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BVB - Transferpolitik

14.02.2015 - 15:43 Uhr
BVB - Transferpolitik |#11161
02.06.2018 - 13:34 Uhr
Zitat von BVBBC
Zitat von Zerstuermer

Zitat von Silverstar

Zitat von Seppinho

Pavard ist raus, das erinnert ein bisschen an das Gesäusel bei Varane vor dem Wechsel von Lens zu Real und das wäre sogar realistischer gewesen.
Wolf, Delaney, Diallo, zusammen ca. 55 Mio., dann holen sie noch den MS für 20 bis 30 (und alle werden schimpfen Zwinkernd aber hey, wenn Füllkrug schon ca. 10 bis 15 kosten wird) und steht man bei ca. 75 bis 85 Mio. Offen wären dann noch in meinen Augen DM, LV und RV. Ich glaube, dass Favre für LV mit unserem jetzigen Material plant und auf RV auch dazu neigt. Guerreiro und hinter Pische ein Toljan haben ja noch nicht wirklich „ausgespielt“. Es kommt aber ganz vieles auf die Abgänge an, wo wir wenn’s läuft auch 30+ Mio machen und dann dürfte sich noch was tun...


Auf LV kann ich mir vorstellen, dass man mit Schmelzer und Guerreiro plant. Hinten rechts sieht das dann aber schon ganz anders aus. Lukasz hat noch zwei Jahre Vertrag, ist bereits 32 und hat zwei schwere Hüft OPs hinter sich. Der wird meines Erachtens nach keine Saison mehr komplett durchziehen können. Und Toljan fällt dann, auch im Gegensatz zu Schmelzer und Guerreiro, nochmal qualitativ ab. Vor allem was die Defensive angeht. Hier nichts mehr zu tun, wäre schon grob fahrlässig.


Guerreiro wird gehen. Wenn man sieht wie viele LV Gerüchte auftauchen kann ich mir nicht vorstellen daß mit ihm geplant wird. Dalbert, Grimaldo, Rodriguez ...

Auf der 6 würde ich nochmal einen größeren Transfer tätigen. Wenn ich mir das Interview von Favre durchlese wo er klar sagt das er Ballbesitz nicht des ballbesitzes wegen spielt sondern schnell und gradlinig wird Weigl einen verdammt schweren Stand haben. Und da muss man sich stark überlegen ob das Sinn macht ihn zu behalten. Sollte er sich da nicht um 180 Grad drehen ist er für mich nächstes Jahr kein stammspieler und dann sinkt der Marktwert rapide.

Also jetzt verkaufen und bei Sporting wegen w. Carvalho anfragen. Er ist Körperlich ein tier, trotzdem geschmeidig. Wäre meine absolute Wunschlösung. Vor allem ist er Kapitän und wir hatten einen weiteren Leader. Weigl als Baustein zu sehen und dann mit Weigl , Delaney, dahoud und Sahin in die Saison gehen würde mir echt Bauchschmerzen bereiten.


Bei der Streuung, die die LV-Spielerprofile aufweisen, kann ich mir nicht vorstellen, dass man mit einem Guerreiro Abgang plant, sondern lediglich, dass man darauf vorbereitet sein will/muss oder anderweitige Szenarien eine Rolle spielen - Schmelzer Abgang, Guerreiro wird umpositioniert, o.ä.. Vor der WM wird aber sicher nichts passieren, sollte es um einen Abgang gehen, da Guerreiros Marktwert im Moment im Keller ist und wohl erst nach einer guten WM wieder eine gute Verhandlungsposition da sein würde, durch die ein Verkauf überhaupt erst attraktiv werden könnte, falls entsprechende Kandidaten verfügbar und attraktiver sind. Mit den bisherigen Gerüchten tue ich mich dahingehend jedenfalls sehr schwer. Mit RiRo kann ich gar nix anfangen und Grimaldo dürfte zu teuer sein, wie auch Dalbert - dazu dürften bis dahin beide schon vom Markt sein.

Das mit Weigl sehe ich ähnlich, wobei auch da wohl erst während der Vorbereitung was passieren würde. Das hat im Grunde auch Weigl so angekündigt, dass er sich hier durchsetzen will, weswegen ich davon ausgehe, dass ihm Favre ziemlich die Tür zuknallen müsste, damit sich daran nochmal was ändert. Denn die Verantwortlichen sehen in ihm den Führungsspieler der Zukunft - was mir schwer fällt. Carvalho wäre aber kein besserer Ersatz, sondern würde meines Erachtens nur nochmal mehr Probleme schaffen, da er bedeutend langsamer ist und es schon seine Gründe hatte, warum er als einer der wenigen, die aus seinem starken U21 Jahrgang in Portugal herausstechen konnten, den Sprung ins Ausland nicht geschafft hat. Ich seh in ihm definitiv kein Upgrade zu Weigl.


Abgesehen davon, dass es mir bei Weigl trotz Bedenken nicht so schwer fällt, ihn als Führungsspieler der Zukunft zu sehen, stimme ich dir zu.

Vor allem deine exemplarischen Andeutungen bzgl. der LV-Position (Schmelzer, Guerreiro ...) zeigen, wie schwierig eine Transferperiode prinzipiell und für den BVB in der aktuellen Lage in besonderem Maße ist. Jede Entscheidung für einen Neuzugang oder einen Abgang zieht zahlreiche andere Konsequenzen mit sich und das nicht nur auf der jeweiligen Position, sondern auch für andere Mannschaftsteile. Diese Konsequenzen sind ihrerseits ineinander verschachtelt und ergeben weitere Konsequenzen.

Beispiel:

Angenommen Sokratis verlässt den Verein, dann muss ein neuer IV verpflichtet werden, denn mit den dann verbleibenden IV - Akanji, Toprak, Zagadou - allein in die neue Saison zu gehen, wäre fahrlässig.

Geklärt werden muss aber erst einmal, ob Zagadou überhaupt zur Verfügung steht oder besser als noch sehr junger Spieler z.B. verliehen werden soll. Dann ist die Situation sogar so, dass möglicherweise zwei IV verpflichtet werden müssen. Nimmt man an, dass Zagadou angesichts der kommenden Dreifachbelastung als temporärer IV eingeplant ist und weiter zum Kader gehören soll, dann bleibt es bei der Notwendigkeit, einen neuen IV zu verpflichten.

Nicht von der Hand zu weisen ist aber, dass diese Entscheidung mit der LV-Frage verknüpft ist, denn Zagadou hat am Anfang der letzten Saison (wie gegen Ende der Saison Akanji) auf LV ausgeholfen. Hier ist also die IV-Frage mit der LV-Frage verzahnt. Was geschieht mit Schmelzer? Ist Guerreiro ein zukünftiger LV und bleibt er überhaupt beim BVB?

Nehmen wir an, das Zagadou bleibt, u.a. auch weil der BVB auf LV nicht fündig wird und Guerreiro doch noch (nach der WM?) auf LV austesten will (halte ich zwar für nicht so wahrscheinlich, aber sonst werde ich mit meinem Beispiel überhaupt nicht fertig) und nehmen wir weiter an, dass Diallo als neuer IV verpflichtet wird.
Kommt das so und trügen nicht die Eindrücke, dann hätte der BVB mit Diallo (Linksfuß) und Akanji (Rechtsfuß) zwei IV mit offensiv günstigen Fähigkeiten (Vertikalpässe, weite Pässe auf die Außenbahnen u.Ä.).

Das aber hätte Auswirkungen auf die DM/ZM-Frage, weil die Gegner bei zwei spielstarken IV (setze ich jetzt mal voraus) ihre Pressing- und/oder Manndeckungsstrategie auch im Mittelfeld überdenken müssten und der BVB bzgl. robusteren/dynamischeren DM/ZM-Spielern nicht ganz so eindeutig verfahren müsste. D.h. Weigl und Dahoud, vielleicht auch Götze und Kagawa sind dadurch möglicherweise andere, nämlich günstigere Planungselemente.

Ich breche das mal ab, denn was ich zeigen wollte, ist hoffentlich deutlich geworden. Es geht nicht nur um einzelne Positionen, sondern um das Gesamtgefüge und genau da muss der BVB sehr klug und perspektivisch in der Transferpolitik handeln, denn das Gesamtgefüge macht zur Zeit die Probleme.

Hoffentlich hat der BVB einen Plan. Wir werden sehen.

•     •     •

Ich kann freilich nicht sagen, ob es besser werden wird, wenn es anders wird; 
aber soviel kann ich sagen, es muß anders werden, wenn es gut werden soll.
Georg Christoph Lichtenberg
BVB - Transferpolitik |#11162
02.06.2018 - 13:38 Uhr
Zitat von BVBBC


Es kommen daher eine Menge Faktoren zusammen, durch die diese Transferperiode extrem kompiziert ist, zumal weitere Fehler in meinen Augen allzu schnell kritisch werden können. Watzke wird schon gewusst haben, warum er davon sprach, dass der Umbruch nicht nur einen Sommer dauern kann. Die große Preisfrage ist nur: hat man noch so viel Zeit, nach all den (gescheiterten) Umbrüchen der letzten Jahre?



Es könnte kompliziert werden, allerdings hat man es in einem Transfersommer (2016) geschafft den Kader sehr zu verunstalten, wieso sollte man es daher nicht in einem Transfersommer schaffen, die größten Schäden wieder zu beheben?


Optimistisch stimmt mich hier insbesondere, dass im Verein wieder alle an einem Strang ziehen und es in eine gemeinsame Richtung geht. Das wurde auch schon letzte Saison deutlich, als man m.E. eine ganze Reihe von Transfers hinbekommen hat, die uns noch nachhaltig Freude bereiten werden (Sancho, Philipp, Akanji, ggf. auch Toprak, Dahoud, Gomez und Yarmolenko).


Auf das sportliche möchte ich hier auch gar nicht weiter eingehen, rein von der wirtschaftlichen Seite her kann man die Schieflage im Kader m.E. in diesem Sommer weitgehend beheben. Das schlechte Abschneiden ist hauptsächlich in den nicht erfolgreichen Top-Transfers Schürrle und Götze zu suchen.

Ohne jetzt die Gründe zu beleuchten, kann man feststellen, dass 2 unserer 3 Topverdiener (der andere ist Reus, bis zum Winter auch noch Auba) keine überzeugenden Leistungen geliefert haben. Das viel genannte Preis-Leistungsverhältnis passt überhaupt nicht. Es ist schon bezeichnend, wenn letzten Endes Leute wie Philip, Sancho, Pulisic oder andere Spieler aus dem Niedriglohnsektor die Kohlen aus dem Feuer holen sollen, während Gehaltskrösus 1 auf der Bank udn Gehaltskrösus 2 auf der Tribüne sitzt. Die Folgen auch für die Mannschaft als soziale Gruppe sind hier nicht mal eingespeist, dürften allerdings fatal sein.


Um den Bogen zu schließen, ja man kann den Umbruch zumindest in wirtschaftlicher Sicht auf den Kader in diesem Sommer hinbekommen, und zwar in einer Totalrevision des Transfersommers 2016.
BVB - Transferpolitik |#11163
02.06.2018 - 14:12 Uhr
Zitat von Nic
Zitat von BVBBC

Es kommen daher eine Menge Faktoren zusammen, durch die diese Transferperiode extrem kompiziert ist, zumal weitere Fehler in meinen Augen allzu schnell kritisch werden können. Watzke wird schon gewusst haben, warum er davon sprach, dass der Umbruch nicht nur einen Sommer dauern kann. Die große Preisfrage ist nur: hat man noch so viel Zeit, nach all den (gescheiterten) Umbrüchen der letzten Jahre?



Es könnte kompliziert werden, allerdings hat man es in einem Transfersommer (2016) geschafft den Kader sehr zu verunstalten, wieso sollte man es daher nicht in einem Transfersommer schaffen, die größten Schäden wieder zu beheben?



Will jetzt nicht polemisch klingen, aber im Grunde ist es doch so: weil es sehr viel einfacher ist Mist zu bauen, als alles oder zumindest vieles richtig zu machen!



Optimistisch stimmt mich hier insbesondere, dass im Verein wieder alle an einem Strang ziehen und es in eine gemeinsame Richtung geht. Das wurde auch schon letzte Saison deutlich, als man m.E. eine ganze Reihe von Transfers hinbekommen hat, die uns noch nachhaltig Freude bereiten werden (Sancho, Philipp, Akanji, ggf. auch Toprak, Dahoud, Gomez und Yarmolenko).


Auf das sportliche möchte ich hier auch gar nicht weiter eingehen, rein von der wirtschaftlichen Seite her kann man die Schieflage im Kader m.E. in diesem Sommer weitgehend beheben. Das schlechte Abschneiden ist hauptsächlich in den nicht erfolgreichen Top-Transfers Schürrle und Götze zu suchen.

Ohne jetzt die Gründe zu beleuchten, kann man feststellen, dass 2 unserer 3 Topverdiener (der andere ist Reus, bis zum Winter auch noch Auba) keine überzeugenden Leistungen geliefert haben. Das viel genannte Preis-Leistungsverhältnis passt überhaupt nicht. Es ist schon bezeichnend, wenn letzten Endes Leute wie Philip, Sancho, Pulisic oder andere Spieler aus dem Niedriglohnsektor die Kohlen aus dem Feuer holen sollen, während Gehaltskrösus 1 auf der Bank udn Gehaltskrösus 2 auf der Tribüne sitzt. Die Folgen auch für die Mannschaft als soziale Gruppe sind hier nicht mal eingespeist, dürften allerdings fatal sein.


Um den Bogen zu schließen, ja man kann den Umbruch zumindest in wirtschaftlicher Sicht auf den Kader in diesem Sommer hinbekommen, und zwar in einer Totalrevision des Transfersommers 2016.


Die Frage ist halt, ob man das wirklich so will. Eine gemeinsame Richtung kann schließlich auch gen Norden zielen, während eigentlich das Ziel im Süden liegt, um mal vom Extremfall zu sprechen. Das Bild kann man im Grunde aber auch noch weiter ausbauen, da man auch noch sehr weit weg vom Ziel ist und deswegen den umso direkteren Weg zum Ziel wählen muss - und nicht nur sollte -, was aber schwierig werden wird, weil die wenigsten Straßen komplett gerade sind ...

Dass das Preis-Leistungs-Verhältnis nicht passt, stimmt natürlich, allerdings ist ja auch darin schon teilweise begründet, warum dieser Sommer alles andere als einfach wird. Denn schließlich sucht jeder Verein Spieler, bei denen Preis-Leistung in einem extrem guten Verhältnis stehen. Davon hat der BVB - auch angesichts der Quantität - nicht allzu viele im Angebot, weil die Spielertypen schlecht aufeinander abgestimmt wurden - das betrifft in meinen Augen nicht nur pauschal Götze und Schürrle, sondern ist viel tiefgreifender und genau deshalb fehlt mir bislang der Glaube, dass das entscheidend besser wird, geschweige denn richtig gut - weswegen man nachhelfen muss, beim Thema, das man unmittelbar beeinflussen kann: dem Preis!

Das wird wieder Spielraum kosten und trotzdem lange genug benötigen. Die Grundvoraussetzungen waren 2016 jedenfalls nicht so schlecht, um was Gutes aus der Situation zu machen, zumal man - abgesehen vom Vorgehen bei Miki - früh wusste, dass die Spieler gehen werden und dementsprechend auch, was sie ungefähr bringen werden. Das hat aber nicht so recht geklappt und 2017 nochmal potenziert, durch all die Probleme, die sich vor allem im zweiten Halbjahr der abgelaufenen Saison ergaben. Deswegen sind die Probleme heute ja auch nochmal wesentlich größer als letzten Sommer.

Daran ändern auch tolle Transfers, wie Dahoud, Philipp, Sancho, Akanji, Gomez oder auch Hitz nicht so wahnsinnig viel, weil die Probleme mittlerweile so tiefgreifend sind, dass sie eigentlich jeden Mannschaftsteil umfassen. In der Abwehr altern die AV und insbesondere auf RV fehlt der langfristige Nachfolger für Piszczek. Das Zentrum ist vollkommen dysfunktional und könnte komplett ausgetauscht werden. Im Angriff ist man qualitativ nach wie vor sehr gut aufgestellt, aber die Abschlussspieler haben deutlich Überzahl, obwohl der MS fehlt. Dazu kommen quantitative Probleme, wonach der Kader dringend auf Doppelbesetzung + 3-4 Talente reduziert werden muss. Ansonsten sehe ich auch das Problem Teambuildung aussichtslos, da es entweder sichtbare (obwohl selbstverschuldete) Unzufriedenheit oder kein ausreichend hohes Maß an Wettbewerb geben wird.

Es gibt verdammt viel zu tun und es ist in meinen Augen fast aussichtslos, dass alles gelingen wird. Daher fällt mir Optimismus so schwer ...
BVB - Transferpolitik |#11164
02.06.2018 - 15:16 Uhr
Zitat von BVBBC

Die Grundvoraussetzungen waren 2016 jedenfalls nicht so schlecht, um was Gutes aus der Situation zu machen, zumal man - abgesehen vom Vorgehen bei Miki - früh wusste, dass die Spieler gehen werden und dementsprechend auch, was sie ungefähr bringen werden. Das hat aber nicht so recht geklappt und 2017 nochmal potenziert, durch all die Probleme, die sich vor allem im zweiten Halbjahr der abgelaufenen Saison ergaben. Deswegen sind die Probleme heute ja auch nochmal wesentlich größer als letzten Sommer.

Daran ändern auch tolle Transfers, wie Dahoud, Philipp, Sancho, Akanji, Gomez oder auch Hitz nicht so wahnsinnig viel, weil die Probleme mittlerweile so tiefgreifend sind, dass sie eigentlich jeden Mannschaftsteil umfassen. In der Abwehr altern die AV und insbesondere auf RV fehlt der langfristige Nachfolger für Piszczek. Das Zentrum ist vollkommen dysfunktional und könnte komplett ausgetauscht werden. Im Angriff ist man qualitativ nach wie vor sehr gut aufgestellt, aber die Abschlussspieler haben deutlich Überzahl, obwohl der MS fehlt. Dazu kommen quantitative Probleme, wonach der Kader dringend auf Doppelbesetzung + 3-4 Talente reduziert werden muss. Ansonsten sehe ich auch das Problem Teambuildung aussichtslos, da es entweder sichtbare (obwohl selbstverschuldete) Unzufriedenheit oder kein ausreichend hohes Maß an Wettbewerb geben wird.

Es gibt verdammt viel zu tun und es ist in meinen Augen fast aussichtslos, dass alles gelingen wird. Daher fällt mir Optimismus so schwer ...


Gegen diese Argumentation kann ich fast nichts setzen, denn die tiefgreifenden Probleme, die "eigentlich jeden Mannschaftsteil" betreffen, sind offensichtlich.

Einzig meine Vermutung, dass aus dem einen oder anderen vorhandenen Spieler unter neuem Trainer und damit hoffentlich auch neuer Spielidee doch noch gute Leistungen "herauszukitzeln" sind, lässt mich zwar nicht optimistisch, aber doch weniger pessimistisch sein, als du es bist. Diese Vermutung nährt sich aus meiner Beobachtung, dass Spieler in einem neuen Verein oder unter neuem Trainer im gleichen Verein deutlich bessere Leistungen zeigen konnten - manchmal sogar in erheblichem Maße.

Denke ich allerdings an die BVB-Geschichte nach Klopp, also an den nicht verhinderten (nicht verhinderbaren?) Qualitätsverlust des Kaders, den Anschlag, die leidige Tuchel-Story, den Verschleiß von drei Trainern in kurzer Zeit, die in der Form unsäglichen Abgänge von Dembélé und Aubameyang, die Verunsicherung und Unruhe in der Mannschaft und speziell an die letzten Spiele dieser Saison, die einem Offenbarungseid nahekamen, dann wundert mich mein geringerer Pessimismus selbst ein wenig. Könnte also sein, dass es Wunschdenken ist und der BVB erst in vielen Jahren, wenn nahezu kein Spieler der letzten drei Jahre mehr im Kader ist, wieder mehr als einer unter vielen BL-Vereinen sein kann, denn in den letzten Jahrzehnten habe ich leider auch an manchen Vereinen beobachtet, dass erst ein fast völliger Austausch ihres Kaders wieder zu nachhaltig besseren Leistungen geführt hat.

•     •     •

Ich kann freilich nicht sagen, ob es besser werden wird, wenn es anders wird; 
aber soviel kann ich sagen, es muß anders werden, wenn es gut werden soll.
Georg Christoph Lichtenberg
BVB - Transferpolitik |#11165
02.06.2018 - 15:28 Uhr
Zitat von Nic
Zitat von BVBBC

Es kommen daher eine Menge Faktoren zusammen, durch die diese Transferperiode extrem kompiziert ist, zumal weitere Fehler in meinen Augen allzu schnell kritisch werden können. Watzke wird schon gewusst haben, warum er davon sprach, dass der Umbruch nicht nur einen Sommer dauern kann. Die große Preisfrage ist nur: hat man noch so viel Zeit, nach all den (gescheiterten) Umbrüchen der letzten Jahre?



Es könnte kompliziert werden, allerdings hat man es in einem Transfersommer (2016) geschafft den Kader sehr zu verunstalten, wieso sollte man es daher nicht in einem Transfersommer schaffen, die größten Schäden wieder zu beheben?


Optimistisch stimmt mich hier insbesondere, dass im Verein wieder alle an einem Strang ziehen und es in eine gemeinsame Richtung geht. Das wurde auch schon letzte Saison deutlich, als man m.E. eine ganze Reihe von Transfers hinbekommen hat, die uns noch nachhaltig Freude bereiten werden (Sancho, Philipp, Akanji, ggf. auch Toprak, Dahoud, Gomez und Yarmolenko).


Auf das sportliche möchte ich hier auch gar nicht weiter eingehen, rein von der wirtschaftlichen Seite her kann man die Schieflage im Kader m.E. in diesem Sommer weitgehend beheben. Das schlechte Abschneiden ist hauptsächlich in den nicht erfolgreichen Top-Transfers Schürrle und Götze zu suchen.

Ohne jetzt die Gründe zu beleuchten, kann man feststellen, dass 2 unserer 3 Topverdiener (der andere ist Reus, bis zum Winter auch noch Auba) keine überzeugenden Leistungen geliefert haben. Das viel genannte Preis-Leistungsverhältnis passt überhaupt nicht. Es ist schon bezeichnend, wenn letzten Endes Leute wie Philip, Sancho, Pulisic oder andere Spieler aus dem Niedriglohnsektor die Kohlen aus dem Feuer holen sollen, während Gehaltskrösus 1 auf der Bank udn Gehaltskrösus 2 auf der Tribüne sitzt. Die Folgen auch für die Mannschaft als soziale Gruppe sind hier nicht mal eingespeist, dürften allerdings fatal sein.


Um den Bogen zu schließen, ja man kann den Umbruch zumindest in wirtschaftlicher Sicht auf den Kader in diesem Sommer hinbekommen, und zwar in einer Totalrevision des Transfersommers 2016.


Wie halt man denn den Kader verunstaltet? Gut, drei der fünf Topspieler abzugeben war zu viel. Dass Götze/Schürrle aufgrund von Krankheit und Verletzungen quasi nicht zur Verfügung standen, würde ich mal unter nicht vorhersehbar und damit ohne Vorsatz bezeichnen. Die sportlichen Ziele würden aber übererfüllt. Von daher Frage ich mich, wie man da von Schäden sprechen kann.

Auch bei Deiner zweiten Behauptung kann ich Dir nicht folgen. Schürrle und Götze? Warum schmeißt Du die Saisons durcheinander. Das die Saison 17/18 nicht so erfolgreich war, lag nun eindeutig an der kurzfristigen Entlassung Tuchels. Mit einer D oder E-Lösung als Trainer geht es halt auch nicht. Götze hat gar keine so schlechte Saison gespielt und auch Schürrle hatte gute Phasen. Letztlich haben quasi alle Spieler -vielleicht bis auf Toprak und Sancho und mit Absprichen Philipp - eine eher schwache bis wirklich schwache Saison gespielt. Und so was liegt nicht an einer falschen Kaderpolitik, sondern am schwachen Trainer. Einfach einen Versuch mit Bosz zu starten, weil niemand anderes wollte/konnte, war naiv und völlig sinnbefreit. Dann einen gescheiterten Trainer einer verunsicherten Mannschaft vorzusetzen, war auch suboptimal.

Warum bringt ein Bartra wohl plötzlich wieder Top-Leistungen?

Davon ab, dass kein Profi so denkt, wie manche Fan - Stichwort: Neid - haben weder Götze noch Schürrle in der RR und auch nicht zum Ende länger auf Bank und Tribüne gesessen. Jetzt hier gegen zwei Spieler zu haten, ist auch nicht zielführend, sondern unsinnig.
BVB - Transferpolitik |#11166
02.06.2018 - 16:04 Uhr
Zitat von arche
Zitat von BVBBC


Die Grundvoraussetzungen waren 2016 jedenfalls nicht so schlecht, um was Gutes aus der Situation zu machen, zumal man - abgesehen vom Vorgehen bei Miki - früh wusste, dass die Spieler gehen werden und dementsprechend auch, was sie ungefähr bringen werden. Das hat aber nicht so recht geklappt und 2017 nochmal potenziert, durch all die Probleme, die sich vor allem im zweiten Halbjahr der abgelaufenen Saison ergaben. Deswegen sind die Probleme heute ja auch nochmal wesentlich größer als letzten Sommer.

Daran ändern auch tolle Transfers, wie Dahoud, Philipp, Sancho, Akanji, Gomez oder auch Hitz nicht so wahnsinnig viel, weil die Probleme mittlerweile so tiefgreifend sind, dass sie eigentlich jeden Mannschaftsteil umfassen. In der Abwehr altern die AV und insbesondere auf RV fehlt der langfristige Nachfolger für Piszczek. Das Zentrum ist vollkommen dysfunktional und könnte komplett ausgetauscht werden. Im Angriff ist man qualitativ nach wie vor sehr gut aufgestellt, aber die Abschlussspieler haben deutlich Überzahl, obwohl der MS fehlt. Dazu kommen quantitative Probleme, wonach der Kader dringend auf Doppelbesetzung + 3-4 Talente reduziert werden muss. Ansonsten sehe ich auch das Problem Teambuildung aussichtslos, da es entweder sichtbare (obwohl selbstverschuldete) Unzufriedenheit oder kein ausreichend hohes Maß an Wettbewerb geben wird.

Es gibt verdammt viel zu tun und es ist in meinen Augen fast aussichtslos, dass alles gelingen wird. Daher fällt mir Optimismus so schwer ...


Gegen diese Argumentation kann ich fast nichts setzen, denn die tiefgreifenden Probleme, die "eigentlich jeden Mannschaftsteil" betreffen, sind offensichtlich.

Einzig meine Vermutung, dass aus dem einen oder anderen vorhandenen Spieler unter neuem Trainer und damit hoffentlich auch neuer Spielidee doch noch gute Leistungen "herauszukitzeln" sind, lässt mich zwar nicht optimistisch, aber doch weniger pessimistisch sein, als du es bist. Diese Vermutung nährt sich aus meiner Beobachtung, dass Spieler in einem neuen Verein oder unter neuem Trainer im gleichen Verein deutlich bessere Leistungen zeigen konnten - manchmal sogar in erheblichem Maße.

Denke ich allerdings an die BVB-Geschichte nach Klopp, also an den nicht verhinderten (nicht verhinderbaren?) Qualitätsverlust des Kaders, den Anschlag, die leidige Tuchel-Story, den Verschleiß von drei Trainern in kurzer Zeit, die in der Form unsäglichen Abgänge von Dembélé und Aubameyang, die Verunsicherung und Unruhe in der Mannschaft und speziell an die letzten Spiele dieser Saison, die einem Offenbarungseid nahekamen, dann wundert mich mein geringerer Pessimismus selbst ein wenig. Könnte also sein, dass es Wunschdenken ist und der BVB erst in vielen Jahren, wenn nahezu kein Spieler der letzten drei Jahre mehr im Kader ist, wieder mehr als einer unter vielen BL-Vereinen sein kann, denn in den letzten Jahrzehnten habe ich leider auch an manchen Vereinen beobachtet, dass erst ein fast völliger Austausch ihres Kaders wieder zu nachhaltig besseren Leistungen geführt hat.


Du sagst es doch letztlich selbst. Der Anschlag und daraus folgend die Entlassung Tuchels ohne vernünftigen Nachfolger. Dann das Debakel um Bosz, die zu einer völligen Verunsicherung der Mannschaft führte.

Warum machst Du dafür die Spieler so verantwortlich? Es zeigt so doch immer und immer wieder, dass ein neuer Trainer Wunder bewirken kann.

Auch unter Klopp haben wir die Top-Spieler verloren. Neu ist halt die immer größere werdende Konkurrenz um unsere Zielverpflichtungen. Und natürlich auch der Umstand, dass es auch immer mehr Vereine gibt, die uns wirtschaftlich überholen.

Eins sehe ich aber als Gefahr. Ich hätte Favre nicht geholt. Ich hätte auch Wolf und Delaney nicht geholt. Beim Trainer hätte ich auf einen jungen innovativen gesetzt und da ich nicht glaube, dass wir ein Problem bei den Mentalitätsspielern haben, hätte ich andere Spieler bevorzugt. Ich habe aber den Vorteil, dass, wenn etwas scheitert, was ich befürwortet habe, samstags um 15:30 Uhr auch mit meinen Kindern ins Kino gehen kann. Von daher kann ich nachvollziehen, dass Watzke erst mal eine sichtbare Schwäche in manchen Spielen (eben den Einsatz) schließen möchte. Nur ist das aber auch wenig innovativ. Aber offenbar möchte man diese aktuell auch erst mal nicht. Nachvollziehbar, aber nicht meins.
BVB - Transferpolitik |#11167
02.06.2018 - 16:30 Uhr
Zitat von Bremer_Hesse
Zitat von arche

Zitat von BVBBC


Die Grundvoraussetzungen waren 2016 jedenfalls nicht so schlecht, um was Gutes aus der Situation zu machen, zumal man - abgesehen vom Vorgehen bei Miki - früh wusste, dass die Spieler gehen werden und dementsprechend auch, was sie ungefähr bringen werden. Das hat aber nicht so recht geklappt und 2017 nochmal potenziert, durch all die Probleme, die sich vor allem im zweiten Halbjahr der abgelaufenen Saison ergaben. Deswegen sind die Probleme heute ja auch nochmal wesentlich größer als letzten Sommer.

Daran ändern auch tolle Transfers, wie Dahoud, Philipp, Sancho, Akanji, Gomez oder auch Hitz nicht so wahnsinnig viel, weil die Probleme mittlerweile so tiefgreifend sind, dass sie eigentlich jeden Mannschaftsteil umfassen. In der Abwehr altern die AV und insbesondere auf RV fehlt der langfristige Nachfolger für Piszczek. Das Zentrum ist vollkommen dysfunktional und könnte komplett ausgetauscht werden. Im Angriff ist man qualitativ nach wie vor sehr gut aufgestellt, aber die Abschlussspieler haben deutlich Überzahl, obwohl der MS fehlt. Dazu kommen quantitative Probleme, wonach der Kader dringend auf Doppelbesetzung + 3-4 Talente reduziert werden muss. Ansonsten sehe ich auch das Problem Teambuildung aussichtslos, da es entweder sichtbare (obwohl selbstverschuldete) Unzufriedenheit oder kein ausreichend hohes Maß an Wettbewerb geben wird.

Es gibt verdammt viel zu tun und es ist in meinen Augen fast aussichtslos, dass alles gelingen wird. Daher fällt mir Optimismus so schwer ...


Gegen diese Argumentation kann ich fast nichts setzen, denn die tiefgreifenden Probleme, die "eigentlich jeden Mannschaftsteil" betreffen, sind offensichtlich.

Einzig meine Vermutung, dass aus dem einen oder anderen vorhandenen Spieler unter neuem Trainer und damit hoffentlich auch neuer Spielidee doch noch gute Leistungen "herauszukitzeln" sind, lässt mich zwar nicht optimistisch, aber doch weniger pessimistisch sein, als du es bist. Diese Vermutung nährt sich aus meiner Beobachtung, dass Spieler in einem neuen Verein oder unter neuem Trainer im gleichen Verein deutlich bessere Leistungen zeigen konnten - manchmal sogar in erheblichem Maße.

Denke ich allerdings an die BVB-Geschichte nach Klopp, also an den nicht verhinderten (nicht verhinderbaren?) Qualitätsverlust des Kaders, den Anschlag, die leidige Tuchel-Story, den Verschleiß von drei Trainern in kurzer Zeit, die in der Form unsäglichen Abgänge von Dembélé und Aubameyang, die Verunsicherung und Unruhe in der Mannschaft und speziell an die letzten Spiele dieser Saison, die einem Offenbarungseid nahekamen, dann wundert mich mein geringerer Pessimismus selbst ein wenig. Könnte also sein, dass es Wunschdenken ist und der BVB erst in vielen Jahren, wenn nahezu kein Spieler der letzten drei Jahre mehr im Kader ist, wieder mehr als einer unter vielen BL-Vereinen sein kann, denn in den letzten Jahrzehnten habe ich leider auch an manchen Vereinen beobachtet, dass erst ein fast völliger Austausch ihres Kaders wieder zu nachhaltig besseren Leistungen geführt hat.


Du sagst es doch letztlich selbst. Der Anschlag und daraus folgend die Entlassung Tuchels ohne vernünftigen Nachfolger. Dann das Debakel um Bosz, die zu einer völligen Verunsicherung der Mannschaft führte.

Warum machst Du dafür die Spieler so verantwortlich? Es zeigt so doch immer und immer wieder, dass ein neuer Trainer Wunder bewirken kann.

Auch unter Klopp haben wir die Top-Spieler verloren. Neu ist halt die immer größere werdende Konkurrenz um unsere Zielverpflichtungen. Und natürlich auch der Umstand, dass es auch immer mehr Vereine gibt, die uns wirtschaftlich überholen.

Eins sehe ich aber als Gefahr. Ich hätte Favre nicht geholt. Ich hätte auch Wolf und Delaney nicht geholt. Beim Trainer hätte ich auf einen jungen innovativen gesetzt und da ich nicht glaube, dass wir ein Problem bei den Mentalitätsspielern haben, hätte ich andere Spieler bevorzugt. Ich habe aber den Vorteil, dass, wenn etwas scheitert, was ich befürwortet habe, samstags um 15:30 Uhr auch mit meinen Kindern ins Kino gehen kann. Von daher kann ich nachvollziehen, dass Watzke erst mal eine sichtbare Schwäche in manchen Spielen (eben den Einsatz) schließen möchte. Nur ist das aber auch wenig innovativ. Aber offenbar möchte man diese aktuell auch erst mal nicht. Nachvollziehbar, aber nicht meins.


Ich finde es ziemlic nachvollziehbar, dass man umso konservativer handelt, je mehr man zu verlieren hat. Und im Moment grade, wäre Innovation gleichzusetzen mit Herumexperimentieren.
Ansonsten bin ich bei Dir.

Eine Sache dazu noch die ich recht befremdlich finde: Watzke hat in schwatzgelb ja weniger über Mentalität gesprochen (naja, teilweise schon - der Bezug zu Bender z.B.), sondern mehr über Identifikation (hat er wesentlich mehr Worte zu verloren). Hier im Forum hat man daraus einen reinen Mentalitätsumbruch gemacht, vermutlich auch, weil man das desorientierte Getrappel unsere Spieler in einigen Partien mit Lustlosigkeit erklärt und nicht mir mangelnden Ideen, was das ja auch erklären würde. Ich bin mir daher gar nicht so sicher, ob das Forum sich da nicht auch ein bisschen verrannt hat. Ich habe jedenfalls noch nie so oft "Mentalität" oder "Mentaltitätsspieler" gelesen, wie in den letzten zwei Wochen und ausnahmeslos jeder Transfer und jedes Gerücht scheint damit mehr oder minder erklärt zu werden. Wahrscheinlich ist ein bisschen was dran, aber ichn halte es für unwahrscheinlich, dass der BVB bei jedem Spieler jetzt nach außergewöhnlichemKampfgeist und Leaderfähigkeiten Ausschau hält. Das brauchen wir eigentlich nur im Bereich des Defensivverbunds, allerdings mindestens genauso dringend, wie einen besseren Spielaufbau, wo ich die IV und Weigl in der Pflicht sehe, aber eigentlich endlich mal einen Strategen hätte. Ich bin mir nicht mehr sicher, ob Dahoud die Rolle wird ausfüllen können, wenngleich ich die Hoffnung auch noch nicht aufgegeben habe, weil die Ansätze bei ihm ja nicht übel waren diese Saison. Nur reichen Ansätze letztlich nicht.

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BVB - Transferpolitik |#11168
02.06.2018 - 17:09 Uhr
Zitat von Bremer_Hesse


Wie halt man denn den Kader verunstaltet? Gut, drei der fünf Topspieler abzugeben war zu viel. Dass Götze/Schürrle aufgrund von Krankheit und Verletzungen quasi nicht zur Verfügung standen, würde ich mal unter nicht vorhersehbar und damit ohne Vorsatz bezeichnen. Die sportlichen Ziele würden aber übererfüllt. Von daher Frage ich mich, wie man da von Schäden sprechen kann.


Die nicht kompatible Zusammenstellung des Kaders nahm ihren großen Ursprung in 2016. Es wurden Spieler(typen) verpflichtet, für die bis heute keine Verwendung besteht und die in Summe zu einer recht deutlichen Unterlegenheit des Kaders in den Bereichen Dynamik sowie Physis geführt hat.

Verunstaltet in der Form, dass man nicht in eine Richtung gegangen ist, es gab Tuchel Transfers, es gab Transfers aus dem Lager Zorc/Mislintat. Dabei wurden auch noch größere interne Reibereien erzeugt, dadurch dass man teilweise im Verein kurzfristige und gleichzeitig langfristige sportliche Ziele verfolgte.

Zitat von usernick
Auch bei Deiner zweiten Behauptung kann ich Dir nicht folgen. Schürrle und Götze? Warum schmeißt Du die Saisons durcheinander. Das die Saison 17/18 nicht so erfolgreich war, lag nun eindeutig an der kurzfristigen Entlassung Tuchels. Mit einer D oder E-Lösung als Trainer geht es halt auch nicht. Götze hat gar keine so schlechte Saison gespielt und auch Schürrle hatte gute Phasen. Letztlich haben quasi alle Spieler -vielleicht bis auf Toprak und Sancho und mit Absprichen Philipp - eine eher schwache bis wirklich schwache Saison gespielt. Und so was liegt nicht an einer falschen Kaderpolitik, sondern am schwachen Trainer. Einfach einen Versuch mit Bosz zu starten, weil niemand anderes wollte/konnte, war naiv und völlig sinnbefreit. Dann einen gescheiterten Trainer einer verunsicherten Mannschaft vorzusetzen, war auch suboptimal.


Ich betrachte das nur rein wirtschaftlich, und da bleibt einfach nur festzustellen, dass 2 Spieler, die mit abstand zu den Topverdienern gehören, keinen sportlichen Beitrag beisteuern, der ihrem Anteil am Gehaltsetat auch nur annähernd entspricht. Es könnte eigentlich kein krasseres Missverhältnis geben. Wo will man sonst ansetzten als bei diesem Missverhältnis?

Was nicht auch zuletzt daran liegt, dass die Spieler weder unter Tuchel, zu dessen Amtszeit sie verpflichtet wurden, noch unter Bosz oder Stöger besonders leistungstechnisch aufgefallen sind.

Dazu sind beides noch Spieler, die von ihrem Profil her nicht wirklich in den Kader passen.


Zitat von usernick
Warum bringt ein Bartra wohl plötzlich wieder Top-Leistungen?


Den würde ich als am schwersten geschädigten des Anschlags herausnehmen. Aber genauso könnte man dann ja auch fragen, ob gewisse Spieler ähnliche Probleme haben und gerade auch um ihretwillen den Verein verlassen sollten? Wie das psychologisch genau zu begründen ist kann ich nicht sagen, dennoch scheint so ein Ortswechsel mitunter zu helfen.

Zitat von usernick
Davon ab, dass kein Profi so denkt, wie manche Fan - Stichwort: Neid - haben weder Götze noch Schürrle in der RR und auch nicht zum Ende länger auf Bank und Tribüne gesessen. Jetzt hier gegen zwei Spieler zu haten, ist auch nicht zielführend, sondern unsinnig.


Ich hate nicht, sondern beurteile deren sportliche Leistung in Vergleich zu den Anteilen am Gehaltsetat. Mir reicht es eben nicht, wenn ein 8 Mio-Spieler ein paar gute Ansätze zeigt, das kann sich der BVB nicht leisten. Aber das du das anders siehst kennt man ja aus den Spieler-Threads.

Das mit dem Neid unterschätzt du gnadenlos. Es mag nicht alle Spieler berühren, aber es gibt sicher einige, bei denen der Berater pausenlos einflüstert, wie viel mehr sie doch verdienen müssten, gerade in Vergleich zu Spieler XY.
BVB - Transferpolitik |#11169
02.06.2018 - 17:12 Uhr
Zitat von BVBBC
Zitat von Nic

Zitat von BVBBC

Es kommen daher eine Menge Faktoren zusammen, durch die diese Transferperiode extrem kompiziert ist, zumal weitere Fehler in meinen Augen allzu schnell kritisch werden können. Watzke wird schon gewusst haben, warum er davon sprach, dass der Umbruch nicht nur einen Sommer dauern kann. Die große Preisfrage ist nur: hat man noch so viel Zeit, nach all den (gescheiterten) Umbrüchen der letzten Jahre?



Es könnte kompliziert werden, allerdings hat man es in einem Transfersommer (2016) geschafft den Kader sehr zu verunstalten, wieso sollte man es daher nicht in einem Transfersommer schaffen, die größten Schäden wieder zu beheben?



Will jetzt nicht polemisch klingen, aber im Grunde ist es doch so: weil es sehr viel einfacher ist Mist zu bauen, als alles oder zumindest vieles richtig zu machen!


Optimistisch stimmt mich hier insbesondere, dass im Verein wieder alle an einem Strang ziehen und es in eine gemeinsame Richtung geht. Das wurde auch schon letzte Saison deutlich, als man m.E. eine ganze Reihe von Transfers hinbekommen hat, die uns noch nachhaltig Freude bereiten werden (Sancho, Philipp, Akanji, ggf. auch Toprak, Dahoud, Gomez und Yarmolenko).


Auf das sportliche möchte ich hier auch gar nicht weiter eingehen, rein von der wirtschaftlichen Seite her kann man die Schieflage im Kader m.E. in diesem Sommer weitgehend beheben. Das schlechte Abschneiden ist hauptsächlich in den nicht erfolgreichen Top-Transfers Schürrle und Götze zu suchen.

Ohne jetzt die Gründe zu beleuchten, kann man feststellen, dass 2 unserer 3 Topverdiener (der andere ist Reus, bis zum Winter auch noch Auba) keine überzeugenden Leistungen geliefert haben. Das viel genannte Preis-Leistungsverhältnis passt überhaupt nicht. Es ist schon bezeichnend, wenn letzten Endes Leute wie Philip, Sancho, Pulisic oder andere Spieler aus dem Niedriglohnsektor die Kohlen aus dem Feuer holen sollen, während Gehaltskrösus 1 auf der Bank udn Gehaltskrösus 2 auf der Tribüne sitzt. Die Folgen auch für die Mannschaft als soziale Gruppe sind hier nicht mal eingespeist, dürften allerdings fatal sein.


Um den Bogen zu schließen, ja man kann den Umbruch zumindest in wirtschaftlicher Sicht auf den Kader in diesem Sommer hinbekommen, und zwar in einer Totalrevision des Transfersommers 2016.


Die Frage ist halt, ob man das wirklich so will. Eine gemeinsame Richtung kann schließlich auch gen Norden zielen, während eigentlich das Ziel im Süden liegt, um mal vom Extremfall zu sprechen. Das Bild kann man im Grunde aber auch noch weiter ausbauen, da man auch noch sehr weit weg vom Ziel ist und deswegen den umso direkteren Weg zum Ziel wählen muss - und nicht nur sollte -, was aber schwierig werden wird, weil die wenigsten Straßen komplett gerade sind ...

Dass das Preis-Leistungs-Verhältnis nicht passt, stimmt natürlich, allerdings ist ja auch darin schon teilweise begründet, warum dieser Sommer alles andere als einfach wird. Denn schließlich sucht jeder Verein Spieler, bei denen Preis-Leistung in einem extrem guten Verhältnis stehen. Davon hat der BVB - auch angesichts der Quantität - nicht allzu viele im Angebot, weil die Spielertypen schlecht aufeinander abgestimmt wurden - das betrifft in meinen Augen nicht nur pauschal Götze und Schürrle, sondern ist viel tiefgreifender und genau deshalb fehlt mir bislang der Glaube, dass das entscheidend besser wird, geschweige denn richtig gut - weswegen man nachhelfen muss, beim Thema, das man unmittelbar beeinflussen kann: dem Preis!

Das wird wieder Spielraum kosten und trotzdem lange genug benötigen. Die Grundvoraussetzungen waren 2016 jedenfalls nicht so schlecht, um was Gutes aus der Situation zu machen, zumal man - abgesehen vom Vorgehen bei Miki - früh wusste, dass die Spieler gehen werden und dementsprechend auch, was sie ungefähr bringen werden. Das hat aber nicht so recht geklappt und 2017 nochmal potenziert, durch all die Probleme, die sich vor allem im zweiten Halbjahr der abgelaufenen Saison ergaben. Deswegen sind die Probleme heute ja auch nochmal wesentlich größer als letzten Sommer.

Daran ändern auch tolle Transfers, wie Dahoud, Philipp, Sancho, Akanji, Gomez oder auch Hitz nicht so wahnsinnig viel, weil die Probleme mittlerweile so tiefgreifend sind, dass sie eigentlich jeden Mannschaftsteil umfassen. In der Abwehr altern die AV und insbesondere auf RV fehlt der langfristige Nachfolger für Piszczek. Das Zentrum ist vollkommen dysfunktional und könnte komplett ausgetauscht werden. Im Angriff ist man qualitativ nach wie vor sehr gut aufgestellt, aber die Abschlussspieler haben deutlich Überzahl, obwohl der MS fehlt. Dazu kommen quantitative Probleme, wonach der Kader dringend auf Doppelbesetzung + 3-4 Talente reduziert werden muss. Ansonsten sehe ich auch das Problem Teambuildung aussichtslos, da es entweder sichtbare (obwohl selbstverschuldete) Unzufriedenheit oder kein ausreichend hohes Maß an Wettbewerb geben wird.

Es gibt verdammt viel zu tun und es ist in meinen Augen fast aussichtslos, dass alles gelingen wird. Daher fällt mir Optimismus so schwer ...


Meine Güte....Musst du denn ALLE vorhandenen Probleme so klar ausführen? Ich bin nach der letzten Saison sowieso schon sehr pessimistisch unterwegs. Könntest du bitte für eher pessimistisch veranlagte Leute wie mich etwas zuversichtlichere Beiträge verfassen? Sonst gucke ich mir das nächste Spiel der Borussia erst in der Saison 2020/21 an.....augen-zuhaltenZwinkernd

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"There is no glory in prevention." - Christian Drosten

„Wenn man kein Tor bekommt, verliert man nicht!“ Roman Bürki

„ Jeder kann wütend werden, das ist einfach. Aber wütend auf den Richtigen zu sein, im richtigen Maß, zur richtigen Zeit, zum richtigen Zweck und auf die richtige Art, das ist schwer.“ Aristoteles
BVB - Transferpolitik |#11170
02.06.2018 - 17:13 Uhr
Zitat von arche
Zitat von BVBBC


Die Grundvoraussetzungen waren 2016 jedenfalls nicht so schlecht, um was Gutes aus der Situation zu machen, zumal man - abgesehen vom Vorgehen bei Miki - früh wusste, dass die Spieler gehen werden und dementsprechend auch, was sie ungefähr bringen werden. Das hat aber nicht so recht geklappt und 2017 nochmal potenziert, durch all die Probleme, die sich vor allem im zweiten Halbjahr der abgelaufenen Saison ergaben. Deswegen sind die Probleme heute ja auch nochmal wesentlich größer als letzten Sommer.

Daran ändern auch tolle Transfers, wie Dahoud, Philipp, Sancho, Akanji, Gomez oder auch Hitz nicht so wahnsinnig viel, weil die Probleme mittlerweile so tiefgreifend sind, dass sie eigentlich jeden Mannschaftsteil umfassen. In der Abwehr altern die AV und insbesondere auf RV fehlt der langfristige Nachfolger für Piszczek. Das Zentrum ist vollkommen dysfunktional und könnte komplett ausgetauscht werden. Im Angriff ist man qualitativ nach wie vor sehr gut aufgestellt, aber die Abschlussspieler haben deutlich Überzahl, obwohl der MS fehlt. Dazu kommen quantitative Probleme, wonach der Kader dringend auf Doppelbesetzung + 3-4 Talente reduziert werden muss. Ansonsten sehe ich auch das Problem Teambuildung aussichtslos, da es entweder sichtbare (obwohl selbstverschuldete) Unzufriedenheit oder kein ausreichend hohes Maß an Wettbewerb geben wird.

Es gibt verdammt viel zu tun und es ist in meinen Augen fast aussichtslos, dass alles gelingen wird. Daher fällt mir Optimismus so schwer ...


Gegen diese Argumentation kann ich fast nichts setzen, denn die tiefgreifenden Probleme, die "eigentlich jeden Mannschaftsteil" betreffen, sind offensichtlich.

Einzig meine Vermutung, dass aus dem einen oder anderen vorhandenen Spieler unter neuem Trainer und damit hoffentlich auch neuer Spielidee doch noch gute Leistungen "herauszukitzeln" sind, lässt mich zwar nicht optimistisch, aber doch weniger pessimistisch sein, als du es bist. Diese Vermutung nährt sich aus meiner Beobachtung, dass Spieler in einem neuen Verein oder unter neuem Trainer im gleichen Verein deutlich bessere Leistungen zeigen konnten - manchmal sogar in erheblichem Maße.

Denke ich allerdings an die BVB-Geschichte nach Klopp, also an den nicht verhinderten (nicht verhinderbaren?) Qualitätsverlust des Kaders, den Anschlag, die leidige Tuchel-Story, den Verschleiß von drei Trainern in kurzer Zeit, die in der Form unsäglichen Abgänge von Dembélé und Aubameyang, die Verunsicherung und Unruhe in der Mannschaft und speziell an die letzten Spiele dieser Saison, die einem Offenbarungseid nahekamen, dann wundert mich mein geringerer Pessimismus selbst ein wenig. Könnte also sein, dass es Wunschdenken ist und der BVB erst in vielen Jahren, wenn nahezu kein Spieler der letzten drei Jahre mehr im Kader ist, wieder mehr als einer unter vielen BL-Vereinen sein kann, denn in den letzten Jahrzehnten habe ich leider auch an manchen Vereinen beobachtet, dass erst ein fast völliger Austausch ihres Kaders wieder zu nachhaltig besseren Leistungen geführt hat.


Danke. Geht doch.Cool

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