Gib mich die Kirsche! Der Talkthread
16.05.2020 - 19:07 Uhr
01.09.2022 - 08:45 Uhr
Zitat von Perca
Das ist so nicht richtig. Einerseits kenne ich viele, die durch das 9-Euro-Ticket dermaßen die Nase voll von der Bahn hatten, dass sie in der Zeit bewusst nicht in die Bahn eingestiegen sind, überfüllte Züge, die teilweise ohne Ankündigung ausfallen, wenn sie mal fahren starke Verspätung haben, bei denen die Polizei auf dem Bahnsteig regelt, wer einsteigen darf und wer nicht, dass ist mir keine Ersparnis wert, leider genau so passiert. Für meine letzte Bahnfahrt von normalerweise 56 Minuten habe ich 3,5 Stunden gebraucht und bin dabei nicht einmal am Ziel angekommen. Ich bin froh, dass ich nun wieder verlässlicher und pünktlicher ans Ziel kommen kann, mir bringt ein günstiges Ticket nichts, wenn ich nicht weiß, ob ich für die Anreise zum Termin 1 Stunde, 2 Stunden oder 4 Stunden brauche.
Andererseits hat auch eine wichtige Seite es eben nicht als Erfolg bewertet: die Mitarbeiter!
Die bekommen den ganzen Frust ab, da Infrastruktur und Personal schlicht überlastet sind mit der Anzahl an Fahrgästen. Mir tat der arme Mitarbeiter in seinem Plexiglasverschlag richtig leid, der von einer Horde wütender Fahrgäste aus allen Richtungen angeschrien wurde, bei der oben erwähnten Fahrt.
Alle Richtungen haben es nicht als Erfolg bewertet, viele Fahrgäste nicht, die Mitarbeiter der Bahnbetriebe erst recht nicht.
Zitat von UlmerBVB1986
Und dann heißt es von unserem Herrn Lidner "das 9€ Ticket kann man sich nicht weiter leisten". Klar, wenn man die Ölkonzerne nur zu 50% beim Übergewinn besteuern würde, könnte man sich wahrscheinlich das 9€ Ticket noch 2 Jahre lang leisten, nur aus den Gewinnen aus diesem Jahr. Von allen Seiten wurde das 9€ Ticket als Erfolg bewertet und nun lässt man es fallen... so schaffen wir es nie den öffentlichen Nahverkehr bei den Leuten über das Auto zu stellen!
Und dann heißt es von unserem Herrn Lidner "das 9€ Ticket kann man sich nicht weiter leisten". Klar, wenn man die Ölkonzerne nur zu 50% beim Übergewinn besteuern würde, könnte man sich wahrscheinlich das 9€ Ticket noch 2 Jahre lang leisten, nur aus den Gewinnen aus diesem Jahr. Von allen Seiten wurde das 9€ Ticket als Erfolg bewertet und nun lässt man es fallen... so schaffen wir es nie den öffentlichen Nahverkehr bei den Leuten über das Auto zu stellen!
Das ist so nicht richtig. Einerseits kenne ich viele, die durch das 9-Euro-Ticket dermaßen die Nase voll von der Bahn hatten, dass sie in der Zeit bewusst nicht in die Bahn eingestiegen sind, überfüllte Züge, die teilweise ohne Ankündigung ausfallen, wenn sie mal fahren starke Verspätung haben, bei denen die Polizei auf dem Bahnsteig regelt, wer einsteigen darf und wer nicht, dass ist mir keine Ersparnis wert, leider genau so passiert. Für meine letzte Bahnfahrt von normalerweise 56 Minuten habe ich 3,5 Stunden gebraucht und bin dabei nicht einmal am Ziel angekommen. Ich bin froh, dass ich nun wieder verlässlicher und pünktlicher ans Ziel kommen kann, mir bringt ein günstiges Ticket nichts, wenn ich nicht weiß, ob ich für die Anreise zum Termin 1 Stunde, 2 Stunden oder 4 Stunden brauche.
Andererseits hat auch eine wichtige Seite es eben nicht als Erfolg bewertet: die Mitarbeiter!
Die bekommen den ganzen Frust ab, da Infrastruktur und Personal schlicht überlastet sind mit der Anzahl an Fahrgästen. Mir tat der arme Mitarbeiter in seinem Plexiglasverschlag richtig leid, der von einer Horde wütender Fahrgäste aus allen Richtungen angeschrien wurde, bei der oben erwähnten Fahrt.
Alle Richtungen haben es nicht als Erfolg bewertet, viele Fahrgäste nicht, die Mitarbeiter der Bahnbetriebe erst recht nicht.
Das waren aber auch die Hobbyfahrer! Die, die sonst auch mit dem Zug zur arbeit pendeln, für die war es ein Mega Erfolg. Und die machten den Großteil aus. Da kann ich auch direkt von einem Freund berichten, der schon vor dem 9€ Ticket und während gefahren ist.
DIese Szenen haben mich übrigens auch davon abgehalten das 9€ Ticket zu holen, ich hätte es nur für Freizeitfahrten genutzt. Mit zwei Kindern, der große 4, die kleine 1 1/2, kannst du das vergessen.
Das Problem ist doch, die Bahn hat den Andrang nicht kommen sehen, es wurde von vorne rein gesagt, es werden keine extra Züge fahren, bzw. nicht mehr Wagons eingesetzt. Ich weiß nicht ob sich daran was geändert hat während den 3 Monaten.
Zu den Szenen: die kenne ich aus meiner Zeit noch (2014/15), als ich von Stuttgart nach Ulm und umgekehrt gependelt bin. Gerade am Freitag Nachmittag gabe es sehr ähnliche Szene in den Regionalzügen. Irgendwann habe ich es mir gegönnt mit dem ICE zu fahren, mit Sitzplatzreservierung war es dann ein Traum.
01.09.2022 - 08:47 Uhr
Zitat von Perca
Das ist so nicht richtig. Einerseits kenne ich viele, die durch das 9-Euro-Ticket dermaßen die Nase voll von der Bahn hatten, dass sie in der Zeit bewusst nicht in die Bahn eingestiegen sind, überfüllte Züge, die teilweise ohne Ankündigung ausfallen, wenn sie mal fahren starke Verspätung haben, bei denen die Polizei auf dem Bahnsteig regelt, wer einsteigen darf und wer nicht, dass ist mir keine Ersparnis wert, leider genau so passiert. Für meine letzte Bahnfahrt von normalerweise 56 Minuten habe ich 3,5 Stunden gebraucht und bin dabei nicht einmal am Ziel angekommen. Ich bin froh, dass ich nun wieder verlässlicher und pünktlicher ans Ziel kommen kann, mir bringt ein günstiges Ticket nichts, wenn ich nicht weiß, ob ich für die Anreise zum Termin 1 Stunde, 2 Stunden oder 4 Stunden brauche.
Andererseits hat auch eine wichtige Seite es eben nicht als Erfolg bewertet: die Mitarbeiter!
Die bekommen den ganzen Frust ab, da Infrastruktur und Personal schlicht überlastet sind mit der Anzahl an Fahrgästen. Mir tat der arme Mitarbeiter in seinem Plexiglasverschlag richtig leid, der von einer Horde wütender Fahrgäste aus allen Richtungen angeschrien wurde, bei der oben erwähnten Fahrt.
Alle Richtungen haben es nicht als Erfolg bewertet, viele Fahrgäste nicht, die Mitarbeiter der Bahnbetriebe erst recht nicht.
Zitat von UlmerBVB1986
Und dann heißt es von unserem Herrn Lidner "das 9€ Ticket kann man sich nicht weiter leisten". Klar, wenn man die Ölkonzerne nur zu 50% beim Übergewinn besteuern würde, könnte man sich wahrscheinlich das 9€ Ticket noch 2 Jahre lang leisten, nur aus den Gewinnen aus diesem Jahr. Von allen Seiten wurde das 9€ Ticket als Erfolg bewertet und nun lässt man es fallen... so schaffen wir es nie den öffentlichen Nahverkehr bei den Leuten über das Auto zu stellen!
Und dann heißt es von unserem Herrn Lidner "das 9€ Ticket kann man sich nicht weiter leisten". Klar, wenn man die Ölkonzerne nur zu 50% beim Übergewinn besteuern würde, könnte man sich wahrscheinlich das 9€ Ticket noch 2 Jahre lang leisten, nur aus den Gewinnen aus diesem Jahr. Von allen Seiten wurde das 9€ Ticket als Erfolg bewertet und nun lässt man es fallen... so schaffen wir es nie den öffentlichen Nahverkehr bei den Leuten über das Auto zu stellen!
Das ist so nicht richtig. Einerseits kenne ich viele, die durch das 9-Euro-Ticket dermaßen die Nase voll von der Bahn hatten, dass sie in der Zeit bewusst nicht in die Bahn eingestiegen sind, überfüllte Züge, die teilweise ohne Ankündigung ausfallen, wenn sie mal fahren starke Verspätung haben, bei denen die Polizei auf dem Bahnsteig regelt, wer einsteigen darf und wer nicht, dass ist mir keine Ersparnis wert, leider genau so passiert. Für meine letzte Bahnfahrt von normalerweise 56 Minuten habe ich 3,5 Stunden gebraucht und bin dabei nicht einmal am Ziel angekommen. Ich bin froh, dass ich nun wieder verlässlicher und pünktlicher ans Ziel kommen kann, mir bringt ein günstiges Ticket nichts, wenn ich nicht weiß, ob ich für die Anreise zum Termin 1 Stunde, 2 Stunden oder 4 Stunden brauche.
Andererseits hat auch eine wichtige Seite es eben nicht als Erfolg bewertet: die Mitarbeiter!
Die bekommen den ganzen Frust ab, da Infrastruktur und Personal schlicht überlastet sind mit der Anzahl an Fahrgästen. Mir tat der arme Mitarbeiter in seinem Plexiglasverschlag richtig leid, der von einer Horde wütender Fahrgäste aus allen Richtungen angeschrien wurde, bei der oben erwähnten Fahrt.
Alle Richtungen haben es nicht als Erfolg bewertet, viele Fahrgäste nicht, die Mitarbeiter der Bahnbetriebe erst recht nicht.
Alles soweit richtig.
Vielleicht kann man daraus aber für die Zukunft halt nicht den Schluss ziehen, dass günstiger ÖPNV lausig ist, sondern, dass der gewünscht ist, aber man nicht genug Kapazitäten hat, also diese ausbauen müsste.
01.09.2022 - 08:54 Uhr
Zitat von TrettlBua
Alles soweit richtig.
Vielleicht kann man daraus aber für die Zukunft halt nicht den Schluss ziehen, dass günstiger ÖPNV lausig ist, sondern, dass der gewünscht ist, aber man nicht genug Kapazitäten hat, also diese ausbauen müsste.
Zitat von Perca
Das ist so nicht richtig. Einerseits kenne ich viele, die durch das 9-Euro-Ticket dermaßen die Nase voll von der Bahn hatten, dass sie in der Zeit bewusst nicht in die Bahn eingestiegen sind, überfüllte Züge, die teilweise ohne Ankündigung ausfallen, wenn sie mal fahren starke Verspätung haben, bei denen die Polizei auf dem Bahnsteig regelt, wer einsteigen darf und wer nicht, dass ist mir keine Ersparnis wert, leider genau so passiert. Für meine letzte Bahnfahrt von normalerweise 56 Minuten habe ich 3,5 Stunden gebraucht und bin dabei nicht einmal am Ziel angekommen. Ich bin froh, dass ich nun wieder verlässlicher und pünktlicher ans Ziel kommen kann, mir bringt ein günstiges Ticket nichts, wenn ich nicht weiß, ob ich für die Anreise zum Termin 1 Stunde, 2 Stunden oder 4 Stunden brauche.
Andererseits hat auch eine wichtige Seite es eben nicht als Erfolg bewertet: die Mitarbeiter!
Die bekommen den ganzen Frust ab, da Infrastruktur und Personal schlicht überlastet sind mit der Anzahl an Fahrgästen. Mir tat der arme Mitarbeiter in seinem Plexiglasverschlag richtig leid, der von einer Horde wütender Fahrgäste aus allen Richtungen angeschrien wurde, bei der oben erwähnten Fahrt.
Alle Richtungen haben es nicht als Erfolg bewertet, viele Fahrgäste nicht, die Mitarbeiter der Bahnbetriebe erst recht nicht.
Zitat von UlmerBVB1986
Und dann heißt es von unserem Herrn Lidner "das 9€ Ticket kann man sich nicht weiter leisten". Klar, wenn man die Ölkonzerne nur zu 50% beim Übergewinn besteuern würde, könnte man sich wahrscheinlich das 9€ Ticket noch 2 Jahre lang leisten, nur aus den Gewinnen aus diesem Jahr. Von allen Seiten wurde das 9€ Ticket als Erfolg bewertet und nun lässt man es fallen... so schaffen wir es nie den öffentlichen Nahverkehr bei den Leuten über das Auto zu stellen!
Und dann heißt es von unserem Herrn Lidner "das 9€ Ticket kann man sich nicht weiter leisten". Klar, wenn man die Ölkonzerne nur zu 50% beim Übergewinn besteuern würde, könnte man sich wahrscheinlich das 9€ Ticket noch 2 Jahre lang leisten, nur aus den Gewinnen aus diesem Jahr. Von allen Seiten wurde das 9€ Ticket als Erfolg bewertet und nun lässt man es fallen... so schaffen wir es nie den öffentlichen Nahverkehr bei den Leuten über das Auto zu stellen!
Das ist so nicht richtig. Einerseits kenne ich viele, die durch das 9-Euro-Ticket dermaßen die Nase voll von der Bahn hatten, dass sie in der Zeit bewusst nicht in die Bahn eingestiegen sind, überfüllte Züge, die teilweise ohne Ankündigung ausfallen, wenn sie mal fahren starke Verspätung haben, bei denen die Polizei auf dem Bahnsteig regelt, wer einsteigen darf und wer nicht, dass ist mir keine Ersparnis wert, leider genau so passiert. Für meine letzte Bahnfahrt von normalerweise 56 Minuten habe ich 3,5 Stunden gebraucht und bin dabei nicht einmal am Ziel angekommen. Ich bin froh, dass ich nun wieder verlässlicher und pünktlicher ans Ziel kommen kann, mir bringt ein günstiges Ticket nichts, wenn ich nicht weiß, ob ich für die Anreise zum Termin 1 Stunde, 2 Stunden oder 4 Stunden brauche.
Andererseits hat auch eine wichtige Seite es eben nicht als Erfolg bewertet: die Mitarbeiter!
Die bekommen den ganzen Frust ab, da Infrastruktur und Personal schlicht überlastet sind mit der Anzahl an Fahrgästen. Mir tat der arme Mitarbeiter in seinem Plexiglasverschlag richtig leid, der von einer Horde wütender Fahrgäste aus allen Richtungen angeschrien wurde, bei der oben erwähnten Fahrt.
Alle Richtungen haben es nicht als Erfolg bewertet, viele Fahrgäste nicht, die Mitarbeiter der Bahnbetriebe erst recht nicht.
Alles soweit richtig.
Vielleicht kann man daraus aber für die Zukunft halt nicht den Schluss ziehen, dass günstiger ÖPNV lausig ist, sondern, dass der gewünscht ist, aber man nicht genug Kapazitäten hat, also diese ausbauen müsste.
Genau das macht den Erfolg aus! Der Bedarf und die Nachfrage sind ja da. Man muss nur eben die Kapazitäten zur verfügung stellen und wenn es das ganze Jahr über 9€ oder meintewegen 29€ kostet, dann wird es zu solchen Szenen auch nicht unbedingt kommen, da man nicht gezwungen ist, diese Freiheit in nur 3 Monaten zu nutzen - aber da wären wir vor allem wieder bei den Hobbyfahrer...
01.09.2022 - 08:59 Uhr
Interessant das bei den Nachwahlen in Alaska Sarah Palin verloren hat. Die Wahl ist zwar schon einige Tage her, aber das Ergebnis erst jetzt offiziell.
Für knapp 2 Monate hat jetzt Mary Peltola einen Kongresssitz, aber im November sind bereits wieder reguläre Wahlen. Und da treten beide Damen erneut an.
Ob sich da in den 2 Monaten was am Ergebnis ändern wird?
Für knapp 2 Monate hat jetzt Mary Peltola einen Kongresssitz, aber im November sind bereits wieder reguläre Wahlen. Und da treten beide Damen erneut an.
Ob sich da in den 2 Monaten was am Ergebnis ändern wird?
01.09.2022 - 09:10 Uhr
Zitat von DortmunderJunge
Interessant das bei den Nachwahlen in Alaska Sarah Palin verloren hat. Die Wahl ist zwar schon einige Tage her, aber das Ergebnis erst jetzt offiziell.
Für knapp 2 Monate hat jetzt Mary Peltola einen Kongresssitz, aber im November sind bereits wieder reguläre Wahlen. Und da treten beide Damen erneut an.
Ob sich da in den 2 Monaten was am Ergebnis ändern wird?
Interessant das bei den Nachwahlen in Alaska Sarah Palin verloren hat. Die Wahl ist zwar schon einige Tage her, aber das Ergebnis erst jetzt offiziell.
Für knapp 2 Monate hat jetzt Mary Peltola einen Kongresssitz, aber im November sind bereits wieder reguläre Wahlen. Und da treten beide Damen erneut an.
Ob sich da in den 2 Monaten was am Ergebnis ändern wird?
Habe heute auch von der Überraschung gelesen. Da das Ergebnis knapp war, ist eine Umentscheidung im November nicht ausgeschlossen.
01.09.2022 - 09:39 Uhr
Zitat von UlmerBVB1986
Genau das macht den Erfolg aus! Der Bedarf und die Nachfrage sind ja da. Man muss nur eben die Kapazitäten zur verfügung stellen und wenn es das ganze Jahr über 9€ oder meintewegen 29€ kostet, dann wird es zu solchen Szenen auch nicht unbedingt kommen, da man nicht gezwungen ist, diese Freiheit in nur 3 Monaten zu nutzen - aber da wären wir vor allem wieder bei den Hobbyfahrer...
Zitat von TrettlBua
Alles soweit richtig.
Vielleicht kann man daraus aber für die Zukunft halt nicht den Schluss ziehen, dass günstiger ÖPNV lausig ist, sondern, dass der gewünscht ist, aber man nicht genug Kapazitäten hat, also diese ausbauen müsste.
Zitat von Perca
Das ist so nicht richtig. Einerseits kenne ich viele, die durch das 9-Euro-Ticket dermaßen die Nase voll von der Bahn hatten, dass sie in der Zeit bewusst nicht in die Bahn eingestiegen sind, überfüllte Züge, die teilweise ohne Ankündigung ausfallen, wenn sie mal fahren starke Verspätung haben, bei denen die Polizei auf dem Bahnsteig regelt, wer einsteigen darf und wer nicht, dass ist mir keine Ersparnis wert, leider genau so passiert. Für meine letzte Bahnfahrt von normalerweise 56 Minuten habe ich 3,5 Stunden gebraucht und bin dabei nicht einmal am Ziel angekommen. Ich bin froh, dass ich nun wieder verlässlicher und pünktlicher ans Ziel kommen kann, mir bringt ein günstiges Ticket nichts, wenn ich nicht weiß, ob ich für die Anreise zum Termin 1 Stunde, 2 Stunden oder 4 Stunden brauche.
Andererseits hat auch eine wichtige Seite es eben nicht als Erfolg bewertet: die Mitarbeiter!
Die bekommen den ganzen Frust ab, da Infrastruktur und Personal schlicht überlastet sind mit der Anzahl an Fahrgästen. Mir tat der arme Mitarbeiter in seinem Plexiglasverschlag richtig leid, der von einer Horde wütender Fahrgäste aus allen Richtungen angeschrien wurde, bei der oben erwähnten Fahrt.
Alle Richtungen haben es nicht als Erfolg bewertet, viele Fahrgäste nicht, die Mitarbeiter der Bahnbetriebe erst recht nicht.
Zitat von UlmerBVB1986
Und dann heißt es von unserem Herrn Lidner "das 9€ Ticket kann man sich nicht weiter leisten". Klar, wenn man die Ölkonzerne nur zu 50% beim Übergewinn besteuern würde, könnte man sich wahrscheinlich das 9€ Ticket noch 2 Jahre lang leisten, nur aus den Gewinnen aus diesem Jahr. Von allen Seiten wurde das 9€ Ticket als Erfolg bewertet und nun lässt man es fallen... so schaffen wir es nie den öffentlichen Nahverkehr bei den Leuten über das Auto zu stellen!
Und dann heißt es von unserem Herrn Lidner "das 9€ Ticket kann man sich nicht weiter leisten". Klar, wenn man die Ölkonzerne nur zu 50% beim Übergewinn besteuern würde, könnte man sich wahrscheinlich das 9€ Ticket noch 2 Jahre lang leisten, nur aus den Gewinnen aus diesem Jahr. Von allen Seiten wurde das 9€ Ticket als Erfolg bewertet und nun lässt man es fallen... so schaffen wir es nie den öffentlichen Nahverkehr bei den Leuten über das Auto zu stellen!
Das ist so nicht richtig. Einerseits kenne ich viele, die durch das 9-Euro-Ticket dermaßen die Nase voll von der Bahn hatten, dass sie in der Zeit bewusst nicht in die Bahn eingestiegen sind, überfüllte Züge, die teilweise ohne Ankündigung ausfallen, wenn sie mal fahren starke Verspätung haben, bei denen die Polizei auf dem Bahnsteig regelt, wer einsteigen darf und wer nicht, dass ist mir keine Ersparnis wert, leider genau so passiert. Für meine letzte Bahnfahrt von normalerweise 56 Minuten habe ich 3,5 Stunden gebraucht und bin dabei nicht einmal am Ziel angekommen. Ich bin froh, dass ich nun wieder verlässlicher und pünktlicher ans Ziel kommen kann, mir bringt ein günstiges Ticket nichts, wenn ich nicht weiß, ob ich für die Anreise zum Termin 1 Stunde, 2 Stunden oder 4 Stunden brauche.
Andererseits hat auch eine wichtige Seite es eben nicht als Erfolg bewertet: die Mitarbeiter!
Die bekommen den ganzen Frust ab, da Infrastruktur und Personal schlicht überlastet sind mit der Anzahl an Fahrgästen. Mir tat der arme Mitarbeiter in seinem Plexiglasverschlag richtig leid, der von einer Horde wütender Fahrgäste aus allen Richtungen angeschrien wurde, bei der oben erwähnten Fahrt.
Alle Richtungen haben es nicht als Erfolg bewertet, viele Fahrgäste nicht, die Mitarbeiter der Bahnbetriebe erst recht nicht.
Alles soweit richtig.
Vielleicht kann man daraus aber für die Zukunft halt nicht den Schluss ziehen, dass günstiger ÖPNV lausig ist, sondern, dass der gewünscht ist, aber man nicht genug Kapazitäten hat, also diese ausbauen müsste.
Genau das macht den Erfolg aus! Der Bedarf und die Nachfrage sind ja da. Man muss nur eben die Kapazitäten zur verfügung stellen und wenn es das ganze Jahr über 9€ oder meintewegen 29€ kostet, dann wird es zu solchen Szenen auch nicht unbedingt kommen, da man nicht gezwungen ist, diese Freiheit in nur 3 Monaten zu nutzen - aber da wären wir vor allem wieder bei den Hobbyfahrer...
Ich finde es schwierig von einem Bedarf zu sprechen, wenn selbst ein hochgradig bezuschusstes 9 Euro Ticket in den bisherigen Schätzungen zu gerade mal 10% Umsteigern führte, die auf ihr Auto verzichteten und dafür die ÖPNV nutzten. Denn im Grunde besagt das doch, dass 90% und damit eine überwiegende Mehrheit entweder nicht auf das Auto verzichten will oder kann, sodass das Ticket vor allem diejenigen erreicht hat, die sowieso schon Bahn fahren und ansonsten hat man damit für zusätzliche Fahrten gesorgt, die wieder in vielerlei negative Wirkungen hatten, wie oben beschrieben. Obwohl das Ticket 1/7 bis 1/14 dessen gekostet hat, was es sonst kostet und die Mobilität damit unschlagbar günstig war, gab es für die große Mehrheit somit immer noch ernstzunehmende Gründe das Angebot eben nicht nachzufragen.
Zumal ich es für illusorisch halte, dass die Bahn ihr Angebot mit günstigeren Preisen ausbauen kann, damit die Nachfrage nicht nur preisgetrieben steigt, sondern wegen der Qualität des Produkts. Dafür müsste die Auslastung konstant und ausreichend höher sein. Hierin erwarte ich allerdings die Krux, da hierfür eben nicht diejenigen entscheidend sind, die die Bahn für Ausflüge nutzen, sondern die regelmäßigen Nutzer und somit die Pendler. Hat man davon nur 10% mehr erreicht, trotzdem man die Preise massiv gesenkt hat, die womöglich auch nur wegen des Preises umgestiegen sind, aber nicht wegen des Produkts, dann ist auf Dauer zu erwarten, dass die zusätzliche Nutzung eben nicht mal die 10% erreicht, was in der Preiskalkulation berücksichtigt werden muss und meines Erachtens nicht zu deutlich sinkenden Preisen führen kann, wodurch vermutlich noch weniger umsteigen. Denn am Ende müssten stiegende Investitionen eben auch durch steigende Umsätze gedeckt werden. Denn ich denke das 9 Euro Ticket hat vielmehr die Vermutung bestätigt, dass die ÖPNV nicht unbedingt ein Preisproblem haben, wenn sie nur 10% mit dem Preis überzeugen können, sondern wahrscheinlich doch eher ein Qualitätsproblem.
Geht man zudem mal davon aus, dass sich der günstigste politische Vorschlag, mit 29 Euro, durchsetzt, dann gibt es für Ausflüge mit den Ländertickets bereits bestehende Angebote, die in vielen Fällen günstiger sind - außer man reist allein oder oft genug oder länderübergreifend. Die gestiegene Auslastung durch Ausflüge wäre deswegen wieder deutlich näher am normalen Bereich zu erwarten. Somit würde ich auch hier Relativierungseffekte erwarten und eben nicht das angedeutete Potenzial der ÖPNV Nutzung.
Unabhängig davon halte ich es zwar für richtig, dass man Pendler entlastet, aber das muss eben am Ende alle Pendler betreffen und nicht nur diejenigen, die mit den ÖPNV ein akzeptables bis gutes Angebot nutzen können. Generell muss man aufpassen, dass vor allem Stadt und Land nicht noch weiter gegeneinander ausgespielt werden, sondern feinere Instrumente findet, damit die Gelder auch tatsächlich dort ankommen, wo sie hin sollen und den Zweck erfüllen, den sie erfüllen sollten, was denke ich das Hauptproblem an der ganzen Geschichte war, weil die Gelder nicht wirklich zielgerichtet eingesetzt wurden, sodass die Pendler nicht so stark profitiert haben, wie es gewünscht war. Die Instrumente müssen am Ende dann eben so fein sein, dass es möglichst keine Diskussion darüber geben darf, wer mehr oder weniger profitiert hat. Das haben weder 9 Euro Ticket noch Tankrabatt erreicht.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von BVBBC am 01.09.2022 um 09:41 Uhr bearbeitet
01.09.2022 - 09:44 Uhr
Zitat von TrettlBua
Alles soweit richtig.
Vielleicht kann man daraus aber für die Zukunft halt nicht den Schluss ziehen, dass günstiger ÖPNV lausig ist, sondern, dass der gewünscht ist, aber man nicht genug Kapazitäten hat, also diese ausbauen müsste.
Zitat von Perca
Das ist so nicht richtig. Einerseits kenne ich viele, die durch das 9-Euro-Ticket dermaßen die Nase voll von der Bahn hatten, dass sie in der Zeit bewusst nicht in die Bahn eingestiegen sind, überfüllte Züge, die teilweise ohne Ankündigung ausfallen, wenn sie mal fahren starke Verspätung haben, bei denen die Polizei auf dem Bahnsteig regelt, wer einsteigen darf und wer nicht, dass ist mir keine Ersparnis wert, leider genau so passiert. Für meine letzte Bahnfahrt von normalerweise 56 Minuten habe ich 3,5 Stunden gebraucht und bin dabei nicht einmal am Ziel angekommen. Ich bin froh, dass ich nun wieder verlässlicher und pünktlicher ans Ziel kommen kann, mir bringt ein günstiges Ticket nichts, wenn ich nicht weiß, ob ich für die Anreise zum Termin 1 Stunde, 2 Stunden oder 4 Stunden brauche.
Andererseits hat auch eine wichtige Seite es eben nicht als Erfolg bewertet: die Mitarbeiter!
Die bekommen den ganzen Frust ab, da Infrastruktur und Personal schlicht überlastet sind mit der Anzahl an Fahrgästen. Mir tat der arme Mitarbeiter in seinem Plexiglasverschlag richtig leid, der von einer Horde wütender Fahrgäste aus allen Richtungen angeschrien wurde, bei der oben erwähnten Fahrt.
Alle Richtungen haben es nicht als Erfolg bewertet, viele Fahrgäste nicht, die Mitarbeiter der Bahnbetriebe erst recht nicht.
Zitat von UlmerBVB1986
Und dann heißt es von unserem Herrn Lidner "das 9€ Ticket kann man sich nicht weiter leisten". Klar, wenn man die Ölkonzerne nur zu 50% beim Übergewinn besteuern würde, könnte man sich wahrscheinlich das 9€ Ticket noch 2 Jahre lang leisten, nur aus den Gewinnen aus diesem Jahr. Von allen Seiten wurde das 9€ Ticket als Erfolg bewertet und nun lässt man es fallen... so schaffen wir es nie den öffentlichen Nahverkehr bei den Leuten über das Auto zu stellen!
Und dann heißt es von unserem Herrn Lidner "das 9€ Ticket kann man sich nicht weiter leisten". Klar, wenn man die Ölkonzerne nur zu 50% beim Übergewinn besteuern würde, könnte man sich wahrscheinlich das 9€ Ticket noch 2 Jahre lang leisten, nur aus den Gewinnen aus diesem Jahr. Von allen Seiten wurde das 9€ Ticket als Erfolg bewertet und nun lässt man es fallen... so schaffen wir es nie den öffentlichen Nahverkehr bei den Leuten über das Auto zu stellen!
Das ist so nicht richtig. Einerseits kenne ich viele, die durch das 9-Euro-Ticket dermaßen die Nase voll von der Bahn hatten, dass sie in der Zeit bewusst nicht in die Bahn eingestiegen sind, überfüllte Züge, die teilweise ohne Ankündigung ausfallen, wenn sie mal fahren starke Verspätung haben, bei denen die Polizei auf dem Bahnsteig regelt, wer einsteigen darf und wer nicht, dass ist mir keine Ersparnis wert, leider genau so passiert. Für meine letzte Bahnfahrt von normalerweise 56 Minuten habe ich 3,5 Stunden gebraucht und bin dabei nicht einmal am Ziel angekommen. Ich bin froh, dass ich nun wieder verlässlicher und pünktlicher ans Ziel kommen kann, mir bringt ein günstiges Ticket nichts, wenn ich nicht weiß, ob ich für die Anreise zum Termin 1 Stunde, 2 Stunden oder 4 Stunden brauche.
Andererseits hat auch eine wichtige Seite es eben nicht als Erfolg bewertet: die Mitarbeiter!
Die bekommen den ganzen Frust ab, da Infrastruktur und Personal schlicht überlastet sind mit der Anzahl an Fahrgästen. Mir tat der arme Mitarbeiter in seinem Plexiglasverschlag richtig leid, der von einer Horde wütender Fahrgäste aus allen Richtungen angeschrien wurde, bei der oben erwähnten Fahrt.
Alle Richtungen haben es nicht als Erfolg bewertet, viele Fahrgäste nicht, die Mitarbeiter der Bahnbetriebe erst recht nicht.
Alles soweit richtig.
Vielleicht kann man daraus aber für die Zukunft halt nicht den Schluss ziehen, dass günstiger ÖPNV lausig ist, sondern, dass der gewünscht ist, aber man nicht genug Kapazitäten hat, also diese ausbauen müsste.
Genau das ist der richtige Schluss. Wenn alles passt, habe ich nichts gegen günstigen oder kostenlosen Nahverkehr einzuwenden. Ich weiß auch von Regionen, in denen es gepasst hat. Aktuell hilft es defintiv vielen Menschen. Aber es hat auch klare Schwächen, die zu berücksichtigen sind. Niemand ist geholfen, wenn der Krankenstand bei den Mitarbeitern stark steigt und somit weniger Züge fahren können, die noch voller sind.
01.09.2022 - 10:19 Uhr
Zitat von BVBBC
Ich finde es schwierig von einem Bedarf zu sprechen, wenn selbst ein hochgradig bezuschusstes 9 Euro Ticket in den bisherigen Schätzungen zu gerade mal 10% Umsteigern führte, die auf ihr Auto verzichteten und dafür die ÖPNV nutzten. Denn im Grunde besagt das doch, dass 90% und damit eine überwiegende Mehrheit entweder nicht auf das Auto verzichten will oder kann, sodass das Ticket vor allem diejenigen erreicht hat, die sowieso schon Bahn fahren und ansonsten hat man damit für zusätzliche Fahrten gesorgt, die wieder in vielerlei negative Wirkungen hatten, wie oben beschrieben. Obwohl das Ticket 1/7 bis 1/14 dessen gekostet hat, was es sonst kostet und die Mobilität damit unschlagbar günstig war, gab es für die große Mehrheit somit immer noch ernstzunehmende Gründe das Angebot eben nicht nachzufragen.
Zumal ich es für illusorisch halte, dass die Bahn ihr Angebot mit günstigeren Preisen ausbauen kann, damit die Nachfrage nicht nur preisgetrieben steigt, sondern wegen der Qualität des Produkts. Dafür müsste die Auslastung konstant und ausreichend höher sein. Hierin erwarte ich allerdings die Krux, da hierfür eben nicht diejenigen entscheidend sind, die die Bahn für Ausflüge nutzen, sondern die regelmäßigen Nutzer und somit die Pendler. Hat man davon nur 10% mehr erreicht, trotzdem man die Preise massiv gesenkt hat, die womöglich auch nur wegen des Preises umgestiegen sind, aber nicht wegen des Produkts, dann ist auf Dauer zu erwarten, dass die zusätzliche Nutzung eben nicht mal die 10% erreicht, was in der Preiskalkulation berücksichtigt werden muss und meines Erachtens nicht zu deutlich sinkenden Preisen führen kann, wodurch vermutlich noch weniger umsteigen. Denn am Ende müssten stiegende Investitionen eben auch durch steigende Umsätze gedeckt werden. Denn ich denke das 9 Euro Ticket hat vielmehr die Vermutung bestätigt, dass die ÖPNV nicht unbedingt ein Preisproblem haben, wenn sie nur 10% mit dem Preis überzeugen können, sondern wahrscheinlich doch eher ein Qualitätsproblem.
Geht man zudem mal davon aus, dass sich der günstigste politische Vorschlag, mit 29 Euro, durchsetzt, dann gibt es für Ausflüge mit den Ländertickets bereits bestehende Angebote, die in vielen Fällen günstiger sind - außer man reist allein oder oft genug oder länderübergreifend. Die gestiegene Auslastung durch Ausflüge wäre deswegen wieder deutlich näher am normalen Bereich zu erwarten. Somit würde ich auch hier Relativierungseffekte erwarten und eben nicht das angedeutete Potenzial der ÖPNV Nutzung.
Unabhängig davon halte ich es zwar für richtig, dass man Pendler entlastet, aber das muss eben am Ende alle Pendler betreffen und nicht nur diejenigen, die mit den ÖPNV ein akzeptables bis gutes Angebot nutzen können. Generell muss man aufpassen, dass vor allem Stadt und Land nicht noch weiter gegeneinander ausgespielt werden, sondern feinere Instrumente findet, damit die Gelder auch tatsächlich dort ankommen, wo sie hin sollen und den Zweck erfüllen, den sie erfüllen sollten, was denke ich das Hauptproblem an der ganzen Geschichte war, weil die Gelder nicht wirklich zielgerichtet eingesetzt wurden, sodass die Pendler nicht so stark profitiert haben, wie es gewünscht war. Die Instrumente müssen am Ende dann eben so fein sein, dass es möglichst keine Diskussion darüber geben darf, wer mehr oder weniger profitiert hat. Das haben weder 9 Euro Ticket noch Tankrabatt erreicht.
Zitat von UlmerBVB1986
Genau das macht den Erfolg aus! Der Bedarf und die Nachfrage sind ja da. Man muss nur eben die Kapazitäten zur verfügung stellen und wenn es das ganze Jahr über 9€ oder meintewegen 29€ kostet, dann wird es zu solchen Szenen auch nicht unbedingt kommen, da man nicht gezwungen ist, diese Freiheit in nur 3 Monaten zu nutzen - aber da wären wir vor allem wieder bei den Hobbyfahrer...
Zitat von TrettlBua
Alles soweit richtig.
Vielleicht kann man daraus aber für die Zukunft halt nicht den Schluss ziehen, dass günstiger ÖPNV lausig ist, sondern, dass der gewünscht ist, aber man nicht genug Kapazitäten hat, also diese ausbauen müsste.
Zitat von Perca
Das ist so nicht richtig. Einerseits kenne ich viele, die durch das 9-Euro-Ticket dermaßen die Nase voll von der Bahn hatten, dass sie in der Zeit bewusst nicht in die Bahn eingestiegen sind, überfüllte Züge, die teilweise ohne Ankündigung ausfallen, wenn sie mal fahren starke Verspätung haben, bei denen die Polizei auf dem Bahnsteig regelt, wer einsteigen darf und wer nicht, dass ist mir keine Ersparnis wert, leider genau so passiert. Für meine letzte Bahnfahrt von normalerweise 56 Minuten habe ich 3,5 Stunden gebraucht und bin dabei nicht einmal am Ziel angekommen. Ich bin froh, dass ich nun wieder verlässlicher und pünktlicher ans Ziel kommen kann, mir bringt ein günstiges Ticket nichts, wenn ich nicht weiß, ob ich für die Anreise zum Termin 1 Stunde, 2 Stunden oder 4 Stunden brauche.
Andererseits hat auch eine wichtige Seite es eben nicht als Erfolg bewertet: die Mitarbeiter!
Die bekommen den ganzen Frust ab, da Infrastruktur und Personal schlicht überlastet sind mit der Anzahl an Fahrgästen. Mir tat der arme Mitarbeiter in seinem Plexiglasverschlag richtig leid, der von einer Horde wütender Fahrgäste aus allen Richtungen angeschrien wurde, bei der oben erwähnten Fahrt.
Alle Richtungen haben es nicht als Erfolg bewertet, viele Fahrgäste nicht, die Mitarbeiter der Bahnbetriebe erst recht nicht.
Zitat von UlmerBVB1986
Und dann heißt es von unserem Herrn Lidner "das 9€ Ticket kann man sich nicht weiter leisten". Klar, wenn man die Ölkonzerne nur zu 50% beim Übergewinn besteuern würde, könnte man sich wahrscheinlich das 9€ Ticket noch 2 Jahre lang leisten, nur aus den Gewinnen aus diesem Jahr. Von allen Seiten wurde das 9€ Ticket als Erfolg bewertet und nun lässt man es fallen... so schaffen wir es nie den öffentlichen Nahverkehr bei den Leuten über das Auto zu stellen!
Und dann heißt es von unserem Herrn Lidner "das 9€ Ticket kann man sich nicht weiter leisten". Klar, wenn man die Ölkonzerne nur zu 50% beim Übergewinn besteuern würde, könnte man sich wahrscheinlich das 9€ Ticket noch 2 Jahre lang leisten, nur aus den Gewinnen aus diesem Jahr. Von allen Seiten wurde das 9€ Ticket als Erfolg bewertet und nun lässt man es fallen... so schaffen wir es nie den öffentlichen Nahverkehr bei den Leuten über das Auto zu stellen!
Das ist so nicht richtig. Einerseits kenne ich viele, die durch das 9-Euro-Ticket dermaßen die Nase voll von der Bahn hatten, dass sie in der Zeit bewusst nicht in die Bahn eingestiegen sind, überfüllte Züge, die teilweise ohne Ankündigung ausfallen, wenn sie mal fahren starke Verspätung haben, bei denen die Polizei auf dem Bahnsteig regelt, wer einsteigen darf und wer nicht, dass ist mir keine Ersparnis wert, leider genau so passiert. Für meine letzte Bahnfahrt von normalerweise 56 Minuten habe ich 3,5 Stunden gebraucht und bin dabei nicht einmal am Ziel angekommen. Ich bin froh, dass ich nun wieder verlässlicher und pünktlicher ans Ziel kommen kann, mir bringt ein günstiges Ticket nichts, wenn ich nicht weiß, ob ich für die Anreise zum Termin 1 Stunde, 2 Stunden oder 4 Stunden brauche.
Andererseits hat auch eine wichtige Seite es eben nicht als Erfolg bewertet: die Mitarbeiter!
Die bekommen den ganzen Frust ab, da Infrastruktur und Personal schlicht überlastet sind mit der Anzahl an Fahrgästen. Mir tat der arme Mitarbeiter in seinem Plexiglasverschlag richtig leid, der von einer Horde wütender Fahrgäste aus allen Richtungen angeschrien wurde, bei der oben erwähnten Fahrt.
Alle Richtungen haben es nicht als Erfolg bewertet, viele Fahrgäste nicht, die Mitarbeiter der Bahnbetriebe erst recht nicht.
Alles soweit richtig.
Vielleicht kann man daraus aber für die Zukunft halt nicht den Schluss ziehen, dass günstiger ÖPNV lausig ist, sondern, dass der gewünscht ist, aber man nicht genug Kapazitäten hat, also diese ausbauen müsste.
Genau das macht den Erfolg aus! Der Bedarf und die Nachfrage sind ja da. Man muss nur eben die Kapazitäten zur verfügung stellen und wenn es das ganze Jahr über 9€ oder meintewegen 29€ kostet, dann wird es zu solchen Szenen auch nicht unbedingt kommen, da man nicht gezwungen ist, diese Freiheit in nur 3 Monaten zu nutzen - aber da wären wir vor allem wieder bei den Hobbyfahrer...
Ich finde es schwierig von einem Bedarf zu sprechen, wenn selbst ein hochgradig bezuschusstes 9 Euro Ticket in den bisherigen Schätzungen zu gerade mal 10% Umsteigern führte, die auf ihr Auto verzichteten und dafür die ÖPNV nutzten. Denn im Grunde besagt das doch, dass 90% und damit eine überwiegende Mehrheit entweder nicht auf das Auto verzichten will oder kann, sodass das Ticket vor allem diejenigen erreicht hat, die sowieso schon Bahn fahren und ansonsten hat man damit für zusätzliche Fahrten gesorgt, die wieder in vielerlei negative Wirkungen hatten, wie oben beschrieben. Obwohl das Ticket 1/7 bis 1/14 dessen gekostet hat, was es sonst kostet und die Mobilität damit unschlagbar günstig war, gab es für die große Mehrheit somit immer noch ernstzunehmende Gründe das Angebot eben nicht nachzufragen.
Zumal ich es für illusorisch halte, dass die Bahn ihr Angebot mit günstigeren Preisen ausbauen kann, damit die Nachfrage nicht nur preisgetrieben steigt, sondern wegen der Qualität des Produkts. Dafür müsste die Auslastung konstant und ausreichend höher sein. Hierin erwarte ich allerdings die Krux, da hierfür eben nicht diejenigen entscheidend sind, die die Bahn für Ausflüge nutzen, sondern die regelmäßigen Nutzer und somit die Pendler. Hat man davon nur 10% mehr erreicht, trotzdem man die Preise massiv gesenkt hat, die womöglich auch nur wegen des Preises umgestiegen sind, aber nicht wegen des Produkts, dann ist auf Dauer zu erwarten, dass die zusätzliche Nutzung eben nicht mal die 10% erreicht, was in der Preiskalkulation berücksichtigt werden muss und meines Erachtens nicht zu deutlich sinkenden Preisen führen kann, wodurch vermutlich noch weniger umsteigen. Denn am Ende müssten stiegende Investitionen eben auch durch steigende Umsätze gedeckt werden. Denn ich denke das 9 Euro Ticket hat vielmehr die Vermutung bestätigt, dass die ÖPNV nicht unbedingt ein Preisproblem haben, wenn sie nur 10% mit dem Preis überzeugen können, sondern wahrscheinlich doch eher ein Qualitätsproblem.
Geht man zudem mal davon aus, dass sich der günstigste politische Vorschlag, mit 29 Euro, durchsetzt, dann gibt es für Ausflüge mit den Ländertickets bereits bestehende Angebote, die in vielen Fällen günstiger sind - außer man reist allein oder oft genug oder länderübergreifend. Die gestiegene Auslastung durch Ausflüge wäre deswegen wieder deutlich näher am normalen Bereich zu erwarten. Somit würde ich auch hier Relativierungseffekte erwarten und eben nicht das angedeutete Potenzial der ÖPNV Nutzung.
Unabhängig davon halte ich es zwar für richtig, dass man Pendler entlastet, aber das muss eben am Ende alle Pendler betreffen und nicht nur diejenigen, die mit den ÖPNV ein akzeptables bis gutes Angebot nutzen können. Generell muss man aufpassen, dass vor allem Stadt und Land nicht noch weiter gegeneinander ausgespielt werden, sondern feinere Instrumente findet, damit die Gelder auch tatsächlich dort ankommen, wo sie hin sollen und den Zweck erfüllen, den sie erfüllen sollten, was denke ich das Hauptproblem an der ganzen Geschichte war, weil die Gelder nicht wirklich zielgerichtet eingesetzt wurden, sodass die Pendler nicht so stark profitiert haben, wie es gewünscht war. Die Instrumente müssen am Ende dann eben so fein sein, dass es möglichst keine Diskussion darüber geben darf, wer mehr oder weniger profitiert hat. Das haben weder 9 Euro Ticket noch Tankrabatt erreicht.
Die Frage ob sich das Auto oder der ÖPNV besser lohnt stellt sich doch erst ab einer gewissen Einkommensschicht. Damit das Auto überhaupt eine Option ist, muss man es sich erst einmal leisten können mehrere tausend Euro in den Erwerb der Fahrerlaubnis investieren zu können, und dann muss man nochmal mindestens den gleichen Betrag, eher sogar (deutlich) mehr, ausgeben um ein Auto zu bekommen. Da kommt schnell ein Betrag zusammen, den sich erstens längst nicht jeder leisten kann, und mit dem man zweitens ganz schön lange mit den Öffentlichen fahren kann. Auch die späteren monatlichen Kosten (Sprit, Versicherung, Steuern, TÜV, Verschleiss, Reparaturen, Wertverlust, usw.) übersteigen die Kosten für ein Monatsticket in der Regel deutlich.
Für mich ist es daher erstmal zweitrangig Autofahrer zum umsteigen auf den ÖPNV zu bewegen. Der erste Schritt muss es sein Mobilität für jeden Menschen erreichbar zu machen. Das 9€-Ticket war in der Hinsicht herausragend, und für viele Menschen eine große Hilfe.
Wer sich erst einmal ein mehrere tausend Euro teures Fahrzeug angeschafft hat, wird es so schnell auch nicht wieder abgeben. Und es ungenutzt stehen zu lassen wäre ja noch unsinniger.
01.09.2022 - 10:38 Uhr
Zitat von Perca
Genau das ist der richtige Schluss. Wenn alles passt, habe ich nichts gegen günstigen oder kostenlosen Nahverkehr einzuwenden. Ich weiß auch von Regionen, in denen es gepasst hat. Aktuell hilft es defintiv vielen Menschen. Aber es hat auch klare Schwächen, die zu berücksichtigen sind. Niemand ist geholfen, wenn der Krankenstand bei den Mitarbeitern stark steigt und somit weniger Züge fahren können, die noch voller sind.
Zitat von TrettlBua
Alles soweit richtig.
Vielleicht kann man daraus aber für die Zukunft halt nicht den Schluss ziehen, dass günstiger ÖPNV lausig ist, sondern, dass der gewünscht ist, aber man nicht genug Kapazitäten hat, also diese ausbauen müsste.
Zitat von Perca
Das ist so nicht richtig. Einerseits kenne ich viele, die durch das 9-Euro-Ticket dermaßen die Nase voll von der Bahn hatten, dass sie in der Zeit bewusst nicht in die Bahn eingestiegen sind, überfüllte Züge, die teilweise ohne Ankündigung ausfallen, wenn sie mal fahren starke Verspätung haben, bei denen die Polizei auf dem Bahnsteig regelt, wer einsteigen darf und wer nicht, dass ist mir keine Ersparnis wert, leider genau so passiert. Für meine letzte Bahnfahrt von normalerweise 56 Minuten habe ich 3,5 Stunden gebraucht und bin dabei nicht einmal am Ziel angekommen. Ich bin froh, dass ich nun wieder verlässlicher und pünktlicher ans Ziel kommen kann, mir bringt ein günstiges Ticket nichts, wenn ich nicht weiß, ob ich für die Anreise zum Termin 1 Stunde, 2 Stunden oder 4 Stunden brauche.
Andererseits hat auch eine wichtige Seite es eben nicht als Erfolg bewertet: die Mitarbeiter!
Die bekommen den ganzen Frust ab, da Infrastruktur und Personal schlicht überlastet sind mit der Anzahl an Fahrgästen. Mir tat der arme Mitarbeiter in seinem Plexiglasverschlag richtig leid, der von einer Horde wütender Fahrgäste aus allen Richtungen angeschrien wurde, bei der oben erwähnten Fahrt.
Alle Richtungen haben es nicht als Erfolg bewertet, viele Fahrgäste nicht, die Mitarbeiter der Bahnbetriebe erst recht nicht.
Zitat von UlmerBVB1986
Und dann heißt es von unserem Herrn Lidner "das 9€ Ticket kann man sich nicht weiter leisten". Klar, wenn man die Ölkonzerne nur zu 50% beim Übergewinn besteuern würde, könnte man sich wahrscheinlich das 9€ Ticket noch 2 Jahre lang leisten, nur aus den Gewinnen aus diesem Jahr. Von allen Seiten wurde das 9€ Ticket als Erfolg bewertet und nun lässt man es fallen... so schaffen wir es nie den öffentlichen Nahverkehr bei den Leuten über das Auto zu stellen!
Und dann heißt es von unserem Herrn Lidner "das 9€ Ticket kann man sich nicht weiter leisten". Klar, wenn man die Ölkonzerne nur zu 50% beim Übergewinn besteuern würde, könnte man sich wahrscheinlich das 9€ Ticket noch 2 Jahre lang leisten, nur aus den Gewinnen aus diesem Jahr. Von allen Seiten wurde das 9€ Ticket als Erfolg bewertet und nun lässt man es fallen... so schaffen wir es nie den öffentlichen Nahverkehr bei den Leuten über das Auto zu stellen!
Das ist so nicht richtig. Einerseits kenne ich viele, die durch das 9-Euro-Ticket dermaßen die Nase voll von der Bahn hatten, dass sie in der Zeit bewusst nicht in die Bahn eingestiegen sind, überfüllte Züge, die teilweise ohne Ankündigung ausfallen, wenn sie mal fahren starke Verspätung haben, bei denen die Polizei auf dem Bahnsteig regelt, wer einsteigen darf und wer nicht, dass ist mir keine Ersparnis wert, leider genau so passiert. Für meine letzte Bahnfahrt von normalerweise 56 Minuten habe ich 3,5 Stunden gebraucht und bin dabei nicht einmal am Ziel angekommen. Ich bin froh, dass ich nun wieder verlässlicher und pünktlicher ans Ziel kommen kann, mir bringt ein günstiges Ticket nichts, wenn ich nicht weiß, ob ich für die Anreise zum Termin 1 Stunde, 2 Stunden oder 4 Stunden brauche.
Andererseits hat auch eine wichtige Seite es eben nicht als Erfolg bewertet: die Mitarbeiter!
Die bekommen den ganzen Frust ab, da Infrastruktur und Personal schlicht überlastet sind mit der Anzahl an Fahrgästen. Mir tat der arme Mitarbeiter in seinem Plexiglasverschlag richtig leid, der von einer Horde wütender Fahrgäste aus allen Richtungen angeschrien wurde, bei der oben erwähnten Fahrt.
Alle Richtungen haben es nicht als Erfolg bewertet, viele Fahrgäste nicht, die Mitarbeiter der Bahnbetriebe erst recht nicht.
Alles soweit richtig.
Vielleicht kann man daraus aber für die Zukunft halt nicht den Schluss ziehen, dass günstiger ÖPNV lausig ist, sondern, dass der gewünscht ist, aber man nicht genug Kapazitäten hat, also diese ausbauen müsste.
Genau das ist der richtige Schluss. Wenn alles passt, habe ich nichts gegen günstigen oder kostenlosen Nahverkehr einzuwenden. Ich weiß auch von Regionen, in denen es gepasst hat. Aktuell hilft es defintiv vielen Menschen. Aber es hat auch klare Schwächen, die zu berücksichtigen sind. Niemand ist geholfen, wenn der Krankenstand bei den Mitarbeitern stark steigt und somit weniger Züge fahren können, die noch voller sind.
Ein weiterer nicht zu unterschätzender Faktor ist ja auch noch die begrenzte Kapazität des Schienennetzes. Schon lange bevor es mit Corona, Ukraine und Co lodging, war das Netz ja schon am Anschlag. Wie oft musste man in RB oder RE minutenlang in der Pampa herumstehen, damit ein Fernverkehszug auf selber Strecke überholen konnte? Vom Güterverkehr ganz zu schweigen...
Und wenn man dann bedenkt, dass selbst bei nur 10% weniger Menschen die mit dem Auto fahren die ganze Infrastruktur schon dermaßen kollabiert, dürfte klar sein dass das aktuelle Schienennetz absolut nicht dafür ausgelegt ist, eine umfassende Wende im Personenverkehr durchzuführen. Und wenn dann noch Pläne vorangetrieben werden, auch Güterverkehr wieder mehr auf die Schiene zu bekommen, wird es noch viel kritischer.
In das Schienennetz müsste massivst investiert werden (inklusive vieler neuer Bahnhöfe), um auch nur im Ansatz eine Alternative für die breite Bevölkerung darzustellen, und die Leute nachhaltig von den Straßen auf die Schienen zu holen (vor allem im ländlichen Raum).
Aber wie schwierig und zeitaufwendig der Bau nur einer neuen Strecke ist, dürfte jeder wissen (Stichwort Planungsaufwand, Bürgerinitiativen gegen das Vorhaben, nicht verkaufswillige Landbesitzer, Zerschneidung der Landschaft, Umweltschutz usw). Hinzu kommt ja noch, dass das bestehende Netz nicht nur unterdimensioniert, sondern darüber hinaus auch noch marode und störanfällig ist.
Die Kosten und der Zeitaufwand, um das Schienennetz für die angestrebte Zukunft fit zu machen, das nötige Personal einzustellen, Strukturen zu schaffen usw, damit wirklich mal 40, 50, 60 % heutiger Autofahrer umsteigen, sind kaum zu beziffern.
01.09.2022 - 10:51 Uhr
Zitat von maddinbvb
Ein weiterer nicht zu unterschätzender Faktor ist ja auch noch die begrenzte Kapazität des Schienennetzes. Schon lange bevor es mit Corona, Ukraine und Co lodging, war das Netz ja schon am Anschlag. Wie oft musste man in RB oder RE minutenlang in der Pampa herumstehen, damit ein Fernverkehszug auf selber Strecke überholen konnte? Vom Güterverkehr ganz zu schweigen...
Und wenn man dann bedenkt, dass selbst bei nur 10% weniger Menschen die mit dem Auto fahren die ganze Infrastruktur schon dermaßen kollabiert, dürfte klar sein dass das aktuelle Schienennetz absolut nicht dafür ausgelegt ist, eine umfassende Wende im Personenverkehr durchzuführen. Und wenn dann noch Pläne vorangetrieben werden, auch Güterverkehr wieder mehr auf die Schiene zu bekommen, wird es noch viel kritischer.
In das Schienennetz müsste massivst investiert werden (inklusive vieler neuer Bahnhöfe), um auch nur im Ansatz eine Alternative für die breite Bevölkerung darzustellen, und die Leute nachhaltig von den Straßen auf die Schienen zu holen (vor allem im ländlichen Raum).
Aber wie schwierig und zeitaufwendig der Bau nur einer neuen Strecke ist, dürfte jeder wissen (Stichwort Planungsaufwand, Bürgerinitiativen gegen das Vorhaben, nicht verkaufswillige Landbesitzer, Zerschneidung der Landschaft, Umweltschutz usw). Hinzu kommt ja noch, dass das bestehende Netz nicht nur unterdimensioniert, sondern darüber hinaus auch noch marode und störanfällig ist.
Die Kosten und der Zeitaufwand, um das Schienennetz für die angestrebte Zukunft fit zu machen, das nötige Personal einzustellen, Strukturen zu schaffen usw, damit wirklich mal 40, 50, 60 % heutiger Autofahrer umsteigen, sind kaum zu beziffern.
Zitat von Perca
Genau das ist der richtige Schluss. Wenn alles passt, habe ich nichts gegen günstigen oder kostenlosen Nahverkehr einzuwenden. Ich weiß auch von Regionen, in denen es gepasst hat. Aktuell hilft es defintiv vielen Menschen. Aber es hat auch klare Schwächen, die zu berücksichtigen sind. Niemand ist geholfen, wenn der Krankenstand bei den Mitarbeitern stark steigt und somit weniger Züge fahren können, die noch voller sind.
Zitat von TrettlBua
Alles soweit richtig.
Vielleicht kann man daraus aber für die Zukunft halt nicht den Schluss ziehen, dass günstiger ÖPNV lausig ist, sondern, dass der gewünscht ist, aber man nicht genug Kapazitäten hat, also diese ausbauen müsste.
Zitat von Perca
Das ist so nicht richtig. Einerseits kenne ich viele, die durch das 9-Euro-Ticket dermaßen die Nase voll von der Bahn hatten, dass sie in der Zeit bewusst nicht in die Bahn eingestiegen sind, überfüllte Züge, die teilweise ohne Ankündigung ausfallen, wenn sie mal fahren starke Verspätung haben, bei denen die Polizei auf dem Bahnsteig regelt, wer einsteigen darf und wer nicht, dass ist mir keine Ersparnis wert, leider genau so passiert. Für meine letzte Bahnfahrt von normalerweise 56 Minuten habe ich 3,5 Stunden gebraucht und bin dabei nicht einmal am Ziel angekommen. Ich bin froh, dass ich nun wieder verlässlicher und pünktlicher ans Ziel kommen kann, mir bringt ein günstiges Ticket nichts, wenn ich nicht weiß, ob ich für die Anreise zum Termin 1 Stunde, 2 Stunden oder 4 Stunden brauche.
Andererseits hat auch eine wichtige Seite es eben nicht als Erfolg bewertet: die Mitarbeiter!
Die bekommen den ganzen Frust ab, da Infrastruktur und Personal schlicht überlastet sind mit der Anzahl an Fahrgästen. Mir tat der arme Mitarbeiter in seinem Plexiglasverschlag richtig leid, der von einer Horde wütender Fahrgäste aus allen Richtungen angeschrien wurde, bei der oben erwähnten Fahrt.
Alle Richtungen haben es nicht als Erfolg bewertet, viele Fahrgäste nicht, die Mitarbeiter der Bahnbetriebe erst recht nicht.
Zitat von UlmerBVB1986
Und dann heißt es von unserem Herrn Lidner "das 9€ Ticket kann man sich nicht weiter leisten". Klar, wenn man die Ölkonzerne nur zu 50% beim Übergewinn besteuern würde, könnte man sich wahrscheinlich das 9€ Ticket noch 2 Jahre lang leisten, nur aus den Gewinnen aus diesem Jahr. Von allen Seiten wurde das 9€ Ticket als Erfolg bewertet und nun lässt man es fallen... so schaffen wir es nie den öffentlichen Nahverkehr bei den Leuten über das Auto zu stellen!
Und dann heißt es von unserem Herrn Lidner "das 9€ Ticket kann man sich nicht weiter leisten". Klar, wenn man die Ölkonzerne nur zu 50% beim Übergewinn besteuern würde, könnte man sich wahrscheinlich das 9€ Ticket noch 2 Jahre lang leisten, nur aus den Gewinnen aus diesem Jahr. Von allen Seiten wurde das 9€ Ticket als Erfolg bewertet und nun lässt man es fallen... so schaffen wir es nie den öffentlichen Nahverkehr bei den Leuten über das Auto zu stellen!
Das ist so nicht richtig. Einerseits kenne ich viele, die durch das 9-Euro-Ticket dermaßen die Nase voll von der Bahn hatten, dass sie in der Zeit bewusst nicht in die Bahn eingestiegen sind, überfüllte Züge, die teilweise ohne Ankündigung ausfallen, wenn sie mal fahren starke Verspätung haben, bei denen die Polizei auf dem Bahnsteig regelt, wer einsteigen darf und wer nicht, dass ist mir keine Ersparnis wert, leider genau so passiert. Für meine letzte Bahnfahrt von normalerweise 56 Minuten habe ich 3,5 Stunden gebraucht und bin dabei nicht einmal am Ziel angekommen. Ich bin froh, dass ich nun wieder verlässlicher und pünktlicher ans Ziel kommen kann, mir bringt ein günstiges Ticket nichts, wenn ich nicht weiß, ob ich für die Anreise zum Termin 1 Stunde, 2 Stunden oder 4 Stunden brauche.
Andererseits hat auch eine wichtige Seite es eben nicht als Erfolg bewertet: die Mitarbeiter!
Die bekommen den ganzen Frust ab, da Infrastruktur und Personal schlicht überlastet sind mit der Anzahl an Fahrgästen. Mir tat der arme Mitarbeiter in seinem Plexiglasverschlag richtig leid, der von einer Horde wütender Fahrgäste aus allen Richtungen angeschrien wurde, bei der oben erwähnten Fahrt.
Alle Richtungen haben es nicht als Erfolg bewertet, viele Fahrgäste nicht, die Mitarbeiter der Bahnbetriebe erst recht nicht.
Alles soweit richtig.
Vielleicht kann man daraus aber für die Zukunft halt nicht den Schluss ziehen, dass günstiger ÖPNV lausig ist, sondern, dass der gewünscht ist, aber man nicht genug Kapazitäten hat, also diese ausbauen müsste.
Genau das ist der richtige Schluss. Wenn alles passt, habe ich nichts gegen günstigen oder kostenlosen Nahverkehr einzuwenden. Ich weiß auch von Regionen, in denen es gepasst hat. Aktuell hilft es defintiv vielen Menschen. Aber es hat auch klare Schwächen, die zu berücksichtigen sind. Niemand ist geholfen, wenn der Krankenstand bei den Mitarbeitern stark steigt und somit weniger Züge fahren können, die noch voller sind.
Ein weiterer nicht zu unterschätzender Faktor ist ja auch noch die begrenzte Kapazität des Schienennetzes. Schon lange bevor es mit Corona, Ukraine und Co lodging, war das Netz ja schon am Anschlag. Wie oft musste man in RB oder RE minutenlang in der Pampa herumstehen, damit ein Fernverkehszug auf selber Strecke überholen konnte? Vom Güterverkehr ganz zu schweigen...
Und wenn man dann bedenkt, dass selbst bei nur 10% weniger Menschen die mit dem Auto fahren die ganze Infrastruktur schon dermaßen kollabiert, dürfte klar sein dass das aktuelle Schienennetz absolut nicht dafür ausgelegt ist, eine umfassende Wende im Personenverkehr durchzuführen. Und wenn dann noch Pläne vorangetrieben werden, auch Güterverkehr wieder mehr auf die Schiene zu bekommen, wird es noch viel kritischer.
In das Schienennetz müsste massivst investiert werden (inklusive vieler neuer Bahnhöfe), um auch nur im Ansatz eine Alternative für die breite Bevölkerung darzustellen, und die Leute nachhaltig von den Straßen auf die Schienen zu holen (vor allem im ländlichen Raum).
Aber wie schwierig und zeitaufwendig der Bau nur einer neuen Strecke ist, dürfte jeder wissen (Stichwort Planungsaufwand, Bürgerinitiativen gegen das Vorhaben, nicht verkaufswillige Landbesitzer, Zerschneidung der Landschaft, Umweltschutz usw). Hinzu kommt ja noch, dass das bestehende Netz nicht nur unterdimensioniert, sondern darüber hinaus auch noch marode und störanfällig ist.
Die Kosten und der Zeitaufwand, um das Schienennetz für die angestrebte Zukunft fit zu machen, das nötige Personal einzustellen, Strukturen zu schaffen usw, damit wirklich mal 40, 50, 60 % heutiger Autofahrer umsteigen, sind kaum zu beziffern.
Hat Habeck nicht erst über Milliardeninvestitionen ins Schienennetz gesprochen? Denke die Weichen (Wortspiel nicht beabsichtigt) werden aktuell gestellt. DIe Preise von Benzin und Diesel werden sich auch langfristig bei ü 2€ einpendeln, da endlicher Rohstoff. Aktuell können wir nicht alle E-Autos fahren.
Es wird ab 2035 langsam ein umdenken geben müssen. Und das spielt die Bahn eine enorm wichtige Rolle.
Was du beschreibst ist richtig, es muss gehandelt werden. Aber jetzt dann, nicht erst wenn der Bedarf da ist. Sieht man ja an der alten Regierung wieviel da verpennt worden ist die letzten 10 Jahre, Stichwort regenerative Energien.
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