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BVB - Transferpolitik

14.02.2015 - 15:43 Uhr
BVB - Transferpolitik |#14131
29.06.2019 - 01:56 Uhr
Zitat von bvbbaddogs88
Zitat von Krisl

Zitat von bvbbaddogs88

Zitat von Krisl

Zitat von Beze99

Zitat von Krisl

Was ich derzeit etwas kritisch sehe, ist dass wir sehr viele junge Spieler verlieren.

Diese Saison gehen möglicherweise Pulisic (20), Isak (19), Zagadou (20), Weigl (23) und Guerreiro (25).
Nächste Saison kommen da noch Sancho (19) und Hakimi (20) dazu.

Das sind mal eben 6 hochkarätige Talente (plus den ebenfalls noch recht jungen Guerreiro) innerhalb von 2 Jahren.

Auf der anderen Seite hat man mit Julian Brandt (23) bislang nur einen U-25 Spieler dazugeholt.

Daher sollte man schon sehen, dass man nächste Saison von dem Sancho-Geld dann wirklich auch mal wieder ein paar U-23 Spieler holt. Wir haben jetzt genug Ü-25 Spieler und genug Ü-30 Spieler im Kader.

Es macht aber keinen Sinn ein junges Talent zu holen nur damit man ein junges Talent hat. Neben einem Zagadou, Sancho und Dembele hatte man auch immer mal einen Mor oder Merino dabei, was am Ende in die Hose gegangen ist. Also, wenn ein Talent, dann muss es auch passen - nicht einfach einen Jungen kaufen weil er gerade mal in der Youth League 3 Tore geschossen hat, einfach nur um des Alters willen.
Davon ab rücken da auch mindestens 4 Spieler aus den Jugendmannschaften nach, die ich innerhalb der nächsten 3 Jahre in unserem Profiteam im Auge behalten würde (Unbehaun, Pherai, Raschl, Moukoko). Und dann gibts da auch noch einen Gomez in der Warteschleife.


Mit Talenten meine ich auch nicht nur irgendwelche A-Jugendspieler. Es gibt genug etablierte Talente in der Bundesliga oder anderen Ligen, die mehr geschafft haben als „3 Tore in der Youth League“ zu schießen. Um Spieler wie Arne Meier, Eggestein oder Klostermann muss der BVB sich nächste Saison bemühen. Man kann auf Dauer nicht alle jungen Spieler abgeben und dann nur noch 26-30 jährige holen.


Holt man nur Talente wie die letzten Jahre geschehen heulen alle rum das man gestandene Spieler braucht - holt man nun gestandene Spieler jammern die Leute nach Talenten...


Wann hat man denn „nur Talente“ geholt?
Meinst du das Jahr, wo man Schürrle, Götze, Rode und Bartra geholt hat (bis auf den 24-jährigen Götze alle U25)? Oder meinst du das Jahr, wo man Yarmolenko und Toprak geholt hat?

Die einzige Zeit, wo man quasi nur Talente geholt hat, waren die ersten paar Jahre unter Klopp.


Post nicht verstanden, wa?

Im Jahr von Schürrle kamen die von Dir nicht erwähnten Dembele, Guerreiro, Mor, Merino, Bartra, Isak und Burnic genau

Im Jahr von Toprak kamen Akanji, Philipp, Dahoud, Sancho, Toljan, Batshuai, Gomez, Zagadou, Larsen und Reimann

Das sich unsere Transferpolitik 2019 geändert hat zu 2010-2018 ist jawohl offensichtlich - oder?

Naja, ist wohl eher eine kontinuierliche Entwicklung, oder? Anfang der Kloppzeit hat man halt noch relativ unbedeutende Talente auf Topklubniveau geholt, preiswerte Spieler aus exotischeren Ligen, gestandene Spieler falls günstig verfügbar. 2012 kam eigentlich das erste Ausrufezeichen - wenn auch im jungen Alter von 23 Jahren - mit Reus. Deutschlands Fussballer des Jahres, in Konkurrenz mit Bayern und Co. 2013 hat man eigentlich nur Mittzwanziger geholt von kleineren Vereinen, aber mit Leistungsnachweis in der CL (Miki) oder in Top5 Ligen (Auba, Sokratis). 2014 hat man ebenso einen Mittzwanziger aus einer Top5 Liga geholt mit Immobile, hat das mit einem deutschlanderprobten Endzwanziger ohne nennenswerten Transfergewinnintentionen abgesichert mit Ramos. Junge Spieler hat man durchaus immer wieder geholt die man als Talente bezeichnen kann (Dembele, Sancho, Gomez, Isak, Mor, Merino, Toljan, Zagadou, Akanji, Diallo), aber im Endeffekt holen wir seit 2012 mit leicht steigender Tendenz auch erfahrene Spieler dazu. Diesen Sommer haben wir - ähnlich wie bei den Intentionen hinter Ramos, Yarmolenko und Co. - auf den Wiederverkaufswert beim Hummelstransfer verzichtet um Extraklasse zu erhalten, dies taten wir aber letzten Sommer auch mit Witsel. Die Transferfluktation ist halt was grösser geworden aufgrund eines schlechten 2016 und den Kaderanpassungen verschiedener Trainer post-Klopp, aber vom Mix her sind wir ja eher sehr talentaffin unterwegs gewesen seit 2016. Hummels und Witsel sind da vom Wiederverkaufswert und Gehalt her recht untypisch, unterstreichen aber auch den Blick der Verantwortlichen auf eine gesunde Altersstruktur und Ambitionen in allen Wettbewerben. Diesen Sommer haben wir nicht gross in Talente investiert, dass mag stimmen. Aber wenn man bedenkt das mit Hakimi und Sancho recht wahrscheinlich zwei Teenager Stamm spielen werden, Brandt, Akanji, Diallo, Zagadou und Konsorten auch noch Spielpraxis benötigen um zu reifen und wir mehr Kontinuität in den Kader bekommen wollen, ist doch gerade der Restsommer mit Brandt, Hazard und Schulz doch sinnvoll und stimmig, um das mittelfristige Gebilde zu stärken. Alle können im Zweifel auch durch Wiederverkaufswerte punkten, mit Morey haben wir - obwohl die Transferphase noch nicht heiss gelaufen ist - bereits ein Talent so gut wie sicher, weitere Talente können punktuell durchaus folgen.

Ebenso sprichst du auch in vergangenen Transferphasen interne Talente an - diesen Spielern muss man aber auch erstmal Platz geben. Durch externe Talente zusätzlich könnten wir diese Spieler ggf. unnötig blockieren und ausbremsen. Raschl, Unbehaun und Osterhage sind da hochinteressante Jungs mit Profiverträgen, in 1-2 Jahren kommen noch Leute wie Pherai, Bafounta, Lütke-Frie, Hetemi und Konsorten, in 3 Jahren langsam Moukoko. Dahingehend haben wir doch gerade in der Jugend mittelfristig noch viele Pfeile im Köcher. Gerade das ZM ist da sehr talentiert und breit mit verschiedenen Typen hohen Talents gesegnet, was auch durchaus ein Teilaspekt sein kann warum man Dahoud nochmal eine Chance gibt und sonst auf Witsel-Delaney vertraut, da bald die jungen Wilden gefördert werden wollen und entsprechende Chancen, Möglichkeiten und daraus resultierend Spielpraxis und Erfahrung benötigen. Wir können halt nicht versuchen die eigene Jugend - unter anderem auch mit hochdekorierten Jugendspielern aus dem Ausland - zu stärken und denen egal wie gut und talentiert diese Jungs sich präsentieren irgendwelche Spieler vor die Nase setzen. Dahingehend finde ich die Entwicklung der Transferpolitik bislang folgerichtig und stimmig. Klar würde ich mir Gündogan 2.0 als 21jährigen in BVB Bettwäsche wünschen, aber wir haben auch so eine recht gute Besetzung, deutlich bessere Qualität ist wohl nach den Ausgaben schwer realisierbar - selbst in Rohform - und viele junge Borussen haben da interessante Profile die sich mittelfristig für die Favre‘sche Doppel-6 anbieten könnten.
BVB - Transferpolitik |#14132
29.06.2019 - 02:23 Uhr
Zitat von bvbbaddogs88
Zitat von Krisl

Zitat von bvbbaddogs88

Zitat von Krisl

Zitat von Beze99

Zitat von Krisl

Was ich derzeit etwas kritisch sehe, ist dass wir sehr viele junge Spieler verlieren.

Diese Saison gehen möglicherweise Pulisic (20), Isak (19), Zagadou (20), Weigl (23) und Guerreiro (25).
Nächste Saison kommen da noch Sancho (19) und Hakimi (20) dazu.

Das sind mal eben 6 hochkarätige Talente (plus den ebenfalls noch recht jungen Guerreiro) innerhalb von 2 Jahren.

Auf der anderen Seite hat man mit Julian Brandt (23) bislang nur einen U-25 Spieler dazugeholt.

Daher sollte man schon sehen, dass man nächste Saison von dem Sancho-Geld dann wirklich auch mal wieder ein paar U-23 Spieler holt. Wir haben jetzt genug Ü-25 Spieler und genug Ü-30 Spieler im Kader.

Es macht aber keinen Sinn ein junges Talent zu holen nur damit man ein junges Talent hat. Neben einem Zagadou, Sancho und Dembele hatte man auch immer mal einen Mor oder Merino dabei, was am Ende in die Hose gegangen ist. Also, wenn ein Talent, dann muss es auch passen - nicht einfach einen Jungen kaufen weil er gerade mal in der Youth League 3 Tore geschossen hat, einfach nur um des Alters willen.
Davon ab rücken da auch mindestens 4 Spieler aus den Jugendmannschaften nach, die ich innerhalb der nächsten 3 Jahre in unserem Profiteam im Auge behalten würde (Unbehaun, Pherai, Raschl, Moukoko). Und dann gibts da auch noch einen Gomez in der Warteschleife.


Mit Talenten meine ich auch nicht nur irgendwelche A-Jugendspieler. Es gibt genug etablierte Talente in der Bundesliga oder anderen Ligen, die mehr geschafft haben als „3 Tore in der Youth League“ zu schießen. Um Spieler wie Arne Meier, Eggestein oder Klostermann muss der BVB sich nächste Saison bemühen. Man kann auf Dauer nicht alle jungen Spieler abgeben und dann nur noch 26-30 jährige holen.


Holt man nur Talente wie die letzten Jahre geschehen heulen alle rum das man gestandene Spieler braucht - holt man nun gestandene Spieler jammern die Leute nach Talenten...


Wann hat man denn „nur Talente“ geholt?
Meinst du das Jahr, wo man Schürrle, Götze, Rode und Bartra geholt hat (bis auf den 24-jährigen Götze alle U25)? Oder meinst du das Jahr, wo man Yarmolenko und Toprak geholt hat?

Die einzige Zeit, wo man quasi nur Talente geholt hat, waren die ersten paar Jahre unter Klopp.


Post nicht verstanden, wa?

Im Jahr von Schürrle kamen die von Dir nicht erwähnten Dembele, Guerreiro, Mor, Merino, Bartra, Isak und Burnic genau

Im Jahr von Toprak kamen Akanji, Philipp, Dahoud, Sancho, Toljan, Batshuai, Gomez, Zagadou, Larsen und Reimann

Das sich unsere Transferpolitik 2019 geändert hat zu 2010-2018 ist jawohl offensichtlich - oder?


Ich glaube ehrlich gesagt gar nicht, dass sich die Transferstrategie besonders geändert hat.

Einzig wird die Analyse der letzten Jahre wohl ergeben haben, dass man eben mit den "Nicht-Talenten" also den gestandenen Spielern, die man verpflichtet hat zu oft daneben gelegen hat und sie aus unterschiedlichsten Gründen eben nicht die Rolle im Teamgefüge einnehmen konnten, die für sie vorgesehen war (wenn man Ablösen und Gehälter als Indikator nimmt) und dadurch eben insgesamt die Struktur im Kader nicht mehr stimmte, weil eben Talente zu früh schon zu viel Verantwortung tragen mussten und man dadurch eben sehr anfällig für Rückschläge und Inkonstanz war.

In den letzten 3 Sommern haben uns mit Hummels, Mkhitaryan, Gündogan, Kuba, Ramos, Bender, Aubameyang, Subotic massenhaft Leistungsträger (zumindest ehemalig) im gestandenen Profialter verlassen und gleichzeitig sind Ersatzversuche durch Castro, Bartra, Schürrle, Götze, Rode, Yarmolenko, Toprak teilweise geschlossen nicht so verlaufen wie man sich das erhofft hat.
Dementsprechend stand man dann diese Saison trotz EInkäufen von Witsel, Delaney und Alcacer trotzdem noch mit einem Kader da, der viele U20 Spieler mindestens teilweise als Stammspieler hatte (Sancho, Hakimi, Zagadou, Bruun-Larsen, Pulisic) und der Rest vielfach U23 Spieler waren (Akanji, Diallo, Weigl, Dahoud).

Da jetzt weiterhin U20-Talente draufzuhauen hätte nur bedingt Sinn, weil man einfach für höhere Ziele auch ein funktionierendes Konstrukt braucht an dem sich Talente hochziehen können und auch Platz braucht um den Spielern Einsatzzeiten zu geben. Insofern justiert man den Kader jetzt einfach nur entsprechend der fehlgeschlagenen Transfers nach und es heißt nicht unbedingt, dass man an der generellen Transferstrategie etwas ändert, weil man auch vorher immer schon gestandene Spieler verpflichtet haben nur dass die eben nicht funktioniert haben wie gewünscht.
BVB - Transferpolitik |#14133
29.06.2019 - 09:08 Uhr
Zitat von Krisl
Zitat von LeFiete

Raschl, Unbehaun und Osterhage sind da hochinteressante Jungs mit Profiverträgen, in 1-2 Jahren kommen noch Leute wie Pherai, Bafounta, Lütke-Frie, Hetemi und Konsorten, in 3 Jahren langsam Moukoko. Dahingehend haben wir doch gerade in der Jugend mittelfristig noch viele Pfeile im Köcher.


Man wird wohl froh sein können, wenn es im Endeffekt einer von den genannten Spielern schafft, irgendwann eine Verstärkung für uns zu sein.

Man hat auch in der Vergangenheit immer wieder große Hoffnungen in Jugendspieler gehabt, denen viel zugetraut wurde (Passlack, Burnic, Sauerland, Beste, Serra, etc) und wo sind die heute alle?
Im Endeffekt hat es nur Pulisic geschafft, uns wirklich zu verstärken. Und selbst der war bis zum Ende, nach 3 Jahren im Kader, kein Stammspieler.

Man sollte daher das Potential der Jugendspieler nicht überschätzen. Hier werden Leute genannt, die bereits 19 Jahre alt sind und noch nie im Seniorenbereich gespielt haben. Die Historie zeigt aber, dass die Spieler, die sich dann wirklich im Profibereich auf hohem Niveau durchsetzen, in der Regel bereits mit 17 Jahren dem Jugendbereich entwachsen sind und im Profiteam spielen (Pulisic, Sancho, Havertz, Brandt, Tah, Werner, Süle, Gnabry, Zagadou, etc).

Ein Osterhage und Raschl, die hier genannt werden, sind älter als Jadon Sancho. Wenn sie wirklich die Ausnahmetalente wären, die uns bald weiterhelfen würden, dann hätten sie in der Regel wie Pulisic schon frühzeitig Profiluft geschnuppert und nicht mit 19 noch im Juniorenbereich rumhängen.

Das klingt dann eher nach Spielern, die a la Stenzel mal Clubs wie Freiburg weiterhelfen können.

Klar schafft es nicht jeder Spieler. Ich habe ja auch deswegen die Masse an Talenten, gerade für die potentielle Doppel-6, anhand weniger selbst gesehener Spiele und Einschätzungen von Leuten bspw. hier im Forum die oft eine gute Übersicht hatten erwähnt. Um es mit eben jenem 98er Jahrgang zu vergleichen: Da hatten wir auch viele gute Talente, 3-4 die den Grossteil nochmal überstrahlt haben, davon waren Passlack, Pulisic, Larsen nominell Flügelspieler. Einer hat es auf Topniveau geschafft, einer ist mMn - ein ordentlicher Kaderspieler der verletzungsbedingt „später“ an Spielzeit kam und Einer wurde technisch schon in der Jugend arg kritisiert und scheint leider gescheitert zu sein. Im Endeffekt haben unsere Flügel sportlich (Pulisic lange als Stammspieler, Larsen als Rotationsoption, mal schauen ob er eher MS wird, in Berlin gefiel er Einigen hier ziemlich gut) durch drei Spieler trotzdem eine gewisse Verstärkung aus der Jugend erhalten, dank Pulisic und seiner Ablöse dann noch etwas mehr.

Zudem ist gerade wenn man die Spieler die eher als 6er Karriere machen werden (Raschl aufgrund mangelnder Dynamik für vordere Positionen?), ebenso bei Torhütern ein recht hohes Debütalter nicht ungewöhnlich. Ein De Jong oder Van de Beek hat ja auch mit 17-18 keine Rolle bei Ajax gespielt, wie talentiert sie da galten kann ich zB. nicht seriös beurteilen, habe zu der Zeit wenig Eredivise geschaut und Berichte gelesen. Klar, von den Mittelfeldspielern die du aus meinem Post - unsere Jungs für „diese“ Saison - genannt hast wird uns keiner Träume wie einst Götze oder Sahin ermöglichen, aber je nachdem wie sie eingeschätzt werden und wieviel „Glück“ wir da haben könnten sie ja ggf. als Kaderoptionsspieler mal interessant werden.

Natürlich ist es schwer mit Jugendspielern zu planen, wobei wir da auch vermutlich aus Fansicht und Umsatzgründen Talent was etwas länger braucht leider nicht so ideal fördern (können) wie es Klubs wie Lyon, Ajax und Konsorten sich leisten. Aber Raschl und Unbehaun wurde auch von vielen Jugendkennern eine gute Karriere zugetraut, wir haben uns da erst vor Kurzem (und nicht im U17 Bereich oder so) gegen Leipzig, Gladbach und Co. durchsetzen müssen zur Vertragsverlängerung. Dementsprechend denke ich mal das die Jungs Perspektiven aufgezeigt bekamen die stimmig erscheinen und das würden unsere Verantwortlichen eher nicht machen wenn sie diese Spieler nicht als mittelfristig gute Spieler einschätzen würden denk ich.

Alles in allem ist der Jugendbereich natürlich schwer zu beurteilen. Für Talente die nicht wie Moukoko strahlen und die auf der Position das einzige grosse Talent im Jugendbereich im groben Alter darstellen, sollte man auch aufgrund zuvieler Störfaktoren keine Lücke im Kader lassen und wir können - und werden - und auch nicht im Stammspielerbereich schwächen für solche riskanten, zukunftsorientierten Kaderplanungen, aber den Kader an einer Stelle vlt. marginal schmaler zu gestalten ist mMn durchaus möglich und wurde in der Vergangenheit schon praktiziert (Januzaj Leihabbruch für Pulisic und Passlack, kein Nachjustieren auf der Position zu Zeiten Sahins und Götzes, später kein grösseres Nachjustieren auf den AV für Passlack usw.).
BVB - Transferpolitik |#14134
29.06.2019 - 11:04 Uhr
Zitat von Pfostenkracher

...
Zum einen war Umbruch Teil 2 bereits im letzten Jahr angekündigt, d.h. es war von vorn herein klar, dass reichlich Zaster fließen würde....


Hmm, jetzt ists also schon ein Umbruch, wenn man endlich mal einen RV kauft, für einen Flügelspieler einen anderen holt, einen deutschen Nationlspieler kauft, weil er auf dem Markt ist und einen Ex zurückholt!?

Mit einem Umbruch hat dieses Handeln recht wenig zu tun - da reicht es nicht aus als Gegenargument zu sagen, dass wir uns von 10 Spielern trennen wollen, die ohnehin seit langer Zeit auf dem Abstellgleis stehen.

Wer von denen spielte denn überhaupt letzte Saison für den BVB?

Ein Umbruch wäre es, wenn wir Teile der Mannschaft (, die auch spielen), aussortieren, und dafür neue Spieler holen, die bestenfalls eine Klasse besser sind -> siehe Anfänge nach unserem beinahe Bankrott, als man die Mannschaft durch Umbrüche stetig qualitativ verbessert und verändert hat.

Was wir machen ist, unsere Spieler, die wir seit langer Zeit selbst nicht mehr wollen und auch keine (wirkliche) Rolle mehr spielen, versuchen los zu werden, und gleichzeitig die bestehende Mannschaft zu ergänzen bzw., im Einzelfall, zu verbessern.

Man sieht alleine schon daran, dass alle abzugebende Spieler - mal von der Notlösung Weigl abgesehen, der ohnehin nur spielte, weil wir uns bei den IV verkalkuliert haben - ohnehin bereits nicht mehr bei uns spielten oder längst von Favre aussortiert waren (Philipp), dass von einem Umbruch (!) keine Rede sein kann.

-> wir reden hier von stinknomalen Transfertätigkeiten, wie sie bei JEDEM anderen Verein auch stattfinden!!
(ausser jenen, die einen Umbruch machen - gewöhnlich z. B. Aufsteiger oder Absteiger) Zwinkernd

PS
Bezüglich der Abgänge

So sehr wir uns alle über die zügigen Neuverpflichtungen freuen können/konnten, die Kehrseite ist natürlich, dass wir nun kein Pokerblatt mehr auf der Hand haben.

Spätestens nach der Bekanntgabe aller vier Neuzugänge wissen doch alle, welche Spieler wir nun abgeben wollen - und drücken den Preis.

Das machend die meisten anderen Vereine - siehe z. B. Bayern bei Hummerls - deutlich besser.

Jedoch ist mir Klarheit lieber, weshalb ich es eher positiv sehe, wie unsere Vereinsbosse hier agiert haben.

Der Teil meines Postings geht ohnehin nur an die, die ständig davon reden, dass wir endlich Spieler abgeben müssen. Klar, wären paar Abgänge nicht verkehrt, aber viel Kohle ist da ohnehin nicht mehr zu erwarten.

Philipp wird für 15 Mio gehen, Rode für paar Mio., Kagawa für noch weniger etc.
-> letztendlich spielt das alles keine allzu große Rolle und ist unterm Strich "egal"

•     •     •

Immer noch traurig, dass Paulo Sousa damals nur so kurz für uns spielte

Dieser Beitrag wurde zuletzt von meanmc am 29.06.2019 um 11:07 Uhr bearbeitet
BVB - Transferpolitik |#14135
29.06.2019 - 11:21 Uhr
Zitat von meanmc
Zitat von Pfostenkracher

...
Zum einen war Umbruch Teil 2 bereits im letzten Jahr angekündigt, d.h. es war von vorn herein klar, dass reichlich Zaster fließen würde....


Hmm, jetzt ists also schon ein Umbruch, wenn man endlich mal einen RV kauft, für einen Flügelspieler einen anderen holt, einen deutschen Nationlspieler kauft, weil er auf dem Markt ist und einen Ex zurückholt!?

Mit einem Umbruch hat dieses Handeln recht wenig zu tun - da reicht es nicht aus als Gegenargument zu sagen, dass wir uns von 10 Spielern trennen wollen, die ohnehin seit langer Zeit auf dem Abstellgleis stehen.

Wer von denen spielte denn überhaupt letzte Saison für den BVB?

Ein Umbruch wäre es, wenn wir Teile der Mannschaft (, die auch spielen), aussortieren, und dafür neue Spieler holen, die bestenfalls eine Klasse besser sind -> siehe Anfänge nach unserem beinahe Bankrott, als man die Mannschaft durch Umbrüche stetig qualitativ verbessert und verändert hat.

Was wir machen ist, unsere Spieler, die wir seit langer Zeit selbst nicht mehr wollen und auch keine (wirkliche) Rolle mehr spielen, versuchen los zu werden, und gleichzeitig die bestehende Mannschaft zu ergänzen bzw., im Einzelfall, zu verbessern.

Man sieht alleine schon daran, dass alle abzugebende Spieler - mal von der Notlösung Weigl abgesehen, der ohnehin nur spielte, weil wir uns bei den IV verkalkuliert haben - ohnehin bereits nicht mehr bei uns spielten oder längst von Favre aussortiert waren (Philipp), dass von einem Umbruch (!) keine Rede sein kann.

-> wir reden hier von stinknomalen Transfertätigkeiten, wie sie bei JEDEM anderen Verein auch stattfinden!!
(ausser jenen, die einen Umbruch machen - gewöhnlich z. B. Aufsteiger oder Absteiger) Zwinkernd

PS
Bezüglich der Abgänge

So sehr wir uns alle über die zügigen Neuverpflichtungen freuen können/konnten, die Kehrseite ist natürlich, dass wir nun kein Pokerblatt mehr auf der Hand haben.

Spätestens nach der Bekanntgabe aller vier Neuzugänge wissen doch alle, welche Spieler wir nun abgeben wollen - und drücken den Preis.

Das machend die meisten anderen Vereine - siehe z. B. Bayern bei Hummerls - deutlich besser.

Jedoch ist mir Klarheit lieber, weshalb ich es eher positiv sehe, wie unsere Vereinsbosse hier agiert haben.

Der Teil meines Postings geht ohnehin nur an die, die ständig davon reden, dass wir endlich Spieler abgeben müssen. Klar, wären paar Abgänge nicht verkehrt, aber viel Kohle ist da ohnehin nicht mehr zu erwarten.

Philipp wird für 15 Mio gehen, Rode für paar Mio., Kagawa für noch weniger etc.
-> letztendlich spielt das alles keine allzu große Rolle und ist unterm Strich "egal"


Unterschreibe ich grundsätzlich vollkommen. Allerdings kann man diese Transferperiode als Fortsetzung des letztjährigen Umbruchs beschreiben . So wurde von den Verantwortlichen unmittelbar vor Beginn der letzten Saison ausgegeben dass man einen Umbruch wagt der uber 2 Sommer-Perioden gehen soll, wobei im ersten Jahr der größte Teil vollzogen werden sollte.

Im Grunde ist es doch genauso wie es die Verantwortlichen beschrieben haben. Wir haben in der letzten Saison haufenweise Stammspieler ersetzt. Dazu zähle ich Schmelzer, Sokratis, Weigl , Kagawa, Aubameyang, Batshuayi, Schürrle, Sahin. Natürlich sind Schmelzer und Weigl im Team geblieben wurden aber durch bessere Spieler (Hakimi, Witsel) ersetzt, wodurch sie eher auf der Bank landeten. Ich denke das sind alles Argumente für einen Umbruch, wie du ihn auch beschrieben hast. Der letzte Teil des Umbrüche der jetzt ansteht, ist es viel eher die "Überbleibsel" los zu werden und das gezielt in der Breite und Spitze zu verstärken.
BVB - Transferpolitik |#14136
29.06.2019 - 11:34 Uhr
Zitat von meanmc

Zitat von Pfostenkracher

...
Zum einen war Umbruch Teil 2 bereits im letzten Jahr angekündigt, d.h. es war von vorn herein klar, dass reichlich Zaster fließen würde....


Hmm, jetzt ists also schon ein Umbruch, wenn man endlich mal einen RV kauft, für einen Flügelspieler einen anderen holt, einen deutschen Nationlspieler kauft, weil er auf dem Markt ist und einen Ex zurückholt!?

Mit einem Umbruch hat dieses Handeln recht wenig zu tun - da reicht es nicht aus als Gegenargument zu sagen, dass wir uns von 10 Spielern trennen wollen, die ohnehin seit langer Zeit auf dem Abstellgleis stehen.

Wer von denen spielte denn überhaupt letzte Saison für den BVB?

Ein Umbruch wäre es, wenn wir Teile der Mannschaft (, die auch spielen), aussortieren, und dafür neue Spieler holen, die bestenfalls eine Klasse besser sind -> siehe Anfänge nach unserem beinahe Bankrott, als man die Mannschaft durch Umbrüche stetig qualitativ verbessert und verändert hat.

Was wir machen ist, unsere Spieler, die wir seit langer Zeit selbst nicht mehr wollen und auch keine (wirkliche) Rolle mehr spielen, versuchen los zu werden, und gleichzeitig die bestehende Mannschaft zu ergänzen bzw., im Einzelfall, zu verbessern.

Man sieht alleine schon daran, dass alle abzugebende Spieler - mal von der Notlösung Weigl abgesehen, der ohnehin nur spielte, weil wir uns bei den IV verkalkuliert haben - ohnehin bereits nicht mehr bei uns spielten oder längst von Favre aussortiert waren (Philipp), dass von einem Umbruch (!) keine Rede sein kann.

-> wir reden hier von stinknomalen Transfertätigkeiten, wie sie bei JEDEM anderen Verein auch stattfinden!!
(ausser jenen, die einen Umbruch machen - gewöhnlich z. B. Aufsteiger oder Absteiger) Zwinkernd

PS
Bezüglich der Abgänge

So sehr wir uns alle über die zügigen Neuverpflichtungen freuen können/konnten, die Kehrseite ist natürlich, dass wir nun kein Pokerblatt mehr auf der Hand haben.

Spätestens nach der Bekanntgabe aller vier Neuzugänge wissen doch alle, welche Spieler wir nun abgeben wollen - und drücken den Preis.

Das machend die meisten anderen Vereine - siehe z. B. Bayern bei Hummerls - deutlich besser.

Jedoch ist mir Klarheit lieber, weshalb ich es eher positiv sehe, wie unsere Vereinsbosse hier agiert haben.

Der Teil meines Postings geht ohnehin nur an die, die ständig davon reden, dass wir endlich Spieler abgeben müssen. Klar, wären paar Abgänge nicht verkehrt, aber viel Kohle ist da ohnehin nicht mehr zu erwarten.

Philipp wird für 15 Mio gehen, Rode für paar Mio., Kagawa für noch weniger etc.
-> letztendlich spielt das alles keine allzu große Rolle und ist unterm Strich "egal"


Viel Kohle ist da nicht mehr zu erwarten? Es geht hier doch auch garnicht um irgendwelche Ablösesummen sondern eher um Gehälter die man sich durch einen Transfer spart.

Schürrle 6 Mio
Rode 4 Mio
Toljan 3,5 Mio
Schmelzer 2 Mio
Wolf 5 Mio
Toprak 6,25 Mio
Kagawa 4 Mio
Weigl 4 Mio / Ablöse min. 20 Mio
Guerreiro 3 - 4 Mio / Ablöse min. 20 Mio
Philipp 3 - 4 Mio / Ablöse min. 20 Mio

Kannst ja mal unabhängig von den Transfersummern auf die Vertragslaufzeit hochrechnen. Hier reden wir sicherlich über keinen kleinen Betrag, den man mal einfach vergessen kann.
Zumal auch diese Spieler kleinere Beträge einspielen werden und mit möglichen 60 Mio für Philipp, Guerreiro und Weigl wäre das sicherlich eine ordentliche Summe.

Weiterhin muss man natürlich von Kaderumbruch sprechen. Was hat das dann bitte damit zu tun ob das dann ein deutscher Nationalspieler ist oder ein chinesischer?
Letztlich versucht man einige Spieler loszuwerden, die man bei einem Umbruch, eben nicht mehr für geeignet hält. Ein Umbruch ist doch nicht über qualitativ hochwertige Transferaktivitäten zu definieren sondern über eine Vielzahl von Änderungen in der gesamten Kaderstruktur.
Und zu behaupten Weigl oder Guerreiro wären jetzt kein stammpersonal in der RR gewesen, ist doch schon absurd. Ausserdem holt man in Schulz, Hazard, Brandt und Hummels vier absolute Stammspieler ins Boot. Also selbst dann, ist die Argumentation eher schwach. Fast die Hälfte der Feldspieler, die man hier also minimum austauscht. Wenn das kein Umbruch ist, selbst in Bezug auf die erste Elf, dann weiß ich es auch nicht mehr.

Demnach würde der FC Bayern ja auch kein Umbruch vollziehen. Spieler wie Ribery, Robben und Hummels waren ja sowieso zu alt, kein Stammpersonal oder wollten von selbst weg.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von daredennis7 am 29.06.2019 um 11:58 Uhr bearbeitet
BVB - Transferpolitik |#14137
02.07.2019 - 10:53 Uhr
Um auch mal etwas plastischer zu zeigen, warum ich den Kader für unrund halte, möchte ich das grafisch etwas aufbereitet zeigen, indem ich verschiedene Systeme (aus denen sich auch im Grunde alle anderen in Frage kommenden System ableiten lassen) darstelle, mit dem Kader, der Stand jetzt verfügbar ist. Dabei setze ich jeden Spieler auf seine meines Erachtens stärkste Position im jeweiligen System - was nicht zwangsläufig heißt, dass dies die Idealposition des Spielers ist - und gehe davon aus, dass der Verein und Favre Reus als HS/OM am stärksten sehen, was nicht meiner persönlichen Meinung entspricht. Spieler, um die sich teils hartnäckige Gerüchte um einen Abgang ranken oder zu denen zumindest schon mal geschrieben wurde, dass der Verein sie abgeben würde, habe ich zudem in Klammern gesetzt. Torhüter verstehen sich zudem von selbst.

4-1-4-1

--------------------------Alcacer-----------------------------
---------------------------Götze------------------------------
Hazard--------Reus-------------Brandt---------Sancho
(Guerreiro)--Gomez---------Osterhage-----------------
(Larsen)--------------------------(Dahoud)----------------
(Philipp)--------------------------(Kagawa)----------------
(Schürrle)-----------------------------------------------------
--------------------------Witsel-------------------------------
-------------------------Delaney-----------------------------
--------------------------Raschl------------------------------
--------------------------(Weigl)------------------------------
--------------------------(Rode)-------------------------------
Schulz--------Hummels------Akanji------------Hakimi
(Schmelzer)-(Zagadou)-----Balerdi------------Morey
------------------(Diallo)--------(Toprak)---------Piszczek
-----------------------------------------------------------(Wolf)
-------------------------------------------------------(Passlack)
---------------------------------------------------------(Toljan)

4-2-3-1

--------------------------Alcacer------------------------------
---------------------------Götze-------------------------------
------------------------------------------------------------------
Hazard------------------Reus----------------------Sancho
(Guerreiro)-----------Brandt-------------------------------
(Larsen)---------------Gomez-------------------------------
(Philipp)--------------Kagawa------------------------------
(Schürrle)-----------------------------------------------------
--------------Delaney-----------Witsel----------------------
------------Osterhage----------Raschl----------------------
-------------(Dahoud)----------(Weigl)----------------------
--------------(Rode)--------------------------------------------
------------------------------------------------------------------
Schulz--------Hummels------Akanji------------Hakimi
(Schmelzer)-(Zagadou)-----Balerdi------------Morey
------------------(Diallo)--------(Toprak)---------Piszczek
-----------------------------------------------------------(Wolf)
-------------------------------------------------------(Passlack)
---------------------------------------------------------(Toljan)

4-4-2

-------------Reus--------------------Götze------------------
-------------Brandt----------------Alcacer------------------
-------------Gomez-------------------------------------------
-------------(Philipp)-----------------------------------------
-------------(Schürrle)----------------------------------------
------------------------------------------------------------------
Hazard-------Delaney-----------Witsel---------Sancho
(Guerreiro)-Osterhage---------Raschl-------------------
(Larsen)------(Dahoud)----------(Weigl)------------------
-------------------(Rode)---------------------------------------
----------------(Kagawa)--------------------------------------
------------------------------------------------------------------
Schulz--------Hummels------Akanji------------Hakimi
(Schmelzer)-(Zagadou)-----Balerdi------------Morey
------------------(Diallo)--------(Toprak)---------Piszczek
-----------------------------------------------------------(Wolf)
-------------------------------------------------------(Passlack)
---------------------------------------------------------(Toljan)

3-5-2

-------------Reus--------------------Götze------------------
-------------Hazard----------------Alcacer------------------
-------------(Philipp)-----------------------------------------
-------------(Schürrle)----------------------------------------
---------------------------Brandt------------------------------
---------------------------Sancho-----------------------------
---------------------------Gomez------------------------------
--------------------------(Kagawa)----------------------------
Schulz---------Delaney-----------Witsel---------Hakimi
(Guerreiro)--Osterhage---------Raschl---------Morey
(Schmelzer--(Dahoud)-----------------------------(Wolf)
-------------------(Rode)----------------------------(Larsen)
------------------------------------------------------(Passlack)
---------------------------------------------------------(Toljan)
------(Zagadou)--------Hummels--------Akanji----------
--------(Diallo)----------(Weigl)-----------Balerdi---------
-------(Toprak)-----------------------------Piszczek---------

3-4-3

----------Reus---------------Götze--------------Sancho----
--------Hazard-------------Alcacer-------------Gomez----
--------(Philipp)-----------Brandt---------------------------
--------(Schürrle)---------------------------------------------
------------------------------------------------------------------
Schulz---------Delaney-----------Witsel---------Hakimi
(Guerreiro)--Osterhage---------Raschl---------Morey
(Schmelzer)-(Dahoud)----------(Rode)-----------(Wolf)
----------------(Kagawa)----------------------------(Larsen)
------------------------------------------------------(Passlack)
---------------------------------------------------------(Toljan)
-------------------------------------------------------------------
------(Zagadou)--------Hummels--------Akanji----------
--------(Diallo)----------(Weigl)-----------Balerdi---------
-------(Toprak)-----------------------------Piszczek---------

Es fällt dabei nicht nur direkt auf, dass einige zentrale Spieler, wie Sancho oder Witsel in den wenigsten Systemen einen BU haben, sondern auch, dass sich die Spielertypen enorm verändern, wenn man auch nur einen Wechsel drin hat. Ein Wechsel von Götze zu Alcacer macht einen riesen Unterschied. Ein Wechsel von Delaney zu Dahoud macht einen riesen Unterschied - ganz zu schweigen von polyvalenten Rotationen, bei denen bspw. Delaney einen Witsel ersetzen muss. Usw., da es sich für viele Positionen entweder vom Spielertyp oder qualitativ feststellen lässt, auf fast jeder Position. Beides ist in meinen Augen problematisch, da Wechsel dann immer direkt systemverändernde Maßnahmen sind. Einen schwächeren Spieler muss man schließlich an anderer Stelle offensiv und/oder defensiv kompensieren und einen anderen Spielertyp wird man generell anders einbauen müssen, da man von ihm nicht dasselbe verlangen kann, wie vom Spielertyp, der ersetzt wird. In beiden Fällen hat man also Konsequenzen für andere Positionen, um Stärken und Schwächen auf einem gleichbleibenden Niveau zu halten. Eingespieltheit, die wirklich effketiv ist, halte ich so für kaum erreichbar.

Egal ob das Zentrum zudem auf 2 oder 3 Spieler angelegt ist, es fehlt im Grunde immer ein verbindender Spieler, der für den Aufbau als zentrale Anspielstation herhält. Die Distanzen zum MS sind aus der Abwehr so groß und der physische Widerstand dort so gering, dass diese Route kaum möglich ist, gerade gegen mannorientierte Defensiven. Schulz ist im Aufbau auch kein besonders guter Spieler, sondern jemand, der letztendlich davon profitiert, wenn er seine Läufe starten kann, nachdem sein Raum überladen wurde, sodass die bisherige Route über die Außenbahn in meinen Augen keine bessere Route geworden ist. Wie sich der Ballvortrag vom eigenen Drittel bis ins Angriffsdrittel daher darstellen soll, ist mir insbesondere nach der Entwicklung der Rückrunde, ein Rätsel. So sehr ich Reus und Brandt schätze, aber Strategen, die das Spiel vor dem letzten Drittel gestalten, sind sie keine. Sie sind auch beide keine Spieler, die sich hinten die Bälle abholen und dann nach vorne tragen. Diesen Spielertyp gibt es im Kader so schlicht nicht, sofern Dahoud nicht einen unerwartet großen Sprung macht - und überhaupt erst mal wirklich bleibt. Reus ist für mich daher auf der Außenbahn, als reiner Abschlussspieler, der sich aber auch immer wieder in spielmachender Funktion einschalten darf, wertvoller und es sollte noch zwingend ein kreativer, dynamischer Spieler im Zentrum her - idealerweise sogar eher 2 oder eben alternativ ein ZM und ein MS, der auch lang und flach anspielbar ist und mitspielen kann, damit diese Route aufgeht und das Zentrum entlastet, anstatt es weiter zu überfordern. Ein funktionales System, in dem die Neuzugänge Brandt und Hazard sowie Reus also gleichermaßen vorkommen, gibt es in meinen Augen deswegen nicht. Maximal 2 gleichzeitig auf dem Feld ergeben für mich Sinn.

Daraus folgt dann auch im Grunde, dass 3 ZM derzeit für mich zwingend notwendig sind, um die Ansprüche im Ballbesitz halbwegs umsetzen zu können. Um die Offensive nicht auszubremsen, machen auch dort 3 Spieler Sinn, weswegen für mich daraus folgt, dass die Offensive keiner 3er Kette zum Opfer fallen darf. Umgekehrt ist für die Defensive allerdings die 3er Kette von Vorteil, da man so Hummels Tempo auffangen kann und möglichst viele Spieler - es dürften kaum alle Spieler gehen, die mit einem Abgang in Verbindung gebracht werden - dort einen Platz finden dürften, für die die 3er Kette im Grunde ideal ist. Das gilt auch für die meisten AV, die auf der Schiene ihre größten Stärken ausspielen können. Somit liegt für mich hierin ein Widerspruch in der Zusammensetzung des Kaders.

Davon abgesehen fällt das Übergewicht an Spielern auf einigen Positionen auf. Bspw. auf der rechten Schiene bzw. auf RV, während auf LV/LSS eigentlich nur Schulz einen sicheren Kaderplatz zur neuen Saison hat. Gleiches gilt für das Zentrum und systemabhängig die IV. Hier wird sich wohl noch während der Vorbereitung für einige Spieler die Wahrheit noch herausstellen müssen, aber mich würde nicht wundern, wenn dadurch bedingt sich nochmal die Planungen verändern. Dazu sind die Außenbahnen nicht nur mit wenig 1gg1 besetzt, sondern könnten auch sehr schnell quantitative Probleme bekommen, wenn tatsächlich alle Abgänge so realisiert werden, wie sie bislang vorgesehen sind oder die Angebotslage es sinnvoll macht. Dort wird man meines Erachtens also auch noch was tun müssen.

Macht für mich also mindestens 3 Transfers, die jetzt noch auf der Zugangseite fehlen und keiner dieser Transfers ist unwichtig. Wir reden hier meines Erachtens eher noch von den zentralen Teilen, die dem Kader derzeit fehlen. Ohne damit zwangsläufig einen homogenen Kader herzustellen, bei dem man möglichst viele Spieler so gut wie möglich 1zu1 ersetzen kann. So sehr daher der Fokus auf individuelle Qualität in diesem Sommer nachvollziehbar ist, so wenig ist nachvollziehbar, was denn davon abgesehen das Leitmotiv gewesen sein soll. Für mich kündigt sich hierdurch leider kein Ende des Umbruchs an, sondern die Wahrscheinlichkeit, dass es nächsten Sommer damit weitergeht, halte ich mittlerweile für größer denn je - was dann, angesichts einiger auslaufender Verträge, aber nicht einmal unbedingt an fehlenden Abgängen liegt ...
BVB - Transferpolitik |#14138
02.07.2019 - 13:20 Uhr
Interessante Zusammenfassung. Über die Kaderdichte möchte ich mir derzeit noch keine Gedanken machen, da am 1. Juli immer noch einige Abgänge bevorstehen. Aber ich werde auf zwei Punkte eingehen: 1. Die rollenvielfalt auf den verschiedenen Positionen und 2. die Spielanlage und den Ballvortrag über das Zentrum.

1.
Zitat von BVBBC

Es fällt dabei nicht nur direkt auf, dass einige zentrale Spieler, wie Sancho oder Witsel in den wenigsten Systemen einen BU haben, sondern auch, dass sich die Spielertypen enorm verändern, wenn man auch nur einen Wechsel drin hat. Ein Wechsel von Götze zu Alcacer macht einen riesen Unterschied. Ein Wechsel von Delaney zu Dahoud macht einen riesen Unterschied - ganz zu schweigen von polyvalenten Rotationen, bei denen bspw. Delaney einen Witsel ersetzen muss. Usw., da es sich für viele Positionen entweder vom Spielertyp oder qualitativ feststellen lässt, auf fast jeder Position. Beides ist in meinen Augen problematisch, da Wechsel dann immer direkt systemverändernde Maßnahmen sind. Einen schwächeren Spieler muss man schließlich an anderer Stelle offensiv und/oder defensiv kompensieren und einen anderen Spielertyp wird man generell anders einbauen müssen, da man von ihm nicht dasselbe verlangen kann, wie vom Spielertyp, der ersetzt wird. In beiden Fällen hat man also Konsequenzen für andere Positionen, um Stärken und Schwächen auf einem gleichbleibenden Niveau zu halten. Eingespieltheit, die wirklich effketiv ist, halte ich so für kaum erreichbar.


Diese Rollenvielfalt auf den Unterschiedlichen Positionen ist sehr auffällig. Ich denke teilweise ist sie wirklich "zufällig entstanden", aber auf anderen Positionen ist genau diese Flexibilität erwünscht.

Im Sturm ist es meiner Meinung nach ungeplant dazu gekommen, dass wir zwei total unterschiedliche Spielertypen haben. Götze als herumwandernden mitspielenden Stürmer und Alcacer als Knipser. Ein Grund dafür ist glaube ich die Position von Reus. Mir ist nicht klar, ob Reus ZOM spielt, weil Götze zu viel herumwandert oder ob Götze im Sturm spielt, um Reus, der sehr hoch und direkt spielt, im Zwischenraum zu unterstützen. Diese beiden Spieler stehen in einem direkten Zusammenhang, was unsere Kaderplanung und alle taktischen Überlegungen beeinflusst.

Im Gegensatz zur Stürmerposition denke ich, dass die verschiedenen Rollen auf anderen Positionen gewollt sind.

Auf dem linken Flügel gibt es mehrere Optionen. hazard, Bruun Larsen und Reus sind sehr abschlussorientiert und eher Tempospieler. Brandt und Guerreiro sind andere Spielertypen, die sich mehr ins Kombinationsspiel einbauen und einen weniger direkten Zug nach vorne haben.
Im ZM gibt es Delaney als aggresiven B2B Spieler und Dahoud, als potentiell, eher kreativen, aber auch sehr vertikal agierenden, B2B Player/Spielmacher.
Als Rechtsverteidiger hat man eine komische Konstellation, aber ich kann trotzdem ein Muster erkennen. Letzte Saison hat man wahrscheinlich Hakimi und Piszscek eingeplant - einen offensiven AV, der die Linie auf und ab rennt und einen unterstützenden AV, der sich eher zurückhält und eine tiefe Anspielstation auf Außen bietet. Angenommen man konnte sich mit Hakimi nicht einigen, dann macht es Sinn, dass man Wolf als offensiven Linienläufer (und Hakimi-Ersatz) umschult und Morey als unterstützenden, mitspielenden Piszscek-Nachfolger geholt hat.
Links ist die Situation sehr vertrackt. Mit Schulz hat man sich einen Spieler ins Haus geholt, der spielen sollte, aber nicht die Optimalbesetzung ist. Schmelzer ist im Prinzip ein Backup, das vom Spielertyp recht ähnlich ist. Und Diallo wäre die defensive Option, die aber eigentlich nicht hier eingeplant ist.

Es kann sein, dass ich im Nachhinein versuche dem ganzen eine Logik aufzuzwingen, aber ich würde es zumindestens nicht sofort als misslungene Kaderplanung abstempeln. Im Gegenteil würde ich behaupten, dass es Positionen gab, auf denen ein recht ähnlicher Spielertyp zur Verfügung stand, dieser aber keine Spielzeit bekommen hat. Das liegt meiner Meinung nach daran, dass Favre taktisch keinen Vorteil gesehen hat und er teilweise ungern rotiert.

Im DM ist Weigl als Witsel-backup eigentlich gut geeignet. Ihm fehlt die Ausstrahlung und Pressingresistenz, aber nicht im Spielerprofil, sondern eher als qualitativer Unterschied. Es gibt sicher Unterschiede zwischen den Spielern und sogar Bereiche in denen ich Weigl stärker einschätze, aber verglichen mit den oben genannten Päärchen, sind sich Witsel und Weigl sehr ähnlich.
Gleiches gilt meiner Meinung nach auch für Sancho und Pulisic, die natürlich unterschiedliche Spielertypen sind, aber ähnliche Rollen ausfüllen können.
Ein weiteres Beispiel könnte Philipp als reus-Backup sein.

Es ist natürlich auch so, dass diese Spieler individuell einfach nicht überzeugt haben. Es lässt sich aber grundsätzlich feststellen, dass sie auf den Positionen, auf denen sie einen Stammspieler vom Spielerprofil bzw. der Rolle im System ersetzen könnten, keine/wenig Einsatzzeiten bekommen haben.

Ich denke, dass das Ziel eine gesunde Mischuung ist. Auf taktisch zentralen Positionen, darf sich die Rolle nicht viel ändern. Auf anderen Positionen ist aber diese Flexibilität gewünscht, um sich an den Gegner anzupassen.


2.
Zitat von BVBBC
Egal ob das Zentrum zudem auf 2 oder 3 Spieler angelegt ist, es fehlt im Grunde immer ein verbindender Spieler, der für den Aufbau als zentrale Anspielstation herhält. Die Distanzen zum MS sind aus der Abwehr so groß und der physische Widerstand dort so gering, dass diese Route kaum möglich ist, gerade gegen mannorientierte Defensiven. Schulz ist im Aufbau auch kein besonders guter Spieler, sondern jemand, der letztendlich davon profitiert, wenn er seine Läufe starten kann, nachdem sein Raum überladen wurde, sodass die bisherige Route über die Außenbahn in meinen Augen keine bessere Route geworden ist. Wie sich der Ballvortrag vom eigenen Drittel bis ins Angriffsdrittel daher darstellen soll, ist mir insbesondere nach der Entwicklung der Rückrunde, ein Rätsel.
So sehr ich Reus und Brandt schätze, aber Strategen, die das Spiel vor dem letzten Drittel gestalten, sind sie keine. Sie sind auch beide keine Spieler, die sich hinten die Bälle abholen und dann nach vorne tragen. Diesen Spielertyp gibt es im Kader so schlicht nicht, sofern Dahoud nicht einen unerwartet großen Sprung macht - und überhaupt erst mal wirklich bleibt. Reus ist für mich daher auf der Außenbahn, als reiner Abschlussspieler, der sich aber auch immer wieder in spielmachender Funktion einschalten darf, wertvoller und es sollte noch zwingend ein kreativer, dynamischer Spieler im Zentrum her - idealerweise sogar eher 2 oder eben alternativ ein ZM und ein MS, der auch lang und flach anspielbar ist und mitspielen kann, damit diese Route aufgeht und das Zentrum entlastet, anstatt es weiter zu überfordern. Ein funktionales System, in dem die Neuzugänge Brandt und Hazard sowie Reus also gleichermaßen vorkommen, gibt es in meinen Augen deswegen nicht. Maximal 2 gleichzeitig auf dem Feld ergeben für mich Sinn.


Ich denke, dass man große Hoffnungen in Hummels setzt. Natürlich braucht jeder Pass auch einen Empfänger, aber zumindestens hat man mit ihm schonmal den richtigen Passgeber. Zusätzlich wird er wahrscheinlich wieder die Freiheit haben in Räume vorzustoßen, um Unordnung zu provozieren und dann ggfs. sogar selbst den Pass hinter die Linie zu spielen. Das Problem sehe ich hier im defensiven Umschaltspiel. Wenn Hummels herumwandert und Schulz sehr hoch steht, dann öffnet das sehr gefährliche Räume.
Der richtige Verbindungsspieler, würde unsere Probleme beim Ballvortrag verringern und die Last von den AVs nehmen. In Kombination mit Hummels und Schulz, müsste dieser Verbindungsspieler aber auch extrem lauf- und zweikampfstark sein und gut antizipieren, sodass die linke Seite nicht zu offen ist. Alternativ müsste man mit einem Anker auf der 6 spielen, der wenig nach vorne wandert, sondern als Absicherung zurück bleibt, oder weiterhin mit Diallo als LV und Absicherung planen. Dies berücksichtigst du ja so ähnlich in deinen Überlegungen bezüglich der Dreierkette.

Ein Verindungsspieler müsste also extrem breites Skillset (auch defensiv) mitbringen oder ein anderer Spieler müsste mehr Defensivaufgaben übernehmen (zb Witsel als 6er oder Diallo als LV).
Dahoud bringt zumindestens defensiv ein paar Eigenschaften mit, die notwendig wären. Für einen "Kreativspieler", ist er sehr aggresiv und auf keinen Fall arbeitsscheu, er presst und antizipiert gut und ist sehr laufstark. Er ist keinesfalls ein "Schönspieler". Ein Verbindungsspieler müsste defensiv mindestens diese Anforderungen erfüllen und zusätzlich noch etwas zweikampfstärker sein. Offensive/technisch/mental gehe ich nicht genauer auf Dahoud ein, es wurde alles schon gesagt und seine Schwächen sind hinlänglich bekannt; besonders seine leichten Ballverluste disqualifizieren ihn momentan für die Rolle. Ich denke aber, dass man oft vergisst, das andere Kandidaten, die für diese Rolle genannt werden, defensiv bzw. im Umschaltspielpressing deutlich hinter Dahoud anzusiedeln sind. Damit meine ich weniger deine Kandidaten. Aber dies ist einer der Gründe warum ich Brandt zB überhaupt nicht in dieser Rolle sehe. Abgesehen davon, dass ich deine Einschätzung zu seiner Eignung als Stratege teile.

Fazit: Es braucht derzeit anscheinend einen Gegenpol zu einer sehr offensiven linken Abwehrseite (Schulz und Hummels) und einem restlichen Mittelfeld, dass nicht besonders defensivstark ist (Brandt/Reus und Witsel).

Alternativ müsste sich unsere Spielanlage in den Aspekten Passpiel, Positionierung, Gegenpressing deutlich steigern. Das hängt aber an vielen Faktoren. Der wichtigste Faktor wäre ein Taktgeber und Stratege, aber auch dadurch alleine wird sich unser Spiel nicht komplett ändern. Weitere Faktoren: Es ist fraglich ob Götze der richtige Stürmer wäre. Wie du schreibst, wäre Reus hier nur als Außenspieler denkbar. Alcacer wär überhaupt nur brauchbar, wenn er sich wieder mehr ins Spiel einbaut, wie früher in LaLiga oder als Außenspieler aufläuft. Zusätzlich bräuchte es spielstarke Außenverteidiger, die aber gleichzeitig defensiv zuverlässig und vor allen Dingen schnell sind, usw.

Erst durch einen Kader, der eine Balance aus Offensive und Technik einerseits und Taktik und Defensive andererseits auf allen Positionen hat, ist man weniger Abhängig von Einzelrollen, wie einem nach vorne vorstoßenden Hummels oder einem Dribbler wie Sancho. Gleichzeitig wären diese Rollen aber situativ möglich, wenn der Kader es technisch schafft Ballverluste (in den falschen Zonen) zu minimieren.

ABER: Ich verstehe die Entwicklung seit Bosz als eine Abkehr von der reinen Idee des dominanten Ballbesitzfußballs. Schon unter Klopp, aber dann hauptsächlich unter Tuchel und daraufhin mit Bosz hatte man versucht nach dem direkten Offensivspektakel-Fußball einen anderen Spielstil zu etablieren. Dazu haben aber teilweise die Spieler gefehlt, bzw. zentrale Spieler haben den Verein verlassen. Gleichzeitig hatte man Spieler, die wichtige Rollen im Verein einnehmen, aber für dieses System ungeeignet waren. Die krise unter Bosz gab dann den Ausschlag, dass man einen Schritt zurück gemacht hat. Der jetztige Umbruch erscheint mir in Folge als Spagat zwischen den Ansprüchen eines dominanten, ballbesitzorientierten Spitzenteams und der Rückbesinnung auf direkteres, körperliches und aggresives Spiel.

Ich bin mir noch nicht sicher, wie ich diesen Spagat bewerten würde. Aber umso mehr ich unseren Kader anschue, desto mehr bin ich der Überzeugung, dass die Ausrichtung auf ein sehr offensives, ballbesitzspiel mit feinen Überlegungen, um tiefstehende Gegner auszuhebeln und Gegenpressing als Verteidigungsstrategie nicht mehr das Ziel ist. Spieler wie Weigl und Guerreiro sind eher auf der Abgangsseite anzusiedeln. Man scheint mit dem ZM aus Delaney und Witsel zufrieden und Schulz ist ein Spieler, der einem Schmelzer deutlich ähnlicher ist als einem Guerreiro.

Ich denke, dass viele der Überlegungen, die du hier im Forum ausführst, sehr sinnvoll sind und ich teile sie oft in allen Punkten. Aber ich zweifel manchmal daran, dass wir strategisch in diese Richtung unterwegs sind.

Das ist jetzt etwas von dem eigentlichen Punkt deines Posts abgedriftet. Daher zurück zum Urpsrung. Abgesehen von den noch nötigen Abgängen, sehe ich folgende Zugänge als sinnvoll an: Stratege oder vertikaler Spielmacher im ZM, wenn man nicht auf Dahoud hofft; 1gg1 Spieler/ Talent/ Nachfolger für Sanchos Abgang 2020; Stürmeralternative ohne Alcacer abzuschieße; Linksverteidiger-backup/Talent ohne Schmelzer abzuschießen.

PS: Ich freue mich diese Diskussion auszugraben, wenn Dahoud nach der Hinrunde Stammspieler ist grins

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BVB - Transferpolitik |#14139
02.07.2019 - 15:14 Uhr
Zitat von JonasJoffe
Interessante Zusammenfassung. Über die Kaderdichte möchte ich mir derzeit noch keine Gedanken machen, da am 1. Juli immer noch einige Abgänge bevorstehen. Aber ich werde auf zwei Punkte eingehen: 1. Die rollenvielfalt auf den verschiedenen Positionen und 2. die Spielanlage und den Ballvortrag über das Zentrum.

1.
Zitat von BVBBC


Es fällt dabei nicht nur direkt auf, dass einige zentrale Spieler, wie Sancho oder Witsel in den wenigsten Systemen einen BU haben, sondern auch, dass sich die Spielertypen enorm verändern, wenn man auch nur einen Wechsel drin hat. Ein Wechsel von Götze zu Alcacer macht einen riesen Unterschied. Ein Wechsel von Delaney zu Dahoud macht einen riesen Unterschied - ganz zu schweigen von polyvalenten Rotationen, bei denen bspw. Delaney einen Witsel ersetzen muss. Usw., da es sich für viele Positionen entweder vom Spielertyp oder qualitativ feststellen lässt, auf fast jeder Position. Beides ist in meinen Augen problematisch, da Wechsel dann immer direkt systemverändernde Maßnahmen sind. Einen schwächeren Spieler muss man schließlich an anderer Stelle offensiv und/oder defensiv kompensieren und einen anderen Spielertyp wird man generell anders einbauen müssen, da man von ihm nicht dasselbe verlangen kann, wie vom Spielertyp, der ersetzt wird. In beiden Fällen hat man also Konsequenzen für andere Positionen, um Stärken und Schwächen auf einem gleichbleibenden Niveau zu halten. Eingespieltheit, die wirklich effketiv ist, halte ich so für kaum erreichbar.


Diese Rollenvielfalt auf den Unterschiedlichen Positionen ist sehr auffällig. Ich denke teilweise ist sie wirklich "zufällig entstanden", aber auf anderen Positionen ist genau diese Flexibilität erwünscht.

Im Sturm ist es meiner Meinung nach ungeplant dazu gekommen, dass wir zwei total unterschiedliche Spielertypen haben. Götze als herumwandernden mitspielenden Stürmer und Alcacer als Knipser. Ein Grund dafür ist glaube ich die Position von Reus. Mir ist nicht klar, ob Reus ZOM spielt, weil Götze zu viel herumwandert oder ob Götze im Sturm spielt, um Reus, der sehr hoch und direkt spielt, im Zwischenraum zu unterstützen. Diese beiden Spieler stehen in einem direkten Zusammenhang, was unsere Kaderplanung und alle taktischen Überlegungen beeinflusst.



Das war in jedem Fall ungeplant und ist im Grunde nur aus Philipps Scheitern und Favres Skepsis - vorsichtig ausgedrückt - gegenüber Isak entstanden. Gegenüber Götze gab es diese Skepsis anfangs zwar auch, aber immerhin hat er diese überwinden können. Nur zeigt das eben auch, dass der Plan mit Alcacer im Grunde auch völlig nach hinten losgegangen ist, obwohl das nicht unbedingt von Nachteil war. Man hat sich von Alcacer meines Erachtens spielerisch jedenfalls viel mehr erhofft und dafür als Knipser weniger. Dessen letzte Saison hatte mit seiner vorherigen Karriere spielerisch sehr wenig zu tun und war daher nicht absehbar, was im Grunde auch schon aussagt, dass im MS und dessen Entwicklung rein gar nichts absehbar war und der Zufall alles geregelt hat. Das ist für mich aber nicht der Optimalfall.

Aber zurück zum eigentlichen Thema. Es gibt definitiv eine Wechselwirkung in der Raumbesetzung, zwischen Reus und dem MS. Spielt Alcacer, ist der Zug für Reus zum Tor und die Möglichkeit sich in höheren Räumen zu positionieren schwieriger als mit Götze, weil sie dann beide zu sehr in denselben Räumen agieren und diese zwangsläufig verdichten, obwohl Reus das Gegenteil benötigt. Götze wechselt viel williger die Räume, weicht vor allem auf die Seiten aus (mir persönlich zu viel, da der BVB eh schon sehr viel Gewicht auf den Seiten hat, was den Weg ins Zentrum auf Dauer erschwert, weil dort die Anspielstationen fehlen und der Gegner auf der Außenbahn keine unmittelbare Gefahr zu fürchten hat) und schafft damit den Raum für Reus, weil er viel mehr läuft und nicht unbedingt den direkten Torerfolg sucht. Dadurch kann Reus mit Götze sehr viel freier auf dem Platz agieren und sich seine Räume suchen, wo er sich am meisten von verspricht. Das Problem, das ich darin nur sehe, ist Götzes Laufstärke kostet eben auch und er ist physisch und dynamisch nicht optimal aufgestellt, wenn er dann als Anspielstation über längere Passdistanzen herhalten muss. Angesichts dessen, dass dem Zentrum eine vollwertige Anspielstation fehlt - Götze schafft diese nicht, nur weil er Arbeiten übernimmt, die Reus liegen lassen muss, um eben seine Freiheiten zu genießen -, ist das Spiel nicht auf Götzes Stärken ausgerichtet. Er macht da sicher viel daraus, aber sein bestes Spiel zeigt er nicht, was für mich im Kern eben schon aussagt, dass man mindestens eine Position für Reus opfert oder dort zumindest nicht optimal aufgestellt ist, so gut es Götze als falsche 9 macht.

Das ist für mich aber nicht der einzige Grund, warum ich Reus lieber auf der Außenbahn sehe. Auch von dort kann er in dieselben Räume ziehen, wenn man im Zentrum etwas andere Überlagerungen schafft, hat aber im Spielaufbau und in der Spielgestaltung viel weniger Aufgaben, die im Zentrum sehr viel effektiver gelöst werden als auf der Außenbahn, die ja auch dahingehend Verantwortung tragen musste, die normalerweise vom Zentrum allein getragen werden sollte. Teils haben das Götze, Guerreiro und Sancho zusammen nicht hinbekommen, was liegenblieb, weil sie eben weite Wege zurücklegen mussten und dadurch im Grunde auch von ihren eigenen offensiven Aufgaben abgehalten werden. Für mich sind daher an der Geschichte die Laufwege das große Problem. Reus wird stark entlastet, aber der Rest leider stärker belastet. Daher sehe ich die Verpflichtungen von Brandt und Hazard auch eher skeptisch, da ich fürchte, dass der Plan dahinter eben lautet, dass man die Spielmacherfunktionen weiter aus dem Zentrum auslagert. Ich bin kein Fan von alle für einen, schon gar nicht, wenn das System komplett hinfällig ist, sofern Reus mal wieder ausfällt - es ist eben leider nicht nur Götze, der übrigens ja auch noch nicht verlängert hat und somit nur unter Vorbehalt nicht in Klammern steht ...



Im Gegensatz zur Stürmerposition denke ich, dass die verschiedenen Rollen auf anderen Positionen gewollt sind.

Auf dem linken Flügel gibt es mehrere Optionen. hazard, Bruun Larsen und Reus sind sehr abschlussorientiert und eher Tempospieler. Brandt und Guerreiro sind andere Spielertypen, die sich mehr ins Kombinationsspiel einbauen und einen weniger direkten Zug nach vorne haben.
Im ZM gibt es Delaney als aggresiven B2B Spieler und Dahoud, als potentiell, eher kreativen, aber auch sehr vertikal agierenden, B2B Player/Spielmacher.
Als Rechtsverteidiger hat man eine komische Konstellation, aber ich kann trotzdem ein Muster erkennen. Letzte Saison hat man wahrscheinlich Hakimi und Piszscek eingeplant - einen offensiven AV, der die Linie auf und ab rennt und einen unterstützenden AV, der sich eher zurückhält und eine tiefe Anspielstation auf Außen bietet. Angenommen man konnte sich mit Hakimi nicht einigen, dann macht es Sinn, dass man Wolf als offensiven Linienläufer (und Hakimi-Ersatz) umschult und Morey als unterstützenden, mitspielenden Piszscek-Nachfolger geholt hat.
Links ist die Situation sehr vertrackt. Mit Schulz hat man sich einen Spieler ins Haus geholt, der spielen sollte, aber nicht die Optimalbesetzung ist. Schmelzer ist im Prinzip ein Backup, das vom Spielertyp recht ähnlich ist. Und Diallo wäre die defensive Option, die aber eigentlich nicht hier eingeplant ist.

Es kann sein, dass ich im Nachhinein versuche dem ganzen eine Logik aufzuzwingen, aber ich würde es zumindestens nicht sofort als misslungene Kaderplanung abstempeln. Im Gegenteil würde ich behaupten, dass es Positionen gab, auf denen ein recht ähnlicher Spielertyp zur Verfügung stand, dieser aber keine Spielzeit bekommen hat. Das liegt meiner Meinung nach daran, dass Favre taktisch keinen Vorteil gesehen hat und er teilweise ungern rotiert.



Im Detail empfinde ich einiges zwar etwas anders, aber da es dafür so oder so wenig Belege und mehr begründete Vermutung gibt, will ich das mal außen vor lassen, da der entscheidende Punkt für mich hierin steckt: Favre rotiert wenig.

Richtig, aber dann benötigt man auch nicht zig Alternativen für jede Position, wie man sie jetzt teils immer weiter angesammelt hat, während sie auf anderen teils komplett fehlen. Vor allem benötigt man dann keine Spezialisten, wie sie auf den BU Positionen weitestgehend vorhanden sind. Da kann vielleicht mal ein Hakimi von rechts nach links wechseln und bei Umstellungen in der Kette auch mal eine Position vorrücken oder ein Guerreiro kann 3 Positionen gut, aber nicht optimal für das System, ausfüllen. Ähnliches gilt für Götze, aber darüber hinaus haben wir im Grunde reine Spezialisten, was nicht unbedingt auf Positionen bezogen ist, sondern noch mehr auf bestimmte Aufgaben.

Mal angenommen Witsel fällt aus, hat man als Optionen Weigl und Delaney sowie Raschl, den ich aber erst mal ausklammern möchte, solange er noch nicht voll planbar ist. Spielt Weigl, werden Defensive, Luftzweikämpfe und Physis im Gesamtkontext negativ beeinflusst. Einen positiven Effekt gibt es nur unter bestimmten Umständen, wenn Weigl genug Luft zum Atmen zu hat, um als primärer Aufbauspieler zu wirken. Hat er die nicht, ist aber auch da mit negativen Konsequenzen zu rechnen, die bei Delaney in jedem Fall deutlich zu spüren wären, auch wenn man die ganzen anderen Themen kompensieren könnte, was auch nicht besser wird, indem dann etwas mehr Tempo auf dem Platz ist. Dementsprechend werden Anpassungen gefordert, durch die bspw. ein Weigl defensiv entlastet wird oder ein Delaney strategisch. Weigl zu entlasten, wäre auf vielen Wegen (Entlastung über ZM, der Räume schafft / DLP und damit quasi 3er Kette / verstärkter Aufbau über die AV / Zentrum überspielen) möglich, wobei keine dieser Optionen ohne Folgeproblem auskommt, teils Weigls Stärken so gar keine große Rolle spielen und mit dem aktuellen Kader sind die Optionen teils auch gar nicht darstellbar. Bei Delaney wird es sogar noch komplizierter.

Jetzt hab aber mal 2 Ausfälle solcher Spieler, die im Grunde nicht ersetzt werden können, selbst wenn man am System rumspielt, um die größten Schwächen aufzufangen. Im Worst-Case Witsel und Reus gleichzeitig. Schlimmer wäre nur noch ein Ausfall von Sancho. Auf manchen Positionen kann man das besser auffangen als auf anderen, aber gerade an den wichtigsten Stellen, wird man mir zu viel am Spiel umstellen müssen. Ein Reus auf der Außenbahn würde da einiges vereinfachen, da ein Hazard dessen Rolle dort meines Erachtens ähnlich gut ausfüllen könnte, ohne sein Spiel umstellen zu müssen, wobei das sicher nicht überall so einfach ist, weil die Spezialisten eben noch für weitere Probleme sorgen, wie bspw. im MS die Balance zwischen 1gg1-, Spielmacher- und Abschlussqualität ziemlich krass varieren kann, in Abhängigkeit davon, wer spielt. Ein Trio aus Götze, Brandt, Hazard würde bspw. Abschluss und vor allem 1gg1 relativ stark schwächen. Ein Trio aus Götze, Reus und Hazard dem Abschluss helfen, wäre spielgestalterisch schwächer und im 1gg1 würde sich nichts verändern. Ein Trio aus Reus, Alcacer und Brandt würden den Abschluss stärken, aber die anderen beiden Komponenten schwächen. Mir ist klar, dass diese Trios so nicht unbedingt geplant werden, da Sancho sicher eine größere Rolle hat, aber sie lassen sich eben je nach Situation auch nicht ausschließen und differenzieren sich in meinen Augen schon krass, obwohl dazwischen immer nur ein Wechsel liegt, sodass sich das kaum ausbalancieren lässt, wenn auch nur eine Veränderung drin ist. Das verstärkt in meinen Augen auch die Abhängigkeit, von Reus und Sancho sowie deren Form und Fitness, enorm ...



Im DM ist Weigl als Witsel-backup eigentlich gut geeignet. Ihm fehlt die Ausstrahlung und Pressingresistenz, aber nicht im Spielerprofil, sondern eher als qualitativer Unterschied. Es gibt sicher Unterschiede zwischen den Spielern und sogar Bereiche in denen ich Weigl stärker einschätze, aber verglichen mit den oben genannten Päärchen, sind sich Witsel und Weigl sehr ähnlich.



Um hier nochmal zu präzisieren: ich sehe das nicht völlig anders, allerdings gibt es einen entscheidenden Unterschied, da Weigl viel stärker von seinen Mitspielern abhängig ist, welche seiner Topqualitäten er einbringen kann und welche nicht. Weigl muss durch seine Mitspieler Freiheitsgrade erlangen, die er ein Witsel sich weitestgehend noch selbst schaffen kann. Es benötigt für Weigl also Enabler, die es im aktuellen Kader nicht wirklich gibt. Daher sind seine Fähigkeiten, was er für den BVB als BU einbringen kann, für mich auch eher was für die Theorie, aber nicht für die Praxis, da der qualitative Unterschied den Witsel und Weigl haben von den Mitspielern verstärkt wird - deutlich. In der theoretischen Beschreibung spielt das Wort "eigentlich" somit für meine Begriffe eine viel zu große Rolle bei Weigl!

Das ließe sich auch so für die vergangene Saison fortführen und durch ein etwas anders geartetes Beispiel ergänzen. Philipp ist rein vom Spielertyp bspw. nicht so weit weg von Reus. Qualitativ hat er aber nicht das Niveau von Reus und musste daher mit anderen Rollen vorlieb nehmen. Doch auch das zeigte letztendlich, dass Philipp ein Spezialist ist, was für meine Begriffe auch für alle Neuzugänge bislang gilt, selbst wenn diese in der Theorie mehrere Positionen spielen können. Das System, wie bisher, lässt meines Erachtens kaum reine Spezialisten zu, da es recht fixe Rollen darin gibt, die erfüllt werden sollen, aber allzu schnell individuelle Qualität kosten. Die Freiheiten für Reus kosten die anderen Spieler eben Freiheiten und selbst wenn das nicht der Fall wäre, halte ich die Abstimmung aufeinander nicht für ausgewogen genug, um wirklich die Stärken aller Spieler gleichzeitig zu betonen, spätestens wenn rotiert werden muss. Und Rotation, so sehr man sie zu vermeiden versucht, ist eben nicht zu vermeiden und je mehr man es versucht, desto heftiger wird sie dann auf einen Schlag doch ausfallen.



Gleiches gilt meiner Meinung nach auch für Sancho und Pulisic, die natürlich unterschiedliche Spielertypen sind, aber ähnliche Rollen ausfüllen können.
Ein weiteres Beispiel könnte Philipp als reus-Backup sein.

Es ist natürlich auch so, dass diese Spieler individuell einfach nicht überzeugt haben. Es lässt sich aber grundsätzlich feststellen, dass sie auf den Positionen, auf denen sie einen Stammspieler vom Spielerprofil bzw. der Rolle im System ersetzen könnten, keine/wenig Einsatzzeiten bekommen haben.

Ich denke, dass das Ziel eine gesunde Mischuung ist. Auf taktisch zentralen Positionen, darf sich die Rolle nicht viel ändern. Auf anderen Positionen ist aber diese Flexibilität gewünscht, um sich an den Gegner anzupassen.



Naja, aber wenn wir uns quasi einig darüber sind, dass Reus in Favres System eine zentrale Position hatte und uns auch darüber einig sind, dass Philipp ein relativ ähnlicher Spielertyp ist, dann hat deine Argumentation eine gewisse Lücke, wenn Philipp quasi nie für Reus gespielt hat, sondern zumeist andere Positionen einnehmen musste, die ihm innerhalb des Systems nicht lagen, sondern seine Schwächen verstärkten. Ich denke jedenfalls nicht, dass man hier eine Debatte daraus machen kann, die vor allem auf die individuelle Qualität abzielt, da ein Philipp gerade in diesem Beispiel in meinen Augen dann viel zu schlecht wegkommen würde.

Ich glaube jeder Spieler benötigt genug Freiheiten innerhalb eines Systems, um seine Stärken zu entfalten, während die Stärken aller Spieler so aufgestellt werden müssen, dass die Schwächen gegenseitig kompensiert werden. Das sehe ich aber bislang weder durch Favre gegeben noch durch den bisherigen Transfersommer, da die Besetzung der Positionen bzw. der darin enthaltenen Rollen sehr starr wirkt. Spielt ein Götze die Reus Rolle, verändert sich natürlich am System mal etwas mehr als sonst (vielleicht auch wegen Götze selbst, der sich die Freiheit dann nimmt?). Spielt aber ein Piszczek für Hakimi ändert sich bspw. gar nichts am System, sondern nur an der Besetzung und dadurch verändert sich vieles gewaltig. Manches wird besser, anderes wird schlechter, was aber auch automatisch heißt, dass die Stärken eines anderen Spielers, die eben noch betont wurden, damit sehr schnell nicht mehr betont werden und möglicherweise sogar schon Schwächen offen gelegt werden (wobei Piszczek und Hakimi noch eines der harmloseren Beispiele ist, was diesen Effekt angeht).

Ich glaube daher, dass die aktuellen Anforderungen an polyvalente Spieler enorm sind (weil es eben nicht nur um verschiedene Positionen geht) und kaum ein Spieler diesen Ansprüchen wirklich gerecht werden kann, sodass Spezialisten wieder stärker gefragt sein sollten - es aber paradoxerweise nicht automatisch waren und scheinbar weiterhin nicht sind. Es kommt eben nicht nur auf individuelle Qualität an, sondern noch mehr darauf, wie sich diese zusammensetzt ...



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Zitat von BVBBC

Egal ob das Zentrum zudem auf 2 oder 3 Spieler angelegt ist, es fehlt im Grunde immer ein verbindender Spieler, der für den Aufbau als zentrale Anspielstation herhält. Die Distanzen zum MS sind aus der Abwehr so groß und der physische Widerstand dort so gering, dass diese Route kaum möglich ist, gerade gegen mannorientierte Defensiven. Schulz ist im Aufbau auch kein besonders guter Spieler, sondern jemand, der letztendlich davon profitiert, wenn er seine Läufe starten kann, nachdem sein Raum überladen wurde, sodass die bisherige Route über die Außenbahn in meinen Augen keine bessere Route geworden ist. Wie sich der Ballvortrag vom eigenen Drittel bis ins Angriffsdrittel daher darstellen soll, ist mir insbesondere nach der Entwicklung der Rückrunde, ein Rätsel.
So sehr ich Reus und Brandt schätze, aber Strategen, die das Spiel vor dem letzten Drittel gestalten, sind sie keine. Sie sind auch beide keine Spieler, die sich hinten die Bälle abholen und dann nach vorne tragen. Diesen Spielertyp gibt es im Kader so schlicht nicht, sofern Dahoud nicht einen unerwartet großen Sprung macht - und überhaupt erst mal wirklich bleibt. Reus ist für mich daher auf der Außenbahn, als reiner Abschlussspieler, der sich aber auch immer wieder in spielmachender Funktion einschalten darf, wertvoller und es sollte noch zwingend ein kreativer, dynamischer Spieler im Zentrum her - idealerweise sogar eher 2 oder eben alternativ ein ZM und ein MS, der auch lang und flach anspielbar ist und mitspielen kann, damit diese Route aufgeht und das Zentrum entlastet, anstatt es weiter zu überfordern. Ein funktionales System, in dem die Neuzugänge Brandt und Hazard sowie Reus also gleichermaßen vorkommen, gibt es in meinen Augen deswegen nicht. Maximal 2 gleichzeitig auf dem Feld ergeben für mich Sinn.


Ich denke, dass man große Hoffnungen in Hummels setzt. Natürlich braucht jeder Pass auch einen Empfänger, aber zumindestens hat man mit ihm schonmal den richtigen Passgeber. Zusätzlich wird er wahrscheinlich wieder die Freiheit haben in Räume vorzustoßen, um Unordnung zu provozieren und dann ggfs. sogar selbst den Pass hinter die Linie zu spielen. Das Problem sehe ich hier im defensiven Umschaltspiel. Wenn Hummels herumwandert und Schulz sehr hoch steht, dann öffnet das sehr gefährliche Räume.
Der richtige Verbindungsspieler, würde unsere Probleme beim Ballvortrag verringern und die Last von den AVs nehmen. In Kombination mit Hummels und Schulz, müsste dieser Verbindungsspieler aber auch extrem lauf- und zweikampfstark sein und gut antizipieren, sodass die linke Seite nicht zu offen ist. Alternativ müsste man mit einem Anker auf der 6 spielen, der wenig nach vorne wandert, sondern als Absicherung zurück bleibt, oder weiterhin mit Diallo als LV und Absicherung planen. Dies berücksichtigst du ja so ähnlich in deinen Überlegungen bezüglich der Dreierkette.

Ein Verindungsspieler müsste also extrem breites Skillset (auch defensiv) mitbringen oder ein anderer Spieler müsste mehr Defensivaufgaben übernehmen (zb Witsel als 6er oder Diallo als LV).
Dahoud bringt zumindestens defensiv ein paar Eigenschaften mit, die notwendig wären. Für einen "Kreativspieler", ist er sehr aggresiv und auf keinen Fall arbeitsscheu, er presst und antizipiert gut und ist sehr laufstark. Er ist keinesfalls ein "Schönspieler". Ein Verbindungsspieler müsste defensiv mindestens diese Anforderungen erfüllen und zusätzlich noch etwas zweikampfstärker sein. Offensive/technisch/mental gehe ich nicht genauer auf Dahoud ein, es wurde alles schon gesagt und seine Schwächen sind hinlänglich bekannt; besonders seine leichten Ballverluste disqualifizieren ihn momentan für die Rolle. Ich denke aber, dass man oft vergisst, das andere Kandidaten, die für diese Rolle genannt werden, defensiv bzw. im Umschaltspielpressing deutlich hinter Dahoud anzusiedeln sind. Damit meine ich weniger deine Kandidaten. Aber dies ist einer der Gründe warum ich Brandt zB überhaupt nicht in dieser Rolle sehe. Abgesehen davon, dass ich deine Einschätzung zu seiner Eignung als Stratege teile.

Fazit: Es braucht derzeit anscheinend einen Gegenpol zu einer sehr offensiven linken Abwehrseite (Schulz und Hummels) und einem restlichen Mittelfeld, dass nicht besonders defensivstark ist (Brandt/Reus und Witsel).

Alternativ müsste sich unsere Spielanlage in den Aspekten Passpiel, Positionierung, Gegenpressing deutlich steigern. Das hängt aber an vielen Faktoren. Der wichtigste Faktor wäre ein Taktgeber und Stratege, aber auch dadurch alleine wird sich unser Spiel nicht komplett ändern. Weitere Faktoren: Es ist fraglich ob Götze der richtige Stürmer wäre. Wie du schreibst, wäre Reus hier nur als Außenspieler denkbar. Alcacer wär überhaupt nur brauchbar, wenn er sich wieder mehr ins Spiel einbaut, wie früher in LaLiga oder als Außenspieler aufläuft. Zusätzlich bräuchte es spielstarke Außenverteidiger, die aber gleichzeitig defensiv zuverlässig und vor allen Dingen schnell sind, usw.

Erst durch einen Kader, der eine Balance aus Offensive und Technik einerseits und Taktik und Defensive andererseits auf allen Positionen hat, ist man weniger Abhängig von Einzelrollen, wie einem nach vorne vorstoßenden Hummels oder einem Dribbler wie Sancho. Gleichzeitig wären diese Rollen aber situativ möglich, wenn der Kader es technisch schafft Ballverluste (in den falschen Zonen) zu minimieren.



D'accord.



ABER: Ich verstehe die Entwicklung seit Bosz als eine Abkehr von der reinen Idee des dominanten Ballbesitzfußballs. Schon unter Klopp, aber dann hauptsächlich unter Tuchel und daraufhin mit Bosz hatte man versucht nach dem direkten Offensivspektakel-Fußball einen anderen Spielstil zu etablieren. Dazu haben aber teilweise die Spieler gefehlt, bzw. zentrale Spieler haben den Verein verlassen. Gleichzeitig hatte man Spieler, die wichtige Rollen im Verein einnehmen, aber für dieses System ungeeignet waren. Die krise unter Bosz gab dann den Ausschlag, dass man einen Schritt zurück gemacht hat. Der jetztige Umbruch erscheint mir in Folge als Spagat zwischen den Ansprüchen eines dominanten, ballbesitzorientierten Spitzenteams und der Rückbesinnung auf direkteres, körperliches und aggresives Spiel.

Ich bin mir noch nicht sicher, wie ich diesen Spagat bewerten würde. Aber umso mehr ich unseren Kader anschue, desto mehr bin ich der Überzeugung, dass die Ausrichtung auf ein sehr offensives, ballbesitzspiel mit feinen Überlegungen, um tiefstehende Gegner auszuhebeln und Gegenpressing als Verteidigungsstrategie nicht mehr das Ziel ist. Spieler wie Weigl und Guerreiro sind eher auf der Abgangsseite anzusiedeln. Man scheint mit dem ZM aus Delaney und Witsel zufrieden und Schulz ist ein Spieler, der einem Schmelzer deutlich ähnlicher ist als einem Guerreiro.

Ich denke, dass viele der Überlegungen, die du hier im Forum ausführst, sehr sinnvoll sind und ich teile sie oft in allen Punkten. Aber ich zweifel manchmal daran, dass wir strategisch in diese Richtung unterwegs sind.

Das ist jetzt etwas von dem eigentlichen Punkt deines Posts abgedriftet. Daher zurück zum Urpsrung. Abgesehen von den noch nötigen Abgängen, sehe ich folgende Zugänge als sinnvoll an: Stratege oder vertikaler Spielmacher im ZM, wenn man nicht auf Dahoud hofft; 1gg1 Spieler/ Talent/ Nachfolger für Sanchos Abgang 2020; Stürmeralternative ohne Alcacer abzuschieße; Linksverteidiger-backup/Talent ohne Schmelzer abzuschießen.

PS: Ich freue mich diese Diskussion auszugraben, wenn Dahoud nach der Hinrunde Stammspieler ist grins


Die Theorie verstehe ich, die Umsetzung aber nicht. Ich verstehe jedenfalls wortwörtlich nicht, wie man sich einen Spagat freiwillig antun kann. Das tut doch weh!

Ansonsten fände ich es auch falsch, wenn die Kausalitätskette so stimmen sollte, was ich durchaus als legitimen, weil plausiblen Verdacht empfinde. Denn das würde bedeuten, dass man meines Erachtens die Mannschaft und deren Fähigkeiten im Ballbesitz auf halber Strecke überschätzt hat, nur um dann eine Kehrtwende einzulegen. Dafür gibt es auch leider reichlich Aussagen, vor allem von Watzke, nach dessen Meinung es nicht an der fussballerischen Qualität lag. Das hat man meines Erachtens zu voreilig und zu Unrecht ausgeschlossen ...

An der Spitze halte ich ansonsten die Anforderungen an die individuelle Qualität und die Abstimmung dieser untereinander für so hoch, dass Ballbesitz auf mich generell eigentlich eine unausweichliche Strategie ist, gerade in der Bundesliga. Denn dort ist so gut wie nirgendwo Ballbesitz die strategische Ausrichtung, was automatisch heißt, dass man sich keinen strategischen Vorteil holt, wenn man nicht auf Ballbesitz spielt. Man begibt sich taktisch freiwillig auf das Niveau vom Rest und muss sich somit umso stärker per individueller Qualität differenzieren. Daher ist man immer nur 2-3 Verletzungen oder Verluste durch Abgänge vom Worst-Case entfernt ...

Was allerdings gegen diese Theorie spricht: Favre hatte bei seiner Vorstellungs PK ganz anderen Fussball angekündigt, als er dann letztendlich umgestzt wurde, womit er nicht der erste Trainer war. Tuchel machte in seiner zweiten Saison die Kehrtwende. Bosz machte nach dem Augsburg Spiel die Kehrtwende, auch wenn ihm immer zu Unrecht vorgeworfen wurde, dass er sich nicht angepasst hätte. Stöger redete bei seiner Vorstellung sinngemäß davon, dass es ihm mit diesem Kader nicht gelingen würde unattraktiven Fussball zu spielen. Die Realität war eine andere und der Kader wurde offenbar regelmäßig überschätzt, abgesehen von der Vorsaison vielleicht. Die Aussage zuletzt, dass Favre die Erwartungen daher zu 100% erfüllt hat, halte ich für sehr politisch und höchstens auf den Erfolg bezogen. Dahingehend hat Favre die Erwartungen, trotz Einbruchs in der Rückrunde, sogar übertroffen.
BVB - Transferpolitik |#14140
02.07.2019 - 16:19 Uhr
Kurze Anmerkung am Rande...

mir ist gerade mal aufgefallen, als ich meine tägliche Runde durch die Gerüchteküche gemacht habe, dass aktuell, in der "eigentlich" heißesten Phase, nur noch schwach bewertete Zugänge existieren, der heißeste, Thuram, mit gerade mal 18% Wahrscheinlichkeit. Schon interessant, bestätigt dass wir früh die Hausaufgaben gemacht haben, der Verein vermutlich keine allzu großen Löcher mehr sieht und man vermutlich auf Spontankäufe/Leihen setzen wird, die nice-to-have sind
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