DFB und DFB-Teams

Joachim Löw [Bundestrainer]

20.07.2010 - 15:05 Uhr
Joachim Löw [Bundestrainer] |#3311
04.07.2012 - 15:20 Uhr
Zitat von OliverBr:
Das ganze Negativ-Gerede bringt ja auch niemand weiter. Lasst und positiv denken und entsprechend alle positiven Punkte der Bundestrainer seit Herberger auflisten:

Herberger: Weltmeister, hervorragender Taktiker und Motivator, hohe Fußballschule
Schön: Weltmeister, Europameister, guter Taktiker
Derwall: Europameister, dezenter Fußballspieler, konsequent
Beckenbauer: Weltmeister, Europameister, große Persönlichkeit, hervorragender Spieler
Vogts: Weltmeister, Europameister
Ribbeck: UEFA Cup Sieger, Quasi-Adelig
Völler: Weltmeister, sehr guter Spieler, sehr beliebt
Klinsmann: Weltmeister, Europameister, guter Spieler, hervorragender Motivator
Löw:


Was hat denn die Zeit als Fußballer mit positiven Aspekten als Trainer zu tun?

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"Das Ziel ist zu gewinnen, egal wie. Der sogenannte Systemfußball ist die logische Folge. Seine zentralen Ideen heißen Effizienz und Funktionalität. Dass der Fußball dadurch eindimensional, uninspiriert und somit im ästhetischen Sinne häßlich geworden ist, fällt dabei kaum jemandem auf."
Joachim Löw [Bundestrainer] |#3312
04.07.2012 - 15:26 Uhr
Zitat von OliverBr:
Capello ist mehrfacher italienischer Meister und van Gaal hat noch mehr aufzubieten. Außerdem geht es noch um taktische, fußballerische und charakterliche Qualitäten.


Hat ihnen ja viel genützt! Capello hat 4:1 mit seiner englischen Mannschaft gegen ein von Löw trainiertes deutsches Team verloren und Van Gaal konnte seine Holländer nicht dazu bringen, dass sie sich für eine WM qualifizieren.

Wow.

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Mut zu Lücke!

Dieser Beitrag wurde zuletzt von jim_nihilist am 04.07.2012 um 15:26 Uhr bearbeitet
Joachim Löw [Bundestrainer] |#3313
04.07.2012 - 15:29 Uhr
Bevor man Leute wie Helmer (der sollte viel eher mal die Spiele kommentieren, damit man wieder Duos hat) ins Gespräch bringt, sollte man vielleicht auch mal über Bernd Schuster nachdenken. Der war zwar als Spieler ein schwieriger Charakter, vor allem im Bezug auf die Nationalelf, trotzdem könnte ich ihn mir vorstellen. Ob er besser als Löw ist, da möchte ich mich nicht festlegen.

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"Das Ziel ist zu gewinnen, egal wie. Der sogenannte Systemfußball ist die logische Folge. Seine zentralen Ideen heißen Effizienz und Funktionalität. Dass der Fußball dadurch eindimensional, uninspiriert und somit im ästhetischen Sinne häßlich geworden ist, fällt dabei kaum jemandem auf."
Joachim Löw [Bundestrainer] |#3314
04.07.2012 - 15:33 Uhr
Zitat von Milhouse:
Bevor man Leute wie Helmer (der sollte viel eher mal die Spiele kommentieren, damit man wieder Duos hat) ins Gespräch bringt, sollte man vielleicht auch mal über Bernd Schuster nachdenken. Der war zwar als Spieler ein schwieriger Charakter, vor allem im Bezug auf die Nationalelf, trotzdem könnte ich ihn mir vorstellen. Ob er besser als Löw ist, da möchte ich mich nicht festlegen.


Helmer hätte ich ja auch als Überraschungskandidat mit hohem Risiko gesehen.

B. Schuster hatte ich auch im Kopf, wobei ich mir die Frage stelle ob er das Amt annehmen würde und wie es ankommt aufgrund seiner freiwilligen Abkehr von der NM.
Joachim Löw [Bundestrainer] |#3315
04.07.2012 - 15:38 Uhr
Zitat von ragman70:
Zitat von Rasterax:


Und das man nach dem HF 82 (grandiose Leistung, keine Frage) trotz aller Siegermentalität im Finale sang- und klanglos unterging, wird auch gerne übersehen.


Du musst aber eingestehen, dass wir nach dem HF körperlich einfach ziemlich am Boden waren und die Italiener damals eine riesen Mannschaft hatten und völlig verdient Weltmeister wurden.


Aber es kommt ja aufs Gleiche hinaus wie bei Löw: Titel nicht gewonnen. Also: Wo war sie, die Siegermentalität?
Joachim Löw [Bundestrainer] |#3316
04.07.2012 - 15:38 Uhr
Brauchen wir nicht mal einen Trainer, der sich im harten Wettbewerb bewiesen hat?

Wie gesagt - warum nicht Magath? Gut, er polarisiert, aber er ist Pragmatiker, was ich persönlich ganz wichtig finde, er ist nicht auf ein System festgelegt, er könnte auch Bierhoff ablösen ( :) ), und er hat die nötige Erfahrung und Reife.
Der Job käme seiner Hang entgegen, aus dem Vollen zu schöpfen.

Einigkeit wird es eh keine geben.

Ich hätte aber schon ganz gerne mal einen Trainer, der sich im harten Traineralltag bewährt hat.

Auch Schuster ist eine Option - als Nationaltrainer wäre er möglicherweise besser als als Vereinstrainer, weil er da keine Basics machen muss und nur Topspieler hat.
Joachim Löw [Bundestrainer] |#3317
04.07.2012 - 15:41 Uhr
Zitat von Rasterax:
Zitat von ragman70:
Zitat von Rasterax:


Und das man nach dem HF 82 (grandiose Leistung, keine Frage) trotz aller Siegermentalität im Finale sang- und klanglos unterging, wird auch gerne übersehen.


Du musst aber eingestehen, dass wir nach dem HF körperlich einfach ziemlich am Boden waren und die Italiener damals eine riesen Mannschaft hatten und völlig verdient Weltmeister wurden.


Aber es kommt ja aufs Gleiche hinaus wie bei Löw: Titel nicht gewonnen. Also: Wo war sie, die Siegermentalität?


Im Halbfinale! Nach 1:3 in der Verlängerung.
Siegermentalität heisst ja nicht zwingend, dass man jedes Spiel "nur damit" gewinnen kann!
Joachim Löw [Bundestrainer] |#3318
04.07.2012 - 15:45 Uhr
Zitat von OliverBr:
... Also bei aller Liebe zu dem 4-1... es war erschreckend, wie unsere Mannschaft in der letzten Viertelstunde der ersten Halbzeit zusammengebrochen ist. Darf man auch nicht vergessen.


Man führt 2:0, kassiert ein Gegentor und ein Gegentor was fälschlicherweise aberkannt wurde. Man schwimmt. Schiesst trotzdem noch zwei Tore.

Ist das jetzt Glück, Können oder unbändiger Siegeswille?

Bevor man antwortet, sollte man vielleicht auch eine andere Frage im Kopf haben: Braucht man nicht eventuell von jedem Teil etwas, um erfolgreich zu sein?

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"Das Ziel ist zu gewinnen, egal wie. Der sogenannte Systemfußball ist die logische Folge. Seine zentralen Ideen heißen Effizienz und Funktionalität. Dass der Fußball dadurch eindimensional, uninspiriert und somit im ästhetischen Sinne häßlich geworden ist, fällt dabei kaum jemandem auf."
Joachim Löw [Bundestrainer] |#3319
04.07.2012 - 15:48 Uhr
Zitat von Milhouse:


Bevor man antwortet, sollte man vielleicht auch eine andere Frage im Kopf haben: Braucht man nicht eventuell von jedem Teil etwas, um erfolgreich zu sein?


Bingo! Da sind wir wieder bei Sammer's Aussage!
Joachim Löw [Bundestrainer] |#3320
04.07.2012 - 15:51 Uhr
Zitat
Im Rückblick für mich:
2006 - schlechte Mannschaft, die eigenen Aussichten aber übertroffen, sehr gut
2008 - viele Fehler bei der Nominierung, daher war man mit vielen Rekonvaleszenten und vielen gerade wieder in den Spielbetrieb gekommenen Spielern ausser Form angetreten. Im Finale ging uns die Puste aus. Für mich hat Löw da schon Fehler gemacht, aber kein Vorwurf weil unser Spielerpool damals nicht so gut in der Breite war, mittel
2010 - gute Mannschaft, ein Verdienst für Löw, der aufgrund der vielen Ausfälle eine neue Mannschaft geformt hat die es gebracht hat, jedoch gegen Spanien ist man spieltechnisch eingeknickt, trotz allem: nicht so gut
2012 - gute Mannschaft, verbessert seit 2010, gegen Italien spieltechnisch eingeknickt, schlecht, weil es quasi derselbe Fehler wie 2010 war


Darf ich auch mal?

2004-2006 mit WM 2006: Taktisch und spielerisch deutliche Defizite gegenüber Spitzenmannschaften, die mit Willen, Biss und Fitness sowie individueller Klasse im Einzelfall kompensiert werden. Das System ist ein 4-4-2 mit flacher Vier und Einfluss über außen. Eine Sammlung aus guten Bundesligaspielern plus ein ganz wenig Extraklasse – nicht brillant, aber solid; Mehrwert ergibt sich aus viel Hurra-Angriffsfußball und Emotionen.

2006-2008 mit EM 2008: Löws Ideen zeigen sich nun deutlicher, zB im Qualispiel in Tschechien: Er will schnelles, dynamisches Paßspiel, den Gegner zerlegen. Das 4-4-2 ist weiterhin System der Wahl. Personal ist fast vollständig die Klasse von 2006; der Versuch, den überragenden Bulistürmer Gomez einzubauen, wird durch Verschieben Podolskis auf die Außenbahn unternommen. Nach einer sehr guten Qualifikation bricht die Mannschaft im zweiten Vorrundenspiel gegen Kroatien taktisch und mental völlig zusammen. Es folgen weitere sehr schwache Auftritte gegen Österreich und die Türkei, die von einem seltsamen Spiel unterbrochen werden: Dem gegen Portugal mit der nicht eingeübten Umstellung auf 4-2-3-1 mit neuem Personal im Zentrum. Ein interessantes Spiel, aber weit weg von jeder Souveränität. Im Endspiel ist Deutschland etwas ängstlich und ohne Chance gegen die Spanier, die bei besserer Chancenverwertung auch hier 4:0 gewinnen können.

2008-2010: Das 4-4-2 wird zunehmend verdrängt zu dem System mit einem Stürmer, der idealerweise vom formschwankenden Klose gegeben wird. Die Mannschaft wird nun spürbar verjüngt, auch, weil nun mehr Potential aus der Liga nachdrängt (vor allem die U-21-Europameister von 2009). Özil wird gerade noch rechtzeitig zum Qualispiel in Russland eingebaut. Zu diesem Zeitpunkt ist Löw angeknockt wie selten zuvor, auch intern. Die Mannschaft siegt in Moskau 1:0, im zweiten Schlüsselspiel der Ära Löw. Vor der WM fallen in einer denkwürdigen Vorbereitung dann zahlreiche etablierte Kräfte aus, vor allem Kapitän Ballack. Löw nutzt die Vorbereitungszeit intensiv zum Einüben von Spielzügen und zur Abstimmung. Der fünf vor zwölf eingebaute Shooting Star Müller wird Schlüsselfaktor. Nach einer insgesamt harzigen Vorrunde spielt die DFB-Elf zwei sensationelle K.O.-Spiele gegen nominell überlegene Mannschaften und zeigt dabei neben spielerischer Klasse auch taktische Reife. Gegen Spanien wird bei nominell ähnlicher Formation (allerdings ohne den gesperrten Müller) ein vorsichtiger Ansatz gewählt; die Niederlage nach Standardtor - eine Konstante der Ära Löw ist der Verzicht auf spezifisches Standardtraining - ist verdient, aber der Abstand zu den Spaniern bei weitem nicht so krass wie im Finale 2008.

2010-2012: Der Kurs der Verjüngung wird fortgesetzt - aus der Liga kommt nach wie vor einiges nach, vor allem im Mittelfeld, weniger in der Verteidigung oder im Sturm. Deutsche Klubs und deutsche Spieler machen seit 2010 auch (nach längerer Pause) in der Champions League Furore (ohne freilich an der langen Periode der Titellosigkeit der Buli-Mannschaften etwas zu ändern). Gleichzeitig experimentiert Löw in den Testspielen sehr viel mehr als früher, um das taktische Portfolio zu erweitern. Die Quali gelingt mühelos. Die Mannschaft spielt gegen Holland und Brasilien zwei der besten Testspiele aller Zeiten, mit taktischer Flexibilität und bei Variation der personellen Besetzung von Positionen im offensiven Mittelfeld, was auf eine größere Kaderbreite hoffen lässt. Die EM 2012 beschert dem jüngsten Kader aller Teilnehmer eine schwere Gruppe und fitnesssbedingte Fragezeichen hinter dem besten Stürmers und der Herzkammer im Mittelfeld. Löw hat trotz dreier Siege nach der Vorrunde den Eindruck, dass der Mannschaft stärkere Fluidität guttun würde, und wechselt das offensive Personal einmal komplett fürs Viertelfinale (was gut geht und gut aussieht); dann macht er sich irgendwelche komischen Gedanken und verwachst komplett – er spielt mit seiner Taktik den Italienern schlicht komplett in die Karten. Die Aufarbeitung dieses taktischen Desasters ist noch nicht abgeschlossen – Löw selbst hat noch nicht einmal eingeräumt, hier danebengelegen zu haben. Der Auftritt der Spanier im Finale legt nahe, dass diese die Deutschen in der Form dieser EM zum Frühstück verspeist hätten.
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