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Felix Magath

29.08.2011 - 10:20 Uhr
Felix Magath |#711
07.11.2011 - 21:43 Uhr
Ich finde es dann doch öfters ZU ruhig in Wolfsburg. Hier kann doch eigentlich jeder Trainer machen was er will und es kommt ihm kaum Gegenwind entgegen, man kann den Karren also seelenruhig an die Wand fahren...das ist dann doch etwas zu simpel. :/:
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Wolfsbacher am 07.11.2011 um 21:43 Uhr bearbeitet
Felix Magath |#712
07.11.2011 - 21:43 Uhr
Zitat von xBunnyOne:
Von wem denn bitte?
Und vor allem wie?
:o


ach, wenn man es wagte Magath Schwächen in puncto Menschenführung zu machen, oder nicht bei jedem Transfer gejubelt hat, dann war die daraffolgende Antwort "Die tägliche Spitze gegen magath... :rolleyes" noch eine der nettesten.

Es war damals so, dass einige nicht verstehen konnten, dass Felix Magath für ein paar Leute hier im Forum ein negativ behaftet Begriff ist, an dem es, trotz aller geschuldeten Dankbarkeit für die Meisterschaft, wenig erfreuliches gibt. Wehe man wagte es dem Kader mangelnde Qualität vorzuwerfen, oder Planlosigkeit bei der Einkaufspolitik. Man solle es doch erstmal besser machen, oder am besten schweigen.

Ich betrachte die derzeitige Stimmungsschwankung durchaus mit einem kleinem Lächeln, auf einmal ist es salonfähig, unzufrieden mit unserem Trainer zu sein. Mir hat die "Diskussion" damals vorrübergehend ziemlich die Lust an tm.de genommen, da sieht man es doch ganz gern wenn viele der getroffenen Prognosen/Einschätzung über die sportliche Entwicklung und die Stimmung im Team nicht völlig daneben zu liegen scheinen, auch wenn man dafür ziemlich angegangen wurde.

•     •     •

"Eier, wir brauchen Eier!" (Oliver Kahn, deutscher Philosoph)

Dieser Beitrag wurde zuletzt von Sinkinho am 07.11.2011 um 21:48 Uhr bearbeitet
Felix Magath |#713
07.11.2011 - 22:41 Uhr
Also ich war ja sehr lange Zeit ein glühender Verfechter von Felix Magath, aber langsam muss ich mir eingestehen - er hats nichtmehr im Griff.
Man schleppt sich von Woche zu Woche und es ist keinerlei Verbesserung zu erkennen.

Ich denke er hat sich mit seiner Zeit auf Schalke einiges kaputtgemacht und vor allem seinen Nimbus der Unantastbarkeit verloren.
Das merken auch die Spieler und die " Herrschaft durch Angst " funktioniert nichtmehr so.

Er sollte sich meiner Meinung nach von der Doppelbelastung als Trainer und Manager befreien und sich auf eines konzentrieren.
Magath ist was Konditions udn Fitnesstraining angeht unübertroffen, aber ich habe den Eindruck das ihm ein Co-Trainer fehlt, der sich um die taktischen Belange kümmert.

Magath + Taktik Co-Trainer + Manager = WoW
Magath solo = plätscher plätscher
Felix Magath |#714
07.11.2011 - 22:52 Uhr
So, ich habe mir auch so meine Gedanken gemacht um ein Fazit aus den letzten Monaten zu ziehen. Es ist leider etwas lang geworden, daher freue mich umso mehr falls es jemand komplett lesen sollte). Eigentlich wollte ich damit bis Anfang Dezember warten, aber das Spiel am Samstag war aus meiner Sicht der nächste Offenbarungseid.

Es geht mir bei der Analyse nicht darum ob ich Magaths Art und seine Methoden gut finde oder nicht (ich gebe offen zu: ich tue es nicht), sondern ich möchte ihn alleine an seinen Taten seit seinem Wiederantritt messen. Daher möchte ich auch nichts von wegen pro-Magath und anti-Magath Jünger hören, es geht alleine um seine Leistung.

Aber zur Analyse:

Es ist erschreckend zu sehen, wie wir uns präsentieren. Ich habe seit Ewigkeiten keinen so unattraktiven Fußball mehr gesehen wie den unsrigen in dieser Saison. Spielerisch sowie taktisch geben wir ein unglaublich armseliges Bild ab, das toppt sogar noch die beiden letzten Spielzeiten. Ich fühle mich jedesmal irgendwo zwischen sehnsuchtsvoll und peinlich berührt, wenn ich mal andere Spiele mit guten Mannschaften sehe.

Alleine wenn ich mir Magaths Personalplanung angucke, kocht bei mir die Wut hoch: Im Gegensatz zu Veh und McClaren hatte Magath unglaubliche Vorteile. Erstens hatte er in der letzten Saison noch ganze acht Spieltage Zeit um den Kader kennen zu lernen und sich ein Bild von den Spielern zu machen, ganz abgesehen davon, dass er einige von ihnen noch aus seiner ersten Amtsperiode kannte. Jedenfalls hatte er genug Zeit sich vor der Transferperiode im Sommer zu überlegen, wo der Schuh drückt und damit welche Spieler benötigt werden. Zum zweiten hatte er zumindest gegenüber McClaren den Vorteil, dass er allein für die Verpflichtungen verantwortlich ist und somit komplett nach seinen eigenen Wünschen einkaufen konnte (Veh hat ja nie Interesse am Manager sein gezeigt). Ich erinnere mich noch wie McClaren in der Winterpause nach der Verpflichtung von Mbokani auf die Frage ob er auf den Flügeln einsetzbar wäre oder was er denn für eine Position bekleiden würde, antwortete: "he's a striker" und mehr oder weniger gleich hinterher "we need wingers". Stattdessen präsentierte Hoeneß ihm am allerletzten Tag vor Transferschluss noch ein buntes Potpourri aus allerlei viefältigen Spieler, irgendwo zwischen Talenten für die mittlere Zukunft (Orozco und Koo) und Notlösungen (Tuncay) um ihn dann nach zwei Trainingseinheiten und einem Spiel mit den neuen Spielern zu entlassen. McClaren hat nicht die Spielertypen bekommen, die er brauchte (kommt mir nicht mit 4-4-2, auch das System war mit dem Kader kaum möglich). Die Gerüchte und teilweise auch das öffentlich bestätigte Interesse an Spielern wie Reus, Elia und Farfan zeigen, dass Hoeneß hier durchaus versucht hat Spieler zu verpflichten, man jedoch feststellen muss, dass er es einfach nicht geschafft hat und seine Alternativlösungen miserabel waren. Und letztenendes wird ein Manager nicht danach bewertet wen er verpflichten möchte, sondern wen er an Land zieht.
Jedenfalls konnte Magath bei den Ein- und Verkäufen schalten und walten wie er wollte und eine Diskrepanz zwischen den Vorstellungen, wie es bei McClaren und Hoeneß der Fall war, fällt durch die Personalunion von Trainer und Manager als Grund für Verfehlungen einfach weg.

Jetzt gucken wir uns das Ergebnis der vergangenen Transferperiode an und behalten die beiden Vorteile, die Magath dabei genoss, im Hinterkopf.
Man war sich hier im Forum relativ einig, wo die Problemzonen der Mannschaft liegen, nämlich die mangelnde Kreativität im Mittelfeld und der Spielaufbau. Das hieß im Falle eines 4-2-3-1 (es war ja noch nicht sicher welches System gespielt würde) vor allem Flügelspieler, wie sie schon McClaren gefordert hatte und ein Ersatz für Diego, da Magath sich früh festlegte, dass die Differenzen unüberbrückbar waren und Diego in den Planungen für die Saison keine Rolle spielte. Ferner gab es Bedarf für einen offensiven Spieler in der Doppelsechs. Für ein 4-4-2 mit Raute fehlten ein Spielmacher auf der 10 und Spieler für die Halbpositionen, die eine gute Balance zwischen Defensive und Offensive bieten. Außerdem stellte sich ob Benaglios miserabler Form auch die Frage nach der Notwendigkeit eines neuen Towarts.
Geholt wurden als OM/Flügelspieler ein Hleb, der jetzt nach 12 Spieltagen so langsam anfängt in Form zu kommen und fürs OM ein Klich, der noch nicht eine Minute gespielt hat. Dass er für uns nicht aus dem Stegreif den Misimovic machen könnte war wohl auch allen klar (inklusive Magath). Auch bei einem Jönsson, den ich für einen guten Transfer halte, war klar dass er uns wohl kaum sofort in der Spitze verstärken würde. Damit wurden für das 4-2-3-1 im Kreativbereich eigentlich nur Spieler verpflichtet, die uns mittel- oder langfristig weiterhelfen (könnten). Für die Halbpositionen in der Raute käme eigentlich höchstens Ochs in Frage, mit Abstrichen noch Hitzl (dem es aber an Dynamik mangelt). Keine der Baustellen wurde damit auch nur annähernd geschlossen.
Für den schwächelnden Schäfer wurde ein Backup geholt, der es trotz der defensiv teils sehr wackligen Leistungen Schäfers anscheinend nicht einmal ansatzweise schafft Druck auf diesen auszuüben.
Unser Königstransfer mit einem Volumen von beeidruckenden 9 Mio. € war Träsch, ein wirklich ordentlicher Spieler (auch wenn seine Leistungen noch zu wünschen übrig lassen), den man durchaus verpflichten kann. Nur bekleidet er eine Position (defensiv denkender DM, bzw. Abräumer vor der Abwehr), die bei uns mit Josue und Polak eigentlich schon halbwegs ordentlich besetzt war. Als etwas offensivere Leute sind mit Hasebe und Cigerci noch zwei weitere DM im Kader, die durchaus etwas können. Es muss die Frage erlaubt sein, wieso Magath fast die Hälfte des Transfervolumens auf einer Position ausgibt auf der nur bedingt Bedarf besteht? Es gab mindestens drei Positionen auf denen Investitionen nötiger waren.
Ferner hat Magath in der Innenverteidigung eine Baustelle aufgemacht, wo keine war (O.K., für Friedrichs erneute Verletzung kann er nichts, aber die Art und Weise wie Friedrich bei der Genesung behandelt wurde, lässt auch Rückschlüsse darauf zu in wie weit Magath noch mit ihm plante). Kjaer mag, gemessen an seiner Ablöse, enttäuschende Leistungen geboten haben, aber im Vergleich zu den jetzigen Innenverteidigern würde er meiner Meinung nach trotzdem eine Steigerung darstellen. Abgesehen davon ist es schwachsinnig, wenn man fast ausschließlich mit langen Bällen in die Spitze operiert, den IV mit den besten langen Bällen (das war und ist mit Abstand Kjaer) zu verscherbeln. Ich finde es bezeichnend, dass momentan viele Leute auf eine baldige Genesung Madlungs hoffen (ich eingeschlossen). Ein Spieler, der mehrere Jahre selbst als Innenverteidiger Nummer drei ob seiner Qualität in Frage gestellt wurde, ist jetzt plötzlich Hoffnungsträger.
Wo ich Magath in Bezug auf die Transfers loben muss ist, dass er größtenteils Spieler mit einem ordentlichen Charakter gekauft hat. Salihamdzic, Jönsson, Träsch und Ochs wirken auf mich relativ ordentlich und von Hitzl halte ich menschlich sehr viel, außerdem glaube ich ist er einer der wenigen intelligenten Fußballer. Auch gegen die Verpflichtung von erfahrenen Spielern zur Stärkung des Teams habe ich per se nichts. Nur leider ist es nicht bei ein oder zwei Verpflichtungen dieser Art geblieben und mehr sind einfach aus Leistungsgründen nicht sinnvoll.

Abschließend muss man jedoch sagen, dass Magath das Team trotz Ausagaben von 21 Mio. € nicht verbessert hat. Bis auf Träsch, der nur eine geringe Verbesserung in der Spitze mitbringt, waren alle anderen Transfers Verpflichtungen in die Breite. Wenn wir eins in der letzten Saison festgestellt haben, dann dass wir ein Problem in der Spitze des Kaders haben, nicht in der Breite. Stattdessen ist unser Kader auf einigen Positionen (IV / OM) in der Spitze sogar schlechter geworden. Das heißt wir haben ein Transferminus von 11 Mio. € erwirtschaftet (soviel zur Konsolidierung) und trotzdem ist unser Kader nicht besser, sondern schlechter geworden.

Wenn jetzt Magath feststellt, dass einige Spieler nicht die Qualität besitzen, dann empfinde ich das als Hohn. Er hatte in der letzten Saison genug Zeit die Baustellen zu identifizieren und hinterher durch Transfers zu beseitigen. Daher sollte er sich eingestehen, dass seine eigene Aussage bezüglich der Qualität der Spieler nichts anderes heißt, als dass er als Manager versagt hat.

Und ich persönlich glaube die dezeitige Misere liegt nicht nur in der mangelnden Qualität des Kaders begründet, also in Fehlern des Managers Magaths sondern auch in Fehlern des Trainers Magath. Da ich nicht in Wolfsburg und Umgebung lebe muss ich mich was die Trainingsarbeit angeht auf die Zeitungsberichte und HuiBuhs (hervorragende!!!) Trainingsberichte verlassen. Aber was dort zu lesen ist, lässt mir teilweise die Nackenhaare zu Berge stehen.

Wie zeigen in unseren Spielen eine dermaßen große spielerische Armut, das man sich erschrickt. Das Mittelfeld wird in 90% der Fälle mit hohen Bällen überbrückt, von denen die wenigsten ankommen. Selbst wenn wir mal flach durchs Mittelfeld kommen kann man sich sicher sein, dass es uns entweder vom Gegner einfach überlassen wird (Konter) oder ein reines Zufallsprodukt war. Unsere Passquote ist misserabel, das einzige was stimmt ist der Einsatz und die läuferische Leistung (auch wenn diese meistens daraus besteht dem Gegenspieler hinterher zu laufen). Trotzdem wird im Training entweder Kondition gepaukt, Schweinchen in der Mitte gespielt oder Fußballtennis. Taktik und Spielzüge scheinen so gut wie keinerlwei Rolle im Training zu spielen. Und mehr trainiert als unter McClaren (damals großer Kritikpunkt) wir anscheinend auch nicht. Die Probleme im Spielerischen sind doch offensichtlich, trotzdem wird anscheinend im Training nicht daran gearbeitet.

Eine Vorbereitung auf das kommende Spiel findet anscheinend auch nur sehr bedingt statt. Das System wird munter gewechselt (Anfang der Saison Raute, dann Doppelsechs, zwischendurch wiede Raute, inzwischen 4-2-3-1), teilweise auch am Wochenende zum Spiel, nachdem vorher die Woche über ein anderes System geübt wurde. Bestes Beispiel jetzt, als anscheinend eine Woche lang ein 3-5-2 geübt wurde, nur um dann gegen Dortmund doch im 4-2-3-1 aufzulaufen. Außerdem gibt es keine Stammformation. Aus den Mannschaften in den Trainingsspielen ist selten erkennbar wer am Wochenende spielt und selbst auf dem Platz kann sich die Mannschaft nicht einspielen, weil in jedem Spiel wieder andere Spieler auf dem Platz stehen. Wie sollen da Automatismen entstehen?
Vesteht mich nicht falsch: ich finde es eine gute Idee, Taktik und Spieler punktuell dem Gegner anzupassen, aber das kann ich nur tun wenn ich ein eingespieltes System und eine eingespielte Mannschaft als Basis habe. Diese besitzen wir aber nicht. Normalerweise nutzt man dafür die Vorbereitung und vielleicht noch die ersten zwei oder drei Spiele, aber wir haben inzwischen den 12. Spieltag hinter uns. Trotzdem ist bis auf wenige Fixpunkte noch keine Stammelf ersichtlich - ein Armutszeugnis für einen Trainer.

Auch trifft Magath immer wieder mehr als fragliche Entscheidungen was das Personal angeht. Ein paar Beispiele:
Koo spielt gegen den HSV von Anfang an. Nach dem Spiel wird er von Magath ausdrücklich gelobt. Im nächsten Spiel darf er als Einwechselspieler nochmal kurz ran und danach ist er wieder außen vor.
Orozco spielt ein mehr als ordentliches Debüt, darf danach noch ein Spiel 90 Minuten auf der Bank sitzen und ist seitdem nicht mal mehr im Kader.
Cigerci wird ausdrücklich für seine Trainingsleistungen gelobt, darf dann ein Spiel für 90 Minuten auf die Bank und steht danach bis heute nicht mehr im Kader.
Wir haben keinen funktionierenden Spielaufbau und keine ordnende Hand im DM. Trotzdem besteht die Doppelsechs in fast jedem Spiel aus den reinen Abräumern Josue und Träsch.
Mit Ochs spielt ein technisch arg limitierter und torungefährlicher Spieler regelmäßig auf dem offensiven Flügel.
Das sind nur einige Beispiele, es gibt noch viele mehr.

Das schlimme ist, dass es nicht nur spielerisch nicht läuft, sondern auch die Ergebnisse nicht stimmen. Wir stehen nicht besser da, als in den letzten Jahren, obwohl Magath schon länger mit der Mannschaft arbeitet als seine Vorgänger zu diesem Zeitpunkt der Saison. Es ist auch nicht so, dass wir häufig knapp verlieren. Letzte Saison waren wir bis auf die Spiele gegen Dortmund eigentlich nie komplett chancenlos und haben meistens mit einem Tor Unterschied verloren. Diese Saison sind wir schon jetzt in mehreren Spielen komplett unter die Räder gekommen (Dortmund, Gladbach und Freiburg). Das drittschlechteste Torverhältnis der Liga spricht da eine deutliche Sprache.

Jedenfalls bin ich aufgrund der oben genannten Argumente der Ansicht, dass Magath sowohl als Manager als auch als Trainer versagt hat. Einige wenige positive Aspekte habe ich erwähnt, aber insgesamt fällt mein Fazit in beiden Bereichen vernichtend aus. Ob man jetzt sofort die Notbremse ziehen sollte weiß ich nicht, aber jetzt ist definitiv der Zeitpunkt gekommen an dem der Aufsichtsrat Pläne machen sollte, was die Alternativen zu Magath wären. Auch die Berichte des Kickers in Bezug auf Kritik der Spieler sollten klar machen, dass es eine ernste Situation ist. Wenn sich in den nächsten Wochen nichts ändert, sollte man spätestens im Dezember die Reißleine ziehen um nicht noch einmal eine Winterpause zu vergeuden, wie in den letzten beiden Jahren. Und wenn man diese Reißleine zieht, sollte man einen Plan parat haben und nicht dann erst anfangen zu überlegen.

Ich glaube übrigens, dass auch wenn Magath hier scheitert, man dem ganzen zumindest eine positive Sache abgewinnen kann: bis jetzt mussten sich die Trainer und Manager seit seinem Abgang nicht nur an Magaths Erfolgen messen lassen, sondern - was viel schlimmer war und ist - sie wurden stets mit Magath verglichen. Wenn etwas nicht lief, dann wurde dies oft damit begründet, dass diejenige Person in diesem oder jenem Bereich nicht wie Magath handelt. Sei es das System mit Raute, sei es der harte Hunde sein und und und. Magaths Methoden wurden teilweise als der einzige Weg zum Erfolg angesehen und daher glaube ich, dass es durchaus gut sein kann für unsere Zukunft, wenn Magath sein Denkmal hier zumindest teilweise selbst einreißt. Die Meisterschaft wird ihm hier keiner jemals vergessen, aber es ist gut wenn der überlebensgroße Magier Magath, der er hier war und für einige wohl noch ist, aus den Köpfen verschwindet.

P.S.: Mein persönlicher Wunsch für die Zeit nach Magath: Allofs und Schmidt.
P.P.S.: Wenn ihr bis hierhin wirklich durchgehalten habt: Respekt! :-)
Felix Magath |#715
07.11.2011 - 23:08 Uhr
Zitat von pagadeux:
So, ich habe mir auch so meine Gedanken gemacht um ein Fazit aus den letzten Monaten zu ziehen. Es ist leider etwas lang geworden, daher freue mich umso mehr falls es jemand komplett lesen sollte). Eigentlich wollte ich damit bis Anfang Dezember warten, aber das Spiel am Samstag war aus meiner Sicht der nächste Offenbarungseid.

Es geht mir bei der Analyse nicht darum ob ich Magaths Art und seine Methoden gut finde oder nicht (ich gebe offen zu: ich tue es nicht), sondern ich möchte ihn alleine an seinen Taten seit seinem Wiederantritt messen. Daher möchte ich auch nichts von wegen pro-Magath und anti-Magath Jünger hören, es geht alleine um seine Leistung.

Aber zur Analyse:

Es ist erschreckend zu sehen, wie wir uns präsentieren. Ich habe seit Ewigkeiten keinen so unattraktiven Fußball mehr gesehen wie den unsrigen in dieser Saison. Spielerisch sowie taktisch geben wir ein unglaublich armseliges Bild ab, das toppt sogar noch die beiden letzten Spielzeiten. Ich fühle mich jedesmal irgendwo zwischen sehnsuchtsvoll und peinlich berührt, wenn ich mal andere Spiele mit guten Mannschaften sehe.

Alleine wenn ich mir Magaths Personalplanung angucke, kocht bei mir die Wut hoch: Im Gegensatz zu Veh und McClaren hatte Magath unglaubliche Vorteile. Erstens hatte er in der letzten Saison noch ganze acht Spieltage Zeit um den Kader kennen zu lernen und sich ein Bild von den Spielern zu machen, ganz abgesehen davon, dass er einige von ihnen noch aus seiner ersten Amtsperiode kannte. Jedenfalls hatte er genug Zeit sich vor der Transferperiode im Sommer zu überlegen, wo der Schuh drückt und damit welche Spieler benötigt werden. Zum zweiten hatte er zumindest gegenüber McClaren den Vorteil, dass er allein für die Verpflichtungen verantwortlich ist und somit komplett nach seinen eigenen Wünschen einkaufen konnte (Veh hat ja nie Interesse am Manager sein gezeigt). Ich erinnere mich noch wie McClaren in der Winterpause nach der Verpflichtung von Mbokani auf die Frage ob er auf den Flügeln einsetzbar wäre oder was er denn für eine Position bekleiden würde, antwortete: "he's a striker" und mehr oder weniger gleich hinterher "we need wingers". Stattdessen präsentierte Hoeneß ihm am allerletzten Tag vor Transferschluss noch ein buntes Potpourri aus allerlei viefältigen Spieler, irgendwo zwischen Talenten für die mittlere Zukunft (Orozco und Koo) und Notlösungen (Tuncay) um ihn dann nach zwei Trainingseinheiten und einem Spiel mit den neuen Spielern zu entlassen. McClaren hat nicht die Spielertypen bekommen, die er brauchte (kommt mir nicht mit 4-4-2, auch das System war mit dem Kader kaum möglich). Die Gerüchte und teilweise auch das öffentlich bestätigte Interesse an Spielern wie Reus, Elia und Farfan zeigen, dass Hoeneß hier durchaus versucht hat Spieler zu verpflichten, man jedoch feststellen muss, dass er es einfach nicht geschafft hat und seine Alternativlösungen miserabel waren. Und letztenendes wird ein Manager nicht danach bewertet wen er verpflichten möchte, sondern wen er an Land zieht.
Jedenfalls konnte Magath bei den Ein- und Verkäufen schalten und walten wie er wollte und eine Diskrepanz zwischen den Vorstellungen, wie es bei McClaren und Hoeneß der Fall war, fällt durch die Personalunion von Trainer und Manager als Grund für Verfehlungen einfach weg.

Jetzt gucken wir uns das Ergebnis der vergangenen Transferperiode an und behalten die beiden Vorteile, die Magath dabei genoss, im Hinterkopf.
Man war sich hier im Forum relativ einig, wo die Problemzonen der Mannschaft liegen, nämlich die mangelnde Kreativität im Mittelfeld und der Spielaufbau. Das hieß im Falle eines 4-2-3-1 (es war ja noch nicht sicher welches System gespielt würde) vor allem Flügelspieler, wie sie schon McClaren gefordert hatte und ein Ersatz für Diego, da Magath sich früh festlegte, dass die Differenzen unüberbrückbar waren und Diego in den Planungen für die Saison keine Rolle spielte. Ferner gab es Bedarf für einen offensiven Spieler in der Doppelsechs. Für ein 4-4-2 mit Raute fehlten ein Spielmacher auf der 10 und Spieler für die Halbpositionen, die eine gute Balance zwischen Defensive und Offensive bieten. Außerdem stellte sich ob Benaglios miserabler Form auch die Frage nach der Notwendigkeit eines neuen Towarts.
Geholt wurden als OM/Flügelspieler ein Hleb, der jetzt nach 12 Spieltagen so langsam anfängt in Form zu kommen und fürs OM ein Klich, der noch nicht eine Minute gespielt hat. Dass er für uns nicht aus dem Stegreif den Misimovic machen könnte war wohl auch allen klar (inklusive Magath). Auch bei einem Jönsson, den ich für einen guten Transfer halte, war klar dass er uns wohl kaum sofort in der Spitze verstärken würde. Damit wurden für das 4-2-3-1 im Kreativbereich eigentlich nur Spieler verpflichtet, die uns mittel- oder langfristig weiterhelfen (könnten). Für die Halbpositionen in der Raute käme eigentlich höchstens Ochs in Frage, mit Abstrichen noch Hitzl (dem es aber an Dynamik mangelt). Keine der Baustellen wurde damit auch nur annähernd geschlossen.
Für den schwächelnden Schäfer wurde ein Backup geholt, der es trotz der defensiv teils sehr wackligen Leistungen Schäfers anscheinend nicht einmal ansatzweise schafft Druck auf diesen auszuüben.
Unser Königstransfer mit einem Volumen von beeidruckenden 9 Mio. € war Träsch, ein wirklich ordentlicher Spieler (auch wenn seine Leistungen noch zu wünschen übrig lassen), den man durchaus verpflichten kann. Nur bekleidet er eine Position (defensiv denkender DM, bzw. Abräumer vor der Abwehr), die bei uns mit Josue und Polak eigentlich schon halbwegs ordentlich besetzt war. Als etwas offensivere Leute sind mit Hasebe und Cigerci noch zwei weitere DM im Kader, die durchaus etwas können. Es muss die Frage erlaubt sein, wieso Magath fast die Hälfte des Transfervolumens auf einer Position ausgibt auf der nur bedingt Bedarf besteht? Es gab mindestens drei Positionen auf denen Investitionen nötiger waren.
Ferner hat Magath in der Innenverteidigung eine Baustelle aufgemacht, wo keine war (O.K., für Friedrichs erneute Verletzung kann er nichts, aber die Art und Weise wie Friedrich bei der Genesung behandelt wurde, lässt auch Rückschlüsse darauf zu in wie weit Magath noch mit ihm plante). Kjaer mag, gemessen an seiner Ablöse, enttäuschende Leistungen geboten haben, aber im Vergleich zu den jetzigen Innenverteidigern würde er meiner Meinung nach trotzdem eine Steigerung darstellen. Abgesehen davon ist es schwachsinnig, wenn man fast ausschließlich mit langen Bällen in die Spitze operiert, den IV mit den besten langen Bällen (das war und ist mit Abstand Kjaer) zu verscherbeln. Ich finde es bezeichnend, dass momentan viele Leute auf eine baldige Genesung Madlungs hoffen (ich eingeschlossen). Ein Spieler, der mehrere Jahre selbst als Innenverteidiger Nummer drei ob seiner Qualität in Frage gestellt wurde, ist jetzt plötzlich Hoffnungsträger.
Wo ich Magath in Bezug auf die Transfers loben muss ist, dass er größtenteils Spieler mit einem ordentlichen Charakter gekauft hat. Salihamdzic, Jönsson, Träsch und Ochs wirken auf mich relativ ordentlich und von Hitzl halte ich menschlich sehr viel, außerdem glaube ich ist er einer der wenigen intelligenten Fußballer. Auch gegen die Verpflichtung von erfahrenen Spielern zur Stärkung des Teams habe ich per se nichts. Nur leider ist es nicht bei ein oder zwei Verpflichtungen dieser Art geblieben und mehr sind einfach aus Leistungsgründen nicht sinnvoll.

Abschließend muss man jedoch sagen, dass Magath das Team trotz Ausagaben von 21 Mio. € nicht verbessert hat. Bis auf Träsch, der nur eine geringe Verbesserung in der Spitze mitbringt, waren alle anderen Transfers Verpflichtungen in die Breite. Wenn wir eins in der letzten Saison festgestellt haben, dann dass wir ein Problem in der Spitze des Kaders haben, nicht in der Breite. Stattdessen ist unser Kader auf einigen Positionen (IV / OM) in der Spitze sogar schlechter geworden. Das heißt wir haben ein Transferminus von 11 Mio. € erwirtschaftet (soviel zur Konsolidierung) und trotzdem ist unser Kader nicht besser, sondern schlechter geworden.

Wenn jetzt Magath feststellt, dass einige Spieler nicht die Qualität besitzen, dann empfinde ich das als Hohn. Er hatte in der letzten Saison genug Zeit die Baustellen zu identifizieren und hinterher durch Transfers zu beseitigen. Daher sollte er sich eingestehen, dass seine eigene Aussage bezüglich der Qualität der Spieler nichts anderes heißt, als dass er als Manager versagt hat.

Und ich persönlich glaube die dezeitige Misere liegt nicht nur in der mangelnden Qualität des Kaders begründet, also in Fehlern des Managers Magaths sondern auch in Fehlern des Trainers Magath. Da ich nicht in Wolfsburg und Umgebung lebe muss ich mich was die Trainingsarbeit angeht auf die Zeitungsberichte und HuiBuhs (hervorragende!!!) Trainingsberichte verlassen. Aber was dort zu lesen ist, lässt mir teilweise die Nackenhaare zu Berge stehen.

Wie zeigen in unseren Spielen eine dermaßen große spielerische Armut, das man sich erschrickt. Das Mittelfeld wird in 90% der Fälle mit hohen Bällen überbrückt, von denen die wenigsten ankommen. Selbst wenn wir mal flach durchs Mittelfeld kommen kann man sich sicher sein, dass es uns entweder vom Gegner einfach überlassen wird (Konter) oder ein reines Zufallsprodukt war. Unsere Passquote ist misserabel, das einzige was stimmt ist der Einsatz und die läuferische Leistung (auch wenn diese meistens daraus besteht dem Gegenspieler hinterher zu laufen). Trotzdem wird im Training entweder Kondition gepaukt, Schweinchen in der Mitte gespielt oder Fußballtennis. Taktik und Spielzüge scheinen so gut wie keinerlwei Rolle im Training zu spielen. Und mehr trainiert als unter McClaren (damals großer Kritikpunkt) wir anscheinend auch nicht. Die Probleme im Spielerischen sind doch offensichtlich, trotzdem wird anscheinend im Training nicht daran gearbeitet.

Eine Vorbereitung auf das kommende Spiel findet anscheinend auch nur sehr bedingt statt. Das System wird munter gewechselt (Anfang der Saison Raute, dann Doppelsechs, zwischendurch wiede Raute, inzwischen 4-2-3-1), teilweise auch am Wochenende zum Spiel, nachdem vorher die Woche über ein anderes System geübt wurde. Bestes Beispiel jetzt, als anscheinend eine Woche lang ein 3-5-2 geübt wurde, nur um dann gegen Dortmund doch im 4-2-3-1 aufzulaufen. Außerdem gibt es keine Stammformation. Aus den Mannschaften in den Trainingsspielen ist selten erkennbar wer am Wochenende spielt und selbst auf dem Platz kann sich die Mannschaft nicht einspielen, weil in jedem Spiel wieder andere Spieler auf dem Platz stehen. Wie sollen da Automatismen entstehen?
Vesteht mich nicht falsch: ich finde es eine gute Idee, Taktik und Spieler punktuell dem Gegner anzupassen, aber das kann ich nur tun wenn ich ein eingespieltes System und eine eingespielte Mannschaft als Basis habe. Diese besitzen wir aber nicht. Normalerweise nutzt man dafür die Vorbereitung und vielleicht noch die ersten zwei oder drei Spiele, aber wir haben inzwischen den 12. Spieltag hinter uns. Trotzdem ist bis auf wenige Fixpunkte noch keine Stammelf ersichtlich - ein Armutszeugnis für einen Trainer.

Auch trifft Magath immer wieder mehr als fragliche Entscheidungen was das Personal angeht. Ein paar Beispiele:
Koo spielt gegen den HSV von Anfang an. Nach dem Spiel wird er von Magath ausdrücklich gelobt. Im nächsten Spiel darf er als Einwechselspieler nochmal kurz ran und danach ist er wieder außen vor.
Orozco spielt ein mehr als ordentliches Debüt, darf danach noch ein Spiel 90 Minuten auf der Bank sitzen und ist seitdem nicht mal mehr im Kader.
Cigerci wird ausdrücklich für seine Trainingsleistungen gelobt, darf dann ein Spiel für 90 Minuten auf die Bank und steht danach bis heute nicht mehr im Kader.
Wir haben keinen funktionierenden Spielaufbau und keine ordnende Hand im DM. Trotzdem besteht die Doppelsechs in fast jedem Spiel aus den reinen Abräumern Josue und Träsch.
Mit Ochs spielt ein technisch arg limitierter und torungefährlicher Spieler regelmäßig auf dem offensiven Flügel.
Das sind nur einige Beispiele, es gibt noch viele mehr.

Das schlimme ist, dass es nicht nur spielerisch nicht läuft, sondern auch die Ergebnisse nicht stimmen. Wir stehen nicht besser da, als in den letzten Jahren, obwohl Magath schon länger mit der Mannschaft arbeitet als seine Vorgänger zu diesem Zeitpunkt der Saison. Es ist auch nicht so, dass wir häufig knapp verlieren. Letzte Saison waren wir bis auf die Spiele gegen Dortmund eigentlich nie komplett chancenlos und haben meistens mit einem Tor Unterschied verloren. Diese Saison sind wir schon jetzt in mehreren Spielen komplett unter die Räder gekommen (Dortmund, Gladbach und Freiburg). Das drittschlechteste Torverhältnis der Liga spricht da eine deutliche Sprache.

Jedenfalls bin ich aufgrund der oben genannten Argumente der Ansicht, dass Magath sowohl als Manager als auch als Trainer versagt hat. Einige wenige positive Aspekte habe ich erwähnt, aber insgesamt fällt mein Fazit in beiden Bereichen vernichtend aus. Ob man jetzt sofort die Notbremse ziehen sollte weiß ich nicht, aber jetzt ist definitiv der Zeitpunkt gekommen an dem der Aufsichtsrat Pläne machen sollte, was die Alternativen zu Magath wären. Auch die Berichte des Kickers in Bezug auf Kritik der Spieler sollten klar machen, dass es eine ernste Situation ist. Wenn sich in den nächsten Wochen nichts ändert, sollte man spätestens im Dezember die Reißleine ziehen um nicht noch einmal eine Winterpause zu vergeuden, wie in den letzten beiden Jahren. Und wenn man diese Reißleine zieht, sollte man einen Plan parat haben und nicht dann erst anfangen zu überlegen.

Ich glaube übrigens, dass auch wenn Magath hier scheitert, man dem ganzen zumindest eine positive Sache abgewinnen kann: bis jetzt mussten sich die Trainer und Manager seit seinem Abgang nicht nur an Magaths Erfolgen messen lassen, sondern - was viel schlimmer war und ist - sie wurden stets mit Magath verglichen. Wenn etwas nicht lief, dann wurde dies oft damit begründet, dass diejenige Person in diesem oder jenem Bereich nicht wie Magath handelt. Sei es das System mit Raute, sei es der harte Hunde sein und und und. Magaths Methoden wurden teilweise als der einzige Weg zum Erfolg angesehen und daher glaube ich, dass es durchaus gut sein kann für unsere Zukunft, wenn Magath sein Denkmal hier zumindest teilweise selbst einreißt. Die Meisterschaft wird ihm hier keiner jemals vergessen, aber es ist gut wenn der überlebensgroße Magier Magath, der er hier war und für einige wohl noch ist, aus den Köpfen verschwindet.

P.S.: Mein persönlicher Wunsch für die Zeit nach Magath: Allofs und Schmidt.
P.P.S.: Wenn ihr bis hierhin wirklich durchgehalten habt: Respekt! :-)


Komplett gelesen und für hervorragend befunden. Ganz große Klasse! Ausdrucken und dann eine Unterschriftenaktion in WOB-City starten. :)
Felix Magath |#716
07.11.2011 - 23:22 Uhr
Ich hatte mich schon gefragt, wer es wagen würde so einen langen Text zu "zitieren" ;)

Auch von mir ein Kompliment. Ein wirklich sehr ausführlicher, gut geschriebener Gesamtüberblick.

Mal so nebenbei:
Das letzte Training war um 9 Uhr am Sonntag, das nächste Training ist am Dienstag um 16 Uhr.

Braucht da jemand womöglich mehr als zwei Tage frei, um in die Ferne zu entschwinden?

•     •     •

Wenn dir gar nichts Nettes einfällt, was du jemandem sagen könntest, dann sag am besten gar nichts!
Felix Magath |#717
07.11.2011 - 23:30 Uhr
Zitat von HuiBuh:
Ich hatte mich schon gefragt, wer es wagen würde so einen langen Text zu "zitieren" ;)


Mit purer Absicht! Dieser Beitrag von pagadeux kann gar nicht genug Aufmerksamkeit erfahren. Ich hoffe, dass jeder ihn liest, wobei ich eher Gegenteiliges befürchte. Ich habe schon seit längerer Zeit das Gefühl, dass viele hier Drei- bis maximal Fünfzeiler bevorzugen, da längere Texte des Öfteren unkommentiert bleiben.
Felix Magath |#718
07.11.2011 - 23:39 Uhr
Da stimme ich tatsächlich jedem Wort zu. Positive und Negative Punkte gegenüber gestellt und so zu einem Ergebnis gekommen. Sehr gut geschildert ! Bin gerade leider mit dem Handy on, Wertung gibts dann morgen. ;)
Felix Magath |#719
07.11.2011 - 23:39 Uhr
Zitat von Hammerhai84:
Zitat von HuiBuh:
Ich hatte mich schon gefragt, wer es wagen würde so einen langen Text zu "zitieren" ;)


Mit purer Absicht! Dieser Beitrag von pagadeux kann gar nicht genug Aufmerksamkeit erfahren. Ich hoffe, dass jeder ihn liest, wobei ich eher Gegenteiliges befürchte. Ich habe schon seit längerer Zeit das Gefühl, dass viele hier Drei- bis maximal Fünfzeiler bevorzugen, da längere Texte des Öfteren unkommentiert bleiben.

tl;dr

achja: Was interessantes aus dem Spiegel von letzter Woche über Felix als Aktiver Sportler. Interviewt wurde Heinz Liesen, Sportarzt und unter anderem auch ehemalige Arzt der dt. Nationalmannschaft.
Zitat von Spiegel (print):

SPIEGEL:
Bei Ihrer ersten Weltmeisterschaft 1986 in Mexiko, fiel auf, dass Sie großen Mengen an Spritzen und Tabletten verabreichten. Alles für die Gesundheit?

Liesen:
Es ging darum, die Spieler optimal bei Hitze und Höhenlage zu versorgen. Anfangs wurde mittags trainiert, wenn es heiß war - völliger Unsinn. Einmal lag danach Felix Magath mit Schüttelfrost, Durchfall und Übelkeit im Bett. Er hatte ein leichtes Hirnödem. Ich spritze ihm einen Proteinaseninhibitor, ein paar Stunden war die Sache weg. [...]


Rührt daher sein Spaß an Trainingseinheiten über die Belastungsgrenze hinaus?

•     •     •

"Eier, wir brauchen Eier!" (Oliver Kahn, deutscher Philosoph)

Dieser Beitrag wurde zuletzt von Sinkinho am 07.11.2011 um 23:48 Uhr bearbeitet
Felix Magath |#720
07.11.2011 - 23:42 Uhr
Man markt ganz deutlich, dass Eichkorn diesmal nicht mehr im Magath Trainerteam ist. Der scheint offenbar hauptsächlich den Bereich Taktik gemacht zu haben. Für Hollerbach ist auch nur die Fitness und Disziplin wichtig, er bezeichnet sich ja manchmal gern als Bruder im Geist von Felix Magath.

Jetz werden im Winter wahrscheinlich wieder (Minimum) zumindest 6 neue Leute kommen, die dann wieder ins Team integriert werden müssen. Mir wäre eine gezielte Einkaufspolitik (Zehner, und ein Verteidiger) da wesentlich lieber gewesen. Als zusätzlichen Stürmer würd ich endlich Scheidhauer fix dazunehmen. Sein Talent scheint offenbar noch nicht bis zu Magath durchgedrungen zu sein.


Jedenfalls müssen in der Zeit nach Magath Konsequenzen aus den Erfahrungen jetz gezogen werden. Es sollte nie wieder so sein, dass eine einzelne Person im Verein (egal ob Trainer oder Manager) dermaßen viel Macht bekommt. Magath hier etwas mehr auf die Finger zu schauen wäre dringend nötig.
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