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Stefan Leitl
Geburtsdatum 29.08.1977
Alter 48
Nat. Deutschland  Deutschland
Funktion Trainer
Akt. Verein Hertha BSC

Stefan Leitl [Trainer]

16.02.2025 - 14:14 Uhr
Stefan Leitl [Trainer] |#391
18.05.2025 - 17:26 Uhr
Zitat von Donhelli

Zitat von JaysonBSC

Wer hätte gedacht, dass Aseko-Nkili sein erstes Spiel im Oly für Hannover machen wird...


Das habe ich auch gedacht, schöner Zug vom Coach

Schade das unser Trainer nicht auch so wechselt. Es geht um NIX mehr, da wäre Lum das Mindeste gewesen. Mit Hildebrandt hätte man Geschichte schreiben können.

Bisher der einzige Minuspunkt den ich Leitl ankreide. Da MUSS nächste Saison mehr Mut kommen.

Ansonsten ist mir Leitl bisher sehr positiv aufgefallen, mit den richtigen Neuzugängen könnte da nächste Saison was gehen.

•     •     •

Achtung: Dies spiegelt, wenn überhaupt, nur meine Meinung wieder! Sucht euch 'ne eigene! Ach ja: Sollte jemand ein Problem mit mir haben, kann er es gerne behalten. Ist ja sein Problem!
Stefan Leitl [Trainer] |#392
18.05.2025 - 17:33 Uhr
Weiß jemand wie es bei Leitl in der Vergangenheit gewesen ist? Es wirkt so als wenn er eher auf erfahrene Spieler setzt als auf die Jugend. Gerade heute hätte ich mir auch mehr Mut gewünscht.
Stefan Leitl [Trainer] |#393
18.05.2025 - 17:35 Uhr
Zitat von HerthaFansince1989
Zitat von Donhelli

Zitat von JaysonBSC

Wer hätte gedacht, dass Aseko-Nkili sein erstes Spiel im Oly für Hannover machen wird...


Das habe ich auch gedacht, schöner Zug vom Coach

Schade das unser Trainer nicht auch so wechselt. Es geht um NIX mehr, da wäre Lum das Mindeste gewesen. Mit Hildebrandt hätte man Geschichte schreiben können.

Bisher der einzige Minuspunkt den ich Leitl ankreide. Da MUSS nächste Saison mehr Mut kommen.

Ansonsten ist mir Leitl bisher sehr positiv aufgefallen, mit den richtigen Neuzugängen könnte da nächste Saison was gehen.


Verstehe die Aufregung nicht.

Späte Einwechslungen in einem bedeutungslosen Spiel sind doch kein Zeichen an die Jugend, dass man auf sie baut.

Viel entscheidender ist doch, wie und ob Leitl mit der Jugend für die neue Saison plant. Und das zeigt sich eben nicht mit symbolhaften Einwechslungen.

Sofern er mit den jungen Wilden spricht und ihnen einen klaren Plan für die mittelfristige Zukunft aufzeigt, werden sie bestimmt nicht wegwollen, nur weil sie keine 5 Minuten am letzten Spieltag bekommen haben.
Stefan Leitl [Trainer] |#394
18.05.2025 - 17:37 Uhr
Zitat von CAPTAINstonie
Weiß jemand wie es bei Leitl in der Vergangenheit gewesen ist? Es wirkt so als wenn er eher auf erfahrene Spieler setzt als auf die Jugend. Gerade heute hätte ich mir auch mehr Mut gewünscht.


Also bei Fürth hat er das durchaus gemacht, hat recht jungen Spielern wie einem Raum, Asta oder Leweling die Chance gegeben und diese auch verbessert. Ich gehe davon aus, dass er die jungen Spieler in einer Vorbereitung haben will und dann besser mitnehmen kann.
Stefan Leitl [Trainer] |#395
18.05.2025 - 17:40 Uhr
Für mich auch enttäuschend aber viele sagten ja nach seiner Verpflichtung dass er zumeist bei Einwechslung und auch allgemein seine Lieblinge hat .
Nun muss man ihm aber mal erklären dass es auch um den Verein geht und es entsprechend wichtig ist Jugendspielern aufzuzeigen was hier für Möglichkeiten bestehen.

Alles in allem hat er natürlich eine solide Leistung gezeigt und das Schiff entspannt ins trockene gebracht , defensiv stabilisiert .
Offensiv bleibt er für mich aber noch einiges schuldig, er hat da viel von der individuellen Klasse eines Reese profitiert.

Also nächste Saison bitte noch offensiv Weiterentwickeln und die Jugend besser integrieren.
Stefan Leitl [Trainer] |#396
18.05.2025 - 17:47 Uhr
Zitat von Un1que90
Für mich auch enttäuschend aber viele sagten ja nach seiner Verpflichtung dass er zumeist bei Einwechslung und auch allgemein seine Lieblinge hat .
Nun muss man ihm aber mal erklären dass es auch um den Verein geht und es entsprechend wichtig ist Jugendspielern aufzuzeigen was hier für Möglichkeiten bestehen.


Ich glaube nicht, dass man Leitl irgendwas klar machen muss… der weiß schon genau was er macht.

Ich finde das Thema echt schwierig und verstehe jeden der sagt „es geht um nichts mehr“, aber am Ende verstehe ich auch jeden der jetzt sagt „zum Schutz der jungen“

Es ging im fernduell ja immer noch um Kohle, dazu die private offene Rechnung von Leitl und auch der Saison Ausklang?/ Allgemein die Saison zu Hause..

Ich denke keiner wollte hier mit einem negativen Erlebnis in die Sommerpause, junge Spieler dürfen und sollen Fehler machen, ich bezüglich sehe den Schutz in der aktuellen Saison vor so einem Ereignis wichtiger, als einem jungen Spieler 5 min zu geben.

Aber wie gesagt, verstehe jeden der solche Einsätze befürwortet. Die kommende Saison wird entscheidend und Leitl wird da auch die Jugend ins Boot holen.

•     •     •

Stefan Leitl [Trainer] |#397
21.05.2025 - 12:09 Uhr
„Es muss das Ziel sein, um den Aufstieg zu spielen“: Was Stefan Leitl als Trainer von Hertha BSC vorhat

Stefan Leitl spricht im Interview über seine Zeit unter Giovanni Trapattoni, seinen Umgang mit Talenten, die Ziele für die neue Saison und die besondere Beziehung zu Fabian Reese.
Gerne einmal das Interview reinkopieren. Danke!
Stefan Leitl [Trainer] |#398
21.05.2025 - 12:23 Uhr
Zitat von Moppy
„Es muss das Ziel sein, um den Aufstieg zu spielen“: Was Stefan Leitl als Trainer von Hertha BSC vorhat

Stefan Leitl spricht im Interview über seine Zeit unter Giovanni Trapattoni, seinen Umgang mit Talenten, die Ziele für die neue Saison und die besondere Beziehung zu Fabian Reese.
Gerne einmal das Interview reinkopieren. Danke!


Herr Leitl, wie war eigentlich Giovanni Trapattoni als Trainer?
Oh. Il grande Mister. Als ich bei Bayern München Profi wurde, war die Mannschaft gespickt mit Superstars wie Lothar Matthäus und Jürgen Klinsmann, um nur zwei zu nennen. Dass wir jungen Spieler uns trotzdem als Teil dieser Mannschaft gefühlt haben, das lag auch an Giovanni Trapattoni.
Er hat sich unglaublich um uns gekümmert. In Form von Gesprächen, aber auch mit individuellen Trainingseinheiten nach dem Mannschaftstraining. Ich habe so viel Einzeltraining mit ihm gehabt. Das war unglaublich und hat wahnsinnig viel Spaß gemacht.

Was hat er konkret mit Ihnen trainiert?
Viele individuelle technische Dinge, Ballannahme und -mitnahme, verschiedene Stoßarten, die Positionierung auf deiner Position. Weil er sehr ins Detail gegangen ist, war dir immer klar, was er möchte. Durch diese Trainingsinhalte habe ich riesengroße Schritte in meiner persönlichen Entwicklung gemacht.

Inzwischen sind Sie selbst Trainer. Wundern Sie sich, mit welcher Akribie sich Trapattoni damals um die Nachwuchsspieler gekümmert hat?
Nein, überhaupt nicht. Weil ich glaube, dass es sehr, sehr wichtig ist, mit deinen Spielern im Detail zu arbeiten, damit sie individuell technisch und taktisch besser werden. Für das Niveau, auf dem Trapattoni als Trainer gearbeitet hat, halte ich das sogar für unabdingbar.

Sie sind 1996 aus der A-Jugend des FC Bayern zu den Profis gekommen – in der Hoch-Zeit des sogenannten FC Hollywood, dem das ZDF vor kurzem eine mehrteilige Doku-Serie gewidmet hat. Haben Sie sich die angeschaut?
(Lacht) Natürlich habe ich die gesehen.

Wie nah ist die Doku an der Realität, die Sie erlebt haben?
Ich glaube, Markus Babbel war es, der in einer Folge den Satz sagt: „Diese Mannschaft kann sich nur selbst schlagen.“ Das war tatsächlich so.

Und das hat die Mannschaft getan: sich selbst geschlagen.
Ja, das muss man leider so sagen.

Dass Sie es als junger Bursche nicht geschafft haben, sich in dieser Mannschaft durchzusetzen, lag das eher an fehlender individueller Qualität oder an den Umständen jener Zeit?
Bei mir war es ganz klar die mentale Kapazität. Die war noch nicht vorhanden, und dementsprechend war ich in dieser Phase auch kein Spieler für Bayern München.

Was meinen Sie mit mentaler Kapazität?
Zu wissen, was es bedeutet, Profifußballer zu sein. Wenn du als junger Spieler schon gehypt wirst, so wie ich damals, wenn du als U-18-Spieler bereits in der deutschen U-21-Nationalmannschaft spielst, bei Bayern in der Profikabine dabei bist, dann denkst du: Jetzt hast du es geschafft. Aber was es braucht, um tatsächlich Profi zu sein, das war bei mir damals nicht vorhanden.

Wäre das ein paar Jahre später anders gewesen?
Ja. Wobei es natürlich hypothetisch ist, zu sagen, dass ich es dann bei den Bayern geschafft hätte. Aber vielleicht bei einem anderen Bundesligisten. Es hatte ja einen Grund, warum ich mit 18 Jahren einen Profivertrag bekommen habe. Irgendwas müssen die in mir gesehen haben. Aber die Kapazität war nicht da, um dort zu bestehen und sich durchzusetzen.

Was haben Sie aus dieser Erfahrung mitgenommen für Ihren Umgang als Trainer mit Talenten?
Genau das. Dass es nicht selbstverständlich ist, bei der Lizenzmannschaft dabei zu sein. Dass es mehr braucht. Man sieht beim Profifußball oft nur die Glamourwelt. Aber es gibt auch wunderbare Dokus über wunderbare Spieler, die einen Blick hinter die Fassade ermöglichen. Da sieht man, wie viel Arbeit dahinter steckt, um auf diesem Level zu bleiben.
Das sind Themen, die ich immer wieder mit den Jungs bespreche. Dazu zählt auch, dass man sich die richtigen Vorbilder aussucht. Meine Erfahrung bei Bayern München hilft mir da sehr. Ich arbeite gerne mit jungen Spielern. Talente zu entwickeln, das gehört zu meinem Profil als Trainer.


Zuletzt saßen bei Herthas Profis einige Spieler der U 23, der U 19 und sogar der U 17 auf der Bank, die aber nicht zum Einsatz gekommen sind. Ist das auch ein Resultat dessen, was Sie selbst erlebt haben, dass Sie denken: Es hilft ihnen nicht, wenn ich ihnen fünf Minuten Spielzeit gebe?
Genauso ist es. Es hilft nicht, wenn es nur darum geht, irgendwas nach außen zu dokumentieren, ich aber die innere Überzeugung in dem Moment nicht habe. Für mich spielt es keine Rolle, ob ein Spieler älter ist oder jünger ist. Entscheidend ist die Qualität.
Wenn Spieler aus der Akademie bei den Profis dabei sind, erwarte ich von ihnen, dass sie an ihr Limit gehen und versuchen ihre Chancen zu nutzen. Dabei unterstützen wir sie. Aber es ist kein Selbstläufer.

Sie sind nach zwei Jahren ohne einen einzigen Einsatz für die Profis der Bayern zum SV Lohhof in die Bayernliga gegangen. Sagen Sie Ihren Spielern aus dieser Erfahrung, dass es manchmal besser sein kann, einen oder zwei Schritte zurückzugehen, um dann wieder voranzukommen?
Definitiv. Nach der Zeit bei Bayern München habe ich ein bisschen nach Halt gesucht. Und ich wollte einfach nur spielen, spielen, spielen. Das Jahr in Lohhof hat mir unheimlich viel Spaß gemacht. Aber mir war von Anfang an klar, wenn ich da regelmäßig spiele, werden auch wieder andere Vereine auf mich aufmerksam. So war es dann ja auch.

Wie würde der Trainer Stefan Leitl mit dem Spieler Stefan Leitl klarkommen?
(Überlegt lange) Nachdem ich mit den Jahren und mit verschiedenen Trainern ein Bewusstsein entwickelt habe, was es heißt, Profi zu sein, war ich für Trainer schon ein unangenehmer Spieler. Das muss ich ehrlicherweise zugeben.
Ich habe es immer gehasst, wenn es in den Vereinen hieß: „Sag doch mal was! Sag doch mal was!“ Dann sagst du was als Kapitän und musst am Ende die Konsequenzen tragen. Aber ich bin immer für meine Mannschaft eingestanden, wollte immer, dass meine Jungs fair behandelt werden, und ich wollte Spiele gewinnen.

Und solche Spieler wollen Sie jetzt auch in Ihrer Mannschaft haben?
Ja, weil ich ein kommunikativer Trainer bin. Ich habe eine Idee im Kopf, wie wir spielen wollen und was ich von meinen Spielern erwarte. Bei Hertha haben wir jede Menge Erfahrung im Kader. Ich habe auf meinen vorigen Stationen ebenfalls jede Menge Erfahrungen gesammelt und will mich weiterentwickeln. Daher ist es wichtig, dir die Meinung der Spieler anzuhören.

Wie ist Ihr genereller Eindruck von Herthas Kader, was Persönlichkeit und Führungsqualitäten angeht?
Toni Leistner ist ein Führungsspieler, er war über Jahre hinweg Kapitän. Fabian Reese hat sich dorthin entwickelt. Diego Demme kann über seine Art, wie er spielt, ein stiller Leader sein. Mit Jonjoe Kenny verlieren wir jemanden, der vor allem über Leistung geführt hat, über Emotionen in der Ansprache, gemeinsam mit Deyo Zeefuik. Das waren in den drei Monaten meine Führungsspieler. Dazu kommen dann noch einige sehr große Talente.

Die Talente aus der eigenen Akademie spielen bei Hertha eine wichtige Rolle. Werden Sie es in der kommenden Saison schwerer haben, regelmäßig zu spielen?
Grundsätzlich hat jeder Spieler im Kader die Möglichkeit zu spielen. Ich glaube aber schon, dass wir speziell in den vergangenen beiden Jahren richtige Top-Talente hatten. Ob das Ibo Maza war, Derry Scherhant, Pascal Klemens, Marten Winkler oder Linus Gechter. Aus der Akademie rücken gute Spieler nach, aber die Qualität wie in den vergangenen beiden Jahren sehe ich in der Summe aktuell nicht.
Bobo Lum ist sicherlich jemand, der in die Mannschaft kommen kann. Mit Kennet Eichhorn haben wir noch einen ganz jungen Spieler, der wahnsinnig großes Talent hat. Und es ist schade, dass sich Jelani Ndi so schwer verletzt hat. Bei dem Jungen sehe ich richtiges Potenzial. Aber die Spieler brauchen einfach noch Zeit. Diese kriegen sie über gutes Training in der Akademie und über gute Spiele im Nachwuchs. Aber die Tür nach oben ist immer auf.

Die Frage zielte darauf ab, dass Hertha in der kommenden Saison nach oben will und vielleicht nach oben muss. Wie stehen Sie dazu?
So, wie Sie es in Ihrer Frage formuliert haben: Wir müssen als Hertha BSC den Anspruch haben, um den Aufstieg in die Bundesliga zu spielen. Das muss im nächsten Jahr das Ziel sein.

Bei Hannover 96, Ihrer vorherigen Station als Trainer, gab es einen Dreijahresplan für den Aufstieg. Bei Hertha wäre es dann jetzt ein Einjahresplan.
In Hannover habe ich aber auch eine Mannschaft übernommen, die zuvor fast drei Jahre gegen den Abstieg gespielt hatte. Die Voraussetzungen waren ganz andere. Hier sind wir deutlich weiter als in Hannover. Der erste Schritt war, unsere internen Aufgaben zu erledigen, indem wir das Gros der Mannschaft versuchen zusammenzuhalten. Das ist uns jetzt gelungen.
Der nächste Schritt ist, dass wir Spieler holen, die uns noch besser machen, damit wir unser Ziel erreichen. Denn mit Jonjoe Kenny und Ibo Maza gehen zwei absolute Top-Spieler. Da sind wir jetzt gefordert.

Welche Elemente fehlen der Mannschaft noch, um nächste Saison ganz oben anzugreifen?
Diese beiden Schlüsselspieler müssen wir definitiv ersetzen oder es zumindest versuchen. Die Transferperiode ist noch lang. Manchmal ergeben sich erst Mitte oder Ende August Optionen, mit denen du im Mai oder Juni gar nicht gerechnet hast. Deshalb sollten wir uns den einen oder anderen Kaderplatz noch offen halten.

Die Vertragsverlängerung von Fabian Reese hat rund um den Verein große Euphorie ausgelöst. Finden Sie das in dieser komplizierten Zweiten Liga nicht ein bisschen naiv?
Überhaupt nicht. Uns ist es gelungen, den besten Spieler der Zweiten Liga zu halten. Natürlich löst das etwas aus. Es erzeugt eine Aufbruchstimmung. Und die brauchen wir. So wie wir ein Ziel brauchen. Wenn du Hertha BSC bist, dann sollte dieses Ziel sein, in der Zweiten Liga um den Aufstieg zu spielen.

Am Sonntag hat Reese bekannt gegeben, dass er bleibt. Seit wann wussten Sie es?
Schon ein paar Tage länger. Aber ich hatte ohnehin immer das Gefühl, dass es klappen wird. Fabi hat sich sehr deutlich pro Hertha positioniert. Er identifiziert sich mit der Stadt, mit den Menschen hier. Auch in den Gesprächen, die wir regelmäßig führen, habe ich immer rausgehört, dass er bleiben möchte.
Außerdem habe ich ihm gesagt: Du kannst jetzt nicht schon nach drei Monaten wieder den Schuh machen wie damals in Fürth. Wir haben mehr als fünf Jahre dafür gekämpft, dass wir endlich wieder zusammenarbeiten. Das sollten wir jetzt auch mal ein bisschen länger tun.

Fabian Reese hat Sie sogar als seinen Lieblingstrainer bezeichnet. War das nicht ein bisschen übertrieben nach der recht kurzen Zusammenarbeit im Frühjahr 2019?
In Fürth ist damals eine sehr vertrauensvolle Beziehung entstanden. Fabi war zwar noch ein junger Spieler. Trotzdem war er mit seiner Art und seinen Attributen schon ein wesentlicher Bestandteil der Mannschaft. Obwohl es nur drei gemeinsame Monate waren, ist der Kontakt seitdem nie abgerissen. Das ist schon etwas Spezielles.
Ich habe Fabi eigentlich in jeder Transferperiode angerufen und versucht, ihn zu mir zurückzuholen. Jetzt bin ich einfach glücklich, dass wir wieder zusammenarbeiten und dass er verlängert hat. Er hat sich wahnsinnig gut entwickelt. Ich sehe ihn als außergewöhnlichen Spieler für diese Liga. Er ist Führungsspieler, er ist Identifikationsfigur, und er ist ein wichtiger Ansprechpartner für mich.

Wie genau hat er sich seit der Zeit vor sechs Jahren in Fürth entwickelt?
Wenn wir mit den technisch-taktischen Dingen anfangen: bei der Abschlussqualität, im Kopfballspiel. Nach dem Spiel gegen Hannover bin ich gefragt worden, wie erstaunt ich war, dass Fabi ein Kopfballtor gemacht hat. Gar nicht. Von der Technik her ist einer der besten Kopfballspieler der Liga. Es hat mich eher gewundert, dass er erst jetzt mit dem Kopf getroffen hat.
Seine Besessenheit, besser zu werden, und zwar in allen Bereichen, die ist mit 27 Jahren noch genauso groß, wie sie 2019 war. Vor allem aber ist er als Persönlichkeit gereift.

Mit zehn Toren seit Ihrem Amtsantritt hatte er einen erheblichen Anteil daran, dass Hertha letztlich souverän die Klasse gehalten hat. Gab es für Sie eigentlich mal einen Moment, in dem Sie Zweifel hatten?
Nein!

Nach dem 0:4 in Elversberg haben Sie der Mannschaft gesagt: Wir sind jetzt im Abstiegskampf.
Wenn du seit Beginn der Rückrunde fast alle Spiele verloren hast, in einer Abwärtsspirale steckst, gegen Nürnberg …

… in Ihrem ersten Spiel als Trainer von Hertha BSC …
… nur unentschieden spielst und dann in Elversberg richtig einen auf den Deckel kriegst, dann können wir uns doch nicht hinstellen und sagen: „Na gut, wir gucken mal, wie es nächste Woche läuft.“ Das geht nicht. Das war zum richtigen Zeitpunkt das richtige Spiel für uns. Es hat uns den Spiegel vorgehalten, dass die Art und Weise, wie wir es angehen wollen, nicht passt.
Aus dieser Niederlage haben wir die richtigen Schlüsse gezogen: mit der Umstellung auf die Dreierkette, mit Fabi als zweiter Spitze. Der Position, auf der ich ihn schon immer gesehen habe.

Trotzdem hat die Mannschaft in der Woche danach zu Hause 1:2 gegen Schalke 04 verloren.
Aber wenn das Spiel 5:2 für uns ausgeht, wäre Schalke noch gut bedient gewesen. Nach dem Spiel war für uns klar: Wir sind definitiv auf dem richtigen Weg. Wenn die Mannschaft so spielt wie in der zweiten Halbzeit, werden wir es schaffen.

Am Morgen nach dem letzten Saisonspiel gegen Hannover haben Sie Ihre Spieler noch einmal zu einer Besprechung gebeten. Was haben Sie ihnen für die Sommerpause mitgegeben?
Dass ich am 23. Juni beim Trainingsauftakt eine absolut fitte Mannschaft erwarte. Mir ist wichtig, dass wir die Pause nutzen, um uns in einen guten physischen Zustand zu bringen, damit wir nichts nachholen müssen, wenn wir in die Vorbereitung starten.

Und wie fit war die Mannschaft am Tag nach dem Saisonende?
Es war okay (lacht).

Haben Sie mit Ihrem Co-Trainer Andre Mijatovic auch noch ein bisschen und in der gemeinsamen WG-Küche zusammengesessen und auf den Klassenerhalt angestoßen?
Nein, gar nicht. Andre war mit seiner Familie unterwegs, ich mit meiner. Ich bin wirklich glücklich, dass wir vier Spieltage vor Schluss den Klassenerhalt sicher hatten. Aber mit Hertha nicht aus der Zweiten Liga abzusteigen, das ist nichts, was großartig gefeiert werden muss.

Sie arbeiten nicht nur mit Andre Mijatovic zusammen, Sie wohnen auch zusammen. Gehen Sie sich eigentlich nie auf die Nerven?
Doch, natürlich, aber nie privat. Im Gegenteil. Da suche ich seinen Rat, und er sucht meinen. Unsere Beziehung ist schon sehr speziell. Ich glaube, dass auch die Jungs spüren, dass Andre und ich eine Einheit sind.
Trotzdem fetzen wir uns. Auch mal, wenn andere dabei sind. Aber das ist immer im Sinne der Sache. Ich brauche keinen Co-Trainer, der mir nur die Hütchen aufstellt. Ich will Expertise. Die hat Andre. Und er ist mein bester Freund.

Und jetzt wird noch einmal durchgewischt, bevor die Trainer-WG für einen Monat schließt?
Andre ist schon zu Hause bei seiner Familie, ich bin noch ein paar Tage in Berlin. Daher werde ich das Wischen übernehmen, und alle Fenster und Türen schließen. Aber dann freue ich mich auch schon darauf, dass ich im Juni wiederkommen darf.
Stefan Leitl [Trainer] |#399
21.05.2025 - 12:39 Uhr
Zitat von 361er

Zitat von Moppy

„Es muss das Ziel sein, um den Aufstieg zu spielen“: Was Stefan Leitl als Trainer von Hertha BSC vorhat

Stefan Leitl spricht im Interview über seine Zeit unter Giovanni Trapattoni, seinen Umgang mit Talenten, die Ziele für die neue Saison und die besondere Beziehung zu Fabian Reese.
Gerne einmal das Interview reinkopieren. Danke!




Zuletzt saßen bei Herthas Profis einige Spieler der U 23, der U 19 und sogar der U 17 auf der Bank, die aber nicht zum Einsatz gekommen sind. Ist das auch ein Resultat dessen, was Sie selbst erlebt haben, dass Sie denken: Es hilft ihnen nicht, wenn ich ihnen fünf Minuten Spielzeit gebe?
Genauso ist es. Es hilft nicht, wenn es nur darum geht, irgendwas nach außen zu dokumentieren, ich aber die innere Überzeugung in dem Moment nicht habe. Für mich spielt es keine Rolle, ob ein Spieler älter ist oder jünger ist. Entscheidend ist die Qualität.
Wenn Spieler aus der Akademie bei den Profis dabei sind, erwarte ich von ihnen, dass sie an ihr Limit gehen und versuchen ihre Chancen zu nutzen. Dabei unterstützen wir sie. Aber es ist kein Selbstläufer.

Die Talente aus der eigenen Akademie spielen bei Hertha eine wichtige Rolle. Werden Sie es in der kommenden Saison schwerer haben, regelmäßig zu spielen?
Grundsätzlich hat jeder Spieler im Kader die Möglichkeit zu spielen. Ich glaube aber schon, dass wir speziell in den vergangenen beiden Jahren richtige Top-Talente hatten. Ob das Ibo Maza war, Derry Scherhant, Pascal Klemens, Marten Winkler oder Linus Gechter. Aus der Akademie rücken gute Spieler nach, aber die Qualität wie in den vergangenen beiden Jahren sehe ich in der Summe aktuell nicht.
Bobo Lum ist sicherlich jemand, der in die Mannschaft kommen kann. Mit Kennet Eichhorn haben wir noch einen ganz jungen Spieler, der wahnsinnig großes Talent hat. Und es ist schade, dass sich Jelani Ndi so schwer verletzt hat. Bei dem Jungen sehe ich richtiges Potenzial. Aber die Spieler brauchen einfach noch Zeit. Diese kriegen sie über gutes Training in der Akademie und über gute Spiele im Nachwuchs. Aber die Tür nach oben ist immer auf.


Die Frage zielte darauf ab, dass Hertha in der kommenden Saison nach oben will und vielleicht nach oben muss. Wie stehen Sie dazu?
So, wie Sie es in Ihrer Frage formuliert haben: Wir müssen als Hertha BSC den Anspruch haben, um den Aufstieg in die Bundesliga zu spielen. Das muss im nächsten Jahr das Ziel sein.

Bei Hannover 96, Ihrer vorherigen Station als Trainer, gab es einen Dreijahresplan für den Aufstieg. Bei Hertha wäre es dann jetzt ein Einjahresplan.
In Hannover habe ich aber auch eine Mannschaft übernommen, die zuvor fast drei Jahre gegen den Abstieg gespielt hatte. Die Voraussetzungen waren ganz andere. Hier sind wir deutlich weiter als in Hannover. Der erste Schritt war, unsere internen Aufgaben zu erledigen, indem wir das Gros der Mannschaft versuchen zusammenzuhalten. Das ist uns jetzt gelungen.
Der nächste Schritt ist, dass wir Spieler holen, die uns noch besser machen, damit wir unser Ziel erreichen. Denn mit Jonjoe Kenny und Ibo Maza gehen zwei absolute Top-Spieler. Da sind wir jetzt gefordert.

Welche Elemente fehlen der Mannschaft noch, um nächste Saison ganz oben anzugreifen?
Diese beiden Schlüsselspieler müssen wir definitiv ersetzen oder es zumindest versuchen. Die Transferperiode ist noch lang. Manchmal ergeben sich erst Mitte oder Ende August Optionen, mit denen du im Mai oder Juni gar nicht gerechnet hast. Deshalb sollten wir uns den einen oder anderen Kaderplatz noch offen halten.

Die Vertragsverlängerung von Fabian Reese hat rund um den Verein große Euphorie ausgelöst. Finden Sie das in dieser komplizierten Zweiten Liga nicht ein bisschen naiv?
Überhaupt nicht. Uns ist es gelungen, den besten Spieler der Zweiten Liga zu halten. Natürlich löst das etwas aus. Es erzeugt eine Aufbruchstimmung. Und die brauchen wir. So wie wir ein Ziel brauchen. Wenn du Hertha BSC bist, dann sollte dieses Ziel sein, in der Zweiten Liga um den Aufstieg zu spielen.

Am Sonntag hat Reese bekannt gegeben, dass er bleibt. Seit wann wussten Sie es?
Schon ein paar Tage länger. Aber ich hatte ohnehin immer das Gefühl, dass es klappen wird. Fabi hat sich sehr deutlich pro Hertha positioniert. Er identifiziert sich mit der Stadt, mit den Menschen hier. Auch in den Gesprächen, die wir regelmäßig führen, habe ich immer rausgehört, dass er bleiben möchte.
Außerdem habe ich ihm gesagt: Du kannst jetzt nicht schon nach drei Monaten wieder den Schuh machen wie damals in Fürth. Wir haben mehr als fünf Jahre dafür gekämpft, dass wir endlich wieder zusammenarbeiten. Das sollten wir jetzt auch mal ein bisschen länger tun.


Danke fürs Posten. Sehr sehr spannendes Interview.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Moppy am 21.05.2025 um 12:40 Uhr bearbeitet
Stefan Leitl [Trainer] |#400
21.05.2025 - 16:03 Uhr
Ist eine klare Ansage, das Saisonziel ist nicht oben Mitspielen oder sowas, sondern der Aufstieg. Dementsprechend wird der Kader ausgerichtet sein müssen, und bei ihm geht es auf allen Positionen nach Leistung, egal welches Alter die Spieler haben. So wie er die aktuellen Akademietalente einschätzt (Hildebrandt, Eichhorn sind noch zu jung, Ndi hat Kreuzbandriss) wird evtl. Lum auf (Teil-)Einsätze kommen, aber auch sicher nicht Stammelf (er ist ja auch erst 17). Denke auf der TW-Position gehen wir mit Ernst als Stamm und Goller als Ersatz in die Saison. Eitschberger wird seine Chance bekommen, muss sich den Stammplatz aber auch durch Leistung erkämpfen (z.B. gegen Zeefuik). Andere aus der U23 haben nur geringe Einsatzchancen, schätze ich (vielleicht nur wenn mehrere Stamm-/Kaderspieler ausfallen auf ihren Positionen).
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