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Olympia in Hamburg?

05.11.2015 - 16:15 Uhr
  Umfrage
  % Stimmen
Ich bin ganz Feuer und Flamme
 46,5  20
Kokeln ist hier verboten!
 53,5  23
Gesamt: 43

Die Umfrage ist abgelaufen.

Moin Leute,

einige von euch wird es sicher nicht so sehr interessieren. Andere wiederum fragen sich vielleicht, was hat das mit Fussball zu tun. Nun, eine ganze Menge. Da unser Verein massgeblich, wie einige wissen, fuer soziale Projekte in und um Hamburg einsteht, die darunter leiden werden (Zu wenig Wohnungen, zu wenig Foerdermittel fuer soziale Projekte, Fluechtlingsdebatte (die sicher anhalten wird bei der deutschen Buerokratie) und und und ...).

Nun ist es ja bekannt, dass sich der Verein ein wenig aus der Affaere raushalten und sich als Verein nicht bekennen will (weder pro, noch contra). Einige Fans jedoch, sprechen sich klar gegen das Vorhaben Feuer und Flamme aus. ZU TEUER!

Mich wuerde einmal interessieren, wie ihr (auch nicht Hamburger) dazu steht und ob ihr eine Olympiade in Hamburg begruessen wuerdet.

Hier ein Auszug der Pro und Contra Seiten, damit ihr nicht so viel recherchieren muesst :P

PRO (Gerd Wolff, Auszug)
Drei Wochen Spiele im sommerlichen Norden werden märchenhaft gute Laune machen. Denn erstens: Hamburg ist nicht Sotchi.

Zweitens: Für das Ja beim Bürgervotum im September wird es am Ende darauf ankommen, dass das Finanzierungskonzept stimmig und nachvollziehbar ist. Hamburg hat schlimme Erfahrungen mit Großprojekten - aber auch seit gut vier Jahren eine Regierung, die ganz augenscheinlich mit Geld umgehen kann. Jedenfalls hat sie alte Fehler souverän abgeräumt.

Drittens: Die Planung für das kommende Olympia-Jahrzehnt beginnt jetzt. Der aktuelle Senat wird damit verantwortlich sein für das, was sich am Ende aufs olympische Gleis setzen lässt. Hamburg in der aktuellen Verfassung ist zuzutrauen, dass es diesen politischen und wirtschaftlichen Langstreckenlauf meistert.

Viertens: Die Kritiker fürchten Veränderung, Bauwahn und steigende Mieten. Womöglich zu Recht: Eine stetig wachsende Stadt wie Hamburg verändert sich eben kontinuierlich - übrigens mit oder ohne Olympia. Die Spiele in Hamburg bringen die Gelegenheit, ganz neu für die zweite Hälfte dieses Jahrhunderts zu planen. Optimismus ermöglicht Dinge, Pessimismus verhindert sie.

Wenn die olympische Flamme erlischt, werden auf jeden Fall zusätzliche neue Wohnungen und ein verbesserter Nahverkehr bleiben. Die gesamte Metropolregion wird profitiert haben und besser angeschlossen sein. Hamburg wird an Olympia garantiert nicht Pleite gehen. Und der Hafen wird ein neues Gesicht haben, ein attraktiveres als heute. Dafür lohnt es sich, den städtebaulichen Umbruch zu verlängern, der dort eh gerade stattfindet.
Olympia 2000x in Hamburg: unter dem Strich viel, viel mehr Chance als Risiko.


CONTRA (Ferdinand Klien, Auszug)
Kein Zweifel, Hamburg könnte die Olympischen Spiele ausrichten, doch der Preis dafür wäre zu hoch. Wenn der Senat ohne ein übergreifendes Kostenkonzept zu haben, großspurig von Nachhaltigkeit, der Olympic City und dem Neubau von fünf Arenen schwärmt, verdrängt er, dass die beiden letzten Großprojekte, die Internationale Gartenschau und die Elbphilharmonie, millionenschwere Defizite brachten.

Das nette Motto "Metropole Hamburg - wachsende Stadt" vernachlässigt das Ziel sozialer und ökologischer Standards. Entsprechend war das Jahr 2011 als Europäische Umwelthauptstadt einfach nur peinlich. Bürgermeister Olaf Scholz (SPD), bisher kaum als Vertreter einer transparenten Politik aufgefallen, setzt bequem wie seine Vorgänger auf einen unendlichen Reigen von Events zwischen Mai und September, weil der Städtetourismus ja so schön boomt.

Doch die Folgeschäden durch Luftverschmutzung und Lärm nehmen zu. Die CO2-Emmissionen steigen an. Wie sollen überhaupt die Spiele gestemmt werden, wenn schon heute die Logistik im Hafen ebenso wie die innerstädtische Mobilität an ihre Grenzen gelangt sind?

Auch der neue Bahnhof in Altona und die monumentale A 7 Erweiterung entsprechen altbackenen Konzepten. Straßenbahnen und Fahrradschnellwege? Fehlanzeige! Oder das Stiefkind Wohnungsbau: Gerade einmal 2.000 geförderte Mietwohnungen für Haushalte mit kleinem und mittlerem Einkommen entstehen jährlich.

Hamburg kann - wie andere Städte zuvor - niemals finanzieller Gewinner der Olympischen Spiele werden. Die Wertschöpfung solcher Großveranstaltungen landet beim Internationalen Olympischen Komitee, das nur in Vorkasse tritt, und multinationalen Konzernen, oft mit Sitz in Schweizer Steueroasen .

Am Ende öffnete sich die vorhandene Schere zwischen Arm und Reich noch weiter. Der Ausgang des Referendums im September wird also spannend.


UND? SEID IHR AUCH SCHON GANZ FEUER UND FLAMME?

Findet ihr, der Verein sollte aktiv dagegen vorgehen und damit eine Haltung gegen eine teuere Olympiade einnehmen, oder eher nicht? Momentan wird dies auch Vereinsintern gefordert. Was denkt ihr?
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Schnuersenkel am 05.11.2015 um 16:18 Uhr bearbeitet
Olympia in Hamburg? |#1
05.11.2015 - 18:11 Uhr
Oje! Bei diesem Thema kann man sich verbal die Köpfe einschlagen, denke ich.

Für Olympia spricht in meinen Augen:

• Problembereiche wie der öffentliche und private Nahverkehr könnten endlich mal auf Vordermann gebracht werden
• Ich gehe davon aus, dass mehr Wohnraum geschaffen werden würde
• Es würden deutlich mehr Sportstätten geschaffen werden, die außerhalb Olympias sicher für den Jugend- und Amateursport zur Verfügung stünden

Was für mich gegen Olympia spricht:

Soweit ich informiert bin, sieht die Finanzplanung der Stadt so aus, dass Hamburg ca. 1,2 Mrd. Euro selbst trägt. Hamburg macht aber ohnehin schon jedes Jahr Minus mit seinem Haushalt. Da stellt sich mir doch die Frage, von welchen Geldern Hamburg bitteschön diesen nicht ganz unerheblichen Betrag finanzieren will. Es werden ohnehin erhebliche finanzielle Belastungen durch Flüchtlinge entstehen. Kann man sich da noch weitere hohe Ausgaben leisten?

Dieses Geld stünde auch nicht auf einmal auf einen Batzen da. Ich gehe davon aus, dass es in 6 Jahresraten a 200 Mio. aus dem Haushalt eingespart werden müsste (meine, ich habe das auch mal so oder ähnlich gelesen). Wovon? Was bleibt denn für diese 200 Mio. alles liegen? In dem Fall befürchte ich ganz grundsätzlich, dass dann so ziemlich alle sonstigen dringend erforderlichen Investitionen, die nicht in unmittelbarem Zusammenhang mit Olympia stehen, verschoben, verkleinert oder einfach ganz unterbleiben würden.

Ein Beispiel, das mir gerade einfällt: Die Hamburger Schulen sind vielfach marode. Sanierungsgelder stehen jetzt schon großenteils nur noch zur Verfügung, wenn ansonsten eine Teil- oder Vollsperrung der Schule droht. Dabei ist der Topf hierfür nicht gerade klein (mWn auf jeden Fall im dreistelligen Millionenbereich). Wieviel bleibt denn für diese Aufgabe noch übrig, wenn der Allgemeinhaushalt um die obige Rate gekürzt werden muss?

Die Behörden werden ziemlich viel Personal für die Vorbereitung und Planung Olympias zur Verfügung stellen müssen. Dabei fehlt jetzt schon Personal, um die Flüchtlinge angemessen zu betreuen (soweit ich gehört habe, betreibt man z.B. bei der Polizei Hamburg momentan eine Art „Heldenklau“, indem man Polizisten, die jetzt aus Altersgründen in den Ruhestand treten, anbietet, ihre Dienstzeit um ein Jahr zu verlängern und das Einwohnerzentralamt in dieser Zeit zu unterstützen).

So schön es wäre, den Nahverkehr optimiert zu sehen, die Sanierungsarbeiten müssten alle innerhalb von 6 bis maximal 7 Jahren (2017 bis 2024 ) durchgeführt werden. In dieser Zeit würde sich Hamburg in eine Riesenbaustelle verwandeln. Und da Hamburg so schön eng ist, gerade in den an die Olympiagegenden angrenzenden und vorgelagerten Stadtteilen und –vierteln (z.B. die Innenstadt, Hammerbrook etc.), befürchte ich da ernsthaft ein Mega-Verkehrschaos über diese Jahre.

Weitere Ausgaben: Es gibt noch mehr teure Projekte in Hamburg als die Elbphilharmonie und die IGA (einige immerhin im mittleren zweistelligen Millionenbereich), die zwar noch deutlich von der Vollendung entfernt sind, aber jetzt schon den eingeplanten Gesamtetat z.T. erheblich überschritten haben. Da stehen Hamburg ohnehin noch einige weitere Millionengräber bevor.

Also, die Vorteile wiegen in meinen Augen die Nachteile bei weitem nicht auf. Daher schließe ich mich (mit meinem derzeitigen Wissensstand) ganz entschieden der Meinung an, Hamburg kann sich Olympia ganz einfach nicht leisten! Also:

Kein Olympia in Hamburg!


Aber als Auswärtiger lässt man mich ja nur hier mit abstimmen. Die Befürworter können also aufatmen …
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Helmi59 am 05.11.2015 um 18:15 Uhr bearbeitet
Olympia in Hamburg? |#2
06.11.2015 - 08:57 Uhr
Komisch, das Thema hatten wir gestern beim Bierchen und jetzt lese ich das hier. oops

Für mich ist die Frage ganz leicht zu beantworten.
Wenn Krankenschwestern und Pflegekräfte in ausreichender Anzahl in den Einrichtungen der
Stadt Hamburg vertreten sind, wenn Polizei und Feuerwehr in Hamburg gut besetzt sind und
nicht tausende Überstunden vor sich herschieben, wenn in Schulen und Kindergärten wegen
Lehrermangel keine Stunden ausfallen und die Gebäude keine schweren Mängel mehr haben,
wenn also nicht an für alle Bürger wichtigen Dingen mehr gespart werden muss.......
...dann kann man sich mit Olympia beschäftigen.
Sonst gehen die anderen Dinge einfach vor.
Olympia in Hamburg? |#3
06.11.2015 - 09:23 Uhr
Zitat von ESPRIT-Arena
Komisch, das Thema hatten wir gestern beim Bierchen und jetzt lese ich das hier. oops

Für mich ist die Frage ganz leicht zu beantworten.
Wenn Krankenschwestern und Pflegekräfte in ausreichender Anzahl in den Einrichtungen der
Stadt Hamburg vertreten sind, wenn Polizei und Feuerwehr in Hamburg gut besetzt sind und
nicht tausende Überstunden vor sich herschieben, wenn in Schulen und Kindergärten wegen
Lehrermangel keine Stunden ausfallen und die Gebäude keine schweren Mängel mehr haben,
wenn also nicht an für alle Bürger wichtigen Dingen mehr gespart werden muss.......
...dann kann man sich mit Olympia beschäftigen.
Sonst gehen die anderen Dinge einfach vor.


Danke, prima zusammengefasst, mehr muss man dazu wirklich nicht schreiben.
Olympia in Hamburg? |#4
06.11.2015 - 10:26 Uhr
Zitat von Schnuersenkel


Moin Leute,

einige von euch wird es sicher nicht so sehr interessieren. Andere wiederum fragen sich vielleicht, was hat das mit Fussball zu tun. Nun, eine ganze Menge. Da unser Verein massgeblich, wie einige wissen, fuer soziale Projekte in und um Hamburg einsteht, die darunter leiden werden (Zu wenig Wohnungen, zu wenig Foerdermittel fuer soziale Projekte, Fluechtlingsdebatte (die sicher anhalten wird bei der deutschen Buerokratie) und und und ...).

Nun ist es ja bekannt, dass sich der Verein ein wenig aus der Affaere raushalten und sich als Verein nicht bekennen will (weder pro, noch contra). Einige Fans jedoch, sprechen sich klar gegen das Vorhaben Feuer und Flamme aus. ZU TEUER!

Mich wuerde einmal interessieren, wie ihr (auch nicht Hamburger) dazu steht und ob ihr eine Olympiade in Hamburg begruessen wuerdet.
....

?


Sorry, aber mit dem Eingangstext legst du ja schon einen gewisse Meinung vor, ein ungünstige Konstellation eine Umfrage zu starten.

Das Thema passt übrigens sehr gut hierher. Schließlich gibt es ja auch ein olympisches Fußballturnier und in unserem Stadion soll das olympische Hockeyturnier ausgetragen werden.

Zur Umfrage:
Ein klaren Nein oder Ja? Schwierig, wenn man für Pro- und Contrameinungen offen ist , denn es gibt jeweils Argumente , die richtig sind - aus der heutigen Sicht.

Letztendlich können sich Contraargumente sogar auch in Proargumente umkehren lassen, wenn einige Problem nämlich MIT OLYMPIA viel leichter lösen sind als ohne Olympia. Umgekehrt kann auch das, was derzeit ganz toll klingt zum Boomerang werden.

Meine derzeitige Meinung kann sich also nur von dem ableiten, was ich empfinde und was derzeit schon feststeht:

Und das ist die einmalige Chance meiner Heimatstadt einmal ganz groß im Fokus zu stehen und sich positiv darzustellen, für mich die einmalige Chance das größte Sportereignis der Welt als dann Ü60 persönlich erleben zu dürfen. Da denke ich vielleicht anders als jemand der heute 25 oder 30 Jahre alt ist.

Ich denke viele berechtigte Kritik ist angemessen, die Probleme sind aber lösbar. "Hamburg" hat ein schlüssiges Konzept, dass deutlich besser ist, als sämliche Konzepte vergangener Spiele.

Von daher von mir daher erstmal ein: PRO

Zitat von Helmi59


Aber als Auswärtiger lässt man mich ja nur hier mit abstimmen. Die Befürworter können also aufatmen …


Womit sich das hier dann wieder ausgleicht, zumal hier die Gegner derzeit mit 4:5 in Führung liegen.. zwinker .

•     •     •

Grüße aus der Stader Geest

Dieser Beitrag wurde zuletzt von geestler am 06.11.2015 um 10:37 Uhr bearbeitet
Olympia in Hamburg? |#5
06.11.2015 - 10:54 Uhr
Zitat von Helmi59

Für Olympia spricht in meinen Augen:

• Problembereiche wie der öffentliche und private Nahverkehr könnten endlich mal auf Vordermann gebracht werden
• Ich gehe davon aus, dass mehr Wohnraum geschaffen werden würde
• Es würden deutlich mehr Sportstätten geschaffen werden, die außerhalb Olympias sicher für den Jugend- und Amateursport zur Verfügung stünden



Allerdings bleibt die Frage, welche Wohnraeume, wo geschaffen werden sollen. Momentan werden Grossflaechen eher fuer den sportlichen Ausbau der Stadt vorgesehen. Ich befuerchte einfach, dass es sich dabei wieder um wunderbar teure Wohnungen handeln wird.

Der Nahverkehr in Hamburg ist Sahne! Wer einmal in einer anderen Stadt gewesen ist, die eine dementsprechende Groesse erreicht hat, der kann definitiv sagen, dass Hamburg ein sehr gutes Verkehrsnetz hat. Ausserdem wuerde das mit dem GoGreen plan nicht konform gehen, dass die meisten Strassen in den naechsten Jahren umgebaut werden sollen, um den Stadtverkehr auf Fahrrad umzuruesten.

Bei den Stadien, befuerchte ich einen Ausgang, aehnlich wie in Brasilien. Da wird ordentlich ausgepackt und gebaut und am Ende werden es Busbahnhoefe oder stehen leer. Am Ende ist ein Bau in der Hafencity wegen Denkmalamt oder Statikern nicht zulaessig und dann haben wir den Salat und es geht doch raus nach Ochsenwerder! grins

Zitat von Helmi59


Also, die Vorteile wiegen in meinen Augen die Nachteile bei weitem nicht auf. Daher schließe ich mich (mit meinem derzeitigen Wissensstand) ganz entschieden der Meinung an, Hamburg kann sich Olympia ganz einfach nicht leisten! Also:

Kein Olympia in Hamburg!


Bin ich bei dir!
Olympia in Hamburg? |#6
06.11.2015 - 10:55 Uhr
Zitat von ESPRIT-Arena
Komisch, das Thema hatten wir gestern beim Bierchen und jetzt lese ich das hier. oops

Für mich ist die Frage ganz leicht zu beantworten.
Wenn Krankenschwestern und Pflegekräfte in ausreichender Anzahl in den Einrichtungen der
Stadt Hamburg vertreten sind, wenn Polizei und Feuerwehr in Hamburg gut besetzt sind und
nicht tausende Überstunden vor sich herschieben, wenn in Schulen und Kindergärten wegen
Lehrermangel keine Stunden ausfallen und die Gebäude keine schweren Mängel mehr haben,
wenn also nicht an für alle Bürger wichtigen Dingen mehr gespart werden muss.......
...dann kann man sich mit Olympia beschäftigen.
Sonst gehen die anderen Dinge einfach vor.


Sehr gut zusammengefasst. Daumen hoch.
Olympia in Hamburg? |#7
06.11.2015 - 11:10 Uhr
Zitat von ESPRIT-Arena
Komisch, das Thema hatten wir gestern beim Bierchen und jetzt lese ich das hier. oops

Für mich ist die Frage ganz leicht zu beantworten.
Wenn Krankenschwestern und Pflegekräfte in ausreichender Anzahl in den Einrichtungen der
Stadt Hamburg vertreten sind, wenn Polizei und Feuerwehr in Hamburg gut besetzt sind und
nicht tausende Überstunden vor sich herschieben, wenn in Schulen und Kindergärten wegen
Lehrermangel keine Stunden ausfallen und die Gebäude keine schweren Mängel mehr haben,
wenn also nicht an für alle Bürger wichtigen Dingen mehr gespart werden muss.......
...dann kann man sich mit Olympia beschäftigen.
Sonst gehen die anderen Dinge einfach vor.


Dem schließe ich mich an.
Mit dem Geld für dieses ein paar Wochen dauernde Event könnte man sicherlich weitaus wichtige Probleme angehen bzw. lösen.

Bei dem ganzen Sumpf, der um solche Projekte herum scheinbar immer entsteht, kann ich mich an sowas mittlerweile auch nicht mehr wirklich erfreuen.

•     •     •

Wahre Liebe kennt keine Liga!

FORZA!
Olympia in Hamburg? |#8
06.11.2015 - 11:10 Uhr
Zitat von geestler
Zitat von Schnuersenkel



Moin Leute,

einige von euch wird es sicher nicht so sehr interessieren. Andere wiederum fragen sich vielleicht, was hat das mit Fussball zu tun. Nun, eine ganze Menge. Da unser Verein massgeblich, wie einige wissen, fuer soziale Projekte in und um Hamburg einsteht, die darunter leiden werden (Zu wenig Wohnungen, zu wenig Foerdermittel fuer soziale Projekte, Fluechtlingsdebatte (die sicher anhalten wird bei der deutschen Buerokratie) und und und ...).

Nun ist es ja bekannt, dass sich der Verein ein wenig aus der Affaere raushalten und sich als Verein nicht bekennen will (weder pro, noch contra). Einige Fans jedoch, sprechen sich klar gegen das Vorhaben Feuer und Flamme aus. ZU TEUER!

Mich wuerde einmal interessieren, wie ihr (auch nicht Hamburger) dazu steht und ob ihr eine Olympiade in Hamburg begruessen wuerdet.
....

?


Sorry, aber mit dem Eingangstext legst du ja schon einen gewisse Meinung vor, ein ungünstige Konstellation eine Umfrage zu starten.

Das Thema passt übrigens sehr gut hierher. Schließlich gibt es ja auch ein olympisches Fußballturnier und in unserem Stadion soll das olympische Hockeyturnier ausgetragen werden.

Zur Umfrage:
Ein klaren Nein oder Ja? Schwierig, wenn man für Pro- und Contrameinungen offen ist , denn es gibt jeweils Argumente , die richtig sind - aus der heutigen Sicht.

Letztendlich können sich Contraargumente sogar auch in Proargumente umkehren lassen, wenn einige Problem nämlich MIT OLYMPIA viel leichter lösen sind als ohne Olympia. Umgekehrt kann auch das, was derzeit ganz toll klingt zum Boomerang werden.

Meine derzeitige Meinung kann sich also nur von dem ableiten, was ich empfinde und was derzeit schon feststeht:

Und das ist die einmalige Chance meiner Heimatstadt einmal ganz groß im Fokus zu stehen und sich positiv darzustellen, für mich die einmalige Chance das größte Sportereignis der Welt als dann Ü60 persönlich erleben zu dürfen. Da denke ich vielleicht anders als jemand der heute 25 oder 30 Jahre alt ist.

Ich denke viele berechtigte Kritik ist angemessen, die Probleme sind aber lösbar. "Hamburg" hat ein schlüssiges Konzept, dass deutlich besser ist, als sämliche Konzepte vergangener Spiele.

Von daher von mir daher erstmal ein: PRO

Zitat von Helmi59



Aber als Auswärtiger lässt man mich ja nur hier mit abstimmen. Die Befürworter können also aufatmen …


Womit sich das hier dann wieder ausgleicht, zumal hier die Gegner derzeit mit 4:5 in Führung liegen.. zwinker .


Ich habe meinen Senf direkt in der Eroeffnung dazu gegeben. Stimmt aber, dass es vielleicht neutraler zusammgefasst haette werden muessen. Sorry dafuer.

Um vielleicht noch einmal deine Argumentation aufzugreifen, kann ich sehr gut verstehen, dass eines der groessten Sportevents in Hamburg zu erleben, sicher ein ganz grosses PRO ist. Allerdings muss man auch beachten, unter welcher Belastung ein solches Projekt realisiert werden muesste. Mein Vater arbeitet bspw. in der Hafenplanung als Ingenieur und ist damit, mit den geplanten Bauvorhaben auch indirekt betroffen. Da saemtliche Baumassnahmen in der Hafenstadt ueber die HHLA und HPA durchgefuehrt werden muessten, nehme ich an (90% sicher).

Zudem, wird es fuer normale Menschen kaum moeglich sein Tickets fuer die begehrten Events zu bekommen. Tickets fuer die Leichtathletik Events reihen sich in horende Summen, die fuer uns, die schon ueber ein Fussballticket jenseits der 30 Euro Marke meckern, nicht erschwinglich sind. Es sind DEFINITIV keine Events fuer das kleine Volk! Und das nervt mich am meisten. Das die Stadt mit einem Prestigeevent Investoren nach Hamburg koedern will, die in Infrasturktur, Hafen und Wohnimmobilien investieren. Ich denke, soziale Problemzonen und Projekte werden da nicht beruecksichtigt. Aehnlich wie bei den Weltmeisterschaften.

Es erinnert mich auch an mein erstes Jahr in Glasgow, wo die Commonewalth Games ausgetragen wurden. Viele haben gehofft das sich Strukturen bessern wuerden und viele Dinge ausgebaut werden. Nun haben sie eigentlich nicht sehr viel in die marode Infrastruktur gesteckt und es war dennoch ein voller Erfolg. Hamburg also in vielen Belangen auszubauen, zu sanieren und "Spieletauglich" zu machen, halte ich fuer etwas uebertrieben. (Wobei man auch festhalten muss, dass Commonwealth Games vs. Olympia ganz klar ein kleiner Bruder ist).

Eines ist jedoch sehr negativ herausgestochen. Kriminalitaet ist sehr hoch geschossen. Wohnraume wurden angehoben. Tourismus Branche hat natuerlich profitiert und es kamen viele Besucher aus aller Herren Laender, aber das Volk hat dabei nicht wirklich profitieren koennen (in Form von Ausbau des Schulsystems, Strassen, etc.). Das Geld wanderte woanders hin. Dennoch haben die Schotten es als gelungenes Event aufgefasst, da sie einfach Weltoffen sind und solche Veranstaltungen lieben!

Fuer mich bleib ein riesiges Fragezeichen. Zumal, wie du auch schon gesagt hast, Bauvorhaben in grossen Dimensionen in Hamburg einfach ein Witz sind und jedes Mal den Zenit der Planung und Sicherheit um mindestens 100% ueberschreiten! Daher wuerde ich, koennte ich waehlen, fuer nein stimmen. Es gibt in Hamburg wichtigere Dinge, um die man sich kuemmern sollte.
Olympia in Hamburg? |#9
06.11.2015 - 11:13 Uhr
Letztendlich alles nur Thesen und Vermutungen, bzw. Rückschlüsse, auf das was mal war oder was Hamburg irgendwann mal gemacht hat.
Es kann auch anders werden und hat eine andere Medaillenseite :

- Wohnräume entstehen z.B. auch durch die Sportlerunterkünfte, die sicher kein teurer Wohnraum werden.

- Das ÖPNV-Netz ist zwar gut, aber ganz bestimmt nicht ideal. Gerade was den einfließenden Verkehr durch die S-Bahn betrifft. Wir aus dem Süden können da ein Lied von singen.

- Die meisten Sportstätten sind doch vorhanden und würden dann modernisiert werden. Das kommt dann dem Breiten- und Schulsport zu gute.

In sofern, um noch mal auf die letzte Frage einzugehen:

Der FC St.Pauli sollte es unterlassen, eine klare Contra-Meinung zu vertreten. Schließlich gibt es auch unter den Mitgliedern sicherlich eine große Befürworterzahl, deren Meinung doch wohl auch zählt.

Da liegt auch der Fehler der offenen Befürworter (HSV usw.): Auch dort wird die Meinung vieler Mitglieder übergangen...



Nachtrag zu den Preisen der Events:

Was ist denn dabei, auch mal zu den weniger im Fokus stehenden Sportarten zu gehen? 2006 habe ich mich auch gefreut, dass Spiel Ukraine gen Saudi-Arabien im Hamburg sehen zu können. Ich war dabei....

Ich freue mich darauf die besten Tischtennisspieler oder Ruderer zu bestaunen.
Es wird sicher Preisnischen geben, die sich ein Großteil der Hamburger ansehen können. Letztendlich ist es ja auch nicht ausgeschlossen, dass z.B. Schulen und Kindergärten ausreichend Freikarten erhalten werden.

Ich sehe auch Belastungen, die bis dahin kommen. Aber letztendlich muss die Infrastruktur sowieso massiv angegangen werden. Auch so schon ein teures Erfordernis, dass Hamburg dann ohne Zuschüsse leisten müsste.

Womit wir dann wieder bei der anderen Medaillenseite wären...

•     •     •

Grüße aus der Stader Geest

Dieser Beitrag wurde zuletzt von geestler am 06.11.2015 um 11:26 Uhr bearbeitet
Olympia in Hamburg? |#10
06.11.2015 - 11:32 Uhr
Vielleicht solltest du tobster dann bitten, diesen Teil des Textes rauszunehmen oder weiter nach unten zu verfrachten.

Zitat von Schnuersenkel

... Da unser Verein massgeblich, wie einige wissen, fuer soziale Projekte in und um Hamburg einsteht, die darunter leiden werden (Zu wenig Wohnungen, zu wenig Foerdermittel fuer soziale Projekte, Fluechtlingsdebatte (die sicher anhalten wird bei der deutschen Buerokratie) und und und ...).

Nun ist es ja bekannt, dass sich der Verein ein wenig aus der Affaere raushalten und sich als Verein nicht bekennen will (weder pro, noch contra). Einige Fans jedoch, sprechen sich klar gegen das Vorhaben Feuer und Flamme aus. ZU TEUER!...

•     •     •

Grüße aus der Stader Geest

Dieser Beitrag wurde zuletzt von geestler am 06.11.2015 um 11:33 Uhr bearbeitet
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