Felix Magath und sein Trainerteam
30.05.2007 - 20:01 Uhr
01.06.2007 - 09:33 Uhr
Was Magath mit dem VfL erreichen soll
02xmagath
(rs) Felix Magath – in Personalunion besetzt er beim VfL die wichtigsten Positionen im sportlichen Bereich. Als Trainer, Sportdirektor und Geschäftsführer hat er so viel Macht wie niemand zuvor beim Wolfsburger Fußball-Bundesligisten. Was erwartet VW jetzt von seiner fußballspielenden Tochterfirma? Noch nicht allzu viel – jedenfalls nicht am Anfang…
Stephan Grühsem, Mitglied des Aufsichtsrats-Präsidiums und VW-Kommunikations-Chef, formuliert das wichtigste Ziel: „Wir wollen zu keinem Zeitpunkt der Saison etwas mit dem Abstieg zu tun haben!”
Alle weiteren Ziele sollen der Entwicklung der Mannschaft dienen. Grühsem zählt auf: „Erstens: Wir wollen eine Mannschaft aufstellen, die attraktiven Fußball spielt. So wollen wir die Fans wieder für den VfL begeistern und auch die Zuschauerzahlen in der Arena steigern.”
„Zweitens: Nicht umsonst ist Felix Magath bei uns auch für den Nachwuchsbereich verantwortlich. Talente aus dem eigenen Verein sollen stark im Profibereich miteingebunden werden.”
„Drittens: Bei allen Planungen und den Spielen unserer Mannschaft soll eine klare Philosophie erkennbar sein. Die liegt in der Hand von Felix Magath.”
„Viertens: Es soll ein Gebilde entstehen, das Zukunft hat. In der nächsten Saison soll der nächste Schritt folgen, ob sich der Erfolg kurzfristig einstellt oder nicht.”
Bescheiden? „Wir bauen jetzt keine Luftschlösser”, sagt Grühsem. „In der zweiten Stufe darf man natürlich von der Teilnahme am UEFA-Cup sprechen, aber das ist ein mittelfristiges Ziel. Wir machen jetzt kein Ballyhoo und reden von der Champions League.”
02xmagath
(rs) Felix Magath – in Personalunion besetzt er beim VfL die wichtigsten Positionen im sportlichen Bereich. Als Trainer, Sportdirektor und Geschäftsführer hat er so viel Macht wie niemand zuvor beim Wolfsburger Fußball-Bundesligisten. Was erwartet VW jetzt von seiner fußballspielenden Tochterfirma? Noch nicht allzu viel – jedenfalls nicht am Anfang…
Stephan Grühsem, Mitglied des Aufsichtsrats-Präsidiums und VW-Kommunikations-Chef, formuliert das wichtigste Ziel: „Wir wollen zu keinem Zeitpunkt der Saison etwas mit dem Abstieg zu tun haben!”
Alle weiteren Ziele sollen der Entwicklung der Mannschaft dienen. Grühsem zählt auf: „Erstens: Wir wollen eine Mannschaft aufstellen, die attraktiven Fußball spielt. So wollen wir die Fans wieder für den VfL begeistern und auch die Zuschauerzahlen in der Arena steigern.”
„Zweitens: Nicht umsonst ist Felix Magath bei uns auch für den Nachwuchsbereich verantwortlich. Talente aus dem eigenen Verein sollen stark im Profibereich miteingebunden werden.”
„Drittens: Bei allen Planungen und den Spielen unserer Mannschaft soll eine klare Philosophie erkennbar sein. Die liegt in der Hand von Felix Magath.”
„Viertens: Es soll ein Gebilde entstehen, das Zukunft hat. In der nächsten Saison soll der nächste Schritt folgen, ob sich der Erfolg kurzfristig einstellt oder nicht.”
Bescheiden? „Wir bauen jetzt keine Luftschlösser”, sagt Grühsem. „In der zweiten Stufe darf man natürlich von der Teilnahme am UEFA-Cup sprechen, aber das ist ein mittelfristiges Ziel. Wir machen jetzt kein Ballyhoo und reden von der Champions League.”
01.06.2007 - 09:34 Uhr
Unter Palmen denkt Magath an Hossi und Roy
(eh) Felix Magath, der neue starke Mann im sportlichen Bereich des VfL Wolfsburg: Der Trainer und Manager des Fußball-Bundesligisten ist noch gar nicht da – und doch schon mitten drin in seiner Arbeit. Im Urlaub in Puerto Rico durchleuchtet Magath gerade den Kader – und denkt unter Palmen an Torwart-Trainer Jörg Hoßbach und Team-Manager Roy Präger…
Auf die Frage, wer zu seinem Trainerstab gehört und wie groß dieser sein werde, meinte Magath: „So lange ich nicht mit Hoßbach und Präger gesprochen habe, wird’s da keine Entscheidung geben.“ Das gelte auch für mögliche Neueinkäufe. Die hatte Geschäftsführer Klaus Fuchs zurückgestellt – bis der neue Trainer feststeht. Seit Mittwochabend steht er fest. Und Fuchs faxte die Unterlagen der möglichen Neuen mal eben in die Karibik. Magath: „Ich mache mir jetzt erst einmal ein Bild vom VfL, und werde jetzt nicht auf Teufel komm’ raus neue Spieler kaufen gehen.“
Vorher wolle er wissen, was da ist an Spielermaterial. „Ich bin mir noch gar nicht sicher, auf welchen Positionen wir Spieler brauchen. Was da ist das zählt erst einmal“, sagte der Ex-Bayern-Coach, und fügte hinzu: „Ich werde jetzt nicht anfangen, die VW-Millionen rauszuschmeißen, sondern werde mit dem Geld, das uns zur Verfügung steht, sorgsam umgehen.“
Bis zum 10. Juni lässt der neue VfL-Macher in der Karibik noch die Seele baumeln, am 15. Juni legt er dann offiziell in Wolfsburg los. Beim VfL bekommt Magath – passend zu seinen vielen Ämtern (Geschäftsführer, Sportdirektor, Trainer) – gleich zwei Büros. Eines im Spielertrakt unten in der Arena und eines in der zweiten Etage – neben den Büros seiner Geschäftsführer-Kollegen Fuchs und Wolfgang Hotze, der beim VfL für die Finanzen zuständig ist.
(eh) Felix Magath, der neue starke Mann im sportlichen Bereich des VfL Wolfsburg: Der Trainer und Manager des Fußball-Bundesligisten ist noch gar nicht da – und doch schon mitten drin in seiner Arbeit. Im Urlaub in Puerto Rico durchleuchtet Magath gerade den Kader – und denkt unter Palmen an Torwart-Trainer Jörg Hoßbach und Team-Manager Roy Präger…
Auf die Frage, wer zu seinem Trainerstab gehört und wie groß dieser sein werde, meinte Magath: „So lange ich nicht mit Hoßbach und Präger gesprochen habe, wird’s da keine Entscheidung geben.“ Das gelte auch für mögliche Neueinkäufe. Die hatte Geschäftsführer Klaus Fuchs zurückgestellt – bis der neue Trainer feststeht. Seit Mittwochabend steht er fest. Und Fuchs faxte die Unterlagen der möglichen Neuen mal eben in die Karibik. Magath: „Ich mache mir jetzt erst einmal ein Bild vom VfL, und werde jetzt nicht auf Teufel komm’ raus neue Spieler kaufen gehen.“
Vorher wolle er wissen, was da ist an Spielermaterial. „Ich bin mir noch gar nicht sicher, auf welchen Positionen wir Spieler brauchen. Was da ist das zählt erst einmal“, sagte der Ex-Bayern-Coach, und fügte hinzu: „Ich werde jetzt nicht anfangen, die VW-Millionen rauszuschmeißen, sondern werde mit dem Geld, das uns zur Verfügung steht, sorgsam umgehen.“
Bis zum 10. Juni lässt der neue VfL-Macher in der Karibik noch die Seele baumeln, am 15. Juni legt er dann offiziell in Wolfsburg los. Beim VfL bekommt Magath – passend zu seinen vielen Ämtern (Geschäftsführer, Sportdirektor, Trainer) – gleich zwei Büros. Eines im Spielertrakt unten in der Arena und eines in der zweiten Etage – neben den Büros seiner Geschäftsführer-Kollegen Fuchs und Wolfgang Hotze, der beim VfL für die Finanzen zuständig ist.
01.06.2007 - 09:35 Uhr
Achtung, Felix: Der VfL hat nur drei Medizinbälle im Schrank!
(rs/eh) Sein Ruf eilt Felix Magath voraus: Überall dort, wo eine harte Hand gebraucht wird, ist der Trainer richtig. Folgt man den Eindrücken der vergangenen Jahre beim VfL, ist eine straffe Führung im „Quälix“-Stil auch hier angebracht. Doch der Wolfsburger Fußball-Bundesligist ist dafür gar nicht richtig ausgerüstet…
Magath kommt – hat der VfL denn überhaupt genügend Medizinbälle im Schrank? Die WAZ fragte bei VfL-Zeugwart Heribert Rüttger nach. Der räumte gerade die Ausrüstung der Abgänge aus der Kabine und schaute gleich mal nach. „Zwei, drei Medizinbälle sind da, aber 20 haben wir nicht“, sagte der Betreuer mit einem Schmunzeln. Da muss wohl nochmal nachbestellt werden…
Doch nicht nur für sein Training mit Medizinbällen ist der Coach bekannt. Gern soll er seine Profis auch Treppenstufen hoch und runter jagen. Die WAZ empfiehlt: Was die VfLer bei Magath lernen, können sie beim Wolfsburger Treppenlauf in einem Hochhaus auf dem Rabenberg zeigen. Eine Laufstrecke nach dem Geschmack Magaths, der selbst passionierter Marathon-Teilnehmer ist, hat seine neue Heimat aber nicht zu bieten. Normalerweise joggen die VfL-Profis durchs Hasselbachtal oder rund um den Allersee. Zur Abwechslung könnte es ja mal auf den Klieversberg gehen.
So oder so, körperlich hat Magath bislang noch jeden seiner Klubs in die Spur gebracht. Oder wie es Jan-Aage Fjörtoft, unter Magath Stürmer bei Eintracht Frankfurt, ausdrückte: „Ich weiß nicht, ob Magath die Titanic gerettet hätte, aber wenigstens wären alle Überlebenden sehr fit gewesen…“
(rs/eh) Sein Ruf eilt Felix Magath voraus: Überall dort, wo eine harte Hand gebraucht wird, ist der Trainer richtig. Folgt man den Eindrücken der vergangenen Jahre beim VfL, ist eine straffe Führung im „Quälix“-Stil auch hier angebracht. Doch der Wolfsburger Fußball-Bundesligist ist dafür gar nicht richtig ausgerüstet…
Magath kommt – hat der VfL denn überhaupt genügend Medizinbälle im Schrank? Die WAZ fragte bei VfL-Zeugwart Heribert Rüttger nach. Der räumte gerade die Ausrüstung der Abgänge aus der Kabine und schaute gleich mal nach. „Zwei, drei Medizinbälle sind da, aber 20 haben wir nicht“, sagte der Betreuer mit einem Schmunzeln. Da muss wohl nochmal nachbestellt werden…
Doch nicht nur für sein Training mit Medizinbällen ist der Coach bekannt. Gern soll er seine Profis auch Treppenstufen hoch und runter jagen. Die WAZ empfiehlt: Was die VfLer bei Magath lernen, können sie beim Wolfsburger Treppenlauf in einem Hochhaus auf dem Rabenberg zeigen. Eine Laufstrecke nach dem Geschmack Magaths, der selbst passionierter Marathon-Teilnehmer ist, hat seine neue Heimat aber nicht zu bieten. Normalerweise joggen die VfL-Profis durchs Hasselbachtal oder rund um den Allersee. Zur Abwechslung könnte es ja mal auf den Klieversberg gehen.
So oder so, körperlich hat Magath bislang noch jeden seiner Klubs in die Spur gebracht. Oder wie es Jan-Aage Fjörtoft, unter Magath Stürmer bei Eintracht Frankfurt, ausdrückte: „Ich weiß nicht, ob Magath die Titanic gerettet hätte, aber wenigstens wären alle Überlebenden sehr fit gewesen…“
01.06.2007 - 09:54 Uhr
EINE WICHTIGE INFO DIE MAN NICHT ZU GROSS SCHREIBEN KANN:
Kontrakt ohne Klausel
Magath-Vertrag
(rs) Alle Macht für Felix Magath: Beim VfL wird er Trainer, Sportdirektor, Chef der Nachwuchsabteilung. Viele Vorstellungen hat der neue Super-Macher beim Wolfsburger Fußball-Bundesligisten durchsetzen können – eine Ausstiegsklausel hat er nicht in seinem Vertrag.
Magath wollte ins Ausland, kam zum VfL. Ist er weg, wenn ein großer Klub anklopft? „Eine solche Klausel steht nicht in seinem Vertrag“, sagte Stephan Grühsem, Mitglied des Aufsichtsrats-Präsidium. Er versichert: „Felix Magath steht zu 100 Prozent hinter dem VfL, er brennt auf seine Aufgabe.“
Damit die Spaß macht, soll viel Geld für Magath bereit stehen. Hohe Investitionen in den Kader schon in diesem Sommer werden ebenso nicht dementiert, wie Magaths hohes Gehalt (über 2 Millionen Euro). Die Gegenleistung? Grühsem lässt durchblicken: „Wenn Magath sagt, er spiele nicht gerne nur gegen den Abstieg, zeigt das, dass er der Richtige für unseren Anspruch ist.“
Kontrakt ohne Klausel
Magath-Vertrag
(rs) Alle Macht für Felix Magath: Beim VfL wird er Trainer, Sportdirektor, Chef der Nachwuchsabteilung. Viele Vorstellungen hat der neue Super-Macher beim Wolfsburger Fußball-Bundesligisten durchsetzen können – eine Ausstiegsklausel hat er nicht in seinem Vertrag.
Magath wollte ins Ausland, kam zum VfL. Ist er weg, wenn ein großer Klub anklopft? „Eine solche Klausel steht nicht in seinem Vertrag“, sagte Stephan Grühsem, Mitglied des Aufsichtsrats-Präsidium. Er versichert: „Felix Magath steht zu 100 Prozent hinter dem VfL, er brennt auf seine Aufgabe.“
Damit die Spaß macht, soll viel Geld für Magath bereit stehen. Hohe Investitionen in den Kader schon in diesem Sommer werden ebenso nicht dementiert, wie Magaths hohes Gehalt (über 2 Millionen Euro). Die Gegenleistung? Grühsem lässt durchblicken: „Wenn Magath sagt, er spiele nicht gerne nur gegen den Abstieg, zeigt das, dass er der Richtige für unseren Anspruch ist.“
01.06.2007 - 09:57 Uhr
VfL-Macher Felix Magath
(eh/apa) Felix Magath – der neue Super-Macher des VfL sieht oft verbissen aus. Damit hat er einen trockenen Humor. Und er hat den Mut zu modischen Brillen. Hier der WAZ-Überblick über die schönsten Sprüche – und die schönsten Sehhilfen…
„Wenn mein Vater da gewesen wäre, hätte sich mein Leben vollkommen anders entwickelt. Viel zielgerichteter. Dann wäre meine Mutter zu Hause gewesen. Ich hätte vernünftig für die Schule gearbeitet, einen normalen Beruf erlernt und wäre nicht in den Fußball abgedriftet.“
„In diesem Drecksspiel hätte ich zehn Akteure auswechseln können.“
Magath auf die Frage, ob Geburten ab dem fünften Kind schon zur Routine werden: „Es wird nicht ganz zur Routine, weil ich ja mittlerweile auch die Mütter gewechselt habe.“
„Es war von vornherein klar, dass Leverkusen die stärkere Mannschaft ist. Wir haben derzeit niemanden, der gegen Neuville hätte spielen können – außer mir vielleicht.“
Magath auf die Frage, was er an Christoph Daums Stelle mit seinen Haaren gemacht hätte: „Ich hätte mir die Haare gewaschen.“
Nach einer 1:2-Niederlage der Frankfurter Eintracht beim Oberligisten KSV Klein-Karben: „Ich hatte schon vorher das Gefühl, dass die Mannschaft noch nicht reif für die Bundesliga ist. Aber dass einige Spieler so weich in der Birne sind, hätte ich nicht gedacht.“
„Das Schlechteste am heutigen Spiel ist, dass ich nichts zu meckern habe.“
„Der Vorteil von Trainern wie Branko Zebec und Ernst Happel war ihre kuriose Sprache. Die Spieler mussten sich stark konzentrieren, um zu verstehen, was sie meinten. Deshalb kam ihre Botschaft so gut rüber.“
Magath nach einem großen Sieg auf die Frage, ob er seiner Mannschaft jetzt frei gibt: „Ja, bis morgen früh um acht.“
„Schach ist für mich neben Fußball der schönste Sport, weil es aufgrund der Figuren auch ein Mannschaftssport ist.“
„Ich habe viel mit Mario Basler gemeinsam. Wir sind beide Fußballer, wir trinken beide gerne mal einen, ich allerdings erst nach der Arbeit.“
Magath über eine Spielanalyse von Ewald Lienen: „Ich werde einen Teufel tun und Ewald widersprechen. Der Ewald hat sich ja alles ganz genau notiert.“
„Das Positive war, dass wir hinten zu Null gespielt haben. Das Negative war, dass wir auch vorne zu Null gespielt haben.“
Magath nach einem Skiurlaub in Österreich: „Die Österreicher wollten mich gleich dort behalten, als Ersatz für Hermann Maier.“
(eh/apa) Felix Magath – der neue Super-Macher des VfL sieht oft verbissen aus. Damit hat er einen trockenen Humor. Und er hat den Mut zu modischen Brillen. Hier der WAZ-Überblick über die schönsten Sprüche – und die schönsten Sehhilfen…
„Wenn mein Vater da gewesen wäre, hätte sich mein Leben vollkommen anders entwickelt. Viel zielgerichteter. Dann wäre meine Mutter zu Hause gewesen. Ich hätte vernünftig für die Schule gearbeitet, einen normalen Beruf erlernt und wäre nicht in den Fußball abgedriftet.“
„In diesem Drecksspiel hätte ich zehn Akteure auswechseln können.“
Magath auf die Frage, ob Geburten ab dem fünften Kind schon zur Routine werden: „Es wird nicht ganz zur Routine, weil ich ja mittlerweile auch die Mütter gewechselt habe.“
„Es war von vornherein klar, dass Leverkusen die stärkere Mannschaft ist. Wir haben derzeit niemanden, der gegen Neuville hätte spielen können – außer mir vielleicht.“
Magath auf die Frage, was er an Christoph Daums Stelle mit seinen Haaren gemacht hätte: „Ich hätte mir die Haare gewaschen.“
Nach einer 1:2-Niederlage der Frankfurter Eintracht beim Oberligisten KSV Klein-Karben: „Ich hatte schon vorher das Gefühl, dass die Mannschaft noch nicht reif für die Bundesliga ist. Aber dass einige Spieler so weich in der Birne sind, hätte ich nicht gedacht.“
„Das Schlechteste am heutigen Spiel ist, dass ich nichts zu meckern habe.“
„Der Vorteil von Trainern wie Branko Zebec und Ernst Happel war ihre kuriose Sprache. Die Spieler mussten sich stark konzentrieren, um zu verstehen, was sie meinten. Deshalb kam ihre Botschaft so gut rüber.“
Magath nach einem großen Sieg auf die Frage, ob er seiner Mannschaft jetzt frei gibt: „Ja, bis morgen früh um acht.“
„Schach ist für mich neben Fußball der schönste Sport, weil es aufgrund der Figuren auch ein Mannschaftssport ist.“
„Ich habe viel mit Mario Basler gemeinsam. Wir sind beide Fußballer, wir trinken beide gerne mal einen, ich allerdings erst nach der Arbeit.“
Magath über eine Spielanalyse von Ewald Lienen: „Ich werde einen Teufel tun und Ewald widersprechen. Der Ewald hat sich ja alles ganz genau notiert.“
„Das Positive war, dass wir hinten zu Null gespielt haben. Das Negative war, dass wir auch vorne zu Null gespielt haben.“
Magath nach einem Skiurlaub in Österreich: „Die Österreicher wollten mich gleich dort behalten, als Ersatz für Hermann Maier.“
01.06.2007 - 10:03 Uhr
Radikalster Radikalumbruch
Der VfL Wolfburg versucht mit reichlich Geld vom Konzern eine Mannschaft zu bauen, die international konkurrenzfähig ist. Als One-Man-Show steht darüber Felix Magath.
Eines Tages machte ein Redakteur der britischen Zeitung Guardian eine Entdeckung. Er fand heraus, dass es in Deutschland eine Stadt namens Wolfsburg gibt, was in seinen Ohren witzig klang, weil jeder in England weiß, dass alle Deutschen Fritz oder Wolfgang (sprich: Wulfgäng) heißen. Wolfsburg musste also die Stadt der Wolfgangs sein. Dann fand der Redakteur heraus, dass der Trainer des örtlichen Erstligaklubs Wolfgang (natürlich) Wolf hieß, und von dieser wunderbaren Kombination war er so angetan, dass er seinen Lesern in einem kleinen Bericht von dieser famosen Entdeckung berichtete. Wolfgang Wolf in Wolfsburg, das klingt nach einer Welt, die Ordnung ist.
Seit Wolf 2003 gehen musste, ist im Klub und im diesen bestimmenden Konzern VW einiges durcheinander geraten. Der VfL versuchte mit reichlich Geld des Konzerns eine Mannschaft zu bauen, die international konkurrenzfähig ist; der frühere VW-Arbeitsdirektor Peter Hartz hatte vor fünf Jahren die Teilnahme an der Champions League spätestens 2007 als Ziel ausgegeben. Stattdessen steckte der Klub zuletzt im Abstiegskampf und vollzieht nun das, was die Mitteldeutsche Zeitung einen ,,in der Geschichte der Fußball-Bundesliga einzigartigen Radikal-Umbruch‘‘ nennt. Sprich: Der VfL versucht mit reichlich Geld vom Konzern eine Mannschaft zu bauen, die international konkurrenzfähig ist.
Ob dieser Umbruch tatsächlich so einzigartig ist, muss allerdings bezweifelt werden, denn bekanntlich vollzieht der FC Bayern gerade den radikalsten Radikalumbruch der Geschichte. Zudem laufen die Bayern in punkto Geldausgeben derzeit allen deutschen Klubs den Rang ab. Interessant erscheint dabei, dass sie nicht nur, wie sonst üblich, den Bundesliga-Konkurrenten die besten Spieler wegkaufen, sondern auch bei international angesehenen Profis wie Luca Toni und wohl auch Franck Ribéry erfolgreich sind.
Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge glaubt, dass das Vorgehen der Bayern bei den deutschen Spitzenvereinen zu einem Umdenken führen werde: Dass sie also künftig mehr Geld für große Namen ausgeben und die Liga attraktiver machen. Ob es wirklich so kommt, ist eher fraglich, aber immerhin der VfL Wolfsburg - nach seinem (und nur seinem) Ermessen durchaus ein Spitzenklub - will dem Beispiel der Bayern unter dem neuen Chef Felix Magath jetzt folgen. Das Geld liegt bereit.
Quelle: Süddeutsche Zeitung
Der VfL Wolfburg versucht mit reichlich Geld vom Konzern eine Mannschaft zu bauen, die international konkurrenzfähig ist. Als One-Man-Show steht darüber Felix Magath.
Eines Tages machte ein Redakteur der britischen Zeitung Guardian eine Entdeckung. Er fand heraus, dass es in Deutschland eine Stadt namens Wolfsburg gibt, was in seinen Ohren witzig klang, weil jeder in England weiß, dass alle Deutschen Fritz oder Wolfgang (sprich: Wulfgäng) heißen. Wolfsburg musste also die Stadt der Wolfgangs sein. Dann fand der Redakteur heraus, dass der Trainer des örtlichen Erstligaklubs Wolfgang (natürlich) Wolf hieß, und von dieser wunderbaren Kombination war er so angetan, dass er seinen Lesern in einem kleinen Bericht von dieser famosen Entdeckung berichtete. Wolfgang Wolf in Wolfsburg, das klingt nach einer Welt, die Ordnung ist.
Seit Wolf 2003 gehen musste, ist im Klub und im diesen bestimmenden Konzern VW einiges durcheinander geraten. Der VfL versuchte mit reichlich Geld des Konzerns eine Mannschaft zu bauen, die international konkurrenzfähig ist; der frühere VW-Arbeitsdirektor Peter Hartz hatte vor fünf Jahren die Teilnahme an der Champions League spätestens 2007 als Ziel ausgegeben. Stattdessen steckte der Klub zuletzt im Abstiegskampf und vollzieht nun das, was die Mitteldeutsche Zeitung einen ,,in der Geschichte der Fußball-Bundesliga einzigartigen Radikal-Umbruch‘‘ nennt. Sprich: Der VfL versucht mit reichlich Geld vom Konzern eine Mannschaft zu bauen, die international konkurrenzfähig ist.
Ob dieser Umbruch tatsächlich so einzigartig ist, muss allerdings bezweifelt werden, denn bekanntlich vollzieht der FC Bayern gerade den radikalsten Radikalumbruch der Geschichte. Zudem laufen die Bayern in punkto Geldausgeben derzeit allen deutschen Klubs den Rang ab. Interessant erscheint dabei, dass sie nicht nur, wie sonst üblich, den Bundesliga-Konkurrenten die besten Spieler wegkaufen, sondern auch bei international angesehenen Profis wie Luca Toni und wohl auch Franck Ribéry erfolgreich sind.
Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge glaubt, dass das Vorgehen der Bayern bei den deutschen Spitzenvereinen zu einem Umdenken führen werde: Dass sie also künftig mehr Geld für große Namen ausgeben und die Liga attraktiver machen. Ob es wirklich so kommt, ist eher fraglich, aber immerhin der VfL Wolfsburg - nach seinem (und nur seinem) Ermessen durchaus ein Spitzenklub - will dem Beispiel der Bayern unter dem neuen Chef Felix Magath jetzt folgen. Das Geld liegt bereit.
Quelle: Süddeutsche Zeitung
01.06.2007 - 10:04 Uhr
Sinnvolle Lösung
Den VfL Wolfsburg hat Felix Magath unter Vertrag genommen und ihn zum mächtigsten Trainer der Bundesliga gemacht: Magath ist nun Trainer, Manager, Geschäftsführer und Jugendkoordinator – und diese Kompetenzbündelung ist ein durchaus sinnvolles Konstrukt.
Seit etlichen Jahren versuchen die Wolfsburger mit dem beträchtlichen Geld von VW eine Mannschaft zu bauen, die in der Bundesliga eine wichtige Rolle spielen kann, und scheitern damit in unschöner Regelmäßigkeit, weil es an kompetentem Personal mangelt. Den Trainern wie Jürgen Röber, Erik Gerets, Holger Fach oder Klaus Augenthaler fehlte eine Vision vom modernen Fußball. Den Managern erging es nicht besser: Peter Pander wurde diese Saison auch in Mönchengladbach gefeuert, Thomas Strunz hat nach seiner Entlassung bis heute keine neue Anstellung gefunden und Klaus Fuchs kann Zahlen deutlich besser deuten als Flachpässe. Diese Männer verpflichteten eine Heerschar durchschnittlicher Spieler, die ihr Gehalt nur selten rechtfertigen.
Nun also übernimmt Magath den ganzen Laden und soll als erster seit Jahren konzeptionell arbeiten. Er hat einen langfristigen Vertrag und man kann aufgrund der Machtfülle eine schnelle Entlassung ausschließen. Wolfsburg könnte vorleben, was viele fordern: Es gibt einen starker Trainer nach englischem Vorbild, der mal Krisen durchschreiten darf.
Dass er dieses Modell beherrscht, hat Magath in Stuttgart bewiesen. Ohne Manager an seiner Seite stellte er ein junges Team zusammen, das den Klub in die Champions League brachte und den Verein später durch hohe Ablösesummen sanierte. In München hingegen scheiterte Magath letztlich auch, weil er mit den Einmischungen von Hoeneß, Rummennige und Beckenbauer nicht klarkam.
Eine Frage bleibt dennoch: Hat Magath, der bereits seine siebte Trainerstelle antritt und zuletzt von einer Anstellung bei einem ausländischen Champions-League-Klub träumte, genug Herzblut für den VfL? Für einen Klub, für den ohnehin wenige Fans und auch nur einige Profis Zuneigung empfinden. Als Chef benötigt Magath diese Passion.
Quelle: Die Welt
Den VfL Wolfsburg hat Felix Magath unter Vertrag genommen und ihn zum mächtigsten Trainer der Bundesliga gemacht: Magath ist nun Trainer, Manager, Geschäftsführer und Jugendkoordinator – und diese Kompetenzbündelung ist ein durchaus sinnvolles Konstrukt.
Seit etlichen Jahren versuchen die Wolfsburger mit dem beträchtlichen Geld von VW eine Mannschaft zu bauen, die in der Bundesliga eine wichtige Rolle spielen kann, und scheitern damit in unschöner Regelmäßigkeit, weil es an kompetentem Personal mangelt. Den Trainern wie Jürgen Röber, Erik Gerets, Holger Fach oder Klaus Augenthaler fehlte eine Vision vom modernen Fußball. Den Managern erging es nicht besser: Peter Pander wurde diese Saison auch in Mönchengladbach gefeuert, Thomas Strunz hat nach seiner Entlassung bis heute keine neue Anstellung gefunden und Klaus Fuchs kann Zahlen deutlich besser deuten als Flachpässe. Diese Männer verpflichteten eine Heerschar durchschnittlicher Spieler, die ihr Gehalt nur selten rechtfertigen.
Nun also übernimmt Magath den ganzen Laden und soll als erster seit Jahren konzeptionell arbeiten. Er hat einen langfristigen Vertrag und man kann aufgrund der Machtfülle eine schnelle Entlassung ausschließen. Wolfsburg könnte vorleben, was viele fordern: Es gibt einen starker Trainer nach englischem Vorbild, der mal Krisen durchschreiten darf.
Dass er dieses Modell beherrscht, hat Magath in Stuttgart bewiesen. Ohne Manager an seiner Seite stellte er ein junges Team zusammen, das den Klub in die Champions League brachte und den Verein später durch hohe Ablösesummen sanierte. In München hingegen scheiterte Magath letztlich auch, weil er mit den Einmischungen von Hoeneß, Rummennige und Beckenbauer nicht klarkam.
Eine Frage bleibt dennoch: Hat Magath, der bereits seine siebte Trainerstelle antritt und zuletzt von einer Anstellung bei einem ausländischen Champions-League-Klub träumte, genug Herzblut für den VfL? Für einen Klub, für den ohnehin wenige Fans und auch nur einige Profis Zuneigung empfinden. Als Chef benötigt Magath diese Passion.
Quelle: Die Welt
01.06.2007 - 10:04 Uhr
Nicht England - aber das englische Modell
Felix Magath bleibt in der Bundesliga, der VfL Wolfsburg ist sein neuer Arbeitgeber. Er wird dort mit mehr Kompetenzen ausgestattet als seine 17 Kollegen in der Bundesliga
München - Es ist nach der Saison und somit Urlaubszeit für Fußball-Trainer, auch für solche, die die letzten Monate freigestellt waren. Felix Magath absolviert derzeit seinen jährlichen Besuch beim Vater in Puerto Rico, die neue Stelle hat er also aus der Ferne angenommen: Der Ex-Bayern-Coach wird sich des VfL Wolfsburg annehmen. Am Mittwochabend ging die Personalie beim neuen Aufsichtsrat der VfL Wolfsburg-Fußball GmbH durch. Magath wird Geschäftsführer, Sportdirektor und Cheftrainer in einem. „Ziel war es, die sportliche Kompetenz zu bündeln”, so VfL-Sprecher Kurt Rippholz, „man kann es das englische Modell des Coaches oder Teammanagers nennen”.
Englisches Modell statt England - eigentlich war Felix Magaths erste Option eine Stelle im Ausland gewesen („Als Spieler wollte ich das schon, habe aber aus Rücksicht auf die Familie darauf verzichtet”), am liebsten in der Premier League, weil der Fußball dort so ist, wie er ihn schätzt: schnörkellos, nicht so wehleidig wie in Deutschland, der Trainer eine absolute Respektsperson. Kurz war er mal bei Manchester City im Gespräch, doch es wurde nichts draus.
„Wenn man beim FC Bayern gearbeitet hat, gibt es in Deutschland nur zwei Möglichkeiten”, hatte Magath vor wenigen Wochen noch als Gast bei einer Veranstaltung unserer Zeitung gesagt: „Entweder bei einem anderen Spitzenklub, der auf den Spuren des FC Bayern wandelt, oder so wie Ralf Rangnick in Hoffenheim bei einem unterklassigen Verein anzufangen und mit dem dann nach oben zu *piep*.”
Was ist nun der VfL Wolfsburg? Vom grundsätzlichen Anspruch her von München gar nicht so weit entfernt. Die Champions League wurde mal als mittelfristiges Ziel ausgegeben, im Jahr 2002 verpflichtete man deswegen den alternden Ex-Bayern-Spieler Stefan Effenberg. Im Herbst 2004 war der VfL sogar mal Bundesliga-Spitzenreiter, ließ für seine Fans T-Shirts mit dem Abdruck der Tabelle herstellen. Und es wurde die Frage erörtert: Wo feiert man denn den Titel, wo es doch in Wolfsburg am Rathaus keinen Balkon gibt? Nun, es musste auch keiner angebaut wurden, der VfL schloss die Saison auf Platz neun ab.
In den vergangenen zwei Jahren hat er sich dann in den Abstiegskampf verwickeln lassen, wurde jeweils 15. und ist derzeit eher in der Güteklasse Hoffenheims als der des FC Bayern.
Mit dem Modell „Alle Macht für Magath” unternimmt Wolfsburg einen neuen Anlauf in höhere Sphären. „Die Perspektive stimmt, man kann dann auch mal über das internationale Geschäft reden”, sagt Magath zum VfL. Als treibende Kraft seiner Verpflichtung gilt Martin Winterkorn. Der neue starke Mann im VW-Konzern kommt von Audi, dem Premium-Sponsor der Bayern, er kennt Magath aus Münchner Tagen.
VW hält 90 Prozent der Anteile an der Wolfsburger Fußball-GmbH, folgerichtig ist der neue Vorsitzende des Aufsichtsrats ein VW-Gesandter: Hans Dieter Pötsch, Vorstand für Finanzen und Controlling beim Autobauer. Seine Stellvertreter beim VfL sind die Firmenkollegen Francisco Javier Garcia Sanz (Vorstand für Beschaffung) und Stephan Grühsem (Konzernkommunikation).
Magath ist der vierte Geschäftsführer, den der VfL einstellt, Klaus Fuchs tritt die sportliche Verantwortung ab, bleibt zuständig für Marketing, Organisation und Stadion. Felix Magaths Dreijahresvertrag wird nicht, wie es üblich wäre, zum 1. Juli, sondern zum 15. Juni anlaufen. „Eine Bestandsaufnahme” hat der neue Cheftrainer angekündigt. Ob er seine vertrauten Weggefährten Seppo Eichkorn (Co-Trainer) und Werner Leuthard (Kondition und Reha) mitbringt, ist noch offen. Es kann sein, dass er auch auf bestehende Strukturen zurückgreift. Die Zuständigkeit Magaths umfasst alle personellen Entscheidungen im sportlichen Bereich - bis zur B-Jugend. Schon beim VfB Stuttgart hatte er eine ähnliche Machtfülle gehabt.
Erste Baustelle für Magath wird die Profi-Mannschaft sein. Weg sind die Stürmer Mike Hanke und Diego Klimowicz, als Zugänge stehen fest: die Cottbus-Rumänen Radu und Munteanu sowie der Deutsch-Iraner Dejagah von Hertha BSC Berlin.
Beinahe wäre es in Wolfsburg zum erneuten Zusammentreffen von Felix Magath und Julio dos Santos gekommen. Die paraguayische Leihgabe wird aber an den FC Bayern, wo Magath ihn aussortiert hatte, retourniert. Dos Santos hatte sich gleich zu Beginn seines VfL-Halbjahres, noch im Münchner Training, das Bein gebrochen. Für den VfL Wolfsburg bestritt er lediglich ein Spiel, am 1. Mai, bei einer Benefizveranstaltung in Niedersachsen.
Quelle: Merkur-Online
Felix Magath bleibt in der Bundesliga, der VfL Wolfsburg ist sein neuer Arbeitgeber. Er wird dort mit mehr Kompetenzen ausgestattet als seine 17 Kollegen in der Bundesliga
München - Es ist nach der Saison und somit Urlaubszeit für Fußball-Trainer, auch für solche, die die letzten Monate freigestellt waren. Felix Magath absolviert derzeit seinen jährlichen Besuch beim Vater in Puerto Rico, die neue Stelle hat er also aus der Ferne angenommen: Der Ex-Bayern-Coach wird sich des VfL Wolfsburg annehmen. Am Mittwochabend ging die Personalie beim neuen Aufsichtsrat der VfL Wolfsburg-Fußball GmbH durch. Magath wird Geschäftsführer, Sportdirektor und Cheftrainer in einem. „Ziel war es, die sportliche Kompetenz zu bündeln”, so VfL-Sprecher Kurt Rippholz, „man kann es das englische Modell des Coaches oder Teammanagers nennen”.
Englisches Modell statt England - eigentlich war Felix Magaths erste Option eine Stelle im Ausland gewesen („Als Spieler wollte ich das schon, habe aber aus Rücksicht auf die Familie darauf verzichtet”), am liebsten in der Premier League, weil der Fußball dort so ist, wie er ihn schätzt: schnörkellos, nicht so wehleidig wie in Deutschland, der Trainer eine absolute Respektsperson. Kurz war er mal bei Manchester City im Gespräch, doch es wurde nichts draus.
„Wenn man beim FC Bayern gearbeitet hat, gibt es in Deutschland nur zwei Möglichkeiten”, hatte Magath vor wenigen Wochen noch als Gast bei einer Veranstaltung unserer Zeitung gesagt: „Entweder bei einem anderen Spitzenklub, der auf den Spuren des FC Bayern wandelt, oder so wie Ralf Rangnick in Hoffenheim bei einem unterklassigen Verein anzufangen und mit dem dann nach oben zu *piep*.”
Was ist nun der VfL Wolfsburg? Vom grundsätzlichen Anspruch her von München gar nicht so weit entfernt. Die Champions League wurde mal als mittelfristiges Ziel ausgegeben, im Jahr 2002 verpflichtete man deswegen den alternden Ex-Bayern-Spieler Stefan Effenberg. Im Herbst 2004 war der VfL sogar mal Bundesliga-Spitzenreiter, ließ für seine Fans T-Shirts mit dem Abdruck der Tabelle herstellen. Und es wurde die Frage erörtert: Wo feiert man denn den Titel, wo es doch in Wolfsburg am Rathaus keinen Balkon gibt? Nun, es musste auch keiner angebaut wurden, der VfL schloss die Saison auf Platz neun ab.
In den vergangenen zwei Jahren hat er sich dann in den Abstiegskampf verwickeln lassen, wurde jeweils 15. und ist derzeit eher in der Güteklasse Hoffenheims als der des FC Bayern.
Mit dem Modell „Alle Macht für Magath” unternimmt Wolfsburg einen neuen Anlauf in höhere Sphären. „Die Perspektive stimmt, man kann dann auch mal über das internationale Geschäft reden”, sagt Magath zum VfL. Als treibende Kraft seiner Verpflichtung gilt Martin Winterkorn. Der neue starke Mann im VW-Konzern kommt von Audi, dem Premium-Sponsor der Bayern, er kennt Magath aus Münchner Tagen.
VW hält 90 Prozent der Anteile an der Wolfsburger Fußball-GmbH, folgerichtig ist der neue Vorsitzende des Aufsichtsrats ein VW-Gesandter: Hans Dieter Pötsch, Vorstand für Finanzen und Controlling beim Autobauer. Seine Stellvertreter beim VfL sind die Firmenkollegen Francisco Javier Garcia Sanz (Vorstand für Beschaffung) und Stephan Grühsem (Konzernkommunikation).
Magath ist der vierte Geschäftsführer, den der VfL einstellt, Klaus Fuchs tritt die sportliche Verantwortung ab, bleibt zuständig für Marketing, Organisation und Stadion. Felix Magaths Dreijahresvertrag wird nicht, wie es üblich wäre, zum 1. Juli, sondern zum 15. Juni anlaufen. „Eine Bestandsaufnahme” hat der neue Cheftrainer angekündigt. Ob er seine vertrauten Weggefährten Seppo Eichkorn (Co-Trainer) und Werner Leuthard (Kondition und Reha) mitbringt, ist noch offen. Es kann sein, dass er auch auf bestehende Strukturen zurückgreift. Die Zuständigkeit Magaths umfasst alle personellen Entscheidungen im sportlichen Bereich - bis zur B-Jugend. Schon beim VfB Stuttgart hatte er eine ähnliche Machtfülle gehabt.
Erste Baustelle für Magath wird die Profi-Mannschaft sein. Weg sind die Stürmer Mike Hanke und Diego Klimowicz, als Zugänge stehen fest: die Cottbus-Rumänen Radu und Munteanu sowie der Deutsch-Iraner Dejagah von Hertha BSC Berlin.
Beinahe wäre es in Wolfsburg zum erneuten Zusammentreffen von Felix Magath und Julio dos Santos gekommen. Die paraguayische Leihgabe wird aber an den FC Bayern, wo Magath ihn aussortiert hatte, retourniert. Dos Santos hatte sich gleich zu Beginn seines VfL-Halbjahres, noch im Münchner Training, das Bein gebrochen. Für den VfL Wolfsburg bestritt er lediglich ein Spiel, am 1. Mai, bei einer Benefizveranstaltung in Niedersachsen.
Quelle: Merkur-Online
01.06.2007 - 10:04 Uhr
Der Phaeton des VfL
31. Mai 2007
Volkswagen und Wolfsburg stehen für Mittelklasse: bei den Autos wie im Fußball. Aber in dieser Klasse ist es den Konzernlenkern zu eng und zu miefig, sie wollen raus, nach oben. Also ließen sie ein Auto bauen, das den Nobelkarossen von Mercedes und BWM Konkurrenz machen sollte. Sie nannten es, nach einer Figur aus der griechischen Mythologie, Phaeton, den kühnen Himmelsstürmer.
Seit Mittwochabend hat auch der vom VW-Konzern gespeiste VfL Wolfsburg einen Phaeton: Felix Magath. Der frühere Nationalspieler gilt neben Ottmar Hitzfeld momentan als renommiertester und wohl auch teuerster deutscher Klubtrainer, eine echte Luxusversion von einem Fußballlehrer. Daran hat auch nichts geändert, dass Magaths Himmelssturm am 31. Januar dieses Jahres ziemlich abrupt zu Ende ging – er flog nach zwei Meisterschaften und zwei Pokalsiegen bei den Bayern hinaus. Seitdem saß Magath zu Hause und wartete darauf, dass ihn ein großer europäischer Klub ruft. Doch offenbar waren die Spuren, die er als Bayern-Lenker hinterließ, am europäischen Fußballfirmament kaum sichtbar. Das Telefon blieb stumm. Und wenn es klingelte, waren die Falschen dran, wie Borussia Dortmund oder der Hamburger SV. Denen sagte Magath noch ab. Nun hatte er offenbar lange genug gewartet. So landete er beim VfL Wolfsburg.
Kapitalvernichtung ohne Konzept
Vom Meister zum Beinahe-Absteiger, das sieht nicht nach beruflichem Aufstieg aus. Den Schritt hinab lässt sich Magath teuer bezahlen, nicht nur pekuniär (die Rede ist von drei Millionen Euro jährlich), sondern auch in Form einer sportlichen Allmacht, wie sie beispiellos ist im deutschen Fußball. Er ist Trainer, Sportdirektor und Nachwuchskoordinator in einem. Und weil sie Schwierigkeiten hatten, für diese Machtfülle ein geeignetes Wort zu finden, gaben sie ihm in Wolfsburg der Einfachheit halber den Titel Geschäftsführer, eine Art sportlicher CEO (Chief Executive Officer).
Magath wird wissen, worauf er sich einlässt. Er soll die Mannschaft dahin bringen, dass sie nach den Sternen greifen kann. Wie vor ihm Klaus Augenthaler (den sie am Saisonende kalt abservierten), Holger Fach, Erik Gerets, Jürgen Röber und Wolfgang Wolf. Nach dem Geschäftsplan des VW-Konzerns sollte der VfL Wolfsburg längst in der Champions League angekommen sein. Doch der Fußball ist ein widerspenstiges, kompliziertes Ding, der nur manchmal nach betriebswirtschaftlichen Gesetzen funktioniert. Er ist jedenfalls keine Maschine, in die man oben Millionen hineinwirft, und unten kommt Erfolg heraus. Doch die VW-Herren scheinen das über Jahre hinweg nicht bemerkt zu haben. Sie zahlten und zahlten, heuerten und feuerten – nur, ein langfristiges Konzept war hinter dieser Kapitalvernichtung nicht zu erkennen.
Auch Magath wird nicht viel Zeit haben für sein Projekt Himmelssturm. Mit dem antiken Phaeton, so steht es geschrieben, nahm es übrigens ein furchtbares Ende – er stürzte ab. Auch das Schicksal des gleichnamigen Autos ist nicht viel besser: Es steht herum, als Ladenhüter.
Quelle: FAZ
31. Mai 2007
Volkswagen und Wolfsburg stehen für Mittelklasse: bei den Autos wie im Fußball. Aber in dieser Klasse ist es den Konzernlenkern zu eng und zu miefig, sie wollen raus, nach oben. Also ließen sie ein Auto bauen, das den Nobelkarossen von Mercedes und BWM Konkurrenz machen sollte. Sie nannten es, nach einer Figur aus der griechischen Mythologie, Phaeton, den kühnen Himmelsstürmer.
Seit Mittwochabend hat auch der vom VW-Konzern gespeiste VfL Wolfsburg einen Phaeton: Felix Magath. Der frühere Nationalspieler gilt neben Ottmar Hitzfeld momentan als renommiertester und wohl auch teuerster deutscher Klubtrainer, eine echte Luxusversion von einem Fußballlehrer. Daran hat auch nichts geändert, dass Magaths Himmelssturm am 31. Januar dieses Jahres ziemlich abrupt zu Ende ging – er flog nach zwei Meisterschaften und zwei Pokalsiegen bei den Bayern hinaus. Seitdem saß Magath zu Hause und wartete darauf, dass ihn ein großer europäischer Klub ruft. Doch offenbar waren die Spuren, die er als Bayern-Lenker hinterließ, am europäischen Fußballfirmament kaum sichtbar. Das Telefon blieb stumm. Und wenn es klingelte, waren die Falschen dran, wie Borussia Dortmund oder der Hamburger SV. Denen sagte Magath noch ab. Nun hatte er offenbar lange genug gewartet. So landete er beim VfL Wolfsburg.
Kapitalvernichtung ohne Konzept
Vom Meister zum Beinahe-Absteiger, das sieht nicht nach beruflichem Aufstieg aus. Den Schritt hinab lässt sich Magath teuer bezahlen, nicht nur pekuniär (die Rede ist von drei Millionen Euro jährlich), sondern auch in Form einer sportlichen Allmacht, wie sie beispiellos ist im deutschen Fußball. Er ist Trainer, Sportdirektor und Nachwuchskoordinator in einem. Und weil sie Schwierigkeiten hatten, für diese Machtfülle ein geeignetes Wort zu finden, gaben sie ihm in Wolfsburg der Einfachheit halber den Titel Geschäftsführer, eine Art sportlicher CEO (Chief Executive Officer).
Magath wird wissen, worauf er sich einlässt. Er soll die Mannschaft dahin bringen, dass sie nach den Sternen greifen kann. Wie vor ihm Klaus Augenthaler (den sie am Saisonende kalt abservierten), Holger Fach, Erik Gerets, Jürgen Röber und Wolfgang Wolf. Nach dem Geschäftsplan des VW-Konzerns sollte der VfL Wolfsburg längst in der Champions League angekommen sein. Doch der Fußball ist ein widerspenstiges, kompliziertes Ding, der nur manchmal nach betriebswirtschaftlichen Gesetzen funktioniert. Er ist jedenfalls keine Maschine, in die man oben Millionen hineinwirft, und unten kommt Erfolg heraus. Doch die VW-Herren scheinen das über Jahre hinweg nicht bemerkt zu haben. Sie zahlten und zahlten, heuerten und feuerten – nur, ein langfristiges Konzept war hinter dieser Kapitalvernichtung nicht zu erkennen.
Auch Magath wird nicht viel Zeit haben für sein Projekt Himmelssturm. Mit dem antiken Phaeton, so steht es geschrieben, nahm es übrigens ein furchtbares Ende – er stürzte ab. Auch das Schicksal des gleichnamigen Autos ist nicht viel besser: Es steht herum, als Ladenhüter.
Quelle: FAZ
01.06.2007 - 10:06 Uhr
VfL Wolfsburg
Von der Champions League spricht Magath nicht mehr
In der Person Felix Magath hält das englische Modell des Teammanagers Einzug in die Fußball-Bundesliga. Der Auftrag für den Ex-Trainer des FC Bayern: "Der VfL darf an keinem Spieltag etwas mit dem Abstieg zu tun haben und soll die Zuschauer wieder mit attraktivem Fußball verwöhnen."
Gratulanten zu seinem neuen Job überrascht Felix Magath momentan seinerseits mit einer Gratulation: „Glückwunsch Ihnen, dass sie mich erreicht haben.“ Im fernen Puerto Rico verbringt der 53jährige wie immer seinen Sommerurlaub bei seinem Vater, und er hat nicht vor, die ganze Zeit am Handy zu hängen. Doch erstens kommt es zuweilen anders, und zweitens als man denkt. Zu den undenkbarsten Konstellationen der Fußball-Bundesliga gehörte bis vor ein paar Tagen, dass der renommierte Trainer Magath zum VfL Wolfsburg gehen würde – Anfang Mai hatte er das noch abgelehnt.
Von daher war die Entscheidung, die der Aufsichtsrat des Werks-klubs am Mittwochabend verkündete, der krönende Abschluss einer verrückten Saison. Und deshalb klingelt das Handy in Puerto Rico ohne Unterlass.
Es ist der Preis für einen Sensationscoup. Magath, am 31. Januar nach zwei Double-Gewinnen in Folge bei Bayern München entlassen, wird rein formal der mächtigste Trainer in der Geschichte der Bundesliga: Er ist künftig einer von vier Geschäftsführern der VfL Wolfsburg Fußball GmbH und allein verantwortlich für den Bereich Sport, also Trainer und Sportdirektor zugleich. Im Prinzip kann er stets gegen seine Entlassung votieren.
Warum tut sich Magath Wolfsburg an?
Das „englische Modell“ des Teammanagers hält somit Einzug in die Bundesliga. Magaths Vertrag beginnt am 15. Juni 2007 und endet planmäßig am 30. Juni 2010.
Warum aber tut sich Felix Magath Wolfsburg an? Der VfL Wolfsburg schlitterte zweimal in Folge knapp am Abstieg vorbei und zählt wahrlich nicht zu den attraktivsten Adressen der Liga.
Der Ex-Nationalspieler Magath bevorzugte bisher in seiner Karriere namhafte Traditionsklubs wie den HSV, den 1. FC Nürnberg, den VfB Stuttgart oder zuletzt den FC Bayern als Arbeitgeber. Danach hatte die Bundesliga für ihn keinen Reiz mehr, sagte er, und Hertha BSC klopfte auch vergebens an. Als er in München entlassen wurde, verdingte er sich als Fernseh-Experte und sagte mehrmals in die Kameras von Bundesliga-Sender Arena: „Für mich kommen nur Klubs in England, Spanien oder Italien in Frage.“ Auffallend oft erkundigte er sich nach den Resultaten des FC Chelsea, wo Kollege Jose Mourinho auf einem Pulverfass saß. Und nun das.
"Längerfristig etwas aufbauen"
Den "Wolfsburger Nachrichten" erklärte Schachspieler Magath seinen überraschenden Zug: „Ich wollte gern wieder arbeiten, meine Erfahrung weitergeben. Und der VfL bietet mir diese Möglichkeit.“ Von Rückschritt könne gar keine Rede sein. „So sehe ich das nicht, vielmehr bietet sich mir beim VfL die Möglichkeit, längerfristig etwas aufzubauen.“
„Der Mann brennt, er will es den Menschen zeigen“, versichert Stefan Grühsem aus dem Präsidium des VfL-Aufsichtsrates unter dem Eindruck der Verhandlungen. Im Wolfsburger Hotel Ritz Carlton wurde die Idee vom Team-Manager geboren. Grühsem glaubt: „Keiner im deutschen Fußball versteht die Vernetzung dieser Aufgaben so gut wie Felix Magath.“
Das ist jedoch die nächste Kuriosität: Magath hatte nach seinen Erfahrungen in Stuttgart, wo er als Trainer-Manager eine anstrengende Doppelrolle gespielt hatte, die Nase voll von dieser Ämter- und Pflichtenhäufung. Kaum bei den Bayern angekommen, sagte er im August 2004: „Ich wollte nie Manager werden. Schon beim Hamburger SV (1986-88; die Red.) habe ich gemerkt, dass ich das nicht kann. Deshalb wollte ich das nicht noch ein Mal machen.“
Der bestbezahlte Trainer der VfL-Geschichte
Heute empfiehlt sich eine andere Sichtweise und Magath glaubt an den Erfolg des englischen Modells: „Letztlich ist das alles eine Frage der Organisation.“ Und wohl des Geldes: Magath wird fraglos der bestbezahlte Trainer in der VfL-Geschichte und auch in der Bundesliga nur hinter ganz wenigen Kollegen zurückstehen müssen, wenn überhaupt. Zudem muss noch ein komplett neuer Trainerstab bezahlt werden.
Doch Volkswagen als 90-prozentiger Anteilseigner des Bundesligisten ist er jeden Cent wert. Der Konzern will nicht länger zuschauen, wie sein Geld durch Inkompetenz und Streit – wie zwischen Ex-Trainer Eric Gerets und Ex-Manager Thomas Strunz – verbrannt wird.
Bezeichnend, dass der Kontakt zu Magath über Konzernchef Martin Winterkorn, der keine offizielle Funktion im VfL hat, hergestellt wurde. Winterkorn ist im Aufsichtsrat des FC Bayern und saß bei dessen Heimspielen neben Frau Magath, die mit den Kindern in München bleiben wird. Herr Magath aber kommt nach Wolfsburg.
„Für den VfL kann das nur gut sein, denn so bin ich rund um die Uhr für meinen neuen Klub tätig“, sagte Magath, der in die von Marketing-Geschäftsführer Klaus Fuchs angetrieben Personalfragen schon eingebunden ist. Seine Vorstellung erfolgt erst in der übernächsten Woche.
Sein Auftrag laut Grühsem: „Der VfL darf an keinem Spieltag etwas mit dem Abstieg zu tun haben und soll die Zuschauer wieder mit attraktivem Fußball verwöhnen. In der zweiten Stufe darf man natürlich von der Teilnahme am Uefa-Cup sprechen, aber das ist ein mittelfristiges Ziel. Wir machen jetzt kein Ballyhoo und reden von der Champions League.“ Die europäische Meisterliga war das Einzige, was den Trainer Magath vor wenigen Wochen noch interessiert hat.
Quelle: Die Welt
Von der Champions League spricht Magath nicht mehr
In der Person Felix Magath hält das englische Modell des Teammanagers Einzug in die Fußball-Bundesliga. Der Auftrag für den Ex-Trainer des FC Bayern: "Der VfL darf an keinem Spieltag etwas mit dem Abstieg zu tun haben und soll die Zuschauer wieder mit attraktivem Fußball verwöhnen."
Gratulanten zu seinem neuen Job überrascht Felix Magath momentan seinerseits mit einer Gratulation: „Glückwunsch Ihnen, dass sie mich erreicht haben.“ Im fernen Puerto Rico verbringt der 53jährige wie immer seinen Sommerurlaub bei seinem Vater, und er hat nicht vor, die ganze Zeit am Handy zu hängen. Doch erstens kommt es zuweilen anders, und zweitens als man denkt. Zu den undenkbarsten Konstellationen der Fußball-Bundesliga gehörte bis vor ein paar Tagen, dass der renommierte Trainer Magath zum VfL Wolfsburg gehen würde – Anfang Mai hatte er das noch abgelehnt.
Von daher war die Entscheidung, die der Aufsichtsrat des Werks-klubs am Mittwochabend verkündete, der krönende Abschluss einer verrückten Saison. Und deshalb klingelt das Handy in Puerto Rico ohne Unterlass.
Es ist der Preis für einen Sensationscoup. Magath, am 31. Januar nach zwei Double-Gewinnen in Folge bei Bayern München entlassen, wird rein formal der mächtigste Trainer in der Geschichte der Bundesliga: Er ist künftig einer von vier Geschäftsführern der VfL Wolfsburg Fußball GmbH und allein verantwortlich für den Bereich Sport, also Trainer und Sportdirektor zugleich. Im Prinzip kann er stets gegen seine Entlassung votieren.
Warum tut sich Magath Wolfsburg an?
Das „englische Modell“ des Teammanagers hält somit Einzug in die Bundesliga. Magaths Vertrag beginnt am 15. Juni 2007 und endet planmäßig am 30. Juni 2010.
Warum aber tut sich Felix Magath Wolfsburg an? Der VfL Wolfsburg schlitterte zweimal in Folge knapp am Abstieg vorbei und zählt wahrlich nicht zu den attraktivsten Adressen der Liga.
Der Ex-Nationalspieler Magath bevorzugte bisher in seiner Karriere namhafte Traditionsklubs wie den HSV, den 1. FC Nürnberg, den VfB Stuttgart oder zuletzt den FC Bayern als Arbeitgeber. Danach hatte die Bundesliga für ihn keinen Reiz mehr, sagte er, und Hertha BSC klopfte auch vergebens an. Als er in München entlassen wurde, verdingte er sich als Fernseh-Experte und sagte mehrmals in die Kameras von Bundesliga-Sender Arena: „Für mich kommen nur Klubs in England, Spanien oder Italien in Frage.“ Auffallend oft erkundigte er sich nach den Resultaten des FC Chelsea, wo Kollege Jose Mourinho auf einem Pulverfass saß. Und nun das.
"Längerfristig etwas aufbauen"
Den "Wolfsburger Nachrichten" erklärte Schachspieler Magath seinen überraschenden Zug: „Ich wollte gern wieder arbeiten, meine Erfahrung weitergeben. Und der VfL bietet mir diese Möglichkeit.“ Von Rückschritt könne gar keine Rede sein. „So sehe ich das nicht, vielmehr bietet sich mir beim VfL die Möglichkeit, längerfristig etwas aufzubauen.“
„Der Mann brennt, er will es den Menschen zeigen“, versichert Stefan Grühsem aus dem Präsidium des VfL-Aufsichtsrates unter dem Eindruck der Verhandlungen. Im Wolfsburger Hotel Ritz Carlton wurde die Idee vom Team-Manager geboren. Grühsem glaubt: „Keiner im deutschen Fußball versteht die Vernetzung dieser Aufgaben so gut wie Felix Magath.“
Das ist jedoch die nächste Kuriosität: Magath hatte nach seinen Erfahrungen in Stuttgart, wo er als Trainer-Manager eine anstrengende Doppelrolle gespielt hatte, die Nase voll von dieser Ämter- und Pflichtenhäufung. Kaum bei den Bayern angekommen, sagte er im August 2004: „Ich wollte nie Manager werden. Schon beim Hamburger SV (1986-88; die Red.) habe ich gemerkt, dass ich das nicht kann. Deshalb wollte ich das nicht noch ein Mal machen.“
Der bestbezahlte Trainer der VfL-Geschichte
Heute empfiehlt sich eine andere Sichtweise und Magath glaubt an den Erfolg des englischen Modells: „Letztlich ist das alles eine Frage der Organisation.“ Und wohl des Geldes: Magath wird fraglos der bestbezahlte Trainer in der VfL-Geschichte und auch in der Bundesliga nur hinter ganz wenigen Kollegen zurückstehen müssen, wenn überhaupt. Zudem muss noch ein komplett neuer Trainerstab bezahlt werden.
Doch Volkswagen als 90-prozentiger Anteilseigner des Bundesligisten ist er jeden Cent wert. Der Konzern will nicht länger zuschauen, wie sein Geld durch Inkompetenz und Streit – wie zwischen Ex-Trainer Eric Gerets und Ex-Manager Thomas Strunz – verbrannt wird.
Bezeichnend, dass der Kontakt zu Magath über Konzernchef Martin Winterkorn, der keine offizielle Funktion im VfL hat, hergestellt wurde. Winterkorn ist im Aufsichtsrat des FC Bayern und saß bei dessen Heimspielen neben Frau Magath, die mit den Kindern in München bleiben wird. Herr Magath aber kommt nach Wolfsburg.
„Für den VfL kann das nur gut sein, denn so bin ich rund um die Uhr für meinen neuen Klub tätig“, sagte Magath, der in die von Marketing-Geschäftsführer Klaus Fuchs angetrieben Personalfragen schon eingebunden ist. Seine Vorstellung erfolgt erst in der übernächsten Woche.
Sein Auftrag laut Grühsem: „Der VfL darf an keinem Spieltag etwas mit dem Abstieg zu tun haben und soll die Zuschauer wieder mit attraktivem Fußball verwöhnen. In der zweiten Stufe darf man natürlich von der Teilnahme am Uefa-Cup sprechen, aber das ist ein mittelfristiges Ziel. Wir machen jetzt kein Ballyhoo und reden von der Champions League.“ Die europäische Meisterliga war das Einzige, was den Trainer Magath vor wenigen Wochen noch interessiert hat.
Quelle: Die Welt
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