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Die Kurve

04.04.2013 - 17:27 Uhr
Die Kurve |#4731
03.03.2023 - 23:52 Uhr
Zitat von BerlinerFFilet
Zitat von Mattes_FCH

@BerlinerFFilet

Wegducken bringt nichts, stimmt.

Kategorisches Ausschließen macht aber auch keinen Sinn, denke ich. Ich habe es auch mehr gesellschaftlich bezogen. Das sieht man doch in allen Bereichen. Wenn jemand aus dem Gefängnis kommt, ist es das Ziel diesen Menschen wieder in die Gesellschaft zu integrieren. Das gelingt mal mehr und mal weniger gut.

Ansonsten bin ich doch voll bei Dir!


Alles gut, @Mattes_FCH! War eine Reaktion auf verschiedene Beiträge und vielleicht nicht eindeutig genug geschrieben... Anders, als von @Joker und @Tomminho behauptet, hat hier auch niemand ernsthaft einen Gesinnungstest am Einlass des Stadions und die Lüftung des Wahlgeheimnisses gefordert.

Okay, wenn das alles nur ein Spaß war, hab ich ihn wohl nicht verstanden.

@blumenpflanzer
Wenn du mit"Sachverhalt klar ansprechen" diesen Mischmasch von "Vorfällen" meinst und diese alle mit "Rechtsextremismus" in Verbindung setzt, ist das genau die Art Pauschalisierung, die ich meinte.
Die Kurve |#4732
04.03.2023 - 01:01 Uhr
Zitat von Tomminho

@blumenpflanzer
Wenn du mit"Sachverhalt klar ansprechen" diesen Mischmasch von "Vorfällen" meinst und diese alle mit "Rechtsextremismus" in Verbindung setzt, ist das genau die Art Pauschalisierung, die ich meinte.


Damit meinte ich in erster Linie, dass die Fanszene ein recht offensichtliches Problem mit Rechtsextremismus hat, das man auch klar so benennen sollte. Das bedeutet weder, dass jede einzelne Aktion einen rechtsextremen Hintergrund hat und natürlich auch nicht, dass jeder einzelne Beteiligte bei jedem einzelnen Vorfall ebenfalls eine rechtsextreme Einstellung hat (und schon gar nicht jeder Einzelne, der in der Kurve steht), aber wenn man bei solchen Aktionen wie beispielsweise dem Sonnenblumenverteilen mitmacht, dann braucht man sich halt auch nicht wundern oder gar beschweren, dass man als Mitläufer mit in diese Schublade reingesteckt wird, denn dadurch unterstützt man und beteiligt sich eben aktiv an Aktionen, die höchstwahrscheinlich von Rechtsextremen initiiert wurden und die die Taten von Rechtsextremen verherrlichen.
Wenn beispielsweise ein paar FDP-Wähler mal Bock drauf hätten, "so richtig die Sau rauszulassen" und nach Hamburg zum G20 Gipfel fahren, sich dem schwarzen Block anschließen und Steine werfen, beschwer ich mich doch danach auch nicht darüber, dass in der öffentlichen Diskussion und Berichterstattung nur über Linksextreme geredet wird, wenn gerade diese Gruppe bzw. Angehörige ebendieser die Initiatoren sind, von denen der Hauptteil der Vorfälle ausgeht.
Immer wenn irgendeine größere Gruppe von Menschen irgendeine Aktion bringt, gibt es ein paar Mitläufer, die ansonsten nicht viel mit dem harten Kern zu tun haben, und Unbeteiligte, die nur zuschauen, selbst bei so etwas harmlosem wie einem Karnevalsumzug, aber was ändert das denn?
Von daher verstehe ich immer noch nicht wirklich, was das Problem ist. Ich behaupte übrigens auch nicht, dass es ohne die Rechtsextremen keine Chaoten mehr geben würde, da wären sicherlich immer noch welche vorhanden, aber erstens wären es weniger, wodurch wahrscheinlich auch die Vorfälle insgesamt etwas glimpflicher vonstattengehen würden und es weniger bzw. kleinere Strafen für den Verein gäbe, und zweitens könnten manche Aktionen, insbesondere die mit offensichtlichem oder verstecktem rechten Bezug, auch komplett ausbleiben, was ebenfalls dem Verein und dessen Image helfen würde.
Die Kurve |#4733
04.03.2023 - 10:00 Uhr
Zitat von blumenpflanzer
Zitat von Tomminho

@blumenpflanzer
Wenn du mit"Sachverhalt klar ansprechen" diesen Mischmasch von "Vorfällen" meinst und diese alle mit "Rechtsextremismus" in Verbindung setzt, ist das genau die Art Pauschalisierung, die ich meinte.

Damit meinte ich in erster Linie, dass die Fanszene ein recht offensichtliches Problem mit Rechtsextremismus hat, das man auch klar so benennen sollte.

Und ich meine, dass das Unsinn ist.
Was du hier als "rechtsextreme Aktionen" "klar benennst", ist eben nur deine Bewertung. Die werde ich mir aber nicht zu eigen machen und ich denke auch nicht, dass sie juristisch auch nur ansatzweise irgendeine Grundlage hat.
Es ist also letztlich nur irgendeine Meinung irgendeines Users - genauso egal wie meine und genauso wenig hilfreich, um der Fanszene in Rostock irgendeinen politisch-ideologischen Überbau einreden zu wollen. Wir sind uns einig, dass "die Fanszene" gern provoziert (klappt ja prächtig) und viele von den von dir aufgezählten Aktionen total geschmacklos waren. Und damit hören unsere Gemeinsamkeiten aber auf und alles darüber hinaus ist einfach nur deine Einschätzung, die ich persönlich zum Beispiel für falsch und von Unwissenheit über "die Fanszene" geprägt halte.
Die Kurve |#4734
04.03.2023 - 10:19 Uhr
Zitat von Tomminho
Zitat von blumenpflanzer

Zitat von Tomminho

@blumenpflanzer
Wenn du mit"Sachverhalt klar ansprechen" diesen Mischmasch von "Vorfällen" meinst und diese alle mit "Rechtsextremismus" in Verbindung setzt, ist das genau die Art Pauschalisierung, die ich meinte.

Damit meinte ich in erster Linie, dass die Fanszene ein recht offensichtliches Problem mit Rechtsextremismus hat, das man auch klar so benennen sollte.

Und ich meine, dass das Unsinn ist.
Was du hier als "rechtsextreme Aktionen" "klar benennst", ist eben nur deine Bewertung. Die werde ich mir aber nicht zu eigen machen und ich denke auch nicht, dass sie juristisch auch nur ansatzweise irgendeine Grundlage hat.
Es ist also letztlich nur irgendeine Meinung irgendeines Users - genauso egal wie meine und genauso wenig hilfreich, um der Fanszene in Rostock irgendeinen politisch-ideologischen Überbau einreden zu wollen. Wir sind uns einig, dass "die Fanszene" gern provoziert (klappt ja prächtig) und viele von den von dir aufgezählten Aktionen total geschmacklos waren. Und damit hören unsere Gemeinsamkeiten aber auf und alles darüber hinaus ist einfach nur deine Einschätzung, die ich persönlich zum Beispiel für falsch und von Unwissenheit über "die Fanszene" geprägt halte.


Genauso wie du hier im übrigen nur "irgendeine Meinung" vertrittst. Ob das juristisch relevant ist dürften/müssten Gerichte entscheiden - werden sie auch, wobei da eher die einzelnen Taten angeklagt werden und nicht die politische Einstellung.

Ich verstehe nicht wo dein Reflex herrührt die Leute zu verteidigen? Weil man ihnen Unrecht tut? Das keine Rechten Spinner sind? Sie nur von wenigen vereinnahmt wurden? Super! Dann werden sie ja in naher Zukunft diesen Anschein abwaschen und sich von den Nazis distanzieren. Im Gegensatz zu uns unorganisierten Fans haben sie dafür alle Mittel und Wege.

Was mich immer - und das ist ziemlich off-topic - nervt ist, wenn man aktiv lebens-bejahende Statements mit rechten, offen menschenverachtenden Aussagen als "Politik" gleichsetzt. In diesem Reflex sehe ichbdas eigentliche Problem.

Ich bin gespannt ob man jetzt wirklich nachhaltig und strukturell Dinge anfasst. Der Verein ist kein Gericht - ich muss mit einem Ausschluß im Zweifel also auch nicht auf ein Urteil warten. Somit sollte man Mitglieder aich konsequent ausschließen, wenn sie Außerhalb des Stadion im Zusammenhang mit dem Verein massiv dem Ruf schaden und gegen die Vereinswerte verstoßen.
Die Kurve |#4735
04.03.2023 - 10:39 Uhr
Die Seitenlänge Diskussion zeigt das es unterschiedliche Ansichten gibt. Ob die jeder versteht oder für sich akzeptieren kann sei mal dahingestellt.

Die Aktionen die passiert sind müssen aufgearbeitet werden und daraus auch Konsequenzen gezogen werden. Für mich ist es egal ob links oder rechts, für mich beides nicht vertretbar. Der Verein hat in meinen Augen endlich mal eine vernünftige Stellungnahme verfasst, jetzt muss die Zeit zeigen inwiefern dies nicht nur gesülze ist sondern ob auch was aktiv geändert wird.
Ich will sowas als Hansafan nirgends sehen. Eigentlich wollte ich diese Saison das erste Mal meinen Sohn mit ins Stadion nehmen, davon habe ich aber mittlerweile Abstand genommen. Es gibt einfach zu viele Deppen (unabhängig der Tribünen) die es aus meiner Sicht nicht zulassen, dass ich unbekümmert mit meinem Sohn ein Fußballspiel anschauen kann. Leider, weil mein Sohn seit dem Tag seiner Geburt Hansamitglied ist und natürlich auch Hansa in sein Herz schließen sollte wie ich es einst als Kind getan habe. Derzeit fehlt mir aber die Fantasie wieso er das geil finden sollte.
Die Kurve |#4736
04.03.2023 - 14:18 Uhr
Zitat von Forever_Hansa
Genauso wie du hier im übrigen nur "irgendeine Meinung" vertrittst. Ob das juristisch relevant ist dürften/müssten Gerichte entscheiden - werden sie auch, wobei da eher die einzelnen Taten angeklagt werden und nicht die politische Einstellung.

Genau, habe ich ja selbst geschrieben! Gut, wenn wir uns bei deinem letzten Satz einig sind, denn zuletzt hattest du ja durchaus Sympathien dazu geäußert, Menschen mit politischen Einstellungen, die dir (und übrigens auch mir) nicht passen, aus dem Stadion verbannen zu wollen.

Zitat von Forever_Hansa
Ich verstehe nicht wo dein Reflex herrührt die Leute zu verteidigen? Weil man ihnen Unrecht tut? Das keine Rechten Spinner sind? Sie nur von wenigen vereinnahmt wurden? Super! Dann werden sie ja in naher Zukunft diesen Anschein abwaschen und sich von den Nazis distanzieren.

Ja, genau - ich bin der Meinung, dass man ihnen Unrecht tut. Die organisierten Fans haben sich in der Vergangenheit schon so oft klar positioniert, wenn es um fragwürdige Strömungen oder den Versuch einer politischen Vereinnahmung ging. Das steht für sich und muss nicht jede Woche nochmal beteuert werden, indem man sich von irgendwas "distanziert", nur weil Leute wie du ansonsten das verdrängen, was man davor gemacht hat. Ich "distanziere" mich als "Rostocker" übrigens auch nicht, wenn andere "Rostocker" irgendwo Mist bauen. Oder als "Deutscher" - oder als "Mann".....

Wenn du aufmerksam liest, wirst du merken, dass ich "die Leute" eben nicht einfach so "verteidige", sondern ganz klar sage, dass viele dieser Aktionen geschmacklos, unnötig und, wenn du es noch deutlicher hören möchtest, dumm-pubertärer Unsinn sind, mit dem man die Pauli-Fans provozieren will.
Wogegen ich sie verteidigen möchte, ist sie per se als "rechtsextrem" zu bezeichnen. Ich kann den Leuten nicht hinter die Stirn gucken und niemand anderes hier. Also sollte man sich mit solchen Urteilen einfach zurückhalten.
Denn auch als Wähler der Linkspartei kann ich im Frühjahr wieder meine Bomberjacke rausholen, die Onkelz hören und bei Frakturschrift nicht sofort an die NS-Zeit denken. Und ich kann auch zwischen einer geschmacklosen Provokation und einem verfassungsfeindlichen Menschenbild unterscheiden.
Die Kurve |#4737
04.03.2023 - 14:37 Uhr
Zitat von Tomminho

Wogegen ich sie verteidigen möchte, ist sie per se als "rechtsextrem" zu bezeichnen. Ich kann den Leuten nicht hinter die Stirn gucken und niemand anderes hier. Also sollte man sich mit solchen Urteilen einfach zurückhalten.
Denn auch als Wähler der Linkspartei kann ich im .


Nur um das klarzukriegen: Niemand hier hat die Fanszene perse als rechtsextrem bezeichnet. Es waren aber verurteile Rechtsextreme mitten drin während rechtsextreme Provokation stattfand und offenbar niemand etwas dagegen tat. Da wundert man sich? Und ja - es ist in vielen Bereichen so, dass es reicht den Anschein zu erwecken. Und natürlich MUSS ich mich immer und immer wieder (am besten mit Taten) davon distanzieren wenn sich solcher Mist in meinen Reihen abspielt.

Ich denke auch, dass ich meine Meinung jetzt klar gemacht hab und ziehe mich aus der unseligen Diskussionen zurück.
Die Kurve |#4738
04.03.2023 - 19:29 Uhr
Zitat von Tomminho

Was du hier als "rechtsextreme Aktionen" "klar benennst", ist eben nur deine Bewertung. Die werde ich mir aber nicht zu eigen machen und ich denke auch nicht, dass sie juristisch auch nur ansatzweise irgendeine Grundlage hat.


Moment, die Frage ob etwas "rechtsextrem" ist, ist zunächst mal weniger eine juristische Frage (denn rechtsextreme Botschaften sind nicht automatisch strafbar), sondern eher eine politologische. Und Dinge wie das Verbrennen von Pride-Flaggen, Sticker mit Aufschriften wie "Heil Hansa", "Vorpommern bleibt deutsch", usw. usf. (die Liste ist lang), sind eindeutig rechtsextreme Botschaften. Da gibt es wenig dran zu deuteln. Frag 100 Fachleute mit politikwissenschaftlichem Hintergrund und mindestens 99 werden dem zustimmen. Es reicht auch schon, einfach mal Wikipedia zu bemühen:

"Rechtsextremismus ist eine Sammelbezeichnung für Ideologien, deren gemeinsamer Kern die Überbewertung der ethnischen Zugehörigkeit, die Infragestellung der Gleichheit aller Menschen sowie ein antipluralistisches und autoritär geprägtes Gesellschaftsverständnis ist."

Ich denke, damit sollte die Situation klar sein.

Zitat von Tomminho

Die organisierten Fans haben sich in der Vergangenheit schon so oft klar positioniert, wenn es um fragwürdige Strömungen oder den Versuch einer politischen Vereinnahmung ging. Das steht für sich und muss nicht jede Woche nochmal beteuert werden, indem man sich von irgendwas "distanziert", nur weil Leute wie du ansonsten das verdrängen, was man davor gemacht hat.


Finde ich eben nicht. Ich habe es damals total gefeiert, als man Udo Pastörs nichts ins Stadion gelassen hat. Aber das als Beispiel genommen ist wie lange her? 2010. Auch wenn es danach noch Abgrenzungen gab: Fanszenen wandeln sich. Es gibt Beispiele von Vereinen, deren vormals als bsw. links geltende Anhängerschaft inzwischen reihenweise Rechtsradikale anzieht. Wenn ich als Fanszene solche rechtsextremen Botschaften wie die oben genannten in meinem Block dulde (wie gesagt, es lassen sich auch noch diverse andere finden), dann brauche ich mich nicht wundern, dass die (berechtigten) Vorwürfe kommen, dass dieses Gedankengut nun anscheinend dort von mehr Leuten vertreten oder toleriert wird (wie viele es jetzt auch immer seien), als es möglicherweise vor ein paar Jahren der Fall war. Auch Nichtstun ist im entsprechenden Kontext politisch. Will ich diesen Eindruck nicht, muss ich aktiv dagegen vorgehen.

Das ist im Übrigen auch etwas, was ich im Statement des Vereins vermisse, auch wenn sich dort viel positives findet. Es ist ein Anfang, dass man die rechtsextremen Aktionen benannt hat. Wenn ich mich aber als "unpolitischer" Verein definiere (die Sinnhaftigkeit dessen bezweifle ich in gewisser Hinsicht, aber egal), dann muss ich auch aktive Maßnahmen gegen diesen identifizierten Rechtsextremismus betreiben. Sonst bleiben es nur Worte. Diese Maßnahmen vermisse ich. Aber man kann sich damit ja mal an den Verein wenden, scheinbar haben die vielen Rückmeldungen von Mitgliedern zum Wochenende ja schon mal etwas bewirkt.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von grand_wildage am 04.03.2023 um 19:37 Uhr bearbeitet
Die Kurve |#4739
04.03.2023 - 20:18 Uhr
Zitat von grand_wildage
Zitat von Tomminho

Was du hier als "rechtsextreme Aktionen" "klar benennst", ist eben nur deine Bewertung. Die werde ich mir aber nicht zu eigen machen und ich denke auch nicht, dass sie juristisch auch nur ansatzweise irgendeine Grundlage hat.


Moment, die Frage ob etwas "rechtsextrem" ist, ist zunächst mal weniger eine juristische Frage (denn rechtsextreme Botschaften sind nicht automatisch strafbar), sondern eher eine politologische. Und Dinge wie das Verbrennen von Pride-Flaggen, Sticker mit Aufschriften wie "Heil Hansa", "Vorpommern bleibt deutsch", usw. usf. (die Liste ist lang), sind eindeutig rechtsextreme Botschaften. Da gibt es wenig dran zu deuteln. Frag 100 Fachleute mit politikwissenschaftlichem Hintergrund und mindestens 99 werden dem zustimmen. Es reicht auch schon, einfach mal Wikipedia zu bemühen:

"Rechtsextremismus ist eine Sammelbezeichnung für Ideologien, deren gemeinsamer Kern die Überbewertung der ethnischen Zugehörigkeit, die Infragestellung der Gleichheit aller Menschen sowie ein antipluralistisches und autoritär geprägtes Gesellschaftsverständnis ist."

Ich denke, damit sollte die Situation klar sein.

Zitat von Tomminho

Die organisierten Fans haben sich in der Vergangenheit schon so oft klar positioniert, wenn es um fragwürdige Strömungen oder den Versuch einer politischen Vereinnahmung ging. Das steht für sich und muss nicht jede Woche nochmal beteuert werden, indem man sich von irgendwas "distanziert", nur weil Leute wie du ansonsten das verdrängen, was man davor gemacht hat.


Finde ich eben nicht. Ich habe es damals total gefeiert, als man Udo Pastörs nichts ins Stadion gelassen hat. Aber das als Beispiel genommen ist wie lange her? 2010. Auch wenn es danach noch Abgrenzungen gab: Fanszenen wandeln sich. Es gibt Beispiele von Vereinen, deren vormals als bsw. links geltende Anhängerschaft inzwischen reihenweise Rechtsradikale anzieht. Wenn ich als Fanszene solche rechtsextremen Botschaften wie die oben genannten in meinem Block dulde (wie gesagt, es lassen sich auch noch diverse andere finden), dann brauche ich mich nicht wundern, dass die (berechtigten) Vorwürfe kommen, dass dieses Gedankengut nun anscheinend dort von mehr Leuten vertreten oder toleriert wird (wie viele es jetzt auch immer seien), als es möglicherweise vor ein paar Jahren der Fall war. Auch Nichtstun ist im entsprechenden Kontext politisch. Will ich diesen Eindruck nicht, muss ich aktiv dagegen vorgehen.

Das ist im Übrigen auch etwas, was ich im Statement des Vereins vermisse, auch wenn sich dort viel positives findet. Es ist ein Anfang, dass man die rechtsextremen Aktionen benannt hat. Wenn ich mich aber als "unpolitischer" Verein definiere (die Sinnhaftigkeit dessen bezweifle ich in gewisser Hinsicht, aber egal), dann muss ich auch aktive Maßnahmen gegen diesen identifizierten Rechtsextremismus betreiben. Sonst bleiben es nur Worte. Diese Maßnahmen vermisse ich. Aber man kann sich damit ja mal an den Verein wenden, scheinbar haben die vielen Rückmeldungen von Mitgliedern zum Wochenende ja schon mal etwas bewirkt.


Das es einige aktive Menschen gibt, die Menschenverachtend denken ist für mich ganz eindeutig und habe ich selbst mehrfach erlebt. In wieweit sich die Organisation verändert hat weiß ich nicht. Politisch ist die Fanszene schon lange, was man an vielen Bannern erkennen kann, ob die sich immer klar rechts oder links zuordnen lassen, würde ich mal stehen lassen.
Aber mich würde interessieren an was für Maßnahmen du denkst. Aus meiner Sicht die die Menschen so und gehen zu Hansa und nicht wegen Hansa haben sie dieses Gedankengut. Daher für mich die Frage, was für Maßnahmen du dir vorstellst.
Die Kurve |#4740
04.03.2023 - 20:38 Uhr
Zitat von grand_wildage
"Rechtsextremismus ist eine Sammelbezeichnung für Ideologien, deren gemeinsamer Kern die Überbewertung der ethnischen Zugehörigkeit, die Infragestellung der Gleichheit aller Menschen sowie ein antipluralistisches und autoritär geprägtes Gesellschaftsverständnis ist."

Ich denke, damit sollte die Situation klar sein.

Nein, das ist sie nicht. Ich sehe die zitierten Kriterien nicht als auf die Fanszene zutreffend - auch nicht in deinen Beispielen. Sicher kann man einzelne Aktionen einzelnen Kriterien dieser Definition zuordnen, aber wenn das schon ausreicht, haben wir dann hier auch ein Problem im Forum mit z.B. antipluralistischen Tendenzen (z.B. "Bomberjacken"-Diskussion) oder einem autoritär geprägten Gesellschaftsverständnis (z.B. die hier immer wieder geäußerte Forderung nach Quasi-Sippenhaft für alle Ultras, wenn es zu Vorfällen kommt)?
Mich überzeugt das nicht.

Zitat von grand_wildage
Wenn ich als Fanszene solche rechtsextremen Botschaften wie die oben genannten in meinem Block dulde (wie gesagt, es lassen sich auch noch diverse andere finden), dann brauche ich mich nicht wundern, dass die (berechtigten) Vorwürfe kommen, dass dieses Gedankengut nun anscheinend dort von mehr Leuten vertreten oder toleriert wird (wie viele es jetzt auch immer seien), als es möglicherweise vor ein paar Jahren der Fall war. Auch Nichtstun ist im entsprechenden Kontext politisch. Will ich diesen Eindruck nicht, muss ich aktiv dagegen vorgehen.

Ich glaube, hier gehen wir einfach auseinander in unserer Bewertung, weil du da durch deine Einschätzung als "rechtsextrem" zu einer anderen Einschätzung der Verwerflichkeit einer angeblichen "Duldung" kommst.
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