Gib mich die Kirsche! Der Talkthread
16.05.2020 - 19:07 Uhr
04.09.2022 - 22:59 Uhr
Zitat von daredennis7
Damit meinte ich nicht mich direkt. Aber ich finde es relativ Schade, dass man solche Dinge nicht auch unterstützen kann, wenn man eben auf sein Auto angewiesen ist.
Und das sind mMn auch eher die Ausnahmen. Mit on vogue meinte ich eher, in Bezug auf Gesellschaftsschichten, die nicht annähernd darüber nachdenken würden, mal den ÖPNV zu nutzen. Komme was wolle.
Es geht ja um eine gesamtgesellschaftliche Verbesserung, die eben Schaden, auch von jedem Autofahrer nimmt, der eben nicht auf ÖPNV umsteigen kann.
Und genau wegen diesen ländlichen Gebieten, die eben nicht gänzlich angeschlossen sind, muss eben auch in Sachen ÖPNV Ausbau und Schienennetz etc. endlich mal etwas vorangetrieben werden. Da steht man aber leider seit längerer Zeit, immer auf der Bremse bzw. verschläft solche Dinge permanent.
Zitat von Perca
Lass mich raten, du wohnst in einer Stadt oder einem gut angeschlossenen Ort?
Zitat von daredennis7
Auto fahren ist aber eben Luxus und zu bequem und genau deshalb, ist ein vergünstigter ÖPNV, in einer noch nicht gänzlich elektrifizierten Autowelt, eben nicht für jeden on vogue.
Auto fahren ist aber eben Luxus und zu bequem und genau deshalb, ist ein vergünstigter ÖPNV, in einer noch nicht gänzlich elektrifizierten Autowelt, eben nicht für jeden on vogue.
Lass mich raten, du wohnst in einer Stadt oder einem gut angeschlossenen Ort?

Damit meinte ich nicht mich direkt. Aber ich finde es relativ Schade, dass man solche Dinge nicht auch unterstützen kann, wenn man eben auf sein Auto angewiesen ist.
Und das sind mMn auch eher die Ausnahmen. Mit on vogue meinte ich eher, in Bezug auf Gesellschaftsschichten, die nicht annähernd darüber nachdenken würden, mal den ÖPNV zu nutzen. Komme was wolle.
Es geht ja um eine gesamtgesellschaftliche Verbesserung, die eben Schaden, auch von jedem Autofahrer nimmt, der eben nicht auf ÖPNV umsteigen kann.
Und genau wegen diesen ländlichen Gebieten, die eben nicht gänzlich angeschlossen sind, muss eben auch in Sachen ÖPNV Ausbau und Schienennetz etc. endlich mal etwas vorangetrieben werden. Da steht man aber leider seit längerer Zeit, immer auf der Bremse bzw. verschläft solche Dinge permanent.
Ein gut ausgebauter ÖPNV ist sicherlich eine von fast jedem gewünschte Geschichte. Wenn wir aber davon ausgehen dass es aktuell nicht genug Personal gibt für den bestehenden ÖPNV weil kein Personal für z.B. den Zugbegleiter oder als Busfahrer gefunden werden kann, Personal fehlt momentan ja nicht nur hier. Stellen schaffen und die Finanzierung bereitstellen ist das eine. Personal dann zu finden das andere. Sieht man radikal im Kita- oder Pflegebereich. Breit gefächert bei Fachpersonal überall in Gastronomie und Einzelhandel.
Wie hoch müsste das Entgelt für Zugbegleiter und Busfahrer angehoben werden um die anscheinend eingeschränkten personellen Kapazitäten dazuzubewegen sich diesem Beruf zuzuwenden? Wird das Ganze neben den zusätzlich nötigen Investitionen (ja unser Land ist auf Individualverkehr ausgelegt sowohl hinsichtlich Infrastruktur als auch Industrie/Arbeitsplätze) dann wie teuer? Kann man für das Geld Andere vielleicht noch effizientere Maßnahmen für Klimaschutz ergreifen?
Bei allen Maßnahmen muss man in Summe die Mehrheit der Bevölkerung hinter sich haben. Verliert man diese, wird in einer Demokratie ein anderer Weg eingeschlagen. Also lieber sukzessive Schritt für Schritt voranschreiten als zu viel auf einmal zu wollen und die Mehrheit der Bevölkerung zu verlieren (Vergleiche das Bild des Froschs im heißen Wasser).
05.09.2022 - 08:45 Uhr
Zitat von Finn84
Also wenn du jetzt gerechnet hast 20% von 60 Mrd. Ist das keine Besteuerung des Übergewinns. Sondern eine Erhöhung der Ertragssteuer insgesamt. Denn Gesamtgewinn ungleich Übergewinn.
Wenn die Konzerne die Vorkrisenjahre ca. 40 Mrd im Schnitt gemacht haben, wäre ein Übergewinn vielleicht bei 20 Mrd. Den könnte man dan Besteuern. Nur dazu braucht es eine rechtssichere Definition von Übergewinn.
Ein deutlich vergünstigter ÖPNV ist eine gute Sache, das Argument der Überlastung (was wie wir an deinem persönlichen Beispiel sehen) ist aber ein relevantes. Wenn jetzt schon nicht alle Stellen besetzt werden können, wie soll das bei einem ausgebauten ÖPNV funktionieren? Es kann ja auch jeder mal in sich gehen und Fragen ob er Bock auf den Job als Zugbegleiter hätte bzw. wie hoch der Verdienst sein müsste um ein ausreichendes Schmerzensgeld darzustellen. Wie teuer ein ÖPNV Ausbau dann ausfällt müsste man mal durchrechnen.
Zitat von UlmerBVB1986
Alleine eine Übergewinnbesteuerung von 20% (bei 60Mrd Gewinn im 2. Quartal) würde das 9€ Ticket voll und ganz bezahlen und man hätte noch ein paar Mrd übrig, um das Geld in das Schienennetz zu stecken... man muss jetzt halt das Geld von den Konzernen zurückholen, das die uns abgezockt haben, anders kann man das nicht mehr sagen. Aber dazu ist Lindner der falsche, der muss zurücktreten und das einen machen lassen, der den Mumm hat solche Schritte zu gehen.
Ich bin von Lindner sowas von enttäuscht bisher.
Alleine eine Übergewinnbesteuerung von 20% (bei 60Mrd Gewinn im 2. Quartal) würde das 9€ Ticket voll und ganz bezahlen und man hätte noch ein paar Mrd übrig, um das Geld in das Schienennetz zu stecken... man muss jetzt halt das Geld von den Konzernen zurückholen, das die uns abgezockt haben, anders kann man das nicht mehr sagen. Aber dazu ist Lindner der falsche, der muss zurücktreten und das einen machen lassen, der den Mumm hat solche Schritte zu gehen.
Ich bin von Lindner sowas von enttäuscht bisher.
Also wenn du jetzt gerechnet hast 20% von 60 Mrd. Ist das keine Besteuerung des Übergewinns. Sondern eine Erhöhung der Ertragssteuer insgesamt. Denn Gesamtgewinn ungleich Übergewinn.
Wenn die Konzerne die Vorkrisenjahre ca. 40 Mrd im Schnitt gemacht haben, wäre ein Übergewinn vielleicht bei 20 Mrd. Den könnte man dan Besteuern. Nur dazu braucht es eine rechtssichere Definition von Übergewinn.
Ein deutlich vergünstigter ÖPNV ist eine gute Sache, das Argument der Überlastung (was wie wir an deinem persönlichen Beispiel sehen) ist aber ein relevantes. Wenn jetzt schon nicht alle Stellen besetzt werden können, wie soll das bei einem ausgebauten ÖPNV funktionieren? Es kann ja auch jeder mal in sich gehen und Fragen ob er Bock auf den Job als Zugbegleiter hätte bzw. wie hoch der Verdienst sein müsste um ein ausreichendes Schmerzensgeld darzustellen. Wie teuer ein ÖPNV Ausbau dann ausfällt müsste man mal durchrechnen.
Ich habe nicht 20% des Gewinns, sondern 20% des Übergewinns geschrieben, auch wenn es nicht so gut beschrieben war. Da liegen die Konzerne bei 2-3 fachen Gewinn im Vergleich zum letzten Jahr!!!
Das bedeute:
Shell zahlt 2,86 Mrd
Total zahlt 0,7 Mrd
Exxon 2,58 Mrd
Chvron zahlt 1,94 Mrd
BP zahlt 1,24 Mrd
OMV zahlt 0,26 Mrd
Macht in der Summer 9,58 Mrd €. 2,5 Mrd hat den Staat das 9€ Ticket gekostet. Also kann man mit 20% des Übergewinns 1 Jahr lang das 9€ Ticket finanzieren, also nur den Übergewinn aus einem Quartal!
"Shell, der größte Ölkonzern Europas, verzeichnete im zweiten Quartal 2022 ganze 17,6 Mrd. Euro Gewinn – und damit fünfmal so viel wie im zweiten Quartal 2021. Zum Vergleich: Von April bis Juni 2021 waren es 3,3 Mrd. Euro. "
"Auch der französische Energiekonzern Total konnte im zweiten Quartal deutlich mehr Gewinn machen. TotalEnergies verzeichnete 5,7 Milliarden Dollar, im vergangenen Jahr waren es noch 2,2 Milliarden Dollar. "
"Der US-amerikanische Mineralölkonzern Exxon Mobile machte im zweiten Quartal des laufenden Jahres 17,9 Milliarden US-Dollar. Im zweiten Quartal des Vorjahres waren es noch 4,7 Milliarden."
"Chevron, einer der größten Ölkonzerne weltweit, verzeichnete für von April bis Juni umgerechnet 11,4 Euro an Gewinn. Im Vorjahr belief sich die Summe auf weniger als ein Drittel – umgerechnet rund 3 Mrd. Euro – für das gesamte Halbjahr."
"Das britische Mineralölunternehmen BP konnte seinen Gewinn im zweiten Quartal 2022 im Vergleich zum Vorjahr verdreifachen. Machte BP 2021 in diesem Zeitraum noch 3,1 Milliarden Dollar Gewinn, waren es 2022 9,3 Milliarden."
"Der österreichische Öl-, Gas- und Chemiekonzern OMV übertraf ebenfalls Analystenerwartungen. OMV machte im zweiten Quartal rund 2,9 Millionen Euro Gewinn (vor Sondereffekten). Das sind 1,6 Millionen mehr als im Vorjahreszeitraum. "
https://www.capital.de/geld-versicherungen/energiekrise--so-viel-gewinn-haben-die-oelkonzerne-bisher-gemacht-32598808.html
Ein enormer Ausbau des ÖPNV kann nicht von heute auf morgen passieren. Daher habe ich da keine Sorge dass hier genug Personal nachkommt. Es waren nun extreme Situationen, gerade bei den Freizeitfahrer. Aber für die wurde das 9€ Ticket gar nicht eingeführt, sondern für die Berufspendler, die dann das Auto auch mal stehen lassen konnten.
Ich bin enttäuscht vom Nachfolger. Zum einen ist die Preisspanne von 49-69€ jetzt null atraktiv und kommt mit Januar 2023 viel zu spät. 3 Monate darf man jetzt wieder mit teurem Benzin und überteuerten Monatskarten fahren. Ich zahle im Monat für 6 Minuten Zugafahrt und genau eine Haltestelle 87€! Auch ein Grund warum ich selbst bei Minusgrade mit dem Rad fahre. Das ist viel zu teuer!
05.09.2022 - 09:07 Uhr
Zitat von Perca
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Zitat von daredennis7
Auto fahren ist aber eben Luxus und zu bequem und genau deshalb, ist ein vergünstigter ÖPNV, in einer noch nicht gänzlich elektrifizierten Autowelt, eben nicht für jeden on vogue.
Auto fahren ist aber eben Luxus und zu bequem und genau deshalb, ist ein vergünstigter ÖPNV, in einer noch nicht gänzlich elektrifizierten Autowelt, eben nicht für jeden on vogue.
Lass mich raten, du wohnst in einer Stadt oder einem gut angeschlossenen Ort?

Es ist schon klar dass manche nicht auf das Auto verzichten können, aber was ich so lesen (glaube davon nicht mal die Hälfte) dass man alle 3 Tage zum tanken muss, weil man es so weit zur Arbeit hat... da zieh ich um oder wechsl den Job. Zudem bekommt man dann gut Geld bei der Steuererklärung zurück...
Egal, sei es drum. Ich wohne übrigens auf dem Dorf und wenn es keinen Bahnhof geben würde, dann müsste ich 50 Minuten mit dem Bus gondeln. Mit Zug und Stadtbus (inkl. Wartezeit) sind es nur 24 Minuten. Aber noch besser ist mit dem Rad, heute nur 35 Minuten benötigt.
Es ist schon auch nice mit dem Auto, aber ich empfinde es auch als Luxus. Hätte ich keine 2 Kinder wäre ich am überlegen es zu verkaufen.
05.09.2022 - 12:15 Uhr
Zitat von daredennis7
Damit meinte ich nicht mich direkt. Aber ich finde es relativ Schade, dass man solche Dinge nicht auch unterstützen kann, wenn man eben auf sein Auto angewiesen ist.
Und das sind mMn auch eher die Ausnahmen. Mit on vogue meinte ich eher, in Bezug auf Gesellschaftsschichten, die nicht annähernd darüber nachdenken würden, mal den ÖPNV zu nutzen. Komme was wolle.
Es geht ja um eine gesamtgesellschaftliche Verbesserung, die eben Schaden, auch von jedem Autofahrer nimmt, der eben nicht auf ÖPNV umsteigen kann.
Und genau wegen diesen ländlichen Gebieten, die eben nicht gänzlich angeschlossen sind, muss eben auch in Sachen ÖPNV Ausbau und Schienennetz etc. endlich mal etwas vorangetrieben werden. Da steht man aber leider seit längerer Zeit, immer auf der Bremse bzw. verschläft solche Dinge permanent.
Zitat von Perca
Lass mich raten, du wohnst in einer Stadt oder einem gut angeschlossenen Ort?
Zitat von daredennis7
Auto fahren ist aber eben Luxus und zu bequem und genau deshalb, ist ein vergünstigter ÖPNV, in einer noch nicht gänzlich elektrifizierten Autowelt, eben nicht für jeden on vogue.
Auto fahren ist aber eben Luxus und zu bequem und genau deshalb, ist ein vergünstigter ÖPNV, in einer noch nicht gänzlich elektrifizierten Autowelt, eben nicht für jeden on vogue.
Lass mich raten, du wohnst in einer Stadt oder einem gut angeschlossenen Ort?

Damit meinte ich nicht mich direkt. Aber ich finde es relativ Schade, dass man solche Dinge nicht auch unterstützen kann, wenn man eben auf sein Auto angewiesen ist.
Und das sind mMn auch eher die Ausnahmen. Mit on vogue meinte ich eher, in Bezug auf Gesellschaftsschichten, die nicht annähernd darüber nachdenken würden, mal den ÖPNV zu nutzen. Komme was wolle.
Es geht ja um eine gesamtgesellschaftliche Verbesserung, die eben Schaden, auch von jedem Autofahrer nimmt, der eben nicht auf ÖPNV umsteigen kann.
Und genau wegen diesen ländlichen Gebieten, die eben nicht gänzlich angeschlossen sind, muss eben auch in Sachen ÖPNV Ausbau und Schienennetz etc. endlich mal etwas vorangetrieben werden. Da steht man aber leider seit längerer Zeit, immer auf der Bremse bzw. verschläft solche Dinge permanent.
Sorry, viel zu tun, komme erst jetzt zu einer Antwort.
Es ging mir gar nicht um dich selbst, ich meine viel eher einen Unterschied zwischen Theorie und Praxis erkannt zu haben, der bei einem in einer gut ausgebauten Gegend schnell verschwindet. Auch oben schreibst du von "eher Ausnahmen". Sicher, wenn man in einer Stadt oder einem Vorort lebt, mag dies ja zutreffen.
Auch viele dörfliche Gegenden sind vom Nahverkehr erschlossen. Das ist jedoch die Theorie, die ich anspreche. Man schaut sich das Streckennetz an und erkennt, ein Anschluss ist gegeben. Was in der Praxis jedoch das Problem ist: Es gibt kaum Verbindungen. Teilweise fährt bspw im wesentlichen der Schulbus. Damit kann man zur Arbeit fahren, wenn man Glück hat, muss aber bereits mittags zurück, in den Ferien fährt der gar nicht. Ich wohne in einem kleinen Ort zwischen Lüneburg und Hamburg. Buslinien gibt es hier. Wenn ich aber zwischen 7.50 und 14.20 in die nächste Stadt möchte, die mit dem Auto 10 Minuten entfernt ist, brauche ich mit dem Bus entweder über eine Stunde, oder aber komme zwischen 12-14.20 gar nicht dorthin. Natürlich kann ich auch mit dem Fahrrad fahren, dauert gut 30 Minuten, mache ich bei gutem Wetter auch regelmäßig, nur wenn ich mal nicht in die nächste Stadt möchte, sondern bspw nach Hamburg rein, muss ich dann auf gutes Wetter hoffen, 30 Minuten mit dem Rad fahren um dann in einen Zug einzusteigen, der recht unzuverlässig ist und noch einmal mindestens 45 Minuten braucht. Bei Schnee oder Regen sehr ungemütlich.
Geht alles noch, aber ich wohne auch immerhin in einem Ort vor den Toren Lüneburgs und Hamburgs, über 2.000 Einwohner, da sind wir vergleichsweise noch gut erschlossen.
Man muss also nicht nur die Verkehrsanbindungen hinbekommen, sondern man muss einen zuverlässigen, regelmäßigen Nahverkehr schaffen. Für mich wäre dies der Fall, wenn bspw alle 30 Minuten zwischen 6 und 21 Uhr ein Bus fährt. Also gut 30 Verbindungen pro Tag. Aktuell gibt es 5. Wenn ich den Bus um 18 Uhr nicht erwische, (ich arbeite bis 18 Uhr), habe ich nur noch Verbindungen, die 2 Stunden brauchen, eine um 18.45, die letzte um 20 Uhr. Verpasse ich also meinen Bus um 18 Uhr, bin ich statt 18.30 mit dem Bus (18.15 mit dem Auto) um 20.45 zu Hause.
Damit sich also paar tausend Menschen in einem Ballungsraum vernünftig ans Netz angeschlossen wird, sodass der Nahverkehr nicht das komplette Leben bestimmt, müsste man alleine hier die Kapazitäten versechsfachen. Und die Anzahl an Busfahrern ist dabei endlich.
Jetzt kann man natürlich sagen, selbst schuld, kannst ja woanders wohnen und arbeiten. Aber bei aller Liebe, ich sehe nicht, dass der Verkauf des Hauses, das Auflösen des Lebenmittelspunktes, das Sterben von Dörfern und Gemeinden mit inkludierter Landflucht und das Leben in überteuerten Städten mit eh schon knappen Wohnraum die Lösung dafür sind, auf das Luxusgut Auto zu verzichten. Denn es ist eher das Leben in der Stadt, das ein Luxusgut ist, wenn ich die Mehrkosten für die Unterkunft in der Stadt, dabei nicht einmal gleiche Qualität, dass wäre nahezu unbezahlbar, zu den Mehrkosten für das Auto in Relation setze, dann ist das Auto auf einmal richtig günstig. Vergleiche ich einfach mal den Bodenrichtwert bei uns von 150 Euro mit den meiner Eltern (Stadtrand Hamburg) von 1.100 Euro, dann müsste ich bei meinen 900 qm 855.000 Euro mehr zahlen. Ob das dann die günstigere Option im Vergleich zum Auto ist, weiß ich auch nicht. Natürlich, man kann argumentieren, dass man für das gesparte Geld nun eben mehr für den Verkehr zahlen muss und längere Wege hat. Das ist klar. Nur macht es die längeren Wege nicht kürzer und die Kosten reduzieren sich auch nicht dadurch, dass man woanders mehr zahlen würde.
Ich weiß, von dir kam der Vorschlag nicht, sondern von anderer Stelle, ich wollte es nur einmal aufgeführt haben.
Die Kosten, die es braucht, um die ländlichen Gegenden anzuschließen sind kaum abzusehen und die menschlichen Ressourcen meiner Meinung nach schlicht nicht gegeben.
Ich unterstütze ein Ausbau der öffentlichen Verkehrsmittel, ich unterstütze eine kostengünstige Option, ich sehe jedoch die Grenzen und bin der Meinung, dass dies nur für einen Teil der Bevölkerung sinnvoll nutzbar ist und sehe das Auto nicht als Luxusgut, sondern als notwendige Ergänzung zum Nahverkehr an. Dies explizit aber nur für die entsprechenden Regionen, ein SUV, das nahezu nie die Großstadt verlassen darf, ist ein klares Luxusgut. Auch auf dem Land brauche ich keinen SUV oder 250 PS starken Wagen, ich kann ihn haben, dann ist es jedoch ein reines Luxusgut.
05.09.2022 - 12:25 Uhr
Zitat von Perca
Sorry, viel zu tun, komme erst jetzt zu einer Antwort.
Es ging mir gar nicht um dich selbst, ich meine viel eher einen Unterschied zwischen Theorie und Praxis erkannt zu haben, der bei einem in einer gut ausgebauten Gegend schnell verschwindet. Auch oben schreibst du von "eher Ausnahmen". Sicher, wenn man in einer Stadt oder einem Vorort lebt, mag dies ja zutreffen.
Auch viele dörfliche Gegenden sind vom Nahverkehr erschlossen. Das ist jedoch die Theorie, die ich anspreche. Man schaut sich das Streckennetz an und erkennt, ein Anschluss ist gegeben. Was in der Praxis jedoch das Problem ist: Es gibt kaum Verbindungen. Teilweise fährt bspw im wesentlichen der Schulbus. Damit kann man zur Arbeit fahren, wenn man Glück hat, muss aber bereits mittags zurück, in den Ferien fährt der gar nicht. Ich wohne in einem kleinen Ort zwischen Lüneburg und Hamburg. Buslinien gibt es hier. Wenn ich aber zwischen 7.50 und 14.20 in die nächste Stadt möchte, die mit dem Auto 10 Minuten entfernt ist, brauche ich mit dem Bus entweder über eine Stunde, oder aber komme zwischen 12-14.20 gar nicht dorthin. Natürlich kann ich auch mit dem Fahrrad fahren, dauert gut 30 Minuten, mache ich bei gutem Wetter auch regelmäßig, nur wenn ich mal nicht in die nächste Stadt möchte, sondern bspw nach Hamburg rein, muss ich dann auf gutes Wetter hoffen, 30 Minuten mit dem Rad fahren um dann in einen Zug einzusteigen, der recht unzuverlässig ist und noch einmal mindestens 45 Minuten braucht. Bei Schnee oder Regen sehr ungemütlich.
Geht alles noch, aber ich wohne auch immerhin in einem Ort vor den Toren Lüneburgs und Hamburgs, über 2.000 Einwohner, da sind wir vergleichsweise noch gut erschlossen.
Man muss also nicht nur die Verkehrsanbindungen hinbekommen, sondern man muss einen zuverlässigen, regelmäßigen Nahverkehr schaffen. Für mich wäre dies der Fall, wenn bspw alle 30 Minuten zwischen 6 und 21 Uhr ein Bus fährt. Also gut 30 Verbindungen pro Tag. Aktuell gibt es 5. Wenn ich den Bus um 18 Uhr nicht erwische, (ich arbeite bis 18 Uhr), habe ich nur noch Verbindungen, die 2 Stunden brauchen, eine um 18.45, die letzte um 20 Uhr. Verpasse ich also meinen Bus um 18 Uhr, bin ich statt 18.30 mit dem Bus (18.15 mit dem Auto) um 20.45 zu Hause.
Damit sich also paar tausend Menschen in einem Ballungsraum vernünftig ans Netz angeschlossen wird, sodass der Nahverkehr nicht das komplette Leben bestimmt, müsste man alleine hier die Kapazitäten versechsfachen. Und die Anzahl an Busfahrern ist dabei endlich.
Jetzt kann man natürlich sagen, selbst schuld, kannst ja woanders wohnen und arbeiten. Aber bei aller Liebe, ich sehe nicht, dass der Verkauf des Hauses, das Auflösen des Lebenmittelspunktes, das Sterben von Dörfern und Gemeinden mit inkludierter Landflucht und das Leben in überteuerten Städten mit eh schon knappen Wohnraum die Lösung dafür sind, auf das Luxusgut Auto zu verzichten. Denn es ist eher das Leben in der Stadt, das ein Luxusgut ist, wenn ich die Mehrkosten für die Unterkunft in der Stadt, dabei nicht einmal gleiche Qualität, dass wäre nahezu unbezahlbar, zu den Mehrkosten für das Auto in Relation setze, dann ist das Auto auf einmal richtig günstig. Vergleiche ich einfach mal den Bodenrichtwert bei uns von 150 Euro mit den meiner Eltern (Stadtrand Hamburg) von 1.100 Euro, dann müsste ich bei meinen 900 qm 855.000 Euro mehr zahlen. Ob das dann die günstigere Option im Vergleich zum Auto ist, weiß ich auch nicht. Natürlich, man kann argumentieren, dass man für das gesparte Geld nun eben mehr für den Verkehr zahlen muss und längere Wege hat. Das ist klar. Nur macht es die längeren Wege nicht kürzer und die Kosten reduzieren sich auch nicht dadurch, dass man woanders mehr zahlen würde.
Ich weiß, von dir kam der Vorschlag nicht, sondern von anderer Stelle, ich wollte es nur einmal aufgeführt haben.
Die Kosten, die es braucht, um die ländlichen Gegenden anzuschließen sind kaum abzusehen und die menschlichen Ressourcen meiner Meinung nach schlicht nicht gegeben.
Ich unterstütze ein Ausbau der öffentlichen Verkehrsmittel, ich unterstütze eine kostengünstige Option, ich sehe jedoch die Grenzen und bin der Meinung, dass dies nur für einen Teil der Bevölkerung sinnvoll nutzbar ist und sehe das Auto nicht als Luxusgut, sondern als notwendige Ergänzung zum Nahverkehr an. Dies explizit aber nur für die entsprechenden Regionen, ein SUV, das nahezu nie die Großstadt verlassen darf, ist ein klares Luxusgut. Auch auf dem Land brauche ich keinen SUV oder 250 PS starken Wagen, ich kann ihn haben, dann ist es jedoch ein reines Luxusgut.
Zitat von daredennis7
Damit meinte ich nicht mich direkt. Aber ich finde es relativ Schade, dass man solche Dinge nicht auch unterstützen kann, wenn man eben auf sein Auto angewiesen ist.
Und das sind mMn auch eher die Ausnahmen. Mit on vogue meinte ich eher, in Bezug auf Gesellschaftsschichten, die nicht annähernd darüber nachdenken würden, mal den ÖPNV zu nutzen. Komme was wolle.
Es geht ja um eine gesamtgesellschaftliche Verbesserung, die eben Schaden, auch von jedem Autofahrer nimmt, der eben nicht auf ÖPNV umsteigen kann.
Und genau wegen diesen ländlichen Gebieten, die eben nicht gänzlich angeschlossen sind, muss eben auch in Sachen ÖPNV Ausbau und Schienennetz etc. endlich mal etwas vorangetrieben werden. Da steht man aber leider seit längerer Zeit, immer auf der Bremse bzw. verschläft solche Dinge permanent.
Zitat von Perca
Lass mich raten, du wohnst in einer Stadt oder einem gut angeschlossenen Ort?
Zitat von daredennis7
Auto fahren ist aber eben Luxus und zu bequem und genau deshalb, ist ein vergünstigter ÖPNV, in einer noch nicht gänzlich elektrifizierten Autowelt, eben nicht für jeden on vogue.
Auto fahren ist aber eben Luxus und zu bequem und genau deshalb, ist ein vergünstigter ÖPNV, in einer noch nicht gänzlich elektrifizierten Autowelt, eben nicht für jeden on vogue.
Lass mich raten, du wohnst in einer Stadt oder einem gut angeschlossenen Ort?

Damit meinte ich nicht mich direkt. Aber ich finde es relativ Schade, dass man solche Dinge nicht auch unterstützen kann, wenn man eben auf sein Auto angewiesen ist.
Und das sind mMn auch eher die Ausnahmen. Mit on vogue meinte ich eher, in Bezug auf Gesellschaftsschichten, die nicht annähernd darüber nachdenken würden, mal den ÖPNV zu nutzen. Komme was wolle.
Es geht ja um eine gesamtgesellschaftliche Verbesserung, die eben Schaden, auch von jedem Autofahrer nimmt, der eben nicht auf ÖPNV umsteigen kann.
Und genau wegen diesen ländlichen Gebieten, die eben nicht gänzlich angeschlossen sind, muss eben auch in Sachen ÖPNV Ausbau und Schienennetz etc. endlich mal etwas vorangetrieben werden. Da steht man aber leider seit längerer Zeit, immer auf der Bremse bzw. verschläft solche Dinge permanent.
Sorry, viel zu tun, komme erst jetzt zu einer Antwort.
Es ging mir gar nicht um dich selbst, ich meine viel eher einen Unterschied zwischen Theorie und Praxis erkannt zu haben, der bei einem in einer gut ausgebauten Gegend schnell verschwindet. Auch oben schreibst du von "eher Ausnahmen". Sicher, wenn man in einer Stadt oder einem Vorort lebt, mag dies ja zutreffen.
Auch viele dörfliche Gegenden sind vom Nahverkehr erschlossen. Das ist jedoch die Theorie, die ich anspreche. Man schaut sich das Streckennetz an und erkennt, ein Anschluss ist gegeben. Was in der Praxis jedoch das Problem ist: Es gibt kaum Verbindungen. Teilweise fährt bspw im wesentlichen der Schulbus. Damit kann man zur Arbeit fahren, wenn man Glück hat, muss aber bereits mittags zurück, in den Ferien fährt der gar nicht. Ich wohne in einem kleinen Ort zwischen Lüneburg und Hamburg. Buslinien gibt es hier. Wenn ich aber zwischen 7.50 und 14.20 in die nächste Stadt möchte, die mit dem Auto 10 Minuten entfernt ist, brauche ich mit dem Bus entweder über eine Stunde, oder aber komme zwischen 12-14.20 gar nicht dorthin. Natürlich kann ich auch mit dem Fahrrad fahren, dauert gut 30 Minuten, mache ich bei gutem Wetter auch regelmäßig, nur wenn ich mal nicht in die nächste Stadt möchte, sondern bspw nach Hamburg rein, muss ich dann auf gutes Wetter hoffen, 30 Minuten mit dem Rad fahren um dann in einen Zug einzusteigen, der recht unzuverlässig ist und noch einmal mindestens 45 Minuten braucht. Bei Schnee oder Regen sehr ungemütlich.
Geht alles noch, aber ich wohne auch immerhin in einem Ort vor den Toren Lüneburgs und Hamburgs, über 2.000 Einwohner, da sind wir vergleichsweise noch gut erschlossen.
Man muss also nicht nur die Verkehrsanbindungen hinbekommen, sondern man muss einen zuverlässigen, regelmäßigen Nahverkehr schaffen. Für mich wäre dies der Fall, wenn bspw alle 30 Minuten zwischen 6 und 21 Uhr ein Bus fährt. Also gut 30 Verbindungen pro Tag. Aktuell gibt es 5. Wenn ich den Bus um 18 Uhr nicht erwische, (ich arbeite bis 18 Uhr), habe ich nur noch Verbindungen, die 2 Stunden brauchen, eine um 18.45, die letzte um 20 Uhr. Verpasse ich also meinen Bus um 18 Uhr, bin ich statt 18.30 mit dem Bus (18.15 mit dem Auto) um 20.45 zu Hause.
Damit sich also paar tausend Menschen in einem Ballungsraum vernünftig ans Netz angeschlossen wird, sodass der Nahverkehr nicht das komplette Leben bestimmt, müsste man alleine hier die Kapazitäten versechsfachen. Und die Anzahl an Busfahrern ist dabei endlich.
Jetzt kann man natürlich sagen, selbst schuld, kannst ja woanders wohnen und arbeiten. Aber bei aller Liebe, ich sehe nicht, dass der Verkauf des Hauses, das Auflösen des Lebenmittelspunktes, das Sterben von Dörfern und Gemeinden mit inkludierter Landflucht und das Leben in überteuerten Städten mit eh schon knappen Wohnraum die Lösung dafür sind, auf das Luxusgut Auto zu verzichten. Denn es ist eher das Leben in der Stadt, das ein Luxusgut ist, wenn ich die Mehrkosten für die Unterkunft in der Stadt, dabei nicht einmal gleiche Qualität, dass wäre nahezu unbezahlbar, zu den Mehrkosten für das Auto in Relation setze, dann ist das Auto auf einmal richtig günstig. Vergleiche ich einfach mal den Bodenrichtwert bei uns von 150 Euro mit den meiner Eltern (Stadtrand Hamburg) von 1.100 Euro, dann müsste ich bei meinen 900 qm 855.000 Euro mehr zahlen. Ob das dann die günstigere Option im Vergleich zum Auto ist, weiß ich auch nicht. Natürlich, man kann argumentieren, dass man für das gesparte Geld nun eben mehr für den Verkehr zahlen muss und längere Wege hat. Das ist klar. Nur macht es die längeren Wege nicht kürzer und die Kosten reduzieren sich auch nicht dadurch, dass man woanders mehr zahlen würde.
Ich weiß, von dir kam der Vorschlag nicht, sondern von anderer Stelle, ich wollte es nur einmal aufgeführt haben.
Die Kosten, die es braucht, um die ländlichen Gegenden anzuschließen sind kaum abzusehen und die menschlichen Ressourcen meiner Meinung nach schlicht nicht gegeben.
Ich unterstütze ein Ausbau der öffentlichen Verkehrsmittel, ich unterstütze eine kostengünstige Option, ich sehe jedoch die Grenzen und bin der Meinung, dass dies nur für einen Teil der Bevölkerung sinnvoll nutzbar ist und sehe das Auto nicht als Luxusgut, sondern als notwendige Ergänzung zum Nahverkehr an. Dies explizit aber nur für die entsprechenden Regionen, ein SUV, das nahezu nie die Großstadt verlassen darf, ist ein klares Luxusgut. Auch auf dem Land brauche ich keinen SUV oder 250 PS starken Wagen, ich kann ihn haben, dann ist es jedoch ein reines Luxusgut.
Ja gut, aber für genau solche Fälle wie dich gibt es doch die Pendlerpauschale bzw. die Kilometerpauschale in der Steuererkläung. Da kommt schon was gut zusammen, da musst du dann auch nicht zwingend wegziehen. Das tolle ist ja auch, egal ob du mit dem Auto, Rad oder Bus fährst, kannst ja immer angeben (Km-Pauschale). Dann fährst im Winter mit dem Auto und im Sommer mit dem Rad und Bus und bekommst das gleiche Geld angerechnet.
05.09.2022 - 13:06 Uhr
Zitat von UlmerBVB1986
Ja gut, aber für genau solche Fälle wie dich gibt es doch die Pendlerpauschale bzw. die Kilometerpauschale in der Steuererkläung. Da kommt schon was gut zusammen, da musst du dann auch nicht zwingend wegziehen. Das tolle ist ja auch, egal ob du mit dem Auto, Rad oder Bus fährst, kannst ja immer angeben (Km-Pauschale). Dann fährst im Winter mit dem Auto und im Sommer mit dem Rad und Bus und bekommst das gleiche Geld angerechnet.
Zitat von Perca
Sorry, viel zu tun, komme erst jetzt zu einer Antwort.
Es ging mir gar nicht um dich selbst, ich meine viel eher einen Unterschied zwischen Theorie und Praxis erkannt zu haben, der bei einem in einer gut ausgebauten Gegend schnell verschwindet. Auch oben schreibst du von "eher Ausnahmen". Sicher, wenn man in einer Stadt oder einem Vorort lebt, mag dies ja zutreffen.
Auch viele dörfliche Gegenden sind vom Nahverkehr erschlossen. Das ist jedoch die Theorie, die ich anspreche. Man schaut sich das Streckennetz an und erkennt, ein Anschluss ist gegeben. Was in der Praxis jedoch das Problem ist: Es gibt kaum Verbindungen. Teilweise fährt bspw im wesentlichen der Schulbus. Damit kann man zur Arbeit fahren, wenn man Glück hat, muss aber bereits mittags zurück, in den Ferien fährt der gar nicht. Ich wohne in einem kleinen Ort zwischen Lüneburg und Hamburg. Buslinien gibt es hier. Wenn ich aber zwischen 7.50 und 14.20 in die nächste Stadt möchte, die mit dem Auto 10 Minuten entfernt ist, brauche ich mit dem Bus entweder über eine Stunde, oder aber komme zwischen 12-14.20 gar nicht dorthin. Natürlich kann ich auch mit dem Fahrrad fahren, dauert gut 30 Minuten, mache ich bei gutem Wetter auch regelmäßig, nur wenn ich mal nicht in die nächste Stadt möchte, sondern bspw nach Hamburg rein, muss ich dann auf gutes Wetter hoffen, 30 Minuten mit dem Rad fahren um dann in einen Zug einzusteigen, der recht unzuverlässig ist und noch einmal mindestens 45 Minuten braucht. Bei Schnee oder Regen sehr ungemütlich.
Geht alles noch, aber ich wohne auch immerhin in einem Ort vor den Toren Lüneburgs und Hamburgs, über 2.000 Einwohner, da sind wir vergleichsweise noch gut erschlossen.
Man muss also nicht nur die Verkehrsanbindungen hinbekommen, sondern man muss einen zuverlässigen, regelmäßigen Nahverkehr schaffen. Für mich wäre dies der Fall, wenn bspw alle 30 Minuten zwischen 6 und 21 Uhr ein Bus fährt. Also gut 30 Verbindungen pro Tag. Aktuell gibt es 5. Wenn ich den Bus um 18 Uhr nicht erwische, (ich arbeite bis 18 Uhr), habe ich nur noch Verbindungen, die 2 Stunden brauchen, eine um 18.45, die letzte um 20 Uhr. Verpasse ich also meinen Bus um 18 Uhr, bin ich statt 18.30 mit dem Bus (18.15 mit dem Auto) um 20.45 zu Hause.
Damit sich also paar tausend Menschen in einem Ballungsraum vernünftig ans Netz angeschlossen wird, sodass der Nahverkehr nicht das komplette Leben bestimmt, müsste man alleine hier die Kapazitäten versechsfachen. Und die Anzahl an Busfahrern ist dabei endlich.
Jetzt kann man natürlich sagen, selbst schuld, kannst ja woanders wohnen und arbeiten. Aber bei aller Liebe, ich sehe nicht, dass der Verkauf des Hauses, das Auflösen des Lebenmittelspunktes, das Sterben von Dörfern und Gemeinden mit inkludierter Landflucht und das Leben in überteuerten Städten mit eh schon knappen Wohnraum die Lösung dafür sind, auf das Luxusgut Auto zu verzichten. Denn es ist eher das Leben in der Stadt, das ein Luxusgut ist, wenn ich die Mehrkosten für die Unterkunft in der Stadt, dabei nicht einmal gleiche Qualität, dass wäre nahezu unbezahlbar, zu den Mehrkosten für das Auto in Relation setze, dann ist das Auto auf einmal richtig günstig. Vergleiche ich einfach mal den Bodenrichtwert bei uns von 150 Euro mit den meiner Eltern (Stadtrand Hamburg) von 1.100 Euro, dann müsste ich bei meinen 900 qm 855.000 Euro mehr zahlen. Ob das dann die günstigere Option im Vergleich zum Auto ist, weiß ich auch nicht. Natürlich, man kann argumentieren, dass man für das gesparte Geld nun eben mehr für den Verkehr zahlen muss und längere Wege hat. Das ist klar. Nur macht es die längeren Wege nicht kürzer und die Kosten reduzieren sich auch nicht dadurch, dass man woanders mehr zahlen würde.
Ich weiß, von dir kam der Vorschlag nicht, sondern von anderer Stelle, ich wollte es nur einmal aufgeführt haben.
Die Kosten, die es braucht, um die ländlichen Gegenden anzuschließen sind kaum abzusehen und die menschlichen Ressourcen meiner Meinung nach schlicht nicht gegeben.
Ich unterstütze ein Ausbau der öffentlichen Verkehrsmittel, ich unterstütze eine kostengünstige Option, ich sehe jedoch die Grenzen und bin der Meinung, dass dies nur für einen Teil der Bevölkerung sinnvoll nutzbar ist und sehe das Auto nicht als Luxusgut, sondern als notwendige Ergänzung zum Nahverkehr an. Dies explizit aber nur für die entsprechenden Regionen, ein SUV, das nahezu nie die Großstadt verlassen darf, ist ein klares Luxusgut. Auch auf dem Land brauche ich keinen SUV oder 250 PS starken Wagen, ich kann ihn haben, dann ist es jedoch ein reines Luxusgut.
Zitat von daredennis7
Damit meinte ich nicht mich direkt. Aber ich finde es relativ Schade, dass man solche Dinge nicht auch unterstützen kann, wenn man eben auf sein Auto angewiesen ist.
Und das sind mMn auch eher die Ausnahmen. Mit on vogue meinte ich eher, in Bezug auf Gesellschaftsschichten, die nicht annähernd darüber nachdenken würden, mal den ÖPNV zu nutzen. Komme was wolle.
Es geht ja um eine gesamtgesellschaftliche Verbesserung, die eben Schaden, auch von jedem Autofahrer nimmt, der eben nicht auf ÖPNV umsteigen kann.
Und genau wegen diesen ländlichen Gebieten, die eben nicht gänzlich angeschlossen sind, muss eben auch in Sachen ÖPNV Ausbau und Schienennetz etc. endlich mal etwas vorangetrieben werden. Da steht man aber leider seit längerer Zeit, immer auf der Bremse bzw. verschläft solche Dinge permanent.
Zitat von Perca
Lass mich raten, du wohnst in einer Stadt oder einem gut angeschlossenen Ort?
Zitat von daredennis7
Auto fahren ist aber eben Luxus und zu bequem und genau deshalb, ist ein vergünstigter ÖPNV, in einer noch nicht gänzlich elektrifizierten Autowelt, eben nicht für jeden on vogue.
Auto fahren ist aber eben Luxus und zu bequem und genau deshalb, ist ein vergünstigter ÖPNV, in einer noch nicht gänzlich elektrifizierten Autowelt, eben nicht für jeden on vogue.
Lass mich raten, du wohnst in einer Stadt oder einem gut angeschlossenen Ort?

Damit meinte ich nicht mich direkt. Aber ich finde es relativ Schade, dass man solche Dinge nicht auch unterstützen kann, wenn man eben auf sein Auto angewiesen ist.
Und das sind mMn auch eher die Ausnahmen. Mit on vogue meinte ich eher, in Bezug auf Gesellschaftsschichten, die nicht annähernd darüber nachdenken würden, mal den ÖPNV zu nutzen. Komme was wolle.
Es geht ja um eine gesamtgesellschaftliche Verbesserung, die eben Schaden, auch von jedem Autofahrer nimmt, der eben nicht auf ÖPNV umsteigen kann.
Und genau wegen diesen ländlichen Gebieten, die eben nicht gänzlich angeschlossen sind, muss eben auch in Sachen ÖPNV Ausbau und Schienennetz etc. endlich mal etwas vorangetrieben werden. Da steht man aber leider seit längerer Zeit, immer auf der Bremse bzw. verschläft solche Dinge permanent.
Sorry, viel zu tun, komme erst jetzt zu einer Antwort.
Es ging mir gar nicht um dich selbst, ich meine viel eher einen Unterschied zwischen Theorie und Praxis erkannt zu haben, der bei einem in einer gut ausgebauten Gegend schnell verschwindet. Auch oben schreibst du von "eher Ausnahmen". Sicher, wenn man in einer Stadt oder einem Vorort lebt, mag dies ja zutreffen.
Auch viele dörfliche Gegenden sind vom Nahverkehr erschlossen. Das ist jedoch die Theorie, die ich anspreche. Man schaut sich das Streckennetz an und erkennt, ein Anschluss ist gegeben. Was in der Praxis jedoch das Problem ist: Es gibt kaum Verbindungen. Teilweise fährt bspw im wesentlichen der Schulbus. Damit kann man zur Arbeit fahren, wenn man Glück hat, muss aber bereits mittags zurück, in den Ferien fährt der gar nicht. Ich wohne in einem kleinen Ort zwischen Lüneburg und Hamburg. Buslinien gibt es hier. Wenn ich aber zwischen 7.50 und 14.20 in die nächste Stadt möchte, die mit dem Auto 10 Minuten entfernt ist, brauche ich mit dem Bus entweder über eine Stunde, oder aber komme zwischen 12-14.20 gar nicht dorthin. Natürlich kann ich auch mit dem Fahrrad fahren, dauert gut 30 Minuten, mache ich bei gutem Wetter auch regelmäßig, nur wenn ich mal nicht in die nächste Stadt möchte, sondern bspw nach Hamburg rein, muss ich dann auf gutes Wetter hoffen, 30 Minuten mit dem Rad fahren um dann in einen Zug einzusteigen, der recht unzuverlässig ist und noch einmal mindestens 45 Minuten braucht. Bei Schnee oder Regen sehr ungemütlich.
Geht alles noch, aber ich wohne auch immerhin in einem Ort vor den Toren Lüneburgs und Hamburgs, über 2.000 Einwohner, da sind wir vergleichsweise noch gut erschlossen.
Man muss also nicht nur die Verkehrsanbindungen hinbekommen, sondern man muss einen zuverlässigen, regelmäßigen Nahverkehr schaffen. Für mich wäre dies der Fall, wenn bspw alle 30 Minuten zwischen 6 und 21 Uhr ein Bus fährt. Also gut 30 Verbindungen pro Tag. Aktuell gibt es 5. Wenn ich den Bus um 18 Uhr nicht erwische, (ich arbeite bis 18 Uhr), habe ich nur noch Verbindungen, die 2 Stunden brauchen, eine um 18.45, die letzte um 20 Uhr. Verpasse ich also meinen Bus um 18 Uhr, bin ich statt 18.30 mit dem Bus (18.15 mit dem Auto) um 20.45 zu Hause.
Damit sich also paar tausend Menschen in einem Ballungsraum vernünftig ans Netz angeschlossen wird, sodass der Nahverkehr nicht das komplette Leben bestimmt, müsste man alleine hier die Kapazitäten versechsfachen. Und die Anzahl an Busfahrern ist dabei endlich.
Jetzt kann man natürlich sagen, selbst schuld, kannst ja woanders wohnen und arbeiten. Aber bei aller Liebe, ich sehe nicht, dass der Verkauf des Hauses, das Auflösen des Lebenmittelspunktes, das Sterben von Dörfern und Gemeinden mit inkludierter Landflucht und das Leben in überteuerten Städten mit eh schon knappen Wohnraum die Lösung dafür sind, auf das Luxusgut Auto zu verzichten. Denn es ist eher das Leben in der Stadt, das ein Luxusgut ist, wenn ich die Mehrkosten für die Unterkunft in der Stadt, dabei nicht einmal gleiche Qualität, dass wäre nahezu unbezahlbar, zu den Mehrkosten für das Auto in Relation setze, dann ist das Auto auf einmal richtig günstig. Vergleiche ich einfach mal den Bodenrichtwert bei uns von 150 Euro mit den meiner Eltern (Stadtrand Hamburg) von 1.100 Euro, dann müsste ich bei meinen 900 qm 855.000 Euro mehr zahlen. Ob das dann die günstigere Option im Vergleich zum Auto ist, weiß ich auch nicht. Natürlich, man kann argumentieren, dass man für das gesparte Geld nun eben mehr für den Verkehr zahlen muss und längere Wege hat. Das ist klar. Nur macht es die längeren Wege nicht kürzer und die Kosten reduzieren sich auch nicht dadurch, dass man woanders mehr zahlen würde.
Ich weiß, von dir kam der Vorschlag nicht, sondern von anderer Stelle, ich wollte es nur einmal aufgeführt haben.
Die Kosten, die es braucht, um die ländlichen Gegenden anzuschließen sind kaum abzusehen und die menschlichen Ressourcen meiner Meinung nach schlicht nicht gegeben.
Ich unterstütze ein Ausbau der öffentlichen Verkehrsmittel, ich unterstütze eine kostengünstige Option, ich sehe jedoch die Grenzen und bin der Meinung, dass dies nur für einen Teil der Bevölkerung sinnvoll nutzbar ist und sehe das Auto nicht als Luxusgut, sondern als notwendige Ergänzung zum Nahverkehr an. Dies explizit aber nur für die entsprechenden Regionen, ein SUV, das nahezu nie die Großstadt verlassen darf, ist ein klares Luxusgut. Auch auf dem Land brauche ich keinen SUV oder 250 PS starken Wagen, ich kann ihn haben, dann ist es jedoch ein reines Luxusgut.
Ja gut, aber für genau solche Fälle wie dich gibt es doch die Pendlerpauschale bzw. die Kilometerpauschale in der Steuererkläung. Da kommt schon was gut zusammen, da musst du dann auch nicht zwingend wegziehen. Das tolle ist ja auch, egal ob du mit dem Auto, Rad oder Bus fährst, kannst ja immer angeben (Km-Pauschale). Dann fährst im Winter mit dem Auto und im Sommer mit dem Rad und Bus und bekommst das gleiche Geld angerechnet.
Für Fälle wie mich bringt die Pendlerpauschale nichts
sind ja nur 11km, bei gut 220 Arbeitstagen und 0,30 pro km einfache Richtung liegst du bei 726 Euro. Pauschbetrag Arbeitsmittel von 110 Euro und 16 Euro Kontoführungsentgelt hinzu lieg ich bei 852 Euro. 1.200 Euro liegt der Pauschbetrag. Um über den Pauschbetrag zu kommen müsste ich einen Arbeitsweg von 17 km haben. Und selbst dann ist es absoluter Kleinkram, nehmen wir einfach mal 20 km, dann ist man gut 250 Euro über den Pauschbetrag. Das heißt aber nicht, dass du 250 Euro zurückbekommst, sondern diese nicht zu versteuern brauchst. Nehmen wir einfach mal einen Steuersatz von 25%, dann beträgt die Erstattung für 40 täglich gefahrene Kilometer gut 60 Euro. Das würde ich nicht "gut was zusammen" nennen. Die Pauschale kann man vergessen, sofern man nicht andere hohe Werbungskosten wie Auswärtstätigkeit, hohe Aufwendungen bei den Arbeitsmittel, Gewerkschaften oder bestimmte Versicherungen dort ansetzt etc.
05.09.2022 - 13:20 Uhr
Zitat von Perca
Für Fälle wie mich bringt die Pendlerpauschale nichts
sind ja nur 11km, bei gut 220 Arbeitstagen und 0,30 pro km einfache Richtung liegst du bei 726 Euro. Pauschbetrag Arbeitsmittel von 110 Euro und 16 Euro Kontoführungsentgelt hinzu lieg ich bei 852 Euro. 1.200 Euro liegt der Pauschbetrag. Um über den Pauschbetrag zu kommen müsste ich einen Arbeitsweg von 17 km haben. Und selbst dann ist es absoluter Kleinkram, nehmen wir einfach mal 20 km, dann ist man gut 250 Euro über den Pauschbetrag. Das heißt aber nicht, dass du 250 Euro zurückbekommst, sondern diese nicht zu versteuern brauchst. Nehmen wir einfach mal einen Steuersatz von 25%, dann beträgt die Erstattung für 40 täglich gefahrene Kilometer gut 60 Euro. Das würde ich nicht "gut was zusammen" nennen. Die Pauschale kann man vergessen, sofern man nicht andere hohe Werbungskosten wie Auswärtstätigkeit, hohe Aufwendungen bei den Arbeitsmittel, Gewerkschaften oder bestimmte Versicherungen dort ansetzt etc.
Zitat von UlmerBVB1986
Ja gut, aber für genau solche Fälle wie dich gibt es doch die Pendlerpauschale bzw. die Kilometerpauschale in der Steuererkläung. Da kommt schon was gut zusammen, da musst du dann auch nicht zwingend wegziehen. Das tolle ist ja auch, egal ob du mit dem Auto, Rad oder Bus fährst, kannst ja immer angeben (Km-Pauschale). Dann fährst im Winter mit dem Auto und im Sommer mit dem Rad und Bus und bekommst das gleiche Geld angerechnet.
Zitat von Perca
Sorry, viel zu tun, komme erst jetzt zu einer Antwort.
Es ging mir gar nicht um dich selbst, ich meine viel eher einen Unterschied zwischen Theorie und Praxis erkannt zu haben, der bei einem in einer gut ausgebauten Gegend schnell verschwindet. Auch oben schreibst du von "eher Ausnahmen". Sicher, wenn man in einer Stadt oder einem Vorort lebt, mag dies ja zutreffen.
Auch viele dörfliche Gegenden sind vom Nahverkehr erschlossen. Das ist jedoch die Theorie, die ich anspreche. Man schaut sich das Streckennetz an und erkennt, ein Anschluss ist gegeben. Was in der Praxis jedoch das Problem ist: Es gibt kaum Verbindungen. Teilweise fährt bspw im wesentlichen der Schulbus. Damit kann man zur Arbeit fahren, wenn man Glück hat, muss aber bereits mittags zurück, in den Ferien fährt der gar nicht. Ich wohne in einem kleinen Ort zwischen Lüneburg und Hamburg. Buslinien gibt es hier. Wenn ich aber zwischen 7.50 und 14.20 in die nächste Stadt möchte, die mit dem Auto 10 Minuten entfernt ist, brauche ich mit dem Bus entweder über eine Stunde, oder aber komme zwischen 12-14.20 gar nicht dorthin. Natürlich kann ich auch mit dem Fahrrad fahren, dauert gut 30 Minuten, mache ich bei gutem Wetter auch regelmäßig, nur wenn ich mal nicht in die nächste Stadt möchte, sondern bspw nach Hamburg rein, muss ich dann auf gutes Wetter hoffen, 30 Minuten mit dem Rad fahren um dann in einen Zug einzusteigen, der recht unzuverlässig ist und noch einmal mindestens 45 Minuten braucht. Bei Schnee oder Regen sehr ungemütlich.
Geht alles noch, aber ich wohne auch immerhin in einem Ort vor den Toren Lüneburgs und Hamburgs, über 2.000 Einwohner, da sind wir vergleichsweise noch gut erschlossen.
Man muss also nicht nur die Verkehrsanbindungen hinbekommen, sondern man muss einen zuverlässigen, regelmäßigen Nahverkehr schaffen. Für mich wäre dies der Fall, wenn bspw alle 30 Minuten zwischen 6 und 21 Uhr ein Bus fährt. Also gut 30 Verbindungen pro Tag. Aktuell gibt es 5. Wenn ich den Bus um 18 Uhr nicht erwische, (ich arbeite bis 18 Uhr), habe ich nur noch Verbindungen, die 2 Stunden brauchen, eine um 18.45, die letzte um 20 Uhr. Verpasse ich also meinen Bus um 18 Uhr, bin ich statt 18.30 mit dem Bus (18.15 mit dem Auto) um 20.45 zu Hause.
Damit sich also paar tausend Menschen in einem Ballungsraum vernünftig ans Netz angeschlossen wird, sodass der Nahverkehr nicht das komplette Leben bestimmt, müsste man alleine hier die Kapazitäten versechsfachen. Und die Anzahl an Busfahrern ist dabei endlich.
Jetzt kann man natürlich sagen, selbst schuld, kannst ja woanders wohnen und arbeiten. Aber bei aller Liebe, ich sehe nicht, dass der Verkauf des Hauses, das Auflösen des Lebenmittelspunktes, das Sterben von Dörfern und Gemeinden mit inkludierter Landflucht und das Leben in überteuerten Städten mit eh schon knappen Wohnraum die Lösung dafür sind, auf das Luxusgut Auto zu verzichten. Denn es ist eher das Leben in der Stadt, das ein Luxusgut ist, wenn ich die Mehrkosten für die Unterkunft in der Stadt, dabei nicht einmal gleiche Qualität, dass wäre nahezu unbezahlbar, zu den Mehrkosten für das Auto in Relation setze, dann ist das Auto auf einmal richtig günstig. Vergleiche ich einfach mal den Bodenrichtwert bei uns von 150 Euro mit den meiner Eltern (Stadtrand Hamburg) von 1.100 Euro, dann müsste ich bei meinen 900 qm 855.000 Euro mehr zahlen. Ob das dann die günstigere Option im Vergleich zum Auto ist, weiß ich auch nicht. Natürlich, man kann argumentieren, dass man für das gesparte Geld nun eben mehr für den Verkehr zahlen muss und längere Wege hat. Das ist klar. Nur macht es die längeren Wege nicht kürzer und die Kosten reduzieren sich auch nicht dadurch, dass man woanders mehr zahlen würde.
Ich weiß, von dir kam der Vorschlag nicht, sondern von anderer Stelle, ich wollte es nur einmal aufgeführt haben.
Die Kosten, die es braucht, um die ländlichen Gegenden anzuschließen sind kaum abzusehen und die menschlichen Ressourcen meiner Meinung nach schlicht nicht gegeben.
Ich unterstütze ein Ausbau der öffentlichen Verkehrsmittel, ich unterstütze eine kostengünstige Option, ich sehe jedoch die Grenzen und bin der Meinung, dass dies nur für einen Teil der Bevölkerung sinnvoll nutzbar ist und sehe das Auto nicht als Luxusgut, sondern als notwendige Ergänzung zum Nahverkehr an. Dies explizit aber nur für die entsprechenden Regionen, ein SUV, das nahezu nie die Großstadt verlassen darf, ist ein klares Luxusgut. Auch auf dem Land brauche ich keinen SUV oder 250 PS starken Wagen, ich kann ihn haben, dann ist es jedoch ein reines Luxusgut.
Zitat von daredennis7
Damit meinte ich nicht mich direkt. Aber ich finde es relativ Schade, dass man solche Dinge nicht auch unterstützen kann, wenn man eben auf sein Auto angewiesen ist.
Und das sind mMn auch eher die Ausnahmen. Mit on vogue meinte ich eher, in Bezug auf Gesellschaftsschichten, die nicht annähernd darüber nachdenken würden, mal den ÖPNV zu nutzen. Komme was wolle.
Es geht ja um eine gesamtgesellschaftliche Verbesserung, die eben Schaden, auch von jedem Autofahrer nimmt, der eben nicht auf ÖPNV umsteigen kann.
Und genau wegen diesen ländlichen Gebieten, die eben nicht gänzlich angeschlossen sind, muss eben auch in Sachen ÖPNV Ausbau und Schienennetz etc. endlich mal etwas vorangetrieben werden. Da steht man aber leider seit längerer Zeit, immer auf der Bremse bzw. verschläft solche Dinge permanent.
Zitat von Perca
Lass mich raten, du wohnst in einer Stadt oder einem gut angeschlossenen Ort?
Zitat von daredennis7
Auto fahren ist aber eben Luxus und zu bequem und genau deshalb, ist ein vergünstigter ÖPNV, in einer noch nicht gänzlich elektrifizierten Autowelt, eben nicht für jeden on vogue.
Auto fahren ist aber eben Luxus und zu bequem und genau deshalb, ist ein vergünstigter ÖPNV, in einer noch nicht gänzlich elektrifizierten Autowelt, eben nicht für jeden on vogue.
Lass mich raten, du wohnst in einer Stadt oder einem gut angeschlossenen Ort?

Damit meinte ich nicht mich direkt. Aber ich finde es relativ Schade, dass man solche Dinge nicht auch unterstützen kann, wenn man eben auf sein Auto angewiesen ist.
Und das sind mMn auch eher die Ausnahmen. Mit on vogue meinte ich eher, in Bezug auf Gesellschaftsschichten, die nicht annähernd darüber nachdenken würden, mal den ÖPNV zu nutzen. Komme was wolle.
Es geht ja um eine gesamtgesellschaftliche Verbesserung, die eben Schaden, auch von jedem Autofahrer nimmt, der eben nicht auf ÖPNV umsteigen kann.
Und genau wegen diesen ländlichen Gebieten, die eben nicht gänzlich angeschlossen sind, muss eben auch in Sachen ÖPNV Ausbau und Schienennetz etc. endlich mal etwas vorangetrieben werden. Da steht man aber leider seit längerer Zeit, immer auf der Bremse bzw. verschläft solche Dinge permanent.
Sorry, viel zu tun, komme erst jetzt zu einer Antwort.
Es ging mir gar nicht um dich selbst, ich meine viel eher einen Unterschied zwischen Theorie und Praxis erkannt zu haben, der bei einem in einer gut ausgebauten Gegend schnell verschwindet. Auch oben schreibst du von "eher Ausnahmen". Sicher, wenn man in einer Stadt oder einem Vorort lebt, mag dies ja zutreffen.
Auch viele dörfliche Gegenden sind vom Nahverkehr erschlossen. Das ist jedoch die Theorie, die ich anspreche. Man schaut sich das Streckennetz an und erkennt, ein Anschluss ist gegeben. Was in der Praxis jedoch das Problem ist: Es gibt kaum Verbindungen. Teilweise fährt bspw im wesentlichen der Schulbus. Damit kann man zur Arbeit fahren, wenn man Glück hat, muss aber bereits mittags zurück, in den Ferien fährt der gar nicht. Ich wohne in einem kleinen Ort zwischen Lüneburg und Hamburg. Buslinien gibt es hier. Wenn ich aber zwischen 7.50 und 14.20 in die nächste Stadt möchte, die mit dem Auto 10 Minuten entfernt ist, brauche ich mit dem Bus entweder über eine Stunde, oder aber komme zwischen 12-14.20 gar nicht dorthin. Natürlich kann ich auch mit dem Fahrrad fahren, dauert gut 30 Minuten, mache ich bei gutem Wetter auch regelmäßig, nur wenn ich mal nicht in die nächste Stadt möchte, sondern bspw nach Hamburg rein, muss ich dann auf gutes Wetter hoffen, 30 Minuten mit dem Rad fahren um dann in einen Zug einzusteigen, der recht unzuverlässig ist und noch einmal mindestens 45 Minuten braucht. Bei Schnee oder Regen sehr ungemütlich.
Geht alles noch, aber ich wohne auch immerhin in einem Ort vor den Toren Lüneburgs und Hamburgs, über 2.000 Einwohner, da sind wir vergleichsweise noch gut erschlossen.
Man muss also nicht nur die Verkehrsanbindungen hinbekommen, sondern man muss einen zuverlässigen, regelmäßigen Nahverkehr schaffen. Für mich wäre dies der Fall, wenn bspw alle 30 Minuten zwischen 6 und 21 Uhr ein Bus fährt. Also gut 30 Verbindungen pro Tag. Aktuell gibt es 5. Wenn ich den Bus um 18 Uhr nicht erwische, (ich arbeite bis 18 Uhr), habe ich nur noch Verbindungen, die 2 Stunden brauchen, eine um 18.45, die letzte um 20 Uhr. Verpasse ich also meinen Bus um 18 Uhr, bin ich statt 18.30 mit dem Bus (18.15 mit dem Auto) um 20.45 zu Hause.
Damit sich also paar tausend Menschen in einem Ballungsraum vernünftig ans Netz angeschlossen wird, sodass der Nahverkehr nicht das komplette Leben bestimmt, müsste man alleine hier die Kapazitäten versechsfachen. Und die Anzahl an Busfahrern ist dabei endlich.
Jetzt kann man natürlich sagen, selbst schuld, kannst ja woanders wohnen und arbeiten. Aber bei aller Liebe, ich sehe nicht, dass der Verkauf des Hauses, das Auflösen des Lebenmittelspunktes, das Sterben von Dörfern und Gemeinden mit inkludierter Landflucht und das Leben in überteuerten Städten mit eh schon knappen Wohnraum die Lösung dafür sind, auf das Luxusgut Auto zu verzichten. Denn es ist eher das Leben in der Stadt, das ein Luxusgut ist, wenn ich die Mehrkosten für die Unterkunft in der Stadt, dabei nicht einmal gleiche Qualität, dass wäre nahezu unbezahlbar, zu den Mehrkosten für das Auto in Relation setze, dann ist das Auto auf einmal richtig günstig. Vergleiche ich einfach mal den Bodenrichtwert bei uns von 150 Euro mit den meiner Eltern (Stadtrand Hamburg) von 1.100 Euro, dann müsste ich bei meinen 900 qm 855.000 Euro mehr zahlen. Ob das dann die günstigere Option im Vergleich zum Auto ist, weiß ich auch nicht. Natürlich, man kann argumentieren, dass man für das gesparte Geld nun eben mehr für den Verkehr zahlen muss und längere Wege hat. Das ist klar. Nur macht es die längeren Wege nicht kürzer und die Kosten reduzieren sich auch nicht dadurch, dass man woanders mehr zahlen würde.
Ich weiß, von dir kam der Vorschlag nicht, sondern von anderer Stelle, ich wollte es nur einmal aufgeführt haben.
Die Kosten, die es braucht, um die ländlichen Gegenden anzuschließen sind kaum abzusehen und die menschlichen Ressourcen meiner Meinung nach schlicht nicht gegeben.
Ich unterstütze ein Ausbau der öffentlichen Verkehrsmittel, ich unterstütze eine kostengünstige Option, ich sehe jedoch die Grenzen und bin der Meinung, dass dies nur für einen Teil der Bevölkerung sinnvoll nutzbar ist und sehe das Auto nicht als Luxusgut, sondern als notwendige Ergänzung zum Nahverkehr an. Dies explizit aber nur für die entsprechenden Regionen, ein SUV, das nahezu nie die Großstadt verlassen darf, ist ein klares Luxusgut. Auch auf dem Land brauche ich keinen SUV oder 250 PS starken Wagen, ich kann ihn haben, dann ist es jedoch ein reines Luxusgut.
Ja gut, aber für genau solche Fälle wie dich gibt es doch die Pendlerpauschale bzw. die Kilometerpauschale in der Steuererkläung. Da kommt schon was gut zusammen, da musst du dann auch nicht zwingend wegziehen. Das tolle ist ja auch, egal ob du mit dem Auto, Rad oder Bus fährst, kannst ja immer angeben (Km-Pauschale). Dann fährst im Winter mit dem Auto und im Sommer mit dem Rad und Bus und bekommst das gleiche Geld angerechnet.
Für Fälle wie mich bringt die Pendlerpauschale nichts
sind ja nur 11km, bei gut 220 Arbeitstagen und 0,30 pro km einfache Richtung liegst du bei 726 Euro. Pauschbetrag Arbeitsmittel von 110 Euro und 16 Euro Kontoführungsentgelt hinzu lieg ich bei 852 Euro. 1.200 Euro liegt der Pauschbetrag. Um über den Pauschbetrag zu kommen müsste ich einen Arbeitsweg von 17 km haben. Und selbst dann ist es absoluter Kleinkram, nehmen wir einfach mal 20 km, dann ist man gut 250 Euro über den Pauschbetrag. Das heißt aber nicht, dass du 250 Euro zurückbekommst, sondern diese nicht zu versteuern brauchst. Nehmen wir einfach mal einen Steuersatz von 25%, dann beträgt die Erstattung für 40 täglich gefahrene Kilometer gut 60 Euro. Das würde ich nicht "gut was zusammen" nennen. Die Pauschale kann man vergessen, sofern man nicht andere hohe Werbungskosten wie Auswärtstätigkeit, hohe Aufwendungen bei den Arbeitsmittel, Gewerkschaften oder bestimmte Versicherungen dort ansetzt etc.Naja, du kannst ja noch mehr absetzen, was praktisch 80% der Leute eben auch nutzen:
- Telefon/Internet bzw. Handykosten wenn du es teilweise für deine Arbeit nutzt, bis zu 20% sogar ohne Nachweise
- gemischt genutzte Arbeitsmittel, beim PC/Laptop wird sogar bis zu 50% angerechnet, ohne Nachweise
- Fortbildungen
- Beiträge Berufsstände
- Berufskleidung
- und natürlich Homeofficepaschale, bzw. sogar das Arbeitszimmer absetzten lassen, nicht vereinbar mit der KM, Pendlerpauschale
Ich komme echt ziemlich leicht über die Werbekostenpauschale drüber, gerade wenn ich wie letztes Jahr 3 Monate im Homeoffice war und die restliche Zeit im Büro.
05.09.2022 - 13:38 Uhr
Jemand noch Interesse an einer Fantasy Football Liga? Bei uns sind noch ein paar Plätze frei
05.09.2022 - 13:43 Uhr
Zitat von UlmerBVB1986
Naja, du kannst ja noch mehr absetzen, was praktisch 80% der Leute eben auch nutzen:
- Telefon/Internet bzw. Handykosten wenn du es teilweise für deine Arbeit nutzt, bis zu 20% sogar ohne Nachweise
- gemischt genutzte Arbeitsmittel, beim PC/Laptop wird sogar bis zu 50% angerechnet, ohne Nachweise
- Fortbildungen
- Beiträge Berufsstände
- Berufskleidung
- und natürlich Homeofficepaschale, bzw. sogar das Arbeitszimmer absetzten lassen, nicht vereinbar mit der KM, Pendlerpauschale
Ich komme echt ziemlich leicht über die Werbekostenpauschale drüber, gerade wenn ich wie letztes Jahr 3 Monate im Homeoffice war und die restliche Zeit im Büro.
Zitat von Perca
Für Fälle wie mich bringt die Pendlerpauschale nichts
sind ja nur 11km, bei gut 220 Arbeitstagen und 0,30 pro km einfache Richtung liegst du bei 726 Euro. Pauschbetrag Arbeitsmittel von 110 Euro und 16 Euro Kontoführungsentgelt hinzu lieg ich bei 852 Euro. 1.200 Euro liegt der Pauschbetrag. Um über den Pauschbetrag zu kommen müsste ich einen Arbeitsweg von 17 km haben. Und selbst dann ist es absoluter Kleinkram, nehmen wir einfach mal 20 km, dann ist man gut 250 Euro über den Pauschbetrag. Das heißt aber nicht, dass du 250 Euro zurückbekommst, sondern diese nicht zu versteuern brauchst. Nehmen wir einfach mal einen Steuersatz von 25%, dann beträgt die Erstattung für 40 täglich gefahrene Kilometer gut 60 Euro. Das würde ich nicht "gut was zusammen" nennen. Die Pauschale kann man vergessen, sofern man nicht andere hohe Werbungskosten wie Auswärtstätigkeit, hohe Aufwendungen bei den Arbeitsmittel, Gewerkschaften oder bestimmte Versicherungen dort ansetzt etc.
Zitat von UlmerBVB1986
Ja gut, aber für genau solche Fälle wie dich gibt es doch die Pendlerpauschale bzw. die Kilometerpauschale in der Steuererkläung. Da kommt schon was gut zusammen, da musst du dann auch nicht zwingend wegziehen. Das tolle ist ja auch, egal ob du mit dem Auto, Rad oder Bus fährst, kannst ja immer angeben (Km-Pauschale). Dann fährst im Winter mit dem Auto und im Sommer mit dem Rad und Bus und bekommst das gleiche Geld angerechnet.
Zitat von Perca
Sorry, viel zu tun, komme erst jetzt zu einer Antwort.
Es ging mir gar nicht um dich selbst, ich meine viel eher einen Unterschied zwischen Theorie und Praxis erkannt zu haben, der bei einem in einer gut ausgebauten Gegend schnell verschwindet. Auch oben schreibst du von "eher Ausnahmen". Sicher, wenn man in einer Stadt oder einem Vorort lebt, mag dies ja zutreffen.
Auch viele dörfliche Gegenden sind vom Nahverkehr erschlossen. Das ist jedoch die Theorie, die ich anspreche. Man schaut sich das Streckennetz an und erkennt, ein Anschluss ist gegeben. Was in der Praxis jedoch das Problem ist: Es gibt kaum Verbindungen. Teilweise fährt bspw im wesentlichen der Schulbus. Damit kann man zur Arbeit fahren, wenn man Glück hat, muss aber bereits mittags zurück, in den Ferien fährt der gar nicht. Ich wohne in einem kleinen Ort zwischen Lüneburg und Hamburg. Buslinien gibt es hier. Wenn ich aber zwischen 7.50 und 14.20 in die nächste Stadt möchte, die mit dem Auto 10 Minuten entfernt ist, brauche ich mit dem Bus entweder über eine Stunde, oder aber komme zwischen 12-14.20 gar nicht dorthin. Natürlich kann ich auch mit dem Fahrrad fahren, dauert gut 30 Minuten, mache ich bei gutem Wetter auch regelmäßig, nur wenn ich mal nicht in die nächste Stadt möchte, sondern bspw nach Hamburg rein, muss ich dann auf gutes Wetter hoffen, 30 Minuten mit dem Rad fahren um dann in einen Zug einzusteigen, der recht unzuverlässig ist und noch einmal mindestens 45 Minuten braucht. Bei Schnee oder Regen sehr ungemütlich.
Geht alles noch, aber ich wohne auch immerhin in einem Ort vor den Toren Lüneburgs und Hamburgs, über 2.000 Einwohner, da sind wir vergleichsweise noch gut erschlossen.
Man muss also nicht nur die Verkehrsanbindungen hinbekommen, sondern man muss einen zuverlässigen, regelmäßigen Nahverkehr schaffen. Für mich wäre dies der Fall, wenn bspw alle 30 Minuten zwischen 6 und 21 Uhr ein Bus fährt. Also gut 30 Verbindungen pro Tag. Aktuell gibt es 5. Wenn ich den Bus um 18 Uhr nicht erwische, (ich arbeite bis 18 Uhr), habe ich nur noch Verbindungen, die 2 Stunden brauchen, eine um 18.45, die letzte um 20 Uhr. Verpasse ich also meinen Bus um 18 Uhr, bin ich statt 18.30 mit dem Bus (18.15 mit dem Auto) um 20.45 zu Hause.
Damit sich also paar tausend Menschen in einem Ballungsraum vernünftig ans Netz angeschlossen wird, sodass der Nahverkehr nicht das komplette Leben bestimmt, müsste man alleine hier die Kapazitäten versechsfachen. Und die Anzahl an Busfahrern ist dabei endlich.
Jetzt kann man natürlich sagen, selbst schuld, kannst ja woanders wohnen und arbeiten. Aber bei aller Liebe, ich sehe nicht, dass der Verkauf des Hauses, das Auflösen des Lebenmittelspunktes, das Sterben von Dörfern und Gemeinden mit inkludierter Landflucht und das Leben in überteuerten Städten mit eh schon knappen Wohnraum die Lösung dafür sind, auf das Luxusgut Auto zu verzichten. Denn es ist eher das Leben in der Stadt, das ein Luxusgut ist, wenn ich die Mehrkosten für die Unterkunft in der Stadt, dabei nicht einmal gleiche Qualität, dass wäre nahezu unbezahlbar, zu den Mehrkosten für das Auto in Relation setze, dann ist das Auto auf einmal richtig günstig. Vergleiche ich einfach mal den Bodenrichtwert bei uns von 150 Euro mit den meiner Eltern (Stadtrand Hamburg) von 1.100 Euro, dann müsste ich bei meinen 900 qm 855.000 Euro mehr zahlen. Ob das dann die günstigere Option im Vergleich zum Auto ist, weiß ich auch nicht. Natürlich, man kann argumentieren, dass man für das gesparte Geld nun eben mehr für den Verkehr zahlen muss und längere Wege hat. Das ist klar. Nur macht es die längeren Wege nicht kürzer und die Kosten reduzieren sich auch nicht dadurch, dass man woanders mehr zahlen würde.
Ich weiß, von dir kam der Vorschlag nicht, sondern von anderer Stelle, ich wollte es nur einmal aufgeführt haben.
Die Kosten, die es braucht, um die ländlichen Gegenden anzuschließen sind kaum abzusehen und die menschlichen Ressourcen meiner Meinung nach schlicht nicht gegeben.
Ich unterstütze ein Ausbau der öffentlichen Verkehrsmittel, ich unterstütze eine kostengünstige Option, ich sehe jedoch die Grenzen und bin der Meinung, dass dies nur für einen Teil der Bevölkerung sinnvoll nutzbar ist und sehe das Auto nicht als Luxusgut, sondern als notwendige Ergänzung zum Nahverkehr an. Dies explizit aber nur für die entsprechenden Regionen, ein SUV, das nahezu nie die Großstadt verlassen darf, ist ein klares Luxusgut. Auch auf dem Land brauche ich keinen SUV oder 250 PS starken Wagen, ich kann ihn haben, dann ist es jedoch ein reines Luxusgut.
Zitat von daredennis7
Damit meinte ich nicht mich direkt. Aber ich finde es relativ Schade, dass man solche Dinge nicht auch unterstützen kann, wenn man eben auf sein Auto angewiesen ist.
Und das sind mMn auch eher die Ausnahmen. Mit on vogue meinte ich eher, in Bezug auf Gesellschaftsschichten, die nicht annähernd darüber nachdenken würden, mal den ÖPNV zu nutzen. Komme was wolle.
Es geht ja um eine gesamtgesellschaftliche Verbesserung, die eben Schaden, auch von jedem Autofahrer nimmt, der eben nicht auf ÖPNV umsteigen kann.
Und genau wegen diesen ländlichen Gebieten, die eben nicht gänzlich angeschlossen sind, muss eben auch in Sachen ÖPNV Ausbau und Schienennetz etc. endlich mal etwas vorangetrieben werden. Da steht man aber leider seit längerer Zeit, immer auf der Bremse bzw. verschläft solche Dinge permanent.
Zitat von Perca
Lass mich raten, du wohnst in einer Stadt oder einem gut angeschlossenen Ort?
Zitat von daredennis7
Auto fahren ist aber eben Luxus und zu bequem und genau deshalb, ist ein vergünstigter ÖPNV, in einer noch nicht gänzlich elektrifizierten Autowelt, eben nicht für jeden on vogue.
Auto fahren ist aber eben Luxus und zu bequem und genau deshalb, ist ein vergünstigter ÖPNV, in einer noch nicht gänzlich elektrifizierten Autowelt, eben nicht für jeden on vogue.
Lass mich raten, du wohnst in einer Stadt oder einem gut angeschlossenen Ort?

Damit meinte ich nicht mich direkt. Aber ich finde es relativ Schade, dass man solche Dinge nicht auch unterstützen kann, wenn man eben auf sein Auto angewiesen ist.
Und das sind mMn auch eher die Ausnahmen. Mit on vogue meinte ich eher, in Bezug auf Gesellschaftsschichten, die nicht annähernd darüber nachdenken würden, mal den ÖPNV zu nutzen. Komme was wolle.
Es geht ja um eine gesamtgesellschaftliche Verbesserung, die eben Schaden, auch von jedem Autofahrer nimmt, der eben nicht auf ÖPNV umsteigen kann.
Und genau wegen diesen ländlichen Gebieten, die eben nicht gänzlich angeschlossen sind, muss eben auch in Sachen ÖPNV Ausbau und Schienennetz etc. endlich mal etwas vorangetrieben werden. Da steht man aber leider seit längerer Zeit, immer auf der Bremse bzw. verschläft solche Dinge permanent.
Sorry, viel zu tun, komme erst jetzt zu einer Antwort.
Es ging mir gar nicht um dich selbst, ich meine viel eher einen Unterschied zwischen Theorie und Praxis erkannt zu haben, der bei einem in einer gut ausgebauten Gegend schnell verschwindet. Auch oben schreibst du von "eher Ausnahmen". Sicher, wenn man in einer Stadt oder einem Vorort lebt, mag dies ja zutreffen.
Auch viele dörfliche Gegenden sind vom Nahverkehr erschlossen. Das ist jedoch die Theorie, die ich anspreche. Man schaut sich das Streckennetz an und erkennt, ein Anschluss ist gegeben. Was in der Praxis jedoch das Problem ist: Es gibt kaum Verbindungen. Teilweise fährt bspw im wesentlichen der Schulbus. Damit kann man zur Arbeit fahren, wenn man Glück hat, muss aber bereits mittags zurück, in den Ferien fährt der gar nicht. Ich wohne in einem kleinen Ort zwischen Lüneburg und Hamburg. Buslinien gibt es hier. Wenn ich aber zwischen 7.50 und 14.20 in die nächste Stadt möchte, die mit dem Auto 10 Minuten entfernt ist, brauche ich mit dem Bus entweder über eine Stunde, oder aber komme zwischen 12-14.20 gar nicht dorthin. Natürlich kann ich auch mit dem Fahrrad fahren, dauert gut 30 Minuten, mache ich bei gutem Wetter auch regelmäßig, nur wenn ich mal nicht in die nächste Stadt möchte, sondern bspw nach Hamburg rein, muss ich dann auf gutes Wetter hoffen, 30 Minuten mit dem Rad fahren um dann in einen Zug einzusteigen, der recht unzuverlässig ist und noch einmal mindestens 45 Minuten braucht. Bei Schnee oder Regen sehr ungemütlich.
Geht alles noch, aber ich wohne auch immerhin in einem Ort vor den Toren Lüneburgs und Hamburgs, über 2.000 Einwohner, da sind wir vergleichsweise noch gut erschlossen.
Man muss also nicht nur die Verkehrsanbindungen hinbekommen, sondern man muss einen zuverlässigen, regelmäßigen Nahverkehr schaffen. Für mich wäre dies der Fall, wenn bspw alle 30 Minuten zwischen 6 und 21 Uhr ein Bus fährt. Also gut 30 Verbindungen pro Tag. Aktuell gibt es 5. Wenn ich den Bus um 18 Uhr nicht erwische, (ich arbeite bis 18 Uhr), habe ich nur noch Verbindungen, die 2 Stunden brauchen, eine um 18.45, die letzte um 20 Uhr. Verpasse ich also meinen Bus um 18 Uhr, bin ich statt 18.30 mit dem Bus (18.15 mit dem Auto) um 20.45 zu Hause.
Damit sich also paar tausend Menschen in einem Ballungsraum vernünftig ans Netz angeschlossen wird, sodass der Nahverkehr nicht das komplette Leben bestimmt, müsste man alleine hier die Kapazitäten versechsfachen. Und die Anzahl an Busfahrern ist dabei endlich.
Jetzt kann man natürlich sagen, selbst schuld, kannst ja woanders wohnen und arbeiten. Aber bei aller Liebe, ich sehe nicht, dass der Verkauf des Hauses, das Auflösen des Lebenmittelspunktes, das Sterben von Dörfern und Gemeinden mit inkludierter Landflucht und das Leben in überteuerten Städten mit eh schon knappen Wohnraum die Lösung dafür sind, auf das Luxusgut Auto zu verzichten. Denn es ist eher das Leben in der Stadt, das ein Luxusgut ist, wenn ich die Mehrkosten für die Unterkunft in der Stadt, dabei nicht einmal gleiche Qualität, dass wäre nahezu unbezahlbar, zu den Mehrkosten für das Auto in Relation setze, dann ist das Auto auf einmal richtig günstig. Vergleiche ich einfach mal den Bodenrichtwert bei uns von 150 Euro mit den meiner Eltern (Stadtrand Hamburg) von 1.100 Euro, dann müsste ich bei meinen 900 qm 855.000 Euro mehr zahlen. Ob das dann die günstigere Option im Vergleich zum Auto ist, weiß ich auch nicht. Natürlich, man kann argumentieren, dass man für das gesparte Geld nun eben mehr für den Verkehr zahlen muss und längere Wege hat. Das ist klar. Nur macht es die längeren Wege nicht kürzer und die Kosten reduzieren sich auch nicht dadurch, dass man woanders mehr zahlen würde.
Ich weiß, von dir kam der Vorschlag nicht, sondern von anderer Stelle, ich wollte es nur einmal aufgeführt haben.
Die Kosten, die es braucht, um die ländlichen Gegenden anzuschließen sind kaum abzusehen und die menschlichen Ressourcen meiner Meinung nach schlicht nicht gegeben.
Ich unterstütze ein Ausbau der öffentlichen Verkehrsmittel, ich unterstütze eine kostengünstige Option, ich sehe jedoch die Grenzen und bin der Meinung, dass dies nur für einen Teil der Bevölkerung sinnvoll nutzbar ist und sehe das Auto nicht als Luxusgut, sondern als notwendige Ergänzung zum Nahverkehr an. Dies explizit aber nur für die entsprechenden Regionen, ein SUV, das nahezu nie die Großstadt verlassen darf, ist ein klares Luxusgut. Auch auf dem Land brauche ich keinen SUV oder 250 PS starken Wagen, ich kann ihn haben, dann ist es jedoch ein reines Luxusgut.
Ja gut, aber für genau solche Fälle wie dich gibt es doch die Pendlerpauschale bzw. die Kilometerpauschale in der Steuererkläung. Da kommt schon was gut zusammen, da musst du dann auch nicht zwingend wegziehen. Das tolle ist ja auch, egal ob du mit dem Auto, Rad oder Bus fährst, kannst ja immer angeben (Km-Pauschale). Dann fährst im Winter mit dem Auto und im Sommer mit dem Rad und Bus und bekommst das gleiche Geld angerechnet.
Für Fälle wie mich bringt die Pendlerpauschale nichts
sind ja nur 11km, bei gut 220 Arbeitstagen und 0,30 pro km einfache Richtung liegst du bei 726 Euro. Pauschbetrag Arbeitsmittel von 110 Euro und 16 Euro Kontoführungsentgelt hinzu lieg ich bei 852 Euro. 1.200 Euro liegt der Pauschbetrag. Um über den Pauschbetrag zu kommen müsste ich einen Arbeitsweg von 17 km haben. Und selbst dann ist es absoluter Kleinkram, nehmen wir einfach mal 20 km, dann ist man gut 250 Euro über den Pauschbetrag. Das heißt aber nicht, dass du 250 Euro zurückbekommst, sondern diese nicht zu versteuern brauchst. Nehmen wir einfach mal einen Steuersatz von 25%, dann beträgt die Erstattung für 40 täglich gefahrene Kilometer gut 60 Euro. Das würde ich nicht "gut was zusammen" nennen. Die Pauschale kann man vergessen, sofern man nicht andere hohe Werbungskosten wie Auswärtstätigkeit, hohe Aufwendungen bei den Arbeitsmittel, Gewerkschaften oder bestimmte Versicherungen dort ansetzt etc.Naja, du kannst ja noch mehr absetzen, was praktisch 80% der Leute eben auch nutzen:
- Telefon/Internet bzw. Handykosten wenn du es teilweise für deine Arbeit nutzt, bis zu 20% sogar ohne Nachweise
- gemischt genutzte Arbeitsmittel, beim PC/Laptop wird sogar bis zu 50% angerechnet, ohne Nachweise
- Fortbildungen
- Beiträge Berufsstände
- Berufskleidung
- und natürlich Homeofficepaschale, bzw. sogar das Arbeitszimmer absetzten lassen, nicht vereinbar mit der KM, Pendlerpauschale
Ich komme echt ziemlich leicht über die Werbekostenpauschale drüber, gerade wenn ich wie letztes Jahr 3 Monate im Homeoffice war und die restliche Zeit im Büro.
Homeoffice stimmt. Da kann man nun etwas machen.
Ansonsten wird es eng. Berufsbekleidung muss ausschließlich für den Beruf zu gebrauchen sein, klassisches Beispiel der Blaumann, ich muss Anzug tragen, da ich den aber auch in der Freizeit tragen kann, darf ich ihn und die Reinigung nicht absetzen. Fortbildung sind alle vom Arbeitgeber aus, da kommen auch der betrieblich genutzte Laptop her. Ich weiß, ohne Nachweis lässt sich einiges noch absetzen, ich weiß auch, dass einige erfolgreich ihren ADAC-Mitgliedsbeitrag als Spende absetzen oder einige viele auswärtstätigkeiten haben, kann ja kaum geprüft werden, vlt bin ich in der Hinsicht zu ehrlich.
05.09.2022 - 14:02 Uhr
Zitat von Perca
Homeoffice stimmt. Da kann man nun etwas machen.
Ansonsten wird es eng. Berufsbekleidung muss ausschließlich für den Beruf zu gebrauchen sein, klassisches Beispiel der Blaumann, ich muss Anzug tragen, da ich den aber auch in der Freizeit tragen kann, darf ich ihn und die Reinigung nicht absetzen. Fortbildung sind alle vom Arbeitgeber aus, da kommen auch der betrieblich genutzte Laptop her. Ich weiß, ohne Nachweis lässt sich einiges noch absetzen, ich weiß auch, dass einige erfolgreich ihren ADAC-Mitgliedsbeitrag als Spende absetzen oder einige viele auswärtstätigkeiten haben, kann ja kaum geprüft werden, vlt bin ich in der Hinsicht zu ehrlich.
Zitat von UlmerBVB1986
Naja, du kannst ja noch mehr absetzen, was praktisch 80% der Leute eben auch nutzen:
- Telefon/Internet bzw. Handykosten wenn du es teilweise für deine Arbeit nutzt, bis zu 20% sogar ohne Nachweise
- gemischt genutzte Arbeitsmittel, beim PC/Laptop wird sogar bis zu 50% angerechnet, ohne Nachweise
- Fortbildungen
- Beiträge Berufsstände
- Berufskleidung
- und natürlich Homeofficepaschale, bzw. sogar das Arbeitszimmer absetzten lassen, nicht vereinbar mit der KM, Pendlerpauschale
Ich komme echt ziemlich leicht über die Werbekostenpauschale drüber, gerade wenn ich wie letztes Jahr 3 Monate im Homeoffice war und die restliche Zeit im Büro.
Zitat von Perca
Für Fälle wie mich bringt die Pendlerpauschale nichts
sind ja nur 11km, bei gut 220 Arbeitstagen und 0,30 pro km einfache Richtung liegst du bei 726 Euro. Pauschbetrag Arbeitsmittel von 110 Euro und 16 Euro Kontoführungsentgelt hinzu lieg ich bei 852 Euro. 1.200 Euro liegt der Pauschbetrag. Um über den Pauschbetrag zu kommen müsste ich einen Arbeitsweg von 17 km haben. Und selbst dann ist es absoluter Kleinkram, nehmen wir einfach mal 20 km, dann ist man gut 250 Euro über den Pauschbetrag. Das heißt aber nicht, dass du 250 Euro zurückbekommst, sondern diese nicht zu versteuern brauchst. Nehmen wir einfach mal einen Steuersatz von 25%, dann beträgt die Erstattung für 40 täglich gefahrene Kilometer gut 60 Euro. Das würde ich nicht "gut was zusammen" nennen. Die Pauschale kann man vergessen, sofern man nicht andere hohe Werbungskosten wie Auswärtstätigkeit, hohe Aufwendungen bei den Arbeitsmittel, Gewerkschaften oder bestimmte Versicherungen dort ansetzt etc.
Zitat von UlmerBVB1986
Ja gut, aber für genau solche Fälle wie dich gibt es doch die Pendlerpauschale bzw. die Kilometerpauschale in der Steuererkläung. Da kommt schon was gut zusammen, da musst du dann auch nicht zwingend wegziehen. Das tolle ist ja auch, egal ob du mit dem Auto, Rad oder Bus fährst, kannst ja immer angeben (Km-Pauschale). Dann fährst im Winter mit dem Auto und im Sommer mit dem Rad und Bus und bekommst das gleiche Geld angerechnet.
Zitat von Perca
Sorry, viel zu tun, komme erst jetzt zu einer Antwort.
Es ging mir gar nicht um dich selbst, ich meine viel eher einen Unterschied zwischen Theorie und Praxis erkannt zu haben, der bei einem in einer gut ausgebauten Gegend schnell verschwindet. Auch oben schreibst du von "eher Ausnahmen". Sicher, wenn man in einer Stadt oder einem Vorort lebt, mag dies ja zutreffen.
Auch viele dörfliche Gegenden sind vom Nahverkehr erschlossen. Das ist jedoch die Theorie, die ich anspreche. Man schaut sich das Streckennetz an und erkennt, ein Anschluss ist gegeben. Was in der Praxis jedoch das Problem ist: Es gibt kaum Verbindungen. Teilweise fährt bspw im wesentlichen der Schulbus. Damit kann man zur Arbeit fahren, wenn man Glück hat, muss aber bereits mittags zurück, in den Ferien fährt der gar nicht. Ich wohne in einem kleinen Ort zwischen Lüneburg und Hamburg. Buslinien gibt es hier. Wenn ich aber zwischen 7.50 und 14.20 in die nächste Stadt möchte, die mit dem Auto 10 Minuten entfernt ist, brauche ich mit dem Bus entweder über eine Stunde, oder aber komme zwischen 12-14.20 gar nicht dorthin. Natürlich kann ich auch mit dem Fahrrad fahren, dauert gut 30 Minuten, mache ich bei gutem Wetter auch regelmäßig, nur wenn ich mal nicht in die nächste Stadt möchte, sondern bspw nach Hamburg rein, muss ich dann auf gutes Wetter hoffen, 30 Minuten mit dem Rad fahren um dann in einen Zug einzusteigen, der recht unzuverlässig ist und noch einmal mindestens 45 Minuten braucht. Bei Schnee oder Regen sehr ungemütlich.
Geht alles noch, aber ich wohne auch immerhin in einem Ort vor den Toren Lüneburgs und Hamburgs, über 2.000 Einwohner, da sind wir vergleichsweise noch gut erschlossen.
Man muss also nicht nur die Verkehrsanbindungen hinbekommen, sondern man muss einen zuverlässigen, regelmäßigen Nahverkehr schaffen. Für mich wäre dies der Fall, wenn bspw alle 30 Minuten zwischen 6 und 21 Uhr ein Bus fährt. Also gut 30 Verbindungen pro Tag. Aktuell gibt es 5. Wenn ich den Bus um 18 Uhr nicht erwische, (ich arbeite bis 18 Uhr), habe ich nur noch Verbindungen, die 2 Stunden brauchen, eine um 18.45, die letzte um 20 Uhr. Verpasse ich also meinen Bus um 18 Uhr, bin ich statt 18.30 mit dem Bus (18.15 mit dem Auto) um 20.45 zu Hause.
Damit sich also paar tausend Menschen in einem Ballungsraum vernünftig ans Netz angeschlossen wird, sodass der Nahverkehr nicht das komplette Leben bestimmt, müsste man alleine hier die Kapazitäten versechsfachen. Und die Anzahl an Busfahrern ist dabei endlich.
Jetzt kann man natürlich sagen, selbst schuld, kannst ja woanders wohnen und arbeiten. Aber bei aller Liebe, ich sehe nicht, dass der Verkauf des Hauses, das Auflösen des Lebenmittelspunktes, das Sterben von Dörfern und Gemeinden mit inkludierter Landflucht und das Leben in überteuerten Städten mit eh schon knappen Wohnraum die Lösung dafür sind, auf das Luxusgut Auto zu verzichten. Denn es ist eher das Leben in der Stadt, das ein Luxusgut ist, wenn ich die Mehrkosten für die Unterkunft in der Stadt, dabei nicht einmal gleiche Qualität, dass wäre nahezu unbezahlbar, zu den Mehrkosten für das Auto in Relation setze, dann ist das Auto auf einmal richtig günstig. Vergleiche ich einfach mal den Bodenrichtwert bei uns von 150 Euro mit den meiner Eltern (Stadtrand Hamburg) von 1.100 Euro, dann müsste ich bei meinen 900 qm 855.000 Euro mehr zahlen. Ob das dann die günstigere Option im Vergleich zum Auto ist, weiß ich auch nicht. Natürlich, man kann argumentieren, dass man für das gesparte Geld nun eben mehr für den Verkehr zahlen muss und längere Wege hat. Das ist klar. Nur macht es die längeren Wege nicht kürzer und die Kosten reduzieren sich auch nicht dadurch, dass man woanders mehr zahlen würde.
Ich weiß, von dir kam der Vorschlag nicht, sondern von anderer Stelle, ich wollte es nur einmal aufgeführt haben.
Die Kosten, die es braucht, um die ländlichen Gegenden anzuschließen sind kaum abzusehen und die menschlichen Ressourcen meiner Meinung nach schlicht nicht gegeben.
Ich unterstütze ein Ausbau der öffentlichen Verkehrsmittel, ich unterstütze eine kostengünstige Option, ich sehe jedoch die Grenzen und bin der Meinung, dass dies nur für einen Teil der Bevölkerung sinnvoll nutzbar ist und sehe das Auto nicht als Luxusgut, sondern als notwendige Ergänzung zum Nahverkehr an. Dies explizit aber nur für die entsprechenden Regionen, ein SUV, das nahezu nie die Großstadt verlassen darf, ist ein klares Luxusgut. Auch auf dem Land brauche ich keinen SUV oder 250 PS starken Wagen, ich kann ihn haben, dann ist es jedoch ein reines Luxusgut.
Zitat von daredennis7
Damit meinte ich nicht mich direkt. Aber ich finde es relativ Schade, dass man solche Dinge nicht auch unterstützen kann, wenn man eben auf sein Auto angewiesen ist.
Und das sind mMn auch eher die Ausnahmen. Mit on vogue meinte ich eher, in Bezug auf Gesellschaftsschichten, die nicht annähernd darüber nachdenken würden, mal den ÖPNV zu nutzen. Komme was wolle.
Es geht ja um eine gesamtgesellschaftliche Verbesserung, die eben Schaden, auch von jedem Autofahrer nimmt, der eben nicht auf ÖPNV umsteigen kann.
Und genau wegen diesen ländlichen Gebieten, die eben nicht gänzlich angeschlossen sind, muss eben auch in Sachen ÖPNV Ausbau und Schienennetz etc. endlich mal etwas vorangetrieben werden. Da steht man aber leider seit längerer Zeit, immer auf der Bremse bzw. verschläft solche Dinge permanent.
Zitat von Perca
Lass mich raten, du wohnst in einer Stadt oder einem gut angeschlossenen Ort?
Zitat von daredennis7
Auto fahren ist aber eben Luxus und zu bequem und genau deshalb, ist ein vergünstigter ÖPNV, in einer noch nicht gänzlich elektrifizierten Autowelt, eben nicht für jeden on vogue.
Auto fahren ist aber eben Luxus und zu bequem und genau deshalb, ist ein vergünstigter ÖPNV, in einer noch nicht gänzlich elektrifizierten Autowelt, eben nicht für jeden on vogue.
Lass mich raten, du wohnst in einer Stadt oder einem gut angeschlossenen Ort?

Damit meinte ich nicht mich direkt. Aber ich finde es relativ Schade, dass man solche Dinge nicht auch unterstützen kann, wenn man eben auf sein Auto angewiesen ist.
Und das sind mMn auch eher die Ausnahmen. Mit on vogue meinte ich eher, in Bezug auf Gesellschaftsschichten, die nicht annähernd darüber nachdenken würden, mal den ÖPNV zu nutzen. Komme was wolle.
Es geht ja um eine gesamtgesellschaftliche Verbesserung, die eben Schaden, auch von jedem Autofahrer nimmt, der eben nicht auf ÖPNV umsteigen kann.
Und genau wegen diesen ländlichen Gebieten, die eben nicht gänzlich angeschlossen sind, muss eben auch in Sachen ÖPNV Ausbau und Schienennetz etc. endlich mal etwas vorangetrieben werden. Da steht man aber leider seit längerer Zeit, immer auf der Bremse bzw. verschläft solche Dinge permanent.
Sorry, viel zu tun, komme erst jetzt zu einer Antwort.
Es ging mir gar nicht um dich selbst, ich meine viel eher einen Unterschied zwischen Theorie und Praxis erkannt zu haben, der bei einem in einer gut ausgebauten Gegend schnell verschwindet. Auch oben schreibst du von "eher Ausnahmen". Sicher, wenn man in einer Stadt oder einem Vorort lebt, mag dies ja zutreffen.
Auch viele dörfliche Gegenden sind vom Nahverkehr erschlossen. Das ist jedoch die Theorie, die ich anspreche. Man schaut sich das Streckennetz an und erkennt, ein Anschluss ist gegeben. Was in der Praxis jedoch das Problem ist: Es gibt kaum Verbindungen. Teilweise fährt bspw im wesentlichen der Schulbus. Damit kann man zur Arbeit fahren, wenn man Glück hat, muss aber bereits mittags zurück, in den Ferien fährt der gar nicht. Ich wohne in einem kleinen Ort zwischen Lüneburg und Hamburg. Buslinien gibt es hier. Wenn ich aber zwischen 7.50 und 14.20 in die nächste Stadt möchte, die mit dem Auto 10 Minuten entfernt ist, brauche ich mit dem Bus entweder über eine Stunde, oder aber komme zwischen 12-14.20 gar nicht dorthin. Natürlich kann ich auch mit dem Fahrrad fahren, dauert gut 30 Minuten, mache ich bei gutem Wetter auch regelmäßig, nur wenn ich mal nicht in die nächste Stadt möchte, sondern bspw nach Hamburg rein, muss ich dann auf gutes Wetter hoffen, 30 Minuten mit dem Rad fahren um dann in einen Zug einzusteigen, der recht unzuverlässig ist und noch einmal mindestens 45 Minuten braucht. Bei Schnee oder Regen sehr ungemütlich.
Geht alles noch, aber ich wohne auch immerhin in einem Ort vor den Toren Lüneburgs und Hamburgs, über 2.000 Einwohner, da sind wir vergleichsweise noch gut erschlossen.
Man muss also nicht nur die Verkehrsanbindungen hinbekommen, sondern man muss einen zuverlässigen, regelmäßigen Nahverkehr schaffen. Für mich wäre dies der Fall, wenn bspw alle 30 Minuten zwischen 6 und 21 Uhr ein Bus fährt. Also gut 30 Verbindungen pro Tag. Aktuell gibt es 5. Wenn ich den Bus um 18 Uhr nicht erwische, (ich arbeite bis 18 Uhr), habe ich nur noch Verbindungen, die 2 Stunden brauchen, eine um 18.45, die letzte um 20 Uhr. Verpasse ich also meinen Bus um 18 Uhr, bin ich statt 18.30 mit dem Bus (18.15 mit dem Auto) um 20.45 zu Hause.
Damit sich also paar tausend Menschen in einem Ballungsraum vernünftig ans Netz angeschlossen wird, sodass der Nahverkehr nicht das komplette Leben bestimmt, müsste man alleine hier die Kapazitäten versechsfachen. Und die Anzahl an Busfahrern ist dabei endlich.
Jetzt kann man natürlich sagen, selbst schuld, kannst ja woanders wohnen und arbeiten. Aber bei aller Liebe, ich sehe nicht, dass der Verkauf des Hauses, das Auflösen des Lebenmittelspunktes, das Sterben von Dörfern und Gemeinden mit inkludierter Landflucht und das Leben in überteuerten Städten mit eh schon knappen Wohnraum die Lösung dafür sind, auf das Luxusgut Auto zu verzichten. Denn es ist eher das Leben in der Stadt, das ein Luxusgut ist, wenn ich die Mehrkosten für die Unterkunft in der Stadt, dabei nicht einmal gleiche Qualität, dass wäre nahezu unbezahlbar, zu den Mehrkosten für das Auto in Relation setze, dann ist das Auto auf einmal richtig günstig. Vergleiche ich einfach mal den Bodenrichtwert bei uns von 150 Euro mit den meiner Eltern (Stadtrand Hamburg) von 1.100 Euro, dann müsste ich bei meinen 900 qm 855.000 Euro mehr zahlen. Ob das dann die günstigere Option im Vergleich zum Auto ist, weiß ich auch nicht. Natürlich, man kann argumentieren, dass man für das gesparte Geld nun eben mehr für den Verkehr zahlen muss und längere Wege hat. Das ist klar. Nur macht es die längeren Wege nicht kürzer und die Kosten reduzieren sich auch nicht dadurch, dass man woanders mehr zahlen würde.
Ich weiß, von dir kam der Vorschlag nicht, sondern von anderer Stelle, ich wollte es nur einmal aufgeführt haben.
Die Kosten, die es braucht, um die ländlichen Gegenden anzuschließen sind kaum abzusehen und die menschlichen Ressourcen meiner Meinung nach schlicht nicht gegeben.
Ich unterstütze ein Ausbau der öffentlichen Verkehrsmittel, ich unterstütze eine kostengünstige Option, ich sehe jedoch die Grenzen und bin der Meinung, dass dies nur für einen Teil der Bevölkerung sinnvoll nutzbar ist und sehe das Auto nicht als Luxusgut, sondern als notwendige Ergänzung zum Nahverkehr an. Dies explizit aber nur für die entsprechenden Regionen, ein SUV, das nahezu nie die Großstadt verlassen darf, ist ein klares Luxusgut. Auch auf dem Land brauche ich keinen SUV oder 250 PS starken Wagen, ich kann ihn haben, dann ist es jedoch ein reines Luxusgut.
Ja gut, aber für genau solche Fälle wie dich gibt es doch die Pendlerpauschale bzw. die Kilometerpauschale in der Steuererkläung. Da kommt schon was gut zusammen, da musst du dann auch nicht zwingend wegziehen. Das tolle ist ja auch, egal ob du mit dem Auto, Rad oder Bus fährst, kannst ja immer angeben (Km-Pauschale). Dann fährst im Winter mit dem Auto und im Sommer mit dem Rad und Bus und bekommst das gleiche Geld angerechnet.
Für Fälle wie mich bringt die Pendlerpauschale nichts
sind ja nur 11km, bei gut 220 Arbeitstagen und 0,30 pro km einfache Richtung liegst du bei 726 Euro. Pauschbetrag Arbeitsmittel von 110 Euro und 16 Euro Kontoführungsentgelt hinzu lieg ich bei 852 Euro. 1.200 Euro liegt der Pauschbetrag. Um über den Pauschbetrag zu kommen müsste ich einen Arbeitsweg von 17 km haben. Und selbst dann ist es absoluter Kleinkram, nehmen wir einfach mal 20 km, dann ist man gut 250 Euro über den Pauschbetrag. Das heißt aber nicht, dass du 250 Euro zurückbekommst, sondern diese nicht zu versteuern brauchst. Nehmen wir einfach mal einen Steuersatz von 25%, dann beträgt die Erstattung für 40 täglich gefahrene Kilometer gut 60 Euro. Das würde ich nicht "gut was zusammen" nennen. Die Pauschale kann man vergessen, sofern man nicht andere hohe Werbungskosten wie Auswärtstätigkeit, hohe Aufwendungen bei den Arbeitsmittel, Gewerkschaften oder bestimmte Versicherungen dort ansetzt etc.Naja, du kannst ja noch mehr absetzen, was praktisch 80% der Leute eben auch nutzen:
- Telefon/Internet bzw. Handykosten wenn du es teilweise für deine Arbeit nutzt, bis zu 20% sogar ohne Nachweise
- gemischt genutzte Arbeitsmittel, beim PC/Laptop wird sogar bis zu 50% angerechnet, ohne Nachweise
- Fortbildungen
- Beiträge Berufsstände
- Berufskleidung
- und natürlich Homeofficepaschale, bzw. sogar das Arbeitszimmer absetzten lassen, nicht vereinbar mit der KM, Pendlerpauschale
Ich komme echt ziemlich leicht über die Werbekostenpauschale drüber, gerade wenn ich wie letztes Jahr 3 Monate im Homeoffice war und die restliche Zeit im Büro.
Homeoffice stimmt. Da kann man nun etwas machen.
Ansonsten wird es eng. Berufsbekleidung muss ausschließlich für den Beruf zu gebrauchen sein, klassisches Beispiel der Blaumann, ich muss Anzug tragen, da ich den aber auch in der Freizeit tragen kann, darf ich ihn und die Reinigung nicht absetzen. Fortbildung sind alle vom Arbeitgeber aus, da kommen auch der betrieblich genutzte Laptop her. Ich weiß, ohne Nachweis lässt sich einiges noch absetzen, ich weiß auch, dass einige erfolgreich ihren ADAC-Mitgliedsbeitrag als Spende absetzen oder einige viele auswärtstätigkeiten haben, kann ja kaum geprüft werden, vlt bin ich in der Hinsicht zu ehrlich.
Ja ich bin auch ehrlich bei solchen Sachen, es fällt einem irgendwann auf die Füße... und ich glaube ich mache bei der Steuererklärung eh ein paar Fehler, weil ich es nicht besser weiß... die haben mich bestimmt eh schon auf der "Watchliste"
. Aber gibt genug Leute die vieles davon nicht wissen. Ich wusste das mit der KM-Pauschale auch lange nicht... Da meine Frau im Homeoffice arbeitet kommen wir beide sogar über die Pauschale.
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