| Geburtsdatum | 08.02.1966 |
|---|---|
| Alter | 60 |
| Nat. |
Deutschland |
| Funktion | Trainer |
| Akt. Verein | Vereinslos |
Bruno Labbadia [Trainer]
30.11.2022 - 19:10 Uhr
26.03.2023 - 23:47 Uhr
Zitat von justalittlethought
Der Kommentar ist im Original aus der Zeit. Und zwar von 2013. Ich habe ihn an die gegenwärtige Situation angepasst (Labbadia ist noch nicht entlassen, Ahamada ist noch nicht da, Hertha hatte er damals noch nicht trainiert, Vorstandsvorsitzenden gab es noch keinen etc. ), aber die Aussage von damals quasi unversändert gelassen.
Aus meiner Sicht könnte er dann auch fast von heute sein. Es hat sich nicht viel verändert in den letzten 10 Jahren.
Labbadia vergisst, dass Fußball auch Spaß ist
Bruno Labbadia ist ein akribischer Arbeiter – und ein Miesepeter. Weil er ignoriert, dass Fußball Optimismus verlangt, steht er vor der nächsten Entlassung
Die mögliche baldige Entlassung Bruno Labbadias liegt im Trend. Er zählt zu einer Trainersorte, die es zunehmend schwerer hat in der Bundesliga: der ehemalige Profi, der innerhalb weniger Jahre vom Platz auf die Bank wechselt. Im Gegensatz zu manch anderem verlässt sich Labbadia aber nicht auf seinen Namen, sondern ist ein gewissenhafter Arbeiter.
(....) Es fällt ihm manchmal schwer, mit seiner Akribie das Maß zu halten. Kritik ist wichtig, aber Labbadia übertreibt oft. Labbadia gibt seinen Leuten gelegentlich zu verstehen, dass er an ihnen zweifelt. Das senkt die Laune in jedem Verein. Das war schon schon in Leverkusen, Hamburg und Berlin so.
Beim HSV raubte er Mannschaft und Vorstand mit Meckerei über Kleinkram manche Energie. In Leverkusen erschien am Tag des Pokalfinales ein vereinskritisches Interview des Trainers. In Stuttgart schimpft er alle paar Tage, dass ihm zu wenige gute und erfahrene Spieler zur Verfügung stünden. 2013 hat dort Japaner Shinji Okazaki den VfB verlassen, weil positionsfremd eingesetzt wurde und darüber unter Labbadia das Selbstvertrauen verloren habe, sagte er.
Fußball ist Arbeit, stimmt. Fußball ist aber auch Spiel und Spaß, verlangt Kreativität und Enthusiasmus. Zwischen diesen beiden Polen findet Labbadia nicht immer die Balance.
Dass Labbadia nun gefeuert werden könnte, obwohl er erst diese Saison verpflichtet wurde, belegt, dass der Verein inzwischen Zweifel an dessen miesepetriger Art hegt. Der aktuelle sportliche Misserfolg ist nur der Anlass für den Rausschmiss. Der Zeitpunkt zeugt freilich von Inkonsequenz der Klubführung, den Schritt hätte sie schon früher vollziehen können.
Im Winter kaufte der VfB, wie von Labbadia gewünscht, zwei erfahrene Bundesliga-Profis. Es verließ mit Ahamada ein großes Talent den Verein mit wechselnden Leistungen und defensiven Schwächen. Der Vorstandsvorsitzende freute sich und ging von einem sicheren Klassenerhalt aus.: Sicher darf ein Trainer in solchen Fällen bremsen, aber Labbadia übertrieb es auch hier mit seinem Realismus: "Jetzt tun alle so, als hätten wir Messi und Neymar gekauft."
Bruno Labbadia ist ein akribischer Arbeiter – und ein Miesepeter. Weil er ignoriert, dass Fußball Optimismus verlangt, steht er vor der nächsten Entlassung
Die mögliche baldige Entlassung Bruno Labbadias liegt im Trend. Er zählt zu einer Trainersorte, die es zunehmend schwerer hat in der Bundesliga: der ehemalige Profi, der innerhalb weniger Jahre vom Platz auf die Bank wechselt. Im Gegensatz zu manch anderem verlässt sich Labbadia aber nicht auf seinen Namen, sondern ist ein gewissenhafter Arbeiter.
(....) Es fällt ihm manchmal schwer, mit seiner Akribie das Maß zu halten. Kritik ist wichtig, aber Labbadia übertreibt oft. Labbadia gibt seinen Leuten gelegentlich zu verstehen, dass er an ihnen zweifelt. Das senkt die Laune in jedem Verein. Das war schon schon in Leverkusen, Hamburg und Berlin so.
Beim HSV raubte er Mannschaft und Vorstand mit Meckerei über Kleinkram manche Energie. In Leverkusen erschien am Tag des Pokalfinales ein vereinskritisches Interview des Trainers. In Stuttgart schimpft er alle paar Tage, dass ihm zu wenige gute und erfahrene Spieler zur Verfügung stünden. 2013 hat dort Japaner Shinji Okazaki den VfB verlassen, weil positionsfremd eingesetzt wurde und darüber unter Labbadia das Selbstvertrauen verloren habe, sagte er.
Fußball ist Arbeit, stimmt. Fußball ist aber auch Spiel und Spaß, verlangt Kreativität und Enthusiasmus. Zwischen diesen beiden Polen findet Labbadia nicht immer die Balance.
Dass Labbadia nun gefeuert werden könnte, obwohl er erst diese Saison verpflichtet wurde, belegt, dass der Verein inzwischen Zweifel an dessen miesepetriger Art hegt. Der aktuelle sportliche Misserfolg ist nur der Anlass für den Rausschmiss. Der Zeitpunkt zeugt freilich von Inkonsequenz der Klubführung, den Schritt hätte sie schon früher vollziehen können.
Im Winter kaufte der VfB, wie von Labbadia gewünscht, zwei erfahrene Bundesliga-Profis. Es verließ mit Ahamada ein großes Talent den Verein mit wechselnden Leistungen und defensiven Schwächen. Der Vorstandsvorsitzende freute sich und ging von einem sicheren Klassenerhalt aus.: Sicher darf ein Trainer in solchen Fällen bremsen, aber Labbadia übertrieb es auch hier mit seinem Realismus: "Jetzt tun alle so, als hätten wir Messi und Neymar gekauft."
Der Kommentar ist im Original aus der Zeit. Und zwar von 2013. Ich habe ihn an die gegenwärtige Situation angepasst (Labbadia ist noch nicht entlassen, Ahamada ist noch nicht da, Hertha hatte er damals noch nicht trainiert, Vorstandsvorsitzenden gab es noch keinen etc. ), aber die Aussage von damals quasi unversändert gelassen.
Aus meiner Sicht könnte er dann auch fast von heute sein. Es hat sich nicht viel verändert in den letzten 10 Jahren.
PostScriptum: Was ich noch vergessen habe zu erwähnen. Der Link in der Quelle führt zum Originalartikel von damals. Damit jeder die Redigierungen und Anpassungen an die Gegenwart sehen kann.
27.03.2023 - 00:03 Uhr
Zitat von Bad_Cannstatt
Wow, das ist wirklich interessant. Die abschätzigen Äußerungen über die Qualität der eigenen Spieler hat er unverändert beibehalten. Und auch sonst thematisch absolut aktuell.
Wenn ich das so lese, halt die Aussage Mislintats nochmals deutlich nach in meinen Ohren: „bei Bruno weißt du ganz genau was du bekommst“. Je mehr ich mich mit der Thematik beschäftige desto deutlicher stellt sich heraus, dass Mislintat genau wusste was auf den VfB zu kommt mit Labbadia und wie sich die Sache mit großer Wahrscheinlichkeit entwickeln wird.
Zitat von justalittlethought
Der Kommentar ist im Original aus der Zeit. Und zwar von 2013. Ich habe ihn an die gegenwärtige Situation angepasst (Labbadia ist noch nicht entlassen, Ahamada ist noch nicht da, Hertha hatte er damals noch nicht trainiert, Vorstandsvorsitzenden gab es noch keinen etc. ), aber die Aussage von damals quasi unversändert gelassen.
Aus meiner Sicht könnte er dann auch fast von heute sein. Es hat sich nicht viel verändert in den letzten 10 Jahren.
Labbadia vergisst, dass Fußball auch Spaß ist
Bruno Labbadia ist ein akribischer Arbeiter – und ein Miesepeter. Weil er ignoriert, dass Fußball Optimismus verlangt, steht er vor der nächsten Entlassung
Die mögliche baldige Entlassung Bruno Labbadias liegt im Trend. Er zählt zu einer Trainersorte, die es zunehmend schwerer hat in der Bundesliga: der ehemalige Profi, der innerhalb weniger Jahre vom Platz auf die Bank wechselt. Im Gegensatz zu manch anderem verlässt sich Labbadia aber nicht auf seinen Namen, sondern ist ein gewissenhafter Arbeiter.
(....) Es fällt ihm manchmal schwer, mit seiner Akribie das Maß zu halten. Kritik ist wichtig, aber Labbadia übertreibt oft. Labbadia gibt seinen Leuten gelegentlich zu verstehen, dass er an ihnen zweifelt. Das senkt die Laune in jedem Verein. Das war schon schon in Leverkusen, Hamburg und Berlin so.
Beim HSV raubte er Mannschaft und Vorstand mit Meckerei über Kleinkram manche Energie. In Leverkusen erschien am Tag des Pokalfinales ein vereinskritisches Interview des Trainers. In Stuttgart schimpft er alle paar Tage, dass ihm zu wenige gute und erfahrene Spieler zur Verfügung stünden. 2013 hat dort Japaner Shinji Okazaki den VfB verlassen, weil positionsfremd eingesetzt wurde und darüber unter Labbadia das Selbstvertrauen verloren habe, sagte er.
Fußball ist Arbeit, stimmt. Fußball ist aber auch Spiel und Spaß, verlangt Kreativität und Enthusiasmus. Zwischen diesen beiden Polen findet Labbadia nicht immer die Balance.
Dass Labbadia nun gefeuert werden könnte, obwohl er erst diese Saison verpflichtet wurde, belegt, dass der Verein inzwischen Zweifel an dessen miesepetriger Art hegt. Der aktuelle sportliche Misserfolg ist nur der Anlass für den Rausschmiss. Der Zeitpunkt zeugt freilich von Inkonsequenz der Klubführung, den Schritt hätte sie schon früher vollziehen können.
Im Winter kaufte der VfB, wie von Labbadia gewünscht, zwei erfahrene Bundesliga-Profis. Es verließ mit Ahamada ein großes Talent den Verein mit wechselnden Leistungen und defensiven Schwächen. Der Vorstandsvorsitzende freute sich und ging von einem sicheren Klassenerhalt aus.: Sicher darf ein Trainer in solchen Fällen bremsen, aber Labbadia übertrieb es auch hier mit seinem Realismus: "Jetzt tun alle so, als hätten wir Messi und Neymar gekauft."
Bruno Labbadia ist ein akribischer Arbeiter – und ein Miesepeter. Weil er ignoriert, dass Fußball Optimismus verlangt, steht er vor der nächsten Entlassung
Die mögliche baldige Entlassung Bruno Labbadias liegt im Trend. Er zählt zu einer Trainersorte, die es zunehmend schwerer hat in der Bundesliga: der ehemalige Profi, der innerhalb weniger Jahre vom Platz auf die Bank wechselt. Im Gegensatz zu manch anderem verlässt sich Labbadia aber nicht auf seinen Namen, sondern ist ein gewissenhafter Arbeiter.
(....) Es fällt ihm manchmal schwer, mit seiner Akribie das Maß zu halten. Kritik ist wichtig, aber Labbadia übertreibt oft. Labbadia gibt seinen Leuten gelegentlich zu verstehen, dass er an ihnen zweifelt. Das senkt die Laune in jedem Verein. Das war schon schon in Leverkusen, Hamburg und Berlin so.
Beim HSV raubte er Mannschaft und Vorstand mit Meckerei über Kleinkram manche Energie. In Leverkusen erschien am Tag des Pokalfinales ein vereinskritisches Interview des Trainers. In Stuttgart schimpft er alle paar Tage, dass ihm zu wenige gute und erfahrene Spieler zur Verfügung stünden. 2013 hat dort Japaner Shinji Okazaki den VfB verlassen, weil positionsfremd eingesetzt wurde und darüber unter Labbadia das Selbstvertrauen verloren habe, sagte er.
Fußball ist Arbeit, stimmt. Fußball ist aber auch Spiel und Spaß, verlangt Kreativität und Enthusiasmus. Zwischen diesen beiden Polen findet Labbadia nicht immer die Balance.
Dass Labbadia nun gefeuert werden könnte, obwohl er erst diese Saison verpflichtet wurde, belegt, dass der Verein inzwischen Zweifel an dessen miesepetriger Art hegt. Der aktuelle sportliche Misserfolg ist nur der Anlass für den Rausschmiss. Der Zeitpunkt zeugt freilich von Inkonsequenz der Klubführung, den Schritt hätte sie schon früher vollziehen können.
Im Winter kaufte der VfB, wie von Labbadia gewünscht, zwei erfahrene Bundesliga-Profis. Es verließ mit Ahamada ein großes Talent den Verein mit wechselnden Leistungen und defensiven Schwächen. Der Vorstandsvorsitzende freute sich und ging von einem sicheren Klassenerhalt aus.: Sicher darf ein Trainer in solchen Fällen bremsen, aber Labbadia übertrieb es auch hier mit seinem Realismus: "Jetzt tun alle so, als hätten wir Messi und Neymar gekauft."
Der Kommentar ist im Original aus der Zeit. Und zwar von 2013. Ich habe ihn an die gegenwärtige Situation angepasst (Labbadia ist noch nicht entlassen, Ahamada ist noch nicht da, Hertha hatte er damals noch nicht trainiert, Vorstandsvorsitzenden gab es noch keinen etc. ), aber die Aussage von damals quasi unversändert gelassen.
Aus meiner Sicht könnte er dann auch fast von heute sein. Es hat sich nicht viel verändert in den letzten 10 Jahren.
Wow, das ist wirklich interessant. Die abschätzigen Äußerungen über die Qualität der eigenen Spieler hat er unverändert beibehalten. Und auch sonst thematisch absolut aktuell.
Wenn ich das so lese, halt die Aussage Mislintats nochmals deutlich nach in meinen Ohren: „bei Bruno weißt du ganz genau was du bekommst“. Je mehr ich mich mit der Thematik beschäftige desto deutlicher stellt sich heraus, dass Mislintat genau wusste was auf den VfB zu kommt mit Labbadia und wie sich die Sache mit großer Wahrscheinlichkeit entwickeln wird.
Deswegen finde ich auch die Kommentare von diversen Podcasts und Medien, dass Labbadia sich nun
"neu erfinden müsse"
einigermaßen absurd. Der Mann ist 57 und seit 20 Jahren Trainer mit gewissen Erfolgen und Misserfolgen. Er hat seine Art und seine Persönlichkeit und die wird es mit fast 60 nicht in 2 Wochen ändern können (und vermutlich auch nicht wollen). Fußball ist bei ihm Arbeit und Disziplin und Laufstärke und (Abnutzungs-)kampf gegen Widrigkeiten. Das hat eben gewisse Erfolge gebracht, aber eben auch gewisse Limitationen. Und ich finde, dass das in den heutigen Fußball immer weniger genug ist. Seine beste Zeit hat er auch bei Leverkusen und beim HSV 1 gehabt - das war halt vor etwas mehr als 10 Jahren, als defensiv kompakt stehen und umschalten und ggf. auch schon pressen en vogue war.
Da hatte Mislintat schon recht. Du weißt, was du bei Labbadia bekommst. Wir haben im Wesentlichen den Labbadia bekommen, der er auch schon vor 10-15 Jahren war. Nur eben nicht mit den Erfolgen von damals, weil der Fußball sich weiterentwickelt hat und weil wir jetzt auch eine andere Mannschaft mit weniger individuellen Qualitäten im Offensivspiel haben, die strukturelle Schwächen im offensiven Positionsspiel übertünchen können. Hätten wir noch Ahamada, der durch seine Dribblings aus dem MF aus dem Nichts was kreieren könnte und Guirassy als mitspielenden Stürmer und Millot in der Form unter Wimmer und Führich mit Selbstvertrauen und etwas mehr Übersicht und Silas in der Form von vor 2 Jahren würde die Offensive natürlich besser funktionieren. So haben wir halt außer Sosa (und Millot) quasi niemand mit einer guten Idee. Dann musst Du mehr über die Automatismen und offensiven Strukturen kommen - und das Ballbesitz- und Positionsspiel war noch nie Labbadias Stärke. Im Gegenteil, er hat das oft sukzessive gekillt, weil eben Leute für riskanteres Spiel, die auch mal in einen Ballverlust, eine Großchance des Gegners und ggf. in eine Gegentor münden, kritisiert werden. Dann spielt halt jeder nur noch die Sicherheitsbälle aus Angst Fehler zu machen wie in den letzten 3 Spielen bis auf die Schlussphasen.
27.03.2023 - 07:04 Uhr
Nach der Niederlage gegen Union kommt dann wohl folgende Meldung.
Trotz hervorragender Leistung wollen wir einen neuen Impuls setzen, und müssen Bruno Labbadia schweren Herzens von seinen Aufgaben entbinden. Ich als Vorsitzender des Vorstandes übernehme die volle Verantwortung, laufe aber nicht davon. Wir werden zeitnah eine gute Lösung präsentieren.
Trotz hervorragender Leistung wollen wir einen neuen Impuls setzen, und müssen Bruno Labbadia schweren Herzens von seinen Aufgaben entbinden. Ich als Vorsitzender des Vorstandes übernehme die volle Verantwortung, laufe aber nicht davon. Wir werden zeitnah eine gute Lösung präsentieren.
27.03.2023 - 07:27 Uhr
Zitat von Rodokalia
Nach der Niederlage gegen Union kommt dann wohl folgende Meldung.
Trotz hervorragender Leistung wollen wir einen neuen Impuls setzen, und müssen Bruno Labbadia schweren Herzens von seinen Aufgaben entbinden. Ich als Vorsitzender des Vorstandes übernehme die volle Verantwortung, laufe aber nicht davon. Wir werden zeitnah eine gute Lösung präsentieren.
Nach der Niederlage gegen Union kommt dann wohl folgende Meldung.
Trotz hervorragender Leistung wollen wir einen neuen Impuls setzen, und müssen Bruno Labbadia schweren Herzens von seinen Aufgaben entbinden. Ich als Vorsitzender des Vorstandes übernehme die volle Verantwortung, laufe aber nicht davon. Wir werden zeitnah eine gute Lösung präsentieren.

Das wäre ihm zu viel Stress.
Aber was ist mit Gentner?
"Wir haben uns für Christian als Trainer entschieden. Keiner hat so viel Erfahrung im Abstiegskampf wie er.
Nach seiner Rückkehr zum VfB 2010 befanden wir uns, abgesehen von den zwei Jahren in der zweiten Liga, ständig im Abstiegskampf. Diese Erfahrung ist einmalig im Profifußball. Er ist der beste Mann für diesen Job.
Er ist außerdem Leiter der Lizenzspielerabteilung, kennt also diese junge und unerfahrene, ja schlechte Mannschaft. Viel Erfolg, Christian.
Ihr könnt euch jetzt alle entspannen "
27.03.2023 - 09:23 Uhr
Zitat von justalittlethought
Deswegen finde ich auch die Kommentare von diversen Podcasts und Medien, dass Labbadia sich nun
"neu erfinden müsse"
einigermaßen absurd. Der Mann ist 57 und seit 20 Jahren Trainer mit gewissen Erfolgen und Misserfolgen. Er hat seine Art und seine Persönlichkeit und die wird es mit fast 60 nicht in 2 Wochen ändern können (und vermutlich auch nicht wollen). Fußball ist bei ihm Arbeit und Disziplin und Laufstärke und (Abnutzungs-)kampf gegen Widrigkeiten. Das hat eben gewisse Erfolge gebracht, aber eben auch gewisse Limitationen. Und ich finde, dass das in den heutigen Fußball immer weniger genug ist. Seine beste Zeit hat er auch bei Leverkusen und beim HSV 1 gehabt - das war halt vor etwas mehr als 10 Jahren, als defensiv kompakt stehen und umschalten und ggf. auch schon pressen en vogue war.
Da hatte Mislintat schon recht. Du weißt, was du bei Labbadia bekommst. Wir haben im Wesentlichen den Labbadia bekommen, der er auch schon vor 10-15 Jahren war. Nur eben nicht mit den Erfolgen von damals, weil der Fußball sich weiterentwickelt hat und weil wir jetzt auch eine andere Mannschaft mit weniger individuellen Qualitäten im Offensivspiel haben, die strukturelle Schwächen im offensiven Positionsspiel übertünchen können. Hätten wir noch Ahamada, der durch seine Dribblings aus dem MF aus dem Nichts was kreieren könnte und Guirassy als mitspielenden Stürmer und Millot in der Form unter Wimmer und Führich mit Selbstvertrauen und etwas mehr Übersicht und Silas in der Form von vor 2 Jahren würde die Offensive natürlich besser funktionieren. So haben wir halt außer Sosa (und Millot) quasi niemand mit einer guten Idee. Dann musst Du mehr über die Automatismen und offensiven Strukturen kommen - und das Ballbesitz- und Positionsspiel war noch nie Labbadias Stärke. Im Gegenteil, er hat das oft sukzessive gekillt, weil eben Leute für riskanteres Spiel, die auch mal in einen Ballverlust, eine Großchance des Gegners und ggf. in eine Gegentor münden, kritisiert werden. Dann spielt halt jeder nur noch die Sicherheitsbälle aus Angst Fehler zu machen wie in den letzten 3 Spielen bis auf die Schlussphasen.
Zitat von Bad_Cannstatt
Wow, das ist wirklich interessant. Die abschätzigen Äußerungen über die Qualität der eigenen Spieler hat er unverändert beibehalten. Und auch sonst thematisch absolut aktuell.
Wenn ich das so lese, halt die Aussage Mislintats nochmals deutlich nach in meinen Ohren: „bei Bruno weißt du ganz genau was du bekommst“. Je mehr ich mich mit der Thematik beschäftige desto deutlicher stellt sich heraus, dass Mislintat genau wusste was auf den VfB zu kommt mit Labbadia und wie sich die Sache mit großer Wahrscheinlichkeit entwickeln wird.
Zitat von justalittlethought
Der Kommentar ist im Original aus der Zeit. Und zwar von 2013. Ich habe ihn an die gegenwärtige Situation angepasst (Labbadia ist noch nicht entlassen, Ahamada ist noch nicht da, Hertha hatte er damals noch nicht trainiert, Vorstandsvorsitzenden gab es noch keinen etc. ), aber die Aussage von damals quasi unversändert gelassen.
Aus meiner Sicht könnte er dann auch fast von heute sein. Es hat sich nicht viel verändert in den letzten 10 Jahren.
Labbadia vergisst, dass Fußball auch Spaß ist
Bruno Labbadia ist ein akribischer Arbeiter – und ein Miesepeter. Weil er ignoriert, dass Fußball Optimismus verlangt, steht er vor der nächsten Entlassung
Die mögliche baldige Entlassung Bruno Labbadias liegt im Trend. Er zählt zu einer Trainersorte, die es zunehmend schwerer hat in der Bundesliga: der ehemalige Profi, der innerhalb weniger Jahre vom Platz auf die Bank wechselt. Im Gegensatz zu manch anderem verlässt sich Labbadia aber nicht auf seinen Namen, sondern ist ein gewissenhafter Arbeiter.
(....) Es fällt ihm manchmal schwer, mit seiner Akribie das Maß zu halten. Kritik ist wichtig, aber Labbadia übertreibt oft. Labbadia gibt seinen Leuten gelegentlich zu verstehen, dass er an ihnen zweifelt. Das senkt die Laune in jedem Verein. Das war schon schon in Leverkusen, Hamburg und Berlin so.
Beim HSV raubte er Mannschaft und Vorstand mit Meckerei über Kleinkram manche Energie. In Leverkusen erschien am Tag des Pokalfinales ein vereinskritisches Interview des Trainers. In Stuttgart schimpft er alle paar Tage, dass ihm zu wenige gute und erfahrene Spieler zur Verfügung stünden. 2013 hat dort Japaner Shinji Okazaki den VfB verlassen, weil positionsfremd eingesetzt wurde und darüber unter Labbadia das Selbstvertrauen verloren habe, sagte er.
Fußball ist Arbeit, stimmt. Fußball ist aber auch Spiel und Spaß, verlangt Kreativität und Enthusiasmus. Zwischen diesen beiden Polen findet Labbadia nicht immer die Balance.
Dass Labbadia nun gefeuert werden könnte, obwohl er erst diese Saison verpflichtet wurde, belegt, dass der Verein inzwischen Zweifel an dessen miesepetriger Art hegt. Der aktuelle sportliche Misserfolg ist nur der Anlass für den Rausschmiss. Der Zeitpunkt zeugt freilich von Inkonsequenz der Klubführung, den Schritt hätte sie schon früher vollziehen können.
Im Winter kaufte der VfB, wie von Labbadia gewünscht, zwei erfahrene Bundesliga-Profis. Es verließ mit Ahamada ein großes Talent den Verein mit wechselnden Leistungen und defensiven Schwächen. Der Vorstandsvorsitzende freute sich und ging von einem sicheren Klassenerhalt aus.: Sicher darf ein Trainer in solchen Fällen bremsen, aber Labbadia übertrieb es auch hier mit seinem Realismus: "Jetzt tun alle so, als hätten wir Messi und Neymar gekauft."
Bruno Labbadia ist ein akribischer Arbeiter – und ein Miesepeter. Weil er ignoriert, dass Fußball Optimismus verlangt, steht er vor der nächsten Entlassung
Die mögliche baldige Entlassung Bruno Labbadias liegt im Trend. Er zählt zu einer Trainersorte, die es zunehmend schwerer hat in der Bundesliga: der ehemalige Profi, der innerhalb weniger Jahre vom Platz auf die Bank wechselt. Im Gegensatz zu manch anderem verlässt sich Labbadia aber nicht auf seinen Namen, sondern ist ein gewissenhafter Arbeiter.
(....) Es fällt ihm manchmal schwer, mit seiner Akribie das Maß zu halten. Kritik ist wichtig, aber Labbadia übertreibt oft. Labbadia gibt seinen Leuten gelegentlich zu verstehen, dass er an ihnen zweifelt. Das senkt die Laune in jedem Verein. Das war schon schon in Leverkusen, Hamburg und Berlin so.
Beim HSV raubte er Mannschaft und Vorstand mit Meckerei über Kleinkram manche Energie. In Leverkusen erschien am Tag des Pokalfinales ein vereinskritisches Interview des Trainers. In Stuttgart schimpft er alle paar Tage, dass ihm zu wenige gute und erfahrene Spieler zur Verfügung stünden. 2013 hat dort Japaner Shinji Okazaki den VfB verlassen, weil positionsfremd eingesetzt wurde und darüber unter Labbadia das Selbstvertrauen verloren habe, sagte er.
Fußball ist Arbeit, stimmt. Fußball ist aber auch Spiel und Spaß, verlangt Kreativität und Enthusiasmus. Zwischen diesen beiden Polen findet Labbadia nicht immer die Balance.
Dass Labbadia nun gefeuert werden könnte, obwohl er erst diese Saison verpflichtet wurde, belegt, dass der Verein inzwischen Zweifel an dessen miesepetriger Art hegt. Der aktuelle sportliche Misserfolg ist nur der Anlass für den Rausschmiss. Der Zeitpunkt zeugt freilich von Inkonsequenz der Klubführung, den Schritt hätte sie schon früher vollziehen können.
Im Winter kaufte der VfB, wie von Labbadia gewünscht, zwei erfahrene Bundesliga-Profis. Es verließ mit Ahamada ein großes Talent den Verein mit wechselnden Leistungen und defensiven Schwächen. Der Vorstandsvorsitzende freute sich und ging von einem sicheren Klassenerhalt aus.: Sicher darf ein Trainer in solchen Fällen bremsen, aber Labbadia übertrieb es auch hier mit seinem Realismus: "Jetzt tun alle so, als hätten wir Messi und Neymar gekauft."
Der Kommentar ist im Original aus der Zeit. Und zwar von 2013. Ich habe ihn an die gegenwärtige Situation angepasst (Labbadia ist noch nicht entlassen, Ahamada ist noch nicht da, Hertha hatte er damals noch nicht trainiert, Vorstandsvorsitzenden gab es noch keinen etc. ), aber die Aussage von damals quasi unversändert gelassen.
Aus meiner Sicht könnte er dann auch fast von heute sein. Es hat sich nicht viel verändert in den letzten 10 Jahren.
Wow, das ist wirklich interessant. Die abschätzigen Äußerungen über die Qualität der eigenen Spieler hat er unverändert beibehalten. Und auch sonst thematisch absolut aktuell.
Wenn ich das so lese, halt die Aussage Mislintats nochmals deutlich nach in meinen Ohren: „bei Bruno weißt du ganz genau was du bekommst“. Je mehr ich mich mit der Thematik beschäftige desto deutlicher stellt sich heraus, dass Mislintat genau wusste was auf den VfB zu kommt mit Labbadia und wie sich die Sache mit großer Wahrscheinlichkeit entwickeln wird.
Deswegen finde ich auch die Kommentare von diversen Podcasts und Medien, dass Labbadia sich nun
"neu erfinden müsse"
einigermaßen absurd. Der Mann ist 57 und seit 20 Jahren Trainer mit gewissen Erfolgen und Misserfolgen. Er hat seine Art und seine Persönlichkeit und die wird es mit fast 60 nicht in 2 Wochen ändern können (und vermutlich auch nicht wollen). Fußball ist bei ihm Arbeit und Disziplin und Laufstärke und (Abnutzungs-)kampf gegen Widrigkeiten. Das hat eben gewisse Erfolge gebracht, aber eben auch gewisse Limitationen. Und ich finde, dass das in den heutigen Fußball immer weniger genug ist. Seine beste Zeit hat er auch bei Leverkusen und beim HSV 1 gehabt - das war halt vor etwas mehr als 10 Jahren, als defensiv kompakt stehen und umschalten und ggf. auch schon pressen en vogue war.
Da hatte Mislintat schon recht. Du weißt, was du bei Labbadia bekommst. Wir haben im Wesentlichen den Labbadia bekommen, der er auch schon vor 10-15 Jahren war. Nur eben nicht mit den Erfolgen von damals, weil der Fußball sich weiterentwickelt hat und weil wir jetzt auch eine andere Mannschaft mit weniger individuellen Qualitäten im Offensivspiel haben, die strukturelle Schwächen im offensiven Positionsspiel übertünchen können. Hätten wir noch Ahamada, der durch seine Dribblings aus dem MF aus dem Nichts was kreieren könnte und Guirassy als mitspielenden Stürmer und Millot in der Form unter Wimmer und Führich mit Selbstvertrauen und etwas mehr Übersicht und Silas in der Form von vor 2 Jahren würde die Offensive natürlich besser funktionieren. So haben wir halt außer Sosa (und Millot) quasi niemand mit einer guten Idee. Dann musst Du mehr über die Automatismen und offensiven Strukturen kommen - und das Ballbesitz- und Positionsspiel war noch nie Labbadias Stärke. Im Gegenteil, er hat das oft sukzessive gekillt, weil eben Leute für riskanteres Spiel, die auch mal in einen Ballverlust, eine Großchance des Gegners und ggf. in eine Gegentor münden, kritisiert werden. Dann spielt halt jeder nur noch die Sicherheitsbälle aus Angst Fehler zu machen wie in den letzten 3 Spielen bis auf die Schlussphasen.
Das was du da beschreibst sind halt Dinge, die auch viele Fans erkennen können. Und in der Offensive nur auf Einzelaktionen zu hoffen durch individuelle Qualität ist wie ich finde zu wenig.
Und die Argumentation, dass wenn einer erfolgreich Abstiegskampf kann, dann Bruno weil er es 4x geschafft hat ist halt auch nur bedingt für die aktuelle Situation gültig. Tatsächlich hatten seine bisherigen Stationen bei denen er den Klassenerhalt geschafft hat vor der Saison eher das Ziel am internationalen Wettbewerb zu schnuppern. Da waren die Mannschaften Qualitativ im Verhältnis zur Konkurrenz besser besetzt als der VfB aktuell. Da hat der defensive Ansatz besser funktioniert indem er bei den Mannschaften wie auch beim VfB Offensivspieler geopfert hat und mehr defensive Spieler aufs Feld schickte. Da war die individuelle Qualität im Sturm vorhanden, dass die Spieler durch Einzelaktionen ein Tor gemacht haben.
Das gibt aber der VfB Kader aktuell nicht her, wie übrigens alle anderen Mannschaften im Abstiegskampf auch nicht (Hoffenheim mit Kramaric mal ausgenommen).
Der VfB hätten einen wie Svensson gebraucht, der aus dem vorhandenen Spielermaterial mehr rausholt und über das Kollektiv und mannschaftataktische Dinge zum Erfolg kommt.
27.03.2023 - 09:58 Uhr
Von Labbadia selbst und von den ganz wenigen verbliebenen Bruno-Verfechtern wird ja gern mal ins Feld geführt, dass er in der Vergangenheit mehrere Klubs vor dem Abstieg rettete. Was dabei gern übersehen wird: Wolfsburg, Hertha, HSV. Wenn man sich zum jeweiligen Zeitpunkt deren Kader anschaut, sollte man zur Erkenntnis gelangen, dass jedenfalls von den Einzelspielern her diese jeweils besser besetzt waren, als der aktuelle VfB. Der VfB ist seit über zehn Jahren fast durchweg ein Kellerkind. Streng genommen ist es das erste Mal, dass Labbadia nun in der Bundesliga einen Klub trainiert, dessen realistisch betrachtetes Hauptziel von Spieltag 1 an der Klassenerhalt ist.
27.03.2023 - 13:29 Uhr
Zitat von foo_foo
Von Labbadia selbst und von den ganz wenigen verbliebenen Bruno-Verfechtern wird ja gern mal ins Feld geführt, dass er in der Vergangenheit mehrere Klubs vor dem Abstieg rettete. Was dabei gern übersehen wird: Wolfsburg, Hertha, HSV. Wenn man sich zum jeweiligen Zeitpunkt deren Kader anschaut, sollte man zur Erkenntnis gelangen, dass jedenfalls von den Einzelspielern her diese jeweils besser besetzt waren, als der aktuelle VfB. Der VfB ist seit über zehn Jahren fast durchweg ein Kellerkind. Streng genommen ist es das erste Mal, dass Labbadia nun in der Bundesliga einen Klub trainiert, dessen realistisch betrachtetes Hauptziel von Spieltag 1 an der Klassenerhalt ist.
Von Labbadia selbst und von den ganz wenigen verbliebenen Bruno-Verfechtern wird ja gern mal ins Feld geführt, dass er in der Vergangenheit mehrere Klubs vor dem Abstieg rettete. Was dabei gern übersehen wird: Wolfsburg, Hertha, HSV. Wenn man sich zum jeweiligen Zeitpunkt deren Kader anschaut, sollte man zur Erkenntnis gelangen, dass jedenfalls von den Einzelspielern her diese jeweils besser besetzt waren, als der aktuelle VfB. Der VfB ist seit über zehn Jahren fast durchweg ein Kellerkind. Streng genommen ist es das erste Mal, dass Labbadia nun in der Bundesliga einen Klub trainiert, dessen realistisch betrachtetes Hauptziel von Spieltag 1 an der Klassenerhalt ist.
Der Vertikalpass hat das auch mal aufgedröselt und Team für Team durchgegangen. Im Prinzip hatte Labbadia immer Teams übernommen, die weit unter der Qualität ihrer Einzelspieler spielten und diese dann stabilisiert. Das kann er.
Der VfB 2023 ist anders. Das ist kein Team, das individuell vorne mitspielen müsste. Sondern da muss der Blick nach unten gehen. Dazu muss man Spieler besser machen bzw. schauen, dass das Team mehr ist als die Summe der Teile. Das ist nicht unbedingt Labbadias Stärke - und eben auch bei seinen 4 Rettungen nie gewesen.
Quelle: Vertikalpass
Bruno Labbadia gilt als der Garant für den Klassenerhalt. In Stuttgart, Hamburg, Wolfsburg und Berlin hielt er stets die Klasse, wenn auch zwei Mal über den Umweg Relegation. Aber warum funktionieren er und sein System nicht so richtig bei seiner zweiten Amtszeit beim VfB?
Auffällig bei allen erfolgreichen Rettungsmissionen von Labbadia: Stets waren es deutlich höher eingeschätzte Mannschaften, die eigentlich im Abstiegskampf nicht zu suchen hatten. Und denen der erfahrene Trainer mit klaren Maßnahmen Struktur und Stabilität verlieh und ihre wahre Leistungsfähigkeit weckte.
(....es folgt eine Aufdröselung der Teams, mit denen Labbadia den Klassenerhalt schaffte....)
Bruno Labbadia musste teilweise zerstrittene Teams wiederbeleben, die vorhandenen Stärken aus ihnen herauskitzeln und konnte sich dabei immer auf Einzelspieler verlassen, die im Zweifel die Spiele entscheiden konnten. Bei keiner seiner vorherigen Missionen musste Labbadia Spieler besser machen, er musste nichts entwickeln, sondern das bestehende Potential heben und ausschöpfen.
In Stuttgart 2023 ist das anders. Auch wenn vereinzelt Spieler durchaus ihre Qualitäten haben, kommt es beim VfB darauf an, dass die Summe der Spieler mehr auf den Platz bringt als man es von den Einzelspielern erwarten könnte. Der VfL Bochum, Schalke 04, der derzeit schwächelnde 1. FC Köln und vor allem FSV Mainz 05 machen vor wie das geht. Um das zu schaffen, muss jeder auf seiner Position möglichst seine Leistungsgrenze erreichen, wenn nicht darüber performen. Das funktioniert nicht, wenn Spieler Aufgaben bekommen, denen sie nicht gewachsen sind. Oder wenn sie auf Positionen und in Systemen spielen müssen, auf und in denen sie nicht ihre volle Leistung abrufen können.
Auffällig bei allen erfolgreichen Rettungsmissionen von Labbadia: Stets waren es deutlich höher eingeschätzte Mannschaften, die eigentlich im Abstiegskampf nicht zu suchen hatten. Und denen der erfahrene Trainer mit klaren Maßnahmen Struktur und Stabilität verlieh und ihre wahre Leistungsfähigkeit weckte.
(....es folgt eine Aufdröselung der Teams, mit denen Labbadia den Klassenerhalt schaffte....)
Bruno Labbadia musste teilweise zerstrittene Teams wiederbeleben, die vorhandenen Stärken aus ihnen herauskitzeln und konnte sich dabei immer auf Einzelspieler verlassen, die im Zweifel die Spiele entscheiden konnten. Bei keiner seiner vorherigen Missionen musste Labbadia Spieler besser machen, er musste nichts entwickeln, sondern das bestehende Potential heben und ausschöpfen.
In Stuttgart 2023 ist das anders. Auch wenn vereinzelt Spieler durchaus ihre Qualitäten haben, kommt es beim VfB darauf an, dass die Summe der Spieler mehr auf den Platz bringt als man es von den Einzelspielern erwarten könnte. Der VfL Bochum, Schalke 04, der derzeit schwächelnde 1. FC Köln und vor allem FSV Mainz 05 machen vor wie das geht. Um das zu schaffen, muss jeder auf seiner Position möglichst seine Leistungsgrenze erreichen, wenn nicht darüber performen. Das funktioniert nicht, wenn Spieler Aufgaben bekommen, denen sie nicht gewachsen sind. Oder wenn sie auf Positionen und in Systemen spielen müssen, auf und in denen sie nicht ihre volle Leistung abrufen können.
27.03.2023 - 13:46 Uhr
Zitat von foo_foo
Von Labbadia selbst und von den ganz wenigen verbliebenen Bruno-Verfechtern wird ja gern mal ins Feld geführt, dass er in der Vergangenheit mehrere Klubs vor dem Abstieg rettete. Was dabei gern übersehen wird: Wolfsburg, Hertha, HSV. Wenn man sich zum jeweiligen Zeitpunkt deren Kader anschaut, sollte man zur Erkenntnis gelangen, dass jedenfalls von den Einzelspielern her diese jeweils besser besetzt waren, als der aktuelle VfB. Der VfB ist seit über zehn Jahren fast durchweg ein Kellerkind. Streng genommen ist es das erste Mal, dass Labbadia nun in der Bundesliga einen Klub trainiert, dessen realistisch betrachtetes Hauptziel von Spieltag 1 an der Klassenerhalt ist.
Von Labbadia selbst und von den ganz wenigen verbliebenen Bruno-Verfechtern wird ja gern mal ins Feld geführt, dass er in der Vergangenheit mehrere Klubs vor dem Abstieg rettete. Was dabei gern übersehen wird: Wolfsburg, Hertha, HSV. Wenn man sich zum jeweiligen Zeitpunkt deren Kader anschaut, sollte man zur Erkenntnis gelangen, dass jedenfalls von den Einzelspielern her diese jeweils besser besetzt waren, als der aktuelle VfB. Der VfB ist seit über zehn Jahren fast durchweg ein Kellerkind. Streng genommen ist es das erste Mal, dass Labbadia nun in der Bundesliga einen Klub trainiert, dessen realistisch betrachtetes Hauptziel von Spieltag 1 an der Klassenerhalt ist.
Sehr guter Beitrag.
In Wolfsburg hat Labbadia übrigens in den 11 Liga-Spielen in der Saison 2 Siege geholt, davon einer am 34. Spieltag gg den abgeschlagenen Tabellenletzten Köln damals. Aus den ersten 6 Spielen 2 Punkte.
Am Ende kam der HSV mit Titz sogar noch gefährlich nahe.
Gegen Kiel hat es dann in der Relegation mit einem Kader der für internationale Plätze angedacht war, halt gereicht. Dass es dann in der Folgesaison lief, war eher überraschend.
Im Endeffekt hatte Labbadia den 15. übernommen, der um internationale Plätze mitspielen wollte, mit Riesen Abstand auf 17 und wurde 16. mit knappen Abstand auf 17.
Mit Hertha (übrigens auf Platz 12 übernommen!) gab es den kurzfristigen Effekt in den ersten 4 Spielen. Geisterspiele Corona-Runde. Ggf. auch die richtigen Gegner zur richtigen Zeit mit den richtigen Corona Ausfällen. Danach auf jeden Fall ne schlechte Performance. Ist wegen dem guten Start am Ende 10. geworden. Richtiger Abstiegskampf war das nicht.
Zweites Mal HSV Performance ordentlich mit 10 Pkt aus 6 Spielen, dann die knappe Relegation gg. den KSC. Auch schon wieder 9 Jahe her und damals mit Sicherheit auch kein Abstiegskader. Das war auch der einzige wirklich "Abstiegskampf".
VfB hat er 2010 ne Mannschaft übernommen, die 2009 noch im CL Achtelfinale stand und hier eine Mega Rückrunde spielte. Und wäre da nicht der spätere Sieger Barcelona gekommen, gegen jemand anderen Guten auch ein Viertelfinale nicht unrealistisch gewesen wäre. Labbadia holte ne ordentliche Rückrunde, Thema Abstieg war dann so um dem 30. Spieltag eigtl. erledigt.
Abstiegskampf davor hatte Labbadia in seinen Stadion Leverkusen und HSV nicht.
Also ja: Er ist nicht der Feuerwehrmann, der es immer geschafft hatte. Nur auf einem ersten sehr schnellen Blick.
27.03.2023 - 14:03 Uhr
Quelle: Labbadia in der Bild
"Die Mannschaft ist nicht für den Abstiegskampf zusammengestellt, will Fußball spielen. Daran arbeiten wir, weil wir nicht nur über Schönspielerei zum Erfolg kommen werden."
Ist zwar schon 3 Tage her, aber besser kann man das Labbadia-Mindset nicht beschreiben als er selbst.
Ich dagegen denke, dass unser Misserfolg auch daran liegt, dass die Mannschaft unter Labbadia zwar läuft und kämpft, aber zu wenig Fußball spielt, d.h. wenig Ideen mit dem Ball hat und wenig Gefahr ausstrahlt. Es ist auch bezeichnend, dass er das spielerische Element mit dem abwertenden Begriff "Schönspielerei" bezeichnet.
Ist auch ganz instruktiv. Gelegentlich wird einem ja vorgeworfen, ein Zerrbild von Labbadia zu entwerfen, das ihm nicht gerecht wird. Aber anders als er selbst hätte ich sein Mindset auch nicht formuliert. Nur eben anders bewertet.
27.03.2023 - 14:16 Uhr
Zitat von justalittlethought
Der Vertikalpass hat das auch mal aufgedröselt und Team für Team durchgegangen. Im Prinzip hatte Labbadia immer Teams übernommen, die weit unter der Qualität ihrer Einzelspieler spielten und diese dann stabilisiert. Das kann er.
Der VfB 2023 ist anders. Das ist kein Team, das individuell vorne mitspielen müsste. Sondern da muss der Blick nach unten gehen. Dazu muss man Spieler besser machen bzw. schauen, dass das Team mehr ist als die Summe der Teile. Das ist nicht unbedingt Labbadias Stärke - und eben auch bei seinen 4 Rettungen nie gewesen.
Zitat von foo_foo
Von Labbadia selbst und von den ganz wenigen verbliebenen Bruno-Verfechtern wird ja gern mal ins Feld geführt, dass er in der Vergangenheit mehrere Klubs vor dem Abstieg rettete. Was dabei gern übersehen wird: Wolfsburg, Hertha, HSV. Wenn man sich zum jeweiligen Zeitpunkt deren Kader anschaut, sollte man zur Erkenntnis gelangen, dass jedenfalls von den Einzelspielern her diese jeweils besser besetzt waren, als der aktuelle VfB. Der VfB ist seit über zehn Jahren fast durchweg ein Kellerkind. Streng genommen ist es das erste Mal, dass Labbadia nun in der Bundesliga einen Klub trainiert, dessen realistisch betrachtetes Hauptziel von Spieltag 1 an der Klassenerhalt ist.
Von Labbadia selbst und von den ganz wenigen verbliebenen Bruno-Verfechtern wird ja gern mal ins Feld geführt, dass er in der Vergangenheit mehrere Klubs vor dem Abstieg rettete. Was dabei gern übersehen wird: Wolfsburg, Hertha, HSV. Wenn man sich zum jeweiligen Zeitpunkt deren Kader anschaut, sollte man zur Erkenntnis gelangen, dass jedenfalls von den Einzelspielern her diese jeweils besser besetzt waren, als der aktuelle VfB. Der VfB ist seit über zehn Jahren fast durchweg ein Kellerkind. Streng genommen ist es das erste Mal, dass Labbadia nun in der Bundesliga einen Klub trainiert, dessen realistisch betrachtetes Hauptziel von Spieltag 1 an der Klassenerhalt ist.
Der Vertikalpass hat das auch mal aufgedröselt und Team für Team durchgegangen. Im Prinzip hatte Labbadia immer Teams übernommen, die weit unter der Qualität ihrer Einzelspieler spielten und diese dann stabilisiert. Das kann er.
Der VfB 2023 ist anders. Das ist kein Team, das individuell vorne mitspielen müsste. Sondern da muss der Blick nach unten gehen. Dazu muss man Spieler besser machen bzw. schauen, dass das Team mehr ist als die Summe der Teile. Das ist nicht unbedingt Labbadias Stärke - und eben auch bei seinen 4 Rettungen nie gewesen.
Quelle: Vertikalpass
Bruno Labbadia gilt als der Garant für den Klassenerhalt. In Stuttgart, Hamburg, Wolfsburg und Berlin hielt er stets die Klasse, wenn auch zwei Mal über den Umweg Relegation. Aber warum funktionieren er und sein System nicht so richtig bei seiner zweiten Amtszeit beim VfB?
Auffällig bei allen erfolgreichen Rettungsmissionen von Labbadia: Stets waren es deutlich höher eingeschätzte Mannschaften, die eigentlich im Abstiegskampf nicht zu suchen hatten. Und denen der erfahrene Trainer mit klaren Maßnahmen Struktur und Stabilität verlieh und ihre wahre Leistungsfähigkeit weckte.
(....es folgt eine Aufdröselung der Teams, mit denen Labbadia den Klassenerhalt schaffte....)
Bruno Labbadia musste teilweise zerstrittene Teams wiederbeleben, die vorhandenen Stärken aus ihnen herauskitzeln und konnte sich dabei immer auf Einzelspieler verlassen, die im Zweifel die Spiele entscheiden konnten. Bei keiner seiner vorherigen Missionen musste Labbadia Spieler besser machen, er musste nichts entwickeln, sondern das bestehende Potential heben und ausschöpfen.
In Stuttgart 2023 ist das anders. Auch wenn vereinzelt Spieler durchaus ihre Qualitäten haben, kommt es beim VfB darauf an, dass die Summe der Spieler mehr auf den Platz bringt als man es von den Einzelspielern erwarten könnte. Der VfL Bochum, Schalke 04, der derzeit schwächelnde 1. FC Köln und vor allem FSV Mainz 05 machen vor wie das geht. Um das zu schaffen, muss jeder auf seiner Position möglichst seine Leistungsgrenze erreichen, wenn nicht darüber performen. Das funktioniert nicht, wenn Spieler Aufgaben bekommen, denen sie nicht gewachsen sind. Oder wenn sie auf Positionen und in Systemen spielen müssen, auf und in denen sie nicht ihre volle Leistung abrufen können.
Auffällig bei allen erfolgreichen Rettungsmissionen von Labbadia: Stets waren es deutlich höher eingeschätzte Mannschaften, die eigentlich im Abstiegskampf nicht zu suchen hatten. Und denen der erfahrene Trainer mit klaren Maßnahmen Struktur und Stabilität verlieh und ihre wahre Leistungsfähigkeit weckte.
(....es folgt eine Aufdröselung der Teams, mit denen Labbadia den Klassenerhalt schaffte....)
Bruno Labbadia musste teilweise zerstrittene Teams wiederbeleben, die vorhandenen Stärken aus ihnen herauskitzeln und konnte sich dabei immer auf Einzelspieler verlassen, die im Zweifel die Spiele entscheiden konnten. Bei keiner seiner vorherigen Missionen musste Labbadia Spieler besser machen, er musste nichts entwickeln, sondern das bestehende Potential heben und ausschöpfen.
In Stuttgart 2023 ist das anders. Auch wenn vereinzelt Spieler durchaus ihre Qualitäten haben, kommt es beim VfB darauf an, dass die Summe der Spieler mehr auf den Platz bringt als man es von den Einzelspielern erwarten könnte. Der VfL Bochum, Schalke 04, der derzeit schwächelnde 1. FC Köln und vor allem FSV Mainz 05 machen vor wie das geht. Um das zu schaffen, muss jeder auf seiner Position möglichst seine Leistungsgrenze erreichen, wenn nicht darüber performen. Das funktioniert nicht, wenn Spieler Aufgaben bekommen, denen sie nicht gewachsen sind. Oder wenn sie auf Positionen und in Systemen spielen müssen, auf und in denen sie nicht ihre volle Leistung abrufen können.
Hatte ich auch gelesen und hat mich dann auch an das erinnert, was ich bei seiner Einstellung gesagt habe.
Labbadia ist ein Arbeiter und holt aus einer Mannschaft das raus was sie kann. Nicht mehr und nicht weniger.
Er entwickelt sie nicht weiter, er bleibt aber im Regelfall auch nicht unter den Möglichkeiten.
Inwieweit das nun hier bei uns der Fall ist? Darüber lässt sich natürlich streiten.
Genauso wie auch über die medial mal wieder total unnötigen Weisheiten von Förster und Müller.
Dennoch komme ich nicht umhin festzustellen, dass sie mit der Kaderkritik natürlich auch recht haben.
Denn der weist, obwohl vom größten Manager aller Zeiten zusammengestellt, halt auch dieses Jahr wieder massive Qualitätslücken auf.
Viel besser wirds mit Labbadia wohl nicht mehr. Man kann natürlich nochmal wechseln und hoffen.
Dass ein neuer Trainer mit dieser schlecht zusammengestellten und dazu inzwischen natürlich auch noch verunsicherten Truppe allerdings mal hopplahopp den Klassenerhalt packt und nach Labbadia generell und sowieso alles besser wird, davon würde ich mal absolut nicht ausgehen.
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