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BVB - Transferpolitik

14.02.2015 - 15:43 Uhr
BVB - Transferpolitik |#16471
05.08.2021 - 21:59 Uhr
Zitat von MrSimpson

Finde ich nicht verwunderlich. In der Offensive hat man viele Talente, die man auch mal spielen lassen kann.
In der Defensive hat man eher auf die Karte Erfahrung gesetzt. Und Erfahrung kostet nun mal Geld.
Wenn man jetzt bedenkt, daß Meunier ablösefrei gekommen ist, würde da sicher noch etwas dazukommen.
Es zeigt aber auch, daß man Talente viel einfacher in eine Offensive einbinden kann, als hinten.
Macht ein 18 jähriger vorne einen Fehler ist das meistens nicht Spielentscheidend.
Macht derjenige hinten einen, klingelt es häufiger mal.
Ein Punkt, der immer bei uns zu kurz kommt ist auch, daß wir eigentlich immer richtig starke AV hatten.
Die waren offensiv zu gebrauchen und Defensiv ebenso.
Ob ich da jetzt Knut Reinhardt nehme, oder Dede, oder Pischu, oder den oft gescholtenen Schmelzer, Evanilson, selbst Owo hat konstant gute Spiele gemacht, wenn er fit war.
Von Reuter, Heinrich und Co. Fange ich gar nicht an.
Das fehlt den Fans. Und wenn man da mal Schulz und Meunier als Vergleich nimmt, sieht das halt grade echt nicht sonderlich verheißungsvoll aus.
Und am Ende fängt die Defensive eh in der Offensive an.
3 Euro bezahle ich gerne mal. zwinker


Also dass man in der Defensive ausschließlich auf die Karte Erfahrung gesetzt hat, würde ich jetzt nicht unbedingt sagen. Zu uns kam Zagadou als er 18 war, der ohne seine Verletzungen wahrscheinlich inzwischen Stammspieler wäre. Dazu kam Morey, der ohne seine Verletzungen auch weiter wäre, und Balerdi, der es nicht gepackt hat. Nicht zu vergessen Hakimi, der immer noch hier spielen würde, wenn er nicht SO eingeschlagen wäre. Für 15 - 20 Mio hätten wir ihn sicher fest verpflichtet. Und jetzt kam mit Coulibaly wieder ein junger IV. Das sind also 5 Transfers von jungen Abwehrspielern in den letzten 5 Jahren, die die Möglichkeit bekommen haben, sich durchzusetzen und dies auch teilweise getan haben (und da gabs bestimmt noch ein paar mehr, die ich jetzt nicht aufgezählt hab). Ich seh da also keinen großen Unterschied zu der Offensive.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von yellowpanther am 05.08.2021 um 22:19 Uhr bearbeitet
BVB - Transferpolitik |#16472
05.08.2021 - 23:10 Uhr
Zitat von TheKillingJoke

Zitat von BVBBC

Ich finde die Betrachtung der Marktwertveränderung schwierig, weil sie nicht erklärt, inwiefern man denn tatsächlich partizipiert. Das kann die Betrachtung der Ablösesummen zwar auch nicht vollauf leisten, da Gehälter und Handgelder inkludiert werden müssten, in Relation zum sportlichen Ertrag (@daredennis7 - ja, wäre sehr interessant, aber definitiv nur mit Schätzungen machbar, die vor allem angesichts unbekannter Verlängerungskonditionen oft unmöglich sind und daher sehr ungenau werden), aber zumindest sind sie ein Teil der Erklärung.


Inwiefern man tatsächlich partizipiert, wird aber keine Statistik zeigen (auch nicht die Investitionen). Klar, kann man zur hinkenden Argumentation noch Handgelder und Gehälter addieren (ich würde das auch spannend finden). Aber es würde uns immer noch nicht verraten, wie man partizipierte.

Du hast es doch selbst geschrieben.... bei einen Teil der Spieler weiss man garnicht, was die Beweggründe waren. Hat man Brandt verpflichtet, weil man ihn perspektivisch als Reus-Nachfolger gesehen hat.... oder als Spieler für die OA? Als Spieler für die 6/8? Bei Schulz oder Haaland ist die Idee eindeutig. Bei vielen Spielern können wir es nur vermuten. Weil Entwicklung nicht immer linear verlaufen, kann sich die Bedarfslage hier auch schnell verändern (zum positiven oder negativen).



Da die Bilanz eine Statistik ist, die intern viel detailierter ist, kann man sehr wohl an einer Statistik erkennen, inwiefern man an Spielern partizipiert und Umsätze auf die eine oder andere Weise durch deren Verpflichtung einen positiven Schub versetzt oder eben einen negativen Schlag. Ansonsten könnte man keinem Spieler einen Wert zuweisen. Keine Ahnung, was daher daran haken soll, das müsstest du schon genau erklären, warum man nicht im Detail wissen soll, ob ein Spieler letztendlich sein Geld wert ist oder nicht. Spätestens hinterher, aber man kann auch vorab definieren, was passieren muss, um von einer Spielerentwicklung zu profitieren. Dafür gibt es letztendlich ja u.a. eine Budgetplanung. Die Finanzen sind für mich dabei immer eine Folge der sportlichen Leistungen, um die es letztendlich ja auch grundlegend geht.

Planung ist dann eben auch das Stichwort. Wenn man Spieler so einplant, dass sie etwas werden müssen, was sie nicht sind, muss zumindest das Potenzial dem Risiko gerecht werden, was in der Regel aber nicht der Fall ist, sobald größere Summen bewegt werden und man rätseln muss, warum man den Spieler eigentlich holt. Für welche der von dir erwähnten Positionen von Brandt hatte man denn akuten Bedarf für einen Spielertyp a la Brandt?

Dass sich Bedarfslagen verändern ist doch zudem kein Zufall, sondern ein Resultat der Transferpolitik, gerade wenn Spieler geholt werden, bei denen die Bedarfslage in keinem Verhältnis zu den Ausgaben und dementsprechendem Risiko steht. Was sollen denn die Beweggründe entgegen einer Bedarfslage sein? Verändert sich überhaupt die Bedarfslage oder ist der Bedarf, den man ursprünglich hatte nicht immer noch derselbe und stellt sich nun nur noch konkreter dar, da dieser nicht bedient wurde und man dadurch das, was man ex-ante in genug Fällen prognostizieren konnte, ex-post bestätigt bekommen hat?

Dass es bei Schulz eine klare Idee gab, ist hoffentlich ein Witz. Gerade in einem Atemzug mit Haland. Es gab einen Bedarf, weil Guerreiro mit seiner Vertragsverlängerung gezögert hatte, aber wie man so bekannte Spieler so überbewerten kann, bleibt mir ein absolutes Rätsel. Zumal er dahingehend kein Einzelbeispiel ist und daher in eine ganz andere Reihe gehört, als in die mit Haland. Schulz sollte und musste, mitunter auch durch die Hummels Verpflichtung, jemand werden, der er nicht ist und für den er auch schlicht nie die Qualität hatte, nur weil es für den BVB kaum relevante Situationen gab, in denen er Qualität nachweisen konnte. Man bekommt in aller Regel genau das, was man sieht und nicht sieht, aber nicht das, was man will, weil man vermutet, dass das, was man nicht sieht, trotzdem da sein könnte.


Zitat von BVBBC

Im Grunde berichtet die geschilderte Situation ja davon, dass man sich in der IV rein sportlich reinvestieren muss, weil man es über Marktwertgewinne nicht konnte.


Das stimmt.

Nur zeigen das die Zahlen für Ablöse/Gehälter nicht. Man hat für die IV seit 2015 eben genau soviel ausgegeben wie für die OA + das OM (und das sind einige mehr Positionen). Geht man nach den Zahlen müsste man von einen Notstand in der Offensive ausgehen (ausgenommen der Sturm). Warum ist das aber nicht so? Weil wir Sancho und Reyna aus dem "nichts" hergezaubert haben und sich der Bedarf durch die Talente egalisierte. Das kann man nicht in Investitionen beziffern und auch nicht im Gehalt (bis Sancho in der oberen Gehaltsklasse angekommen war vergingen Jahre). In der IV hingegen hatten wir lediglich einen Zagadou als Jungspieler. Ansonsten oft auf Aushilfs-IV als BU gesetzt (Weigl, Can, Piszczek in 3er-Kette) wenn es mal eng wurde (eben nicht auf Talente). Mit Ginter und Diallo hatte man sogar 2 Talente abgegeben und stattdessen Toprak und Hummels verpflichtet. Einzig einen Bartra mit Akanji zu ersetzen, war mMn gut partizipiert.



Sorry, ich verstehe dich nicht. Warum sollen Sancho und Reyna keine Investitionen sein, die man beziffern kann? Gerade das machen doch Ablösen, Gehälter und daher letztendlich kosten. Sie quantifizieren in Summe eine Investition. Was man dann bekommt, ist der Return, der wieder Mittel für weitere Investitionen freigibt. Alles darüber hinaus - und das finde ich eben problematisch, wenn sich einzelne Positionen nicht von selbst refinanzieren, ob sportlich oder über Verkauf -, sind geht auf Kosten des Festgeldkontos oder verursacht Schulden.

Dass man Talente aus dem nichts herzaubert, ist zudem schon eine sehr drastische Übertreibung. Für mich aber auch eher das Glück der Transferpolitik, wenn man es so ausdrücken mag, dass man bislang Sicherungsnetze durch die Talente hatte, die Transfers ausgeglichen haben, die gefloppt sind. Genau darum geht es ja, weil die teuren und gescheiterten oder zumindest an der Schwelle zum Scheitern stehenden Transfers, vorher sehr viel genauer prognostiziert werden muss.

Die Zahlen zeigen für mich ansonsten schon sehr konkret, dass man in der Offensive sich durch Spielerentwicklung mehr als gut refinanzieren konnte, sodass man sogar Querinvests erlaubte, weil keine höheren Ausgaben für die Offensive nötig waren, trotz der werthaltigen Abgänge. Wenn du also einen offensiven Notstand siehst, weil man nicht reinvestierte, was man an Ablöse generierte, dann doch nur deswegen, da der defensive Notstand sehr viel größer war und diese Querinvests abnötigte. Wenn die Invests dort dann aber absehbar weiterhin Querinvests benötigen, dann waren das keine (guten) Investitionen und der defensive Notstand hat sich nicht verringert.


Zitat von BVBBC

Wenn ein Hummels in 2 Jahren bspw. den Verein verlässt, wird man dessen Rekordablöse nicht mehr reinspielen via Ablöse. Entsprechend kommte es darauf an, ob er den BVB sportlich und damit letztendlich auch finanziell so viel besser gemacht hat, dass er seine Ablöse - samt Gehalt und Handgeld - wieder reingeholt hat. Oder anders: Hummels muss in letzter Konsequenz die Finanzen des BVB im Endeffekt so pushen, dass sie mit ihm besser dastehen als seinem Vorgänger, abzüglich aller Kosten. Gerade das kann der Marktwert nicht ausdrücken, da er sehr zeitwertbezogen ist. Aktuell wird Hummels mit 12 Mio. Marktwert hier geführt, aber wenn er geht, sinkt dieser automatisch auf 0, sodass sich die Rechnung wieder deutlich verändert, in Relation zur hingelegten Ablöse. Dasselbe gilt auch für Witsel wahrscheinlich und den ein oder anderen weiteren Spieler. Auch ist es problematisch, wenn Spieler unter Wert gehen, wie eben Sancho oder nächstes Jahr eventuell Haland. Dann sind die hier angesetzten Marktwerte letztendlich ohne Aussagekraft.


Du hast Recht.
Mir geht es aber nicht um eine wirtschaftliche Darstellung, sondern viel mehr eine Entwicklung und evtl. Bedarf darzustellen. Woraus man wiederum die Kaderpolitik beurteilen könnte.

Wenn ein Hummels geht, weil der Vertrag ausläuft, wird der Bedarf sofort auffällig indem die 12mio auf 0mio gesetzt werden. Das veranschaulicht eben gut, das plötzlich in der IV eine Lücke entstanden ist (aktuell sieht man das gut bei Zagadou, ohne die Verletzungen wäre sein Wert höher und die Lücke für den BVB sportlich kleiner).



Ja und diese Lücke wird letztendlich auch durch die Investitionen - also Ablösen, Gehälter und Handgelder - dargestellt und sind damit als Endergebnis festzuhalten. Deine Marktwertbetrachtung ist dabei nur ein temporärer Zustand. Mal angenommen Hummels und Zagadou verlassen den BVB beide ablösefrei - nicht ganz unwahrscheinlich -, dann muss man Spieler im Wert von bis zu 38 Mio. Ablöse - je nachdem, was da noch an Nachzahlungen bei Hummels reinkommen - über sportlich erwirtschafte Ersparnisse ersetzen oder über Abgänge an anderer Stelle, die Geld übrig lassen. Trotzdem Zagadou ablösefrei kam. Betrachtet man den Augenblick, dann würden wir nur über einen Wert von 30 Mio. reden - der in meinen Augen sogar noch zu hoch angesetzt ist. Entsprechend beschreibt das in Summe einen positionellen Marktwertverlust, gegenüber dem angesetzten Wert, der von irgendwoher ersetzt werden muss.

Aber nehmen wir mal deinen Ansatz erst mal: 15/16 lag Hummels Marktwert allein bei 38 Mio. hier auf TM.de, dazu hatte BU Ginter einen MW von 13 Mio., sodass sich ein Gesamt-MW von 51 Mio. auf LIV ergibt. Inflationsbereinigt hätte man also heute einen Soll-MW auf LIV von 87 Mio., wenn man davon ausgeht, dass Marktwerte mindestens erhalten werden sollen. Dementsprechend wäre deine Betrachtung, dass man einen Notstand hat, richtig, aber er betrifft eben nicht die Offensive, sondern die Defensive, weil man 57 Mio. unter Soll liegt. Das beschreibt aber lediglich - und darum ging es letztendlich ja auch -, dass die Entwicklung der Investition in jedem Fall nicht auf der Höhe ist, insbesondere dann, wenn das Soll von 87 Mio. vielleicht sogar mit 0 Euro aus Ablösen erzielt werden sollte - von müssen will ich gar nicht reden. Entsprechend muss die Spielerentwicklung dieses Gap füllen, was aber in jedem Fall einfacher ist, wenn man ein paar Euro mehr hat. Setzt man nicht auf Spielerentwicklung, muss das Geld erneut von anderer Stelle kommen oder die Investition als solche war keine.

Betrachtet man das anhand der Ablösen, die man gezahlt hat und legt dann die Inflation an, sieht es nicht mehr ganz so schlimm aus, da die Marktwerte seit Hummels Verpflichtung eben allgemein runter sind. Stand heute sollten damit rund 30 Mio. an Reinvest genug sein, um wieder das zu erzielen, was man sich von den Investitionen in Hummels und Zagadou erhofft hat. Wenn diesen 30 Mio. nun aber nach wie vor nix an direkten Einnahmen gegenübersteht, muss das Geld nach wie vor von anderer Stelle kommen. Aber das Gap ist zumindest sehr viel kleiner und damit eher zu erreichen. Dennoch bleibt eine Lücke zu füllen, die der Marktwert augenblicklich nicht darstellen kann, weil der Marktwert von Hummels und Zagadou kombiniert eben auch 30 Mio. beträgt, die man aber wahrscheinlich nicht realisieren wird. Zagadou hat nicht verlängert, Hummels hat einen Rentenvertrag und -plan.

Selbst wenn Zagadou nun also seinen Marktwert wieder steigert oder bestätigt, dass er 18 Mio. wert ist, ist nicht gesagt, dass man nicht investieren muss. Das kann der Marktwert nun mal nicht ausdrücken, sondern nur das, was bei Vertragsende oder -auflösung für den BVB übrig bleibt. Dass Hummels oder Zagadou unterdessen für mehr Einnahmen als Ausgaben gesorgt haben, kann ich mir irgendwie nicht so recht vorstellen. Folglich reden wir in diesem Beispiel von anstehender Querfinanzierung.


Zitat von BVBBC

Die Verschiebungen, die mehr oder weniger einen Systemwechsel darstellen, sind dabei ansonsten noch nicht mal das ganz große Problem, sondern eher ein Fingerzeig, warum eine binäre Darstellung von Offensive und Defensive Sinn macht.


Das würde einiges vereinfachen. Bei meinen Beispiel würde das bedeuten, dass wir n der Offensive bei +40mio stehen und in der Defensive bei +-0.... wenn man den TW nicht zur Defensive zählt sondern gesondert betrachtet... sogar negativ.

Zitat von BVBBC

Darüber hinaus täuscht du dich ansonsten gewaltig hinsichtlich Inflation. Gegenüber der Saison 15/16 hat sich der Marktwert aller Bundesligisten um knapp 71% erhöht. Vor Corona war es sogar schon eine Verdopplung (19/20 +101,9%).


Okay, das hätte ich tatsächlich nicht gedacht.

Für mein Beispiel würde das bedeuten: Im Sturm wäre die Steigerung geringer, aber immer noch hoch. In der restlichen Offensive ungefähr ausgeglichen. Aber in der Defensive (vor allem IV) wäre die Lücke größer. Also weiterhin ein Minus nur eben höher (es ändert sich nichts am Ergebnis, es wird nur deutlicher).

Zitat von BVBBC

Genau das muss man meines Erachtens viel stärker differenzieren. Man bekommt bei unbewiesenen Spielern, die noch jung, entwicklungsfähig und oft auch noch nicht auf CL Niveau unterwegs waren, sicherlich häufig keine perfekte Prognose hin, wie sie sich entwickeln. Dafür gibt es zu oft Fragezeichen, gerade wenn es sich nicht um Toptalente a la Haland, Bellingham oder Sancho handelt, bei denen ich mir sehr sicher war, dass sie relativ schnell gute Minuten spielen werden. Vor allem ist es bei Talenten oft schwer zu prognostizieren, ob sie eine Chance gegen eine gestandene Variante bekommen, die zunächst konstanter, aber in der Spitze nicht besser ist. Da geht es mehr um Mut des Trainers, der schließlich an seinem Job hängt und nicht für Jugendentwicklung bezahlt wird, sondern für Ergebnisse und Platzierungen.


Ich denke das kann man nicht pauschalisieren. Denn bei vermeintlich gestandenen Spielern (die eben keine Topspieler sind aber trotzdem wegen des Bedarfs verpflichtet werden) ist die Prognose genauso schwammig. Gerade bei Schulz/Schürrle (fast 60mio Ablöse und 14mio Jahresgehalt) hatte man einen Bedarf, viel Geld ausgegeben aber wenig ertrag bekommen. Die Fragezeichen und unsichere Prognose hat man bei diesen Spieler eben auch, wie bei den Talenten. du weisst ja selbst, dass es hier auch auf viel mehr Faktoren ankommt.



Ja, natürlich kommt es auf mehr Faktoren an, aber diese Faktoren definieren nun mal auch den Bedarf und wenn dieser Bedarf dann nicht detailiert genug bedient wird, kann man nichts anderes als ein negatives Ergebnis erwarten. Daher halte ich dagegen: eine Prognose bleibt bei gestandenen Spielern, von denen man auf vergleichbarem Niveau schon viel sehen konnte, mit hoher Trefferwahrscheinlichkeit möglich. Was man nicht prognostizieren kann, ist bspw. Invalidität und selbst das versucht man anhand des Medizinchecks auszuschließen, soweit es geht. Und generell zu schauen, ob ein Spieler einem detailierten Bedarf entspricht, ist in meinen Augen dann doch nochmal deutlich einfacher, als das, was die Ärzte vorhersagen können, weil Unfälle nicht antizipiert werden können. Ob Spieler grundsätzlich passen oder nicht, kann sehr wohl antizipiert werden. Ist das nicht mal tendenziell möglich, weil zu viel Unsicherheit enthalten ist, dann dürfen keine Unsummen fließen, weil das Verlustrisiko viel höher liegt, als die Gewinnwahrscheinlichkeit. Schließlich konnte man die Spieler schon über mehrere Saisons und damit auch ihre genaue Entwicklungskurven beobachten. Dadurch sind die wesentlichen Faktoren immer beobachtbar. Unfälle, Charakterprobleme oder andere Dinge, die kaum beobachtbar sind, sind demgegenüber viel zu selten, als dass sie in der Spielerauswahl eine so entscheidende Rolle spielen. Eine Idee ist deswegen auch zu wenig. Es muss schon sehr konkret gesagt werden, ob ein Spieler passt und wenn ja, wie viel er dann wert ist. Wenn er nicht passt, ist er in aller Regel nicht wert, was der Spieler und abgebende Verein aufrufen. Das kann man meines Erachtens sehr wohl pauschalisieren. Man kann nur nicht pauschalisieren, ob ein Spieler passt oder nicht, wobei mir das oft so vorkommt, gerade wenn Namen als wesentlicher Treiber eines Transfers bzw. als Qualitätsmerkmal wirken, obwohl gerade hier die Differenzierung nötig ist.


Zitat von BVBBC

Bei gestandenen, fertigen Spielern sieht es aber meines Erachtens dennoch anders aus. Da sieht man häufig schon sehr genau, welche Qualitäten sie haben, welche taktischen Möglichkeiten sie dadurch geben und wie sie damit zu bereits vorhandenen Spielern passen. Dahingehend hat man beim BVB meines Erachtens einige Personalien zuletzt eher als Talent behandelt und Entwicklungsfähigkeit unterstellt, wo wenig bis gar keine mehr war, wie man sie benötigt hätte. Auch den Fit zu den Mitspielern hat man meines Erachtens immer mal wieder überschätzt. Das heißt nicht, dass es hier nicht auch positive Überraschungen geben kann, indem sich Spieler nochmal von einer anderen Seite präsentieren, aber das ist in meinen Augen sehr selten der Fall und trifft in aller Regel dann auch eher auf Spieler zu, die eher Mitte als Ende 20 sind. Ich bin daher davon überzeugt, dass man zu 90% wissen kann, was man von gestandenen Spielern bekommt. Hofft man aber zu sehr auf die restlichen 10%, um den Spieler zu bekommen, den man eigentlich will, hofft man meist vergebens. Daher kann man mal bei solchen Spielern gut und gerne daneben liegen, aber zu oft sollte das nicht passieren, da es die Beschreibung von Gambling ist und nicht von Analytics.


Das sehe ich eben anders (wie oben beschrieben). Gestandene Spieler (ab 24 Jahren) haben uns verhältnismäßig nicht weiter geholfen, da gibt es nur wenige Ausnahmen. Und ob Hummels nun der bessere Fit als ein Diallo war, oder Toprak ein besserer Fit als Ginter.... darüber kann man streiten, mMn aber nicht.



Du gehst in meinen Augen zu sehr davon aus, dass Entscheidungen immer eine rationale Basis haben. Das muss aber nicht sein und war meines Erachtens bei einigen Transfers in den letzten 5 Jahren nicht der Fall. Man hatte sehr gute Transfers, um das auszugleichen, keine Frage, aber das heißt nun mal nicht, dass für alle Transfers dieselben Entscheidungskriterien angewandt wurden. Genau dahingehend hege ich nämlich meine Zweifel.


Zitat von BVBBC

Gezahlte und generierte Ablösen zeigen in aller Regel ja einen Bedarf auf. Wenn dann weitaus mehr in einen Mannschaftsteil gesteckt wird, als dort überhaupt eingenommen wird, umso mehr, trotz der Jugendspieler. Im von mir betrachteten Zeitraum gab es ansonsten exakt gleich viele Talente, die bei ihrer Verpflichtung maximal 21 waren, für die Offensive als auch die Defensive (jeweils 11). Davon waren 6 Defensive und 5 Offensive ablösefrei. Zwischen 22-25 waren es 9 Offensive und 7 Defensive, von denen 2 Offensive ablösefrei waren. Ab 26 nur noch 2 Offensive und 8 Defensive. Auch hier waren 2 Spieler ablösefrei, aber nur defensive.


Jaein.

Was ist dann mit ablösefreien Spielern? Oder mit Talenten?



S.o.


Manchmal ändert sich der Bedarf innerhalb der Saison, ohne das man einen Transfer tätigen kann. Manchmal ändert sich das System wodurch sich der Bedarf auch verändert oder schon alleine durch Verletzungen. Hätte Sancho jemals die gleichen Chancen bekommen, sofern Yarmolenko hier perfekt eingeschlagen wäre? Ich denke nicht, dieser Bedarf hat sich ergeben und in dieser Lücke konnte ein Sancho sich entwickeln.



Da halte ich eben dagegen und man kann auch gerne meine Beiträge zu Sancho und Yarmolenko heraussuchen, bevor sie verpflichtet wurden, aber zumindest absehbar war, dass sie verpflichtet werden. In gewisser Weise hat es für Sancho sogar etwas länger gedauert hier Fuß zu fassen, als ich gehofft hatte, weil ich mir sicher war, dass Yarmolenko hier nicht einschlagen wird. Damit war ich auch nicht der einzige User hier, der von Yarmolenko nicht überzeugt war, wenn auch in der Minderheit. Und es war eben nicht das einzige Mal. Wenn ich das kann, sollte es im Verein erst recht möglich sein, dass es Leute gibt, die das noch sehr viel besser können und sogar seltener daneben liegen als ich - allein die Tatsache, dass es Scouts im Verein gibt, die die Sanchos, Halands, Bellinghams, Moukokos, Dembeles usw. auffinden, sollte ja auch schon zeigen, dass es im Verein die entsprechende Kompetenz gibt, die aber eben nicht immer zum Tragen kommt, gerade wenn es um erfahrene Spieler geht ...

Unterm Strich war für mich jedenfalls absehbar, dass Yarmolenko den Bedarf nicht erfüllen kann und Sancho daher in die Lücke hineinstoßen kann. Sancho war unübersehbar talentiert, wie danach auch noch Haland oder Bellingham. Zu talentiert und zielstrebig, um es nicht zu schaffen. Auch bei Moukoko bin ich mir eigentlich recht sicher, wenn der Körper mitmacht. Daher kann man sicher nicht bei allen Talenten vorhersagen, was aus ihnen wird, wahrscheinlich sogar bei den wenigsten. Aber ob ein gestandener Spieler den Bedarf erfüllt, das kann man mit sehr hoher Genauigkeit prognostizieren, weil man alle relevanten Informationen über Jahre auf einem skalierbaren Level hat beobachten und daher sammeln können. Das ist bei Talenten so nicht möglich, weswegen die Unsicherheit größer ist, außer bei den Ausnahmetalenten, die aber teils eben auch schon mehrere Jahrgänge überspringen und früh bei den Profis aufspielen, sodass man selbst da dann teils schon Profiniveau beobachten konnte.

Dass sich der Bedarf geändert hat, als Yarmolenko diesen nicht erfüllte, sehe ich zudem nicht. Der Bedarf, den Dembele hinterlassen hatte, war ja schließlich nicht weg, sondern eben nicht erfüllt. Selbst durch die Trainerwechsel hat sich der Bedarf nicht wirklich geändert. Oder denkst du etwa, dass Bosz einen Dembele nicht hätte gebrauchen können oder den Sancho der letzten 3 Saisons? Das einzige, was sich änderte, war die Bereitschaft von Stöger und Favre auf Sancho zu setzen, was auch mit Sanchos Entwicklungskurve zu tun hatte.

Allgemein glaube ich, dass sich Bedarfe in Mannschaften seltener ändern als du denkst, solange man ein gewisses Ziel verfolgt und daran festhält. Sowohl spielerisch als auch ergebnistechnisch. Dabei gibt es verschiedene Wege, um diese Bedarfe zu erfüllen, sodass es verschiedenste Kombinationen gibt, wie Spielertypen in verschiedensten Systemen zusammengestellt werden. Unterm Strich muss meines Erachtens aber immer dasselbe rauskommen, wenn man alle Fähigkeiten dieser Spielertypen aufaddiert. Wenn sich dann aber kaum etwas verändert, im Vergleich zum Vorjahr und nur 1-2 Spieler verloren gehen, dann geben genau die den Bedarf vor und was der Rest zusätzlich bringen muss, wenn nicht alles, was mit diesen 1-2 Spielern verloren ging, ersetzt wird. Meist kann der Rest es nur, wenn dort auch noch Veränderungen stattfinden, insbesondere dann, wenn es sich dabei um einen Großteil an fertigen Spielern, ohne größere Entwicklungspotenziale, handelt.

Extrem vereinfacht und mathematisch dargestellt, kann man sich das ungefähr so vorstellen, dass man als Ergebnis immer 10 mit 3 Zahlen bekommen möchte. Das ginge bspw. mit folgenden Varianten

1, 1, 8
1, 2, 7
1, 3, 6
1, 4, 5
2, 2, 6
2, 3, 5
2, 4, 4
3, 3, 4

Mit 1, 1, 6 bekommt man aber eben nur 8 als Ergebnis, da man für einen 8er Bedarf hatte und nicht für einen 6er ...


In einer Ablöse, hast du das garnicht dargestellt.... denn die 8mio für Sancho waren nicht nur sehr gering sondern auch noch vorher. Die MW-Differenz hat sich zügig (als Sancho eingeschlagen ist) und auch stetig angepasst. Am Ende war der Mehrwert von Sancho zu Yarmolenko an keiner Ablöse festzumachen, aber an den Marktwerten schon.

Zitat von BVBBC

Marktwerte sind meines Erachtens wie gesagt weiter von der Realität weg, da sie nichts darüber aussagen, wie der Verein letztendlich daran partizipiert. Genau das zeigen Ablösen. Besser wäre natürlich, wenn man alle Finanzwerte einbeziehen könnte, wofür aber die Daten extern fehlen.


Sind Sie auch, mMn aber eben nicht wenn man die Differenz der MW betrachtet (selbst inklusive einer 100%igen MW-Inflation).... dadurch betrachtet man nicht mehr die absoluten Werte sondern eben relativ (die Veränderung) und das macht das ganze aussagekräftiger als eine Betrachtung rein nach Ablöse.


S.o.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von BVBBC am 05.08.2021 um 23:20 Uhr bearbeitet
BVB - Transferpolitik |#16473
05.08.2021 - 23:24 Uhr
Zitat von yellowpanther
Zitat von MrSimpson

Finde ich nicht verwunderlich. In der Offensive hat man viele Talente, die man auch mal spielen lassen kann.
In der Defensive hat man eher auf die Karte Erfahrung gesetzt. Und Erfahrung kostet nun mal Geld.
Wenn man jetzt bedenkt, daß Meunier ablösefrei gekommen ist, würde da sicher noch etwas dazukommen.
Es zeigt aber auch, daß man Talente viel einfacher in eine Offensive einbinden kann, als hinten.
Macht ein 18 jähriger vorne einen Fehler ist das meistens nicht Spielentscheidend.
Macht derjenige hinten einen, klingelt es häufiger mal.
Ein Punkt, der immer bei uns zu kurz kommt ist auch, daß wir eigentlich immer richtig starke AV hatten.
Die waren offensiv zu gebrauchen und Defensiv ebenso.
Ob ich da jetzt Knut Reinhardt nehme, oder Dede, oder Pischu, oder den oft gescholtenen Schmelzer, Evanilson, selbst Owo hat konstant gute Spiele gemacht, wenn er fit war.
Von Reuter, Heinrich und Co. Fange ich gar nicht an.
Das fehlt den Fans. Und wenn man da mal Schulz und Meunier als Vergleich nimmt, sieht das halt grade echt nicht sonderlich verheißungsvoll aus.
Und am Ende fängt die Defensive eh in der Offensive an.
3 Euro bezahle ich gerne mal. zwinker


Also dass man in der Defensive ausschließlich auf die Karte Erfahrung gesetzt hat, würde ich jetzt nicht unbedingt sagen. Zu uns kam Zagadou als er 18 war, der ohne seine Verletzungen wahrscheinlich inzwischen Stammspieler wäre. Dazu kam Morey, der ohne seine Verletzungen auch weiter wäre, und Balerdi, der es nicht gepackt hat. Nicht zu vergessen Hakimi, der immer noch hier spielen würde, wenn er nicht SO eingeschlagen wäre. Für 15 - 20 Mio hätten wir ihn sicher fest verpflichtet. Und jetzt kam mit Coulibaly wieder ein junger IV. Das sind also 5 Transfers von jungen Abwehrspielern in den letzten 5 Jahren, die die Möglichkeit bekommen haben, sich durchzusetzen und dies auch teilweise getan haben (und da gabs bestimmt noch ein paar mehr, die ich jetzt nicht aufgezählt hab). Ich seh da also keinen großen Unterschied zu der Offensive.

Ergänzend vielleicht noch das in Favres Debütsaison nach Schmelzers Verletzung die Abwehr so aussah;
Zagadou Diallo Akanji Piszczek

Ein Veteran auf Rechts, 2 die gerade so in den USA Alkohol kaufen dürfen und Einer der gerade so legal alleine Auto fahren darf hierzulande. zwinker

Wir haben in der Defensive gerade in dieser Saison auch viele Chancen der Jugend gegeben, lag aber auch oftmals am Versagen der „Alten“ - ein Morey hätte mit einem soliden Meunier wohl kaum soviele Minuten gesammelt (gerade da Morey selber ja schon eine gewisse Vitae bzgl. Verletzungen und den Kampf mit der Zeit danach hat..), Diallo und Akanji übernahmen kompromisslos nachdem Sokratis rapide abgebaut hatte und gehen durfte, während Toprak seinen besten Jahren in der Bayerstadt auch ab 2019 meist auf der Bank nachtrauern durfte. In jenem Winter kam Balerdi dazu, der Pieper weitere Perspektiven in schwarzgelb vorläufig nahm.

Worauf ich hinaus möchte: Das die jungen Spieler spielten, hat weniger mit unserer „puren Talentestrategie“ zu tun und wir haben durchaus versucht in die Defensive zu investieren, die Leistung war schlicht nicht das Geld wert. Sokratis war jahrelang neben Hummels ein passender Partner, da kann man kaum meckern für die Ablöse die Bremen kassierte, Diallo Akanji haben durch die unvorhersehbare Möglichkeit einer Hummelsrückkehr nicht zusammenwachsen dürfen, Toprak und Schulz scheiterten trotz sehr hoher Gehälter und auch Meunier hatte einen vielversprechenden Start um auf die Flopliste zu gelangen..

Die letzte Abwehr mit konstanter Leistung in messbar wenigen Gegentoren war gewissermaßen die Klopp Abwehr die aus dem „Kinderriegel“ mit Hummels und Subotic entstand und mit Schmelzer und Piszczek homogen zusammenwachsen durfte. Die letzten Jahre gab es wohl einmal einen ähnlichen Ansatz wie gesagt in Favres Debütjahr, wurde aber aufgrund der Rückkehr eines verlorenen Sohnes gepaart mit Zagadous Verletzungen vereitelt.
Guerreiro und Can spielten seit der Ankunft selten für lange Zeiträume in einem gewachsenen Abwehrverbund, die wohl größte Konstante aufgrund des Spielerprofils war wohl Akanji, der auch in Formschwächen kaum mal außen vor war, da sein theoretisches Skillset das wohl Kompletteste der IVs ist und seine Geschwindigkeit in jeder sinnvollen Paarung wichtig für den Verbund war.

Mir würde es gut gefallen, sollten wir mit Akanji verlängern können und wenn wir dann beim Hummelserben sehr genau hinschauen. Und auch wenn es charakterlich weh tut, wenn sich bei Daxo nicht etwas tut hinsichtlich der Planbarkeit, sollte man auch hier lieber mit planbareren Profis arbeiten, statt bspw. 5 IVs in einer 4er Kette parat haben zu müssen. Dafür ist mir eine Zukunft, in der Coulibaly und Collins rangeführt werden zu kostbar.
BVB - Transferpolitik |#16474
06.08.2021 - 14:06 Uhr
Zitat von BVBBC

Da die Bilanz eine Statistik ist, die intern viel detailierter ist, kann man sehr wohl an einer Statistik erkennen, inwiefern man an Spielern partizipiert und Umsätze auf die eine oder andere Weise durch deren Verpflichtung einen positiven Schub versetzt oder eben einen negativen Schlag. Ansonsten könnte man keinem Spieler einen Wert zuweisen. Keine Ahnung, was daher daran haken soll, das müsstest du schon genau erklären, warum man nicht im Detail wissen soll, ob ein Spieler letztendlich sein Geld wert ist oder nicht. Spätestens hinterher, aber man kann auch vorab definieren, was passieren muss, um von einer Spielerentwicklung zu profitieren. Dafür gibt es letztendlich ja u.a. eine Budgetplanung. Die Finanzen sind für mich dabei immer eine Folge der sportlichen Leistungen, um die es letztendlich ja auch grundlegend geht.

Planung ist dann eben auch das Stichwort. Wenn man Spieler so einplant, dass sie etwas werden müssen, was sie nicht sind, muss zumindest das Potenzial dem Risiko gerecht werden, was in der Regel aber nicht der Fall ist, sobald größere Summen bewegt werden und man rätseln muss, warum man den Spieler eigentlich holt. Für welche der von dir erwähnten Positionen von Brandt hatte man denn akuten Bedarf für einen Spielertyp a la Brandt?

Dass sich Bedarfslagen verändern ist doch zudem kein Zufall, sondern ein Resultat der Transferpolitik, gerade wenn Spieler geholt werden, bei denen die Bedarfslage in keinem Verhältnis zu den Ausgaben und dementsprechendem Risiko steht. Was sollen denn die Beweggründe entgegen einer Bedarfslage sein? Verändert sich überhaupt die Bedarfslage oder ist der Bedarf, den man ursprünglich hatte nicht immer noch derselbe und stellt sich nun nur noch konkreter dar, da dieser nicht bedient wurde und man dadurch das, was man ex-ante in genug Fällen prognostizieren konnte, ex-post bestätigt bekommen hat?

Dass es bei Schulz eine klare Idee gab, ist hoffentlich ein Witz. Gerade in einem Atemzug mit Haland. Es gab einen Bedarf, weil Guerreiro mit seiner Vertragsverlängerung gezögert hatte, aber wie man so bekannte Spieler so überbewerten kann, bleibt mir ein absolutes Rätsel. Zumal er dahingehend kein Einzelbeispiel ist und daher in eine ganz andere Reihe gehört, als in die mit Haland. Schulz sollte und musste, mitunter auch durch die Hummels Verpflichtung, jemand werden, der er nicht ist und für den er auch schlicht nie die Qualität hatte, nur weil es für den BVB kaum relevante Situationen gab, in denen er Qualität nachweisen konnte. Man bekommt in aller Regel genau das, was man sieht und nicht sieht, aber nicht das, was man will, weil man vermutet, dass das, was man nicht sieht, trotzdem da sein könnte.


Weil du in diesem Fall, eben nicht alles abgebildet hast. Damit betrachtest du eben nur einen Teil (der auf manche Transfers zutrifft). Wenn ein Reyna einen Umsatz bei seinen Wechsel zum BVB als Jugendspieler von 2mio vor 2 Jahren ausgelöst hat.... dann hat es weder vor 2 Jahren, noch heute in den Zahlen eine Bedeutung das man hier einen Bedarf ablesen könnte oder nur Ansatzweise die Bedeutung des Transfers. In der MW-Differenz sieht man die Bedeutung ganz gut. Wodurch man ableiten kann, dass der Bedarf auf dieser Position geringer geworden ist. Und wie du einen Knauff überhaupt in den Zahlen wiederfinden willst (anhand Umsatz), habe ich noch nirgendwo gelesen. Von daher kann ich dieser Betrachtung einfach nicht folgen.

Nach deiner These findet sich Schulz mit ca. 25mio Ablöse und einen Jahresgehalt von 6mio/a im Umsatz wieder. Daraus könnte man ableiten, dass man hier Handlungsbedarf gesehen hat und eine Idee verfolgt hat. Nimmt man die MW-Differenz, steht hier aber ein fettes minus von 19mio und spiegelt wunderbar wieder, dass man hier eine Lücke (Baustelle) hat und der Spieler eben deutlich unter den Erwartungen geblieben ist. Der Umsatz sagt uns das alles nicht. Um noch richtiger zu werden, muss man die Performance von Schulz analysieren, seinen Spielertyp, seine Rolle und seine Stärken/Schwächen. Mit dem Umsatz, sieht man die Fantasie der Vergangenheit (extrem grob).... man kann nur vermuten, dass man bei dem Volumen in Schulz einen Stamm-LV gesehen hat mit gehobenen BuLi-Niveau (hätte man ihn sonst verpflichtet, für das Geld?).... das ist aber so allgemein.... das man auch direkt sagen kann: Der Transfer ging daneben.... und dafür muss man nichtmal auf den Umsatz schauen, bzw. Investitionen auf Mannschaftsteile schieben und daraus ableiten. Dafür muss ich mir nur die Performance des Spielers anschauen.

Der Kontext bestand aber in der Gesamtanalyse der Transferpolitik, und nicht in der individuellen Analyse von einzelnen Spielern. Deswegen hast du die Ablösen (vermutlich) auch auf die Mannschaftsteile aufgeschlüsselt. Da würde man nur sehen, dass man mit Schulz und Meunier ordentlich in die AV investiert hat. Das man aber mit Hakimi gleichzeitig einen stärkeren AV abgeben musste (der in deinen Zahlen nicht mal auftaucht, in der MW-Differenz hingegen schon) zeigt doch schon das nächste Problem, wenn man am Umsatz etwas ableiten will.


Zitat von BVBBC

Sorry, ich verstehe dich nicht. Warum sollen Sancho und Reyna keine Investitionen sein, die man beziffern kann? Gerade das machen doch Ablösen, Gehälter und daher letztendlich kosten. Sie quantifizieren in Summe eine Investition. Was man dann bekommt, ist der Return, der wieder Mittel für weitere Investitionen freigibt. Alles darüber hinaus - und das finde ich eben problematisch, wenn sich einzelne Positionen nicht von selbst refinanzieren, ob sportlich oder über Verkauf -, sind geht auf Kosten des Festgeldkontos oder verursacht Schulden.

Die Zahlen zeigen für mich ansonsten schon sehr konkret, dass man in der Offensive sich durch Spielerentwicklung mehr als gut refinanzieren konnte, sodass man sogar Querinvests erlaubte, weil keine höheren Ausgaben für die Offensive nötig waren, trotz der werthaltigen Abgänge. Wenn du also einen offensiven Notstand siehst, weil man nicht reinvestierte, was man an Ablöse generierte, dann doch nur deswegen, da der defensive Notstand sehr viel größer war und diese Querinvests abnötigte. Wenn die Invests dort dann aber absehbar weiterhin Querinvests benötigen, dann waren das keine (guten) Investitionen und der defensive Notstand hat sich nicht verringert.


Klar kann man die Investition beziffern, darum ging es auch nicht sondern darum was sie uns über die Transferpolitik aussagen. Man kann keine Aussage (anhand von Umsatz) treffen, wie hier partizipiert wurde. Du hast ja geschrieben, du schaust auf die gezahlten Ablösen nach Mannschaftsteil. Wenn ich nun einen Reyna, Haaland und Sancho aus der eigenen Jugend hochziehe (extremes Beispiel), sie voll einschlagen.... dann hast du in den Büchern erstmal kaum Umsatz (erst bei der nächsten Vertragsverlängerung, würdest du überhaupt etwas merken und im Verhältnis zu Transfers wie Schulz würden sie auch komplett unter gehen). Nach deiner These hätte man aber kaum Umsatz in der Offensive gehabt (war auch garnicht nötig, weil man 3 Topspieler aus der Jugend eingebaut hat).... es würde den Eindruck erwecken, man hätte Bedarf.... hat diesen aber intern ohne großen Umsatz aufgefangen.

Deshalb hinkt deine These. Sie überrepräsentiert eben die Transfers mit hohen Volumen und kann eben so etwas wie Jugendspieler oder günstige Transfers (z.B. ablösefrei, oder extrem unter dem Wert/Performance) nicht in der richtigen Gewichtung abbilden.

Zitat von BVBBC

Dass man Talente aus dem nichts herzaubert, ist zudem schon eine sehr drastische Übertreibung. Für mich aber auch eher das Glück der Transferpolitik, wenn man es so ausdrücken mag, dass man bislang Sicherungsnetze durch die Talente hatte, die Transfers ausgeglichen haben, die gefloppt sind. Genau darum geht es ja, weil die teuren und gescheiterten oder zumindest an der Schwelle zum Scheitern stehenden Transfers, vorher sehr viel genauer prognostiziert werden muss.


Klar ist das eine extreme Übertreibung, das veranschaulicht aber ganz gut wo die Schwachstelle bei einer Betrachtung nach Umsatz liegt. Mehr sollte es auch nicht zeigen.

Zitat von BVBBC

Ja, natürlich kommt es auf mehr Faktoren an, aber diese Faktoren definieren nun mal auch den Bedarf und wenn dieser Bedarf dann nicht detailiert genug bedient wird, kann man nichts anderes als ein negatives Ergebnis erwarten. Daher halte ich dagegen: eine Prognose bleibt bei gestandenen Spielern, von denen man auf vergleichbarem Niveau schon viel sehen konnte, mit hoher Trefferwahrscheinlichkeit möglich. Was man nicht prognostizieren kann, ist bspw. Invalidität und selbst das versucht man anhand des Medizinchecks auszuschließen, soweit es geht. Und generell zu schauen, ob ein Spieler einem detailierten Bedarf entspricht, ist in meinen Augen dann doch nochmal deutlich einfacher, als das, was die Ärzte vorhersagen können, weil Unfälle nicht antizipiert werden können. Ob Spieler grundsätzlich passen oder nicht, kann sehr wohl antizipiert werden. Ist das nicht mal tendenziell möglich, weil zu viel Unsicherheit enthalten ist, dann dürfen keine Unsummen fließen, weil das Verlustrisiko viel höher liegt, als die Gewinnwahrscheinlichkeit. Schließlich konnte man die Spieler schon über mehrere Saisons und damit auch ihre genaue Entwicklungskurven beobachten. Dadurch sind die wesentlichen Faktoren immer beobachtbar. Unfälle, Charakterprobleme oder andere Dinge, die kaum beobachtbar sind, sind demgegenüber viel zu selten, als dass sie in der Spielerauswahl eine so entscheidende Rolle spielen. Eine Idee ist deswegen auch zu wenig. Es muss schon sehr konkret gesagt werden, ob ein Spieler passt und wenn ja, wie viel er dann wert ist. Wenn er nicht passt, ist er in aller Regel nicht wert, was der Spieler und abgebende Verein aufrufen. Das kann man meines Erachtens sehr wohl pauschalisieren. Man kann nur nicht pauschalisieren, ob ein Spieler passt oder nicht, wobei mir das oft so vorkommt, gerade wenn Namen als wesentlicher Treiber eines Transfers bzw. als Qualitätsmerkmal wirken, obwohl gerade hier die Differenzierung nötig ist.


Nur dann müsste man die Investitionen bei einen Talent und einen gestandenen Spieler auch in Relation setzen.

Es geht um Wahrscheinlichkeiten (Garantien gibt es nicht). Bei Talenten und bei gestandenen Spielern. Ich gehe vom Grundsatz mit, dass man bei gestandenen Spielern viel mehr weiss, was man bekommt. Das Risiko ist geringer, aber man kann einen Flop auch nicht wirklich ausschließen.... deshalb zahlt man eben auch drauf (für eine höhere Wahrscheinlichkeit und nicht für eine Garantie). Wenn der gestandene Spieler floppt, ist der "Schaden" dann wesentlich größer.

Meiner Meinung nach, haben wir in den letzten Jahren bei gestandenen Spielern eben selten die richtigen Schlüsse gezogen (bzgl. dem Bedarf z.B. benötigte Spielertypen aber auch wurden Qualitäten falsch eingeschätzt).... von daher ist auch viel Umsatz verpufft und konnte nicht in Qualität umgesetzt werden. Da wäre das gleiche Geld in die unwahrscheinliche und ungewisse Variante (Talente) vermutlich doch besser angelegt gewesen. Selbst wenn nur jedes dritte oder vierte Talent dann einschlägt, wäre die Kosten/Nutzen-Bilanz deutlich besser.

Es bringt also nur etwas, viel Geld in die Hand zu nehmen.... wenn man auch die richtigen Spieler verpflichtet.

Zitat von BVBBC

Du gehst in meinen Augen zu sehr davon aus, dass Entscheidungen immer eine rationale Basis haben. Das muss aber nicht sein und war meines Erachtens bei einigen Transfers in den letzten 5 Jahren nicht der Fall. Man hatte sehr gute Transfers, um das auszugleichen, keine Frage, aber das heißt nun mal nicht, dass für alle Transfers dieselben Entscheidungskriterien angewandt wurden. Genau dahingehend hege ich nämlich meine Zweifel.


Kann ich nur zustimmen.

Zitat von BVBBC

Unterm Strich war für mich jedenfalls absehbar, dass Yarmolenko den Bedarf nicht erfüllen kann und Sancho daher in die Lücke hineinstoßen kann. Sancho war unübersehbar talentiert, wie danach auch noch Haland oder Bellingham. Zu talentiert und zielstrebig, um es nicht zu schaffen. Auch bei Moukoko bin ich mir eigentlich recht sicher, wenn der Körper mitmacht. Daher kann man sicher nicht bei allen Talenten vorhersagen, was aus ihnen wird, wahrscheinlich sogar bei den wenigsten. Aber ob ein gestandener Spieler den Bedarf erfüllt, das kann man mit sehr hoher Genauigkeit prognostizieren, weil man alle relevanten Informationen über Jahre auf einem skalierbaren Level hat beobachten und daher sammeln können. Das ist bei Talenten so nicht möglich, weswegen die Unsicherheit größer ist, außer bei den Ausnahmetalenten, die aber teils eben auch schon mehrere Jahrgänge überspringen und früh bei den Profis aufspielen, sodass man selbst da dann teils schon Profiniveau beobachten konnte.

Dass sich der Bedarf geändert hat, als Yarmolenko diesen nicht erfüllte, sehe ich zudem nicht. Der Bedarf, den Dembele hinterlassen hatte, war ja schließlich nicht weg, sondern eben nicht erfüllt. Selbst durch die Trainerwechsel hat sich der Bedarf nicht wirklich geändert. Oder denkst du etwa, dass Bosz einen Dembele nicht hätte gebrauchen können oder den Sancho der letzten 3 Saisons? Das einzige, was sich änderte, war die Bereitschaft von Stöger und Favre auf Sancho zu setzen, was auch mit Sanchos Entwicklungskurve zu tun hatte.

Allgemein glaube ich, dass sich Bedarfe in Mannschaften seltener ändern als du denkst, solange man ein gewisses Ziel verfolgt und daran festhält. Sowohl spielerisch als auch ergebnistechnisch. Dabei gibt es verschiedene Wege, um diese Bedarfe zu erfüllen, sodass es verschiedenste Kombinationen gibt, wie Spielertypen in verschiedensten Systemen zusammengestellt werden. Unterm Strich muss meines Erachtens aber immer dasselbe rauskommen, wenn man alle Fähigkeiten dieser Spielertypen aufaddiert. Wenn sich dann aber kaum etwas verändert, im Vergleich zum Vorjahr und nur 1-2 Spieler verloren gehen, dann geben genau die den Bedarf vor und was der Rest zusätzlich bringen muss, wenn nicht alles, was mit diesen 1-2 Spielern verloren ging, ersetzt wird. Meist kann der Rest es nur, wenn dort auch noch Veränderungen stattfinden, insbesondere dann, wenn es sich dabei um einen Großteil an fertigen Spielern, ohne größere Entwicklungspotenziale, handelt.

Extrem vereinfacht und mathematisch dargestellt, kann man sich das ungefähr so vorstellen, dass man als Ergebnis immer 10 mit 3 Zahlen bekommen möchte. Das ginge bspw. mit folgenden Varianten

1, 1, 8
1, 2, 7
1, 3, 6
1, 4, 5
2, 2, 6
2, 3, 5
2, 4, 4
3, 3, 4

Mit 1, 1, 6 bekommt man aber eben nur 8 als Ergebnis, da man für einen 8er Bedarf hatte und nicht für einen 6er ...


Das mag vielleicht sein, wenn sich einfach nichts ändert. Nur ändern sich von Saison zu Saison (sogar innerhalb) die Variablen.

Das Ziel mag identisch bleiben, aber der Weg dahin kann sich schon alleine durch einen Trainerwechsel ändern. Dann müsste man den Weg auch beibehalten (dementsprechenden Trainer verpflichten), stellt sich nur die Frage ob das so umsetzbar ist und wie verhält es sich mit den äußeren Einflüssen:

Es ändern sich Variablen innerhalb der Liga. Alle Teams justieren nach und passen ihre Spielweise an. Eine Verletzung innerhalb der Saison und schon kann Bedarf entstehen, wo man in der Transferperiode noch keinen gesehen hat. Schwache Formkurven von Spielern, oder eigene Fehleinschätzung (ob Spieler oder Trainer) usw.

Das heisst, du glaubst man hat den Bedarf nachdem Dembele-Abgang bewusst nicht bedient? Ich glaube eher, man hat Yarmolenko als den Ersatz gesehen und mit Sancho auf die Zukunft gewettet. Unsere Verantwortlichen haben aus ihrer Sicht den Bedarf gedeckt (was eine Fehleinschätzung war und glücklicherweise Sancho daraus Profit schlagen konnte). Das hätte man aber rein am Umsatz garnicht sehen können. Man sieht das erst, wenn man sich die Spielertypen und ihre Fähigkeiten im Detail anschaut und dann ihre mögliche Rolle im System bewertet. Noch genauer wird man, wenn man die Spielweise der Gegner einbezieht. Das alles sagen die Investitionen nicht aus, deswegen finde ich den Blick darauf ziemlich verfälscht wenn man die Transferpolitik beurteilen will. Mehr wollte ich damit nicht sagen.

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HR 25/26: I1I3I3I3I3I1I0I3I3I1I1I3I3I1I3I1I3I = 36 P
RR 25/26: I3I3I3I3I3I1I0I3I3I3I3I0I0I3I0I3I3I = 37 P

Dieser Beitrag wurde zuletzt von TheKillingJoke am 06.08.2021 um 14:17 Uhr bearbeitet
BVB - Transferpolitik |#16475
06.08.2021 - 15:12 Uhr
Zitat von TheKillingJoke

Das mag vielleicht sein, wenn sich einfach nichts ändert. Nur ändern sich von Saison zu Saison (sogar innerhalb) die Variablen.



Ja, tun sie, aber das heißt in der Regel nicht, dass die Ansprüche geringer werden. Wenn die Liga sich weiterentwickelt, müssen sich auch Bedarfe weiterentwickeln, keine Frage. Es ist ja bspw. auch meine Rede seit Jahren, dass die Abwehrreihe mehr Fähigkeiten benötigt, um hoch agieren zu können und der Trend hin zu mehr Mannorientierung stärker in die Bedarfe einfließen muss, als es der Fall war. Dennoch ist das ein Prozess, der in meinen Augen etwas langsamer ist und nicht so sehr innerhalb einer Saison beeinflusst wird. Denn ein Bedarf entsteht für mich nicht automatisch dadurch, dass ein Spieler ausfällt. Schließlich gibt es BU in jedem Kader, die genau dann einstehen müssen, wenn Rotation angesagt ist, auf Grund von Formschwäche, Überlastung oder gar Verletzung. Entsprechend gibt es auch für BU Bedarfe. Wovon du redest, bedeutet dann, dass dieser Bedarf per se nicht bedient wurde, da er andernfalls während einer Saison gar nicht entstehen könnte, sofern es nicht gerade um gebündelte Ausfälle geht, wie aktuell bspw. in der IV. Auf so eine Situation kann man sich in meinen Augen nicht vorbereiten, angesichts finanzieller Restriktionen. Die besagen letztendlich aber eben gerade jetzt auch, dass man in der IV trotzdem keinen Bedarf hat, sondern mit dem vorhandenen Personal auskommen muss, weil hier verschiedene Ebenen aufeinanderprallen. Das ist in erster und zweiter Reihe nicht grundsätzlich der Fall.


Das Ziel mag identisch bleiben, aber der Weg dahin kann sich schon alleine durch einen Trainerwechsel ändern. Auch ändern sich Variablen innerhalb der Liga. Alle Teams justieren nach und passen ihre Spielweise an. Eine Verletzung innerhalb der Saison und schon kann Bedarf entstehen, wo man in der Transferperiode noch keinen gesehen hat. Schwache Formkurven von Spielern usw.



Ja und nein.

Ja, jeder Trainer hat andere Bedürfnisse und bevorzugt graduell andere Spielertypen. Letztendlich gilt es aber auch einen Trainer so auszuwählen, dass er mit den vorhandenen Spielertypen genug anfangen muss, um daraus keinen oder zumindest möglichst wenig Bedarf zu generieren. Vor allem, wenn dieser finanziell unerfüllbar ist - was gerade jetzt eine interessante Geschichte mit Rose und den AV ist. Sonst verändert man als Verein nun mal gesamtheitlich seine Transferpolitik und Bedarfe, allzu schnell aber auch seine Ziele. Nicht umsonst finden viele Trainerwechsel im Abstiegskampf statt, der unerwartet kam und letztendlich aber meist nur das Resultat einer verfehlten Transferpolitik darstellt - siehe vor allem HSV, VfB, die Blauen, Werder und damit die großen Traditionsvereine, die es erwischt hat. Deswegen ist es eigentlich auch kein klares ja, sondern teilweise ein nein, da eine Trainerentlassung in aller Regel ein Scheitern der Transferpolitik darstellt, die unbediente Bedarfe ausdrückt. Mindestens deswegen, da ein Trainer immer Teil einer Transferpolitik ist und zum Kader passen sollte.

Jein, da der Bedarf meines Erachtens vorrangig von der Konkurrenz und den eigenen Zielen vorgegeben wird. Wenn sich die Konkurrenz verbessert - ob durch (externes) Geld, bessere Transfers oder Spielerentwicklung geschuldet - ist klar, dass der BVB es mindestens im selben Maß schaffen muss. Um es auf mein kleines mathematisches Beispiel runterzubrechen: es gilt immer noch aus 3 Zahlen eine 10 herzustellen, weil sich die Relation zur Konkurrenz ja nicht verändern soll - die soll also immer noch maximal ein 9 sein, während man selbst vielleicht eigentlich lieber eine 11 wäre, die die Bayern sind - aber ein 3er ist jetzt vielleicht nur noch ein 2er oder gar 1er. Das kann altersbedingt oder durch schwerwiegende Verletzungen passieren und ist meines Erachtens als Prozess deutlich schwerwiegender, als als temporäre Erscheinung, wie Form, kurzfristige Ausfälle oder Überlastung. Daher sind Bedarfe sicher variabel, wie ich mit diesem Beispiel auch schon zuvor auszudrücken versuchte, aber in Summe verändern sie sich eigentlich dennoch nicht, da sich die BVB Ziele ja auch nicht ändern. Wenn dir eine 8 fehlt und du die Lücke mit einem 6er füllen musst, dann hast du eben keine 10 mehr in Summe und musst schauen, wie du das kompensierst. Dann brauchst du eben an anderer Stelle ein 3 statt einem 1. Kannst du diesen Bedarf nicht erfüllen, entsteht umso mehr Bedarf, dass du einen 8er bekommst, komme was wolle. Bekommst du diese 8 nicht, entsteht dieser Bedarf nicht ganz plötzlich, nur weil die 6, die man geholt hat, nicht zum 8 wird. Der Bedarf war schon vorher da, weil man keinen Weg gefunden hat, um wieder auf 10 zu kommen.

Genau dafür geben dir Ablösen einen guten Hinweis, im Gegensatz zu Marktwerten, was du überhaupt wieder auf dem Markt bekommen kannst, weil Ablösen, angesichts der Kostenstruktur des BVB, dir am ehesten erklären, wie viel Geld du wieder in den Kader stecken kannst. Wenn du mit der generierten Ablöse keine 8 mehr bekommst, was oft der Fall ist, selbst wenn du es als Projekt angehst, sondern nur eine 6, dann müssen durch die 8 querfinanziert auch eine 3 oder zwei 2er her. Sonst kommt man nicht mehr auf 10, wenn man eine 6 holt. Kannst du dir aber nur die 6 leisten und die weiteren notwendigen Transfers nicht, dann verändert sich dein Bedarf trotzdem nicht, sondern er bleibt schlicht unbedient, weil unbedienbar. Das ist gerade dann problematisch, wenn der Abgang der 8 vorhersehbar war und im Jahr zuvor gerade erst eine 1 geholt wurde, obwohl eine 3, die jetzt eigentlich benötigt wird, damals schon geholfen hätte und vermutlich nicht mehr gekostet hätte. Nicht umsonst heißt es auch Transferstrategie. Man gibt sich durch Transfers weitere Transfers bzw. Bedarfe im Grunde vor.

Zum Rest s.o.: die Bedarfe waren oft schon vorher da, bevor es zu Verletzungen, Überlastung oder Formschwäche kommt und sind keine Veränderung an sich. Dazu spielen solch kurzfristige Dinge meist nicht die ganz große Geige, da dadurch meist nur temporäre Probleme auftauchen, die so oder so in die 10 einkalkuliert werden müssen. Sprich im Grunde müsste das maximale Niveau sogar eher eine 11 sein, mindestens aber eine 10. Wenn man per se aber nur eine 10 ist, wenn alles top läuft, ist man eigentlich nur eine 9 oder vielleicht sogar 8.

Vielleicht haben wir hier am Ende dann auch nur eine etwas andere Sicht oder Philosophie. Du findest, dass Bedarfe sich eher temporär ergeben, ich finde, dass sie planbar sind und sein müssen, um der Zielerreichung gerecht werden zu können, weil Entwicklungen viel langsamer stattfinden und kurzfristige Dellen kaum einen Einfluss auf diese Entwicklung haben. Das gilt auch für Performance über dem eigentlichen Niveau.


Das heisst, du glaubst man hat den Bedarf nachdem Dembele-Abgang bewusst nicht bedient? Ich glaube eher, man hat Yarmolenko als den Ersatz gesehen und mit Sancho auf die Zukunft gewettet. Unsere Verantwortlichen haben aus ihrer Sicht den Bedarf gedeckt (was eine Fehleinschätzung war und glücklicherweise Sancho daraus Profit schlagen konnte).



Von "bewusst" war keine Rede. Ich weiß nicht, was man sich bei Yarmolenko gedacht hat. Auf jeden Fall hat man mehr von ihm gehalten, als er meines Erachtens absehbar liefern konnte. Dass man für Sancho eine Lücke gehalten hat, glaube ich indessen nicht. Dafür war Yarmolenko dann doch zu teuer, sodass eine gewisse Überzeugung von ihm da gewesen sein musste, dass er den Bedarf erfüllen kann, obwohl das in meinen Augen nicht rational war. Angesichts der BU Probleme (Mor), hat man mit Sancho meines Erachtens eher einen anderen Bedarf bedient, als den durch den Dembele Abgang und hatte daher gewissermaßen auch Glück, dass Sancho sich dahin entwickelte, dass er den übergeordneten Bedarf erfüllen konnte.


Das hätte man aber rein am Umsatz garnicht sehen können. Man sieht das erst, wenn man sich die Spielertypen und ihre Fähigkeiten im Detail anschaut und dann ihre mögliche Rolle im System bewertet. Noch genauer wird man, wenn man die Spielweise der Gegner einbezieht. Das alles sagen die Investitionen nicht aus, deswegen finde ich den Blick darauf ziemlich verfälscht wenn man die Transferpolitik beurteilen will. Mehr wollte ich damit nicht sagen.


Ich denke hier durchmischt du auch 2 Ebenen. Ich bin komplett bei dir, dass Spielertypen, Fähigkeiten und vorgesehene Rollen im System detailiert bewertet werden müssen, um eine Passung feststellen zu können. Letztendlich ist das aber eine Mikroansicht. In der Makroansicht reden wir eben doch über die Finanzen, die nun mal vorgeben, was man sich erfüllen kann und was nicht und was eh schon an Bedarfen da ist, weil an anderer Stelle diese Detailbewertung auch stattfindet, selbst wenn die Spieler schon da sind. Wenn man so will, wird dann bewertet, ob ein Spieler den Bedarf erfüllt hat oder nicht und nicht nur, ob der Bedarf noch derselbe ist. Wenn hier dann eine negative Bewertung stattfindet und man sich vom Spieler trennt, obwohl man mit dieser Trennung nicht das zurück bekommt, was man zur Bedarfserfüllung investieren muss, dann kommt es zu Querinvests. Daher verstehe ich dich nach wie vor nicht, wenn du davon redest, dass Trasnfer- bzw. Investitionsströme keine Geschichte über die Bedarfserfüllung erzählen. Geschweige denn, dass ich die Wortwahl "ziemlich verfälscht" nachvollziehen kann. Insbesondere, wenn du dann mit Marktwerten um die Ecke kommst, die nichts darüber aussagen, was der BVB letztendlich von diesen Marktwerten hatte.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von BVBBC am 06.08.2021 um 15:14 Uhr bearbeitet
BVB - Transferpolitik |#16476
06.08.2021 - 17:08 Uhr
Zitat von BVBBC

Ja, tun sie, aber das heißt in der Regel nicht, dass die Ansprüche geringer werden. Wenn die Liga sich weiterentwickelt, müssen sich auch Bedarfe weiterentwickeln, keine Frage. Es ist ja bspw. auch meine Rede seit Jahren, dass die Abwehrreihe mehr Fähigkeiten benötigt, um hoch agieren zu können und der Trend hin zu mehr Mannorientierung stärker in die Bedarfe einfließen muss, als es der Fall war. Dennoch ist das ein Prozess, der in meinen Augen etwas langsamer ist und nicht so sehr innerhalb einer Saison beeinflusst wird. Denn ein Bedarf entsteht für mich nicht automatisch dadurch, dass ein Spieler ausfällt. Schließlich gibt es BU in jedem Kader, die genau dann einstehen müssen, wenn Rotation angesagt ist, auf Grund von Formschwäche, Überlastung oder gar Verletzung. Entsprechend gibt es auch für BU Bedarfe. Wovon du redest, bedeutet dann, dass dieser Bedarf per se nicht bedient wurde, da er andernfalls während einer Saison gar nicht entstehen könnte, sofern es nicht gerade um gebündelte Ausfälle geht, wie aktuell bspw. in der IV. Auf so eine Situation kann man sich in meinen Augen nicht vorbereiten, angesichts finanzieller Restriktionen. Die besagen letztendlich aber eben gerade jetzt auch, dass man in der IV trotzdem keinen Bedarf hat, sondern mit dem vorhandenen Personal auskommen muss, weil hier verschiedene Ebenen aufeinanderprallen. Das ist in erster und zweiter Reihe nicht grundsätzlich der Fall.


In diesem Teil kommen wir wohl auf einen gemeinsamen Nenner oder sind nicht soweit entfernt.

Eigentlich habe ich es genau anders gemeint. Ich behaupte nicht, dass die Bedarfe grundsätzlich nicht bedient wurden sondern nicht gut genug oder eben nicht passenden (deswegen halte ich den Blick auf die Ablösen/Umsätze für ziemlich verzerrt), allenfalls vielleicht in der Wichtigkeit vernachlässigt im Verhältnis zu anderen Mannschaftsteilen. Auch der Blick auf die MW-Differenz ist dahingehend nicht richtig und eine zweifelhafter Indikator, aber in meinen Augen das kleinere (bessere) Übel, da er etwas mehr abdeckt als die Umsatzbetrachtung.

Auch würde ich die BU´s per se nicht ausklammern. Diese spiegeln sich aber nicht immer in der Betrachtung nach Umsatz wieder, was eben ein Problem ist. Wie willst du Passlack, Knauff oder Morey aber auch Collins, Coulibaly und Zagadou in einer rein Umsatzbasierenden Betrachtung darstellen? Reyna oder Moukoko z.B. auch? Gerade die letzten beiden haben für die Performance des Teams und für ihr Potential eben einen weit höheren Wert als es nur ansatzweise in den "Büchern" steht.


Zitat von BVBBC

Jein, da der Bedarf meines Erachtens vorrangig von der Konkurrenz und den eigenen Zielen vorgegeben wird. Wenn sich die Konkurrenz verbessert - ob durch (externes) Geld, bessere Transfers oder Spielerentwicklung geschuldet - ist klar, dass der BVB es mindestens im selben Maß schaffen muss. Um es auf mein kleines mathematisches Beispiel runterzubrechen: es gilt immer noch aus 3 Zahlen eine 10 herzustellen, weil sich die Relation zur Konkurrenz ja nicht verändern soll - die soll also immer noch maximal ein 9 sein, während man selbst vielleicht eigentlich lieber eine 11 wäre, die die Bayern sind - aber ein 3er ist jetzt vielleicht nur noch ein 2er oder gar 1er. Das kann altersbedingt oder durch schwerwiegende Verletzungen passieren und ist meines Erachtens als Prozess deutlich schwerwiegender, als als temporäre Erscheinung, wie Form, kurzfristige Ausfälle oder Überlastung. Daher sind Bedarfe sicher variabel, wie ich mit diesem Beispiel auch schon zuvor auszudrücken versuchte, aber in Summe verändern sie sich eigentlich dennoch nicht, da sich die BVB Ziele ja auch nicht ändern. Wenn dir eine 8 fehlt und du die Lücke mit einem 6er füllen musst, dann hast du eben keine 10 mehr in Summe und musst schauen, wie du das kompensierst. Dann brauchst du eben an anderer Stelle ein 3 statt einem 1. Kannst du diesen Bedarf nicht erfüllen, entsteht umso mehr Bedarf, dass du einen 8er bekommst, komme was wolle. Bekommst du diese 8 nicht, entsteht dieser Bedarf nicht ganz plötzlich, nur weil die 6, die man geholt hat, nicht zum 8 wird. Der Bedarf war schon vorher da, weil man keinen Weg gefunden hat, um wieder auf 10 zu kommen.


Ich meine zu verstehen, was du damit sagen willst.
So ganz erkenne ich aber nicht, wo sich hier die Synergien zwischen den Mannschaftsteilen und Spielertypen befinden. Wenn es so simpel wäre, das am Ende die Summe stimmen muss.... dann könnte man tatsächlich rein linear planen. Dafür fehlt mir die Vorstellung. Als Beispiel fällt mir Brandt ein, bzw. der komplette Transfersommer 19/20. Schaut man auf die Zugangs-/Abgangsseite, dann sollte am Ende definitiv eine Verbesserung der Summe stattgefunden haben. Man hat viele Spieler abgegeben die keine Rolle spielten, keinen Leistungsträger abgegeben und Spieler verpflichtet die gestanden waren und Qualitäten mitgebracht haben, die man zuvor nicht hatte. Deshalb wurde der Transfersommer auch so abgefeiert. Gepasst hat die Konstellation im Kader trotzdem nicht so wirklich.

Letztendlich haben hier die Synergien nicht gepasst und der Bedarf wurde vielleicht von der Position bedient, aber eben nicht was den Fit und das Zusammenspiel mit der eigenen Spielweise angeht. Brandt sucht nun jetzt unter dem 3. Trainer seinen Platz, mit Hummels hat man sich wohl nicht nur Qualität ins Haus geholt sondern auch gleichzeitig Probleme in der IV geschaffen (wurde ja zu genüge in der Vergangenheit diskutiert), Schulz hatten wir nun auch schon angerißen und bei Paco Alcacer hatte man sich auch etwas anderes erhofft.

Zitat von BVBBC

Genau dafür geben dir Ablösen einen guten Hinweis, im Gegensatz zu Marktwerten, was du überhaupt wieder auf dem Markt bekommen kannst, weil Ablösen, angesichts der Kostenstruktur des BVB, dir am ehesten erklären, wie viel Geld du wieder in den Kader stecken kannst. Wenn du mit der generierten Ablöse keine 8 mehr bekommst, was oft der Fall ist, selbst wenn du es als Projekt angehst, sondern nur eine 6, dann müssen durch die 8 querfinanziert auch eine 3 oder zwei 2er her. Sonst kommt man nicht mehr auf 10, wenn man eine 6 holt. Kannst du dir aber nur die 6 leisten und die weiteren notwendigen Transfers nicht, dann verändert sich dein Bedarf trotzdem nicht, sondern er bleibt schlicht unbedient, weil unbedienbar. Das ist gerade dann problematisch, wenn der Abgang der 8 vorhersehbar war und im Jahr zuvor gerade erst eine 1 geholt wurde, obwohl eine 3, die jetzt eigentlich benötigt wird, damals schon geholfen hätte und vermutlich nicht mehr gekostet hätte. Nicht umsonst heißt es auch Transferstrategie. Man gibt sich durch Transfers weitere Transfers bzw. Bedarfe im Grunde vor.

Zum Rest s.o.: die Bedarfe waren oft schon vorher da, bevor es zu Verletzungen, Überlastung oder Formschwäche kommt und sind keine Veränderung an sich. Dazu spielen solch kurzfristige Dinge meist nicht die ganz große Geige, da dadurch meist nur temporäre Probleme auftauchen, die so oder so in die 10 einkalkuliert werden müssen. Sprich im Grunde müsste das maximale Niveau sogar eher eine 11 sein, mindestens aber eine 10. Wenn man per se aber nur eine 10 ist, wenn alles top läuft, ist man eigentlich nur eine 9 oder vielleicht sogar 8.


In dieser Hinsicht geben dir Ablösen tatsächlich gute Anhaltspunkte. Hatte nur gedacht das die Aussgangsdiskussion und der Ausgangsbeitrag etwas anderes aufzeigen sollten. Das man anhand Ablösesummen erahnen kann, was man evtl. bekommen könnte und was man evtl. noch investieren könnte.... ist für mich nachvollziehbar und dann hätte es die Diskussion nicht in diesem Maße geben müssen. In Bezug auf die Politik der letzten Jahre, sagt das aber eben einen ganz kleinen Bruchteil aus (über die Finanzen dann eben deutlich mehr)....

Zitat von BVBBC

Ich denke hier durchmischt du auch 2 Ebenen. Ich bin komplett bei dir, dass Spielertypen, Fähigkeiten und vorgesehene Rollen im System detailiert bewertet werden müssen, um eine Passung feststellen zu können. Letztendlich ist das aber eine Mikroansicht. In der Makroansicht reden wir eben doch über die Finanzen, die nun mal vorgeben, was man sich erfüllen kann und was nicht und was eh schon an Bedarfen da ist, weil an anderer Stelle diese Detailbewertung auch stattfindet, selbst wenn die Spieler schon da sind. Wenn man so will, wird dann bewertet, ob ein Spieler den Bedarf erfüllt hat oder nicht und nicht nur, ob der Bedarf noch derselbe ist. Wenn hier dann eine negative Bewertung stattfindet und man sich vom Spieler trennt, obwohl man mit dieser Trennung nicht das zurück bekommt, was man zur Bedarfserfüllung investieren muss, dann kommt es zu Querinvests. Daher verstehe ich dich nach wie vor nicht, wenn du davon redest, dass Trasnfer- bzw. Investitionsströme keine Geschichte über die Bedarfserfüllung erzählen. Geschweige denn, dass ich die Wortwahl "ziemlich verfälscht" nachvollziehen kann. Insbesondere, wenn du dann mit Marktwerten um die Ecke kommst, die nichts darüber aussagen, was der BVB letztendlich von diesen Marktwerten hatte.


In der Markoansicht hat man im Sommer 19/20 nahezu 130mio an Ablösesummen ausgegeben. Damit kann man sich schon sehr viel erfüllen, sofern man auch die richtigen Schlüsse zieht. Auch hat man bei den AV keine Mittel gescheut in den folgenden Jahren (Schulz/Meunier) nur eben auf die falschen Pferde gesetzt. Mit den Beträgen kann man sich auch einiges erfüllen.... es ist beides nicht wirklich aufgegangen. Ein anderer Sachverhalt wäre es, man gibt einen Leistungsträger ab und muss diesen ersetzen. Hier müsste man auch differenzieren.

Ich habe das Gefühl wir reden aneinander vorbei. Genau die Punkte die du nicht verstehen kannst, habe ich nun mehrmals erläutert. Wir haben da anscheinend ein komplett anderes Verständnis. Ich habe auch geschrieben, dass man daran einen Teil des Bedarfs ablesen kann... aber ein Teil der Geschichte eben nicht in den Transferströmen ALLEINE wiederzufinden ist bzw. auch nicht die Gewichtung, weshalb ich ziemlich Vorsichtig wäre daraus etwas konkretes abzuleiten.

Zitat von BVBBC

Von "bewusst" war keine Rede. Ich weiß nicht, was man sich bei Yarmolenko gedacht hat. Auf jeden Fall hat man mehr von ihm gehalten, als er meines Erachtens absehbar liefern konnte. Dass man für Sancho eine Lücke gehalten hat, glaube ich indessen nicht. Dafür war Yarmolenko dann doch zu teuer, sodass eine gewisse Überzeugung von ihm da gewesen sein musste, dass er den Bedarf erfüllen kann, obwohl das in meinen Augen nicht rational war. Angesichts der BU Probleme (Mor), hat man mit Sancho meines Erachtens eher einen anderen Bedarf bedient, als den durch den Dembele Abgang und hatte daher gewissermaßen auch Glück, dass Sancho sich dahin entwickelte, dass er den übergeordneten Bedarf erfüllen konnte.


Es kann gut sein, dass es die Verbindung von Sancho zu Mor gab und nicht zu Dembele. In der Markoansicht macht das auch Sinn... dass aber letztendlich Sancho einen Dembele in den folgenden Jahren ersetzen konnte (man sich hier sogar verbessern konnte auf dieser Position), das zeigt dir der Transferstrom eben nicht. Deswegen finde ich diese Betrachtung gefährlich. Im darauffolgenden Jahr hat man Yarmolenko abgegeben, weswegen in der Makroansicht ein Bedarf hätte entstehen müssen. Auf dieser Position hat man jedoch nur Wolf verpflichtet, nachdem Wolf aber keinen klassischen RA gespielt hat (wie es Yarmolenko war) wurde dieser Bedarf nie bedient (oder eben von anderen Spielern wie Sancho/Reyna mit abgedeckt).... in dem Transferströmen siehst du davon aber nichts, dass hätte man nur gesehen wenn man hier gehandelt hätte.

Die Argumentation geht dann nur auf, wenn man davon ausgeht das unsere Verantwortlichen immer handeln (und es auch Transferströme gibt) sobald sich ein Bedarf auftut. Fehlt eins von beiden, dann ist es nicht abgebildet. Selbst wenn man handelt, kann man auch schwer ableiten ob es vielleicht zum richtigen oder falschen Zeitpunkt erfolgt ist. Ich bleibe dabei, ich finde diese Betrachtung spannend aber die Schwachstellen überwiegen für mich so stark, dass ich sehr Vorsichtig wäre daraus grundsätzliche Schlussfolgerungen auf die Transferpolitik zu ziehen (ohne die Mikroansicht). Wie gesagt Transferpolitik und nicht Finanzen (das wäre eine andere Geschichte).

•     •     •

HR 25/26: I1I3I3I3I3I1I0I3I3I1I1I3I3I1I3I1I3I = 36 P
RR 25/26: I3I3I3I3I3I1I0I3I3I3I3I0I0I3I0I3I3I = 37 P

Dieser Beitrag wurde zuletzt von TheKillingJoke am 06.08.2021 um 17:09 Uhr bearbeitet
BVB - Transferpolitik |#16477
09.08.2021 - 09:18 Uhr
Zitat von Nic
Auch wenn noch nicht alles als fix vermeldet wurde, wage ich es dennoch mal -am Tag des Trainingslager-Starts- einen Zwischenstand abzugeben:

Was bisher geschah:

Mit Kobel und Malen werden die 2 bisherigen Stammkräfte Bürki (zuletzt nicht mehr so wirklich Stammkraft) und Sancho ersetzt. An sich sinnvolle Transfers für mich. Auf der TW-Position wird das aktuelle Leistungslevel gehalten, perspektivisch könnte Kobel aber ein Upgrade zu Bürki darstellen.

Der unersetzbare Sancho soll zumindest in Teilen durch Malen aufgefangen werden. Für mich ein guter Transfer, bringt Malen doch spielerisch und individuell einiges mit. Fraglich ist hier natürlich wie er in ein funktionierendes System beim BVB integriert werden kann und wie schnell er den Schritt aus Holland in die Bundesliga packt (der Schritt ist m.E. mittlerweile sehr groß und nicht zu unterschätzen).

Dazu kommen die Perspektivtransfers von Coulibaly für die IV und Kamara fürs Mittelfeld.

Abgegeben wurde die bisherigen Leihspieler Balerdi und Gomez (im Prinzip auch Toljan, wobei die Klausel schon im Winter gegriffen hat). Schmelzer indirekt und Pischu haben sich in den Ruhestand verabschiedet. Gerade der Verkauf von Balerdi für die kolportierten 11 Mio. ist für mich überraschend gut, der Trainerwechsel bei Marseille zu Sampaoli war für uns in der Nachbetrachtung bares Geld wert.

Offene Punkte:

Auf Zugangsseite hat man bisher eher reagiert statt zu agieren. Bürki musste ersetzt werden (selbstinduziert), Sancho ebenfalls (Spieler wollte weg). Wobei die Reaktionen m.E. sehr ordentlich ausgefallen sind.

Weitere Problemstellen wurden bislang aber noch nicht angegangen. Die Thematik auf den AV-Positionen wurde bisher nicht gelöst, weiterhin gab es durchaus Bedarf an einer Umgestaltung des ZM/DM und einer weitern Option für die Flügel. Zudem zeichnet sich eine IV-Problematik ab, sowohl was den aktuellen Zustand angeht als auch perspektivisch.

Es gibt zwar Gerüchte (recht konkrete für einen LV), aber noch nichts zwingendes. Positiv ist hierbei, dass das Transferfenster noch eine ganze Weile geöffnet ist. Negativ der bereits weit fortgeschrittene Stand der Vorbereitung. Heute startet mit dem Trainingslager die wohl wichtigste Phase der Vorbereitung, in 2 Wochen ist das erste Pflichtspiel im Pokal. Sofern am Kader noch Veränderungen vorgenommen werden, kann es gut bis ins erste Saisondrittel dauern, bis sich das Team findet.

Auf der Abgangsseite steht noch einiges an Arbeit bevor. Die Liste der potentiellen Abgänge ist lang mit Bürki, Schulz, Delaney, Wolf. Hinzu kommen Spieler mit ganz großen Fragezeichen wie Brandt oder Reinier. Leider sind das alles auch Spieler mit einem üppigen Salär, sodass auch der BVB hier einen gewissen wirtschaftlichen Druck hat.

Allgemeiner Eindruck:

Der Transfermarkt ist für mich wahnsinnig träge. Es geht kaum etwas voran und man ist noch nicht so weit, was den finalen Kader angeht. So geht es aber vielen Clubs, wobei die überwiegende Anzahl an Vereinen wohl mehr Spieler abgeben als aufnehmen möchte. Auch das Transfervolumen ist eher bescheiden. Zudem fehlt dieses Jahr der große Dominostein, den es in der Vergangenheit ab und zu gab und der dann direkt viele weitere Transfers angestoßen hat

Weiterhin auffallend ist die recht geringe Bereitschaft der Spieler nach Kompromissen beim Gehalt. Aus dem subjektiven Empfinden heraus gehen deutlich mehr Spieler ins letzte Vertragsjahr als in der Vergangenheit. Auf Spielerseite scheint man hier zumindest bei den gefragten Akteuren nicht bereit zu sein, beim Gehalt zurückzustecken (damit sind keine Kürzungen gemeint, vielmehr reichen aber auch moderate Erhöhungen nicht aus). Die Clubs werden daher alle Mühe haben, ihr Ausgabenniveau aus der Vor-Corona-Zeit auf ein angemessenes Niveau zu bringen.

Die ablösefreien Wechsel von Topspielern haben dieses Jahr schon extrem zugelegt. Der Trend könnte sich zur nächsten Saison hin noch verstärken. Der BVB könnte davon auch bald betroffen sein, gibt es doch mit Dahoud, Zagadou und Delaney gleich 3 Spieler, die durchaus Interesse von anderen Clubs wecken könnten und für die ein ablösefreier Wechsel sicher seinen (finanziellen) Reiz hat.

Es wird sehr interessant werden, inwiefern die Clubs hier wieder mehr Oberwasser bekommen können. Gerade bei den begehrten Leuten ist das aktuell ganz klar ein Spielermarkt. Man wird auch sehen müssen, was passiert bzw. wen es trifft, wenn die Clubs weiterhin nicht in eine Stärkere Position gegenüber den Spielern kommen, aber gleichzeitig einen enormen wirtschaftlichen Druck haben.


Nach einem ersten Zwischenstand vom 23. Juli würde ich nun einmal versuchen, nach der Rückkehr aller Spieler aus dem Urlaub, dem absolvierten Trainingslager und dem erfolgreichen Pflichtspielauftakt im Pokal und einem zeitlichen Abstand von etwas über 2 Wochen einen Zwischenstand II zu verfassen.

Was bisher geschah:

So viel hat sich gar nicht geändert. Die damals schon quasi feststehenden Transfers von Jadon und der sich abzeichnende Zugang von Malen wurden realisiert. Mit dem aufstrebenden Dahoud wurde zudem bis 2023 verlängert.

Leider sind mit Hummels, Can und Guerreiro gleich 3 Defensivspieler angeschlagen aus dem Urlaub zurückgekehrt und gesellen sich zum Langzeitverletzten Zagadou hinzu. Zu allem Überfluss fällt auch noch Meunier mit einer Corona-Infektion aus und verschärft die personelle Situation in der Defensive. Zumindest Can, Guerreiro und Meunier haben aber gute Chancen, bis Ende des Monats wieder an Bord zu sein, Can sogar schon zum Bundesligaauftakt.

Auf der Abgangs- und Zugangsseite hat sich gar nichts getan. Bei den Zugängen gab es ein kurzzeitiges Gerücht um Demiral (mittlerweile bei Bergamo gelandet), auf der Abgangsseite um einen möglichen Wechsel von Tigges nach Köln. Ansonsten ist sprichwörtlich tote Hose. Es gibt nicht nur kaum Bewegung am Transfermarkt allgemein, selbst Gerüchte tauchen nur in ganz überschaubarer Zahl auf. Der Markt liegt weitestgehend flach.

Der Saisonauftakt ist mit dem Sieg in Wiesbaden gelungen, ansonsten konnte man den subjektiven Eindrücken nach zumindest das Beste aus dem Trainingslager machen, unter schwierigen Umständen und nur mit halbem Kader. Wobei man sich hier sehen muss, wie schnell sich alles finden kann. Schließlich trainieren etliche Profis noch keine 2 Wochen unter Rose. Einen ganz großen Nachteil erwarte ich nicht, auch die Konkurrenz hat mit diesen Themen zu kämpfen, zudem haben auch etliche andere Bundesligisten einen neuen Trainer und somit kaum ein Team den Bonus einer wirklichen Vertrautheit und Eingespieltheit mit dem jeweils neuen Coach.

Was für die Transferpolitik die wohl wichtigste Erkenntnis ist, Rose scheint sich auf ein 4-4-2 mit Raute als Wunschsystem festgelegt zu haben.

Offene Punkte:

Hier hat sich leider kaum etwas getan. Die AV-Problematik besteht nach wie vor, durch die Verletzungssituation gibt es nun auch auf der IV zumindest einen temporären Engpass, die Amas müssen hier aktuell kräftig aushelfen.

Will man die Raute weiter spielen, besteht zudem eine personelle Problematik auf DM und dem ZM, also den Halbpositionen im Mittelfeld. Man hat mit Dahoud, Witsel, Delaney und Can (sowie Raschl aus der U23) gleich 4 Spieler für eine Position, die aber gleichzeitig nicht wirklich für die Halbpositionen der Raute geeignet sind. Can wird wohl erstmal als IV oder RV benötigt, ansonsten hat man hier aber ein Überangebot, was m.E. noch eine Neubesetzung zumindest einer Stelle erfordert.

Abgangsseitig fehlt nach wie vor Entlastung im Gehaltsetat. Ungünstig ist hierbei, dass sich der mögliche Wechselkandidat Wolf im Testspiel verletzt hat und bis September ausfällt. Für die verblebenden 3 Wochen im Transferfenster bleibt einiges zu tun.

Allgemeiner Eindruck:

Der Verdacht hat sich bei mir mittlerweile komplett verfestigt, dass die Profis kaum bereit sind, beim Gehalt die Corona-Verluste mitzutragen. Die absurde Messi-Vorstellung hat dem nur nochmal die Krone aufgesetzt. Der Trend zu hochkarätigen, ablösefreien Transfers setzt sich klar fort. Ohne es überprüft zu haben - aber ich glaube derart hohe Marktwerte sind noch nie ablösefrei bewegt worden, das dürft neuer Rekord sein.

Der Transfermarkt ist erschreckend ruhig. Es bewegt sich bis auf Einzelfälle fast gar nichts. Ich bin mir hier aber noch nicht ganz sicher, ob die Clubs dem Transfermarkt lauernd gegenüberstehen und nur auf die richtige Gelegenheit warten, oder ob schlicht kein finanzieller Spielraum mehr für Transfers da ist. Es dürfte wohl eine Mischung aus beiden Faktoren sein. Es scheint aber zumindest so zu sein, dass die Clubs größere Probleme mit den wirtschaftlichen Folgen von Corona haben als man bisher angenommen hatte. Das ganze Ausmaß ist dabei noch nicht wirklich ins öffentliche Bewusstsein gelangt, wo man eher von einer Art Delle mit schneller Rückkehr zur Normalität im wirtschaftlichen Bereich des Fussballs auszugehen scheint.

Vor den letzten 3 Wochen im Transferfenster kann man daher kaum abschätzen, was sich noch alles ergeben wird.
BVB - Transferpolitik |#16478
09.08.2021 - 09:40 Uhr
Zitat von Nic
Zitat von Nic

Auch wenn noch nicht alles als fix vermeldet wurde, wage ich es dennoch mal -am Tag des Trainingslager-Starts- einen Zwischenstand abzugeben:

Was bisher geschah:

Mit Kobel und Malen werden die 2 bisherigen Stammkräfte Bürki (zuletzt nicht mehr so wirklich Stammkraft) und Sancho ersetzt. An sich sinnvolle Transfers für mich. Auf der TW-Position wird das aktuelle Leistungslevel gehalten, perspektivisch könnte Kobel aber ein Upgrade zu Bürki darstellen.

Der unersetzbare Sancho soll zumindest in Teilen durch Malen aufgefangen werden. Für mich ein guter Transfer, bringt Malen doch spielerisch und individuell einiges mit. Fraglich ist hier natürlich wie er in ein funktionierendes System beim BVB integriert werden kann und wie schnell er den Schritt aus Holland in die Bundesliga packt (der Schritt ist m.E. mittlerweile sehr groß und nicht zu unterschätzen).

Dazu kommen die Perspektivtransfers von Coulibaly für die IV und Kamara fürs Mittelfeld.

Abgegeben wurde die bisherigen Leihspieler Balerdi und Gomez (im Prinzip auch Toljan, wobei die Klausel schon im Winter gegriffen hat). Schmelzer indirekt und Pischu haben sich in den Ruhestand verabschiedet. Gerade der Verkauf von Balerdi für die kolportierten 11 Mio. ist für mich überraschend gut, der Trainerwechsel bei Marseille zu Sampaoli war für uns in der Nachbetrachtung bares Geld wert.

Offene Punkte:

Auf Zugangsseite hat man bisher eher reagiert statt zu agieren. Bürki musste ersetzt werden (selbstinduziert), Sancho ebenfalls (Spieler wollte weg). Wobei die Reaktionen m.E. sehr ordentlich ausgefallen sind.

Weitere Problemstellen wurden bislang aber noch nicht angegangen. Die Thematik auf den AV-Positionen wurde bisher nicht gelöst, weiterhin gab es durchaus Bedarf an einer Umgestaltung des ZM/DM und einer weitern Option für die Flügel. Zudem zeichnet sich eine IV-Problematik ab, sowohl was den aktuellen Zustand angeht als auch perspektivisch.

Es gibt zwar Gerüchte (recht konkrete für einen LV), aber noch nichts zwingendes. Positiv ist hierbei, dass das Transferfenster noch eine ganze Weile geöffnet ist. Negativ der bereits weit fortgeschrittene Stand der Vorbereitung. Heute startet mit dem Trainingslager die wohl wichtigste Phase der Vorbereitung, in 2 Wochen ist das erste Pflichtspiel im Pokal. Sofern am Kader noch Veränderungen vorgenommen werden, kann es gut bis ins erste Saisondrittel dauern, bis sich das Team findet.

Auf der Abgangsseite steht noch einiges an Arbeit bevor. Die Liste der potentiellen Abgänge ist lang mit Bürki, Schulz, Delaney, Wolf. Hinzu kommen Spieler mit ganz großen Fragezeichen wie Brandt oder Reinier. Leider sind das alles auch Spieler mit einem üppigen Salär, sodass auch der BVB hier einen gewissen wirtschaftlichen Druck hat.

Allgemeiner Eindruck:

Der Transfermarkt ist für mich wahnsinnig träge. Es geht kaum etwas voran und man ist noch nicht so weit, was den finalen Kader angeht. So geht es aber vielen Clubs, wobei die überwiegende Anzahl an Vereinen wohl mehr Spieler abgeben als aufnehmen möchte. Auch das Transfervolumen ist eher bescheiden. Zudem fehlt dieses Jahr der große Dominostein, den es in der Vergangenheit ab und zu gab und der dann direkt viele weitere Transfers angestoßen hat

Weiterhin auffallend ist die recht geringe Bereitschaft der Spieler nach Kompromissen beim Gehalt. Aus dem subjektiven Empfinden heraus gehen deutlich mehr Spieler ins letzte Vertragsjahr als in der Vergangenheit. Auf Spielerseite scheint man hier zumindest bei den gefragten Akteuren nicht bereit zu sein, beim Gehalt zurückzustecken (damit sind keine Kürzungen gemeint, vielmehr reichen aber auch moderate Erhöhungen nicht aus). Die Clubs werden daher alle Mühe haben, ihr Ausgabenniveau aus der Vor-Corona-Zeit auf ein angemessenes Niveau zu bringen.

Die ablösefreien Wechsel von Topspielern haben dieses Jahr schon extrem zugelegt. Der Trend könnte sich zur nächsten Saison hin noch verstärken. Der BVB könnte davon auch bald betroffen sein, gibt es doch mit Dahoud, Zagadou und Delaney gleich 3 Spieler, die durchaus Interesse von anderen Clubs wecken könnten und für die ein ablösefreier Wechsel sicher seinen (finanziellen) Reiz hat.

Es wird sehr interessant werden, inwiefern die Clubs hier wieder mehr Oberwasser bekommen können. Gerade bei den begehrten Leuten ist das aktuell ganz klar ein Spielermarkt. Man wird auch sehen müssen, was passiert bzw. wen es trifft, wenn die Clubs weiterhin nicht in eine Stärkere Position gegenüber den Spielern kommen, aber gleichzeitig einen enormen wirtschaftlichen Druck haben.


Nach einem ersten Zwischenstand vom 23. Juli würde ich nun einmal versuchen, nach der Rückkehr aller Spieler aus dem Urlaub, dem absolvierten Trainingslager und dem erfolgreichen Pflichtspielauftakt im Pokal und einem zeitlichen Abstand von etwas über 2 Wochen einen Zwischenstand II zu verfassen.

Was bisher geschah:

So viel hat sich gar nicht geändert. Die damals schon quasi feststehenden Transfers von Jadon und der sich abzeichnende Zugang von Malen wurden realisiert. Mit dem aufstrebenden Dahoud wurde zudem bis 2023 verlängert.

Leider sind mit Hummels, Can und Guerreiro gleich 3 Defensivspieler angeschlagen aus dem Urlaub zurückgekehrt und gesellen sich zum Langzeitverletzten Zagadou hinzu. Zu allem Überfluss fällt auch noch Meunier mit einer Corona-Infektion aus und verschärft die personelle Situation in der Defensive. Zumindest Can, Guerreiro und Meunier haben aber gute Chancen, bis Ende des Monats wieder an Bord zu sein, Can sogar schon zum Bundesligaauftakt.

Auf der Abgangs- und Zugangsseite hat sich gar nichts getan. Bei den Zugängen gab es ein kurzzeitiges Gerücht um Demiral (mittlerweile bei Bergamo gelandet), auf der Abgangsseite um einen möglichen Wechsel von Tigges nach Köln. Ansonsten ist sprichwörtlich tote Hose. Es gibt nicht nur kaum Bewegung am Transfermarkt allgemein, selbst Gerüchte tauchen nur in ganz überschaubarer Zahl auf. Der Markt liegt weitestgehend flach.

Der Saisonauftakt ist mit dem Sieg in Wiesbaden gelungen, ansonsten konnte man den subjektiven Eindrücken nach zumindest das Beste aus dem Trainingslager machen, unter schwierigen Umständen und nur mit halbem Kader. Wobei man sich hier sehen muss, wie schnell sich alles finden kann. Schließlich trainieren etliche Profis noch keine 2 Wochen unter Rose. Einen ganz großen Nachteil erwarte ich nicht, auch die Konkurrenz hat mit diesen Themen zu kämpfen, zudem haben auch etliche andere Bundesligisten einen neuen Trainer und somit kaum ein Team den Bonus einer wirklichen Vertrautheit und Eingespieltheit mit dem jeweils neuen Coach.

Was für die Transferpolitik die wohl wichtigste Erkenntnis ist, Rose scheint sich auf ein 4-4-2 mit Raute als Wunschsystem festgelegt zu haben.

Offene Punkte:

Hier hat sich leider kaum etwas getan. Die AV-Problematik besteht nach wie vor, durch die Verletzungssituation gibt es nun auch auf der IV zumindest einen temporären Engpass, die Amas müssen hier aktuell kräftig aushelfen.

Will man die Raute weiter spielen, besteht zudem eine personelle Problematik auf DM und dem ZM, also den Halbpositionen im Mittelfeld. Man hat mit Dahoud, Witsel, Delaney und Can (sowie Raschl aus der U23) gleich 4 Spieler für eine Position, die aber gleichzeitig nicht wirklich für die Halbpositionen der Raute geeignet sind. Can wird wohl erstmal als IV oder RV benötigt, ansonsten hat man hier aber ein Überangebot, was m.E. noch eine Neubesetzung zumindest einer Stelle erfordert.

Abgangsseitig fehlt nach wie vor Entlastung im Gehaltsetat. Ungünstig ist hierbei, dass sich der mögliche Wechselkandidat Wolf im Testspiel verletzt hat und bis September ausfällt. Für die verblebenden 3 Wochen im Transferfenster bleibt einiges zu tun.

Allgemeiner Eindruck:

Der Verdacht hat sich bei mir mittlerweile komplett verfestigt, dass die Profis kaum bereit sind, beim Gehalt die Corona-Verluste mitzutragen. Die absurde Messi-Vorstellung hat dem nur nochmal die Krone aufgesetzt. Der Trend zu hochkarätigen, ablösefreien Transfers setzt sich klar fort. Ohne es überprüft zu haben - aber ich glaube derart hohe Marktwerte sind noch nie ablösefrei bewegt worden, das dürft neuer Rekord sein.

Der Transfermarkt ist erschreckend ruhig. Es bewegt sich bis auf Einzelfälle fast gar nichts. Ich bin mir hier aber noch nicht ganz sicher, ob die Clubs dem Transfermarkt lauernd gegenüberstehen und nur auf die richtige Gelegenheit warten, oder ob schlicht kein finanzieller Spielraum mehr für Transfers da ist. Es dürfte wohl eine Mischung aus beiden Faktoren sein. Es scheint aber zumindest so zu sein, dass die Clubs größere Probleme mit den wirtschaftlichen Folgen von Corona haben als man bisher angenommen hatte. Das ganze Ausmaß ist dabei noch nicht wirklich ins öffentliche Bewusstsein gelangt, wo man eher von einer Art Delle mit schneller Rückkehr zur Normalität im wirtschaftlichen Bereich des Fussballs auszugehen scheint.

Vor den letzten 3 Wochen im Transferfenster kann man daher kaum abschätzen, was sich noch alles ergeben wird.

Also als „ruhig“ würde ich den aktuellen Transfermarkt nicht betrachten. Da hätte ich schon gedacht, dass diesen Sommer weniger geht.
Man merkt sehr deutlich, dass Italien Gewinne einfahren muss, Spanien und Deutschland bei +/- 0 liegen und nur für die Engländer + PSG Corona völlig egal zu sein scheint.
Lukaku sollte heute durchgehen, das wäre der zweite +100 mio Transfer in der dieser Transferphase, dann kann man nicht von ruhig sprechen.

Was den BVB angeht, hat man mit einem Plus von 55 mio ( etwas falsch, da dort mit 85 mio für Jadon gerechnet wird) im internationalen Vergleich einen der größten Transfergewinne. Zu nennen wären da noch im Vergleich Inter, welche aber wahrscheinlich noch Zapata, Dzeko und weitere Spieler holen werden.

Vergleicht man sich mit den anderen Bundesligisten, so hat man das größte Plus. Bei den meisten Bundesligsten ( Leverkusen, Gladbach, Frankfurt, Leipzig, Wolfsburg etc.) halten sich Ausgaben und Einnahmen in etwa die Waage bei +/- 10 mio.
Ausschließlich wir können aktuell ein gutes Plus verzeichnen und Corona sollte alle Vereine in etwas zu gleichen Teilen belasten.

Daher frage ich mich, warum es aktuell bei uns so ruhig ist?
Mir kann doch keiner erzählen, dass wir aktuell keinen RV für 15 mio verpflichten könnten, der technisch besser als Meunier ist und auch zusätzlich zu Rose passt.
Bei einem Verkauf Delanyes hätten wir noch mehr freie Kapazitäten.

Mir erschließt sich nicht, warum sich Frankfurt und Leverkusen ein transfersaldo von +/- 10 mio Erlauben können und wir durch Corona nicht?
Geld und Gehalt sollte für ein 15 mio Transfer mit 6 mio Gehalt eigentlich noch da sein.
BVB - Transferpolitik |#16479
09.08.2021 - 09:52 Uhr
Zitat von Magrano


Also als „ruhig“ würde ich den aktuellen Transfermarkt nicht betrachten. Da hätte ich schon gedacht, dass diesen Sommer weniger geht.
Man merkt sehr deutlich, dass Italien Gewinne einfahren muss, Spanien und Deutschland bei +/- 0 liegen und nur für die Engländer + PSG Corona völlig egal zu sein scheint.
Lukaku sollte heute durchgehen, das wäre der zweite +100 mio Transfer in der dieser Transferphase, dann kann man nicht von ruhig sprechen.

Was den BVB angeht, hat man mit einem Plus von 55 mio ( etwas falsch, da dort mit 85 mio für Jadon gerechnet wird) im internationalen Vergleich einen der größten Transfergewinne. Zu nennen wären da noch im Vergleich Inter, welche aber wahrscheinlich noch Zapata, Dzeko und weitere Spieler holen werden.

Vergleicht man sich mit den anderen Bundesligisten, so hat man das größte Plus. Bei den meisten Bundesligsten ( Leverkusen, Gladbach, Frankfurt, Leipzig, Wolfsburg etc.) halten sich Ausgaben und Einnahmen in etwa die Waage bei +/- 10 mio.
Ausschließlich wir können aktuell ein gutes Plus verzeichnen und Corona sollte alle Vereine in etwas zu gleichen Teilen belasten.

Daher frage ich mich, warum es aktuell bei uns so ruhig ist?
Mir kann doch keiner erzählen, dass wir aktuell keinen RV für 15 mio verpflichten könnten, der technisch besser als Meunier ist und auch zusätzlich zu Rose passt.
Bei einem Verkauf Delanyes hätten wir noch mehr freie Kapazitäten.

Mir erschließt sich nicht, warum sich Frankfurt und Leverkusen ein transfersaldo von +/- 10 mio Erlauben können und wir durch Corona nicht?
Geld und Gehalt sollte für ein 15 mio Transfer mit 6 mio Gehalt eigentlich noch da sein.


Immer die gleiche Leier hier von vielen Leuten. Es geht doch nicht nur um Ablösen, sondern vor allem um die Gehälter. Wir zahlen auch viel höhere Gehälter als die von Dir genannten Mitbewerber. Und gerade in diesem Bereich haben wir noch einige Altlasten an der Backe. Ich denke zum Beispiel an Bürki und Wolf, die - Stand heute - überhaupt gar keinen Input für das Team bringen und gute Gehälter beziehen. Man muss darüber hinaus auch berücksichtigen, dass niemand weiß wie es mit der Pandemie weiter geht. Werden die Stadien im Winter wieder leer sein?

Zum Thema RV: Auch hier haben wir mit Meunier einen gut bezahlten Mann, der diese Saison auf jeden Fall eine zweite Chance verdient hat. Dazu haben wir noch Can und Passlack und wir warten wohl auf Morey. Willst Du jetzt wieder ein fettes Gehalt + Ablöse ausgeben und jemanden finden, der besser als Meunier funktioniert. Sorry - das sehe ich überhaupt nicht. Eher noch auf LV, um Guerreiro auf LM vorziehen zu können.

•     •     •

-----------------------------Thomforde ---------------------

Miller ----- Trulsen ------ Frosch ------ Stanislawski

Stender ------ Boll ------ Zander ------ Porges -------

-----------------------------Golke-----------------------------

---------------------------Gerber------------------------------
BVB - Transferpolitik |#16480
09.08.2021 - 09:56 Uhr
Zitat von Magrano
Zitat von Nic

Zitat von Nic

Auch wenn noch nicht alles als fix vermeldet wurde, wage ich es dennoch mal -am Tag des Trainingslager-Starts- einen Zwischenstand abzugeben:

Was bisher geschah:

Mit Kobel und Malen werden die 2 bisherigen Stammkräfte Bürki (zuletzt nicht mehr so wirklich Stammkraft) und Sancho ersetzt. An sich sinnvolle Transfers für mich. Auf der TW-Position wird das aktuelle Leistungslevel gehalten, perspektivisch könnte Kobel aber ein Upgrade zu Bürki darstellen.

Der unersetzbare Sancho soll zumindest in Teilen durch Malen aufgefangen werden. Für mich ein guter Transfer, bringt Malen doch spielerisch und individuell einiges mit. Fraglich ist hier natürlich wie er in ein funktionierendes System beim BVB integriert werden kann und wie schnell er den Schritt aus Holland in die Bundesliga packt (der Schritt ist m.E. mittlerweile sehr groß und nicht zu unterschätzen).

Dazu kommen die Perspektivtransfers von Coulibaly für die IV und Kamara fürs Mittelfeld.

Abgegeben wurde die bisherigen Leihspieler Balerdi und Gomez (im Prinzip auch Toljan, wobei die Klausel schon im Winter gegriffen hat). Schmelzer indirekt und Pischu haben sich in den Ruhestand verabschiedet. Gerade der Verkauf von Balerdi für die kolportierten 11 Mio. ist für mich überraschend gut, der Trainerwechsel bei Marseille zu Sampaoli war für uns in der Nachbetrachtung bares Geld wert.

Offene Punkte:

Auf Zugangsseite hat man bisher eher reagiert statt zu agieren. Bürki musste ersetzt werden (selbstinduziert), Sancho ebenfalls (Spieler wollte weg). Wobei die Reaktionen m.E. sehr ordentlich ausgefallen sind.

Weitere Problemstellen wurden bislang aber noch nicht angegangen. Die Thematik auf den AV-Positionen wurde bisher nicht gelöst, weiterhin gab es durchaus Bedarf an einer Umgestaltung des ZM/DM und einer weitern Option für die Flügel. Zudem zeichnet sich eine IV-Problematik ab, sowohl was den aktuellen Zustand angeht als auch perspektivisch.

Es gibt zwar Gerüchte (recht konkrete für einen LV), aber noch nichts zwingendes. Positiv ist hierbei, dass das Transferfenster noch eine ganze Weile geöffnet ist. Negativ der bereits weit fortgeschrittene Stand der Vorbereitung. Heute startet mit dem Trainingslager die wohl wichtigste Phase der Vorbereitung, in 2 Wochen ist das erste Pflichtspiel im Pokal. Sofern am Kader noch Veränderungen vorgenommen werden, kann es gut bis ins erste Saisondrittel dauern, bis sich das Team findet.

Auf der Abgangsseite steht noch einiges an Arbeit bevor. Die Liste der potentiellen Abgänge ist lang mit Bürki, Schulz, Delaney, Wolf. Hinzu kommen Spieler mit ganz großen Fragezeichen wie Brandt oder Reinier. Leider sind das alles auch Spieler mit einem üppigen Salär, sodass auch der BVB hier einen gewissen wirtschaftlichen Druck hat.

Allgemeiner Eindruck:

Der Transfermarkt ist für mich wahnsinnig träge. Es geht kaum etwas voran und man ist noch nicht so weit, was den finalen Kader angeht. So geht es aber vielen Clubs, wobei die überwiegende Anzahl an Vereinen wohl mehr Spieler abgeben als aufnehmen möchte. Auch das Transfervolumen ist eher bescheiden. Zudem fehlt dieses Jahr der große Dominostein, den es in der Vergangenheit ab und zu gab und der dann direkt viele weitere Transfers angestoßen hat

Weiterhin auffallend ist die recht geringe Bereitschaft der Spieler nach Kompromissen beim Gehalt. Aus dem subjektiven Empfinden heraus gehen deutlich mehr Spieler ins letzte Vertragsjahr als in der Vergangenheit. Auf Spielerseite scheint man hier zumindest bei den gefragten Akteuren nicht bereit zu sein, beim Gehalt zurückzustecken (damit sind keine Kürzungen gemeint, vielmehr reichen aber auch moderate Erhöhungen nicht aus). Die Clubs werden daher alle Mühe haben, ihr Ausgabenniveau aus der Vor-Corona-Zeit auf ein angemessenes Niveau zu bringen.

Die ablösefreien Wechsel von Topspielern haben dieses Jahr schon extrem zugelegt. Der Trend könnte sich zur nächsten Saison hin noch verstärken. Der BVB könnte davon auch bald betroffen sein, gibt es doch mit Dahoud, Zagadou und Delaney gleich 3 Spieler, die durchaus Interesse von anderen Clubs wecken könnten und für die ein ablösefreier Wechsel sicher seinen (finanziellen) Reiz hat.

Es wird sehr interessant werden, inwiefern die Clubs hier wieder mehr Oberwasser bekommen können. Gerade bei den begehrten Leuten ist das aktuell ganz klar ein Spielermarkt. Man wird auch sehen müssen, was passiert bzw. wen es trifft, wenn die Clubs weiterhin nicht in eine Stärkere Position gegenüber den Spielern kommen, aber gleichzeitig einen enormen wirtschaftlichen Druck haben.


Nach einem ersten Zwischenstand vom 23. Juli würde ich nun einmal versuchen, nach der Rückkehr aller Spieler aus dem Urlaub, dem absolvierten Trainingslager und dem erfolgreichen Pflichtspielauftakt im Pokal und einem zeitlichen Abstand von etwas über 2 Wochen einen Zwischenstand II zu verfassen.

Was bisher geschah:

So viel hat sich gar nicht geändert. Die damals schon quasi feststehenden Transfers von Jadon und der sich abzeichnende Zugang von Malen wurden realisiert. Mit dem aufstrebenden Dahoud wurde zudem bis 2023 verlängert.

Leider sind mit Hummels, Can und Guerreiro gleich 3 Defensivspieler angeschlagen aus dem Urlaub zurückgekehrt und gesellen sich zum Langzeitverletzten Zagadou hinzu. Zu allem Überfluss fällt auch noch Meunier mit einer Corona-Infektion aus und verschärft die personelle Situation in der Defensive. Zumindest Can, Guerreiro und Meunier haben aber gute Chancen, bis Ende des Monats wieder an Bord zu sein, Can sogar schon zum Bundesligaauftakt.

Auf der Abgangs- und Zugangsseite hat sich gar nichts getan. Bei den Zugängen gab es ein kurzzeitiges Gerücht um Demiral (mittlerweile bei Bergamo gelandet), auf der Abgangsseite um einen möglichen Wechsel von Tigges nach Köln. Ansonsten ist sprichwörtlich tote Hose. Es gibt nicht nur kaum Bewegung am Transfermarkt allgemein, selbst Gerüchte tauchen nur in ganz überschaubarer Zahl auf. Der Markt liegt weitestgehend flach.

Der Saisonauftakt ist mit dem Sieg in Wiesbaden gelungen, ansonsten konnte man den subjektiven Eindrücken nach zumindest das Beste aus dem Trainingslager machen, unter schwierigen Umständen und nur mit halbem Kader. Wobei man sich hier sehen muss, wie schnell sich alles finden kann. Schließlich trainieren etliche Profis noch keine 2 Wochen unter Rose. Einen ganz großen Nachteil erwarte ich nicht, auch die Konkurrenz hat mit diesen Themen zu kämpfen, zudem haben auch etliche andere Bundesligisten einen neuen Trainer und somit kaum ein Team den Bonus einer wirklichen Vertrautheit und Eingespieltheit mit dem jeweils neuen Coach.

Was für die Transferpolitik die wohl wichtigste Erkenntnis ist, Rose scheint sich auf ein 4-4-2 mit Raute als Wunschsystem festgelegt zu haben.

Offene Punkte:

Hier hat sich leider kaum etwas getan. Die AV-Problematik besteht nach wie vor, durch die Verletzungssituation gibt es nun auch auf der IV zumindest einen temporären Engpass, die Amas müssen hier aktuell kräftig aushelfen.

Will man die Raute weiter spielen, besteht zudem eine personelle Problematik auf DM und dem ZM, also den Halbpositionen im Mittelfeld. Man hat mit Dahoud, Witsel, Delaney und Can (sowie Raschl aus der U23) gleich 4 Spieler für eine Position, die aber gleichzeitig nicht wirklich für die Halbpositionen der Raute geeignet sind. Can wird wohl erstmal als IV oder RV benötigt, ansonsten hat man hier aber ein Überangebot, was m.E. noch eine Neubesetzung zumindest einer Stelle erfordert.

Abgangsseitig fehlt nach wie vor Entlastung im Gehaltsetat. Ungünstig ist hierbei, dass sich der mögliche Wechselkandidat Wolf im Testspiel verletzt hat und bis September ausfällt. Für die verblebenden 3 Wochen im Transferfenster bleibt einiges zu tun.

Allgemeiner Eindruck:

Der Verdacht hat sich bei mir mittlerweile komplett verfestigt, dass die Profis kaum bereit sind, beim Gehalt die Corona-Verluste mitzutragen. Die absurde Messi-Vorstellung hat dem nur nochmal die Krone aufgesetzt. Der Trend zu hochkarätigen, ablösefreien Transfers setzt sich klar fort. Ohne es überprüft zu haben - aber ich glaube derart hohe Marktwerte sind noch nie ablösefrei bewegt worden, das dürft neuer Rekord sein.

Der Transfermarkt ist erschreckend ruhig. Es bewegt sich bis auf Einzelfälle fast gar nichts. Ich bin mir hier aber noch nicht ganz sicher, ob die Clubs dem Transfermarkt lauernd gegenüberstehen und nur auf die richtige Gelegenheit warten, oder ob schlicht kein finanzieller Spielraum mehr für Transfers da ist. Es dürfte wohl eine Mischung aus beiden Faktoren sein. Es scheint aber zumindest so zu sein, dass die Clubs größere Probleme mit den wirtschaftlichen Folgen von Corona haben als man bisher angenommen hatte. Das ganze Ausmaß ist dabei noch nicht wirklich ins öffentliche Bewusstsein gelangt, wo man eher von einer Art Delle mit schneller Rückkehr zur Normalität im wirtschaftlichen Bereich des Fussballs auszugehen scheint.

Vor den letzten 3 Wochen im Transferfenster kann man daher kaum abschätzen, was sich noch alles ergeben wird.

Also als „ruhig“ würde ich den aktuellen Transfermarkt nicht betrachten. Da hätte ich schon gedacht, dass diesen Sommer weniger geht.
Man merkt sehr deutlich, dass Italien Gewinne einfahren muss, Spanien und Deutschland bei +/- 0 liegen und nur für die Engländer + PSG Corona völlig egal zu sein scheint.
Lukaku sollte heute durchgehen, das wäre der zweite +100 mio Transfer in der dieser Transferphase, dann kann man nicht von ruhig sprechen.

Was den BVB angeht, hat man mit einem Plus von 55 mio ( etwas falsch, da dort mit 85 mio für Jadon gerechnet wird) im internationalen Vergleich einen der größten Transfergewinne. Zu nennen wären da noch im Vergleich Inter, welche aber wahrscheinlich noch Zapata, Dzeko und weitere Spieler holen werden.

Vergleicht man sich mit den anderen Bundesligisten, so hat man das größte Plus. Bei den meisten Bundesligsten ( Leverkusen, Gladbach, Frankfurt, Leipzig, Wolfsburg etc.) halten sich Ausgaben und Einnahmen in etwa die Waage bei +/- 10 mio.
Ausschließlich wir können aktuell ein gutes Plus verzeichnen und Corona sollte alle Vereine in etwas zu gleichen Teilen belasten.

Daher frage ich mich, warum es aktuell bei uns so ruhig ist?
Mir kann doch keiner erzählen, dass wir aktuell keinen RV für 15 mio verpflichten könnten, der technisch besser als Meunier ist und auch zusätzlich zu Rose passt.
Bei einem Verkauf Delanyes hätten wir noch mehr freie Kapazitäten.

Mir erschließt sich nicht, warum sich Frankfurt und Leverkusen ein transfersaldo von +/- 10 mio Erlauben können und wir durch Corona nicht?
Geld und Gehalt sollte für ein 15 mio Transfer mit 6 mio Gehalt eigentlich noch da sein.


Mit den Vergleichen muss man m.E. stark aufpassen, wenn diese Clubs beinhalten, die extrem über externe Mittelzuflüsse verfügen. Also Vereine die Geld bekommen, welches sie selbst über den Fussball gar nicht erwirtschaften. In diese Kategorie fallen nun einmal Chelsea, ManCity oder PSG, die ja alle besonders aktiv am Markt waren.

Beim BVB ist es leider auch so, dass man sparen muss und das Geld nicht da ist. Heute ist übrigens Bilanzpressekonferenz, da gibt es vielleicht neue Erkenntnisse.

Der BVB hat das Pech, kurz vor Corona stark ins (finanzielle) Risiko gegangen zu sein. Man schraubte den Gehaltsetat in grenzwertige Höhen, um eine vermeintlich mögliche Meisterschaft zu realisieren. Man hat extrem viel Geld in die Hand genommen und auch bei den Gehältern richtig geklotzt. Das hat sich sportlich nicht wirklich ausgezahlt, verschiedene sehr teure Transfers haben sich bereits als Fehlinvestition herausgestellt (nicht alles komplette Flops, aber dennoch oft viel zu teuer für die gezeigten Leistungen).

Der BVB hat es bisher aber nicht geschafft, den Kader dahingehend zu konsolidieren, dass man die überteuerten und sportlich nicht benötigten Spieler abgibt. Wir zahlen locker geschätzt mindestens 15 Mio. Gehalt an Spieler, die man ersatzlos abgeben könnte und keinen Prozentpunkt Unterschied in der sportlichen Leistung bemerkt.

Es ist daher nicht überraschend, wie wenig Geld wir ausgeben, sondern nur folgerichtig und wirtschaftlich absolut vernünftig (schließlich besteht immer noch eine erhebliche Unsicherheit für die zukünftigen Einnahmen, da die Zuschauerthematik noch lange nicht geklärt ist).
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