BVB - Transferpolitik
14.02.2015 - 15:43 Uhr
18.07.2018 - 14:37 Uhr
"„Jeder Spitzenspieler, der den Verein verlassen hat, ist nicht annähernd gleichwertig ersetzt worden“, kritisiert Holzmann. „Dadurch ist die sportliche Konkurrenzfähigkeit dramatisch verschlechtert worden.“ Ein Blick auf die Personalrochade der zurückliegenden Jahre zeigt, was er meint."
Ja Glückwunsch, was 'ne Feststellung... und das sollen die Managementfehler sein? Wie genau soll ein Verein mit 200, 300 Mio € Umsatz Spieler wie Hummels, Lewandowski oder den jungen Götze gleichwertig ersetzen? Weltklassespieler wollen eben zur Creme de la Creme Europas, deswegen verlassen sie den BVB ja und gehen zu den Bayern, nach Manchester oder Madrid.
Ja Glückwunsch, was 'ne Feststellung... und das sollen die Managementfehler sein? Wie genau soll ein Verein mit 200, 300 Mio € Umsatz Spieler wie Hummels, Lewandowski oder den jungen Götze gleichwertig ersetzen? Weltklassespieler wollen eben zur Creme de la Creme Europas, deswegen verlassen sie den BVB ja und gehen zu den Bayern, nach Manchester oder Madrid.
18.07.2018 - 14:57 Uhr
Zitat von Nic
Insgesamt einige sehr interessante Aspekte in deinem Beitrag. Im folgenden gehe ich noch auf einzelne Aspekte ein.
Hier drängt sich die Frage auf, wie weit muss man dem Rest der Liga enteilen, damit dieser Rest einem nicht mehr gefährlich werden kann? Als Vergleich würde ich sogar die Bayern heranziehen, die ganz pauschal betrachtet in den Jahren vor 2011 einen ähnlich großen finanziellen Vorsprung auf den Rest hatten (wenn nicht sogar etwas größer), als der BVB aktuell. In dieser Zeit gab es bei den Bayern auch nicht die große Konstanz, sie unterlagen in ihrem sportlichen Abschneiden viel größeren Schwankungen.
In einer ähnlichen Situation sehe ich den BVB jetzt auch. Finanziell zwar vorne, wenn aber zu viele Fehler gemacht werden (z.B. in der Trainerwahl, bei uns Bosz, damals z.B. Klinsmann) können die anderen recht schnell heranrücken. Unser Vorsprung reicht also nicht aus, um kapitale Fehler komplett kompensieren zu können. Läuft hingegen alles einigermaßen nach Plan, erleben wir ein Jahr wie 2015/16. Klarer Abstand zu Bayern und klarer Abstand zum Rest.
Wie groß müsste also der Vorsprung sein, damit das sportliche Ziel Platz 2 (bei Bayern Platz 1) selbst unter schweren Bedingungen immer erreicht werden kann?
Zitat von BVBBC
Allerdings hat der BVB innerhalb der Liga die Verhältnisse auch massiv zu seinen Gunsten verschoben und da zeigen ja allein schon die Platzierungen, dass es den zweiten Leuchtturm, von dem man zwischen 2010 und 2016 reden konnte nicht mehr gibt. Das lässt sich auch in genannten 5-Jahres-Zeiträumen aufzeigen, in dem die Bayern uns und dem Rest der Liga enteilt sind, während der Rest näher an den BVB herangerückt ist, weil die eigene Performance nachgelassen hat. Von 08-13 hat man im Schnitt 1,99 Punkte geholt, was 0,16 weniger waren als die Bayern holten sowie 0,25 mehr als der 3. Leverkusen holen konnte. Von 13-18 hat man nur noch 1,85 Punkte im Schnitt geholt, was nun 0,64 Punkte weniger waren als die Bayern holen konnten und 0,21 weniger als die weiterhin 3. Leverkusener. Dazu kommt nun auch noch Leipzig, die erst 2 Jahre erstklassig sind, aber in diesem Zeitraum einen Punkteschnitt von 1,76 holen konnten, mit dem sie quasi 3. sind. Aus den Top 6 hat nur der VfB stärker nachgelassen, als der BVB. Dazu kommen auch noch Mannschaften, wie Hoffenheim oder Gladbach, die den Wettbewerb um die internationalen Plätze angekurbelt haben und dafür sorgten, dass das Feld hinter dem BVB in den letzten 5 Jahren besser punkten konnte als in den 5 Jahren davor (1,6 vs. 1,54 - Punkteschnitt von Platz 3-7).
Allerdings hat der BVB innerhalb der Liga die Verhältnisse auch massiv zu seinen Gunsten verschoben und da zeigen ja allein schon die Platzierungen, dass es den zweiten Leuchtturm, von dem man zwischen 2010 und 2016 reden konnte nicht mehr gibt. Das lässt sich auch in genannten 5-Jahres-Zeiträumen aufzeigen, in dem die Bayern uns und dem Rest der Liga enteilt sind, während der Rest näher an den BVB herangerückt ist, weil die eigene Performance nachgelassen hat. Von 08-13 hat man im Schnitt 1,99 Punkte geholt, was 0,16 weniger waren als die Bayern holten sowie 0,25 mehr als der 3. Leverkusen holen konnte. Von 13-18 hat man nur noch 1,85 Punkte im Schnitt geholt, was nun 0,64 Punkte weniger waren als die Bayern holen konnten und 0,21 weniger als die weiterhin 3. Leverkusener. Dazu kommt nun auch noch Leipzig, die erst 2 Jahre erstklassig sind, aber in diesem Zeitraum einen Punkteschnitt von 1,76 holen konnten, mit dem sie quasi 3. sind. Aus den Top 6 hat nur der VfB stärker nachgelassen, als der BVB. Dazu kommen auch noch Mannschaften, wie Hoffenheim oder Gladbach, die den Wettbewerb um die internationalen Plätze angekurbelt haben und dafür sorgten, dass das Feld hinter dem BVB in den letzten 5 Jahren besser punkten konnte als in den 5 Jahren davor (1,6 vs. 1,54 - Punkteschnitt von Platz 3-7).
Insgesamt einige sehr interessante Aspekte in deinem Beitrag. Im folgenden gehe ich noch auf einzelne Aspekte ein.
Zitat von usernick
Der Witz ist also, dass die Bayern ihren Wettbewerbsvorteil vollauf ausgespielt haben, den sie gegenüber dem Rest der Liga haben, indem sie massiv zulegen konnten, während der BVB seinen eigenen Wettbewerbsvorteil gegenüber allen anderen Mannschaften nicht ausspielen konnte - ich hab mal die Zahlen von Deloitte genommen, um nicht alle Zahlen einzeln herauszusuchen. Daher gibt es in meinen Augen auch hinsichtlich der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen eine klare Abwärtstendenz. Abgesehen von Leipzig hat schließlich kein Bundesligist mehr Umsatzwachstum zu verzeichnen gehabt - selbst die Bayern nur in absoluten Zahlen. In der ersten 5-Jahres-Periode waren bspw. sogar die Blauen noch klar vor dem BVB, was den Umsatz angeht, die aber nur um 38% in dieser Kategorie zulegen konnten, während der BVB seinen Umsatz mehr als verdoppelt hat. Um es mal noch plastischer darzustellen:
Der Witz ist also, dass die Bayern ihren Wettbewerbsvorteil vollauf ausgespielt haben, den sie gegenüber dem Rest der Liga haben, indem sie massiv zulegen konnten, während der BVB seinen eigenen Wettbewerbsvorteil gegenüber allen anderen Mannschaften nicht ausspielen konnte - ich hab mal die Zahlen von Deloitte genommen, um nicht alle Zahlen einzeln herauszusuchen. Daher gibt es in meinen Augen auch hinsichtlich der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen eine klare Abwärtstendenz. Abgesehen von Leipzig hat schließlich kein Bundesligist mehr Umsatzwachstum zu verzeichnen gehabt - selbst die Bayern nur in absoluten Zahlen. In der ersten 5-Jahres-Periode waren bspw. sogar die Blauen noch klar vor dem BVB, was den Umsatz angeht, die aber nur um 38% in dieser Kategorie zulegen konnten, während der BVB seinen Umsatz mehr als verdoppelt hat. Um es mal noch plastischer darzustellen:
Hier drängt sich die Frage auf, wie weit muss man dem Rest der Liga enteilen, damit dieser Rest einem nicht mehr gefährlich werden kann? Als Vergleich würde ich sogar die Bayern heranziehen, die ganz pauschal betrachtet in den Jahren vor 2011 einen ähnlich großen finanziellen Vorsprung auf den Rest hatten (wenn nicht sogar etwas größer), als der BVB aktuell. In dieser Zeit gab es bei den Bayern auch nicht die große Konstanz, sie unterlagen in ihrem sportlichen Abschneiden viel größeren Schwankungen.
In einer ähnlichen Situation sehe ich den BVB jetzt auch. Finanziell zwar vorne, wenn aber zu viele Fehler gemacht werden (z.B. in der Trainerwahl, bei uns Bosz, damals z.B. Klinsmann) können die anderen recht schnell heranrücken. Unser Vorsprung reicht also nicht aus, um kapitale Fehler komplett kompensieren zu können. Läuft hingegen alles einigermaßen nach Plan, erleben wir ein Jahr wie 2015/16. Klarer Abstand zu Bayern und klarer Abstand zum Rest.
Wie groß müsste also der Vorsprung sein, damit das sportliche Ziel Platz 2 (bei Bayern Platz 1) selbst unter schweren Bedingungen immer erreicht werden kann?
An sich ein interessanter Ansatz, dieser Vergleich, allerdings glaube ich nicht, dass Geld vor beliebig großen Fehlern schützt. Dazu bedeuten Fehler auch immer einen Verlust von Geldern - allein in der CL können 2-3 Spiele mehr oder weniger direkt (Prämien) und indirekt (Image) schon einiges ausmachen -, sodass Fehler vor allem auf Dauer teuer sind, weil sie sportlich umso mehr durchschlagen - gibt es da keinen Durchbruch, nehmen Fehler und deren Folgen exponentiell zu. Allerdings finde ich es schwer sich mit den Bayern in einem 5-Jahres-Zeitraum zu vergleichen, da die Bayern in jeder Kategorie die Liga angeführt haben und dahingehend Vorsprung hatten. Viel interessanter ist doch eher, wenn man sich deshalb mit anderen Teams vergleicht, die in einem 5 Jahreszeitraum die Position des BVB inne hatten. Daher stelle ich mir eher die Frage, ob wir aktuell nicht eher in der Situation von Werder stecken, die zwischen 2003 und 2008 ungefähr auf dieselbe Punktausbeute kamen, wie der BVB zwischen 2008 und 2013 (335 (Werder) vs. 338 (BVB)).
Die eigentlich interessante Frage ist daher: was kostet die Aufrechterhaltung des Status quo Platz 2 und wie viele Fehler sind dabei zulässig? Oder auch: warum ist die Fehleranfälligkeit auf Platz 2 so hoch?
Das hat viel mit der Marktmacht der Bayern zu tun, die im Wesentlichen immer dann ausgespielt wurde, wenn jemand zu nahe kam, sodass die jeweilige Mannschaft transferpolitisch das Risiko zur Aufrechterhaltung des Status quo erhöht hat. Dabei hat man an sich erfolgreiche Strategien verlassen, was auch der bereits angesprochene Fluch des Geldes umso mehr bedingt hat. Für mich setzt das Thema daher schon vor Tuchel an, wenngleich die Trainerwahl - insbesondere wenn sie experimentellen Charakter hat und dermaßen große Unterschiede in der Ausrichtung vorgenommen werden - darauf auch nochmal einen großen Einfluss nimmt - mitunter ist der Transfersommer 2016 deswegen ja so schwerwiegend, da sich hier alle Probleme potenziert haben!
Zitat von usernick
Die Bayern haben zwischen 08-13 pro Punkt 4,37 Mio. Umsatz benötigt, was in den letzten 5 Jahren dann 6,08 Mio. - also +39% - wurden. Die Blauen haben pro Punkt 2,88 Mio. benötigt, was zuletzt dann 4,02 Mio. - also +40% - geworden sind. Der BVB hat in den letzten 5 Jahren pro Punkt 124% mehr Umsatz benötigt als noch in den 5 Jahren zuvor, sodass es heute 4,51 Mio. Umsatz pro Punkt sind (wobei die Zahlen wahrscheinlich sogar noch zum Vorteil des BVB sind, da man 2008 gar nicht erst in der Money League auftauchte, sodass von mir hochgerechnet wurde). Oder anders ausgedrückt: für 44 Punkte mehr, als die Blauen, hat der BVB knapp 330 Mio. mehr Umsatz machen müssen. Heißt also, dass die sportliche Performance nicht zur finanziellen Performance passt, die dummerweise auf Dauer von der sportlichen Performance bestimmt wird. Daher sehe ich es anders, dass es nicht viele Teams gibt, die mehr aus ihren finanziellen Möglichkeiten gemacht haben, da es diese Teams sogar in der Bundesliga gibt, für die es nur eben nicht für die großen Erfolge gereicht hat. Der BVB war zwar erfolgreicher und relativ konstant, in den letzten 10 Jahren, aber das kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass Aufwand und Ertrag immer schlechter zusammenpassen und - letztendlich transferpolitische - Fehler gemacht wurden - nicht nur, verglichen mit dem Zeitraum der Meisterjahre, sondern auch in Relation zur Konkurrenz, bei der interessanterweise auch kaum einer als fehlerfrei gelten darf, falls überhaupt einer.
Die Bayern haben zwischen 08-13 pro Punkt 4,37 Mio. Umsatz benötigt, was in den letzten 5 Jahren dann 6,08 Mio. - also +39% - wurden. Die Blauen haben pro Punkt 2,88 Mio. benötigt, was zuletzt dann 4,02 Mio. - also +40% - geworden sind. Der BVB hat in den letzten 5 Jahren pro Punkt 124% mehr Umsatz benötigt als noch in den 5 Jahren zuvor, sodass es heute 4,51 Mio. Umsatz pro Punkt sind (wobei die Zahlen wahrscheinlich sogar noch zum Vorteil des BVB sind, da man 2008 gar nicht erst in der Money League auftauchte, sodass von mir hochgerechnet wurde). Oder anders ausgedrückt: für 44 Punkte mehr, als die Blauen, hat der BVB knapp 330 Mio. mehr Umsatz machen müssen. Heißt also, dass die sportliche Performance nicht zur finanziellen Performance passt, die dummerweise auf Dauer von der sportlichen Performance bestimmt wird. Daher sehe ich es anders, dass es nicht viele Teams gibt, die mehr aus ihren finanziellen Möglichkeiten gemacht haben, da es diese Teams sogar in der Bundesliga gibt, für die es nur eben nicht für die großen Erfolge gereicht hat. Der BVB war zwar erfolgreicher und relativ konstant, in den letzten 10 Jahren, aber das kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass Aufwand und Ertrag immer schlechter zusammenpassen und - letztendlich transferpolitische - Fehler gemacht wurden - nicht nur, verglichen mit dem Zeitraum der Meisterjahre, sondern auch in Relation zur Konkurrenz, bei der interessanterweise auch kaum einer als fehlerfrei gelten darf, falls überhaupt einer.
Die Berechnung finde ich sehr spannend, allerdings halte ich sie für methodisch falsch bzw. ungeschickt. Ungeschickt insbesondere in der Wahl der Größe Umsatz. Die passendere Größe wäre der Lizenzspieleretat. Die von dir gewählte Größe führt gerade am Beispiel Schalke zu einem falschen Eindruck und dann teilweise zu falschen Schlussfolgerungen. Schalke hatte z.B. bis zur Saison 2015/16 einen höheren Gehaltsetat als der BVB, das ganze aber bei teilweise deutlich niedrigeren Umsätzen lt. Deloitte Money League. Wie konnten sie das machen? Durch die Quersubventionierung mit Spielerverkäufen wie von Neuer, Draxler oder Sane. Ein ähnliches Beispiel wäre Leipzig (nur zur Veranschaulichung, du hattest sie ja nicht genannt). Bezogen auf den Umsatz stehen wir in deiner Rechnung Umsatz pro Punkt viel schlechter da, weil Leipzig sich nicht nur durch die von dir gewählte Größe Umsatz finanziert, sondern auch massiv durch Aufnahme von Darlehen, begeben von der irgendwelchen Red Bull Gesellschaften. Nicht umsonst hatten die Leipziger Verbundverbidlichkeiten von über 70 Mio.
Das ist mir bewusst gewesen, weswegen ich es durch die Blume ja auch schon im vorherigen Beitrag zugegeben habe, dass ich es mir da etwas einfach gemacht habe. Mir ging es nur mal darum eine ungefähre Vorstellung davon zu bekommen, was jeder Punkt derzeit kostet und wollte dabei auch eine halbwegs konsistente Möglichkeit zum Vergleich haben. Das ist ansonsten nur schwer möglich, angesichts unterschiedlicher Zeiträume des Geschäftsjahres, noch größeren Lücken in den veröffentlichten Daten oder Verzerrungen ebendieser Daten, aufgrund dieser Lücken - von Leverkusen und Leipzig weiß man bspw. quasi gar nichts.
Ansonsten sind wir seit dem letzten Geschäftsjahr auch nicht gerade frei von Quersubventionierung.
Alles in allem führt die Berechnung anhand der Größe Umsatz pro Punkt zu keinem belastbaren Ergebnis. Es wäre sehr interessant zu sehen, was für ein Ergebnis die Betrachtung Personalkosten/Punkt hervorbringt.
Das wird nur sehr lückenhaft möglich sein, zumal wir ja auch noch Störgrößen (bspw. Handgelder oder Unterschiede in der Differenzierung von Gehältern und Boni) in den veröffentlichten Daten kennen, durch die eine exakte Bestimmung des Etats quasi unmöglich ist. Allerdings ist das beim BVB auch gar nicht so sehr entscheidend, wie ich finde, da sich hier schon sehr gut ableiten lässt, wie unkonstant man war - und daraus auch nochmal ableiten kann, was ich oben als These aufgestellt habe, dass ich nicht glaube, dass Geld vor beliebig großen Fehlern schützt. Also mal nur für den BVB:
Geschäftsjahr | Personalaufwand (gesamt) pro Punkt | Punkte
16/17 | 2,8 Mio. | 55
15/16 | 1,8 Mio. | 78
14/15 | 2,6 Mio. | 46
13/14 | 1,5 Mio. | 71
Zum Vergleich noch die Bayern in den letzten beiden veröffentlichten Geschäftsjahren:
16/17 | 3,2 Mio. | 82
15/16 | 3 Mio. | 88
und die Blauen für die Jahre 2017 und 2016:
2017 | 2,2 Mio. | 55
2016 | 2,6 Mio. | 43
Ich glaube dabei nicht, dass uns der Vergleich mit den Bayern oder den Blauen klüger macht, aber schon sehr gut aus den eigenen Schwankungen Schlussfolgerungen gezogen werden können und müssen. Denn diese sind - auch im Vergleich - viel zu extrem!
Dazu gibt es eine weitere Dimension, die mir zunehmend Sorge bereitet: die Personalkostenquote und deren Entwicklung. So hatten die Bayern 2010/11 eine Personalkostenquote von 50,1%. Diese sank seitdem einigermaßen konstant auf 41,4% in 2016/17. Beim BVB nimmt die Personalkostenquote gerade den umgekehrten Weg, liegt klar über der der Bayern (43,9%) und dabei ist der Umsatz auch noch massiv durch Transfereinnahmen beeinflusst. So ist der Unterschied in der Personalkostenquote exklusive Transfers in 16/17 in meinen Augen schon ziemlich extrem (BVB: 54,2% vs. Bayern: 45,1%). Allein darin zeigt sich dann ja auch irgendwo, dass die Bayern verhältnismäßig weniger Aufwand betreiben müssen und auch noch weniger Risiko nehmen, um trotzdem besser abzuschneiden - die Absolutkosten pro Punkt sind also relativ betrachtet nicht besonders hoch. Das zeigt auch in der Konsequenz die negative Entwicklung der Liga: sie werden immer weniger gefordert und die Reichen werden reicher.
Beim BVB ist das aber nicht der Fall, womit wir wieder beim Thema Proportionalität von Aufwand und Ertrag wären, wobei einige Entwicklungen beim BVB nicht stimmen, die durch die Transferpolitik bedingt sind.
Ferner müsste man wahrscheinlich auch noch den abnehmenden Grenznutzen weiterer Gehaltsausgaben mit einbeziehen, da ich mit wachsender Punktzahl vermutlich mehr Geld für jeden zusätzlichen Punkt in die Hand nehmen muss. Das Verhältnis von Geld zu Punkten ist nicht linear im Fussball.
Das ist ein wichtiger Punkt. Als Phrase könnte man es auch so formulieren: oben wird die Luft immer dünner. Trotzdem passt die Verhältnismäßigkeit eben nicht, wenn man sieht, wie überproportional die Einnahmen steigen mussten, um heutige Ergebnisse sicherzustellen. Ich glaube jedenfalls nicht, dass es ein Zufall ist und die Bayern sowie die Blauen heute ungefähr 40% mehr pro Punkt verdienen müssen, sondern würde auch für andere Bundesligisten, wie bspw. Leverkusen, ähnliche Ergebnisse erwarten.
Zitat von usernick
Die Erwartung an den BVB wäre in den letzten Jahren also gewesen, dass man seine Stellung als zweiter Leuchturm ausbaut - was trotzdem hieße, dass man auf die Bayern verloren hätte -, während tatsächlich das Gegenteil passiert ist, weil der sportliche Vorsprung - insbesondere, wenn man den Betrachtungszeitraum verringert - kleiner geworden ist, obwohl der finanzielle Vorsprung vor dem Rest der Liga anwuchs. Man war somit ein perfekter Underdog unter Klopp, der weit mehr aus seinen Möglichkeiten gemacht hat, als eigentlich drin war. Heute ist man kein Underdog mehr, aber man macht auch nicht mehr (konstant) das aus seinen Möglichkeiten, was drin wäre und muss - im Vergleich zur Konkurrenz - überproportional hohen Aufwand für schlechtere Resultate beitreiben. Der Übergang zwischen beiden Phasen war dabei schwierig, wahrscheinlich muss man sogar von einer Kunst reden, wenn man diesen Übergang fließend meistert, aber der BVB hat diesen Übergang bis heute noch nicht geschafft, was sich auch in verschiedensten transferpolitischen Veränderungen zeigt, wie dem festen Einplanen der CL im Etat oder grundsätzlich veränderten Transferstrategien (möglichst viel Potenzial, für möglichst wenig Geld und drum herum die passenden Arbeiter, die die Summe aller Einzelspieler maximiert --> möglichst viel Potenzial, das auch mal mehr Geld kosten darf oder durch teure, erfahrene Spieler abgesichert wird --> teilweise "Back to the Roots", auf weitaus höherem finanziellem Niveau).
Die Erwartung an den BVB wäre in den letzten Jahren also gewesen, dass man seine Stellung als zweiter Leuchturm ausbaut - was trotzdem hieße, dass man auf die Bayern verloren hätte -, während tatsächlich das Gegenteil passiert ist, weil der sportliche Vorsprung - insbesondere, wenn man den Betrachtungszeitraum verringert - kleiner geworden ist, obwohl der finanzielle Vorsprung vor dem Rest der Liga anwuchs. Man war somit ein perfekter Underdog unter Klopp, der weit mehr aus seinen Möglichkeiten gemacht hat, als eigentlich drin war. Heute ist man kein Underdog mehr, aber man macht auch nicht mehr (konstant) das aus seinen Möglichkeiten, was drin wäre und muss - im Vergleich zur Konkurrenz - überproportional hohen Aufwand für schlechtere Resultate beitreiben. Der Übergang zwischen beiden Phasen war dabei schwierig, wahrscheinlich muss man sogar von einer Kunst reden, wenn man diesen Übergang fließend meistert, aber der BVB hat diesen Übergang bis heute noch nicht geschafft, was sich auch in verschiedensten transferpolitischen Veränderungen zeigt, wie dem festen Einplanen der CL im Etat oder grundsätzlich veränderten Transferstrategien (möglichst viel Potenzial, für möglichst wenig Geld und drum herum die passenden Arbeiter, die die Summe aller Einzelspieler maximiert --> möglichst viel Potenzial, das auch mal mehr Geld kosten darf oder durch teure, erfahrene Spieler abgesichert wird --> teilweise "Back to the Roots", auf weitaus höherem finanziellem Niveau).
Sehr schön beschrieben, wir sind gerade im Umbruch von der Wachstumsphase in eine Phase der nachhaltigen Stabilisierung. Dieser kann durchaus mehrere Jahre dauern und wird bei uns -was viele nicht wahrnehmen- von extremen äußeren Bedingungen begleitet (z.B. nie dagewesene massive externe Mittelzufuhr, die zu großen Verwerfungen und Umwälzungen am Markt führt).
Ich würde es eher Findungsphase nennen, wobei das Beispiel Werder vor Jahren ja schon gezeigt hat, dass man für diese Phase nicht ewig Zeit hat. Ansonsten kommt der nächste Verein - oder gar Vereine -, der eine Wachstumsphase anstößt (Kandidaten gibt es mit Leipzig und Leverkusen sowie - mit Abstrichen - den Blauen ja durchaus welche).
Die massive externe Mittelzufuhr ist dabei Chance und Risiko zugleich, wobei es genau hier eben dann noch mehr darauf ankommt, dass man klüger wirtschaftet als der Rest. Häufig bekommt man zudem ja zu lesen, dass die Märkte in naher Zukunft beliebig wachsen, was aber einerseits nicht stimmt, da es bereits erste Warnsignale einer Blase gibt und andererseits schwemmen die Mittel - durch neue TV-Verträge - schlagartig in die Märkte, weil zukünftige Einnahmen in der Gegenwart verplant werden. Das ist aufgrund des Wettbewerbdrucks für viele Vereine notwendig, sorgt aber für ein Dry Market Phänomen, bei dem viele Vereine langfristig mit erhöhten Einnahmen rechnen, dementsprechend auch langfristig für Spieler hohe Ausgaben leisten, um dann aber festzustellen, dass es gar kein konstantes Wachstum für alle gibt - und auch nicht geben kann (gibt dazu einige interessante Artikel aus dem NBA Bereich, als vor ein paar Jahren ein neuer TV-Vertrag abgeschlossen wurde und die Einnahmen quasi innerhalb eines Sommers verteilt wurden, sodass einige Spieler massiv überbewertet wurden, wodurch heute Spieler massiv unterbewertet werden müssen, weil für sie kein Geld da ist). Dahingehend hat der BVB voll zugeschlagen und hohe Risiken in Kauf genommen!
Das bisher größte Problem an dieser Umbruchphase, was ich auch als Ursprung der teilweise missglückten Transferpolitik sehe, ist die bislang unglückliche Auswahl an Trainern. Mit Tuchel, Bosz und Stöger hat man teilweise sehr deutlich daneben gelegen. 3 Fehlgriffe in Folge spricht einerseits nicht unbedingt für die sportliche Leitung, anderseits zeigt es auch wieder wie stark der BVB aufgestellt ist, dass er 3 schlechte Trainerentscheidungen so verkraften kann.
Aus dem eben angesprochenen Grund sehe ich in der Trainerwahl nur einen Verstärker, wobei man immerhin auf Stöger nie langfristig transferpolitisch abgestellt hat und Bosz kaum Einfluss nahm - was aber nicht eindeutig positiv oder negativ ist -, sodass die Fehler weitestgehend unter Tuchel passiert sind - aber auch schon zuvor.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von BVBBC am 18.07.2018 um 15:00 Uhr bearbeitet
18.07.2018 - 16:30 Uhr
Zitat von BVBBC
Die eigentlich interessante Frage ist daher: was kostet die Aufrechterhaltung des Status quo Platz 2 und wie viele Fehler sind dabei zulässig? Oder auch: warum ist die Fehleranfälligkeit auf Platz 2 so hoch?
Die eigentlich interessante Frage ist daher: was kostet die Aufrechterhaltung des Status quo Platz 2 und wie viele Fehler sind dabei zulässig? Oder auch: warum ist die Fehleranfälligkeit auf Platz 2 so hoch?
Habe mal an einigen Stellen gekürzt um einerseits die Zitierschleife im Rahmen zu halten und die Punkte mit Übereinstimmung nicht noch mal zu nennen.
Wie viele Fehler sind zulässig? Schwer zu sagen und hängt vom Vorsprung ab bzw. auch vom Glück, sich für die CL zu qualifizieren. Mit dem CL-Geld lassen sich etliche Fehler kaschieren und der große Knall ist um einiges hinauszuzögern. Während dein Beispiel Bremen sich recht schnell aus der CL verabschiedet hatte und dann auch ziemlich rasant nach unten durchgereicht wurde, konnte sich Schalke trotz deutlicher sportlicher Fehl- bzw. Nichtentwicklungen immer noch so in den CL-Rängen halten.
Wir sind hier auf jeden Fall angehalten, auch gerade auf der Trainerbank wieder mal einen Treffer zu landen. Im Umfeld wurde zumindest reagiert und sportliche Expertise mit Kehl und Sammer hinzugeholt. Es wird sich zeigen, ob daraus jetzt eine sportlich schlüssige Gesamtstrategie entwickelt werden kann, die auch den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen gerecht wird.
Zitat von usernick
Das hat viel mit der Marktmacht der Bayern zu tun, die im Wesentlichen immer dann ausgespielt wurde, wenn jemand zu nahe kam, sodass die jeweilige Mannschaft transferpolitisch das Risiko zur Aufrechterhaltung des Status quo erhöht hat. Dabei hat man an sich erfolgreiche Strategien verlassen, was auch der bereits angesprochene Fluch des Geldes umso mehr bedingt hat. Für mich setzt das Thema daher schon vor Tuchel an, wenngleich die Trainerwahl - insbesondere wenn sie experimentellen Charakter hat und dermaßen große Unterschiede in der Ausrichtung vorgenommen werden - darauf auch nochmal einen großen Einfluss nimmt - mitunter ist der Transfersommer 2016 deswegen ja so schwerwiegend, da sich hier alle Probleme potenziert haben!
Das hat viel mit der Marktmacht der Bayern zu tun, die im Wesentlichen immer dann ausgespielt wurde, wenn jemand zu nahe kam, sodass die jeweilige Mannschaft transferpolitisch das Risiko zur Aufrechterhaltung des Status quo erhöht hat. Dabei hat man an sich erfolgreiche Strategien verlassen, was auch der bereits angesprochene Fluch des Geldes umso mehr bedingt hat. Für mich setzt das Thema daher schon vor Tuchel an, wenngleich die Trainerwahl - insbesondere wenn sie experimentellen Charakter hat und dermaßen große Unterschiede in der Ausrichtung vorgenommen werden - darauf auch nochmal einen großen Einfluss nimmt - mitunter ist der Transfersommer 2016 deswegen ja so schwerwiegend, da sich hier alle Probleme potenziert haben!
Den Sommer 2016 sehe ich ähnlich kritisch. Viele der aktuellen Probleme sind auf diese Transferperiode zurückzuführen, mit starken Auswirkungen auch auf die finanzielle Seite. Letzten Endes ist man hier wie du auch schon festgestellt hast große Risiken eingegangen, obwohl man eigentlich viel Geld für die Absicherung des sportlichen Erfolges durch gestandene Stars ausgegeben hatte.
Zitat von usernick
Das ist mir bewusst gewesen, weswegen ich es durch die Blume ja auch schon im vorherigen Beitrag zugegeben habe, dass ich es mir da etwas einfach gemacht habe. Mir ging es nur mal darum eine ungefähre Vorstellung davon zu bekommen, was jeder Punkt derzeit kostet und wollte dabei auch eine halbwegs konsistente Möglichkeit zum Vergleich haben. Das ist ansonsten nur schwer möglich, angesichts unterschiedlicher Zeiträume des Geschäftsjahres, noch größeren Lücken in den veröffentlichten Daten oder Verzerrungen ebendieser Daten, aufgrund dieser Lücken - von Leverkusen und Leipzig weiß man bspw. quasi gar nichts.
Ansonsten sind wir seit dem letzten Geschäftsjahr auch nicht gerade frei von Quersubventionierung.
Das ist mir bewusst gewesen, weswegen ich es durch die Blume ja auch schon im vorherigen Beitrag zugegeben habe, dass ich es mir da etwas einfach gemacht habe. Mir ging es nur mal darum eine ungefähre Vorstellung davon zu bekommen, was jeder Punkt derzeit kostet und wollte dabei auch eine halbwegs konsistente Möglichkeit zum Vergleich haben. Das ist ansonsten nur schwer möglich, angesichts unterschiedlicher Zeiträume des Geschäftsjahres, noch größeren Lücken in den veröffentlichten Daten oder Verzerrungen ebendieser Daten, aufgrund dieser Lücken - von Leverkusen und Leipzig weiß man bspw. quasi gar nichts.
Ansonsten sind wir seit dem letzten Geschäftsjahr auch nicht gerade frei von Quersubventionierung.
Das mit der Quersubventionierung ist korrekt, wir reden bei uns aber nicht ansatzweise vom Ausmaß, wie es bei Schalke zu sehen war. Die Blauen benötigten Transfergewinne in zweistelliger Millionenhöhe, um teilweise überhaupt schwarze Zahlen schreiben zu können.
Was es aber bei uns nicht besser macht sondern angegangen werden muss. Daher ist -um den Schwenk zur Transferpolitik zu bekommen- es auch dringend erforderlich, einige der nicht zwingend benötigten Großverdiener loszuwerden. Letztes Jahr durften sich einige Spieler des guten Willens halber noch einmal beweisen, man ging sehr milde in der Kaderverschlankung vor, was sich überhaupt nicht ausgezahlt hat. Hier wäre insbesonder nach m.E. bei Leuten wie Schürrle, Götze, Kagawa und Rode anzusetzen. Sportlicher Verlust verkraftbar, finanziell aber für große Entlastung sorgend.
Zitat von usernick
Das wird nur sehr lückenhaft möglich sein, zumal wir ja auch noch Störgrößen (bspw. Handgelder oder Unterschiede in der Differenzierung von Gehältern und Boni) in den veröffentlichten Daten kennen, durch die eine exakte Bestimmung des Etats quasi unmöglich ist. Allerdings ist das beim BVB auch gar nicht so sehr entscheidend, wie ich finde, da sich hier schon sehr gut ableiten lässt, wie unkonstant man war - und daraus auch nochmal ableiten kann, was ich oben als These aufgestellt habe, dass ich nicht glaube, dass Geld vor beliebig großen Fehlern schützt. Also mal nur für den BVB:
Geschäftsjahr | Personalaufwand (gesamt) pro Punkt | Punkte
16/17 | 2,8 Mio. | 55
15/16 | 1,8 Mio. | 78
14/15 | 2,6 Mio. | 46
13/14 | 1,5 Mio. | 71
Zum Vergleich noch die Bayern in den letzten beiden veröffentlichten Geschäftsjahren:
16/17 | 3,2 Mio. | 82
15/16 | 3 Mio. | 88
und die Blauen für die Jahre 2017 und 2016:
2017 | 2,2 Mio. | 55
2016 | 2,6 Mio. | 43
Ich glaube dabei nicht, dass uns der Vergleich mit den Bayern oder den Blauen klüger macht, aber schon sehr gut aus den eigenen Schwankungen Schlussfolgerungen gezogen werden können und müssen. Denn diese sind - auch im Vergleich - viel zu extrem!
Das wird nur sehr lückenhaft möglich sein, zumal wir ja auch noch Störgrößen (bspw. Handgelder oder Unterschiede in der Differenzierung von Gehältern und Boni) in den veröffentlichten Daten kennen, durch die eine exakte Bestimmung des Etats quasi unmöglich ist. Allerdings ist das beim BVB auch gar nicht so sehr entscheidend, wie ich finde, da sich hier schon sehr gut ableiten lässt, wie unkonstant man war - und daraus auch nochmal ableiten kann, was ich oben als These aufgestellt habe, dass ich nicht glaube, dass Geld vor beliebig großen Fehlern schützt. Also mal nur für den BVB:
Geschäftsjahr | Personalaufwand (gesamt) pro Punkt | Punkte
16/17 | 2,8 Mio. | 55
15/16 | 1,8 Mio. | 78
14/15 | 2,6 Mio. | 46
13/14 | 1,5 Mio. | 71
Zum Vergleich noch die Bayern in den letzten beiden veröffentlichten Geschäftsjahren:
16/17 | 3,2 Mio. | 82
15/16 | 3 Mio. | 88
und die Blauen für die Jahre 2017 und 2016:
2017 | 2,2 Mio. | 55
2016 | 2,6 Mio. | 43
Ich glaube dabei nicht, dass uns der Vergleich mit den Bayern oder den Blauen klüger macht, aber schon sehr gut aus den eigenen Schwankungen Schlussfolgerungen gezogen werden können und müssen. Denn diese sind - auch im Vergleich - viel zu extrem!
Danke für die Aufbereitung. Klar haben wir hier auch Schwankungen und einige blinde Flecken, wo die Datenlage einfach nicht so gut ist. Allerdings liefert es trotz der Schwankungen m.E. einen etwas besseren Blick und verzerrt nicht so stark wie die Betrachtung mit den Umsatzerlösen.
Zitat von usernick
Dazu gibt es eine weitere Dimension, die mir zunehmend Sorge bereitet: die Personalkostenquote und deren Entwicklung. So hatten die Bayern 2010/11 eine Personalkostenquote von 50,1%. Diese sank seitdem einigermaßen konstant auf 41,4% in 2016/17. Beim BVB nimmt die Personalkostenquote gerade den umgekehrten Weg, liegt klar über der der Bayern (43,9%) und dabei ist der Umsatz auch noch massiv durch Transfereinnahmen beeinflusst. So ist der Unterschied in der Personalkostenquote exklusive Transfers in 16/17 in meinen Augen schon ziemlich extrem (BVB: 54,2% vs. Bayern: 45,1%). Allein darin zeigt sich dann ja auch irgendwo, dass die Bayern verhältnismäßig weniger Aufwand betreiben müssen und auch noch weniger Risiko nehmen, um trotzdem besser abzuschneiden - die Absolutkosten pro Punkt sind also relativ betrachtet nicht besonders hoch. Das zeigt auch in der Konsequenz die negative Entwicklung der Liga: sie werden immer weniger gefordert und die Reichen werden reicher.
Dazu gibt es eine weitere Dimension, die mir zunehmend Sorge bereitet: die Personalkostenquote und deren Entwicklung. So hatten die Bayern 2010/11 eine Personalkostenquote von 50,1%. Diese sank seitdem einigermaßen konstant auf 41,4% in 2016/17. Beim BVB nimmt die Personalkostenquote gerade den umgekehrten Weg, liegt klar über der der Bayern (43,9%) und dabei ist der Umsatz auch noch massiv durch Transfereinnahmen beeinflusst. So ist der Unterschied in der Personalkostenquote exklusive Transfers in 16/17 in meinen Augen schon ziemlich extrem (BVB: 54,2% vs. Bayern: 45,1%). Allein darin zeigt sich dann ja auch irgendwo, dass die Bayern verhältnismäßig weniger Aufwand betreiben müssen und auch noch weniger Risiko nehmen, um trotzdem besser abzuschneiden - die Absolutkosten pro Punkt sind also relativ betrachtet nicht besonders hoch. Das zeigt auch in der Konsequenz die negative Entwicklung der Liga: sie werden immer weniger gefordert und die Reichen werden reicher.
Das ganze sieht auf den ersten Blick logisch aus und klingt auch plausibel, da Bayern natürlich seine Marktmacht und Größeneffekte ausspielen kann. In genau diese Betrachtungsweise passen die Werte sehr gut hinein.
Aber: Rein bilanziell sind die Werte nicht gesichert. Bei den Bayern Personalkosten muss man aufpassen, ich gehe stark davon aus dass gerade die Handgelder anders behandelt werden als beim BVB, was dann auch die Vergleichbarkeit sehr stark einschränken wurde. Was auch nicht unrechtmäßig ist, da verschiedene bilanzielle Darstellungen hier durchaus möglich sind und es in der Bundesliga auch unterschiedlich in der Praxis gelebt wird (gab dazu demletzt mal einen schönen Artikel von Kirsch/Weber in der DStR).
Alleine der Blick auf den ARAP, wo beim BVB die Handgelder ja "geparkt" werden, lässt einen mit Werten von knapp über 2 Mio für 16/17 bei den Bayern stutzig werden. Im Vorjahr lag der ARAP bei 6 Mio. Gleichzeitig erscheinen die Abschreibungen und sonstigen betrieblichen Aufwendungen etwas hoch. Es ist durchaus möglich, dass Kosten, die beim BVB unterm dem Personalaufwand ausgewiesen werden, bei den Bayern eben in anderen GuV Position Eingang finden. Genau kann ich es allerdings nicht beurteilen, es gibt im Jahresabschluss der Bayern dazu keine Infos und anderweitig kenne ich auch keine, vielleicht weiss man da im Bayern-Forum mehr.
Von daher - die Personalkostenquote könnte schlechter sein als bei Bayern, muss es aber nicht zwingend.
Zitat von usernick
Beim BVB ist das aber nicht der Fall, womit wir wieder beim Thema Proportionalität von Aufwand und Ertrag wären, wobei einige Entwicklungen beim BVB nicht stimmen, die durch die Transferpolitik bedingt sind.
Beim BVB ist das aber nicht der Fall, womit wir wieder beim Thema Proportionalität von Aufwand und Ertrag wären, wobei einige Entwicklungen beim BVB nicht stimmen, die durch die Transferpolitik bedingt sind.
Eine Kernaussage die man so direkt unterschreiben kann. Jetzt kommt es eben darauf an, die Entwicklung wieder umzudrehen. Maßnahmen dazu wurden ergriffen (für mich allerdings noch nicht genug, gerade in der Kaderverschlankung), ob sie fruchten muss man abwarten.
Zitat von usernick
Aus dem eben angesprochenen Grund sehe ich in der Trainerwahl nur einen Verstärker, wobei man immerhin auf Stöger nie langfristig transferpolitisch abgestellt hat und Bosz kaum Einfluss nahm - was aber nicht eindeutig positiv oder negativ ist -, sodass die Fehler weitestgehend unter Tuchel passiert sind - aber auch schon zuvor.
Aus dem eben angesprochenen Grund sehe ich in der Trainerwahl nur einen Verstärker, wobei man immerhin auf Stöger nie langfristig transferpolitisch abgestellt hat und Bosz kaum Einfluss nahm - was aber nicht eindeutig positiv oder negativ ist -, sodass die Fehler weitestgehend unter Tuchel passiert sind - aber auch schon zuvor.
Das stimmt, wobei die besonderen Umstände im Sommer 2016 schon sehr schwierig waren. Keine Kommunikation innerhalb der sportlichen Leitungsebene Tuchel/Zorc/Mislintat (teilweise schwer gestörte Verhältnisse untereinander). Keine stringente Strategie, weder von der sportlich inhaltlichen Ausrichtung noch hinsichtlich der zeitlichen Schiene (mit Tuchel in der kurzfrsitigen und dem BVB in der mindestens mittelfristigen Perspektive). Dazu mutmaßlich gekränkte Egos, die durch Kompensationstransfers wieder aufpoliert werden sollten. Schon in der Saions 2017/18 hat sich das m.E. deutlich gebessert und es ist bereits eine Strategieänderung sichtbar.
Wie oben bereits gesagt wünsche ich mir im Prinzip eine Totalrevision des Transfersommers 2016. Aus diversen Gründen wurde hier teilweise kräftig und mit Ansatz daneben gegriffen. Das wird nicht alle Probleme lösen, verschafft uns aber finanziell einige Luft und schwächt uns sportlich nicht nennenswert. Die Zeit, hier noch auf Besserung zu warten war die vergangene Saison. Leider war das Warten vergeblich und ich hoffe, dass nun endlich konsequent(er) auf die Kaderverkleinerung hingewirkt wird.
18.07.2018 - 23:05 Uhr
Zitat von Nic
Habe mal an einigen Stellen gekürzt um einerseits die Zitierschleife im Rahmen zu halten und die Punkte mit Übereinstimmung nicht noch mal zu nennen.
Wie viele Fehler sind zulässig? Schwer zu sagen und hängt vom Vorsprung ab bzw. auch vom Glück, sich für die CL zu qualifizieren. Mit dem CL-Geld lassen sich etliche Fehler kaschieren und der große Knall ist um einiges hinauszuzögern. Während dein Beispiel Bremen sich recht schnell aus der CL verabschiedet hatte und dann auch ziemlich rasant nach unten durchgereicht wurde, konnte sich Schalke trotz deutlicher sportlicher Fehl- bzw. Nichtentwicklungen immer noch so in den CL-Rängen halten.
Wir sind hier auf jeden Fall angehalten, auch gerade auf der Trainerbank wieder mal einen Treffer zu landen. Im Umfeld wurde zumindest reagiert und sportliche Expertise mit Kehl und Sammer hinzugeholt. Es wird sich zeigen, ob daraus jetzt eine sportlich schlüssige Gesamtstrategie entwickelt werden kann, die auch den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen gerecht wird.
Habe mal an einigen Stellen gekürzt um einerseits die Zitierschleife im Rahmen zu halten und die Punkte mit Übereinstimmung nicht noch mal zu nennen.
Wie viele Fehler sind zulässig? Schwer zu sagen und hängt vom Vorsprung ab bzw. auch vom Glück, sich für die CL zu qualifizieren. Mit dem CL-Geld lassen sich etliche Fehler kaschieren und der große Knall ist um einiges hinauszuzögern. Während dein Beispiel Bremen sich recht schnell aus der CL verabschiedet hatte und dann auch ziemlich rasant nach unten durchgereicht wurde, konnte sich Schalke trotz deutlicher sportlicher Fehl- bzw. Nichtentwicklungen immer noch so in den CL-Rängen halten.
Wir sind hier auf jeden Fall angehalten, auch gerade auf der Trainerbank wieder mal einen Treffer zu landen. Im Umfeld wurde zumindest reagiert und sportliche Expertise mit Kehl und Sammer hinzugeholt. Es wird sich zeigen, ob daraus jetzt eine sportlich schlüssige Gesamtstrategie entwickelt werden kann, die auch den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen gerecht wird.
Fehler macht jeder. Jedes Unternehmen und jedes Management eines Bundesligisten. Nur ist das Ergebnis von deutlich mehr abhängig:
- von Anzahl der Fehler
- von der Schwere der Fehler
- von der Anzahl und Güte der positiven Entscheidungen
- von der Anzahl der Entscheidungen, die man treffen muss.
- von der Arbeit der Konkurrenz
- vom sportlichen und wirtschaftlichen Abstand zur Konkurrenz.
- von Verletzungen der Spieler
- von den Entwicklungen auf dem Fußballmarkt
Schauen wir doch mal die Standardmessages der Stammtischuser an. 16/17 war K...., weil man mit Schürrle und Rode viel Geld versenkt hat und in der Liga nicht Zweiter wurde.
Waren die beiden Fehler? Darüber kann man diskutieren. Rode war ein Fingerzeig auf Delaney. Damals haben aber einige Fans von Dahoud als neuen Gündogan gesprochen (offenbar eine Fehleinschätzung). Rode war quasi die gesamte Zeit bei uns verletzt. Ein Fehler bedingt einen Vorsatz. Den kann ich hier nicht erkennen. Und nur weil viele Fans den Sinn hinter diesem Transfer gesehen haben (und heute die größten Treter fordern), ist dieser Transfer noch kein Fehler gewesen.
Schürrle ist da deutlich komplexer. Auch hier muss man differenzieren. Siehe Anzahl der Entscheidungen. Hummels, Gündogan und Miki verkaufen? Sportlich ein Debakel, aber wirtschaftlich notwendig. So hat man entschieden. Man wollte eigentlich Bellarabi verpflichten und Miki halten. Letztlich kam drei Wochen später Schürrle. Tuchels Begründung des Transfers ist nachvollziehbar. Defensive Stärken im Gegenpressung, Abschlussstärke, Erfahrung. War diese Entscheidung Zorc, Tuchels, Mislintats nun ein Fehler? Fakt ist, dass Schürrle zwei Saison nicht bzw. nur phasenweise überzeugen konnte und man sich insgesamt sicher mehr erhofft hatte. Allerdings hatte er sieben Verletzungspause mit mehr als einer Woche Ausfallzeit und er konnte die Hälfte aller möglichen Spiele (46 von 96) nicht absolvieren. Dazu war seine Konkurrenz auf seiner Position stark (Dembele, Pulisic, Reus).
Ersteres geht an keinem Spieler wirklich vorbei. Und zweiteres ist eben das, was ich oben sagte. Nur Fehler zu sehen, ist max. Stammtisch. Dembeles in der Form sicherlich nicht erwartete Sensationssaison, die uns die Kosten für Schürrle vierfach einbrachten, geht natürlich immer auf Kosten andere. Pulisic war eben auch stark und dies zu Zeiten, wo Schürrle wieder eingreifen wollte, aber Tuchel nicht auf ihn setzte/setzen konnte. Gewinner generieren auch immer Verlierer. Wäre Bellarabi eingeschlagen? Vermutlich nicht. Und wenn, dann hätte sich ein Dembele vielleicht nicht so schnell entwickelt. Schürrle hatte bislang 50 Einsätze und davon 28 in der Startelf. Dazu hat er wichtige Tore und Vorlagen erzielt. Natürlich zu wenig, aber trotzdem nicht wegzudiskutieren.
Waren die 30 Mio und 6 Mio Gehalt zu viel? Im Vakuum sicherlich. In der Situation nach den Einnahmen? Wohl noch angemessen. Dem Vernehmen nach soll man 25 Mio für Toprak und 36 Mio für Bella geboten haben. Das können wir nicht wirklich beantworten. Im Ergebnis natürlich ein Fehler. Aber wie geschrieben - war er vorsätzlich/vorhersehbar? Wohl eher nicht. Das Schürrle nicht zum BVB passen würde, ist gerade vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklungen nun widerlegt. Dazu wird man Schürrle nicht als Messias gesehen haben, sondern sein Leistungsniveau bestens eingeschätzt haben. Stichwort, Castro, Toprak, Delaney....international erfahrene überdurchschnittliche BuLi-Spieler, die nicht nach 1-3 Jahren zwingend wieder weg sind.
16/17. Platz 3. Ja, Leipzig vor uns. Das kann nicht sein. Da müssen wir Fehler gemacht haben. Müssen wir? Wir haben drei der Topspieler abgegeben. Reus langzeitverletzt. Schürrle und Götze Ausfälle. Leipzig ohne Abgänge und ohne internationale Belastung.
Welchen Punkt habe ich oben noch. Die allgemeine Entwicklung. Ja. Wir fallen wirtschaftlich stetig weiter zurück. Nicht, weil wir schlecht arbeiten (um von Schü und Rode wegzukommen), sondern weil andere andere Voraussetzungen haben. Leipzig hat einen Sponsor und quasi Clubsbesitzer, der ihnen absolute Sicherheit und eine positive Entwicklung garantieren. Natürlich pumpt RB offiziell nur so viel Geld in sein Werbeobjekt, dass es einen echten Aufschrei gibt und man gegen das FFP verstösst. Aber man wird irgendwann an uns vorbeiziehen. Eben in solchen Phasen wie der aktuellen. Wäre das dann unser Fehler?
Hier ist Bremen ein Top-Beispiel. Bremen kam 2003 zu einer Meisterschaft, quasi so wie wir 10-12. Schaaf hatte eine überlegene Idee (nicht so wie Klopp, aber schon in der Richtung) und die Konkurrenz war am Boden. BVB, Schalke, HSV finanziell schlecht darstanden. Dazu konnte Bremen über die damals deutlich steigenden CL-Prämien, auch finanziell in die Spitze aufzurücken. Aber eben nur solange der sportliche Erfolg anhielt. Und Allofs hatte die gleichen Probleme wie wir. Anfangs musste man noch die wichtigsten Spieler ziehen lassen. Später konnte man Spieler auch länger halten. Aber unter starkem Anstieg der Personalkosten. Genau wie hier haben damals die Fans von Millionendeals geträumt und gefragt, wo denn das ganze Geld geblieben sei. Wie Klopp wurde auch Schaaf irgendwann entzaubert und passte sich nicht an. Der Kader war plötzlich ohne CL-Einnahmen viel zu teuer und man rutschte ab. Bremen hatte keine Infrastruktur an Sponsoren wie z. B. Hamburg hinter sich. Das Stadion ist recht klein. In Bremen hat man Fehler gemacht. Fehler, die wir durch unseren Background mit Fans, Stadion, Watzke nicht so leicht machen werden.
Nur eins ist sehr ähnlich. Die Fans wollen nicht wahrhaben, wenn der eigene Verein an Boden verliert und dagegen nicht viel tun kann. International haben wir enorm an Boden verloren. Wirtschaftlich und sportlich und eben auch im Kampf uns neue Spieler. In der Liga wird uns Leipzig mittelfristig überholen, wenn RB dabei bleibt. Aber Nr. 3 wäre ja auch noch akzeptabel.
Deine Aussage zu Schalke stimmt ja nun so gar nicht (oder ich missverstehe Dich). In den letzten 10 Jahren hat Schalke dreimal die CL erreicht. Wir dreimal nicht.
Und noch zu dem anderen Punkt. Die Anzahl der wesentlichen Entscheidungen. Die Bayern müssen keine Spieler abgeben. Sie haben also viel weniger erzwungende Entscheidungen, die sie nach unten reißen können als die BuLi-Konkurrenz. Genau deshalb sind sie ja auch vorne und entfernen sich.
Zitat von Nic
Den Sommer 2016 sehe ich ähnlich kritisch. Viele der aktuellen Probleme sind auf diese Transferperiode zurückzuführen, mit starken Auswirkungen auch auf die finanzielle Seite. Letzten Endes ist man hier wie du auch schon festgestellt hast große Risiken eingegangen, obwohl man eigentlich viel Geld für die Absicherung des sportlichen Erfolges durch gestandene Stars ausgegeben hatte.
Den Sommer 2016 sehe ich ähnlich kritisch. Viele der aktuellen Probleme sind auf diese Transferperiode zurückzuführen, mit starken Auswirkungen auch auf die finanzielle Seite. Letzten Endes ist man hier wie du auch schon festgestellt hast große Risiken eingegangen, obwohl man eigentlich viel Geld für die Absicherung des sportlichen Erfolges durch gestandene Stars ausgegeben hatte.
Welche Risiken denn? Und welche Alternativen hatte man? Miki noch eine Saison halten und auf Schü und Götze verzichten? Dies zu tun, wäre imo das größere Risiko gewesen? Man hätte 40 Mio weniger gehabt und auch gehaltsmäßig nichts gespart.
Absicherung des sportlichen Erfolgs ist doch genau das, was wir wollen, oder? Kein Kader funktioniert nur mit Talenten. Man braucht immer eine Mischung. Wir hatten 14/15 ein sportliches Debakel. Dies wurde durch die exelente Arbeit Tuchels kompensiert. Spieler, die sich bei Klopp nicht wohl fühlten, zündeten plötzlich. Dazu ein Weigl und die Klopp-Schwächen 14/15 waren "überwunden". Besser hätte man (alle Beteiligten) kaum arbeiten können.
Nur wer sollte 16/17 denn folgenlos überstehen? Man konnte die Abgänge und Verletzungsorgien dank anderer Zugänge und Tuchels Arbeit kompensieren. Erreichte Platz 3 und gewann den Pokal. Rund war das Ganze nicht mehr, aber wer das erwartet hat, sollte sich vielleicht doch noch etwas mit Fußball an sich beschäftigen. Der Anschlag und die daraufhin folgende Trennung von Tuchel war dann aber eben nicht mehr kompensierbar. Man fand keinen ernsthaften Nachfolger für Tuchel. Die Mannschaft brach auseinander. mit Stöger schaffte man noch das Minimalziel (wenn wohl auch nur mit den Punkten durch Bosz Überrumelungsspiele zum Anfang der Saison). International hat man sich schlicht blamiert.
Für mich ist die Entlassung Tuchels das wesentlichste Element für die Situation, die wir heute haben. Neben der Entwicklung in Europa. Vielleicht hätte man Miki halten sollen. Vielleicht Schü und oder Götze nicht holen sollen. Aber ich denke nicht, dass das einen großen Unterschied gemacht hätte.
Zitat von Nic
Das mit der Quersubventionierung ist korrekt, wir reden bei uns aber nicht ansatzweise vom Ausmaß, wie es bei Schalke zu sehen war. Die Blauen benötigten Transfergewinne in zweistelliger Millionenhöhe, um teilweise überhaupt schwarze Zahlen schreiben zu können.
Was es aber bei uns nicht besser macht sondern angegangen werden muss. Daher ist -um den Schwenk zur Transferpolitik zu bekommen- es auch dringend erforderlich, einige der nicht zwingend benötigten Großverdiener loszuwerden. Letztes Jahr durften sich einige Spieler des guten Willens halber noch einmal beweisen, man ging sehr milde in der Kaderverschlankung vor, was sich überhaupt nicht ausgezahlt hat. Hier wäre insbesonder nach m.E. bei Leuten wie Schürrle, Götze, Kagawa und Rode anzusetzen. Sportlicher Verlust verkraftbar, finanziell aber für große Entlastung sorgend.
Das mit der Quersubventionierung ist korrekt, wir reden bei uns aber nicht ansatzweise vom Ausmaß, wie es bei Schalke zu sehen war. Die Blauen benötigten Transfergewinne in zweistelliger Millionenhöhe, um teilweise überhaupt schwarze Zahlen schreiben zu können.
Was es aber bei uns nicht besser macht sondern angegangen werden muss. Daher ist -um den Schwenk zur Transferpolitik zu bekommen- es auch dringend erforderlich, einige der nicht zwingend benötigten Großverdiener loszuwerden. Letztes Jahr durften sich einige Spieler des guten Willens halber noch einmal beweisen, man ging sehr milde in der Kaderverschlankung vor, was sich überhaupt nicht ausgezahlt hat. Hier wäre insbesonder nach m.E. bei Leuten wie Schürrle, Götze, Kagawa und Rode anzusetzen. Sportlicher Verlust verkraftbar, finanziell aber für große Entlastung sorgend.
Was ist daran verkehrt, wenn man Gelder aus Investitionen und den Personalhaushalt verschiebt. Handgelder und Beratungshonare werden dort abgebildet, oder? Genau das wollen wir doch eigentlich. Spieler wie Reus halten.
Wie ich oben schon dargestellt habe. Ist ein Spieler Top, wird die Konkurrenz auf der Position schwach aussehen. Zu Rode und Schürrle habe ich einiges oben geschrieben. Götze war ganz sicher nicht einer der Schwächsten im Kader. Im Gegenteil. Kagawa? Schau mal auf die letzten drei Jahre? Der Mann ist enorm wichtig. Alle anderen können wichtig sein. Wir haben aktuell 25 Spieler (Ohne Oelschlägel, Burnic, Gomez, Larsen) im Kader. Das ist nicht viel zu viel. Klar 1-2 Spieler könnten noch gehen. Aber letztlich musst Du Abgänge auch kompensieren und gleich gute oder bessere Spieler zu bekommen, wäre noch viel teurer.
Siehe das Schwachsinnsgerücht mit dem Tausch Schü/Zaha. Wir würden "netto" vielleicht 13 Mio für Schürrle bekommen, aber sicher mehr als 50 Mio für Zaha zahlen müssen. Dazu dürfte Zaha deutlich mehr Gehalt haben wollen als Schü. Er verdient aktuell um die 11 Mio brutto. Und wird Zaha einschlagen?
Welche Alternativen gibt es? Vielleicht den ein oder anderen Spieler zu holen, der erfahren ist, aber eben nur 2-3 Mio kostet. Also reine BU-Spieler.
Zitat von Nic
Danke für die Aufbereitung. Klar haben wir hier auch Schwankungen und einige blinde Flecken, wo die Datenlage einfach nicht so gut ist. Allerdings liefert es trotz der Schwankungen m.E. einen etwas besseren Blick und verzerrt nicht so stark wie die Betrachtung mit den Umsatzerlösen.
Danke für die Aufbereitung. Klar haben wir hier auch Schwankungen und einige blinde Flecken, wo die Datenlage einfach nicht so gut ist. Allerdings liefert es trotz der Schwankungen m.E. einen etwas besseren Blick und verzerrt nicht so stark wie die Betrachtung mit den Umsatzerlösen.
Sorry, aber wir sind nach den Bayern der Verein mit den wenigsten Schwankungen. Unsere Ergebnisse sind fast sensationell. Vergleiche wie vom Vorschreiber sagen doch gar nichts aus. Die Personalkosten steigen im allgemeinen. Ich vergleiche ja auch nicht die Brötchenpreise von 1950 mit heute. Und die Aussage, dass wir ein grundsätzliches Problem haben, nur weil 17/18 am Schwächsten war, ist doch Nonsens. 14/15 war sicherlich deutlich schwächer und 17/18 ist Folge des Trainerwechsels und den resultierenden Folgen.
Zitat von Nic
Das ganze sieht auf den ersten Blick logisch aus und klingt auch plausibel, da Bayern natürlich seine Marktmacht und Größeneffekte ausspielen kann. In genau diese Betrachtungsweise passen die Werte sehr gut hinein.
Aber: Rein bilanziell sind die Werte nicht gesichert. Bei den Bayern Personalkosten muss man aufpassen, ich gehe stark davon aus dass gerade die Handgelder anders behandelt werden als beim BVB, was dann auch die Vergleichbarkeit sehr stark einschränken wurde. Was auch nicht unrechtmäßig ist, da verschiedene bilanzielle Darstellungen hier durchaus möglich sind und es in der Bundesliga auch unterschiedlich in der Praxis gelebt wird (gab dazu demletzt mal einen schönen Artikel von Kirsch/Weber in der DStR).
Alleine der Blick auf den ARAP, wo beim BVB die Handgelder ja "geparkt" werden, lässt einen mit Werten von knapp über 2 Mio für 16/17 bei den Bayern stutzig werden. Im Vorjahr lag der ARAP bei 6 Mio. Gleichzeitig erscheinen die Abschreibungen und sonstigen betrieblichen Aufwendungen etwas hoch. Es ist durchaus möglich, dass Kosten, die beim BVB unterm dem Personalaufwand ausgewiesen werden, bei den Bayern eben in anderen GuV Position Eingang finden. Genau kann ich es allerdings nicht beurteilen, es gibt im Jahresabschluss der Bayern dazu keine Infos und anderweitig kenne ich auch keine, vielleicht weiss man da im Bayern-Forum mehr.
Von daher - die Personalkostenquote könnte schlechter sein als bei Bayern, muss es aber nicht zwingend.
Das ganze sieht auf den ersten Blick logisch aus und klingt auch plausibel, da Bayern natürlich seine Marktmacht und Größeneffekte ausspielen kann. In genau diese Betrachtungsweise passen die Werte sehr gut hinein.
Aber: Rein bilanziell sind die Werte nicht gesichert. Bei den Bayern Personalkosten muss man aufpassen, ich gehe stark davon aus dass gerade die Handgelder anders behandelt werden als beim BVB, was dann auch die Vergleichbarkeit sehr stark einschränken wurde. Was auch nicht unrechtmäßig ist, da verschiedene bilanzielle Darstellungen hier durchaus möglich sind und es in der Bundesliga auch unterschiedlich in der Praxis gelebt wird (gab dazu demletzt mal einen schönen Artikel von Kirsch/Weber in der DStR).
Alleine der Blick auf den ARAP, wo beim BVB die Handgelder ja "geparkt" werden, lässt einen mit Werten von knapp über 2 Mio für 16/17 bei den Bayern stutzig werden. Im Vorjahr lag der ARAP bei 6 Mio. Gleichzeitig erscheinen die Abschreibungen und sonstigen betrieblichen Aufwendungen etwas hoch. Es ist durchaus möglich, dass Kosten, die beim BVB unterm dem Personalaufwand ausgewiesen werden, bei den Bayern eben in anderen GuV Position Eingang finden. Genau kann ich es allerdings nicht beurteilen, es gibt im Jahresabschluss der Bayern dazu keine Infos und anderweitig kenne ich auch keine, vielleicht weiss man da im Bayern-Forum mehr.
Von daher - die Personalkostenquote könnte schlechter sein als bei Bayern, muss es aber nicht zwingend.
Stimmt. Aber vor allem sind die Bayern ganz sicher nicht unsere Liga. Diese entfernen sich wirtschaftlich immer weiter. Warum also plötzlich uns mit den Bayern vergleichen und behaupten, dass wir schlechter werden?
Zitat von Nic
Eine Kernaussage die man so direkt unterschreiben kann. Jetzt kommt es eben darauf an, die Entwicklung wieder umzudrehen. Maßnahmen dazu wurden ergriffen (für mich allerdings noch nicht genug, gerade in der Kaderverschlankung), ob sie fruchten muss man abwarten.
Eine Kernaussage die man so direkt unterschreiben kann. Jetzt kommt es eben darauf an, die Entwicklung wieder umzudrehen. Maßnahmen dazu wurden ergriffen (für mich allerdings noch nicht genug, gerade in der Kaderverschlankung), ob sie fruchten muss man abwarten.
Was erwartet man, wenn man die Masse der Leistungsträger verloren hat Inklusive eben auch den Trainer, für den es keinen Ersatz gab. Die hat man erst seriös mit Favre verpflichten können. Kaderverschlankung sehe ich ja etwas anderes. Kaderverschlankung. Wir benötigen einen Kader von 23-24 Spielern, die in der CL und gegen die BuLi-Konkurrenz mithalten können. Dies sind nicht Gomez, Larsen und Burnic. Sollten die letzten beiden bleiben (was ich nicht glaube), dann spielen sie eher in der U23. Dazu verdienen sie keine Unsummen. Dazu wird ja sicherlich noch etwas passieren. Und wenn man in der Summe noch einen Spieler abgibt (plus Larsen, Burnic), dann ist der Kader sicherlich angemessen. Quantitativ.
Zitat von Nic
Das stimmt, wobei die besonderen Umstände im Sommer 2016 schon sehr schwierig waren. Keine Kommunikation innerhalb der sportlichen Leitungsebene Tuchel/Zorc/Mislintat (teilweise schwer gestörte Verhältnisse untereinander). Keine stringente Strategie, weder von der sportlich inhaltlichen Ausrichtung noch hinsichtlich der zeitlichen Schiene (mit Tuchel in der kurzfrsitigen und dem BVB in der mindestens mittelfristigen Perspektive). Dazu mutmaßlich gekränkte Egos, die durch Kompensationstransfers wieder aufpoliert werden sollten. Schon in der Saions 2017/18 hat sich das m.E. deutlich gebessert und es ist bereits eine Strategieänderung sichtbar.
Wie oben bereits gesagt wünsche ich mir im Prinzip eine Totalrevision des Transfersommers 2016. Aus diversen Gründen wurde hier teilweise kräftig und mit Ansatz daneben gegriffen. Das wird nicht alle Probleme lösen, verschafft uns aber finanziell einige Luft und schwächt uns sportlich nicht nennenswert. Die Zeit, hier noch auf Besserung zu warten war die vergangene Saison. Leider war das Warten vergeblich und ich hoffe, dass nun endlich konsequent(er) auf die Kaderverkleinerung hingewirkt wird.
Das stimmt, wobei die besonderen Umstände im Sommer 2016 schon sehr schwierig waren. Keine Kommunikation innerhalb der sportlichen Leitungsebene Tuchel/Zorc/Mislintat (teilweise schwer gestörte Verhältnisse untereinander). Keine stringente Strategie, weder von der sportlich inhaltlichen Ausrichtung noch hinsichtlich der zeitlichen Schiene (mit Tuchel in der kurzfrsitigen und dem BVB in der mindestens mittelfristigen Perspektive). Dazu mutmaßlich gekränkte Egos, die durch Kompensationstransfers wieder aufpoliert werden sollten. Schon in der Saions 2017/18 hat sich das m.E. deutlich gebessert und es ist bereits eine Strategieänderung sichtbar.
Wie oben bereits gesagt wünsche ich mir im Prinzip eine Totalrevision des Transfersommers 2016. Aus diversen Gründen wurde hier teilweise kräftig und mit Ansatz daneben gegriffen. Das wird nicht alle Probleme lösen, verschafft uns aber finanziell einige Luft und schwächt uns sportlich nicht nennenswert. Die Zeit, hier noch auf Besserung zu warten war die vergangene Saison. Leider war das Warten vergeblich und ich hoffe, dass nun endlich konsequent(er) auf die Kaderverkleinerung hingewirkt wird.
Das sind Gerüchte, die nicht mal Mislitat später bestätigt hat. Welche Kompensationstransfers? Auch das ist doch Quark.
Die stringente Strategie konnte es nicht geben, da mal eigentlich mit Tuchel bis mind. 2019 plante. Und wie sieht denn eine Strategie aus, wenn man die Topspieler nicht halten kann. Warum kam denn ein Schürrle und warum kam ein Yarmolenko? Weder Tuchel noch Bosz werden so die Saison geplant haben. Sind das Fehler? Wie klein soll dMn. der Kader eigentlich sein? Also ohne die Youngster, die keine Rolle spielen und nur zu Kurzeinsätzen kommen werden?
Was mir in der Diskussion fehlt, ist das ganz offensichtliche. 2017 wurde von einigen User bereits darauf hingewiesen, dass Bosz reiner Ballbesitz-Fußball verbunden mit frühsten Gegenpressung auf Dauer nicht durchsetzbar sein dürfte. Diese Befürchtungen muss auch Zorc gehabt haben. Aber man ist dieses Risiko eingegangen.
21.07.2018 - 09:12 Uhr
Prinzipiell bin ich kein großer Fan davon hier YT-Videos zu verbreiten, aber dieses Video fasst doch unseren Transfersommer ganz gut zusammen:
https://www.youtube.com/watch?v=UQWtsi3-B94
https://www.youtube.com/watch?v=UQWtsi3-B94
21.07.2018 - 11:16 Uhr
Zitat von kollinho
Prinzipiell bin ich kein großer Fan davon hier YT-Videos zu verbreiten, aber dieses Video fasst doch unseren Transfersommer ganz gut zusammen:
https://www.youtube.com/watch?v=UQWtsi3-B94
Prinzipiell bin ich kein großer Fan davon hier YT-Videos zu verbreiten, aber dieses Video fasst doch unseren Transfersommer ganz gut zusammen:
https://www.youtube.com/watch?v=UQWtsi3-B94
Wird hier erstaunlich oft verlinkt, aber ob das hier die Zielgruppe ist?
Ich finde es nichtssagend. Also, wenn man total der Fußballmuffel ist und sich für ein Fanclubtreffen vorbereiten müsste, dann wäre das wohl ein toller Service
Wer den BVB nur ein bisschen verfolgt, braucht es nicht. Keine News, keine Analyse, keine Diskussionsgrundlage.
21.07.2018 - 13:23 Uhr
Zitat von Durchblick
Davon mal ab, dass ich nicht an das Gerücht glaube, passt dieser Spieler irgendwie nicht zum BVB. Klar, kommt aus der PL, ist schnell, kann viel Show und hat nen sehr coolen Look. Aber wir brauchen vorne jemanden, der die Dinger reinmacht. Reus und Philipp sind gut darin. Aber Reus ist anfällig für Verletzungen und Philipp ist auch eher ein Mann für die Flügel. Im Zentrum dann mit Zaha jemanden aufzustellen, der eigentlich eher Vorbereitet als Vollstrecker ist, halte ich bei den gehandelten Summen für sehr gefährlich.
Auch wenn die Quellenlage zuletzt sehr dünn war, würde sich mit einem Abgang von Schürrle vielleicht doch nochmal die Tür zu einer größeren Lösung öffnen lassen. Oder anders - wenn man schon 40 Millionen ausgeben würde (immernoch schwer vorstellbar), dann wäre Bats sicherlich die bessere Wahl als Zaha.
Davon mal ab, dass ich nicht an das Gerücht glaube, passt dieser Spieler irgendwie nicht zum BVB. Klar, kommt aus der PL, ist schnell, kann viel Show und hat nen sehr coolen Look. Aber wir brauchen vorne jemanden, der die Dinger reinmacht. Reus und Philipp sind gut darin. Aber Reus ist anfällig für Verletzungen und Philipp ist auch eher ein Mann für die Flügel. Im Zentrum dann mit Zaha jemanden aufzustellen, der eigentlich eher Vorbereitet als Vollstrecker ist, halte ich bei den gehandelten Summen für sehr gefährlich.
Auch wenn die Quellenlage zuletzt sehr dünn war, würde sich mit einem Abgang von Schürrle vielleicht doch nochmal die Tür zu einer größeren Lösung öffnen lassen. Oder anders - wenn man schon 40 Millionen ausgeben würde (immernoch schwer vorstellbar), dann wäre Bats sicherlich die bessere Wahl als Zaha.
Ich sehe das komplett umgekehrt. Für mich ist Zaha in jedem Fall die bessere Wahl, als es Batshuayi ist, da der BVB viel größere Probleme hatte in der Kreierung von Chancen als in der Verwertung ebendieser. Das möchte ich auch nochmal anhand des xG Modells darstellen:
So ist vor allem die Chancenqualität eine der Kategorien in den letzten Jahren gewesen, die am stärksten eingebrochen ist. Hat man 15/16 aus dem laufenden Spiel noch im Schnitt einen xG/Shot von 0,17 gehabt, waren es 16/17 leicht rückläufige 0,16 und letzte Saison waren es dann nur noch 0,14. Das sieht auf den ersten Blick nicht allzu heftig aus, bedeutet aber tatsächlich, dass man pro erwartetes Tor 1,2 Torschüsse mehr haben muss. Die hat man aber nicht, da auch die Torschüsse im Vergleich zu vorangegangenen Jahren immer weniger geworden sind. So hat man jetzt 2 Saisons hingelegt, in denen man die 400 Schüsse Marke aus dem offenen Spiel nicht geknackt hat. Hier verstärken sich also 2 Probleme gegenseitig: die Kreativität, um Chancen zu kreieren und die Chancenqualität sind jeweils schlechter geworden.
Um dabei auch nochmal einen Eindruck zu verschaffen, wie stark die Problematik ist, will ich da auch noch etwas mehr Kontext schaffen. 1,2 Torschüsse pro Spiel, um im Erwartungswert ein Tor mehr zu erzielen, bedeutet, dass man in einer Saison knapp 80 mal häufiger aufs Tor schießen muss, um dieselbe Torausbeute erwarten zu können, wie noch 15/16. Man benötigt also statt erwarteten 383 Torschüssen für 66 Tore satte 461 Schüsse aus dem laufenden Spiel. Das ist ein Wert, den selbst die Bayern nicht jede Saison überbieten können (deren Höchstwert in den letzten 4 Jahren lag bei 484 Torschüssen aus dem offenen Spiel heraus).
Dementsprechend müsste ein Spieler einen enormen Mehrwert haben, wenn er über alternative Wege Tore verspricht, wie bspw. Standards oder aber man muss sich überlegen, wie man das Dilemma angeht, dass man mehr Torschüsse benötigt, obwohl diese im Trend klar abnehmen - und vor allem in einem Maß verlangt werden, das man selbst in einer absoluten Topsaison nicht erreichen konnte. Ein Spieler allein macht bei Standards in meinen Augen aber nicht den Unterschied von 15 Toren aus - also zusätzlich zu den Toren, die man aktuell eh schon per Standard erzielt. Selbst die Blauen, als sehr gute Mannschaft bei Standards, haben letzte Saison schließlich gerade mal 14 Tore aus ebendiesen gemacht (ohne Elfmeter, die in meinen Augen keine Strategie für sich sein können), sodass man diesen Weg in meinen Augen direkt verwerfen kann. Folglich führt kein Weg daran vorbei, dass man sowohl die Chancenanzahl als auch die Chancenqualität wieder signifikant erhöht, was - wenn man es konsequent macht - ja nicht mal ein Widerspruch ist, sondern Hand in Hand geht.
Dafür benötigt man keine Spieler, wie Batshuayi, die im eigenen Abschluss sehr stark sind, aber eben auch nicht allzu viel beitragen, um überhaupt erst diese Abschlüsse einzuleiten. Dafür benötigt man schon sehr viel eher Spieler, wie Zaha, die eine Qualität mitbringen, die so nur ganz wenige Spieler bei uns in der Mannschaft haben. Für mich gehört er bspw. zu den besten Spielern, was das Timing von Dribblingaktionen angeht, wo er sich auch nicht allzu sehr vor bspw. einem Robben verstecken muss, wenn dieser mal wieder nach innen zieht und dabei kaum zu stoppen ist, obwohl jeder Verteidiger weiß, was für ein Move gleich kommt. Das schafft unglaubliche Freiräume für andere Spieler, die Zaha als sehr starker Vorbereiter auch noch einzusetzen weiß, selbst wenn Zaha selbst dadurch nicht zum Torerfolg kommt.
Schaut man sich dann auch noch an, was für Potenziale der BVB dabei als Abnehmer hat, dann kann man schon ungefähr eine Idee davon bekommen, warum Zaha wie ***** auf Eimer passen sollte. Denn man hat abgesehen vom MS schon hocheffiziente Spieler in den eigenen Reihen, wie etwa Philipp oder Reus, die hinsichtlich Conversion Rates auf Werte von über 20% gekommen sind (Philipp 20%; Reus 22%), die Aubameyang (22%) und Batshuayi (24%) nicht gerade pulverisieren. Zumal eben auch noch dazu kommt, dass die Conversion Rates andeuten, dass da noch viel mehr Potenzial da ist, wenn man diese Spieler noch häufiger in vielversprechende Abschlusspositionen bekommt. Das Verhältnis aus CR und erwarteter CR sah in der abgelaufenen Saison im Angriff schließlich so aus:
Aubameyang 78% (83%)
Batshuayi 104% (109%)
Reus 128% (92%)
Philipp 183% (141%)
Pulisic 73% (83%)
Sancho 51% (107%)
Yarmolenko 60% (61%)
Schürrle 28% (70%)
in Klammern habe ich dazuhin noch das Verhältnis der Conversion Rate bei Scorern und dem entsprechenden Erwartungswert dazu geschrieben - sprich der erste Wert wurde um die Dimension Assist ergänzt
Die 2 ineffizientesten Spieler (Yarmolenko und Schürrle) sind wohl beide weg, wofür mit Wolf ein Spieler kommt, der letzte Saison auch weit mehr aus seinen Chancen gemacht hat, als eigentlich erwartet wurde (162% CR/xCR). Dementsprechend hat man mindestens 3 sehr starke Abschlussspieler schon im Kader, die hocheffizient treffen können und dementsprechend auch Sinn machen, um sie verstärkt in Positionen zu bringen, in denen sie ihre Effizienz ausspielen. Wenn irgendetwas nicht fehlt, dann ist es aktuell jedenfalls die Effektivität im Abschluss, trotzdem die Spieler, von denen man sich dahingehend abhängig gemacht hat, nicht mehr da sind!
Und wie bringt man diese Spieler nun häufiger und in bessere Abschlusspositionen? Na eben mit Spielertypen, wie Zaha! Spieler, die sich den Räumen immer wieder geschickt entziehen, um den Abschlussspielern Reus, Philipp und Wolf im Zentrum Platz zu machen, damit sie dort noch häufiger in die entsprechenden Räume laufen können. Spieler, die dann auch noch wissen, wie sie diese einlaufenden Spieler einsetzen können. Spieler, die zuvor erst mal überhaupt Situationen heraufbeschwören können, durch die es überhaupt erst Räume gibt!
Gerade dahingehend hat der BVB, seit 15/16 übrigens auch am allermeisten abgebaut. Hatte man 15/16 noch 60% bzw. 11,4 seiner Dribblings pro Spiel gewonnen, waren es im Folgejahr - mit Dembele - 54% und 12,1, aber letzte Saison nur noch 45% und 8,9. Gerade in diesem Bereich hat der BVB massiv an Qualität verloren, obwohl die Bedeutung von Dribblings stark zugenommen hat, da die gegnerischen Abwehrreihen kollektiv immer schwieriger zu überwinden sind, wenn nicht auch konstant Gefahr über Individualisten droht. Das sieht man auch ganz gut an Pulisic, wie der versuchte den Dembele Abgang aufzufangen, es aber nicht hinbekam, weil er ein anderer Typ Dribbler ist. Der strahlt noch nicht die permante Gefahr aus, wie sie Dembele ausstrahlte, den jede Hintermannschaft sofort fürchten musste, sobald mal der erste Spieler überspielt war. Das ist dabei aber auch nur eines der Probleme, da der Verlust von Dembele auch Pulisic an Effektivität gekostet hat, da er statt 55% seiner Dribblings nur noch knapp über 40% gewinnt, sodass er weniger Dribblings gewinnt,obwohl er pro 90 Minuten etwas mehr als ein Dribbling mehr macht.
Zaha mag mit 9 Toren in der abgelaufenen PL Saison daher vielleicht als Goalgetter nicht allzu sehr überzeugen, aber dafür würde er - rein vom Spielertyp - bei Kernproblemen des BVB perfekt ansetzen. Dazuhin sollte man trotz allem nicht unterschätzen, was für ihn bessere Mitspieler bedeuten könnten. Denn wenn Pulisic angesichts des Verlustes von Dembele einbricht (was eine Geschichte wäre, der man mit Zaha entgegenwirkt --> indirekte Effekte dürfen also auch nicht unterschätzt werden), so kann das umgekehrt eben auch bedeuten, dass ein Zaha mit besseren Mitspielern nochmal deutlich draufpackt. Das gilt letztendlich auch für seine Torquote, wobei er immerhin auch an 36% der Tore seiner Mannschaft direkt beteiligt war, wenn man es auf 90 Minuten umlegt. Das ist ein Wert, den letzte Saison auch ungefähr Reus, Philipp, Wolf und Sancho hatten, was also auch bedeutet, dass der Angriff als sehr ausgewogen - möglicherweise unberechenbar - zu erwarten wäre, wenn man einen Zaha hinzufügen würde.
Für mich ist es jedenfalls der falsche Weg, wenn man mit einem allzu dominanten, klassischen MS weitermacht, von dem man nicht nur abhängig ist, sondern mit dem man zuletzt eben auch den absteigenden Ast bestieg - trotz individuell guter bis sehr guter Leistungen des MS. Ich bin jedenfalls sehr dafür, dass man die Qualitäten der Außen im Abschluss viel stärker betont, als das mit MS möglich ist, die selbst kaum Chancen kreieren und den BVB in der Spielanlage sehr berechenbar gemacht haben. Das mag auf den ersten Blick für viele wie ein Schritt zurück aussehen, ich bin aber überzeugt, dass man damit eher zwei Schritte nach vorne macht. Bedenkt man dabei übrigens auch noch die Gerüchte der MS, die man zuletzt fest verpflichten wollte (Augustin, Schick, Martinez und nun Zaha), scheint das auch innerhalb des Vereins schon lange als Notwendigkeit aufgefasst worden zu sein (, da Potenziale brach liegen und die Abhängigkeit vom MS schädlicher ist, als sie auf den ersten Blick nutzt).
Dieser Beitrag wurde zuletzt von BVBBC am 21.07.2018 um 13:39 Uhr bearbeitet
21.07.2018 - 14:11 Uhr
Zitat von 2-3-5
Wird hier erstaunlich oft verlinkt, aber ob das hier die Zielgruppe ist?
Ich finde es nichtssagend. Also, wenn man total der Fußballmuffel ist und sich für ein Fanclubtreffen vorbereiten müsste, dann wäre das wohl ein toller Service
Wer den BVB nur ein bisschen verfolgt, braucht es nicht. Keine News, keine Analyse, keine Diskussionsgrundlage.
Zitat von kollinho
Prinzipiell bin ich kein großer Fan davon hier YT-Videos zu verbreiten, aber dieses Video fasst doch unseren Transfersommer ganz gut zusammen:
https://www.youtube.com/watch?v=UQWtsi3-B94
Prinzipiell bin ich kein großer Fan davon hier YT-Videos zu verbreiten, aber dieses Video fasst doch unseren Transfersommer ganz gut zusammen:
https://www.youtube.com/watch?v=UQWtsi3-B94
Wird hier erstaunlich oft verlinkt, aber ob das hier die Zielgruppe ist?
Ich finde es nichtssagend. Also, wenn man total der Fußballmuffel ist und sich für ein Fanclubtreffen vorbereiten müsste, dann wäre das wohl ein toller Service
Wer den BVB nur ein bisschen verfolgt, braucht es nicht. Keine News, keine Analyse, keine Diskussionsgrundlage.
Sehe das genau wie du. Im Endeffekt wird nur unsere aktuelle Situation zusammengefasst. Jeder der sich etwas mehr mit dem BVB beschäftigt wird ziemlich ähnlich Schlüsse gezogen haben. Zumal das alles keine tiefgreifenden Analysen sind. Jeder halbwegs interessierte BVB-Fan könnte so ein Video machen.
21.07.2018 - 14:30 Uhr
Wenn Schürrle uns verlässt , hoffe ich stark das dann aber noch ein Winger kommt !
Sonst ist es echt dürftig was die Qualität und die Spieler auf den außen angeht .
Oder sollen Sancho und Cristian unser Spiel auf den außen tragen ?!!
Da sonst nur noch Wolf da ist , da Reus und Phillip für das Sturm Zentrum benötigt werden .
Eher wünsche ich mir noch Abgänge in ZM ! Da sind wir eher überbesetzt
Sonst ist es echt dürftig was die Qualität und die Spieler auf den außen angeht .
Oder sollen Sancho und Cristian unser Spiel auf den außen tragen ?!!
Da sonst nur noch Wolf da ist , da Reus und Phillip für das Sturm Zentrum benötigt werden .
Eher wünsche ich mir noch Abgänge in ZM ! Da sind wir eher überbesetzt
21.07.2018 - 14:42 Uhr
Zitat von BVBBC
Ich sehe das komplett umgekehrt. Für mich ist Zaha in jedem Fall die bessere Wahl, als es Batshuayi ist, da der BVB viel größere Probleme hatte in der Kreierung von Chancen als in der Verwertung ebendieser. Das möchte ich auch nochmal anhand des xG Modells darstellen:
So ist vor allem die Chancenqualität eine der Kategorien in den letzten Jahren gewesen, die am stärksten eingebrochen ist. Hat man 15/16 aus dem laufenden Spiel noch im Schnitt einen xG/Shot von 0,17 gehabt, waren es 16/17 leicht rückläufige 0,16 und letzte Saison waren es dann nur noch 0,14. Das sieht auf den ersten Blick nicht allzu heftig aus, bedeutet aber tatsächlich, dass man pro erwartetes Tor 1,2 Torschüsse mehr haben muss. Die hat man aber nicht, da auch die Torschüsse im Vergleich zu vorangegangenen Jahren immer weniger geworden sind. So hat man jetzt 2 Saisons hingelegt, in denen man die 400 Schüsse Marke aus dem offenen Spiel nicht geknackt hat. Hier verstärken sich also 2 Probleme gegenseitig: die Kreativität, um Chancen zu kreieren und die Chancenqualität sind jeweils schlechter geworden.
Um dabei auch nochmal einen Eindruck zu verschaffen, wie stark die Problematik ist, will ich da auch noch etwas mehr Kontext schaffen. 1,2 Torschüsse pro Spiel, um im Erwartungswert ein Tor mehr zu erzielen, bedeutet, dass man in einer Saison knapp 80 mal häufiger aufs Tor schießen muss, um dieselbe Torausbeute erwarten zu können, wie noch 15/16. Man benötigt also statt erwarteten 383 Torschüssen für 66 Tore satte 461 Schüsse aus dem laufenden Spiel. Das ist ein Wert, den selbst die Bayern nicht jede Saison überbieten können (deren Höchstwert in den letzten 4 Jahren lag bei 484 Torschüssen aus dem offenen Spiel heraus).
Dementsprechend müsste ein Spieler einen enormen Mehrwert haben, wenn er über alternative Wege Tore verspricht, wie bspw. Standards oder aber man muss sich überlegen, wie man das Dilemma angeht, dass man mehr Torschüsse benötigt, obwohl diese im Trend klar abnehmen - und vor allem in einem Maß verlangt werden, das man selbst in einer absoluten Topsaison nicht erreichen konnte. Ein Spieler allein macht bei Standards in meinen Augen aber nicht den Unterschied von 15 Toren aus - also zusätzlich zu den Toren, die man aktuell eh schon per Standard erzielt. Selbst die Blauen, als sehr gute Mannschaft bei Standards, haben letzte Saison schließlich gerade mal 14 Tore aus ebendiesen gemacht (ohne Elfmeter, die in meinen Augen keine Strategie für sich sein können), sodass man diesen Weg in meinen Augen direkt verwerfen kann. Folglich führt kein Weg daran vorbei, dass man sowohl die Chancenanzahl als auch die Chancenqualität wieder signifikant erhöht, was - wenn man es konsequent macht - ja nicht mal ein Widerspruch ist, sondern Hand in Hand geht.
Dafür benötigt man keine Spieler, wie Batshuayi, die im eigenen Abschluss sehr stark sind, aber eben auch nicht allzu viel beitragen, um überhaupt erst diese Abschlüsse einzuleiten. Dafür benötigt man schon sehr viel eher Spieler, wie Zaha, die eine Qualität mitbringen, die so nur ganz wenige Spieler bei uns in der Mannschaft haben. Für mich gehört er bspw. zu den besten Spielern, was das Timing von Dribblingaktionen angeht, wo er sich auch nicht allzu sehr vor bspw. einem Robben verstecken muss, wenn dieser mal wieder nach innen zieht und dabei kaum zu stoppen ist, obwohl jeder Verteidiger weiß, was für ein Move gleich kommt. Das schafft unglaubliche Freiräume für andere Spieler, die Zaha als sehr starker Vorbereiter auch noch einzusetzen weiß, selbst wenn Zaha selbst dadurch nicht zum Torerfolg kommt.
Schaut man sich dann auch noch an, was für Potenziale der BVB dabei als Abnehmer hat, dann kann man schon ungefähr eine Idee davon bekommen, warum Zaha wie ***** auf Eimer passen sollte. Denn man hat abgesehen vom MS schon hocheffiziente Spieler in den eigenen Reihen, wie etwa Philipp oder Reus, die hinsichtlich Conversion Rates auf Werte von über 20% gekommen sind (Philipp 20%; Reus 22%), die Aubameyang (22%) und Batshuayi (24%) nicht gerade pulverisieren. Zumal eben auch noch dazu kommt, dass die Conversion Rates andeuten, dass da noch viel mehr Potenzial da ist, wenn man diese Spieler noch häufiger in vielversprechende Abschlusspositionen bekommt. Das Verhältnis aus CR und erwarteter CR sah in der abgelaufenen Saison im Angriff schließlich so aus:
Aubameyang 78% (83%)
Batshuayi 104% (109%)
Reus 128% (92%)
Philipp 183% (141%)
Pulisic 73% (83%)
Sancho 51% (107%)
Yarmolenko 60% (61%)
Schürrle 28% (70%)
in Klammern habe ich dazuhin noch das Verhältnis der Conversion Rate bei Scorern und dem entsprechenden Erwartungswert dazu geschrieben - sprich der erste Wert wurde um die Dimension Assist ergänzt
Die 2 ineffizientesten Spieler (Yarmolenko und Schürrle) sind wohl beide weg, wofür mit Wolf ein Spieler kommt, der letzte Saison auch weit mehr aus seinen Chancen gemacht hat, als eigentlich erwartet wurde (162% CR/xCR). Dementsprechend hat man mindestens 3 sehr starke Abschlussspieler schon im Kader, die hocheffizient treffen können und dementsprechend auch Sinn machen, um sie verstärkt in Positionen zu bringen, in denen sie ihre Effizienz ausspielen. Wenn irgendetwas nicht fehlt, dann ist es aktuell jedenfalls die Effektivität im Abschluss, trotzdem die Spieler, von denen man sich dahingehend abhängig gemacht hat, nicht mehr da sind!
Und wie bringt man diese Spieler nun häufiger und in bessere Abschlusspositionen? Na eben mit Spielertypen, wie Zaha! Spieler, die sich den Räumen immer wieder geschickt entziehen, um den Abschlussspielern Reus, Philipp und Wolf im Zentrum Platz zu machen, damit sie dort noch häufiger in die entsprechenden Räume laufen können. Spieler, die dann auch noch wissen, wie sie diese einlaufenden Spieler einsetzen können. Spieler, die zuvor erst mal überhaupt Situationen heraufbeschwören können, durch die es überhaupt erst Räume gibt!
Gerade dahingehend hat der BVB, seit 15/16 übrigens auch am allermeisten abgebaut. Hatte man 15/16 noch 60% bzw. 11,4 seiner Dribblings pro Spiel gewonnen, waren es im Folgejahr - mit Dembele - 54% und 12,1, aber letzte Saison nur noch 45% und 8,9. Gerade in diesem Bereich hat der BVB massiv an Qualität verloren, obwohl die Bedeutung von Dribblings stark zugenommen hat, da die gegnerischen Abwehrreihen kollektiv immer schwieriger zu überwinden sind, wenn nicht auch konstant Gefahr über Individualisten droht. Das sieht man auch ganz gut an Pulisic, wie der versuchte den Dembele Abgang aufzufangen, es aber nicht hinbekam, weil er ein anderer Typ Dribbler ist. Der strahlt noch nicht die permante Gefahr aus, wie sie Dembele ausstrahlte, den jede Hintermannschaft sofort fürchten musste, sobald mal der erste Spieler überspielt war. Das ist dabei aber auch nur eines der Probleme, da der Verlust von Dembele auch Pulisic an Effektivität gekostet hat, da er statt 55% seiner Dribblings nur noch knapp über 40% gewinnt, sodass er weniger Dribblings gewinnt,obwohl er pro 90 Minuten etwas mehr als ein Dribbling mehr macht.
Zaha mag mit 9 Toren in der abgelaufenen PL Saison daher vielleicht als Goalgetter nicht allzu sehr überzeugen, aber dafür würde er - rein vom Spielertyp - bei Kernproblemen des BVB perfekt ansetzen. Dazuhin sollte man trotz allem nicht unterschätzen, was für ihn bessere Mitspieler bedeuten könnten. Denn wenn Pulisic angesichts des Verlustes von Dembele einbricht (was eine Geschichte wäre, der man mit Zaha entgegenwirkt --> indirekte Effekte dürfen also auch nicht unterschätzt werden), so kann das umgekehrt eben auch bedeuten, dass ein Zaha mit besseren Mitspielern nochmal deutlich draufpackt. Das gilt letztendlich auch für seine Torquote, wobei er immerhin auch an 36% der Tore seiner Mannschaft direkt beteiligt war, wenn man es auf 90 Minuten umlegt. Das ist ein Wert, den letzte Saison auch ungefähr Reus, Philipp, Wolf und Sancho hatten, was also auch bedeutet, dass der Angriff als sehr ausgewogen - möglicherweise unberechenbar - zu erwarten wäre, wenn man einen Zaha hinzufügen würde.
Für mich ist es jedenfalls der falsche Weg, wenn man mit einem allzu dominanten, klassischen MS weitermacht, von dem man nicht nur abhängig ist, sondern mit dem man zuletzt eben auch den absteigenden Ast bestieg - trotz individuell guter bis sehr guter Leistungen des MS. Ich bin jedenfalls sehr dafür, dass man die Qualitäten der Außen im Abschluss viel stärker betont, als das mit MS möglich ist, die selbst kaum Chancen kreieren und den BVB in der Spielanlage sehr berechenbar gemacht haben. Das mag auf den ersten Blick für viele wie ein Schritt zurück aussehen, ich bin aber überzeugt, dass man damit eher zwei Schritte nach vorne macht. Bedenkt man dabei übrigens auch noch die Gerüchte der MS, die man zuletzt fest verpflichten wollte (Augustin, Schick, Martinez und nun Zaha), scheint das auch innerhalb des Vereins schon lange als Notwendigkeit aufgefasst worden zu sein (, da Potenziale brach liegen und die Abhängigkeit vom MS schädlicher ist, als sie auf den ersten Blick nutzt).
Zitat von Durchblick
Davon mal ab, dass ich nicht an das Gerücht glaube, passt dieser Spieler irgendwie nicht zum BVB. Klar, kommt aus der PL, ist schnell, kann viel Show und hat nen sehr coolen Look. Aber wir brauchen vorne jemanden, der die Dinger reinmacht. Reus und Philipp sind gut darin. Aber Reus ist anfällig für Verletzungen und Philipp ist auch eher ein Mann für die Flügel. Im Zentrum dann mit Zaha jemanden aufzustellen, der eigentlich eher Vorbereitet als Vollstrecker ist, halte ich bei den gehandelten Summen für sehr gefährlich.
Auch wenn die Quellenlage zuletzt sehr dünn war, würde sich mit einem Abgang von Schürrle vielleicht doch nochmal die Tür zu einer größeren Lösung öffnen lassen. Oder anders - wenn man schon 40 Millionen ausgeben würde (immernoch schwer vorstellbar), dann wäre Bats sicherlich die bessere Wahl als Zaha.
Davon mal ab, dass ich nicht an das Gerücht glaube, passt dieser Spieler irgendwie nicht zum BVB. Klar, kommt aus der PL, ist schnell, kann viel Show und hat nen sehr coolen Look. Aber wir brauchen vorne jemanden, der die Dinger reinmacht. Reus und Philipp sind gut darin. Aber Reus ist anfällig für Verletzungen und Philipp ist auch eher ein Mann für die Flügel. Im Zentrum dann mit Zaha jemanden aufzustellen, der eigentlich eher Vorbereitet als Vollstrecker ist, halte ich bei den gehandelten Summen für sehr gefährlich.
Auch wenn die Quellenlage zuletzt sehr dünn war, würde sich mit einem Abgang von Schürrle vielleicht doch nochmal die Tür zu einer größeren Lösung öffnen lassen. Oder anders - wenn man schon 40 Millionen ausgeben würde (immernoch schwer vorstellbar), dann wäre Bats sicherlich die bessere Wahl als Zaha.
Ich sehe das komplett umgekehrt. Für mich ist Zaha in jedem Fall die bessere Wahl, als es Batshuayi ist, da der BVB viel größere Probleme hatte in der Kreierung von Chancen als in der Verwertung ebendieser. Das möchte ich auch nochmal anhand des xG Modells darstellen:
So ist vor allem die Chancenqualität eine der Kategorien in den letzten Jahren gewesen, die am stärksten eingebrochen ist. Hat man 15/16 aus dem laufenden Spiel noch im Schnitt einen xG/Shot von 0,17 gehabt, waren es 16/17 leicht rückläufige 0,16 und letzte Saison waren es dann nur noch 0,14. Das sieht auf den ersten Blick nicht allzu heftig aus, bedeutet aber tatsächlich, dass man pro erwartetes Tor 1,2 Torschüsse mehr haben muss. Die hat man aber nicht, da auch die Torschüsse im Vergleich zu vorangegangenen Jahren immer weniger geworden sind. So hat man jetzt 2 Saisons hingelegt, in denen man die 400 Schüsse Marke aus dem offenen Spiel nicht geknackt hat. Hier verstärken sich also 2 Probleme gegenseitig: die Kreativität, um Chancen zu kreieren und die Chancenqualität sind jeweils schlechter geworden.
Um dabei auch nochmal einen Eindruck zu verschaffen, wie stark die Problematik ist, will ich da auch noch etwas mehr Kontext schaffen. 1,2 Torschüsse pro Spiel, um im Erwartungswert ein Tor mehr zu erzielen, bedeutet, dass man in einer Saison knapp 80 mal häufiger aufs Tor schießen muss, um dieselbe Torausbeute erwarten zu können, wie noch 15/16. Man benötigt also statt erwarteten 383 Torschüssen für 66 Tore satte 461 Schüsse aus dem laufenden Spiel. Das ist ein Wert, den selbst die Bayern nicht jede Saison überbieten können (deren Höchstwert in den letzten 4 Jahren lag bei 484 Torschüssen aus dem offenen Spiel heraus).
Dementsprechend müsste ein Spieler einen enormen Mehrwert haben, wenn er über alternative Wege Tore verspricht, wie bspw. Standards oder aber man muss sich überlegen, wie man das Dilemma angeht, dass man mehr Torschüsse benötigt, obwohl diese im Trend klar abnehmen - und vor allem in einem Maß verlangt werden, das man selbst in einer absoluten Topsaison nicht erreichen konnte. Ein Spieler allein macht bei Standards in meinen Augen aber nicht den Unterschied von 15 Toren aus - also zusätzlich zu den Toren, die man aktuell eh schon per Standard erzielt. Selbst die Blauen, als sehr gute Mannschaft bei Standards, haben letzte Saison schließlich gerade mal 14 Tore aus ebendiesen gemacht (ohne Elfmeter, die in meinen Augen keine Strategie für sich sein können), sodass man diesen Weg in meinen Augen direkt verwerfen kann. Folglich führt kein Weg daran vorbei, dass man sowohl die Chancenanzahl als auch die Chancenqualität wieder signifikant erhöht, was - wenn man es konsequent macht - ja nicht mal ein Widerspruch ist, sondern Hand in Hand geht.
Dafür benötigt man keine Spieler, wie Batshuayi, die im eigenen Abschluss sehr stark sind, aber eben auch nicht allzu viel beitragen, um überhaupt erst diese Abschlüsse einzuleiten. Dafür benötigt man schon sehr viel eher Spieler, wie Zaha, die eine Qualität mitbringen, die so nur ganz wenige Spieler bei uns in der Mannschaft haben. Für mich gehört er bspw. zu den besten Spielern, was das Timing von Dribblingaktionen angeht, wo er sich auch nicht allzu sehr vor bspw. einem Robben verstecken muss, wenn dieser mal wieder nach innen zieht und dabei kaum zu stoppen ist, obwohl jeder Verteidiger weiß, was für ein Move gleich kommt. Das schafft unglaubliche Freiräume für andere Spieler, die Zaha als sehr starker Vorbereiter auch noch einzusetzen weiß, selbst wenn Zaha selbst dadurch nicht zum Torerfolg kommt.
Schaut man sich dann auch noch an, was für Potenziale der BVB dabei als Abnehmer hat, dann kann man schon ungefähr eine Idee davon bekommen, warum Zaha wie ***** auf Eimer passen sollte. Denn man hat abgesehen vom MS schon hocheffiziente Spieler in den eigenen Reihen, wie etwa Philipp oder Reus, die hinsichtlich Conversion Rates auf Werte von über 20% gekommen sind (Philipp 20%; Reus 22%), die Aubameyang (22%) und Batshuayi (24%) nicht gerade pulverisieren. Zumal eben auch noch dazu kommt, dass die Conversion Rates andeuten, dass da noch viel mehr Potenzial da ist, wenn man diese Spieler noch häufiger in vielversprechende Abschlusspositionen bekommt. Das Verhältnis aus CR und erwarteter CR sah in der abgelaufenen Saison im Angriff schließlich so aus:
Aubameyang 78% (83%)
Batshuayi 104% (109%)
Reus 128% (92%)
Philipp 183% (141%)
Pulisic 73% (83%)
Sancho 51% (107%)
Yarmolenko 60% (61%)
Schürrle 28% (70%)
in Klammern habe ich dazuhin noch das Verhältnis der Conversion Rate bei Scorern und dem entsprechenden Erwartungswert dazu geschrieben - sprich der erste Wert wurde um die Dimension Assist ergänzt
Die 2 ineffizientesten Spieler (Yarmolenko und Schürrle) sind wohl beide weg, wofür mit Wolf ein Spieler kommt, der letzte Saison auch weit mehr aus seinen Chancen gemacht hat, als eigentlich erwartet wurde (162% CR/xCR). Dementsprechend hat man mindestens 3 sehr starke Abschlussspieler schon im Kader, die hocheffizient treffen können und dementsprechend auch Sinn machen, um sie verstärkt in Positionen zu bringen, in denen sie ihre Effizienz ausspielen. Wenn irgendetwas nicht fehlt, dann ist es aktuell jedenfalls die Effektivität im Abschluss, trotzdem die Spieler, von denen man sich dahingehend abhängig gemacht hat, nicht mehr da sind!
Und wie bringt man diese Spieler nun häufiger und in bessere Abschlusspositionen? Na eben mit Spielertypen, wie Zaha! Spieler, die sich den Räumen immer wieder geschickt entziehen, um den Abschlussspielern Reus, Philipp und Wolf im Zentrum Platz zu machen, damit sie dort noch häufiger in die entsprechenden Räume laufen können. Spieler, die dann auch noch wissen, wie sie diese einlaufenden Spieler einsetzen können. Spieler, die zuvor erst mal überhaupt Situationen heraufbeschwören können, durch die es überhaupt erst Räume gibt!
Gerade dahingehend hat der BVB, seit 15/16 übrigens auch am allermeisten abgebaut. Hatte man 15/16 noch 60% bzw. 11,4 seiner Dribblings pro Spiel gewonnen, waren es im Folgejahr - mit Dembele - 54% und 12,1, aber letzte Saison nur noch 45% und 8,9. Gerade in diesem Bereich hat der BVB massiv an Qualität verloren, obwohl die Bedeutung von Dribblings stark zugenommen hat, da die gegnerischen Abwehrreihen kollektiv immer schwieriger zu überwinden sind, wenn nicht auch konstant Gefahr über Individualisten droht. Das sieht man auch ganz gut an Pulisic, wie der versuchte den Dembele Abgang aufzufangen, es aber nicht hinbekam, weil er ein anderer Typ Dribbler ist. Der strahlt noch nicht die permante Gefahr aus, wie sie Dembele ausstrahlte, den jede Hintermannschaft sofort fürchten musste, sobald mal der erste Spieler überspielt war. Das ist dabei aber auch nur eines der Probleme, da der Verlust von Dembele auch Pulisic an Effektivität gekostet hat, da er statt 55% seiner Dribblings nur noch knapp über 40% gewinnt, sodass er weniger Dribblings gewinnt,obwohl er pro 90 Minuten etwas mehr als ein Dribbling mehr macht.
Zaha mag mit 9 Toren in der abgelaufenen PL Saison daher vielleicht als Goalgetter nicht allzu sehr überzeugen, aber dafür würde er - rein vom Spielertyp - bei Kernproblemen des BVB perfekt ansetzen. Dazuhin sollte man trotz allem nicht unterschätzen, was für ihn bessere Mitspieler bedeuten könnten. Denn wenn Pulisic angesichts des Verlustes von Dembele einbricht (was eine Geschichte wäre, der man mit Zaha entgegenwirkt --> indirekte Effekte dürfen also auch nicht unterschätzt werden), so kann das umgekehrt eben auch bedeuten, dass ein Zaha mit besseren Mitspielern nochmal deutlich draufpackt. Das gilt letztendlich auch für seine Torquote, wobei er immerhin auch an 36% der Tore seiner Mannschaft direkt beteiligt war, wenn man es auf 90 Minuten umlegt. Das ist ein Wert, den letzte Saison auch ungefähr Reus, Philipp, Wolf und Sancho hatten, was also auch bedeutet, dass der Angriff als sehr ausgewogen - möglicherweise unberechenbar - zu erwarten wäre, wenn man einen Zaha hinzufügen würde.
Für mich ist es jedenfalls der falsche Weg, wenn man mit einem allzu dominanten, klassischen MS weitermacht, von dem man nicht nur abhängig ist, sondern mit dem man zuletzt eben auch den absteigenden Ast bestieg - trotz individuell guter bis sehr guter Leistungen des MS. Ich bin jedenfalls sehr dafür, dass man die Qualitäten der Außen im Abschluss viel stärker betont, als das mit MS möglich ist, die selbst kaum Chancen kreieren und den BVB in der Spielanlage sehr berechenbar gemacht haben. Das mag auf den ersten Blick für viele wie ein Schritt zurück aussehen, ich bin aber überzeugt, dass man damit eher zwei Schritte nach vorne macht. Bedenkt man dabei übrigens auch noch die Gerüchte der MS, die man zuletzt fest verpflichten wollte (Augustin, Schick, Martinez und nun Zaha), scheint das auch innerhalb des Vereins schon lange als Notwendigkeit aufgefasst worden zu sein (, da Potenziale brach liegen und die Abhängigkeit vom MS schädlicher ist, als sie auf den ersten Blick nutzt).
Vielleicht schreibst Du's ja in diesem Riesentext irgendwo selbst, bin beim ersten Absatz hängegeblieben: Chancenqualität ist zu mindestens 50% Trainersache, in meinen Augen.
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