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Traditions - und Geschichtsthread

18.12.2007 - 18:33 Uhr
Traditions - und Geschichtsthread |#11
18.12.2007 - 23:12 Uhr
Es gibt noch einen der in so einem Thread unbedingt erwähnt werden muss auch wenn ihn wohl keiner von uns je hat spielen sehen.... Robert Schlienz ist unser Held!!!! Der einarmige Nationalspieler der unserem Amateurstadion seinen Namen gegeben hat.
Traditions - und Geschichtsthread |#12
18.12.2007 - 23:20 Uhr
Zitat von ElBaBo:
Basualdo fehlt natürlich auch noch, immerhin Weltmeister :o


logisch, basualdo - da fällt mir noch einer ein, thomas kempe, als großes talent gefeiert und deshalb ständig auf die socken bekommen.

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Die „goldene Zukunft“ des VfB ?

-------------------Seimen--------------------
Migalic----Scott----Reichardt---- Spalt
--------Olivier-------S. di Benedetto-----
Raimund--------Ulrich----------Malanga
--------------------Bujupi---------------------

Hellstern, Herwerth, Azevedo, M. di Benedetto, Lüers, Catovic, Korkut, Penna, Hajdini, Durna, Boakye, Tsigkas, Mule
Traditions - und Geschichtsthread |#13
19.12.2007 - 00:37 Uhr
wurden denn schon namen wie Torsten Legat und Axel Kruse genannt??? die fand ich ganz klasse, richtige kampfsäue, wie sie uns jetzt fehlen


http://www.ja-gut-aeh-ich-sag-mal.com/torsten_legat.html

http://www.ja-gut-aeh-ich-sag-mal.com/axel_kruse.html
Traditions - und Geschichtsthread |#14
19.12.2007 - 09:52 Uhr
Entscheidung um den Aufstieg und Anfangsjahre des VfB:

Auf dem Verbandstag des Süddeutschen Fußballverbandes wird 1912 die Bildung einer Kreisliga mit acht Vereinen als oberste Klasse beschlossen. Sieben Klubs aus der bisherigen A-Klasse sind automatisch gesetzt. Um den achten Platz kämpfen der FC Mühlburg, Donar Straßburg, FV Beiertheim und dank der Südkreismeisterschaft des FV Stuttgart auch der neugegründete VfB Stuttgart nach dem K.o-System.

Die Vereinschronik 60 Jahre VfB schildert den packenden Kampf auf dem Rasen so:
"Im Entscheidungsspiel in Durlach zwischen VfB Stuttgart und FC Mühlburg wurde mit letztem Einsatz und großer Härte um den Sieg gerungen. Der kampferfahrene Mühlburger Angriff scheiterte an unserem Abwehrtrio ... Lange stand der Kampf unentschieden 0:0, da schaffte Emil "Cope" Wendling in den letzten Minuten den Sieg.

Wie ein glückhaftes Symbol für die schwäbische Elf kreuzte im selben Augenblick der Silberleib des Zeppelin-Luftschiffs über dem Durlacher Spielfeld, als Cope Wendling eine Rechtsflanke durch Kopfball zum einzigen Treffer des Tages verwandelte. Fünf Minuten vor dem Schlusspfiff wurde Mühlburg noch ein Elfmeter zugesprochen. Der wegen seines scharfen Schusses in der ganzen Liga gefürchtete Linksaußen Decker jagte den Ball mit ungeheurer Wucht an die Latte. Den weit ins Feld zurückspringenden Ball nahm Emil "Cope" Wendling auf und eilte dem Tore des Gegners zu. Er wurde in aussichtsreicher Position von den robust spielenden Mühlburgern umgelegt. Ein Freistoß aufs Mühlburger Tor beendete den nervenaufpeitschenden Kampf. Unser rechter Läufer Schweizer, als 1.500-Meter-Meister bekannt wegen seiner immensen Ausdauer, brach nach dem Schlusspfiff vor Erschöpfung bewusstlos zusammen."

Vorkriegsjahre:
In den Saisonen 1912/1913 und 1913/1914 tat sich der VfB schwer in der neu gegründeten Südkreisliga und konnte nur knapp den Abstieg wieder verhindern.
Bereits der Start 1912 war mit einer hohen Niderlage gegen die Stuttgarter Kickers alles andere als verheißungsvoll, doch wenigstens diese Scharte konnte mit einem 3:2 Heimerfolg im Rückspiel ausgewetzt werden.

1914 - 1918
Auch an unserem VfB Stuttgart ging der welterschütternde Krieg selbstverständlich nicht vorbei.
Drei Viertel der Rot-Weißen wurde an die Front einberufen und der Fußballplatz am Karl-Olga-Krankenhaus wurde dem Roten Kreuz zur Verfügung gestellt.
Ein Freundschaftsspiel am 01.08.1914 und die Abschiedsfeier in der Altdeutschen Bierstube sollte für längere Zeit das letzte Wiedersehen unter den an die Waffen Berufenen sein.

Im Oktober 1914 belief sich die Zahl der Aktiven (vor Ort) auf ganze sieben Personen... An einen geordneten Spielbetrieb war nicht zu denken, das einzige Vergnügen in diesen tristen Jahren waren vorübergehende Zusammenschlüße von Vereinen um wenigstens einige Mannschaften zu einem sportlichen Kräftemessen zusammen zu bekommen.

In den Jahren 1915 und 1916 bis gegen Ende 1917 fand kein Spielbetrieb statt, obwohl der VfB aufgrund von Heimkehrern, Verletzten und Genesen in den Garnisonen wieder zwischen drei und fünf aktive Mannschaften stellen konnte.

Ende 1917 hatte der Verein seinen zweiten großen Kampf, nach der Aufstiegsschlacht gegen Mühlburg, zu bestreiten.
Der einzig verbliebene Sportplatz sollte zu einem Kartoffelacker zweckentfremdet werden, wie es in der Vereinschronik festgehalten wurde:

Seit 1916 geht das so genannte Kartoffelgespenst um: Die Regierung fordert die Bevölkerung auf, wo immer es geht, diese Erdknollen selbst anzubauen. Union Düsseldorf muss deshalb 1917 äußerst geschickt mit der Eisenbahnverwaltung verhandeln, denn die Platzanlage liegt auf dem Grundbesitz der Bahn - und die will aus dem aus ihrer Sicht brach liegenden Spielfeld einen Kartoffelacker machen. Immer wieder können die Sportfunktionäre beweisen, dass die von der Stadt Düsseldorf vorgeschlagenen Ersatzplätze zu klein sind oder die Sicherheit wegen fehlender Schutzzäune nicht gewährt werden kann Der Vereinsführung des VfB Stuttgart gelingt es nach listenreichen Verhandlungen, den Münster-Sportplatz für Training und Spiele zugeteilt zu bekommen. Auch hier wollten Hungrige auf dem Fußballfeld Kartoffeln anpflanzen.

Nach dem Krieg sammelten sich die Heimkehrer wieder bei ihrem Verein, doch auch der VfB hatte natürlich Gefallene unter seinen Vereinszugehörigen zu beklagen, insgesamt wurden 90 Personen betrauert.

Quellen (gilt für den ersten Beitrag, sowie für folgende):
Vereinschronik
www.HefleswetzKick.de
www.wikipedia.de

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"Der beste Mann auf dem Platz war der Einarmige. Was ich von dem gesehen habe, war für mich bis jetzt unvorstellbar"
Alfredo di Stefano im Februar 1957 über Robert Schlienz

Traditions - und Geschichtsthread |#15
19.12.2007 - 09:53 Uhr
Zwischen den Weltkriegen:

Der Verband setzte recht schnell den geregelten Spielbetrieb fort und setzte im Frühjahr 1919 bereits wieder Rundenspiele zur Qualifikation der 8-köpfigen württembergischen Liga an, zu der der VfB Stuttgart als Südkreisligist der Vorkiregsjahre angehörte.

In den nächsten drei Jahren stieg die Mitgliederzahl des VfB schnell auf über 1000 Mitglieder und auch der sportliche Erfolg blieb nicht aus, man spielte immer im oberen Drittel mit, ohne jedoch zu Meisterehren zu gelangen.
Die sportlichen Erfolge gingen einher mit der Rückkehr zur alten Heimstatt, den nach dem Krieg wurden auf dem militärisch genutzten Cannstatter Wasen Flächen frei.

Im Herbst 1919 konnte der in mühevoller Arbeit errichtete Sportplatz seiner Bestimmung übergeben werden konnte. Zwischen dem rechten Neckarufer und der Mercedes-Strasse unweit der König-Karls-Brücke bei den berühmten drei Pappeln gelegen, gegen Süden von altem Baumbestand begrenzt, das grosse, weiträumige Spielfeld umgeben von einer 400 m langen Aschenbahn, mit einer bedeckten Tribüne für 1000 Zuschauer und einem Fassungsvermögen von ca. 15 000 Besuchern, entsprach die neue Platzanlage auf Jahre hinaus allen Anforderungen und Aufgaben eines grossen Sportvereins. Sie hat über 20 Jahre lang die große, begeisterte Schar der Rotweißen zu Sport und Spiel aufgenommen und manchen großen Fußballkampf gesehen.

Er blieb bis zur Eröffnung des heutigen Gottlieb-Daimler-Stadions Heimstatt des VfB.
Am 21. Juli 1933 wurde die Adolf- ***** -Kampfbahn eingeweiht. Es bot über 40 000 Zuschauern Platz. Die großen Spiele trug der VfB hinfort hier aus.

Das Jahr 1923, in dem sich das dritte Jahrzehnt der Geschichte des VfB rundete, stand unter einem unglücklichen Stern. Der Verbandstag zu Darmstadt hatte ein neues Spielsystem, die Bildung einer Württemberg-badischen Bezirksliga beschlossen, der die vier ersten Mannschaften Württembergs angehören sollten.
Es gelang unserer jungen Mannschaft nicht, sich in den Verbandsspielen 1922/23 unter den vier Ersten der württembergischen Liga zu platzieren.
Sie musste sich im darauf folgenden Spieljahr 1923/24 mit der IL Klasse, der neugegründeten Kreisliga, begnügen, wo der VfB jedoch sofort Kreismeister Cannstatts wurde und sich somit für die Aufstiegsspiele qualifizierte. Dort erreichte man im ersten Anlauf den Aufstieg in die Württemberg-badische Bezirksliga und damit die sofortige Rückkehr in die Erstklassigkeit. Im entscheidenden Spiel besiegten die Fußballer am 1. Juni 1924 den bereits qualifizierten SC Freiburg mit 5:3.

Verpflichtung des ersten hauptamtlichen Trainiers

Edward T. Hanney - ein klingender Name in der Fußballwelt der Zwanziger Jahre. Professional bei Manchester United war er und Olympiasieger mit dem englischen Team in Stockholm 1912 - der VfB Stuttgart hatte einen großen Coup gelandet mit der Verpflichtung seines ersten hauptberuflichen Fußballlehrers im Sommer 1924.

Durch die gute Jugendarbeit gelang dem VfB in der Zwischenkriegszeit der Aufbau einer erfolgreichen ersten Mannschaft, die mit Spielern wie Richard „Molly“ Schauffele (später u. a. Präsident der Stuttgarter Kickers) 1926 württembergisch-badischer Meister wurde.

Der VfB wird erstmals baden-württembergischer Meister

Mit gesundem Selbstvertrauen startete der VfB Stuttgart in die Saison 1925/26. Die Arbeit Tom Hanneys brachte Früchte. Die Stuttgarter Kickers verloren beide Spiele gegen den VfB ,mit jeweils 1:4 Toren, ebenso wenig Chancen hatten die Sportfreunde und der Freiburger FC.

Der Karlsruher FV war hartnäckigster Kontrahent der VfB-Elf, musste im Schlussspurt aber erkennen, dass er mit dem Elan der Cannstatter nicht Schritt halten konnte.

Der VfB Stuttgart wurde Württembergisch-badischer Meister von 1926! 22 Jahre nach der Gründung der erste Titel.

Die Endrunde um die Deutsche Meisterschaft erreichte die Mannschaft nicht. 1927 wurde dann vom Verbandstag in Mainz eine Aufteilung der jungen Bezirksliga in die Abteilungen Württemberg und Baden beschlossen.
Ernst Blum wurde 1928 der erste deutsche Nationalspieler des VfB, als er unter Bundestrainer Otto Nerz gegen Dänemark debütierte. Sowohl 1928 als auch 1929 erreichte der Verein die Trostrunde der Zweiten und Dritten der Bezirksligen.

Skandal um schwarze Kassen beim VfB

1929 kam es jedoch zu einem Eklat: Durch Zuwendungen an die Spieler hatte der VfB gegen die Amateurstatuten verstoßen. Den Spielern war schon damals bewusst, dass sie die Zuschauereinnahmen positiv beeinflussen konnten und waren der Meinung, dass ihnen ein Anteil daran zusteht. So war der Verein vorerst bereit, die Forderungen der Spieler zu erfüllen, doch mit der Zeit konnte es sich der Klub nicht mehr leisten, Spieler unter der Hand zusätzlich zu bezahlen.
Nach einer Selbstanzeige wurde der Verein vom Verband mit einer hohen Strafe belegt. Die betreffenden Spieler wurden vom VfB nicht mehr berücksichtigt, weshalb der VfB als Abstiegskandidat galt.
Dennoch gelang einer tiefgreifend verjüngten Mannschaft unter dem damaligen Trainer Ludwig Kovacs 1930 die Württembergische Meisterschaft und erreichte erstmals die Süddeutsche Meisterrunde, an der das Team 1932 allerdings erfolglos teilnahm.

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"Der beste Mann auf dem Platz war der Einarmige. Was ich von dem gesehen habe, war für mich bis jetzt unvorstellbar"
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Traditions - und Geschichtsthread |#16
19.12.2007 - 09:53 Uhr
Sportliche Erfolge in der Vorkriegszeit:

Bevor die dunklen Tage des VfB Stuttgart, der sich mit der Linie der NSDAP sehr identifizierte begannen, stand noch der Süddeutsche Pokaltriumpf 1933 und weitere sportliche Erfolge bevor:

Pokalmeister 1933
Der VfB aber feierte in seinem Jubiläumsjahr seinen großen Pokal-Triumph! Die von Willi Rutz nunmehr betreute, immer noch junge Mannschaft entwickelte in den Pokalkämpfen eine unvergleichliche Energie, setzte einen um den andern der Gegner matt. In elf Spielen, in elf Ko-Runden drang die Jubiläumself zum Pokalendspiel vor, schlug am Ostersonntag 1933 im spannenden Endkampf den FC Schweinfurt 05 mit 2:1 Toren und errang damit die Würde eines Süddeutschen Pokalmeisters 1933. In zwölf Spielen zwölf Siege mit einem Torergebnis von 54:9 und den Pokalmeister-Titel, das war fürwahr ein würdiges Jubiläumsgeschenk der 1. Mannschaft für den Verein.

1934/35: Zum dritten Mal Württembergischer Meister:
Wenig glücklich verlief der Auftakt zu den Verbandsspielen. Einem 4:1Erfolg im ersten Spiel gegen Esslingen folgten drei Niederlagen - eine Enttäuschung nach der andern. Von Ulm, vom SSC und von Böckingen geschlagen, hatte der VfB wertvolle Punkte verloren und hing hoffnungslos am Ende der Tabelle.
Durch solche Schläge ernüchtert, riss jedoch die Mannschaft das Steuer energisch herum. In einer Serie von vier gewonnenen und zwei unentschiedenen Spielen machte sie das verlorene Terrain wieder gut; aus dem vermeintlichen Schlusslicht wurde ein ernsthafter Bewerber um die Spitze. Zwar brachte die Runde den Freunden der VfB-Elf noch mancherlei Aufregung. Eine zweite Niederlage von 5:1 gegen den Sportclub fuhr wie ein Blitzschlag hernieder; aber zuletzt zog die VfB-Elf ihren Konkurrenten unwiderstehlich davon und lief in einem grandiosen Endspurt das Rennen nach Hause. In den letzten drei Spielen, nur eines davon war ein Heimspiel, wurden noch 6 Punkte mit 16:3 Toren erobert.
Im Ulmer Stadion durfte nach dem entscheidenden Sieg über SSV Ulm „Fifi" Koch als Spielführer den Meisterlorbeer in Empfang nehmen. Zum dritten Mal hatte der VfB Stuttgart den Titel eines Württembergischen Fußball-Meisters errungen.

Qualifikation zum Endspiel :
Über die Gruppenmeister wurden die Qualifikanten für die Vorschlußrunde ausgespielt, deren Sieger dann ins Endspiel um die Deutsche Meisterschaft einziehen durfte.
Der VfB setzte sich in der Gruppe mit Fürth, Hanau und Jena als Gruppenerster durch und hielt Einzug in die Vorschlußrunde.

Dort stand das Spiel gegen VfL Benrath an, die Mannschaft mit den internationalen Stürmern Hohmann und Rasselnberg. Das Spiel fand in Sachsens Fußballmetropole, im Stadion des VfB Leipzig am Fuße des Völkerschlacht-Denkmals statt.
Nach früher Führung durch die offensiven Benrather konnte der VfB das Spiel drehen und zwischenzeitlich sogar mit 1:3 in Führung gehen.

Über die nervenaufreibende Schlußphase weiß die Chronik folgendes zu berichten:
Durch einen Elfmeter - ein Flankenball sprang unserem Verteidiger Seybold an den angelegten Arm - kamen die Benrather auf 3:2 heran. Die Lage schien kritisch, da Jakob Weidner, unser Standardverteidiger, durch Oberschenkelverletzung außer Gefecht gesetzt war und auf Linksaußen nur noch mit halber Kraft spielen konnte.
Da stellte Bökle in der 80. Minute mit einem prachtvollen Schuss das 4:2 und damit den Sieg sicher.

1935: Erstmals steht der VfB im Endspiel um die Deutsche Fußball-Meisterschaft.

In Köln gewinnt Schalke 04 mit 6:4
23. Juni 1935 - Zweiter deutscher Meistertitel für Schalke 04: 6:4 gegen VfB Stuttgart. Es treffen Ernst Pörtgen (3), Ernst Kalwitzki, Ala Urban und Rudi Gellesch.

Die Chronik weiß vom Spiel folgenden Bericht widerzugeben:
Unsere Mannschaft konnte das Lampenfieber nicht loswerden. Grobe Deckungsfehler in den hinteren Reihen waren die Folge einer allgemeinen Nervosität, von der selbst unser Torhüter angesteckt wurde. Der Angriff kam einfach nicht ins Spiel, indes die Schalker in souveräner Ruhe ihre Kreise zogen. Drei Tore musste der brave Kapp in der ersten Halbzeit passieren lassen; 3:0 führten die Knappen bei der Pause. Als sie kurz nach dem Wiederbeginn ein viertes Tor schossen, schien die Lage des VfB hoffnungslos, eine schwere Packung unvermeidlich.

Da aber geschah das Wunder. Plötzlich schüttelte unsere Mannschaft alle Befangenheit ab und spielte ihr Spiel, setzte ihre Schnelligkeit und Ausdauer ein. In dem ihm eigenen, endlich erwachten Sturmdrang schoss Bökle zwei prächtige Tore. Von 4:2 kamen wir durch ein Tor von Koch auf 5:3, zum Schluss durch Rutz auf 6:4 heran. Die 70 000 im Stadion jubelten, die rotweißen Fähnlein der 7000 anwesenden Schwaben flatterten lustig im Winde. Vier schöne VfB-Tore in der zweiten Hälfte gegen drei der Schalker, die zweite Halbzeit gehörte dem VfB! Nach einem großen Spiel ging der Titel zum zweiten Mal an die Knappen, die sich in der 1. Halbzeit den entscheidenden Vorsprung gesichert hatten. Kameradschaftlich reichten sich nach dem Schlusspfiff des großzügigen Spielleiters Sieger und Besiegte die Hand; kein Misston hatte den Glanz des großen Tages getrübt.

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"Der beste Mann auf dem Platz war der Einarmige. Was ich von dem gesehen habe, war für mich bis jetzt unvorstellbar"
Alfredo di Stefano im Februar 1957 über Robert Schlienz

Traditions - und Geschichtsthread |#17
19.12.2007 - 09:54 Uhr
Dunkle Tage im Nationalsozialismus:

Die Zeit des Nationalsozialismus gehört zu den dunklen Kapiteln der Vereinsgeschichte. Auch beim VfB konnten einige der Verantwortlichen die Demütigungen durch den Versailler Vertrag nur schwer akzeptieren.
Im Jahre 1919 kurz nach dem Ende des Ersten Weltkriegs geschriebenen Vereinslied erklang der Wunsch nach einem starken Deutschland; so steht im Text des Liedes in Bezug auf das deutsche Vaterland: … dass es neu und stark ersteh, dafür spielt der VfB!
Der ehemalige Präsident Egon Reichsgraf von Beroldingen legte Wert auf die Feststellung: Der VfB hatte schon von jeher Deutschland auf dem Panier!
Zudem pflegte der Verein schon immer gute Beziehungen zu militärischen Kreisen.

Durch die aufkommende nationalsozialistische Bewegung versprachen sich viele beim VfB einen Neubeginn.
Willig stellten die Vereinsoberen 1932 ihren damaligen Platz an den drei Pappeln für NSDAP-Kundgebungen zur Verfügung. Von der Stadt wurde dem VfB daraufhin sofort der Platz gekündigt. Nach der Machtergreifung der NSDAP in Stuttgart wurde diese Entscheidung wieder rückgängig gemacht.
Der neue von der NSDAP eingesetzte Oberbürgermeister lobte den VfB als „schon vor dem Umbruch dem Nationalsozialismus wohlgesonnenen Verein“.
Die offiziellen Verlautbarungen der Vereinsführung ließen keinen Dissens zu den Zielen der NSDAP erkennen, diese Ziele wurden offenbar mitgetragen. Der damalige Vereinspräsident Hans Kiener trat schon 1932 der NSDAP bei und erklärte der VfB sei ein Hort nationaler Gesinnung und eine Trutzburg gegen alles Undeutsche. Kiener wurde von nun an Vereinsführer genannt und von oben mit kommissarischen Vollmachten ausgestattet. Es gab nun im Verein auf Drängen des Reichssportführers und des Verbandes Wehrsport einen SA-Sturm beim VfB. Jüdische Vereinsmitglieder wurden nun ausgeschlossen, auch wenn diese Verdienste um den Verein vorweisen konnten.
Fritz Walter wollte das Vorgehen des Vereins später rechtfertigen als er erklärte: Das hat man halt machen müssen, sonst wäre vielleicht der Verein am Ende gewesen.

Neue Möglichkeiten eröffnete zusätzlich die 1933 zum Deutschen Turnfest errichtete Adolf- ***** -Kampfbahn. Nachdem die Stadt das alte VfB-Gelände für das Cannstatter Volksfest benötigte, musste der Verein sich wieder eine neue Heimspielstätte suchen. Die weitgehende Identifikation mit den neuen Machthabern ermöglichte dem VfB nun eine kontinuierliche Fortentwicklung auf sportlichem Gebiet. Damals wurden auch Gauligen eingeführt, in denen die jeweiligen Gaumeister ermittelt wurden.

Dunkle Tage in denen die Vereinsführung in vorauseilendem Gehorsam zu den Fahnen der Nationalsozialisten rannte. Kaum vorstellbar für die Fans heutiger Tage, doch der Realität entsprechend.

Ich möchte an dieser Stelle die Gelegenheit nutzen mein Bedauern auszudrücken und jegliches Verständnis von mir zu weisen. Lernen wir aus der Geschichte!

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Traditions - und Geschichtsthread |#18
19.12.2007 - 09:54 Uhr
Vom bedrückenden Nationalsozialismus zu mehr Freude im sportlichen Geschehen

1937 stand wieder ein Württembergischer Meister VfB Stuttgart fest:

In der Vorrunde bereits beeindruckend gestartet, setzte sich die Serie der Rot-Weißen in der Rückrunde mit beachtlichen 7 von 8 Spielen ohne Niederlage fort, nur gegen Ulm gab es eine Heimniederlage, welche aber den bereits im Februar 1937 feststehenden Meister VfB Stuttgart nicht ins Wanken bringen konnte.

Qualifikationsspiele um das Endspiel:
Wieder einmal stellte die Qualifikationsgruppe der Gruppenmeister, welche dem VfB die Gegner Kassel, Dessau und Worms einbrachte, keine Hürde auf dem Weg zur Vorschlußrunde dar.
Der VfB konnte sich knapp mit 4 Siegen, einem Unentschieden und einer Niederlage, damit punktgleich mit Worms, qualifizieren, die 12 geschossenen Tore und damit genau eines mehr als die punktgleichen Wormser, machten den Unterschied.

Der Gegner im Endspiel 1935, wie die Chronik titelt: Die Freunde aus dem Kohlenpott, wurde unserem VfB als Gegner in der Vorschlußrunde zugelost und damit die Hoffnung auf einen Einzug in das Endspiel beinahe zerstört.
Die Knappen waren seinerzeit das Maß aller Dinge im Vereinsfußball und Verletzungspech, Schiedsrichterwillkür und die drückende Hitze taten ihr Übriges, der VfB verlor nach aufopferungsvollem Kampf mit 2:3

Spiel um Platz 3 der Deutschen Fußballmeisterschaft
Der Vizemeister von 1935 spielte gegen den zweiten Verlierer der Vorschlußrunde um den Platz 3.
Die Rothosen aus Hamburg waren die Gegner in diesem unwichtigen Spiel, welches in Leipzig ausgetragen wurde.
Am Ende stand der 1:0 Sieg des VfB und damit der dritte Platz im Endspiel um die Deutsche Meisterschaft 1937

Württembergischer Meister 1938:
Zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte gelang es dem VfB einen Titel zu verteidigen. Nach einem schlechten Start in die Pflichtspielrunde gelang es in einer einzigartigen Kraftleistung die restlichen 14 Spiele ohne Niederlage zu bestreiten.

Die Qualifikationsrunde der Gruppenmeister sah für den VfB folgende Gegner vor: BC Hartha, Düsseldorf und Gleiwitz.
Von jedem Fachmann wurde auf ein Kopf an Kopf-Rennen der Favoriten VfB Stuttgart und Fortuna Düsseldorf getippt.

Allerdings zeigten sich die Auwirkungen der vorangegangen Kraftakte in den Pflichtspielen... der junge VfB war ausgebrannt und benötigte dringend eine Pause, sang- und klanglos scheiterte man diesesmal in der Gruppenphase.

Spielzeit 1939:
Mit 16 Spielern ging der VfB Stuttgart in diese Saison und startete erwartungsgemäß mit guten Leistungen und stand lange an der Spitze.
Doch demoralisierende Niederlagen zeigten ihre Wirkung und der VfB rutschte ab und beendete die Saison als Tabbelnzweiter von zehn Mannschaften hinter dem Württembergischen Meister Stuttgarter Kickers.

1939 - 1945
In den gut zusammengestellten Kader des VfB Stuttgart mit 26 Fußballspielern, die allesamt mehr als konkurrenzfähig waren fuhr der Kriegsausbruch, in den folgenden 5 Jahren und 8 Monaten war an keinen geregelten Spielbetrieb zu denken.
Das 1937 erbaute Clubhaus wurde im November 1943 nach Brandbombembewurf ein Raub der Flammen.

Trotz der Einberufenen konnte der VfB während der gesamten Zeit eine spielfähige Mannschaft stellen, je länger der Krieg andauerte, umso mehr fehlte es allerdings an Spielplätzen und Gegnern.

Ein uns allen auch heute noch bekannter Name tritt 1944 in einem Werbespiel gegen die Freiburger auf die Bühne des VfB. Zum 11:3 Erfolg gegen den FC Freiburg in Tuttlingen steuerte der blutjunge Schlienz ganze 5 Tore bei!

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Traditions - und Geschichtsthread |#19
19.12.2007 - 16:43 Uhr
Zitat von jason-john:
Bin Jahrgang 78 und wurde Ende der Achziger zum VfB Fan. Die Idole meiner Jugend waren Klinsi, Buchwald und Maurizio Gaudino. Richtig der Autoschieber, in Napoli aus ca. 20 Metern getroffen hat und uns fast den den UEFA-Cup beschert hätte (wenn da nicht der griechische Seggel gepfiffen hätte). Was ist eigentlich aus dem Mauri geworden?

Meine Traumelf (80er bis heute) sieht wie folgt aus:

------------Immel----------
Bordon-Buchwald-Sammer-Lahm
------------Pardo----------
Hleb----------------Gaudino
----------Balakov----------
--Klinsmann------Walter----

Förster habe ich rausgenommen, weil er als KK-Berater sämtliche Sympathien bei mir verspielt hat.



....trotzdem war k.h. förster (als spieler) absolute weltklasse. hab mich jedesmal schelmisch gefreut wenn wieder mal sein gegenspieler völlig entnervt ausgewechselt wurde - der hat sie wirklich alle geschafft :D
war bestimmt extrem unangenehm und frustrierend gegen ihn zu spielen. ich finde ihn noch immer besser als "fussballgott" kohler, aber er hat nun mal nie bei bayern (oder juve) gespielt, um einen ähnlichen status zu haben.
er hat es (teilweise) zum kapitän der nationalelf geschafft, war ein absolutes vorbild was kampfgeist betrifft. wird immer mein ganz pers. idol bleiben....

ja gaudinho war auch so einer - riesen talent aus dem er letztendlich doch zu wenig gemacht hat - leider !
über klinsi und guido brauchen wir da nicht groß reden - die haben den VFB mit geprägt !

keine ahnung was der mauri heute macht, so ganz koscher war er jedenfalls nicht (siehe autoschieberei).

zu katlec - der war ein großartiger spieler, aber eben so gut, dass er uns schon sehr schnell weggekauft wurde.
ich sage ja, auf der wichtigen 6er position hatten wir immer schon 1a spieler
dunga, katlec, soldo, buchwald, verlaat (auch wenn beide oft auch IV spielten) und auch pardo kann man mit ruhigem gewissen dazu rechnen

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Traditions - und Geschichtsthread |#20
19.12.2007 - 16:48 Uhr
Absoluter Held von mir war Karl Allgöwer. Ich erinnere mich an eine Szene aus einem der Stuttgarter Hallenturniere. Knallgöwer holt sich die Pille vom Torwart und legt sich das Ding in er eigenen Hälfte zurecht.

Daraufhin der Reporter "aus dieser Distanz wird nicht mal Allgöwer einen Schuss wagen"

2 Sekunden später zappelt der Ball im Netz. Ganz großes Tennis!

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Give a man a fire and he's warm for a day,
but set fire to him and he's warm for the rest of his life.
(Terry Pratchett)

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