Joachim Löw [Bundestrainer]
18.07.2012 - 10:43 Uhr
10.08.2012 - 16:04 Uhr
Teil 2:
Zitat von Xylen:
Bezüglich Reus wusste niemand, inwiefern er seine Leistung auf internationalem Parkett bringen kann. Man konnte es auch nicht testen, weil dieser immer verletzt war, wenn Löw ihn eingeladen hat. Natürlich hat er gegen Griechenland stark gespielt, aber man muss nun wirklich dazu sagen, dass der Gegner individuell der Schwächste war, den wir bei der EM hatten. Gegen Italien dann hätte ich Reus auch definitiv Podolski vorgezogen, das ist ein Vorwurf, den man Löw sicher machen muss. Aber ansonsten kann man nicht pauschal sagen, dass man _immer_ Spieler in Hochform Etablierten vorziehen _muss_. Das kommt immer auf die jeweilige Position und die Spieler an. Ich hätte z.B. niemals einen Gündogan statt Schweinsteiger spielen lassen, selbst wenn letzterer nicht 100%-tig fit war.
Nein, es wusste niemand. Man konnte es aber begründet vermuten, weil der einfach Eigenschaften verkörpert (und konstant gezeigt hat), die allen anderen (Podolski und Müller) fehlen. Man braucht vermutlich nicht erneut zu erwähnen, was er alles kann. Na siehst du, ich hätte Gündogan gegen Griechenland gebracht. Was war da schon für ein Risiko? Der Gegner war doch so schwach, dass alle guten Spieler (z.B. Reus) nur gut waren, weil der Gegner so schwach war. ;)
Zu Hummels: So oft habe ich jetzt dieses aggressive Rausrücken nicht entdecken können. Und wenn, hatte Hummels immer noch Badstuber, der für ihn den Raum abgesichert hat. Gegen das temporäre Einsetzen spricht ja auch sicherlich nichts, aber es geht eben ums richtige Timing und _wann_ man sich aktiv und wann passiv verhält. Und gegen Cassano war die aggressive Variante eben die falsche Entscheidung, bei der Nationalmannschaft muss Hummels diese Spielweise dosierter einsetzen. Wie gesagt: Das wird er noch lernen, das bezweifle ich nicht. Aber auch du kannst dann doch mal einsehen, dass es eben auch keine schlechte Lösung ist, wenn man _nicht_ den kompletten Defensivstil des BVB auf die Nationalmannschaft überträgt. Vor allen Dingen dann nicht, wenn nur ein Dortmunder in der Abwehr spielt. Und das wird ja wahrscheinlich auch erstmal so bleiben.
Zitat von Xylen:
Deine Erläuterung bezüglich des Verteidigens ist ziemlich weit hergeholt. Denn nicht Badstuber muss sich einem einzigen Spieler (Hummels) anpassen - sondern Hummels muss sich anpassen. So ist es, und nicht anders. Denn der ist gerade erst Stammspieler geworden, mit Boateng, Badstuber und Lahm spielt fast die gesamte Viererkette der Bayern,
Wie gesagt, das sehe ich komplett anders. Wenn jemand eine besondere Qualität hat, dann sollten die anderen sich diesem anpassen. Wer da Stammspieler ist spielt dabei überhaupt keine Rolle. Einzig und allein die Qualität des Spielers und seine besonderes Fähigkeiten zum Erfolg der Mannschaft bestmöglich einzubringen.
Zitat von Xylen:
und Badstuber und die anderen Abwehrspielern sollen sich zu Gunsten EINES Spielers plötzlich umstellen? Sorry, aber das ist realitätsfern und zeigt eben nur, das du auf Teufel komm raus den BVB-Stil durchdrücken möchtest. Und nicht ich möchte diesen passiven Stil, sondern Löw, weil er in ihm weniger Risiko für Gegentore sieht und das größtenteils auch gut geklappt hat.
Nur HB hätte sich etwas anpassen müssen, indem er zur Abwechslung mal Spieler aktiv angreift. Die AV's sind davon nicht betroffen.
Zitat von Xylen:
Das Ganze jetzt umzukehren und Badstuber indirekt die Schuld zuzuschustern - das ist wahrlich lächerlich, was anderes fällt mir dazu nicht ein.
Ich sagte nicht, dass er indirekt Schuld ist. Im Gegenteil, denn er ist DIREKT mit Schuld (ebenso wie Hummels).
Zitat von Xylen:
Zumal Hummels eben auf internationaler Ebene beim BVB noch nicht gezeigt hat, dass dieser Stil wirklich gut funktioniert.
Warten wir es erst einmal ab. Hast du eigentlich die Spiele live gesehen? Er hat dort sicherlich auch den ein oder anderen Fehler gemacht, aber trotzdem war er auch ebenso häufig der Fels in der Brandung und musste für andere schwächelnde doppelt mitarbeiten, was er oftmals erstklassig gemacht hat.
Zitat von Xylen:
Im Verbund der Nationalmannschaft sicherlich, aber hier ist eben diskutabel, woran das genau gelegen hat - wird man wohl auch nicht endgültig aufschlüsseln können.
Durch die überwiegend vorhandene Sicherheit der anderen Verteidger, konnte sich Hummels auf sein eigenes Spiel konzentrieren - und schon lief es.
Zitat von Xylen:
Das offensive Verteidigen wirkte auf internationaler Ebene eben naiv, wie die Gegentore gegen die Niederlande und Italien zeigen, oder auch das Auftreten des BVB in der Champions League.
Hier werden wir uns nicht mehr einig.
Zitat von Xylen:
Auf jeden Fall sind wir uns wohl einig, das Hummels und Badstuber zusammen bleiben müssen, das ist doch schonmal was. ;)
Na immerhin das. ;)
Zitat von Xylen:
Du musst auch bedenken, dass die Entwicklung bei Bayern gerade stockt, weil Heynckes nunmal kein Trainer ist, der große Modifizierungen durchführen kann. D.h. man ist noch gar nicht am Ende seiner Möglichkeiten, was das System und die Spielweise angeht, da ist noch Luft nach oben, gerade in Richtung Barcelona (schnelleres Spiel, Doppelpässe, Dreiecke etc.). Van Gaal hat die Grundlage gelegt, Jupp die Defensive stabilisiert, jetzt braucht es 2013 einen Trainer, der das noch veredeln kann auf der letzten Entwicklungsstufe. Solange der aber nicht da ist, wird man von Bayern weiterhin eine noch nicht ganz ausgereifte Version von Barcelona zu sehen bekommen. ;)
Dann sehe ich da diverse Probleme:
1) Bayern hat seine Trainer schneller gefeuert als die gucken konnten, wenn sie keine Titel geholt haben. Manchmal sogar auch als Titel geholt wurden (Magath). Dummerweise ist jetzt der beste Kumpel vom Uli Trainer und schon zählen die normalen Mechanismen nicht mehr.
2) Wenn Heynckes der falsche Trainer ist (was ich übrigens auch denke), dann müssen daraus eben die Konsequenzen gezogen werden. Da müssten eigentlich sogar mal die ganzen "Möchtegern- Alphatiere" der Mannschaft etwas zu sagen (natürlich intern).
3) Bayern steht sich Gott sei Dank oftmals selbst im Weg.
4) Mein persönliches "Horrorszenario" für 2013:
- Bayern holt Guardiola
- Bayern beweist endlich mal Eier (weil Guardiola das als Bedingung hat) und gibt eben auch mal 40 Millionen für einen Spieler aus, wenn der wirklich ins System passt
- Guardiola räumt mit diesem ganzen "der hat schon immer gespielt, deswegen spielt der auch weiter" Unsinn auf
- Guardiola stellt das System so um, dass es dem von Barcelona TATSÄCHLICH ähnlich ist und nicht wie bisher, dass man denkt so ein System zu spielen
Ich habe aber begründet Hoffnung, dass das nicht passiert, weil Bayern halt Bayern ist und sehr oft Trends verpennen und sich auf irgendwelchen Ergebnissen ausruhen. Frei nach dem Motto: Wir sind doch in 3 Jahren 2 mal im CL Finale gewesen, was sollten wir also ändern?
Hier übrigens noch eine persönliche Hauptkritik von mir... für gewöhnlich wird alles, was an berechtigter Kritik angebracht wird als "Bayern Hater" abgetan oder als "hauptsache mal meckern". In jedem normalen Unternehmen gibt es aber eine kontinuierliche Qualitätsentwicklung, wo Dinge auch hinterfragt werden, wenn sie gut laufen. Frei nach dem Motto: Es läuft zwar ganz gut, aber wir wollen es noch weiter verbessern. Dafür stellen wir uns der Kritik und lernen daraus. Genau dieses können Bayernfans (für gewöhnlich) aber nicht, weil sie mehr darauf bedacht sind den Platzhirsch zu spielen (das lässt sich z.B. auch 1 zu 1 auf die Diskussion um Gomet anwenden).
Ich bin mir ziemlich sicher, dass wenn Bayern diese Kritik mal annehmen würde (und Veränderungen vornimmt), wären sie in 1-2 Jahren nahezu unschlagbar.
Edit: Wir sind stark vom Thema abgekommen. :D
Zitat von Xylen:
Bezüglich Reus wusste niemand, inwiefern er seine Leistung auf internationalem Parkett bringen kann. Man konnte es auch nicht testen, weil dieser immer verletzt war, wenn Löw ihn eingeladen hat. Natürlich hat er gegen Griechenland stark gespielt, aber man muss nun wirklich dazu sagen, dass der Gegner individuell der Schwächste war, den wir bei der EM hatten. Gegen Italien dann hätte ich Reus auch definitiv Podolski vorgezogen, das ist ein Vorwurf, den man Löw sicher machen muss. Aber ansonsten kann man nicht pauschal sagen, dass man _immer_ Spieler in Hochform Etablierten vorziehen _muss_. Das kommt immer auf die jeweilige Position und die Spieler an. Ich hätte z.B. niemals einen Gündogan statt Schweinsteiger spielen lassen, selbst wenn letzterer nicht 100%-tig fit war.
Nein, es wusste niemand. Man konnte es aber begründet vermuten, weil der einfach Eigenschaften verkörpert (und konstant gezeigt hat), die allen anderen (Podolski und Müller) fehlen. Man braucht vermutlich nicht erneut zu erwähnen, was er alles kann. Na siehst du, ich hätte Gündogan gegen Griechenland gebracht. Was war da schon für ein Risiko? Der Gegner war doch so schwach, dass alle guten Spieler (z.B. Reus) nur gut waren, weil der Gegner so schwach war. ;)
Zu Hummels: So oft habe ich jetzt dieses aggressive Rausrücken nicht entdecken können. Und wenn, hatte Hummels immer noch Badstuber, der für ihn den Raum abgesichert hat. Gegen das temporäre Einsetzen spricht ja auch sicherlich nichts, aber es geht eben ums richtige Timing und _wann_ man sich aktiv und wann passiv verhält. Und gegen Cassano war die aggressive Variante eben die falsche Entscheidung, bei der Nationalmannschaft muss Hummels diese Spielweise dosierter einsetzen. Wie gesagt: Das wird er noch lernen, das bezweifle ich nicht. Aber auch du kannst dann doch mal einsehen, dass es eben auch keine schlechte Lösung ist, wenn man _nicht_ den kompletten Defensivstil des BVB auf die Nationalmannschaft überträgt. Vor allen Dingen dann nicht, wenn nur ein Dortmunder in der Abwehr spielt. Und das wird ja wahrscheinlich auch erstmal so bleiben.
Zitat von Xylen:
Deine Erläuterung bezüglich des Verteidigens ist ziemlich weit hergeholt. Denn nicht Badstuber muss sich einem einzigen Spieler (Hummels) anpassen - sondern Hummels muss sich anpassen. So ist es, und nicht anders. Denn der ist gerade erst Stammspieler geworden, mit Boateng, Badstuber und Lahm spielt fast die gesamte Viererkette der Bayern,
Wie gesagt, das sehe ich komplett anders. Wenn jemand eine besondere Qualität hat, dann sollten die anderen sich diesem anpassen. Wer da Stammspieler ist spielt dabei überhaupt keine Rolle. Einzig und allein die Qualität des Spielers und seine besonderes Fähigkeiten zum Erfolg der Mannschaft bestmöglich einzubringen.
Zitat von Xylen:
und Badstuber und die anderen Abwehrspielern sollen sich zu Gunsten EINES Spielers plötzlich umstellen? Sorry, aber das ist realitätsfern und zeigt eben nur, das du auf Teufel komm raus den BVB-Stil durchdrücken möchtest. Und nicht ich möchte diesen passiven Stil, sondern Löw, weil er in ihm weniger Risiko für Gegentore sieht und das größtenteils auch gut geklappt hat.
Nur HB hätte sich etwas anpassen müssen, indem er zur Abwechslung mal Spieler aktiv angreift. Die AV's sind davon nicht betroffen.
Zitat von Xylen:
Das Ganze jetzt umzukehren und Badstuber indirekt die Schuld zuzuschustern - das ist wahrlich lächerlich, was anderes fällt mir dazu nicht ein.
Ich sagte nicht, dass er indirekt Schuld ist. Im Gegenteil, denn er ist DIREKT mit Schuld (ebenso wie Hummels).
Zitat von Xylen:
Zumal Hummels eben auf internationaler Ebene beim BVB noch nicht gezeigt hat, dass dieser Stil wirklich gut funktioniert.
Warten wir es erst einmal ab. Hast du eigentlich die Spiele live gesehen? Er hat dort sicherlich auch den ein oder anderen Fehler gemacht, aber trotzdem war er auch ebenso häufig der Fels in der Brandung und musste für andere schwächelnde doppelt mitarbeiten, was er oftmals erstklassig gemacht hat.
Zitat von Xylen:
Im Verbund der Nationalmannschaft sicherlich, aber hier ist eben diskutabel, woran das genau gelegen hat - wird man wohl auch nicht endgültig aufschlüsseln können.
Durch die überwiegend vorhandene Sicherheit der anderen Verteidger, konnte sich Hummels auf sein eigenes Spiel konzentrieren - und schon lief es.
Zitat von Xylen:
Das offensive Verteidigen wirkte auf internationaler Ebene eben naiv, wie die Gegentore gegen die Niederlande und Italien zeigen, oder auch das Auftreten des BVB in der Champions League.
Hier werden wir uns nicht mehr einig.
Zitat von Xylen:
Auf jeden Fall sind wir uns wohl einig, das Hummels und Badstuber zusammen bleiben müssen, das ist doch schonmal was. ;)
Na immerhin das. ;)
Zitat von Xylen:
Du musst auch bedenken, dass die Entwicklung bei Bayern gerade stockt, weil Heynckes nunmal kein Trainer ist, der große Modifizierungen durchführen kann. D.h. man ist noch gar nicht am Ende seiner Möglichkeiten, was das System und die Spielweise angeht, da ist noch Luft nach oben, gerade in Richtung Barcelona (schnelleres Spiel, Doppelpässe, Dreiecke etc.). Van Gaal hat die Grundlage gelegt, Jupp die Defensive stabilisiert, jetzt braucht es 2013 einen Trainer, der das noch veredeln kann auf der letzten Entwicklungsstufe. Solange der aber nicht da ist, wird man von Bayern weiterhin eine noch nicht ganz ausgereifte Version von Barcelona zu sehen bekommen. ;)
Dann sehe ich da diverse Probleme:
1) Bayern hat seine Trainer schneller gefeuert als die gucken konnten, wenn sie keine Titel geholt haben. Manchmal sogar auch als Titel geholt wurden (Magath). Dummerweise ist jetzt der beste Kumpel vom Uli Trainer und schon zählen die normalen Mechanismen nicht mehr.
2) Wenn Heynckes der falsche Trainer ist (was ich übrigens auch denke), dann müssen daraus eben die Konsequenzen gezogen werden. Da müssten eigentlich sogar mal die ganzen "Möchtegern- Alphatiere" der Mannschaft etwas zu sagen (natürlich intern).
3) Bayern steht sich Gott sei Dank oftmals selbst im Weg.
4) Mein persönliches "Horrorszenario" für 2013:
- Bayern holt Guardiola
- Bayern beweist endlich mal Eier (weil Guardiola das als Bedingung hat) und gibt eben auch mal 40 Millionen für einen Spieler aus, wenn der wirklich ins System passt
- Guardiola räumt mit diesem ganzen "der hat schon immer gespielt, deswegen spielt der auch weiter" Unsinn auf
- Guardiola stellt das System so um, dass es dem von Barcelona TATSÄCHLICH ähnlich ist und nicht wie bisher, dass man denkt so ein System zu spielen
Ich habe aber begründet Hoffnung, dass das nicht passiert, weil Bayern halt Bayern ist und sehr oft Trends verpennen und sich auf irgendwelchen Ergebnissen ausruhen. Frei nach dem Motto: Wir sind doch in 3 Jahren 2 mal im CL Finale gewesen, was sollten wir also ändern?
Hier übrigens noch eine persönliche Hauptkritik von mir... für gewöhnlich wird alles, was an berechtigter Kritik angebracht wird als "Bayern Hater" abgetan oder als "hauptsache mal meckern". In jedem normalen Unternehmen gibt es aber eine kontinuierliche Qualitätsentwicklung, wo Dinge auch hinterfragt werden, wenn sie gut laufen. Frei nach dem Motto: Es läuft zwar ganz gut, aber wir wollen es noch weiter verbessern. Dafür stellen wir uns der Kritik und lernen daraus. Genau dieses können Bayernfans (für gewöhnlich) aber nicht, weil sie mehr darauf bedacht sind den Platzhirsch zu spielen (das lässt sich z.B. auch 1 zu 1 auf die Diskussion um Gomet anwenden).
Ich bin mir ziemlich sicher, dass wenn Bayern diese Kritik mal annehmen würde (und Veränderungen vornimmt), wären sie in 1-2 Jahren nahezu unschlagbar.
Edit: Wir sind stark vom Thema abgekommen. :D
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Bukkris am 10.08.2012 um 16:04 Uhr bearbeitet
10.08.2012 - 20:32 Uhr
Zitat von Clinter:
Das ist schlicht und einfach nicht wahr. Wenn man allerdings nur nach den Ergebnissen geht drängt sich einem natürlich diese Sichtweise auf. ;)
Natürlich geht es um die Ergebnisse. Was bitte (außer ordentlich Lehrgeld und eventuellen Erkenntnissen für diese Saison) könnt ihr euch den von der schwachen CL-Saison letztes Jahr kaufen? Im Grunde nichts. Das man offensiv oft nicht schlecht war, sehe ich auch so, aber der naive Defensivstil hat eben sehr wohl mit dazu beigetragen.
Zu der Bayern-Barca Geschichte: Ich meinte damit nicht, dass wir irgendwann wie Barca spielen werden. Jeder Klub braucht auch seine eigene Identität. Das ich selbst genug Probleme in unserem Spiel sehe und genug eigene Verbesserungsvorschläge hätte, kannst du gerne im Bayernforum nachlesen, wenn du interessiert bist. Ich habe keine Lust, das jetzt noch detailliert auszuführen. Nur so viel: Van Gaal hat viele Elemete mit Dreicken, Positionsspiel Barca-ähnlich aufgebaut. Jupp kann nicht entwickeln, daher stagniert man und das System fällt zu oft in sich zusammen. Ein neuer Trainer könnte es ab 2013 aber wieder genau in die Richtung lenken, denn die Grundlagen sind mMn da. Mir geht es nur darum, dass man nicht von der taktischen mittelmäßigen Einstellung des Trainers auf die individuelle Qualität mancher Spieler schließt, die schlicht nichts dafür können, wenn der Trainer mit ihren Fähigkeiten nichts anzufangen weiß. So kommt es hier aber manchmal rüber, und das finde ich etwas ungerecht. Interessant übrigens, dass du als BVB-Fan hier das Ausscheiden vielen individuellen Fehlern zuschreibst, beim Halbfinalaus des DFB-Teams war immer nur Löw Schuld, nie die individuellen Patzer von Hummels und Lahm. :p
Kroos für Schweini - klar, hätte man machen können, hätte ich auch nichts dagegen gehabt. Aber der User Bukkris zum Beispiel führte ja auf den letzten Seiten aus, das er z.B. Kroos aus unerfindlichen Gründen gar nicht als Alternative gesehen hätte. Da bin ich beruhigt, dass du wenigstens nicht so naiv bist und auf Teufel komm raus Gündogan als ersten Ersatz gesehen hättest.
Zitat von Bukkris:
[...]
Du unterstellst Löw viel zu viel. Du hast keinerlei Einsicht in die Interna, weißt nicht, wie nah die BVBler zum Beispiel am Team dran waren oder wie fit ein Götze zum Beispiel gewesen ist. Natürlich sollte man immer das bestmögliche Team aufstellen - aber für Löw sind das eben oft etablierte Spieler, gerade weil diese durch Automatismen und Erfahrung einen Qualitätsvorteil versprechen. Denn das internationale Erfahrung eben doch notwendig ist, hat auch mal wieder der BVB gezeigt in der letzten Saison. Es tut mir leid, immer wieder darauf verweisen zu müssen, aber für mich ist das das Sinnbild einer unerfahrenen, euphorischen Truppe gewesen, der ein wenig Abgeklärtheit nicht schaden könnte. Denn nur weil einige Spieler im Verein national toll aufspielen, heißt das nicht, dass sie es auch internaitonal schaffen und folglich auch im Nationalteam tun, wo es nochmal ganz andere Anforderungen gibt. Daher finde ich es lächerlich, was du Löw teilweise für Dinge ankreidest, zumal man lediglich über die Reus-Personalie wirklich diskutieren kann. Da hat er gegen Italien sicher falsch entschieden, keine Frage. Ansonsten hat er aber bei der EM viel richtig gemacht, daher finde ich diese negative Stimmung hier einfach nur daneben.
Löw wird schon die bestmögliche Elf aufstellen, der will nämlich mit Sicherheit auch gewinnen - wenn du meinst, dass man mit 8 Jungspunden mit kaum internationaler Erfahrung und ohne wirklich Automatismen im Spiel eher Europameister wird, dann ist das schön für dich, Löw sah und sieht es aber anders. Neuer, Hummels, Badstuber, Lahm, Boateng, Schweinsteiger, Khedira, Özil und Müller sind im Normalfall zurecht gesetzt, wenn sie in Form sind (bei Schweini eben Sonderfall bei der EM, klar!)eben weil sie auf den entsprechenden Positionen die jeweils beste Alternative sind. Diskutieren kann man über den LA und den Mittelstürmer, ansonsten verstehe ich deine Kritik nicht, denn ich sehe wirklich keinen Diskussionsbedarf bei den anderen Stammplätzen. Bei Müller eventuell noch, wenn er sich im Laufe der Saison nicht steigert, ansonsten gibt es aber nun wirklich keinen Diskussionsbedarf.
Zum Thema Verteidigen: Da haben wir es wieder. Glaubst du ernsthaft, Löws Vorstellung vom Verteidigungsstil ist komisch? Das ist wirklich absolut lächerlich. Anscheinend siehst du wirklich in Klopp den Trainergott, und im BVB-Stil das einzig wahre, was es im Fußball gibt. Das kann von mir aus auch so bleiben, aber vielleicht akzeptierst du dann auch mal, das es auch andere Möglichkeiten gibt, um zum Erfolg zu kommen. Van Gaal, der deutlich mehr Titel vorzuweisen hat als ein Klopp, hat Badstuber aus der Jugend geholt, geformt und gefördert. Da ist also sicherlich nichts komisches daran, wenn man in Badstuber den Idealtyp des deutschen IV-Spiels sieht. Löw sieht es nämlich ähnlich. Sind also beide Trainer mit "komischen" Ansichten und wenn ja, wie kamen dann ihre Erfolge zu Stande? Und ja, die Entwicklung des deutschen Nationalteams betrachte ich sehr wohl als Erfolg, wenn man sich mal anschaut, wo man von 1998 - 2004 gestanden hat.
Magath gewann auch zwei Jahre lang mit Bayern das Double (und scheiterte international grandios), wollte man deshalb damals seine Methoden plötzlich im Nationalteam sehen? Ich denke nicht. Hier ist ein großes Maß an Differnzierung notwendig, denn man kann nicht pauschal davon ausgehen, dass jeder BVB-Spieler die gleiche Leistung auch in der NM bringt. Offensichtlich genügen dort nur wenige Spieler den Anforderungen des Systems, sonst wären auch mehr in der Stammelf vertreten. Es ist einfach so, das Klopp beim BVB eben ein sehr spezifisches System spielen lässt, was national absolut hervorragend funktioniert und das bisher nicht mal die Bayern knacken konnten. Es hat viele Vorteile, zum Beispiel, das man damit auch individuell stärker besetzte Teams schlagen kann. Das Kollektivspiel ist überragend und man kann damit extrem viele individuelle Schwächen auffangen. Ein gutes Beispiel ist Schmelzer: Bei Dortmund überragend als LV, wenn ein defensiver LM immer mitarbeitet und ihm hilft. Unterschied zur NM: Das gibt es dort eben nicht. Und die individuelle Klasse von Schmelzer ist im Grunde gar nicht so hoch (in meinen Augen), dass Kollektiv des BVB kaschiert seine Schwächen aber ideal und setzt seine Stärken perfekt ein, sodass er dort eigentlich über seinem eigentlichen Leistungslimit spielt. Das gilt mMn auch für Großkreutz. Und deshalb z.B. spielen sie mMn beim DFB kaum eine Rolle, weil die individuelle Qualität nicht hoch genug ist und das System mit den Stärken dieser Spieler eben wenig anfangen kann, lohnt es sich auf diesem Niveau doch nur ein System nach Spieler mit wirklich Format auszurichten (Özil, Klose z.B.). Daher kann man auch nicht sagen, das Löw sich jetzt plötzlich nach dem BVB richten muss. Und ich bezweifle sehr stark, dass man Italien mit Gündogan statt Schweinsteiger, Schmelzer statt Boateng oder Sven Bender statt Khedira geschlagen hätte. Selbst wenn Reus von Beginn an gespielt hätte, hätte Hummels beim 0:1 und Lahm beim 0:2 ihre Fehler gemacht. Vielleicht hätte man sich dann noch in die Verlängerung gerettet, aber es ist nach einem solchen Rückstand immer schwer, nochmal ins Spiel zu finden. Götze wäre ohne seine Verletzung mMn auch näher am Team gewesen, das war aber eben Pech und er schien mir nicht wirklich fit zu sein. Das ist aber auch nicht Löws Schuld.
Das der BVB Bayern so oft schlägt, ist in unserer unausgereiften Spielanlage begründet. Ihr stellt euch perfekt darauf ein und wir fallen immer wieder darauf herein. Pikanterweise liegen uns Mannschaften wie Real Madrid spielerisch viel besser, weil die auch selbst mitspielen und uns ihr Spiel aufzwingen wollen. Da haben wir dann mehr Platz vorne und haben mehr Zugriff zum Tor. Ich will jetzt keinerlei Forderungen für den BVB international stellen, ich sage nur, dass man einer Mannschaft ohne auch nur den Hauch von internationalem Ansehen bzw. Erfolg nicht als das Nonplusultra darstellen und deren Spielstil konsequent für die NM einfordern kann. Das mit dem System stimmt auch nur teilweise. Natürlich spielen die Mannschaften auch gegen den BVB inzwischen defensiv, trotzdem immer noch keinerlei komplette Mauertaktik wie meistens gegen die Bayern. Genau wie die Nationalmannschaft ist es gar nicht möglich, ständig dieses Umschaltspiel zu erzeugen, weil dies eben mit einem entsprechenden Risiko für die Defensive verbunden ist (siehe die letzten Posts) und die Gegner einem gar nicht die Möglichkeit für solch schnelle Vorstöße geben. Klar, ich würde mir auch wünschen, dass man beim FC Bayern schneller spielt, aber das ist ein anderes Thema. Die Nationalmannschaft wird schon bald sicher Leute wie Götze und Reus verstärkt einbauen, da brauchst du dir keine Sorgen machen. Es muss eine Kombination aus beiden Stilen gefunden werden, das sage ich jetzt auch schon seit geraumer Zeit. Aber ohne eine Versteifung in die eine oder andere Richtung, so wie du es offensichtlich forderst.
Zitat von Bukkris:
Wie gesagt, das sehe ich komplett anders. Wenn jemand eine besondere Qualität hat, dann sollten die anderen sich diesem anpassen. Wer da Stammspieler ist spielt dabei überhaupt keine Rolle. Einzig und allein die Qualität des Spielers und seine besonderes Fähigkeiten zum Erfolg der Mannschaft bestmöglich einzubringen.
Das muss ich jetzt nochmal herausgreifen, weil das wirklich realitätsfern ist. Ein Spieler kommt ins Team, und schon richtig man den ganzen Defensivstil danach aus? Wenn Hummels der beste Verteidiger der Welt wäre, dann wäre das eine Überlegung wert. Davon ist er aber weit entfernt, und daher ist deine Meinung in diesem Fall (sorry) absoluter Nonsens. Das wird dir auch Klopp sagen, der genauso handelt wie Löw, nur eben auf andere Stile bezogen. Wieso glaubst du, hat er Petric und Frei aussortiert damals? Hätte er nicht auch versuchen können, deren Stärken vernünftig einzubringen? Nein, das hat er nicht, sondern er hat sie gehen lassen, weil sie nicht zu seinen Ideen passten. Und Löw hat eine Defensividee, die auf internationalem Parkett nicht die Schlechteste ist, die Bayern sind da meist auch gut mitgefahren. Und jetzt sollen sich alle wegen Hummels umstellen, sodass auf einmal drei Spieler ungewohnt spielen müssen, damit einer seinen Stil durchbringen kann? Du merkst glaube ich selbst, dass das Unsinn ist. ;)
Typisch ist auch deine Analyse des Gegentores, was einfach zu großen Teilen Hummels' Patzer war. Hummels verteidigt nicht nach Traineranweisung, baut also Mist - aber andere sind auf einmal Mitschuld. Denn gegen Balotelli kann man schonmal ein Kopfballduell verlieren. Hummels hat in der CL gegen Van Persie im Rückspiel ein ebensolches verloren. ;) Hätte Merte diesen Fehler gegen Cassano gemacht, hättest du sicher diesem die Schuld gegeben und lautstark nach Hummels geschrien. Zu der Bayernthematik äußere ich mich jetzt nicht mehr, weil ich a) weg muss und b) das hier auch eigentlich nichts zu suchen hat. Wenn du willst, schreib mir deshalb eine PN. ;)
Das ist schlicht und einfach nicht wahr. Wenn man allerdings nur nach den Ergebnissen geht drängt sich einem natürlich diese Sichtweise auf. ;)
Natürlich geht es um die Ergebnisse. Was bitte (außer ordentlich Lehrgeld und eventuellen Erkenntnissen für diese Saison) könnt ihr euch den von der schwachen CL-Saison letztes Jahr kaufen? Im Grunde nichts. Das man offensiv oft nicht schlecht war, sehe ich auch so, aber der naive Defensivstil hat eben sehr wohl mit dazu beigetragen.
Zu der Bayern-Barca Geschichte: Ich meinte damit nicht, dass wir irgendwann wie Barca spielen werden. Jeder Klub braucht auch seine eigene Identität. Das ich selbst genug Probleme in unserem Spiel sehe und genug eigene Verbesserungsvorschläge hätte, kannst du gerne im Bayernforum nachlesen, wenn du interessiert bist. Ich habe keine Lust, das jetzt noch detailliert auszuführen. Nur so viel: Van Gaal hat viele Elemete mit Dreicken, Positionsspiel Barca-ähnlich aufgebaut. Jupp kann nicht entwickeln, daher stagniert man und das System fällt zu oft in sich zusammen. Ein neuer Trainer könnte es ab 2013 aber wieder genau in die Richtung lenken, denn die Grundlagen sind mMn da. Mir geht es nur darum, dass man nicht von der taktischen mittelmäßigen Einstellung des Trainers auf die individuelle Qualität mancher Spieler schließt, die schlicht nichts dafür können, wenn der Trainer mit ihren Fähigkeiten nichts anzufangen weiß. So kommt es hier aber manchmal rüber, und das finde ich etwas ungerecht. Interessant übrigens, dass du als BVB-Fan hier das Ausscheiden vielen individuellen Fehlern zuschreibst, beim Halbfinalaus des DFB-Teams war immer nur Löw Schuld, nie die individuellen Patzer von Hummels und Lahm. :p
Kroos für Schweini - klar, hätte man machen können, hätte ich auch nichts dagegen gehabt. Aber der User Bukkris zum Beispiel führte ja auf den letzten Seiten aus, das er z.B. Kroos aus unerfindlichen Gründen gar nicht als Alternative gesehen hätte. Da bin ich beruhigt, dass du wenigstens nicht so naiv bist und auf Teufel komm raus Gündogan als ersten Ersatz gesehen hättest.
Zitat von Bukkris:
[...]
Du unterstellst Löw viel zu viel. Du hast keinerlei Einsicht in die Interna, weißt nicht, wie nah die BVBler zum Beispiel am Team dran waren oder wie fit ein Götze zum Beispiel gewesen ist. Natürlich sollte man immer das bestmögliche Team aufstellen - aber für Löw sind das eben oft etablierte Spieler, gerade weil diese durch Automatismen und Erfahrung einen Qualitätsvorteil versprechen. Denn das internationale Erfahrung eben doch notwendig ist, hat auch mal wieder der BVB gezeigt in der letzten Saison. Es tut mir leid, immer wieder darauf verweisen zu müssen, aber für mich ist das das Sinnbild einer unerfahrenen, euphorischen Truppe gewesen, der ein wenig Abgeklärtheit nicht schaden könnte. Denn nur weil einige Spieler im Verein national toll aufspielen, heißt das nicht, dass sie es auch internaitonal schaffen und folglich auch im Nationalteam tun, wo es nochmal ganz andere Anforderungen gibt. Daher finde ich es lächerlich, was du Löw teilweise für Dinge ankreidest, zumal man lediglich über die Reus-Personalie wirklich diskutieren kann. Da hat er gegen Italien sicher falsch entschieden, keine Frage. Ansonsten hat er aber bei der EM viel richtig gemacht, daher finde ich diese negative Stimmung hier einfach nur daneben.
Löw wird schon die bestmögliche Elf aufstellen, der will nämlich mit Sicherheit auch gewinnen - wenn du meinst, dass man mit 8 Jungspunden mit kaum internationaler Erfahrung und ohne wirklich Automatismen im Spiel eher Europameister wird, dann ist das schön für dich, Löw sah und sieht es aber anders. Neuer, Hummels, Badstuber, Lahm, Boateng, Schweinsteiger, Khedira, Özil und Müller sind im Normalfall zurecht gesetzt, wenn sie in Form sind (bei Schweini eben Sonderfall bei der EM, klar!)eben weil sie auf den entsprechenden Positionen die jeweils beste Alternative sind. Diskutieren kann man über den LA und den Mittelstürmer, ansonsten verstehe ich deine Kritik nicht, denn ich sehe wirklich keinen Diskussionsbedarf bei den anderen Stammplätzen. Bei Müller eventuell noch, wenn er sich im Laufe der Saison nicht steigert, ansonsten gibt es aber nun wirklich keinen Diskussionsbedarf.
Zum Thema Verteidigen: Da haben wir es wieder. Glaubst du ernsthaft, Löws Vorstellung vom Verteidigungsstil ist komisch? Das ist wirklich absolut lächerlich. Anscheinend siehst du wirklich in Klopp den Trainergott, und im BVB-Stil das einzig wahre, was es im Fußball gibt. Das kann von mir aus auch so bleiben, aber vielleicht akzeptierst du dann auch mal, das es auch andere Möglichkeiten gibt, um zum Erfolg zu kommen. Van Gaal, der deutlich mehr Titel vorzuweisen hat als ein Klopp, hat Badstuber aus der Jugend geholt, geformt und gefördert. Da ist also sicherlich nichts komisches daran, wenn man in Badstuber den Idealtyp des deutschen IV-Spiels sieht. Löw sieht es nämlich ähnlich. Sind also beide Trainer mit "komischen" Ansichten und wenn ja, wie kamen dann ihre Erfolge zu Stande? Und ja, die Entwicklung des deutschen Nationalteams betrachte ich sehr wohl als Erfolg, wenn man sich mal anschaut, wo man von 1998 - 2004 gestanden hat.
Magath gewann auch zwei Jahre lang mit Bayern das Double (und scheiterte international grandios), wollte man deshalb damals seine Methoden plötzlich im Nationalteam sehen? Ich denke nicht. Hier ist ein großes Maß an Differnzierung notwendig, denn man kann nicht pauschal davon ausgehen, dass jeder BVB-Spieler die gleiche Leistung auch in der NM bringt. Offensichtlich genügen dort nur wenige Spieler den Anforderungen des Systems, sonst wären auch mehr in der Stammelf vertreten. Es ist einfach so, das Klopp beim BVB eben ein sehr spezifisches System spielen lässt, was national absolut hervorragend funktioniert und das bisher nicht mal die Bayern knacken konnten. Es hat viele Vorteile, zum Beispiel, das man damit auch individuell stärker besetzte Teams schlagen kann. Das Kollektivspiel ist überragend und man kann damit extrem viele individuelle Schwächen auffangen. Ein gutes Beispiel ist Schmelzer: Bei Dortmund überragend als LV, wenn ein defensiver LM immer mitarbeitet und ihm hilft. Unterschied zur NM: Das gibt es dort eben nicht. Und die individuelle Klasse von Schmelzer ist im Grunde gar nicht so hoch (in meinen Augen), dass Kollektiv des BVB kaschiert seine Schwächen aber ideal und setzt seine Stärken perfekt ein, sodass er dort eigentlich über seinem eigentlichen Leistungslimit spielt. Das gilt mMn auch für Großkreutz. Und deshalb z.B. spielen sie mMn beim DFB kaum eine Rolle, weil die individuelle Qualität nicht hoch genug ist und das System mit den Stärken dieser Spieler eben wenig anfangen kann, lohnt es sich auf diesem Niveau doch nur ein System nach Spieler mit wirklich Format auszurichten (Özil, Klose z.B.). Daher kann man auch nicht sagen, das Löw sich jetzt plötzlich nach dem BVB richten muss. Und ich bezweifle sehr stark, dass man Italien mit Gündogan statt Schweinsteiger, Schmelzer statt Boateng oder Sven Bender statt Khedira geschlagen hätte. Selbst wenn Reus von Beginn an gespielt hätte, hätte Hummels beim 0:1 und Lahm beim 0:2 ihre Fehler gemacht. Vielleicht hätte man sich dann noch in die Verlängerung gerettet, aber es ist nach einem solchen Rückstand immer schwer, nochmal ins Spiel zu finden. Götze wäre ohne seine Verletzung mMn auch näher am Team gewesen, das war aber eben Pech und er schien mir nicht wirklich fit zu sein. Das ist aber auch nicht Löws Schuld.
Das der BVB Bayern so oft schlägt, ist in unserer unausgereiften Spielanlage begründet. Ihr stellt euch perfekt darauf ein und wir fallen immer wieder darauf herein. Pikanterweise liegen uns Mannschaften wie Real Madrid spielerisch viel besser, weil die auch selbst mitspielen und uns ihr Spiel aufzwingen wollen. Da haben wir dann mehr Platz vorne und haben mehr Zugriff zum Tor. Ich will jetzt keinerlei Forderungen für den BVB international stellen, ich sage nur, dass man einer Mannschaft ohne auch nur den Hauch von internationalem Ansehen bzw. Erfolg nicht als das Nonplusultra darstellen und deren Spielstil konsequent für die NM einfordern kann. Das mit dem System stimmt auch nur teilweise. Natürlich spielen die Mannschaften auch gegen den BVB inzwischen defensiv, trotzdem immer noch keinerlei komplette Mauertaktik wie meistens gegen die Bayern. Genau wie die Nationalmannschaft ist es gar nicht möglich, ständig dieses Umschaltspiel zu erzeugen, weil dies eben mit einem entsprechenden Risiko für die Defensive verbunden ist (siehe die letzten Posts) und die Gegner einem gar nicht die Möglichkeit für solch schnelle Vorstöße geben. Klar, ich würde mir auch wünschen, dass man beim FC Bayern schneller spielt, aber das ist ein anderes Thema. Die Nationalmannschaft wird schon bald sicher Leute wie Götze und Reus verstärkt einbauen, da brauchst du dir keine Sorgen machen. Es muss eine Kombination aus beiden Stilen gefunden werden, das sage ich jetzt auch schon seit geraumer Zeit. Aber ohne eine Versteifung in die eine oder andere Richtung, so wie du es offensichtlich forderst.
Zitat von Bukkris:
Wie gesagt, das sehe ich komplett anders. Wenn jemand eine besondere Qualität hat, dann sollten die anderen sich diesem anpassen. Wer da Stammspieler ist spielt dabei überhaupt keine Rolle. Einzig und allein die Qualität des Spielers und seine besonderes Fähigkeiten zum Erfolg der Mannschaft bestmöglich einzubringen.
Das muss ich jetzt nochmal herausgreifen, weil das wirklich realitätsfern ist. Ein Spieler kommt ins Team, und schon richtig man den ganzen Defensivstil danach aus? Wenn Hummels der beste Verteidiger der Welt wäre, dann wäre das eine Überlegung wert. Davon ist er aber weit entfernt, und daher ist deine Meinung in diesem Fall (sorry) absoluter Nonsens. Das wird dir auch Klopp sagen, der genauso handelt wie Löw, nur eben auf andere Stile bezogen. Wieso glaubst du, hat er Petric und Frei aussortiert damals? Hätte er nicht auch versuchen können, deren Stärken vernünftig einzubringen? Nein, das hat er nicht, sondern er hat sie gehen lassen, weil sie nicht zu seinen Ideen passten. Und Löw hat eine Defensividee, die auf internationalem Parkett nicht die Schlechteste ist, die Bayern sind da meist auch gut mitgefahren. Und jetzt sollen sich alle wegen Hummels umstellen, sodass auf einmal drei Spieler ungewohnt spielen müssen, damit einer seinen Stil durchbringen kann? Du merkst glaube ich selbst, dass das Unsinn ist. ;)
Typisch ist auch deine Analyse des Gegentores, was einfach zu großen Teilen Hummels' Patzer war. Hummels verteidigt nicht nach Traineranweisung, baut also Mist - aber andere sind auf einmal Mitschuld. Denn gegen Balotelli kann man schonmal ein Kopfballduell verlieren. Hummels hat in der CL gegen Van Persie im Rückspiel ein ebensolches verloren. ;) Hätte Merte diesen Fehler gegen Cassano gemacht, hättest du sicher diesem die Schuld gegeben und lautstark nach Hummels geschrien. Zu der Bayernthematik äußere ich mich jetzt nicht mehr, weil ich a) weg muss und b) das hier auch eigentlich nichts zu suchen hat. Wenn du willst, schreib mir deshalb eine PN. ;)
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Xylen am 10.08.2012 um 20:41 Uhr bearbeitet
10.08.2012 - 21:56 Uhr
Meiner Meinung nach wird hier der Einfluss des Trainers in den Situationen, in denen es darum geht, ob der Innenverteider herausrücken soll oder nicht, überschätzt. In den fraglichen Situationen sind die ersten beiden Pressingwellen ja schon überspielt. Folglich trifft der Gegner auf eine sich in Unordnung befindende Mannschaft. Deshalb sind die exakten Positionen der Spieler in diesen Situationen immer unterschiedlich. Zudem unterscheidet sich die Anzahl und die Position der vorstoßenden gegnerischen Offensivspieler immer. Das Verhalten in diesen Situationen ist daher nicht genau planbar. Der Trainer kann die Akteure zwar ermutigem, tendenziell öfter herauszurücken und den Zweikampf zu suchen (Klopp) oder sich eher vorsichtiger zu verhalten (Löw), aber der Spieler entscheidet im Endeffekt selber, wie er sich verhält. Er wägt anhand der Eckdaten ( Anzahl und Position gegnerischer sowie eigener Spieler) ab, welche Entscheidung angemessen ist. Der Coach kann da keine Lösung vorgeben.
Der Spieler ist daran gewöhnt, dass sich die Mitspieler in diesen Situationen tendenziell eher riskanter oder vorsichtiger verhalten, was natürlich seine Entscheidungsfindung beeinflusst. Deshalb benötigt es etwas Zeit, sich dahingehend an eine Umstellung zu gewöhnen. Allerdings glaube ich nicht, dass sich das Verhalten der Spieler von Verein zu Verein so stark verändert, wie von euch postuliert. Es handelt sich dabei eher um eine vage Vorgabe als um eine präzise taktische Anweisung.
Der Spieler ist daran gewöhnt, dass sich die Mitspieler in diesen Situationen tendenziell eher riskanter oder vorsichtiger verhalten, was natürlich seine Entscheidungsfindung beeinflusst. Deshalb benötigt es etwas Zeit, sich dahingehend an eine Umstellung zu gewöhnen. Allerdings glaube ich nicht, dass sich das Verhalten der Spieler von Verein zu Verein so stark verändert, wie von euch postuliert. Es handelt sich dabei eher um eine vage Vorgabe als um eine präzise taktische Anweisung.
11.08.2012 - 03:49 Uhr
Zitat
"Tim war fünf Jahre in der Nationalmannschaft, ist ein verdienter Spieler und ein Gesicht der Bundesliga."
Aber eben _kein_ verdienter Nationalspieler. Insofern sollte man in diesem Fall kein Drama daraus machen.
"Tim war fünf Jahre in der Nationalmannschaft, ist ein verdienter Spieler und ein Gesicht der Bundesliga."
Aber eben _kein_ verdienter Nationalspieler. Insofern sollte man in diesem Fall kein Drama daraus machen.
11.08.2012 - 03:53 Uhr
Zitat von Mono_:
Babbel meldet sich zum Thema Wiese zu Wort:
...
Am letzten Satz ist was wahres dran und jetzt kann man sich natürlich Gedanken machen, ob Löw diese Unbelehrbarkeit nur im Bereich Menschenführung beibehält oder auch sonst einfach alles weiter geht wie bisher...
PS: Bevor mich irgendwer falsch versteht: Ich halte die Entscheidung angesichts der vielen nachrückenden Keeper durchaus für richtig. Aber so hat's halt zum x-ten Male ein "Geschmäckle"...
Ich weiß ja nicht, man kanns auch übertreiben.
Ich nehme an, der "Assi" war Köpke, und der ist immerhin Torwarttrainer und Wiese ist Torwart, das passt doch sehr gut.
Wieso das nicht ok sein sollte erschließt sich mir nicht.
Es ist ja auch nicht so, dass Wiese jahrelang Stammspieler war, er war Ersatztorhüter, vielleicht nichtmal der erste davon.
Wenn jetzt in einer Bundesligamannschaft der Torhüter der 2. Mannschaft in der 1. mittrainiert und dann wieder zur 2. geschickt wird, erwartet doch auch keiner, dass das der Cheftrainer verkünden muss, das kann doch auch der Torwarttrainer übernehmen, welcher vermutlich sowieso einen engeren Kontakt zu den Torhütern hat.
Babbel meldet sich zum Thema Wiese zu Wort:
...
Am letzten Satz ist was wahres dran und jetzt kann man sich natürlich Gedanken machen, ob Löw diese Unbelehrbarkeit nur im Bereich Menschenführung beibehält oder auch sonst einfach alles weiter geht wie bisher...
PS: Bevor mich irgendwer falsch versteht: Ich halte die Entscheidung angesichts der vielen nachrückenden Keeper durchaus für richtig. Aber so hat's halt zum x-ten Male ein "Geschmäckle"...
Ich weiß ja nicht, man kanns auch übertreiben.
Ich nehme an, der "Assi" war Köpke, und der ist immerhin Torwarttrainer und Wiese ist Torwart, das passt doch sehr gut.
Wieso das nicht ok sein sollte erschließt sich mir nicht.
Es ist ja auch nicht so, dass Wiese jahrelang Stammspieler war, er war Ersatztorhüter, vielleicht nichtmal der erste davon.
Wenn jetzt in einer Bundesligamannschaft der Torhüter der 2. Mannschaft in der 1. mittrainiert und dann wieder zur 2. geschickt wird, erwartet doch auch keiner, dass das der Cheftrainer verkünden muss, das kann doch auch der Torwarttrainer übernehmen, welcher vermutlich sowieso einen engeren Kontakt zu den Torhütern hat.
11.08.2012 - 07:36 Uhr
Ist irgendwo explizit zu lesen, ob es noch ein Telefonat gab oder nicht?
11.08.2012 - 09:49 Uhr
Die Sache mit Wiese beweist doch einmal mehr wie Löw mit Spielern umgeht die er nicht mag. Er hat nicht mal den Mumm Wiese selbst zu sagen das er nicht mehr mit ihm plant und schickt seine Assistenten und dann bestellen sie Wiese auch noch in eine Kneipe. Das ist absolut unwürdig sowas. Gut das Babbel das öffentlich gemacht hat,damit die Leute langsam mal kapieren was da so abläuft beim DFB mit dem Löwclan.
11.08.2012 - 10:43 Uhr
Man kann auch übertreiben. Dass Löw nicht persönlich bei Wiese war kann man ihm vielleicht noch vorwerfen. Wobei ich es jetzt auch nicht unbedingt als respektlos erachte, wenn 2 zwei Mitglieder des Trainerteams, wovon einer sogar Hauptverantwortlicher für die Keeper ist, die Entscheidung übermitteln. Man hat ja jetzt nicht einen Praktikanten und den Busfahrer geschickt..
Was sich mir allerdings überhaupt nicht erschließt, ist warum Babbel hätte dabei sein sollen, wenn der DFB dem Spieler Wiese mitteilt, dass er nicht dabei ist. Da nimmt sich entweder jemand zu wichtig, oder wahrscheinlicher, da will sich jemand gezielt profilieren, indem er zeigt, wie beinhart er sich vor seine Spieler stellt.
Alles in allem für mich nicht viel mehr als das berühmte Pfeifen im Walde.
Was sich mir allerdings überhaupt nicht erschließt, ist warum Babbel hätte dabei sein sollen, wenn der DFB dem Spieler Wiese mitteilt, dass er nicht dabei ist. Da nimmt sich entweder jemand zu wichtig, oder wahrscheinlicher, da will sich jemand gezielt profilieren, indem er zeigt, wie beinhart er sich vor seine Spieler stellt.
Alles in allem für mich nicht viel mehr als das berühmte Pfeifen im Walde.
11.08.2012 - 12:09 Uhr
Zitat von bvblucas:
Die Sache mit Wiese beweist doch einmal mehr wie Löw mit Spielern umgeht die er nicht mag. Er hat nicht mal den Mumm Wiese selbst zu sagen das er nicht mehr mit ihm plant und schickt seine Assistenten und dann bestellen sie Wiese auch noch in eine Kneipe. Das ist absolut unwürdig sowas. Gut das Babbel das öffentlich gemacht hat,damit die Leute langsam mal kapieren was da so abläuft beim DFB mit dem Löwclan.
Ernsthaft?
Köpke ist doch in erster Linie für die Position verantwortlich und es würde mich nicht mal wundern, wenn die Entscheidung hauptsächlich auf seinen Mist gewachsen ist. Und was ist daran unwürdig das im Restaurant zu machen?
Wo denn sonst? Auf einer PK+ Abschiedsspiel? Ich nehme mal, dass der DFB die Rechnung übernommen hat, also ist da nichts unwürdig.
Wenn Löw Wiese nicht mögen würde, wäre er doch schon längst raus gewesen, ist ja nicht so als wäre Wiese zu irgendeinem Zeitpunkt sportlich die Nr.2 in Deutschland gewesen.
Die Sache mit Wiese beweist doch einmal mehr wie Löw mit Spielern umgeht die er nicht mag. Er hat nicht mal den Mumm Wiese selbst zu sagen das er nicht mehr mit ihm plant und schickt seine Assistenten und dann bestellen sie Wiese auch noch in eine Kneipe. Das ist absolut unwürdig sowas. Gut das Babbel das öffentlich gemacht hat,damit die Leute langsam mal kapieren was da so abläuft beim DFB mit dem Löwclan.
Ernsthaft?
Köpke ist doch in erster Linie für die Position verantwortlich und es würde mich nicht mal wundern, wenn die Entscheidung hauptsächlich auf seinen Mist gewachsen ist. Und was ist daran unwürdig das im Restaurant zu machen?
Wo denn sonst? Auf einer PK+ Abschiedsspiel? Ich nehme mal, dass der DFB die Rechnung übernommen hat, also ist da nichts unwürdig.
Wenn Löw Wiese nicht mögen würde, wäre er doch schon längst raus gewesen, ist ja nicht so als wäre Wiese zu irgendeinem Zeitpunkt sportlich die Nr.2 in Deutschland gewesen.
11.08.2012 - 15:32 Uhr
Es ist doch alles viel mehr ein Zeichen, dass es keine Veränderung in Löws Gedanken und seiner Einstellung bezüglich des Bundestraineramts jemals geben wird. Da kann er beim DFB noch so viele erfolglose Turniere analysieren, wofür er dort so beweihräuchert wurde. Er hatte jetzt die Chance sich alles durch den Kopf gehen zu lassen und zu reagieren. Das erste was er jedoch macht: Einen langjährigen Nationalspieler auf eine ähnliche Weise aussortieren wie es vorher schon welche getroffen hat. Danach wird wieder erzählt, dass man vielleicht anders mit der Sache hätte umgehen müssen und sowas nicht wieder vorkommt.
Wenn der Erfolg ihm wenigstens recht geben würde...
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