DFB- und die 6,7 Millionen.
23.10.2015 - 22:31 Uhr
13.11.2015 - 11:45 Uhr
Zitat von FCB-Gustavo
Über dieses Thema kann man viel diskutieren und man kann da auch gerne den FCB kritisieren, aber doch bitte begründet und hier nicht nur so stumpfe Sätze raushauen.
Über dieses Thema kann man viel diskutieren und man kann da auch gerne den FCB kritisieren, aber doch bitte begründet und hier nicht nur so stumpfe Sätze raushauen.
Ob sich der FCB im strafrechtlichen Sinne anfechtbar gemacht hat spielt hier aktuell eine ungeordnete Rolle, das müssen ganz andere klären. Sollte es aber zwischen DFB und dem FCB mit Freundschaftsspielen eine Klüngelei gegeben haben, völlig Wurst um welche Beträge es geht, ist es zumindest sportrechtlich relevant. Von der moralischen ganz abgesehen. Das dürfte auch den anderen Bundesligisten ganz und gar nicht passen. Ich sag dazu nur: Lawinengefahr!
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Ironhide am 13.11.2015 um 11:45 Uhr bearbeitet
13.11.2015 - 13:43 Uhr
Zitat von Puck1981
http://www.faz.net/aktuell/sport/fussball/wm-2006-affaere-fc-bayerns-fragwuerdige-freundschaftsspiele-13907315.html
Lustig. Alle dabei.
http://www.faz.net/aktuell/sport/fussball/wm-2006-affaere-fc-bayerns-fragwuerdige-freundschaftsspiele-13907315.html
Lustig. Alle dabei.
Alles selbst und hart erarbeitet.
13.11.2015 - 15:34 Uhr
Zitat von Ironhide
Ob sich der FCB im strafrechtlichen Sinne anfechtbar gemacht hat spielt hier aktuell eine ungeordnete Rolle, das müssen ganz andere klären. Sollte es aber zwischen DFB und dem FCB mit Freundschaftsspielen eine Klüngelei gegeben haben, völlig Wurst um welche Beträge es geht, ist es zumindest sportrechtlich relevant. Von der moralischen ganz abgesehen. Das dürfte auch den anderen Bundesligisten ganz und gar nicht passen. Ich sag dazu nur: Lawinengefahr!
Zitat von FCB-Gustavo
Über dieses Thema kann man viel diskutieren und man kann da auch gerne den FCB kritisieren, aber doch bitte begründet und hier nicht nur so stumpfe Sätze raushauen.
Über dieses Thema kann man viel diskutieren und man kann da auch gerne den FCB kritisieren, aber doch bitte begründet und hier nicht nur so stumpfe Sätze raushauen.
Ob sich der FCB im strafrechtlichen Sinne anfechtbar gemacht hat spielt hier aktuell eine ungeordnete Rolle, das müssen ganz andere klären. Sollte es aber zwischen DFB und dem FCB mit Freundschaftsspielen eine Klüngelei gegeben haben, völlig Wurst um welche Beträge es geht, ist es zumindest sportrechtlich relevant. Von der moralischen ganz abgesehen. Das dürfte auch den anderen Bundesligisten ganz und gar nicht passen. Ich sag dazu nur: Lawinengefahr!
Ich sehe nicht, inwiefern es da zwischen DFB und FCB zu einer "Klüngelei" gekommen ist. Der DFB ist ja nicht wirklich involviert gewesen, sondern eher Kirch, Netzer, Radmann und der FC Bayern.
Ansonsten will ich gerne nochmal die Sportrechte betrachten. Ich kopiere hier einfach nochmal meinen Beitrag aus dem FCB-Forum hin, weil ich ehrlich gesagt keine Muße habe nochmal einen solchen Beitrag zu schreiben.
Das ganze undurchsichtige Geschäft mit den Sportrechten finde ich noch viel interessanter.
Zunächst sollte man wissen, dass die Kirch-Gruppe zusammen mit dem Sportvermarkter ISL sich 1996 die Rechte für die WM 2006 gesichert hatte. Zu einem hohen Preis und schon damals sah es wirtschaftlich nicht gerade rosig für Kirch aus.
Auch die Bilanzen von Adidas sahen nicht gerade toll aus. Dreyfus war Vorstandsvorsitzender bei Adidas.
Beide Konzerne hatten also ein erhebliches Interesse daran, dass die WM nicht in Südafrika stattfand. Die Einnahmen für Kirch wären bei einer WM in Südafrika nur halb so groß gewesen wie bei einer WM in Deutschland. Und auch für Adidas war klar, dass nur eine WM in Deutschland, mit dem hauseigenen Verband DFB, großes Wachstum versprach.
Anfang 2000 sah es nicht gut aus für die WM in Deutschland. Südafrika war ein starker Konkurrent. Nur 8-9 Stimmen galten als sicher, während Südafrika sich auf 11-12 Stimmen verlassen konnte. Also musste man intervenieren und das tat man über CWL, einem Schweizer Sportvermarkter. Wer war Direktor und Gründer dieses Unternehmens? Günter Netzer. CWL gehörte zu 95% dem Imperium von Leo Kirch. Netzer hatte also ein eigenes wirtschaftliches Interesse an der WM.
Netzers Agentur schloss sodann Verträge mit verschiedenen Verbänden, namentlich Malta, Thailand, Tunesien und Trinidad&Tobago, über Freundschaftsspiele des FC Bayern in den jeweiligen Ländern. Darunter Joseph Mifsud, Worawi Makudi und Jack Warner. Drei Exekutivmitglieder, deren Stimme nicht als nicht sicher galt, unentschlossen waren oder gar pro Südafrika waren.
Joseph Mifsud war der deutschen Bewerbung nicht gerade freundlich gesinnt, war doch sein großer Rivale um Fifa-Posten Gerhard Mayer-Vorfelder.
Worawi Makudi galt gar als Königsmacher, weil er sich bisher noch für keine der beiden Seiten ausgesprochen hatte. Jack Warner hatte schon damals den Ruf korrupt zu sein.
Dazu noch Slim Chiboub, der Präsident des mächtigsten tunesichen Vereins und Schwiegersohn des Präsidenten war. Er hatte also wohl Einfluss auf das tunesische Exekutivmitglied nehmen können.
Netzers Agentur hat für die Rechte an diesen Spielen wohl massiv über Wert gezahlt. Zudem wurde das Geld in 2 Fällen (Malta und Jack Warner) nicht an die Verbände, sondern an ominöse Konten überwiesen.
Das kann natürlich Zufall sein, dass die Geschäfte ausgerechnet kurz vor der WM mit wichtigen Entscheidern über die WM abgeschlossen wurde. Aber warum war Fedor Radmann dann darin involviert? Schließlich hatte er mit der Agentur CWL nichts zu tun und war für die WM verantwortlich. Warum dann die Geschäfte mit Kirch? Denn Radmann hatte mit den oben genannten obskuren Gestalten verhandelt.
Dazu wurde noch ein über eine Million Dollar dotierter Vertrag als Berater mit Elias Zaccour abgeschlossen, der gute Kontakte noch Südamerika und in den arabischen Raum hatte. Zudem war er ein enger Freund von Joao Havelange. Wer hatte sich vor der Vergabe denn gegen Deutschland ausgesprochen? Alle südamerikanischen und arabischen Exekutivmitglieder und natürlich Joao Havelange. Und wer wurde zufällig ein paar Monate später als Berater bei Kirch angestellt? Fedor Radmann.
Radmann hat vorher bereits bei ISL, einem anderen Sportrechtevermarkter, und Adidas gearbeitet. ISL wurde von Horst Dassler gegründet, dem Sohn von Alfred Dassler. Beckenbauer war Gründer der Vorläuferorganisation von ISL. Jedenfalls hatte Horst Dassler mit ISL ein beispielloses Netzwerk von Schmiergeldzahlungen und Korruption aufgebaut. Besonders Joao Havelange kassierte kräftig ab.
Horst Dassler war übrigens ein enger Freund von Sepp Blatter und hatte Blatter auch in sein erstes Amt gehievt. Zeitweise wurde Blatter sogar von Adidas bezahlt. Genauso war Robert Dreyfus in Aktivitäten von ISL verstrickt.
Knapp 2 Monate vor der WM-Vergabe wurden außerdem 50.000 Dollar an das Exekutivmitglied Nicolas Leoz und 868.000 Dollar an eine Scheinfirma von Joao Havelange und seinem Schwiegersohn Ricardo Teixera, damals auch Exekutivmitglied, überwiesen. Diese Zahlungen sind zumindest interessant. Fedor Radmann wusste also schon durch seine Zeit bei Adidas und ISL wie der Hase bei der Fifa läuft.
Schließlich wurde die WM doch an Deutschland vergeben. Alle sind zufrieden. Dann kommt der ISL-Skandal 2001 ans Tageslicht. Kirch ist zunächst der große Profiteuer und kann sich noch weitere Rechte sichern, aber kommt dann 2002 auch zu Fall.
Wer übernimmt jetzt bloß die Rechte an der WM 2006? Günter Netzer, der ja schon für Kirch gearbeitet hat, und Robert Luis Dreyfus. Da bleiben die Rechte doch praktischerweise so ziemlich in den gleichen Händen. Die neu gegründete Agentur heißt Infront. Haben viele sicherlich schon mal gehört.
Zusätzlich beteiligt sich noch Saleh Kamel an Infront, ein saudischer Milliardär. Eine dubiose Gestalt, der mit seiner weit verzweigten Dallah Group reich geworden ist. Kamel ist zwar kein Sportfunktionär hat seine Hände, aber trotzdem in der Fifa. So soll er 1998 und 2002 die Werbetouren von Blatter für die Wahl zum FIFA-Präsidenten finanziert haben. Außerdem hat er über seine Dallah Group an Mohamed Bin Hammam überwiesen. Derselbe Bin Hammam, an den auch die 6,7 Millionen von Robert Louis Dreyfus geflossen sein sollen. Generell sollte man wirklich mal hinterfragen, was Netzer oder Dreyfus mit so zwielichtigen Gestalten getrieben haben. Denn Saleh Kamel ist beileibe kein Unschuldslamm, so wurde gegen ihn wegen Unterstützung von Terrororganisationen ermittelt, weil er Al-Quaida finanziert haben soll. Scheint aber keinen zu stören.
Außerdem taucht wieder einmal Fedor Radmann auf, der, nach seinem hoch dotierten Beratervertrag bei Leo Kirch, nun erneut einen Beratervetrag abgeschlossen hat. Nur diesmal mit Günter Netzer und Robert Louis Dreyfus von Infront.
Leider hat sich Infront mit den Rechten für die WM 2006 ein bisschen übernommen und sucht dringend einen Abnehmer, der den hohen Preis bezahlt. Wer kommt da in Frage? Natürlich die öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF. Die ARD trifft sich also bei einem geheimen Treffen mit Netzer und Dreyfus. Netzer ist zu dem Zeitpunkt noch als Experte tätig, also Angestellter der ARD. Schließlich werden Infront doch noch die Rechte zu einem hohen Preis von ARD und ZDF abgekauft. Interessant ist zudem auch, wer der heutige Chef von Infront ist: Phillippe Blatter, Sohn von Sepp Blatter.
Hier steht dann natürlich die Frage im Raum, wie viel Beckenbauer von all dem wusste und welche Rolle er bei den Freundschaftsspielen gespielt hat. Gleichzeitig kann man sicherlich nochmal hinterfragen, ob das Darlehen von Dreyfus an Hoeneß und der Vertrag zwischen Kirch und Hoeneß damit zu tun haben.
16.11.2015 - 13:20 Uhr
Zitat von FCB-Gustavo
Ich sehe nicht, inwiefern es da zwischen DFB und FCB zu einer "Klüngelei" gekommen ist. Der DFB ist ja nicht wirklich involviert gewesen, sondern eher Kirch, Netzer, Radmann und der FC Bayern.
Ansonsten will ich gerne nochmal die Sportrechte betrachten. Ich kopiere hier einfach nochmal meinen Beitrag aus dem FCB-Forum hin, weil ich ehrlich gesagt keine Muße habe nochmal einen solchen Beitrag zu schreiben.
Das ganze undurchsichtige Geschäft mit den Sportrechten finde ich noch viel interessanter.
Zunächst sollte man wissen, dass die Kirch-Gruppe zusammen mit dem Sportvermarkter ISL sich 1996 die Rechte für die WM 2006 gesichert hatte. Zu einem hohen Preis und schon damals sah es wirtschaftlich nicht gerade rosig für Kirch aus.
Auch die Bilanzen von Adidas sahen nicht gerade toll aus. Dreyfus war Vorstandsvorsitzender bei Adidas.
Beide Konzerne hatten also ein erhebliches Interesse daran, dass die WM nicht in Südafrika stattfand. Die Einnahmen für Kirch wären bei einer WM in Südafrika nur halb so groß gewesen wie bei einer WM in Deutschland. Und auch für Adidas war klar, dass nur eine WM in Deutschland, mit dem hauseigenen Verband DFB, großes Wachstum versprach.
Anfang 2000 sah es nicht gut aus für die WM in Deutschland. Südafrika war ein starker Konkurrent. Nur 8-9 Stimmen galten als sicher, während Südafrika sich auf 11-12 Stimmen verlassen konnte. Also musste man intervenieren und das tat man über CWL, einem Schweizer Sportvermarkter. Wer war Direktor und Gründer dieses Unternehmens? Günter Netzer. CWL gehörte zu 95% dem Imperium von Leo Kirch. Netzer hatte also ein eigenes wirtschaftliches Interesse an der WM.
Netzers Agentur schloss sodann Verträge mit verschiedenen Verbänden, namentlich Malta, Thailand, Tunesien und Trinidad&Tobago, über Freundschaftsspiele des FC Bayern in den jeweiligen Ländern. Darunter Joseph Mifsud, Worawi Makudi und Jack Warner. Drei Exekutivmitglieder, deren Stimme nicht als nicht sicher galt, unentschlossen waren oder gar pro Südafrika waren.
Joseph Mifsud war der deutschen Bewerbung nicht gerade freundlich gesinnt, war doch sein großer Rivale um Fifa-Posten Gerhard Mayer-Vorfelder.
Worawi Makudi galt gar als Königsmacher, weil er sich bisher noch für keine der beiden Seiten ausgesprochen hatte. Jack Warner hatte schon damals den Ruf korrupt zu sein.
Dazu noch Slim Chiboub, der Präsident des mächtigsten tunesichen Vereins und Schwiegersohn des Präsidenten war. Er hatte also wohl Einfluss auf das tunesische Exekutivmitglied nehmen können.
Netzers Agentur hat für die Rechte an diesen Spielen wohl massiv über Wert gezahlt. Zudem wurde das Geld in 2 Fällen (Malta und Jack Warner) nicht an die Verbände, sondern an ominöse Konten überwiesen.
Das kann natürlich Zufall sein, dass die Geschäfte ausgerechnet kurz vor der WM mit wichtigen Entscheidern über die WM abgeschlossen wurde. Aber warum war Fedor Radmann dann darin involviert? Schließlich hatte er mit der Agentur CWL nichts zu tun und war für die WM verantwortlich. Warum dann die Geschäfte mit Kirch? Denn Radmann hatte mit den oben genannten obskuren Gestalten verhandelt.
Dazu wurde noch ein über eine Million Dollar dotierter Vertrag als Berater mit Elias Zaccour abgeschlossen, der gute Kontakte noch Südamerika und in den arabischen Raum hatte. Zudem war er ein enger Freund von Joao Havelange. Wer hatte sich vor der Vergabe denn gegen Deutschland ausgesprochen? Alle südamerikanischen und arabischen Exekutivmitglieder und natürlich Joao Havelange. Und wer wurde zufällig ein paar Monate später als Berater bei Kirch angestellt? Fedor Radmann.
Radmann hat vorher bereits bei ISL, einem anderen Sportrechtevermarkter, und Adidas gearbeitet. ISL wurde von Horst Dassler gegründet, dem Sohn von Alfred Dassler. Beckenbauer war Gründer der Vorläuferorganisation von ISL. Jedenfalls hatte Horst Dassler mit ISL ein beispielloses Netzwerk von Schmiergeldzahlungen und Korruption aufgebaut. Besonders Joao Havelange kassierte kräftig ab.
Horst Dassler war übrigens ein enger Freund von Sepp Blatter und hatte Blatter auch in sein erstes Amt gehievt. Zeitweise wurde Blatter sogar von Adidas bezahlt. Genauso war Robert Dreyfus in Aktivitäten von ISL verstrickt.
Knapp 2 Monate vor der WM-Vergabe wurden außerdem 50.000 Dollar an das Exekutivmitglied Nicolas Leoz und 868.000 Dollar an eine Scheinfirma von Joao Havelange und seinem Schwiegersohn Ricardo Teixera, damals auch Exekutivmitglied, überwiesen. Diese Zahlungen sind zumindest interessant. Fedor Radmann wusste also schon durch seine Zeit bei Adidas und ISL wie der Hase bei der Fifa läuft.
Schließlich wurde die WM doch an Deutschland vergeben. Alle sind zufrieden. Dann kommt der ISL-Skandal 2001 ans Tageslicht. Kirch ist zunächst der große Profiteuer und kann sich noch weitere Rechte sichern, aber kommt dann 2002 auch zu Fall.
Wer übernimmt jetzt bloß die Rechte an der WM 2006? Günter Netzer, der ja schon für Kirch gearbeitet hat, und Robert Luis Dreyfus. Da bleiben die Rechte doch praktischerweise so ziemlich in den gleichen Händen. Die neu gegründete Agentur heißt Infront. Haben viele sicherlich schon mal gehört.
Zusätzlich beteiligt sich noch Saleh Kamel an Infront, ein saudischer Milliardär. Eine dubiose Gestalt, der mit seiner weit verzweigten Dallah Group reich geworden ist. Kamel ist zwar kein Sportfunktionär hat seine Hände, aber trotzdem in der Fifa. So soll er 1998 und 2002 die Werbetouren von Blatter für die Wahl zum FIFA-Präsidenten finanziert haben. Außerdem hat er über seine Dallah Group an Mohamed Bin Hammam überwiesen. Derselbe Bin Hammam, an den auch die 6,7 Millionen von Robert Louis Dreyfus geflossen sein sollen. Generell sollte man wirklich mal hinterfragen, was Netzer oder Dreyfus mit so zwielichtigen Gestalten getrieben haben. Denn Saleh Kamel ist beileibe kein Unschuldslamm, so wurde gegen ihn wegen Unterstützung von Terrororganisationen ermittelt, weil er Al-Quaida finanziert haben soll. Scheint aber keinen zu stören.
Außerdem taucht wieder einmal Fedor Radmann auf, der, nach seinem hoch dotierten Beratervertrag bei Leo Kirch, nun erneut einen Beratervetrag abgeschlossen hat. Nur diesmal mit Günter Netzer und Robert Louis Dreyfus von Infront.
Leider hat sich Infront mit den Rechten für die WM 2006 ein bisschen übernommen und sucht dringend einen Abnehmer, der den hohen Preis bezahlt. Wer kommt da in Frage? Natürlich die öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF. Die ARD trifft sich also bei einem geheimen Treffen mit Netzer und Dreyfus. Netzer ist zu dem Zeitpunkt noch als Experte tätig, also Angestellter der ARD. Schließlich werden Infront doch noch die Rechte zu einem hohen Preis von ARD und ZDF abgekauft. Interessant ist zudem auch, wer der heutige Chef von Infront ist: Phillippe Blatter, Sohn von Sepp Blatter.
Hier steht dann natürlich die Frage im Raum, wie viel Beckenbauer von all dem wusste und welche Rolle er bei den Freundschaftsspielen gespielt hat. Gleichzeitig kann man sicherlich nochmal hinterfragen, ob das Darlehen von Dreyfus an Hoeneß und der Vertrag zwischen Kirch und Hoeneß damit zu tun haben.
Zitat von Ironhide
Ob sich der FCB im strafrechtlichen Sinne anfechtbar gemacht hat spielt hier aktuell eine ungeordnete Rolle, das müssen ganz andere klären. Sollte es aber zwischen DFB und dem FCB mit Freundschaftsspielen eine Klüngelei gegeben haben, völlig Wurst um welche Beträge es geht, ist es zumindest sportrechtlich relevant. Von der moralischen ganz abgesehen. Das dürfte auch den anderen Bundesligisten ganz und gar nicht passen. Ich sag dazu nur: Lawinengefahr!
Zitat von FCB-Gustavo
Über dieses Thema kann man viel diskutieren und man kann da auch gerne den FCB kritisieren, aber doch bitte begründet und hier nicht nur so stumpfe Sätze raushauen.
Über dieses Thema kann man viel diskutieren und man kann da auch gerne den FCB kritisieren, aber doch bitte begründet und hier nicht nur so stumpfe Sätze raushauen.
Ob sich der FCB im strafrechtlichen Sinne anfechtbar gemacht hat spielt hier aktuell eine ungeordnete Rolle, das müssen ganz andere klären. Sollte es aber zwischen DFB und dem FCB mit Freundschaftsspielen eine Klüngelei gegeben haben, völlig Wurst um welche Beträge es geht, ist es zumindest sportrechtlich relevant. Von der moralischen ganz abgesehen. Das dürfte auch den anderen Bundesligisten ganz und gar nicht passen. Ich sag dazu nur: Lawinengefahr!
Ich sehe nicht, inwiefern es da zwischen DFB und FCB zu einer "Klüngelei" gekommen ist. Der DFB ist ja nicht wirklich involviert gewesen, sondern eher Kirch, Netzer, Radmann und der FC Bayern.
Ansonsten will ich gerne nochmal die Sportrechte betrachten. Ich kopiere hier einfach nochmal meinen Beitrag aus dem FCB-Forum hin, weil ich ehrlich gesagt keine Muße habe nochmal einen solchen Beitrag zu schreiben.
Das ganze undurchsichtige Geschäft mit den Sportrechten finde ich noch viel interessanter.
Zunächst sollte man wissen, dass die Kirch-Gruppe zusammen mit dem Sportvermarkter ISL sich 1996 die Rechte für die WM 2006 gesichert hatte. Zu einem hohen Preis und schon damals sah es wirtschaftlich nicht gerade rosig für Kirch aus.
Auch die Bilanzen von Adidas sahen nicht gerade toll aus. Dreyfus war Vorstandsvorsitzender bei Adidas.
Beide Konzerne hatten also ein erhebliches Interesse daran, dass die WM nicht in Südafrika stattfand. Die Einnahmen für Kirch wären bei einer WM in Südafrika nur halb so groß gewesen wie bei einer WM in Deutschland. Und auch für Adidas war klar, dass nur eine WM in Deutschland, mit dem hauseigenen Verband DFB, großes Wachstum versprach.
Anfang 2000 sah es nicht gut aus für die WM in Deutschland. Südafrika war ein starker Konkurrent. Nur 8-9 Stimmen galten als sicher, während Südafrika sich auf 11-12 Stimmen verlassen konnte. Also musste man intervenieren und das tat man über CWL, einem Schweizer Sportvermarkter. Wer war Direktor und Gründer dieses Unternehmens? Günter Netzer. CWL gehörte zu 95% dem Imperium von Leo Kirch. Netzer hatte also ein eigenes wirtschaftliches Interesse an der WM.
Netzers Agentur schloss sodann Verträge mit verschiedenen Verbänden, namentlich Malta, Thailand, Tunesien und Trinidad&Tobago, über Freundschaftsspiele des FC Bayern in den jeweiligen Ländern. Darunter Joseph Mifsud, Worawi Makudi und Jack Warner. Drei Exekutivmitglieder, deren Stimme nicht als nicht sicher galt, unentschlossen waren oder gar pro Südafrika waren.
Joseph Mifsud war der deutschen Bewerbung nicht gerade freundlich gesinnt, war doch sein großer Rivale um Fifa-Posten Gerhard Mayer-Vorfelder.
Worawi Makudi galt gar als Königsmacher, weil er sich bisher noch für keine der beiden Seiten ausgesprochen hatte. Jack Warner hatte schon damals den Ruf korrupt zu sein.
Dazu noch Slim Chiboub, der Präsident des mächtigsten tunesichen Vereins und Schwiegersohn des Präsidenten war. Er hatte also wohl Einfluss auf das tunesische Exekutivmitglied nehmen können.
Netzers Agentur hat für die Rechte an diesen Spielen wohl massiv über Wert gezahlt. Zudem wurde das Geld in 2 Fällen (Malta und Jack Warner) nicht an die Verbände, sondern an ominöse Konten überwiesen.
Das kann natürlich Zufall sein, dass die Geschäfte ausgerechnet kurz vor der WM mit wichtigen Entscheidern über die WM abgeschlossen wurde. Aber warum war Fedor Radmann dann darin involviert? Schließlich hatte er mit der Agentur CWL nichts zu tun und war für die WM verantwortlich. Warum dann die Geschäfte mit Kirch? Denn Radmann hatte mit den oben genannten obskuren Gestalten verhandelt.
Dazu wurde noch ein über eine Million Dollar dotierter Vertrag als Berater mit Elias Zaccour abgeschlossen, der gute Kontakte noch Südamerika und in den arabischen Raum hatte. Zudem war er ein enger Freund von Joao Havelange. Wer hatte sich vor der Vergabe denn gegen Deutschland ausgesprochen? Alle südamerikanischen und arabischen Exekutivmitglieder und natürlich Joao Havelange. Und wer wurde zufällig ein paar Monate später als Berater bei Kirch angestellt? Fedor Radmann.
Radmann hat vorher bereits bei ISL, einem anderen Sportrechtevermarkter, und Adidas gearbeitet. ISL wurde von Horst Dassler gegründet, dem Sohn von Alfred Dassler. Beckenbauer war Gründer der Vorläuferorganisation von ISL. Jedenfalls hatte Horst Dassler mit ISL ein beispielloses Netzwerk von Schmiergeldzahlungen und Korruption aufgebaut. Besonders Joao Havelange kassierte kräftig ab.
Horst Dassler war übrigens ein enger Freund von Sepp Blatter und hatte Blatter auch in sein erstes Amt gehievt. Zeitweise wurde Blatter sogar von Adidas bezahlt. Genauso war Robert Dreyfus in Aktivitäten von ISL verstrickt.
Knapp 2 Monate vor der WM-Vergabe wurden außerdem 50.000 Dollar an das Exekutivmitglied Nicolas Leoz und 868.000 Dollar an eine Scheinfirma von Joao Havelange und seinem Schwiegersohn Ricardo Teixera, damals auch Exekutivmitglied, überwiesen. Diese Zahlungen sind zumindest interessant. Fedor Radmann wusste also schon durch seine Zeit bei Adidas und ISL wie der Hase bei der Fifa läuft.
Schließlich wurde die WM doch an Deutschland vergeben. Alle sind zufrieden. Dann kommt der ISL-Skandal 2001 ans Tageslicht. Kirch ist zunächst der große Profiteuer und kann sich noch weitere Rechte sichern, aber kommt dann 2002 auch zu Fall.
Wer übernimmt jetzt bloß die Rechte an der WM 2006? Günter Netzer, der ja schon für Kirch gearbeitet hat, und Robert Luis Dreyfus. Da bleiben die Rechte doch praktischerweise so ziemlich in den gleichen Händen. Die neu gegründete Agentur heißt Infront. Haben viele sicherlich schon mal gehört.
Zusätzlich beteiligt sich noch Saleh Kamel an Infront, ein saudischer Milliardär. Eine dubiose Gestalt, der mit seiner weit verzweigten Dallah Group reich geworden ist. Kamel ist zwar kein Sportfunktionär hat seine Hände, aber trotzdem in der Fifa. So soll er 1998 und 2002 die Werbetouren von Blatter für die Wahl zum FIFA-Präsidenten finanziert haben. Außerdem hat er über seine Dallah Group an Mohamed Bin Hammam überwiesen. Derselbe Bin Hammam, an den auch die 6,7 Millionen von Robert Louis Dreyfus geflossen sein sollen. Generell sollte man wirklich mal hinterfragen, was Netzer oder Dreyfus mit so zwielichtigen Gestalten getrieben haben. Denn Saleh Kamel ist beileibe kein Unschuldslamm, so wurde gegen ihn wegen Unterstützung von Terrororganisationen ermittelt, weil er Al-Quaida finanziert haben soll. Scheint aber keinen zu stören.
Außerdem taucht wieder einmal Fedor Radmann auf, der, nach seinem hoch dotierten Beratervertrag bei Leo Kirch, nun erneut einen Beratervetrag abgeschlossen hat. Nur diesmal mit Günter Netzer und Robert Louis Dreyfus von Infront.
Leider hat sich Infront mit den Rechten für die WM 2006 ein bisschen übernommen und sucht dringend einen Abnehmer, der den hohen Preis bezahlt. Wer kommt da in Frage? Natürlich die öffentlich-rechtlichen Sender ARD und ZDF. Die ARD trifft sich also bei einem geheimen Treffen mit Netzer und Dreyfus. Netzer ist zu dem Zeitpunkt noch als Experte tätig, also Angestellter der ARD. Schließlich werden Infront doch noch die Rechte zu einem hohen Preis von ARD und ZDF abgekauft. Interessant ist zudem auch, wer der heutige Chef von Infront ist: Phillippe Blatter, Sohn von Sepp Blatter.
Hier steht dann natürlich die Frage im Raum, wie viel Beckenbauer von all dem wusste und welche Rolle er bei den Freundschaftsspielen gespielt hat. Gleichzeitig kann man sicherlich nochmal hinterfragen, ob das Darlehen von Dreyfus an Hoeneß und der Vertrag zwischen Kirch und Hoeneß damit zu tun haben.
Wenn man deine (wirklich gut recherchierten) Aussagen mit der Vorgeschichte um Beckenbauer und Radman aus dem Spiegel anreichert, dann gibt sich ein ziemlich gutes Bild. Und das nicht zum Guten vom guten Kaiser...
17.11.2015 - 15:23 Uhr
Weißer Rauch: Grindel (DFB-Schatzmeister) soll Nachfolger von Niersbach werden.
http://www.zeit.de/sport/2015-11/reinhard-grindel-soll-dfb-praesident-werden
http://www.zeit.de/sport/2015-11/reinhard-grindel-soll-dfb-praesident-werden
17.11.2015 - 15:57 Uhr
ein politiker, der gegen die antikorruptionsgesetze votiert hat, ist natürlich die best besetzung, wenn man den sumpf NICHT trockenlegen möchte. zeigt doch eindeutig, wie beim DFB die situation gesehen wird.
19.11.2015 - 16:54 Uhr
Bei den Profis ist man offenbar alles andere als Glücklich über die schnelle Wahl von Grindel:
http://www.kicker.de/news/fussball/bundesliga/startseite/639545/artikel_watzke_wir-fuehlen-uns-brueskiert.html
http://www.kicker.de/news/fussball/bundesliga/startseite/639579/artikel_heidel_kann-hektik-nicht-nachvollziehen.html
Problematisch nur dass das Amateurlager in dieser Frage ja eigentlich gar nix zu melden hat. Die 25.500 Vereine dürften da kein Mitspracherecht haben... Allerdings wäre es mal sinnvoll alle daran zu beteiligen, um demokratisch und unabhängig den Dachverband auf gesunde Säulen zu stellen. Solche fragwürdigen Personen wie Grindel sollten dann allerdings von Anfang außen vor gelassen werden.
Dazu muss man sagen das die die ersten beiden ohnehin mit dem DFB nur noch bedingt was zu tun haben.
http://www.kicker.de/news/fussball/bundesliga/startseite/639545/artikel_watzke_wir-fuehlen-uns-brueskiert.html
http://www.kicker.de/news/fussball/bundesliga/startseite/639579/artikel_heidel_kann-hektik-nicht-nachvollziehen.html
Problematisch nur dass das Amateurlager in dieser Frage ja eigentlich gar nix zu melden hat. Die 25.500 Vereine dürften da kein Mitspracherecht haben... Allerdings wäre es mal sinnvoll alle daran zu beteiligen, um demokratisch und unabhängig den Dachverband auf gesunde Säulen zu stellen. Solche fragwürdigen Personen wie Grindel sollten dann allerdings von Anfang außen vor gelassen werden.
Dazu muss man sagen das die die ersten beiden ohnehin mit dem DFB nur noch bedingt was zu tun haben.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Ironhide am 19.11.2015 um 16:56 Uhr bearbeitet
19.11.2015 - 17:53 Uhr
Zitat von Ironhide
Problematisch nur dass das Amateurlager in dieser Frage ja eigentlich gar nix zu melden hat. Die 25.500 Vereine dürften da kein Mitspracherecht haben...
Problematisch nur dass das Amateurlager in dieser Frage ja eigentlich gar nix zu melden hat. Die 25.500 Vereine dürften da kein Mitspracherecht haben...
Die Landes- und Regionalverbände stellen die Mehrheit der Stimmen im DFB ,wenn wer nix zu melden hat dann der Ligaverband.
19.11.2015 - 18:03 Uhr
Eben, die Landesverbände.... Hat ja nun aber nix mit dem Amateurlager an und für sich zu tun. Kann mir auch nicht vorstellen das die meisten Vereine von Liga 3 bis ganz unten zufrieden mit der Personalie Grindel sind. So spielt man die Vereine, die damit nix zu tun haben, indirekt mit den Bundesligavereinen aus.
Mit letzten geh ich natürlich mit dir konform.
Mit letzten geh ich natürlich mit dir konform.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Ironhide am 19.11.2015 um 18:03 Uhr bearbeitet
22.11.2015 - 02:25 Uhr
Des Kaisers Reaktion steht ja auf beängstigende Weise sinnbildlich für dieses gesamte System. Nicht nur die Tatsache, dass er einfach alles blind unterschrieben hat, nein auch seine Reaktion auf Niersbachs Abgang ist symptomatisch. Man liest nur von "wir sind und bleiben Freunde" etc. Und der böse Giftzwerg Zwanziger spuckt in die Freundschaftssuppe wie Judas persönlich. Auch dazu viel ihm nur ein "wir waren doch Freunde" ein. Das Milliarden-Geschäft Fußball wird gemanagt wie die Herren-Skatrunde aus Wanne-Eickel. Ein Staat der so regiert wird nannte man in der Vergangenheit etwas abschätzig Bananenrepublik.
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