballfan, der das Spielgeschehen richtig verfolgen und verstehen möchte, sollte davon wissen.
Was man so auf diversen Seiten findet, bei denen meist die gleichen "11 wichtigsten Änderungen" aufgelistet sind, ist totaler Bullsh*t. Selbst bei den nur 11 Beispielen sind manche äußerst dürftig beschrieben, sodass sie die tatsächliche Regel nicht wirklich wiederspiegeln, und manche sogar schlichtweg falsch (Beispiel Anlauf beim Elfmeter, bei dem man durchaus auch vollständig stoppen darf!)
Diese Präsentation ist zwar auch nicht optimal, da ein Vergleich zu "wie war es bisher" fast ausnahmslos fehlt, aber sofern man einigermaßen regelfest war sollte es reichen. Eine bessere Quelle gibt es momentan wohl nicht.
http://swfv-rhein-pfalz.de/kreishomepage-wAssets/docs/DFB_Regelaenderungen_2016_Juli.pdf
Unter den 95 Änderungen sind teilweise nur umgeschriebene Formulierungen, bei denen die Regel an sich gleich bleibt, und teilweise eher uninteressante Änderungen wie die erlaubten Farben der Unterbekleidung. So manch eine Änderung is jedoch durchaus größerer Natur und jeder Fußballfan, der das Spielgeschehen richtig verfolgen und verstehen möchte, sollte davon wissen.
Was man so auf diversen Seiten findet, bei denen meist die gleichen "11 wichtigsten Änderungen" aufgelistet sind, ist totaler Bullsh*t. Selbst bei den nur 11 Beispielen sind manche äußerst dürftig beschrieben, sodass sie die tatsächliche Regel nicht wirklich wiederspiegeln, und manche sogar schlichtweg falsch (Beispiel Anlauf beim Elfmeter, bei dem man durchaus auch vollständig stoppen darf!)
Diese Präsentation ist zwar auch nicht optimal, da ein Vergleich zu "wie war es bisher" fast ausnahmslos fehlt, aber sofern man einigermaßen regelfest war sollte es reichen. Eine bessere Quelle gibt es momentan wohl nicht.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von -Cloud- am 10.07.2016 um 11:39 Uhr bearbeitet
24.08.2016 - 14:36 Uhr
Zitat von roter_teufel2
So ist es. Wird allerdings in der Praxis so gut wie nie vorkommen, weil der Schiedsrichter nur dann "Vorteil" laufen lässt und einen Platzverweis später ausspricht, wenn z.B. der Angreifer alleine aufs Tor zulaufen kann, also bei einem sehr eindeutigen und großen "Vorteil". In allen anderen Fällen wird es den Pfiff geben und der Platzverweis direkt ausgesprochen werden. Kann mir eigentlich nicht vorstellen, dass wir das überhaupt mal sehen.
Zitat von werschtche
kicker
"Platzverweis trotz "Vorteil:
Wenn ein Spieler vom Platz gestellt werden soll und der Schiedsrichter "Vorteil" gelten lässt, darf sich dieser Spieler nicht am Spiel beteiligen. Die Karte wird bei der nächsten Unterbrechung gezeigt. Wenn sich der Spieler am Spiel beteiligt, unterbricht der Schiedsrichter das Spiel, zeigt die Karte und setzt das Spiel mit einem indirekten Freistoß fort."
Wie soll das denn bitte gehen?
Ich darf mich als Spieler am Spiel nicht beteileigen, wenn ich "weiß", dass ich eine Rote Karte bekommen werde?
Zitat von -Cloud-
Wer sich über die 95 Regeländerungen informieren möchte, dem empfehle ich diese offizielle Präsentation:
http://swfv-rhein-pfalz.de/kreishomepage-wAssets/docs/DFB_Regelaenderungen_2016_Juli.pdf...
Wer sich über die 95 Regeländerungen informieren möchte, dem empfehle ich diese offizielle Präsentation:
http://swfv-rhein-pfalz.de/kreishomepage-wAssets/docs/DFB_Regelaenderungen_2016_Juli.pdf...
kicker
"Platzverweis trotz "Vorteil:
Wenn ein Spieler vom Platz gestellt werden soll und der Schiedsrichter "Vorteil" gelten lässt, darf sich dieser Spieler nicht am Spiel beteiligen. Die Karte wird bei der nächsten Unterbrechung gezeigt. Wenn sich der Spieler am Spiel beteiligt, unterbricht der Schiedsrichter das Spiel, zeigt die Karte und setzt das Spiel mit einem indirekten Freistoß fort."
Wie soll das denn bitte gehen?
Ich darf mich als Spieler am Spiel nicht beteileigen, wenn ich "weiß", dass ich eine Rote Karte bekommen werde?

So ist es. Wird allerdings in der Praxis so gut wie nie vorkommen, weil der Schiedsrichter nur dann "Vorteil" laufen lässt und einen Platzverweis später ausspricht, wenn z.B. der Angreifer alleine aufs Tor zulaufen kann, also bei einem sehr eindeutigen und großen "Vorteil". In allen anderen Fällen wird es den Pfiff geben und der Platzverweis direkt ausgesprochen werden. Kann mir eigentlich nicht vorstellen, dass wir das überhaupt mal sehen.
So etwas kommt öfter vor als man denkt. Man wird solche Situationen vielleicht nich wöchentlich, ja nicht mal monatlich in der Sportschau sehen, die dort gezeigten Spiele sind ja aber nur die Spitze des Eisbergs.
Ich hatte bisher schon einige Male den Fall, dass ich eine klare Torchance unterbunden habe um einem Spieler der verteidigenden Mannschaft wegen einer Beleidigung oder Tätlichkeit Rot zu geben. Natürlich waren der ballführende Angreifer und auch andere Teamangehörige darüber nie sonderlich erfreut, nach einer kurzen Erklärung hatte bisher aber noch jeder Verständnis, dass ich die Ausführung des Platzverweises für wichtiger erachtet habe. Wobei das natürlich auch immer eine Frage der Spielzeit und des Spielstandes ist.
Diese Situation lässt sich nun durch die neue Reglung nun aber vermeiden.
Natürlich kann ein Spieler meist nicht wissen, dass er bei der nächsten Gelegenheit vom Feld geschickt wird.
Lullaby hat das richtig erkannt: Nur der Schiedsrichter weiß, dass er Rot zeigen wollte. Es wäre insofern sogar möglich bei einem Eingriff ins Spielgeschehen einfach weiter laufen zu lassen (wurde uns auch so mit einem Augenzwinkern von unserem Lehrwart gesagt). Ich sehe allerdings abgesehen von einer kurzen jedoch mit wenigen Worten behobenen Verwirrung auch kein Problem darin, das Spiel in solchen Fällen zu unterbrechen und nach dem Platzverweis mit einem indirekten Freistoß fortzusetzen.
Diese zunächst etwas komisch wirkende Regel begrüße ich daher sehr.
Ich hatte zum Beispiel mal einen Spieler, den ich mehrfach wegen taktischen Fouls (Halten) mit Gelb-Rot runter schmeißen wollte. Er hatte aber jedes Mal das Glück, dass aus der Situation ein recht klarer Vorteil entstand, sodass er schließlich doch die volle Spielzeit überlebte. In solchen Fällen wird es nun trotz Vorteils noch den verdienten Platzverweis geben.
Natürlich sollte man diese Regel nun aber auch nur mit Sinn und Verstand und vor allem mit einem Auge für die Situation anwenden. Wenn es nach einer Rudelbildung oder gar noch mehr riecht, dann werde ich auch in Zukunft lieber die klare Torchance unterbinden um den Übeltäter direkt runter zu schmeißen und die Situation so direkt zu beruhigen.
01.12.2016 - 10:20 Uhr
Zitat von Hegermeister
Aber ob der Schiri nun Osawe und Zoua verwechselt oder Osawe als aktiv gesehen hat, ist mir eigentlich ziemlich egal.
Aber ob der Schiri nun Osawe und Zoua verwechselt oder Osawe als aktiv gesehen hat, ist mir eigentlich ziemlich egal.
Dass es den Leuten nicht egal ist, zeigen die tagelangen Diskussionen im Internet.
Nochmals: Mir geht es nicht um eine Bloßstellung der Schiedsrichter. Vielmehr glaube ich, dass sich das Verhältnis zu Schiedsrichtern in der öffentlichen Wahrnehmung etwas entspannen würde. So zumindest meine Erfahrung aus den Niederlanden. Dort werden nach dem Spiel dann Dinge gesagt wie:
"Das Spiel hat hitzig begonnen. In dieser Phase war es mir wichtig mit zwei frühen gelben Karten etwas Druck aus dem Kessel zu nehmen. In der 15. Minute hatten wir dann die Elfmeterentscheidung. Hier gibt es eigentlich keine zwei Meinungen. Der Spieler wird klar am Schienbein getroffen, in der Konsequenz ist das dann ein Strafstoß für die Heimmannschaft. Kurz vor Spielende haben ich und mein Gespann das Tor für Kaiserslautern aberkannt. Wir waren uns bewusst, dass der Torschütze nicht im Abseits stand, der Spieler Osawe allerdings eine Irritation für den gegnerischen Torhüter darstellt, somit aktiv ins Spielgeschehen eingreift und haben deshalb den Treffer nicht anerkannt. Wir können verstehen, dass sich einige Fans über diesen Pfiff ärgern, aber schlussendlich bleibt es eine 50/50-Entscheidung. "
Fachliche Analyse, Demut bei Fehlentscheidungen und einfach eine öffentliche Aufarbeitung ihrer eigenen Leistung, mit dem Mut Fehler eingestehen zu können. Man zeigt, dass man die eigene Leistung einschätzen kann, ob sie nun negativ oder positiv war. Das würde meiner Meinung nach das schwer beschädigte Verhältnis zwischen Öffentlichkeit und Schiedsrichtern verbessern. Schiedsrichter werden für den normalen Fan dadurch wieder "menschlicher", sie würden das arrogante Gehabe ablegen und Fehler würden ihnen leichter verziehen.
Soweit meine Theorie.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Ozelot am 01.12.2016 um 10:22 Uhr bearbeitet
01.12.2016 - 11:12 Uhr
Da frage mich aber dann was eine Schiribewertung des eigenen Spiels kurz nach dem Spiel bringen soll; gerade nach der Szene mit Osawe und Zoua. Der Schiedsrichter beurteilt ohne Wiederholung und wir diskutieren auch nach den Wiederholungen immer noch.
Habe mir die Sequenz bestimmt 10 x angeschaut und für mich ist es kein aktives Abseits. Das ist aber Auslegungssache und liegt im Ermessensspielraum des Schiedsrichters (Cloud - Daumen hoch für den Erklärbär) und ich kann Osawe und Zoua unterscheiden.
Wenn ich die Verwechslungsvermutung miteinbeziehe kann ich den Abseitspfiff vom Schiedsrichter in Kommunikation mit dem Linienrichter nachvollziehen. Trotzdem bleibt es für mich eine falsche Entscheidung wobei ich das Regelwerk auch nicht vollständig kenne.
Die Idee mit dem öffentlichen Erklären der Entscheidung ist marketingseitig großartig. Wurst-Manfred präsentiert die Erklärung von Schiri XY.
Nach dem Spiel könnte man direkt nachlegen und eine feste Sendung installieren - (angep*sste) Zuschauer fragen - Schiri antwortet, mit anschließender Livediskussion im Netz. Ändert zwar nichts am Ergebnis, aber wer mitdiskutiert fühlt sich verstanden
Auch wenn die Entscheidung gegen uns war (die Szene mit Mwene in unserem Strafraum könnten wir auch noch diskutieren); mit den Tatsachenentscheidungen leben wir schon seitdem wir Fußball schauen. Macht für mich auch den Reiz dieses Sports aus.
Mir ist das deutlich lieber als die achtundzwanzigste Unterbrechung in einem Spiel. Ich mag aber auch kein Popcorn und Klatschpappen und halte American Football weiterhin für Wrestling mit einem ballähnlichen Gegenstand.
Habe mir die Sequenz bestimmt 10 x angeschaut und für mich ist es kein aktives Abseits. Das ist aber Auslegungssache und liegt im Ermessensspielraum des Schiedsrichters (Cloud - Daumen hoch für den Erklärbär) und ich kann Osawe und Zoua unterscheiden.
Wenn ich die Verwechslungsvermutung miteinbeziehe kann ich den Abseitspfiff vom Schiedsrichter in Kommunikation mit dem Linienrichter nachvollziehen. Trotzdem bleibt es für mich eine falsche Entscheidung wobei ich das Regelwerk auch nicht vollständig kenne.
Die Idee mit dem öffentlichen Erklären der Entscheidung ist marketingseitig großartig. Wurst-Manfred präsentiert die Erklärung von Schiri XY.
Nach dem Spiel könnte man direkt nachlegen und eine feste Sendung installieren - (angep*sste) Zuschauer fragen - Schiri antwortet, mit anschließender Livediskussion im Netz. Ändert zwar nichts am Ergebnis, aber wer mitdiskutiert fühlt sich verstanden
Auch wenn die Entscheidung gegen uns war (die Szene mit Mwene in unserem Strafraum könnten wir auch noch diskutieren); mit den Tatsachenentscheidungen leben wir schon seitdem wir Fußball schauen. Macht für mich auch den Reiz dieses Sports aus.
Mir ist das deutlich lieber als die achtundzwanzigste Unterbrechung in einem Spiel. Ich mag aber auch kein Popcorn und Klatschpappen und halte American Football weiterhin für Wrestling mit einem ballähnlichen Gegenstand.
17.12.2016 - 14:13 Uhr
Zitat von osirisy
MMn sind die schlechten Schirileistungen mit ein Grund für den Zuschauerschwund.
Wenn fast bei jedem Spiel eine Mannschaft um Punkte beschissen wird, ist zu verstehen wenn sich die Zuschauer das nicht live antuen wollen.
MMn sind die schlechten Schirileistungen mit ein Grund für den Zuschauerschwund.
Wenn fast bei jedem Spiel eine Mannschaft um Punkte beschissen wird, ist zu verstehen wenn sich die Zuschauer das nicht live antuen wollen.
Wie kommst du denn auf das dünne Brett?
Die Zuschauer kommen nicht wegen der Schiris ins Stadion und bleiben deswegen bestimmt auch nicht weg.
Aber ja, zum einen haben wir ein Schiriproblem. Zum Anderen aber auch ein Spielerproblem!
Würden die Schiris nicht jeden Windhauch pfeifen wäre schon viel gelöst. Umgekehrt machen die Spieler momentan aber auch aus Allem ein riesen Drama. Da lässt man sich nach einem Zweikampf, der früher nichtmal ein Zucken beim Schiri ausgelöst hätte, fallen und schreit als wenn man ihm das Bein abgehackt hat.
Hier muss einfach mal wieder eine lockere Linie her. Jeden Zweikampf ab zu pfeifen kann ja nicht die Lösung sein.
31.03.2017 - 21:00 Uhr
von hier nach hierher verschoben
Dass der DFB seine Schiedsrichterstrukturen nicht ändert, erzeugt bei mir nur Kopfschütteln.
Nürnberg - KSC pfeift ein Schiedsrichter aus Stuttgart (Petersen).
Aytekin wird nie ein Pflichtspiel der Bayern pfeifen, weil er aus dem Verband "Bayern" kommt. Petersen darf ein Spiel des KSC pfeifen, weil der KSC Baden ist und Stuttgart ist Württemberg.
Ein Dr. Drees wohnt kurz vor Bingen und darf kein Spiel des FCK pfeifen, ein Dr. Kampka wohnt und arbeitet in Mainz, kommt aber gebürtig aus Schornbach in Württemberg und darf Spiele des FCK pfeifen.
Es sollte ein Kreis von (sagen wir mal) 200 Km um den Wohn- und Geburtsort des Schiedsrichters gezogen werden und alle Vereine aus diesem Bereich darf der Schiri nicht pfeifen! Welz aus Wiesbaden darf doch auch keine Pflichtspiele von M05 pfeifen, obwohl es zwei verschiedene "Regionen" sind. Es gibt 23 Erstligaschiedsrichter und 21 Zweitligaschiedsrichter und ausgerechnet ein Stuttgarter Schiedsrichter muss dieses Spiel pfeifen?
Ich gestehe, ich habe das Spiel nicht gesehen und kann auch nicht beurteilen, ob die Elfmeterentscheidungen richtig oder falsch waren, es geht auch nicht um parteiisch oder unparteiisch, es geht ums Prinzip!
Zitat von FCK-News
2:1 wieder Elfer unglaublich was sich diese Schiris diese Saison alles rausnehmen, da ist einer schlechter als der andere...
2:1 wieder Elfer unglaublich was sich diese Schiris diese Saison alles rausnehmen, da ist einer schlechter als der andere...
Dass der DFB seine Schiedsrichterstrukturen nicht ändert, erzeugt bei mir nur Kopfschütteln.
Nürnberg - KSC pfeift ein Schiedsrichter aus Stuttgart (Petersen).
Aytekin wird nie ein Pflichtspiel der Bayern pfeifen, weil er aus dem Verband "Bayern" kommt. Petersen darf ein Spiel des KSC pfeifen, weil der KSC Baden ist und Stuttgart ist Württemberg.
Ein Dr. Drees wohnt kurz vor Bingen und darf kein Spiel des FCK pfeifen, ein Dr. Kampka wohnt und arbeitet in Mainz, kommt aber gebürtig aus Schornbach in Württemberg und darf Spiele des FCK pfeifen.
Es sollte ein Kreis von (sagen wir mal) 200 Km um den Wohn- und Geburtsort des Schiedsrichters gezogen werden und alle Vereine aus diesem Bereich darf der Schiri nicht pfeifen! Welz aus Wiesbaden darf doch auch keine Pflichtspiele von M05 pfeifen, obwohl es zwei verschiedene "Regionen" sind. Es gibt 23 Erstligaschiedsrichter und 21 Zweitligaschiedsrichter und ausgerechnet ein Stuttgarter Schiedsrichter muss dieses Spiel pfeifen?
Ich gestehe, ich habe das Spiel nicht gesehen und kann auch nicht beurteilen, ob die Elfmeterentscheidungen richtig oder falsch waren, es geht auch nicht um parteiisch oder unparteiisch, es geht ums Prinzip!
19.08.2017 - 19:01 Uhr
@weissherbstschorle
Ich gehöre nicht der Fraktion an, die der Meinung ist, dass früher alles besser war...ich habe auch nach wie vor nichts gegen Veränderungen, so sie denn gut begründet sind.
Ja, okay...im Alter reflektiert man mehr als in der Jugend...aber ist das ein Fehler?
Gelbrote Karten? Hohe Rückennummern? Der Torwart, der einen Rückpass mit der Hand aufnehmen durfte? Zwei oder drei Punkte für einen Sieg? Maximal drei Ausländer pro Team?
Sicherlich, Du hast Beispiele von Regeländerungen erwähnt, die schon damals kontrovers diskutiert wurden.
Ich glaube aber zunächst einmal, dass der Videobeweis den Fußball sehr viel nachhaltiger beeinflussen wird als die von Dir erwähnten Beispiele...
Der Videobeweis wurde immer nur unter technischen Gesichtspunkten hinsichtlich seiner Umsetzung betrachtet...und genau darin liegt der Fehler...die psychologischen Effekte wurden vollends ausgeklammert.
Wie viele Betrugsfälle durch den Schiedsrichter auf dem Platz hatten wir in den letzten 50 Jahren? Die kannst Du mehr oder weniger an einer Hand abzählen, zumindest wenn Du die 1. oder 2. Bundesliga in unserem Lande nimmst...
Der Schiedsrichter beurteilt eine Situation auf dem Platz in Sekundenschnelle...der Handlungsdruck, der Druck in kürzester Zeit das gerade hautnah Erlebte richtig zu beurteilen, ist so groß, dass der Schiedsrichter in der Regel richtig entscheidet, oder, und das ist in dem Zusammenhang von elementarer Bedeutung, dass eine dritte Person bereit ist, die Fehler des Schiedsrichters zu verzeihen. Zu verzeihen, weil ihr die Schwächen der Wahrnehmung des Schiedsrichters bewusst sind. Dem Schiedsrichter billigt man zu, dass er in diesem Moment geradezu intuitiv nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt hat. Wenn er einen Fehler gemacht hat, dann hat er ihn in einer Stresssituation begangen. Und er hat diesen Fehler exakt dort und zur exakt selben Zeit begangen, wie die Spieler, die ja auch ständig Fehler begehen.
Der Videoschiedsrichter ist aber in einer gänzlich anderen Situation...die Wahrscheinlichkeit, in seinen Entscheidungsprozess psychologischer Einflüsse zu erliegen, die sich nicht unmittelbar aus der Handlung der zu beurteilenden Situation ergeben, ist bei ihm viel größer als bei dem Unparteiischen auf dem Platz.
Das wird den Fußball nachhaltiger als all´die anderen Neuerungen verändern.
Bislang resultierten Sieg oder Niederlage aus den Leistungen der Akteure auf dem Platz, aus Glück oder Pech oder aus einer Fehlentscheidung des Schiedrichters heraus...jetzt kommt eine Komponente von Außen hinzu, jetzt gibt´s jemanden, der gar nicht einmal im Stadion anwesend ist, und trotzdem ganz alleine das Spiel entscheiden kann...und bislang noch nicht einmal größere Gefahr laufen muss, sich für seinen Eingriff ins Spiel rechtfertigen zu müssen...
Am Ende verliert nur...der Sport...
Ich gehöre nicht der Fraktion an, die der Meinung ist, dass früher alles besser war...ich habe auch nach wie vor nichts gegen Veränderungen, so sie denn gut begründet sind.
Ja, okay...im Alter reflektiert man mehr als in der Jugend...aber ist das ein Fehler?
Gelbrote Karten? Hohe Rückennummern? Der Torwart, der einen Rückpass mit der Hand aufnehmen durfte? Zwei oder drei Punkte für einen Sieg? Maximal drei Ausländer pro Team?
Sicherlich, Du hast Beispiele von Regeländerungen erwähnt, die schon damals kontrovers diskutiert wurden.
Ich glaube aber zunächst einmal, dass der Videobeweis den Fußball sehr viel nachhaltiger beeinflussen wird als die von Dir erwähnten Beispiele...
Der Videobeweis wurde immer nur unter technischen Gesichtspunkten hinsichtlich seiner Umsetzung betrachtet...und genau darin liegt der Fehler...die psychologischen Effekte wurden vollends ausgeklammert.
Wie viele Betrugsfälle durch den Schiedsrichter auf dem Platz hatten wir in den letzten 50 Jahren? Die kannst Du mehr oder weniger an einer Hand abzählen, zumindest wenn Du die 1. oder 2. Bundesliga in unserem Lande nimmst...
Der Schiedsrichter beurteilt eine Situation auf dem Platz in Sekundenschnelle...der Handlungsdruck, der Druck in kürzester Zeit das gerade hautnah Erlebte richtig zu beurteilen, ist so groß, dass der Schiedsrichter in der Regel richtig entscheidet, oder, und das ist in dem Zusammenhang von elementarer Bedeutung, dass eine dritte Person bereit ist, die Fehler des Schiedsrichters zu verzeihen. Zu verzeihen, weil ihr die Schwächen der Wahrnehmung des Schiedsrichters bewusst sind. Dem Schiedsrichter billigt man zu, dass er in diesem Moment geradezu intuitiv nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt hat. Wenn er einen Fehler gemacht hat, dann hat er ihn in einer Stresssituation begangen. Und er hat diesen Fehler exakt dort und zur exakt selben Zeit begangen, wie die Spieler, die ja auch ständig Fehler begehen.
Der Videoschiedsrichter ist aber in einer gänzlich anderen Situation...die Wahrscheinlichkeit, in seinen Entscheidungsprozess psychologischer Einflüsse zu erliegen, die sich nicht unmittelbar aus der Handlung der zu beurteilenden Situation ergeben, ist bei ihm viel größer als bei dem Unparteiischen auf dem Platz.
Das wird den Fußball nachhaltiger als all´die anderen Neuerungen verändern.
Bislang resultierten Sieg oder Niederlage aus den Leistungen der Akteure auf dem Platz, aus Glück oder Pech oder aus einer Fehlentscheidung des Schiedrichters heraus...jetzt kommt eine Komponente von Außen hinzu, jetzt gibt´s jemanden, der gar nicht einmal im Stadion anwesend ist, und trotzdem ganz alleine das Spiel entscheiden kann...und bislang noch nicht einmal größere Gefahr laufen muss, sich für seinen Eingriff ins Spiel rechtfertigen zu müssen...
Am Ende verliert nur...der Sport...
01.10.2017 - 19:58 Uhr
Kleiner Nachtrag zum kuriosen Handspiel in Sandhausen.
Ich hatte mich wenige Tage nach dem Spiel mal an höhere Stelle in Sachen Regelwerk und deren Auslegung gewandt, ohne jetzt Namen nennen zu wollen.
Da derjenige besseres zu tun hat, als auf Mails von mir zu warten, hat es ein wenig gedauert. Hier nun aber eine Zusammenfassung dessen, was dabei raus gekommen ist:
Der SRA hat den Pfiff wahrgenommen. Der SR zwar nicht, jedoch kann der schließlich auch Entscheidungen ändern und zurücknehmen, sofern er von einem Fehler überzeugt wird, solange das Spiel nicht fortgesetzt wurde.
Die Regel ist wie schon von mir vermutet eher für den Sportplatz um die Ecke mit geringerer Geräuschkulisse und zum Teil parallelem Spielbetrieb als für die vollen Bundesligastadien mit ihren ständigen störenden Pfiffen von den Rängen gedacht. Dennoch ist die Befolgung der Regel natürlich auch im Profifußball faktisch korrekt und in diesem Fall - in dem der Verteidiger den Ball ohne Not in die Hand genommen hat - auch durchaus im Sinne der Sache ausgelegt.
Zwei Wochen zuvor gab es wohl auch einen ähnlichen Zwischenfall in der Oberliga BaWü. Dort ist es bei der Elfmeterentscheidung geblieben, der wurde jedoch im Sinne des Fairplays neben das Tor gesetzt.
Vielleicht noch nice to know:
Wenn ein Verein mit solch störenden Pfiffen von den Rängen auffällt und diese auch nach indirekter Aufforderung durch den SR (über eine Durchsage) nicht unterlassen werden, kann es wohl zu empfindlichen Geldstrafen für den Verein ähnlich dem Einsatz von Bengalos kommen.
Ich hatte mich wenige Tage nach dem Spiel mal an höhere Stelle in Sachen Regelwerk und deren Auslegung gewandt, ohne jetzt Namen nennen zu wollen.
Da derjenige besseres zu tun hat, als auf Mails von mir zu warten, hat es ein wenig gedauert. Hier nun aber eine Zusammenfassung dessen, was dabei raus gekommen ist:
Der SRA hat den Pfiff wahrgenommen. Der SR zwar nicht, jedoch kann der schließlich auch Entscheidungen ändern und zurücknehmen, sofern er von einem Fehler überzeugt wird, solange das Spiel nicht fortgesetzt wurde.
Die Regel ist wie schon von mir vermutet eher für den Sportplatz um die Ecke mit geringerer Geräuschkulisse und zum Teil parallelem Spielbetrieb als für die vollen Bundesligastadien mit ihren ständigen störenden Pfiffen von den Rängen gedacht. Dennoch ist die Befolgung der Regel natürlich auch im Profifußball faktisch korrekt und in diesem Fall - in dem der Verteidiger den Ball ohne Not in die Hand genommen hat - auch durchaus im Sinne der Sache ausgelegt.
Zwei Wochen zuvor gab es wohl auch einen ähnlichen Zwischenfall in der Oberliga BaWü. Dort ist es bei der Elfmeterentscheidung geblieben, der wurde jedoch im Sinne des Fairplays neben das Tor gesetzt.
Vielleicht noch nice to know:
Wenn ein Verein mit solch störenden Pfiffen von den Rängen auffällt und diese auch nach indirekter Aufforderung durch den SR (über eine Durchsage) nicht unterlassen werden, kann es wohl zu empfindlichen Geldstrafen für den Verein ähnlich dem Einsatz von Bengalos kommen.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von -Cloud- am 01.10.2017 um 20:08 Uhr bearbeitet
02.10.2017 - 12:23 Uhr
Naja ob sie im Profi- und Halbprofibereich immer so ausgelegt wird ist natürlich eine andere Frage.
Eventuell gibt es ja bereits ein Gegenbeispiel aus der OL BW. Wobei ich da die näheren Umstände nicht kenne und zumindest die Frage, ob jemand aus dem SR-Team den Pfiff gehört hat, ist für die Entscheidungsfindung von zentraler Bedeutung.
Es wäre wohl auch ok gewesen den Elfmeter nicht zurück zu nehmen. Hier hat der SR im Profifußball einfach noch einen gewissen Ermessensspielraum.
Es ist jedoch ein wenig paranoid daraus eine Benachteiligung des FCK zu stricken, da "umgekehrt bestimmt nicht so entschieden worden wäre".
Die SR pfeifen nicht immer richtig, sie pfeifen - vor allem in den letzten Jahren - manchmal sogar echt beschissen und haben mit dem verpfiffenen Aufstieg eventuell sogar einen Sargnagel des FCK beigesteuert. Doch die SR sind ganz sicher nicht prinzipiell gegen den FCK aufgelegt.
Eventuell gibt es ja bereits ein Gegenbeispiel aus der OL BW. Wobei ich da die näheren Umstände nicht kenne und zumindest die Frage, ob jemand aus dem SR-Team den Pfiff gehört hat, ist für die Entscheidungsfindung von zentraler Bedeutung.
Es wäre wohl auch ok gewesen den Elfmeter nicht zurück zu nehmen. Hier hat der SR im Profifußball einfach noch einen gewissen Ermessensspielraum.
Es ist jedoch ein wenig paranoid daraus eine Benachteiligung des FCK zu stricken, da "umgekehrt bestimmt nicht so entschieden worden wäre".
Die SR pfeifen nicht immer richtig, sie pfeifen - vor allem in den letzten Jahren - manchmal sogar echt beschissen und haben mit dem verpfiffenen Aufstieg eventuell sogar einen Sargnagel des FCK beigesteuert. Doch die SR sind ganz sicher nicht prinzipiell gegen den FCK aufgelegt.
11.12.2017 - 00:16 Uhr
Das gif stammt von mir, hab mich über die Aktion so aufgeregt das ich das einfach irgendwo posten muss, auch wenns im Endeffekt eh keinem was bringt. Aber wie dort geschrieben, ich hab selten solch ein arrogantes Verhalten eines Schiedsrichters live erleben dürfen. Und solch eine Unsportlichkeit (Handschlag verweigern ist das für mich definitiv) hat gerade im Schiedsrichterwesen absolut gar nichts verloren. Aber bevor sich der DFB dazu äußert haben wir eher 40°C an Heiligabend.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Sanogo24 am 11.12.2017 um 00:18 Uhr bearbeitet
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