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BVB - Transferpolitik

14.02.2015 - 15:43 Uhr
BVB - Transferpolitik |#15401
16.07.2020 - 19:29 Uhr
Zitat von BVBBC
Zitat von BeinGespielt

Angenommen wir kehren zur 4er Kette zurück und planen Guerreiro dauerhaft auf LM/ LF ein, wäre nicht in dem Fall die Verpflichtung eines passenden Fits zu Guerreiro ebenso sinnvoll, wie der zu Hummels?



Ja, ich glaube aber, dass die Flexibilität dahingehend größer wäre, da man in der Offensive eben auch wieder Ausgleich auf RA oder im MS schaffen kann. Allein von Haland erwarte ich da noch einiges, entwickelt er sich so weiter, wie er es andeutet, da er an sich ein gutes Paket mitbringt, um auch spielerisch noch deutlich mehr Akzente zu setzen und mitzumachen. Solange der Ball zu Guerreiro und Co. gebracht werden kann und der LV dahingehend nicht abfällt, sollte offensiv nicht zu viel Unterstützung nötig sein. Bekommt man diese, wäre das natürlich perfekt, aber ich glaube dann würde man endgültig sehr viel erwarten.


Bei der ersten Betrachtung ist die Vakanz hinsichtlich der defefensiven Stabilität auf der linken Seite offensichtlich, doch auf dem zweiten Blick wäre eine Verpflichtung, die mit Guerreiro eine homogene linke Seite bildet, ebenso möglich. Ausschlaggebend ist hierbei Guerreiros Defensivarbeit, die zwar nicht den Anforderungen an den "Wunsch"-Spieler für den LV in der 4er-Kette erfüllt, bei dem Gedankengang zugleich aber auch nicht unerwähnt bleiben sollte.



Ich habe mit Guerreiros Defensive eigentlich keine allzu großen Probleme, solange man seine Limits berücksichtigt. Vor allem körperlich starke und dynamische Gegenspieler sind meines Erachtnes ein großes Problem, aber auch Spiele, in denen Guerreiro vor allem vorne noch was liefern soll und dann weite Wege zurück hat, sodass er als Absicherung zu spät ist. Häufiger wird ihm dabei unterstellt, dass er nur zurücktrabt, aber man muss eben auch den Aufwand berücksichtigen, den er davor betreiben musste - nicht nur auf ein Spiel bezogen, sondern auf die Saison. Ich kann mir daher sehr gut vorstellen, dass Guerreiro als LA - analog zu Hazard - überdurchschnittlich verteidigen würde, gemessen an der Position. Grundsätzlich halte ich Guerreiro auch auf LV für einen überdurchschnittlichen Spieler, aber eben nur, wenn man in der IV seine Defizite ausgleichen kann, wofür man einen Spieler benötigt, der viel Raum abdecken kann und gegen unterschiedlichste Spielertypen ein starkes 1gg1 besitzt. Dafür sind weder Hummels noch Zagadou prädestiniert und wie gesagt, ein Austausch hier ist eher unwahrscheinlich.


Dadurch ergäbe sich die Möglichkeit -situativ- einer gewissen Arbeitsteilung. Ein offensivstarker LV, der die diese Position bekleiden kann, in Verbindung mit Guerreiros vorhandenen Defensivgeist könnte funktionieren, da eine Symbiose aus beider Stärken-Schwächen entstehen könnte.
Emerson würde ich hierbei als sehr passend empfinden.


Kann funktionieren, ja, aber eben nur, wenn die Offensive extrem dominant wäre und damit genug Druck von der Defensive nimmt. Auch das Pressing und vor allem das Gegenpressing müsste dafür dann sehr aggressiv sein und funktionieren, was dann eher für einen Bosz als Favre Fussball spräche. Ansonsten hast du nach wie vor dieselbe Bruchstelle zwischen LIV und LV, die jeder Gegner attackieren wird und zu viele Gegentore aus wenigen Chancen verspricht, weil man den BVB dort mit recht einfachen Mitteln aus der Balance bringen kann. Hier mal noch meine Überlegungen, bezogen auf konkrete Spielerideen.

@Silverstar

Das Problem mit der 3er Kette ist für mich, dass sie nur auf die Defensivspieler optimiert ist bzw. war. Vorne fehlt dafür häufig ein Spieler in irgendeinem Raum. Dadurch hat unser Kombinationsspiel rund um den gegnerischen 16er oft ziemlich große Lücken, weil irgendwer nicht schnell genug nachrückt. Dann gehen die Ideen aus, wenn der Gegner schnell in die defensive Formation kommt. Bis auf Sancho sehe ich bei uns auch keinen Spieler mehr, der das klar überdurchschnittlich mit 1gg1 lösen kann. Hakimi ist weg, der die Räume beständig attackiert hat, sodass ein fehlender Mitspieler mehr Platz bedeutet hat - trotzdem nicht ideal war. Das hat er mit und ohne Ball gemacht und Meunier kann das nicht mit dem Tempo und ist auch kein guter 1gg1 Spieler - weswegen die Schiene schlechter geworden ist, was das Gegenteil einer Optimierung der 3er Kette bedeutet. Bleiben somit nur noch Brandt und Reyna, die aber auch nicht ansatzweise das Niveau von Sancho haben. Somit bist du auf ein starkes 1gg1 gegen tiefstehende Gegner angewiesen, um genug Variation reinzubringen oder auch nur Bälle vorne zu halten, bis genug Spieler nachrücken, um doch noch zu kombinieren, aber der entscheidende Spieler dafür steht vor dem Abgang. Es steht daher zu befürchten, dass die 3er Kette vorne zu einem reinen Konterspiel führt, das noch stärker davon abhängt, dass der Gegner Räume freigibt, je weniger Elemente von Sanchos Spiel man ersetzen kann, der ja auch als Spielmacher stark ist, sodass man mit ihm richtig gut kombinieren kann. Es gibt eh schon nicht so wahnsinnig viele Spieler, bei denen ich mir das gut vorstellen kann, dass man Sancho überhaupt ersetzen kann, aber grundsätzlich ist sowieso die Abhängigkeit davon ein Problem. Mit 4er Kette gibst du den Offensiven für deren Kombinationsspiel wieder einen Mann mehr und erleichterst dort einiges im Ballbesitz und reduzierst somit die Abhängigkeit davon, dass wir uns vorne zu sehr über Einzelaktionen definieren. Ich glaube aber auch, dass wieder für 4er Kette geplant wird und die 3er Kette nur der Realität geschuldet war, dass einige Überlegungen des Vorjahres nicht griffen. Ansonsten sind weder Meunier (sehr viel mehr RV als RSS) noch Bellingham (Überbesetzung des Zentrums, bei gerade mal 2 Positionen) sinnvolle Transfers.


Das große Problem könnte für den BVB ja sein, dass es schwer sein wird, weitere Abgänge zu generieren, die notwendig sind, um weitere Umbauten am Kader vorzunehmen, insbesondere auf der LV-Position. Könntest du dir vorstellen, irgendwie eine funktionierende 4er Kette zu basteln, ohne weitere Zugänge? Sehe ich es richtig, dass die Geschwindigkeitsnachteile, die eine linke Seite mit Hummels/Zagadou und Guerreiro mit sich bringt, vor allem bei Kontern ein Problem darstellt? Wenn man 4er Kette spielt, wird ja wahrscheinlich links Hummels oder Zagadou spielen, rechts dann Akanji, Piszczek oder Can. Die können ja zumindest ein wenig den Geschwindigkeitsnachteil, den Hummels/Zagadou mitbringen, ausgleichen. Würde eine defensivere Orientierung vom RV vielleicht Abhilfe verschaffen? Bei Morey könnte ich mir durch seine Geschwindigkeit schon gut vorstellen, dass er eine gute Konterabsicherung darstellen kann (ich meine Jordi Alba bei Barca wurde dafür auch gerne benutzt). Vielleicht würde man ihm damit einige seiner Stärken berauben, aber vielleicht würde es ja der Gesamtstatik helfen. Ansonsten kann ich mir vorstellen, dass vielleicht ein weiträumiger 6er auch helfen kann, dieses Problem zu mindern. Vielleicht Bellingham?
BVB - Transferpolitik |#15402
16.07.2020 - 20:17 Uhr
Zitat von Zockerkaiser

Zitat von BVBBC

Zitat von BeinGespielt

Angenommen wir kehren zur 4er Kette zurück und planen Guerreiro dauerhaft auf LM/ LF ein, wäre nicht in dem Fall die Verpflichtung eines passenden Fits zu Guerreiro ebenso sinnvoll, wie der zu Hummels?



Ja, ich glaube aber, dass die Flexibilität dahingehend größer wäre, da man in der Offensive eben auch wieder Ausgleich auf RA oder im MS schaffen kann. Allein von Haland erwarte ich da noch einiges, entwickelt er sich so weiter, wie er es andeutet, da er an sich ein gutes Paket mitbringt, um auch spielerisch noch deutlich mehr Akzente zu setzen und mitzumachen. Solange der Ball zu Guerreiro und Co. gebracht werden kann und der LV dahingehend nicht abfällt, sollte offensiv nicht zu viel Unterstützung nötig sein. Bekommt man diese, wäre das natürlich perfekt, aber ich glaube dann würde man endgültig sehr viel erwarten.


Bei der ersten Betrachtung ist die Vakanz hinsichtlich der defefensiven Stabilität auf der linken Seite offensichtlich, doch auf dem zweiten Blick wäre eine Verpflichtung, die mit Guerreiro eine homogene linke Seite bildet, ebenso möglich. Ausschlaggebend ist hierbei Guerreiros Defensivarbeit, die zwar nicht den Anforderungen an den "Wunsch"-Spieler für den LV in der 4er-Kette erfüllt, bei dem Gedankengang zugleich aber auch nicht unerwähnt bleiben sollte.



Ich habe mit Guerreiros Defensive eigentlich keine allzu großen Probleme, solange man seine Limits berücksichtigt. Vor allem körperlich starke und dynamische Gegenspieler sind meines Erachtnes ein großes Problem, aber auch Spiele, in denen Guerreiro vor allem vorne noch was liefern soll und dann weite Wege zurück hat, sodass er als Absicherung zu spät ist. Häufiger wird ihm dabei unterstellt, dass er nur zurücktrabt, aber man muss eben auch den Aufwand berücksichtigen, den er davor betreiben musste - nicht nur auf ein Spiel bezogen, sondern auf die Saison. Ich kann mir daher sehr gut vorstellen, dass Guerreiro als LA - analog zu Hazard - überdurchschnittlich verteidigen würde, gemessen an der Position. Grundsätzlich halte ich Guerreiro auch auf LV für einen überdurchschnittlichen Spieler, aber eben nur, wenn man in der IV seine Defizite ausgleichen kann, wofür man einen Spieler benötigt, der viel Raum abdecken kann und gegen unterschiedlichste Spielertypen ein starkes 1gg1 besitzt. Dafür sind weder Hummels noch Zagadou prädestiniert und wie gesagt, ein Austausch hier ist eher unwahrscheinlich.


Dadurch ergäbe sich die Möglichkeit -situativ- einer gewissen Arbeitsteilung. Ein offensivstarker LV, der die diese Position bekleiden kann, in Verbindung mit Guerreiros vorhandenen Defensivgeist könnte funktionieren, da eine Symbiose aus beider Stärken-Schwächen entstehen könnte.
Emerson würde ich hierbei als sehr passend empfinden.


Kann funktionieren, ja, aber eben nur, wenn die Offensive extrem dominant wäre und damit genug Druck von der Defensive nimmt. Auch das Pressing und vor allem das Gegenpressing müsste dafür dann sehr aggressiv sein und funktionieren, was dann eher für einen Bosz als Favre Fussball spräche. Ansonsten hast du nach wie vor dieselbe Bruchstelle zwischen LIV und LV, die jeder Gegner attackieren wird und zu viele Gegentore aus wenigen Chancen verspricht, weil man den BVB dort mit recht einfachen Mitteln aus der Balance bringen kann. Hier mal noch meine Überlegungen, bezogen auf konkrete Spielerideen.

@Silverstar

Das Problem mit der 3er Kette ist für mich, dass sie nur auf die Defensivspieler optimiert ist bzw. war. Vorne fehlt dafür häufig ein Spieler in irgendeinem Raum. Dadurch hat unser Kombinationsspiel rund um den gegnerischen 16er oft ziemlich große Lücken, weil irgendwer nicht schnell genug nachrückt. Dann gehen die Ideen aus, wenn der Gegner schnell in die defensive Formation kommt. Bis auf Sancho sehe ich bei uns auch keinen Spieler mehr, der das klar überdurchschnittlich mit 1gg1 lösen kann. Hakimi ist weg, der die Räume beständig attackiert hat, sodass ein fehlender Mitspieler mehr Platz bedeutet hat - trotzdem nicht ideal war. Das hat er mit und ohne Ball gemacht und Meunier kann das nicht mit dem Tempo und ist auch kein guter 1gg1 Spieler - weswegen die Schiene schlechter geworden ist, was das Gegenteil einer Optimierung der 3er Kette bedeutet. Bleiben somit nur noch Brandt und Reyna, die aber auch nicht ansatzweise das Niveau von Sancho haben. Somit bist du auf ein starkes 1gg1 gegen tiefstehende Gegner angewiesen, um genug Variation reinzubringen oder auch nur Bälle vorne zu halten, bis genug Spieler nachrücken, um doch noch zu kombinieren, aber der entscheidende Spieler dafür steht vor dem Abgang. Es steht daher zu befürchten, dass die 3er Kette vorne zu einem reinen Konterspiel führt, das noch stärker davon abhängt, dass der Gegner Räume freigibt, je weniger Elemente von Sanchos Spiel man ersetzen kann, der ja auch als Spielmacher stark ist, sodass man mit ihm richtig gut kombinieren kann. Es gibt eh schon nicht so wahnsinnig viele Spieler, bei denen ich mir das gut vorstellen kann, dass man Sancho überhaupt ersetzen kann, aber grundsätzlich ist sowieso die Abhängigkeit davon ein Problem. Mit 4er Kette gibst du den Offensiven für deren Kombinationsspiel wieder einen Mann mehr und erleichterst dort einiges im Ballbesitz und reduzierst somit die Abhängigkeit davon, dass wir uns vorne zu sehr über Einzelaktionen definieren. Ich glaube aber auch, dass wieder für 4er Kette geplant wird und die 3er Kette nur der Realität geschuldet war, dass einige Überlegungen des Vorjahres nicht griffen. Ansonsten sind weder Meunier (sehr viel mehr RV als RSS) noch Bellingham (Überbesetzung des Zentrums, bei gerade mal 2 Positionen) sinnvolle Transfers.


Das große Problem könnte für den BVB ja sein, dass es schwer sein wird, weitere Abgänge zu generieren, die notwendig sind, um weitere Umbauten am Kader vorzunehmen, insbesondere auf der LV-Position. Könntest du dir vorstellen, irgendwie eine funktionierende 4er Kette zu basteln, ohne weitere Zugänge? Sehe ich es richtig, dass die Geschwindigkeitsnachteile, die eine linke Seite mit Hummels/Zagadou und Guerreiro mit sich bringt, vor allem bei Kontern ein Problem darstellt? Wenn man 4er Kette spielt, wird ja wahrscheinlich links Hummels oder Zagadou spielen, rechts dann Akanji, Piszczek oder Can. Die können ja zumindest ein wenig den Geschwindigkeitsnachteil, den Hummels/Zagadou mitbringen, ausgleichen. Würde eine defensivere Orientierung vom RV vielleicht Abhilfe verschaffen? Bei Morey könnte ich mir durch seine Geschwindigkeit schon gut vorstellen, dass er eine gute Konterabsicherung darstellen kann (ich meine Jordi Alba bei Barca wurde dafür auch gerne benutzt). Vielleicht würde man ihm damit einige seiner Stärken berauben, aber vielleicht würde es ja der Gesamtstatik helfen. Ansonsten kann ich mir vorstellen, dass vielleicht ein weiträumiger 6er auch helfen kann, dieses Problem zu mindern. Vielleicht Bellingham?

In einer 4er Kette hat man als IVs eigentlich nur 2x suboptimale (mit unseren AVs) LIVs und einen RIV mit Akanji, der die Räume ablaufen soll.Der Rest ist höchstens für eine 3er Kette zu gebrauchen.Morey muss erstmal gesund durch die nächste Saison kommen so eng wie die gestaffelt ist und wegen seiner Verletzungshistorie.Ein anderer Weg wäre eine asymmetrische 4er Kette aber dann ist man wieder schnell dort, wo man im 3-4-2-1 war bzw. auch zurück in 18/19 mit einen hoch stehenden AV und einem tiefen.

Bellingham sah in den Spielen die ich sah eher nach B2B Spieler aus, ob er das Niveau bzw die Anlagen mitbringt für die 6er Position sei mal dahin gestellt.

Evtl. denkt sich auch Favre was ähnliches aus wie gegen Leipzig und bringt ihn als (invertierten) AV/WB.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von 1a2a3a am 16.07.2020 um 20:18 Uhr bearbeitet
BVB - Transferpolitik |#15403
16.07.2020 - 20:18 Uhr
Zitat von Zockerkaiser

Das große Problem könnte für den BVB ja sein, dass es schwer sein wird, weitere Abgänge zu generieren, die notwendig sind, um weitere Umbauten am Kader vorzunehmen, insbesondere auf der LV-Position.



Ja, es könnte schwer sein, dass man weitere Abgänge realisiert. Vor allem kann ich mir vorstellen, dass es schwer werden könnte die Abgänge direkt vollumfänglich zu monetarisieren. Sprich: Leihen sind bei einigen Spielern wahrscheinlicher, da ich eh von einem ungewöhnlich großem Leihmarkt diesen Sommer ausgehe, der wohl auch vor uns nicht Halt machen wird - wenn hier ein Spieler keine Zukunft hat, glaube ich aber schon, dass eine Leihe drin ist, um zumindest mal den Etat zu entlasten. Schulz wäre dafür wohl ein Kandidat und damit ein Spieler, der eben gerade hier idealerweise Geld bringen sollte, um es positionell einzusetzen. Das Geld müsste also eher von Sancho kommen, wobei da schon viel Geld für die Nachfolge draufgehen dürfte, aber auch anderweitig benötigt wird - City wird wohl noch einen Anteil bekommen und ein paar Mio. dürften zur allgemeinen Kostendeckung benötigt werden.


Könntest du dir vorstellen, irgendwie eine funktionierende 4er Kette zu basteln, ohne weitere Zugänge?



Nicht so richtig, aber ich hatte ja schon ein paar Mal ein Gedankenspiel mit Delaney hier beschrieben, der sich als LV durchaus passend neu erfinden könnte. Er hätte die physischen Voraussetzungen, würde die Kette insgesamt, vor allem mit Meunier sehr kopfballstark aufstellen, fussballerisch käme ihm mehr Raum, Zeit sowie weniger Verantwortung im Aufbau klar entgegen und dynamisch würde das in meinen Augen auch reichen, zumal er ein guter Zweikämpfer ist und auch weiß, wie er Bälle abfangen muss. Allerdings ist vor allem Letzteres eben schon mit größeren Umstellungen verbunden, die nicht so trivial sind, wenn er dort noch nie gespielt hat, die er erst mal erlernen müsste - auch lernen wollen muss, was nicht selbstverständlich ist, kommt man aus dem Zentrum - und die sicher nicht von heute auf morgen klappen werden. Was mich halt skeptisch macht, ist die Frage, wie Delaney sich im Raum bewegt und wie diszipliniert er dahingehend ist. Bei Standards sieht man es öfters: da ist er für mich bspw. oft nicht aggressiv genug am Mann und macht die Bewegung nach hinten nicht komplett mit. Aggressivität ist zwar kein grundsätzliches Problem bei ihm, aber das geht meistens eben im Vorwärtsverteidigen zur Sache, außer er selbst wird überspielt und packt dann nochmal zu. Läufe zurück zur eigenen Grundlinie verweigert er aber schon mal, die dann doch häufig notwendig wären. Entsprechend gäbe es da meines Erachtens zwar ein gewisses Potenzial mit einer internen Lösung, aber auch alles andere als kleine Risiken. Das müsste schon ein alternativloses Szenario sein, bei dem alle komplett mitziehen und dran bleiben, selbst wenn es erst mal nicht so läuft. Es gibt für mich aber eh keinen Hinweis auf dieses Szenario, da das vor der Wahl der 3er Kette bereits möglich war, obwohl man dabei sicherlich mit Hakimi argumentieren könnte. Einen Versuch wäre es im Zweifel daher vermutlich wert, wenn man nicht sofort einen passenden Spieler bekommt, aber es könnte auch ein teures Experiment werden, wenn man ein Angebot bekäme, folglich einiges Geld ablehnt und es sportlich bereut.


Sehe ich es richtig, dass die Geschwindigkeitsnachteile, die eine linke Seite mit Hummels/Zagadou und Guerreiro mit sich bringt, vor allem bei Kontern ein Problem darstellt?



Ja, aber nicht nur. Überlagerungen, bei denen bspw. der LA nicht sauber nach hinten mitarbeitet, können genauso schnell problematisch sein - dabei würde mir nicht nur ein Szenario Sorge machen, aber der Klassiker waren Schulz und Hazard gegen Coman und Pavard beim 1:0 im Hinspiel. Dazu ziehen Hummels und Zagadou gerne aus der Kette raus, um nach vorne zu verteidigen. Klappt das vom Timing und den Abständen kein Problem, aber kommen sie zu spät, ist der LV schnell allein gegen 1-2 Gegenspieler und muss schauen, wie er das löst, weil die Wege für RIV und RV weit sind. Die sind nur eingeschränkte Hilfen, aber keine permanenten.


Wenn man 4er Kette spielt, wird ja wahrscheinlich links Hummels oder Zagadou spielen, rechts dann Akanji, Piszczek oder Can. Die können ja zumindest ein wenig den Geschwindigkeitsnachteil, den Hummels/Zagadou mitbringen, ausgleichen. Würde eine defensivere Orientierung vom RV vielleicht Abhilfe verschaffen?



Das dürfte teilweise die Intention hinter Meunier sein. Der kann Akanji von der rechten Seite besser absichern, sodass der sich stärker auf die Absicherung des LIV fokussieren kann. Doppelt hält aber besser und wie gesagt: die Wege von der einen Seite bleiben trotz allem oft weit, selbst wenn man nicht ausgekontert wird.

Siehe aber wieder das Bayern-Beispiel von oben. Es muss nur ein Dominostein effektiv attackiert werden - vor allem konstant attackierbar sein - und wenn dadurch dann auch noch der zweite fällt, fallen die anderen umso schneller.


Bei Morey könnte ich mir durch seine Geschwindigkeit schon gut vorstellen, dass er eine gute Konterabsicherung darstellen kann (ich meine Jordi Alba bei Barca wurde dafür auch gerne benutzt). Vielleicht würde man ihm damit einige seiner Stärken berauben, aber vielleicht würde es ja der Gesamtstatik helfen.


Mir hat Morey in der Vorbereitung als RV defensiv durchaus gefallen. Es ist aber noch zu früh, um sagen zu können, wie stabil er auf Wettkampfniveau schon ist. Ich hoffe aber auch, dass der Meunier Transfer ihm nun keine Steine in den Weg legt. Meunier dürfte aber normalerweise erst mal gesetzt sein.


Ansonsten kann ich mir vorstellen, dass vielleicht ein weiträumiger 6er auch helfen kann, dieses Problem zu mindern. Vielleicht Bellingham?


Ja, auch das könnte ein wichtiger Baustein sein, aber die 4er Kette war im kompletten Jahr 2019 eben auch mit Witsel und Delaney schon nicht immer stabil. Sowohl mit als auch ohne Hummels. Dazu ist Bellingham defensiv zwar schon sehr gut, aber man sollte dennoch bedenken, dass der Ligasprung erst mal bewältigt werden muss, sodass das nicht von Anfang an ein planbarer Spieler ist. Ich gehe zwar davon aus, dass er sich eher früher als später Minuten erarbeitet, aber ich halte es für ungesund und nicht wahrscheinlich, dass man ihn direkt in einer wichtigen Rolle einplant.

Ich glaube daher schon, dass LV die zentrale Baustelle wäre, um die 4er Kette mit möglichst viel aktuellem Personal spielbar zu machen. Die Position mit dem größten Hebel ist sie in jedem Fall.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von BVBBC am 16.07.2020 um 20:21 Uhr bearbeitet
BVB - Transferpolitik |#15404
16.07.2020 - 20:29 Uhr
Zitat von BVBBC
Zitat von Zockerkaiser

Das große Problem könnte für den BVB ja sein, dass es schwer sein wird, weitere Abgänge zu generieren, die notwendig sind, um weitere Umbauten am Kader vorzunehmen, insbesondere auf der LV-Position.



Ja, es könnte schwer sein, dass man weitere Abgänge realisiert. Vor allem kann ich mir vorstellen, dass es schwer werden könnte die Abgänge direkt vollumfänglich zu monetarisieren. Sprich: Leihen sind bei einigen Spielern wahrscheinlicher, da ich eh von einem ungewöhnlich großem Leihmarkt diesen Sommer ausgehe, der wohl auch vor uns nicht Halt machen wird - wenn hier ein Spieler keine Zukunft hat, glaube ich aber schon, dass eine Leihe drin ist, um zumindest mal den Etat zu entlasten. Schulz wäre dafür wohl ein Kandidat und damit ein Spieler, der eben gerade hier idealerweise Geld bringen sollte, um es positionell einzusetzen. Das Geld müsste also eher von Sancho kommen, wobei da schon viel Geld für die Nachfolge draufgehen dürfte, aber auch anderweitig benötigt wird - City wird wohl noch einen Anteil bekommen und ein paar Mio. dürften zur allgemeinen Kostendeckung benötigt werden.


Könntest du dir vorstellen, irgendwie eine funktionierende 4er Kette zu basteln, ohne weitere Zugänge?



Nicht so richtig, aber ich hatte ja schon ein paar Mal ein Gedankenspiel mit Delaney hier beschrieben, der sich als LV durchaus passend neu erfinden könnte. Er hätte die physischen Voraussetzungen, würde die Kette insgesamt, vor allem mit Meunier sehr kopfballstark aufstellen, fussballerisch käme ihm mehr Raum, Zeit sowie weniger Verantwortung im Aufbau klar entgegen und dynamisch würde das in meinen Augen auch reichen, zumal er ein guter Zweikämpfer ist und auch weiß, wie er Bälle abfangen muss. Allerdings ist vor allem Letzteres eben schon mit größeren Umstellungen verbunden, die nicht so trivial sind, wenn er dort noch nie gespielt hat, die er erst mal erlernen müsste - auch lernen wollen muss, was nicht selbstverständlich ist, kommt man aus dem Zentrum - und die sicher nicht von heute auf morgen klappen werden. Was mich halt skeptisch macht, ist die Frage, wie Delaney sich im Raum bewegt und wie diszipliniert er dahingehend ist. Bei Standards sieht man es öfters: da ist er für mich bspw. oft nicht aggressiv genug am Mann und macht die Bewegung nach hinten nicht komplett mit. Aggressivität ist zwar kein grundsätzliches Problem bei ihm, aber das geht meistens eben im Vorwärtsverteidigen zur Sache, außer er selbst wird überspielt und packt dann nochmal zu. Läufe zurück zur eigenen Grundlinie verweigert er aber schon mal, die dann doch häufig notwendig wären. Entsprechend gäbe es da meines Erachtens zwar ein gewisses Potenzial mit einer internen Lösung, aber auch alles andere als kleine Risiken. Das müsste schon ein alternativloses Szenario sein, bei dem alle komplett mitziehen und dran bleiben, selbst wenn es erst mal nicht so läuft. Es gibt für mich aber eh keinen Hinweis auf dieses Szenario, da das vor der Wahl der 3er Kette bereits möglich war, obwohl man dabei sicherlich mit Hakimi argumentieren könnte. Einen Versuch wäre es im Zweifel daher vermutlich wert, wenn man nicht sofort einen passenden Spieler bekommt, aber es könnte auch ein teures Experiment werden, wenn man ein Angebot bekäme, folglich einiges Geld ablehnt und es sportlich bereut.


Sehe ich es richtig, dass die Geschwindigkeitsnachteile, die eine linke Seite mit Hummels/Zagadou und Guerreiro mit sich bringt, vor allem bei Kontern ein Problem darstellt?



Ja, aber nicht nur. Überlagerungen, bei denen bspw. der LA nicht sauber nach hinten mitarbeitet, können genauso schnell problematisch sein - dabei würde mir nicht nur ein Szenario Sorge machen, aber der Klassiker waren Schulz und Hazard gegen Coman und Pavard beim 1:0 im Hinspiel. Dazu ziehen Hummels und Zagadou gerne aus der Kette raus, um nach vorne zu verteidigen. Klappt das vom Timing und den Abständen kein Problem, aber kommen sie zu spät, ist der LV schnell allein gegen 1-2 Gegenspieler und muss schauen, wie er das löst, weil die Wege für RIV und RV weit sind. Die sind nur eingeschränkte Hilfen, aber keine permanenten.


Wenn man 4er Kette spielt, wird ja wahrscheinlich links Hummels oder Zagadou spielen, rechts dann Akanji, Piszczek oder Can. Die können ja zumindest ein wenig den Geschwindigkeitsnachteil, den Hummels/Zagadou mitbringen, ausgleichen. Würde eine defensivere Orientierung vom RV vielleicht Abhilfe verschaffen?



Das dürfte teilweise die Intention hinter Meunier sein. Der kann Akanji von der rechten Seite besser absichern, sodass der sich stärker auf die Absicherung des LIV fokussieren kann. Doppelt hält aber besser und wie gesagt: die Wege von der einen Seite bleiben trotz allem oft weit, selbst wenn man nicht ausgekontert wird.

Siehe aber wieder das Bayern-Beispiel von oben. Es muss nur ein Dominostein effektiv attackiert werden - vor allem konstant attackierbar sein - und wenn dadurch dann auch noch der zweite fällt, fallen die anderen umso schneller.


Bei Morey könnte ich mir durch seine Geschwindigkeit schon gut vorstellen, dass er eine gute Konterabsicherung darstellen kann (ich meine Jordi Alba bei Barca wurde dafür auch gerne benutzt). Vielleicht würde man ihm damit einige seiner Stärken berauben, aber vielleicht würde es ja der Gesamtstatik helfen.


Mir hat Morey in der Vorbereitung als RV defensiv durchaus gefallen. Es ist aber noch zu früh, um sagen zu können, wie stabil er auf Wettkampfniveau schon ist. Ich hoffe aber auch, dass der Meunier Transfer ihm nun keine Steine in den Weg legt. Meunier dürfte aber normalerweise erst mal gesetzt sein.


Ansonsten kann ich mir vorstellen, dass vielleicht ein weiträumiger 6er auch helfen kann, dieses Problem zu mindern. Vielleicht Bellingham?


Ja, auch das könnte ein wichtiger Baustein sein, aber die 4er Kette war im kompletten Jahr 2019 eben auch mit Witsel und Delaney schon nicht immer stabil. Sowohl mit als auch ohne Hummels. Dazu ist Bellingham defensiv zwar schon sehr gut, aber man sollte dennoch bedenken, dass der Ligasprung erst mal bewältigt werden muss, sodass das nicht von Anfang an ein planbarer Spieler ist. Ich gehe zwar davon aus, dass er sich eher früher als später Minuten erarbeitet, aber ich halte es für ungesund und nicht wahrscheinlich, dass man ihn direkt in einer wichtigen Rolle einplant.

Ich glaube daher schon, dass LV die zentrale Baustelle wäre, um die 4er Kette mit möglichst viel aktuellem Personal spielbar zu machen. Die Position mit dem größten Hebel ist sie in jedem Fall.


Nochmal zum Thema Delaney als LV finde ich grundsätzlich auch einen guten Einfall. Hab mir selbst schon oft Gedanken gemacht wo man ihn noch gebrauchen könnte und da bin ich eher immer auf die IV Position gestoßen, also ich könnte mir ihn auch als guten IV vorstellen, eher noch als, als LV.
Problematisch finde ich wenn man Schulz verleiht stände man wieder mit Schmelle als BU da, der aktuell verletzt ist. Falls man Schulz abgeben sollte hoffe ich auf ein ähnliches Talent wie Morey z.B. Malacia von Feynoord.
BVB - Transferpolitik |#15405
16.07.2020 - 21:54 Uhr
Zitat von Angelo24293
Zitat von BVBBC

Zitat von Zockerkaiser

Das große Problem könnte für den BVB ja sein, dass es schwer sein wird, weitere Abgänge zu generieren, die notwendig sind, um weitere Umbauten am Kader vorzunehmen, insbesondere auf der LV-Position.



Ja, es könnte schwer sein, dass man weitere Abgänge realisiert. Vor allem kann ich mir vorstellen, dass es schwer werden könnte die Abgänge direkt vollumfänglich zu monetarisieren. Sprich: Leihen sind bei einigen Spielern wahrscheinlicher, da ich eh von einem ungewöhnlich großem Leihmarkt diesen Sommer ausgehe, der wohl auch vor uns nicht Halt machen wird - wenn hier ein Spieler keine Zukunft hat, glaube ich aber schon, dass eine Leihe drin ist, um zumindest mal den Etat zu entlasten. Schulz wäre dafür wohl ein Kandidat und damit ein Spieler, der eben gerade hier idealerweise Geld bringen sollte, um es positionell einzusetzen. Das Geld müsste also eher von Sancho kommen, wobei da schon viel Geld für die Nachfolge draufgehen dürfte, aber auch anderweitig benötigt wird - City wird wohl noch einen Anteil bekommen und ein paar Mio. dürften zur allgemeinen Kostendeckung benötigt werden.


Könntest du dir vorstellen, irgendwie eine funktionierende 4er Kette zu basteln, ohne weitere Zugänge?



Nicht so richtig, aber ich hatte ja schon ein paar Mal ein Gedankenspiel mit Delaney hier beschrieben, der sich als LV durchaus passend neu erfinden könnte. Er hätte die physischen Voraussetzungen, würde die Kette insgesamt, vor allem mit Meunier sehr kopfballstark aufstellen, fussballerisch käme ihm mehr Raum, Zeit sowie weniger Verantwortung im Aufbau klar entgegen und dynamisch würde das in meinen Augen auch reichen, zumal er ein guter Zweikämpfer ist und auch weiß, wie er Bälle abfangen muss. Allerdings ist vor allem Letzteres eben schon mit größeren Umstellungen verbunden, die nicht so trivial sind, wenn er dort noch nie gespielt hat, die er erst mal erlernen müsste - auch lernen wollen muss, was nicht selbstverständlich ist, kommt man aus dem Zentrum - und die sicher nicht von heute auf morgen klappen werden. Was mich halt skeptisch macht, ist die Frage, wie Delaney sich im Raum bewegt und wie diszipliniert er dahingehend ist. Bei Standards sieht man es öfters: da ist er für mich bspw. oft nicht aggressiv genug am Mann und macht die Bewegung nach hinten nicht komplett mit. Aggressivität ist zwar kein grundsätzliches Problem bei ihm, aber das geht meistens eben im Vorwärtsverteidigen zur Sache, außer er selbst wird überspielt und packt dann nochmal zu. Läufe zurück zur eigenen Grundlinie verweigert er aber schon mal, die dann doch häufig notwendig wären. Entsprechend gäbe es da meines Erachtens zwar ein gewisses Potenzial mit einer internen Lösung, aber auch alles andere als kleine Risiken. Das müsste schon ein alternativloses Szenario sein, bei dem alle komplett mitziehen und dran bleiben, selbst wenn es erst mal nicht so läuft. Es gibt für mich aber eh keinen Hinweis auf dieses Szenario, da das vor der Wahl der 3er Kette bereits möglich war, obwohl man dabei sicherlich mit Hakimi argumentieren könnte. Einen Versuch wäre es im Zweifel daher vermutlich wert, wenn man nicht sofort einen passenden Spieler bekommt, aber es könnte auch ein teures Experiment werden, wenn man ein Angebot bekäme, folglich einiges Geld ablehnt und es sportlich bereut.


Sehe ich es richtig, dass die Geschwindigkeitsnachteile, die eine linke Seite mit Hummels/Zagadou und Guerreiro mit sich bringt, vor allem bei Kontern ein Problem darstellt?



Ja, aber nicht nur. Überlagerungen, bei denen bspw. der LA nicht sauber nach hinten mitarbeitet, können genauso schnell problematisch sein - dabei würde mir nicht nur ein Szenario Sorge machen, aber der Klassiker waren Schulz und Hazard gegen Coman und Pavard beim 1:0 im Hinspiel. Dazu ziehen Hummels und Zagadou gerne aus der Kette raus, um nach vorne zu verteidigen. Klappt das vom Timing und den Abständen kein Problem, aber kommen sie zu spät, ist der LV schnell allein gegen 1-2 Gegenspieler und muss schauen, wie er das löst, weil die Wege für RIV und RV weit sind. Die sind nur eingeschränkte Hilfen, aber keine permanenten.


Wenn man 4er Kette spielt, wird ja wahrscheinlich links Hummels oder Zagadou spielen, rechts dann Akanji, Piszczek oder Can. Die können ja zumindest ein wenig den Geschwindigkeitsnachteil, den Hummels/Zagadou mitbringen, ausgleichen. Würde eine defensivere Orientierung vom RV vielleicht Abhilfe verschaffen?



Das dürfte teilweise die Intention hinter Meunier sein. Der kann Akanji von der rechten Seite besser absichern, sodass der sich stärker auf die Absicherung des LIV fokussieren kann. Doppelt hält aber besser und wie gesagt: die Wege von der einen Seite bleiben trotz allem oft weit, selbst wenn man nicht ausgekontert wird.

Siehe aber wieder das Bayern-Beispiel von oben. Es muss nur ein Dominostein effektiv attackiert werden - vor allem konstant attackierbar sein - und wenn dadurch dann auch noch der zweite fällt, fallen die anderen umso schneller.


Bei Morey könnte ich mir durch seine Geschwindigkeit schon gut vorstellen, dass er eine gute Konterabsicherung darstellen kann (ich meine Jordi Alba bei Barca wurde dafür auch gerne benutzt). Vielleicht würde man ihm damit einige seiner Stärken berauben, aber vielleicht würde es ja der Gesamtstatik helfen.


Mir hat Morey in der Vorbereitung als RV defensiv durchaus gefallen. Es ist aber noch zu früh, um sagen zu können, wie stabil er auf Wettkampfniveau schon ist. Ich hoffe aber auch, dass der Meunier Transfer ihm nun keine Steine in den Weg legt. Meunier dürfte aber normalerweise erst mal gesetzt sein.


Ansonsten kann ich mir vorstellen, dass vielleicht ein weiträumiger 6er auch helfen kann, dieses Problem zu mindern. Vielleicht Bellingham?


Ja, auch das könnte ein wichtiger Baustein sein, aber die 4er Kette war im kompletten Jahr 2019 eben auch mit Witsel und Delaney schon nicht immer stabil. Sowohl mit als auch ohne Hummels. Dazu ist Bellingham defensiv zwar schon sehr gut, aber man sollte dennoch bedenken, dass der Ligasprung erst mal bewältigt werden muss, sodass das nicht von Anfang an ein planbarer Spieler ist. Ich gehe zwar davon aus, dass er sich eher früher als später Minuten erarbeitet, aber ich halte es für ungesund und nicht wahrscheinlich, dass man ihn direkt in einer wichtigen Rolle einplant.

Ich glaube daher schon, dass LV die zentrale Baustelle wäre, um die 4er Kette mit möglichst viel aktuellem Personal spielbar zu machen. Die Position mit dem größten Hebel ist sie in jedem Fall.


Nochmal zum Thema Delaney als LV finde ich grundsätzlich auch einen guten Einfall. Hab mir selbst schon oft Gedanken gemacht wo man ihn noch gebrauchen könnte und da bin ich eher immer auf die IV Position gestoßen, also ich könnte mir ihn auch als guten IV vorstellen, eher noch als, als LV.
Problematisch finde ich wenn man Schulz verleiht stände man wieder mit Schmelle als BU da, der aktuell verletzt ist. Falls man Schulz abgeben sollte hoffe ich auf ein ähnliches Talent wie Morey z.B. Malacia von Feynoord.


Ich finde Delaney fehlt das Spielverständnis und Stellungsspiel für einen LV. Er stürmt oftmals wild den Zweikampf. Wenn er ihn verliert ist noch eine Abwehrreihe hinter ihm, das wäre als Lv nicht der Fall. Er hat jahrelang diese Rolle so gespielt und ich kann mir deshalb nur schwer vorstellen dass er sein zweikampfverhalten ändert. Außerdem hätte er vermutlich einige Probleme Gegner ins Abseits zu stellen weil er es einfach nicht gewohnt ist in der Kette zu spielen.
BVB - Transferpolitik |#15406
17.07.2020 - 09:54 Uhr
Zitat von Adinho_98

Ich muss mal hier glaube ich eine kleine Lanze brechen, da Bashing gegen die Transferpolitik ja gerade Mode ist. Einige derer User, die hier schreiben, sollten mal vielleicht nachdenken, wo der Club denn so herkommt.

Ich bin bei Gott kein Schönredner, sehe die Kaderzusammenstellung in einigen Mannschaftsteilen (gerade Abwehr und zentrales Mittelfeld) als nicht ganz optimal an, aber man muss sich auch immer das Gesamtbild vor Augen führen, nämlich die Entwicklung. Der BVB ist die Nummer 2 in Deutschland, mit sehr deutlichem Abstand nach vorne, aber auch einem ordentlichen nach hinten, das Ganze trotz zahlreicher Vereine mit Konzernen in der Hinterhand (Red Bull, VW, Bayer, Hopp). Dabei befindet sich der BVB auch irgendwie in einem Dilemma. Finanziell kann man mittlerweile schon gut mithalten und für seine Topspieler zweistelliges Millionengehalt zahlen, dazu gibt es eine große Fraktion, die im oberen einstelligen Millionenbereich verdienen dürfte. Dennoch ist das relativ wenig, verglichen mit internationaler Konkurrenz, bei denen das teilweise Nettogehalt ist. Diese Limits beim Gehalt gilt es dann eben zu kompensieren, will man dennoch mit den Spitzenvereinen mithalten und auch mal Titel angreifen. Das dabei gewählte Modell ist es, zum einen die besten und begehrtesten Talente der Welt zu verpflichten und diese auszubilden mit dem Wissen, dass sie wohl nicht allzu lange beim BVB spielen werden. Diese werden dann mit Spielern gepaart, die vielleicht gerade in ihrer Prime oder am Ende dessen sind und bei Spitzenvereinen vielleicht nichtmehr die Rolle spielen, die sie sich selbst erhoffen. Außerdem werden noch sehr gute Spieler der Bundesliga Konkurrenz verpflichtet, die insgesamt vielleicht nicht auf dieselbe Spielzeit bei einem anderen Verein kommen würden wie eben beim BVB. Diese 3 Transferschemas werden verwendet und danach eingekauft, wobei dann durch ein Talent, welches irgendwann den Absprung machen sollte, mithilfe dessen Ablösesumme weitere Transfers querfinanziert werden können.

Für Spieler dieser Art ist man mittlerweile in Europa aber eine absolute Topadresse. Glaubt hier einer ernsthaft, vor einem Jahrzehnt hätte man Haaland, Sancho, Bellingham und Co bei der Konkurrenz verpflichten können? Welche namhaften Vereine man da mittlerweile aussticht, ist wirklich respektabel und zeigt, wieviel mehr Reputation der BVB alleine weltweit in den letzten Jahren erlangt hat. Ein wenig OT aber auch ein nettes Beispiel: Was Instagram-Follower betrifft, ist man mittlerweile auf Platz 11 weltweit mit 11 Millionen Followern, noch weit vor Vereinen wie den Mailänder Clubs, den Spurs oder Atletico Madrid. In der Bundesliga schafft es außer natürlich den Bayern außerdem kein Verein, überhaupt die Millionen-Marke zu knacken, nur mal so als Vergleichswert. Man ist deutlich gewachsen und mittlerweile die Adresse schlechthin für die besten Talente der Welt. Dazu haben wir in der Vergangenheit bereits wertvolle Erfahrungen gemacht, die unsere Bundesliga-Konkurrenz aus Leipzig, Leverkusen und Gladbach auf dem Niveau erst noch machen muss, was das Thema Spielerverkäufe betrifft.

Auch der Anspruch wächst, sieht man die Kommentare bei Niederlagen gegen Teams wie Barca, Paris oder Bayern und ganz zu schweigen von Niederlagen gegen kleine Teams, die ja wirklich jeder Mannschaft jedes Jahr mal passieren. Unsere Transferpolitik insgesamt ist aber der Grund, wieso wir überhaupt da stehen, wo wir momentan stehen. Ja, manchmal ist es auch schwer, einen Kader komplett homogen zusammenzustellen, falls man keine glasklare Philosophie verfolgt oder eben nicht alle Spieler und Talente halten kann, dennoch muss man für die Arbeit in den letzten Jahren definitiv Respekt zollen, trotz einiger Missverständnisse sind wir mittlerweile eine große Nummer, auch in Europa!

Nach meinem Eindruck handeln die Talente heutzutage vernünftiger.

Mag sein, dass ich mich täusche. Aber für mich sah es so aus, dass vor nicht langer Zeit mehr Talente direkt den großen Sprung zu den Topclubs wagten. Extrembeispiel war Chelsea. Die holte in jungen Jahren beispielsweise De Bruyne, Lukaku und Salah. Der Schritt war aber zu dem Zeitpunkt zu groß für diese Spieler.

Jetzt scheinen mir mehr Zwischenschritte in den Karriereplänen vorgesehen zu sein. Das kommt uns sehr entgegen, denke ich. Wir haben das ausgenutzt und gezeigt, dass sich dieser Schritt für die Talente lohnt.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von mba123 am 17.07.2020 um 09:55 Uhr bearbeitet
BVB - Transferpolitik |#15407
17.07.2020 - 10:11 Uhr
Zitat von mba123
Zitat von Adinho_98

Ich muss mal hier glaube ich eine kleine Lanze brechen, da Bashing gegen die Transferpolitik ja gerade Mode ist. Einige derer User, die hier schreiben, sollten mal vielleicht nachdenken, wo der Club denn so herkommt.

Ich bin bei Gott kein Schönredner, sehe die Kaderzusammenstellung in einigen Mannschaftsteilen (gerade Abwehr und zentrales Mittelfeld) als nicht ganz optimal an, aber man muss sich auch immer das Gesamtbild vor Augen führen, nämlich die Entwicklung. Der BVB ist die Nummer 2 in Deutschland, mit sehr deutlichem Abstand nach vorne, aber auch einem ordentlichen nach hinten, das Ganze trotz zahlreicher Vereine mit Konzernen in der Hinterhand (Red Bull, VW, Bayer, Hopp). Dabei befindet sich der BVB auch irgendwie in einem Dilemma. Finanziell kann man mittlerweile schon gut mithalten und für seine Topspieler zweistelliges Millionengehalt zahlen, dazu gibt es eine große Fraktion, die im oberen einstelligen Millionenbereich verdienen dürfte. Dennoch ist das relativ wenig, verglichen mit internationaler Konkurrenz, bei denen das teilweise Nettogehalt ist. Diese Limits beim Gehalt gilt es dann eben zu kompensieren, will man dennoch mit den Spitzenvereinen mithalten und auch mal Titel angreifen. Das dabei gewählte Modell ist es, zum einen die besten und begehrtesten Talente der Welt zu verpflichten und diese auszubilden mit dem Wissen, dass sie wohl nicht allzu lange beim BVB spielen werden. Diese werden dann mit Spielern gepaart, die vielleicht gerade in ihrer Prime oder am Ende dessen sind und bei Spitzenvereinen vielleicht nichtmehr die Rolle spielen, die sie sich selbst erhoffen. Außerdem werden noch sehr gute Spieler der Bundesliga Konkurrenz verpflichtet, die insgesamt vielleicht nicht auf dieselbe Spielzeit bei einem anderen Verein kommen würden wie eben beim BVB. Diese 3 Transferschemas werden verwendet und danach eingekauft, wobei dann durch ein Talent, welches irgendwann den Absprung machen sollte, mithilfe dessen Ablösesumme weitere Transfers querfinanziert werden können.

Für Spieler dieser Art ist man mittlerweile in Europa aber eine absolute Topadresse. Glaubt hier einer ernsthaft, vor einem Jahrzehnt hätte man Haaland, Sancho, Bellingham und Co bei der Konkurrenz verpflichten können? Welche namhaften Vereine man da mittlerweile aussticht, ist wirklich respektabel und zeigt, wieviel mehr Reputation der BVB alleine weltweit in den letzten Jahren erlangt hat. Ein wenig OT aber auch ein nettes Beispiel: Was Instagram-Follower betrifft, ist man mittlerweile auf Platz 11 weltweit mit 11 Millionen Followern, noch weit vor Vereinen wie den Mailänder Clubs, den Spurs oder Atletico Madrid. In der Bundesliga schafft es außer natürlich den Bayern außerdem kein Verein, überhaupt die Millionen-Marke zu knacken, nur mal so als Vergleichswert. Man ist deutlich gewachsen und mittlerweile die Adresse schlechthin für die besten Talente der Welt. Dazu haben wir in der Vergangenheit bereits wertvolle Erfahrungen gemacht, die unsere Bundesliga-Konkurrenz aus Leipzig, Leverkusen und Gladbach auf dem Niveau erst noch machen muss, was das Thema Spielerverkäufe betrifft.

Auch der Anspruch wächst, sieht man die Kommentare bei Niederlagen gegen Teams wie Barca, Paris oder Bayern und ganz zu schweigen von Niederlagen gegen kleine Teams, die ja wirklich jeder Mannschaft jedes Jahr mal passieren. Unsere Transferpolitik insgesamt ist aber der Grund, wieso wir überhaupt da stehen, wo wir momentan stehen. Ja, manchmal ist es auch schwer, einen Kader komplett homogen zusammenzustellen, falls man keine glasklare Philosophie verfolgt oder eben nicht alle Spieler und Talente halten kann, dennoch muss man für die Arbeit in den letzten Jahren definitiv Respekt zollen, trotz einiger Missverständnisse sind wir mittlerweile eine große Nummer, auch in Europa!

Nach meinem Eindruck handeln die Talente heutzutage vernünftiger.

Mag sein, dass ich mich täusche. Aber für mich sah es so aus, dass vor nicht langer Zeit mehr Talente direkt den großen Sprung zu den Topclubs wagten. Extrembeispiel war Chelsea. Die holte in jungen Jahren beispielsweise De Bruyne, Lukaku und Salah. Der Schritt war aber zu dem Zeitpunkt zu groß für diese Spieler.

Jetzt scheinen mir mehr Zwischenschritte in den Karriereplänen vorgesehen zu sein. Das kommt uns sehr entgegen, denke ich. Wir haben das ausgenutzt und gezeigt, dass sich dieser Schritt für die Talente lohnt.


Das zu verallgemeinern finde ich schwierig. Es gibt Talente, die einen Karriereplan haben und welche, die sich zu hohe Ziele setzen. Odegaard, Arp und sogar Dembele zähle ich mal dazu.
Wir schauen aber anscheinend momentan mehr auf den Charakter der Spieler. Haaland gilt als Musterprofi, auf dem Platz und hat einen Karriereplan. Bellingham wird schon als neuer Kapitän der Three Lions gesehen und gilt auch als sehr professionell. Ein Junge, der voran geht.
Zagadou habe ich auch eher den Eindruck, daß er erstmal reifen will.
Das ist ein Lob an die Scouting Abteilung, die nicht nur Jungs verpflichtet, denen das Talent aus den Ohren quillt, sondern die auch neben dem Platz einen guten Eindruck machen.
Auf Bellingham freue ich mich riesig. Für mich neben Camavinga DAS Mittelfeldtalent in Europa.
Der hat Bewegungen drauf, die sind schon etwas ganz besonderes.
BVB - Transferpolitik |#15408
17.07.2020 - 10:29 Uhr
Zitat von BVBBC
Zitat von Zockerkaiser

Das große Problem könnte für den BVB ja sein, dass es schwer sein wird, weitere Abgänge zu generieren, die notwendig sind, um weitere Umbauten am Kader vorzunehmen, insbesondere auf der LV-Position.



Ja, es könnte schwer sein, dass man weitere Abgänge realisiert. Vor allem kann ich mir vorstellen, dass es schwer werden könnte die Abgänge direkt vollumfänglich zu monetarisieren. Sprich: Leihen sind bei einigen Spielern wahrscheinlicher, da ich eh von einem ungewöhnlich großem Leihmarkt diesen Sommer ausgehe, der wohl auch vor uns nicht Halt machen wird - wenn hier ein Spieler keine Zukunft hat, glaube ich aber schon, dass eine Leihe drin ist, um zumindest mal den Etat zu entlasten. Schulz wäre dafür wohl ein Kandidat und damit ein Spieler, der eben gerade hier idealerweise Geld bringen sollte, um es positionell einzusetzen. Das Geld müsste also eher von Sancho kommen, wobei da schon viel Geld für die Nachfolge draufgehen dürfte, aber auch anderweitig benötigt wird - City wird wohl noch einen Anteil bekommen und ein paar Mio. dürften zur allgemeinen Kostendeckung benötigt werden.


Könntest du dir vorstellen, irgendwie eine funktionierende 4er Kette zu basteln, ohne weitere Zugänge?



Nicht so richtig, aber ich hatte ja schon ein paar Mal ein Gedankenspiel mit Delaney hier beschrieben, der sich als LV durchaus passend neu erfinden könnte. Er hätte die physischen Voraussetzungen, würde die Kette insgesamt, vor allem mit Meunier sehr kopfballstark aufstellen, fussballerisch käme ihm mehr Raum, Zeit sowie weniger Verantwortung im Aufbau klar entgegen und dynamisch würde das in meinen Augen auch reichen, zumal er ein guter Zweikämpfer ist und auch weiß, wie er Bälle abfangen muss. Allerdings ist vor allem Letzteres eben schon mit größeren Umstellungen verbunden, die nicht so trivial sind, wenn er dort noch nie gespielt hat, die er erst mal erlernen müsste - auch lernen wollen muss, was nicht selbstverständlich ist, kommt man aus dem Zentrum - und die sicher nicht von heute auf morgen klappen werden. Was mich halt skeptisch macht, ist die Frage, wie Delaney sich im Raum bewegt und wie diszipliniert er dahingehend ist. Bei Standards sieht man es öfters: da ist er für mich bspw. oft nicht aggressiv genug am Mann und macht die Bewegung nach hinten nicht komplett mit. Aggressivität ist zwar kein grundsätzliches Problem bei ihm, aber das geht meistens eben im Vorwärtsverteidigen zur Sache, außer er selbst wird überspielt und packt dann nochmal zu. Läufe zurück zur eigenen Grundlinie verweigert er aber schon mal, die dann doch häufig notwendig wären. Entsprechend gäbe es da meines Erachtens zwar ein gewisses Potenzial mit einer internen Lösung, aber auch alles andere als kleine Risiken. Das müsste schon ein alternativloses Szenario sein, bei dem alle komplett mitziehen und dran bleiben, selbst wenn es erst mal nicht so läuft. Es gibt für mich aber eh keinen Hinweis auf dieses Szenario, da das vor der Wahl der 3er Kette bereits möglich war, obwohl man dabei sicherlich mit Hakimi argumentieren könnte. Einen Versuch wäre es im Zweifel daher vermutlich wert, wenn man nicht sofort einen passenden Spieler bekommt, aber es könnte auch ein teures Experiment werden, wenn man ein Angebot bekäme, folglich einiges Geld ablehnt und es sportlich bereut.


Sehe ich es richtig, dass die Geschwindigkeitsnachteile, die eine linke Seite mit Hummels/Zagadou und Guerreiro mit sich bringt, vor allem bei Kontern ein Problem darstellt?



Ja, aber nicht nur. Überlagerungen, bei denen bspw. der LA nicht sauber nach hinten mitarbeitet, können genauso schnell problematisch sein - dabei würde mir nicht nur ein Szenario Sorge machen, aber der Klassiker waren Schulz und Hazard gegen Coman und Pavard beim 1:0 im Hinspiel. Dazu ziehen Hummels und Zagadou gerne aus der Kette raus, um nach vorne zu verteidigen. Klappt das vom Timing und den Abständen kein Problem, aber kommen sie zu spät, ist der LV schnell allein gegen 1-2 Gegenspieler und muss schauen, wie er das löst, weil die Wege für RIV und RV weit sind. Die sind nur eingeschränkte Hilfen, aber keine permanenten.


Wenn man 4er Kette spielt, wird ja wahrscheinlich links Hummels oder Zagadou spielen, rechts dann Akanji, Piszczek oder Can. Die können ja zumindest ein wenig den Geschwindigkeitsnachteil, den Hummels/Zagadou mitbringen, ausgleichen. Würde eine defensivere Orientierung vom RV vielleicht Abhilfe verschaffen?



Das dürfte teilweise die Intention hinter Meunier sein. Der kann Akanji von der rechten Seite besser absichern, sodass der sich stärker auf die Absicherung des LIV fokussieren kann. Doppelt hält aber besser und wie gesagt: die Wege von der einen Seite bleiben trotz allem oft weit, selbst wenn man nicht ausgekontert wird.

Siehe aber wieder das Bayern-Beispiel von oben. Es muss nur ein Dominostein effektiv attackiert werden - vor allem konstant attackierbar sein - und wenn dadurch dann auch noch der zweite fällt, fallen die anderen umso schneller.


Bei Morey könnte ich mir durch seine Geschwindigkeit schon gut vorstellen, dass er eine gute Konterabsicherung darstellen kann (ich meine Jordi Alba bei Barca wurde dafür auch gerne benutzt). Vielleicht würde man ihm damit einige seiner Stärken berauben, aber vielleicht würde es ja der Gesamtstatik helfen.


Mir hat Morey in der Vorbereitung als RV defensiv durchaus gefallen. Es ist aber noch zu früh, um sagen zu können, wie stabil er auf Wettkampfniveau schon ist. Ich hoffe aber auch, dass der Meunier Transfer ihm nun keine Steine in den Weg legt. Meunier dürfte aber normalerweise erst mal gesetzt sein.


Ansonsten kann ich mir vorstellen, dass vielleicht ein weiträumiger 6er auch helfen kann, dieses Problem zu mindern. Vielleicht Bellingham?


Ja, auch das könnte ein wichtiger Baustein sein, aber die 4er Kette war im kompletten Jahr 2019 eben auch mit Witsel und Delaney schon nicht immer stabil. Sowohl mit als auch ohne Hummels. Dazu ist Bellingham defensiv zwar schon sehr gut, aber man sollte dennoch bedenken, dass der Ligasprung erst mal bewältigt werden muss, sodass das nicht von Anfang an ein planbarer Spieler ist. Ich gehe zwar davon aus, dass er sich eher früher als später Minuten erarbeitet, aber ich halte es für ungesund und nicht wahrscheinlich, dass man ihn direkt in einer wichtigen Rolle einplant.

Ich glaube daher schon, dass LV die zentrale Baustelle wäre, um die 4er Kette mit möglichst viel aktuellem Personal spielbar zu machen. Die Position mit dem größten Hebel ist sie in jedem Fall.

Sehr spannende Idee! Ich denke, dass man in der Vorbereitung ein paar Varianten ausprobieren wird und Delaney als LV könnte eine davon sein. Es braucht jedenfalls einen Linksfuß, Morey halte ich daher für ungeeignet.
Zur Frage, ob Delaney das defensivtaktische Verständnis mitbringt: ja, als 6/8er pflügt er wild über den Platz und versucht jede Lücke zu schließen. Das ist halt sein Job. Daraus zu schließen, dass er den Ansprüchen an einen LV nicht gewachsen ist, wie ein Vorredner angemerkt hat, finde ich etwas unschlüssig.
Ich nehme Delaney als sehr lernfähigen und disziplinierten Spieler wahr. Als LV müsste er nicht mehr pflügen - hätte dadurch aber mehr Kraft, um sich auf die gegnerischen Winger zu konzentrieren und ggf selbst offensive Impulse zu setzen. Das Skillset passt meiner Meinung nach - er ist schnell, recht ballsicher und bringt überdurchschnittliche Pässe und Flanken.

Wie die meisten schon erkannt haben, ist es alles andere als selbstverständlich, eine Verbesserung zu Guereirro und Schmelzer zu finden und vor allem zu bezahlen. Begrüßenswert wäre ein junger LV analog zu Morey, der sich erstmal hinten anstellt und in Ruhe entwickeln kann.

Ich kann insgesamt gut mit dem sich abzeichnenden Transfersommer leben. Wir sind die ganz großen Kaderleichen losgeworden, haben den prominentesten Abgang solide ersetzt und noch mehr Dynamik für das Zentrum dazu gewonnen. Erwarten kann man in der kommenden Saison die entscheidenen Entwicklungsschritte in Sachen Eingespieltheit. Der Stamm ist bis auf Hakimi zusammengeblieben und geht jetzt relativ erholt in die Saisonvorbereitung.

Für die Dreierkette sind wir meines Erachtens ideal besetzt, während die Voraussetzungen für eine Viererkette durch Meunier und Bellingham sicher nicht schlechter geworden sind.

An dieser Stelle auch eine kleine OT-Prognose: der Start in die Saison kann etwas holprig werden, besonders der Versuch, eine Viererkette zu implementieren. Ich erwarte dennoch, dass man recht konstant punktet und sich zumindest in Schlagdistanz zu den Bayern hält. Gegen Mitte der Saison werden dann viele Kleinigkeiten entscheiden, ob man "nur" souverän Zweiter wird oder den Bayern tatsächlich die Meisterschaft streitig macht. Der Abgang von Thiago kann uns da evtl in die Karten spielen.
BVB - Transferpolitik |#15409
17.07.2020 - 10:39 Uhr
Zitat von MrSimpson
Zitat von mba123

Zitat von Adinho_98

Ich muss mal hier glaube ich eine kleine Lanze brechen, da Bashing gegen die Transferpolitik ja gerade Mode ist. Einige derer User, die hier schreiben, sollten mal vielleicht nachdenken, wo der Club denn so herkommt.

Ich bin bei Gott kein Schönredner, sehe die Kaderzusammenstellung in einigen Mannschaftsteilen (gerade Abwehr und zentrales Mittelfeld) als nicht ganz optimal an, aber man muss sich auch immer das Gesamtbild vor Augen führen, nämlich die Entwicklung. Der BVB ist die Nummer 2 in Deutschland, mit sehr deutlichem Abstand nach vorne, aber auch einem ordentlichen nach hinten, das Ganze trotz zahlreicher Vereine mit Konzernen in der Hinterhand (Red Bull, VW, Bayer, Hopp). Dabei befindet sich der BVB auch irgendwie in einem Dilemma. Finanziell kann man mittlerweile schon gut mithalten und für seine Topspieler zweistelliges Millionengehalt zahlen, dazu gibt es eine große Fraktion, die im oberen einstelligen Millionenbereich verdienen dürfte. Dennoch ist das relativ wenig, verglichen mit internationaler Konkurrenz, bei denen das teilweise Nettogehalt ist. Diese Limits beim Gehalt gilt es dann eben zu kompensieren, will man dennoch mit den Spitzenvereinen mithalten und auch mal Titel angreifen. Das dabei gewählte Modell ist es, zum einen die besten und begehrtesten Talente der Welt zu verpflichten und diese auszubilden mit dem Wissen, dass sie wohl nicht allzu lange beim BVB spielen werden. Diese werden dann mit Spielern gepaart, die vielleicht gerade in ihrer Prime oder am Ende dessen sind und bei Spitzenvereinen vielleicht nichtmehr die Rolle spielen, die sie sich selbst erhoffen. Außerdem werden noch sehr gute Spieler der Bundesliga Konkurrenz verpflichtet, die insgesamt vielleicht nicht auf dieselbe Spielzeit bei einem anderen Verein kommen würden wie eben beim BVB. Diese 3 Transferschemas werden verwendet und danach eingekauft, wobei dann durch ein Talent, welches irgendwann den Absprung machen sollte, mithilfe dessen Ablösesumme weitere Transfers querfinanziert werden können.

Für Spieler dieser Art ist man mittlerweile in Europa aber eine absolute Topadresse. Glaubt hier einer ernsthaft, vor einem Jahrzehnt hätte man Haaland, Sancho, Bellingham und Co bei der Konkurrenz verpflichten können? Welche namhaften Vereine man da mittlerweile aussticht, ist wirklich respektabel und zeigt, wieviel mehr Reputation der BVB alleine weltweit in den letzten Jahren erlangt hat. Ein wenig OT aber auch ein nettes Beispiel: Was Instagram-Follower betrifft, ist man mittlerweile auf Platz 11 weltweit mit 11 Millionen Followern, noch weit vor Vereinen wie den Mailänder Clubs, den Spurs oder Atletico Madrid. In der Bundesliga schafft es außer natürlich den Bayern außerdem kein Verein, überhaupt die Millionen-Marke zu knacken, nur mal so als Vergleichswert. Man ist deutlich gewachsen und mittlerweile die Adresse schlechthin für die besten Talente der Welt. Dazu haben wir in der Vergangenheit bereits wertvolle Erfahrungen gemacht, die unsere Bundesliga-Konkurrenz aus Leipzig, Leverkusen und Gladbach auf dem Niveau erst noch machen muss, was das Thema Spielerverkäufe betrifft.

Auch der Anspruch wächst, sieht man die Kommentare bei Niederlagen gegen Teams wie Barca, Paris oder Bayern und ganz zu schweigen von Niederlagen gegen kleine Teams, die ja wirklich jeder Mannschaft jedes Jahr mal passieren. Unsere Transferpolitik insgesamt ist aber der Grund, wieso wir überhaupt da stehen, wo wir momentan stehen. Ja, manchmal ist es auch schwer, einen Kader komplett homogen zusammenzustellen, falls man keine glasklare Philosophie verfolgt oder eben nicht alle Spieler und Talente halten kann, dennoch muss man für die Arbeit in den letzten Jahren definitiv Respekt zollen, trotz einiger Missverständnisse sind wir mittlerweile eine große Nummer, auch in Europa!

Nach meinem Eindruck handeln die Talente heutzutage vernünftiger.

Mag sein, dass ich mich täusche. Aber für mich sah es so aus, dass vor nicht langer Zeit mehr Talente direkt den großen Sprung zu den Topclubs wagten. Extrembeispiel war Chelsea. Die holte in jungen Jahren beispielsweise De Bruyne, Lukaku und Salah. Der Schritt war aber zu dem Zeitpunkt zu groß für diese Spieler.

Jetzt scheinen mir mehr Zwischenschritte in den Karriereplänen vorgesehen zu sein. Das kommt uns sehr entgegen, denke ich. Wir haben das ausgenutzt und gezeigt, dass sich dieser Schritt für die Talente lohnt.


Das zu verallgemeinern finde ich schwierig. Es gibt Talente, die einen Karriereplan haben und welche, die sich zu hohe Ziele setzen. Odegaard, Arp und sogar Dembele zähle ich mal dazu.
Wir schauen aber anscheinend momentan mehr auf den Charakter der Spieler. Haaland gilt als Musterprofi, auf dem Platz und hat einen Karriereplan. Bellingham wird schon als neuer Kapitän der Three Lions gesehen und gilt auch als sehr professionell. Ein Junge, der voran geht.
Zagadou habe ich auch eher den Eindruck, daß er erstmal reifen will.
Das ist ein Lob an die Scouting Abteilung, die nicht nur Jungs verpflichtet, denen das Talent aus den Ohren quillt, sondern die auch neben dem Platz einen guten Eindruck machen.
Auf Bellingham freue ich mich riesig. Für mich neben Camavinga DAS Mittelfeldtalent in Europa.
Der hat Bewegungen drauf, die sind schon etwas ganz besonderes.

Im Einzelfall kann es natürlich anders aussehen.

Allgemein bin ich mir auch nicht sicher, wie es nun tatsächlich ist.
Ich würde beispielsweise erwarten, dass besonders einer wie Dembele vor ein paar Jahren eher direkt zu Barca gewechselt wäre. Das Angebot soll er ja gehabt haben und es war auch damals schon Dembeles Ziel dort irgendwann zu spielen.

Mag dann auch sein, dass insbesondere ein Odegaard mehr zu einem Umdenken bei vielen Talenten bzw. deren Beratern geführt hat. Der Hype um Odegaard war extrem. So ein Talent sollte es überall schaffen. Tat es aber eben nicht.
BVB - Transferpolitik |#15410
17.07.2020 - 11:03 Uhr
Finde es aktuell sehr spannend zu sehen, was bei uns passiert. Durch einen Balerdi-Abgang hätte man 3 IV + Pisczcek und Collins. Spricht das für eine Rückkehr zur Viererkette? Dafür sprechen würde die Verpflichtung von Meunier. Dann ist aber die Frage, was auf LV passiert.

Außerdem werden die Veränderungen durch die Bellingham-Verpflichtung im ZM interessant zu beobachten sein.

Weiterhin wird die Zukunft von Sancho darüber entscheiden, wie wir uns in der Offensive aufstellen werden.

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