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BVB - Transferpolitik

14.02.2015 - 15:43 Uhr
BVB - Transferpolitik |#17051
02.04.2022 - 10:57 Uhr
Meiner Meinung nach hat Dortmund definitiv starke Spieler aus der U19

Gürpüz hat dabei die beste Technik, ist jedoch sehr langsam im Vergleich zu den anderen Talenten. Ähnlich wie Götze nach der Krankheit


Rothe, Camera, Coulibaly und natürlich Bynoe Gittens sind sehr starke Spieler …die allesamt den direkten Sprung schaffen werden

Allerdings muss man dann Platz für den Nachwuchs im Kader schaffen … Spieler wie Brandt, Schulz, Zagadou und mittlerweile Reus sollten aussortiert werden, da hier definitiv aus unterschiedlichen Gründen

Brandt + Reus sind viel zu langsam für die Aussenpositionen oder Halbpostionen. Diese beiden Spieler können nur auf der 10 spielen.
Für mich darf höchstens einer auf dem Feld stehen. Und beide verstecken sich, wenn es nicht läuft und übernehmen nicht die Verantwortung!

=> hier sollte Rose auf schnellere Spieler setzen um ein besseres Pressing zu haben.
=> Bynoe Gittens ist ein komplett anderer Spieler, aber könnte den Platz einnehmen


Zagadou hat keine Geschwindigkeit (aufgrund der vielen Verletzungen) und einfach zu viele Fehler drin

=> Coulibaly kann hier reinwachsen

Schulz ist mit 34,4 km/h einer der schnellsten Spieler ist aber limitiert in der spieleröffnung und Technik. Zudem ist er „nur“ für eine Winger Position im 3-5-2 gemacht

=> Rothe braucht noch Zeit und wird wahrscheinlich in der zweiten Mannschaft nächstes Jahr zu Einsätzen kommen

Zu den anderen Talenten

Fink könnte Tigges ersetzen, braucht aber noch mehr Spielminuten in der zweiten Mannschaft

und Rijkhoff ist auch ein mega Talent … allerdings ist er ähnlich wie Gürpüz etwas langsam

Collins hat leider nach der Verlängerung nicht den nächsten Schritt gemacht. Er hat in der U19 auch sehr viele Konzentrationsfehler. Er ist aber vom Antritt der schnellste Verteidiger
BVB - Transferpolitik |#17052
03.04.2022 - 11:58 Uhr
Als ob es noch ein Spiel zur Bestätigung der Hausaufgaben für den Sommer gebraucht hätte, konnte RB nochmal alles auf einmal aufzeigen.

DM - Solange der Gegner es so einfach hat in die Zwischenräume zu kommen und dort Tempo aufnehmen kann, kann man die Kette hinten so breit aufstellen, wie man will, aber der Gegner wird immer auf Tempo auf sie zugerannt kommen und allein dadurch gefährlich. Wenn dann zudem in der Kette Probleme vorhanden sind bewegliche Stürmer zu greifen und dran zu bleiben, sobald diese sich fallen lassen und dann auch noch überkomplexe Übergaben hinzukommen, die jede Absicherung unmöglich machen, dann ergibt sich zwangsläufig ein Hühnerhaufen in der Kette. Daher wird man im Mittelfeld sowohl personell etwas machen müssen, um vor der Kette Tempo rauszunehmen als auch taktisch. Denn der Abräumer auf der 6 allein wird nicht alle Probleme kompensieren, was vor allem Laimer und Olmo aufzeigen konnten. So kann einer, wie Olmo den 6er bereits so binden, dass es schwer wäre mit dem Abräumer auch noch die Läufe von Laimer aufzufangen, selbst wenn das beim 0:3 gar nicht der Faktor war, weil Witsel aufgerückt war - was aber auch wieder seine Gründe hat. Das sind so zu häufig 1gg2 Situationen, gerade wenn der Gegner mit 2 zentralen Angreifern spielt, die die IV bereits binden. Bei 3er Kette hat man dann noch einen freien Mann, der muss dann aber eben auch mit einem Olmo mitgehen können, was derzeit nicht der Fall ist, selbst wenn nicht noch weitere Probleme (LV) dazukämen. Daher benötigt es meines Erachtens ein echtes 3er Mittelfeld in Zukunft, allein schon, um ein verlorenes Laufduell nochmal abzusichern und überhaupt erst Übergaben zuzulassen, aber auch, um grundsätzliche Unterzahl zu vermeiden, womit wir zum nächsten Punkt kommen.

ZM - mir passt die Rolle von Reus hinten und vorne nicht, weil es dem Mittelfeld nicht reicht, wenn er einen Sprint nach hinten macht und die Monstergrätsche auspackt, sonst aber kaum mal hilft die Lücken und die Unterzahl im Zentrum zu verringern, ohne im Ballbesitz dafür zu sorgen, dass wir mehr Kontrolle und Kreativität im Vertikalspiel reinbekommen. Er agiert dafür schlicht zu hoch, immer noch, wie ein Angreifer eben, der mit seiner Spielintelligenz auch immer noch hinter die Kette kommt, obwohl er nicht mehr das Tempo hat. Wird aber einer der beiden DM überlaufen, dann ist er durch seine Positionierung keine Option mehr in den meisten Szenen, um dem übrigen DM eine Hilfe zu bieten. Wenn man Reus als Stürmer will, soll er Stürmer spielen und dort eine freie Rolle bekommen, auch wenn das einer Problematik entgegenwirkt, die später noch Thema ist. Das Mittelfeld muss aber in der Lage sein Unterzahlsituationen aufzunehmen und Zwischenräume zu schließen. Ein Abräumer vor der Kette allein wird das kaum bewerkstelligen können. Daher muss entweder ein zweiter 8er ausgebildet werden, wofür man eigentlich ausreichend Potenziale im Kader hat oder man geht auf Nummer sicher, weil man sich nicht auf Potenziale verlassen will und es muss extern doch noch etwas passieren. Zumal es keine Lösung ist, dann einfach mit Guerreiro die Lücken zu füllen, wenn dafür dann die Außenbahn aufgeht, was das nächste Thema sein soll.

LV - ohne Breitengeber erschwert man sich den Ballvortrag, weil man das Zentrum eng macht, ohne dort Überzahl ausspielen zu können und defensiv öffnet man Tür und Tor für jeden Gegner. Zwar muss man Mukiele und dessen Vorstöße nicht dermaßen auf der Rechnung haben, wie die Läufe von anderen RV in der Liga, aber wenn man eine Landebahn so ausleuchtet, dann findet sie jeder Pilot. Zwar hat Guerreiro bei 4er Kette dann paradoxerweise positionstreuer gespielt, obwohl die Umstellung keinen zusätzlichen zentralen Mittelfeldspieler ergab, aber man wird sich hier mindestens taktisch so aufstellen müssen, dass man zumindest einen Breitengeber im Kader hat, der die Position konsequent halten kann und vor allem auch Gegenspieler mit höherem Tempo aufnehmen kann. Guerreiros unabgesicherte Ausflüge ins Zentrum sind jedenfalls keine Hilfe, sondern schaffen mehr und mehr Probleme, die natürlich auch mit der ZM Situation zusammenhängen und Schwächen im Aufbauspiel sowie der Spielverbindung. Ohne Absicherung ermöglicht man es aber Guerreiro gar nicht mehr einen Mehrwert zu schaffen, weswegen auch hier angesagt ist, dass die Komplexität abnehmen muss. Heißt: entweder es kommt ein neuer LV und Guerreiro wird konsequent ins Mittelfeld gezogen, Guerreiro muss in der Positionstreue nicht nur zulegen, sondern auch wieder entsprecehnd eingesetzt werden - es müssen also auch von Rose die Voraussetzungen geschaffen werden - oder Guerreiro muss gar gehen, obwohl ich das nach wie vor nicht für die beste aller Optionen halte.

RV - Can ist nicht das erste Opfer gegnerischen Pressings auf RV in dieser Saison, auch wenn er in der Situation nominell noch als RIV unterwegs war und erst in der zweiten Hälfte dann ein echter RV war. Im Gegenteil, den Spieler, der eine gesunde Risikoeinschätzung mitbringt und ein Skillset, um solche Situationen konstant, sicher zu überspielen, hat man derzeit nicht im Kader. Taktisch mag das dann oft kompensierbar sein, indem der Aufbau dann über andere Stationen geleitet wird, aber wehe das ist nicht möglich, weil der Gegner defensiv zu gut ist oder der BVB auch auf anderen Positionen qualitative Defizite in der Beziehung hat, durch die die gegnerische Defensivqualität relativ zunimmt. Auch mag es Dinge geben, durch die ein RV ohne positiven Beitrag im Spielaufbau einen Mehrwert bietet, unabhängig davon, ob man den Aufbau über andere Stationen leiten kann oder nicht, aber dieser Mehrwert wird meines Erachtens dennoch eingeschränkt, wodurch ein beträchtlicher Hebel allein durch ein Upgrade in dieser Kategorie möglich ist, weil Ballverluste nun mal ein wesentliches Thema für unsere Gegentore sind. RB hatte gestern Can schon keine 2 Minuten zuvor mit Olmo in dieselbe Situaion gebracht, in der er Glück hatte. Gegen einen im Pressing stärkeren Laimer, ist es dann schief gegangen, weil Can nicht verstanden hatte, dass er schon gegen Olmo Glück hatte. Dass die beiden Szenen so eng gestaffelt sind, zeigt zudem, dass man im Aufbau nicht immer wählen kann, über welche Stationen man geht und Zeit war bei Cans Fehler nun mal überhaupt kein Thema, da er davon viel mehr als genug davon hatte, um sich wieder vom Ball zu trennen. Das ist bei Meunier kein anderes Thema, dem man lediglich zu Gute halten muss, dass er im Zweifel den Ballverlust nach vorne hat, um dem Gegner zumindest nicht in den Lauf zu spielen. Ballverlust bleibt dennoch Ballverlust und das Thema gilt es deswegen anzugehen.

OA - das fehlende Tempo der Offensive war unübersehbar, wie auch die fehlende Kreativität. Hazard und Wolf haben auf dem Niveau von gestern keine Möglichkeiten, um über individuelle Qualität Momente im Spiel nach vorne zu schaffen. Deswegen war für mich aber auch unverständlich, wieso Rose so lange an ihnen festhielt und sie zudem auch nicht als Breitengeber nutzte, wo sie machbarere Matchups gehabt hätten. An sich geht es daher sogar um beide Positionen rund, um den MS, sofern man Malen nicht als Teillösung sieht, was für mich unverständlich ist, dass man es derzeit nicht macht und Malen kaum noch mit Haland spielen darf. Wenn Reus zudem in die Offensive eingebunden wird, muss zumindest aus dem Mittelfeld auch nochmal mehr Kreativität kommen und das Tempo von MS und dem zweiten OA muss umso extremer sein, um entsprechende Probleme mit Läufen in die Tiefe schaffen zu können. Defensiv würde mehr Tempo auch desöfteren im Pressing helfen - das gilt aber auf allen Positionen, mit Tempodefizit.

Rose - generell sind Roses überzeugende Momente rar. Über weite Teile der Saison gab es auch mildernde Umstände, aber bereits Köln konnte unter Baumgart aufzeigen, dass auch eine spielerische und gesamtheitliche Entwicklung einer Mannschaft möglich ist, die fussballerisch limitiert ist. Diese Entwicklung vermisst man unter Rose komplett, dazu sind taktisch viele Geschichten mittlerweile überkompliziert, in allen Spielsituationen und vor allem blieb Rose bislang in den allermeisten Spielen eine Antwort darauf schuldig, wie er eine Mannschaft in einem Spiel unterstützen kann. Unter Druck sind die taktischen Maßnahmen jedenfalls oft wirkungslos bis schädlich und nur teilweise in der zu Grunde liegenden Idee nachvollziehbar. Vielleicht wurde Rose daher über die gesamte Saison zu oft und vor allem zu sehr durch die Probleme in der Kaderstruktur sowie durch die Verletzungen entschuldigt. Mehr als die eine Transferperiode im Sommer wird er daher nicht bekommen, um die Zweifel wieder zu reduzieren, die gerade zu deutlich zunehmen. Der BVB sollte sich daher aber auch darauf vorbereiten, dass man Rose womöglich früh in der nächsten Saison ersetzen muss. Das wird die Transferperiode aber nochmals verkomplizieren, weil die Kaderstruktur umso mehr sowohl für Rose als auch dessen potenziellen Nachfolger passen muss. Denn nur so wird Rose überhaupt eine Chance haben, aber die Überzeugung, dass er diese Chance dann auch nutzen kann, sie schwindet!

P.S.: die IV habe ich hier mal rausgelassen, weil hier denke ich eh schon alles sehr weit ist und an sich eher taktische Fragen sowie das Drumherum zu beantworten sein wird. Ähnliches gilt für einen Haland Abgang, der wohl aber noch nicht vollständig geklärt ist.
BVB - Transferpolitik |#17053
03.04.2022 - 12:37 Uhr
Zitat von BVBBC
Als ob es noch ein Spiel zur Bestätigung der Hausaufgaben für den Sommer gebraucht hätte, konnte RB nochmal alles auf einmal aufzeigen.

DM - Solange der Gegner es so einfach hat in die Zwischenräume zu kommen und dort Tempo aufnehmen kann, kann man die Kette hinten so breit aufstellen, wie man will, aber der Gegner wird immer auf Tempo auf sie zugerannt kommen und allein dadurch gefährlich. Wenn dann zudem in der Kette Probleme vorhanden sind bewegliche Stürmer zu greifen und dran zu bleiben, sobald diese sich fallen lassen und dann auch noch überkomplexe Übergaben hinzukommen, die jede Absicherung unmöglich machen, dann ergibt sich zwangsläufig ein Hühnerhaufen in der Kette. Daher wird man im Mittelfeld sowohl personell etwas machen müssen, um vor der Kette Tempo rauszunehmen als auch taktisch. Denn der Abräumer auf der 6 allein wird nicht alle Probleme kompensieren, was vor allem Laimer und Olmo aufzeigen konnten. So kann einer, wie Olmo den 6er bereits so binden, dass es schwer wäre mit dem Abräumer auch noch die Läufe von Laimer aufzufangen, selbst wenn das beim 0:3 gar nicht der Faktor war, weil Witsel aufgerückt war - was aber auch wieder seine Gründe hat. Das sind so zu häufig 1gg2 Situationen, gerade wenn der Gegner mit 2 zentralen Angreifern spielt, die die IV bereits binden. Bei 3er Kette hat man dann noch einen freien Mann, der muss dann aber eben auch mit einem Olmo mitgehen können, was derzeit nicht der Fall ist, selbst wenn nicht noch weitere Probleme (LV) dazukämen. Daher benötigt es meines Erachtens ein echtes 3er Mittelfeld in Zukunft, allein schon, um ein verlorenes Laufduell nochmal abzusichern und überhaupt erst Übergaben zuzulassen, aber auch, um grundsätzliche Unterzahl zu vermeiden, womit wir zum nächsten Punkt kommen.

ZM - mir passt die Rolle von Reus hinten und vorne nicht, weil es dem Mittelfeld nicht reicht, wenn er einen Sprint nach hinten macht und die Monstergrätsche auspackt, sonst aber kaum mal hilft die Lücken und die Unterzahl im Zentrum zu verringern, ohne im Ballbesitz dafür zu sorgen, dass wir mehr Kontrolle und Kreativität im Vertikalspiel reinbekommen. Er agiert dafür schlicht zu hoch, immer noch, wie ein Angreifer eben, der mit seiner Spielintelligenz auch immer noch hinter die Kette kommt, obwohl er nicht mehr das Tempo hat. Wird aber einer der beiden DM überlaufen, dann ist er durch seine Positionierung keine Option mehr in den meisten Szenen, um dem übrigen DM eine Hilfe zu bieten. Wenn man Reus als Stürmer will, soll er Stürmer spielen und dort eine freie Rolle bekommen, auch wenn das einer Problematik entgegenwirkt, die später noch Thema ist. Das Mittelfeld muss aber in der Lage sein Unterzahlsituationen aufzunehmen und Zwischenräume zu schließen. Ein Abräumer vor der Kette allein wird das kaum bewerkstelligen können. Daher muss entweder ein zweiter 8er ausgebildet werden, wofür man eigentlich ausreichend Potenziale im Kader hat oder man geht auf Nummer sicher, weil man sich nicht auf Potenziale verlassen will und es muss extern doch noch etwas passieren. Zumal es keine Lösung ist, dann einfach mit Guerreiro die Lücken zu füllen, wenn dafür dann die Außenbahn aufgeht, was das nächste Thema sein soll.

LV - ohne Breitengeber erschwert man sich den Ballvortrag, weil man das Zentrum eng macht, ohne dort Überzahl ausspielen zu können und defensiv öffnet man Tür und Tor für jeden Gegner. Zwar muss man Mukiele und dessen Vorstöße nicht dermaßen auf der Rechnung haben, wie die Läufe von anderen RV in der Liga, aber wenn man eine Landebahn so ausleuchtet, dann findet sie jeder Pilot. Zwar hat Guerreiro bei 4er Kette dann paradoxerweise positionstreuer gespielt, obwohl die Umstellung keinen zusätzlichen zentralen Mittelfeldspieler ergab, aber man wird sich hier mindestens taktisch so aufstellen müssen, dass man zumindest einen Breitengeber im Kader hat, der die Position konsequent halten kann und vor allem auch Gegenspieler mit höherem Tempo aufnehmen kann. Guerreiros unabgesicherte Ausflüge ins Zentrum sind jedenfalls keine Hilfe, sondern schaffen mehr und mehr Probleme, die natürlich auch mit der ZM Situation zusammenhängen und Schwächen im Aufbauspiel sowie der Spielverbindung. Ohne Absicherung ermöglicht man es aber Guerreiro gar nicht mehr einen Mehrwert zu schaffen, weswegen auch hier angesagt ist, dass die Komplexität abnehmen muss. Heißt: entweder es kommt ein neuer LV und Guerreiro wird konsequent ins Mittelfeld gezogen, Guerreiro muss in der Positionstreue nicht nur zulegen, sondern auch wieder entsprecehnd eingesetzt werden - es müssen also auch von Rose die Voraussetzungen geschaffen werden - oder Guerreiro muss gar gehen, obwohl ich das nach wie vor nicht für die beste aller Optionen halte.

RV - Can ist nicht das erste Opfer gegnerischen Pressings auf RV in dieser Saison, auch wenn er in der Situation nominell noch als RIV unterwegs war und erst in der zweiten Hälfte dann ein echter RV war. Im Gegenteil, den Spieler, der eine gesunde Risikoeinschätzung mitbringt und ein Skillset, um solche Situationen konstant, sicher zu überspielen, hat man derzeit nicht im Kader. Taktisch mag das dann oft kompensierbar sein, indem der Aufbau dann über andere Stationen geleitet wird, aber wehe das ist nicht möglich, weil der Gegner defensiv zu gut ist oder der BVB auch auf anderen Positionen qualitative Defizite in der Beziehung hat, durch die die gegnerische Defensivqualität relativ zunimmt. Auch mag es Dinge geben, durch die ein RV ohne positiven Beitrag im Spielaufbau einen Mehrwert bietet, unabhängig davon, ob man den Aufbau über andere Stationen leiten kann oder nicht, aber dieser Mehrwert wird meines Erachtens dennoch eingeschränkt, wodurch ein beträchtlicher Hebel allein durch ein Upgrade in dieser Kategorie möglich ist, weil Ballverluste nun mal ein wesentliches Thema für unsere Gegentore sind. RB hatte gestern Can schon keine 2 Minuten zuvor mit Olmo in dieselbe Situaion gebracht, in der er Glück hatte. Gegen einen im Pressing stärkeren Laimer, ist es dann schief gegangen, weil Can nicht verstanden hatte, dass er schon gegen Olmo Glück hatte. Dass die beiden Szenen so eng gestaffelt sind, zeigt zudem, dass man im Aufbau nicht immer wählen kann, über welche Stationen man geht und Zeit war bei Cans Fehler nun mal überhaupt kein Thema, da er davon viel mehr als genug davon hatte, um sich wieder vom Ball zu trennen. Das ist bei Meunier kein anderes Thema, dem man lediglich zu Gute halten muss, dass er im Zweifel den Ballverlust nach vorne hat, um dem Gegner zumindest nicht in den Lauf zu spielen. Ballverlust bleibt dennoch Ballverlust und das Thema gilt es deswegen anzugehen.

OA - das fehlende Tempo der Offensive war unübersehbar, wie auch die fehlende Kreativität. Hazard und Wolf haben auf dem Niveau von gestern keine Möglichkeiten, um über individuelle Qualität Momente im Spiel nach vorne zu schaffen. Deswegen war für mich aber auch unverständlich, wieso Rose so lange an ihnen festhielt und sie zudem auch nicht als Breitengeber nutzte, wo sie machbarere Matchups gehabt hätten. An sich geht es daher sogar um beide Positionen rund, um den MS, sofern man Malen nicht als Teillösung sieht, was für mich unverständlich ist, dass man es derzeit nicht macht und Malen kaum noch mit Haland spielen darf. Wenn Reus zudem in die Offensive eingebunden wird, muss zumindest aus dem Mittelfeld auch nochmal mehr Kreativität kommen und das Tempo von MS und dem zweiten OA muss umso extremer sein, um entsprechende Probleme mit Läufen in die Tiefe schaffen zu können. Defensiv würde mehr Tempo auch desöfteren im Pressing helfen - das gilt aber auf allen Positionen, mit Tempodefizit.

Rose - generell sind Roses überzeugende Momente rar. Über weite Teile der Saison gab es auch mildernde Umstände, aber bereits Köln konnte unter Baumgart aufzeigen, dass auch eine spielerische und gesamtheitliche Entwicklung einer Mannschaft möglich ist, die fussballerisch limitiert ist. Diese Entwicklung vermisst man unter Rose komplett, dazu sind taktisch viele Geschichten mittlerweile überkompliziert, in allen Spielsituationen und vor allem blieb Rose bislang in den allermeisten Spielen eine Antwort darauf schuldig, wie er eine Mannschaft in einem Spiel unterstützen kann. Unter Druck sind die taktischen Maßnahmen jedenfalls oft wirkungslos bis schädlich und nur teilweise in der zu Grunde liegenden Idee nachvollziehbar. Vielleicht wurde Rose daher über die gesamte Saison zu oft und vor allem zu sehr durch die Probleme in der Kaderstruktur sowie durch die Verletzungen entschuldigt. Mehr als die eine Transferperiode im Sommer wird er daher nicht bekommen, um die Zweifel wieder zu reduzieren, die gerade zu deutlich zunehmen. Der BVB sollte sich daher aber auch darauf vorbereiten, dass man Rose womöglich früh in der nächsten Saison ersetzen muss. Das wird die Transferperiode aber nochmals verkomplizieren, weil die Kaderstruktur umso mehr sowohl für Rose als auch dessen potenziellen Nachfolger passen muss. Denn nur so wird Rose überhaupt eine Chance haben, aber die Überzeugung, dass er diese Chance dann auch nutzen kann, sie schwindet!

P.S.: die IV habe ich hier mal rausgelassen, weil hier denke ich eh schon alles sehr weit ist und an sich eher taktische Fragen sowie das Drumherum zu beantworten sein wird. Ähnliches gilt für einen Haland Abgang, der wohl aber noch nicht vollständig geklärt ist.


Ich bete es ja schon länger wiederholt herunter, daß unser größtes Problem (oder Baustelle) das Mittelfeld ist.
Übertüncht wird das von Spielern, die das « können ».
Nur sind das keine Spezialisten. Das sind offensive Mittelfeldspieler, die meistens defensiv kaum mitarbeiten.
Daher wundert es mich, daß Du Guerreiro eventuell im Mittelfeld siehst, der in der Rückwärtsbewegung die schlechteste Variante aller möglichen Kandidaten wäre.
Gerade unter der Prämisse, daß Bellingham offensiv zwar einige gelungene Aktionen drin hat, aber defensiv schlicht überfordert wirkt, da er meistens im Stich gelassen wird.
Daher sieht sein Spielstil auch Lauf intensiv aus, weil er schlicht alles versuchen muss zu stopfen, was da an Löchern entsteht.
Wie man der Problematik begegnen kann, hast Du ja schon angesprochen, allerdings ist mir das wieder zu konservativ irgendjemanden zum ZM zu machen. Das versuchen wir jetzt seit einiger Zeit und es bessert sich nichts.
Meiner Meinung reicht ein 6er nicht, um das Problem in den Griff zu bekommen, sondern es muss auch ein geschulter 8er her. Einer, der Bellingham entlasten kann und gleichzeitig die riesigen Räume zulaufen kann, die da teilweise entstehen.
Das kann ein Dahoud auf hohem Niveau nicht.
Ich kann mir übrigens Bellingham in einer defensiveren Rolle bei uns definitiv vorstellen, weshalb ich auch einen Laimer nicht von meiner Kandidatenliste streiche.
BVB - Transferpolitik |#17054
03.04.2022 - 12:56 Uhr
Zitat von MrSimpson
Zitat von BVBBC

Als ob es noch ein Spiel zur Bestätigung der Hausaufgaben für den Sommer gebraucht hätte, konnte RB nochmal alles auf einmal aufzeigen.

DM - Solange der Gegner es so einfach hat in die Zwischenräume zu kommen und dort Tempo aufnehmen kann, kann man die Kette hinten so breit aufstellen, wie man will, aber der Gegner wird immer auf Tempo auf sie zugerannt kommen und allein dadurch gefährlich. Wenn dann zudem in der Kette Probleme vorhanden sind bewegliche Stürmer zu greifen und dran zu bleiben, sobald diese sich fallen lassen und dann auch noch überkomplexe Übergaben hinzukommen, die jede Absicherung unmöglich machen, dann ergibt sich zwangsläufig ein Hühnerhaufen in der Kette. Daher wird man im Mittelfeld sowohl personell etwas machen müssen, um vor der Kette Tempo rauszunehmen als auch taktisch. Denn der Abräumer auf der 6 allein wird nicht alle Probleme kompensieren, was vor allem Laimer und Olmo aufzeigen konnten. So kann einer, wie Olmo den 6er bereits so binden, dass es schwer wäre mit dem Abräumer auch noch die Läufe von Laimer aufzufangen, selbst wenn das beim 0:3 gar nicht der Faktor war, weil Witsel aufgerückt war - was aber auch wieder seine Gründe hat. Das sind so zu häufig 1gg2 Situationen, gerade wenn der Gegner mit 2 zentralen Angreifern spielt, die die IV bereits binden. Bei 3er Kette hat man dann noch einen freien Mann, der muss dann aber eben auch mit einem Olmo mitgehen können, was derzeit nicht der Fall ist, selbst wenn nicht noch weitere Probleme (LV) dazukämen. Daher benötigt es meines Erachtens ein echtes 3er Mittelfeld in Zukunft, allein schon, um ein verlorenes Laufduell nochmal abzusichern und überhaupt erst Übergaben zuzulassen, aber auch, um grundsätzliche Unterzahl zu vermeiden, womit wir zum nächsten Punkt kommen.

ZM - mir passt die Rolle von Reus hinten und vorne nicht, weil es dem Mittelfeld nicht reicht, wenn er einen Sprint nach hinten macht und die Monstergrätsche auspackt, sonst aber kaum mal hilft die Lücken und die Unterzahl im Zentrum zu verringern, ohne im Ballbesitz dafür zu sorgen, dass wir mehr Kontrolle und Kreativität im Vertikalspiel reinbekommen. Er agiert dafür schlicht zu hoch, immer noch, wie ein Angreifer eben, der mit seiner Spielintelligenz auch immer noch hinter die Kette kommt, obwohl er nicht mehr das Tempo hat. Wird aber einer der beiden DM überlaufen, dann ist er durch seine Positionierung keine Option mehr in den meisten Szenen, um dem übrigen DM eine Hilfe zu bieten. Wenn man Reus als Stürmer will, soll er Stürmer spielen und dort eine freie Rolle bekommen, auch wenn das einer Problematik entgegenwirkt, die später noch Thema ist. Das Mittelfeld muss aber in der Lage sein Unterzahlsituationen aufzunehmen und Zwischenräume zu schließen. Ein Abräumer vor der Kette allein wird das kaum bewerkstelligen können. Daher muss entweder ein zweiter 8er ausgebildet werden, wofür man eigentlich ausreichend Potenziale im Kader hat oder man geht auf Nummer sicher, weil man sich nicht auf Potenziale verlassen will und es muss extern doch noch etwas passieren. Zumal es keine Lösung ist, dann einfach mit Guerreiro die Lücken zu füllen, wenn dafür dann die Außenbahn aufgeht, was das nächste Thema sein soll.

LV - ohne Breitengeber erschwert man sich den Ballvortrag, weil man das Zentrum eng macht, ohne dort Überzahl ausspielen zu können und defensiv öffnet man Tür und Tor für jeden Gegner. Zwar muss man Mukiele und dessen Vorstöße nicht dermaßen auf der Rechnung haben, wie die Läufe von anderen RV in der Liga, aber wenn man eine Landebahn so ausleuchtet, dann findet sie jeder Pilot. Zwar hat Guerreiro bei 4er Kette dann paradoxerweise positionstreuer gespielt, obwohl die Umstellung keinen zusätzlichen zentralen Mittelfeldspieler ergab, aber man wird sich hier mindestens taktisch so aufstellen müssen, dass man zumindest einen Breitengeber im Kader hat, der die Position konsequent halten kann und vor allem auch Gegenspieler mit höherem Tempo aufnehmen kann. Guerreiros unabgesicherte Ausflüge ins Zentrum sind jedenfalls keine Hilfe, sondern schaffen mehr und mehr Probleme, die natürlich auch mit der ZM Situation zusammenhängen und Schwächen im Aufbauspiel sowie der Spielverbindung. Ohne Absicherung ermöglicht man es aber Guerreiro gar nicht mehr einen Mehrwert zu schaffen, weswegen auch hier angesagt ist, dass die Komplexität abnehmen muss. Heißt: entweder es kommt ein neuer LV und Guerreiro wird konsequent ins Mittelfeld gezogen, Guerreiro muss in der Positionstreue nicht nur zulegen, sondern auch wieder entsprecehnd eingesetzt werden - es müssen also auch von Rose die Voraussetzungen geschaffen werden - oder Guerreiro muss gar gehen, obwohl ich das nach wie vor nicht für die beste aller Optionen halte.

RV - Can ist nicht das erste Opfer gegnerischen Pressings auf RV in dieser Saison, auch wenn er in der Situation nominell noch als RIV unterwegs war und erst in der zweiten Hälfte dann ein echter RV war. Im Gegenteil, den Spieler, der eine gesunde Risikoeinschätzung mitbringt und ein Skillset, um solche Situationen konstant, sicher zu überspielen, hat man derzeit nicht im Kader. Taktisch mag das dann oft kompensierbar sein, indem der Aufbau dann über andere Stationen geleitet wird, aber wehe das ist nicht möglich, weil der Gegner defensiv zu gut ist oder der BVB auch auf anderen Positionen qualitative Defizite in der Beziehung hat, durch die die gegnerische Defensivqualität relativ zunimmt. Auch mag es Dinge geben, durch die ein RV ohne positiven Beitrag im Spielaufbau einen Mehrwert bietet, unabhängig davon, ob man den Aufbau über andere Stationen leiten kann oder nicht, aber dieser Mehrwert wird meines Erachtens dennoch eingeschränkt, wodurch ein beträchtlicher Hebel allein durch ein Upgrade in dieser Kategorie möglich ist, weil Ballverluste nun mal ein wesentliches Thema für unsere Gegentore sind. RB hatte gestern Can schon keine 2 Minuten zuvor mit Olmo in dieselbe Situaion gebracht, in der er Glück hatte. Gegen einen im Pressing stärkeren Laimer, ist es dann schief gegangen, weil Can nicht verstanden hatte, dass er schon gegen Olmo Glück hatte. Dass die beiden Szenen so eng gestaffelt sind, zeigt zudem, dass man im Aufbau nicht immer wählen kann, über welche Stationen man geht und Zeit war bei Cans Fehler nun mal überhaupt kein Thema, da er davon viel mehr als genug davon hatte, um sich wieder vom Ball zu trennen. Das ist bei Meunier kein anderes Thema, dem man lediglich zu Gute halten muss, dass er im Zweifel den Ballverlust nach vorne hat, um dem Gegner zumindest nicht in den Lauf zu spielen. Ballverlust bleibt dennoch Ballverlust und das Thema gilt es deswegen anzugehen.

OA - das fehlende Tempo der Offensive war unübersehbar, wie auch die fehlende Kreativität. Hazard und Wolf haben auf dem Niveau von gestern keine Möglichkeiten, um über individuelle Qualität Momente im Spiel nach vorne zu schaffen. Deswegen war für mich aber auch unverständlich, wieso Rose so lange an ihnen festhielt und sie zudem auch nicht als Breitengeber nutzte, wo sie machbarere Matchups gehabt hätten. An sich geht es daher sogar um beide Positionen rund, um den MS, sofern man Malen nicht als Teillösung sieht, was für mich unverständlich ist, dass man es derzeit nicht macht und Malen kaum noch mit Haland spielen darf. Wenn Reus zudem in die Offensive eingebunden wird, muss zumindest aus dem Mittelfeld auch nochmal mehr Kreativität kommen und das Tempo von MS und dem zweiten OA muss umso extremer sein, um entsprechende Probleme mit Läufen in die Tiefe schaffen zu können. Defensiv würde mehr Tempo auch desöfteren im Pressing helfen - das gilt aber auf allen Positionen, mit Tempodefizit.

Rose - generell sind Roses überzeugende Momente rar. Über weite Teile der Saison gab es auch mildernde Umstände, aber bereits Köln konnte unter Baumgart aufzeigen, dass auch eine spielerische und gesamtheitliche Entwicklung einer Mannschaft möglich ist, die fussballerisch limitiert ist. Diese Entwicklung vermisst man unter Rose komplett, dazu sind taktisch viele Geschichten mittlerweile überkompliziert, in allen Spielsituationen und vor allem blieb Rose bislang in den allermeisten Spielen eine Antwort darauf schuldig, wie er eine Mannschaft in einem Spiel unterstützen kann. Unter Druck sind die taktischen Maßnahmen jedenfalls oft wirkungslos bis schädlich und nur teilweise in der zu Grunde liegenden Idee nachvollziehbar. Vielleicht wurde Rose daher über die gesamte Saison zu oft und vor allem zu sehr durch die Probleme in der Kaderstruktur sowie durch die Verletzungen entschuldigt. Mehr als die eine Transferperiode im Sommer wird er daher nicht bekommen, um die Zweifel wieder zu reduzieren, die gerade zu deutlich zunehmen. Der BVB sollte sich daher aber auch darauf vorbereiten, dass man Rose womöglich früh in der nächsten Saison ersetzen muss. Das wird die Transferperiode aber nochmals verkomplizieren, weil die Kaderstruktur umso mehr sowohl für Rose als auch dessen potenziellen Nachfolger passen muss. Denn nur so wird Rose überhaupt eine Chance haben, aber die Überzeugung, dass er diese Chance dann auch nutzen kann, sie schwindet!

P.S.: die IV habe ich hier mal rausgelassen, weil hier denke ich eh schon alles sehr weit ist und an sich eher taktische Fragen sowie das Drumherum zu beantworten sein wird. Ähnliches gilt für einen Haland Abgang, der wohl aber noch nicht vollständig geklärt ist.


Ich bete es ja schon länger wiederholt herunter, daß unser größtes Problem (oder Baustelle) das Mittelfeld ist.
Übertüncht wird das von Spielern, die das « können ».
Nur sind das keine Spezialisten. Das sind offensive Mittelfeldspieler, die meistens defensiv kaum mitarbeiten.
Daher wundert es mich, daß Du Guerreiro eventuell im Mittelfeld siehst, der in der Rückwärtsbewegung die schlechteste Variante aller möglichen Kandidaten wäre.
Gerade unter der Prämisse, daß Bellingham offensiv zwar einige gelungene Aktionen drin hat, aber defensiv schlicht überfordert wirkt, da er meistens im Stich gelassen wird.
Daher sieht sein Spielstil auch Lauf intensiv aus, weil er schlicht alles versuchen muss zu stopfen, was da an Löchern entsteht.
Wie man der Problematik begegnen kann, hast Du ja schon angesprochen, allerdings ist mir das wieder zu konservativ irgendjemanden zum ZM zu machen. Das versuchen wir jetzt seit einiger Zeit und es bessert sich nichts.
Meiner Meinung reicht ein 6er nicht, um das Problem in den Griff zu bekommen, sondern es muss auch ein geschulter 8er her. Einer, der Bellingham entlasten kann und gleichzeitig die riesigen Räume zulaufen kann, die da teilweise entstehen.
Das kann ein Dahoud auf hohem Niveau nicht.
Ich kann mir übrigens Bellingham in einer defensiveren Rolle bei uns definitiv vorstellen, weshalb ich auch einen Laimer nicht von meiner Kandidatenliste streiche.


Für mich ist das eben in erster Linie ein statisches Problem, wodurch es für mich nicht so eindeutig ist, dass es auch ein defensives Problem im Mittelfeld geben muss, wenn die Statik stimmt. Ein Reyna, Guerreiro oder Brandt müssen nicht so hoch agieren, wie ein Reus es macht, sondern die können deutlich klarer den zweiten 8er geben.

Zumal ein Laimer wieder andere Fragen aufwirft. Denn es gibt ja nicht nur defensiv Probleme, sondern auch offensiv. RB hat auf der 10 einen Olmo und kann derzeit noch einen Szoboszlai von der Bank nachlegen und daneben haben sie in der Angriffsreihe Tempo sowie bewegliche Spieler, die in den Zwischenräumen funktionieren, was der BVB so derzeit nicht von sich behaupten kann. Trotzdem ist es nicht so, dass RB etwa eine gute Saison darin spielt, wenn sie das Spiel selbst gestalten müssen. Mit einem Abräumer auf der 6, Bellingham und einem Laimer wäre mir das daher in Summe zu destruktiv und müsste ganz vorne wieder aufgefangen werden oder die AV müssten konstant ein Feuerwerk an der Linie abbrennen.

Bellingham ist ansonsten kein 6er, hat sich seit er hier ist auch eher offensiv entwickelt und ist auch im Pressing besser, wenn er nach vorne verteidigen kann, trotzdem ihm dann das Tempo in der Rückwärtsbewegung fehlt, wenn das Pressing überspielt wird. Ich kann ihn mir daher auf der 6 nicht vorstellen und glaube auch nicht, dass man mit einem Laimer dann den Kreativen erlaubt, da Laimer im Aufbau auch nicht die größten Aufgaben übernimmt. Für mich sind das zu sehr Konkurrenten als Komplementäre, trotz größeren Unterschieden in bestimmten Fähigkeiten - Laimer ist dynamischer, Bellingham technisch überlegen.

Letztendlich haben wir mit Bellingham einen 8er, um den herum man bauen kann. Wir haben auch jede Menge kreative 10er im Kader, sodass wir nicht den Abschlussspieler auf einer Mittelfeldposition einsetzen müssen. Einen 10er auf die 8 zurückzuziehen ist in der Regel keine so weite Reise, wie für eine HS und wäre für die Statik gut, um defensiv im Mittelfeld keine so großen Räume aufzubrechen und nach vorne hätte man Entlastung durch einen zweiten Spieler mit Aufgaben in der Spielverbindung. Sich rein auf die langen Flachpässe zu verpassen, funktioniert jedenfalls nicht gegen stabile, gut gestaffelte Defensiven. Mir würde daher erst mal ein passender 6er reichen und dann wird man sehen, was man entwickeln kann und was nicht. Die Potenziale sollte man in jedem Fall nicht verschenken.
BVB - Transferpolitik |#17055
03.04.2022 - 13:27 Uhr
Zitat von BVBBC
Zitat von MrSimpson

Zitat von BVBBC

Als ob es noch ein Spiel zur Bestätigung der Hausaufgaben für den Sommer gebraucht hätte, konnte RB nochmal alles auf einmal aufzeigen.

DM - Solange der Gegner es so einfach hat in die Zwischenräume zu kommen und dort Tempo aufnehmen kann, kann man die Kette hinten so breit aufstellen, wie man will, aber der Gegner wird immer auf Tempo auf sie zugerannt kommen und allein dadurch gefährlich. Wenn dann zudem in der Kette Probleme vorhanden sind bewegliche Stürmer zu greifen und dran zu bleiben, sobald diese sich fallen lassen und dann auch noch überkomplexe Übergaben hinzukommen, die jede Absicherung unmöglich machen, dann ergibt sich zwangsläufig ein Hühnerhaufen in der Kette. Daher wird man im Mittelfeld sowohl personell etwas machen müssen, um vor der Kette Tempo rauszunehmen als auch taktisch. Denn der Abräumer auf der 6 allein wird nicht alle Probleme kompensieren, was vor allem Laimer und Olmo aufzeigen konnten. So kann einer, wie Olmo den 6er bereits so binden, dass es schwer wäre mit dem Abräumer auch noch die Läufe von Laimer aufzufangen, selbst wenn das beim 0:3 gar nicht der Faktor war, weil Witsel aufgerückt war - was aber auch wieder seine Gründe hat. Das sind so zu häufig 1gg2 Situationen, gerade wenn der Gegner mit 2 zentralen Angreifern spielt, die die IV bereits binden. Bei 3er Kette hat man dann noch einen freien Mann, der muss dann aber eben auch mit einem Olmo mitgehen können, was derzeit nicht der Fall ist, selbst wenn nicht noch weitere Probleme (LV) dazukämen. Daher benötigt es meines Erachtens ein echtes 3er Mittelfeld in Zukunft, allein schon, um ein verlorenes Laufduell nochmal abzusichern und überhaupt erst Übergaben zuzulassen, aber auch, um grundsätzliche Unterzahl zu vermeiden, womit wir zum nächsten Punkt kommen.

ZM - mir passt die Rolle von Reus hinten und vorne nicht, weil es dem Mittelfeld nicht reicht, wenn er einen Sprint nach hinten macht und die Monstergrätsche auspackt, sonst aber kaum mal hilft die Lücken und die Unterzahl im Zentrum zu verringern, ohne im Ballbesitz dafür zu sorgen, dass wir mehr Kontrolle und Kreativität im Vertikalspiel reinbekommen. Er agiert dafür schlicht zu hoch, immer noch, wie ein Angreifer eben, der mit seiner Spielintelligenz auch immer noch hinter die Kette kommt, obwohl er nicht mehr das Tempo hat. Wird aber einer der beiden DM überlaufen, dann ist er durch seine Positionierung keine Option mehr in den meisten Szenen, um dem übrigen DM eine Hilfe zu bieten. Wenn man Reus als Stürmer will, soll er Stürmer spielen und dort eine freie Rolle bekommen, auch wenn das einer Problematik entgegenwirkt, die später noch Thema ist. Das Mittelfeld muss aber in der Lage sein Unterzahlsituationen aufzunehmen und Zwischenräume zu schließen. Ein Abräumer vor der Kette allein wird das kaum bewerkstelligen können. Daher muss entweder ein zweiter 8er ausgebildet werden, wofür man eigentlich ausreichend Potenziale im Kader hat oder man geht auf Nummer sicher, weil man sich nicht auf Potenziale verlassen will und es muss extern doch noch etwas passieren. Zumal es keine Lösung ist, dann einfach mit Guerreiro die Lücken zu füllen, wenn dafür dann die Außenbahn aufgeht, was das nächste Thema sein soll.

LV - ohne Breitengeber erschwert man sich den Ballvortrag, weil man das Zentrum eng macht, ohne dort Überzahl ausspielen zu können und defensiv öffnet man Tür und Tor für jeden Gegner. Zwar muss man Mukiele und dessen Vorstöße nicht dermaßen auf der Rechnung haben, wie die Läufe von anderen RV in der Liga, aber wenn man eine Landebahn so ausleuchtet, dann findet sie jeder Pilot. Zwar hat Guerreiro bei 4er Kette dann paradoxerweise positionstreuer gespielt, obwohl die Umstellung keinen zusätzlichen zentralen Mittelfeldspieler ergab, aber man wird sich hier mindestens taktisch so aufstellen müssen, dass man zumindest einen Breitengeber im Kader hat, der die Position konsequent halten kann und vor allem auch Gegenspieler mit höherem Tempo aufnehmen kann. Guerreiros unabgesicherte Ausflüge ins Zentrum sind jedenfalls keine Hilfe, sondern schaffen mehr und mehr Probleme, die natürlich auch mit der ZM Situation zusammenhängen und Schwächen im Aufbauspiel sowie der Spielverbindung. Ohne Absicherung ermöglicht man es aber Guerreiro gar nicht mehr einen Mehrwert zu schaffen, weswegen auch hier angesagt ist, dass die Komplexität abnehmen muss. Heißt: entweder es kommt ein neuer LV und Guerreiro wird konsequent ins Mittelfeld gezogen, Guerreiro muss in der Positionstreue nicht nur zulegen, sondern auch wieder entsprecehnd eingesetzt werden - es müssen also auch von Rose die Voraussetzungen geschaffen werden - oder Guerreiro muss gar gehen, obwohl ich das nach wie vor nicht für die beste aller Optionen halte.

RV - Can ist nicht das erste Opfer gegnerischen Pressings auf RV in dieser Saison, auch wenn er in der Situation nominell noch als RIV unterwegs war und erst in der zweiten Hälfte dann ein echter RV war. Im Gegenteil, den Spieler, der eine gesunde Risikoeinschätzung mitbringt und ein Skillset, um solche Situationen konstant, sicher zu überspielen, hat man derzeit nicht im Kader. Taktisch mag das dann oft kompensierbar sein, indem der Aufbau dann über andere Stationen geleitet wird, aber wehe das ist nicht möglich, weil der Gegner defensiv zu gut ist oder der BVB auch auf anderen Positionen qualitative Defizite in der Beziehung hat, durch die die gegnerische Defensivqualität relativ zunimmt. Auch mag es Dinge geben, durch die ein RV ohne positiven Beitrag im Spielaufbau einen Mehrwert bietet, unabhängig davon, ob man den Aufbau über andere Stationen leiten kann oder nicht, aber dieser Mehrwert wird meines Erachtens dennoch eingeschränkt, wodurch ein beträchtlicher Hebel allein durch ein Upgrade in dieser Kategorie möglich ist, weil Ballverluste nun mal ein wesentliches Thema für unsere Gegentore sind. RB hatte gestern Can schon keine 2 Minuten zuvor mit Olmo in dieselbe Situaion gebracht, in der er Glück hatte. Gegen einen im Pressing stärkeren Laimer, ist es dann schief gegangen, weil Can nicht verstanden hatte, dass er schon gegen Olmo Glück hatte. Dass die beiden Szenen so eng gestaffelt sind, zeigt zudem, dass man im Aufbau nicht immer wählen kann, über welche Stationen man geht und Zeit war bei Cans Fehler nun mal überhaupt kein Thema, da er davon viel mehr als genug davon hatte, um sich wieder vom Ball zu trennen. Das ist bei Meunier kein anderes Thema, dem man lediglich zu Gute halten muss, dass er im Zweifel den Ballverlust nach vorne hat, um dem Gegner zumindest nicht in den Lauf zu spielen. Ballverlust bleibt dennoch Ballverlust und das Thema gilt es deswegen anzugehen.

OA - das fehlende Tempo der Offensive war unübersehbar, wie auch die fehlende Kreativität. Hazard und Wolf haben auf dem Niveau von gestern keine Möglichkeiten, um über individuelle Qualität Momente im Spiel nach vorne zu schaffen. Deswegen war für mich aber auch unverständlich, wieso Rose so lange an ihnen festhielt und sie zudem auch nicht als Breitengeber nutzte, wo sie machbarere Matchups gehabt hätten. An sich geht es daher sogar um beide Positionen rund, um den MS, sofern man Malen nicht als Teillösung sieht, was für mich unverständlich ist, dass man es derzeit nicht macht und Malen kaum noch mit Haland spielen darf. Wenn Reus zudem in die Offensive eingebunden wird, muss zumindest aus dem Mittelfeld auch nochmal mehr Kreativität kommen und das Tempo von MS und dem zweiten OA muss umso extremer sein, um entsprechende Probleme mit Läufen in die Tiefe schaffen zu können. Defensiv würde mehr Tempo auch desöfteren im Pressing helfen - das gilt aber auf allen Positionen, mit Tempodefizit.

Rose - generell sind Roses überzeugende Momente rar. Über weite Teile der Saison gab es auch mildernde Umstände, aber bereits Köln konnte unter Baumgart aufzeigen, dass auch eine spielerische und gesamtheitliche Entwicklung einer Mannschaft möglich ist, die fussballerisch limitiert ist. Diese Entwicklung vermisst man unter Rose komplett, dazu sind taktisch viele Geschichten mittlerweile überkompliziert, in allen Spielsituationen und vor allem blieb Rose bislang in den allermeisten Spielen eine Antwort darauf schuldig, wie er eine Mannschaft in einem Spiel unterstützen kann. Unter Druck sind die taktischen Maßnahmen jedenfalls oft wirkungslos bis schädlich und nur teilweise in der zu Grunde liegenden Idee nachvollziehbar. Vielleicht wurde Rose daher über die gesamte Saison zu oft und vor allem zu sehr durch die Probleme in der Kaderstruktur sowie durch die Verletzungen entschuldigt. Mehr als die eine Transferperiode im Sommer wird er daher nicht bekommen, um die Zweifel wieder zu reduzieren, die gerade zu deutlich zunehmen. Der BVB sollte sich daher aber auch darauf vorbereiten, dass man Rose womöglich früh in der nächsten Saison ersetzen muss. Das wird die Transferperiode aber nochmals verkomplizieren, weil die Kaderstruktur umso mehr sowohl für Rose als auch dessen potenziellen Nachfolger passen muss. Denn nur so wird Rose überhaupt eine Chance haben, aber die Überzeugung, dass er diese Chance dann auch nutzen kann, sie schwindet!

P.S.: die IV habe ich hier mal rausgelassen, weil hier denke ich eh schon alles sehr weit ist und an sich eher taktische Fragen sowie das Drumherum zu beantworten sein wird. Ähnliches gilt für einen Haland Abgang, der wohl aber noch nicht vollständig geklärt ist.


Ich bete es ja schon länger wiederholt herunter, daß unser größtes Problem (oder Baustelle) das Mittelfeld ist.
Übertüncht wird das von Spielern, die das « können ».
Nur sind das keine Spezialisten. Das sind offensive Mittelfeldspieler, die meistens defensiv kaum mitarbeiten.
Daher wundert es mich, daß Du Guerreiro eventuell im Mittelfeld siehst, der in der Rückwärtsbewegung die schlechteste Variante aller möglichen Kandidaten wäre.
Gerade unter der Prämisse, daß Bellingham offensiv zwar einige gelungene Aktionen drin hat, aber defensiv schlicht überfordert wirkt, da er meistens im Stich gelassen wird.
Daher sieht sein Spielstil auch Lauf intensiv aus, weil er schlicht alles versuchen muss zu stopfen, was da an Löchern entsteht.
Wie man der Problematik begegnen kann, hast Du ja schon angesprochen, allerdings ist mir das wieder zu konservativ irgendjemanden zum ZM zu machen. Das versuchen wir jetzt seit einiger Zeit und es bessert sich nichts.
Meiner Meinung reicht ein 6er nicht, um das Problem in den Griff zu bekommen, sondern es muss auch ein geschulter 8er her. Einer, der Bellingham entlasten kann und gleichzeitig die riesigen Räume zulaufen kann, die da teilweise entstehen.
Das kann ein Dahoud auf hohem Niveau nicht.
Ich kann mir übrigens Bellingham in einer defensiveren Rolle bei uns definitiv vorstellen, weshalb ich auch einen Laimer nicht von meiner Kandidatenliste streiche.


Für mich ist das eben in erster Linie ein statisches Problem, wodurch es für mich nicht so eindeutig ist, dass es auch ein defensives Problem im Mittelfeld geben muss, wenn die Statik stimmt. Ein Reyna, Guerreiro oder Brandt müssen nicht so hoch agieren, wie ein Reus es macht, sondern die können deutlich klarer den zweiten 8er geben.

Zumal ein Laimer wieder andere Fragen aufwirft. Denn es gibt ja nicht nur defensiv Probleme, sondern auch offensiv. RB hat auf der 10 einen Olmo und kann derzeit noch einen Szoboszlai von der Bank nachlegen und daneben haben sie in der Angriffsreihe Tempo sowie bewegliche Spieler, die in den Zwischenräumen funktionieren, was der BVB so derzeit nicht von sich behaupten kann. Trotzdem ist es nicht so, dass RB etwa eine gute Saison darin spielt, wenn sie das Spiel selbst gestalten müssen. Mit einem Abräumer auf der 6, Bellingham und einem Laimer wäre mir das daher in Summe zu destruktiv und müsste ganz vorne wieder aufgefangen werden oder die AV müssten konstant ein Feuerwerk an der Linie abbrennen.

Bellingham ist ansonsten kein 6er, hat sich seit er hier ist auch eher offensiv entwickelt und ist auch im Pressing besser, wenn er nach vorne verteidigen kann, trotzdem ihm dann das Tempo in der Rückwärtsbewegung fehlt, wenn das Pressing überspielt wird. Ich kann ihn mir daher auf der 6 nicht vorstellen und glaube auch nicht, dass man mit einem Laimer dann den Kreativen erlaubt, da Laimer im Aufbau auch nicht die größten Aufgaben übernimmt. Für mich sind das zu sehr Konkurrenten als Komplementäre, trotz größeren Unterschieden in bestimmten Fähigkeiten - Laimer ist dynamischer, Bellingham technisch überlegen.

Letztendlich haben wir mit Bellingham einen 8er, um den herum man bauen kann. Wir haben auch jede Menge kreative 10er im Kader, sodass wir nicht den Abschlussspieler auf einer Mittelfeldposition einsetzen müssen. Einen 10er auf die 8 zurückzuziehen ist in der Regel keine so weite Reise, wie für eine HS und wäre für die Statik gut, um defensiv im Mittelfeld keine so großen Räume aufzubrechen und nach vorne hätte man Entlastung durch einen zweiten Spieler mit Aufgaben in der Spielverbindung. Sich rein auf die langen Flachpässe zu verpassen, funktioniert jedenfalls nicht gegen stabile, gut gestaffelte Defensiven. Mir würde daher erst mal ein passender 6er reichen und dann wird man sehen, was man entwickeln kann und was nicht. Die Potenziale sollte man in jedem Fall nicht verschenken.


Ich dachte eher Bellingham als tieferen 8er spielen zu lassen, der technisch so versiert ist, daß der auch als Verbinder taugen sollte.
Hat man dann noch einen laufstarken 8er (als Beispiel Laimer) ergibt sich von alleine eine andere Statik.
Kann natürlich durchaus sein, daß ich mir das schlicht zu einfach vorstelle.
Spielt man mit Guerreiro, Reyna oder Brandt auf der 8, müsste Bellingham eh defensiver agieren.
BVB - Transferpolitik |#17056
03.04.2022 - 13:43 Uhr
Zitat von MrSimpson
Zitat von BVBBC

Zitat von MrSimpson

Zitat von BVBBC

Als ob es noch ein Spiel zur Bestätigung der Hausaufgaben für den Sommer gebraucht hätte, konnte RB nochmal alles auf einmal aufzeigen.

DM - Solange der Gegner es so einfach hat in die Zwischenräume zu kommen und dort Tempo aufnehmen kann, kann man die Kette hinten so breit aufstellen, wie man will, aber der Gegner wird immer auf Tempo auf sie zugerannt kommen und allein dadurch gefährlich. Wenn dann zudem in der Kette Probleme vorhanden sind bewegliche Stürmer zu greifen und dran zu bleiben, sobald diese sich fallen lassen und dann auch noch überkomplexe Übergaben hinzukommen, die jede Absicherung unmöglich machen, dann ergibt sich zwangsläufig ein Hühnerhaufen in der Kette. Daher wird man im Mittelfeld sowohl personell etwas machen müssen, um vor der Kette Tempo rauszunehmen als auch taktisch. Denn der Abräumer auf der 6 allein wird nicht alle Probleme kompensieren, was vor allem Laimer und Olmo aufzeigen konnten. So kann einer, wie Olmo den 6er bereits so binden, dass es schwer wäre mit dem Abräumer auch noch die Läufe von Laimer aufzufangen, selbst wenn das beim 0:3 gar nicht der Faktor war, weil Witsel aufgerückt war - was aber auch wieder seine Gründe hat. Das sind so zu häufig 1gg2 Situationen, gerade wenn der Gegner mit 2 zentralen Angreifern spielt, die die IV bereits binden. Bei 3er Kette hat man dann noch einen freien Mann, der muss dann aber eben auch mit einem Olmo mitgehen können, was derzeit nicht der Fall ist, selbst wenn nicht noch weitere Probleme (LV) dazukämen. Daher benötigt es meines Erachtens ein echtes 3er Mittelfeld in Zukunft, allein schon, um ein verlorenes Laufduell nochmal abzusichern und überhaupt erst Übergaben zuzulassen, aber auch, um grundsätzliche Unterzahl zu vermeiden, womit wir zum nächsten Punkt kommen.

ZM - mir passt die Rolle von Reus hinten und vorne nicht, weil es dem Mittelfeld nicht reicht, wenn er einen Sprint nach hinten macht und die Monstergrätsche auspackt, sonst aber kaum mal hilft die Lücken und die Unterzahl im Zentrum zu verringern, ohne im Ballbesitz dafür zu sorgen, dass wir mehr Kontrolle und Kreativität im Vertikalspiel reinbekommen. Er agiert dafür schlicht zu hoch, immer noch, wie ein Angreifer eben, der mit seiner Spielintelligenz auch immer noch hinter die Kette kommt, obwohl er nicht mehr das Tempo hat. Wird aber einer der beiden DM überlaufen, dann ist er durch seine Positionierung keine Option mehr in den meisten Szenen, um dem übrigen DM eine Hilfe zu bieten. Wenn man Reus als Stürmer will, soll er Stürmer spielen und dort eine freie Rolle bekommen, auch wenn das einer Problematik entgegenwirkt, die später noch Thema ist. Das Mittelfeld muss aber in der Lage sein Unterzahlsituationen aufzunehmen und Zwischenräume zu schließen. Ein Abräumer vor der Kette allein wird das kaum bewerkstelligen können. Daher muss entweder ein zweiter 8er ausgebildet werden, wofür man eigentlich ausreichend Potenziale im Kader hat oder man geht auf Nummer sicher, weil man sich nicht auf Potenziale verlassen will und es muss extern doch noch etwas passieren. Zumal es keine Lösung ist, dann einfach mit Guerreiro die Lücken zu füllen, wenn dafür dann die Außenbahn aufgeht, was das nächste Thema sein soll.

LV - ohne Breitengeber erschwert man sich den Ballvortrag, weil man das Zentrum eng macht, ohne dort Überzahl ausspielen zu können und defensiv öffnet man Tür und Tor für jeden Gegner. Zwar muss man Mukiele und dessen Vorstöße nicht dermaßen auf der Rechnung haben, wie die Läufe von anderen RV in der Liga, aber wenn man eine Landebahn so ausleuchtet, dann findet sie jeder Pilot. Zwar hat Guerreiro bei 4er Kette dann paradoxerweise positionstreuer gespielt, obwohl die Umstellung keinen zusätzlichen zentralen Mittelfeldspieler ergab, aber man wird sich hier mindestens taktisch so aufstellen müssen, dass man zumindest einen Breitengeber im Kader hat, der die Position konsequent halten kann und vor allem auch Gegenspieler mit höherem Tempo aufnehmen kann. Guerreiros unabgesicherte Ausflüge ins Zentrum sind jedenfalls keine Hilfe, sondern schaffen mehr und mehr Probleme, die natürlich auch mit der ZM Situation zusammenhängen und Schwächen im Aufbauspiel sowie der Spielverbindung. Ohne Absicherung ermöglicht man es aber Guerreiro gar nicht mehr einen Mehrwert zu schaffen, weswegen auch hier angesagt ist, dass die Komplexität abnehmen muss. Heißt: entweder es kommt ein neuer LV und Guerreiro wird konsequent ins Mittelfeld gezogen, Guerreiro muss in der Positionstreue nicht nur zulegen, sondern auch wieder entsprecehnd eingesetzt werden - es müssen also auch von Rose die Voraussetzungen geschaffen werden - oder Guerreiro muss gar gehen, obwohl ich das nach wie vor nicht für die beste aller Optionen halte.

RV - Can ist nicht das erste Opfer gegnerischen Pressings auf RV in dieser Saison, auch wenn er in der Situation nominell noch als RIV unterwegs war und erst in der zweiten Hälfte dann ein echter RV war. Im Gegenteil, den Spieler, der eine gesunde Risikoeinschätzung mitbringt und ein Skillset, um solche Situationen konstant, sicher zu überspielen, hat man derzeit nicht im Kader. Taktisch mag das dann oft kompensierbar sein, indem der Aufbau dann über andere Stationen geleitet wird, aber wehe das ist nicht möglich, weil der Gegner defensiv zu gut ist oder der BVB auch auf anderen Positionen qualitative Defizite in der Beziehung hat, durch die die gegnerische Defensivqualität relativ zunimmt. Auch mag es Dinge geben, durch die ein RV ohne positiven Beitrag im Spielaufbau einen Mehrwert bietet, unabhängig davon, ob man den Aufbau über andere Stationen leiten kann oder nicht, aber dieser Mehrwert wird meines Erachtens dennoch eingeschränkt, wodurch ein beträchtlicher Hebel allein durch ein Upgrade in dieser Kategorie möglich ist, weil Ballverluste nun mal ein wesentliches Thema für unsere Gegentore sind. RB hatte gestern Can schon keine 2 Minuten zuvor mit Olmo in dieselbe Situaion gebracht, in der er Glück hatte. Gegen einen im Pressing stärkeren Laimer, ist es dann schief gegangen, weil Can nicht verstanden hatte, dass er schon gegen Olmo Glück hatte. Dass die beiden Szenen so eng gestaffelt sind, zeigt zudem, dass man im Aufbau nicht immer wählen kann, über welche Stationen man geht und Zeit war bei Cans Fehler nun mal überhaupt kein Thema, da er davon viel mehr als genug davon hatte, um sich wieder vom Ball zu trennen. Das ist bei Meunier kein anderes Thema, dem man lediglich zu Gute halten muss, dass er im Zweifel den Ballverlust nach vorne hat, um dem Gegner zumindest nicht in den Lauf zu spielen. Ballverlust bleibt dennoch Ballverlust und das Thema gilt es deswegen anzugehen.

OA - das fehlende Tempo der Offensive war unübersehbar, wie auch die fehlende Kreativität. Hazard und Wolf haben auf dem Niveau von gestern keine Möglichkeiten, um über individuelle Qualität Momente im Spiel nach vorne zu schaffen. Deswegen war für mich aber auch unverständlich, wieso Rose so lange an ihnen festhielt und sie zudem auch nicht als Breitengeber nutzte, wo sie machbarere Matchups gehabt hätten. An sich geht es daher sogar um beide Positionen rund, um den MS, sofern man Malen nicht als Teillösung sieht, was für mich unverständlich ist, dass man es derzeit nicht macht und Malen kaum noch mit Haland spielen darf. Wenn Reus zudem in die Offensive eingebunden wird, muss zumindest aus dem Mittelfeld auch nochmal mehr Kreativität kommen und das Tempo von MS und dem zweiten OA muss umso extremer sein, um entsprechende Probleme mit Läufen in die Tiefe schaffen zu können. Defensiv würde mehr Tempo auch desöfteren im Pressing helfen - das gilt aber auf allen Positionen, mit Tempodefizit.

Rose - generell sind Roses überzeugende Momente rar. Über weite Teile der Saison gab es auch mildernde Umstände, aber bereits Köln konnte unter Baumgart aufzeigen, dass auch eine spielerische und gesamtheitliche Entwicklung einer Mannschaft möglich ist, die fussballerisch limitiert ist. Diese Entwicklung vermisst man unter Rose komplett, dazu sind taktisch viele Geschichten mittlerweile überkompliziert, in allen Spielsituationen und vor allem blieb Rose bislang in den allermeisten Spielen eine Antwort darauf schuldig, wie er eine Mannschaft in einem Spiel unterstützen kann. Unter Druck sind die taktischen Maßnahmen jedenfalls oft wirkungslos bis schädlich und nur teilweise in der zu Grunde liegenden Idee nachvollziehbar. Vielleicht wurde Rose daher über die gesamte Saison zu oft und vor allem zu sehr durch die Probleme in der Kaderstruktur sowie durch die Verletzungen entschuldigt. Mehr als die eine Transferperiode im Sommer wird er daher nicht bekommen, um die Zweifel wieder zu reduzieren, die gerade zu deutlich zunehmen. Der BVB sollte sich daher aber auch darauf vorbereiten, dass man Rose womöglich früh in der nächsten Saison ersetzen muss. Das wird die Transferperiode aber nochmals verkomplizieren, weil die Kaderstruktur umso mehr sowohl für Rose als auch dessen potenziellen Nachfolger passen muss. Denn nur so wird Rose überhaupt eine Chance haben, aber die Überzeugung, dass er diese Chance dann auch nutzen kann, sie schwindet!

P.S.: die IV habe ich hier mal rausgelassen, weil hier denke ich eh schon alles sehr weit ist und an sich eher taktische Fragen sowie das Drumherum zu beantworten sein wird. Ähnliches gilt für einen Haland Abgang, der wohl aber noch nicht vollständig geklärt ist.


Ich bete es ja schon länger wiederholt herunter, daß unser größtes Problem (oder Baustelle) das Mittelfeld ist.
Übertüncht wird das von Spielern, die das « können ».
Nur sind das keine Spezialisten. Das sind offensive Mittelfeldspieler, die meistens defensiv kaum mitarbeiten.
Daher wundert es mich, daß Du Guerreiro eventuell im Mittelfeld siehst, der in der Rückwärtsbewegung die schlechteste Variante aller möglichen Kandidaten wäre.
Gerade unter der Prämisse, daß Bellingham offensiv zwar einige gelungene Aktionen drin hat, aber defensiv schlicht überfordert wirkt, da er meistens im Stich gelassen wird.
Daher sieht sein Spielstil auch Lauf intensiv aus, weil er schlicht alles versuchen muss zu stopfen, was da an Löchern entsteht.
Wie man der Problematik begegnen kann, hast Du ja schon angesprochen, allerdings ist mir das wieder zu konservativ irgendjemanden zum ZM zu machen. Das versuchen wir jetzt seit einiger Zeit und es bessert sich nichts.
Meiner Meinung reicht ein 6er nicht, um das Problem in den Griff zu bekommen, sondern es muss auch ein geschulter 8er her. Einer, der Bellingham entlasten kann und gleichzeitig die riesigen Räume zulaufen kann, die da teilweise entstehen.
Das kann ein Dahoud auf hohem Niveau nicht.
Ich kann mir übrigens Bellingham in einer defensiveren Rolle bei uns definitiv vorstellen, weshalb ich auch einen Laimer nicht von meiner Kandidatenliste streiche.


Für mich ist das eben in erster Linie ein statisches Problem, wodurch es für mich nicht so eindeutig ist, dass es auch ein defensives Problem im Mittelfeld geben muss, wenn die Statik stimmt. Ein Reyna, Guerreiro oder Brandt müssen nicht so hoch agieren, wie ein Reus es macht, sondern die können deutlich klarer den zweiten 8er geben.

Zumal ein Laimer wieder andere Fragen aufwirft. Denn es gibt ja nicht nur defensiv Probleme, sondern auch offensiv. RB hat auf der 10 einen Olmo und kann derzeit noch einen Szoboszlai von der Bank nachlegen und daneben haben sie in der Angriffsreihe Tempo sowie bewegliche Spieler, die in den Zwischenräumen funktionieren, was der BVB so derzeit nicht von sich behaupten kann. Trotzdem ist es nicht so, dass RB etwa eine gute Saison darin spielt, wenn sie das Spiel selbst gestalten müssen. Mit einem Abräumer auf der 6, Bellingham und einem Laimer wäre mir das daher in Summe zu destruktiv und müsste ganz vorne wieder aufgefangen werden oder die AV müssten konstant ein Feuerwerk an der Linie abbrennen.

Bellingham ist ansonsten kein 6er, hat sich seit er hier ist auch eher offensiv entwickelt und ist auch im Pressing besser, wenn er nach vorne verteidigen kann, trotzdem ihm dann das Tempo in der Rückwärtsbewegung fehlt, wenn das Pressing überspielt wird. Ich kann ihn mir daher auf der 6 nicht vorstellen und glaube auch nicht, dass man mit einem Laimer dann den Kreativen erlaubt, da Laimer im Aufbau auch nicht die größten Aufgaben übernimmt. Für mich sind das zu sehr Konkurrenten als Komplementäre, trotz größeren Unterschieden in bestimmten Fähigkeiten - Laimer ist dynamischer, Bellingham technisch überlegen.

Letztendlich haben wir mit Bellingham einen 8er, um den herum man bauen kann. Wir haben auch jede Menge kreative 10er im Kader, sodass wir nicht den Abschlussspieler auf einer Mittelfeldposition einsetzen müssen. Einen 10er auf die 8 zurückzuziehen ist in der Regel keine so weite Reise, wie für eine HS und wäre für die Statik gut, um defensiv im Mittelfeld keine so großen Räume aufzubrechen und nach vorne hätte man Entlastung durch einen zweiten Spieler mit Aufgaben in der Spielverbindung. Sich rein auf die langen Flachpässe zu verpassen, funktioniert jedenfalls nicht gegen stabile, gut gestaffelte Defensiven. Mir würde daher erst mal ein passender 6er reichen und dann wird man sehen, was man entwickeln kann und was nicht. Die Potenziale sollte man in jedem Fall nicht verschenken.


Ich dachte eher Bellingham als tieferen 8er spielen zu lassen, der technisch so versiert ist, daß der auch als Verbinder taugen sollte.
Hat man dann noch einen laufstarken 8er (als Beispiel Laimer) ergibt sich von alleine eine andere Statik.
Kann natürlich durchaus sein, daß ich mir das schlicht zu einfach vorstelle.
Spielt man mit Guerreiro, Reyna oder Brandt auf der 8, müsste Bellingham eh defensiver agieren.


Ich glaube dann haben wir ein wenig aneinander vorbei geredet. Ich stelle mir Bellingham auch durchaus auf der defensiveren 8 vor, wie gehabt, aber dann eben eher einen kreativeren 8er daneben als einen weiteren Balancegeber, wie es Laimer wäre. Gerade wenn man auf der 6 nicht die Toplösung findet, kann das zwar schon Sinn ergeben, um Druck von der Kette zu bekommen und vor allem die Räume im Zentrum dicht zu machen. Das geht aber nicht ohne die Konsequenz einher, dass dann umso mehr Kreativität von den AV und der Offensivreihe verlangt ist. Ich wäre dann jedenfalls schon sehr skeptisch, dass eine Offensivreihe mit Haland, Malen, Adeyemi, Reus und Moukoko in all ihren Konfigurationen kreativ genug wäre und würde eher noch befürchten, dass dann Bellingham und Laimer in Kreativrollen gedrängt werden, die sie nicht optimal erfüllen. Für mich sind beide Spieler, die am besten darin sind, wenn sie quasi als Verstärker in die Offensive eingebunden werden, die Räume überlagern und in freie Räume reinstechen. Sie kreieren diese Räume meines Erachtens aber nicht unbedingt aktiv selbst. Bei Bellingham gibt es dafür Potenziale, da er die technischen Anlagen und das Auge für den Mitspieler hat, aber die sind mit Reyna, Brandt und Guerreiro vermutlich einfacher zu realisieren. Gelingt das nicht ausreichend, dann muss über die AV offensive Durchschlagskraft geschaffen werden. Sonst hat man zwar eine Balance im Mittelfeld, die Risiken gut abwägen und wieder auffangen kann, aber eine etwas lahme Offensive, in der zu viele Abschlussspieler verhungern dürften, die nur vereinzelt auch mal für kreative Momente sorgen und sowohl Brandt als auch Reyna haben mich in der Offensivreihe als Spielmacher nicht überzeugt. Wenn aber über die AV offensive Durschlagskraft generiert werden muss, ist das auch wieder eine Geschichte, die der Balance schadet, was nur teilweise über das Mittelfeld aufgefangen werden kann - vermutlich hauptsächlich über das Gegenpressing.
BVB - Transferpolitik |#17057
03.04.2022 - 13:53 Uhr
Es wird, wie ja auch ein Kehl zuletzt zum Besten gab, mehrere Transferperioden dauern bis hier wieder ein gescheiter Kader steht. Meiner Meinung nach muss die Mannschaft von hinten nach vorne komplett neu aufgebaut werden. Süle und Schlotterbeck sind/wären ein guter Start, danach wäre zumindest ein weiterer sehr guter AV wünschenswert - egal für welche Seite. Noch wichtiger sind allerdings zwei extrem hochkarätige Spieler fürs DM/ZM, da muss aus meiner Sicht der Löwenanteil des gesamten Budgets inklusive der Haaland Ablöse rein fließen, dafür würde ich sogar vorerst auf einen Ersatz für Letztgenannten verzichten, vor allem wenn man auf Malen sitzen bleibt, den ich eigentlich sonst für keine andere Rolle halbwegs geeignet sehe. Mit Malen und Moukoko in eine Saison gehen ist zwar sehr suboptimal, aber Alles im Sommer lösen zu wollen ist nunmal utopisch. Erst danach würde ich winger und pace in der Offensive angehen, hängt auch ein wenig davon ab wen man sonst so alles loswerden kann. Can, Hazard und Brandt sollten da sehr hohe Priorität haben, vor allem weil sie einen Markt haben dürften und sogar noch was Ablöse generieren. Wenn man ganz viel Glück hat, kommt jemand bei Reyna oder Bellingham auf dumme Gedanken und verschafft dem BVB das nötige Budget doch noch mehr angehen zu können.
BVB - Transferpolitik |#17058
03.04.2022 - 14:00 Uhr
Zitat von BVBBC
Zitat von MrSimpson

Zitat von BVBBC

Zitat von MrSimpson

Zitat von BVBBC

Als ob es noch ein Spiel zur Bestätigung der Hausaufgaben für den Sommer gebraucht hätte, konnte RB nochmal alles auf einmal aufzeigen.

DM - Solange der Gegner es so einfach hat in die Zwischenräume zu kommen und dort Tempo aufnehmen kann, kann man die Kette hinten so breit aufstellen, wie man will, aber der Gegner wird immer auf Tempo auf sie zugerannt kommen und allein dadurch gefährlich. Wenn dann zudem in der Kette Probleme vorhanden sind bewegliche Stürmer zu greifen und dran zu bleiben, sobald diese sich fallen lassen und dann auch noch überkomplexe Übergaben hinzukommen, die jede Absicherung unmöglich machen, dann ergibt sich zwangsläufig ein Hühnerhaufen in der Kette. Daher wird man im Mittelfeld sowohl personell etwas machen müssen, um vor der Kette Tempo rauszunehmen als auch taktisch. Denn der Abräumer auf der 6 allein wird nicht alle Probleme kompensieren, was vor allem Laimer und Olmo aufzeigen konnten. So kann einer, wie Olmo den 6er bereits so binden, dass es schwer wäre mit dem Abräumer auch noch die Läufe von Laimer aufzufangen, selbst wenn das beim 0:3 gar nicht der Faktor war, weil Witsel aufgerückt war - was aber auch wieder seine Gründe hat. Das sind so zu häufig 1gg2 Situationen, gerade wenn der Gegner mit 2 zentralen Angreifern spielt, die die IV bereits binden. Bei 3er Kette hat man dann noch einen freien Mann, der muss dann aber eben auch mit einem Olmo mitgehen können, was derzeit nicht der Fall ist, selbst wenn nicht noch weitere Probleme (LV) dazukämen. Daher benötigt es meines Erachtens ein echtes 3er Mittelfeld in Zukunft, allein schon, um ein verlorenes Laufduell nochmal abzusichern und überhaupt erst Übergaben zuzulassen, aber auch, um grundsätzliche Unterzahl zu vermeiden, womit wir zum nächsten Punkt kommen.

ZM - mir passt die Rolle von Reus hinten und vorne nicht, weil es dem Mittelfeld nicht reicht, wenn er einen Sprint nach hinten macht und die Monstergrätsche auspackt, sonst aber kaum mal hilft die Lücken und die Unterzahl im Zentrum zu verringern, ohne im Ballbesitz dafür zu sorgen, dass wir mehr Kontrolle und Kreativität im Vertikalspiel reinbekommen. Er agiert dafür schlicht zu hoch, immer noch, wie ein Angreifer eben, der mit seiner Spielintelligenz auch immer noch hinter die Kette kommt, obwohl er nicht mehr das Tempo hat. Wird aber einer der beiden DM überlaufen, dann ist er durch seine Positionierung keine Option mehr in den meisten Szenen, um dem übrigen DM eine Hilfe zu bieten. Wenn man Reus als Stürmer will, soll er Stürmer spielen und dort eine freie Rolle bekommen, auch wenn das einer Problematik entgegenwirkt, die später noch Thema ist. Das Mittelfeld muss aber in der Lage sein Unterzahlsituationen aufzunehmen und Zwischenräume zu schließen. Ein Abräumer vor der Kette allein wird das kaum bewerkstelligen können. Daher muss entweder ein zweiter 8er ausgebildet werden, wofür man eigentlich ausreichend Potenziale im Kader hat oder man geht auf Nummer sicher, weil man sich nicht auf Potenziale verlassen will und es muss extern doch noch etwas passieren. Zumal es keine Lösung ist, dann einfach mit Guerreiro die Lücken zu füllen, wenn dafür dann die Außenbahn aufgeht, was das nächste Thema sein soll.

LV - ohne Breitengeber erschwert man sich den Ballvortrag, weil man das Zentrum eng macht, ohne dort Überzahl ausspielen zu können und defensiv öffnet man Tür und Tor für jeden Gegner. Zwar muss man Mukiele und dessen Vorstöße nicht dermaßen auf der Rechnung haben, wie die Läufe von anderen RV in der Liga, aber wenn man eine Landebahn so ausleuchtet, dann findet sie jeder Pilot. Zwar hat Guerreiro bei 4er Kette dann paradoxerweise positionstreuer gespielt, obwohl die Umstellung keinen zusätzlichen zentralen Mittelfeldspieler ergab, aber man wird sich hier mindestens taktisch so aufstellen müssen, dass man zumindest einen Breitengeber im Kader hat, der die Position konsequent halten kann und vor allem auch Gegenspieler mit höherem Tempo aufnehmen kann. Guerreiros unabgesicherte Ausflüge ins Zentrum sind jedenfalls keine Hilfe, sondern schaffen mehr und mehr Probleme, die natürlich auch mit der ZM Situation zusammenhängen und Schwächen im Aufbauspiel sowie der Spielverbindung. Ohne Absicherung ermöglicht man es aber Guerreiro gar nicht mehr einen Mehrwert zu schaffen, weswegen auch hier angesagt ist, dass die Komplexität abnehmen muss. Heißt: entweder es kommt ein neuer LV und Guerreiro wird konsequent ins Mittelfeld gezogen, Guerreiro muss in der Positionstreue nicht nur zulegen, sondern auch wieder entsprecehnd eingesetzt werden - es müssen also auch von Rose die Voraussetzungen geschaffen werden - oder Guerreiro muss gar gehen, obwohl ich das nach wie vor nicht für die beste aller Optionen halte.

RV - Can ist nicht das erste Opfer gegnerischen Pressings auf RV in dieser Saison, auch wenn er in der Situation nominell noch als RIV unterwegs war und erst in der zweiten Hälfte dann ein echter RV war. Im Gegenteil, den Spieler, der eine gesunde Risikoeinschätzung mitbringt und ein Skillset, um solche Situationen konstant, sicher zu überspielen, hat man derzeit nicht im Kader. Taktisch mag das dann oft kompensierbar sein, indem der Aufbau dann über andere Stationen geleitet wird, aber wehe das ist nicht möglich, weil der Gegner defensiv zu gut ist oder der BVB auch auf anderen Positionen qualitative Defizite in der Beziehung hat, durch die die gegnerische Defensivqualität relativ zunimmt. Auch mag es Dinge geben, durch die ein RV ohne positiven Beitrag im Spielaufbau einen Mehrwert bietet, unabhängig davon, ob man den Aufbau über andere Stationen leiten kann oder nicht, aber dieser Mehrwert wird meines Erachtens dennoch eingeschränkt, wodurch ein beträchtlicher Hebel allein durch ein Upgrade in dieser Kategorie möglich ist, weil Ballverluste nun mal ein wesentliches Thema für unsere Gegentore sind. RB hatte gestern Can schon keine 2 Minuten zuvor mit Olmo in dieselbe Situaion gebracht, in der er Glück hatte. Gegen einen im Pressing stärkeren Laimer, ist es dann schief gegangen, weil Can nicht verstanden hatte, dass er schon gegen Olmo Glück hatte. Dass die beiden Szenen so eng gestaffelt sind, zeigt zudem, dass man im Aufbau nicht immer wählen kann, über welche Stationen man geht und Zeit war bei Cans Fehler nun mal überhaupt kein Thema, da er davon viel mehr als genug davon hatte, um sich wieder vom Ball zu trennen. Das ist bei Meunier kein anderes Thema, dem man lediglich zu Gute halten muss, dass er im Zweifel den Ballverlust nach vorne hat, um dem Gegner zumindest nicht in den Lauf zu spielen. Ballverlust bleibt dennoch Ballverlust und das Thema gilt es deswegen anzugehen.

OA - das fehlende Tempo der Offensive war unübersehbar, wie auch die fehlende Kreativität. Hazard und Wolf haben auf dem Niveau von gestern keine Möglichkeiten, um über individuelle Qualität Momente im Spiel nach vorne zu schaffen. Deswegen war für mich aber auch unverständlich, wieso Rose so lange an ihnen festhielt und sie zudem auch nicht als Breitengeber nutzte, wo sie machbarere Matchups gehabt hätten. An sich geht es daher sogar um beide Positionen rund, um den MS, sofern man Malen nicht als Teillösung sieht, was für mich unverständlich ist, dass man es derzeit nicht macht und Malen kaum noch mit Haland spielen darf. Wenn Reus zudem in die Offensive eingebunden wird, muss zumindest aus dem Mittelfeld auch nochmal mehr Kreativität kommen und das Tempo von MS und dem zweiten OA muss umso extremer sein, um entsprechende Probleme mit Läufen in die Tiefe schaffen zu können. Defensiv würde mehr Tempo auch desöfteren im Pressing helfen - das gilt aber auf allen Positionen, mit Tempodefizit.

Rose - generell sind Roses überzeugende Momente rar. Über weite Teile der Saison gab es auch mildernde Umstände, aber bereits Köln konnte unter Baumgart aufzeigen, dass auch eine spielerische und gesamtheitliche Entwicklung einer Mannschaft möglich ist, die fussballerisch limitiert ist. Diese Entwicklung vermisst man unter Rose komplett, dazu sind taktisch viele Geschichten mittlerweile überkompliziert, in allen Spielsituationen und vor allem blieb Rose bislang in den allermeisten Spielen eine Antwort darauf schuldig, wie er eine Mannschaft in einem Spiel unterstützen kann. Unter Druck sind die taktischen Maßnahmen jedenfalls oft wirkungslos bis schädlich und nur teilweise in der zu Grunde liegenden Idee nachvollziehbar. Vielleicht wurde Rose daher über die gesamte Saison zu oft und vor allem zu sehr durch die Probleme in der Kaderstruktur sowie durch die Verletzungen entschuldigt. Mehr als die eine Transferperiode im Sommer wird er daher nicht bekommen, um die Zweifel wieder zu reduzieren, die gerade zu deutlich zunehmen. Der BVB sollte sich daher aber auch darauf vorbereiten, dass man Rose womöglich früh in der nächsten Saison ersetzen muss. Das wird die Transferperiode aber nochmals verkomplizieren, weil die Kaderstruktur umso mehr sowohl für Rose als auch dessen potenziellen Nachfolger passen muss. Denn nur so wird Rose überhaupt eine Chance haben, aber die Überzeugung, dass er diese Chance dann auch nutzen kann, sie schwindet!

P.S.: die IV habe ich hier mal rausgelassen, weil hier denke ich eh schon alles sehr weit ist und an sich eher taktische Fragen sowie das Drumherum zu beantworten sein wird. Ähnliches gilt für einen Haland Abgang, der wohl aber noch nicht vollständig geklärt ist.


Ich bete es ja schon länger wiederholt herunter, daß unser größtes Problem (oder Baustelle) das Mittelfeld ist.
Übertüncht wird das von Spielern, die das « können ».
Nur sind das keine Spezialisten. Das sind offensive Mittelfeldspieler, die meistens defensiv kaum mitarbeiten.
Daher wundert es mich, daß Du Guerreiro eventuell im Mittelfeld siehst, der in der Rückwärtsbewegung die schlechteste Variante aller möglichen Kandidaten wäre.
Gerade unter der Prämisse, daß Bellingham offensiv zwar einige gelungene Aktionen drin hat, aber defensiv schlicht überfordert wirkt, da er meistens im Stich gelassen wird.
Daher sieht sein Spielstil auch Lauf intensiv aus, weil er schlicht alles versuchen muss zu stopfen, was da an Löchern entsteht.
Wie man der Problematik begegnen kann, hast Du ja schon angesprochen, allerdings ist mir das wieder zu konservativ irgendjemanden zum ZM zu machen. Das versuchen wir jetzt seit einiger Zeit und es bessert sich nichts.
Meiner Meinung reicht ein 6er nicht, um das Problem in den Griff zu bekommen, sondern es muss auch ein geschulter 8er her. Einer, der Bellingham entlasten kann und gleichzeitig die riesigen Räume zulaufen kann, die da teilweise entstehen.
Das kann ein Dahoud auf hohem Niveau nicht.
Ich kann mir übrigens Bellingham in einer defensiveren Rolle bei uns definitiv vorstellen, weshalb ich auch einen Laimer nicht von meiner Kandidatenliste streiche.


Für mich ist das eben in erster Linie ein statisches Problem, wodurch es für mich nicht so eindeutig ist, dass es auch ein defensives Problem im Mittelfeld geben muss, wenn die Statik stimmt. Ein Reyna, Guerreiro oder Brandt müssen nicht so hoch agieren, wie ein Reus es macht, sondern die können deutlich klarer den zweiten 8er geben.

Zumal ein Laimer wieder andere Fragen aufwirft. Denn es gibt ja nicht nur defensiv Probleme, sondern auch offensiv. RB hat auf der 10 einen Olmo und kann derzeit noch einen Szoboszlai von der Bank nachlegen und daneben haben sie in der Angriffsreihe Tempo sowie bewegliche Spieler, die in den Zwischenräumen funktionieren, was der BVB so derzeit nicht von sich behaupten kann. Trotzdem ist es nicht so, dass RB etwa eine gute Saison darin spielt, wenn sie das Spiel selbst gestalten müssen. Mit einem Abräumer auf der 6, Bellingham und einem Laimer wäre mir das daher in Summe zu destruktiv und müsste ganz vorne wieder aufgefangen werden oder die AV müssten konstant ein Feuerwerk an der Linie abbrennen.

Bellingham ist ansonsten kein 6er, hat sich seit er hier ist auch eher offensiv entwickelt und ist auch im Pressing besser, wenn er nach vorne verteidigen kann, trotzdem ihm dann das Tempo in der Rückwärtsbewegung fehlt, wenn das Pressing überspielt wird. Ich kann ihn mir daher auf der 6 nicht vorstellen und glaube auch nicht, dass man mit einem Laimer dann den Kreativen erlaubt, da Laimer im Aufbau auch nicht die größten Aufgaben übernimmt. Für mich sind das zu sehr Konkurrenten als Komplementäre, trotz größeren Unterschieden in bestimmten Fähigkeiten - Laimer ist dynamischer, Bellingham technisch überlegen.

Letztendlich haben wir mit Bellingham einen 8er, um den herum man bauen kann. Wir haben auch jede Menge kreative 10er im Kader, sodass wir nicht den Abschlussspieler auf einer Mittelfeldposition einsetzen müssen. Einen 10er auf die 8 zurückzuziehen ist in der Regel keine so weite Reise, wie für eine HS und wäre für die Statik gut, um defensiv im Mittelfeld keine so großen Räume aufzubrechen und nach vorne hätte man Entlastung durch einen zweiten Spieler mit Aufgaben in der Spielverbindung. Sich rein auf die langen Flachpässe zu verpassen, funktioniert jedenfalls nicht gegen stabile, gut gestaffelte Defensiven. Mir würde daher erst mal ein passender 6er reichen und dann wird man sehen, was man entwickeln kann und was nicht. Die Potenziale sollte man in jedem Fall nicht verschenken.


Ich dachte eher Bellingham als tieferen 8er spielen zu lassen, der technisch so versiert ist, daß der auch als Verbinder taugen sollte.
Hat man dann noch einen laufstarken 8er (als Beispiel Laimer) ergibt sich von alleine eine andere Statik.
Kann natürlich durchaus sein, daß ich mir das schlicht zu einfach vorstelle.
Spielt man mit Guerreiro, Reyna oder Brandt auf der 8, müsste Bellingham eh defensiver agieren.


Ich glaube dann haben wir ein wenig aneinander vorbei geredet. Ich stelle mir Bellingham auch durchaus auf der defensiveren 8 vor, wie gehabt, aber dann eben eher einen kreativeren 8er daneben als einen weiteren Balancegeber, wie es Laimer wäre. Gerade wenn man auf der 6 nicht die Toplösung findet, kann das zwar schon Sinn ergeben, um Druck von der Kette zu bekommen und vor allem die Räume im Zentrum dicht zu machen. Das geht aber nicht ohne die Konsequenz einher, dass dann umso mehr Kreativität von den AV und der Offensivreihe verlangt ist. Ich wäre dann jedenfalls schon sehr skeptisch, dass eine Offensivreihe mit Haland, Malen, Adeyemi, Reus und Moukoko in all ihren Konfigurationen kreativ genug wäre und würde eher noch befürchten, dass dann Bellingham und Laimer in Kreativrollen gedrängt werden, die sie nicht optimal erfüllen. Für mich sind beide Spieler, die am besten darin sind, wenn sie quasi als Verstärker in die Offensive eingebunden werden, die Räume überlagern und in freie Räume reinstechen. Sie kreieren diese Räume meines Erachtens aber nicht unbedingt aktiv selbst. Bei Bellingham gibt es dafür Potenziale, da er die technischen Anlagen und das Auge für den Mitspieler hat, aber die sind mit Reyna, Brandt und Guerreiro vermutlich einfacher zu realisieren. Gelingt das nicht ausreichend, dann muss über die AV offensive Durchschlagskraft geschaffen werden. Sonst hat man zwar eine Balance im Mittelfeld, die Risiken gut abwägen und wieder auffangen kann, aber eine etwas lahme Offensive, in der zu viele Abschlussspieler verhungern dürften, die nur vereinzelt auch mal für kreative Momente sorgen und sowohl Brandt als auch Reyna haben mich in der Offensivreihe als Spielmacher nicht überzeugt. Wenn aber über die AV offensive Durschlagskraft generiert werden muss, ist das auch wieder eine Geschichte, die der Balance schadet, was nur teilweise über das Mittelfeld aufgefangen werden kann - vermutlich hauptsächlich über das Gegenpressing.


Die Idee mit Laimer war übrigens schlichtweg die, daß ich ihn für bezahlbar erachte.
Einen 8er, wie Du ihn charakterisierst sehe ich momentan nicht, zumindest keinen, der bezahlbar wäre.
Natürlich auch unter der Prämisse, daß er uns sofort weiterhilft.
BVB - Transferpolitik |#17059
04.04.2022 - 10:57 Uhr
Zitat von Titantron
Es wird, wie ja auch ein Kehl zuletzt zum Besten gab, mehrere Transferperioden dauern bis hier wieder ein gescheiter Kader steht. Meiner Meinung nach muss die Mannschaft von hinten nach vorne komplett neu aufgebaut werden. Süle und Schlotterbeck sind/wären ein guter Start, danach wäre zumindest ein weiterer sehr guter AV wünschenswert - egal für welche Seite. Noch wichtiger sind allerdings zwei extrem hochkarätige Spieler fürs DM/ZM, da muss aus meiner Sicht der Löwenanteil des gesamten Budgets inklusive der Haaland Ablöse rein fließen, dafür würde ich sogar vorerst auf einen Ersatz für Letztgenannten verzichten, vor allem wenn man auf Malen sitzen bleibt, den ich eigentlich sonst für keine andere Rolle halbwegs geeignet sehe. Mit Malen und Moukoko in eine Saison gehen ist zwar sehr suboptimal, aber Alles im Sommer lösen zu wollen ist nunmal utopisch. Erst danach würde ich winger und pace in der Offensive angehen, hängt auch ein wenig davon ab wen man sonst so alles loswerden kann. Can, Hazard und Brandt sollten da sehr hohe Priorität haben, vor allem weil sie einen Markt haben dürften und sogar noch was Ablöse generieren. Wenn man ganz viel Glück hat, kommt jemand bei Reyna oder Bellingham auf dumme Gedanken und verschafft dem BVB das nötige Budget doch noch mehr angehen zu können.


Klingt schon einiges nicht verkehrt, bei der Stürmer-Ersatz aussage bin ich jedoch anderer Meinung. Da muss jemand kommen, und wenn es ein erfahrener Stürmer im hohen Alter ist (z.B. Giroud).
Völlig anderer Meinung bin ich beim letzten Satz, vorallem was Bellingham angeht. Der Junge ist mit 18 schon der einzige Spieler, der dauerhaft Leistung bringt, wo du immer weißt was du bekommst defensiv wie offensiv. Den musst du solange halten wie es geht.

•     •     •

BVB! ESV!
BVB - Transferpolitik |#17060
04.04.2022 - 11:22 Uhr
Zitat von Titantron
Es wird, wie ja auch ein Kehl zuletzt zum Besten gab, mehrere Transferperioden dauern bis hier wieder ein gescheiter Kader steht. Meiner Meinung nach muss die Mannschaft von hinten nach vorne komplett neu aufgebaut werden. Süle und Schlotterbeck sind/wären ein guter Start, danach wäre zumindest ein weiterer sehr guter AV wünschenswert - egal für welche Seite. Noch wichtiger sind allerdings zwei extrem hochkarätige Spieler fürs DM/ZM, da muss aus meiner Sicht der Löwenanteil des gesamten Budgets inklusive der Haaland Ablöse rein fließen, dafür würde ich sogar vorerst auf einen Ersatz für Letztgenannten verzichten, vor allem wenn man auf Malen sitzen bleibt, den ich eigentlich sonst für keine andere Rolle halbwegs geeignet sehe. Mit Malen und Moukoko in eine Saison gehen ist zwar sehr suboptimal, aber Alles im Sommer lösen zu wollen ist nunmal utopisch. Erst danach würde ich winger und pace in der Offensive angehen, hängt auch ein wenig davon ab wen man sonst so alles loswerden kann. Can, Hazard und Brandt sollten da sehr hohe Priorität haben, vor allem weil sie einen Markt haben dürften und sogar noch was Ablöse generieren. Wenn man ganz viel Glück hat, kommt jemand bei Reyna oder Bellingham auf dumme Gedanken und verschafft dem BVB das nötige Budget doch noch mehr angehen zu können.


Wobei Kehl eben auch gesagt hat, dass er jetzt nichts versprechen will, was er dann nicht halten kann (sinngemäß).

Mit Kobel und Malen wurden ja bereits zu dieser Saison 2 Spieler unter der neuen sportlichen Führung verpflichtet (Rose war schon da, Kehl hatte bereits mehr Verantwortung).

Es zeichnen sich dazu bereits mehrere Neuzugänge ab. Süle ist bereits fix, Schlotterbeck und Adeyemi wohl recht weit.

Dabei wurden bzw. werden alle diese Spieler als Stammspieler verpflichtet (oder an der Grenze zum Stamm).

Kommen hier noch 1 bis 2 bis jetzt unbekannte Namen (z.B. für DM oder AV) hinzu, hätte man schon 7 Spieler unter dieser sportlichen Leitung verpflichtet.

Kann man dann im Sommer 2023 nochmal rund 2 bis 4 Spieler nachlegen, hätte man wohl den halben Kader und rund 3/4 der Stammelf ausgetauscht.

Daher finde ich es etwas übertrieben hier von so vielen Transferperioden zu sprechen. Dieser Umbruch muss im Wesentlichen nächsten Sommer abgeschlossen werden. Das gilt aus den beiden Gründen noch mehr, dass wir auch jetzt sehr gute Spieler im Kader haben (bspw. Reyna oder Bellingham, die Zusammensetzung ist nochmal ein anderes Thema) und gleichzeitig auch in den nächsten beiden Sommertransferperioden wohl recht große Summen bewegt werden können für Neuzugänge (Ablöse für Haaland, frei werdendes Gehaltsbudget durch Hummels, Witsel, Reus usw.).

Ansonsten bin ich da dabei, dass das Team konsequent neu aufgebaut werden muss, aber eben auch nicht mit Frist bis 2026.
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