Borussia Dortmund Borussia Dortmund
deadline-day banner

Gib mich die Kirsche! Der Talkthread

18.01.2025 - 13:04 Uhr
Zitat von Finn84
Zitat von NullNeun

Zitat von UlmerBVB1986

Zitat von Holzschuh85

Zitat von WalterFroschsErbe

Zitat von Holzschuh85

Zitat von WalterFroschsErbe

Zitat von UlmerBVB1986

Zitat von Finn84

Zitat von BVBatistuta

Zitat von TheInternational

Zitat von Finn84

Zitat von TheInternational

Zitat von MrSimpson

Zitat von Holzschuh85

Zitat von DBFreibeuter

Zitat von Borusse91

Zitat von CocoBall

Wer hat den Tankrabatt schon genutzt?
Ich war am 2. Mai tanken für 1,99Euro/Liter.



Habe hier seit dem 1.Mai noch keine Tankstelle im Vorbeifahren gesehen, an der das Benzin unter die 2€ Marke gefallen ist, weder Diesel noch SuperE5.

Aber gut, bisher war ja auch nur Feiertag + Wochenende, ich lass mich bzgl. der nächsten Werkwoche überraschen. Laut Bundesregierung glaubt man ja, dass die Spritkonzerne den Steuerrabatt in voller Höhe weitergeben werden, lol

Na wenn das Katharina Reiche™ sagt, wird das ja auch so sein. 🤪


Haben Sie doch faktisch. Ein Gros der Konzerne musste - basierend auf der aktuellen sich zuspitzenden Marktentwicklung und somit unwiderlegbaren Sachgründen - am 30.04. um 18ct erhöhen, hat aber am 01.05. oder leicht verspätet um 15-17ct gesenkt. Brave Konzerne...
#trustthebundesregierung


Frage für einen Freund: Was hat jetzt die Bundesregierung genau damit zu tun? Soll das heißen, daß eine andere Bundesregierung mehr Rabatt rausgeschlagen hätte?
Man sollte da etwas vorsichtig sein. Denn am Ende sind alle Regierungen nur Marionetten von Großkonzernen, was solch ein Thema betrifft. Da ist egal ob Grün, Blau, Rot, Schwarz, Braun, Gelb oder Lila an der Macht ist.


Wohl wahr. Bestes Beispiel für mich noch immer die legendäre Abwrackprämie. Der Tankrabatt ist natürlich lächerliche Symbolpolitik, aber wie du schon schreibst völlig unerheblich welche Parteien an der Macht sind. Die müssen alle sparen, dürfen sich nicht mit den mächtigen Industrien anlegen und bloß nicht die eigene Wählerschaft verprellen. Eigentlich kann man das Land nur so richtig verändern wenn man dafür das Risiko eingeht politisch auf Jahrzehnte keine Rolle mehr zu spielen.


Tatsächlich streitet man sich bis aufs Blut, wenn egal welche Partei mit Regierungsbeteiligung in den letzten Jahrzehnten um die großen Probleme herumtanzt, letztlich um Nuancen.
Die Einen etwas konservativer, die Anderen etwas links-liberaler, aber letztlich kann und wird keiner die wirklichen Probleme anpacken außer es geht nicht mehr anders.
Eigentlich lassen sich 90% unserer Probleme direkt oder indirekt auf Folgendes reduzieren:
Demografischer Wandel
Fast alle unseren sozialen Systeme sind voll betroffen, ich glaube das muss einfach mal in die Köpfe der Menschen. Es geht nicht mehr ohne starke Einschnitte an vielen Stellen. Jetzt kann man herzlich streiten wo wieviel, aber eins sollte jedem klar sein: Es muss von der breiten Masse getragen werden, nur die Reichen (Vermögenssteuer etc.) oder nur die Armen (Sozialkürzungen) geht nicht.

Hoffen wir einfach mal, dass Elon Musk ausnahmsweise mal Recht behält und wir aufgrund der kommenden technischen Entwicklung ein so große Wertschöpfung in den nächsten 20 Jahre erzielen, dass man ein so hohes Grundeinkommen zahlen kann, dass keiner sich mehr über Rente Gedanken machen muss....


Machen wir uns nichts vor, wir leben weiterhin wie die Marde im Speck bis es eben richtig knallt. Merz ist eine Katastrophe, aber ich bin froh das jetzt keine Grünen, Linken oder die Lindner FDP ihre Agenden unters Volk jubeln. Schlimmer geht bekanntlich immer. Bei der Rente kommen wir erstmals zumindest einen Ansatz näher. Ist wie beim BVB, ewiges hoffen auf die große Knall- Entwicklung.


Inwieweit unterscheidet sich die Agenda der Lindner FDP denn von der Blackrock Merz und Gas Katherina Agenda?


Ich finde den Ansatz mit den Gaskraftwerken gar nicht so konträr zum Umbau des Energiesektors hinsichtlich erneuerbarer Energien.
Die neue Gaskraftwerke sollen ja umrüstbar auf Wasserstoff sein.
Es muss m.E. das Ziel sein die ganze Überproduktion an Strom in den Sommermonaten in die Produktion von grünem Wasserstoff umzusetzen.
Dieser dient dann als Speicher zur Energiegewinnung im Winter und zum Ausgleich bzw. die Netzstabilität.
Kann die Produktion hier sehr hoch gefahren werden, kann sogar die Industrie an vielen Stellen grünen Wasserstoff anstatt Gas zur Produktion nutzen.
Mein idealistische Traumszenario ist hier: große Windparks/Solarparks erzeugen direkt vor Ort bei Überproduktion aus dem überschüssigen Strom Wasserstoff. Das Gasnetzwerk wird in ein Wasserstoffnetzwerk umgewandelt und Gasspeicher werden Wasserstoffspeicher. Es könnte hierbei m.E. durchaus Synergien geben.


Von der Idee her gut, hatte ein Habeck ja aber genau so aber schon einreichefertig für die EU... statt dass man seine Vorarbeit nimmt, hat Frau Reiche ihre eigene Geschichte schreiben müssen. In den ersten Entwürfen von ihr war übrigens nichts davon gestanden, dass die Kraftwerke so geplant werden müssen, dass diese Wasserstoff - "Ready" sein müssen. So hat man schon fast 1 1/2 Jahre bis zur Ausschreibung für die Kraftwerke vergeudet... Bei einer Bauzeit von 5-8 Jahre eigentlich ein Unding! 2030 entfallen die Kohlekraftwerke, mit Habecks Entwurf wäre es gerade so (vielleicht auch nicht ganz) aufgegangen...

In der Theorie ist dein Gedanke ja auch ganz schön. Mit überschüssigem Strom grünen Wasserstoff herstellen. Habe ich vor Jahren schon von einer Dame gehört, die zu den führenden Wasserstoffforscher in Deutschland gehört. Weiß nicht woran es scheitert, denn eigentlich haben wir kein Energieproblem, sondern ein Speicherproblem.

Spannend übrigends, stand 9 Uhr heute morgen sind unsere Stromerzeuger anteilig:

Biomasse --- 8,43%
Wasserkraft --- 3,28%
Solar --- 31,94%
Wind --- 5,28%
Pumpspeicher --- 2,43%
Kohle --- 20,25%
Gas --- 9,89%
Öl --- 0,7%

Der Rest sind Importe. Meine PV-Anlage produziert im Moment mit 50% des maximalen Peaks.


Wasserstoff ist das Bluetooth der Energie-Technologie. Es ist eine nette Idee. Nichts worauf man irgendetwas relevantes stützt. So jedenfalls das Feedback von jedem, der nicht in Wasserstoff in irgendeiner Art investiert ist, sei es dass der Job dranhängt, oder man damit echte Transformation verhindern möchte.


In der bisher angedachten Form ist das sicher nicht zukunftsfähig. Das liegt aber weniger am Potenzial der Technologie, sondern an der Lebenswelt der Menschen und der Organisation unserer Gesellschaften.
Ich halte jedenfalls die Entwicklung der Batteriestrategie nach aktuellem Stand auch für ein Hirngespinst.
Ich bin mir aber sicher, dass wir zeitnah tragfähige Lösungen präsentieren könnten, wenn man die Forschungsanstrengungen intensivieren würde.
Das wäre dann immer noch günstiger als wieder in fossile oder atomare Energie zu investieren...


Du kannst deinen ID4 an deine Wohnung anschließen und hast für ne Woche Strom. Klingt nicht so utopisch?


Ich halte es schonmal für utopisch, dass wir auf Sicht 40 Mio ID4 in Deutschland haben werden. Wie wir rein praktisch von aktuelli 2 Mio auf diese Zahl kommen sollen, ist mir schleierhaft.
Aber viel wichtiger: preislich ist das für einen großen Teil der Haushalte nicht stemmbar.

Das viel größere Problem dürften aber Großabnehmer wie Industrie, Krankenhäuser, Infrastruktureinrichtungen etc. sein. Da braucht es andere Lösungen als "jeder stellt sich einen passenden Batteriespeicher vor die Tür".

Dabei sehe ich noch nichtmal das preisliche Problem als K.O.-Kriterium, sondern die Rohstoffproblematik. Das wird in Gänze sowohl ein Skalierungs- als auch ein Abhängigkeitsthema bleiben und mit den verfügbaren Batterietechnologien sehe ich die Welt nicht komplett elektrifizierbar, also geht das nur über Kriegstreiberei (auch blöd).

Wir brauchen simplere, skalierbarere Speichersysteme und ich vermute, dass die Lösung sowohl technisch als auch strukturell sein wird. Aber zumindest der technische Teil dürfte gut machbar sein, wenn man dort die Investitionen intensiviert.


Naja, die Technik wandelt sich ja ständig und wird auch ein strategischer Punkt in der Energiewende bleiben.
28 Gigawattstunden haben wir in Deutschland bereits, reicht für 3 Mio Haushalte. Davon ist der Großteil noch in privater Hand. Wenn jetzt noch gezielt "öffentliche" Speicher dazu kommen wird das ja auch immer besser, denn wenn schonmal bis zu 3 Mio Haushalte von ihrem Speicher bzw. der PV leben, dann brauchst du irgendwann (Kohle oder) Gas wirklich nur noch für die Dunkelflauten. Vor allem nehmen die Batteriespeicher erst so langsam fahrt auf. Da wird (hoffentlich) einiges in den nächsten 5 Jahren passieren, was die technologischen Fortschritte angeht, davon muss man gar nicht erst anfangen. Da wird auch sehr, sehr viel passieren in der Zeit.


Hast du irgendwo eine klimabewusste Regierung aufgetrieben oder woher der Optimismus, in den kommenden Jahren passierte da etwas? 😅 Heimisches Fracking wäre doch viel cooler, das sind auch so Speicherdinger, holst Gas raus, kannst später anderes reinspülen… tolle Technik. 🤓


Zum Glück sind wir ja nicht im Sozialismus und nur der Staat kann F&E betreiben. Noch besser das nicht nur wir in Deutschland das Thema voranbringen müssen/können. Daher wird der technische Fortschritt kommen, unabhängig von der deutschen Regierung.


Okay, danke, ich dachte man hätte nicht verstehen können was ich schreibe.

Und selbst wenn Merz für die nächsten 20 Jahr regieren würde, die Speicher werden kommen, denn es gibt zum Glück noch andere Interessen in Deutschland als nur politische.

•     •     •

• • •
--------------Lewandowski/Riedle&Chapuisat

---Reus/Kagawa----------------Möller/Rosicky/Ricken-----------Sancho/Kuba

--------------Sahin/Kehl&Gündogan---------Zorc/Sammer (wennDM)/Bender

Dede/Schmelzer - Hummels/Wörns - Kohler/Subotic - Piszczek/Reuter

--------------------Kobel/Weidenfeller/Klos
Ich möchte den Blick von euch mal auf zwei Leistungen richten, die aus meiner Sicht nicht weniger als historisch im Bereich des Ultra-Runnig zu bewerten sind:

Bereits letzte Woche fand eins der härtesten Ultra-Runnig-Events der Welt statt: Der Cocodona 250. Das sind 250 Meilen (über 400 km) durch die Wüste Arizonas, mit brutalen Temperatur-Unterschieden. Gewonnen hat mit Rachel Entrekin eine Frau, die mal locker einen neuen Kurs-Rekord aufgestellt hat - und zwar um zwei Stunden. Die irrwitzigste Statistik: in der Zeit hat sie ganze 19 Minuten geschlafen. Wahnsinn.

https://de.coros.com/stories/more-than-splits/c/rachel-entrekin-cocodona-record

Und dann die medial schon stark thematisierte Leistung von Arda "Cyborg" Saatçi, der die unfassbare Distanz von 600 km zwar nicht in den angepeilten 96 Stunden, aber in 123 Stunden geschafft hat. Das ist beides so irre.

•     •     •

Borussia Dortmund.

Mitglied seit: 19.12.2007
Zitat von JayZy
Ich möchte den Blick von euch mal auf zwei Leistungen richten, die aus meiner Sicht nicht weniger als historisch im Bereich des Ultra-Runnig zu bewerten sind:

Bereits letzte Woche fand eins der härtesten Ultra-Runnig-Events der Welt statt: Der Cocodona 250. Das sind 250 Meilen (über 400 km) durch die Wüste Arizonas, mit brutalen Temperatur-Unterschieden. Gewonnen hat mit Rachel Entrekin eine Frau, die mal locker einen neuen Kurs-Rekord aufgestellt hat - und zwar um zwei Stunden. Die irrwitzigste Statistik: in der Zeit hat sie ganze 19 Minuten geschlafen. Wahnsinn.

https://de.coros.com/stories/more-than-splits/c/rachel-entrekin-cocodona-record

Und dann die medial schon stark thematisierte Leistung von Arda "Cyborg" Saatçi, der die unfassbare Distanz von 600 km zwar nicht in den angepeilten 96 Stunden, aber in 123 Stunden geschafft hat. Das ist beides so irre.


Das ist beides schlicht unfassbar. Wirklich nicht zu fassen diese menschlichen Leistungen. Und ich dachte Lance Armstrong war schon krass, jenseits der genommenen Substanzen.
Zitat von WalterFroschsErbe

Zitat von Holzschuh85

Zitat von TheInternational

Zitat von WalterFroschsErbe

Zitat von Holzschuh85

Zitat von Finn84

Zitat von WalterFroschsErbe

Zitat von Finn84

Zitat von NullNeun

Zitat von UlmerBVB1986

Zitat von Holzschuh85

Zitat von WalterFroschsErbe

Zitat von Holzschuh85

Zitat von WalterFroschsErbe

Zitat von UlmerBVB1986

Zitat von Finn84

Zitat von BVBatistuta

Zitat von TheInternational

Zitat von Finn84

Zitat von TheInternational

Zitat von MrSimpson

Zitat von Holzschuh85

Zitat von DBFreibeuter

Zitat von Borusse91

Zitat von CocoBall

Wer hat den Tankrabatt schon genutzt?
Ich war am 2. Mai tanken für 1,99Euro/Liter.



Habe hier seit dem 1.Mai noch keine Tankstelle im Vorbeifahren gesehen, an der das Benzin unter die 2€ Marke gefallen ist, weder Diesel noch SuperE5.

Aber gut, bisher war ja auch nur Feiertag + Wochenende, ich lass mich bzgl. der nächsten Werkwoche überraschen. Laut Bundesregierung glaubt man ja, dass die Spritkonzerne den Steuerrabatt in voller Höhe weitergeben werden, lol

Na wenn das Katharina Reiche™ sagt, wird das ja auch so sein. 🤪


Haben Sie doch faktisch. Ein Gros der Konzerne musste - basierend auf der aktuellen sich zuspitzenden Marktentwicklung und somit unwiderlegbaren Sachgründen - am 30.04. um 18ct erhöhen, hat aber am 01.05. oder leicht verspätet um 15-17ct gesenkt. Brave Konzerne...
#trustthebundesregierung


Frage für einen Freund: Was hat jetzt die Bundesregierung genau damit zu tun? Soll das heißen, daß eine andere Bundesregierung mehr Rabatt rausgeschlagen hätte?
Man sollte da etwas vorsichtig sein. Denn am Ende sind alle Regierungen nur Marionetten von Großkonzernen, was solch ein Thema betrifft. Da ist egal ob Grün, Blau, Rot, Schwarz, Braun, Gelb oder Lila an der Macht ist.


Wohl wahr. Bestes Beispiel für mich noch immer die legendäre Abwrackprämie. Der Tankrabatt ist natürlich lächerliche Symbolpolitik, aber wie du schon schreibst völlig unerheblich welche Parteien an der Macht sind. Die müssen alle sparen, dürfen sich nicht mit den mächtigen Industrien anlegen und bloß nicht die eigene Wählerschaft verprellen. Eigentlich kann man das Land nur so richtig verändern wenn man dafür das Risiko eingeht politisch auf Jahrzehnte keine Rolle mehr zu spielen.


Tatsächlich streitet man sich bis aufs Blut, wenn egal welche Partei mit Regierungsbeteiligung in den letzten Jahrzehnten um die großen Probleme herumtanzt, letztlich um Nuancen.
Die Einen etwas konservativer, die Anderen etwas links-liberaler, aber letztlich kann und wird keiner die wirklichen Probleme anpacken außer es geht nicht mehr anders.
Eigentlich lassen sich 90% unserer Probleme direkt oder indirekt auf Folgendes reduzieren:
Demografischer Wandel
Fast alle unseren sozialen Systeme sind voll betroffen, ich glaube das muss einfach mal in die Köpfe der Menschen. Es geht nicht mehr ohne starke Einschnitte an vielen Stellen. Jetzt kann man herzlich streiten wo wieviel, aber eins sollte jedem klar sein: Es muss von der breiten Masse getragen werden, nur die Reichen (Vermögenssteuer etc.) oder nur die Armen (Sozialkürzungen) geht nicht.

Hoffen wir einfach mal, dass Elon Musk ausnahmsweise mal Recht behält und wir aufgrund der kommenden technischen Entwicklung ein so große Wertschöpfung in den nächsten 20 Jahre erzielen, dass man ein so hohes Grundeinkommen zahlen kann, dass keiner sich mehr über Rente Gedanken machen muss....


Machen wir uns nichts vor, wir leben weiterhin wie die Marde im Speck bis es eben richtig knallt. Merz ist eine Katastrophe, aber ich bin froh das jetzt keine Grünen, Linken oder die Lindner FDP ihre Agenden unters Volk jubeln. Schlimmer geht bekanntlich immer. Bei der Rente kommen wir erstmals zumindest einen Ansatz näher. Ist wie beim BVB, ewiges hoffen auf die große Knall- Entwicklung.


Inwieweit unterscheidet sich die Agenda der Lindner FDP denn von der Blackrock Merz und Gas Katherina Agenda?


Ich finde den Ansatz mit den Gaskraftwerken gar nicht so konträr zum Umbau des Energiesektors hinsichtlich erneuerbarer Energien.
Die neue Gaskraftwerke sollen ja umrüstbar auf Wasserstoff sein.
Es muss m.E. das Ziel sein die ganze Überproduktion an Strom in den Sommermonaten in die Produktion von grünem Wasserstoff umzusetzen.
Dieser dient dann als Speicher zur Energiegewinnung im Winter und zum Ausgleich bzw. die Netzstabilität.
Kann die Produktion hier sehr hoch gefahren werden, kann sogar die Industrie an vielen Stellen grünen Wasserstoff anstatt Gas zur Produktion nutzen.
Mein idealistische Traumszenario ist hier: große Windparks/Solarparks erzeugen direkt vor Ort bei Überproduktion aus dem überschüssigen Strom Wasserstoff. Das Gasnetzwerk wird in ein Wasserstoffnetzwerk umgewandelt und Gasspeicher werden Wasserstoffspeicher. Es könnte hierbei m.E. durchaus Synergien geben.


Von der Idee her gut, hatte ein Habeck ja aber genau so aber schon einreichefertig für die EU... statt dass man seine Vorarbeit nimmt, hat Frau Reiche ihre eigene Geschichte schreiben müssen. In den ersten Entwürfen von ihr war übrigens nichts davon gestanden, dass die Kraftwerke so geplant werden müssen, dass diese Wasserstoff - "Ready" sein müssen. So hat man schon fast 1 1/2 Jahre bis zur Ausschreibung für die Kraftwerke vergeudet... Bei einer Bauzeit von 5-8 Jahre eigentlich ein Unding! 2030 entfallen die Kohlekraftwerke, mit Habecks Entwurf wäre es gerade so (vielleicht auch nicht ganz) aufgegangen...

In der Theorie ist dein Gedanke ja auch ganz schön. Mit überschüssigem Strom grünen Wasserstoff herstellen. Habe ich vor Jahren schon von einer Dame gehört, die zu den führenden Wasserstoffforscher in Deutschland gehört. Weiß nicht woran es scheitert, denn eigentlich haben wir kein Energieproblem, sondern ein Speicherproblem.

Spannend übrigends, stand 9 Uhr heute morgen sind unsere Stromerzeuger anteilig:

Biomasse --- 8,43%
Wasserkraft --- 3,28%
Solar --- 31,94%
Wind --- 5,28%
Pumpspeicher --- 2,43%
Kohle --- 20,25%
Gas --- 9,89%
Öl --- 0,7%

Der Rest sind Importe. Meine PV-Anlage produziert im Moment mit 50% des maximalen Peaks.


Wasserstoff ist das Bluetooth der Energie-Technologie. Es ist eine nette Idee. Nichts worauf man irgendetwas relevantes stützt. So jedenfalls das Feedback von jedem, der nicht in Wasserstoff in irgendeiner Art investiert ist, sei es dass der Job dranhängt, oder man damit echte Transformation verhindern möchte.


In der bisher angedachten Form ist das sicher nicht zukunftsfähig. Das liegt aber weniger am Potenzial der Technologie, sondern an der Lebenswelt der Menschen und der Organisation unserer Gesellschaften.
Ich halte jedenfalls die Entwicklung der Batteriestrategie nach aktuellem Stand auch für ein Hirngespinst.
Ich bin mir aber sicher, dass wir zeitnah tragfähige Lösungen präsentieren könnten, wenn man die Forschungsanstrengungen intensivieren würde.
Das wäre dann immer noch günstiger als wieder in fossile oder atomare Energie zu investieren...


Du kannst deinen ID4 an deine Wohnung anschließen und hast für ne Woche Strom. Klingt nicht so utopisch?


Ich halte es schonmal für utopisch, dass wir auf Sicht 40 Mio ID4 in Deutschland haben werden. Wie wir rein praktisch von aktuelli 2 Mio auf diese Zahl kommen sollen, ist mir schleierhaft.
Aber viel wichtiger: preislich ist das für einen großen Teil der Haushalte nicht stemmbar.

Das viel größere Problem dürften aber Großabnehmer wie Industrie, Krankenhäuser, Infrastruktureinrichtungen etc. sein. Da braucht es andere Lösungen als "jeder stellt sich einen passenden Batteriespeicher vor die Tür".

Dabei sehe ich noch nichtmal das preisliche Problem als K.O.-Kriterium, sondern die Rohstoffproblematik. Das wird in Gänze sowohl ein Skalierungs- als auch ein Abhängigkeitsthema bleiben und mit den verfügbaren Batterietechnologien sehe ich die Welt nicht komplett elektrifizierbar, also geht das nur über Kriegstreiberei (auch blöd).

Wir brauchen simplere, skalierbarere Speichersysteme und ich vermute, dass die Lösung sowohl technisch als auch strukturell sein wird. Aber zumindest der technische Teil dürfte gut machbar sein, wenn man dort die Investitionen intensiviert.


Naja, die Technik wandelt sich ja ständig und wird auch ein strategischer Punkt in der Energiewende bleiben.
28 Gigawattstunden haben wir in Deutschland bereits, reicht für 3 Mio Haushalte. Davon ist der Großteil noch in privater Hand. Wenn jetzt noch gezielt "öffentliche" Speicher dazu kommen wird das ja auch immer besser, denn wenn schonmal bis zu 3 Mio Haushalte von ihrem Speicher bzw. der PV leben, dann brauchst du irgendwann (Kohle oder) Gas wirklich nur noch für die Dunkelflauten. Vor allem nehmen die Batteriespeicher erst so langsam fahrt auf. Da wird (hoffentlich) einiges in den nächsten 5 Jahren passieren, was die technologischen Fortschritte angeht, davon muss man gar nicht erst anfangen. Da wird auch sehr, sehr viel passieren in der Zeit.


Hast du irgendwo eine klimabewusste Regierung aufgetrieben oder woher der Optimismus, in den kommenden Jahren passierte da etwas? 😅 Heimisches Fracking wäre doch viel cooler, das sind auch so Speicherdinger, holst Gas raus, kannst später anderes reinspülen… tolle Technik. 🤓


Zum Glück sind wir ja nicht im Sozialismus und nur der Staat kann F&E betreiben. Noch besser das nicht nur wir in Deutschland das Thema voranbringen müssen/können. Daher wird der technische Fortschritt kommen, unabhängig von der deutschen Regierung.


Aber Hallo, wir leben im realen Sozialismus. Mit allen Vor- und Nachteilen. Wenn ich mir Leistungen, Abgaben, Staatsquote, Ansprüche, Rechtskultur, anschaue, komm ich jedenfalls schwer zu einem anderen Ergebnis.


Da würde dir aber jeder links der CDU vehement widersprechen. Da höre ich jedenfalls, dass viel in die Richtung gehen würde.


Weil es "den" Sozialismus nicht gibt. Ich weiß auch nicht, was WFE mit so einer Aussage bezwecken will, aber das ist ja nichts ungewöhnliches...kryptisch und provokativ kann er zwinker


Kryptisch tut mir leid, ist jedenfalls keine Absicht. Provokativ ist es allerdings sicher nicht. Reaktionen sind überhaupt nicht mein Ziel. Es ist verbindlich, als Diskussionsinput, wenn man denn will.

Ich habe Sozialismus explizit nicht als wertend, sondern beschreibend genannt (mit allen Vor-und Nachteilen). Ich frage mich, was denn zum Sozialismus fehlt? Wir haben Bürgergeld, Wohngeld, kostenfreie Kinderbetreuung (je nach Kommune) und Bildung bis zur Promotion (die ist sogar noch bezahlt), kostenfreie Krankenversicherung bei Erwerbslosigkeit. Wer nicht selbstbestimmt oder aus äußerem Unglück völlig aussteigt, kann das ganze Leben in mitten der Gesellschaft verbringen, ohne nur einen Tag in Erwerbsarbeit verbracht zu haben. Das impliziert ja nicht, dass das Leben unbeschwert ist. Was aber auch kein ernsthaft begründbarer Anspruch gegenüber dem Staat ist.
Die Vermögensungleichheit ist im Ergebnis komplett methodenabhängig und daher über Länder kaum abzubilden. Es ist getrieben von Bewertung von Wohneigentum - das in Deutschland stark konzentriert ist - und Rentenansprüchen - die sind in Deutschland ein Pfund, zählen aber nicht ins Vermögen.
@BVBatistuta im der Konsequenz beobachtet man buchhalterisch größere Vermögensunterschiede bei vielen Ländern mit starkem Sozialstaat. Norwegen und Schweden haben eine nochmal höhere.

Ich verstehe das als provokant wahrgenommene nicht. Wir haben eine fette sozialstaatliche Tradition. Alle Kanzler/innen der Bundesrepublik kommen aus der Union, inkl. CSU oder der SPD, wo man sich noch mit Genosse anspricht. Die Notwendigkeit sich vom Kommunismus abzugrenzen besteht schon lange nicht mehr. Gleichzeitig ist Betonung auf's soziale immer an erster Stelle. Ist eine Wahl, ist in Ordnung.

Der Ausgangspunkt war die Frage nach Innovation und Investitionen in diesem Land. Und diese Sachen leiden unter unserer kulturellen Ausrichtung.


Soziale Marktwirtschaft ist eben das Mischmodell zwischen Sozialismus und Kapitalismus, damit gedeiht der Nährboden für Innovationen entsprechend zäher als in China und den USA, wo viel zielgerichteter gesteuert werden kann. Ist so, muss man akzeptieren und wir wollen diese Sicherheit ja auch. Trotzdem wäre ich schon froh wenn wir unser Mindset zumindest mal etwas anpassen und das Selbstverständnis, dass der Staat alles für alle regeln muss etwas anpassen. Wir sollten auch in der Lage sein kleine Krisen einfach mal auszuhalten, ohne Tankrabatt etc. Auch Resilienz fördert Innovation.


Ich kann dir im Kern zustimmen, dass uns eine mehr Selbstverantwortung fördernde Gesellschaftsstruktur helfen würde.
Ich finde die Gegenüberstellung von Kapitalismus und Sozialismus aber nicht gut.
Kapitalismus ist eine wirtschaftliche Ideologie, Sozialismus eine gesellschaftspolitische.
Ich weiß, dass man diese Gegenüberstellung klassischerweise so macht und ich weiß auch warum, es ist mE aber extrem unsauber und stört den Diskussionsraum von Beginn an - vor allem in wirtschaftspolitischen Fragen, weil von Anfang auf zwei Ebenen diskutiert wird.
Und gerade hier @WalterFroschsErbe ist mMn das "provokative" Element: der von dir gemachte Punkt eines Sozialstaates ist nur in zweiter Linie an die wirtschaftliche Komponente geknüpft und hat auch wenig mit der weithin assoziierten (und zugespitzten) Version von "Sozialismus" zu tun. Ich hätte gedacht, dass dir zumindest dieses Gap bekannt sein dürfte...
Im Kern würde ich deiner Beschreibung sogar folgen und sehe auch eine Errungenschaft darin sozialistische Elemente in unserer Verfassung verankert zu haben. Für mich ist Sozialismus kein "Schimpfwort", sondern ein notwendiges Gegenstück zu libertärer Ideologie.

Zurück zum eigentlichen Thema:
Innovation kann ungeordnet erfolgen (über die Wettbewerbsidee sowie durch Zufall) oder durch geplante und zielgerichtete Anreize.
Dass der Liberalismus und seine wirtschaftliche Ausgestaltung in kapitalistischer Form anderen Organisationsformen dahingehend generell überlegen sein sollen, das wird vor allem von Liberalen propagiert und ist bei weitem nicht so gut belegt wie gerne verkauft - vor allem dann, wenn man Innovation nicht nur rein auf die wirtschaftliche Verwertbarkeit bezieht.

Also wenn wir hier über Innovation sprechen, dann würde ich mir mehr Differenzierung und Achtsamkeit bei der Darlegung der eigenen Sichtweise wünschen, denn das verlagert den Diskurs nicht ständig weg von der Sache hin zu Schlagabtauschen über eigene Definitionen oder Menschenbilder.


Großer Widerspruch. Geordnete Innovation gibt es nicht. Dafür gibt es keinen Beleg. Das musste selbst China anerkennen. Dort entstand Innovation und Wachstum nur, wo der Staat nicht die Richtung vorgab. Die Literatur für Nationen wie Konzerne ist riesig und einhellig - wir hätten gerne X und schreiben diese Innovation aus, funktioniert nicht.


Anstatt ernsthaft zu diskutieren, lässt du hier so einen einseitigen Kommentar da...und ich bin mir nicht sicher, dass du die vielfältige Literatur, von der du sprichst, auch wirklich kennst. Denn andernfalls müsste ich dir offensichtlichen und billigen Marktlobbyismus unterstellen.
Allein, dass du "geordnete" Innovation sofort auf staatliche "ich will genau das, mach mal" Initiativen verkürzt, ist extrem oberflächlich.

Innovation entsteht nicht nur durch Wettbewerb und Gewinnorientierung. Viele zentrale Technologien – vom Internet über GPS bis zu Impfstoffen – und vor allem Grundlagenforschung - wären ohne zielgerichtete Planung und langfristige Finanzierung nie entstanden. Aber auch der ganze Bereich der Produktentwicklung läuft in der Regel geordnet und zielgerichtet ab.
Zudem investieren gewinnorientierte Akteure vor allem dort, wo Gewinne sich schnell abzeichnen oder exorbitant hoch erwartet werden, was dann widerum sehr viel Weitsicht, Planung und zielgerichtete Investments erfordert.

Öffentliche Akteure dagegen können Risiken sehr breit streuen, Jahrzehnte vorausdenken und Grundlagenforschung ermöglichen, die ganz offensichtlich auf Sicht keine Gewinne abwerfen bzw. einfach nur gesellschaftlichen, aber keinen finanziellen Wert einbringen können. Dabei besteht die Möglichkeit vor allem mehr als nur den finanziellen Wert einer Innovation mit zu entwickeln.

Kunst, Kultur und Sozialwissenschaften können seit Jahrhunderten vor allem durch geplante und zielgerichtete Aufwände Fortschritte verzeichnen.

Dabei können diese geplanten und zielgerichteten Aufwände sowohl aus staatlicher Hand als auch aus privater Hand kommen (Stiftungen, Mäzenentum).

Was die Innovationsforschung definitiv belegen kann: dass man nicht einfach Geld auf ein Problem werfen, eine konkrete Lösung im Sinn haben und dann auch noch genau das Ergebnis erwarten kann.
Je mehr Prozess- und Ergebnisoffenheit besteht, desto weniger lässt sich gelenkte Innovationspolitik kritisieren.

Gleichzeitig lassen sich in stark unregulierten Systemen immer wieder Innovationen beobachten, die große finanzielle Gewinne für private Akteure bedeuten bei gleichzeitig hohen Kosten für die Allgemeinheit (Pestizide z.B.).
Der mitunter als innovationshemmend beschriebene Effekt engerer gesteckter rechtlicher Rahmenbedingungen hat also nicht nur Nachteile.

Abschließend:
Ich will hier gar nicht für starke staatliche Lenkung im Innovationsbereich werben, ich bin selbst ein Freund von staatlicher Anstrengung bei gleichzeitig großer Unabhängigkeit und einem generellen Zukunftsoptimismus (z.B. nach DARPA oder dem Fraunhofer-Modell).
Ich wehre mich nur dagegen, dass radikaler Liberalismus immer die Antwort sein soll, wenn jemand sich über schlecht gemachte staatliche Arbeit aufregt.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Holzschuh85 am 11.05.2026 um 11:34 Uhr bearbeitet
Zitat von WalterFroschsErbe

Zitat von Holzschuh85

Zitat von Finn84

Zitat von WalterFroschsErbe

Zitat von Finn84

Zitat von NullNeun

Zitat von UlmerBVB1986

Zitat von Holzschuh85

Zitat von WalterFroschsErbe

Zitat von Holzschuh85

Zitat von WalterFroschsErbe

Zitat von UlmerBVB1986

Zitat von Finn84

Zitat von BVBatistuta

Zitat von TheInternational

Zitat von Finn84

Zitat von TheInternational

Zitat von MrSimpson

Zitat von Holzschuh85

Zitat von DBFreibeuter

Zitat von Borusse91

Zitat von CocoBall

Wer hat den Tankrabatt schon genutzt?
Ich war am 2. Mai tanken für 1,99Euro/Liter.



Habe hier seit dem 1.Mai noch keine Tankstelle im Vorbeifahren gesehen, an der das Benzin unter die 2€ Marke gefallen ist, weder Diesel noch SuperE5.

Aber gut, bisher war ja auch nur Feiertag + Wochenende, ich lass mich bzgl. der nächsten Werkwoche überraschen. Laut Bundesregierung glaubt man ja, dass die Spritkonzerne den Steuerrabatt in voller Höhe weitergeben werden, lol

Na wenn das Katharina Reiche™ sagt, wird das ja auch so sein. 🤪


Haben Sie doch faktisch. Ein Gros der Konzerne musste - basierend auf der aktuellen sich zuspitzenden Marktentwicklung und somit unwiderlegbaren Sachgründen - am 30.04. um 18ct erhöhen, hat aber am 01.05. oder leicht verspätet um 15-17ct gesenkt. Brave Konzerne...
#trustthebundesregierung


Frage für einen Freund: Was hat jetzt die Bundesregierung genau damit zu tun? Soll das heißen, daß eine andere Bundesregierung mehr Rabatt rausgeschlagen hätte?
Man sollte da etwas vorsichtig sein. Denn am Ende sind alle Regierungen nur Marionetten von Großkonzernen, was solch ein Thema betrifft. Da ist egal ob Grün, Blau, Rot, Schwarz, Braun, Gelb oder Lila an der Macht ist.


Wohl wahr. Bestes Beispiel für mich noch immer die legendäre Abwrackprämie. Der Tankrabatt ist natürlich lächerliche Symbolpolitik, aber wie du schon schreibst völlig unerheblich welche Parteien an der Macht sind. Die müssen alle sparen, dürfen sich nicht mit den mächtigen Industrien anlegen und bloß nicht die eigene Wählerschaft verprellen. Eigentlich kann man das Land nur so richtig verändern wenn man dafür das Risiko eingeht politisch auf Jahrzehnte keine Rolle mehr zu spielen.


Tatsächlich streitet man sich bis aufs Blut, wenn egal welche Partei mit Regierungsbeteiligung in den letzten Jahrzehnten um die großen Probleme herumtanzt, letztlich um Nuancen.
Die Einen etwas konservativer, die Anderen etwas links-liberaler, aber letztlich kann und wird keiner die wirklichen Probleme anpacken außer es geht nicht mehr anders.
Eigentlich lassen sich 90% unserer Probleme direkt oder indirekt auf Folgendes reduzieren:
Demografischer Wandel
Fast alle unseren sozialen Systeme sind voll betroffen, ich glaube das muss einfach mal in die Köpfe der Menschen. Es geht nicht mehr ohne starke Einschnitte an vielen Stellen. Jetzt kann man herzlich streiten wo wieviel, aber eins sollte jedem klar sein: Es muss von der breiten Masse getragen werden, nur die Reichen (Vermögenssteuer etc.) oder nur die Armen (Sozialkürzungen) geht nicht.

Hoffen wir einfach mal, dass Elon Musk ausnahmsweise mal Recht behält und wir aufgrund der kommenden technischen Entwicklung ein so große Wertschöpfung in den nächsten 20 Jahre erzielen, dass man ein so hohes Grundeinkommen zahlen kann, dass keiner sich mehr über Rente Gedanken machen muss....


Machen wir uns nichts vor, wir leben weiterhin wie die Marde im Speck bis es eben richtig knallt. Merz ist eine Katastrophe, aber ich bin froh das jetzt keine Grünen, Linken oder die Lindner FDP ihre Agenden unters Volk jubeln. Schlimmer geht bekanntlich immer. Bei der Rente kommen wir erstmals zumindest einen Ansatz näher. Ist wie beim BVB, ewiges hoffen auf die große Knall- Entwicklung.


Inwieweit unterscheidet sich die Agenda der Lindner FDP denn von der Blackrock Merz und Gas Katherina Agenda?


Ich finde den Ansatz mit den Gaskraftwerken gar nicht so konträr zum Umbau des Energiesektors hinsichtlich erneuerbarer Energien.
Die neue Gaskraftwerke sollen ja umrüstbar auf Wasserstoff sein.
Es muss m.E. das Ziel sein die ganze Überproduktion an Strom in den Sommermonaten in die Produktion von grünem Wasserstoff umzusetzen.
Dieser dient dann als Speicher zur Energiegewinnung im Winter und zum Ausgleich bzw. die Netzstabilität.
Kann die Produktion hier sehr hoch gefahren werden, kann sogar die Industrie an vielen Stellen grünen Wasserstoff anstatt Gas zur Produktion nutzen.
Mein idealistische Traumszenario ist hier: große Windparks/Solarparks erzeugen direkt vor Ort bei Überproduktion aus dem überschüssigen Strom Wasserstoff. Das Gasnetzwerk wird in ein Wasserstoffnetzwerk umgewandelt und Gasspeicher werden Wasserstoffspeicher. Es könnte hierbei m.E. durchaus Synergien geben.


Von der Idee her gut, hatte ein Habeck ja aber genau so aber schon einreichefertig für die EU... statt dass man seine Vorarbeit nimmt, hat Frau Reiche ihre eigene Geschichte schreiben müssen. In den ersten Entwürfen von ihr war übrigens nichts davon gestanden, dass die Kraftwerke so geplant werden müssen, dass diese Wasserstoff - "Ready" sein müssen. So hat man schon fast 1 1/2 Jahre bis zur Ausschreibung für die Kraftwerke vergeudet... Bei einer Bauzeit von 5-8 Jahre eigentlich ein Unding! 2030 entfallen die Kohlekraftwerke, mit Habecks Entwurf wäre es gerade so (vielleicht auch nicht ganz) aufgegangen...

In der Theorie ist dein Gedanke ja auch ganz schön. Mit überschüssigem Strom grünen Wasserstoff herstellen. Habe ich vor Jahren schon von einer Dame gehört, die zu den führenden Wasserstoffforscher in Deutschland gehört. Weiß nicht woran es scheitert, denn eigentlich haben wir kein Energieproblem, sondern ein Speicherproblem.

Spannend übrigends, stand 9 Uhr heute morgen sind unsere Stromerzeuger anteilig:

Biomasse --- 8,43%
Wasserkraft --- 3,28%
Solar --- 31,94%
Wind --- 5,28%
Pumpspeicher --- 2,43%
Kohle --- 20,25%
Gas --- 9,89%
Öl --- 0,7%

Der Rest sind Importe. Meine PV-Anlage produziert im Moment mit 50% des maximalen Peaks.


Wasserstoff ist das Bluetooth der Energie-Technologie. Es ist eine nette Idee. Nichts worauf man irgendetwas relevantes stützt. So jedenfalls das Feedback von jedem, der nicht in Wasserstoff in irgendeiner Art investiert ist, sei es dass der Job dranhängt, oder man damit echte Transformation verhindern möchte.


In der bisher angedachten Form ist das sicher nicht zukunftsfähig. Das liegt aber weniger am Potenzial der Technologie, sondern an der Lebenswelt der Menschen und der Organisation unserer Gesellschaften.
Ich halte jedenfalls die Entwicklung der Batteriestrategie nach aktuellem Stand auch für ein Hirngespinst.
Ich bin mir aber sicher, dass wir zeitnah tragfähige Lösungen präsentieren könnten, wenn man die Forschungsanstrengungen intensivieren würde.
Das wäre dann immer noch günstiger als wieder in fossile oder atomare Energie zu investieren...


Du kannst deinen ID4 an deine Wohnung anschließen und hast für ne Woche Strom. Klingt nicht so utopisch?


Ich halte es schonmal für utopisch, dass wir auf Sicht 40 Mio ID4 in Deutschland haben werden. Wie wir rein praktisch von aktuelli 2 Mio auf diese Zahl kommen sollen, ist mir schleierhaft.
Aber viel wichtiger: preislich ist das für einen großen Teil der Haushalte nicht stemmbar.

Das viel größere Problem dürften aber Großabnehmer wie Industrie, Krankenhäuser, Infrastruktureinrichtungen etc. sein. Da braucht es andere Lösungen als "jeder stellt sich einen passenden Batteriespeicher vor die Tür".

Dabei sehe ich noch nichtmal das preisliche Problem als K.O.-Kriterium, sondern die Rohstoffproblematik. Das wird in Gänze sowohl ein Skalierungs- als auch ein Abhängigkeitsthema bleiben und mit den verfügbaren Batterietechnologien sehe ich die Welt nicht komplett elektrifizierbar, also geht das nur über Kriegstreiberei (auch blöd).

Wir brauchen simplere, skalierbarere Speichersysteme und ich vermute, dass die Lösung sowohl technisch als auch strukturell sein wird. Aber zumindest der technische Teil dürfte gut machbar sein, wenn man dort die Investitionen intensiviert.


Naja, die Technik wandelt sich ja ständig und wird auch ein strategischer Punkt in der Energiewende bleiben.
28 Gigawattstunden haben wir in Deutschland bereits, reicht für 3 Mio Haushalte. Davon ist der Großteil noch in privater Hand. Wenn jetzt noch gezielt "öffentliche" Speicher dazu kommen wird das ja auch immer besser, denn wenn schonmal bis zu 3 Mio Haushalte von ihrem Speicher bzw. der PV leben, dann brauchst du irgendwann (Kohle oder) Gas wirklich nur noch für die Dunkelflauten. Vor allem nehmen die Batteriespeicher erst so langsam fahrt auf. Da wird (hoffentlich) einiges in den nächsten 5 Jahren passieren, was die technologischen Fortschritte angeht, davon muss man gar nicht erst anfangen. Da wird auch sehr, sehr viel passieren in der Zeit.


Hast du irgendwo eine klimabewusste Regierung aufgetrieben oder woher der Optimismus, in den kommenden Jahren passierte da etwas? 😅 Heimisches Fracking wäre doch viel cooler, das sind auch so Speicherdinger, holst Gas raus, kannst später anderes reinspülen… tolle Technik. 🤓


Zum Glück sind wir ja nicht im Sozialismus und nur der Staat kann F&E betreiben. Noch besser das nicht nur wir in Deutschland das Thema voranbringen müssen/können. Daher wird der technische Fortschritt kommen, unabhängig von der deutschen Regierung.


Aber Hallo, wir leben im realen Sozialismus. Mit allen Vor- und Nachteilen. Wenn ich mir Leistungen, Abgaben, Staatsquote, Ansprüche, Rechtskultur, anschaue, komm ich jedenfalls schwer zu einem anderen Ergebnis.


Da würde dir aber jeder links der CDU vehement widersprechen. Da höre ich jedenfalls, dass viel in die Richtung gehen würde.


Weil es "den" Sozialismus nicht gibt. Ich weiß auch nicht, was WFE mit so einer Aussage bezwecken will, aber das ist ja nichts ungewöhnliches...kryptisch und provokativ kann er zwinker


Kryptisch tut mir leid, ist jedenfalls keine Absicht. Provokativ ist es allerdings sicher nicht. Reaktionen sind überhaupt nicht mein Ziel. Es ist verbindlich, als Diskussionsinput, wenn man denn will.

Ich habe Sozialismus explizit nicht als wertend, sondern beschreibend genannt (mit allen Vor-und Nachteilen). Ich frage mich, was denn zum Sozialismus fehlt? Wir haben Bürgergeld, Wohngeld, kostenfreie Kinderbetreuung (je nach Kommune) und Bildung bis zur Promotion (die ist sogar noch bezahlt), kostenfreie Krankenversicherung bei Erwerbslosigkeit. Wer nicht selbstbestimmt oder aus äußerem Unglück völlig aussteigt, kann das ganze Leben in mitten der Gesellschaft verbringen, ohne nur einen Tag in Erwerbsarbeit verbracht zu haben. Das impliziert ja nicht, dass das Leben unbeschwert ist. Was aber auch kein ernsthaft begründbarer Anspruch gegenüber dem Staat ist.
Die Vermögensungleichheit ist im Ergebnis komplett methodenabhängig und daher über Länder kaum abzubilden. Es ist getrieben von Bewertung von Wohneigentum - das in Deutschland stark konzentriert ist - und Rentenansprüchen - die sind in Deutschland ein Pfund, zählen aber nicht ins Vermögen.
@BVBatistuta im der Konsequenz beobachtet man buchhalterisch größere Vermögensunterschiede bei vielen Ländern mit starkem Sozialstaat. Norwegen und Schweden haben eine nochmal höhere.

Ich verstehe das als provokant wahrgenommene nicht. Wir haben eine fette sozialstaatliche Tradition. Alle Kanzler/innen der Bundesrepublik kommen aus der Union, inkl. CSU oder der SPD, wo man sich noch mit Genosse anspricht. Die Notwendigkeit sich vom Kommunismus abzugrenzen besteht schon lange nicht mehr. Gleichzeitig ist Betonung auf's soziale immer an erster Stelle. Ist eine Wahl, ist in Ordnung.

Der Ausgangspunkt war die Frage nach Innovation und Investitionen in diesem Land. Und diese Sachen leiden unter unserer kulturellen Ausrichtung.


Sachen wie Wohngeld und Bürgergeld gab es in der DDR nicht. Da musste man Vollzeit arbeiten. Waren keine Stellen in Betrieben da, wurden welche erfunden. Da waren meist Stellen doppelt besetzt. Sowas kann sich keine Wirtschaft leisten, dass jemand jeden Tag die Zeit totschlagen muss, weil viel zu viel Personal für zu wenig Arbeit da ist.
Arbeitslosigkeit gab es in der DDR nicht, da bekam niemand Unterstützung. Und Wohnen war so billig, dass es vom Staat unheimlich subventioniert war. Geld für Sanierungen war da natürlich nicht da. Und in den Läden war es leer. Ordentliches Baumaterial zu bekommen, war sehr schwer oder oftmals gar nicht möglich.
In den 80ern musste man sich durch die Jugendweihe per Gelöbnis zum sozialistischen Staat bekennen.. Wer das nicht tat, bekam weder die Zulassung zum Abitur noch eine gute Lehrstelle, z. B. auf dem Büro.
Die Krankenversicherung in der DDR war komplett ohne Zuzahlungen. Da waren alle Medikamente kostenlos, jeder Krankenhausaufenthalt, und es gab keine IGEl-Leistungen. Ich bin selber vorerkrankt, ich habe heute jede Menge Zuzahlungen, aber auch eine viel bessere Betreuung als jemand, der in der DDR sowas brauchte.
Vermögensunterschiede waren in der DDR nicht so derb wie heute. Da muss man aber auch bedenken, dass damals die Westverwandtschaft zählte. Wie viel die in den Osten schaffte, das merkte man sehr. Am besten waren die GENEX-Leute dran. Wer gar nichts von drüben bekam, hatte großes Pech.
Ich weiß das, weil ich 18 Jahre in der DDR gelebt habe.

•     •     •

Ich wünsche mir hier faire Gespräche und einen fachkundigen Austausch von Meinungen.

Dieser Beitrag wurde zuletzt von CocoBall am 11.05.2026 um 18:53 Uhr bearbeitet
Regenwetter...
Noch nichts mit Freibad, Strand und Sonnenbräune...
Aber dafür gibt es jetzt wieder etwas zum Lesen: die nächste Folge meiner Zeitreise.

Wie immer starte ich mit den Nachträgen.

Neues Jahrtausend:

Wie geht es nun Leuten aus meinem Freundeskreis heute?
Alle waren nach der Wende kürzer oder länger arbeitslos.
Meine Ex-Schulfreundin aus meinem Dorf wohnt heute zur Miete in der Nachbarstadt. Kontakt haben wir bekanntlich keinen mehr. Sie hatte eine Umschulung in der Küche gemacht, da aber nie Arbeit bekommen. Sie arbeitet jetzt schon länger in der Produktion.
Meine Schulfreundin aus der Stadt lebt seit 1991 im Westen. Sie arbeitet aber nicht in dem Beruf, den sie studiert hat. Sie hat aber eine Leitungsaufgabe.
Die Handwerkstochter aus der Berufsschule arbeitet seit 1992 in dem Bürojob hier im Osten, den ihr ihr Vater verschafft hatte. Auch zu ihr habe ich keinerlei Kontakt mehr.
Ich habe noch drei andere Freundinnen aus Berufsschulzeiten, mit denen ich mich bis heute super verstehe.
Die aus dem Nachbarkreis hatte nach einem ganz kurzen Job im Westen erst einen befristeten im Osten. Danach machte sie Mitte der 90er ihr Abitur in der Abendschule nach. Sie hatte Beziehungen in den öffentlichen Dienst. Nach einem Studium in Berlin kam sie zurück und arbeitet seither eben im öffentlichen Dienst. Das waren aber zunächst auch erst zwei befristete Jobs.
Die andere, die ich schon seit Schulzeiten aus der Parallelklasse kannte, suchte jahrelang nach Arbeit. Da kam ein befristeter Job und ABM und Kurse. Sie bekam dann massive Gesundheitsprobleme und ist heute erwerbsunfähig.
Die dritte wohnt noch immer in der Nachbarstadt, war auch jahrelang arbeitslos, war danach bei ihrem Mann in der Firma angestellt und hatte nach ihrer Scheidung mehrere kurzfristige Jobs. Das Hopping ist bis heute.

Es gibt aber auch Familien, da war nie jemand arbeitslos nach der Wende. Manchmal ging der Mann die Woche über in den Westen und kam nur am Wochenende. Manchmal wurde man durch Sozialpläne bei der VEB-Privatisierung übernommen. Das war in der Regel, wenn man älter war und in der Produktion arbeitete. Oder man hatte die richtige neue Firma nach der Wende erwischt, die sich dauerhaft am Markt etablierte. Oder man ging oftmals komplett in den Westen. Aber auch da musste man solche Voraussetzungen haben, dass man sofort dort anfangen konnte.

Als ich das Praktikum in dem Tante-Emma-Lasen machte, musste ich vorher zum Gesundheitsamt und einen Gesundheitspass beantragen.

Ich habe auch festgestellt, dass viele Leute ihren Hartz-4-Bezug gar nicht zugaben. Das betraf auch ein Ehepaar Ü50 aus meiner Verwandtschaft. Die Frau arbeitete Teilzeit als Verkäuferin. Es wurde erst publik, als der Mann einen Ein-Euro-Job in der Grünlandpflege bekam. Eine andere Frau, heute Ü70, erzählte mir im Vorjahr, dass sie damals Hartz 4 bekamen, als ihr Mann noch lebte. Das hätte ich nie gedacht. Und auch ich erzählte damals mit der Zeit keinem mehr, der es nicht ohnehin wusste, dass ich Hartzerin war, zu viel Angst hatte ich vor Hassattacken.

In der auslaufenden Coronapandemie habe ich auch neue Interessen entdeckt, die draußen waren. U. a. stellte ich meinen Saalkarneval auf Umzug um.

Als die AfD 2013 gegründet wurde, war es hier im Osten sehr still. Erst 2015 durch die Migrationswelle kam das hoch. Und dann wurde auch das Niedermachen anderer Menschen deutlich mehr und schärfer. Da hat sich das Klima deutlich verschärft.
Mir macht Angst, wie viele Menschen sich denen zuwenden. Ich habe Angst um die Früchte unserer friedlichen Revolution von 1989.
Und mir macht auch Angst, wie viele Menschen ihren Kindern und Enkeln die DDR schönreden. Das ist Geschichtsverfälschung.
Wieso ist man nicht stolz auf das, was wir seit der Wende geleistet haben? Da fällt bestimmt den meisten Leuten etwas ein, was sie da geschaffen haben. Ich bin stolz auf mein Haus, auf das Überwinden der Hindernisse und dass ich so viele neue Interessen ausleben kann.
Wie schön sehen heute Straßen und Häuser aus! Wir können frei reisen, uns von unserem Geld etwas kaufen, was wir auch wollen, haben Zugang zu den freien Medien, wir haben viele viele neue Vereine...

2015 kam endlich der Mindestlohn. Von dem profitierten sehr viele im Osten.

2024 feierten wir die Fußball-EM. Aber so eine Euphorie wie 2006 bei der WM kam nicht auf. Es gab zwar wieder Autofahnen, aber deutlich weniger als damals.

Thema heute ist: Die DDR: Nachlese und Spurensuche

Ja, wir kehren ein letztes Mal in die DDR zurück.
Seit einem halben Jahr waren wir hier nicht mehr bei dem Thema, aber mir sind in den letzten Monaten noch einige Dinge eingefallen, die ich noch nicht geschrieben hatte.

Und deshalb die Nachlese:

Damals fanden oft Verkehrsteilnehmerschulungen statt.
Wir Kinder wurden oft vor Fundmunition aus dem 2. Weltkrieg gewarnt.
Das Wort Auslegware stand für Teppichboden. Den hatten wir aber gar nicht im Haus.
Kirchliche Martinifeiern gab es auch damals. Man zog mit Laternen durch die Dunkelheit.
Halloween kannte noch keiner, das war aber damals im Westen auch noch nicht modern.

Es wurden als Nutztiere nicht nur Schweine, Schafe, Kaninchen und Hühner gehalten. Einige wenige hielten auch Nutria. Das waren auch zwei Männer in meinem Dorf. Damit konnte man gut Geld machen damals. Bei uns in der Familie waren Nutria nie ein Thema.

Ein bekannter Spruch damals lautete: Von der Sowjetunion lernen, heißt siegen lernen. Das hat bei mir bis heute einen bitteren Nachgeschmack. Schon damals sah jeder, dass uns der Westen haushoch überlegen war.

Das N-Wort wurde auch in der DDR benutzt, sogar im Schulunterricht.

Üblich war es damals, dass Geschwisterkinder die Klamotten der älteren auftragen mussten.

Was aber in der DDR besser funktionierte, das war das Schnee räumen an öffentlichen Plätzen. Da waren eben jede Menge Arbeitskräfte da. Da waren alle Parkplätze z. B. schnell geräumt. Da stellte ich nach der Wende schnell eine Verschlechterung fest.

Nicht dass jemand von Euch noch sagt, es sei am Ende langweilig bei mir geworden: Eine Geschichte habe ich bis zum Schluss aufgehoben:
Wir haben in den 80ern mal eine verletzte Taube auf dem Hof gefunden. Ein Freund von uns ist im Taubenverein und konnte den Halter ermitteln. Er war aus dem Westen. Wir hatten die Adresse und schrieben ihm, dass wir die Taube pflegen. Das klappte auch. Bald konnte sie weiter fliegen. Nur leider bekamen wir auf unsere beiden Briefe nie eine Antwort. Wir hatten ein Danke erwartet und eine Auskunft, ob die Taube wieder bei ihm im Westen angekommen sei. Die Stasi überwachte den Postverkehr in den Westen. Sie könnte auch ihre Finger im Spiel gehabt haben. Aber man kann das nicht beweisen.

Zu den Westpaketen wollte ich auch noch etwas schreiben. Oft drin waren auch Nesquick, Feinstrumpfhosen und Kaffee. Wir waren wie so viele andere beim Kaffee dann sogar enttäuscht, dass es nicht der Jacobs-Kaffee von Frau Sommer aus der Werbung war. Bis wir mitbekamen: Den tranken auch unsere Leute im Westen nicht.

Immer furchtbar aufgeregt hat mich diese Gleichmacherei zu DDR-Zeiten. Wieso akzeptierte man nicht, dass ein Lehrerkind andere Berufswünsche hatte als manch anderer? Und wieso sollte ein Betriebsdirektor am besten so wohnen wie ein Produktionsarbeiter? Welche Leistungsanreize gab es da? Wieso sollte ich als Mädchen unbedingt im Kindergarten auch mit einem Metallbaukasten spielen?

Und die Abhängigkeit von der Westverwandtschaft: Ein Mädchen in meiner Schulklasse, das keine Westverwandtschaft hatte und deshalb so fies verspottet wurde, hatte sehr fleißige Eltern. Die wollten sich alles erarbeiten. Aber da stieß man an Grenzen. Was gab es denn? Was man haben wollte, gab es in der Regel im Westen.

Das Ansehen von Weststars war genauso im Westen. Modern Talking wurden auch am Ende ihrer ersten Zeit verspottet, weil es immer gleich klang. Heino war auch hier der Mann, der Musik für ältere Leute machte. Das sah man damals im Westen auch so.

Die DDR stand für Serienfertigung. Die Dinge, die es zu kaufen gab, hatten dann auch viele andere. Das war z. B. bei Lampen so. Mein Kassettenrekorder von 1983 kostete über 1000 Ost-Mark. Aber er funktioniert heute noch, da spiele ich manchmal noch Kassetten ab. Es war ja niemand gezwungen, DDR-Produkte nach der Wende zu entsorgen. Die sind nämlich in der Regel sehr robust. Wir haben auch noch ein paar. Meine Eltern haben noch den bekannten Mixer, die Eierbecher, den Eierschneider und ein paar Gläser. Ich habe noch Hand- und Wischtücher. Die haben eine gute Qualität.

Welche Artikel waren noch typisch DDR? Das war der runde Haarfön. Der taugte allerdings nichts. Der hatte kaum Leistung. Meine langen Haare bekam ich damit nicht trocken. Wir sagten das der Westverwandtschaft, die brachten einen Fön aus dem Westen mit.
Diese kleinen Plastikuntersetzer gab es auch noch. Und die Plastikstäbchen für Häppchen. Auch an den Tropfschutz für Kaffeekannen erinnere ich mich gern.
Und an die Waffelbecher, aus denen man Eierlikör trank. Ich glaube, die gibt es aber heute wieder.

Der zweite Teil beschäftigt sich mit der Spurensuche. Wo finden wir heute noch Spuren der DDR?

Vor allem in den Köpfen der Menschen!

Von der Mauer in Berlin steht nicht mehr viel. Die Mauerspechte haben sich in den Tagen nach dem Mauerfall Originalstücke gesichert. Das hat auch einer meiner Arbeitskollegen damals gemacht. Es wurden aber auch ganze Teile der Mauer transportiert. Einer davon steht sogar im Vatikan. In Berlin zeigen meist nur noch Pflastersteine den Verlauf der Mauer an.

Es gibt einige Grenzmuseen. Zwei davon habe ich selber besucht.. Wer von Euch mal in die Nähe der ehemaligen Grenze kommt, kann da selber mal reinschauen. Es gibt Innen- und Außenanlagen auch mit Führungen.

Es gibt aber auch andere DDR-Museen. Kürzlich habe ich selber eine DDR-Nostalgiewohnung besucht. Da erinnert man sich an Vieles, was man selber so erlebt hat.

Übernommen wurden in Gesamtdeutschland das Ampelmännchen, der grüne Abbiegepfeil und das Sandmännchen, was ich schon zu DDR-Zeiten sehr geliebt habe.
Jeder konnte ja Erinnerungsstücke behalten.
Mittlerweile setzt man auch im Westen auf die staatliche Kinderbetreuung, die aber inhaltlich doch anders aufgebaut ist als damals. Und in Ost und West werden nun wieder Kinder unter drei Jahren betreut. Und die MVZ entstanden, eine Art Nachfolger der Polikliniken und Landambulanzen.
12 Jahre Schulzeit bis zum Abitur blieb erhalten.
Und manche TV-Stars schafften es auch im Westen: Wolfgang Stumph, Gunter Emmerlich, Herbert Köfer, Carmen Nebel... Es kamen auch neue hinzu.
Im Sport auch: Jens Weißflog bestand in beiden Gesellschaftsordnungen ebenso wie Heike Drechsler, Henry Maske wurde sogar nach der Wende noch viel bekannter. Jan Ullrich wurde in der DDR ausgebildet und startete in Gesamtdeutschland durch.
Und der Berliner Fernsehturm war vor und ist nach der Wende ein Wahrzeichen.

Aber wann verschwindet diese übertriebene Schönrednerei mancher Leute? Ich denke, das wird erst in Jahrzehnten sein, wenn die Zeitzeugen weniger werden.

So, meine Zeitreise biegt auf die Zielgerade ein. Eine Folge habe ich noch. Die kommt beim nächsten Mal. Was steht da noch drin? Das verrate ich natürlich noch nicht.

•     •     •

Ich wünsche mir hier faire Gespräche und einen fachkundigen Austausch von Meinungen.

Dieser Beitrag wurde zuletzt von CocoBall am 11.05.2026 um 22:46 Uhr bearbeitet
@CocoBall

Meine Frau ist übrigens auch in DDR geboren und war sogar TV- und Radiotechnisch vom Westen abgeschnitten, da Dresden die Tallage hat, noch anders aufgewachsen und der Vollständigkeit halber dann mit den Eltern über Ungarn damals nach "Westdeutschland" gekommen.

Wir haben uns öfter darüber unterhalten wie es damals war, da unterscheiden sich Ost und West gar nicht soviel. Ich war zwar der Älteste, musste aber dann die Klamotten vom Nachbarn (der war ca. 1 Jahr bis 1,5 Jahre älter) auftragen, da gem. Elternrat die noch gut sind. Auch finanziell waren nicht allen Familien gleichgestellt, viele hatten auch Problem, die anders geartet waren, aber grundsätzlich (auch heute noch) gehe ich immer davon aus, dass jedes Elternteil das Beste für ihre Kinder wollen und das Kinder vieles anders machen, da sie im Nachhinein einiges anders sehen was das Beste ist. So läuft die Welt denke ich seit 1000 Generationen.

Sie hat noch Kontakt zu ihren "Freundinnen" von Früher, mit denen man ja dann ab 1990/1991 wieder Kontakt haben durfte, die haben genau so Schicksale wie Du schilderst, oder wie ich es auch aus meinem Kreis kenne, da gibt es keine Unterschiede was das Aufwachsen im System betrifft, sondern das Elternhaus selber.

Soviel nur dazu, vieles war im Alltag gleich, über das pol. System will und kann nichts sagen.

Als ich das erste Mal im Osten war, wurde gleich mein Mehrverdienst und alles war besser angesprochen, das ist so nicht ganz richtig, ich habe mich als Student durchgewurschtelt in Münster und musste für einen Top Job Richtung Frankfurt und später nach Hamburg oder gar in die USA ziehen. Ich komme da nur drauf, da es immer hieß das man ja seine Heimat verlassen muss. Das müssen viele Menschen auch heute.

Es gab in (West-) Deutschland auch Kindergartenplätze, meist kirchlich gesteuert, da konnte man dann rein, ich selber genoss das ab dem 5 Lebensjahr bis zur Schule. Dazu gab es "Kindergärten" by Selbstorganisation, die Mutter die nicht arbeitete bekam dann die "Kleinen" aufs "Auge" gedrückt und paste beim Spielen oder was auch immer auf. Dafür gabs Kuchen und ein Danke und so vermehrte sich analog diesen Tagen auch der Freundeskreis und wir bekamen so ca. 16 Leute zusammen zum Kicken.

Wir waren früher übrigens froh wenn in Hörde kein Schnee geräumt wurde, so bestand Schlittenchance den Berg runter und hoch wurde man eben mit dem Motorrad gezogen. "Leider" wurde immer der Schnee weggemacht, mit heute unvorstellbaren umweltfeindlichen Mitteln, es gab sogar "LEUTE!" die nahmen Asche dazu (wir haben trotzdem überlebt, ebenso wie das Rauchen der Eltern im Auto oder auf Feiern, und zu 6 auf dem Rücksitz als Kinder ohne Gurt).

Meinte Gattin und ich kommen im Nachhinein überein, dass einiges in der DDR besser, was das Schulsystem betraf, Klassen Grundschule bis 6 Klasse oder ähnliches, danach erst die Verteilung oder das man schon damals (die Gründe sind ja mehr politisch, als für die Frauen gedacht) Krippen schon im Babyalter hatte (ohne es bewerten zu wollen, was ist besser Eltern oder Erzieher). Ich sage da immer jeder wie er möchte, wenn möglich. Wir wurden grundsätzlich von jedem erzogen, mehr oder weniger, ging auch irgendwie.
Da kann man durchaus etwas abgewinnen, ebenso war der Zusammenhalt ein anderer (im Westen aber auch).

Da hat man vielleicht nach 90zig vieles nicht überlegt und es wurde einfach so übernommen ohne ernsthaft zu diskutieren ob das DDR System alt nicht besser war. Aber es wurde eben alles verflucht. Aber man könnte nachbessern oder ändern, will auch keiner mehr.

Gem. Aussage meiner Frau war das Hauptproblem dass vieles in der DDR einfach nicht erlaubt war und man schon politisch auf Linie sein musste um bestimmte Feriengebiete zu besuchen oder ähnliches, oder dass man überall hinfahren konnte, meine Gattin fand aber die Urlaube (natürlich mit nem Trabant hingefahren) im Nachhinein nach Polen, CSSR oder Ungarn gar nicht so schlecht, da immer Kinder mit dem gleichen "Schicksal" da waren. Im Nachhinein überwiegen da die schönen Augenblicke und das "Überwachen" vom Staat ist da im Hintergrund. Was sie noch im Kopf hatte war, dass sie zu Parteitagen immer die "Uniform" anziehen musste und "dahin" musste, und das man bestimmte Sachen nicht sagen durfte. Das es Vollbeschäftigung gab, hat sie dann auch relativiert, einige saßen nur rum und gingen zur Arbeit mehr nicht, und es war "sauanstregend" frisches Gemüse und Obst zu bekommen, dass man nicht anbauen durfte.
"Kontakt" mit Ausländer hatte sie auch, da in der Schule Russen und Vietnamesiche Kinder waren, allerdings wurden Russen anders behandelt als andere "Brüderstaatenkinder"; ggf. müsste man sich mit dem heutigen Blick fragen: War das gelungene Integration?

Der verklärte Blick auf das vergangene Leben ist für die, die es mitgemacht haben ein anderer. Unsere Kinder sind ja alle in Gesamtdeutschland geboren, denen ist das egal, da heißt es nur, oh Du bist in Rostock geboren, ich nicht, ich in Bochum z. B. Bei anderen oh nein, wie kann der nur, der ist ja nen Ossi. Auch das wird vergehen.

Mir wird viel zu viel Aufwand betrieben um Ost und West zu trennen. Es gibt Bundesländer da verdienst Du mehr und welche da verdienst Du weniger. Es gibt Gebiete im Ruhrgebiet die hätten ebenso wie andere Regionen in Deutschland "Aufbauhilfe" verdient, da der Weggang von Kohle und Stahl eben nicht sozialverträglich abgelaufen ist, in den Bundesländern Ost nach 1990 kam das halt verstärkt und wurde nicht aufgefangen, vielleicht daher das Gefühl das alles besser war. Das ganze wird sich bald wiederholen in vermeintlichen Top Regionen in Süddeutschland.

Ich denke je weniger man die AFD erwähnt (als gegründete Euro Kritische Partei) desto weniger wird sie wichtig, ich selber habe mich am Anfang mit dem Euro auch nicht anfreunden können, EURO=TEURO, mittlerweile ist einfach so überall (zumindest wo ich hinfahre) 1:1 einschätzen kann ob das nun teuer ist oder nicht. Ich selber schalte bei Frau W. und Herr XY von der AFD immer ab, da kommen keine Lösungen, sondern nur xy ist besser, und die Koaltion...kann nichts...(nunja, ob sie es besser könn(t)en werden wir irgendwann rauskommen.

Ossis und Wessis sind Geschichte. Das Aufwachsen ist aber als Kind gleich gewesen, den goldene Westen und maroden Osten gab es damals eben nicht so ausgeprägt, das reden darüber einiges verklären ist doch logisch. Und ich glaube das vieles in der Vergangenheit eben schöner in Erinnerung ist, alles war.
Zum Schluss was mich am meisten nervt: Die neuen Bundesländer...Wenn nach 36 noch alles neu ist, möchte ich alle Volvo Fahrer mit nem 240D beglückwünschen, die haben nämlich dann nen Neuwagen.

•     •     •

Kobel(C)-Beier-Schlotterbeck-Gadou-Reggiani-Nmecha-Bellingham-Konstantelias-Silva-Karetsas-Inacio
Subs: Svensson, Anton, Ryersson, Chuck, Lerma, Kaba, Albert, Veerman, Kaua
C: Nicht Kovac
Verkauf: Gui,Sabitzer,Couto,Bense
Pro: Nur weil alle sagen, es ist falsch, ist es nicht so / Freie Meinung gegen den Strom // Contra: Feststellen was schlecht ist, ohne zu sagen was besser ist / Nicht alles was grün aussieht, ist auch grün

Go Habs Go...

BVB: Tradition verpflichtet//RB: Tradition vernichtet.
@CocoBall , @MCU_71
Ich glaub, es kommt auch etwas darauf an, wo man in der DDR gelebt hat.
Ich bin fast das gleiche Alter wie CocoBall, aber in Leipzig aufgewachsen.
Meine Erfahrungen decken sich in vielem nicht mit denen von ihr.
Ich hab auch einen anderen Blick zurück auf die DDR als sie. Natürlich möchte ich dieses Land nicht zurück haben, aber deshalb war dort auch nicht alles schlecht. Ich hatte eine unbeschwerte Kindheit. Bei uns wurde auch niemand gemobbt, weil er/sie keine Westsachen hatte. Mindestens die Hälfte der Kinder in meiner Klasse hatte sowas nämlich nicht.
Und ja, auch ich bin in den 90ern in den Westen gegangen, weil ich in der Heimat nach dem Studium keinen vernünftigen Job fand.
Und mich von Bewerbertraining zu Praktikum und ABM-Maßnahme und dann zum nächsten sinnlosen Training zu hangeln kam für mich nicht in Frage.
10 Jahre später wurde die Situation dann aber wieder besser und ich bin nach Sachsen zurückgekehrt. Irgendwie hing ich doch an der Heimat und die Eltern sollten auch noch was vom Enkel haben, den es mittlerweile gab.

Achso, in der DDR besuchte man von Klasse 1-10 die POS. Es gab nur diese eine Schulform. Danach gabs für die meisten eine Berufsausbildung, einige machten Abitur. Das entweder in 2 Jahren auf der EOS oder in 3 Jahren als Berufsausbildung mit Abitur. Bei uns war es üblich, dass drei aus der Klasse Abitur machen konnten. Das war dann von unserer Klasse 1/6.
Zitat von Holzschuh85

Abschließend:
Ich will hier gar nicht für starke staatliche Lenkung im Innovationsbereich werben, ich bin selbst ein Freund von staatlicher Anstrengung bei gleichzeitig großer Unabhängigkeit und einem generellen Zukunftsoptimismus (z.B. nach DARPA oder dem Fraunhofer-Modell).
Ich wehre mich nur dagegen, dass radikaler Liberalismus immer die Antwort sein soll, wenn jemand sich über schlecht gemachte staatliche Arbeit aufregt.


Ich vermute mal stark, dass "schlechte staatliche Arbeit" hierzulande auch zu erheblichen Teilen von zunehmend zerrütteten gesellschaftlichen und damit politischen Gegebenheiten diktiert ist.
5 Personen/politische Parteien haben 6 verschiedene Meinungen, woran es liegt und in welche Richtung man eigentlich steuern muss.

Nicht dass ich jemals in China leben wollen würde, aber wenn dort beschlossen wird, dass 100.000 Wohneinheiten/Rechenzentren/Kraftwerke gebaut werden sollen, dann wird das auch getan. Da wird nicht gestoppt, wenn sich Klaus-Günther einer Petition anschließt, weil er kein Kohlekraftwerk oder Windrad in der Nachbarschaft möchte.

Weiterhin habe ich nicht unbedingt das Gefühl, dass Deutschland im internationalen Vergleich besonders offen gegenüber neuen Technologien ist. Ich war mit 10 Jahren gebannt vorm PC gehockt und habe das Internet bewundert. Ich bin aus dem Staunen nicht mehr herausgekommen. Später dann dasselbe mit dem iPhone, mit dem E-Auto, mit dezentralen Systemen, Bitcoin, mit KI und und und...

Und in den allermeisten Fällen ist es eine Qual, die medialen und gesellschaftlichen Debatten darüber zu ertragen. Zumindest in der Anfangszeit. Im Zweifel wird erstmal gegen alles geschossen. Ja selbst nen Harald Lesch hat lange Zeit noch über das E-Auto geschimpft und gepöbelt, und ich konnte dabei nur den Kopf schütteln, wie leicht es ist, Technologien mit so viel Potential einfach als "Böse" zu framen.

Also vielleicht ist die Politik ja am Ende auch nur ein Spiegelbild dessen, wie wir als Gesellschaft selbst sind.
Oft wird erst garnicht versucht, sich auf gewisse Ideen einzulassen, es ist zu kompliziert, gefährlich, ehtisch fragwürdig, ökologisch bedenklich usw.


Starke staatliche Lenkung ja, wenn es bedeutet, dass man Forschern, Unternehmen und Privatanwendern keine Steine in den Weg legt durch zu restriktive (EU und/oder nationale) Gesetzgebungen. Denn das erachte ich ehrlich gesagt als das größte Problem. Meiner Kenntnis nach wurden z.B. sowohl im Krypto- als auch KI Bereich mit dem EU AI Act wieder Rahmenbedingungen geschaffen, die im internationalen Vergleich deutlich zu den restriktivsten gehören.

Kann man alles machen und ich kenne die Gegenargumente rund um die Gefahren, Deep Fakes etc.
Aber dann wird es eben schwer, dass sich wesentliche Teile der Industrie innerhalb der EU ansiedeln.
Dann kann man auch staatlich lenken soviel man will und mit der finanziellen Gießkanne mehrfach drüber gehen. Groß was wachsen wird dann trotzdem nicht.
Es kommt wirklich stark darauf an, in welcher Region man in der DDR lebte. Wir und auch unsere Verwandten in zwei Nachbarkreisen entlang der damaligen Grenze waren stark von der Westorientierung geprägt. Es hatte eben fast jede Familie jemanden im Westen. Wir haben keine Leute, die weiter im Landesinneren wohnten. Aber ich bin auch immer davon ausgegangen, dass dort nicht so viele Leute Westverwandtschaft hatten. Auch fuhr hier in der Region fast jeder Rentner regelmäßig in den Westen, da war aber das Problem des Geldes.

Das Schulsystem der DDR sehe ich aber auch kritisch. Mir war das zu lastig auf Naturwissenschaften. ich hätte gern z. B. ab Klasse 9 noch eine dritte Fremdsprache gelernt. Und die Tage in der Produktion fand ich auch furchtbar, Man konnte den Betrieb nicht frei wählen. Und ich hatte meine Lehrstelle im Büro bereits fix, aber durfte damals nie in die Büroarbeit reinschnuppern.
Allerdings fand ich einige Dinge der Unterstufe damals besser als das, was heute in der Grundschule stattfindet. Da waren damals die Lehrpläne geordneter. Und es gab Zensuren ab Klasse 1, da wusste man, wo man stand. Das Politische war aber schrecklich.

Ich kenne ein paar Leute persönlich, die damals in der DDR nur meckerten, das heute aber genau anders herum darstellen. Das sind die Verklärer.

•     •     •

Ich wünsche mir hier faire Gespräche und einen fachkundigen Austausch von Meinungen.

Dieser Beitrag wurde zuletzt von CocoBall am 12.05.2026 um 21:27 Uhr bearbeitet
  Post-Optionen
Den kompletten Thread wirklich löschen?

  Paten-Optionen
Möchtest Du den Beitrag wirklich löschen?
  Diesen Beitrag alarmieren
  Diesen Beitrag alarmieren
  Diesen Beitrag alarmieren
  Lesezeichen
  Abonnierte Threads
  Guter Beitrag
  Guter Beitrag
  Guter Beitrag
  Post-Optionen
Nutze die Thread-Suche, wenn Du diesen Post in einen anderen Thread verschieben möchtest. Drücke Thread erstellen, wenn aus diesem Post ein eigenständiger Thread werden soll.
Widerruf Tracking & Cookies

Du hast erfolgreich deine Einwilligung in die Nutzung unseres Angebots mit Tracking und Cookies widerrufen. Damit entfallen alle Einwilligungen, die du zuvor über den (Cookie-) Einwilligungsbanner bzw. über den Privacy-Manager erteilt hast. Du kannst dich jetzt erneut zwischen dem Pur-Abo und der Nutzung mit Tracking und Cookies entscheiden. Bitte beachte, dass dieser Widerruf aus technischen Gründen keine Wirksamkeit für sonstige Einwilligungen (z.B. in den Empfang von Newslettern) entfalten kann. Bitte wende dich diesbezüglich an datenschutz@transfermarkt.de.