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BVB - Transferpolitik

14.02.2015 - 15:43 Uhr
BVB - Transferpolitik |#14811
07.01.2020 - 11:26 Uhr
Zitat von stanleebuddha
Zitat von KhanLouis

Hier wird teilweise wild spekuliert, was ja im Kern ganz normal ist auf TM.de.
Vor allem eine mögliche Klausel in Haalands Vertrag stellt ein viel bearbeitetes Thema dar. Wie wahrscheinlich ist das tatsächlich? Also das der Club für diesen Transfer von seinen Werten abkehrt NUR um den Transfer möglich zu machen? Halte ich für sehr unwahrscheinlich, auch wenn es sich aufgrund der Nichtaussagen dazu seitens Zorc und Watzke bisher weder ausschliessen noch bestätigen lässt. Die Diskussion darüber gründet auf einer Quelle (Athletic?). Da schlage ich vor erstmal abzuwarten, ob bald offizielle Meldungen dazu kommen. Ansonsten ist die Diskussion erstmal unnötig, da sie bis hier nur reinster Spekulatius und Panikmache sind. Es wird sich schon noch zeigen. Vorallem lassen wir doch den Jungen erstmal ankommen, denn noch bevor er nur ein einziges Mal in unseren Farben vor den Ball getreten hat, gehen die Diskussionen um einen möglichen Abgang und die Modalitäten dazu los. Falsche Reihenfolge, für mich zumindest.


Die Diskussion, ob es die AK bei Haaland gibt, ist aufgrund der Quellenlage (Es kann sein, dass es tatsächlich unabhängige Quellen sind oder eben, dass alle von der mir bis dato völlig unbekannten Primärquelle abschreiben.) meines Erachtens tatsächlich müßig. Richtig: Abwarten und Tee trinken. Vielleicht werden wir es erfahren, vielleicht nicht.

Die grundsätzlichere Frage, die dahinter steht, ist doch, ob der BVB AK einbauen sollte oder nicht.

Gegenargumente, die ich bisher wahrgenommen habe, sind die folgenden.

Dem BVB gehe eine Menge Schotter durch die Lappen, wenn Spieler XY voll einschlägt und die AK dann deutlich unter Marktwert liegt.

Weiterhin sei die Signalwirkung schlecht, da weitere Transferkandidaten nun wüssten, dass es beim BVB AK gibt, was die Verhandlungsposition des Vereins in Zukunft generell schwäche.

Drittens würde sich Watzke lächerlich und unglaubwürdig machen, da dann nun ab 2020 seine Aussage, dass es beim BVB keine AK mehr gebe, nicht mehr gelte. Es bestünde ein Paradigmenwechsel in der Transferpolitik.

Ich versuche mal, rein hypothetisch dagegen zu argumentieren. Bin mir da selbst noch nicht so sicher ...

Zum ersten Argument: Könnte so eine Klausel - je nachdem, wie sie gestrickt ist - nicht auch finanzielle Planbarkeit (auf niedrigerem Niveau) garantieren bzw. wahrscheinlicher machen?
Angenommen Spieler XY (19 Jahre) unterschreibt bei uns ohne AK für vier Jahre. Er spielt sich auf einen Marktwert von 125 Mio. € hoch. Nach zwei Jahren kommen Interessenten, die für den 21jährigen 90 Mio. € bieten. Man einigt sich nicht, man hält das für zu wenig. Der Spieler bleibt notgedrungen, ein Jahr später geht die Verhandelei bei einem Jahr Restlaufzeit auf entsprechend niedrigerem Niveau wieder los. Wieder ohne Ergebnis. Der interessierte Verein und der Spieler denken sich: Drauf geschi**sen, wir sitzen das eine Jahr ab und machen es dann ablösefrei mit 23 Jahren, immer noch jung genug.
Hätte man hier eine AK von z.B. 70 Mio. € nach zwei Jahren und 30 Mio. € ein Jahr vor Schluss, könnte sich das sicherer und einfacher gestalten. Da könnten PL-Clubs doch sagen, dass sich das für ein bis zwei Jahre lohnt, oder?

Zur Signalwirkung könnte man auch sagen, dass das eine positive Signalwirkung hat, oder nicht? Der Kreis potentieller Kandidaten erweitert sich zumindest theoretisch um die Spieler, die einen Vertrag für 4 bis 5 Jahre mit einer festen AK haben wollen. Und hier könnte man sich eben auch fragen, ob es sich der BVB auf Dauer leisten kann/sollte, um des Prinzips willens an der AK-Freiheit in absolut allen Fällen festzuhalten. Und damit komme ich zum dritten Punkt:

Ich weiß nicht, ob sich das Prinzip der AK-Freiheit 2020 guten Gewissens radikal verfechten lässt. Wir stehen sieben Jahre nach 2013 und den traumatischen Sahin- und Götze-Wechseln. Wir stehen weniger vor der Alternative Spieler vom Format eines Hakimi oder Sancho langfristig oder kurzfristig an den Verein zu binden. Wir stehen wohl in der Regeln eher vor der Alternative, sie kurzfristig (zwei bis drei Jahre) mit Zugeständnissen (Leihmodelle, AK oder mündliche Zusagen, dann und dann wechseln zu dürfen) zu verplichten oder eben gar nicht. Wenn man auf dem Niveau mitmischen will, muss man sich, glaube ich, damit abfinden, in einem nicht unbeträchtlichen Teil des Kaders eine hohe Fluktuation zu haben.

Bitte nicht falsch verstehen: Ich bin aktiver Verfechter von AK, aber ich sehe da auch keinen Dammbruch und keinen Weltuntergang, wenn es hier und da unter bestimmten Bedingungen eine geben sollte.


Grundsätzlich eine gute Betrachtung, aber wenn sich ein Talent auf 125 Mio MW hoch gespielt hat, dann gibt es nicht eine Anfrage, dann fragt jeder an. Und du kannst sicher sein, wenn Sancho im Sommer ablösefrei verfügbar wäre, dann gäbe es locker 10 Vereine, die ihn jetzt noch im Winter kaufen würden. Die Ablöse ist bei solchen Spielern fast egal, weil die Top Vereine davon ausgehen, dass Sancho 10 Jahre bei ihnen spielen wird.

Grundsätzlich finde ich eine AK schlecht. Wenn einmal bekannt wird, dass wir einem Haaland eine AK gestattet haben, dann wird der nächste Dembele die auch haben wollen (bzw. sein Berater). Und wenn wir die nicht gewähren, dann kann es sein, dass der Spieler/Berater das als mangelnde Wertschätzung interpretiert und aus Ego Gründen einen anderen Verein sucht.
Eine AK ist nur dann ok, wenn sie astronomisch hoch ist. Wenn zB Haaland eine AK von 150 Mio hat, dann wäre das für mich wirklich egal.

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"Zeige Anmut beim Sieg und Demut in der Niederlage"
BVB - Transferpolitik |#14812
07.01.2020 - 11:31 Uhr
Zitat von BVBBC
Zitat von DerMoe

Ich mach mal wieder mein altes Thema Fluktuation im Kader und Identifikationsfiguren auf.
Denn in den letzten Tagen wurden sowohl wieder ein paar Fakten geschaffen, als auch neue Gerüchte aufgemacht.

- Haaland verpflichtet
- Weigl abgegeben
- Bürki soll wohl verlängern
- Götze wird nicht verlängern

Unser Kader hat ja in letzter Zeit schon einiges an Umbrüchen erfahren. Die Fluktuation war sehr hoch und Spieler mit nennenswerter BVB Vergangenheit werden geringer. Der Weigl Abgang trägt hierzu mal wieder maßgeblich bei. Jule war mit 171 Spielen und damit der Spieler im Kader mit den siebtmeisten BVB-Einsätzen. Und das mit 24 Jahren.
Weigl wechselte im Sommer 2016 gemeinsam mit Roman Bürki, Gonzalo Castro, Joo-Ho Park und Adnan Januzaj zu uns. Aus diesem Transfersommer, der noch nicht so lange her ist, verbleibt also nur noch Roman Bürki im Kader. Und nur 3 Spieler sind überhaupt vorher zu uns gekommen.

Bei diesen 3 Spielern handelt es sich Reus, Schmelle und Pischu. Diese 3 liegen auch bei den Einsätzen noch vor Weigl, genau wie der zuvor genannte Bürki.
Dass Weigl nur auf Platz 7 war liegt vor allem an den Rückkehrern Hummels und Götze, die nach ihm kamen, aber mehr Einsätze haben.

Diese Aufzählung zeigt sehr schön, dass sich hier im Sommer wieder was tun wird. Pischu wird wohl die Fußballschuhe an den Nagel hängen und Schmelle gab gerade erst ein launisches Interview, dass er wohl im Sommer schon gerne weg wäre. Zudem wurde nun der Götze Abgang bekannt.

Ab dem Sommer werden also Reus, Hummels und Bürki als einzige verbliebene Spieler aus dieser Aufzählung die Fahne hoch halten.

Danach kommt lange nichts mehr. Als fast schon alter Haudegen aus dem Transfersommer 2017 rückt dann Raphael Guerreiro nach. Der hat gerade die Marke von 100 BVB Spielen geknackt. Wenn Götze geht ist übrigens auch er der einzige Spieler aus seinem Transfersommer, der noch hier ist.
Hinter Raphs folgt dann tatsächlich schon Jadon Sancho in der Liste.

Warum schreibe ich das alles? Ich finde wir rutschen hier mehr und mehr auf ein Problem zu. Wir haben überhaupt keine Konstanz mehr im Kader. Wir drohen gerade ein wichtiges Standbein zu verlieren. Du kannst immer mal Toptalente einkaufen, die dann hier durchlaufen und wieder weg sind. Aber du brauchst auf der anderen Seite auch die Säulen der Mannschaft, die diese tragen und die auch für die Fans wichtige Identifikationsfiguren sind. Ab dem Sommer werden wir noch zwei 31jährige Feldspieler haben. Der ganze Rest hat kaum 50 BVB Spiele auf dem Buckel. Wenn hier nicht bald für Spieler gesorgt wird, die in diese Rollen schlüpfen können, dann wird man auch den Kontakt zu den Fans immer weiter verlieren und die Bindung zur Mannschaft endgültig abreißen.
Wie soll echte Liebe funktionieren, wenn man sich von Kurzzeitbeziehung zu Kurzzeitbeziehung hangelt?

erste Maßnahmen für mich: Mit Zagadou und Akanji langfristig verlängern und klarmachen, dass das keine Spieler sind mit denen man Gewinn machen will, sondern die Zukunft in der Dortmunder IV. Und Raschl Spielanteile auf der 6 geben!


Ich finde du betrachtest die Fluktuation etwas zu einseitig. Denn du gehst vorrangig darauf ein, dass die Fluktuation fast schon aktiv gefördert wird, durch das Kaufen von Talenten, die den BVB als Durchlauferhitzer nutzen wollen. Du schreibst nur aber selbst, dass fast alle Spieler aus den Transfersommern 2016 und 2017 schon wieder weg sind und von davor auch nicht mehr viele Spieler übrig sind. Seitdem hat man aber auch genug erfahrene Spieler verloren, die teils länger hier waren oder auch nicht. Diese konnten oder wollten nicht die Säule darstellen, die du dir vorstellst bzw. für nötig hältst (ich bin mir da ehrlich gesagt nicht so sicher). Die Fluktuation ist daher zweiseitig, weil sie von beiden Enden der Qualitätsproblematik induziert wird. Also von zu hoher als auch zu niedriger Qualität, wobei nicht ersteres das Hauptproblem des BVB ist, sondern letzteres.

Schaut man sich jedenfalls mal alle Spieler an, die seit 2016 gegangen sind, die für den Profikader tatsächlich relevant waren und Stand heute im Sommer spätestens weg sind (also Götze sowie Wolf und Schürrle vorbehaltlich inkludiert) und teilt das dann in den Status ein, ob der Spieler als Talent gekommen ist oder nicht, ist es ziemlich überraschend, dass die Verweildauer der Talente sogar länger ist, als die der Veteranen. Nach meiner Einteilung komme ich auf eine durchschnittliche Verweildauer bei Talenten von 4,3 Jahren, während es bei Veteranen nur 3,0 Jahre sind. Selbst wenn ich Extremfälle rausnehme, wie Bender, Hummels und Gündogan, komme ich auf ein ziemlich ausgeglichenes Ergebnis, wobei die durchschnittliche Verweildauer der Talente dann auf 2,8 Jahre fällt. Daher würde ich behaupten, dass man nicht unterscheiden kann, zwischen Talenten und Veteranen, was die Bindung an den Verein betrifft.

Der große Unterschied entsteht aber bei der GuV - zumindest bei sehr oberflächlicher Betrachtung, indem man EK und VK gegenüberstellt -, da ein Talent im Schnitt 16,2 Mio. mehr einbrachte als es gekostet hat und ein Veteran im Schnitt 1,6 Mio. Verlust bedeutete. 12/17 Talenten haben mehr eingebracht, als sie gekostet haben, sodass das nicht nur durch Dembele und Pulisic getrieben wurde. Bei den Veteranen wurden nur 5/16 mit einem höheren Wert verkauft als eingekauft. Selbst wenn man jetzt noch für Wolf die 20 Mio. KO bekommt, ändert sich aber an der grundsätzlichen Aussage nicht viel, dass Veteranen sicher nicht die Lösung des Fluktuationsproblems sind. Allzu häufig sind diese jedenfalls nicht die Säulen der Mannschaft gewesen, haben sehr viel gekostet und wenn sie als zu leicht empfunden wurden, waren sie genauso schnell wieder weg, wie die Talente, die entweder zu gut oder zu schlecht für den BVB sind.

Schaut man sich dann noch an, was die Veteranen im Schnitt gekostet haben, die aktuell noch da sind, zeigt sich auch, dass die Geschichte ziemlich teuer ist, will man hier ausreichende Qualität dazu holen, die eine Säule bilden kann - wobei ich glaube, dass selbst dahingehend der ein oder andere Spieler sich noch kurzfristig genug auf die Liste begeben wird. Für mich ergibt sich daher ein Dilemma, mit der Transferpolitik der letzten Jahre, da die Fluktuation meines Erachtens durch Veteranen durchaus eingedämmt werden sollte, aber die Qualität, die man damit bekommt, vermag es oft genug nicht, dass sie eine Säule werden kann. Deswegen ist die Fluktuation in dem Bereich auch nicht besser als bei den Talenten. Man ist dahingehend genauso sehr Durchlauferhitzer, nur dass in der Zeit keine Werte aufgebaut werden, sondern häufiger abgebaut. Eine Lösung dafür sehe ich nicht wirklich, da man bei Verpflichtung in meinen Augen nicht bestimmen kann, wie lange ein Spieler verbleibt. Höchstens, wie lange er nicht bleibt - vor allem in den Fällen, in denen die Qualität fehlt.


Ich habe aber gar nirgends geschrieben, dass man Veteranen kaufen sollte. Das ist nicht die Lösung für ein Identifikationsproblem. Rode und Schürrle wären hier auch bei mehr Erfolg keine BVB Legenden mehr geworden.
Eher ist das Kaufen durchschnittlicher Veteranen um damit durchschnittliche Veteranen zu ersetzen ein weiterer Kern des Problems.
Daher habe ich ja auch als Erstmaßnahmen aufgeführt Verträge zu verlängern und eben nicht einzukaufen.

Man löst das problem nicht dadurch, dass man für Weigl einen Veteranen verpflichtet. Man löst es dadurch, dass man Raschl einsetzt. Und man löst es langfristig nur dadurch aus der Jugend auch wieder einen vernünftigen Output zu erhalten und diesen Spielern auch Chancen zu geben.

Im Wintertrainingslager dieses Jahr werden 4 Spieler aus dem Unterbau hinzugezogen. 2 ausländische Talente aus der U19 die spät in die Jugend kamen und schon mit prominentem Berater bestückt sind und 2 Spieler aus der zweiten Mannschaft die dort dieses Jahr Neuzugänge waren. Favre würde sagen: Das meint alles.
BVB - Transferpolitik |#14813
07.01.2020 - 11:53 Uhr
Zitat von DerMoe
Ich mach mal wieder mein altes Thema Fluktuation im Kader und Identifikationsfiguren auf.
Denn in den letzten Tagen wurden sowohl wieder ein paar Fakten geschaffen, als auch neue Gerüchte aufgemacht.

- Haaland verpflichtet
- Weigl abgegeben
- Bürki soll wohl verlängern
- Götze wird nicht verlängern

Unser Kader hat ja in letzter Zeit schon einiges an Umbrüchen erfahren. Die Fluktuation war sehr hoch und Spieler mit nennenswerter BVB Vergangenheit werden geringer. Der Weigl Abgang trägt hierzu mal wieder maßgeblich bei. Jule war mit 171 Spielen und damit der Spieler im Kader mit den siebtmeisten BVB-Einsätzen. Und das mit 24 Jahren.
Weigl wechselte im Sommer 2016 gemeinsam mit Roman Bürki, Gonzalo Castro, Joo-Ho Park und Adnan Januzaj zu uns. Aus diesem Transfersommer, der noch nicht so lange her ist, verbleibt also nur noch Roman Bürki im Kader. Und nur 3 Spieler sind überhaupt vorher zu uns gekommen.

Bei diesen 3 Spielern handelt es sich Reus, Schmelle und Pischu. Diese 3 liegen auch bei den Einsätzen noch vor Weigl, genau wie der zuvor genannte Bürki.
Dass Weigl nur auf Platz 7 war liegt vor allem an den Rückkehrern Hummels und Götze, die nach ihm kamen, aber mehr Einsätze haben.

Diese Aufzählung zeigt sehr schön, dass sich hier im Sommer wieder was tun wird. Pischu wird wohl die Fußballschuhe an den Nagel hängen und Schmelle gab gerade erst ein launisches Interview, dass er wohl im Sommer schon gerne weg wäre. Zudem wurde nun der Götze Abgang bekannt.

Ab dem Sommer werden also Reus, Hummels und Bürki als einzige verbliebene Spieler aus dieser Aufzählung die Fahne hoch halten.

Danach kommt lange nichts mehr. Als fast schon alter Haudegen aus dem Transfersommer 2017 rückt dann Raphael Guerreiro nach. Der hat gerade die Marke von 100 BVB Spielen geknackt. Wenn Götze geht ist übrigens auch er der einzige Spieler aus seinem Transfersommer, der noch hier ist.
Hinter Raphs folgt dann tatsächlich schon Jadon Sancho in der Liste.

Warum schreibe ich das alles? Ich finde wir rutschen hier mehr und mehr auf ein Problem zu. Wir haben überhaupt keine Konstanz mehr im Kader. Wir drohen gerade ein wichtiges Standbein zu verlieren. Du kannst immer mal Toptalente einkaufen, die dann hier durchlaufen und wieder weg sind. Aber du brauchst auf der anderen Seite auch die Säulen der Mannschaft, die diese tragen und die auch für die Fans wichtige Identifikationsfiguren sind. Ab dem Sommer werden wir noch zwei 31jährige Feldspieler haben. Der ganze Rest hat kaum 50 BVB Spiele auf dem Buckel. Wenn hier nicht bald für Spieler gesorgt wird, die in diese Rollen schlüpfen können, dann wird man auch den Kontakt zu den Fans immer weiter verlieren und die Bindung zur Mannschaft endgültig abreißen.
Wie soll echte Liebe funktionieren, wenn man sich von Kurzzeitbeziehung zu Kurzzeitbeziehung hangelt?

erste Maßnahmen für mich: Mit Zagadou und Akanji langfristig verlängern und klarmachen, dass das keine Spieler sind mit denen man Gewinn machen will, sondern die Zukunft in der Dortmunder IV. Und Raschl Spielanteile auf der 6 geben!


Interessanter Gedanke und ist eventuell auch etwas dran. Aber haben nicht die Fans zB Witsel als Identifikationsfigur akzeptiert, nachdem er das erste Spiel gemacht hat? Inwiefern brauchen wir Spieler, die 10 Jahre bei uns spielen.

Der Grund für die hohe Fluktuation ist die von mir schon oft zitierte Negativauslese:
Spieler die uns in der Top 15 in Europa halten und eventuell höheres versprechen sind ausschließlich Talente, da gestanden Spieler aus dem Regal für uns zu teuer sind. Wir versuchen das zwar, scheitern damit aber zu häufig (Rode, Schürrle, Yarmo etc.). Die Gründe sind aber nicht, dass unser Scouting oder unser Management zu schlecht ist, der Grund ist, dass die zweite Reihe an Spielern meist eben nicht grundlos in der zweiten Reihe stehen.

Ein guter Ansatz war für mich die Verpflichtung von Brandt: Brandt ist deutsch, damit besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit zur Heimatverbundenheit und er wird nicht so sehr den Drang haben uns zu verlassen wie zB ein Sancho, ganz egal wo seine Leistungskurve hinführt.
Deshalb wäre es für mich auch wichtig, Havertz zu verpflichten, aber ich bin mir eher unsicher, dass er bei uns von der Position her reinpasst.

•     •     •

"Zeige Anmut beim Sieg und Demut in der Niederlage"
BVB - Transferpolitik |#14814
07.01.2020 - 12:00 Uhr
Zitat von DerMoe
Zitat von BVBBC

Zitat von DerMoe

Ich mach mal wieder mein altes Thema Fluktuation im Kader und Identifikationsfiguren auf.
Denn in den letzten Tagen wurden sowohl wieder ein paar Fakten geschaffen, als auch neue Gerüchte aufgemacht.

- Haaland verpflichtet
- Weigl abgegeben
- Bürki soll wohl verlängern
- Götze wird nicht verlängern

Unser Kader hat ja in letzter Zeit schon einiges an Umbrüchen erfahren. Die Fluktuation war sehr hoch und Spieler mit nennenswerter BVB Vergangenheit werden geringer. Der Weigl Abgang trägt hierzu mal wieder maßgeblich bei. Jule war mit 171 Spielen und damit der Spieler im Kader mit den siebtmeisten BVB-Einsätzen. Und das mit 24 Jahren.
Weigl wechselte im Sommer 2016 gemeinsam mit Roman Bürki, Gonzalo Castro, Joo-Ho Park und Adnan Januzaj zu uns. Aus diesem Transfersommer, der noch nicht so lange her ist, verbleibt also nur noch Roman Bürki im Kader. Und nur 3 Spieler sind überhaupt vorher zu uns gekommen.

Bei diesen 3 Spielern handelt es sich Reus, Schmelle und Pischu. Diese 3 liegen auch bei den Einsätzen noch vor Weigl, genau wie der zuvor genannte Bürki.
Dass Weigl nur auf Platz 7 war liegt vor allem an den Rückkehrern Hummels und Götze, die nach ihm kamen, aber mehr Einsätze haben.

Diese Aufzählung zeigt sehr schön, dass sich hier im Sommer wieder was tun wird. Pischu wird wohl die Fußballschuhe an den Nagel hängen und Schmelle gab gerade erst ein launisches Interview, dass er wohl im Sommer schon gerne weg wäre. Zudem wurde nun der Götze Abgang bekannt.

Ab dem Sommer werden also Reus, Hummels und Bürki als einzige verbliebene Spieler aus dieser Aufzählung die Fahne hoch halten.

Danach kommt lange nichts mehr. Als fast schon alter Haudegen aus dem Transfersommer 2017 rückt dann Raphael Guerreiro nach. Der hat gerade die Marke von 100 BVB Spielen geknackt. Wenn Götze geht ist übrigens auch er der einzige Spieler aus seinem Transfersommer, der noch hier ist.
Hinter Raphs folgt dann tatsächlich schon Jadon Sancho in der Liste.

Warum schreibe ich das alles? Ich finde wir rutschen hier mehr und mehr auf ein Problem zu. Wir haben überhaupt keine Konstanz mehr im Kader. Wir drohen gerade ein wichtiges Standbein zu verlieren. Du kannst immer mal Toptalente einkaufen, die dann hier durchlaufen und wieder weg sind. Aber du brauchst auf der anderen Seite auch die Säulen der Mannschaft, die diese tragen und die auch für die Fans wichtige Identifikationsfiguren sind. Ab dem Sommer werden wir noch zwei 31jährige Feldspieler haben. Der ganze Rest hat kaum 50 BVB Spiele auf dem Buckel. Wenn hier nicht bald für Spieler gesorgt wird, die in diese Rollen schlüpfen können, dann wird man auch den Kontakt zu den Fans immer weiter verlieren und die Bindung zur Mannschaft endgültig abreißen.
Wie soll echte Liebe funktionieren, wenn man sich von Kurzzeitbeziehung zu Kurzzeitbeziehung hangelt?

erste Maßnahmen für mich: Mit Zagadou und Akanji langfristig verlängern und klarmachen, dass das keine Spieler sind mit denen man Gewinn machen will, sondern die Zukunft in der Dortmunder IV. Und Raschl Spielanteile auf der 6 geben!


Ich finde du betrachtest die Fluktuation etwas zu einseitig. Denn du gehst vorrangig darauf ein, dass die Fluktuation fast schon aktiv gefördert wird, durch das Kaufen von Talenten, die den BVB als Durchlauferhitzer nutzen wollen. Du schreibst nur aber selbst, dass fast alle Spieler aus den Transfersommern 2016 und 2017 schon wieder weg sind und von davor auch nicht mehr viele Spieler übrig sind. Seitdem hat man aber auch genug erfahrene Spieler verloren, die teils länger hier waren oder auch nicht. Diese konnten oder wollten nicht die Säule darstellen, die du dir vorstellst bzw. für nötig hältst (ich bin mir da ehrlich gesagt nicht so sicher). Die Fluktuation ist daher zweiseitig, weil sie von beiden Enden der Qualitätsproblematik induziert wird. Also von zu hoher als auch zu niedriger Qualität, wobei nicht ersteres das Hauptproblem des BVB ist, sondern letzteres.

Schaut man sich jedenfalls mal alle Spieler an, die seit 2016 gegangen sind, die für den Profikader tatsächlich relevant waren und Stand heute im Sommer spätestens weg sind (also Götze sowie Wolf und Schürrle vorbehaltlich inkludiert) und teilt das dann in den Status ein, ob der Spieler als Talent gekommen ist oder nicht, ist es ziemlich überraschend, dass die Verweildauer der Talente sogar länger ist, als die der Veteranen. Nach meiner Einteilung komme ich auf eine durchschnittliche Verweildauer bei Talenten von 4,3 Jahren, während es bei Veteranen nur 3,0 Jahre sind. Selbst wenn ich Extremfälle rausnehme, wie Bender, Hummels und Gündogan, komme ich auf ein ziemlich ausgeglichenes Ergebnis, wobei die durchschnittliche Verweildauer der Talente dann auf 2,8 Jahre fällt. Daher würde ich behaupten, dass man nicht unterscheiden kann, zwischen Talenten und Veteranen, was die Bindung an den Verein betrifft.

Der große Unterschied entsteht aber bei der GuV - zumindest bei sehr oberflächlicher Betrachtung, indem man EK und VK gegenüberstellt -, da ein Talent im Schnitt 16,2 Mio. mehr einbrachte als es gekostet hat und ein Veteran im Schnitt 1,6 Mio. Verlust bedeutete. 12/17 Talenten haben mehr eingebracht, als sie gekostet haben, sodass das nicht nur durch Dembele und Pulisic getrieben wurde. Bei den Veteranen wurden nur 5/16 mit einem höheren Wert verkauft als eingekauft. Selbst wenn man jetzt noch für Wolf die 20 Mio. KO bekommt, ändert sich aber an der grundsätzlichen Aussage nicht viel, dass Veteranen sicher nicht die Lösung des Fluktuationsproblems sind. Allzu häufig sind diese jedenfalls nicht die Säulen der Mannschaft gewesen, haben sehr viel gekostet und wenn sie als zu leicht empfunden wurden, waren sie genauso schnell wieder weg, wie die Talente, die entweder zu gut oder zu schlecht für den BVB sind.

Schaut man sich dann noch an, was die Veteranen im Schnitt gekostet haben, die aktuell noch da sind, zeigt sich auch, dass die Geschichte ziemlich teuer ist, will man hier ausreichende Qualität dazu holen, die eine Säule bilden kann - wobei ich glaube, dass selbst dahingehend der ein oder andere Spieler sich noch kurzfristig genug auf die Liste begeben wird. Für mich ergibt sich daher ein Dilemma, mit der Transferpolitik der letzten Jahre, da die Fluktuation meines Erachtens durch Veteranen durchaus eingedämmt werden sollte, aber die Qualität, die man damit bekommt, vermag es oft genug nicht, dass sie eine Säule werden kann. Deswegen ist die Fluktuation in dem Bereich auch nicht besser als bei den Talenten. Man ist dahingehend genauso sehr Durchlauferhitzer, nur dass in der Zeit keine Werte aufgebaut werden, sondern häufiger abgebaut. Eine Lösung dafür sehe ich nicht wirklich, da man bei Verpflichtung in meinen Augen nicht bestimmen kann, wie lange ein Spieler verbleibt. Höchstens, wie lange er nicht bleibt - vor allem in den Fällen, in denen die Qualität fehlt.


Ich habe aber gar nirgends geschrieben, dass man Veteranen kaufen sollte. Das ist nicht die Lösung für ein Identifikationsproblem. Rode und Schürrle wären hier auch bei mehr Erfolg keine BVB Legenden mehr geworden.
Eher ist das Kaufen durchschnittlicher Veteranen um damit durchschnittliche Veteranen zu ersetzen ein weiterer Kern des Problems.
Daher habe ich ja auch als Erstmaßnahmen aufgeführt Verträge zu verlängern und eben nicht einzukaufen.

Man löst das problem nicht dadurch, dass man für Weigl einen Veteranen verpflichtet. Man löst es dadurch, dass man Raschl einsetzt. Und man löst es langfristig nur dadurch aus der Jugend auch wieder einen vernünftigen Output zu erhalten und diesen Spielern auch Chancen zu geben.

Im Wintertrainingslager dieses Jahr werden 4 Spieler aus dem Unterbau hinzugezogen. 2 ausländische Talente aus der U19 die spät in die Jugend kamen und schon mit prominentem Berater bestückt sind und 2 Spieler aus der zweiten Mannschaft die dort dieses Jahr Neuzugänge waren. Favre würde sagen: Das meint alles.


Ich glaube der Output aus der Jugend ist noch schwieriger zu beeinflussen, als über Transfers zu bestimmen, wer hier eine Chance zur Identifikationsfigur hat. Ich würde mir auch wünschen, dass Raschl häufiger eingesetzt wird und rechne ihm dann auch durchaus gute Chancen zu, dass er sich positiv entwickelt. Der Weg zu einer echten Identifikationsfigur ist für mich aber dennoch ziemlich weit.

Denn die Identifikation zu Spielern findet schließlich doch über eine gewisse Qualität und einen gewissen Status statt, der auch typbedingt sein kann. Man nehme nur mal die Schmelzer Kontroverse hier im Forum als Beispiel. So eine richtige Identifikationsfigur ist er damit irgendwie nicht für jeden, trotz ewig langer Vereinszugehörigkeit. Umgekehrt ging das zuletzt nur bei Bartra sehr schnell, obwohl er nicht lange im Verein war und sportlich insgesamt nicht die Rolle bei uns hatte, die Schmelzer insgesamt zugeschrieben werden muss. Bei Bartra war das aber wohl auch eine Charaktersache, da er als Typ unglaublich gut ankam und auch glaubwürdig enthusiastisch zum BVB kam. Beide identifizieren sich nach wie vor mit dem Verein, obwohl der eine Spieler schon weg ist und kaum da war sowie der andere Spieler vermutlich nicht mehr lange da ist. Die Fans identifzieren sich aber mehr oder weniger mit den Spielern und am Wechsel hat und wird es sie nicht hindern.

Das mit der Identifikation ist daher in meinen Augen so eine Sache, da ich glaube, dass sie eben von vielen Faktoren abhängt, die man schwer im Vorhinein bestimmen kann und die auch nicht von jedem immer gleich gesehen werden. Für manchen ist die Leistung auf dem Platz wichtiger, für andere ist wichtig, dass der Spielertyp ausgefallen ist (unterschiedlichste Ausprägungen: Aubameyang, Sokratis, Yarmolenko, ...) und für wieder andere die Identifikation der Spieler zum Verein, die aber eben auch nicht automatisch eine Identifikationsfigur ergibt, wie sich bspw. an Ginter oder Rode zeigte, die als BVB Fans in der Jugend galten. Man kann sich der Geschichte von vielen Seiten annähern und wird am Ende dennoch keine genaue Definition erlangen, wodurch Identifikation mit dem Verein entsteht, ob das nun Spieler oder Fans betrifft.

Nur: am Ende sind die Spieler alle Profis und müssen das machen, was das Beste für ihre Karriere ist. Dass Jugendspieler hier geduldig bleiben, wenn sie erst mal wenig spielen oder in Dankbarkeit verfallen, wenn sie spielen, glaube ich daher nicht mehr. Damit sie spielen, ist eine gewisse Mindestqualität Voraussetzung. Haben sie die, stellt sich mehr oder weniger schnell die Frage, ob diese Mindestqualität nicht auch irgendwo anders ausreicht. Falls ja, steht ein Wechsel ganz schnell im Raum, wenn man sich dabei im Vergleich zum BVB in irgendeiner Weise verbessern kann - also meist finanziell. Hat man die Mindestqualität beim BVB nicht, spielt man nicht und dementsprechend auch sehr schnell Anreize den Verein zu verlassen, da die Karriere nach dem BVB nicht so rosig aussieht, sitzt man hier allzu lange auf der Bank oder Tribüne. In beiden Fällen sind die Chancen, dass man hier langfristig zur Identifikationsfigur wird, gering und dazwischen gibt es nicht so wahnsinnig viele Spieler. Auch nicht aus dem Nachwuchs, die nicht eher garantieren, dass sie genau das Qualitätsniveau des BVB mitbringen, dass sie zu gut sind, um sie zu ersetzen, aber nicht gut genug, um zu wechseln.

Gerade wenn man zudem sieht, wie schwach die Ausbildung in den deutschen Vereinen insgesamt in den letzten Jahren wurde - und damit ist ja noch nicht der Tiefpunkt erreicht -, muss man in meinen Augen auch verstehen, warum es schwer ist einheimische Talente - erst recht regionale Talente - so lange im Verein zu haben, dass die sich gar nichts anderes vorstellen können, als beim BVB zu bleiben. Wir holen ja auch nicht nur ausländische Talente. Die Jugend würde ich daher nicht so sehr in die Richtung einplanen, dass die dafür sorgt, dass die Identifikation mit Verein und Spielern von Fans und Spielern wieder größer wird.
BVB - Transferpolitik |#14815
07.01.2020 - 12:03 Uhr
Zitat von Dunkelheit
Zitat von DerMoe

Ich mach mal wieder mein altes Thema Fluktuation im Kader und Identifikationsfiguren auf.
Denn in den letzten Tagen wurden sowohl wieder ein paar Fakten geschaffen, als auch neue Gerüchte aufgemacht.

- Haaland verpflichtet
- Weigl abgegeben
- Bürki soll wohl verlängern
- Götze wird nicht verlängern

Unser Kader hat ja in letzter Zeit schon einiges an Umbrüchen erfahren. Die Fluktuation war sehr hoch und Spieler mit nennenswerter BVB Vergangenheit werden geringer. Der Weigl Abgang trägt hierzu mal wieder maßgeblich bei. Jule war mit 171 Spielen und damit der Spieler im Kader mit den siebtmeisten BVB-Einsätzen. Und das mit 24 Jahren.
Weigl wechselte im Sommer 2016 gemeinsam mit Roman Bürki, Gonzalo Castro, Joo-Ho Park und Adnan Januzaj zu uns. Aus diesem Transfersommer, der noch nicht so lange her ist, verbleibt also nur noch Roman Bürki im Kader. Und nur 3 Spieler sind überhaupt vorher zu uns gekommen.

Bei diesen 3 Spielern handelt es sich Reus, Schmelle und Pischu. Diese 3 liegen auch bei den Einsätzen noch vor Weigl, genau wie der zuvor genannte Bürki.
Dass Weigl nur auf Platz 7 war liegt vor allem an den Rückkehrern Hummels und Götze, die nach ihm kamen, aber mehr Einsätze haben.

Diese Aufzählung zeigt sehr schön, dass sich hier im Sommer wieder was tun wird. Pischu wird wohl die Fußballschuhe an den Nagel hängen und Schmelle gab gerade erst ein launisches Interview, dass er wohl im Sommer schon gerne weg wäre. Zudem wurde nun der Götze Abgang bekannt.

Ab dem Sommer werden also Reus, Hummels und Bürki als einzige verbliebene Spieler aus dieser Aufzählung die Fahne hoch halten.

Danach kommt lange nichts mehr. Als fast schon alter Haudegen aus dem Transfersommer 2017 rückt dann Raphael Guerreiro nach. Der hat gerade die Marke von 100 BVB Spielen geknackt. Wenn Götze geht ist übrigens auch er der einzige Spieler aus seinem Transfersommer, der noch hier ist.
Hinter Raphs folgt dann tatsächlich schon Jadon Sancho in der Liste.

Warum schreibe ich das alles? Ich finde wir rutschen hier mehr und mehr auf ein Problem zu. Wir haben überhaupt keine Konstanz mehr im Kader. Wir drohen gerade ein wichtiges Standbein zu verlieren. Du kannst immer mal Toptalente einkaufen, die dann hier durchlaufen und wieder weg sind. Aber du brauchst auf der anderen Seite auch die Säulen der Mannschaft, die diese tragen und die auch für die Fans wichtige Identifikationsfiguren sind. Ab dem Sommer werden wir noch zwei 31jährige Feldspieler haben. Der ganze Rest hat kaum 50 BVB Spiele auf dem Buckel. Wenn hier nicht bald für Spieler gesorgt wird, die in diese Rollen schlüpfen können, dann wird man auch den Kontakt zu den Fans immer weiter verlieren und die Bindung zur Mannschaft endgültig abreißen.
Wie soll echte Liebe funktionieren, wenn man sich von Kurzzeitbeziehung zu Kurzzeitbeziehung hangelt?

erste Maßnahmen für mich: Mit Zagadou und Akanji langfristig verlängern und klarmachen, dass das keine Spieler sind mit denen man Gewinn machen will, sondern die Zukunft in der Dortmunder IV. Und Raschl Spielanteile auf der 6 geben!


Interessanter Gedanke und ist eventuell auch etwas dran. Aber haben nicht die Fans zB Witsel als Identifikationsfigur akzeptiert, nachdem er das erste Spiel gemacht hat? Inwiefern brauchen wir Spieler, die 10 Jahre bei uns spielen.

Der Grund für die hohe Fluktuation ist die von mir schon oft zitierte Negativauslese:
Spieler die uns in der Top 15 in Europa halten und eventuell höheres versprechen sind ausschließlich Talente, da gestanden Spieler aus dem Regal für uns zu teuer sind. Wir versuchen das zwar, scheitern damit aber zu häufig (Rode, Schürrle, Yarmo etc.). Die Gründe sind aber nicht, dass unser Scouting oder unser Management zu schlecht ist, der Grund ist, dass die zweite Reihe an Spielern meist eben nicht grundlos in der zweiten Reihe stehen.

Ein guter Ansatz war für mich die Verpflichtung von Brandt: Brandt ist deutsch, damit besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit zur Heimatverbundenheit und er wird nicht so sehr den Drang haben uns zu verlassen wie zB ein Sancho, ganz egal wo seine Leistungskurve hinführt.
Deshalb wäre es für mich auch wichtig, Havertz zu verpflichten, aber ich bin mir eher unsicher, dass er bei uns von der Position her reinpasst.



Für einen Havertz wären wir aber auch nur eine Durchgangsstation.
Es geht darum junge Spieler zu halten,die nicht unbedingt Sanchos (die eh über kurz oder lang an die größten Türen klopfen) aber auch keine Larsens(wo jeder weiß,dass es eh nicht reicht) sind.
Die Nationalität ist dabei MMn völlig unerheblich.
BVB - Transferpolitik |#14816
07.01.2020 - 12:09 Uhr
Zitat von Dunkelheit

Zitat von DerMoe

Ich mach mal wieder mein altes Thema Fluktuation im Kader und Identifikationsfiguren auf.
Denn in den letzten Tagen wurden sowohl wieder ein paar Fakten geschaffen, als auch neue Gerüchte aufgemacht.

- Haaland verpflichtet
- Weigl abgegeben
- Bürki soll wohl verlängern
- Götze wird nicht verlängern

Unser Kader hat ja in letzter Zeit schon einiges an Umbrüchen erfahren. Die Fluktuation war sehr hoch und Spieler mit nennenswerter BVB Vergangenheit werden geringer. Der Weigl Abgang trägt hierzu mal wieder maßgeblich bei. Jule war mit 171 Spielen und damit der Spieler im Kader mit den siebtmeisten BVB-Einsätzen. Und das mit 24 Jahren.
Weigl wechselte im Sommer 2016 gemeinsam mit Roman Bürki, Gonzalo Castro, Joo-Ho Park und Adnan Januzaj zu uns. Aus diesem Transfersommer, der noch nicht so lange her ist, verbleibt also nur noch Roman Bürki im Kader. Und nur 3 Spieler sind überhaupt vorher zu uns gekommen.

Bei diesen 3 Spielern handelt es sich Reus, Schmelle und Pischu. Diese 3 liegen auch bei den Einsätzen noch vor Weigl, genau wie der zuvor genannte Bürki.
Dass Weigl nur auf Platz 7 war liegt vor allem an den Rückkehrern Hummels und Götze, die nach ihm kamen, aber mehr Einsätze haben.

Diese Aufzählung zeigt sehr schön, dass sich hier im Sommer wieder was tun wird. Pischu wird wohl die Fußballschuhe an den Nagel hängen und Schmelle gab gerade erst ein launisches Interview, dass er wohl im Sommer schon gerne weg wäre. Zudem wurde nun der Götze Abgang bekannt.

Ab dem Sommer werden also Reus, Hummels und Bürki als einzige verbliebene Spieler aus dieser Aufzählung die Fahne hoch halten.

Danach kommt lange nichts mehr. Als fast schon alter Haudegen aus dem Transfersommer 2017 rückt dann Raphael Guerreiro nach. Der hat gerade die Marke von 100 BVB Spielen geknackt. Wenn Götze geht ist übrigens auch er der einzige Spieler aus seinem Transfersommer, der noch hier ist.
Hinter Raphs folgt dann tatsächlich schon Jadon Sancho in der Liste.

Warum schreibe ich das alles? Ich finde wir rutschen hier mehr und mehr auf ein Problem zu. Wir haben überhaupt keine Konstanz mehr im Kader. Wir drohen gerade ein wichtiges Standbein zu verlieren. Du kannst immer mal Toptalente einkaufen, die dann hier durchlaufen und wieder weg sind. Aber du brauchst auf der anderen Seite auch die Säulen der Mannschaft, die diese tragen und die auch für die Fans wichtige Identifikationsfiguren sind. Ab dem Sommer werden wir noch zwei 31jährige Feldspieler haben. Der ganze Rest hat kaum 50 BVB Spiele auf dem Buckel. Wenn hier nicht bald für Spieler gesorgt wird, die in diese Rollen schlüpfen können, dann wird man auch den Kontakt zu den Fans immer weiter verlieren und die Bindung zur Mannschaft endgültig abreißen.
Wie soll echte Liebe funktionieren, wenn man sich von Kurzzeitbeziehung zu Kurzzeitbeziehung hangelt?

erste Maßnahmen für mich: Mit Zagadou und Akanji langfristig verlängern und klarmachen, dass das keine Spieler sind mit denen man Gewinn machen will, sondern die Zukunft in der Dortmunder IV. Und Raschl Spielanteile auf der 6 geben!


Interessanter Gedanke und ist eventuell auch etwas dran. Aber haben nicht die Fans zB Witsel als Identifikationsfigur akzeptiert, nachdem er das erste Spiel gemacht hat? Inwiefern brauchen wir Spieler, die 10 Jahre bei uns spielen.

Der Grund für die hohe Fluktuation ist die von mir schon oft zitierte Negativauslese:
Spieler die uns in der Top 15 in Europa halten und eventuell höheres versprechen sind ausschließlich Talente, da gestanden Spieler aus dem Regal für uns zu teuer sind. Wir versuchen das zwar, scheitern damit aber zu häufig (Rode, Schürrle, Yarmo etc.). Die Gründe sind aber nicht, dass unser Scouting oder unser Management zu schlecht ist, der Grund ist, dass die zweite Reihe an Spielern meist eben nicht grundlos in der zweiten Reihe stehen.

Ein guter Ansatz war für mich die Verpflichtung von Brandt: Brandt ist deutsch, damit besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit zur Heimatverbundenheit und er wird nicht so sehr den Drang haben uns zu verlassen wie zB ein Sancho, ganz egal wo seine Leistungskurve hinführt.
Deshalb wäre es für mich auch wichtig, Havertz zu verpflichten, aber ich bin mir eher unsicher, dass er bei uns von der Position her reinpasst.

Die Säulen der Mannschaft können wir nur in den seltensten Fällen halten.
Ansonsten sieht es aber anders aus. Zu Spielern wie Schmelle oder Piszczek haben die meistens Fans ein anderes Verhältnis als zu den Mitspielern, die eins, zwei Jahre dabei sind.
Wir haben eben auch eine hohe Fluktuation abseits der Topspieler. Dabei ist es auch nicht so, dass wir uns durchweg verbessert hätten. Mehr Kontinuität ohne Qualitätsverlust wäre wahrscheinlich möglich gewesen.

Allerdings stellt sich mir auch die Frage, wie wichtig dieses Thema sein sollte.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von mba123 am 07.01.2020 um 12:11 Uhr bearbeitet
BVB - Transferpolitik |#14817
07.01.2020 - 12:12 Uhr
Zitat von 94barrios18_09

Wir haben keinerlei Konstanz mehr auf dem Transfermarkt und es wird nur noch blind gekauft.
Auch diese Transferperiode zeigt es doch wieder bestens: Brandt ist ein geiler Kicker und ist liebe diesen Spielertypen. Die Notwendigkeit für seine Position war aber eigentlich nicht da. "Der muss halt irgendwie passen" und das hat man die ersten Spiele auch gemerkt, wo er überall eingesetzt wurde, weil eigentlich kein Platz für ihn da ist.


Brandt ist als Ersatz für Reus gedacht, um das Spiel zu lenken. Oder bist du mit den Leistungen von Reus uneingeschränkt zufrieden? Und natürlich versucht man so einen klasse Kicker wie Brandt so lange unterzubringen, bis die Lenker Position von Reus frei ist.

Dazu haben wir Haaland gekauft: Passt der auch nichts in Team?

Witsel/Delaney: Haben auch nicht gepasst?

Hummels: Passt der auch nicht? Oder gehörst du zu den Leuten die sagen, dass Hummels nur schlecht spielt? Weil dann können wir die Diskussion direkt sein lassen.



Man hat keine Idee was man eigentlich will.
Brandt war dank der Ausstiegsklausel verfügbar und deswegen war die Möglichkeit da ihn zu verpflichten. Genauso war es auch bei Wolf oder Philipp. Zur Not kann man sie ja wieder verkaufen mit einem Plus.
Das ist eine dermaßen dumme Herangehensweise.


Brandt ist also ein Fehlkauf?
Philippp hat Leistung gebracht bis zu seiner schweren Verletzung. Wem möchte man da den Vorwurf machen?
Wolf war auf der rechten Seite bei Frankfurt ein Garant für die tolle Saison und für 5 Mio verfügbar. Was ist daran dumm, es mal mit ihm zu probieren?

Meiner Ansicht nach zeigt unsere Historie ganz genau, wo wir hinwollen. Ich glaube, dass unserer sportlichen Führung aufgefallen ist, warum der FC Bayern immer alle deutschen Nationalspieler verpflichten wollte: Das sind die einzigen Spieler, die eventuell im internationalen Ranking an der Weltklasse kratzen oder sie sogar verköpern und trotzdem eine hohe Wahrscheinlichkeit besteht, dass der Verein sie halten kann.

Nicht umsonst ist die Erfolgskurve des FC Bayern immer stark verknüpft mit den Erfolgen der deutschen Nationalmannschaft.

Und der FC Bayern zeigt auch wie schwer es ist, wenn man international ganz oben mitspielen möchte und aus Deutschland wenige Spitzentalente kommen. James hat versagt, Coutinho spielt nicht dolle, Coman entwickelt sich nicht weiter und und und.

Ich bin mir aus diesem Grund ganz, ganz sicher, dass wir uns für Havertz in der nächsten Transferperiode sehr lang machen werden.


Wie gesagt: Liverpool kauft extrem wenige Spieler - aber dafür extrem sinnvoll.


Und hat Liverpool das vor Klopp auch gemacht? Bei Liverpool ist Midas höchstpersönlich Trainer. Alles, was der anpackt, wird zu Gold. Das sieht man an allen Spielern, die Klopp verlassen und auf einmal keine Leistung mehr bringen. Das kann und darf man nicht vergleichen.

•     •     •

"Zeige Anmut beim Sieg und Demut in der Niederlage"
BVB - Transferpolitik |#14818
07.01.2020 - 12:41 Uhr
Die unterschiedlichen Meinungen zeigen schon ganz gut, warum es nicht so einfach ist, die Fluktuation im Rahmen zu halten und Konstanz reinzubringen. Wir brauchen Talente, die zwischen Sancho und Larsen liegen? Also Pulisic? zwinker

Ich finde die aktuelle Transferphase ist in dieser Hinsicht schon besser. Für alle Spieler scheint man eine Verwendung zu haben. Selbst Schulz hat seine Sache im aktuellen System als Rotationsspieler für Guerreiro gut gemacht. Natürlich kann man über das Preis-/Leistungsverhältnis einiger Neuzugänge diskutieren. Man hat nicht zwingend den Eindruck, dass der BVB Spieler nach einem Jahr sofort wieder aussortieren MUSS. Das kann sich natürlich noch ändern.

Wenn jemand wie Brandt zu haben ist, muss man ihn verpflichten. Selbst wenn er nicht so einfach einzubauen ist. Der hat die nötige Qualität, ist Deutscher und wurde angeblich auch damit gelockt, dass er vermarktungstechnisch langfristig Reus ersetzen soll. Spieler, die die genannten Kriterien mitbringen, gibt es extrem selten und landen eher bei den Bayern.

Am Bedarf Vorbeizukaufen, ist aus meiner Sicht schon fast seperat zu sehen. Viele Neuzugänge, die man nach ein bis zwei Jahren wieder abgeben musste/wollte, haben es system- und trainerunabhängig beim BVB nicht geschafft.

•     •     •

Aki Watzke zur Entlassung von Marco Rose: "Er ist hier nie so komplett angekommen und irgendwas war da, was dem Ganzen so ein bisschen im Wege stand. Wir wissen es ja selbst nicht so genau."

Dieser Beitrag wurde zuletzt von Doc_Gonzo am 07.01.2020 um 12:44 Uhr bearbeitet
BVB - Transferpolitik |#14819
07.01.2020 - 12:56 Uhr
Zitat von Dunkelheit
Zitat von 94barrios18_09

Wir haben keinerlei Konstanz mehr auf dem Transfermarkt und es wird nur noch blind gekauft.
Auch diese Transferperiode zeigt es doch wieder bestens: Brandt ist ein geiler Kicker und ist liebe diesen Spielertypen. Die Notwendigkeit für seine Position war aber eigentlich nicht da. "Der muss halt irgendwie passen" und das hat man die ersten Spiele auch gemerkt, wo er überall eingesetzt wurde, weil eigentlich kein Platz für ihn da ist.


Brandt ist als Ersatz für Reus gedacht, um das Spiel zu lenken. Oder bist du mit den Leistungen von Reus uneingeschränkt zufrieden? Und natürlich versucht man so einen klasse Kicker wie Brandt so lange unterzubringen, bis die Lenker Position von Reus frei ist.

Dazu haben wir Haaland gekauft: Passt der auch nichts in Team?

Witsel/Delaney: Haben auch nicht gepasst?

Hummels: Passt der auch nicht? Oder gehörst du zu den Leuten die sagen, dass Hummels nur schlecht spielt? Weil dann können wir die Diskussion direkt sein lassen.



Man hat keine Idee was man eigentlich will.
Brandt war dank der Ausstiegsklausel verfügbar und deswegen war die Möglichkeit da ihn zu verpflichten. Genauso war es auch bei Wolf oder Philipp. Zur Not kann man sie ja wieder verkaufen mit einem Plus.
Das ist eine dermaßen dumme Herangehensweise.


Brandt ist also ein Fehlkauf?
Philippp hat Leistung gebracht bis zu seiner schweren Verletzung. Wem möchte man da den Vorwurf machen?
Wolf war auf der rechten Seite bei Frankfurt ein Garant für die tolle Saison und für 5 Mio verfügbar. Was ist daran dumm, es mal mit ihm zu probieren?

Meiner Ansicht nach zeigt unsere Historie ganz genau, wo wir hinwollen. Ich glaube, dass unserer sportlichen Führung aufgefallen ist, warum der FC Bayern immer alle deutschen Nationalspieler verpflichten wollte: Das sind die einzigen Spieler, die eventuell im internationalen Ranking an der Weltklasse kratzen oder sie sogar verköpern und trotzdem eine hohe Wahrscheinlichkeit besteht, dass der Verein sie halten kann.

Nicht umsonst ist die Erfolgskurve des FC Bayern immer stark verknüpft mit den Erfolgen der deutschen Nationalmannschaft.

Und der FC Bayern zeigt auch wie schwer es ist, wenn man international ganz oben mitspielen möchte und aus Deutschland wenige Spitzentalente kommen. James hat versagt, Coutinho spielt nicht dolle, Coman entwickelt sich nicht weiter und und und.

Ich bin mir aus diesem Grund ganz, ganz sicher, dass wir uns für Havertz in der nächsten Transferperiode sehr lang machen werden.


Wie gesagt: Liverpool kauft extrem wenige Spieler - aber dafür extrem sinnvoll.


Und hat Liverpool das vor Klopp auch gemacht? Bei Liverpool ist Midas höchstpersönlich Trainer. Alles, was der anpackt, wird zu Gold. Das sieht man an allen Spielern, die Klopp verlassen und auf einmal keine Leistung mehr bringen. Das kann und darf man nicht vergleichen.

Klopp musste bei uns und in Liverpool den Kader umbauen, um die großen Erfolge zu feiern. Die gezielten Einkäufe, passend zu Klopps Philosophie, halte ich für einen sehr wichtigen Schlüssel zu den Titelgewinnen.

Dieses Hand in Hand gehen zwischen Spielphilosophie und Transfers gibt es bei uns kaum noch, habe ich den Eindruck. Hätte unsere Führung damals so wie heute agiert, wären vielleicht Petric und Frei bei uns geblieben und Spieler wie Großkreutz oder Bender nicht gekommen. Dann hätte es auch ein Klopp schwerer gehabt.
BVB - Transferpolitik |#14820
07.01.2020 - 13:48 Uhr
Diese Diskussion finde ich ehrlicherweise etwas undurchdacht angefangen. Natürlich kann man dieses Thema durchaus als kritisch betrachten aber man muss es dann auch mal im gesamten Kontext sehen.

Zu Klopp-Zeiten war diese Fluktuation ja noch nicht so und es kam der Cut. Man suchte nach einer neuen Philosophie und einem Konzept inklusive eines passenden Trainers, welches den BVB auf die nächste Stufe heben konnte.

Ab diesem Zeitpunkt der ersten Tuchel-Saison hatte ich immer ein wenig das Gefühl man würde die Spieler, welche zum Trainer passen/gehören immer ein Jahr zu spät verpflichten und der jeweilige Nachfolger könne nicht allzuviel mit diesen Spielern anfangen.

Ging mit dem “Ursprungskader“ los den Klopp hinterließ und welcher eine völlig andere Ausrichtung hatte als Tuchel sie benötigt hätte. Das Gleiche passierte bei Bosz und grundlegend auch bei Favre, wobei man da abgrenzen muss aber dazu gleich mehr.

Ich denke der gedankliche Fehler unserer Führung lag darin mit dem nächsten Trainer wieder eine Ära prägen zu können und somit genug Zeit zu haben den Kader langsam aber entsprechend anzupassen. Leider wissen wir alle wie sich die Trainer bei uns geschlagen haben und deshalb kam da auch keine Kontinuität rein.

Jetzt als Favre verpflichtet wurde, sprach man erstmals von einem großen Umbruch und meinte damit vermutlich nicht ausschließlich den Kader sondern viel mehr auch die generelle Ausrichtung unserer Borussia. Ich denke man hat sich verabschiedet von der Trainerphilosophie und gibt diese stattdessen jetzt als Verein vor. Natürlich mit gewissen Modifikationen des Trainers aber eben mit dem jeweiligen Spielermaterial welches zu unserem Konzept passt. Dafür spricht in meinen Augen auch die Sammerverpflichtung, welcher eben die Trainererfahrung mitbringt um dahingehend zu beraten.

Auch muss man sagen, handelte es sich in der Regel bei den Abgängen entweder um Spieler, welche man absolut nicht halten konnte oder eben um die oben genannten Spieler, die nicht in das neue System passen.

Wenn man den aktuellen Kader betrachtet kann man doch zumindest etwas zuversichtlicher in die Zukunft schauen wenn es um das Thema Konstanz im Kader geht.

Bürki wird höchstwahrscheinlich verlängern
Schulz und Rapha bilden eine sehr solide LV
Hummels wird seine Karriere vermutlich hier beenden
Brandt und Hazard sind vom Alter und den Fähigkeiten her Spieler, welche uns ebenfalls stärken aber eben nicht als Durchgang sehen
Witsel wird hier auch noch so lang spielen bis es für ihn nicht mehr reicht
Reus brauch man nichts zu sagen

Alle weiteren wie Balerdi, Akanji, Zagadou, Morey usw. muss man natürlich abwarten aber ich sehe das ganze etwas weniger dramatisch. Für mich scheint zumindest in der Führung dahingehend ein Umdenken stattgefunden zu haben, welches vermutlich sogar darauf ruhte, dass man aus den Trainer-/Systemwechseln lernen wollte und als “großer“ Klub eine eigene Philosophie repräsentieren wollte.

•     •     •

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