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BVB - Transferpolitik

14.02.2015 - 15:43 Uhr
BVB - Transferpolitik |#15391
16.07.2020 - 12:57 Uhr
Zitat von DirkHupeFan
Zitat von BVBBC

Zitat von mba123

Zitat von BVBBC

Zitat von Dunkelheit

Dazu kommt, dass du keinerlei Schwierigkeiten siehst, die ein Verein mit hoher Fluktuation wie der BVB nun mal hat, du verstehst nicht mal ansatzweise, wie schwierig ein guter 1B Transfer ist und du lässt bei deiner Betrachtung die Historie solcher Transfer vollständig ausser acht.



Ich glaube mit dem Absatz sprichst du das Problem ziemlich konkret an und das war es eben auch schon ex-ante und nicht erst ex-post. Man hat gerade bei den deutschen (National-)Spielern 1B Transfers gemacht, in einigen Fällen sogar eher 1C. Denn 1A Talent und Qualität holen sich eben die Bayern. Rummenigge formulierte das zuletzt nochmal nachdrücklich, im Rahmen der Sane Verpflichtung:

Quelle: https://www.sport1.de/fussball/bundesliga/2020/07/karl-heinz-rummenigge-fc-bayern-hakt-havertz-transfer-vorerst-ab
Unser Anspruch beim FC Bayern war immer, die besten deutschen Spieler bei uns zu haben. Mit ihm haben wir im nächsten Jahr sieben deutsche Nationalspieler im Kader - plus vielleicht noch den ein oder anderen Spieler vom Campus.


Du selbst sprichst die ganze Zeit davon, dass man den BVB mit Vereinen vergleichen soll, die ähnliche Mittel haben. Ich halte diese Sicht zwar für zu eingeschränkt, da man damit sehr schnell in einer eigenen Liga landet, in der es kaum bis keine Konkurrenz gibt - weswegen dein Schluss, dass man hervorragende Arbeit leistet eben auch nicht so ganz objektiv ist -, aber genau hier tritt man dann transferstrategisch in einen Wettbewerb mit den Bayern, den man nicht gewinnen kann, weil man nicht über dieselben finanziellen Mittel verfügt. Wie soll das erfolgreich sein? Was macht daraus eine herausragende Arbeit?

Dadurch bekommt man noch die wechselwilligen Spieler, die nicht zu den Bayern gehen, weil dort kein Bedarf für sie besteht oder die nicht die Qualität haben, um direkt bei den Bayern oder einem Topclub im Ausland zu bestehen. Das sind eben auf einen Schlag sehr viele Limits, die man sich gewissermaßen selbst auferlegt, in Form von Restriktionen bezüglich der Marktverfügbarkeit. So sticht man zwar häufig Leipzig, Gladbach oder Leverkusen aus, bei Spielern, die eine hohe Qualität nachgewiesen haben, nimmt sich aber gleichermaßen auch die Chance auf 1A Talent und in der Konsequenz auch auf 1A Qualität. Genau das sind diese Spieler eben nicht (mehr). Die Nische, die sich daraus ergibt, legt im Grunde automatisch einen Fokus auf entwicklungsfähige Spieler, die für den BVB vielversprechend genug sind, um eben genau dorthin entwickelt zu werden, wo sie sonst nicht mehr verfügbar wären.

Entwicklungsfähig, genau das waren aber Schürrle, Götze, Rode und Toprak nicht mehr, als man sie geholt hat, da sie fertige Spieler darstellten, bei ihrer Verpflichtung, die entweder schon länger stagnierten oder ihren Zenit schon hinter sich hatten. Hummels, Can und Schulz im abgelaufenen Jahr auch nicht, die eben mitnichten einen veränderten Transferansatz bezüglich deutscher Spieler verkünden, sondern fast schon den Misserfolgen seit 2016 trotzen wollen - und ich glaube, dass Can der einzige ist, der dafür eine Chance hat. Es ist daher nicht einmal bösartig formuliet, dass das Spieler sind, die die Bayern nicht wollten und nur deswegen für den BVB verfügbar waren. 3 davon kamen immerhin ja auch direkt aus München und Can hatte auch schon dort gespielt. Bei Wolf und Philipp kann man meines Erachtens streiten, ob sie noch Talentstatus hatten, aber selbst dann gab es hier ja nicht gerade wenig Streit, ob das am Ende 1B oder 1C Talente sind - oder sogar das zu hoch gegriffen ist. Es ist daher von Haus aus nicht logisch begründbar, dass die Transferstrategie auf 1B Talente und Qualität zu gehen, dem Wunsch um die Meisterschaft spielen zu wollen, entspricht. Es ist eine unterlegene Strategie, wenn der Serienmeister dieselbe Strategie mit mehr Ressourcen anwendet und 1A Talent und Qualität holt, sodass für den BVB nur die Besten vom Rest übrigbleiben. Spieler, die für die Bayern keine Priorität (mehr) hatten oder zu schlecht sind oder wurden. Da kann man auch noch ausländische Bundesligaspieler dazuzählen, die man zuletzt geholt hat.

Selbst Brandt, von dem ich sehr viel halte, ist im Grunde nur bedingt eine Ausnahme. Auch der ist auf dem Markt gewesen, da er zwar in meinen Augen einerseits ein 1A Talent ist, aber man andererseits in München keine Bedarfsposition hatte. Selbst hier hatte man diese nicht und hat ihn dennoch verpflichtet - weil: man weiß ja nie! -, was bislang allerdings dafür sorgte, dass man ihn eher wie ein 1B Talent behandelte und man Glück hat, dass er sich dennoch relativ gut gemacht hat - was für mich eben auch ein Zeichen dafür ist, dass Brandt ein 1A Talent ist. Dahoud ist in meinen Augen dabei die einzige echte Ausnahme, da er eigentlich genau so ein Transfer war, den man eigentlich sehr viel häufiger machen müsste. Der ist hier zwar gefloppt, aber nicht am Talent oder fehlendem Bedarf gescheitert. Ich glaube das ist dann aber auch das Problem, warum auf einmal 1B Transfers so gehyped werden, obwohl es für die maximale Ausbeute gilt möglichst viele 1A Spieler auszubilden, weil vielleicht aus einem Einzelfall die Regel gemacht wird, statt die Ausnahme.

Es ist daher rein logisch betrachtet recht einfach begründbar, warum die Arbeit des BVB bei diesen Spielern eben nicht herausragend war. Die herausragende Arbeit macht man bei den Spielern, die durch die Decke gehen. Deren Gewinn deckt aber eben auch gerade mal das ab, was man ansonsten eben nicht besonders gut gemacht hat. Nicht umsonst war das Konto, das von wirklich herausragender Arbeit vor 2016 gefüllt wurde, bereits vor Corona leergeräumt und der Etat in den letzten Jahren steil erhöht worden, womit die Risiken enorm erhöht wurden, der Erfolg aber nicht. Das kann auch nicht funktionieren, kopiert man Teile der Erfolgsstrategie eines anderen Vereins - dahingehend würde mich übrigens mal Sammers Wirken sehr interessieren, der Teil dieser Erfolgsstrategie, bei besagtem Verein, war -, wofür man dann auch noch den Großteil der Ressourcen aufwendet. Herausragende Arbeit wäre für mich, wenn man seine eigene Erfolgsstrategie entwickelt. Die hat man im Grunde sogar ja in Teilen sogar schon. Dafür wird aber nur ein geringer Teil der Ressourcen verwendet, wodurch man diese Strategie eben auch wieder selbst unnötig limitiert bzw. jeden Teil der Transferstrategie. Die Fluktuation ist auch deswegen eben nicht nur Schicksal, sondern auch ein gutes Stück selbstverschuldet ...

Wie beurteilst Du denn unsere Kaderqualität im Allgemeinen?
Sollten wir einen Kader haben, der national und international erkennbar mehr möglich machen würde?


Der aktuelle Kader ist meines Erachtens schon sehr nah am Limit dessen, was damit möglich ist. Ich glaube aber, dass der Kader nicht so nah an dem dran ist, was möglich wäre.


Wenn ich es richtig interpretiere, siehst du als eine Möglichkeit die Fokussierung auf 1a Talente (Sancho, Reyna, Mor), die eine sportliche und wirtschaftliche Entwicklung erwarten lassen.
Dazu abgerundet mit ein paar gestandener 1b Spielern (Can, Delaney, Hazard, Witsel) , die bereits in anderen Vereinen geglänzt haben.

Dies wäre eine Strategie, die etwas anfälliger bei der Erreichung der sportlichen Ziele (Erreichung CL) ist, da viele junge Spieler eben auch anfälliger für Formschwankungen sind. Grundsätzlich kommt sie aber unser DNA sehr nahe und ich könne gut damit leben.
Ich glaube auch, dass du damit unseren Status in Deutschland als Nr. 2 zementieren könntest.
Die Wahrscheinlichkeit für Titelgewinne steigt dadurch zwar nicht, macht sie aber auch nicht unwahrscheinlicher als aktuell.

Bin irgendwie dabei, den gesamten "Ehemalige Borussen" Thread hier hin zu verschieben. grins

Was ist denn der Unterschied zum aktuellem Kader?
Bis auf Mor nennst Du nur Spieler aus dem aktuellem Kader. Statt ihm könnte man aber auch Haaland, Zagadou, Morey, Unbehaun und Raschl, demnächst wohl Bellingham, Moukoko und Collins nennen.
Mit Sancho und Reyna wären das dann zehn Spieler, die 21 oder jünger wären.
Mit Haaland, Sancho und Zagadou sind drei dieser Spieler im Stamm. Morey und Reyna kamen zuletzt auch öfters zum Einsatz. Für Bellingham erwarte ich ähnliches. Moukoko muss man schauen. Im jedem Fall ist er ein so großes Talent, dass man ihm keinen 20 Jährigen vor die Nase setzen würde, der aktuell vielleicht noch etwas mehr bewirken würde. Collins kann ich überhaupt nicht einschätzen. Könnte er in der nächsten Saison schon mal reinschnuppern wie Balerdi?
Nach dem, was man hört, ist wohl auch Collins ein sehr großes Talent. Dieser Kaderplatz könnte sich also mittelfristig komplett auszahlen.
Für Raschl und Unbehaun mögen die Aussichten beim BVB schlechter sein. Aber zumindest zeigt man hier, dass man eine gewisse Durchlässigkeit zur Jugendabteilung wahrt.

Ich finde die Anzahl der jungen Spieler ist schon hoch bei uns im Profiteam und auch die Zusammensetzung gefällt mir.
Würdest Du hier weitere Ergänzung nötig finden?
Sollen wir uns noch mehr Richtung Talente in der Transferpolitik fokussieren?
Oder bräuchten wir eins, zwei Talente mehr, die näher an der Stammelf wären?
BVB - Transferpolitik |#15392
16.07.2020 - 13:05 Uhr
Zitat von TheInternational
Natürlich war Schürrle ein Fehler, keine Frage. Auch Götze, Yarmolenko, Rode usw. kann und muss man kritisieren. Letztlich bewerte ich die Transferpolitik aber möglichst realistisch. Bei den Transfers geht es in erster Linie darum unterm Strich mehr richtig als falsch zu machen. Fehlkäufe gibt es jedes Jahr bei fast allen Vereinen, was in der Theorie nach eigenen Vorstellungen passen kann entwickelt sich immer mal völlig anders als gedacht. Da spielen doch so viele Faktoren eine Rolle, zudem plant man für die Zukunft und weiß nicht wie sich das Mannschaftsgefüge verändert und welche Faktoren noch von außen hinzu kommen. Es geht um Menschen, die alle eigene Vorstellungen, Ambitionen und Erwartungen haben. Dazu kommt der Druck, Verletzungen, Trainerwechsel usw. Es geht also um mehr als nur die theoretische Qualität eines Spielers. Das ist besonders schwierig bei Jungprofis zu beurteilen, und besonders hier hat der BVB eine enorme Trefferquote bewiesen. Unterm Strich hat man in den letzten Jahren deutlich mehr richtig als falsch gemacht, und das ist es dann was wirklich zählt. Über den Götze Transfer kann ich mich auch heute noch täglich aufregen. Aber Watzke hat ihm sein Vertrauen geschenkt, ist großes Risiko gegangen und hat verloren. Das passiert, wer Risiken eingeht kann eben verlieren. Wichtig ist nur das man auch die Dinge durchzieht von denen man überzeugt ist. Ich bin sicher die hatten bei jedem einzelnen Transfer einen klaren Plan, der eben hier und da mal schief gegangen ist. Das gehört einfach dazu. Auch das Menschen Spieler unterschiedlich beurteilen gehört dazu.


Natürlich macht der BVB in Sachen Transfers unter dem Strich mehr richtig als falsch. Aber bei all den von dir genannten Spielern handelte es sich nicht mehr um Junioren mit Potential, sondern um etablierte Spieler, wo man ungefähr einschätzen konnte, wohin die Reise gehen wird.

Deshalb ist ja das Ärgerliche bei Schürrle, Rode und eigentlich auch bei Götze, dass das alles Flops mit Ansage waren, wobei man Götze noch am ehesten entschuldigen kann wegen seiner Krankheit/Verletzungen. Aber bei Schürrle/Rode hat sich doch hier im Forum und auch sonst fast jeder gefragt, was der BVB mit diesen Spielern will (ähnlich wie bei Schulz jetzt).

Deshalb malst du m. M. ein zu rosiges BIld unserer Transferpolitik.
BVB - Transferpolitik |#15393
16.07.2020 - 13:08 Uhr
Zitat von Silverstar
Zitat von BVBBC

Zitat von mba123

Zitat von BVBBC

Zitat von Dunkelheit

Dazu kommt, dass du keinerlei Schwierigkeiten siehst, die ein Verein mit hoher Fluktuation wie der BVB nun mal hat, du verstehst nicht mal ansatzweise, wie schwierig ein guter 1B Transfer ist und du lässt bei deiner Betrachtung die Historie solcher Transfer vollständig ausser acht.



Ich glaube mit dem Absatz sprichst du das Problem ziemlich konkret an und das war es eben auch schon ex-ante und nicht erst ex-post. Man hat gerade bei den deutschen (National-)Spielern 1B Transfers gemacht, in einigen Fällen sogar eher 1C. Denn 1A Talent und Qualität holen sich eben die Bayern. Rummenigge formulierte das zuletzt nochmal nachdrücklich, im Rahmen der Sane Verpflichtung:

Quelle: https://www.sport1.de/fussball/bundesliga/2020/07/karl-heinz-rummenigge-fc-bayern-hakt-havertz-transfer-vorerst-ab
Unser Anspruch beim FC Bayern war immer, die besten deutschen Spieler bei uns zu haben. Mit ihm haben wir im nächsten Jahr sieben deutsche Nationalspieler im Kader - plus vielleicht noch den ein oder anderen Spieler vom Campus.


Du selbst sprichst die ganze Zeit davon, dass man den BVB mit Vereinen vergleichen soll, die ähnliche Mittel haben. Ich halte diese Sicht zwar für zu eingeschränkt, da man damit sehr schnell in einer eigenen Liga landet, in der es kaum bis keine Konkurrenz gibt - weswegen dein Schluss, dass man hervorragende Arbeit leistet eben auch nicht so ganz objektiv ist -, aber genau hier tritt man dann transferstrategisch in einen Wettbewerb mit den Bayern, den man nicht gewinnen kann, weil man nicht über dieselben finanziellen Mittel verfügt. Wie soll das erfolgreich sein? Was macht daraus eine herausragende Arbeit?

Dadurch bekommt man noch die wechselwilligen Spieler, die nicht zu den Bayern gehen, weil dort kein Bedarf für sie besteht oder die nicht die Qualität haben, um direkt bei den Bayern oder einem Topclub im Ausland zu bestehen. Das sind eben auf einen Schlag sehr viele Limits, die man sich gewissermaßen selbst auferlegt, in Form von Restriktionen bezüglich der Marktverfügbarkeit. So sticht man zwar häufig Leipzig, Gladbach oder Leverkusen aus, bei Spielern, die eine hohe Qualität nachgewiesen haben, nimmt sich aber gleichermaßen auch die Chance auf 1A Talent und in der Konsequenz auch auf 1A Qualität. Genau das sind diese Spieler eben nicht (mehr). Die Nische, die sich daraus ergibt, legt im Grunde automatisch einen Fokus auf entwicklungsfähige Spieler, die für den BVB vielversprechend genug sind, um eben genau dorthin entwickelt zu werden, wo sie sonst nicht mehr verfügbar wären.

Entwicklungsfähig, genau das waren aber Schürrle, Götze, Rode und Toprak nicht mehr, als man sie geholt hat, da sie fertige Spieler darstellten, bei ihrer Verpflichtung, die entweder schon länger stagnierten oder ihren Zenit schon hinter sich hatten. Hummels, Can und Schulz im abgelaufenen Jahr auch nicht, die eben mitnichten einen veränderten Transferansatz bezüglich deutscher Spieler verkünden, sondern fast schon den Misserfolgen seit 2016 trotzen wollen - und ich glaube, dass Can der einzige ist, der dafür eine Chance hat. Es ist daher nicht einmal bösartig formuliet, dass das Spieler sind, die die Bayern nicht wollten und nur deswegen für den BVB verfügbar waren. 3 davon kamen immerhin ja auch direkt aus München und Can hatte auch schon dort gespielt. Bei Wolf und Philipp kann man meines Erachtens streiten, ob sie noch Talentstatus hatten, aber selbst dann gab es hier ja nicht gerade wenig Streit, ob das am Ende 1B oder 1C Talente sind - oder sogar das zu hoch gegriffen ist. Es ist daher von Haus aus nicht logisch begründbar, dass die Transferstrategie auf 1B Talente und Qualität zu gehen, dem Wunsch um die Meisterschaft spielen zu wollen, entspricht. Es ist eine unterlegene Strategie, wenn der Serienmeister dieselbe Strategie mit mehr Ressourcen anwendet und 1A Talent und Qualität holt, sodass für den BVB nur die Besten vom Rest übrigbleiben. Spieler, die für die Bayern keine Priorität (mehr) hatten oder zu schlecht sind oder wurden. Da kann man auch noch ausländische Bundesligaspieler dazuzählen, die man zuletzt geholt hat.

Selbst Brandt, von dem ich sehr viel halte, ist im Grunde nur bedingt eine Ausnahme. Auch der ist auf dem Markt gewesen, da er zwar in meinen Augen einerseits ein 1A Talent ist, aber man andererseits in München keine Bedarfsposition hatte. Selbst hier hatte man diese nicht und hat ihn dennoch verpflichtet - weil: man weiß ja nie! -, was bislang allerdings dafür sorgte, dass man ihn eher wie ein 1B Talent behandelte und man Glück hat, dass er sich dennoch relativ gut gemacht hat - was für mich eben auch ein Zeichen dafür ist, dass Brandt ein 1A Talent ist. Dahoud ist in meinen Augen dabei die einzige echte Ausnahme, da er eigentlich genau so ein Transfer war, den man eigentlich sehr viel häufiger machen müsste. Der ist hier zwar gefloppt, aber nicht am Talent oder fehlendem Bedarf gescheitert. Ich glaube das ist dann aber auch das Problem, warum auf einmal 1B Transfers so gehyped werden, obwohl es für die maximale Ausbeute gilt möglichst viele 1A Spieler auszubilden, weil vielleicht aus einem Einzelfall die Regel gemacht wird, statt die Ausnahme.

Es ist daher rein logisch betrachtet recht einfach begründbar, warum die Arbeit des BVB bei diesen Spielern eben nicht herausragend war. Die herausragende Arbeit macht man bei den Spielern, die durch die Decke gehen. Deren Gewinn deckt aber eben auch gerade mal das ab, was man ansonsten eben nicht besonders gut gemacht hat. Nicht umsonst war das Konto, das von wirklich herausragender Arbeit vor 2016 gefüllt wurde, bereits vor Corona leergeräumt und der Etat in den letzten Jahren steil erhöht worden, womit die Risiken enorm erhöht wurden, der Erfolg aber nicht. Das kann auch nicht funktionieren, kopiert man Teile der Erfolgsstrategie eines anderen Vereins - dahingehend würde mich übrigens mal Sammers Wirken sehr interessieren, der Teil dieser Erfolgsstrategie, bei besagtem Verein, war -, wofür man dann auch noch den Großteil der Ressourcen aufwendet. Herausragende Arbeit wäre für mich, wenn man seine eigene Erfolgsstrategie entwickelt. Die hat man im Grunde sogar ja in Teilen sogar schon. Dafür wird aber nur ein geringer Teil der Ressourcen verwendet, wodurch man diese Strategie eben auch wieder selbst unnötig limitiert bzw. jeden Teil der Transferstrategie. Die Fluktuation ist auch deswegen eben nicht nur Schicksal, sondern auch ein gutes Stück selbstverschuldet ...

Wie beurteilst Du denn unsere Kaderqualität im Allgemeinen?
Sollten wir einen Kader haben, der national und international erkennbar mehr möglich machen würde?


Der aktuelle Kader ist meines Erachtens schon sehr nah am Limit dessen, was damit möglich ist. Ich glaube aber, dass der Kader nicht so nah an dem dran ist, was möglich wäre.


Was müsste denn passieren, damit sich das was derzeit mit dem aktuellen Kader möglich ist, deiner Meinung nach oben hin verschiebt zu dessen was mit dem aktuellen Kader möglich wäre? Oder meinst du der aktuelle Kader spielt am Limit, ein möglicher anderer Kader mit unseren finanziellen Mitteln würde aber das Limit nach oben korrigieren?


Genau das meine ich. Ich glaube, dass bei einer 3er Kette mittelfristig zu viele Probleme für die Offensive entstehen, durch die dort einfach viele Arbeiten auf weniger Köpfe verteilt werden, von denen Sancho auch noch viele Arbeiten übernimmt. Auf Dauer führt für mich daher kein Weg an der Rückkehr zur 4er Kette vorbei.

Ich glaube, dass wir kadertechnisch dafür mindestens 2 Positionen im absoluten Stamm anpassen müssten, neben potenziellen Abgängen und BU, damit man einen homogenen Kader bekommt. Also Schwächen einzelner Spieler entsprechend auffangen kann, dass man wieder deren Stärken herrausstellt. Da das allerdings ältere Spieler sind, deren Schwächen man verstecken muss, reichen wohl reine Systemspieler nicht, sondern es müsste - um beim vorherigen Thema zu bleiben - 1A Qualität kommen, um die man in den nächsten Jahren bauen kann, damit man sich qualitativ nicht zu sehr von den Spielern abhängig macht, deren Schwächen enorme Anpassungen bedarfen.

Positionell meine ich damit:

LV: kein LV im Kader passt in meinen Augen gut zu unseren LIV. Somit gäbe es die Option entweder den LIV auszutauschen oder aber den LV. Bis auf Guerreiro rechtfertigt das aber in meinen Augen kein LV und auf LIV hat man mit Hummels einen Spieler mit hohem Stellenwert im Verein und mit Zagadou ein Talent, das mindestens für dessen Nachfolge eine wichtige Rolle spielt. Eine Anpassung auf LV ist daher logisch. Vom Profil her müsste das in meinen Augen ein schneller, defensivstarker, absichernder Spieler sein, der offensiv zumindest über ein gutes Aufbauspiel verfügt. Klingt einfach, ist es aber keineswegs, da es dafür nicht gerade viele passende Spieler gibt und hohe Kosten zu erwarten sind. Es gibt zwar ein paar Möglichkeiten, aber den perfekten Spieler, insbesondere neben Hummels, zu finden, ist eine enorme Herausforderung.

ZM: hier gibt es für mich höchst unterschiedliche Profile bislang, die aber eben auch eine Entscheidung nötig machen, mit welchen Spielern man in die Zukunft geht, bevor man darauf abstellt. Mit Witsel haben wir einen nicht besonders weiträumigen Aufbauspieler, mit Can und Delaney weiträumige Abräumer und mit Brandt sowie Reyna hat man offensivstarke Dynamiker. Das gibt abhängig von der jeweiligen Kombination verschiedene Bedarfe:

  • Witsel - Brandt/Reyna - Neuzugang/Can/Delaney: Qualitäten als Abräumer und Aufbauspieler, hohe Dynamik und eine gute Balance aus Offensive und Defensive wären vom Neuzugang verlangt. Im Vergleich zu Can und vor allem Delaney wäre also technisch noch mehr Qualität und Dynamik verlangt.
  • Witsel - Can/Delaney - Neuzugang: Qualitäten als Aufbau- und Offensivspieler, hohe Dynamik und viel Zug zum gegnerischen Tor. Vor allem ein Plus im Aufbau wäre im Vergleich zu Brandt und noch mehr Reyna nötig.
  • Can/Delaney-Brandt/Reyna-Neuzugang: im Grunde Witsel, mit höherer Dynamik und Weiträumigkeit, um ein positionell sehr flexibles Zentrum zu schaffen.


Noch komplettere Spielertypen wären verlangt, plant man nur ein 2er Zentrum, womit dann wohl auch nicht nur ein Spieler reichen würde. Bei 4er Zentrum/Raute käme Guerreiro automatisch dazu und Delaney wäre für mich als Spielertyp überflüssig, während Can und Witsel eine Philosophiefrage bedeuten, bei der es optimalerweise aber nur um ein und dieselbe Position geht. Entsprechend würde also auf einer anderen Rautenposition ein Bedarf dafür entstehen, wogegen man sich entscheidet. So oder so ist das aber schon eine Herausforderung, wobei Bellingham potenziell ermöglicht, dass man sich nicht in jedem Fall unbedingt sofort festlegen muss - sinnvoll wäre es dennoch, da ich vor allem für Delaney Schwierigkeiten erwarte, da dann 2 defensivstarke Spieler offensivstärker wären. Das scheint daher eine Anpassung, die bereits in der Pipelin steckt. Angesichts des Transfers für Can und der hohen Wahrscheinlichkeit, dass man Bellingham holt, sind das zudem auch für Witsel - also nicht nur Delaney - keine guten Nachrichten, insbesondere falls Bellingham sich im Aufbauspiel klug anstellt - das kann ich nicht so recht beantworten. Brandt und Reyna sollten zudem in Sachen Förderung Priorität genießen.

Je nachdem, wie gut das dann alles gelingt, kann natürlich noch mehr nötig werden, was aktuell aber nur teilweise absehbar ist. Dazu kommen sichere Anpassungen im erweiterten Stamm und grundsätzlich im Kader, die zeitnah anstehen:

LV-BU: ich denke mit Schmelzer kann man noch ein Jahr überbrücken, da der Systemfit neben Hummels und Zagadou eigentlich nicht schlecht ist. Hier wird es wichtig, dass man Rotationsmöglichkeiten schafft, was aber nicht möglich ist, wenn der Spielertyp nicht zum LIV passt.

RIV: im Grunde dasselbe. Piszczek hat noch eine Saison und dann ist das Karriereende wohl endgültig angesagt. An eine Entwicklung von Can zum RIV glaube ich nicht und Balerdi wird wohl sicher gehen.

LIV: Zagadou muss verlängern. Damit er verlängert, muss er spielen und eine Perspektive sehen. Damit er spielt, muss er Hummels verdrängen. Entsprechend muss die Planung auf LV auch mehr auf Zagadou als auf Hummels ausgerichtet sein oder man wird die Planung doch an Guerreiro ausrichten müssen und sowohl Hummels als auch Zagadou in den nächsten 2 Jahren verlieren.

DM: siehe oben. Auf Dauer wird sich die Frage Can vs. Witsel wohl stellen, wenn Bellingham kommt. Entsprechend gilt es dahingehend dann auch den BU zu optimieren oder sich der Frage zu stellen ob Raschl das werden kann. Ob per Leihe oder sofort.

Reus: Aufbau Nachfolger?

Sancho-BU: gibt es für mich nicht im Kader, hielte ich aber für nötig. Gerade hier wird das aber schwer zu erzielen sein, da bei der Homogenisierung der Kette Guerreiro zum Konkurrenten für Reus und Hazard gerät, sofern man ihn nicht im Zentrum einplant - was dann dort einen Delaney Abgang endgültig zwingend machen würde, aber auch hieße, dass Can und Witsel definitiv um ein und dieselbe Position konkurrieren, trotz sehr unterschiedlicher Fähigkeiten. Würde Guerreiro weiter vorne eingeplant werden, hat man also keinen Kaderplatz und auch keinen Spieler, den man eigentlich abgeben will. Gerade hierdurch zeigt sich eben auch die Schwierigkeit, dass man den Kader homogen bekommt, weil man unangenehme Entscheidungen vor sich hätte, die keine ideale Antwort zulassen und noch dazu vorherige Entscheidungen revidieren.

MS-BU: gibt es im Kader zwar, bleibt aber dennoch immer eine Überlegung, die man machen muss. Ist für mich jedoch weit weg von höchster Priorität.

Das wären für mich somit die akuten Themen, die es innerhalb dieser Saison zu klären gilt oder noch davor, unabhängig vom Trainer, der an sich aber auch nochmal ein Thema darstellt, das aber bei einer anderen Herangehensweise auch wieder anders zu bewerten wäre.
BVB - Transferpolitik |#15394
16.07.2020 - 14:29 Uhr
Zitat von mba123
Zitat von DirkHupeFan

Zitat von BVBBC

Zitat von mba123

Zitat von BVBBC

Zitat von Dunkelheit

Dazu kommt, dass du keinerlei Schwierigkeiten siehst, die ein Verein mit hoher Fluktuation wie der BVB nun mal hat, du verstehst nicht mal ansatzweise, wie schwierig ein guter 1B Transfer ist und du lässt bei deiner Betrachtung die Historie solcher Transfer vollständig ausser acht.



Ich glaube mit dem Absatz sprichst du das Problem ziemlich konkret an und das war es eben auch schon ex-ante und nicht erst ex-post. Man hat gerade bei den deutschen (National-)Spielern 1B Transfers gemacht, in einigen Fällen sogar eher 1C. Denn 1A Talent und Qualität holen sich eben die Bayern. Rummenigge formulierte das zuletzt nochmal nachdrücklich, im Rahmen der Sane Verpflichtung:

Quelle: https://www.sport1.de/fussball/bundesliga/2020/07/karl-heinz-rummenigge-fc-bayern-hakt-havertz-transfer-vorerst-ab
Unser Anspruch beim FC Bayern war immer, die besten deutschen Spieler bei uns zu haben. Mit ihm haben wir im nächsten Jahr sieben deutsche Nationalspieler im Kader - plus vielleicht noch den ein oder anderen Spieler vom Campus.


Du selbst sprichst die ganze Zeit davon, dass man den BVB mit Vereinen vergleichen soll, die ähnliche Mittel haben. Ich halte diese Sicht zwar für zu eingeschränkt, da man damit sehr schnell in einer eigenen Liga landet, in der es kaum bis keine Konkurrenz gibt - weswegen dein Schluss, dass man hervorragende Arbeit leistet eben auch nicht so ganz objektiv ist -, aber genau hier tritt man dann transferstrategisch in einen Wettbewerb mit den Bayern, den man nicht gewinnen kann, weil man nicht über dieselben finanziellen Mittel verfügt. Wie soll das erfolgreich sein? Was macht daraus eine herausragende Arbeit?

Dadurch bekommt man noch die wechselwilligen Spieler, die nicht zu den Bayern gehen, weil dort kein Bedarf für sie besteht oder die nicht die Qualität haben, um direkt bei den Bayern oder einem Topclub im Ausland zu bestehen. Das sind eben auf einen Schlag sehr viele Limits, die man sich gewissermaßen selbst auferlegt, in Form von Restriktionen bezüglich der Marktverfügbarkeit. So sticht man zwar häufig Leipzig, Gladbach oder Leverkusen aus, bei Spielern, die eine hohe Qualität nachgewiesen haben, nimmt sich aber gleichermaßen auch die Chance auf 1A Talent und in der Konsequenz auch auf 1A Qualität. Genau das sind diese Spieler eben nicht (mehr). Die Nische, die sich daraus ergibt, legt im Grunde automatisch einen Fokus auf entwicklungsfähige Spieler, die für den BVB vielversprechend genug sind, um eben genau dorthin entwickelt zu werden, wo sie sonst nicht mehr verfügbar wären.

Entwicklungsfähig, genau das waren aber Schürrle, Götze, Rode und Toprak nicht mehr, als man sie geholt hat, da sie fertige Spieler darstellten, bei ihrer Verpflichtung, die entweder schon länger stagnierten oder ihren Zenit schon hinter sich hatten. Hummels, Can und Schulz im abgelaufenen Jahr auch nicht, die eben mitnichten einen veränderten Transferansatz bezüglich deutscher Spieler verkünden, sondern fast schon den Misserfolgen seit 2016 trotzen wollen - und ich glaube, dass Can der einzige ist, der dafür eine Chance hat. Es ist daher nicht einmal bösartig formuliet, dass das Spieler sind, die die Bayern nicht wollten und nur deswegen für den BVB verfügbar waren. 3 davon kamen immerhin ja auch direkt aus München und Can hatte auch schon dort gespielt. Bei Wolf und Philipp kann man meines Erachtens streiten, ob sie noch Talentstatus hatten, aber selbst dann gab es hier ja nicht gerade wenig Streit, ob das am Ende 1B oder 1C Talente sind - oder sogar das zu hoch gegriffen ist. Es ist daher von Haus aus nicht logisch begründbar, dass die Transferstrategie auf 1B Talente und Qualität zu gehen, dem Wunsch um die Meisterschaft spielen zu wollen, entspricht. Es ist eine unterlegene Strategie, wenn der Serienmeister dieselbe Strategie mit mehr Ressourcen anwendet und 1A Talent und Qualität holt, sodass für den BVB nur die Besten vom Rest übrigbleiben. Spieler, die für die Bayern keine Priorität (mehr) hatten oder zu schlecht sind oder wurden. Da kann man auch noch ausländische Bundesligaspieler dazuzählen, die man zuletzt geholt hat.

Selbst Brandt, von dem ich sehr viel halte, ist im Grunde nur bedingt eine Ausnahme. Auch der ist auf dem Markt gewesen, da er zwar in meinen Augen einerseits ein 1A Talent ist, aber man andererseits in München keine Bedarfsposition hatte. Selbst hier hatte man diese nicht und hat ihn dennoch verpflichtet - weil: man weiß ja nie! -, was bislang allerdings dafür sorgte, dass man ihn eher wie ein 1B Talent behandelte und man Glück hat, dass er sich dennoch relativ gut gemacht hat - was für mich eben auch ein Zeichen dafür ist, dass Brandt ein 1A Talent ist. Dahoud ist in meinen Augen dabei die einzige echte Ausnahme, da er eigentlich genau so ein Transfer war, den man eigentlich sehr viel häufiger machen müsste. Der ist hier zwar gefloppt, aber nicht am Talent oder fehlendem Bedarf gescheitert. Ich glaube das ist dann aber auch das Problem, warum auf einmal 1B Transfers so gehyped werden, obwohl es für die maximale Ausbeute gilt möglichst viele 1A Spieler auszubilden, weil vielleicht aus einem Einzelfall die Regel gemacht wird, statt die Ausnahme.

Es ist daher rein logisch betrachtet recht einfach begründbar, warum die Arbeit des BVB bei diesen Spielern eben nicht herausragend war. Die herausragende Arbeit macht man bei den Spielern, die durch die Decke gehen. Deren Gewinn deckt aber eben auch gerade mal das ab, was man ansonsten eben nicht besonders gut gemacht hat. Nicht umsonst war das Konto, das von wirklich herausragender Arbeit vor 2016 gefüllt wurde, bereits vor Corona leergeräumt und der Etat in den letzten Jahren steil erhöht worden, womit die Risiken enorm erhöht wurden, der Erfolg aber nicht. Das kann auch nicht funktionieren, kopiert man Teile der Erfolgsstrategie eines anderen Vereins - dahingehend würde mich übrigens mal Sammers Wirken sehr interessieren, der Teil dieser Erfolgsstrategie, bei besagtem Verein, war -, wofür man dann auch noch den Großteil der Ressourcen aufwendet. Herausragende Arbeit wäre für mich, wenn man seine eigene Erfolgsstrategie entwickelt. Die hat man im Grunde sogar ja in Teilen sogar schon. Dafür wird aber nur ein geringer Teil der Ressourcen verwendet, wodurch man diese Strategie eben auch wieder selbst unnötig limitiert bzw. jeden Teil der Transferstrategie. Die Fluktuation ist auch deswegen eben nicht nur Schicksal, sondern auch ein gutes Stück selbstverschuldet ...

Wie beurteilst Du denn unsere Kaderqualität im Allgemeinen?
Sollten wir einen Kader haben, der national und international erkennbar mehr möglich machen würde?


Der aktuelle Kader ist meines Erachtens schon sehr nah am Limit dessen, was damit möglich ist. Ich glaube aber, dass der Kader nicht so nah an dem dran ist, was möglich wäre.


Wenn ich es richtig interpretiere, siehst du als eine Möglichkeit die Fokussierung auf 1a Talente (Sancho, Reyna, Mor), die eine sportliche und wirtschaftliche Entwicklung erwarten lassen.
Dazu abgerundet mit ein paar gestandener 1b Spielern (Can, Delaney, Hazard, Witsel) , die bereits in anderen Vereinen geglänzt haben.

Dies wäre eine Strategie, die etwas anfälliger bei der Erreichung der sportlichen Ziele (Erreichung CL) ist, da viele junge Spieler eben auch anfälliger für Formschwankungen sind. Grundsätzlich kommt sie aber unser DNA sehr nahe und ich könne gut damit leben.
Ich glaube auch, dass du damit unseren Status in Deutschland als Nr. 2 zementieren könntest.
Die Wahrscheinlichkeit für Titelgewinne steigt dadurch zwar nicht, macht sie aber auch nicht unwahrscheinlicher als aktuell.

Bin irgendwie dabei, den gesamten "Ehemalige Borussen" Thread hier hin zu verschieben. grins

Was ist denn der Unterschied zum aktuellem Kader?
Bis auf Mor nennst Du nur Spieler aus dem aktuellem Kader. Statt ihm könnte man aber auch Haaland, Zagadou, Morey, Unbehaun und Raschl, demnächst wohl Bellingham, Moukoko und Collins nennen.
Mit Sancho und Reyna wären das dann zehn Spieler, die 21 oder jünger wären.
Mit Haaland, Sancho und Zagadou sind drei dieser Spieler im Stamm. Morey und Reyna kamen zuletzt auch öfters zum Einsatz. Für Bellingham erwarte ich ähnliches. Moukoko muss man schauen. Im jedem Fall ist er ein so großes Talent, dass man ihm keinen 20 Jährigen vor die Nase setzen würde, der aktuell vielleicht noch etwas mehr bewirken würde. Collins kann ich überhaupt nicht einschätzen. Könnte er in der nächsten Saison schon mal reinschnuppern wie Balerdi?
Nach dem, was man hört, ist wohl auch Collins ein sehr großes Talent. Dieser Kaderplatz könnte sich also mittelfristig komplett auszahlen.
Für Raschl und Unbehaun mögen die Aussichten beim BVB schlechter sein. Aber zumindest zeigt man hier, dass man eine gewisse Durchlässigkeit zur Jugendabteilung wahrt.

Ich finde die Anzahl der jungen Spieler ist schon hoch bei uns im Profiteam und auch die Zusammensetzung gefällt mir.
Würdest Du hier weitere Ergänzung nötig finden?
Sollen wir uns noch mehr Richtung Talente in der Transferpolitik fokussieren?
Oder bräuchten wir eins, zwei Talente mehr, die näher an der Stammelf wären?


Noch mehr Talente die an der ersten Elf sind trifft es ganz gut.
BVB - Transferpolitik |#15395
16.07.2020 - 14:29 Uhr
Zitat von BVBBC
Zitat von Silverstar

Zitat von BVBBC

Zitat von mba123

Zitat von BVBBC

Zitat von Dunkelheit

Dazu kommt, dass du keinerlei Schwierigkeiten siehst, die ein Verein mit hoher Fluktuation wie der BVB nun mal hat, du verstehst nicht mal ansatzweise, wie schwierig ein guter 1B Transfer ist und du lässt bei deiner Betrachtung die Historie solcher Transfer vollständig ausser acht.



Ich glaube mit dem Absatz sprichst du das Problem ziemlich konkret an und das war es eben auch schon ex-ante und nicht erst ex-post. Man hat gerade bei den deutschen (National-)Spielern 1B Transfers gemacht, in einigen Fällen sogar eher 1C. Denn 1A Talent und Qualität holen sich eben die Bayern. Rummenigge formulierte das zuletzt nochmal nachdrücklich, im Rahmen der Sane Verpflichtung:

Quelle: https://www.sport1.de/fussball/bundesliga/2020/07/karl-heinz-rummenigge-fc-bayern-hakt-havertz-transfer-vorerst-ab
Unser Anspruch beim FC Bayern war immer, die besten deutschen Spieler bei uns zu haben. Mit ihm haben wir im nächsten Jahr sieben deutsche Nationalspieler im Kader - plus vielleicht noch den ein oder anderen Spieler vom Campus.


Du selbst sprichst die ganze Zeit davon, dass man den BVB mit Vereinen vergleichen soll, die ähnliche Mittel haben. Ich halte diese Sicht zwar für zu eingeschränkt, da man damit sehr schnell in einer eigenen Liga landet, in der es kaum bis keine Konkurrenz gibt - weswegen dein Schluss, dass man hervorragende Arbeit leistet eben auch nicht so ganz objektiv ist -, aber genau hier tritt man dann transferstrategisch in einen Wettbewerb mit den Bayern, den man nicht gewinnen kann, weil man nicht über dieselben finanziellen Mittel verfügt. Wie soll das erfolgreich sein? Was macht daraus eine herausragende Arbeit?

Dadurch bekommt man noch die wechselwilligen Spieler, die nicht zu den Bayern gehen, weil dort kein Bedarf für sie besteht oder die nicht die Qualität haben, um direkt bei den Bayern oder einem Topclub im Ausland zu bestehen. Das sind eben auf einen Schlag sehr viele Limits, die man sich gewissermaßen selbst auferlegt, in Form von Restriktionen bezüglich der Marktverfügbarkeit. So sticht man zwar häufig Leipzig, Gladbach oder Leverkusen aus, bei Spielern, die eine hohe Qualität nachgewiesen haben, nimmt sich aber gleichermaßen auch die Chance auf 1A Talent und in der Konsequenz auch auf 1A Qualität. Genau das sind diese Spieler eben nicht (mehr). Die Nische, die sich daraus ergibt, legt im Grunde automatisch einen Fokus auf entwicklungsfähige Spieler, die für den BVB vielversprechend genug sind, um eben genau dorthin entwickelt zu werden, wo sie sonst nicht mehr verfügbar wären.

Entwicklungsfähig, genau das waren aber Schürrle, Götze, Rode und Toprak nicht mehr, als man sie geholt hat, da sie fertige Spieler darstellten, bei ihrer Verpflichtung, die entweder schon länger stagnierten oder ihren Zenit schon hinter sich hatten. Hummels, Can und Schulz im abgelaufenen Jahr auch nicht, die eben mitnichten einen veränderten Transferansatz bezüglich deutscher Spieler verkünden, sondern fast schon den Misserfolgen seit 2016 trotzen wollen - und ich glaube, dass Can der einzige ist, der dafür eine Chance hat. Es ist daher nicht einmal bösartig formuliet, dass das Spieler sind, die die Bayern nicht wollten und nur deswegen für den BVB verfügbar waren. 3 davon kamen immerhin ja auch direkt aus München und Can hatte auch schon dort gespielt. Bei Wolf und Philipp kann man meines Erachtens streiten, ob sie noch Talentstatus hatten, aber selbst dann gab es hier ja nicht gerade wenig Streit, ob das am Ende 1B oder 1C Talente sind - oder sogar das zu hoch gegriffen ist. Es ist daher von Haus aus nicht logisch begründbar, dass die Transferstrategie auf 1B Talente und Qualität zu gehen, dem Wunsch um die Meisterschaft spielen zu wollen, entspricht. Es ist eine unterlegene Strategie, wenn der Serienmeister dieselbe Strategie mit mehr Ressourcen anwendet und 1A Talent und Qualität holt, sodass für den BVB nur die Besten vom Rest übrigbleiben. Spieler, die für die Bayern keine Priorität (mehr) hatten oder zu schlecht sind oder wurden. Da kann man auch noch ausländische Bundesligaspieler dazuzählen, die man zuletzt geholt hat.

Selbst Brandt, von dem ich sehr viel halte, ist im Grunde nur bedingt eine Ausnahme. Auch der ist auf dem Markt gewesen, da er zwar in meinen Augen einerseits ein 1A Talent ist, aber man andererseits in München keine Bedarfsposition hatte. Selbst hier hatte man diese nicht und hat ihn dennoch verpflichtet - weil: man weiß ja nie! -, was bislang allerdings dafür sorgte, dass man ihn eher wie ein 1B Talent behandelte und man Glück hat, dass er sich dennoch relativ gut gemacht hat - was für mich eben auch ein Zeichen dafür ist, dass Brandt ein 1A Talent ist. Dahoud ist in meinen Augen dabei die einzige echte Ausnahme, da er eigentlich genau so ein Transfer war, den man eigentlich sehr viel häufiger machen müsste. Der ist hier zwar gefloppt, aber nicht am Talent oder fehlendem Bedarf gescheitert. Ich glaube das ist dann aber auch das Problem, warum auf einmal 1B Transfers so gehyped werden, obwohl es für die maximale Ausbeute gilt möglichst viele 1A Spieler auszubilden, weil vielleicht aus einem Einzelfall die Regel gemacht wird, statt die Ausnahme.

Es ist daher rein logisch betrachtet recht einfach begründbar, warum die Arbeit des BVB bei diesen Spielern eben nicht herausragend war. Die herausragende Arbeit macht man bei den Spielern, die durch die Decke gehen. Deren Gewinn deckt aber eben auch gerade mal das ab, was man ansonsten eben nicht besonders gut gemacht hat. Nicht umsonst war das Konto, das von wirklich herausragender Arbeit vor 2016 gefüllt wurde, bereits vor Corona leergeräumt und der Etat in den letzten Jahren steil erhöht worden, womit die Risiken enorm erhöht wurden, der Erfolg aber nicht. Das kann auch nicht funktionieren, kopiert man Teile der Erfolgsstrategie eines anderen Vereins - dahingehend würde mich übrigens mal Sammers Wirken sehr interessieren, der Teil dieser Erfolgsstrategie, bei besagtem Verein, war -, wofür man dann auch noch den Großteil der Ressourcen aufwendet. Herausragende Arbeit wäre für mich, wenn man seine eigene Erfolgsstrategie entwickelt. Die hat man im Grunde sogar ja in Teilen sogar schon. Dafür wird aber nur ein geringer Teil der Ressourcen verwendet, wodurch man diese Strategie eben auch wieder selbst unnötig limitiert bzw. jeden Teil der Transferstrategie. Die Fluktuation ist auch deswegen eben nicht nur Schicksal, sondern auch ein gutes Stück selbstverschuldet ...

Wie beurteilst Du denn unsere Kaderqualität im Allgemeinen?
Sollten wir einen Kader haben, der national und international erkennbar mehr möglich machen würde?


Der aktuelle Kader ist meines Erachtens schon sehr nah am Limit dessen, was damit möglich ist. Ich glaube aber, dass der Kader nicht so nah an dem dran ist, was möglich wäre.


Was müsste denn passieren, damit sich das was derzeit mit dem aktuellen Kader möglich ist, deiner Meinung nach oben hin verschiebt zu dessen was mit dem aktuellen Kader möglich wäre? Oder meinst du der aktuelle Kader spielt am Limit, ein möglicher anderer Kader mit unseren finanziellen Mitteln würde aber das Limit nach oben korrigieren?


Genau das meine ich. Ich glaube, dass bei einer 3er Kette mittelfristig zu viele Probleme für die Offensive entstehen, durch die dort einfach viele Arbeiten auf weniger Köpfe verteilt werden, von denen Sancho auch noch viele Arbeiten übernimmt. Auf Dauer führt für mich daher kein Weg an der Rückkehr zur 4er Kette vorbei.

Ich glaube, dass wir kadertechnisch dafür mindestens 2 Positionen im absoluten Stamm anpassen müssten, neben potenziellen Abgängen und BU, damit man einen homogenen Kader bekommt. Also Schwächen einzelner Spieler entsprechend auffangen kann, dass man wieder deren Stärken herrausstellt. Da das allerdings ältere Spieler sind, deren Schwächen man verstecken muss, reichen wohl reine Systemspieler nicht, sondern es müsste - um beim vorherigen Thema zu bleiben - 1A Qualität kommen, um die man in den nächsten Jahren bauen kann, damit man sich qualitativ nicht zu sehr von den Spielern abhängig macht, deren Schwächen enorme Anpassungen bedarfen.

Positionell meine ich damit:

LV: kein LV im Kader passt in meinen Augen gut zu unseren LIV. Somit gäbe es die Option entweder den LIV auszutauschen oder aber den LV. Bis auf Guerreiro rechtfertigt das aber in meinen Augen kein LV und auf LIV hat man mit Hummels einen Spieler mit hohem Stellenwert im Verein und mit Zagadou ein Talent, das mindestens für dessen Nachfolge eine wichtige Rolle spielt. Eine Anpassung auf LV ist daher logisch. Vom Profil her müsste das in meinen Augen ein schneller, defensivstarker, absichernder Spieler sein, der offensiv zumindest über ein gutes Aufbauspiel verfügt. Klingt einfach, ist es aber keineswegs, da es dafür nicht gerade viele passende Spieler gibt und hohe Kosten zu erwarten sind. Es gibt zwar ein paar Möglichkeiten, aber den perfekten Spieler, insbesondere neben Hummels, zu finden, ist eine enorme Herausforderung.

ZM: hier gibt es für mich höchst unterschiedliche Profile bislang, die aber eben auch eine Entscheidung nötig machen, mit welchen Spielern man in die Zukunft geht, bevor man darauf abstellt. Mit Witsel haben wir einen nicht besonders weiträumigen Aufbauspieler, mit Can und Delaney weiträumige Abräumer und mit Brandt sowie Reyna hat man offensivstarke Dynamiker. Das gibt abhängig von der jeweiligen Kombination verschiedene Bedarfe:

  • Witsel - Brandt/Reyna - Neuzugang/Can/Delaney: Qualitäten als Abräumer und Aufbauspieler, hohe Dynamik und eine gute Balance aus Offensive und Defensive wären vom Neuzugang verlangt. Im Vergleich zu Can und vor allem Delaney wäre also technisch noch mehr Qualität und Dynamik verlangt.
  • Witsel - Can/Delaney - Neuzugang: Qualitäten als Aufbau- und Offensivspieler, hohe Dynamik und viel Zug zum gegnerischen Tor. Vor allem ein Plus im Aufbau wäre im Vergleich zu Brandt und noch mehr Reyna nötig.
  • Can/Delaney-Brandt/Reyna-Neuzugang: im Grunde Witsel, mit höherer Dynamik und Weiträumigkeit, um ein positionell sehr flexibles Zentrum zu schaffen.


Noch komplettere Spielertypen wären verlangt, plant man nur ein 2er Zentrum, womit dann wohl auch nicht nur ein Spieler reichen würde. Bei 4er Zentrum/Raute käme Guerreiro automatisch dazu und Delaney wäre für mich als Spielertyp überflüssig, während Can und Witsel eine Philosophiefrage bedeuten, bei der es optimalerweise aber nur um ein und dieselbe Position geht. Entsprechend würde also auf einer anderen Rautenposition ein Bedarf dafür entstehen, wogegen man sich entscheidet. So oder so ist das aber schon eine Herausforderung, wobei Bellingham potenziell ermöglicht, dass man sich nicht in jedem Fall unbedingt sofort festlegen muss - sinnvoll wäre es dennoch, da ich vor allem für Delaney Schwierigkeiten erwarte, da dann 2 defensivstarke Spieler offensivstärker wären. Das scheint daher eine Anpassung, die bereits in der Pipelin steckt. Angesichts des Transfers für Can und der hohen Wahrscheinlichkeit, dass man Bellingham holt, sind das zudem auch für Witsel - also nicht nur Delaney - keine guten Nachrichten, insbesondere falls Bellingham sich im Aufbauspiel klug anstellt - das kann ich nicht so recht beantworten. Brandt und Reyna sollten zudem in Sachen Förderung Priorität genießen.

Je nachdem, wie gut das dann alles gelingt, kann natürlich noch mehr nötig werden, was aktuell aber nur teilweise absehbar ist. Dazu kommen sichere Anpassungen im erweiterten Stamm und grundsätzlich im Kader, die zeitnah anstehen:

LV-BU: ich denke mit Schmelzer kann man noch ein Jahr überbrücken, da der Systemfit neben Hummels und Zagadou eigentlich nicht schlecht ist. Hier wird es wichtig, dass man Rotationsmöglichkeiten schafft, was aber nicht möglich ist, wenn der Spielertyp nicht zum LIV passt.

RIV: im Grunde dasselbe. Piszczek hat noch eine Saison und dann ist das Karriereende wohl endgültig angesagt. An eine Entwicklung von Can zum RIV glaube ich nicht und Balerdi wird wohl sicher gehen.

LIV: Zagadou muss verlängern. Damit er verlängert, muss er spielen und eine Perspektive sehen. Damit er spielt, muss er Hummels verdrängen. Entsprechend muss die Planung auf LV auch mehr auf Zagadou als auf Hummels ausgerichtet sein oder man wird die Planung doch an Guerreiro ausrichten müssen und sowohl Hummels als auch Zagadou in den nächsten 2 Jahren verlieren.

DM: siehe oben. Auf Dauer wird sich die Frage Can vs. Witsel wohl stellen, wenn Bellingham kommt. Entsprechend gilt es dahingehend dann auch den BU zu optimieren oder sich der Frage zu stellen ob Raschl das werden kann. Ob per Leihe oder sofort.

Reus: Aufbau Nachfolger?

Sancho-BU: gibt es für mich nicht im Kader, hielte ich aber für nötig. Gerade hier wird das aber schwer zu erzielen sein, da bei der Homogenisierung der Kette Guerreiro zum Konkurrenten für Reus und Hazard gerät, sofern man ihn nicht im Zentrum einplant - was dann dort einen Delaney Abgang endgültig zwingend machen würde, aber auch hieße, dass Can und Witsel definitiv um ein und dieselbe Position konkurrieren, trotz sehr unterschiedlicher Fähigkeiten. Würde Guerreiro weiter vorne eingeplant werden, hat man also keinen Kaderplatz und auch keinen Spieler, den man eigentlich abgeben will. Gerade hierdurch zeigt sich eben auch die Schwierigkeit, dass man den Kader homogen bekommt, weil man unangenehme Entscheidungen vor sich hätte, die keine ideale Antwort zulassen und noch dazu vorherige Entscheidungen revidieren.

MS-BU: gibt es im Kader zwar, bleibt aber dennoch immer eine Überlegung, die man machen muss. Ist für mich jedoch weit weg von höchster Priorität.

Das wären für mich somit die akuten Themen, die es innerhalb dieser Saison zu klären gilt oder noch davor, unabhängig vom Trainer, der an sich aber auch nochmal ein Thema darstellt, das aber bei einer anderen Herangehensweise auch wieder anders zu bewerten wäre.


Angenommen wir kehren zur 4er Kette zurück und planen Guerreiro dauerhaft auf LM/ LF ein, wäre nicht in dem Fall die Verpflichtung eines passenden Fits zu Guerreiro ebenso sinnvoll, wie der zu Hummels?
Bei der ersten Betrachtung ist die Vakanz hinsichtlich der defefensiven Stabilität auf der linken Seite offensichtlich, doch auf dem zweiten Blick wäre eine Verpflichtung, die mit Guerreiro eine homogene linke Seite bildet, ebenso möglich. Ausschlaggebend ist hierbei Guerreiros Defensivarbeit, die zwar nicht den Anforderungen an den "Wunsch"-Spieler für den LV in der 4er-Kette erfüllt, bei dem Gedankengang zugleich aber auch nicht unerwähnt bleiben sollte. Dadurch ergäbe sich die Möglichkeit -situativ- einer gewissen Arbeitsteilung. Ein offensivstarker LV, der die diese Position bekleiden kann, in Verbindung mit Guerreiros vorhandenen Defensivgeist könnte funktionieren, da eine Symbiose aus beider Stärken-Schwächen entstehen könnte.
Emerson würde ich hierbei als sehr passend empfinden.

•     •     •

Un cavaliere non lascia mai la sua signora
Buffon/ Zambrotta-Nesta-Cannavaro-Thuram/ Vieira-Nedved-Zidane-Camoranesi/ Del Piero - Trezeguet
BVB - Transferpolitik |#15396
16.07.2020 - 14:43 Uhr
Zitat von BVBBC
Zitat von Silverstar

Zitat von BVBBC

Zitat von mba123

Zitat von BVBBC

Zitat von Dunkelheit

Dazu kommt, dass du keinerlei Schwierigkeiten siehst, die ein Verein mit hoher Fluktuation wie der BVB nun mal hat, du verstehst nicht mal ansatzweise, wie schwierig ein guter 1B Transfer ist und du lässt bei deiner Betrachtung die Historie solcher Transfer vollständig ausser acht.



Ich glaube mit dem Absatz sprichst du das Problem ziemlich konkret an und das war es eben auch schon ex-ante und nicht erst ex-post. Man hat gerade bei den deutschen (National-)Spielern 1B Transfers gemacht, in einigen Fällen sogar eher 1C. Denn 1A Talent und Qualität holen sich eben die Bayern. Rummenigge formulierte das zuletzt nochmal nachdrücklich, im Rahmen der Sane Verpflichtung:

Quelle: https://www.sport1.de/fussball/bundesliga/2020/07/karl-heinz-rummenigge-fc-bayern-hakt-havertz-transfer-vorerst-ab
Unser Anspruch beim FC Bayern war immer, die besten deutschen Spieler bei uns zu haben. Mit ihm haben wir im nächsten Jahr sieben deutsche Nationalspieler im Kader - plus vielleicht noch den ein oder anderen Spieler vom Campus.


Du selbst sprichst die ganze Zeit davon, dass man den BVB mit Vereinen vergleichen soll, die ähnliche Mittel haben. Ich halte diese Sicht zwar für zu eingeschränkt, da man damit sehr schnell in einer eigenen Liga landet, in der es kaum bis keine Konkurrenz gibt - weswegen dein Schluss, dass man hervorragende Arbeit leistet eben auch nicht so ganz objektiv ist -, aber genau hier tritt man dann transferstrategisch in einen Wettbewerb mit den Bayern, den man nicht gewinnen kann, weil man nicht über dieselben finanziellen Mittel verfügt. Wie soll das erfolgreich sein? Was macht daraus eine herausragende Arbeit?

Dadurch bekommt man noch die wechselwilligen Spieler, die nicht zu den Bayern gehen, weil dort kein Bedarf für sie besteht oder die nicht die Qualität haben, um direkt bei den Bayern oder einem Topclub im Ausland zu bestehen. Das sind eben auf einen Schlag sehr viele Limits, die man sich gewissermaßen selbst auferlegt, in Form von Restriktionen bezüglich der Marktverfügbarkeit. So sticht man zwar häufig Leipzig, Gladbach oder Leverkusen aus, bei Spielern, die eine hohe Qualität nachgewiesen haben, nimmt sich aber gleichermaßen auch die Chance auf 1A Talent und in der Konsequenz auch auf 1A Qualität. Genau das sind diese Spieler eben nicht (mehr). Die Nische, die sich daraus ergibt, legt im Grunde automatisch einen Fokus auf entwicklungsfähige Spieler, die für den BVB vielversprechend genug sind, um eben genau dorthin entwickelt zu werden, wo sie sonst nicht mehr verfügbar wären.

Entwicklungsfähig, genau das waren aber Schürrle, Götze, Rode und Toprak nicht mehr, als man sie geholt hat, da sie fertige Spieler darstellten, bei ihrer Verpflichtung, die entweder schon länger stagnierten oder ihren Zenit schon hinter sich hatten. Hummels, Can und Schulz im abgelaufenen Jahr auch nicht, die eben mitnichten einen veränderten Transferansatz bezüglich deutscher Spieler verkünden, sondern fast schon den Misserfolgen seit 2016 trotzen wollen - und ich glaube, dass Can der einzige ist, der dafür eine Chance hat. Es ist daher nicht einmal bösartig formuliet, dass das Spieler sind, die die Bayern nicht wollten und nur deswegen für den BVB verfügbar waren. 3 davon kamen immerhin ja auch direkt aus München und Can hatte auch schon dort gespielt. Bei Wolf und Philipp kann man meines Erachtens streiten, ob sie noch Talentstatus hatten, aber selbst dann gab es hier ja nicht gerade wenig Streit, ob das am Ende 1B oder 1C Talente sind - oder sogar das zu hoch gegriffen ist. Es ist daher von Haus aus nicht logisch begründbar, dass die Transferstrategie auf 1B Talente und Qualität zu gehen, dem Wunsch um die Meisterschaft spielen zu wollen, entspricht. Es ist eine unterlegene Strategie, wenn der Serienmeister dieselbe Strategie mit mehr Ressourcen anwendet und 1A Talent und Qualität holt, sodass für den BVB nur die Besten vom Rest übrigbleiben. Spieler, die für die Bayern keine Priorität (mehr) hatten oder zu schlecht sind oder wurden. Da kann man auch noch ausländische Bundesligaspieler dazuzählen, die man zuletzt geholt hat.

Selbst Brandt, von dem ich sehr viel halte, ist im Grunde nur bedingt eine Ausnahme. Auch der ist auf dem Markt gewesen, da er zwar in meinen Augen einerseits ein 1A Talent ist, aber man andererseits in München keine Bedarfsposition hatte. Selbst hier hatte man diese nicht und hat ihn dennoch verpflichtet - weil: man weiß ja nie! -, was bislang allerdings dafür sorgte, dass man ihn eher wie ein 1B Talent behandelte und man Glück hat, dass er sich dennoch relativ gut gemacht hat - was für mich eben auch ein Zeichen dafür ist, dass Brandt ein 1A Talent ist. Dahoud ist in meinen Augen dabei die einzige echte Ausnahme, da er eigentlich genau so ein Transfer war, den man eigentlich sehr viel häufiger machen müsste. Der ist hier zwar gefloppt, aber nicht am Talent oder fehlendem Bedarf gescheitert. Ich glaube das ist dann aber auch das Problem, warum auf einmal 1B Transfers so gehyped werden, obwohl es für die maximale Ausbeute gilt möglichst viele 1A Spieler auszubilden, weil vielleicht aus einem Einzelfall die Regel gemacht wird, statt die Ausnahme.

Es ist daher rein logisch betrachtet recht einfach begründbar, warum die Arbeit des BVB bei diesen Spielern eben nicht herausragend war. Die herausragende Arbeit macht man bei den Spielern, die durch die Decke gehen. Deren Gewinn deckt aber eben auch gerade mal das ab, was man ansonsten eben nicht besonders gut gemacht hat. Nicht umsonst war das Konto, das von wirklich herausragender Arbeit vor 2016 gefüllt wurde, bereits vor Corona leergeräumt und der Etat in den letzten Jahren steil erhöht worden, womit die Risiken enorm erhöht wurden, der Erfolg aber nicht. Das kann auch nicht funktionieren, kopiert man Teile der Erfolgsstrategie eines anderen Vereins - dahingehend würde mich übrigens mal Sammers Wirken sehr interessieren, der Teil dieser Erfolgsstrategie, bei besagtem Verein, war -, wofür man dann auch noch den Großteil der Ressourcen aufwendet. Herausragende Arbeit wäre für mich, wenn man seine eigene Erfolgsstrategie entwickelt. Die hat man im Grunde sogar ja in Teilen sogar schon. Dafür wird aber nur ein geringer Teil der Ressourcen verwendet, wodurch man diese Strategie eben auch wieder selbst unnötig limitiert bzw. jeden Teil der Transferstrategie. Die Fluktuation ist auch deswegen eben nicht nur Schicksal, sondern auch ein gutes Stück selbstverschuldet ...

Wie beurteilst Du denn unsere Kaderqualität im Allgemeinen?
Sollten wir einen Kader haben, der national und international erkennbar mehr möglich machen würde?


Der aktuelle Kader ist meines Erachtens schon sehr nah am Limit dessen, was damit möglich ist. Ich glaube aber, dass der Kader nicht so nah an dem dran ist, was möglich wäre.


Was müsste denn passieren, damit sich das was derzeit mit dem aktuellen Kader möglich ist, deiner Meinung nach oben hin verschiebt zu dessen was mit dem aktuellen Kader möglich wäre? Oder meinst du der aktuelle Kader spielt am Limit, ein möglicher anderer Kader mit unseren finanziellen Mitteln würde aber das Limit nach oben korrigieren?


Genau das meine ich. Ich glaube, dass bei einer 3er Kette mittelfristig zu viele Probleme für die Offensive entstehen, durch die dort einfach viele Arbeiten auf weniger Köpfe verteilt werden, von denen Sancho auch noch viele Arbeiten übernimmt. Auf Dauer führt für mich daher kein Weg an der Rückkehr zur 4er Kette vorbei.

Ich glaube, dass wir kadertechnisch dafür mindestens 2 Positionen im absoluten Stamm anpassen müssten, neben potenziellen Abgängen und BU, damit man einen homogenen Kader bekommt. Also Schwächen einzelner Spieler entsprechend auffangen kann, dass man wieder deren Stärken herrausstellt. Da das allerdings ältere Spieler sind, deren Schwächen man verstecken muss, reichen wohl reine Systemspieler nicht, sondern es müsste - um beim vorherigen Thema zu bleiben - 1A Qualität kommen, um die man in den nächsten Jahren bauen kann, damit man sich qualitativ nicht zu sehr von den Spielern abhängig macht, deren Schwächen enorme Anpassungen bedarfen.

Positionell meine ich damit:

LV: kein LV im Kader passt in meinen Augen gut zu unseren LIV. Somit gäbe es die Option entweder den LIV auszutauschen oder aber den LV. Bis auf Guerreiro rechtfertigt das aber in meinen Augen kein LV und auf LIV hat man mit Hummels einen Spieler mit hohem Stellenwert im Verein und mit Zagadou ein Talent, das mindestens für dessen Nachfolge eine wichtige Rolle spielt. Eine Anpassung auf LV ist daher logisch. Vom Profil her müsste das in meinen Augen ein schneller, defensivstarker, absichernder Spieler sein, der offensiv zumindest über ein gutes Aufbauspiel verfügt. Klingt einfach, ist es aber keineswegs, da es dafür nicht gerade viele passende Spieler gibt und hohe Kosten zu erwarten sind. Es gibt zwar ein paar Möglichkeiten, aber den perfekten Spieler, insbesondere neben Hummels, zu finden, ist eine enorme Herausforderung.

ZM: hier gibt es für mich höchst unterschiedliche Profile bislang, die aber eben auch eine Entscheidung nötig machen, mit welchen Spielern man in die Zukunft geht, bevor man darauf abstellt. Mit Witsel haben wir einen nicht besonders weiträumigen Aufbauspieler, mit Can und Delaney weiträumige Abräumer und mit Brandt sowie Reyna hat man offensivstarke Dynamiker. Das gibt abhängig von der jeweiligen Kombination verschiedene Bedarfe:

  • Witsel - Brandt/Reyna - Neuzugang/Can/Delaney: Qualitäten als Abräumer und Aufbauspieler, hohe Dynamik und eine gute Balance aus Offensive und Defensive wären vom Neuzugang verlangt. Im Vergleich zu Can und vor allem Delaney wäre also technisch noch mehr Qualität und Dynamik verlangt.
  • Witsel - Can/Delaney - Neuzugang: Qualitäten als Aufbau- und Offensivspieler, hohe Dynamik und viel Zug zum gegnerischen Tor. Vor allem ein Plus im Aufbau wäre im Vergleich zu Brandt und noch mehr Reyna nötig.
  • Can/Delaney-Brandt/Reyna-Neuzugang: im Grunde Witsel, mit höherer Dynamik und Weiträumigkeit, um ein positionell sehr flexibles Zentrum zu schaffen.


Noch komplettere Spielertypen wären verlangt, plant man nur ein 2er Zentrum, womit dann wohl auch nicht nur ein Spieler reichen würde. Bei 4er Zentrum/Raute käme Guerreiro automatisch dazu und Delaney wäre für mich als Spielertyp überflüssig, während Can und Witsel eine Philosophiefrage bedeuten, bei der es optimalerweise aber nur um ein und dieselbe Position geht. Entsprechend würde also auf einer anderen Rautenposition ein Bedarf dafür entstehen, wogegen man sich entscheidet. So oder so ist das aber schon eine Herausforderung, wobei Bellingham potenziell ermöglicht, dass man sich nicht in jedem Fall unbedingt sofort festlegen muss - sinnvoll wäre es dennoch, da ich vor allem für Delaney Schwierigkeiten erwarte, da dann 2 defensivstarke Spieler offensivstärker wären. Das scheint daher eine Anpassung, die bereits in der Pipelin steckt. Angesichts des Transfers für Can und der hohen Wahrscheinlichkeit, dass man Bellingham holt, sind das zudem auch für Witsel - also nicht nur Delaney - keine guten Nachrichten, insbesondere falls Bellingham sich im Aufbauspiel klug anstellt - das kann ich nicht so recht beantworten. Brandt und Reyna sollten zudem in Sachen Förderung Priorität genießen.

Je nachdem, wie gut das dann alles gelingt, kann natürlich noch mehr nötig werden, was aktuell aber nur teilweise absehbar ist. Dazu kommen sichere Anpassungen im erweiterten Stamm und grundsätzlich im Kader, die zeitnah anstehen:

LV-BU: ich denke mit Schmelzer kann man noch ein Jahr überbrücken, da der Systemfit neben Hummels und Zagadou eigentlich nicht schlecht ist. Hier wird es wichtig, dass man Rotationsmöglichkeiten schafft, was aber nicht möglich ist, wenn der Spielertyp nicht zum LIV passt.

RIV: im Grunde dasselbe. Piszczek hat noch eine Saison und dann ist das Karriereende wohl endgültig angesagt. An eine Entwicklung von Can zum RIV glaube ich nicht und Balerdi wird wohl sicher gehen.

LIV: Zagadou muss verlängern. Damit er verlängert, muss er spielen und eine Perspektive sehen. Damit er spielt, muss er Hummels verdrängen. Entsprechend muss die Planung auf LV auch mehr auf Zagadou als auf Hummels ausgerichtet sein oder man wird die Planung doch an Guerreiro ausrichten müssen und sowohl Hummels als auch Zagadou in den nächsten 2 Jahren verlieren.

DM: siehe oben. Auf Dauer wird sich die Frage Can vs. Witsel wohl stellen, wenn Bellingham kommt. Entsprechend gilt es dahingehend dann auch den BU zu optimieren oder sich der Frage zu stellen ob Raschl das werden kann. Ob per Leihe oder sofort.

Reus: Aufbau Nachfolger?

Sancho-BU: gibt es für mich nicht im Kader, hielte ich aber für nötig. Gerade hier wird das aber schwer zu erzielen sein, da bei der Homogenisierung der Kette Guerreiro zum Konkurrenten für Reus und Hazard gerät, sofern man ihn nicht im Zentrum einplant - was dann dort einen Delaney Abgang endgültig zwingend machen würde, aber auch hieße, dass Can und Witsel definitiv um ein und dieselbe Position konkurrieren, trotz sehr unterschiedlicher Fähigkeiten. Würde Guerreiro weiter vorne eingeplant werden, hat man also keinen Kaderplatz und auch keinen Spieler, den man eigentlich abgeben will. Gerade hierdurch zeigt sich eben auch die Schwierigkeit, dass man den Kader homogen bekommt, weil man unangenehme Entscheidungen vor sich hätte, die keine ideale Antwort zulassen und noch dazu vorherige Entscheidungen revidieren.

MS-BU: gibt es im Kader zwar, bleibt aber dennoch immer eine Überlegung, die man machen muss. Ist für mich jedoch weit weg von höchster Priorität.

Das wären für mich somit die akuten Themen, die es innerhalb dieser Saison zu klären gilt oder noch davor, unabhängig vom Trainer, der an sich aber auch nochmal ein Thema darstellt, das aber bei einer anderen Herangehensweise auch wieder anders zu bewerten wäre.


Danke für die ausführliche Antwort. Wie man an deiner Ausführung sieht, wären jede Menge Anpassungen erforderlich oder Probleme vorprogrammiert, wenn man auf die 4-er Kette zurück geht. Gerade mit dem aktuellen Spielermaterial sehe ich da die 3-er Kette schon als deutlich passender an.

In der Viererkette würde sich tatsächlich die Frage stellen, Hummels oder Zagadou. Das Problem besteht in der 3-er Kette nicht zwangsläufig, da Zagadou links neben dem Centre Hummels spielen kann. Auch liegt Hummels die Rolle deutlich besser, da er nicht durchgehend, konsequent gepresst wird uns hier in der Spieleröffnung auch schon feine Aktionen, genau aus dieser Ruhe heraus, einstreuen konnte.

Zudem sehe ich, ähnlich wie du, keinen richtigen LV in unserem Kader, der für die 4-er Kette geeignet wäre. Guerreiro gefällt mir mit defensiver Absicherung auf der Schiene deutlich besser. Schulz passt grundsätzlich auch eher auf die Position, als auf LV. Einzig Schmelzer ist für mich hier der klassischere LV, diesen würde ich aber in den Planungen mal außen vor lassen.

Auf RIV hat man in der 3-er oder 4-er Kette nach Lukasz sowieso ein Problem. Hier war mein Gedanke, dass man Balerdi heran führen will. Der geht aber jetzt wahrscheinlich. Also läuft scheinbar alles auf Can hinaus. Keine Ahnung wie gut dieser sich mit entsprechender Spielpraxis hier auf Dauer macht.

Meunier könnte das auch spielen, hat aber den Großteil seiner Karriere auf RV verbracht oder im RMF. Von daher passen sowohl dieser als auch Morey hier ganz gut auf die Schiene. Gerade von Morey kann man da meiner Meinung nach als Gegenstück zu Guerreiro einiges erwarten, auch wenn das zwei eher zentrale denkende Spieler auf den Positionen bedeutet.

Witsel ist für mich in dem System allerdings auch der einzige richtige 6-er. Weder Delaney noch Brandt oder Belingham sehe ich da. Die Kombi Witsel-Delaney-Brandt ist hier aber meines Erachtens nach nicht so schlecht wie du sie machst bzw. Delaney schneidet hier bei mir deutlich weniger schlecht ab. Alles in allem eigentlich eine gute Densive/Offensive Balance. Anstelle von Delaney kann hier dann auch Bellingham auflaufen. Einzig mit der Herausnahme von Brandt sehe ich direkt ein kreatives Vakuum und Ruhepausen für Witsel sind auch eher schwierig zu bewältigen. Es sei denn, man zieht Can wieder nach vorne.

In der offensiven Zweierreihe hinter dem MS sehe ich dann auch Reus, Hazard, Reyna und Sancho am besten aufgehoben. Gerade Reus wird unter Favre sowieso nicht mehr auf dem Flügel eingesetzt werden. Hazard könnte da sicherlich spielen, Sancho und Reyna sehe ich mit zentralen Freiräumen aber auch deutlich stärker.

Im Zentrum braucht man dann über Haaland ja nicht zu diskutieren. Ein Backup ist zwar nicht in Sicht, allerdings kann man jetzt auch nicht von Torarmut sprechen, wenn z.B. Hazard dort aufgelaufen ist.

In Summe sehe ich unseren Kader tatsächlich fast prädestiniert für das jetzige System. Mag sein, dass man aus unseren finanziellen Mitteln auch einen Kader hätte zusammenstellen können, mit dem man wunderbar 4-4-2 mit Raute o.ä. hätte spielen können. Dafür wären aber solch extreme Umbaumaßnahmen erforderlich oder in der jetzigen Konstellation Probleme vorprogrammiert. An Umbaumaßnahmen in der Größenordnung und ein revidieren zuvor getroffener Personalentscheidungen in diesem Ausmaß, glaube ich aktuell nicht. Klar ist für mich aber auch- kehrt man mit dem aktuellen Spielermaterial zur 4-er Kette zurück, endet das genau da, wo man vor dem Wechsel auf die 3-er Kette schon war. Einzig Meunier stellt hier mutmaßlich die bessere Variante zu Lukasz oder zuvor Hakimi dar.
BVB - Transferpolitik |#15397
16.07.2020 - 15:41 Uhr
Zitat von BeinGespielt

Angenommen wir kehren zur 4er Kette zurück und planen Guerreiro dauerhaft auf LM/ LF ein, wäre nicht in dem Fall die Verpflichtung eines passenden Fits zu Guerreiro ebenso sinnvoll, wie der zu Hummels?



Ja, ich glaube aber, dass die Flexibilität dahingehend größer wäre, da man in der Offensive eben auch wieder Ausgleich auf RA oder im MS schaffen kann. Allein von Haland erwarte ich da noch einiges, entwickelt er sich so weiter, wie er es andeutet, da er an sich ein gutes Paket mitbringt, um auch spielerisch noch deutlich mehr Akzente zu setzen und mitzumachen. Solange der Ball zu Guerreiro und Co. gebracht werden kann und der LV dahingehend nicht abfällt, sollte offensiv nicht zu viel Unterstützung nötig sein. Bekommt man diese, wäre das natürlich perfekt, aber ich glaube dann würde man endgültig sehr viel erwarten.


Bei der ersten Betrachtung ist die Vakanz hinsichtlich der defefensiven Stabilität auf der linken Seite offensichtlich, doch auf dem zweiten Blick wäre eine Verpflichtung, die mit Guerreiro eine homogene linke Seite bildet, ebenso möglich. Ausschlaggebend ist hierbei Guerreiros Defensivarbeit, die zwar nicht den Anforderungen an den "Wunsch"-Spieler für den LV in der 4er-Kette erfüllt, bei dem Gedankengang zugleich aber auch nicht unerwähnt bleiben sollte.



Ich habe mit Guerreiros Defensive eigentlich keine allzu großen Probleme, solange man seine Limits berücksichtigt. Vor allem körperlich starke und dynamische Gegenspieler sind meines Erachtnes ein großes Problem, aber auch Spiele, in denen Guerreiro vor allem vorne noch was liefern soll und dann weite Wege zurück hat, sodass er als Absicherung zu spät ist. Häufiger wird ihm dabei unterstellt, dass er nur zurücktrabt, aber man muss eben auch den Aufwand berücksichtigen, den er davor betreiben musste - nicht nur auf ein Spiel bezogen, sondern auf die Saison. Ich kann mir daher sehr gut vorstellen, dass Guerreiro als LA - analog zu Hazard - überdurchschnittlich verteidigen würde, gemessen an der Position. Grundsätzlich halte ich Guerreiro auch auf LV für einen überdurchschnittlichen Spieler, aber eben nur, wenn man in der IV seine Defizite ausgleichen kann, wofür man einen Spieler benötigt, der viel Raum abdecken kann und gegen unterschiedlichste Spielertypen ein starkes 1gg1 besitzt. Dafür sind weder Hummels noch Zagadou prädestiniert und wie gesagt, ein Austausch hier ist eher unwahrscheinlich.


Dadurch ergäbe sich die Möglichkeit -situativ- einer gewissen Arbeitsteilung. Ein offensivstarker LV, der die diese Position bekleiden kann, in Verbindung mit Guerreiros vorhandenen Defensivgeist könnte funktionieren, da eine Symbiose aus beider Stärken-Schwächen entstehen könnte.
Emerson würde ich hierbei als sehr passend empfinden.


Kann funktionieren, ja, aber eben nur, wenn die Offensive extrem dominant wäre und damit genug Druck von der Defensive nimmt. Auch das Pressing und vor allem das Gegenpressing müsste dafür dann sehr aggressiv sein und funktionieren, was dann eher für einen Bosz als Favre Fussball spräche. Ansonsten hast du nach wie vor dieselbe Bruchstelle zwischen LIV und LV, die jeder Gegner attackieren wird und zu viele Gegentore aus wenigen Chancen verspricht, weil man den BVB dort mit recht einfachen Mitteln aus der Balance bringen kann. Hier mal noch meine Überlegungen, bezogen auf konkrete Spielerideen.

@Silverstar

Das Problem mit der 3er Kette ist für mich, dass sie nur auf die Defensivspieler optimiert ist bzw. war. Vorne fehlt dafür häufig ein Spieler in irgendeinem Raum. Dadurch hat unser Kombinationsspiel rund um den gegnerischen 16er oft ziemlich große Lücken, weil irgendwer nicht schnell genug nachrückt. Dann gehen die Ideen aus, wenn der Gegner schnell in die defensive Formation kommt. Bis auf Sancho sehe ich bei uns auch keinen Spieler mehr, der das klar überdurchschnittlich mit 1gg1 lösen kann. Hakimi ist weg, der die Räume beständig attackiert hat, sodass ein fehlender Mitspieler mehr Platz bedeutet hat - trotzdem nicht ideal war. Das hat er mit und ohne Ball gemacht und Meunier kann das nicht mit dem Tempo und ist auch kein guter 1gg1 Spieler - weswegen die Schiene schlechter geworden ist, was das Gegenteil einer Optimierung der 3er Kette bedeutet. Bleiben somit nur noch Brandt und Reyna, die aber auch nicht ansatzweise das Niveau von Sancho haben. Somit bist du auf ein starkes 1gg1 gegen tiefstehende Gegner angewiesen, um genug Variation reinzubringen oder auch nur Bälle vorne zu halten, bis genug Spieler nachrücken, um doch noch zu kombinieren, aber der entscheidende Spieler dafür steht vor dem Abgang. Es steht daher zu befürchten, dass die 3er Kette vorne zu einem reinen Konterspiel führt, das noch stärker davon abhängt, dass der Gegner Räume freigibt, je weniger Elemente von Sanchos Spiel man ersetzen kann, der ja auch als Spielmacher stark ist, sodass man mit ihm richtig gut kombinieren kann. Es gibt eh schon nicht so wahnsinnig viele Spieler, bei denen ich mir das gut vorstellen kann, dass man Sancho überhaupt ersetzen kann, aber grundsätzlich ist sowieso die Abhängigkeit davon ein Problem. Mit 4er Kette gibst du den Offensiven für deren Kombinationsspiel wieder einen Mann mehr und erleichterst dort einiges im Ballbesitz und reduzierst somit die Abhängigkeit davon, dass wir uns vorne zu sehr über Einzelaktionen definieren. Ich glaube aber auch, dass wieder für 4er Kette geplant wird und die 3er Kette nur der Realität geschuldet war, dass einige Überlegungen des Vorjahres nicht griffen. Ansonsten sind weder Meunier (sehr viel mehr RV als RSS) noch Bellingham (Überbesetzung des Zentrums, bei gerade mal 2 Positionen) sinnvolle Transfers.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von BVBBC am 16.07.2020 um 15:42 Uhr bearbeitet
BVB - Transferpolitik |#15398
16.07.2020 - 17:52 Uhr
Ich muss mal hier glaube ich eine kleine Lanze brechen, da Bashing gegen die Transferpolitik ja gerade Mode ist. Einige derer User, die hier schreiben, sollten mal vielleicht nachdenken, wo der Club denn so herkommt.

Ich bin bei Gott kein Schönredner, sehe die Kaderzusammenstellung in einigen Mannschaftsteilen (gerade Abwehr und zentrales Mittelfeld) als nicht ganz optimal an, aber man muss sich auch immer das Gesamtbild vor Augen führen, nämlich die Entwicklung. Der BVB ist die Nummer 2 in Deutschland, mit sehr deutlichem Abstand nach vorne, aber auch einem ordentlichen nach hinten, das Ganze trotz zahlreicher Vereine mit Konzernen in der Hinterhand (Red Bull, VW, Bayer, Hopp). Dabei befindet sich der BVB auch irgendwie in einem Dilemma. Finanziell kann man mittlerweile schon gut mithalten und für seine Topspieler zweistelliges Millionengehalt zahlen, dazu gibt es eine große Fraktion, die im oberen einstelligen Millionenbereich verdienen dürfte. Dennoch ist das relativ wenig, verglichen mit internationaler Konkurrenz, bei denen das teilweise Nettogehalt ist. Diese Limits beim Gehalt gilt es dann eben zu kompensieren, will man dennoch mit den Spitzenvereinen mithalten und auch mal Titel angreifen. Das dabei gewählte Modell ist es, zum einen die besten und begehrtesten Talente der Welt zu verpflichten und diese auszubilden mit dem Wissen, dass sie wohl nicht allzu lange beim BVB spielen werden. Diese werden dann mit Spielern gepaart, die vielleicht gerade in ihrer Prime oder am Ende dessen sind und bei Spitzenvereinen vielleicht nichtmehr die Rolle spielen, die sie sich selbst erhoffen. Außerdem werden noch sehr gute Spieler der Bundesliga Konkurrenz verpflichtet, die insgesamt vielleicht nicht auf dieselbe Spielzeit bei einem anderen Verein kommen würden wie eben beim BVB. Diese 3 Transferschemas werden verwendet und danach eingekauft, wobei dann durch ein Talent, welches irgendwann den Absprung machen sollte, mithilfe dessen Ablösesumme weitere Transfers querfinanziert werden können.

Für Spieler dieser Art ist man mittlerweile in Europa aber eine absolute Topadresse. Glaubt hier einer ernsthaft, vor einem Jahrzehnt hätte man Haaland, Sancho, Bellingham und Co bei der Konkurrenz verpflichten können? Welche namhaften Vereine man da mittlerweile aussticht, ist wirklich respektabel und zeigt, wieviel mehr Reputation der BVB alleine weltweit in den letzten Jahren erlangt hat. Ein wenig OT aber auch ein nettes Beispiel: Was Instagram-Follower betrifft, ist man mittlerweile auf Platz 11 weltweit mit 11 Millionen Followern, noch weit vor Vereinen wie den Mailänder Clubs, den Spurs oder Atletico Madrid. In der Bundesliga schafft es außer natürlich den Bayern außerdem kein Verein, überhaupt die Millionen-Marke zu knacken, nur mal so als Vergleichswert. Man ist deutlich gewachsen und mittlerweile die Adresse schlechthin für die besten Talente der Welt. Dazu haben wir in der Vergangenheit bereits wertvolle Erfahrungen gemacht, die unsere Bundesliga-Konkurrenz aus Leipzig, Leverkusen und Gladbach auf dem Niveau erst noch machen muss, was das Thema Spielerverkäufe betrifft.

Auch der Anspruch wächst, sieht man die Kommentare bei Niederlagen gegen Teams wie Barca, Paris oder Bayern und ganz zu schweigen von Niederlagen gegen kleine Teams, die ja wirklich jeder Mannschaft jedes Jahr mal passieren. Unsere Transferpolitik insgesamt ist aber der Grund, wieso wir überhaupt da stehen, wo wir momentan stehen. Ja, manchmal ist es auch schwer, einen Kader komplett homogen zusammenzustellen, falls man keine glasklare Philosophie verfolgt oder eben nicht alle Spieler und Talente halten kann, dennoch muss man für die Arbeit in den letzten Jahren definitiv Respekt zollen, trotz einiger Missverständnisse sind wir mittlerweile eine große Nummer, auch in Europa!
BVB - Transferpolitik |#15399
16.07.2020 - 18:52 Uhr
Betrachtet man die Finanzen des BVB's und bedenkt, dass man vor Jahren am Abgrund stand, dann muss man klar feststellen, dass der BVB in den vergangenen Jahren alles andere als verschwenderisch mit dem Geld umging und sich mit kleinen Schritten, zu einer Top-Mannschaft entwickelt hat.

Tops und Flops :
Was halt extrem auffällt, dass man mit den ganz jungen Spieler vieles richtig gemacht hat und auch die Spieler, die in Richtung 30 (oder drüber) sind, kann man mehr als zufrieden sein.

Die größten “Sünden“ passieren (passierten) mit Spielern, die sich im besten (oder vielleicht sogar erst auf den Weg dahin sein sollten) Fußballalter befinden und das Krasse daran, die als Muttersprache “Deutsch“ sprechen.

Zukunft :
Bleibt Sancho, wird es keine wirklich bahnbrechende Transfers auf der Zugangsseite mehr geben und ich bin auch der Meinung, dass die Mannschaft nicht schlechter aufgestellt ist, als in der Saison 19/20.

Man darf auch nicht vergessen, die beiden Neuzugänge im Winter haben bisher toll eingeschlagen und werden sicher noch einen Schritt nach vorne machen.

Wenn man sich also die Mannschaft anschaut, wird es in den kommenden Jahren immer wieder einzelne Spieler geben, die wir um ordentliches Geld ziehen lassen (müssenWeinend) jedoch, find ich die Zukunft schon “nicht so schlecht“ – also freuen wir uns auf die kommenden Jahre.
BVB - Transferpolitik |#15400
16.07.2020 - 19:27 Uhr
Zitat von Silverstar
Zitat von BVBBC

Zitat von Silverstar

Zitat von BVBBC

Zitat von mba123

Zitat von BVBBC

Zitat von Dunkelheit

Dazu kommt, dass du keinerlei Schwierigkeiten siehst, die ein Verein mit hoher Fluktuation wie der BVB nun mal hat, du verstehst nicht mal ansatzweise, wie schwierig ein guter 1B Transfer ist und du lässt bei deiner Betrachtung die Historie solcher Transfer vollständig ausser acht.



Ich glaube mit dem Absatz sprichst du das Problem ziemlich konkret an und das war es eben auch schon ex-ante und nicht erst ex-post. Man hat gerade bei den deutschen (National-)Spielern 1B Transfers gemacht, in einigen Fällen sogar eher 1C. Denn 1A Talent und Qualität holen sich eben die Bayern. Rummenigge formulierte das zuletzt nochmal nachdrücklich, im Rahmen der Sane Verpflichtung:

Quelle: https://www.sport1.de/fussball/bundesliga/2020/07/karl-heinz-rummenigge-fc-bayern-hakt-havertz-transfer-vorerst-ab
Unser Anspruch beim FC Bayern war immer, die besten deutschen Spieler bei uns zu haben. Mit ihm haben wir im nächsten Jahr sieben deutsche Nationalspieler im Kader - plus vielleicht noch den ein oder anderen Spieler vom Campus.


Du selbst sprichst die ganze Zeit davon, dass man den BVB mit Vereinen vergleichen soll, die ähnliche Mittel haben. Ich halte diese Sicht zwar für zu eingeschränkt, da man damit sehr schnell in einer eigenen Liga landet, in der es kaum bis keine Konkurrenz gibt - weswegen dein Schluss, dass man hervorragende Arbeit leistet eben auch nicht so ganz objektiv ist -, aber genau hier tritt man dann transferstrategisch in einen Wettbewerb mit den Bayern, den man nicht gewinnen kann, weil man nicht über dieselben finanziellen Mittel verfügt. Wie soll das erfolgreich sein? Was macht daraus eine herausragende Arbeit?

Dadurch bekommt man noch die wechselwilligen Spieler, die nicht zu den Bayern gehen, weil dort kein Bedarf für sie besteht oder die nicht die Qualität haben, um direkt bei den Bayern oder einem Topclub im Ausland zu bestehen. Das sind eben auf einen Schlag sehr viele Limits, die man sich gewissermaßen selbst auferlegt, in Form von Restriktionen bezüglich der Marktverfügbarkeit. So sticht man zwar häufig Leipzig, Gladbach oder Leverkusen aus, bei Spielern, die eine hohe Qualität nachgewiesen haben, nimmt sich aber gleichermaßen auch die Chance auf 1A Talent und in der Konsequenz auch auf 1A Qualität. Genau das sind diese Spieler eben nicht (mehr). Die Nische, die sich daraus ergibt, legt im Grunde automatisch einen Fokus auf entwicklungsfähige Spieler, die für den BVB vielversprechend genug sind, um eben genau dorthin entwickelt zu werden, wo sie sonst nicht mehr verfügbar wären.

Entwicklungsfähig, genau das waren aber Schürrle, Götze, Rode und Toprak nicht mehr, als man sie geholt hat, da sie fertige Spieler darstellten, bei ihrer Verpflichtung, die entweder schon länger stagnierten oder ihren Zenit schon hinter sich hatten. Hummels, Can und Schulz im abgelaufenen Jahr auch nicht, die eben mitnichten einen veränderten Transferansatz bezüglich deutscher Spieler verkünden, sondern fast schon den Misserfolgen seit 2016 trotzen wollen - und ich glaube, dass Can der einzige ist, der dafür eine Chance hat. Es ist daher nicht einmal bösartig formuliet, dass das Spieler sind, die die Bayern nicht wollten und nur deswegen für den BVB verfügbar waren. 3 davon kamen immerhin ja auch direkt aus München und Can hatte auch schon dort gespielt. Bei Wolf und Philipp kann man meines Erachtens streiten, ob sie noch Talentstatus hatten, aber selbst dann gab es hier ja nicht gerade wenig Streit, ob das am Ende 1B oder 1C Talente sind - oder sogar das zu hoch gegriffen ist. Es ist daher von Haus aus nicht logisch begründbar, dass die Transferstrategie auf 1B Talente und Qualität zu gehen, dem Wunsch um die Meisterschaft spielen zu wollen, entspricht. Es ist eine unterlegene Strategie, wenn der Serienmeister dieselbe Strategie mit mehr Ressourcen anwendet und 1A Talent und Qualität holt, sodass für den BVB nur die Besten vom Rest übrigbleiben. Spieler, die für die Bayern keine Priorität (mehr) hatten oder zu schlecht sind oder wurden. Da kann man auch noch ausländische Bundesligaspieler dazuzählen, die man zuletzt geholt hat.

Selbst Brandt, von dem ich sehr viel halte, ist im Grunde nur bedingt eine Ausnahme. Auch der ist auf dem Markt gewesen, da er zwar in meinen Augen einerseits ein 1A Talent ist, aber man andererseits in München keine Bedarfsposition hatte. Selbst hier hatte man diese nicht und hat ihn dennoch verpflichtet - weil: man weiß ja nie! -, was bislang allerdings dafür sorgte, dass man ihn eher wie ein 1B Talent behandelte und man Glück hat, dass er sich dennoch relativ gut gemacht hat - was für mich eben auch ein Zeichen dafür ist, dass Brandt ein 1A Talent ist. Dahoud ist in meinen Augen dabei die einzige echte Ausnahme, da er eigentlich genau so ein Transfer war, den man eigentlich sehr viel häufiger machen müsste. Der ist hier zwar gefloppt, aber nicht am Talent oder fehlendem Bedarf gescheitert. Ich glaube das ist dann aber auch das Problem, warum auf einmal 1B Transfers so gehyped werden, obwohl es für die maximale Ausbeute gilt möglichst viele 1A Spieler auszubilden, weil vielleicht aus einem Einzelfall die Regel gemacht wird, statt die Ausnahme.

Es ist daher rein logisch betrachtet recht einfach begründbar, warum die Arbeit des BVB bei diesen Spielern eben nicht herausragend war. Die herausragende Arbeit macht man bei den Spielern, die durch die Decke gehen. Deren Gewinn deckt aber eben auch gerade mal das ab, was man ansonsten eben nicht besonders gut gemacht hat. Nicht umsonst war das Konto, das von wirklich herausragender Arbeit vor 2016 gefüllt wurde, bereits vor Corona leergeräumt und der Etat in den letzten Jahren steil erhöht worden, womit die Risiken enorm erhöht wurden, der Erfolg aber nicht. Das kann auch nicht funktionieren, kopiert man Teile der Erfolgsstrategie eines anderen Vereins - dahingehend würde mich übrigens mal Sammers Wirken sehr interessieren, der Teil dieser Erfolgsstrategie, bei besagtem Verein, war -, wofür man dann auch noch den Großteil der Ressourcen aufwendet. Herausragende Arbeit wäre für mich, wenn man seine eigene Erfolgsstrategie entwickelt. Die hat man im Grunde sogar ja in Teilen sogar schon. Dafür wird aber nur ein geringer Teil der Ressourcen verwendet, wodurch man diese Strategie eben auch wieder selbst unnötig limitiert bzw. jeden Teil der Transferstrategie. Die Fluktuation ist auch deswegen eben nicht nur Schicksal, sondern auch ein gutes Stück selbstverschuldet ...

Wie beurteilst Du denn unsere Kaderqualität im Allgemeinen?
Sollten wir einen Kader haben, der national und international erkennbar mehr möglich machen würde?


Der aktuelle Kader ist meines Erachtens schon sehr nah am Limit dessen, was damit möglich ist. Ich glaube aber, dass der Kader nicht so nah an dem dran ist, was möglich wäre.


Was müsste denn passieren, damit sich das was derzeit mit dem aktuellen Kader möglich ist, deiner Meinung nach oben hin verschiebt zu dessen was mit dem aktuellen Kader möglich wäre? Oder meinst du der aktuelle Kader spielt am Limit, ein möglicher anderer Kader mit unseren finanziellen Mitteln würde aber das Limit nach oben korrigieren?


Genau das meine ich. Ich glaube, dass bei einer 3er Kette mittelfristig zu viele Probleme für die Offensive entstehen, durch die dort einfach viele Arbeiten auf weniger Köpfe verteilt werden, von denen Sancho auch noch viele Arbeiten übernimmt. Auf Dauer führt für mich daher kein Weg an der Rückkehr zur 4er Kette vorbei.

Ich glaube, dass wir kadertechnisch dafür mindestens 2 Positionen im absoluten Stamm anpassen müssten, neben potenziellen Abgängen und BU, damit man einen homogenen Kader bekommt. Also Schwächen einzelner Spieler entsprechend auffangen kann, dass man wieder deren Stärken herrausstellt. Da das allerdings ältere Spieler sind, deren Schwächen man verstecken muss, reichen wohl reine Systemspieler nicht, sondern es müsste - um beim vorherigen Thema zu bleiben - 1A Qualität kommen, um die man in den nächsten Jahren bauen kann, damit man sich qualitativ nicht zu sehr von den Spielern abhängig macht, deren Schwächen enorme Anpassungen bedarfen.

Positionell meine ich damit:

LV: kein LV im Kader passt in meinen Augen gut zu unseren LIV. Somit gäbe es die Option entweder den LIV auszutauschen oder aber den LV. Bis auf Guerreiro rechtfertigt das aber in meinen Augen kein LV und auf LIV hat man mit Hummels einen Spieler mit hohem Stellenwert im Verein und mit Zagadou ein Talent, das mindestens für dessen Nachfolge eine wichtige Rolle spielt. Eine Anpassung auf LV ist daher logisch. Vom Profil her müsste das in meinen Augen ein schneller, defensivstarker, absichernder Spieler sein, der offensiv zumindest über ein gutes Aufbauspiel verfügt. Klingt einfach, ist es aber keineswegs, da es dafür nicht gerade viele passende Spieler gibt und hohe Kosten zu erwarten sind. Es gibt zwar ein paar Möglichkeiten, aber den perfekten Spieler, insbesondere neben Hummels, zu finden, ist eine enorme Herausforderung.

ZM: hier gibt es für mich höchst unterschiedliche Profile bislang, die aber eben auch eine Entscheidung nötig machen, mit welchen Spielern man in die Zukunft geht, bevor man darauf abstellt. Mit Witsel haben wir einen nicht besonders weiträumigen Aufbauspieler, mit Can und Delaney weiträumige Abräumer und mit Brandt sowie Reyna hat man offensivstarke Dynamiker. Das gibt abhängig von der jeweiligen Kombination verschiedene Bedarfe:

  • Witsel - Brandt/Reyna - Neuzugang/Can/Delaney: Qualitäten als Abräumer und Aufbauspieler, hohe Dynamik und eine gute Balance aus Offensive und Defensive wären vom Neuzugang verlangt. Im Vergleich zu Can und vor allem Delaney wäre also technisch noch mehr Qualität und Dynamik verlangt.
  • Witsel - Can/Delaney - Neuzugang: Qualitäten als Aufbau- und Offensivspieler, hohe Dynamik und viel Zug zum gegnerischen Tor. Vor allem ein Plus im Aufbau wäre im Vergleich zu Brandt und noch mehr Reyna nötig.
  • Can/Delaney-Brandt/Reyna-Neuzugang: im Grunde Witsel, mit höherer Dynamik und Weiträumigkeit, um ein positionell sehr flexibles Zentrum zu schaffen.


Noch komplettere Spielertypen wären verlangt, plant man nur ein 2er Zentrum, womit dann wohl auch nicht nur ein Spieler reichen würde. Bei 4er Zentrum/Raute käme Guerreiro automatisch dazu und Delaney wäre für mich als Spielertyp überflüssig, während Can und Witsel eine Philosophiefrage bedeuten, bei der es optimalerweise aber nur um ein und dieselbe Position geht. Entsprechend würde also auf einer anderen Rautenposition ein Bedarf dafür entstehen, wogegen man sich entscheidet. So oder so ist das aber schon eine Herausforderung, wobei Bellingham potenziell ermöglicht, dass man sich nicht in jedem Fall unbedingt sofort festlegen muss - sinnvoll wäre es dennoch, da ich vor allem für Delaney Schwierigkeiten erwarte, da dann 2 defensivstarke Spieler offensivstärker wären. Das scheint daher eine Anpassung, die bereits in der Pipelin steckt. Angesichts des Transfers für Can und der hohen Wahrscheinlichkeit, dass man Bellingham holt, sind das zudem auch für Witsel - also nicht nur Delaney - keine guten Nachrichten, insbesondere falls Bellingham sich im Aufbauspiel klug anstellt - das kann ich nicht so recht beantworten. Brandt und Reyna sollten zudem in Sachen Förderung Priorität genießen.

Je nachdem, wie gut das dann alles gelingt, kann natürlich noch mehr nötig werden, was aktuell aber nur teilweise absehbar ist. Dazu kommen sichere Anpassungen im erweiterten Stamm und grundsätzlich im Kader, die zeitnah anstehen:

LV-BU: ich denke mit Schmelzer kann man noch ein Jahr überbrücken, da der Systemfit neben Hummels und Zagadou eigentlich nicht schlecht ist. Hier wird es wichtig, dass man Rotationsmöglichkeiten schafft, was aber nicht möglich ist, wenn der Spielertyp nicht zum LIV passt.

RIV: im Grunde dasselbe. Piszczek hat noch eine Saison und dann ist das Karriereende wohl endgültig angesagt. An eine Entwicklung von Can zum RIV glaube ich nicht und Balerdi wird wohl sicher gehen.

LIV: Zagadou muss verlängern. Damit er verlängert, muss er spielen und eine Perspektive sehen. Damit er spielt, muss er Hummels verdrängen. Entsprechend muss die Planung auf LV auch mehr auf Zagadou als auf Hummels ausgerichtet sein oder man wird die Planung doch an Guerreiro ausrichten müssen und sowohl Hummels als auch Zagadou in den nächsten 2 Jahren verlieren.

DM: siehe oben. Auf Dauer wird sich die Frage Can vs. Witsel wohl stellen, wenn Bellingham kommt. Entsprechend gilt es dahingehend dann auch den BU zu optimieren oder sich der Frage zu stellen ob Raschl das werden kann. Ob per Leihe oder sofort.

Reus: Aufbau Nachfolger?

Sancho-BU: gibt es für mich nicht im Kader, hielte ich aber für nötig. Gerade hier wird das aber schwer zu erzielen sein, da bei der Homogenisierung der Kette Guerreiro zum Konkurrenten für Reus und Hazard gerät, sofern man ihn nicht im Zentrum einplant - was dann dort einen Delaney Abgang endgültig zwingend machen würde, aber auch hieße, dass Can und Witsel definitiv um ein und dieselbe Position konkurrieren, trotz sehr unterschiedlicher Fähigkeiten. Würde Guerreiro weiter vorne eingeplant werden, hat man also keinen Kaderplatz und auch keinen Spieler, den man eigentlich abgeben will. Gerade hierdurch zeigt sich eben auch die Schwierigkeit, dass man den Kader homogen bekommt, weil man unangenehme Entscheidungen vor sich hätte, die keine ideale Antwort zulassen und noch dazu vorherige Entscheidungen revidieren.

MS-BU: gibt es im Kader zwar, bleibt aber dennoch immer eine Überlegung, die man machen muss. Ist für mich jedoch weit weg von höchster Priorität.

Das wären für mich somit die akuten Themen, die es innerhalb dieser Saison zu klären gilt oder noch davor, unabhängig vom Trainer, der an sich aber auch nochmal ein Thema darstellt, das aber bei einer anderen Herangehensweise auch wieder anders zu bewerten wäre.


Danke für die ausführliche Antwort. Wie man an deiner Ausführung sieht, wären jede Menge Anpassungen erforderlich oder Probleme vorprogrammiert, wenn man auf die 4-er Kette zurück geht. Gerade mit dem aktuellen Spielermaterial sehe ich da die 3-er Kette schon als deutlich passender an.

In der Viererkette würde sich tatsächlich die Frage stellen, Hummels oder Zagadou. Das Problem besteht in der 3-er Kette nicht zwangsläufig, da Zagadou links neben dem Centre Hummels spielen kann. Auch liegt Hummels die Rolle deutlich besser, da er nicht durchgehend, konsequent gepresst wird uns hier in der Spieleröffnung auch schon feine Aktionen, genau aus dieser Ruhe heraus, einstreuen konnte.

Zudem sehe ich, ähnlich wie du, keinen richtigen LV in unserem Kader, der für die 4-er Kette geeignet wäre. Guerreiro gefällt mir mit defensiver Absicherung auf der Schiene deutlich besser. Schulz passt grundsätzlich auch eher auf die Position, als auf LV. Einzig Schmelzer ist für mich hier der klassischere LV, diesen würde ich aber in den Planungen mal außen vor lassen.

Auf RIV hat man in der 3-er oder 4-er Kette nach Lukasz sowieso ein Problem. Hier war mein Gedanke, dass man Balerdi heran führen will. Der geht aber jetzt wahrscheinlich. Also läuft scheinbar alles auf Can hinaus. Keine Ahnung wie gut dieser sich mit entsprechender Spielpraxis hier auf Dauer macht.

Meunier könnte das auch spielen, hat aber den Großteil seiner Karriere auf RV verbracht oder im RMF. Von daher passen sowohl dieser als auch Morey hier ganz gut auf die Schiene. Gerade von Morey kann man da meiner Meinung nach als Gegenstück zu Guerreiro einiges erwarten, auch wenn das zwei eher zentrale denkende Spieler auf den Positionen bedeutet.

Witsel ist für mich in dem System allerdings auch der einzige richtige 6-er. Weder Delaney noch Brandt oder Belingham sehe ich da. Die Kombi Witsel-Delaney-Brandt ist hier aber meines Erachtens nach nicht so schlecht wie du sie machst bzw. Delaney schneidet hier bei mir deutlich weniger schlecht ab. Alles in allem eigentlich eine gute Densive/Offensive Balance. Anstelle von Delaney kann hier dann auch Bellingham auflaufen. Einzig mit der Herausnahme von Brandt sehe ich direkt ein kreatives Vakuum und Ruhepausen für Witsel sind auch eher schwierig zu bewältigen. Es sei denn, man zieht Can wieder nach vorne.

In der offensiven Zweierreihe hinter dem MS sehe ich dann auch Reus, Hazard, Reyna und Sancho am besten aufgehoben. Gerade Reus wird unter Favre sowieso nicht mehr auf dem Flügel eingesetzt werden. Hazard könnte da sicherlich spielen, Sancho und Reyna sehe ich mit zentralen Freiräumen aber auch deutlich stärker.

Im Zentrum braucht man dann über Haaland ja nicht zu diskutieren. Ein Backup ist zwar nicht in Sicht, allerdings kann man jetzt auch nicht von Torarmut sprechen, wenn z.B. Hazard dort aufgelaufen ist.

In Summe sehe ich unseren Kader tatsächlich fast prädestiniert für das jetzige System. Mag sein, dass man aus unseren finanziellen Mitteln auch einen Kader hätte zusammenstellen können, mit dem man wunderbar 4-4-2 mit Raute o.ä. hätte spielen können. Dafür wären aber solch extreme Umbaumaßnahmen erforderlich oder in der jetzigen Konstellation Probleme vorprogrammiert. An Umbaumaßnahmen in der Größenordnung und ein revidieren zuvor getroffener Personalentscheidungen in diesem Ausmaß, glaube ich aktuell nicht. Klar ist für mich aber auch- kehrt man mit dem aktuellen Spielermaterial zur 4-er Kette zurück, endet das genau da, wo man vor dem Wechsel auf die 3-er Kette schon war. Einzig Meunier stellt hier mutmaßlich die bessere Variante zu Lukasz oder zuvor Hakimi dar.


Stand jetzt sind wir durch den Wechsel Meunier für Hakimi mit einer 3´Kette deutlich schwächer als in der letzten Saison aufgestellt.
Meunier ist defensiv stärker, aber das ist bei der 3´erKette nicht so entscheidend wie der offensive Faktor. Defensiv standen wir auch letzte Saison mit 3´er Kette schon sehr gut.

Entweder bekommt Brandt dann den zweiten Platz im defensiven Mittelfeld (warum kaufen wir dann aber Can und Bellingham?) oder wir werden offensiv noch mehr auf die Genialität von Sancho angewiesen sein. Die Maxime müsste genau in die andere Richtung gehen. Die Last auf mehrere Schultern verteilen, um nicht so ausrechenbar zu sein.

Deshalb sehe ich die Viererkette als das priorisierte System.
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