BVB - Transferpolitik
14.02.2015 - 15:43 Uhr
14.02.2021 - 18:21 Uhr
Mal ein paar Gedanken zur Transferpolitik:
Es dürfte ziemlich klar sein, dass die CL mit dem aktuellen Leistungsvermögen und der Menge an Konkurrenz, kaum zu erreichen ist. Entsprechend wird das finanzielle Konsequenzen nach sich ziehen, die eine finanziell eh schon komplizierte Situation (Verbindlichkeiten aus Transfergeschäften, Anzahl Spieler Ü30, auslaufende Verträge 2022, Fehlallokationen im Etat, allgemeine Marktlage), nochmals deutlich komplizierter macht. Die Verbindlichkeiten weiter zu steigern, macht dabei für mich keinen Sinn, weil darin keine Lösung enthalten ist, die den Kader verbessert. Das würde in allererster Linie schließlich bedeuten, dass man den Kader in großen Teilen zusammenhält, die Gehälter nicht senkt und den Umbruch eher klein hält, also nicht großartig investiert wird. Es wäre kein Ansatz, um den Kader zu verändern und zur Abbiegung zurückzukehren, in der man in die Sackgasse fuhr. Daher wird es einen Ansatz geben müssen, bei dem die Ausfälle der CL Gelder im Etat eingespart werden, um aus den generierten Ablösen möglichst hohe Invests zuzulassen. Es geht in den Extremfällen um die Reduktion von 30 Mio. im Etat oder 60 Mio. zusätzliche Transfereinnahmen. Denn völlig egal, wer Trainer wird, diese Truppe ist untrainierbar, bedingt durch ihre Zusammenstellung, sodass es hier zwingend Ansätze benötigt, wie Widersprüche nicht nur reduziert, sondern aufgelöst werden. Im Grunde unabhängig vom Trainer, wobei ich davon ausgehe, dass es Rose wird.
Dabei gibt es für mich folgende Kernthemen:
- Kette: die Kette kann so nicht zusammen bleiben. Teils wird sich das durch die auslaufenden Verträge 2022 wohl von selbst erledigen, indem die Spieler teils gehen. Ich glaube nicht, dass Akanji bleibt und bei Zagadou hege ich mittlerweile auch immer größere Zweifel. Hummels und Akanji funktionieren schließlich gar nicht miteinander, ergänzen sich schlecht und müssen sich meines Erachtens taktisch viel zu sehr aufeinander konzentrieren, worunter aber das Kollektiv leidet, weil sie - wahrscheinlich auch dadurch und nicht nur individuell bedingt - ständig zu weit absinken, damit dem Mittelfeld unglaublich große Räume zu bearbeiten geben, die sie absichern müssen und Akanji ist kein Ausputzertyp, den Hummels neben sich benötigen würde. Den würde Akanji eigentlich selbst benötigen. Da Hummels Vertrag aber klar ist, sich womöglich sogar bis 2023 verlängert und er mit seinen Leistungen nirgendwo mehr ansatzweise ähnlich viel verdienen wird, wahrscheinlich auch nirgendwo anders mehr spielen will, wird nichts anderes übrig bleiben, als sich von Akanji zu trennen, dem man im Verein wohl auch immer mehr den schwarzen Peter zuzuschieben scheint, obwohl die Probleme in der Kette meinen Augen alle vom Hummels Transfer ausgehen. Zumal es schließlich ja nicht nur darum geht, wie Hummels und Akanji sich ergänzen, sondern auch darum, wie sich Guerreiro und Hummels ergänzen. Das ist im Grunde sogar noch ein viel größeres Thema, weil diese Schnittstelle in den letzten Wochen stets von Delaney zugelaufen wurde, was er in den letzten 2 Spielen aber auch nicht mehr schaffte und was dann letztendlich auch gleichbedeutend war, mit einer 3er Kette, die man mit Can sowieso schon mindestens asymmetrisch gespielt hat. Auch Meunier ist ein rein defensiver AV, sodass die Trennung von Defensive und Offensive meines Erachtens vor allem durch die Personalie Hummels bedingt ist.
An sich dürfte das daher niemals heißen, das man die Truppe weiter um Hummels baut, unabhängig seines Alters, da schlicht zu viele Anpassungen nötig sind, um ihm die passenden Mitspieler hinzustellen. Allerdings benötigt Zagadou so ziemlich dieselben Nebenmänner, wie Hummels, sodass denke ich von der Frage, wie es mit Zagadou weitergeht, viel abhängt. Zagadou ist schließlich jung und wenn man zumindest 2 IV ähnlichen Typs hat, gibt es durchaus eine gewisse Rechtfertigung, dass man eben doch auf ihn und Hummels abstellt, wenn man mit Zagadou verlängert. Dann käme es eben darauf an, dass man daneben Balancespieler bekommt, die weniger Spezialist darstellen, wie die aktuellen Spieler. Würde heißen, dass man auf LV einen absichernden Mann benötigt, der über ausreichend Zweikampfhärte und Tempo verfügt, der zudem technisch nicht so limitiert ist, wie Schulz. Zumindest unter Rose dürfte es für Guerreiro offensiver auch genug Platz geben, während er unter anderen Trainern logischer Abgangskandidat wäre, was ich bedenklich finden würde. Denn ein echter ZM ist er für mich trotz aller Fähigkeiten nicht, sodass man eventuell noch einen Leistungsträger opfern müsste, nur damit es hinten funktioniert. Das wird allerdings eh ein sehr schwieriges Thema. Einen wirklich guten und dann auch noch passenden Spieler, sehe ich im Moment nicht. Zumindest keinen, der nicht irgendwo wieder einen Haken hat. Tagliafico wäre bspw. gut und passend, ist aber zu alt, was man zwingend vermeiden sollte, will man sich nicht noch mehr Probleme in der Altersstruktur schaffen, sodass man dann in spätestens 2-3 Jahren direkt wieder eine Baustelle in der Kette hat, mit noch weniger Geld. Delaney wäre intern eine gute Lösung in meinen Augen, wofür er sein Spiel meines Erachtens auch gar nicht großartig umstellen, aber wenn er einen langfristigen Vertrag will, würde ich passen, um nicht noch mehr Rentenverträge aufzunehmen. Zwar ist er noch keine 30 und seine Leistungen sind im Moment top, aber man muss eben auch sehen, was zu erwarten ist, wenn er dann mal 31-32 ist. Vermutlich wäre Firpo eine Leihe wert, aber sonst wird es mit dem perfekten LV schwer. Ich hoffe ja nur, dass Rose nicht glaubt, dass er Schulz "wieder" hinbekommt. Denn Schulz ist im Detail eben kein passender Nebenmann für Hummels und Zagadou und hat davon abgesehen zu grobe Schwächen. Je eher man das Missverständnis auflöst, desto besser. Die Verluste werden meines Erachtens jedenfalls nicht geringer, nur der sportliche Schaden kann noch zunehmen.
Auf RIV würde es zudem einen IV verlangen, der einerseits hoch und mannorientiert verteidigen kann (kollektivtaktische Anforderung), der aber auch daran gewöhnt ist umsichtiger und absichernd zu agieren. Das ist anspruchsvoller als es klingt und die Topqualität, die der BVB sich sichern könnte, gibt es in meinen Augen derzeit auch nicht. Mit Loic Bade aus Lens habe ich dahingehend jedoch ein Talent im Blick, das dieser Anforderung durchaus gerecht werden könnte. Zwar spielt er aktuell in einer 3er Kette, aber sein Nebenmann Medina verlangt von ihm ähnliches Verhalten und er zeigt durchaus ansprechende Leistungen, ist einer der Durchstarter der Saison. An sich hat er noch nicht genug Erfahrung für den BVB, aber wenn es eh zu einem Jahr ohne CL kommt und ein Umbruch unausweichlich ist, wird man sich denke ich an genau solche Spieler halten müssen. Potenzial ist sowieso genug da, um ein maximal kompletter IV zu werden. Somit gilt es hier wohl ein gewisses Risiko zu nehmen. Walukiewicz, der in der Gerüchteküche Thema ist, wäre auch eine Variante, wobei ich glaube, dass Bade technisch und im Aufbau nochmal eine ganz andere Nummer ist. Die sichere Nummer gibt es für mich daher aber in jedem Fall nicht, richtet man sich nach Hummels und vor allem Zagadous Bedarf an Nebenmännern.
Kann man mit Akanji verlängern müsste man meines Erachtens den LIV auf ihn und Guerreiro abstellen. Also im Grunde bräuchte man jemanden, wie Bade, nur als Linksfuß. Dafür würde ich N'Dicka nach wie vor als ziemlich ideal betrachten. Ich rechne allerdings nicht damit, dass dieses Szenario die höhere Wahrscheinlichkeit besitzt, obwohl es in meinen Augen das wesentlich sinnigere wäre, weil es kurzfristig leistungsfähiger zu erwarten und trotzdem nachhaltig ist. Die Entscheidung, ob man auf Hummels setzt oder nicht, erwarte ich vereinsintern jedoch gar nicht erst und daher dürften die Würfel in der Beziehung längst gefallen sein, egal was Zagadou noch macht. Geht Zagadou, kann es jedoch sein, dass es für die Kette gleich 5 neue Spieler benötigt. Der Umbruch in der Kette wird also extrem ausfallen und in meinen Augen auch kostenintensiv. Für RV würde dann kein Budget übrig bleiben, wobei ich sowieso nicht glaube, dass man dort großartig Budget einplant. Solange Rose Trainer wird, könnte Meunier dort - zwar überbezahlt, aber systemkompatibel - wirken. Maximal tauscht man Morey mit einem anderen Talent (Semic?) aus, wobei ich mir auch vorstellen könnte, dass Knauff auf der Position unter Rose eine gewisse Chance haben könnte. Der größte Teil des Umbruchs, der zu erwarten ist, müsste letztendlich aber so oder so in der Kette stattfinden. Solange man hier nicht stabil wird, wird man auch auf den Positionen davor viel zu viel auf die Kette abstellen müssen, ohne damit den gewünschten Effekt zu erzielen, weil man nicht auf die Stärken dieser Spieler abstellt und dann auch noch zusätzlich Ressourcen defensiv bindet, die dadurch offensiv nicht mehr zur Verfügung stehen.
- Mittelfeld: Das Thema Delaney habe ich oben ja schon etwas angerissen. Meines Erachtens wie gesagt ein schwieriges Thema, da ich ihn auf Dauer nicht gut genug im Mittelfeld finde. Ich sehe auch, wie wichtig seine Defensivaktionen für das Kollektiv sind, aber dadurch bleiben originäre Aufgaben des Mittelfelds, die von der Kette nicht übernommen werden können, komplett auf der Strecke. Egal, wie sehr Guerreiro und Delaney die Positionen tauschen, aber das ist am Ende nichts Ganzes. Einerseits wegen der Rochade, die man sich sparen könnte, indem man sie fixiert. Andererseits deswegen, da Guerreiro im Aufbau auch nicht der beste Spieler ist, sondern eher ein Box-to-Box. Wenn die Kette dann im Ballbesitz nicht so offensiv wird, dass sie die Aufbauaufgaben des Mittelfelds komplett übernehmen kann - theoretisch hätten unsere IV die Qualität, aber wegen der Probleme in der Rückwärtsbewegung, ist das mit Risiko verbunden -, fehlt dem Mittelfeld der Aufbau. Aber nicht nur. Denn der Abräume im Mittelfeld fehlt eben auch, wenn dieser für die Kette abgestellt wird. Bellingham macht dahingehend meines Erachtens mit seinen 17 bereits jetzt einen bemerkenswerten Job, aber es ist klar, dass da noch Grenzen bestehen, die auch für erfahrenere Spieler unüberwindbar sind. Ich denke daher, dass man auch im Mittelfeld umstrukturieren muss und auf der 6 sowohl im Aufbau als auch in der Defensivarbeit mehr Qualität benötigt. Mit Witsel rechne ich ehrlich gesagt nur noch im letzten Halbjahr, bis sein Vertrag ausläuft. Wegen Can wird man dahingehend wahrscheinlich aber nichts machen. Zu teuer, zu wichtig dürften deutsche Spieler für den Kader bleiben.
Daher glaube ich, dass man davor kreativer werden muss, aber auch in Verbindung mit klaren 8er Fähigkeiten und vor allem höherer Defensivqualität, die dann auch noch ins Rose System passen. Stand jetzt erfüllt das nur Bellingham in meinen Augen und eben Guerreiro teilweise. Brandt und Reyna haben dahingehend noch zu viel Arbeit vor sich und sind meines Erachtens auch eher Konkurrenten auf offensiveren Positionen, wo es auch nach wie vor um Reus gehen wird. Der verkompliziert die ganze Transferstrategie nochmal zusätzlich, wenn auch der nächste Trainer ihn weiterhin zentral einsetzt. Spätestens dann sind Spezalisten im Zentrum Fehl am Platz und man benötigt Allrounder dahinter, die alles können. Der BVB besteht derzeit im Grunde im Mittelfeld aber nur aus Spezialisten. Defensivspezialisten (Can, Delaney), Aufbauspezialist Witsel und Offensivspezialisten, die mehr (Reyna und Brandt) oder weniger (Reus) Mittelfeldaufgaben übernehmen können. Daher braucht man sich auch nicht über Bellinghams Einsatzzeiten wundern, da er für mich dahingehend klar am meisten als Allrounder liefert - nur noch nicht genug, was auch zu viel verlangt ist. Wenn man die Abwehr möglichst funktional aufstellen will, kann man hier in meinen Augen daher nicht auch noch die Frage nach Reus Lieblingsposition zugestehen. Reus muss aus dem Mittelfeld raus, wieder klar der Offensive, als sekundärer Abschlussspieler agieren, auf die Bank oder gleich direkt gehen, so undankbar das vielleicht klingen mag. An das Politikium wird man sich nicht herantrauen, das ist mir klar, aber auch das wird alles, was man macht aushebeln, weil man nicht die komplette Abwehr auf Hummels/Zagadou und dann auch noch das komplette Mittelfeld auf Reus abstimmen kann, damit es die Anforderungen, die unsere Gegner stellen erfüllt.
Hier gilt es derzeit eine eindeutige Entscheidung zu fällen, wobei diese vergleichsweise einfach sein sollte - es wahrscheinlich aber nicht ist. Es gibt für Reus schlicht noch mehr notwendige Anpassungen, die er erst recht nicht mehr wert ist, damit er seine vermeintliche Lieblingsposition bekleiden darf. Da geht es eben nicht mal mehr nur um die Frage, ob man Brandt opfert oder nicht, sondern wen nicht, soll das irgendwie erfolgsorientiert aussehen. Abgesehen von Bellingham ist kein DM/ZM unseres aktuellen Kaders als Spielertyp - qualitativ ist nochmal eine andere Frage - ausreichend kompatibel zu einem 10er/HS Reus. Ich hoffe daher sehr auf jemanden, wie Romain Faivre aus Brest, der ideal zu Rose passen sollte, weil er kreativ ist, dynamisch und dennoch defensiv engagiert, ohne dabei auf eine Position festgelegt zu sein. Insbesondere bei einem Sancho Abgang wird man auch entsprechende Kreativitätszuwäche aus dem Zentrum benötigen. Bedeutet dann auch für die Kette, dass sie mit weniger Unterstützung des Zentrums klarkommen muss. Dafür wird man denke ich Brandt opfern müssen, der zwar ein toller Spieler ist, aber ein Spezialist, von dem man insgesamt zu viele hat, sodass ich seine Perspektive unter Rose nicht sehe. Die Transferpolitik muss daher in jedem Fall eine klare Ansage an Reus sein, dass er kein Mittelfeldspieler ist und man nicht auf ihn dahingehend abstellen kann.
- Sancho oder Haland Abgang: es wird zwangsläufig einen der Beiden, vielleicht sogar Beide treffen, wenn man die CL verpasst. Würde man die CL erreichen, wäre man wahrscheinlich nicht mal auf einen Abgang angewiesen und könnte entsprechend auch Preise jenseits von Gut und Böse verlangen. Solange man die CL erreicht, glaube ich jedenfalls, dass die Verbindlichkeiten und der Etat gleichermaßen zu stemmen sind, sofern man nur überschüssige Spieler aussortiert. Sobald man die CL verpasst, werden die Einsparungen und Einnahmen aber höher ausfallen müssen, da ich nicht sehe, wie man mit diesem Kader eine Aufnahme weiterer Verbindlichkeiten rechtfertigen will.
Ich persönlich glaube, dass Haland einfacher zu ersetzen ist. Einerseits, da ich damit rechne, dass er mehr Geld einbringt als Sancho, weil bspw. City auf alle Fälle einen Deal mit einem Topstürmer im Sommer suchen wird und nicht auf Zeit spielen kann, wenn Aguero geht, wodurch viel Geld im MS Markt zu erwarten ist. Andererseits, da ich mehr bezahlbare und hochwertige Haland Nachfolger (Malen, Thuram, ...)auf dem Markt erwarte, als potenzielle Sancho Nachfolger - statt einer Auflistung muss man sich hier eher die Frage stellen: ja, wer denn überhaupt? Für mich haben derzeit schlicht kaum Spieler die Qualität, um Sancho und dessen Fähigkeitenpakt zu ersetzen. Entsprechend ist die Wahrscheinlichkeit, dass man über mehrere Positionen kompensieren muss, ausgesprochen hoch. Bedeutet für mich also vor allem einen notwendigen Kreativitätszuwachs im Mittelfeld, zusätzlich zum Sancho Nachfolger. In Kombination mit den vorherigen Punkten bedeutet das, dass die Kette zwingend funktional zu bekommen ist und die Defensivspezialisten im Mittelfeld reduziert werden müssen, um dort mehr Kreativität und Dynamik installieren zu können. Ich glaube, dass ein Sancho Abgang sonst keine Potenziale derzeit freisetzen würde, aber jede Menge Folgen für den bestehenden Kader hätte. Bei Haland würden die Tore fehlen, keine Frage, auch das wird man so nicht ersetzt bekommen, aber ich glaube es gibt Optionen, die die Scorer aufrecht erhalten können. Dazu glaube ich, dass ein Haland auch mehr Querinvests ermöglichen würde, um bspw. mit Hlozek schon mal der Reus Nachfolge etwas vorzugreifen und auf der sekundären Abschlussspielerposition auch nochmal ein paar kreative Elemente hinzuzufügen.
- deutsche Spieler: wie man schon an meinen ganzen Vorschlägen sieht, glaube ich, dass es schwer werden wird, an Ligue 1 Spielern vorbei zu kommen und weiterhin so sehr auf Deutsche zu setzen, wie in den letzten Jahren. Ich sehe keinen Weg den Haufen, insbesondere in Kompatibilität mit Rose, funktional zu bekommen. Selbst wenn das im Einzelfall keine qualitativen Gründe hat. Zwar gibt es durchaus ein paar Interessante Talente, vor allem auf LV, aber das muss auch preislich passen. Ansonsten wird man denke ich erst mal den Fokus auf passgenaue Spieler legen müssen, statt auf Identität. Einen Neuhaus muss man sich daher zwingend verkneifen, da er die dynamisch-kreativen Anforderungen nicht erfüllen wird, die der BVB nächste Saison erwarten lässt. Mal geschweige denn, wie viele Probleme mit dem Budget, das er fressen würde, eigentlich angegangen werden müssen.
Unterm Strich ist die Situation selbst mit CL Quali komplex. Verpasst man diese, wird es extrem schwer kurzfristig wieder so viel richtig zu machen, dass der aktuelle Anspruch wieder zu erfüllen ist. Schafft man es nicht, sondern macht in diesem Fall weitere Fehler, glaube ich, dass man für längere Zeit weg vom Fenster ist, selbst wenn ich hie und da mit dem ein oder anderen Positivausrutscher rechnen würde. Ich glaube daher, dass der BVB so oder so vor einem enorm kritischen Transfersommer stehen wird, der alles abverlangt: Fehlerkorrekturen, harte Entscheidungen und finanzielle Kreativität, auf einem Markt, der nur wenige BVB Spieler gezielt und hochpreisig nachfragen wird! Der Sommer wird deshalb mindestens für die nächsten 5 Jahre wegweisend sein.
Es dürfte ziemlich klar sein, dass die CL mit dem aktuellen Leistungsvermögen und der Menge an Konkurrenz, kaum zu erreichen ist. Entsprechend wird das finanzielle Konsequenzen nach sich ziehen, die eine finanziell eh schon komplizierte Situation (Verbindlichkeiten aus Transfergeschäften, Anzahl Spieler Ü30, auslaufende Verträge 2022, Fehlallokationen im Etat, allgemeine Marktlage), nochmals deutlich komplizierter macht. Die Verbindlichkeiten weiter zu steigern, macht dabei für mich keinen Sinn, weil darin keine Lösung enthalten ist, die den Kader verbessert. Das würde in allererster Linie schließlich bedeuten, dass man den Kader in großen Teilen zusammenhält, die Gehälter nicht senkt und den Umbruch eher klein hält, also nicht großartig investiert wird. Es wäre kein Ansatz, um den Kader zu verändern und zur Abbiegung zurückzukehren, in der man in die Sackgasse fuhr. Daher wird es einen Ansatz geben müssen, bei dem die Ausfälle der CL Gelder im Etat eingespart werden, um aus den generierten Ablösen möglichst hohe Invests zuzulassen. Es geht in den Extremfällen um die Reduktion von 30 Mio. im Etat oder 60 Mio. zusätzliche Transfereinnahmen. Denn völlig egal, wer Trainer wird, diese Truppe ist untrainierbar, bedingt durch ihre Zusammenstellung, sodass es hier zwingend Ansätze benötigt, wie Widersprüche nicht nur reduziert, sondern aufgelöst werden. Im Grunde unabhängig vom Trainer, wobei ich davon ausgehe, dass es Rose wird.
Dabei gibt es für mich folgende Kernthemen:
- Kette: die Kette kann so nicht zusammen bleiben. Teils wird sich das durch die auslaufenden Verträge 2022 wohl von selbst erledigen, indem die Spieler teils gehen. Ich glaube nicht, dass Akanji bleibt und bei Zagadou hege ich mittlerweile auch immer größere Zweifel. Hummels und Akanji funktionieren schließlich gar nicht miteinander, ergänzen sich schlecht und müssen sich meines Erachtens taktisch viel zu sehr aufeinander konzentrieren, worunter aber das Kollektiv leidet, weil sie - wahrscheinlich auch dadurch und nicht nur individuell bedingt - ständig zu weit absinken, damit dem Mittelfeld unglaublich große Räume zu bearbeiten geben, die sie absichern müssen und Akanji ist kein Ausputzertyp, den Hummels neben sich benötigen würde. Den würde Akanji eigentlich selbst benötigen. Da Hummels Vertrag aber klar ist, sich womöglich sogar bis 2023 verlängert und er mit seinen Leistungen nirgendwo mehr ansatzweise ähnlich viel verdienen wird, wahrscheinlich auch nirgendwo anders mehr spielen will, wird nichts anderes übrig bleiben, als sich von Akanji zu trennen, dem man im Verein wohl auch immer mehr den schwarzen Peter zuzuschieben scheint, obwohl die Probleme in der Kette meinen Augen alle vom Hummels Transfer ausgehen. Zumal es schließlich ja nicht nur darum geht, wie Hummels und Akanji sich ergänzen, sondern auch darum, wie sich Guerreiro und Hummels ergänzen. Das ist im Grunde sogar noch ein viel größeres Thema, weil diese Schnittstelle in den letzten Wochen stets von Delaney zugelaufen wurde, was er in den letzten 2 Spielen aber auch nicht mehr schaffte und was dann letztendlich auch gleichbedeutend war, mit einer 3er Kette, die man mit Can sowieso schon mindestens asymmetrisch gespielt hat. Auch Meunier ist ein rein defensiver AV, sodass die Trennung von Defensive und Offensive meines Erachtens vor allem durch die Personalie Hummels bedingt ist.
An sich dürfte das daher niemals heißen, das man die Truppe weiter um Hummels baut, unabhängig seines Alters, da schlicht zu viele Anpassungen nötig sind, um ihm die passenden Mitspieler hinzustellen. Allerdings benötigt Zagadou so ziemlich dieselben Nebenmänner, wie Hummels, sodass denke ich von der Frage, wie es mit Zagadou weitergeht, viel abhängt. Zagadou ist schließlich jung und wenn man zumindest 2 IV ähnlichen Typs hat, gibt es durchaus eine gewisse Rechtfertigung, dass man eben doch auf ihn und Hummels abstellt, wenn man mit Zagadou verlängert. Dann käme es eben darauf an, dass man daneben Balancespieler bekommt, die weniger Spezialist darstellen, wie die aktuellen Spieler. Würde heißen, dass man auf LV einen absichernden Mann benötigt, der über ausreichend Zweikampfhärte und Tempo verfügt, der zudem technisch nicht so limitiert ist, wie Schulz. Zumindest unter Rose dürfte es für Guerreiro offensiver auch genug Platz geben, während er unter anderen Trainern logischer Abgangskandidat wäre, was ich bedenklich finden würde. Denn ein echter ZM ist er für mich trotz aller Fähigkeiten nicht, sodass man eventuell noch einen Leistungsträger opfern müsste, nur damit es hinten funktioniert. Das wird allerdings eh ein sehr schwieriges Thema. Einen wirklich guten und dann auch noch passenden Spieler, sehe ich im Moment nicht. Zumindest keinen, der nicht irgendwo wieder einen Haken hat. Tagliafico wäre bspw. gut und passend, ist aber zu alt, was man zwingend vermeiden sollte, will man sich nicht noch mehr Probleme in der Altersstruktur schaffen, sodass man dann in spätestens 2-3 Jahren direkt wieder eine Baustelle in der Kette hat, mit noch weniger Geld. Delaney wäre intern eine gute Lösung in meinen Augen, wofür er sein Spiel meines Erachtens auch gar nicht großartig umstellen, aber wenn er einen langfristigen Vertrag will, würde ich passen, um nicht noch mehr Rentenverträge aufzunehmen. Zwar ist er noch keine 30 und seine Leistungen sind im Moment top, aber man muss eben auch sehen, was zu erwarten ist, wenn er dann mal 31-32 ist. Vermutlich wäre Firpo eine Leihe wert, aber sonst wird es mit dem perfekten LV schwer. Ich hoffe ja nur, dass Rose nicht glaubt, dass er Schulz "wieder" hinbekommt. Denn Schulz ist im Detail eben kein passender Nebenmann für Hummels und Zagadou und hat davon abgesehen zu grobe Schwächen. Je eher man das Missverständnis auflöst, desto besser. Die Verluste werden meines Erachtens jedenfalls nicht geringer, nur der sportliche Schaden kann noch zunehmen.
Auf RIV würde es zudem einen IV verlangen, der einerseits hoch und mannorientiert verteidigen kann (kollektivtaktische Anforderung), der aber auch daran gewöhnt ist umsichtiger und absichernd zu agieren. Das ist anspruchsvoller als es klingt und die Topqualität, die der BVB sich sichern könnte, gibt es in meinen Augen derzeit auch nicht. Mit Loic Bade aus Lens habe ich dahingehend jedoch ein Talent im Blick, das dieser Anforderung durchaus gerecht werden könnte. Zwar spielt er aktuell in einer 3er Kette, aber sein Nebenmann Medina verlangt von ihm ähnliches Verhalten und er zeigt durchaus ansprechende Leistungen, ist einer der Durchstarter der Saison. An sich hat er noch nicht genug Erfahrung für den BVB, aber wenn es eh zu einem Jahr ohne CL kommt und ein Umbruch unausweichlich ist, wird man sich denke ich an genau solche Spieler halten müssen. Potenzial ist sowieso genug da, um ein maximal kompletter IV zu werden. Somit gilt es hier wohl ein gewisses Risiko zu nehmen. Walukiewicz, der in der Gerüchteküche Thema ist, wäre auch eine Variante, wobei ich glaube, dass Bade technisch und im Aufbau nochmal eine ganz andere Nummer ist. Die sichere Nummer gibt es für mich daher aber in jedem Fall nicht, richtet man sich nach Hummels und vor allem Zagadous Bedarf an Nebenmännern.
Kann man mit Akanji verlängern müsste man meines Erachtens den LIV auf ihn und Guerreiro abstellen. Also im Grunde bräuchte man jemanden, wie Bade, nur als Linksfuß. Dafür würde ich N'Dicka nach wie vor als ziemlich ideal betrachten. Ich rechne allerdings nicht damit, dass dieses Szenario die höhere Wahrscheinlichkeit besitzt, obwohl es in meinen Augen das wesentlich sinnigere wäre, weil es kurzfristig leistungsfähiger zu erwarten und trotzdem nachhaltig ist. Die Entscheidung, ob man auf Hummels setzt oder nicht, erwarte ich vereinsintern jedoch gar nicht erst und daher dürften die Würfel in der Beziehung längst gefallen sein, egal was Zagadou noch macht. Geht Zagadou, kann es jedoch sein, dass es für die Kette gleich 5 neue Spieler benötigt. Der Umbruch in der Kette wird also extrem ausfallen und in meinen Augen auch kostenintensiv. Für RV würde dann kein Budget übrig bleiben, wobei ich sowieso nicht glaube, dass man dort großartig Budget einplant. Solange Rose Trainer wird, könnte Meunier dort - zwar überbezahlt, aber systemkompatibel - wirken. Maximal tauscht man Morey mit einem anderen Talent (Semic?) aus, wobei ich mir auch vorstellen könnte, dass Knauff auf der Position unter Rose eine gewisse Chance haben könnte. Der größte Teil des Umbruchs, der zu erwarten ist, müsste letztendlich aber so oder so in der Kette stattfinden. Solange man hier nicht stabil wird, wird man auch auf den Positionen davor viel zu viel auf die Kette abstellen müssen, ohne damit den gewünschten Effekt zu erzielen, weil man nicht auf die Stärken dieser Spieler abstellt und dann auch noch zusätzlich Ressourcen defensiv bindet, die dadurch offensiv nicht mehr zur Verfügung stehen.
- Mittelfeld: Das Thema Delaney habe ich oben ja schon etwas angerissen. Meines Erachtens wie gesagt ein schwieriges Thema, da ich ihn auf Dauer nicht gut genug im Mittelfeld finde. Ich sehe auch, wie wichtig seine Defensivaktionen für das Kollektiv sind, aber dadurch bleiben originäre Aufgaben des Mittelfelds, die von der Kette nicht übernommen werden können, komplett auf der Strecke. Egal, wie sehr Guerreiro und Delaney die Positionen tauschen, aber das ist am Ende nichts Ganzes. Einerseits wegen der Rochade, die man sich sparen könnte, indem man sie fixiert. Andererseits deswegen, da Guerreiro im Aufbau auch nicht der beste Spieler ist, sondern eher ein Box-to-Box. Wenn die Kette dann im Ballbesitz nicht so offensiv wird, dass sie die Aufbauaufgaben des Mittelfelds komplett übernehmen kann - theoretisch hätten unsere IV die Qualität, aber wegen der Probleme in der Rückwärtsbewegung, ist das mit Risiko verbunden -, fehlt dem Mittelfeld der Aufbau. Aber nicht nur. Denn der Abräume im Mittelfeld fehlt eben auch, wenn dieser für die Kette abgestellt wird. Bellingham macht dahingehend meines Erachtens mit seinen 17 bereits jetzt einen bemerkenswerten Job, aber es ist klar, dass da noch Grenzen bestehen, die auch für erfahrenere Spieler unüberwindbar sind. Ich denke daher, dass man auch im Mittelfeld umstrukturieren muss und auf der 6 sowohl im Aufbau als auch in der Defensivarbeit mehr Qualität benötigt. Mit Witsel rechne ich ehrlich gesagt nur noch im letzten Halbjahr, bis sein Vertrag ausläuft. Wegen Can wird man dahingehend wahrscheinlich aber nichts machen. Zu teuer, zu wichtig dürften deutsche Spieler für den Kader bleiben.
Daher glaube ich, dass man davor kreativer werden muss, aber auch in Verbindung mit klaren 8er Fähigkeiten und vor allem höherer Defensivqualität, die dann auch noch ins Rose System passen. Stand jetzt erfüllt das nur Bellingham in meinen Augen und eben Guerreiro teilweise. Brandt und Reyna haben dahingehend noch zu viel Arbeit vor sich und sind meines Erachtens auch eher Konkurrenten auf offensiveren Positionen, wo es auch nach wie vor um Reus gehen wird. Der verkompliziert die ganze Transferstrategie nochmal zusätzlich, wenn auch der nächste Trainer ihn weiterhin zentral einsetzt. Spätestens dann sind Spezalisten im Zentrum Fehl am Platz und man benötigt Allrounder dahinter, die alles können. Der BVB besteht derzeit im Grunde im Mittelfeld aber nur aus Spezialisten. Defensivspezialisten (Can, Delaney), Aufbauspezialist Witsel und Offensivspezialisten, die mehr (Reyna und Brandt) oder weniger (Reus) Mittelfeldaufgaben übernehmen können. Daher braucht man sich auch nicht über Bellinghams Einsatzzeiten wundern, da er für mich dahingehend klar am meisten als Allrounder liefert - nur noch nicht genug, was auch zu viel verlangt ist. Wenn man die Abwehr möglichst funktional aufstellen will, kann man hier in meinen Augen daher nicht auch noch die Frage nach Reus Lieblingsposition zugestehen. Reus muss aus dem Mittelfeld raus, wieder klar der Offensive, als sekundärer Abschlussspieler agieren, auf die Bank oder gleich direkt gehen, so undankbar das vielleicht klingen mag. An das Politikium wird man sich nicht herantrauen, das ist mir klar, aber auch das wird alles, was man macht aushebeln, weil man nicht die komplette Abwehr auf Hummels/Zagadou und dann auch noch das komplette Mittelfeld auf Reus abstimmen kann, damit es die Anforderungen, die unsere Gegner stellen erfüllt.
Hier gilt es derzeit eine eindeutige Entscheidung zu fällen, wobei diese vergleichsweise einfach sein sollte - es wahrscheinlich aber nicht ist. Es gibt für Reus schlicht noch mehr notwendige Anpassungen, die er erst recht nicht mehr wert ist, damit er seine vermeintliche Lieblingsposition bekleiden darf. Da geht es eben nicht mal mehr nur um die Frage, ob man Brandt opfert oder nicht, sondern wen nicht, soll das irgendwie erfolgsorientiert aussehen. Abgesehen von Bellingham ist kein DM/ZM unseres aktuellen Kaders als Spielertyp - qualitativ ist nochmal eine andere Frage - ausreichend kompatibel zu einem 10er/HS Reus. Ich hoffe daher sehr auf jemanden, wie Romain Faivre aus Brest, der ideal zu Rose passen sollte, weil er kreativ ist, dynamisch und dennoch defensiv engagiert, ohne dabei auf eine Position festgelegt zu sein. Insbesondere bei einem Sancho Abgang wird man auch entsprechende Kreativitätszuwäche aus dem Zentrum benötigen. Bedeutet dann auch für die Kette, dass sie mit weniger Unterstützung des Zentrums klarkommen muss. Dafür wird man denke ich Brandt opfern müssen, der zwar ein toller Spieler ist, aber ein Spezialist, von dem man insgesamt zu viele hat, sodass ich seine Perspektive unter Rose nicht sehe. Die Transferpolitik muss daher in jedem Fall eine klare Ansage an Reus sein, dass er kein Mittelfeldspieler ist und man nicht auf ihn dahingehend abstellen kann.
- Sancho oder Haland Abgang: es wird zwangsläufig einen der Beiden, vielleicht sogar Beide treffen, wenn man die CL verpasst. Würde man die CL erreichen, wäre man wahrscheinlich nicht mal auf einen Abgang angewiesen und könnte entsprechend auch Preise jenseits von Gut und Böse verlangen. Solange man die CL erreicht, glaube ich jedenfalls, dass die Verbindlichkeiten und der Etat gleichermaßen zu stemmen sind, sofern man nur überschüssige Spieler aussortiert. Sobald man die CL verpasst, werden die Einsparungen und Einnahmen aber höher ausfallen müssen, da ich nicht sehe, wie man mit diesem Kader eine Aufnahme weiterer Verbindlichkeiten rechtfertigen will.
Ich persönlich glaube, dass Haland einfacher zu ersetzen ist. Einerseits, da ich damit rechne, dass er mehr Geld einbringt als Sancho, weil bspw. City auf alle Fälle einen Deal mit einem Topstürmer im Sommer suchen wird und nicht auf Zeit spielen kann, wenn Aguero geht, wodurch viel Geld im MS Markt zu erwarten ist. Andererseits, da ich mehr bezahlbare und hochwertige Haland Nachfolger (Malen, Thuram, ...)auf dem Markt erwarte, als potenzielle Sancho Nachfolger - statt einer Auflistung muss man sich hier eher die Frage stellen: ja, wer denn überhaupt? Für mich haben derzeit schlicht kaum Spieler die Qualität, um Sancho und dessen Fähigkeitenpakt zu ersetzen. Entsprechend ist die Wahrscheinlichkeit, dass man über mehrere Positionen kompensieren muss, ausgesprochen hoch. Bedeutet für mich also vor allem einen notwendigen Kreativitätszuwachs im Mittelfeld, zusätzlich zum Sancho Nachfolger. In Kombination mit den vorherigen Punkten bedeutet das, dass die Kette zwingend funktional zu bekommen ist und die Defensivspezialisten im Mittelfeld reduziert werden müssen, um dort mehr Kreativität und Dynamik installieren zu können. Ich glaube, dass ein Sancho Abgang sonst keine Potenziale derzeit freisetzen würde, aber jede Menge Folgen für den bestehenden Kader hätte. Bei Haland würden die Tore fehlen, keine Frage, auch das wird man so nicht ersetzt bekommen, aber ich glaube es gibt Optionen, die die Scorer aufrecht erhalten können. Dazu glaube ich, dass ein Haland auch mehr Querinvests ermöglichen würde, um bspw. mit Hlozek schon mal der Reus Nachfolge etwas vorzugreifen und auf der sekundären Abschlussspielerposition auch nochmal ein paar kreative Elemente hinzuzufügen.
- deutsche Spieler: wie man schon an meinen ganzen Vorschlägen sieht, glaube ich, dass es schwer werden wird, an Ligue 1 Spielern vorbei zu kommen und weiterhin so sehr auf Deutsche zu setzen, wie in den letzten Jahren. Ich sehe keinen Weg den Haufen, insbesondere in Kompatibilität mit Rose, funktional zu bekommen. Selbst wenn das im Einzelfall keine qualitativen Gründe hat. Zwar gibt es durchaus ein paar Interessante Talente, vor allem auf LV, aber das muss auch preislich passen. Ansonsten wird man denke ich erst mal den Fokus auf passgenaue Spieler legen müssen, statt auf Identität. Einen Neuhaus muss man sich daher zwingend verkneifen, da er die dynamisch-kreativen Anforderungen nicht erfüllen wird, die der BVB nächste Saison erwarten lässt. Mal geschweige denn, wie viele Probleme mit dem Budget, das er fressen würde, eigentlich angegangen werden müssen.
Unterm Strich ist die Situation selbst mit CL Quali komplex. Verpasst man diese, wird es extrem schwer kurzfristig wieder so viel richtig zu machen, dass der aktuelle Anspruch wieder zu erfüllen ist. Schafft man es nicht, sondern macht in diesem Fall weitere Fehler, glaube ich, dass man für längere Zeit weg vom Fenster ist, selbst wenn ich hie und da mit dem ein oder anderen Positivausrutscher rechnen würde. Ich glaube daher, dass der BVB so oder so vor einem enorm kritischen Transfersommer stehen wird, der alles abverlangt: Fehlerkorrekturen, harte Entscheidungen und finanzielle Kreativität, auf einem Markt, der nur wenige BVB Spieler gezielt und hochpreisig nachfragen wird! Der Sommer wird deshalb mindestens für die nächsten 5 Jahre wegweisend sein.
14.02.2021 - 19:12 Uhr
Zitat von BVBBC
Mal ein paar Gedanken zur Transferpolitik:
Es dürfte ziemlich klar sein, dass die CL mit dem aktuellen Leistungsvermögen und der Menge an Konkurrenz, kaum zu erreichen ist. Entsprechend wird das finanzielle Konsequenzen nach sich ziehen, die eine finanziell eh schon komplizierte Situation (Verbindlichkeiten aus Transfergeschäften, Anzahl Spieler Ü30, auslaufende Verträge 2022, Fehlallokationen im Etat, allgemeine Marktlage), nochmals deutlich komplizierter macht. Die Verbindlichkeiten weiter zu steigern, macht dabei für mich keinen Sinn, weil darin keine Lösung enthalten ist, die den Kader verbessert. Das würde in allererster Linie schließlich bedeuten, dass man den Kader in großen Teilen zusammenhält, die Gehälter nicht senkt und den Umbruch eher klein hält, also nicht großartig investiert wird. Es wäre kein Ansatz, um den Kader zu verändern und zur Abbiegung zurückzukehren, in der man in die Sackgasse fuhr. Daher wird es einen Ansatz geben müssen, bei dem die Ausfälle der CL Gelder im Etat eingespart werden, um aus den generierten Ablösen möglichst hohe Invests zuzulassen. Es geht in den Extremfällen um die Reduktion von 30 Mio. im Etat oder 60 Mio. zusätzliche Transfereinnahmen. Denn völlig egal, wer Trainer wird, diese Truppe ist untrainierbar, bedingt durch ihre Zusammenstellung, sodass es hier zwingend Ansätze benötigt, wie Widersprüche nicht nur reduziert, sondern aufgelöst werden. Im Grunde unabhängig vom Trainer, wobei ich davon ausgehe, dass es Rose wird.
Dabei gibt es für mich folgende Kernthemen:
- Kette: die Kette kann so nicht zusammen bleiben. Teils wird sich das durch die auslaufenden Verträge 2022 wohl von selbst erledigen, indem die Spieler teils gehen. Ich glaube nicht, dass Akanji bleibt und bei Zagadou hege ich mittlerweile auch immer größere Zweifel. Hummels und Akanji funktionieren schließlich gar nicht miteinander, ergänzen sich schlecht und müssen sich meines Erachtens taktisch viel zu sehr aufeinander konzentrieren, worunter aber das Kollektiv leidet, weil sie - wahrscheinlich auch dadurch und nicht nur individuell bedingt - ständig zu weit absinken, damit dem Mittelfeld unglaublich große Räume zu bearbeiten geben, die sie absichern müssen und Akanji ist kein Ausputzertyp, den Hummels neben sich benötigen würde. Den würde Akanji eigentlich selbst benötigen. Da Hummels Vertrag aber klar ist, sich womöglich sogar bis 2023 verlängert und er mit seinen Leistungen nirgendwo mehr ansatzweise ähnlich viel verdienen wird, wahrscheinlich auch nirgendwo anders mehr spielen will, wird nichts anderes übrig bleiben, als sich von Akanji zu trennen, dem man im Verein wohl auch immer mehr den schwarzen Peter zuzuschieben scheint, obwohl die Probleme in der Kette meinen Augen alle vom Hummels Transfer ausgehen. Zumal es schließlich ja nicht nur darum geht, wie Hummels und Akanji sich ergänzen, sondern auch darum, wie sich Guerreiro und Hummels ergänzen. Das ist im Grunde sogar noch ein viel größeres Thema, weil diese Schnittstelle in den letzten Wochen stets von Delaney zugelaufen wurde, was er in den letzten 2 Spielen aber auch nicht mehr schaffte und was dann letztendlich auch gleichbedeutend war, mit einer 3er Kette, die man mit Can sowieso schon mindestens asymmetrisch gespielt hat. Auch Meunier ist ein rein defensiver AV, sodass die Trennung von Defensive und Offensive meines Erachtens vor allem durch die Personalie Hummels bedingt ist.
An sich dürfte das daher niemals heißen, das man die Truppe weiter um Hummels baut, unabhängig seines Alters, da schlicht zu viele Anpassungen nötig sind, um ihm die passenden Mitspieler hinzustellen. Allerdings benötigt Zagadou so ziemlich dieselben Nebenmänner, wie Hummels, sodass denke ich von der Frage, wie es mit Zagadou weitergeht, viel abhängt. Zagadou ist schließlich jung und wenn man zumindest 2 IV ähnlichen Typs hat, gibt es durchaus eine gewisse Rechtfertigung, dass man eben doch auf ihn und Hummels abstellt, wenn man mit Zagadou verlängert. Dann käme es eben darauf an, dass man daneben Balancespieler bekommt, die weniger Spezialist darstellen, wie die aktuellen Spieler. Würde heißen, dass man auf LV einen absichernden Mann benötigt, der über ausreichend Zweikampfhärte und Tempo verfügt, der zudem technisch nicht so limitiert ist, wie Schulz. Zumindest unter Rose dürfte es für Guerreiro offensiver auch genug Platz geben, während er unter anderen Trainern logischer Abgangskandidat wäre, was ich bedenklich finden würde. Denn ein echter ZM ist er für mich trotz aller Fähigkeiten nicht, sodass man eventuell noch einen Leistungsträger opfern müsste, nur damit es hinten funktioniert. Das wird allerdings eh ein sehr schwieriges Thema. Einen wirklich guten und dann auch noch passenden Spieler, sehe ich im Moment nicht. Zumindest keinen, der nicht irgendwo wieder einen Haken hat. Tagliafico wäre bspw. gut und passend, ist aber zu alt, was man zwingend vermeiden sollte, will man sich nicht noch mehr Probleme in der Altersstruktur schaffen, sodass man dann in spätestens 2-3 Jahren direkt wieder eine Baustelle in der Kette hat, mit noch weniger Geld. Delaney wäre intern eine gute Lösung in meinen Augen, wofür er sein Spiel meines Erachtens auch gar nicht großartig umstellen, aber wenn er einen langfristigen Vertrag will, würde ich passen, um nicht noch mehr Rentenverträge aufzunehmen. Zwar ist er noch keine 30 und seine Leistungen sind im Moment top, aber man muss eben auch sehen, was zu erwarten ist, wenn er dann mal 31-32 ist. Vermutlich wäre Firpo eine Leihe wert, aber sonst wird es mit dem perfekten LV schwer. Ich hoffe ja nur, dass Rose nicht glaubt, dass er Schulz "wieder" hinbekommt. Denn Schulz ist im Detail eben kein passender Nebenmann für Hummels und Zagadou und hat davon abgesehen zu grobe Schwächen. Je eher man das Missverständnis auflöst, desto besser. Die Verluste werden meines Erachtens jedenfalls nicht geringer, nur der sportliche Schaden kann noch zunehmen.
Auf RIV würde es zudem einen IV verlangen, der einerseits hoch und mannorientiert verteidigen kann (kollektivtaktische Anforderung), der aber auch daran gewöhnt ist umsichtiger und absichernd zu agieren. Das ist anspruchsvoller als es klingt und die Topqualität, die der BVB sich sichern könnte, gibt es in meinen Augen derzeit auch nicht. Mit Loic Bade aus Lens habe ich dahingehend jedoch ein Talent im Blick, das dieser Anforderung durchaus gerecht werden könnte. Zwar spielt er aktuell in einer 3er Kette, aber sein Nebenmann Medina verlangt von ihm ähnliches Verhalten und er zeigt durchaus ansprechende Leistungen, ist einer der Durchstarter der Saison. An sich hat er noch nicht genug Erfahrung für den BVB, aber wenn es eh zu einem Jahr ohne CL kommt und ein Umbruch unausweichlich ist, wird man sich denke ich an genau solche Spieler halten müssen. Potenzial ist sowieso genug da, um ein maximal kompletter IV zu werden. Somit gilt es hier wohl ein gewisses Risiko zu nehmen. Walukiewicz, der in der Gerüchteküche Thema ist, wäre auch eine Variante, wobei ich glaube, dass Bade technisch und im Aufbau nochmal eine ganz andere Nummer ist. Die sichere Nummer gibt es für mich daher aber in jedem Fall nicht, richtet man sich nach Hummels und vor allem Zagadous Bedarf an Nebenmännern.
Kann man mit Akanji verlängern müsste man meines Erachtens den LIV auf ihn und Guerreiro abstellen. Also im Grunde bräuchte man jemanden, wie Bade, nur als Linksfuß. Dafür würde ich N'Dicka nach wie vor als ziemlich ideal betrachten. Ich rechne allerdings nicht damit, dass dieses Szenario die höhere Wahrscheinlichkeit besitzt, obwohl es in meinen Augen das wesentlich sinnigere wäre, weil es kurzfristig leistungsfähiger zu erwarten und trotzdem nachhaltig ist. Die Entscheidung, ob man auf Hummels setzt oder nicht, erwarte ich vereinsintern jedoch gar nicht erst und daher dürften die Würfel in der Beziehung längst gefallen sein, egal was Zagadou noch macht. Geht Zagadou, kann es jedoch sein, dass es für die Kette gleich 5 neue Spieler benötigt. Der Umbruch in der Kette wird also extrem ausfallen und in meinen Augen auch kostenintensiv. Für RV würde dann kein Budget übrig bleiben, wobei ich sowieso nicht glaube, dass man dort großartig Budget einplant. Solange Rose Trainer wird, könnte Meunier dort - zwar überbezahlt, aber systemkompatibel - wirken. Maximal tauscht man Morey mit einem anderen Talent (Semic?) aus, wobei ich mir auch vorstellen könnte, dass Knauff auf der Position unter Rose eine gewisse Chance haben könnte. Der größte Teil des Umbruchs, der zu erwarten ist, müsste letztendlich aber so oder so in der Kette stattfinden. Solange man hier nicht stabil wird, wird man auch auf den Positionen davor viel zu viel auf die Kette abstellen müssen, ohne damit den gewünschten Effekt zu erzielen, weil man nicht auf die Stärken dieser Spieler abstellt und dann auch noch zusätzlich Ressourcen defensiv bindet, die dadurch offensiv nicht mehr zur Verfügung stehen.
- Mittelfeld: Das Thema Delaney habe ich oben ja schon etwas angerissen. Meines Erachtens wie gesagt ein schwieriges Thema, da ich ihn auf Dauer nicht gut genug im Mittelfeld finde. Ich sehe auch, wie wichtig seine Defensivaktionen für das Kollektiv sind, aber dadurch bleiben originäre Aufgaben des Mittelfelds, die von der Kette nicht übernommen werden können, komplett auf der Strecke. Egal, wie sehr Guerreiro und Delaney die Positionen tauschen, aber das ist am Ende nichts Ganzes. Einerseits wegen der Rochade, die man sich sparen könnte, indem man sie fixiert. Andererseits deswegen, da Guerreiro im Aufbau auch nicht der beste Spieler ist, sondern eher ein Box-to-Box. Wenn die Kette dann im Ballbesitz nicht so offensiv wird, dass sie die Aufbauaufgaben des Mittelfelds komplett übernehmen kann - theoretisch hätten unsere IV die Qualität, aber wegen der Probleme in der Rückwärtsbewegung, ist das mit Risiko verbunden -, fehlt dem Mittelfeld der Aufbau. Aber nicht nur. Denn der Abräume im Mittelfeld fehlt eben auch, wenn dieser für die Kette abgestellt wird. Bellingham macht dahingehend meines Erachtens mit seinen 17 bereits jetzt einen bemerkenswerten Job, aber es ist klar, dass da noch Grenzen bestehen, die auch für erfahrenere Spieler unüberwindbar sind. Ich denke daher, dass man auch im Mittelfeld umstrukturieren muss und auf der 6 sowohl im Aufbau als auch in der Defensivarbeit mehr Qualität benötigt. Mit Witsel rechne ich ehrlich gesagt nur noch im letzten Halbjahr, bis sein Vertrag ausläuft. Wegen Can wird man dahingehend wahrscheinlich aber nichts machen. Zu teuer, zu wichtig dürften deutsche Spieler für den Kader bleiben.
Daher glaube ich, dass man davor kreativer werden muss, aber auch in Verbindung mit klaren 8er Fähigkeiten und vor allem höherer Defensivqualität, die dann auch noch ins Rose System passen. Stand jetzt erfüllt das nur Bellingham in meinen Augen und eben Guerreiro teilweise. Brandt und Reyna haben dahingehend noch zu viel Arbeit vor sich und sind meines Erachtens auch eher Konkurrenten auf offensiveren Positionen, wo es auch nach wie vor um Reus gehen wird. Der verkompliziert die ganze Transferstrategie nochmal zusätzlich, wenn auch der nächste Trainer ihn weiterhin zentral einsetzt. Spätestens dann sind Spezalisten im Zentrum Fehl am Platz und man benötigt Allrounder dahinter, die alles können. Der BVB besteht derzeit im Grunde im Mittelfeld aber nur aus Spezialisten. Defensivspezialisten (Can, Delaney), Aufbauspezialist Witsel und Offensivspezialisten, die mehr (Reyna und Brandt) oder weniger (Reus) Mittelfeldaufgaben übernehmen können. Daher braucht man sich auch nicht über Bellinghams Einsatzzeiten wundern, da er für mich dahingehend klar am meisten als Allrounder liefert - nur noch nicht genug, was auch zu viel verlangt ist. Wenn man die Abwehr möglichst funktional aufstellen will, kann man hier in meinen Augen daher nicht auch noch die Frage nach Reus Lieblingsposition zugestehen. Reus muss aus dem Mittelfeld raus, wieder klar der Offensive, als sekundärer Abschlussspieler agieren, auf die Bank oder gleich direkt gehen, so undankbar das vielleicht klingen mag. An das Politikium wird man sich nicht herantrauen, das ist mir klar, aber auch das wird alles, was man macht aushebeln, weil man nicht die komplette Abwehr auf Hummels/Zagadou und dann auch noch das komplette Mittelfeld auf Reus abstimmen kann, damit es die Anforderungen, die unsere Gegner stellen erfüllt.
Hier gilt es derzeit eine eindeutige Entscheidung zu fällen, wobei diese vergleichsweise einfach sein sollte - es wahrscheinlich aber nicht ist. Es gibt für Reus schlicht noch mehr notwendige Anpassungen, die er erst recht nicht mehr wert ist, damit er seine vermeintliche Lieblingsposition bekleiden darf. Da geht es eben nicht mal mehr nur um die Frage, ob man Brandt opfert oder nicht, sondern wen nicht, soll das irgendwie erfolgsorientiert aussehen. Abgesehen von Bellingham ist kein DM/ZM unseres aktuellen Kaders als Spielertyp - qualitativ ist nochmal eine andere Frage - ausreichend kompatibel zu einem 10er/HS Reus. Ich hoffe daher sehr auf jemanden, wie Romain Faivre aus Brest, der ideal zu Rose passen sollte, weil er kreativ ist, dynamisch und dennoch defensiv engagiert, ohne dabei auf eine Position festgelegt zu sein. Insbesondere bei einem Sancho Abgang wird man auch entsprechende Kreativitätszuwäche aus dem Zentrum benötigen. Bedeutet dann auch für die Kette, dass sie mit weniger Unterstützung des Zentrums klarkommen muss. Dafür wird man denke ich Brandt opfern müssen, der zwar ein toller Spieler ist, aber ein Spezialist, von dem man insgesamt zu viele hat, sodass ich seine Perspektive unter Rose nicht sehe. Die Transferpolitik muss daher in jedem Fall eine klare Ansage an Reus sein, dass er kein Mittelfeldspieler ist und man nicht auf ihn dahingehend abstellen kann.
- Sancho oder Haland Abgang: es wird zwangsläufig einen der Beiden, vielleicht sogar Beide treffen, wenn man die CL verpasst. Würde man die CL erreichen, wäre man wahrscheinlich nicht mal auf einen Abgang angewiesen und könnte entsprechend auch Preise jenseits von Gut und Böse verlangen. Solange man die CL erreicht, glaube ich jedenfalls, dass die Verbindlichkeiten und der Etat gleichermaßen zu stemmen sind, sofern man nur überschüssige Spieler aussortiert. Sobald man die CL verpasst, werden die Einsparungen und Einnahmen aber höher ausfallen müssen, da ich nicht sehe, wie man mit diesem Kader eine Aufnahme weiterer Verbindlichkeiten rechtfertigen will.
Ich persönlich glaube, dass Haland einfacher zu ersetzen ist. Einerseits, da ich damit rechne, dass er mehr Geld einbringt als Sancho, weil bspw. City auf alle Fälle einen Deal mit einem Topstürmer im Sommer suchen wird und nicht auf Zeit spielen kann, wenn Aguero geht, wodurch viel Geld im MS Markt zu erwarten ist. Andererseits, da ich mehr bezahlbare und hochwertige Haland Nachfolger (Malen, Thuram, ...)auf dem Markt erwarte, als potenzielle Sancho Nachfolger - statt einer Auflistung muss man sich hier eher die Frage stellen: ja, wer denn überhaupt? Für mich haben derzeit schlicht kaum Spieler die Qualität, um Sancho und dessen Fähigkeitenpakt zu ersetzen. Entsprechend ist die Wahrscheinlichkeit, dass man über mehrere Positionen kompensieren muss, ausgesprochen hoch. Bedeutet für mich also vor allem einen notwendigen Kreativitätszuwachs im Mittelfeld, zusätzlich zum Sancho Nachfolger. In Kombination mit den vorherigen Punkten bedeutet das, dass die Kette zwingend funktional zu bekommen ist und die Defensivspezialisten im Mittelfeld reduziert werden müssen, um dort mehr Kreativität und Dynamik installieren zu können. Ich glaube, dass ein Sancho Abgang sonst keine Potenziale derzeit freisetzen würde, aber jede Menge Folgen für den bestehenden Kader hätte. Bei Haland würden die Tore fehlen, keine Frage, auch das wird man so nicht ersetzt bekommen, aber ich glaube es gibt Optionen, die die Scorer aufrecht erhalten können. Dazu glaube ich, dass ein Haland auch mehr Querinvests ermöglichen würde, um bspw. mit Hlozek schon mal der Reus Nachfolge etwas vorzugreifen und auf der sekundären Abschlussspielerposition auch nochmal ein paar kreative Elemente hinzuzufügen.
- deutsche Spieler: wie man schon an meinen ganzen Vorschlägen sieht, glaube ich, dass es schwer werden wird, an Ligue 1 Spielern vorbei zu kommen und weiterhin so sehr auf Deutsche zu setzen, wie in den letzten Jahren. Ich sehe keinen Weg den Haufen, insbesondere in Kompatibilität mit Rose, funktional zu bekommen. Selbst wenn das im Einzelfall keine qualitativen Gründe hat. Zwar gibt es durchaus ein paar Interessante Talente, vor allem auf LV, aber das muss auch preislich passen. Ansonsten wird man denke ich erst mal den Fokus auf passgenaue Spieler legen müssen, statt auf Identität. Einen Neuhaus muss man sich daher zwingend verkneifen, da er die dynamisch-kreativen Anforderungen nicht erfüllen wird, die der BVB nächste Saison erwarten lässt. Mal geschweige denn, wie viele Probleme mit dem Budget, das er fressen würde, eigentlich angegangen werden müssen.
Unterm Strich ist die Situation selbst mit CL Quali komplex. Verpasst man diese, wird es extrem schwer kurzfristig wieder so viel richtig zu machen, dass der aktuelle Anspruch wieder zu erfüllen ist. Schafft man es nicht, sondern macht in diesem Fall weitere Fehler, glaube ich, dass man für längere Zeit weg vom Fenster ist, selbst wenn ich hie und da mit dem ein oder anderen Positivausrutscher rechnen würde. Ich glaube daher, dass der BVB so oder so vor einem enorm kritischen Transfersommer stehen wird, der alles abverlangt: Fehlerkorrekturen, harte Entscheidungen und finanzielle Kreativität, auf einem Markt, der nur wenige BVB Spieler gezielt und hochpreisig nachfragen wird! Der Sommer wird deshalb mindestens für die nächsten 5 Jahre wegweisend sein.
Mal ein paar Gedanken zur Transferpolitik:
Es dürfte ziemlich klar sein, dass die CL mit dem aktuellen Leistungsvermögen und der Menge an Konkurrenz, kaum zu erreichen ist. Entsprechend wird das finanzielle Konsequenzen nach sich ziehen, die eine finanziell eh schon komplizierte Situation (Verbindlichkeiten aus Transfergeschäften, Anzahl Spieler Ü30, auslaufende Verträge 2022, Fehlallokationen im Etat, allgemeine Marktlage), nochmals deutlich komplizierter macht. Die Verbindlichkeiten weiter zu steigern, macht dabei für mich keinen Sinn, weil darin keine Lösung enthalten ist, die den Kader verbessert. Das würde in allererster Linie schließlich bedeuten, dass man den Kader in großen Teilen zusammenhält, die Gehälter nicht senkt und den Umbruch eher klein hält, also nicht großartig investiert wird. Es wäre kein Ansatz, um den Kader zu verändern und zur Abbiegung zurückzukehren, in der man in die Sackgasse fuhr. Daher wird es einen Ansatz geben müssen, bei dem die Ausfälle der CL Gelder im Etat eingespart werden, um aus den generierten Ablösen möglichst hohe Invests zuzulassen. Es geht in den Extremfällen um die Reduktion von 30 Mio. im Etat oder 60 Mio. zusätzliche Transfereinnahmen. Denn völlig egal, wer Trainer wird, diese Truppe ist untrainierbar, bedingt durch ihre Zusammenstellung, sodass es hier zwingend Ansätze benötigt, wie Widersprüche nicht nur reduziert, sondern aufgelöst werden. Im Grunde unabhängig vom Trainer, wobei ich davon ausgehe, dass es Rose wird.
Dabei gibt es für mich folgende Kernthemen:
- Kette: die Kette kann so nicht zusammen bleiben. Teils wird sich das durch die auslaufenden Verträge 2022 wohl von selbst erledigen, indem die Spieler teils gehen. Ich glaube nicht, dass Akanji bleibt und bei Zagadou hege ich mittlerweile auch immer größere Zweifel. Hummels und Akanji funktionieren schließlich gar nicht miteinander, ergänzen sich schlecht und müssen sich meines Erachtens taktisch viel zu sehr aufeinander konzentrieren, worunter aber das Kollektiv leidet, weil sie - wahrscheinlich auch dadurch und nicht nur individuell bedingt - ständig zu weit absinken, damit dem Mittelfeld unglaublich große Räume zu bearbeiten geben, die sie absichern müssen und Akanji ist kein Ausputzertyp, den Hummels neben sich benötigen würde. Den würde Akanji eigentlich selbst benötigen. Da Hummels Vertrag aber klar ist, sich womöglich sogar bis 2023 verlängert und er mit seinen Leistungen nirgendwo mehr ansatzweise ähnlich viel verdienen wird, wahrscheinlich auch nirgendwo anders mehr spielen will, wird nichts anderes übrig bleiben, als sich von Akanji zu trennen, dem man im Verein wohl auch immer mehr den schwarzen Peter zuzuschieben scheint, obwohl die Probleme in der Kette meinen Augen alle vom Hummels Transfer ausgehen. Zumal es schließlich ja nicht nur darum geht, wie Hummels und Akanji sich ergänzen, sondern auch darum, wie sich Guerreiro und Hummels ergänzen. Das ist im Grunde sogar noch ein viel größeres Thema, weil diese Schnittstelle in den letzten Wochen stets von Delaney zugelaufen wurde, was er in den letzten 2 Spielen aber auch nicht mehr schaffte und was dann letztendlich auch gleichbedeutend war, mit einer 3er Kette, die man mit Can sowieso schon mindestens asymmetrisch gespielt hat. Auch Meunier ist ein rein defensiver AV, sodass die Trennung von Defensive und Offensive meines Erachtens vor allem durch die Personalie Hummels bedingt ist.
An sich dürfte das daher niemals heißen, das man die Truppe weiter um Hummels baut, unabhängig seines Alters, da schlicht zu viele Anpassungen nötig sind, um ihm die passenden Mitspieler hinzustellen. Allerdings benötigt Zagadou so ziemlich dieselben Nebenmänner, wie Hummels, sodass denke ich von der Frage, wie es mit Zagadou weitergeht, viel abhängt. Zagadou ist schließlich jung und wenn man zumindest 2 IV ähnlichen Typs hat, gibt es durchaus eine gewisse Rechtfertigung, dass man eben doch auf ihn und Hummels abstellt, wenn man mit Zagadou verlängert. Dann käme es eben darauf an, dass man daneben Balancespieler bekommt, die weniger Spezialist darstellen, wie die aktuellen Spieler. Würde heißen, dass man auf LV einen absichernden Mann benötigt, der über ausreichend Zweikampfhärte und Tempo verfügt, der zudem technisch nicht so limitiert ist, wie Schulz. Zumindest unter Rose dürfte es für Guerreiro offensiver auch genug Platz geben, während er unter anderen Trainern logischer Abgangskandidat wäre, was ich bedenklich finden würde. Denn ein echter ZM ist er für mich trotz aller Fähigkeiten nicht, sodass man eventuell noch einen Leistungsträger opfern müsste, nur damit es hinten funktioniert. Das wird allerdings eh ein sehr schwieriges Thema. Einen wirklich guten und dann auch noch passenden Spieler, sehe ich im Moment nicht. Zumindest keinen, der nicht irgendwo wieder einen Haken hat. Tagliafico wäre bspw. gut und passend, ist aber zu alt, was man zwingend vermeiden sollte, will man sich nicht noch mehr Probleme in der Altersstruktur schaffen, sodass man dann in spätestens 2-3 Jahren direkt wieder eine Baustelle in der Kette hat, mit noch weniger Geld. Delaney wäre intern eine gute Lösung in meinen Augen, wofür er sein Spiel meines Erachtens auch gar nicht großartig umstellen, aber wenn er einen langfristigen Vertrag will, würde ich passen, um nicht noch mehr Rentenverträge aufzunehmen. Zwar ist er noch keine 30 und seine Leistungen sind im Moment top, aber man muss eben auch sehen, was zu erwarten ist, wenn er dann mal 31-32 ist. Vermutlich wäre Firpo eine Leihe wert, aber sonst wird es mit dem perfekten LV schwer. Ich hoffe ja nur, dass Rose nicht glaubt, dass er Schulz "wieder" hinbekommt. Denn Schulz ist im Detail eben kein passender Nebenmann für Hummels und Zagadou und hat davon abgesehen zu grobe Schwächen. Je eher man das Missverständnis auflöst, desto besser. Die Verluste werden meines Erachtens jedenfalls nicht geringer, nur der sportliche Schaden kann noch zunehmen.
Auf RIV würde es zudem einen IV verlangen, der einerseits hoch und mannorientiert verteidigen kann (kollektivtaktische Anforderung), der aber auch daran gewöhnt ist umsichtiger und absichernd zu agieren. Das ist anspruchsvoller als es klingt und die Topqualität, die der BVB sich sichern könnte, gibt es in meinen Augen derzeit auch nicht. Mit Loic Bade aus Lens habe ich dahingehend jedoch ein Talent im Blick, das dieser Anforderung durchaus gerecht werden könnte. Zwar spielt er aktuell in einer 3er Kette, aber sein Nebenmann Medina verlangt von ihm ähnliches Verhalten und er zeigt durchaus ansprechende Leistungen, ist einer der Durchstarter der Saison. An sich hat er noch nicht genug Erfahrung für den BVB, aber wenn es eh zu einem Jahr ohne CL kommt und ein Umbruch unausweichlich ist, wird man sich denke ich an genau solche Spieler halten müssen. Potenzial ist sowieso genug da, um ein maximal kompletter IV zu werden. Somit gilt es hier wohl ein gewisses Risiko zu nehmen. Walukiewicz, der in der Gerüchteküche Thema ist, wäre auch eine Variante, wobei ich glaube, dass Bade technisch und im Aufbau nochmal eine ganz andere Nummer ist. Die sichere Nummer gibt es für mich daher aber in jedem Fall nicht, richtet man sich nach Hummels und vor allem Zagadous Bedarf an Nebenmännern.
Kann man mit Akanji verlängern müsste man meines Erachtens den LIV auf ihn und Guerreiro abstellen. Also im Grunde bräuchte man jemanden, wie Bade, nur als Linksfuß. Dafür würde ich N'Dicka nach wie vor als ziemlich ideal betrachten. Ich rechne allerdings nicht damit, dass dieses Szenario die höhere Wahrscheinlichkeit besitzt, obwohl es in meinen Augen das wesentlich sinnigere wäre, weil es kurzfristig leistungsfähiger zu erwarten und trotzdem nachhaltig ist. Die Entscheidung, ob man auf Hummels setzt oder nicht, erwarte ich vereinsintern jedoch gar nicht erst und daher dürften die Würfel in der Beziehung längst gefallen sein, egal was Zagadou noch macht. Geht Zagadou, kann es jedoch sein, dass es für die Kette gleich 5 neue Spieler benötigt. Der Umbruch in der Kette wird also extrem ausfallen und in meinen Augen auch kostenintensiv. Für RV würde dann kein Budget übrig bleiben, wobei ich sowieso nicht glaube, dass man dort großartig Budget einplant. Solange Rose Trainer wird, könnte Meunier dort - zwar überbezahlt, aber systemkompatibel - wirken. Maximal tauscht man Morey mit einem anderen Talent (Semic?) aus, wobei ich mir auch vorstellen könnte, dass Knauff auf der Position unter Rose eine gewisse Chance haben könnte. Der größte Teil des Umbruchs, der zu erwarten ist, müsste letztendlich aber so oder so in der Kette stattfinden. Solange man hier nicht stabil wird, wird man auch auf den Positionen davor viel zu viel auf die Kette abstellen müssen, ohne damit den gewünschten Effekt zu erzielen, weil man nicht auf die Stärken dieser Spieler abstellt und dann auch noch zusätzlich Ressourcen defensiv bindet, die dadurch offensiv nicht mehr zur Verfügung stehen.
- Mittelfeld: Das Thema Delaney habe ich oben ja schon etwas angerissen. Meines Erachtens wie gesagt ein schwieriges Thema, da ich ihn auf Dauer nicht gut genug im Mittelfeld finde. Ich sehe auch, wie wichtig seine Defensivaktionen für das Kollektiv sind, aber dadurch bleiben originäre Aufgaben des Mittelfelds, die von der Kette nicht übernommen werden können, komplett auf der Strecke. Egal, wie sehr Guerreiro und Delaney die Positionen tauschen, aber das ist am Ende nichts Ganzes. Einerseits wegen der Rochade, die man sich sparen könnte, indem man sie fixiert. Andererseits deswegen, da Guerreiro im Aufbau auch nicht der beste Spieler ist, sondern eher ein Box-to-Box. Wenn die Kette dann im Ballbesitz nicht so offensiv wird, dass sie die Aufbauaufgaben des Mittelfelds komplett übernehmen kann - theoretisch hätten unsere IV die Qualität, aber wegen der Probleme in der Rückwärtsbewegung, ist das mit Risiko verbunden -, fehlt dem Mittelfeld der Aufbau. Aber nicht nur. Denn der Abräume im Mittelfeld fehlt eben auch, wenn dieser für die Kette abgestellt wird. Bellingham macht dahingehend meines Erachtens mit seinen 17 bereits jetzt einen bemerkenswerten Job, aber es ist klar, dass da noch Grenzen bestehen, die auch für erfahrenere Spieler unüberwindbar sind. Ich denke daher, dass man auch im Mittelfeld umstrukturieren muss und auf der 6 sowohl im Aufbau als auch in der Defensivarbeit mehr Qualität benötigt. Mit Witsel rechne ich ehrlich gesagt nur noch im letzten Halbjahr, bis sein Vertrag ausläuft. Wegen Can wird man dahingehend wahrscheinlich aber nichts machen. Zu teuer, zu wichtig dürften deutsche Spieler für den Kader bleiben.
Daher glaube ich, dass man davor kreativer werden muss, aber auch in Verbindung mit klaren 8er Fähigkeiten und vor allem höherer Defensivqualität, die dann auch noch ins Rose System passen. Stand jetzt erfüllt das nur Bellingham in meinen Augen und eben Guerreiro teilweise. Brandt und Reyna haben dahingehend noch zu viel Arbeit vor sich und sind meines Erachtens auch eher Konkurrenten auf offensiveren Positionen, wo es auch nach wie vor um Reus gehen wird. Der verkompliziert die ganze Transferstrategie nochmal zusätzlich, wenn auch der nächste Trainer ihn weiterhin zentral einsetzt. Spätestens dann sind Spezalisten im Zentrum Fehl am Platz und man benötigt Allrounder dahinter, die alles können. Der BVB besteht derzeit im Grunde im Mittelfeld aber nur aus Spezialisten. Defensivspezialisten (Can, Delaney), Aufbauspezialist Witsel und Offensivspezialisten, die mehr (Reyna und Brandt) oder weniger (Reus) Mittelfeldaufgaben übernehmen können. Daher braucht man sich auch nicht über Bellinghams Einsatzzeiten wundern, da er für mich dahingehend klar am meisten als Allrounder liefert - nur noch nicht genug, was auch zu viel verlangt ist. Wenn man die Abwehr möglichst funktional aufstellen will, kann man hier in meinen Augen daher nicht auch noch die Frage nach Reus Lieblingsposition zugestehen. Reus muss aus dem Mittelfeld raus, wieder klar der Offensive, als sekundärer Abschlussspieler agieren, auf die Bank oder gleich direkt gehen, so undankbar das vielleicht klingen mag. An das Politikium wird man sich nicht herantrauen, das ist mir klar, aber auch das wird alles, was man macht aushebeln, weil man nicht die komplette Abwehr auf Hummels/Zagadou und dann auch noch das komplette Mittelfeld auf Reus abstimmen kann, damit es die Anforderungen, die unsere Gegner stellen erfüllt.
Hier gilt es derzeit eine eindeutige Entscheidung zu fällen, wobei diese vergleichsweise einfach sein sollte - es wahrscheinlich aber nicht ist. Es gibt für Reus schlicht noch mehr notwendige Anpassungen, die er erst recht nicht mehr wert ist, damit er seine vermeintliche Lieblingsposition bekleiden darf. Da geht es eben nicht mal mehr nur um die Frage, ob man Brandt opfert oder nicht, sondern wen nicht, soll das irgendwie erfolgsorientiert aussehen. Abgesehen von Bellingham ist kein DM/ZM unseres aktuellen Kaders als Spielertyp - qualitativ ist nochmal eine andere Frage - ausreichend kompatibel zu einem 10er/HS Reus. Ich hoffe daher sehr auf jemanden, wie Romain Faivre aus Brest, der ideal zu Rose passen sollte, weil er kreativ ist, dynamisch und dennoch defensiv engagiert, ohne dabei auf eine Position festgelegt zu sein. Insbesondere bei einem Sancho Abgang wird man auch entsprechende Kreativitätszuwäche aus dem Zentrum benötigen. Bedeutet dann auch für die Kette, dass sie mit weniger Unterstützung des Zentrums klarkommen muss. Dafür wird man denke ich Brandt opfern müssen, der zwar ein toller Spieler ist, aber ein Spezialist, von dem man insgesamt zu viele hat, sodass ich seine Perspektive unter Rose nicht sehe. Die Transferpolitik muss daher in jedem Fall eine klare Ansage an Reus sein, dass er kein Mittelfeldspieler ist und man nicht auf ihn dahingehend abstellen kann.
- Sancho oder Haland Abgang: es wird zwangsläufig einen der Beiden, vielleicht sogar Beide treffen, wenn man die CL verpasst. Würde man die CL erreichen, wäre man wahrscheinlich nicht mal auf einen Abgang angewiesen und könnte entsprechend auch Preise jenseits von Gut und Böse verlangen. Solange man die CL erreicht, glaube ich jedenfalls, dass die Verbindlichkeiten und der Etat gleichermaßen zu stemmen sind, sofern man nur überschüssige Spieler aussortiert. Sobald man die CL verpasst, werden die Einsparungen und Einnahmen aber höher ausfallen müssen, da ich nicht sehe, wie man mit diesem Kader eine Aufnahme weiterer Verbindlichkeiten rechtfertigen will.
Ich persönlich glaube, dass Haland einfacher zu ersetzen ist. Einerseits, da ich damit rechne, dass er mehr Geld einbringt als Sancho, weil bspw. City auf alle Fälle einen Deal mit einem Topstürmer im Sommer suchen wird und nicht auf Zeit spielen kann, wenn Aguero geht, wodurch viel Geld im MS Markt zu erwarten ist. Andererseits, da ich mehr bezahlbare und hochwertige Haland Nachfolger (Malen, Thuram, ...)auf dem Markt erwarte, als potenzielle Sancho Nachfolger - statt einer Auflistung muss man sich hier eher die Frage stellen: ja, wer denn überhaupt? Für mich haben derzeit schlicht kaum Spieler die Qualität, um Sancho und dessen Fähigkeitenpakt zu ersetzen. Entsprechend ist die Wahrscheinlichkeit, dass man über mehrere Positionen kompensieren muss, ausgesprochen hoch. Bedeutet für mich also vor allem einen notwendigen Kreativitätszuwachs im Mittelfeld, zusätzlich zum Sancho Nachfolger. In Kombination mit den vorherigen Punkten bedeutet das, dass die Kette zwingend funktional zu bekommen ist und die Defensivspezialisten im Mittelfeld reduziert werden müssen, um dort mehr Kreativität und Dynamik installieren zu können. Ich glaube, dass ein Sancho Abgang sonst keine Potenziale derzeit freisetzen würde, aber jede Menge Folgen für den bestehenden Kader hätte. Bei Haland würden die Tore fehlen, keine Frage, auch das wird man so nicht ersetzt bekommen, aber ich glaube es gibt Optionen, die die Scorer aufrecht erhalten können. Dazu glaube ich, dass ein Haland auch mehr Querinvests ermöglichen würde, um bspw. mit Hlozek schon mal der Reus Nachfolge etwas vorzugreifen und auf der sekundären Abschlussspielerposition auch nochmal ein paar kreative Elemente hinzuzufügen.
- deutsche Spieler: wie man schon an meinen ganzen Vorschlägen sieht, glaube ich, dass es schwer werden wird, an Ligue 1 Spielern vorbei zu kommen und weiterhin so sehr auf Deutsche zu setzen, wie in den letzten Jahren. Ich sehe keinen Weg den Haufen, insbesondere in Kompatibilität mit Rose, funktional zu bekommen. Selbst wenn das im Einzelfall keine qualitativen Gründe hat. Zwar gibt es durchaus ein paar Interessante Talente, vor allem auf LV, aber das muss auch preislich passen. Ansonsten wird man denke ich erst mal den Fokus auf passgenaue Spieler legen müssen, statt auf Identität. Einen Neuhaus muss man sich daher zwingend verkneifen, da er die dynamisch-kreativen Anforderungen nicht erfüllen wird, die der BVB nächste Saison erwarten lässt. Mal geschweige denn, wie viele Probleme mit dem Budget, das er fressen würde, eigentlich angegangen werden müssen.
Unterm Strich ist die Situation selbst mit CL Quali komplex. Verpasst man diese, wird es extrem schwer kurzfristig wieder so viel richtig zu machen, dass der aktuelle Anspruch wieder zu erfüllen ist. Schafft man es nicht, sondern macht in diesem Fall weitere Fehler, glaube ich, dass man für längere Zeit weg vom Fenster ist, selbst wenn ich hie und da mit dem ein oder anderen Positivausrutscher rechnen würde. Ich glaube daher, dass der BVB so oder so vor einem enorm kritischen Transfersommer stehen wird, der alles abverlangt: Fehlerkorrekturen, harte Entscheidungen und finanzielle Kreativität, auf einem Markt, der nur wenige BVB Spieler gezielt und hochpreisig nachfragen wird! Der Sommer wird deshalb mindestens für die nächsten 5 Jahre wegweisend sein.
Wenn ein Kader dann ungefäjhr so aussehen würde ...
-------------------------- Reus ------------------ MALEN -------------------------------------
-------------------------- Hazard --------------- Moukoko ----------------------------------
---------------------------------------- Reyna --------------------------------------------------
---------------------------------------- Brandt -------------------------------------------------
-------------------- FAIVRE --------------------------- Bellingham -------------------------
-------------------- Guerreiro ----------------------- (FAIVRE) ------------------------------
----------------------------------------- Can ----------------------------------------------------
----------------------------------------- Witsel -------------------------------------------------
---- NDICKA ---------- Hummels ------------- WALUKIEWICZ --------- Meunier -----
---- Delaney --------- (NDICKA) -------------- BADE --------------------- Knauff -------
----------------------------------------- Bürki --------------------------------------------------
----------------------------------------- Unbehaun -------------------------------------------
... wären das immer noch fünf Neuzugänge. Und da frage ich mich eben, ob das finanziell überhaupt möglich sein wird. Auch wenn man Schulz, Wolf und Co. verliehen bekommt, wird man deren Gehälter ja trotzdem zu großen Teilen weiterzahlen müssen. Kein Verein der Welt zahlt unseren Abgangskandidaten auch nur annähernd das Gehalt, das sie bei uns beziehen.
Und zweitens stellt sich mir die Frage, mit welchen Argumenten man einen Malen oder Ndicka bzw. Faivre nach Dortmund holen will, wenn man keine CL spielt.
Bade und Ndicka haben Verträge bis 2023, Walukiewicz und Malen bsi 2024 und Faivre bis 2025. Das wird eine teure Angelegenheit, schon was die Ablösen angeht. Auf der Gegenseite wird bei einem eventuellen Verkauf von Akanji und Zagadou aufgrund der Vertragslaufzeit bis 2022 nicht viel rumkommen. Man müsste für Haaland und Sancho schon richtige Unsummen kassieren, um Ablösen und Gehälter der neuen gegenzufinanzieren.
Das ist alles schon ziemlich verfahren ...
14.02.2021 - 20:16 Uhr
Zitat von stanleebuddha
Wenn ein Kader dann ungefäjhr so aussehen würde ...
-------------------------- Reus ------------------ MALEN -------------------------------------
-------------------------- Hazard --------------- Moukoko ----------------------------------
---------------------------------------- Reyna --------------------------------------------------
---------------------------------------- Brandt -------------------------------------------------
-------------------- FAIVRE --------------------------- Bellingham -------------------------
-------------------- Guerreiro ----------------------- (FAIVRE) ------------------------------
----------------------------------------- Can ----------------------------------------------------
----------------------------------------- Witsel -------------------------------------------------
---- NDICKA ---------- Hummels ------------- WALUKIEWICZ --------- Meunier -----
---- Delaney --------- (NDICKA) -------------- BADE --------------------- Knauff -------
----------------------------------------- Bürki --------------------------------------------------
----------------------------------------- Unbehaun -------------------------------------------
... wären das immer noch fünf Neuzugänge. Und da frage ich mich eben, ob das finanziell überhaupt möglich sein wird. Auch wenn man Schulz, Wolf und Co. verliehen bekommt, wird man deren Gehälter ja trotzdem zu großen Teilen weiterzahlen müssen. Kein Verein der Welt zahlt unseren Abgangskandidaten auch nur annähernd das Gehalt, das sie bei uns beziehen.
Und zweitens stellt sich mir die Frage, mit welchen Argumenten man einen Malen oder Ndicka bzw. Faivre nach Dortmund holen will, wenn man keine CL spielt.
Bade und Ndicka haben Verträge bis 2023, Walukiewicz und Malen bsi 2024 und Faivre bis 2025. Das wird eine teure Angelegenheit, schon was die Ablösen angeht. Auf der Gegenseite wird bei einem eventuellen Verkauf von Akanji und Zagadou aufgrund der Vertragslaufzeit bis 2022 nicht viel rumkommen. Man müsste für Haaland und Sancho schon richtige Unsummen kassieren, um Ablösen und Gehälter der neuen gegenzufinanzieren.
Das ist alles schon ziemlich verfahren ...
Zitat von BVBBC
Mal ein paar Gedanken zur Transferpolitik:
Es dürfte ziemlich klar sein, dass die CL mit dem aktuellen Leistungsvermögen und der Menge an Konkurrenz, kaum zu erreichen ist. Entsprechend wird das finanzielle Konsequenzen nach sich ziehen, die eine finanziell eh schon komplizierte Situation (Verbindlichkeiten aus Transfergeschäften, Anzahl Spieler Ü30, auslaufende Verträge 2022, Fehlallokationen im Etat, allgemeine Marktlage), nochmals deutlich komplizierter macht. Die Verbindlichkeiten weiter zu steigern, macht dabei für mich keinen Sinn, weil darin keine Lösung enthalten ist, die den Kader verbessert. Das würde in allererster Linie schließlich bedeuten, dass man den Kader in großen Teilen zusammenhält, die Gehälter nicht senkt und den Umbruch eher klein hält, also nicht großartig investiert wird. Es wäre kein Ansatz, um den Kader zu verändern und zur Abbiegung zurückzukehren, in der man in die Sackgasse fuhr. Daher wird es einen Ansatz geben müssen, bei dem die Ausfälle der CL Gelder im Etat eingespart werden, um aus den generierten Ablösen möglichst hohe Invests zuzulassen. Es geht in den Extremfällen um die Reduktion von 30 Mio. im Etat oder 60 Mio. zusätzliche Transfereinnahmen. Denn völlig egal, wer Trainer wird, diese Truppe ist untrainierbar, bedingt durch ihre Zusammenstellung, sodass es hier zwingend Ansätze benötigt, wie Widersprüche nicht nur reduziert, sondern aufgelöst werden. Im Grunde unabhängig vom Trainer, wobei ich davon ausgehe, dass es Rose wird.
Dabei gibt es für mich folgende Kernthemen:
- Kette: die Kette kann so nicht zusammen bleiben. Teils wird sich das durch die auslaufenden Verträge 2022 wohl von selbst erledigen, indem die Spieler teils gehen. Ich glaube nicht, dass Akanji bleibt und bei Zagadou hege ich mittlerweile auch immer größere Zweifel. Hummels und Akanji funktionieren schließlich gar nicht miteinander, ergänzen sich schlecht und müssen sich meines Erachtens taktisch viel zu sehr aufeinander konzentrieren, worunter aber das Kollektiv leidet, weil sie - wahrscheinlich auch dadurch und nicht nur individuell bedingt - ständig zu weit absinken, damit dem Mittelfeld unglaublich große Räume zu bearbeiten geben, die sie absichern müssen und Akanji ist kein Ausputzertyp, den Hummels neben sich benötigen würde. Den würde Akanji eigentlich selbst benötigen. Da Hummels Vertrag aber klar ist, sich womöglich sogar bis 2023 verlängert und er mit seinen Leistungen nirgendwo mehr ansatzweise ähnlich viel verdienen wird, wahrscheinlich auch nirgendwo anders mehr spielen will, wird nichts anderes übrig bleiben, als sich von Akanji zu trennen, dem man im Verein wohl auch immer mehr den schwarzen Peter zuzuschieben scheint, obwohl die Probleme in der Kette meinen Augen alle vom Hummels Transfer ausgehen. Zumal es schließlich ja nicht nur darum geht, wie Hummels und Akanji sich ergänzen, sondern auch darum, wie sich Guerreiro und Hummels ergänzen. Das ist im Grunde sogar noch ein viel größeres Thema, weil diese Schnittstelle in den letzten Wochen stets von Delaney zugelaufen wurde, was er in den letzten 2 Spielen aber auch nicht mehr schaffte und was dann letztendlich auch gleichbedeutend war, mit einer 3er Kette, die man mit Can sowieso schon mindestens asymmetrisch gespielt hat. Auch Meunier ist ein rein defensiver AV, sodass die Trennung von Defensive und Offensive meines Erachtens vor allem durch die Personalie Hummels bedingt ist.
An sich dürfte das daher niemals heißen, das man die Truppe weiter um Hummels baut, unabhängig seines Alters, da schlicht zu viele Anpassungen nötig sind, um ihm die passenden Mitspieler hinzustellen. Allerdings benötigt Zagadou so ziemlich dieselben Nebenmänner, wie Hummels, sodass denke ich von der Frage, wie es mit Zagadou weitergeht, viel abhängt. Zagadou ist schließlich jung und wenn man zumindest 2 IV ähnlichen Typs hat, gibt es durchaus eine gewisse Rechtfertigung, dass man eben doch auf ihn und Hummels abstellt, wenn man mit Zagadou verlängert. Dann käme es eben darauf an, dass man daneben Balancespieler bekommt, die weniger Spezialist darstellen, wie die aktuellen Spieler. Würde heißen, dass man auf LV einen absichernden Mann benötigt, der über ausreichend Zweikampfhärte und Tempo verfügt, der zudem technisch nicht so limitiert ist, wie Schulz. Zumindest unter Rose dürfte es für Guerreiro offensiver auch genug Platz geben, während er unter anderen Trainern logischer Abgangskandidat wäre, was ich bedenklich finden würde. Denn ein echter ZM ist er für mich trotz aller Fähigkeiten nicht, sodass man eventuell noch einen Leistungsträger opfern müsste, nur damit es hinten funktioniert. Das wird allerdings eh ein sehr schwieriges Thema. Einen wirklich guten und dann auch noch passenden Spieler, sehe ich im Moment nicht. Zumindest keinen, der nicht irgendwo wieder einen Haken hat. Tagliafico wäre bspw. gut und passend, ist aber zu alt, was man zwingend vermeiden sollte, will man sich nicht noch mehr Probleme in der Altersstruktur schaffen, sodass man dann in spätestens 2-3 Jahren direkt wieder eine Baustelle in der Kette hat, mit noch weniger Geld. Delaney wäre intern eine gute Lösung in meinen Augen, wofür er sein Spiel meines Erachtens auch gar nicht großartig umstellen, aber wenn er einen langfristigen Vertrag will, würde ich passen, um nicht noch mehr Rentenverträge aufzunehmen. Zwar ist er noch keine 30 und seine Leistungen sind im Moment top, aber man muss eben auch sehen, was zu erwarten ist, wenn er dann mal 31-32 ist. Vermutlich wäre Firpo eine Leihe wert, aber sonst wird es mit dem perfekten LV schwer. Ich hoffe ja nur, dass Rose nicht glaubt, dass er Schulz "wieder" hinbekommt. Denn Schulz ist im Detail eben kein passender Nebenmann für Hummels und Zagadou und hat davon abgesehen zu grobe Schwächen. Je eher man das Missverständnis auflöst, desto besser. Die Verluste werden meines Erachtens jedenfalls nicht geringer, nur der sportliche Schaden kann noch zunehmen.
Auf RIV würde es zudem einen IV verlangen, der einerseits hoch und mannorientiert verteidigen kann (kollektivtaktische Anforderung), der aber auch daran gewöhnt ist umsichtiger und absichernd zu agieren. Das ist anspruchsvoller als es klingt und die Topqualität, die der BVB sich sichern könnte, gibt es in meinen Augen derzeit auch nicht. Mit Loic Bade aus Lens habe ich dahingehend jedoch ein Talent im Blick, das dieser Anforderung durchaus gerecht werden könnte. Zwar spielt er aktuell in einer 3er Kette, aber sein Nebenmann Medina verlangt von ihm ähnliches Verhalten und er zeigt durchaus ansprechende Leistungen, ist einer der Durchstarter der Saison. An sich hat er noch nicht genug Erfahrung für den BVB, aber wenn es eh zu einem Jahr ohne CL kommt und ein Umbruch unausweichlich ist, wird man sich denke ich an genau solche Spieler halten müssen. Potenzial ist sowieso genug da, um ein maximal kompletter IV zu werden. Somit gilt es hier wohl ein gewisses Risiko zu nehmen. Walukiewicz, der in der Gerüchteküche Thema ist, wäre auch eine Variante, wobei ich glaube, dass Bade technisch und im Aufbau nochmal eine ganz andere Nummer ist. Die sichere Nummer gibt es für mich daher aber in jedem Fall nicht, richtet man sich nach Hummels und vor allem Zagadous Bedarf an Nebenmännern.
Kann man mit Akanji verlängern müsste man meines Erachtens den LIV auf ihn und Guerreiro abstellen. Also im Grunde bräuchte man jemanden, wie Bade, nur als Linksfuß. Dafür würde ich N'Dicka nach wie vor als ziemlich ideal betrachten. Ich rechne allerdings nicht damit, dass dieses Szenario die höhere Wahrscheinlichkeit besitzt, obwohl es in meinen Augen das wesentlich sinnigere wäre, weil es kurzfristig leistungsfähiger zu erwarten und trotzdem nachhaltig ist. Die Entscheidung, ob man auf Hummels setzt oder nicht, erwarte ich vereinsintern jedoch gar nicht erst und daher dürften die Würfel in der Beziehung längst gefallen sein, egal was Zagadou noch macht. Geht Zagadou, kann es jedoch sein, dass es für die Kette gleich 5 neue Spieler benötigt. Der Umbruch in der Kette wird also extrem ausfallen und in meinen Augen auch kostenintensiv. Für RV würde dann kein Budget übrig bleiben, wobei ich sowieso nicht glaube, dass man dort großartig Budget einplant. Solange Rose Trainer wird, könnte Meunier dort - zwar überbezahlt, aber systemkompatibel - wirken. Maximal tauscht man Morey mit einem anderen Talent (Semic?) aus, wobei ich mir auch vorstellen könnte, dass Knauff auf der Position unter Rose eine gewisse Chance haben könnte. Der größte Teil des Umbruchs, der zu erwarten ist, müsste letztendlich aber so oder so in der Kette stattfinden. Solange man hier nicht stabil wird, wird man auch auf den Positionen davor viel zu viel auf die Kette abstellen müssen, ohne damit den gewünschten Effekt zu erzielen, weil man nicht auf die Stärken dieser Spieler abstellt und dann auch noch zusätzlich Ressourcen defensiv bindet, die dadurch offensiv nicht mehr zur Verfügung stehen.
- Mittelfeld: Das Thema Delaney habe ich oben ja schon etwas angerissen. Meines Erachtens wie gesagt ein schwieriges Thema, da ich ihn auf Dauer nicht gut genug im Mittelfeld finde. Ich sehe auch, wie wichtig seine Defensivaktionen für das Kollektiv sind, aber dadurch bleiben originäre Aufgaben des Mittelfelds, die von der Kette nicht übernommen werden können, komplett auf der Strecke. Egal, wie sehr Guerreiro und Delaney die Positionen tauschen, aber das ist am Ende nichts Ganzes. Einerseits wegen der Rochade, die man sich sparen könnte, indem man sie fixiert. Andererseits deswegen, da Guerreiro im Aufbau auch nicht der beste Spieler ist, sondern eher ein Box-to-Box. Wenn die Kette dann im Ballbesitz nicht so offensiv wird, dass sie die Aufbauaufgaben des Mittelfelds komplett übernehmen kann - theoretisch hätten unsere IV die Qualität, aber wegen der Probleme in der Rückwärtsbewegung, ist das mit Risiko verbunden -, fehlt dem Mittelfeld der Aufbau. Aber nicht nur. Denn der Abräume im Mittelfeld fehlt eben auch, wenn dieser für die Kette abgestellt wird. Bellingham macht dahingehend meines Erachtens mit seinen 17 bereits jetzt einen bemerkenswerten Job, aber es ist klar, dass da noch Grenzen bestehen, die auch für erfahrenere Spieler unüberwindbar sind. Ich denke daher, dass man auch im Mittelfeld umstrukturieren muss und auf der 6 sowohl im Aufbau als auch in der Defensivarbeit mehr Qualität benötigt. Mit Witsel rechne ich ehrlich gesagt nur noch im letzten Halbjahr, bis sein Vertrag ausläuft. Wegen Can wird man dahingehend wahrscheinlich aber nichts machen. Zu teuer, zu wichtig dürften deutsche Spieler für den Kader bleiben.
Daher glaube ich, dass man davor kreativer werden muss, aber auch in Verbindung mit klaren 8er Fähigkeiten und vor allem höherer Defensivqualität, die dann auch noch ins Rose System passen. Stand jetzt erfüllt das nur Bellingham in meinen Augen und eben Guerreiro teilweise. Brandt und Reyna haben dahingehend noch zu viel Arbeit vor sich und sind meines Erachtens auch eher Konkurrenten auf offensiveren Positionen, wo es auch nach wie vor um Reus gehen wird. Der verkompliziert die ganze Transferstrategie nochmal zusätzlich, wenn auch der nächste Trainer ihn weiterhin zentral einsetzt. Spätestens dann sind Spezalisten im Zentrum Fehl am Platz und man benötigt Allrounder dahinter, die alles können. Der BVB besteht derzeit im Grunde im Mittelfeld aber nur aus Spezialisten. Defensivspezialisten (Can, Delaney), Aufbauspezialist Witsel und Offensivspezialisten, die mehr (Reyna und Brandt) oder weniger (Reus) Mittelfeldaufgaben übernehmen können. Daher braucht man sich auch nicht über Bellinghams Einsatzzeiten wundern, da er für mich dahingehend klar am meisten als Allrounder liefert - nur noch nicht genug, was auch zu viel verlangt ist. Wenn man die Abwehr möglichst funktional aufstellen will, kann man hier in meinen Augen daher nicht auch noch die Frage nach Reus Lieblingsposition zugestehen. Reus muss aus dem Mittelfeld raus, wieder klar der Offensive, als sekundärer Abschlussspieler agieren, auf die Bank oder gleich direkt gehen, so undankbar das vielleicht klingen mag. An das Politikium wird man sich nicht herantrauen, das ist mir klar, aber auch das wird alles, was man macht aushebeln, weil man nicht die komplette Abwehr auf Hummels/Zagadou und dann auch noch das komplette Mittelfeld auf Reus abstimmen kann, damit es die Anforderungen, die unsere Gegner stellen erfüllt.
Hier gilt es derzeit eine eindeutige Entscheidung zu fällen, wobei diese vergleichsweise einfach sein sollte - es wahrscheinlich aber nicht ist. Es gibt für Reus schlicht noch mehr notwendige Anpassungen, die er erst recht nicht mehr wert ist, damit er seine vermeintliche Lieblingsposition bekleiden darf. Da geht es eben nicht mal mehr nur um die Frage, ob man Brandt opfert oder nicht, sondern wen nicht, soll das irgendwie erfolgsorientiert aussehen. Abgesehen von Bellingham ist kein DM/ZM unseres aktuellen Kaders als Spielertyp - qualitativ ist nochmal eine andere Frage - ausreichend kompatibel zu einem 10er/HS Reus. Ich hoffe daher sehr auf jemanden, wie Romain Faivre aus Brest, der ideal zu Rose passen sollte, weil er kreativ ist, dynamisch und dennoch defensiv engagiert, ohne dabei auf eine Position festgelegt zu sein. Insbesondere bei einem Sancho Abgang wird man auch entsprechende Kreativitätszuwäche aus dem Zentrum benötigen. Bedeutet dann auch für die Kette, dass sie mit weniger Unterstützung des Zentrums klarkommen muss. Dafür wird man denke ich Brandt opfern müssen, der zwar ein toller Spieler ist, aber ein Spezialist, von dem man insgesamt zu viele hat, sodass ich seine Perspektive unter Rose nicht sehe. Die Transferpolitik muss daher in jedem Fall eine klare Ansage an Reus sein, dass er kein Mittelfeldspieler ist und man nicht auf ihn dahingehend abstellen kann.
- Sancho oder Haland Abgang: es wird zwangsläufig einen der Beiden, vielleicht sogar Beide treffen, wenn man die CL verpasst. Würde man die CL erreichen, wäre man wahrscheinlich nicht mal auf einen Abgang angewiesen und könnte entsprechend auch Preise jenseits von Gut und Böse verlangen. Solange man die CL erreicht, glaube ich jedenfalls, dass die Verbindlichkeiten und der Etat gleichermaßen zu stemmen sind, sofern man nur überschüssige Spieler aussortiert. Sobald man die CL verpasst, werden die Einsparungen und Einnahmen aber höher ausfallen müssen, da ich nicht sehe, wie man mit diesem Kader eine Aufnahme weiterer Verbindlichkeiten rechtfertigen will.
Ich persönlich glaube, dass Haland einfacher zu ersetzen ist. Einerseits, da ich damit rechne, dass er mehr Geld einbringt als Sancho, weil bspw. City auf alle Fälle einen Deal mit einem Topstürmer im Sommer suchen wird und nicht auf Zeit spielen kann, wenn Aguero geht, wodurch viel Geld im MS Markt zu erwarten ist. Andererseits, da ich mehr bezahlbare und hochwertige Haland Nachfolger (Malen, Thuram, ...)auf dem Markt erwarte, als potenzielle Sancho Nachfolger - statt einer Auflistung muss man sich hier eher die Frage stellen: ja, wer denn überhaupt? Für mich haben derzeit schlicht kaum Spieler die Qualität, um Sancho und dessen Fähigkeitenpakt zu ersetzen. Entsprechend ist die Wahrscheinlichkeit, dass man über mehrere Positionen kompensieren muss, ausgesprochen hoch. Bedeutet für mich also vor allem einen notwendigen Kreativitätszuwachs im Mittelfeld, zusätzlich zum Sancho Nachfolger. In Kombination mit den vorherigen Punkten bedeutet das, dass die Kette zwingend funktional zu bekommen ist und die Defensivspezialisten im Mittelfeld reduziert werden müssen, um dort mehr Kreativität und Dynamik installieren zu können. Ich glaube, dass ein Sancho Abgang sonst keine Potenziale derzeit freisetzen würde, aber jede Menge Folgen für den bestehenden Kader hätte. Bei Haland würden die Tore fehlen, keine Frage, auch das wird man so nicht ersetzt bekommen, aber ich glaube es gibt Optionen, die die Scorer aufrecht erhalten können. Dazu glaube ich, dass ein Haland auch mehr Querinvests ermöglichen würde, um bspw. mit Hlozek schon mal der Reus Nachfolge etwas vorzugreifen und auf der sekundären Abschlussspielerposition auch nochmal ein paar kreative Elemente hinzuzufügen.
- deutsche Spieler: wie man schon an meinen ganzen Vorschlägen sieht, glaube ich, dass es schwer werden wird, an Ligue 1 Spielern vorbei zu kommen und weiterhin so sehr auf Deutsche zu setzen, wie in den letzten Jahren. Ich sehe keinen Weg den Haufen, insbesondere in Kompatibilität mit Rose, funktional zu bekommen. Selbst wenn das im Einzelfall keine qualitativen Gründe hat. Zwar gibt es durchaus ein paar Interessante Talente, vor allem auf LV, aber das muss auch preislich passen. Ansonsten wird man denke ich erst mal den Fokus auf passgenaue Spieler legen müssen, statt auf Identität. Einen Neuhaus muss man sich daher zwingend verkneifen, da er die dynamisch-kreativen Anforderungen nicht erfüllen wird, die der BVB nächste Saison erwarten lässt. Mal geschweige denn, wie viele Probleme mit dem Budget, das er fressen würde, eigentlich angegangen werden müssen.
Unterm Strich ist die Situation selbst mit CL Quali komplex. Verpasst man diese, wird es extrem schwer kurzfristig wieder so viel richtig zu machen, dass der aktuelle Anspruch wieder zu erfüllen ist. Schafft man es nicht, sondern macht in diesem Fall weitere Fehler, glaube ich, dass man für längere Zeit weg vom Fenster ist, selbst wenn ich hie und da mit dem ein oder anderen Positivausrutscher rechnen würde. Ich glaube daher, dass der BVB so oder so vor einem enorm kritischen Transfersommer stehen wird, der alles abverlangt: Fehlerkorrekturen, harte Entscheidungen und finanzielle Kreativität, auf einem Markt, der nur wenige BVB Spieler gezielt und hochpreisig nachfragen wird! Der Sommer wird deshalb mindestens für die nächsten 5 Jahre wegweisend sein.
Mal ein paar Gedanken zur Transferpolitik:
Es dürfte ziemlich klar sein, dass die CL mit dem aktuellen Leistungsvermögen und der Menge an Konkurrenz, kaum zu erreichen ist. Entsprechend wird das finanzielle Konsequenzen nach sich ziehen, die eine finanziell eh schon komplizierte Situation (Verbindlichkeiten aus Transfergeschäften, Anzahl Spieler Ü30, auslaufende Verträge 2022, Fehlallokationen im Etat, allgemeine Marktlage), nochmals deutlich komplizierter macht. Die Verbindlichkeiten weiter zu steigern, macht dabei für mich keinen Sinn, weil darin keine Lösung enthalten ist, die den Kader verbessert. Das würde in allererster Linie schließlich bedeuten, dass man den Kader in großen Teilen zusammenhält, die Gehälter nicht senkt und den Umbruch eher klein hält, also nicht großartig investiert wird. Es wäre kein Ansatz, um den Kader zu verändern und zur Abbiegung zurückzukehren, in der man in die Sackgasse fuhr. Daher wird es einen Ansatz geben müssen, bei dem die Ausfälle der CL Gelder im Etat eingespart werden, um aus den generierten Ablösen möglichst hohe Invests zuzulassen. Es geht in den Extremfällen um die Reduktion von 30 Mio. im Etat oder 60 Mio. zusätzliche Transfereinnahmen. Denn völlig egal, wer Trainer wird, diese Truppe ist untrainierbar, bedingt durch ihre Zusammenstellung, sodass es hier zwingend Ansätze benötigt, wie Widersprüche nicht nur reduziert, sondern aufgelöst werden. Im Grunde unabhängig vom Trainer, wobei ich davon ausgehe, dass es Rose wird.
Dabei gibt es für mich folgende Kernthemen:
- Kette: die Kette kann so nicht zusammen bleiben. Teils wird sich das durch die auslaufenden Verträge 2022 wohl von selbst erledigen, indem die Spieler teils gehen. Ich glaube nicht, dass Akanji bleibt und bei Zagadou hege ich mittlerweile auch immer größere Zweifel. Hummels und Akanji funktionieren schließlich gar nicht miteinander, ergänzen sich schlecht und müssen sich meines Erachtens taktisch viel zu sehr aufeinander konzentrieren, worunter aber das Kollektiv leidet, weil sie - wahrscheinlich auch dadurch und nicht nur individuell bedingt - ständig zu weit absinken, damit dem Mittelfeld unglaublich große Räume zu bearbeiten geben, die sie absichern müssen und Akanji ist kein Ausputzertyp, den Hummels neben sich benötigen würde. Den würde Akanji eigentlich selbst benötigen. Da Hummels Vertrag aber klar ist, sich womöglich sogar bis 2023 verlängert und er mit seinen Leistungen nirgendwo mehr ansatzweise ähnlich viel verdienen wird, wahrscheinlich auch nirgendwo anders mehr spielen will, wird nichts anderes übrig bleiben, als sich von Akanji zu trennen, dem man im Verein wohl auch immer mehr den schwarzen Peter zuzuschieben scheint, obwohl die Probleme in der Kette meinen Augen alle vom Hummels Transfer ausgehen. Zumal es schließlich ja nicht nur darum geht, wie Hummels und Akanji sich ergänzen, sondern auch darum, wie sich Guerreiro und Hummels ergänzen. Das ist im Grunde sogar noch ein viel größeres Thema, weil diese Schnittstelle in den letzten Wochen stets von Delaney zugelaufen wurde, was er in den letzten 2 Spielen aber auch nicht mehr schaffte und was dann letztendlich auch gleichbedeutend war, mit einer 3er Kette, die man mit Can sowieso schon mindestens asymmetrisch gespielt hat. Auch Meunier ist ein rein defensiver AV, sodass die Trennung von Defensive und Offensive meines Erachtens vor allem durch die Personalie Hummels bedingt ist.
An sich dürfte das daher niemals heißen, das man die Truppe weiter um Hummels baut, unabhängig seines Alters, da schlicht zu viele Anpassungen nötig sind, um ihm die passenden Mitspieler hinzustellen. Allerdings benötigt Zagadou so ziemlich dieselben Nebenmänner, wie Hummels, sodass denke ich von der Frage, wie es mit Zagadou weitergeht, viel abhängt. Zagadou ist schließlich jung und wenn man zumindest 2 IV ähnlichen Typs hat, gibt es durchaus eine gewisse Rechtfertigung, dass man eben doch auf ihn und Hummels abstellt, wenn man mit Zagadou verlängert. Dann käme es eben darauf an, dass man daneben Balancespieler bekommt, die weniger Spezialist darstellen, wie die aktuellen Spieler. Würde heißen, dass man auf LV einen absichernden Mann benötigt, der über ausreichend Zweikampfhärte und Tempo verfügt, der zudem technisch nicht so limitiert ist, wie Schulz. Zumindest unter Rose dürfte es für Guerreiro offensiver auch genug Platz geben, während er unter anderen Trainern logischer Abgangskandidat wäre, was ich bedenklich finden würde. Denn ein echter ZM ist er für mich trotz aller Fähigkeiten nicht, sodass man eventuell noch einen Leistungsträger opfern müsste, nur damit es hinten funktioniert. Das wird allerdings eh ein sehr schwieriges Thema. Einen wirklich guten und dann auch noch passenden Spieler, sehe ich im Moment nicht. Zumindest keinen, der nicht irgendwo wieder einen Haken hat. Tagliafico wäre bspw. gut und passend, ist aber zu alt, was man zwingend vermeiden sollte, will man sich nicht noch mehr Probleme in der Altersstruktur schaffen, sodass man dann in spätestens 2-3 Jahren direkt wieder eine Baustelle in der Kette hat, mit noch weniger Geld. Delaney wäre intern eine gute Lösung in meinen Augen, wofür er sein Spiel meines Erachtens auch gar nicht großartig umstellen, aber wenn er einen langfristigen Vertrag will, würde ich passen, um nicht noch mehr Rentenverträge aufzunehmen. Zwar ist er noch keine 30 und seine Leistungen sind im Moment top, aber man muss eben auch sehen, was zu erwarten ist, wenn er dann mal 31-32 ist. Vermutlich wäre Firpo eine Leihe wert, aber sonst wird es mit dem perfekten LV schwer. Ich hoffe ja nur, dass Rose nicht glaubt, dass er Schulz "wieder" hinbekommt. Denn Schulz ist im Detail eben kein passender Nebenmann für Hummels und Zagadou und hat davon abgesehen zu grobe Schwächen. Je eher man das Missverständnis auflöst, desto besser. Die Verluste werden meines Erachtens jedenfalls nicht geringer, nur der sportliche Schaden kann noch zunehmen.
Auf RIV würde es zudem einen IV verlangen, der einerseits hoch und mannorientiert verteidigen kann (kollektivtaktische Anforderung), der aber auch daran gewöhnt ist umsichtiger und absichernd zu agieren. Das ist anspruchsvoller als es klingt und die Topqualität, die der BVB sich sichern könnte, gibt es in meinen Augen derzeit auch nicht. Mit Loic Bade aus Lens habe ich dahingehend jedoch ein Talent im Blick, das dieser Anforderung durchaus gerecht werden könnte. Zwar spielt er aktuell in einer 3er Kette, aber sein Nebenmann Medina verlangt von ihm ähnliches Verhalten und er zeigt durchaus ansprechende Leistungen, ist einer der Durchstarter der Saison. An sich hat er noch nicht genug Erfahrung für den BVB, aber wenn es eh zu einem Jahr ohne CL kommt und ein Umbruch unausweichlich ist, wird man sich denke ich an genau solche Spieler halten müssen. Potenzial ist sowieso genug da, um ein maximal kompletter IV zu werden. Somit gilt es hier wohl ein gewisses Risiko zu nehmen. Walukiewicz, der in der Gerüchteküche Thema ist, wäre auch eine Variante, wobei ich glaube, dass Bade technisch und im Aufbau nochmal eine ganz andere Nummer ist. Die sichere Nummer gibt es für mich daher aber in jedem Fall nicht, richtet man sich nach Hummels und vor allem Zagadous Bedarf an Nebenmännern.
Kann man mit Akanji verlängern müsste man meines Erachtens den LIV auf ihn und Guerreiro abstellen. Also im Grunde bräuchte man jemanden, wie Bade, nur als Linksfuß. Dafür würde ich N'Dicka nach wie vor als ziemlich ideal betrachten. Ich rechne allerdings nicht damit, dass dieses Szenario die höhere Wahrscheinlichkeit besitzt, obwohl es in meinen Augen das wesentlich sinnigere wäre, weil es kurzfristig leistungsfähiger zu erwarten und trotzdem nachhaltig ist. Die Entscheidung, ob man auf Hummels setzt oder nicht, erwarte ich vereinsintern jedoch gar nicht erst und daher dürften die Würfel in der Beziehung längst gefallen sein, egal was Zagadou noch macht. Geht Zagadou, kann es jedoch sein, dass es für die Kette gleich 5 neue Spieler benötigt. Der Umbruch in der Kette wird also extrem ausfallen und in meinen Augen auch kostenintensiv. Für RV würde dann kein Budget übrig bleiben, wobei ich sowieso nicht glaube, dass man dort großartig Budget einplant. Solange Rose Trainer wird, könnte Meunier dort - zwar überbezahlt, aber systemkompatibel - wirken. Maximal tauscht man Morey mit einem anderen Talent (Semic?) aus, wobei ich mir auch vorstellen könnte, dass Knauff auf der Position unter Rose eine gewisse Chance haben könnte. Der größte Teil des Umbruchs, der zu erwarten ist, müsste letztendlich aber so oder so in der Kette stattfinden. Solange man hier nicht stabil wird, wird man auch auf den Positionen davor viel zu viel auf die Kette abstellen müssen, ohne damit den gewünschten Effekt zu erzielen, weil man nicht auf die Stärken dieser Spieler abstellt und dann auch noch zusätzlich Ressourcen defensiv bindet, die dadurch offensiv nicht mehr zur Verfügung stehen.
- Mittelfeld: Das Thema Delaney habe ich oben ja schon etwas angerissen. Meines Erachtens wie gesagt ein schwieriges Thema, da ich ihn auf Dauer nicht gut genug im Mittelfeld finde. Ich sehe auch, wie wichtig seine Defensivaktionen für das Kollektiv sind, aber dadurch bleiben originäre Aufgaben des Mittelfelds, die von der Kette nicht übernommen werden können, komplett auf der Strecke. Egal, wie sehr Guerreiro und Delaney die Positionen tauschen, aber das ist am Ende nichts Ganzes. Einerseits wegen der Rochade, die man sich sparen könnte, indem man sie fixiert. Andererseits deswegen, da Guerreiro im Aufbau auch nicht der beste Spieler ist, sondern eher ein Box-to-Box. Wenn die Kette dann im Ballbesitz nicht so offensiv wird, dass sie die Aufbauaufgaben des Mittelfelds komplett übernehmen kann - theoretisch hätten unsere IV die Qualität, aber wegen der Probleme in der Rückwärtsbewegung, ist das mit Risiko verbunden -, fehlt dem Mittelfeld der Aufbau. Aber nicht nur. Denn der Abräume im Mittelfeld fehlt eben auch, wenn dieser für die Kette abgestellt wird. Bellingham macht dahingehend meines Erachtens mit seinen 17 bereits jetzt einen bemerkenswerten Job, aber es ist klar, dass da noch Grenzen bestehen, die auch für erfahrenere Spieler unüberwindbar sind. Ich denke daher, dass man auch im Mittelfeld umstrukturieren muss und auf der 6 sowohl im Aufbau als auch in der Defensivarbeit mehr Qualität benötigt. Mit Witsel rechne ich ehrlich gesagt nur noch im letzten Halbjahr, bis sein Vertrag ausläuft. Wegen Can wird man dahingehend wahrscheinlich aber nichts machen. Zu teuer, zu wichtig dürften deutsche Spieler für den Kader bleiben.
Daher glaube ich, dass man davor kreativer werden muss, aber auch in Verbindung mit klaren 8er Fähigkeiten und vor allem höherer Defensivqualität, die dann auch noch ins Rose System passen. Stand jetzt erfüllt das nur Bellingham in meinen Augen und eben Guerreiro teilweise. Brandt und Reyna haben dahingehend noch zu viel Arbeit vor sich und sind meines Erachtens auch eher Konkurrenten auf offensiveren Positionen, wo es auch nach wie vor um Reus gehen wird. Der verkompliziert die ganze Transferstrategie nochmal zusätzlich, wenn auch der nächste Trainer ihn weiterhin zentral einsetzt. Spätestens dann sind Spezalisten im Zentrum Fehl am Platz und man benötigt Allrounder dahinter, die alles können. Der BVB besteht derzeit im Grunde im Mittelfeld aber nur aus Spezialisten. Defensivspezialisten (Can, Delaney), Aufbauspezialist Witsel und Offensivspezialisten, die mehr (Reyna und Brandt) oder weniger (Reus) Mittelfeldaufgaben übernehmen können. Daher braucht man sich auch nicht über Bellinghams Einsatzzeiten wundern, da er für mich dahingehend klar am meisten als Allrounder liefert - nur noch nicht genug, was auch zu viel verlangt ist. Wenn man die Abwehr möglichst funktional aufstellen will, kann man hier in meinen Augen daher nicht auch noch die Frage nach Reus Lieblingsposition zugestehen. Reus muss aus dem Mittelfeld raus, wieder klar der Offensive, als sekundärer Abschlussspieler agieren, auf die Bank oder gleich direkt gehen, so undankbar das vielleicht klingen mag. An das Politikium wird man sich nicht herantrauen, das ist mir klar, aber auch das wird alles, was man macht aushebeln, weil man nicht die komplette Abwehr auf Hummels/Zagadou und dann auch noch das komplette Mittelfeld auf Reus abstimmen kann, damit es die Anforderungen, die unsere Gegner stellen erfüllt.
Hier gilt es derzeit eine eindeutige Entscheidung zu fällen, wobei diese vergleichsweise einfach sein sollte - es wahrscheinlich aber nicht ist. Es gibt für Reus schlicht noch mehr notwendige Anpassungen, die er erst recht nicht mehr wert ist, damit er seine vermeintliche Lieblingsposition bekleiden darf. Da geht es eben nicht mal mehr nur um die Frage, ob man Brandt opfert oder nicht, sondern wen nicht, soll das irgendwie erfolgsorientiert aussehen. Abgesehen von Bellingham ist kein DM/ZM unseres aktuellen Kaders als Spielertyp - qualitativ ist nochmal eine andere Frage - ausreichend kompatibel zu einem 10er/HS Reus. Ich hoffe daher sehr auf jemanden, wie Romain Faivre aus Brest, der ideal zu Rose passen sollte, weil er kreativ ist, dynamisch und dennoch defensiv engagiert, ohne dabei auf eine Position festgelegt zu sein. Insbesondere bei einem Sancho Abgang wird man auch entsprechende Kreativitätszuwäche aus dem Zentrum benötigen. Bedeutet dann auch für die Kette, dass sie mit weniger Unterstützung des Zentrums klarkommen muss. Dafür wird man denke ich Brandt opfern müssen, der zwar ein toller Spieler ist, aber ein Spezialist, von dem man insgesamt zu viele hat, sodass ich seine Perspektive unter Rose nicht sehe. Die Transferpolitik muss daher in jedem Fall eine klare Ansage an Reus sein, dass er kein Mittelfeldspieler ist und man nicht auf ihn dahingehend abstellen kann.
- Sancho oder Haland Abgang: es wird zwangsläufig einen der Beiden, vielleicht sogar Beide treffen, wenn man die CL verpasst. Würde man die CL erreichen, wäre man wahrscheinlich nicht mal auf einen Abgang angewiesen und könnte entsprechend auch Preise jenseits von Gut und Böse verlangen. Solange man die CL erreicht, glaube ich jedenfalls, dass die Verbindlichkeiten und der Etat gleichermaßen zu stemmen sind, sofern man nur überschüssige Spieler aussortiert. Sobald man die CL verpasst, werden die Einsparungen und Einnahmen aber höher ausfallen müssen, da ich nicht sehe, wie man mit diesem Kader eine Aufnahme weiterer Verbindlichkeiten rechtfertigen will.
Ich persönlich glaube, dass Haland einfacher zu ersetzen ist. Einerseits, da ich damit rechne, dass er mehr Geld einbringt als Sancho, weil bspw. City auf alle Fälle einen Deal mit einem Topstürmer im Sommer suchen wird und nicht auf Zeit spielen kann, wenn Aguero geht, wodurch viel Geld im MS Markt zu erwarten ist. Andererseits, da ich mehr bezahlbare und hochwertige Haland Nachfolger (Malen, Thuram, ...)auf dem Markt erwarte, als potenzielle Sancho Nachfolger - statt einer Auflistung muss man sich hier eher die Frage stellen: ja, wer denn überhaupt? Für mich haben derzeit schlicht kaum Spieler die Qualität, um Sancho und dessen Fähigkeitenpakt zu ersetzen. Entsprechend ist die Wahrscheinlichkeit, dass man über mehrere Positionen kompensieren muss, ausgesprochen hoch. Bedeutet für mich also vor allem einen notwendigen Kreativitätszuwachs im Mittelfeld, zusätzlich zum Sancho Nachfolger. In Kombination mit den vorherigen Punkten bedeutet das, dass die Kette zwingend funktional zu bekommen ist und die Defensivspezialisten im Mittelfeld reduziert werden müssen, um dort mehr Kreativität und Dynamik installieren zu können. Ich glaube, dass ein Sancho Abgang sonst keine Potenziale derzeit freisetzen würde, aber jede Menge Folgen für den bestehenden Kader hätte. Bei Haland würden die Tore fehlen, keine Frage, auch das wird man so nicht ersetzt bekommen, aber ich glaube es gibt Optionen, die die Scorer aufrecht erhalten können. Dazu glaube ich, dass ein Haland auch mehr Querinvests ermöglichen würde, um bspw. mit Hlozek schon mal der Reus Nachfolge etwas vorzugreifen und auf der sekundären Abschlussspielerposition auch nochmal ein paar kreative Elemente hinzuzufügen.
- deutsche Spieler: wie man schon an meinen ganzen Vorschlägen sieht, glaube ich, dass es schwer werden wird, an Ligue 1 Spielern vorbei zu kommen und weiterhin so sehr auf Deutsche zu setzen, wie in den letzten Jahren. Ich sehe keinen Weg den Haufen, insbesondere in Kompatibilität mit Rose, funktional zu bekommen. Selbst wenn das im Einzelfall keine qualitativen Gründe hat. Zwar gibt es durchaus ein paar Interessante Talente, vor allem auf LV, aber das muss auch preislich passen. Ansonsten wird man denke ich erst mal den Fokus auf passgenaue Spieler legen müssen, statt auf Identität. Einen Neuhaus muss man sich daher zwingend verkneifen, da er die dynamisch-kreativen Anforderungen nicht erfüllen wird, die der BVB nächste Saison erwarten lässt. Mal geschweige denn, wie viele Probleme mit dem Budget, das er fressen würde, eigentlich angegangen werden müssen.
Unterm Strich ist die Situation selbst mit CL Quali komplex. Verpasst man diese, wird es extrem schwer kurzfristig wieder so viel richtig zu machen, dass der aktuelle Anspruch wieder zu erfüllen ist. Schafft man es nicht, sondern macht in diesem Fall weitere Fehler, glaube ich, dass man für längere Zeit weg vom Fenster ist, selbst wenn ich hie und da mit dem ein oder anderen Positivausrutscher rechnen würde. Ich glaube daher, dass der BVB so oder so vor einem enorm kritischen Transfersommer stehen wird, der alles abverlangt: Fehlerkorrekturen, harte Entscheidungen und finanzielle Kreativität, auf einem Markt, der nur wenige BVB Spieler gezielt und hochpreisig nachfragen wird! Der Sommer wird deshalb mindestens für die nächsten 5 Jahre wegweisend sein.
Wenn ein Kader dann ungefäjhr so aussehen würde ...
-------------------------- Reus ------------------ MALEN -------------------------------------
-------------------------- Hazard --------------- Moukoko ----------------------------------
---------------------------------------- Reyna --------------------------------------------------
---------------------------------------- Brandt -------------------------------------------------
-------------------- FAIVRE --------------------------- Bellingham -------------------------
-------------------- Guerreiro ----------------------- (FAIVRE) ------------------------------
----------------------------------------- Can ----------------------------------------------------
----------------------------------------- Witsel -------------------------------------------------
---- NDICKA ---------- Hummels ------------- WALUKIEWICZ --------- Meunier -----
---- Delaney --------- (NDICKA) -------------- BADE --------------------- Knauff -------
----------------------------------------- Bürki --------------------------------------------------
----------------------------------------- Unbehaun -------------------------------------------
... wären das immer noch fünf Neuzugänge. Und da frage ich mich eben, ob das finanziell überhaupt möglich sein wird. Auch wenn man Schulz, Wolf und Co. verliehen bekommt, wird man deren Gehälter ja trotzdem zu großen Teilen weiterzahlen müssen. Kein Verein der Welt zahlt unseren Abgangskandidaten auch nur annähernd das Gehalt, das sie bei uns beziehen.
Und zweitens stellt sich mir die Frage, mit welchen Argumenten man einen Malen oder Ndicka bzw. Faivre nach Dortmund holen will, wenn man keine CL spielt.
Bade und Ndicka haben Verträge bis 2023, Walukiewicz und Malen bsi 2024 und Faivre bis 2025. Das wird eine teure Angelegenheit, schon was die Ablösen angeht. Auf der Gegenseite wird bei einem eventuellen Verkauf von Akanji und Zagadou aufgrund der Vertragslaufzeit bis 2022 nicht viel rumkommen. Man müsste für Haaland und Sancho schon richtige Unsummen kassieren, um Ablösen und Gehälter der neuen gegenzufinanzieren.
Das ist alles schon ziemlich verfahren ...
Du malst jetzt natürlich das Extremszenario auf, mit Haland UND Sancho Abgang auf sowie den Abgang beider IV. Ich denke schon, dass da genug Geld zusammenkommen würde, allerdings stelle ich mir das dann eher so vor, wenn es dazu kommen sollte, was ich nicht hoffe:
------------ THURAM --------------------- MALEN ------------------------------------------
------------ HLOZEK --------------------- Moukoko ----------------------------------------
----------------------------------- Reyna ------------------------ FAIVRE -------------------
------------------------------------ Reus ------------------------ Hazard --------------------
----------------- Guerreiro --------------------------------------------------------------------
---------------- Bellingham -------------------------------------------------------------------
----------------------------------------------- Can ---------------------------------------------
------------------------------------------ (Bellingham) -------------------------------------- Witsel*
----FIRPO ------- N'DICKA ------------------------- BADE------------------ Meunier ---
---- ???** ------- Hummels ----------------------- Witsel ----------------- Knauff ----- Morey/Semic/Passlack?
----------------------------------------- Bürki --------------------------------------------------
-------------------------------------- Unbehaun ----------------------------------------------
Ich hoffe die asymmetrische Raute ist soweit verständlich und wie fließend, die Systemübergänge, zwischen 4-4-2 Raute, 4-2-1-3 und 4-1-3-2 usw. sein können. Dafür sollte man sich jetzt auch nicht so sehr auf Guerreiro, Reyna und Faivre konzentrieren, die wahrscheinlich auch die Positionen tauschen könnten und mal mehr 8er sind, mal mehr 10er, HS oder OA. Auch Bellingham sollte in der Raute sehr flexibel einsetzbar sein, wobei sich die Anordnung dabei immer etwas verändern würde, sodass es letztendlich auch auf die Offensiven so seine Auswirkungen haben dürfte. Somit sollte man mit den Spielertypen insgesamt eigentlich sehr viele Rochaden spielen können und kann damit das Halbfeld oder den Rautenkopf situativ passend besetzen.
*ich erwarte ihn vor November nicht wirklich zurück. In dem Alter ist die Verletzung zudem in vielen Fällen ein Karrierekiller, weswegen ich nicht glaube, dass er nochmal in Topverfassung zurückkehren wird. Ich könnte mir lediglich vorstellen, dass er in der IV noch eine Chance hat, was sich aber bei Verletzungen von N'Dicka und Bade problematisch gestalten dürfte, in Bezug auf Hummels und sein Tempo.
**Mittelfristig habe ich nach wie vor Netz oder Katterbach im Blick, aber ich glaube im Moment nicht so wirklich, dass das im Sommer schon klappt.
Macht 7 Neuzugänge in diesem Szenario, die zwingend wären und schon ziemlich das Minimum (siehe RIV und RV BU). Finanziell würde ich mit 325 Mio. auf der Einnahmenseite rechnen und maximal 125 Mio. Ausgaben (Firpo wäre ja nur geliehen) - alles inklusive AK von Rose und Abgängen aller Leihspieler. Bei dem absoluten Überschuss, sollte das möglich sein, weswegen ich mir um die Realisierbarkeit wegen der Finanzen nicht die ganz großen Sorgen machen würde. Steuerlich macht das aber nicht so viel Sinn, wenn Haland und Sancho gehen, samt der ganzen weiteren Abgänge, da das den Gewinn extrem treiben dürfte, selbst wenn man es über 2 Geschäftsjahre verteilt bekommt. Wahrscheinlicher ist daher nur ein Abgang von Haland oder Sancho in diesem Sommer. Dann würde ich mit 210-240 Mio. rechnen auf der Einnahmenseite und 95 Mio. auf der Ausgabenseite. Auch das sollte möglich sein, weil ich damit rechnen würde, dass bei den Gehältern deutlich eingespart wird. Wenn ich das grob überschlage, würde ich mit einem Kader rechnen, der 25-30 Mio. weniger im Etat veranschlagt. Wie gesagt, das wird ein riesen Umbruch, der nötig ist ...
Dieser Beitrag wurde zuletzt von BVBBC am 14.02.2021 um 20:18 Uhr bearbeitet
14.02.2021 - 21:40 Uhr
Zitat von BVBBC
Du malst jetzt natürlich das Extremszenario auf, mit Haland UND Sancho Abgang auf sowie den Abgang beider IV. Ich denke schon, dass da genug Geld zusammenkommen würde, allerdings stelle ich mir das dann eher so vor, wenn es dazu kommen sollte, was ich nicht hoffe:
------------ THURAM --------------------- MALEN ------------------------------------------
------------ HLOZEK --------------------- Moukoko ----------------------------------------
----------------------------------- Reyna ------------------------ FAIVRE -------------------
------------------------------------ Reus ------------------------ Hazard --------------------
----------------- Guerreiro --------------------------------------------------------------------
---------------- Bellingham -------------------------------------------------------------------
----------------------------------------------- Can ---------------------------------------------
------------------------------------------ (Bellingham) -------------------------------------- Witsel*
----FIRPO ------- N'DICKA ------------------------- BADE------------------ Meunier ---
---- ???** ------- Hummels ----------------------- Witsel ----------------- Knauff ----- Morey/Semic/Passlack?
----------------------------------------- Bürki --------------------------------------------------
-------------------------------------- Unbehaun ----------------------------------------------
Ich hoffe die asymmetrische Raute ist soweit verständlich und wie fließend, die Systemübergänge, zwischen 4-4-2 Raute, 4-2-1-3 und 4-1-3-2 usw. sein können. Dafür sollte man sich jetzt auch nicht so sehr auf Guerreiro, Reyna und Faivre konzentrieren, die wahrscheinlich auch die Positionen tauschen könnten und mal mehr 8er sind, mal mehr 10er, HS oder OA. Auch Bellingham sollte in der Raute sehr flexibel einsetzbar sein, wobei sich die Anordnung dabei immer etwas verändern würde, sodass es letztendlich auch auf die Offensiven so seine Auswirkungen haben dürfte. Somit sollte man mit den Spielertypen insgesamt eigentlich sehr viele Rochaden spielen können und kann damit das Halbfeld oder den Rautenkopf situativ passend besetzen.
*ich erwarte ihn vor November nicht wirklich zurück. In dem Alter ist die Verletzung zudem in vielen Fällen ein Karrierekiller, weswegen ich nicht glaube, dass er nochmal in Topverfassung zurückkehren wird. Ich könnte mir lediglich vorstellen, dass er in der IV noch eine Chance hat, was sich aber bei Verletzungen von N'Dicka und Bade problematisch gestalten dürfte, in Bezug auf Hummels und sein Tempo.
**Mittelfristig habe ich nach wie vor Netz oder Katterbach im Blick, aber ich glaube im Moment nicht so wirklich, dass das im Sommer schon klappt.
Macht 7 Neuzugänge in diesem Szenario, die zwingend wären und schon ziemlich das Minimum (siehe RIV und RV BU). Finanziell würde ich mit 325 Mio. auf der Einnahmenseite rechnen und maximal 125 Mio. Ausgaben (Firpo wäre ja nur geliehen) - alles inklusive AK von Rose und Abgängen aller Leihspieler. Bei dem absoluten Überschuss, sollte das möglich sein, weswegen ich mir um die Realisierbarkeit wegen der Finanzen nicht die ganz großen Sorgen machen würde. Steuerlich macht das aber nicht so viel Sinn, wenn Haland und Sancho gehen, samt der ganzen weiteren Abgänge, da das den Gewinn extrem treiben dürfte, selbst wenn man es über 2 Geschäftsjahre verteilt bekommt. Wahrscheinlicher ist daher nur ein Abgang von Haland oder Sancho in diesem Sommer. Dann würde ich mit 210-240 Mio. rechnen auf der Einnahmenseite und 95 Mio. auf der Ausgabenseite. Auch das sollte möglich sein, weil ich damit rechnen würde, dass bei den Gehältern deutlich eingespart wird. Wenn ich das grob überschlage, würde ich mit einem Kader rechnen, der 25-30 Mio. weniger im Etat veranschlagt. Wie gesagt, das wird ein riesen Umbruch, der nötig ist ...
Zitat von stanleebuddha
Wenn ein Kader dann ungefäjhr so aussehen würde ...
-------------------------- Reus ------------------ MALEN -------------------------------------
-------------------------- Hazard --------------- Moukoko ----------------------------------
---------------------------------------- Reyna --------------------------------------------------
---------------------------------------- Brandt -------------------------------------------------
-------------------- FAIVRE --------------------------- Bellingham -------------------------
-------------------- Guerreiro ----------------------- (FAIVRE) ------------------------------
----------------------------------------- Can ----------------------------------------------------
----------------------------------------- Witsel -------------------------------------------------
---- NDICKA ---------- Hummels ------------- WALUKIEWICZ --------- Meunier -----
---- Delaney --------- (NDICKA) -------------- BADE --------------------- Knauff -------
----------------------------------------- Bürki --------------------------------------------------
----------------------------------------- Unbehaun -------------------------------------------
... wären das immer noch fünf Neuzugänge. Und da frage ich mich eben, ob das finanziell überhaupt möglich sein wird. Auch wenn man Schulz, Wolf und Co. verliehen bekommt, wird man deren Gehälter ja trotzdem zu großen Teilen weiterzahlen müssen. Kein Verein der Welt zahlt unseren Abgangskandidaten auch nur annähernd das Gehalt, das sie bei uns beziehen.
Und zweitens stellt sich mir die Frage, mit welchen Argumenten man einen Malen oder Ndicka bzw. Faivre nach Dortmund holen will, wenn man keine CL spielt.
Bade und Ndicka haben Verträge bis 2023, Walukiewicz und Malen bsi 2024 und Faivre bis 2025. Das wird eine teure Angelegenheit, schon was die Ablösen angeht. Auf der Gegenseite wird bei einem eventuellen Verkauf von Akanji und Zagadou aufgrund der Vertragslaufzeit bis 2022 nicht viel rumkommen. Man müsste für Haaland und Sancho schon richtige Unsummen kassieren, um Ablösen und Gehälter der neuen gegenzufinanzieren.
Das ist alles schon ziemlich verfahren ...
Zitat von BVBBC
Mal ein paar Gedanken zur Transferpolitik:
Es dürfte ziemlich klar sein, dass die CL mit dem aktuellen Leistungsvermögen und der Menge an Konkurrenz, kaum zu erreichen ist. Entsprechend wird das finanzielle Konsequenzen nach sich ziehen, die eine finanziell eh schon komplizierte Situation (Verbindlichkeiten aus Transfergeschäften, Anzahl Spieler Ü30, auslaufende Verträge 2022, Fehlallokationen im Etat, allgemeine Marktlage), nochmals deutlich komplizierter macht. Die Verbindlichkeiten weiter zu steigern, macht dabei für mich keinen Sinn, weil darin keine Lösung enthalten ist, die den Kader verbessert. Das würde in allererster Linie schließlich bedeuten, dass man den Kader in großen Teilen zusammenhält, die Gehälter nicht senkt und den Umbruch eher klein hält, also nicht großartig investiert wird. Es wäre kein Ansatz, um den Kader zu verändern und zur Abbiegung zurückzukehren, in der man in die Sackgasse fuhr. Daher wird es einen Ansatz geben müssen, bei dem die Ausfälle der CL Gelder im Etat eingespart werden, um aus den generierten Ablösen möglichst hohe Invests zuzulassen. Es geht in den Extremfällen um die Reduktion von 30 Mio. im Etat oder 60 Mio. zusätzliche Transfereinnahmen. Denn völlig egal, wer Trainer wird, diese Truppe ist untrainierbar, bedingt durch ihre Zusammenstellung, sodass es hier zwingend Ansätze benötigt, wie Widersprüche nicht nur reduziert, sondern aufgelöst werden. Im Grunde unabhängig vom Trainer, wobei ich davon ausgehe, dass es Rose wird.
Dabei gibt es für mich folgende Kernthemen:
- Kette: die Kette kann so nicht zusammen bleiben. Teils wird sich das durch die auslaufenden Verträge 2022 wohl von selbst erledigen, indem die Spieler teils gehen. Ich glaube nicht, dass Akanji bleibt und bei Zagadou hege ich mittlerweile auch immer größere Zweifel. Hummels und Akanji funktionieren schließlich gar nicht miteinander, ergänzen sich schlecht und müssen sich meines Erachtens taktisch viel zu sehr aufeinander konzentrieren, worunter aber das Kollektiv leidet, weil sie - wahrscheinlich auch dadurch und nicht nur individuell bedingt - ständig zu weit absinken, damit dem Mittelfeld unglaublich große Räume zu bearbeiten geben, die sie absichern müssen und Akanji ist kein Ausputzertyp, den Hummels neben sich benötigen würde. Den würde Akanji eigentlich selbst benötigen. Da Hummels Vertrag aber klar ist, sich womöglich sogar bis 2023 verlängert und er mit seinen Leistungen nirgendwo mehr ansatzweise ähnlich viel verdienen wird, wahrscheinlich auch nirgendwo anders mehr spielen will, wird nichts anderes übrig bleiben, als sich von Akanji zu trennen, dem man im Verein wohl auch immer mehr den schwarzen Peter zuzuschieben scheint, obwohl die Probleme in der Kette meinen Augen alle vom Hummels Transfer ausgehen. Zumal es schließlich ja nicht nur darum geht, wie Hummels und Akanji sich ergänzen, sondern auch darum, wie sich Guerreiro und Hummels ergänzen. Das ist im Grunde sogar noch ein viel größeres Thema, weil diese Schnittstelle in den letzten Wochen stets von Delaney zugelaufen wurde, was er in den letzten 2 Spielen aber auch nicht mehr schaffte und was dann letztendlich auch gleichbedeutend war, mit einer 3er Kette, die man mit Can sowieso schon mindestens asymmetrisch gespielt hat. Auch Meunier ist ein rein defensiver AV, sodass die Trennung von Defensive und Offensive meines Erachtens vor allem durch die Personalie Hummels bedingt ist.
An sich dürfte das daher niemals heißen, das man die Truppe weiter um Hummels baut, unabhängig seines Alters, da schlicht zu viele Anpassungen nötig sind, um ihm die passenden Mitspieler hinzustellen. Allerdings benötigt Zagadou so ziemlich dieselben Nebenmänner, wie Hummels, sodass denke ich von der Frage, wie es mit Zagadou weitergeht, viel abhängt. Zagadou ist schließlich jung und wenn man zumindest 2 IV ähnlichen Typs hat, gibt es durchaus eine gewisse Rechtfertigung, dass man eben doch auf ihn und Hummels abstellt, wenn man mit Zagadou verlängert. Dann käme es eben darauf an, dass man daneben Balancespieler bekommt, die weniger Spezialist darstellen, wie die aktuellen Spieler. Würde heißen, dass man auf LV einen absichernden Mann benötigt, der über ausreichend Zweikampfhärte und Tempo verfügt, der zudem technisch nicht so limitiert ist, wie Schulz. Zumindest unter Rose dürfte es für Guerreiro offensiver auch genug Platz geben, während er unter anderen Trainern logischer Abgangskandidat wäre, was ich bedenklich finden würde. Denn ein echter ZM ist er für mich trotz aller Fähigkeiten nicht, sodass man eventuell noch einen Leistungsträger opfern müsste, nur damit es hinten funktioniert. Das wird allerdings eh ein sehr schwieriges Thema. Einen wirklich guten und dann auch noch passenden Spieler, sehe ich im Moment nicht. Zumindest keinen, der nicht irgendwo wieder einen Haken hat. Tagliafico wäre bspw. gut und passend, ist aber zu alt, was man zwingend vermeiden sollte, will man sich nicht noch mehr Probleme in der Altersstruktur schaffen, sodass man dann in spätestens 2-3 Jahren direkt wieder eine Baustelle in der Kette hat, mit noch weniger Geld. Delaney wäre intern eine gute Lösung in meinen Augen, wofür er sein Spiel meines Erachtens auch gar nicht großartig umstellen, aber wenn er einen langfristigen Vertrag will, würde ich passen, um nicht noch mehr Rentenverträge aufzunehmen. Zwar ist er noch keine 30 und seine Leistungen sind im Moment top, aber man muss eben auch sehen, was zu erwarten ist, wenn er dann mal 31-32 ist. Vermutlich wäre Firpo eine Leihe wert, aber sonst wird es mit dem perfekten LV schwer. Ich hoffe ja nur, dass Rose nicht glaubt, dass er Schulz "wieder" hinbekommt. Denn Schulz ist im Detail eben kein passender Nebenmann für Hummels und Zagadou und hat davon abgesehen zu grobe Schwächen. Je eher man das Missverständnis auflöst, desto besser. Die Verluste werden meines Erachtens jedenfalls nicht geringer, nur der sportliche Schaden kann noch zunehmen.
Auf RIV würde es zudem einen IV verlangen, der einerseits hoch und mannorientiert verteidigen kann (kollektivtaktische Anforderung), der aber auch daran gewöhnt ist umsichtiger und absichernd zu agieren. Das ist anspruchsvoller als es klingt und die Topqualität, die der BVB sich sichern könnte, gibt es in meinen Augen derzeit auch nicht. Mit Loic Bade aus Lens habe ich dahingehend jedoch ein Talent im Blick, das dieser Anforderung durchaus gerecht werden könnte. Zwar spielt er aktuell in einer 3er Kette, aber sein Nebenmann Medina verlangt von ihm ähnliches Verhalten und er zeigt durchaus ansprechende Leistungen, ist einer der Durchstarter der Saison. An sich hat er noch nicht genug Erfahrung für den BVB, aber wenn es eh zu einem Jahr ohne CL kommt und ein Umbruch unausweichlich ist, wird man sich denke ich an genau solche Spieler halten müssen. Potenzial ist sowieso genug da, um ein maximal kompletter IV zu werden. Somit gilt es hier wohl ein gewisses Risiko zu nehmen. Walukiewicz, der in der Gerüchteküche Thema ist, wäre auch eine Variante, wobei ich glaube, dass Bade technisch und im Aufbau nochmal eine ganz andere Nummer ist. Die sichere Nummer gibt es für mich daher aber in jedem Fall nicht, richtet man sich nach Hummels und vor allem Zagadous Bedarf an Nebenmännern.
Kann man mit Akanji verlängern müsste man meines Erachtens den LIV auf ihn und Guerreiro abstellen. Also im Grunde bräuchte man jemanden, wie Bade, nur als Linksfuß. Dafür würde ich N'Dicka nach wie vor als ziemlich ideal betrachten. Ich rechne allerdings nicht damit, dass dieses Szenario die höhere Wahrscheinlichkeit besitzt, obwohl es in meinen Augen das wesentlich sinnigere wäre, weil es kurzfristig leistungsfähiger zu erwarten und trotzdem nachhaltig ist. Die Entscheidung, ob man auf Hummels setzt oder nicht, erwarte ich vereinsintern jedoch gar nicht erst und daher dürften die Würfel in der Beziehung längst gefallen sein, egal was Zagadou noch macht. Geht Zagadou, kann es jedoch sein, dass es für die Kette gleich 5 neue Spieler benötigt. Der Umbruch in der Kette wird also extrem ausfallen und in meinen Augen auch kostenintensiv. Für RV würde dann kein Budget übrig bleiben, wobei ich sowieso nicht glaube, dass man dort großartig Budget einplant. Solange Rose Trainer wird, könnte Meunier dort - zwar überbezahlt, aber systemkompatibel - wirken. Maximal tauscht man Morey mit einem anderen Talent (Semic?) aus, wobei ich mir auch vorstellen könnte, dass Knauff auf der Position unter Rose eine gewisse Chance haben könnte. Der größte Teil des Umbruchs, der zu erwarten ist, müsste letztendlich aber so oder so in der Kette stattfinden. Solange man hier nicht stabil wird, wird man auch auf den Positionen davor viel zu viel auf die Kette abstellen müssen, ohne damit den gewünschten Effekt zu erzielen, weil man nicht auf die Stärken dieser Spieler abstellt und dann auch noch zusätzlich Ressourcen defensiv bindet, die dadurch offensiv nicht mehr zur Verfügung stehen.
- Mittelfeld: Das Thema Delaney habe ich oben ja schon etwas angerissen. Meines Erachtens wie gesagt ein schwieriges Thema, da ich ihn auf Dauer nicht gut genug im Mittelfeld finde. Ich sehe auch, wie wichtig seine Defensivaktionen für das Kollektiv sind, aber dadurch bleiben originäre Aufgaben des Mittelfelds, die von der Kette nicht übernommen werden können, komplett auf der Strecke. Egal, wie sehr Guerreiro und Delaney die Positionen tauschen, aber das ist am Ende nichts Ganzes. Einerseits wegen der Rochade, die man sich sparen könnte, indem man sie fixiert. Andererseits deswegen, da Guerreiro im Aufbau auch nicht der beste Spieler ist, sondern eher ein Box-to-Box. Wenn die Kette dann im Ballbesitz nicht so offensiv wird, dass sie die Aufbauaufgaben des Mittelfelds komplett übernehmen kann - theoretisch hätten unsere IV die Qualität, aber wegen der Probleme in der Rückwärtsbewegung, ist das mit Risiko verbunden -, fehlt dem Mittelfeld der Aufbau. Aber nicht nur. Denn der Abräume im Mittelfeld fehlt eben auch, wenn dieser für die Kette abgestellt wird. Bellingham macht dahingehend meines Erachtens mit seinen 17 bereits jetzt einen bemerkenswerten Job, aber es ist klar, dass da noch Grenzen bestehen, die auch für erfahrenere Spieler unüberwindbar sind. Ich denke daher, dass man auch im Mittelfeld umstrukturieren muss und auf der 6 sowohl im Aufbau als auch in der Defensivarbeit mehr Qualität benötigt. Mit Witsel rechne ich ehrlich gesagt nur noch im letzten Halbjahr, bis sein Vertrag ausläuft. Wegen Can wird man dahingehend wahrscheinlich aber nichts machen. Zu teuer, zu wichtig dürften deutsche Spieler für den Kader bleiben.
Daher glaube ich, dass man davor kreativer werden muss, aber auch in Verbindung mit klaren 8er Fähigkeiten und vor allem höherer Defensivqualität, die dann auch noch ins Rose System passen. Stand jetzt erfüllt das nur Bellingham in meinen Augen und eben Guerreiro teilweise. Brandt und Reyna haben dahingehend noch zu viel Arbeit vor sich und sind meines Erachtens auch eher Konkurrenten auf offensiveren Positionen, wo es auch nach wie vor um Reus gehen wird. Der verkompliziert die ganze Transferstrategie nochmal zusätzlich, wenn auch der nächste Trainer ihn weiterhin zentral einsetzt. Spätestens dann sind Spezalisten im Zentrum Fehl am Platz und man benötigt Allrounder dahinter, die alles können. Der BVB besteht derzeit im Grunde im Mittelfeld aber nur aus Spezialisten. Defensivspezialisten (Can, Delaney), Aufbauspezialist Witsel und Offensivspezialisten, die mehr (Reyna und Brandt) oder weniger (Reus) Mittelfeldaufgaben übernehmen können. Daher braucht man sich auch nicht über Bellinghams Einsatzzeiten wundern, da er für mich dahingehend klar am meisten als Allrounder liefert - nur noch nicht genug, was auch zu viel verlangt ist. Wenn man die Abwehr möglichst funktional aufstellen will, kann man hier in meinen Augen daher nicht auch noch die Frage nach Reus Lieblingsposition zugestehen. Reus muss aus dem Mittelfeld raus, wieder klar der Offensive, als sekundärer Abschlussspieler agieren, auf die Bank oder gleich direkt gehen, so undankbar das vielleicht klingen mag. An das Politikium wird man sich nicht herantrauen, das ist mir klar, aber auch das wird alles, was man macht aushebeln, weil man nicht die komplette Abwehr auf Hummels/Zagadou und dann auch noch das komplette Mittelfeld auf Reus abstimmen kann, damit es die Anforderungen, die unsere Gegner stellen erfüllt.
Hier gilt es derzeit eine eindeutige Entscheidung zu fällen, wobei diese vergleichsweise einfach sein sollte - es wahrscheinlich aber nicht ist. Es gibt für Reus schlicht noch mehr notwendige Anpassungen, die er erst recht nicht mehr wert ist, damit er seine vermeintliche Lieblingsposition bekleiden darf. Da geht es eben nicht mal mehr nur um die Frage, ob man Brandt opfert oder nicht, sondern wen nicht, soll das irgendwie erfolgsorientiert aussehen. Abgesehen von Bellingham ist kein DM/ZM unseres aktuellen Kaders als Spielertyp - qualitativ ist nochmal eine andere Frage - ausreichend kompatibel zu einem 10er/HS Reus. Ich hoffe daher sehr auf jemanden, wie Romain Faivre aus Brest, der ideal zu Rose passen sollte, weil er kreativ ist, dynamisch und dennoch defensiv engagiert, ohne dabei auf eine Position festgelegt zu sein. Insbesondere bei einem Sancho Abgang wird man auch entsprechende Kreativitätszuwäche aus dem Zentrum benötigen. Bedeutet dann auch für die Kette, dass sie mit weniger Unterstützung des Zentrums klarkommen muss. Dafür wird man denke ich Brandt opfern müssen, der zwar ein toller Spieler ist, aber ein Spezialist, von dem man insgesamt zu viele hat, sodass ich seine Perspektive unter Rose nicht sehe. Die Transferpolitik muss daher in jedem Fall eine klare Ansage an Reus sein, dass er kein Mittelfeldspieler ist und man nicht auf ihn dahingehend abstellen kann.
- Sancho oder Haland Abgang: es wird zwangsläufig einen der Beiden, vielleicht sogar Beide treffen, wenn man die CL verpasst. Würde man die CL erreichen, wäre man wahrscheinlich nicht mal auf einen Abgang angewiesen und könnte entsprechend auch Preise jenseits von Gut und Böse verlangen. Solange man die CL erreicht, glaube ich jedenfalls, dass die Verbindlichkeiten und der Etat gleichermaßen zu stemmen sind, sofern man nur überschüssige Spieler aussortiert. Sobald man die CL verpasst, werden die Einsparungen und Einnahmen aber höher ausfallen müssen, da ich nicht sehe, wie man mit diesem Kader eine Aufnahme weiterer Verbindlichkeiten rechtfertigen will.
Ich persönlich glaube, dass Haland einfacher zu ersetzen ist. Einerseits, da ich damit rechne, dass er mehr Geld einbringt als Sancho, weil bspw. City auf alle Fälle einen Deal mit einem Topstürmer im Sommer suchen wird und nicht auf Zeit spielen kann, wenn Aguero geht, wodurch viel Geld im MS Markt zu erwarten ist. Andererseits, da ich mehr bezahlbare und hochwertige Haland Nachfolger (Malen, Thuram, ...)auf dem Markt erwarte, als potenzielle Sancho Nachfolger - statt einer Auflistung muss man sich hier eher die Frage stellen: ja, wer denn überhaupt? Für mich haben derzeit schlicht kaum Spieler die Qualität, um Sancho und dessen Fähigkeitenpakt zu ersetzen. Entsprechend ist die Wahrscheinlichkeit, dass man über mehrere Positionen kompensieren muss, ausgesprochen hoch. Bedeutet für mich also vor allem einen notwendigen Kreativitätszuwachs im Mittelfeld, zusätzlich zum Sancho Nachfolger. In Kombination mit den vorherigen Punkten bedeutet das, dass die Kette zwingend funktional zu bekommen ist und die Defensivspezialisten im Mittelfeld reduziert werden müssen, um dort mehr Kreativität und Dynamik installieren zu können. Ich glaube, dass ein Sancho Abgang sonst keine Potenziale derzeit freisetzen würde, aber jede Menge Folgen für den bestehenden Kader hätte. Bei Haland würden die Tore fehlen, keine Frage, auch das wird man so nicht ersetzt bekommen, aber ich glaube es gibt Optionen, die die Scorer aufrecht erhalten können. Dazu glaube ich, dass ein Haland auch mehr Querinvests ermöglichen würde, um bspw. mit Hlozek schon mal der Reus Nachfolge etwas vorzugreifen und auf der sekundären Abschlussspielerposition auch nochmal ein paar kreative Elemente hinzuzufügen.
- deutsche Spieler: wie man schon an meinen ganzen Vorschlägen sieht, glaube ich, dass es schwer werden wird, an Ligue 1 Spielern vorbei zu kommen und weiterhin so sehr auf Deutsche zu setzen, wie in den letzten Jahren. Ich sehe keinen Weg den Haufen, insbesondere in Kompatibilität mit Rose, funktional zu bekommen. Selbst wenn das im Einzelfall keine qualitativen Gründe hat. Zwar gibt es durchaus ein paar Interessante Talente, vor allem auf LV, aber das muss auch preislich passen. Ansonsten wird man denke ich erst mal den Fokus auf passgenaue Spieler legen müssen, statt auf Identität. Einen Neuhaus muss man sich daher zwingend verkneifen, da er die dynamisch-kreativen Anforderungen nicht erfüllen wird, die der BVB nächste Saison erwarten lässt. Mal geschweige denn, wie viele Probleme mit dem Budget, das er fressen würde, eigentlich angegangen werden müssen.
Unterm Strich ist die Situation selbst mit CL Quali komplex. Verpasst man diese, wird es extrem schwer kurzfristig wieder so viel richtig zu machen, dass der aktuelle Anspruch wieder zu erfüllen ist. Schafft man es nicht, sondern macht in diesem Fall weitere Fehler, glaube ich, dass man für längere Zeit weg vom Fenster ist, selbst wenn ich hie und da mit dem ein oder anderen Positivausrutscher rechnen würde. Ich glaube daher, dass der BVB so oder so vor einem enorm kritischen Transfersommer stehen wird, der alles abverlangt: Fehlerkorrekturen, harte Entscheidungen und finanzielle Kreativität, auf einem Markt, der nur wenige BVB Spieler gezielt und hochpreisig nachfragen wird! Der Sommer wird deshalb mindestens für die nächsten 5 Jahre wegweisend sein.
Mal ein paar Gedanken zur Transferpolitik:
Es dürfte ziemlich klar sein, dass die CL mit dem aktuellen Leistungsvermögen und der Menge an Konkurrenz, kaum zu erreichen ist. Entsprechend wird das finanzielle Konsequenzen nach sich ziehen, die eine finanziell eh schon komplizierte Situation (Verbindlichkeiten aus Transfergeschäften, Anzahl Spieler Ü30, auslaufende Verträge 2022, Fehlallokationen im Etat, allgemeine Marktlage), nochmals deutlich komplizierter macht. Die Verbindlichkeiten weiter zu steigern, macht dabei für mich keinen Sinn, weil darin keine Lösung enthalten ist, die den Kader verbessert. Das würde in allererster Linie schließlich bedeuten, dass man den Kader in großen Teilen zusammenhält, die Gehälter nicht senkt und den Umbruch eher klein hält, also nicht großartig investiert wird. Es wäre kein Ansatz, um den Kader zu verändern und zur Abbiegung zurückzukehren, in der man in die Sackgasse fuhr. Daher wird es einen Ansatz geben müssen, bei dem die Ausfälle der CL Gelder im Etat eingespart werden, um aus den generierten Ablösen möglichst hohe Invests zuzulassen. Es geht in den Extremfällen um die Reduktion von 30 Mio. im Etat oder 60 Mio. zusätzliche Transfereinnahmen. Denn völlig egal, wer Trainer wird, diese Truppe ist untrainierbar, bedingt durch ihre Zusammenstellung, sodass es hier zwingend Ansätze benötigt, wie Widersprüche nicht nur reduziert, sondern aufgelöst werden. Im Grunde unabhängig vom Trainer, wobei ich davon ausgehe, dass es Rose wird.
Dabei gibt es für mich folgende Kernthemen:
- Kette: die Kette kann so nicht zusammen bleiben. Teils wird sich das durch die auslaufenden Verträge 2022 wohl von selbst erledigen, indem die Spieler teils gehen. Ich glaube nicht, dass Akanji bleibt und bei Zagadou hege ich mittlerweile auch immer größere Zweifel. Hummels und Akanji funktionieren schließlich gar nicht miteinander, ergänzen sich schlecht und müssen sich meines Erachtens taktisch viel zu sehr aufeinander konzentrieren, worunter aber das Kollektiv leidet, weil sie - wahrscheinlich auch dadurch und nicht nur individuell bedingt - ständig zu weit absinken, damit dem Mittelfeld unglaublich große Räume zu bearbeiten geben, die sie absichern müssen und Akanji ist kein Ausputzertyp, den Hummels neben sich benötigen würde. Den würde Akanji eigentlich selbst benötigen. Da Hummels Vertrag aber klar ist, sich womöglich sogar bis 2023 verlängert und er mit seinen Leistungen nirgendwo mehr ansatzweise ähnlich viel verdienen wird, wahrscheinlich auch nirgendwo anders mehr spielen will, wird nichts anderes übrig bleiben, als sich von Akanji zu trennen, dem man im Verein wohl auch immer mehr den schwarzen Peter zuzuschieben scheint, obwohl die Probleme in der Kette meinen Augen alle vom Hummels Transfer ausgehen. Zumal es schließlich ja nicht nur darum geht, wie Hummels und Akanji sich ergänzen, sondern auch darum, wie sich Guerreiro und Hummels ergänzen. Das ist im Grunde sogar noch ein viel größeres Thema, weil diese Schnittstelle in den letzten Wochen stets von Delaney zugelaufen wurde, was er in den letzten 2 Spielen aber auch nicht mehr schaffte und was dann letztendlich auch gleichbedeutend war, mit einer 3er Kette, die man mit Can sowieso schon mindestens asymmetrisch gespielt hat. Auch Meunier ist ein rein defensiver AV, sodass die Trennung von Defensive und Offensive meines Erachtens vor allem durch die Personalie Hummels bedingt ist.
An sich dürfte das daher niemals heißen, das man die Truppe weiter um Hummels baut, unabhängig seines Alters, da schlicht zu viele Anpassungen nötig sind, um ihm die passenden Mitspieler hinzustellen. Allerdings benötigt Zagadou so ziemlich dieselben Nebenmänner, wie Hummels, sodass denke ich von der Frage, wie es mit Zagadou weitergeht, viel abhängt. Zagadou ist schließlich jung und wenn man zumindest 2 IV ähnlichen Typs hat, gibt es durchaus eine gewisse Rechtfertigung, dass man eben doch auf ihn und Hummels abstellt, wenn man mit Zagadou verlängert. Dann käme es eben darauf an, dass man daneben Balancespieler bekommt, die weniger Spezialist darstellen, wie die aktuellen Spieler. Würde heißen, dass man auf LV einen absichernden Mann benötigt, der über ausreichend Zweikampfhärte und Tempo verfügt, der zudem technisch nicht so limitiert ist, wie Schulz. Zumindest unter Rose dürfte es für Guerreiro offensiver auch genug Platz geben, während er unter anderen Trainern logischer Abgangskandidat wäre, was ich bedenklich finden würde. Denn ein echter ZM ist er für mich trotz aller Fähigkeiten nicht, sodass man eventuell noch einen Leistungsträger opfern müsste, nur damit es hinten funktioniert. Das wird allerdings eh ein sehr schwieriges Thema. Einen wirklich guten und dann auch noch passenden Spieler, sehe ich im Moment nicht. Zumindest keinen, der nicht irgendwo wieder einen Haken hat. Tagliafico wäre bspw. gut und passend, ist aber zu alt, was man zwingend vermeiden sollte, will man sich nicht noch mehr Probleme in der Altersstruktur schaffen, sodass man dann in spätestens 2-3 Jahren direkt wieder eine Baustelle in der Kette hat, mit noch weniger Geld. Delaney wäre intern eine gute Lösung in meinen Augen, wofür er sein Spiel meines Erachtens auch gar nicht großartig umstellen, aber wenn er einen langfristigen Vertrag will, würde ich passen, um nicht noch mehr Rentenverträge aufzunehmen. Zwar ist er noch keine 30 und seine Leistungen sind im Moment top, aber man muss eben auch sehen, was zu erwarten ist, wenn er dann mal 31-32 ist. Vermutlich wäre Firpo eine Leihe wert, aber sonst wird es mit dem perfekten LV schwer. Ich hoffe ja nur, dass Rose nicht glaubt, dass er Schulz "wieder" hinbekommt. Denn Schulz ist im Detail eben kein passender Nebenmann für Hummels und Zagadou und hat davon abgesehen zu grobe Schwächen. Je eher man das Missverständnis auflöst, desto besser. Die Verluste werden meines Erachtens jedenfalls nicht geringer, nur der sportliche Schaden kann noch zunehmen.
Auf RIV würde es zudem einen IV verlangen, der einerseits hoch und mannorientiert verteidigen kann (kollektivtaktische Anforderung), der aber auch daran gewöhnt ist umsichtiger und absichernd zu agieren. Das ist anspruchsvoller als es klingt und die Topqualität, die der BVB sich sichern könnte, gibt es in meinen Augen derzeit auch nicht. Mit Loic Bade aus Lens habe ich dahingehend jedoch ein Talent im Blick, das dieser Anforderung durchaus gerecht werden könnte. Zwar spielt er aktuell in einer 3er Kette, aber sein Nebenmann Medina verlangt von ihm ähnliches Verhalten und er zeigt durchaus ansprechende Leistungen, ist einer der Durchstarter der Saison. An sich hat er noch nicht genug Erfahrung für den BVB, aber wenn es eh zu einem Jahr ohne CL kommt und ein Umbruch unausweichlich ist, wird man sich denke ich an genau solche Spieler halten müssen. Potenzial ist sowieso genug da, um ein maximal kompletter IV zu werden. Somit gilt es hier wohl ein gewisses Risiko zu nehmen. Walukiewicz, der in der Gerüchteküche Thema ist, wäre auch eine Variante, wobei ich glaube, dass Bade technisch und im Aufbau nochmal eine ganz andere Nummer ist. Die sichere Nummer gibt es für mich daher aber in jedem Fall nicht, richtet man sich nach Hummels und vor allem Zagadous Bedarf an Nebenmännern.
Kann man mit Akanji verlängern müsste man meines Erachtens den LIV auf ihn und Guerreiro abstellen. Also im Grunde bräuchte man jemanden, wie Bade, nur als Linksfuß. Dafür würde ich N'Dicka nach wie vor als ziemlich ideal betrachten. Ich rechne allerdings nicht damit, dass dieses Szenario die höhere Wahrscheinlichkeit besitzt, obwohl es in meinen Augen das wesentlich sinnigere wäre, weil es kurzfristig leistungsfähiger zu erwarten und trotzdem nachhaltig ist. Die Entscheidung, ob man auf Hummels setzt oder nicht, erwarte ich vereinsintern jedoch gar nicht erst und daher dürften die Würfel in der Beziehung längst gefallen sein, egal was Zagadou noch macht. Geht Zagadou, kann es jedoch sein, dass es für die Kette gleich 5 neue Spieler benötigt. Der Umbruch in der Kette wird also extrem ausfallen und in meinen Augen auch kostenintensiv. Für RV würde dann kein Budget übrig bleiben, wobei ich sowieso nicht glaube, dass man dort großartig Budget einplant. Solange Rose Trainer wird, könnte Meunier dort - zwar überbezahlt, aber systemkompatibel - wirken. Maximal tauscht man Morey mit einem anderen Talent (Semic?) aus, wobei ich mir auch vorstellen könnte, dass Knauff auf der Position unter Rose eine gewisse Chance haben könnte. Der größte Teil des Umbruchs, der zu erwarten ist, müsste letztendlich aber so oder so in der Kette stattfinden. Solange man hier nicht stabil wird, wird man auch auf den Positionen davor viel zu viel auf die Kette abstellen müssen, ohne damit den gewünschten Effekt zu erzielen, weil man nicht auf die Stärken dieser Spieler abstellt und dann auch noch zusätzlich Ressourcen defensiv bindet, die dadurch offensiv nicht mehr zur Verfügung stehen.
- Mittelfeld: Das Thema Delaney habe ich oben ja schon etwas angerissen. Meines Erachtens wie gesagt ein schwieriges Thema, da ich ihn auf Dauer nicht gut genug im Mittelfeld finde. Ich sehe auch, wie wichtig seine Defensivaktionen für das Kollektiv sind, aber dadurch bleiben originäre Aufgaben des Mittelfelds, die von der Kette nicht übernommen werden können, komplett auf der Strecke. Egal, wie sehr Guerreiro und Delaney die Positionen tauschen, aber das ist am Ende nichts Ganzes. Einerseits wegen der Rochade, die man sich sparen könnte, indem man sie fixiert. Andererseits deswegen, da Guerreiro im Aufbau auch nicht der beste Spieler ist, sondern eher ein Box-to-Box. Wenn die Kette dann im Ballbesitz nicht so offensiv wird, dass sie die Aufbauaufgaben des Mittelfelds komplett übernehmen kann - theoretisch hätten unsere IV die Qualität, aber wegen der Probleme in der Rückwärtsbewegung, ist das mit Risiko verbunden -, fehlt dem Mittelfeld der Aufbau. Aber nicht nur. Denn der Abräume im Mittelfeld fehlt eben auch, wenn dieser für die Kette abgestellt wird. Bellingham macht dahingehend meines Erachtens mit seinen 17 bereits jetzt einen bemerkenswerten Job, aber es ist klar, dass da noch Grenzen bestehen, die auch für erfahrenere Spieler unüberwindbar sind. Ich denke daher, dass man auch im Mittelfeld umstrukturieren muss und auf der 6 sowohl im Aufbau als auch in der Defensivarbeit mehr Qualität benötigt. Mit Witsel rechne ich ehrlich gesagt nur noch im letzten Halbjahr, bis sein Vertrag ausläuft. Wegen Can wird man dahingehend wahrscheinlich aber nichts machen. Zu teuer, zu wichtig dürften deutsche Spieler für den Kader bleiben.
Daher glaube ich, dass man davor kreativer werden muss, aber auch in Verbindung mit klaren 8er Fähigkeiten und vor allem höherer Defensivqualität, die dann auch noch ins Rose System passen. Stand jetzt erfüllt das nur Bellingham in meinen Augen und eben Guerreiro teilweise. Brandt und Reyna haben dahingehend noch zu viel Arbeit vor sich und sind meines Erachtens auch eher Konkurrenten auf offensiveren Positionen, wo es auch nach wie vor um Reus gehen wird. Der verkompliziert die ganze Transferstrategie nochmal zusätzlich, wenn auch der nächste Trainer ihn weiterhin zentral einsetzt. Spätestens dann sind Spezalisten im Zentrum Fehl am Platz und man benötigt Allrounder dahinter, die alles können. Der BVB besteht derzeit im Grunde im Mittelfeld aber nur aus Spezialisten. Defensivspezialisten (Can, Delaney), Aufbauspezialist Witsel und Offensivspezialisten, die mehr (Reyna und Brandt) oder weniger (Reus) Mittelfeldaufgaben übernehmen können. Daher braucht man sich auch nicht über Bellinghams Einsatzzeiten wundern, da er für mich dahingehend klar am meisten als Allrounder liefert - nur noch nicht genug, was auch zu viel verlangt ist. Wenn man die Abwehr möglichst funktional aufstellen will, kann man hier in meinen Augen daher nicht auch noch die Frage nach Reus Lieblingsposition zugestehen. Reus muss aus dem Mittelfeld raus, wieder klar der Offensive, als sekundärer Abschlussspieler agieren, auf die Bank oder gleich direkt gehen, so undankbar das vielleicht klingen mag. An das Politikium wird man sich nicht herantrauen, das ist mir klar, aber auch das wird alles, was man macht aushebeln, weil man nicht die komplette Abwehr auf Hummels/Zagadou und dann auch noch das komplette Mittelfeld auf Reus abstimmen kann, damit es die Anforderungen, die unsere Gegner stellen erfüllt.
Hier gilt es derzeit eine eindeutige Entscheidung zu fällen, wobei diese vergleichsweise einfach sein sollte - es wahrscheinlich aber nicht ist. Es gibt für Reus schlicht noch mehr notwendige Anpassungen, die er erst recht nicht mehr wert ist, damit er seine vermeintliche Lieblingsposition bekleiden darf. Da geht es eben nicht mal mehr nur um die Frage, ob man Brandt opfert oder nicht, sondern wen nicht, soll das irgendwie erfolgsorientiert aussehen. Abgesehen von Bellingham ist kein DM/ZM unseres aktuellen Kaders als Spielertyp - qualitativ ist nochmal eine andere Frage - ausreichend kompatibel zu einem 10er/HS Reus. Ich hoffe daher sehr auf jemanden, wie Romain Faivre aus Brest, der ideal zu Rose passen sollte, weil er kreativ ist, dynamisch und dennoch defensiv engagiert, ohne dabei auf eine Position festgelegt zu sein. Insbesondere bei einem Sancho Abgang wird man auch entsprechende Kreativitätszuwäche aus dem Zentrum benötigen. Bedeutet dann auch für die Kette, dass sie mit weniger Unterstützung des Zentrums klarkommen muss. Dafür wird man denke ich Brandt opfern müssen, der zwar ein toller Spieler ist, aber ein Spezialist, von dem man insgesamt zu viele hat, sodass ich seine Perspektive unter Rose nicht sehe. Die Transferpolitik muss daher in jedem Fall eine klare Ansage an Reus sein, dass er kein Mittelfeldspieler ist und man nicht auf ihn dahingehend abstellen kann.
- Sancho oder Haland Abgang: es wird zwangsläufig einen der Beiden, vielleicht sogar Beide treffen, wenn man die CL verpasst. Würde man die CL erreichen, wäre man wahrscheinlich nicht mal auf einen Abgang angewiesen und könnte entsprechend auch Preise jenseits von Gut und Böse verlangen. Solange man die CL erreicht, glaube ich jedenfalls, dass die Verbindlichkeiten und der Etat gleichermaßen zu stemmen sind, sofern man nur überschüssige Spieler aussortiert. Sobald man die CL verpasst, werden die Einsparungen und Einnahmen aber höher ausfallen müssen, da ich nicht sehe, wie man mit diesem Kader eine Aufnahme weiterer Verbindlichkeiten rechtfertigen will.
Ich persönlich glaube, dass Haland einfacher zu ersetzen ist. Einerseits, da ich damit rechne, dass er mehr Geld einbringt als Sancho, weil bspw. City auf alle Fälle einen Deal mit einem Topstürmer im Sommer suchen wird und nicht auf Zeit spielen kann, wenn Aguero geht, wodurch viel Geld im MS Markt zu erwarten ist. Andererseits, da ich mehr bezahlbare und hochwertige Haland Nachfolger (Malen, Thuram, ...)auf dem Markt erwarte, als potenzielle Sancho Nachfolger - statt einer Auflistung muss man sich hier eher die Frage stellen: ja, wer denn überhaupt? Für mich haben derzeit schlicht kaum Spieler die Qualität, um Sancho und dessen Fähigkeitenpakt zu ersetzen. Entsprechend ist die Wahrscheinlichkeit, dass man über mehrere Positionen kompensieren muss, ausgesprochen hoch. Bedeutet für mich also vor allem einen notwendigen Kreativitätszuwachs im Mittelfeld, zusätzlich zum Sancho Nachfolger. In Kombination mit den vorherigen Punkten bedeutet das, dass die Kette zwingend funktional zu bekommen ist und die Defensivspezialisten im Mittelfeld reduziert werden müssen, um dort mehr Kreativität und Dynamik installieren zu können. Ich glaube, dass ein Sancho Abgang sonst keine Potenziale derzeit freisetzen würde, aber jede Menge Folgen für den bestehenden Kader hätte. Bei Haland würden die Tore fehlen, keine Frage, auch das wird man so nicht ersetzt bekommen, aber ich glaube es gibt Optionen, die die Scorer aufrecht erhalten können. Dazu glaube ich, dass ein Haland auch mehr Querinvests ermöglichen würde, um bspw. mit Hlozek schon mal der Reus Nachfolge etwas vorzugreifen und auf der sekundären Abschlussspielerposition auch nochmal ein paar kreative Elemente hinzuzufügen.
- deutsche Spieler: wie man schon an meinen ganzen Vorschlägen sieht, glaube ich, dass es schwer werden wird, an Ligue 1 Spielern vorbei zu kommen und weiterhin so sehr auf Deutsche zu setzen, wie in den letzten Jahren. Ich sehe keinen Weg den Haufen, insbesondere in Kompatibilität mit Rose, funktional zu bekommen. Selbst wenn das im Einzelfall keine qualitativen Gründe hat. Zwar gibt es durchaus ein paar Interessante Talente, vor allem auf LV, aber das muss auch preislich passen. Ansonsten wird man denke ich erst mal den Fokus auf passgenaue Spieler legen müssen, statt auf Identität. Einen Neuhaus muss man sich daher zwingend verkneifen, da er die dynamisch-kreativen Anforderungen nicht erfüllen wird, die der BVB nächste Saison erwarten lässt. Mal geschweige denn, wie viele Probleme mit dem Budget, das er fressen würde, eigentlich angegangen werden müssen.
Unterm Strich ist die Situation selbst mit CL Quali komplex. Verpasst man diese, wird es extrem schwer kurzfristig wieder so viel richtig zu machen, dass der aktuelle Anspruch wieder zu erfüllen ist. Schafft man es nicht, sondern macht in diesem Fall weitere Fehler, glaube ich, dass man für längere Zeit weg vom Fenster ist, selbst wenn ich hie und da mit dem ein oder anderen Positivausrutscher rechnen würde. Ich glaube daher, dass der BVB so oder so vor einem enorm kritischen Transfersommer stehen wird, der alles abverlangt: Fehlerkorrekturen, harte Entscheidungen und finanzielle Kreativität, auf einem Markt, der nur wenige BVB Spieler gezielt und hochpreisig nachfragen wird! Der Sommer wird deshalb mindestens für die nächsten 5 Jahre wegweisend sein.
Wenn ein Kader dann ungefäjhr so aussehen würde ...
-------------------------- Reus ------------------ MALEN -------------------------------------
-------------------------- Hazard --------------- Moukoko ----------------------------------
---------------------------------------- Reyna --------------------------------------------------
---------------------------------------- Brandt -------------------------------------------------
-------------------- FAIVRE --------------------------- Bellingham -------------------------
-------------------- Guerreiro ----------------------- (FAIVRE) ------------------------------
----------------------------------------- Can ----------------------------------------------------
----------------------------------------- Witsel -------------------------------------------------
---- NDICKA ---------- Hummels ------------- WALUKIEWICZ --------- Meunier -----
---- Delaney --------- (NDICKA) -------------- BADE --------------------- Knauff -------
----------------------------------------- Bürki --------------------------------------------------
----------------------------------------- Unbehaun -------------------------------------------
... wären das immer noch fünf Neuzugänge. Und da frage ich mich eben, ob das finanziell überhaupt möglich sein wird. Auch wenn man Schulz, Wolf und Co. verliehen bekommt, wird man deren Gehälter ja trotzdem zu großen Teilen weiterzahlen müssen. Kein Verein der Welt zahlt unseren Abgangskandidaten auch nur annähernd das Gehalt, das sie bei uns beziehen.
Und zweitens stellt sich mir die Frage, mit welchen Argumenten man einen Malen oder Ndicka bzw. Faivre nach Dortmund holen will, wenn man keine CL spielt.
Bade und Ndicka haben Verträge bis 2023, Walukiewicz und Malen bsi 2024 und Faivre bis 2025. Das wird eine teure Angelegenheit, schon was die Ablösen angeht. Auf der Gegenseite wird bei einem eventuellen Verkauf von Akanji und Zagadou aufgrund der Vertragslaufzeit bis 2022 nicht viel rumkommen. Man müsste für Haaland und Sancho schon richtige Unsummen kassieren, um Ablösen und Gehälter der neuen gegenzufinanzieren.
Das ist alles schon ziemlich verfahren ...
Du malst jetzt natürlich das Extremszenario auf, mit Haland UND Sancho Abgang auf sowie den Abgang beider IV. Ich denke schon, dass da genug Geld zusammenkommen würde, allerdings stelle ich mir das dann eher so vor, wenn es dazu kommen sollte, was ich nicht hoffe:
------------ THURAM --------------------- MALEN ------------------------------------------
------------ HLOZEK --------------------- Moukoko ----------------------------------------
----------------------------------- Reyna ------------------------ FAIVRE -------------------
------------------------------------ Reus ------------------------ Hazard --------------------
----------------- Guerreiro --------------------------------------------------------------------
---------------- Bellingham -------------------------------------------------------------------
----------------------------------------------- Can ---------------------------------------------
------------------------------------------ (Bellingham) -------------------------------------- Witsel*
----FIRPO ------- N'DICKA ------------------------- BADE------------------ Meunier ---
---- ???** ------- Hummels ----------------------- Witsel ----------------- Knauff ----- Morey/Semic/Passlack?
----------------------------------------- Bürki --------------------------------------------------
-------------------------------------- Unbehaun ----------------------------------------------
Ich hoffe die asymmetrische Raute ist soweit verständlich und wie fließend, die Systemübergänge, zwischen 4-4-2 Raute, 4-2-1-3 und 4-1-3-2 usw. sein können. Dafür sollte man sich jetzt auch nicht so sehr auf Guerreiro, Reyna und Faivre konzentrieren, die wahrscheinlich auch die Positionen tauschen könnten und mal mehr 8er sind, mal mehr 10er, HS oder OA. Auch Bellingham sollte in der Raute sehr flexibel einsetzbar sein, wobei sich die Anordnung dabei immer etwas verändern würde, sodass es letztendlich auch auf die Offensiven so seine Auswirkungen haben dürfte. Somit sollte man mit den Spielertypen insgesamt eigentlich sehr viele Rochaden spielen können und kann damit das Halbfeld oder den Rautenkopf situativ passend besetzen.
*ich erwarte ihn vor November nicht wirklich zurück. In dem Alter ist die Verletzung zudem in vielen Fällen ein Karrierekiller, weswegen ich nicht glaube, dass er nochmal in Topverfassung zurückkehren wird. Ich könnte mir lediglich vorstellen, dass er in der IV noch eine Chance hat, was sich aber bei Verletzungen von N'Dicka und Bade problematisch gestalten dürfte, in Bezug auf Hummels und sein Tempo.
**Mittelfristig habe ich nach wie vor Netz oder Katterbach im Blick, aber ich glaube im Moment nicht so wirklich, dass das im Sommer schon klappt.
Macht 7 Neuzugänge in diesem Szenario, die zwingend wären und schon ziemlich das Minimum (siehe RIV und RV BU). Finanziell würde ich mit 325 Mio. auf der Einnahmenseite rechnen und maximal 125 Mio. Ausgaben (Firpo wäre ja nur geliehen) - alles inklusive AK von Rose und Abgängen aller Leihspieler. Bei dem absoluten Überschuss, sollte das möglich sein, weswegen ich mir um die Realisierbarkeit wegen der Finanzen nicht die ganz großen Sorgen machen würde. Steuerlich macht das aber nicht so viel Sinn, wenn Haland und Sancho gehen, samt der ganzen weiteren Abgänge, da das den Gewinn extrem treiben dürfte, selbst wenn man es über 2 Geschäftsjahre verteilt bekommt. Wahrscheinlicher ist daher nur ein Abgang von Haland oder Sancho in diesem Sommer. Dann würde ich mit 210-240 Mio. rechnen auf der Einnahmenseite und 95 Mio. auf der Ausgabenseite. Auch das sollte möglich sein, weil ich damit rechnen würde, dass bei den Gehältern deutlich eingespart wird. Wenn ich das grob überschlage, würde ich mit einem Kader rechnen, der 25-30 Mio. weniger im Etat veranschlagt. Wie gesagt, das wird ein riesen Umbruch, der nötig ist ...
Denkt ihr eigentlich ein mittelfeldstratege wie tolisso oder Paredes wären eine Überlegung wert?
Ich finde unsere Zentrale sowas von nicht vorhanden im Moment
14.02.2021 - 21:51 Uhr
Zitat von Muenchner09er
Denkt ihr eigentlich ein mittelfeldstratege wie tolisso oder Paredes wären eine Überlegung wert?
Ich finde unsere Zentrale sowas von nicht vorhanden im Moment
Zitat von BVBBC
Du malst jetzt natürlich das Extremszenario auf, mit Haland UND Sancho Abgang auf sowie den Abgang beider IV. Ich denke schon, dass da genug Geld zusammenkommen würde, allerdings stelle ich mir das dann eher so vor, wenn es dazu kommen sollte, was ich nicht hoffe:
------------ THURAM --------------------- MALEN ------------------------------------------
------------ HLOZEK --------------------- Moukoko ----------------------------------------
----------------------------------- Reyna ------------------------ FAIVRE -------------------
------------------------------------ Reus ------------------------ Hazard --------------------
----------------- Guerreiro --------------------------------------------------------------------
---------------- Bellingham -------------------------------------------------------------------
----------------------------------------------- Can ---------------------------------------------
------------------------------------------ (Bellingham) -------------------------------------- Witsel*
----FIRPO ------- N'DICKA ------------------------- BADE------------------ Meunier ---
---- ???** ------- Hummels ----------------------- Witsel ----------------- Knauff ----- Morey/Semic/Passlack?
----------------------------------------- Bürki --------------------------------------------------
-------------------------------------- Unbehaun ----------------------------------------------
Ich hoffe die asymmetrische Raute ist soweit verständlich und wie fließend, die Systemübergänge, zwischen 4-4-2 Raute, 4-2-1-3 und 4-1-3-2 usw. sein können. Dafür sollte man sich jetzt auch nicht so sehr auf Guerreiro, Reyna und Faivre konzentrieren, die wahrscheinlich auch die Positionen tauschen könnten und mal mehr 8er sind, mal mehr 10er, HS oder OA. Auch Bellingham sollte in der Raute sehr flexibel einsetzbar sein, wobei sich die Anordnung dabei immer etwas verändern würde, sodass es letztendlich auch auf die Offensiven so seine Auswirkungen haben dürfte. Somit sollte man mit den Spielertypen insgesamt eigentlich sehr viele Rochaden spielen können und kann damit das Halbfeld oder den Rautenkopf situativ passend besetzen.
*ich erwarte ihn vor November nicht wirklich zurück. In dem Alter ist die Verletzung zudem in vielen Fällen ein Karrierekiller, weswegen ich nicht glaube, dass er nochmal in Topverfassung zurückkehren wird. Ich könnte mir lediglich vorstellen, dass er in der IV noch eine Chance hat, was sich aber bei Verletzungen von N'Dicka und Bade problematisch gestalten dürfte, in Bezug auf Hummels und sein Tempo.
**Mittelfristig habe ich nach wie vor Netz oder Katterbach im Blick, aber ich glaube im Moment nicht so wirklich, dass das im Sommer schon klappt.
Macht 7 Neuzugänge in diesem Szenario, die zwingend wären und schon ziemlich das Minimum (siehe RIV und RV BU). Finanziell würde ich mit 325 Mio. auf der Einnahmenseite rechnen und maximal 125 Mio. Ausgaben (Firpo wäre ja nur geliehen) - alles inklusive AK von Rose und Abgängen aller Leihspieler. Bei dem absoluten Überschuss, sollte das möglich sein, weswegen ich mir um die Realisierbarkeit wegen der Finanzen nicht die ganz großen Sorgen machen würde. Steuerlich macht das aber nicht so viel Sinn, wenn Haland und Sancho gehen, samt der ganzen weiteren Abgänge, da das den Gewinn extrem treiben dürfte, selbst wenn man es über 2 Geschäftsjahre verteilt bekommt. Wahrscheinlicher ist daher nur ein Abgang von Haland oder Sancho in diesem Sommer. Dann würde ich mit 210-240 Mio. rechnen auf der Einnahmenseite und 95 Mio. auf der Ausgabenseite. Auch das sollte möglich sein, weil ich damit rechnen würde, dass bei den Gehältern deutlich eingespart wird. Wenn ich das grob überschlage, würde ich mit einem Kader rechnen, der 25-30 Mio. weniger im Etat veranschlagt. Wie gesagt, das wird ein riesen Umbruch, der nötig ist ...
Zitat von stanleebuddha
Wenn ein Kader dann ungefäjhr so aussehen würde ...
-------------------------- Reus ------------------ MALEN -------------------------------------
-------------------------- Hazard --------------- Moukoko ----------------------------------
---------------------------------------- Reyna --------------------------------------------------
---------------------------------------- Brandt -------------------------------------------------
-------------------- FAIVRE --------------------------- Bellingham -------------------------
-------------------- Guerreiro ----------------------- (FAIVRE) ------------------------------
----------------------------------------- Can ----------------------------------------------------
----------------------------------------- Witsel -------------------------------------------------
---- NDICKA ---------- Hummels ------------- WALUKIEWICZ --------- Meunier -----
---- Delaney --------- (NDICKA) -------------- BADE --------------------- Knauff -------
----------------------------------------- Bürki --------------------------------------------------
----------------------------------------- Unbehaun -------------------------------------------
... wären das immer noch fünf Neuzugänge. Und da frage ich mich eben, ob das finanziell überhaupt möglich sein wird. Auch wenn man Schulz, Wolf und Co. verliehen bekommt, wird man deren Gehälter ja trotzdem zu großen Teilen weiterzahlen müssen. Kein Verein der Welt zahlt unseren Abgangskandidaten auch nur annähernd das Gehalt, das sie bei uns beziehen.
Und zweitens stellt sich mir die Frage, mit welchen Argumenten man einen Malen oder Ndicka bzw. Faivre nach Dortmund holen will, wenn man keine CL spielt.
Bade und Ndicka haben Verträge bis 2023, Walukiewicz und Malen bsi 2024 und Faivre bis 2025. Das wird eine teure Angelegenheit, schon was die Ablösen angeht. Auf der Gegenseite wird bei einem eventuellen Verkauf von Akanji und Zagadou aufgrund der Vertragslaufzeit bis 2022 nicht viel rumkommen. Man müsste für Haaland und Sancho schon richtige Unsummen kassieren, um Ablösen und Gehälter der neuen gegenzufinanzieren.
Das ist alles schon ziemlich verfahren ...
Zitat von BVBBC
Mal ein paar Gedanken zur Transferpolitik:
Es dürfte ziemlich klar sein, dass die CL mit dem aktuellen Leistungsvermögen und der Menge an Konkurrenz, kaum zu erreichen ist. Entsprechend wird das finanzielle Konsequenzen nach sich ziehen, die eine finanziell eh schon komplizierte Situation (Verbindlichkeiten aus Transfergeschäften, Anzahl Spieler Ü30, auslaufende Verträge 2022, Fehlallokationen im Etat, allgemeine Marktlage), nochmals deutlich komplizierter macht. Die Verbindlichkeiten weiter zu steigern, macht dabei für mich keinen Sinn, weil darin keine Lösung enthalten ist, die den Kader verbessert. Das würde in allererster Linie schließlich bedeuten, dass man den Kader in großen Teilen zusammenhält, die Gehälter nicht senkt und den Umbruch eher klein hält, also nicht großartig investiert wird. Es wäre kein Ansatz, um den Kader zu verändern und zur Abbiegung zurückzukehren, in der man in die Sackgasse fuhr. Daher wird es einen Ansatz geben müssen, bei dem die Ausfälle der CL Gelder im Etat eingespart werden, um aus den generierten Ablösen möglichst hohe Invests zuzulassen. Es geht in den Extremfällen um die Reduktion von 30 Mio. im Etat oder 60 Mio. zusätzliche Transfereinnahmen. Denn völlig egal, wer Trainer wird, diese Truppe ist untrainierbar, bedingt durch ihre Zusammenstellung, sodass es hier zwingend Ansätze benötigt, wie Widersprüche nicht nur reduziert, sondern aufgelöst werden. Im Grunde unabhängig vom Trainer, wobei ich davon ausgehe, dass es Rose wird.
Dabei gibt es für mich folgende Kernthemen:
- Kette: die Kette kann so nicht zusammen bleiben. Teils wird sich das durch die auslaufenden Verträge 2022 wohl von selbst erledigen, indem die Spieler teils gehen. Ich glaube nicht, dass Akanji bleibt und bei Zagadou hege ich mittlerweile auch immer größere Zweifel. Hummels und Akanji funktionieren schließlich gar nicht miteinander, ergänzen sich schlecht und müssen sich meines Erachtens taktisch viel zu sehr aufeinander konzentrieren, worunter aber das Kollektiv leidet, weil sie - wahrscheinlich auch dadurch und nicht nur individuell bedingt - ständig zu weit absinken, damit dem Mittelfeld unglaublich große Räume zu bearbeiten geben, die sie absichern müssen und Akanji ist kein Ausputzertyp, den Hummels neben sich benötigen würde. Den würde Akanji eigentlich selbst benötigen. Da Hummels Vertrag aber klar ist, sich womöglich sogar bis 2023 verlängert und er mit seinen Leistungen nirgendwo mehr ansatzweise ähnlich viel verdienen wird, wahrscheinlich auch nirgendwo anders mehr spielen will, wird nichts anderes übrig bleiben, als sich von Akanji zu trennen, dem man im Verein wohl auch immer mehr den schwarzen Peter zuzuschieben scheint, obwohl die Probleme in der Kette meinen Augen alle vom Hummels Transfer ausgehen. Zumal es schließlich ja nicht nur darum geht, wie Hummels und Akanji sich ergänzen, sondern auch darum, wie sich Guerreiro und Hummels ergänzen. Das ist im Grunde sogar noch ein viel größeres Thema, weil diese Schnittstelle in den letzten Wochen stets von Delaney zugelaufen wurde, was er in den letzten 2 Spielen aber auch nicht mehr schaffte und was dann letztendlich auch gleichbedeutend war, mit einer 3er Kette, die man mit Can sowieso schon mindestens asymmetrisch gespielt hat. Auch Meunier ist ein rein defensiver AV, sodass die Trennung von Defensive und Offensive meines Erachtens vor allem durch die Personalie Hummels bedingt ist.
An sich dürfte das daher niemals heißen, das man die Truppe weiter um Hummels baut, unabhängig seines Alters, da schlicht zu viele Anpassungen nötig sind, um ihm die passenden Mitspieler hinzustellen. Allerdings benötigt Zagadou so ziemlich dieselben Nebenmänner, wie Hummels, sodass denke ich von der Frage, wie es mit Zagadou weitergeht, viel abhängt. Zagadou ist schließlich jung und wenn man zumindest 2 IV ähnlichen Typs hat, gibt es durchaus eine gewisse Rechtfertigung, dass man eben doch auf ihn und Hummels abstellt, wenn man mit Zagadou verlängert. Dann käme es eben darauf an, dass man daneben Balancespieler bekommt, die weniger Spezialist darstellen, wie die aktuellen Spieler. Würde heißen, dass man auf LV einen absichernden Mann benötigt, der über ausreichend Zweikampfhärte und Tempo verfügt, der zudem technisch nicht so limitiert ist, wie Schulz. Zumindest unter Rose dürfte es für Guerreiro offensiver auch genug Platz geben, während er unter anderen Trainern logischer Abgangskandidat wäre, was ich bedenklich finden würde. Denn ein echter ZM ist er für mich trotz aller Fähigkeiten nicht, sodass man eventuell noch einen Leistungsträger opfern müsste, nur damit es hinten funktioniert. Das wird allerdings eh ein sehr schwieriges Thema. Einen wirklich guten und dann auch noch passenden Spieler, sehe ich im Moment nicht. Zumindest keinen, der nicht irgendwo wieder einen Haken hat. Tagliafico wäre bspw. gut und passend, ist aber zu alt, was man zwingend vermeiden sollte, will man sich nicht noch mehr Probleme in der Altersstruktur schaffen, sodass man dann in spätestens 2-3 Jahren direkt wieder eine Baustelle in der Kette hat, mit noch weniger Geld. Delaney wäre intern eine gute Lösung in meinen Augen, wofür er sein Spiel meines Erachtens auch gar nicht großartig umstellen, aber wenn er einen langfristigen Vertrag will, würde ich passen, um nicht noch mehr Rentenverträge aufzunehmen. Zwar ist er noch keine 30 und seine Leistungen sind im Moment top, aber man muss eben auch sehen, was zu erwarten ist, wenn er dann mal 31-32 ist. Vermutlich wäre Firpo eine Leihe wert, aber sonst wird es mit dem perfekten LV schwer. Ich hoffe ja nur, dass Rose nicht glaubt, dass er Schulz "wieder" hinbekommt. Denn Schulz ist im Detail eben kein passender Nebenmann für Hummels und Zagadou und hat davon abgesehen zu grobe Schwächen. Je eher man das Missverständnis auflöst, desto besser. Die Verluste werden meines Erachtens jedenfalls nicht geringer, nur der sportliche Schaden kann noch zunehmen.
Auf RIV würde es zudem einen IV verlangen, der einerseits hoch und mannorientiert verteidigen kann (kollektivtaktische Anforderung), der aber auch daran gewöhnt ist umsichtiger und absichernd zu agieren. Das ist anspruchsvoller als es klingt und die Topqualität, die der BVB sich sichern könnte, gibt es in meinen Augen derzeit auch nicht. Mit Loic Bade aus Lens habe ich dahingehend jedoch ein Talent im Blick, das dieser Anforderung durchaus gerecht werden könnte. Zwar spielt er aktuell in einer 3er Kette, aber sein Nebenmann Medina verlangt von ihm ähnliches Verhalten und er zeigt durchaus ansprechende Leistungen, ist einer der Durchstarter der Saison. An sich hat er noch nicht genug Erfahrung für den BVB, aber wenn es eh zu einem Jahr ohne CL kommt und ein Umbruch unausweichlich ist, wird man sich denke ich an genau solche Spieler halten müssen. Potenzial ist sowieso genug da, um ein maximal kompletter IV zu werden. Somit gilt es hier wohl ein gewisses Risiko zu nehmen. Walukiewicz, der in der Gerüchteküche Thema ist, wäre auch eine Variante, wobei ich glaube, dass Bade technisch und im Aufbau nochmal eine ganz andere Nummer ist. Die sichere Nummer gibt es für mich daher aber in jedem Fall nicht, richtet man sich nach Hummels und vor allem Zagadous Bedarf an Nebenmännern.
Kann man mit Akanji verlängern müsste man meines Erachtens den LIV auf ihn und Guerreiro abstellen. Also im Grunde bräuchte man jemanden, wie Bade, nur als Linksfuß. Dafür würde ich N'Dicka nach wie vor als ziemlich ideal betrachten. Ich rechne allerdings nicht damit, dass dieses Szenario die höhere Wahrscheinlichkeit besitzt, obwohl es in meinen Augen das wesentlich sinnigere wäre, weil es kurzfristig leistungsfähiger zu erwarten und trotzdem nachhaltig ist. Die Entscheidung, ob man auf Hummels setzt oder nicht, erwarte ich vereinsintern jedoch gar nicht erst und daher dürften die Würfel in der Beziehung längst gefallen sein, egal was Zagadou noch macht. Geht Zagadou, kann es jedoch sein, dass es für die Kette gleich 5 neue Spieler benötigt. Der Umbruch in der Kette wird also extrem ausfallen und in meinen Augen auch kostenintensiv. Für RV würde dann kein Budget übrig bleiben, wobei ich sowieso nicht glaube, dass man dort großartig Budget einplant. Solange Rose Trainer wird, könnte Meunier dort - zwar überbezahlt, aber systemkompatibel - wirken. Maximal tauscht man Morey mit einem anderen Talent (Semic?) aus, wobei ich mir auch vorstellen könnte, dass Knauff auf der Position unter Rose eine gewisse Chance haben könnte. Der größte Teil des Umbruchs, der zu erwarten ist, müsste letztendlich aber so oder so in der Kette stattfinden. Solange man hier nicht stabil wird, wird man auch auf den Positionen davor viel zu viel auf die Kette abstellen müssen, ohne damit den gewünschten Effekt zu erzielen, weil man nicht auf die Stärken dieser Spieler abstellt und dann auch noch zusätzlich Ressourcen defensiv bindet, die dadurch offensiv nicht mehr zur Verfügung stehen.
- Mittelfeld: Das Thema Delaney habe ich oben ja schon etwas angerissen. Meines Erachtens wie gesagt ein schwieriges Thema, da ich ihn auf Dauer nicht gut genug im Mittelfeld finde. Ich sehe auch, wie wichtig seine Defensivaktionen für das Kollektiv sind, aber dadurch bleiben originäre Aufgaben des Mittelfelds, die von der Kette nicht übernommen werden können, komplett auf der Strecke. Egal, wie sehr Guerreiro und Delaney die Positionen tauschen, aber das ist am Ende nichts Ganzes. Einerseits wegen der Rochade, die man sich sparen könnte, indem man sie fixiert. Andererseits deswegen, da Guerreiro im Aufbau auch nicht der beste Spieler ist, sondern eher ein Box-to-Box. Wenn die Kette dann im Ballbesitz nicht so offensiv wird, dass sie die Aufbauaufgaben des Mittelfelds komplett übernehmen kann - theoretisch hätten unsere IV die Qualität, aber wegen der Probleme in der Rückwärtsbewegung, ist das mit Risiko verbunden -, fehlt dem Mittelfeld der Aufbau. Aber nicht nur. Denn der Abräume im Mittelfeld fehlt eben auch, wenn dieser für die Kette abgestellt wird. Bellingham macht dahingehend meines Erachtens mit seinen 17 bereits jetzt einen bemerkenswerten Job, aber es ist klar, dass da noch Grenzen bestehen, die auch für erfahrenere Spieler unüberwindbar sind. Ich denke daher, dass man auch im Mittelfeld umstrukturieren muss und auf der 6 sowohl im Aufbau als auch in der Defensivarbeit mehr Qualität benötigt. Mit Witsel rechne ich ehrlich gesagt nur noch im letzten Halbjahr, bis sein Vertrag ausläuft. Wegen Can wird man dahingehend wahrscheinlich aber nichts machen. Zu teuer, zu wichtig dürften deutsche Spieler für den Kader bleiben.
Daher glaube ich, dass man davor kreativer werden muss, aber auch in Verbindung mit klaren 8er Fähigkeiten und vor allem höherer Defensivqualität, die dann auch noch ins Rose System passen. Stand jetzt erfüllt das nur Bellingham in meinen Augen und eben Guerreiro teilweise. Brandt und Reyna haben dahingehend noch zu viel Arbeit vor sich und sind meines Erachtens auch eher Konkurrenten auf offensiveren Positionen, wo es auch nach wie vor um Reus gehen wird. Der verkompliziert die ganze Transferstrategie nochmal zusätzlich, wenn auch der nächste Trainer ihn weiterhin zentral einsetzt. Spätestens dann sind Spezalisten im Zentrum Fehl am Platz und man benötigt Allrounder dahinter, die alles können. Der BVB besteht derzeit im Grunde im Mittelfeld aber nur aus Spezialisten. Defensivspezialisten (Can, Delaney), Aufbauspezialist Witsel und Offensivspezialisten, die mehr (Reyna und Brandt) oder weniger (Reus) Mittelfeldaufgaben übernehmen können. Daher braucht man sich auch nicht über Bellinghams Einsatzzeiten wundern, da er für mich dahingehend klar am meisten als Allrounder liefert - nur noch nicht genug, was auch zu viel verlangt ist. Wenn man die Abwehr möglichst funktional aufstellen will, kann man hier in meinen Augen daher nicht auch noch die Frage nach Reus Lieblingsposition zugestehen. Reus muss aus dem Mittelfeld raus, wieder klar der Offensive, als sekundärer Abschlussspieler agieren, auf die Bank oder gleich direkt gehen, so undankbar das vielleicht klingen mag. An das Politikium wird man sich nicht herantrauen, das ist mir klar, aber auch das wird alles, was man macht aushebeln, weil man nicht die komplette Abwehr auf Hummels/Zagadou und dann auch noch das komplette Mittelfeld auf Reus abstimmen kann, damit es die Anforderungen, die unsere Gegner stellen erfüllt.
Hier gilt es derzeit eine eindeutige Entscheidung zu fällen, wobei diese vergleichsweise einfach sein sollte - es wahrscheinlich aber nicht ist. Es gibt für Reus schlicht noch mehr notwendige Anpassungen, die er erst recht nicht mehr wert ist, damit er seine vermeintliche Lieblingsposition bekleiden darf. Da geht es eben nicht mal mehr nur um die Frage, ob man Brandt opfert oder nicht, sondern wen nicht, soll das irgendwie erfolgsorientiert aussehen. Abgesehen von Bellingham ist kein DM/ZM unseres aktuellen Kaders als Spielertyp - qualitativ ist nochmal eine andere Frage - ausreichend kompatibel zu einem 10er/HS Reus. Ich hoffe daher sehr auf jemanden, wie Romain Faivre aus Brest, der ideal zu Rose passen sollte, weil er kreativ ist, dynamisch und dennoch defensiv engagiert, ohne dabei auf eine Position festgelegt zu sein. Insbesondere bei einem Sancho Abgang wird man auch entsprechende Kreativitätszuwäche aus dem Zentrum benötigen. Bedeutet dann auch für die Kette, dass sie mit weniger Unterstützung des Zentrums klarkommen muss. Dafür wird man denke ich Brandt opfern müssen, der zwar ein toller Spieler ist, aber ein Spezialist, von dem man insgesamt zu viele hat, sodass ich seine Perspektive unter Rose nicht sehe. Die Transferpolitik muss daher in jedem Fall eine klare Ansage an Reus sein, dass er kein Mittelfeldspieler ist und man nicht auf ihn dahingehend abstellen kann.
- Sancho oder Haland Abgang: es wird zwangsläufig einen der Beiden, vielleicht sogar Beide treffen, wenn man die CL verpasst. Würde man die CL erreichen, wäre man wahrscheinlich nicht mal auf einen Abgang angewiesen und könnte entsprechend auch Preise jenseits von Gut und Böse verlangen. Solange man die CL erreicht, glaube ich jedenfalls, dass die Verbindlichkeiten und der Etat gleichermaßen zu stemmen sind, sofern man nur überschüssige Spieler aussortiert. Sobald man die CL verpasst, werden die Einsparungen und Einnahmen aber höher ausfallen müssen, da ich nicht sehe, wie man mit diesem Kader eine Aufnahme weiterer Verbindlichkeiten rechtfertigen will.
Ich persönlich glaube, dass Haland einfacher zu ersetzen ist. Einerseits, da ich damit rechne, dass er mehr Geld einbringt als Sancho, weil bspw. City auf alle Fälle einen Deal mit einem Topstürmer im Sommer suchen wird und nicht auf Zeit spielen kann, wenn Aguero geht, wodurch viel Geld im MS Markt zu erwarten ist. Andererseits, da ich mehr bezahlbare und hochwertige Haland Nachfolger (Malen, Thuram, ...)auf dem Markt erwarte, als potenzielle Sancho Nachfolger - statt einer Auflistung muss man sich hier eher die Frage stellen: ja, wer denn überhaupt? Für mich haben derzeit schlicht kaum Spieler die Qualität, um Sancho und dessen Fähigkeitenpakt zu ersetzen. Entsprechend ist die Wahrscheinlichkeit, dass man über mehrere Positionen kompensieren muss, ausgesprochen hoch. Bedeutet für mich also vor allem einen notwendigen Kreativitätszuwachs im Mittelfeld, zusätzlich zum Sancho Nachfolger. In Kombination mit den vorherigen Punkten bedeutet das, dass die Kette zwingend funktional zu bekommen ist und die Defensivspezialisten im Mittelfeld reduziert werden müssen, um dort mehr Kreativität und Dynamik installieren zu können. Ich glaube, dass ein Sancho Abgang sonst keine Potenziale derzeit freisetzen würde, aber jede Menge Folgen für den bestehenden Kader hätte. Bei Haland würden die Tore fehlen, keine Frage, auch das wird man so nicht ersetzt bekommen, aber ich glaube es gibt Optionen, die die Scorer aufrecht erhalten können. Dazu glaube ich, dass ein Haland auch mehr Querinvests ermöglichen würde, um bspw. mit Hlozek schon mal der Reus Nachfolge etwas vorzugreifen und auf der sekundären Abschlussspielerposition auch nochmal ein paar kreative Elemente hinzuzufügen.
- deutsche Spieler: wie man schon an meinen ganzen Vorschlägen sieht, glaube ich, dass es schwer werden wird, an Ligue 1 Spielern vorbei zu kommen und weiterhin so sehr auf Deutsche zu setzen, wie in den letzten Jahren. Ich sehe keinen Weg den Haufen, insbesondere in Kompatibilität mit Rose, funktional zu bekommen. Selbst wenn das im Einzelfall keine qualitativen Gründe hat. Zwar gibt es durchaus ein paar Interessante Talente, vor allem auf LV, aber das muss auch preislich passen. Ansonsten wird man denke ich erst mal den Fokus auf passgenaue Spieler legen müssen, statt auf Identität. Einen Neuhaus muss man sich daher zwingend verkneifen, da er die dynamisch-kreativen Anforderungen nicht erfüllen wird, die der BVB nächste Saison erwarten lässt. Mal geschweige denn, wie viele Probleme mit dem Budget, das er fressen würde, eigentlich angegangen werden müssen.
Unterm Strich ist die Situation selbst mit CL Quali komplex. Verpasst man diese, wird es extrem schwer kurzfristig wieder so viel richtig zu machen, dass der aktuelle Anspruch wieder zu erfüllen ist. Schafft man es nicht, sondern macht in diesem Fall weitere Fehler, glaube ich, dass man für längere Zeit weg vom Fenster ist, selbst wenn ich hie und da mit dem ein oder anderen Positivausrutscher rechnen würde. Ich glaube daher, dass der BVB so oder so vor einem enorm kritischen Transfersommer stehen wird, der alles abverlangt: Fehlerkorrekturen, harte Entscheidungen und finanzielle Kreativität, auf einem Markt, der nur wenige BVB Spieler gezielt und hochpreisig nachfragen wird! Der Sommer wird deshalb mindestens für die nächsten 5 Jahre wegweisend sein.
Mal ein paar Gedanken zur Transferpolitik:
Es dürfte ziemlich klar sein, dass die CL mit dem aktuellen Leistungsvermögen und der Menge an Konkurrenz, kaum zu erreichen ist. Entsprechend wird das finanzielle Konsequenzen nach sich ziehen, die eine finanziell eh schon komplizierte Situation (Verbindlichkeiten aus Transfergeschäften, Anzahl Spieler Ü30, auslaufende Verträge 2022, Fehlallokationen im Etat, allgemeine Marktlage), nochmals deutlich komplizierter macht. Die Verbindlichkeiten weiter zu steigern, macht dabei für mich keinen Sinn, weil darin keine Lösung enthalten ist, die den Kader verbessert. Das würde in allererster Linie schließlich bedeuten, dass man den Kader in großen Teilen zusammenhält, die Gehälter nicht senkt und den Umbruch eher klein hält, also nicht großartig investiert wird. Es wäre kein Ansatz, um den Kader zu verändern und zur Abbiegung zurückzukehren, in der man in die Sackgasse fuhr. Daher wird es einen Ansatz geben müssen, bei dem die Ausfälle der CL Gelder im Etat eingespart werden, um aus den generierten Ablösen möglichst hohe Invests zuzulassen. Es geht in den Extremfällen um die Reduktion von 30 Mio. im Etat oder 60 Mio. zusätzliche Transfereinnahmen. Denn völlig egal, wer Trainer wird, diese Truppe ist untrainierbar, bedingt durch ihre Zusammenstellung, sodass es hier zwingend Ansätze benötigt, wie Widersprüche nicht nur reduziert, sondern aufgelöst werden. Im Grunde unabhängig vom Trainer, wobei ich davon ausgehe, dass es Rose wird.
Dabei gibt es für mich folgende Kernthemen:
- Kette: die Kette kann so nicht zusammen bleiben. Teils wird sich das durch die auslaufenden Verträge 2022 wohl von selbst erledigen, indem die Spieler teils gehen. Ich glaube nicht, dass Akanji bleibt und bei Zagadou hege ich mittlerweile auch immer größere Zweifel. Hummels und Akanji funktionieren schließlich gar nicht miteinander, ergänzen sich schlecht und müssen sich meines Erachtens taktisch viel zu sehr aufeinander konzentrieren, worunter aber das Kollektiv leidet, weil sie - wahrscheinlich auch dadurch und nicht nur individuell bedingt - ständig zu weit absinken, damit dem Mittelfeld unglaublich große Räume zu bearbeiten geben, die sie absichern müssen und Akanji ist kein Ausputzertyp, den Hummels neben sich benötigen würde. Den würde Akanji eigentlich selbst benötigen. Da Hummels Vertrag aber klar ist, sich womöglich sogar bis 2023 verlängert und er mit seinen Leistungen nirgendwo mehr ansatzweise ähnlich viel verdienen wird, wahrscheinlich auch nirgendwo anders mehr spielen will, wird nichts anderes übrig bleiben, als sich von Akanji zu trennen, dem man im Verein wohl auch immer mehr den schwarzen Peter zuzuschieben scheint, obwohl die Probleme in der Kette meinen Augen alle vom Hummels Transfer ausgehen. Zumal es schließlich ja nicht nur darum geht, wie Hummels und Akanji sich ergänzen, sondern auch darum, wie sich Guerreiro und Hummels ergänzen. Das ist im Grunde sogar noch ein viel größeres Thema, weil diese Schnittstelle in den letzten Wochen stets von Delaney zugelaufen wurde, was er in den letzten 2 Spielen aber auch nicht mehr schaffte und was dann letztendlich auch gleichbedeutend war, mit einer 3er Kette, die man mit Can sowieso schon mindestens asymmetrisch gespielt hat. Auch Meunier ist ein rein defensiver AV, sodass die Trennung von Defensive und Offensive meines Erachtens vor allem durch die Personalie Hummels bedingt ist.
An sich dürfte das daher niemals heißen, das man die Truppe weiter um Hummels baut, unabhängig seines Alters, da schlicht zu viele Anpassungen nötig sind, um ihm die passenden Mitspieler hinzustellen. Allerdings benötigt Zagadou so ziemlich dieselben Nebenmänner, wie Hummels, sodass denke ich von der Frage, wie es mit Zagadou weitergeht, viel abhängt. Zagadou ist schließlich jung und wenn man zumindest 2 IV ähnlichen Typs hat, gibt es durchaus eine gewisse Rechtfertigung, dass man eben doch auf ihn und Hummels abstellt, wenn man mit Zagadou verlängert. Dann käme es eben darauf an, dass man daneben Balancespieler bekommt, die weniger Spezialist darstellen, wie die aktuellen Spieler. Würde heißen, dass man auf LV einen absichernden Mann benötigt, der über ausreichend Zweikampfhärte und Tempo verfügt, der zudem technisch nicht so limitiert ist, wie Schulz. Zumindest unter Rose dürfte es für Guerreiro offensiver auch genug Platz geben, während er unter anderen Trainern logischer Abgangskandidat wäre, was ich bedenklich finden würde. Denn ein echter ZM ist er für mich trotz aller Fähigkeiten nicht, sodass man eventuell noch einen Leistungsträger opfern müsste, nur damit es hinten funktioniert. Das wird allerdings eh ein sehr schwieriges Thema. Einen wirklich guten und dann auch noch passenden Spieler, sehe ich im Moment nicht. Zumindest keinen, der nicht irgendwo wieder einen Haken hat. Tagliafico wäre bspw. gut und passend, ist aber zu alt, was man zwingend vermeiden sollte, will man sich nicht noch mehr Probleme in der Altersstruktur schaffen, sodass man dann in spätestens 2-3 Jahren direkt wieder eine Baustelle in der Kette hat, mit noch weniger Geld. Delaney wäre intern eine gute Lösung in meinen Augen, wofür er sein Spiel meines Erachtens auch gar nicht großartig umstellen, aber wenn er einen langfristigen Vertrag will, würde ich passen, um nicht noch mehr Rentenverträge aufzunehmen. Zwar ist er noch keine 30 und seine Leistungen sind im Moment top, aber man muss eben auch sehen, was zu erwarten ist, wenn er dann mal 31-32 ist. Vermutlich wäre Firpo eine Leihe wert, aber sonst wird es mit dem perfekten LV schwer. Ich hoffe ja nur, dass Rose nicht glaubt, dass er Schulz "wieder" hinbekommt. Denn Schulz ist im Detail eben kein passender Nebenmann für Hummels und Zagadou und hat davon abgesehen zu grobe Schwächen. Je eher man das Missverständnis auflöst, desto besser. Die Verluste werden meines Erachtens jedenfalls nicht geringer, nur der sportliche Schaden kann noch zunehmen.
Auf RIV würde es zudem einen IV verlangen, der einerseits hoch und mannorientiert verteidigen kann (kollektivtaktische Anforderung), der aber auch daran gewöhnt ist umsichtiger und absichernd zu agieren. Das ist anspruchsvoller als es klingt und die Topqualität, die der BVB sich sichern könnte, gibt es in meinen Augen derzeit auch nicht. Mit Loic Bade aus Lens habe ich dahingehend jedoch ein Talent im Blick, das dieser Anforderung durchaus gerecht werden könnte. Zwar spielt er aktuell in einer 3er Kette, aber sein Nebenmann Medina verlangt von ihm ähnliches Verhalten und er zeigt durchaus ansprechende Leistungen, ist einer der Durchstarter der Saison. An sich hat er noch nicht genug Erfahrung für den BVB, aber wenn es eh zu einem Jahr ohne CL kommt und ein Umbruch unausweichlich ist, wird man sich denke ich an genau solche Spieler halten müssen. Potenzial ist sowieso genug da, um ein maximal kompletter IV zu werden. Somit gilt es hier wohl ein gewisses Risiko zu nehmen. Walukiewicz, der in der Gerüchteküche Thema ist, wäre auch eine Variante, wobei ich glaube, dass Bade technisch und im Aufbau nochmal eine ganz andere Nummer ist. Die sichere Nummer gibt es für mich daher aber in jedem Fall nicht, richtet man sich nach Hummels und vor allem Zagadous Bedarf an Nebenmännern.
Kann man mit Akanji verlängern müsste man meines Erachtens den LIV auf ihn und Guerreiro abstellen. Also im Grunde bräuchte man jemanden, wie Bade, nur als Linksfuß. Dafür würde ich N'Dicka nach wie vor als ziemlich ideal betrachten. Ich rechne allerdings nicht damit, dass dieses Szenario die höhere Wahrscheinlichkeit besitzt, obwohl es in meinen Augen das wesentlich sinnigere wäre, weil es kurzfristig leistungsfähiger zu erwarten und trotzdem nachhaltig ist. Die Entscheidung, ob man auf Hummels setzt oder nicht, erwarte ich vereinsintern jedoch gar nicht erst und daher dürften die Würfel in der Beziehung längst gefallen sein, egal was Zagadou noch macht. Geht Zagadou, kann es jedoch sein, dass es für die Kette gleich 5 neue Spieler benötigt. Der Umbruch in der Kette wird also extrem ausfallen und in meinen Augen auch kostenintensiv. Für RV würde dann kein Budget übrig bleiben, wobei ich sowieso nicht glaube, dass man dort großartig Budget einplant. Solange Rose Trainer wird, könnte Meunier dort - zwar überbezahlt, aber systemkompatibel - wirken. Maximal tauscht man Morey mit einem anderen Talent (Semic?) aus, wobei ich mir auch vorstellen könnte, dass Knauff auf der Position unter Rose eine gewisse Chance haben könnte. Der größte Teil des Umbruchs, der zu erwarten ist, müsste letztendlich aber so oder so in der Kette stattfinden. Solange man hier nicht stabil wird, wird man auch auf den Positionen davor viel zu viel auf die Kette abstellen müssen, ohne damit den gewünschten Effekt zu erzielen, weil man nicht auf die Stärken dieser Spieler abstellt und dann auch noch zusätzlich Ressourcen defensiv bindet, die dadurch offensiv nicht mehr zur Verfügung stehen.
- Mittelfeld: Das Thema Delaney habe ich oben ja schon etwas angerissen. Meines Erachtens wie gesagt ein schwieriges Thema, da ich ihn auf Dauer nicht gut genug im Mittelfeld finde. Ich sehe auch, wie wichtig seine Defensivaktionen für das Kollektiv sind, aber dadurch bleiben originäre Aufgaben des Mittelfelds, die von der Kette nicht übernommen werden können, komplett auf der Strecke. Egal, wie sehr Guerreiro und Delaney die Positionen tauschen, aber das ist am Ende nichts Ganzes. Einerseits wegen der Rochade, die man sich sparen könnte, indem man sie fixiert. Andererseits deswegen, da Guerreiro im Aufbau auch nicht der beste Spieler ist, sondern eher ein Box-to-Box. Wenn die Kette dann im Ballbesitz nicht so offensiv wird, dass sie die Aufbauaufgaben des Mittelfelds komplett übernehmen kann - theoretisch hätten unsere IV die Qualität, aber wegen der Probleme in der Rückwärtsbewegung, ist das mit Risiko verbunden -, fehlt dem Mittelfeld der Aufbau. Aber nicht nur. Denn der Abräume im Mittelfeld fehlt eben auch, wenn dieser für die Kette abgestellt wird. Bellingham macht dahingehend meines Erachtens mit seinen 17 bereits jetzt einen bemerkenswerten Job, aber es ist klar, dass da noch Grenzen bestehen, die auch für erfahrenere Spieler unüberwindbar sind. Ich denke daher, dass man auch im Mittelfeld umstrukturieren muss und auf der 6 sowohl im Aufbau als auch in der Defensivarbeit mehr Qualität benötigt. Mit Witsel rechne ich ehrlich gesagt nur noch im letzten Halbjahr, bis sein Vertrag ausläuft. Wegen Can wird man dahingehend wahrscheinlich aber nichts machen. Zu teuer, zu wichtig dürften deutsche Spieler für den Kader bleiben.
Daher glaube ich, dass man davor kreativer werden muss, aber auch in Verbindung mit klaren 8er Fähigkeiten und vor allem höherer Defensivqualität, die dann auch noch ins Rose System passen. Stand jetzt erfüllt das nur Bellingham in meinen Augen und eben Guerreiro teilweise. Brandt und Reyna haben dahingehend noch zu viel Arbeit vor sich und sind meines Erachtens auch eher Konkurrenten auf offensiveren Positionen, wo es auch nach wie vor um Reus gehen wird. Der verkompliziert die ganze Transferstrategie nochmal zusätzlich, wenn auch der nächste Trainer ihn weiterhin zentral einsetzt. Spätestens dann sind Spezalisten im Zentrum Fehl am Platz und man benötigt Allrounder dahinter, die alles können. Der BVB besteht derzeit im Grunde im Mittelfeld aber nur aus Spezialisten. Defensivspezialisten (Can, Delaney), Aufbauspezialist Witsel und Offensivspezialisten, die mehr (Reyna und Brandt) oder weniger (Reus) Mittelfeldaufgaben übernehmen können. Daher braucht man sich auch nicht über Bellinghams Einsatzzeiten wundern, da er für mich dahingehend klar am meisten als Allrounder liefert - nur noch nicht genug, was auch zu viel verlangt ist. Wenn man die Abwehr möglichst funktional aufstellen will, kann man hier in meinen Augen daher nicht auch noch die Frage nach Reus Lieblingsposition zugestehen. Reus muss aus dem Mittelfeld raus, wieder klar der Offensive, als sekundärer Abschlussspieler agieren, auf die Bank oder gleich direkt gehen, so undankbar das vielleicht klingen mag. An das Politikium wird man sich nicht herantrauen, das ist mir klar, aber auch das wird alles, was man macht aushebeln, weil man nicht die komplette Abwehr auf Hummels/Zagadou und dann auch noch das komplette Mittelfeld auf Reus abstimmen kann, damit es die Anforderungen, die unsere Gegner stellen erfüllt.
Hier gilt es derzeit eine eindeutige Entscheidung zu fällen, wobei diese vergleichsweise einfach sein sollte - es wahrscheinlich aber nicht ist. Es gibt für Reus schlicht noch mehr notwendige Anpassungen, die er erst recht nicht mehr wert ist, damit er seine vermeintliche Lieblingsposition bekleiden darf. Da geht es eben nicht mal mehr nur um die Frage, ob man Brandt opfert oder nicht, sondern wen nicht, soll das irgendwie erfolgsorientiert aussehen. Abgesehen von Bellingham ist kein DM/ZM unseres aktuellen Kaders als Spielertyp - qualitativ ist nochmal eine andere Frage - ausreichend kompatibel zu einem 10er/HS Reus. Ich hoffe daher sehr auf jemanden, wie Romain Faivre aus Brest, der ideal zu Rose passen sollte, weil er kreativ ist, dynamisch und dennoch defensiv engagiert, ohne dabei auf eine Position festgelegt zu sein. Insbesondere bei einem Sancho Abgang wird man auch entsprechende Kreativitätszuwäche aus dem Zentrum benötigen. Bedeutet dann auch für die Kette, dass sie mit weniger Unterstützung des Zentrums klarkommen muss. Dafür wird man denke ich Brandt opfern müssen, der zwar ein toller Spieler ist, aber ein Spezialist, von dem man insgesamt zu viele hat, sodass ich seine Perspektive unter Rose nicht sehe. Die Transferpolitik muss daher in jedem Fall eine klare Ansage an Reus sein, dass er kein Mittelfeldspieler ist und man nicht auf ihn dahingehend abstellen kann.
- Sancho oder Haland Abgang: es wird zwangsläufig einen der Beiden, vielleicht sogar Beide treffen, wenn man die CL verpasst. Würde man die CL erreichen, wäre man wahrscheinlich nicht mal auf einen Abgang angewiesen und könnte entsprechend auch Preise jenseits von Gut und Böse verlangen. Solange man die CL erreicht, glaube ich jedenfalls, dass die Verbindlichkeiten und der Etat gleichermaßen zu stemmen sind, sofern man nur überschüssige Spieler aussortiert. Sobald man die CL verpasst, werden die Einsparungen und Einnahmen aber höher ausfallen müssen, da ich nicht sehe, wie man mit diesem Kader eine Aufnahme weiterer Verbindlichkeiten rechtfertigen will.
Ich persönlich glaube, dass Haland einfacher zu ersetzen ist. Einerseits, da ich damit rechne, dass er mehr Geld einbringt als Sancho, weil bspw. City auf alle Fälle einen Deal mit einem Topstürmer im Sommer suchen wird und nicht auf Zeit spielen kann, wenn Aguero geht, wodurch viel Geld im MS Markt zu erwarten ist. Andererseits, da ich mehr bezahlbare und hochwertige Haland Nachfolger (Malen, Thuram, ...)auf dem Markt erwarte, als potenzielle Sancho Nachfolger - statt einer Auflistung muss man sich hier eher die Frage stellen: ja, wer denn überhaupt? Für mich haben derzeit schlicht kaum Spieler die Qualität, um Sancho und dessen Fähigkeitenpakt zu ersetzen. Entsprechend ist die Wahrscheinlichkeit, dass man über mehrere Positionen kompensieren muss, ausgesprochen hoch. Bedeutet für mich also vor allem einen notwendigen Kreativitätszuwachs im Mittelfeld, zusätzlich zum Sancho Nachfolger. In Kombination mit den vorherigen Punkten bedeutet das, dass die Kette zwingend funktional zu bekommen ist und die Defensivspezialisten im Mittelfeld reduziert werden müssen, um dort mehr Kreativität und Dynamik installieren zu können. Ich glaube, dass ein Sancho Abgang sonst keine Potenziale derzeit freisetzen würde, aber jede Menge Folgen für den bestehenden Kader hätte. Bei Haland würden die Tore fehlen, keine Frage, auch das wird man so nicht ersetzt bekommen, aber ich glaube es gibt Optionen, die die Scorer aufrecht erhalten können. Dazu glaube ich, dass ein Haland auch mehr Querinvests ermöglichen würde, um bspw. mit Hlozek schon mal der Reus Nachfolge etwas vorzugreifen und auf der sekundären Abschlussspielerposition auch nochmal ein paar kreative Elemente hinzuzufügen.
- deutsche Spieler: wie man schon an meinen ganzen Vorschlägen sieht, glaube ich, dass es schwer werden wird, an Ligue 1 Spielern vorbei zu kommen und weiterhin so sehr auf Deutsche zu setzen, wie in den letzten Jahren. Ich sehe keinen Weg den Haufen, insbesondere in Kompatibilität mit Rose, funktional zu bekommen. Selbst wenn das im Einzelfall keine qualitativen Gründe hat. Zwar gibt es durchaus ein paar Interessante Talente, vor allem auf LV, aber das muss auch preislich passen. Ansonsten wird man denke ich erst mal den Fokus auf passgenaue Spieler legen müssen, statt auf Identität. Einen Neuhaus muss man sich daher zwingend verkneifen, da er die dynamisch-kreativen Anforderungen nicht erfüllen wird, die der BVB nächste Saison erwarten lässt. Mal geschweige denn, wie viele Probleme mit dem Budget, das er fressen würde, eigentlich angegangen werden müssen.
Unterm Strich ist die Situation selbst mit CL Quali komplex. Verpasst man diese, wird es extrem schwer kurzfristig wieder so viel richtig zu machen, dass der aktuelle Anspruch wieder zu erfüllen ist. Schafft man es nicht, sondern macht in diesem Fall weitere Fehler, glaube ich, dass man für längere Zeit weg vom Fenster ist, selbst wenn ich hie und da mit dem ein oder anderen Positivausrutscher rechnen würde. Ich glaube daher, dass der BVB so oder so vor einem enorm kritischen Transfersommer stehen wird, der alles abverlangt: Fehlerkorrekturen, harte Entscheidungen und finanzielle Kreativität, auf einem Markt, der nur wenige BVB Spieler gezielt und hochpreisig nachfragen wird! Der Sommer wird deshalb mindestens für die nächsten 5 Jahre wegweisend sein.
Wenn ein Kader dann ungefäjhr so aussehen würde ...
-------------------------- Reus ------------------ MALEN -------------------------------------
-------------------------- Hazard --------------- Moukoko ----------------------------------
---------------------------------------- Reyna --------------------------------------------------
---------------------------------------- Brandt -------------------------------------------------
-------------------- FAIVRE --------------------------- Bellingham -------------------------
-------------------- Guerreiro ----------------------- (FAIVRE) ------------------------------
----------------------------------------- Can ----------------------------------------------------
----------------------------------------- Witsel -------------------------------------------------
---- NDICKA ---------- Hummels ------------- WALUKIEWICZ --------- Meunier -----
---- Delaney --------- (NDICKA) -------------- BADE --------------------- Knauff -------
----------------------------------------- Bürki --------------------------------------------------
----------------------------------------- Unbehaun -------------------------------------------
... wären das immer noch fünf Neuzugänge. Und da frage ich mich eben, ob das finanziell überhaupt möglich sein wird. Auch wenn man Schulz, Wolf und Co. verliehen bekommt, wird man deren Gehälter ja trotzdem zu großen Teilen weiterzahlen müssen. Kein Verein der Welt zahlt unseren Abgangskandidaten auch nur annähernd das Gehalt, das sie bei uns beziehen.
Und zweitens stellt sich mir die Frage, mit welchen Argumenten man einen Malen oder Ndicka bzw. Faivre nach Dortmund holen will, wenn man keine CL spielt.
Bade und Ndicka haben Verträge bis 2023, Walukiewicz und Malen bsi 2024 und Faivre bis 2025. Das wird eine teure Angelegenheit, schon was die Ablösen angeht. Auf der Gegenseite wird bei einem eventuellen Verkauf von Akanji und Zagadou aufgrund der Vertragslaufzeit bis 2022 nicht viel rumkommen. Man müsste für Haaland und Sancho schon richtige Unsummen kassieren, um Ablösen und Gehälter der neuen gegenzufinanzieren.
Das ist alles schon ziemlich verfahren ...
Du malst jetzt natürlich das Extremszenario auf, mit Haland UND Sancho Abgang auf sowie den Abgang beider IV. Ich denke schon, dass da genug Geld zusammenkommen würde, allerdings stelle ich mir das dann eher so vor, wenn es dazu kommen sollte, was ich nicht hoffe:
------------ THURAM --------------------- MALEN ------------------------------------------
------------ HLOZEK --------------------- Moukoko ----------------------------------------
----------------------------------- Reyna ------------------------ FAIVRE -------------------
------------------------------------ Reus ------------------------ Hazard --------------------
----------------- Guerreiro --------------------------------------------------------------------
---------------- Bellingham -------------------------------------------------------------------
----------------------------------------------- Can ---------------------------------------------
------------------------------------------ (Bellingham) -------------------------------------- Witsel*
----FIRPO ------- N'DICKA ------------------------- BADE------------------ Meunier ---
---- ???** ------- Hummels ----------------------- Witsel ----------------- Knauff ----- Morey/Semic/Passlack?
----------------------------------------- Bürki --------------------------------------------------
-------------------------------------- Unbehaun ----------------------------------------------
Ich hoffe die asymmetrische Raute ist soweit verständlich und wie fließend, die Systemübergänge, zwischen 4-4-2 Raute, 4-2-1-3 und 4-1-3-2 usw. sein können. Dafür sollte man sich jetzt auch nicht so sehr auf Guerreiro, Reyna und Faivre konzentrieren, die wahrscheinlich auch die Positionen tauschen könnten und mal mehr 8er sind, mal mehr 10er, HS oder OA. Auch Bellingham sollte in der Raute sehr flexibel einsetzbar sein, wobei sich die Anordnung dabei immer etwas verändern würde, sodass es letztendlich auch auf die Offensiven so seine Auswirkungen haben dürfte. Somit sollte man mit den Spielertypen insgesamt eigentlich sehr viele Rochaden spielen können und kann damit das Halbfeld oder den Rautenkopf situativ passend besetzen.
*ich erwarte ihn vor November nicht wirklich zurück. In dem Alter ist die Verletzung zudem in vielen Fällen ein Karrierekiller, weswegen ich nicht glaube, dass er nochmal in Topverfassung zurückkehren wird. Ich könnte mir lediglich vorstellen, dass er in der IV noch eine Chance hat, was sich aber bei Verletzungen von N'Dicka und Bade problematisch gestalten dürfte, in Bezug auf Hummels und sein Tempo.
**Mittelfristig habe ich nach wie vor Netz oder Katterbach im Blick, aber ich glaube im Moment nicht so wirklich, dass das im Sommer schon klappt.
Macht 7 Neuzugänge in diesem Szenario, die zwingend wären und schon ziemlich das Minimum (siehe RIV und RV BU). Finanziell würde ich mit 325 Mio. auf der Einnahmenseite rechnen und maximal 125 Mio. Ausgaben (Firpo wäre ja nur geliehen) - alles inklusive AK von Rose und Abgängen aller Leihspieler. Bei dem absoluten Überschuss, sollte das möglich sein, weswegen ich mir um die Realisierbarkeit wegen der Finanzen nicht die ganz großen Sorgen machen würde. Steuerlich macht das aber nicht so viel Sinn, wenn Haland und Sancho gehen, samt der ganzen weiteren Abgänge, da das den Gewinn extrem treiben dürfte, selbst wenn man es über 2 Geschäftsjahre verteilt bekommt. Wahrscheinlicher ist daher nur ein Abgang von Haland oder Sancho in diesem Sommer. Dann würde ich mit 210-240 Mio. rechnen auf der Einnahmenseite und 95 Mio. auf der Ausgabenseite. Auch das sollte möglich sein, weil ich damit rechnen würde, dass bei den Gehältern deutlich eingespart wird. Wenn ich das grob überschlage, würde ich mit einem Kader rechnen, der 25-30 Mio. weniger im Etat veranschlagt. Wie gesagt, das wird ein riesen Umbruch, der nötig ist ...
Denkt ihr eigentlich ein mittelfeldstratege wie tolisso oder Paredes wären eine Überlegung wert?
Ich finde unsere Zentrale sowas von nicht vorhanden im Moment
Das ist unser Problem derzeit. Kontrolle des MF und die Abstimmung stimmen nicht. Warum, keine Ahnung.
14.02.2021 - 22:12 Uhr
Zitat von alisander
Das ist unser Problem derzeit. Kontrolle des MF und die Abstimmung stimmen nicht. Warum, keine Ahnung.
Zitat von Muenchner09er
Denkt ihr eigentlich ein mittelfeldstratege wie tolisso oder Paredes wären eine Überlegung wert?
Ich finde unsere Zentrale sowas von nicht vorhanden im Moment
Zitat von BVBBC
Du malst jetzt natürlich das Extremszenario auf, mit Haland UND Sancho Abgang auf sowie den Abgang beider IV. Ich denke schon, dass da genug Geld zusammenkommen würde, allerdings stelle ich mir das dann eher so vor, wenn es dazu kommen sollte, was ich nicht hoffe:
------------ THURAM --------------------- MALEN ------------------------------------------
------------ HLOZEK --------------------- Moukoko ----------------------------------------
----------------------------------- Reyna ------------------------ FAIVRE -------------------
------------------------------------ Reus ------------------------ Hazard --------------------
----------------- Guerreiro --------------------------------------------------------------------
---------------- Bellingham -------------------------------------------------------------------
----------------------------------------------- Can ---------------------------------------------
------------------------------------------ (Bellingham) -------------------------------------- Witsel*
----FIRPO ------- N'DICKA ------------------------- BADE------------------ Meunier ---
---- ???** ------- Hummels ----------------------- Witsel ----------------- Knauff ----- Morey/Semic/Passlack?
----------------------------------------- Bürki --------------------------------------------------
-------------------------------------- Unbehaun ----------------------------------------------
Ich hoffe die asymmetrische Raute ist soweit verständlich und wie fließend, die Systemübergänge, zwischen 4-4-2 Raute, 4-2-1-3 und 4-1-3-2 usw. sein können. Dafür sollte man sich jetzt auch nicht so sehr auf Guerreiro, Reyna und Faivre konzentrieren, die wahrscheinlich auch die Positionen tauschen könnten und mal mehr 8er sind, mal mehr 10er, HS oder OA. Auch Bellingham sollte in der Raute sehr flexibel einsetzbar sein, wobei sich die Anordnung dabei immer etwas verändern würde, sodass es letztendlich auch auf die Offensiven so seine Auswirkungen haben dürfte. Somit sollte man mit den Spielertypen insgesamt eigentlich sehr viele Rochaden spielen können und kann damit das Halbfeld oder den Rautenkopf situativ passend besetzen.
*ich erwarte ihn vor November nicht wirklich zurück. In dem Alter ist die Verletzung zudem in vielen Fällen ein Karrierekiller, weswegen ich nicht glaube, dass er nochmal in Topverfassung zurückkehren wird. Ich könnte mir lediglich vorstellen, dass er in der IV noch eine Chance hat, was sich aber bei Verletzungen von N'Dicka und Bade problematisch gestalten dürfte, in Bezug auf Hummels und sein Tempo.
**Mittelfristig habe ich nach wie vor Netz oder Katterbach im Blick, aber ich glaube im Moment nicht so wirklich, dass das im Sommer schon klappt.
Macht 7 Neuzugänge in diesem Szenario, die zwingend wären und schon ziemlich das Minimum (siehe RIV und RV BU). Finanziell würde ich mit 325 Mio. auf der Einnahmenseite rechnen und maximal 125 Mio. Ausgaben (Firpo wäre ja nur geliehen) - alles inklusive AK von Rose und Abgängen aller Leihspieler. Bei dem absoluten Überschuss, sollte das möglich sein, weswegen ich mir um die Realisierbarkeit wegen der Finanzen nicht die ganz großen Sorgen machen würde. Steuerlich macht das aber nicht so viel Sinn, wenn Haland und Sancho gehen, samt der ganzen weiteren Abgänge, da das den Gewinn extrem treiben dürfte, selbst wenn man es über 2 Geschäftsjahre verteilt bekommt. Wahrscheinlicher ist daher nur ein Abgang von Haland oder Sancho in diesem Sommer. Dann würde ich mit 210-240 Mio. rechnen auf der Einnahmenseite und 95 Mio. auf der Ausgabenseite. Auch das sollte möglich sein, weil ich damit rechnen würde, dass bei den Gehältern deutlich eingespart wird. Wenn ich das grob überschlage, würde ich mit einem Kader rechnen, der 25-30 Mio. weniger im Etat veranschlagt. Wie gesagt, das wird ein riesen Umbruch, der nötig ist ...
Zitat von stanleebuddha
Wenn ein Kader dann ungefäjhr so aussehen würde ...
-------------------------- Reus ------------------ MALEN -------------------------------------
-------------------------- Hazard --------------- Moukoko ----------------------------------
---------------------------------------- Reyna --------------------------------------------------
---------------------------------------- Brandt -------------------------------------------------
-------------------- FAIVRE --------------------------- Bellingham -------------------------
-------------------- Guerreiro ----------------------- (FAIVRE) ------------------------------
----------------------------------------- Can ----------------------------------------------------
----------------------------------------- Witsel -------------------------------------------------
---- NDICKA ---------- Hummels ------------- WALUKIEWICZ --------- Meunier -----
---- Delaney --------- (NDICKA) -------------- BADE --------------------- Knauff -------
----------------------------------------- Bürki --------------------------------------------------
----------------------------------------- Unbehaun -------------------------------------------
... wären das immer noch fünf Neuzugänge. Und da frage ich mich eben, ob das finanziell überhaupt möglich sein wird. Auch wenn man Schulz, Wolf und Co. verliehen bekommt, wird man deren Gehälter ja trotzdem zu großen Teilen weiterzahlen müssen. Kein Verein der Welt zahlt unseren Abgangskandidaten auch nur annähernd das Gehalt, das sie bei uns beziehen.
Und zweitens stellt sich mir die Frage, mit welchen Argumenten man einen Malen oder Ndicka bzw. Faivre nach Dortmund holen will, wenn man keine CL spielt.
Bade und Ndicka haben Verträge bis 2023, Walukiewicz und Malen bsi 2024 und Faivre bis 2025. Das wird eine teure Angelegenheit, schon was die Ablösen angeht. Auf der Gegenseite wird bei einem eventuellen Verkauf von Akanji und Zagadou aufgrund der Vertragslaufzeit bis 2022 nicht viel rumkommen. Man müsste für Haaland und Sancho schon richtige Unsummen kassieren, um Ablösen und Gehälter der neuen gegenzufinanzieren.
Das ist alles schon ziemlich verfahren ...
Zitat von BVBBC
Mal ein paar Gedanken zur Transferpolitik:
Es dürfte ziemlich klar sein, dass die CL mit dem aktuellen Leistungsvermögen und der Menge an Konkurrenz, kaum zu erreichen ist. Entsprechend wird das finanzielle Konsequenzen nach sich ziehen, die eine finanziell eh schon komplizierte Situation (Verbindlichkeiten aus Transfergeschäften, Anzahl Spieler Ü30, auslaufende Verträge 2022, Fehlallokationen im Etat, allgemeine Marktlage), nochmals deutlich komplizierter macht. Die Verbindlichkeiten weiter zu steigern, macht dabei für mich keinen Sinn, weil darin keine Lösung enthalten ist, die den Kader verbessert. Das würde in allererster Linie schließlich bedeuten, dass man den Kader in großen Teilen zusammenhält, die Gehälter nicht senkt und den Umbruch eher klein hält, also nicht großartig investiert wird. Es wäre kein Ansatz, um den Kader zu verändern und zur Abbiegung zurückzukehren, in der man in die Sackgasse fuhr. Daher wird es einen Ansatz geben müssen, bei dem die Ausfälle der CL Gelder im Etat eingespart werden, um aus den generierten Ablösen möglichst hohe Invests zuzulassen. Es geht in den Extremfällen um die Reduktion von 30 Mio. im Etat oder 60 Mio. zusätzliche Transfereinnahmen. Denn völlig egal, wer Trainer wird, diese Truppe ist untrainierbar, bedingt durch ihre Zusammenstellung, sodass es hier zwingend Ansätze benötigt, wie Widersprüche nicht nur reduziert, sondern aufgelöst werden. Im Grunde unabhängig vom Trainer, wobei ich davon ausgehe, dass es Rose wird.
Dabei gibt es für mich folgende Kernthemen:
- Kette: die Kette kann so nicht zusammen bleiben. Teils wird sich das durch die auslaufenden Verträge 2022 wohl von selbst erledigen, indem die Spieler teils gehen. Ich glaube nicht, dass Akanji bleibt und bei Zagadou hege ich mittlerweile auch immer größere Zweifel. Hummels und Akanji funktionieren schließlich gar nicht miteinander, ergänzen sich schlecht und müssen sich meines Erachtens taktisch viel zu sehr aufeinander konzentrieren, worunter aber das Kollektiv leidet, weil sie - wahrscheinlich auch dadurch und nicht nur individuell bedingt - ständig zu weit absinken, damit dem Mittelfeld unglaublich große Räume zu bearbeiten geben, die sie absichern müssen und Akanji ist kein Ausputzertyp, den Hummels neben sich benötigen würde. Den würde Akanji eigentlich selbst benötigen. Da Hummels Vertrag aber klar ist, sich womöglich sogar bis 2023 verlängert und er mit seinen Leistungen nirgendwo mehr ansatzweise ähnlich viel verdienen wird, wahrscheinlich auch nirgendwo anders mehr spielen will, wird nichts anderes übrig bleiben, als sich von Akanji zu trennen, dem man im Verein wohl auch immer mehr den schwarzen Peter zuzuschieben scheint, obwohl die Probleme in der Kette meinen Augen alle vom Hummels Transfer ausgehen. Zumal es schließlich ja nicht nur darum geht, wie Hummels und Akanji sich ergänzen, sondern auch darum, wie sich Guerreiro und Hummels ergänzen. Das ist im Grunde sogar noch ein viel größeres Thema, weil diese Schnittstelle in den letzten Wochen stets von Delaney zugelaufen wurde, was er in den letzten 2 Spielen aber auch nicht mehr schaffte und was dann letztendlich auch gleichbedeutend war, mit einer 3er Kette, die man mit Can sowieso schon mindestens asymmetrisch gespielt hat. Auch Meunier ist ein rein defensiver AV, sodass die Trennung von Defensive und Offensive meines Erachtens vor allem durch die Personalie Hummels bedingt ist.
An sich dürfte das daher niemals heißen, das man die Truppe weiter um Hummels baut, unabhängig seines Alters, da schlicht zu viele Anpassungen nötig sind, um ihm die passenden Mitspieler hinzustellen. Allerdings benötigt Zagadou so ziemlich dieselben Nebenmänner, wie Hummels, sodass denke ich von der Frage, wie es mit Zagadou weitergeht, viel abhängt. Zagadou ist schließlich jung und wenn man zumindest 2 IV ähnlichen Typs hat, gibt es durchaus eine gewisse Rechtfertigung, dass man eben doch auf ihn und Hummels abstellt, wenn man mit Zagadou verlängert. Dann käme es eben darauf an, dass man daneben Balancespieler bekommt, die weniger Spezialist darstellen, wie die aktuellen Spieler. Würde heißen, dass man auf LV einen absichernden Mann benötigt, der über ausreichend Zweikampfhärte und Tempo verfügt, der zudem technisch nicht so limitiert ist, wie Schulz. Zumindest unter Rose dürfte es für Guerreiro offensiver auch genug Platz geben, während er unter anderen Trainern logischer Abgangskandidat wäre, was ich bedenklich finden würde. Denn ein echter ZM ist er für mich trotz aller Fähigkeiten nicht, sodass man eventuell noch einen Leistungsträger opfern müsste, nur damit es hinten funktioniert. Das wird allerdings eh ein sehr schwieriges Thema. Einen wirklich guten und dann auch noch passenden Spieler, sehe ich im Moment nicht. Zumindest keinen, der nicht irgendwo wieder einen Haken hat. Tagliafico wäre bspw. gut und passend, ist aber zu alt, was man zwingend vermeiden sollte, will man sich nicht noch mehr Probleme in der Altersstruktur schaffen, sodass man dann in spätestens 2-3 Jahren direkt wieder eine Baustelle in der Kette hat, mit noch weniger Geld. Delaney wäre intern eine gute Lösung in meinen Augen, wofür er sein Spiel meines Erachtens auch gar nicht großartig umstellen, aber wenn er einen langfristigen Vertrag will, würde ich passen, um nicht noch mehr Rentenverträge aufzunehmen. Zwar ist er noch keine 30 und seine Leistungen sind im Moment top, aber man muss eben auch sehen, was zu erwarten ist, wenn er dann mal 31-32 ist. Vermutlich wäre Firpo eine Leihe wert, aber sonst wird es mit dem perfekten LV schwer. Ich hoffe ja nur, dass Rose nicht glaubt, dass er Schulz "wieder" hinbekommt. Denn Schulz ist im Detail eben kein passender Nebenmann für Hummels und Zagadou und hat davon abgesehen zu grobe Schwächen. Je eher man das Missverständnis auflöst, desto besser. Die Verluste werden meines Erachtens jedenfalls nicht geringer, nur der sportliche Schaden kann noch zunehmen.
Auf RIV würde es zudem einen IV verlangen, der einerseits hoch und mannorientiert verteidigen kann (kollektivtaktische Anforderung), der aber auch daran gewöhnt ist umsichtiger und absichernd zu agieren. Das ist anspruchsvoller als es klingt und die Topqualität, die der BVB sich sichern könnte, gibt es in meinen Augen derzeit auch nicht. Mit Loic Bade aus Lens habe ich dahingehend jedoch ein Talent im Blick, das dieser Anforderung durchaus gerecht werden könnte. Zwar spielt er aktuell in einer 3er Kette, aber sein Nebenmann Medina verlangt von ihm ähnliches Verhalten und er zeigt durchaus ansprechende Leistungen, ist einer der Durchstarter der Saison. An sich hat er noch nicht genug Erfahrung für den BVB, aber wenn es eh zu einem Jahr ohne CL kommt und ein Umbruch unausweichlich ist, wird man sich denke ich an genau solche Spieler halten müssen. Potenzial ist sowieso genug da, um ein maximal kompletter IV zu werden. Somit gilt es hier wohl ein gewisses Risiko zu nehmen. Walukiewicz, der in der Gerüchteküche Thema ist, wäre auch eine Variante, wobei ich glaube, dass Bade technisch und im Aufbau nochmal eine ganz andere Nummer ist. Die sichere Nummer gibt es für mich daher aber in jedem Fall nicht, richtet man sich nach Hummels und vor allem Zagadous Bedarf an Nebenmännern.
Kann man mit Akanji verlängern müsste man meines Erachtens den LIV auf ihn und Guerreiro abstellen. Also im Grunde bräuchte man jemanden, wie Bade, nur als Linksfuß. Dafür würde ich N'Dicka nach wie vor als ziemlich ideal betrachten. Ich rechne allerdings nicht damit, dass dieses Szenario die höhere Wahrscheinlichkeit besitzt, obwohl es in meinen Augen das wesentlich sinnigere wäre, weil es kurzfristig leistungsfähiger zu erwarten und trotzdem nachhaltig ist. Die Entscheidung, ob man auf Hummels setzt oder nicht, erwarte ich vereinsintern jedoch gar nicht erst und daher dürften die Würfel in der Beziehung längst gefallen sein, egal was Zagadou noch macht. Geht Zagadou, kann es jedoch sein, dass es für die Kette gleich 5 neue Spieler benötigt. Der Umbruch in der Kette wird also extrem ausfallen und in meinen Augen auch kostenintensiv. Für RV würde dann kein Budget übrig bleiben, wobei ich sowieso nicht glaube, dass man dort großartig Budget einplant. Solange Rose Trainer wird, könnte Meunier dort - zwar überbezahlt, aber systemkompatibel - wirken. Maximal tauscht man Morey mit einem anderen Talent (Semic?) aus, wobei ich mir auch vorstellen könnte, dass Knauff auf der Position unter Rose eine gewisse Chance haben könnte. Der größte Teil des Umbruchs, der zu erwarten ist, müsste letztendlich aber so oder so in der Kette stattfinden. Solange man hier nicht stabil wird, wird man auch auf den Positionen davor viel zu viel auf die Kette abstellen müssen, ohne damit den gewünschten Effekt zu erzielen, weil man nicht auf die Stärken dieser Spieler abstellt und dann auch noch zusätzlich Ressourcen defensiv bindet, die dadurch offensiv nicht mehr zur Verfügung stehen.
- Mittelfeld: Das Thema Delaney habe ich oben ja schon etwas angerissen. Meines Erachtens wie gesagt ein schwieriges Thema, da ich ihn auf Dauer nicht gut genug im Mittelfeld finde. Ich sehe auch, wie wichtig seine Defensivaktionen für das Kollektiv sind, aber dadurch bleiben originäre Aufgaben des Mittelfelds, die von der Kette nicht übernommen werden können, komplett auf der Strecke. Egal, wie sehr Guerreiro und Delaney die Positionen tauschen, aber das ist am Ende nichts Ganzes. Einerseits wegen der Rochade, die man sich sparen könnte, indem man sie fixiert. Andererseits deswegen, da Guerreiro im Aufbau auch nicht der beste Spieler ist, sondern eher ein Box-to-Box. Wenn die Kette dann im Ballbesitz nicht so offensiv wird, dass sie die Aufbauaufgaben des Mittelfelds komplett übernehmen kann - theoretisch hätten unsere IV die Qualität, aber wegen der Probleme in der Rückwärtsbewegung, ist das mit Risiko verbunden -, fehlt dem Mittelfeld der Aufbau. Aber nicht nur. Denn der Abräume im Mittelfeld fehlt eben auch, wenn dieser für die Kette abgestellt wird. Bellingham macht dahingehend meines Erachtens mit seinen 17 bereits jetzt einen bemerkenswerten Job, aber es ist klar, dass da noch Grenzen bestehen, die auch für erfahrenere Spieler unüberwindbar sind. Ich denke daher, dass man auch im Mittelfeld umstrukturieren muss und auf der 6 sowohl im Aufbau als auch in der Defensivarbeit mehr Qualität benötigt. Mit Witsel rechne ich ehrlich gesagt nur noch im letzten Halbjahr, bis sein Vertrag ausläuft. Wegen Can wird man dahingehend wahrscheinlich aber nichts machen. Zu teuer, zu wichtig dürften deutsche Spieler für den Kader bleiben.
Daher glaube ich, dass man davor kreativer werden muss, aber auch in Verbindung mit klaren 8er Fähigkeiten und vor allem höherer Defensivqualität, die dann auch noch ins Rose System passen. Stand jetzt erfüllt das nur Bellingham in meinen Augen und eben Guerreiro teilweise. Brandt und Reyna haben dahingehend noch zu viel Arbeit vor sich und sind meines Erachtens auch eher Konkurrenten auf offensiveren Positionen, wo es auch nach wie vor um Reus gehen wird. Der verkompliziert die ganze Transferstrategie nochmal zusätzlich, wenn auch der nächste Trainer ihn weiterhin zentral einsetzt. Spätestens dann sind Spezalisten im Zentrum Fehl am Platz und man benötigt Allrounder dahinter, die alles können. Der BVB besteht derzeit im Grunde im Mittelfeld aber nur aus Spezialisten. Defensivspezialisten (Can, Delaney), Aufbauspezialist Witsel und Offensivspezialisten, die mehr (Reyna und Brandt) oder weniger (Reus) Mittelfeldaufgaben übernehmen können. Daher braucht man sich auch nicht über Bellinghams Einsatzzeiten wundern, da er für mich dahingehend klar am meisten als Allrounder liefert - nur noch nicht genug, was auch zu viel verlangt ist. Wenn man die Abwehr möglichst funktional aufstellen will, kann man hier in meinen Augen daher nicht auch noch die Frage nach Reus Lieblingsposition zugestehen. Reus muss aus dem Mittelfeld raus, wieder klar der Offensive, als sekundärer Abschlussspieler agieren, auf die Bank oder gleich direkt gehen, so undankbar das vielleicht klingen mag. An das Politikium wird man sich nicht herantrauen, das ist mir klar, aber auch das wird alles, was man macht aushebeln, weil man nicht die komplette Abwehr auf Hummels/Zagadou und dann auch noch das komplette Mittelfeld auf Reus abstimmen kann, damit es die Anforderungen, die unsere Gegner stellen erfüllt.
Hier gilt es derzeit eine eindeutige Entscheidung zu fällen, wobei diese vergleichsweise einfach sein sollte - es wahrscheinlich aber nicht ist. Es gibt für Reus schlicht noch mehr notwendige Anpassungen, die er erst recht nicht mehr wert ist, damit er seine vermeintliche Lieblingsposition bekleiden darf. Da geht es eben nicht mal mehr nur um die Frage, ob man Brandt opfert oder nicht, sondern wen nicht, soll das irgendwie erfolgsorientiert aussehen. Abgesehen von Bellingham ist kein DM/ZM unseres aktuellen Kaders als Spielertyp - qualitativ ist nochmal eine andere Frage - ausreichend kompatibel zu einem 10er/HS Reus. Ich hoffe daher sehr auf jemanden, wie Romain Faivre aus Brest, der ideal zu Rose passen sollte, weil er kreativ ist, dynamisch und dennoch defensiv engagiert, ohne dabei auf eine Position festgelegt zu sein. Insbesondere bei einem Sancho Abgang wird man auch entsprechende Kreativitätszuwäche aus dem Zentrum benötigen. Bedeutet dann auch für die Kette, dass sie mit weniger Unterstützung des Zentrums klarkommen muss. Dafür wird man denke ich Brandt opfern müssen, der zwar ein toller Spieler ist, aber ein Spezialist, von dem man insgesamt zu viele hat, sodass ich seine Perspektive unter Rose nicht sehe. Die Transferpolitik muss daher in jedem Fall eine klare Ansage an Reus sein, dass er kein Mittelfeldspieler ist und man nicht auf ihn dahingehend abstellen kann.
- Sancho oder Haland Abgang: es wird zwangsläufig einen der Beiden, vielleicht sogar Beide treffen, wenn man die CL verpasst. Würde man die CL erreichen, wäre man wahrscheinlich nicht mal auf einen Abgang angewiesen und könnte entsprechend auch Preise jenseits von Gut und Böse verlangen. Solange man die CL erreicht, glaube ich jedenfalls, dass die Verbindlichkeiten und der Etat gleichermaßen zu stemmen sind, sofern man nur überschüssige Spieler aussortiert. Sobald man die CL verpasst, werden die Einsparungen und Einnahmen aber höher ausfallen müssen, da ich nicht sehe, wie man mit diesem Kader eine Aufnahme weiterer Verbindlichkeiten rechtfertigen will.
Ich persönlich glaube, dass Haland einfacher zu ersetzen ist. Einerseits, da ich damit rechne, dass er mehr Geld einbringt als Sancho, weil bspw. City auf alle Fälle einen Deal mit einem Topstürmer im Sommer suchen wird und nicht auf Zeit spielen kann, wenn Aguero geht, wodurch viel Geld im MS Markt zu erwarten ist. Andererseits, da ich mehr bezahlbare und hochwertige Haland Nachfolger (Malen, Thuram, ...)auf dem Markt erwarte, als potenzielle Sancho Nachfolger - statt einer Auflistung muss man sich hier eher die Frage stellen: ja, wer denn überhaupt? Für mich haben derzeit schlicht kaum Spieler die Qualität, um Sancho und dessen Fähigkeitenpakt zu ersetzen. Entsprechend ist die Wahrscheinlichkeit, dass man über mehrere Positionen kompensieren muss, ausgesprochen hoch. Bedeutet für mich also vor allem einen notwendigen Kreativitätszuwachs im Mittelfeld, zusätzlich zum Sancho Nachfolger. In Kombination mit den vorherigen Punkten bedeutet das, dass die Kette zwingend funktional zu bekommen ist und die Defensivspezialisten im Mittelfeld reduziert werden müssen, um dort mehr Kreativität und Dynamik installieren zu können. Ich glaube, dass ein Sancho Abgang sonst keine Potenziale derzeit freisetzen würde, aber jede Menge Folgen für den bestehenden Kader hätte. Bei Haland würden die Tore fehlen, keine Frage, auch das wird man so nicht ersetzt bekommen, aber ich glaube es gibt Optionen, die die Scorer aufrecht erhalten können. Dazu glaube ich, dass ein Haland auch mehr Querinvests ermöglichen würde, um bspw. mit Hlozek schon mal der Reus Nachfolge etwas vorzugreifen und auf der sekundären Abschlussspielerposition auch nochmal ein paar kreative Elemente hinzuzufügen.
- deutsche Spieler: wie man schon an meinen ganzen Vorschlägen sieht, glaube ich, dass es schwer werden wird, an Ligue 1 Spielern vorbei zu kommen und weiterhin so sehr auf Deutsche zu setzen, wie in den letzten Jahren. Ich sehe keinen Weg den Haufen, insbesondere in Kompatibilität mit Rose, funktional zu bekommen. Selbst wenn das im Einzelfall keine qualitativen Gründe hat. Zwar gibt es durchaus ein paar Interessante Talente, vor allem auf LV, aber das muss auch preislich passen. Ansonsten wird man denke ich erst mal den Fokus auf passgenaue Spieler legen müssen, statt auf Identität. Einen Neuhaus muss man sich daher zwingend verkneifen, da er die dynamisch-kreativen Anforderungen nicht erfüllen wird, die der BVB nächste Saison erwarten lässt. Mal geschweige denn, wie viele Probleme mit dem Budget, das er fressen würde, eigentlich angegangen werden müssen.
Unterm Strich ist die Situation selbst mit CL Quali komplex. Verpasst man diese, wird es extrem schwer kurzfristig wieder so viel richtig zu machen, dass der aktuelle Anspruch wieder zu erfüllen ist. Schafft man es nicht, sondern macht in diesem Fall weitere Fehler, glaube ich, dass man für längere Zeit weg vom Fenster ist, selbst wenn ich hie und da mit dem ein oder anderen Positivausrutscher rechnen würde. Ich glaube daher, dass der BVB so oder so vor einem enorm kritischen Transfersommer stehen wird, der alles abverlangt: Fehlerkorrekturen, harte Entscheidungen und finanzielle Kreativität, auf einem Markt, der nur wenige BVB Spieler gezielt und hochpreisig nachfragen wird! Der Sommer wird deshalb mindestens für die nächsten 5 Jahre wegweisend sein.
Mal ein paar Gedanken zur Transferpolitik:
Es dürfte ziemlich klar sein, dass die CL mit dem aktuellen Leistungsvermögen und der Menge an Konkurrenz, kaum zu erreichen ist. Entsprechend wird das finanzielle Konsequenzen nach sich ziehen, die eine finanziell eh schon komplizierte Situation (Verbindlichkeiten aus Transfergeschäften, Anzahl Spieler Ü30, auslaufende Verträge 2022, Fehlallokationen im Etat, allgemeine Marktlage), nochmals deutlich komplizierter macht. Die Verbindlichkeiten weiter zu steigern, macht dabei für mich keinen Sinn, weil darin keine Lösung enthalten ist, die den Kader verbessert. Das würde in allererster Linie schließlich bedeuten, dass man den Kader in großen Teilen zusammenhält, die Gehälter nicht senkt und den Umbruch eher klein hält, also nicht großartig investiert wird. Es wäre kein Ansatz, um den Kader zu verändern und zur Abbiegung zurückzukehren, in der man in die Sackgasse fuhr. Daher wird es einen Ansatz geben müssen, bei dem die Ausfälle der CL Gelder im Etat eingespart werden, um aus den generierten Ablösen möglichst hohe Invests zuzulassen. Es geht in den Extremfällen um die Reduktion von 30 Mio. im Etat oder 60 Mio. zusätzliche Transfereinnahmen. Denn völlig egal, wer Trainer wird, diese Truppe ist untrainierbar, bedingt durch ihre Zusammenstellung, sodass es hier zwingend Ansätze benötigt, wie Widersprüche nicht nur reduziert, sondern aufgelöst werden. Im Grunde unabhängig vom Trainer, wobei ich davon ausgehe, dass es Rose wird.
Dabei gibt es für mich folgende Kernthemen:
- Kette: die Kette kann so nicht zusammen bleiben. Teils wird sich das durch die auslaufenden Verträge 2022 wohl von selbst erledigen, indem die Spieler teils gehen. Ich glaube nicht, dass Akanji bleibt und bei Zagadou hege ich mittlerweile auch immer größere Zweifel. Hummels und Akanji funktionieren schließlich gar nicht miteinander, ergänzen sich schlecht und müssen sich meines Erachtens taktisch viel zu sehr aufeinander konzentrieren, worunter aber das Kollektiv leidet, weil sie - wahrscheinlich auch dadurch und nicht nur individuell bedingt - ständig zu weit absinken, damit dem Mittelfeld unglaublich große Räume zu bearbeiten geben, die sie absichern müssen und Akanji ist kein Ausputzertyp, den Hummels neben sich benötigen würde. Den würde Akanji eigentlich selbst benötigen. Da Hummels Vertrag aber klar ist, sich womöglich sogar bis 2023 verlängert und er mit seinen Leistungen nirgendwo mehr ansatzweise ähnlich viel verdienen wird, wahrscheinlich auch nirgendwo anders mehr spielen will, wird nichts anderes übrig bleiben, als sich von Akanji zu trennen, dem man im Verein wohl auch immer mehr den schwarzen Peter zuzuschieben scheint, obwohl die Probleme in der Kette meinen Augen alle vom Hummels Transfer ausgehen. Zumal es schließlich ja nicht nur darum geht, wie Hummels und Akanji sich ergänzen, sondern auch darum, wie sich Guerreiro und Hummels ergänzen. Das ist im Grunde sogar noch ein viel größeres Thema, weil diese Schnittstelle in den letzten Wochen stets von Delaney zugelaufen wurde, was er in den letzten 2 Spielen aber auch nicht mehr schaffte und was dann letztendlich auch gleichbedeutend war, mit einer 3er Kette, die man mit Can sowieso schon mindestens asymmetrisch gespielt hat. Auch Meunier ist ein rein defensiver AV, sodass die Trennung von Defensive und Offensive meines Erachtens vor allem durch die Personalie Hummels bedingt ist.
An sich dürfte das daher niemals heißen, das man die Truppe weiter um Hummels baut, unabhängig seines Alters, da schlicht zu viele Anpassungen nötig sind, um ihm die passenden Mitspieler hinzustellen. Allerdings benötigt Zagadou so ziemlich dieselben Nebenmänner, wie Hummels, sodass denke ich von der Frage, wie es mit Zagadou weitergeht, viel abhängt. Zagadou ist schließlich jung und wenn man zumindest 2 IV ähnlichen Typs hat, gibt es durchaus eine gewisse Rechtfertigung, dass man eben doch auf ihn und Hummels abstellt, wenn man mit Zagadou verlängert. Dann käme es eben darauf an, dass man daneben Balancespieler bekommt, die weniger Spezialist darstellen, wie die aktuellen Spieler. Würde heißen, dass man auf LV einen absichernden Mann benötigt, der über ausreichend Zweikampfhärte und Tempo verfügt, der zudem technisch nicht so limitiert ist, wie Schulz. Zumindest unter Rose dürfte es für Guerreiro offensiver auch genug Platz geben, während er unter anderen Trainern logischer Abgangskandidat wäre, was ich bedenklich finden würde. Denn ein echter ZM ist er für mich trotz aller Fähigkeiten nicht, sodass man eventuell noch einen Leistungsträger opfern müsste, nur damit es hinten funktioniert. Das wird allerdings eh ein sehr schwieriges Thema. Einen wirklich guten und dann auch noch passenden Spieler, sehe ich im Moment nicht. Zumindest keinen, der nicht irgendwo wieder einen Haken hat. Tagliafico wäre bspw. gut und passend, ist aber zu alt, was man zwingend vermeiden sollte, will man sich nicht noch mehr Probleme in der Altersstruktur schaffen, sodass man dann in spätestens 2-3 Jahren direkt wieder eine Baustelle in der Kette hat, mit noch weniger Geld. Delaney wäre intern eine gute Lösung in meinen Augen, wofür er sein Spiel meines Erachtens auch gar nicht großartig umstellen, aber wenn er einen langfristigen Vertrag will, würde ich passen, um nicht noch mehr Rentenverträge aufzunehmen. Zwar ist er noch keine 30 und seine Leistungen sind im Moment top, aber man muss eben auch sehen, was zu erwarten ist, wenn er dann mal 31-32 ist. Vermutlich wäre Firpo eine Leihe wert, aber sonst wird es mit dem perfekten LV schwer. Ich hoffe ja nur, dass Rose nicht glaubt, dass er Schulz "wieder" hinbekommt. Denn Schulz ist im Detail eben kein passender Nebenmann für Hummels und Zagadou und hat davon abgesehen zu grobe Schwächen. Je eher man das Missverständnis auflöst, desto besser. Die Verluste werden meines Erachtens jedenfalls nicht geringer, nur der sportliche Schaden kann noch zunehmen.
Auf RIV würde es zudem einen IV verlangen, der einerseits hoch und mannorientiert verteidigen kann (kollektivtaktische Anforderung), der aber auch daran gewöhnt ist umsichtiger und absichernd zu agieren. Das ist anspruchsvoller als es klingt und die Topqualität, die der BVB sich sichern könnte, gibt es in meinen Augen derzeit auch nicht. Mit Loic Bade aus Lens habe ich dahingehend jedoch ein Talent im Blick, das dieser Anforderung durchaus gerecht werden könnte. Zwar spielt er aktuell in einer 3er Kette, aber sein Nebenmann Medina verlangt von ihm ähnliches Verhalten und er zeigt durchaus ansprechende Leistungen, ist einer der Durchstarter der Saison. An sich hat er noch nicht genug Erfahrung für den BVB, aber wenn es eh zu einem Jahr ohne CL kommt und ein Umbruch unausweichlich ist, wird man sich denke ich an genau solche Spieler halten müssen. Potenzial ist sowieso genug da, um ein maximal kompletter IV zu werden. Somit gilt es hier wohl ein gewisses Risiko zu nehmen. Walukiewicz, der in der Gerüchteküche Thema ist, wäre auch eine Variante, wobei ich glaube, dass Bade technisch und im Aufbau nochmal eine ganz andere Nummer ist. Die sichere Nummer gibt es für mich daher aber in jedem Fall nicht, richtet man sich nach Hummels und vor allem Zagadous Bedarf an Nebenmännern.
Kann man mit Akanji verlängern müsste man meines Erachtens den LIV auf ihn und Guerreiro abstellen. Also im Grunde bräuchte man jemanden, wie Bade, nur als Linksfuß. Dafür würde ich N'Dicka nach wie vor als ziemlich ideal betrachten. Ich rechne allerdings nicht damit, dass dieses Szenario die höhere Wahrscheinlichkeit besitzt, obwohl es in meinen Augen das wesentlich sinnigere wäre, weil es kurzfristig leistungsfähiger zu erwarten und trotzdem nachhaltig ist. Die Entscheidung, ob man auf Hummels setzt oder nicht, erwarte ich vereinsintern jedoch gar nicht erst und daher dürften die Würfel in der Beziehung längst gefallen sein, egal was Zagadou noch macht. Geht Zagadou, kann es jedoch sein, dass es für die Kette gleich 5 neue Spieler benötigt. Der Umbruch in der Kette wird also extrem ausfallen und in meinen Augen auch kostenintensiv. Für RV würde dann kein Budget übrig bleiben, wobei ich sowieso nicht glaube, dass man dort großartig Budget einplant. Solange Rose Trainer wird, könnte Meunier dort - zwar überbezahlt, aber systemkompatibel - wirken. Maximal tauscht man Morey mit einem anderen Talent (Semic?) aus, wobei ich mir auch vorstellen könnte, dass Knauff auf der Position unter Rose eine gewisse Chance haben könnte. Der größte Teil des Umbruchs, der zu erwarten ist, müsste letztendlich aber so oder so in der Kette stattfinden. Solange man hier nicht stabil wird, wird man auch auf den Positionen davor viel zu viel auf die Kette abstellen müssen, ohne damit den gewünschten Effekt zu erzielen, weil man nicht auf die Stärken dieser Spieler abstellt und dann auch noch zusätzlich Ressourcen defensiv bindet, die dadurch offensiv nicht mehr zur Verfügung stehen.
- Mittelfeld: Das Thema Delaney habe ich oben ja schon etwas angerissen. Meines Erachtens wie gesagt ein schwieriges Thema, da ich ihn auf Dauer nicht gut genug im Mittelfeld finde. Ich sehe auch, wie wichtig seine Defensivaktionen für das Kollektiv sind, aber dadurch bleiben originäre Aufgaben des Mittelfelds, die von der Kette nicht übernommen werden können, komplett auf der Strecke. Egal, wie sehr Guerreiro und Delaney die Positionen tauschen, aber das ist am Ende nichts Ganzes. Einerseits wegen der Rochade, die man sich sparen könnte, indem man sie fixiert. Andererseits deswegen, da Guerreiro im Aufbau auch nicht der beste Spieler ist, sondern eher ein Box-to-Box. Wenn die Kette dann im Ballbesitz nicht so offensiv wird, dass sie die Aufbauaufgaben des Mittelfelds komplett übernehmen kann - theoretisch hätten unsere IV die Qualität, aber wegen der Probleme in der Rückwärtsbewegung, ist das mit Risiko verbunden -, fehlt dem Mittelfeld der Aufbau. Aber nicht nur. Denn der Abräume im Mittelfeld fehlt eben auch, wenn dieser für die Kette abgestellt wird. Bellingham macht dahingehend meines Erachtens mit seinen 17 bereits jetzt einen bemerkenswerten Job, aber es ist klar, dass da noch Grenzen bestehen, die auch für erfahrenere Spieler unüberwindbar sind. Ich denke daher, dass man auch im Mittelfeld umstrukturieren muss und auf der 6 sowohl im Aufbau als auch in der Defensivarbeit mehr Qualität benötigt. Mit Witsel rechne ich ehrlich gesagt nur noch im letzten Halbjahr, bis sein Vertrag ausläuft. Wegen Can wird man dahingehend wahrscheinlich aber nichts machen. Zu teuer, zu wichtig dürften deutsche Spieler für den Kader bleiben.
Daher glaube ich, dass man davor kreativer werden muss, aber auch in Verbindung mit klaren 8er Fähigkeiten und vor allem höherer Defensivqualität, die dann auch noch ins Rose System passen. Stand jetzt erfüllt das nur Bellingham in meinen Augen und eben Guerreiro teilweise. Brandt und Reyna haben dahingehend noch zu viel Arbeit vor sich und sind meines Erachtens auch eher Konkurrenten auf offensiveren Positionen, wo es auch nach wie vor um Reus gehen wird. Der verkompliziert die ganze Transferstrategie nochmal zusätzlich, wenn auch der nächste Trainer ihn weiterhin zentral einsetzt. Spätestens dann sind Spezalisten im Zentrum Fehl am Platz und man benötigt Allrounder dahinter, die alles können. Der BVB besteht derzeit im Grunde im Mittelfeld aber nur aus Spezialisten. Defensivspezialisten (Can, Delaney), Aufbauspezialist Witsel und Offensivspezialisten, die mehr (Reyna und Brandt) oder weniger (Reus) Mittelfeldaufgaben übernehmen können. Daher braucht man sich auch nicht über Bellinghams Einsatzzeiten wundern, da er für mich dahingehend klar am meisten als Allrounder liefert - nur noch nicht genug, was auch zu viel verlangt ist. Wenn man die Abwehr möglichst funktional aufstellen will, kann man hier in meinen Augen daher nicht auch noch die Frage nach Reus Lieblingsposition zugestehen. Reus muss aus dem Mittelfeld raus, wieder klar der Offensive, als sekundärer Abschlussspieler agieren, auf die Bank oder gleich direkt gehen, so undankbar das vielleicht klingen mag. An das Politikium wird man sich nicht herantrauen, das ist mir klar, aber auch das wird alles, was man macht aushebeln, weil man nicht die komplette Abwehr auf Hummels/Zagadou und dann auch noch das komplette Mittelfeld auf Reus abstimmen kann, damit es die Anforderungen, die unsere Gegner stellen erfüllt.
Hier gilt es derzeit eine eindeutige Entscheidung zu fällen, wobei diese vergleichsweise einfach sein sollte - es wahrscheinlich aber nicht ist. Es gibt für Reus schlicht noch mehr notwendige Anpassungen, die er erst recht nicht mehr wert ist, damit er seine vermeintliche Lieblingsposition bekleiden darf. Da geht es eben nicht mal mehr nur um die Frage, ob man Brandt opfert oder nicht, sondern wen nicht, soll das irgendwie erfolgsorientiert aussehen. Abgesehen von Bellingham ist kein DM/ZM unseres aktuellen Kaders als Spielertyp - qualitativ ist nochmal eine andere Frage - ausreichend kompatibel zu einem 10er/HS Reus. Ich hoffe daher sehr auf jemanden, wie Romain Faivre aus Brest, der ideal zu Rose passen sollte, weil er kreativ ist, dynamisch und dennoch defensiv engagiert, ohne dabei auf eine Position festgelegt zu sein. Insbesondere bei einem Sancho Abgang wird man auch entsprechende Kreativitätszuwäche aus dem Zentrum benötigen. Bedeutet dann auch für die Kette, dass sie mit weniger Unterstützung des Zentrums klarkommen muss. Dafür wird man denke ich Brandt opfern müssen, der zwar ein toller Spieler ist, aber ein Spezialist, von dem man insgesamt zu viele hat, sodass ich seine Perspektive unter Rose nicht sehe. Die Transferpolitik muss daher in jedem Fall eine klare Ansage an Reus sein, dass er kein Mittelfeldspieler ist und man nicht auf ihn dahingehend abstellen kann.
- Sancho oder Haland Abgang: es wird zwangsläufig einen der Beiden, vielleicht sogar Beide treffen, wenn man die CL verpasst. Würde man die CL erreichen, wäre man wahrscheinlich nicht mal auf einen Abgang angewiesen und könnte entsprechend auch Preise jenseits von Gut und Böse verlangen. Solange man die CL erreicht, glaube ich jedenfalls, dass die Verbindlichkeiten und der Etat gleichermaßen zu stemmen sind, sofern man nur überschüssige Spieler aussortiert. Sobald man die CL verpasst, werden die Einsparungen und Einnahmen aber höher ausfallen müssen, da ich nicht sehe, wie man mit diesem Kader eine Aufnahme weiterer Verbindlichkeiten rechtfertigen will.
Ich persönlich glaube, dass Haland einfacher zu ersetzen ist. Einerseits, da ich damit rechne, dass er mehr Geld einbringt als Sancho, weil bspw. City auf alle Fälle einen Deal mit einem Topstürmer im Sommer suchen wird und nicht auf Zeit spielen kann, wenn Aguero geht, wodurch viel Geld im MS Markt zu erwarten ist. Andererseits, da ich mehr bezahlbare und hochwertige Haland Nachfolger (Malen, Thuram, ...)auf dem Markt erwarte, als potenzielle Sancho Nachfolger - statt einer Auflistung muss man sich hier eher die Frage stellen: ja, wer denn überhaupt? Für mich haben derzeit schlicht kaum Spieler die Qualität, um Sancho und dessen Fähigkeitenpakt zu ersetzen. Entsprechend ist die Wahrscheinlichkeit, dass man über mehrere Positionen kompensieren muss, ausgesprochen hoch. Bedeutet für mich also vor allem einen notwendigen Kreativitätszuwachs im Mittelfeld, zusätzlich zum Sancho Nachfolger. In Kombination mit den vorherigen Punkten bedeutet das, dass die Kette zwingend funktional zu bekommen ist und die Defensivspezialisten im Mittelfeld reduziert werden müssen, um dort mehr Kreativität und Dynamik installieren zu können. Ich glaube, dass ein Sancho Abgang sonst keine Potenziale derzeit freisetzen würde, aber jede Menge Folgen für den bestehenden Kader hätte. Bei Haland würden die Tore fehlen, keine Frage, auch das wird man so nicht ersetzt bekommen, aber ich glaube es gibt Optionen, die die Scorer aufrecht erhalten können. Dazu glaube ich, dass ein Haland auch mehr Querinvests ermöglichen würde, um bspw. mit Hlozek schon mal der Reus Nachfolge etwas vorzugreifen und auf der sekundären Abschlussspielerposition auch nochmal ein paar kreative Elemente hinzuzufügen.
- deutsche Spieler: wie man schon an meinen ganzen Vorschlägen sieht, glaube ich, dass es schwer werden wird, an Ligue 1 Spielern vorbei zu kommen und weiterhin so sehr auf Deutsche zu setzen, wie in den letzten Jahren. Ich sehe keinen Weg den Haufen, insbesondere in Kompatibilität mit Rose, funktional zu bekommen. Selbst wenn das im Einzelfall keine qualitativen Gründe hat. Zwar gibt es durchaus ein paar Interessante Talente, vor allem auf LV, aber das muss auch preislich passen. Ansonsten wird man denke ich erst mal den Fokus auf passgenaue Spieler legen müssen, statt auf Identität. Einen Neuhaus muss man sich daher zwingend verkneifen, da er die dynamisch-kreativen Anforderungen nicht erfüllen wird, die der BVB nächste Saison erwarten lässt. Mal geschweige denn, wie viele Probleme mit dem Budget, das er fressen würde, eigentlich angegangen werden müssen.
Unterm Strich ist die Situation selbst mit CL Quali komplex. Verpasst man diese, wird es extrem schwer kurzfristig wieder so viel richtig zu machen, dass der aktuelle Anspruch wieder zu erfüllen ist. Schafft man es nicht, sondern macht in diesem Fall weitere Fehler, glaube ich, dass man für längere Zeit weg vom Fenster ist, selbst wenn ich hie und da mit dem ein oder anderen Positivausrutscher rechnen würde. Ich glaube daher, dass der BVB so oder so vor einem enorm kritischen Transfersommer stehen wird, der alles abverlangt: Fehlerkorrekturen, harte Entscheidungen und finanzielle Kreativität, auf einem Markt, der nur wenige BVB Spieler gezielt und hochpreisig nachfragen wird! Der Sommer wird deshalb mindestens für die nächsten 5 Jahre wegweisend sein.
Wenn ein Kader dann ungefäjhr so aussehen würde ...
-------------------------- Reus ------------------ MALEN -------------------------------------
-------------------------- Hazard --------------- Moukoko ----------------------------------
---------------------------------------- Reyna --------------------------------------------------
---------------------------------------- Brandt -------------------------------------------------
-------------------- FAIVRE --------------------------- Bellingham -------------------------
-------------------- Guerreiro ----------------------- (FAIVRE) ------------------------------
----------------------------------------- Can ----------------------------------------------------
----------------------------------------- Witsel -------------------------------------------------
---- NDICKA ---------- Hummels ------------- WALUKIEWICZ --------- Meunier -----
---- Delaney --------- (NDICKA) -------------- BADE --------------------- Knauff -------
----------------------------------------- Bürki --------------------------------------------------
----------------------------------------- Unbehaun -------------------------------------------
... wären das immer noch fünf Neuzugänge. Und da frage ich mich eben, ob das finanziell überhaupt möglich sein wird. Auch wenn man Schulz, Wolf und Co. verliehen bekommt, wird man deren Gehälter ja trotzdem zu großen Teilen weiterzahlen müssen. Kein Verein der Welt zahlt unseren Abgangskandidaten auch nur annähernd das Gehalt, das sie bei uns beziehen.
Und zweitens stellt sich mir die Frage, mit welchen Argumenten man einen Malen oder Ndicka bzw. Faivre nach Dortmund holen will, wenn man keine CL spielt.
Bade und Ndicka haben Verträge bis 2023, Walukiewicz und Malen bsi 2024 und Faivre bis 2025. Das wird eine teure Angelegenheit, schon was die Ablösen angeht. Auf der Gegenseite wird bei einem eventuellen Verkauf von Akanji und Zagadou aufgrund der Vertragslaufzeit bis 2022 nicht viel rumkommen. Man müsste für Haaland und Sancho schon richtige Unsummen kassieren, um Ablösen und Gehälter der neuen gegenzufinanzieren.
Das ist alles schon ziemlich verfahren ...
Du malst jetzt natürlich das Extremszenario auf, mit Haland UND Sancho Abgang auf sowie den Abgang beider IV. Ich denke schon, dass da genug Geld zusammenkommen würde, allerdings stelle ich mir das dann eher so vor, wenn es dazu kommen sollte, was ich nicht hoffe:
------------ THURAM --------------------- MALEN ------------------------------------------
------------ HLOZEK --------------------- Moukoko ----------------------------------------
----------------------------------- Reyna ------------------------ FAIVRE -------------------
------------------------------------ Reus ------------------------ Hazard --------------------
----------------- Guerreiro --------------------------------------------------------------------
---------------- Bellingham -------------------------------------------------------------------
----------------------------------------------- Can ---------------------------------------------
------------------------------------------ (Bellingham) -------------------------------------- Witsel*
----FIRPO ------- N'DICKA ------------------------- BADE------------------ Meunier ---
---- ???** ------- Hummels ----------------------- Witsel ----------------- Knauff ----- Morey/Semic/Passlack?
----------------------------------------- Bürki --------------------------------------------------
-------------------------------------- Unbehaun ----------------------------------------------
Ich hoffe die asymmetrische Raute ist soweit verständlich und wie fließend, die Systemübergänge, zwischen 4-4-2 Raute, 4-2-1-3 und 4-1-3-2 usw. sein können. Dafür sollte man sich jetzt auch nicht so sehr auf Guerreiro, Reyna und Faivre konzentrieren, die wahrscheinlich auch die Positionen tauschen könnten und mal mehr 8er sind, mal mehr 10er, HS oder OA. Auch Bellingham sollte in der Raute sehr flexibel einsetzbar sein, wobei sich die Anordnung dabei immer etwas verändern würde, sodass es letztendlich auch auf die Offensiven so seine Auswirkungen haben dürfte. Somit sollte man mit den Spielertypen insgesamt eigentlich sehr viele Rochaden spielen können und kann damit das Halbfeld oder den Rautenkopf situativ passend besetzen.
*ich erwarte ihn vor November nicht wirklich zurück. In dem Alter ist die Verletzung zudem in vielen Fällen ein Karrierekiller, weswegen ich nicht glaube, dass er nochmal in Topverfassung zurückkehren wird. Ich könnte mir lediglich vorstellen, dass er in der IV noch eine Chance hat, was sich aber bei Verletzungen von N'Dicka und Bade problematisch gestalten dürfte, in Bezug auf Hummels und sein Tempo.
**Mittelfristig habe ich nach wie vor Netz oder Katterbach im Blick, aber ich glaube im Moment nicht so wirklich, dass das im Sommer schon klappt.
Macht 7 Neuzugänge in diesem Szenario, die zwingend wären und schon ziemlich das Minimum (siehe RIV und RV BU). Finanziell würde ich mit 325 Mio. auf der Einnahmenseite rechnen und maximal 125 Mio. Ausgaben (Firpo wäre ja nur geliehen) - alles inklusive AK von Rose und Abgängen aller Leihspieler. Bei dem absoluten Überschuss, sollte das möglich sein, weswegen ich mir um die Realisierbarkeit wegen der Finanzen nicht die ganz großen Sorgen machen würde. Steuerlich macht das aber nicht so viel Sinn, wenn Haland und Sancho gehen, samt der ganzen weiteren Abgänge, da das den Gewinn extrem treiben dürfte, selbst wenn man es über 2 Geschäftsjahre verteilt bekommt. Wahrscheinlicher ist daher nur ein Abgang von Haland oder Sancho in diesem Sommer. Dann würde ich mit 210-240 Mio. rechnen auf der Einnahmenseite und 95 Mio. auf der Ausgabenseite. Auch das sollte möglich sein, weil ich damit rechnen würde, dass bei den Gehältern deutlich eingespart wird. Wenn ich das grob überschlage, würde ich mit einem Kader rechnen, der 25-30 Mio. weniger im Etat veranschlagt. Wie gesagt, das wird ein riesen Umbruch, der nötig ist ...
Denkt ihr eigentlich ein mittelfeldstratege wie tolisso oder Paredes wären eine Überlegung wert?
Ich finde unsere Zentrale sowas von nicht vorhanden im Moment
Das ist unser Problem derzeit. Kontrolle des MF und die Abstimmung stimmen nicht. Warum, keine Ahnung.
Für mich gibt es da mehrere Faktoren
1. pressingresistenz fehlt bei den allermeisten Spielern
2. wir bilden zu wenige Dreiecke die die Situationen nach vorne auflösen könnten
Und 3. falls wir die Situation dann doch mal auflösen können, fehlt Tempo um den Ball an den 16-er und in den 16-er zu bekommen
4. fehlt bei einigen Spielern die Körperlichkeit - spielt der Gegner etwas robuster, sitzen wir am kürzeren Hebel
Und inzwischen kommt 5. kein taktischer Plan hinzu
14.02.2021 - 22:43 Uhr
Zitat von Muenchner09er
Für mich gibt es da mehrere Faktoren
1. pressingresistenz fehlt bei den allermeisten Spielern
2. wir bilden zu wenige Dreiecke die die Situationen nach vorne auflösen könnten
Und 3. falls wir die Situation dann doch mal auflösen können, fehlt Tempo um den Ball an den 16-er und in den 16-er zu bekommen
4. fehlt bei einigen Spielern die Körperlichkeit - spielt der Gegner etwas robuster, sitzen wir am kürzeren Hebel
Und inzwischen kommt 5. kein taktischer Plan hinzu
Zitat von alisander
Das ist unser Problem derzeit. Kontrolle des MF und die Abstimmung stimmen nicht. Warum, keine Ahnung.
Zitat von Muenchner09er
Denkt ihr eigentlich ein mittelfeldstratege wie tolisso oder Paredes wären eine Überlegung wert?
Ich finde unsere Zentrale sowas von nicht vorhanden im Moment
Zitat von BVBBC
Du malst jetzt natürlich das Extremszenario auf, mit Haland UND Sancho Abgang auf sowie den Abgang beider IV. Ich denke schon, dass da genug Geld zusammenkommen würde, allerdings stelle ich mir das dann eher so vor, wenn es dazu kommen sollte, was ich nicht hoffe:
------------ THURAM --------------------- MALEN ------------------------------------------
------------ HLOZEK --------------------- Moukoko ----------------------------------------
----------------------------------- Reyna ------------------------ FAIVRE -------------------
------------------------------------ Reus ------------------------ Hazard --------------------
----------------- Guerreiro --------------------------------------------------------------------
---------------- Bellingham -------------------------------------------------------------------
----------------------------------------------- Can ---------------------------------------------
------------------------------------------ (Bellingham) -------------------------------------- Witsel*
----FIRPO ------- N'DICKA ------------------------- BADE------------------ Meunier ---
---- ???** ------- Hummels ----------------------- Witsel ----------------- Knauff ----- Morey/Semic/Passlack?
----------------------------------------- Bürki --------------------------------------------------
-------------------------------------- Unbehaun ----------------------------------------------
Ich hoffe die asymmetrische Raute ist soweit verständlich und wie fließend, die Systemübergänge, zwischen 4-4-2 Raute, 4-2-1-3 und 4-1-3-2 usw. sein können. Dafür sollte man sich jetzt auch nicht so sehr auf Guerreiro, Reyna und Faivre konzentrieren, die wahrscheinlich auch die Positionen tauschen könnten und mal mehr 8er sind, mal mehr 10er, HS oder OA. Auch Bellingham sollte in der Raute sehr flexibel einsetzbar sein, wobei sich die Anordnung dabei immer etwas verändern würde, sodass es letztendlich auch auf die Offensiven so seine Auswirkungen haben dürfte. Somit sollte man mit den Spielertypen insgesamt eigentlich sehr viele Rochaden spielen können und kann damit das Halbfeld oder den Rautenkopf situativ passend besetzen.
*ich erwarte ihn vor November nicht wirklich zurück. In dem Alter ist die Verletzung zudem in vielen Fällen ein Karrierekiller, weswegen ich nicht glaube, dass er nochmal in Topverfassung zurückkehren wird. Ich könnte mir lediglich vorstellen, dass er in der IV noch eine Chance hat, was sich aber bei Verletzungen von N'Dicka und Bade problematisch gestalten dürfte, in Bezug auf Hummels und sein Tempo.
**Mittelfristig habe ich nach wie vor Netz oder Katterbach im Blick, aber ich glaube im Moment nicht so wirklich, dass das im Sommer schon klappt.
Macht 7 Neuzugänge in diesem Szenario, die zwingend wären und schon ziemlich das Minimum (siehe RIV und RV BU). Finanziell würde ich mit 325 Mio. auf der Einnahmenseite rechnen und maximal 125 Mio. Ausgaben (Firpo wäre ja nur geliehen) - alles inklusive AK von Rose und Abgängen aller Leihspieler. Bei dem absoluten Überschuss, sollte das möglich sein, weswegen ich mir um die Realisierbarkeit wegen der Finanzen nicht die ganz großen Sorgen machen würde. Steuerlich macht das aber nicht so viel Sinn, wenn Haland und Sancho gehen, samt der ganzen weiteren Abgänge, da das den Gewinn extrem treiben dürfte, selbst wenn man es über 2 Geschäftsjahre verteilt bekommt. Wahrscheinlicher ist daher nur ein Abgang von Haland oder Sancho in diesem Sommer. Dann würde ich mit 210-240 Mio. rechnen auf der Einnahmenseite und 95 Mio. auf der Ausgabenseite. Auch das sollte möglich sein, weil ich damit rechnen würde, dass bei den Gehältern deutlich eingespart wird. Wenn ich das grob überschlage, würde ich mit einem Kader rechnen, der 25-30 Mio. weniger im Etat veranschlagt. Wie gesagt, das wird ein riesen Umbruch, der nötig ist ...
Zitat von stanleebuddha
Wenn ein Kader dann ungefäjhr so aussehen würde ...
-------------------------- Reus ------------------ MALEN -------------------------------------
-------------------------- Hazard --------------- Moukoko ----------------------------------
---------------------------------------- Reyna --------------------------------------------------
---------------------------------------- Brandt -------------------------------------------------
-------------------- FAIVRE --------------------------- Bellingham -------------------------
-------------------- Guerreiro ----------------------- (FAIVRE) ------------------------------
----------------------------------------- Can ----------------------------------------------------
----------------------------------------- Witsel -------------------------------------------------
---- NDICKA ---------- Hummels ------------- WALUKIEWICZ --------- Meunier -----
---- Delaney --------- (NDICKA) -------------- BADE --------------------- Knauff -------
----------------------------------------- Bürki --------------------------------------------------
----------------------------------------- Unbehaun -------------------------------------------
... wären das immer noch fünf Neuzugänge. Und da frage ich mich eben, ob das finanziell überhaupt möglich sein wird. Auch wenn man Schulz, Wolf und Co. verliehen bekommt, wird man deren Gehälter ja trotzdem zu großen Teilen weiterzahlen müssen. Kein Verein der Welt zahlt unseren Abgangskandidaten auch nur annähernd das Gehalt, das sie bei uns beziehen.
Und zweitens stellt sich mir die Frage, mit welchen Argumenten man einen Malen oder Ndicka bzw. Faivre nach Dortmund holen will, wenn man keine CL spielt.
Bade und Ndicka haben Verträge bis 2023, Walukiewicz und Malen bsi 2024 und Faivre bis 2025. Das wird eine teure Angelegenheit, schon was die Ablösen angeht. Auf der Gegenseite wird bei einem eventuellen Verkauf von Akanji und Zagadou aufgrund der Vertragslaufzeit bis 2022 nicht viel rumkommen. Man müsste für Haaland und Sancho schon richtige Unsummen kassieren, um Ablösen und Gehälter der neuen gegenzufinanzieren.
Das ist alles schon ziemlich verfahren ...
Zitat von BVBBC
Mal ein paar Gedanken zur Transferpolitik:
Es dürfte ziemlich klar sein, dass die CL mit dem aktuellen Leistungsvermögen und der Menge an Konkurrenz, kaum zu erreichen ist. Entsprechend wird das finanzielle Konsequenzen nach sich ziehen, die eine finanziell eh schon komplizierte Situation (Verbindlichkeiten aus Transfergeschäften, Anzahl Spieler Ü30, auslaufende Verträge 2022, Fehlallokationen im Etat, allgemeine Marktlage), nochmals deutlich komplizierter macht. Die Verbindlichkeiten weiter zu steigern, macht dabei für mich keinen Sinn, weil darin keine Lösung enthalten ist, die den Kader verbessert. Das würde in allererster Linie schließlich bedeuten, dass man den Kader in großen Teilen zusammenhält, die Gehälter nicht senkt und den Umbruch eher klein hält, also nicht großartig investiert wird. Es wäre kein Ansatz, um den Kader zu verändern und zur Abbiegung zurückzukehren, in der man in die Sackgasse fuhr. Daher wird es einen Ansatz geben müssen, bei dem die Ausfälle der CL Gelder im Etat eingespart werden, um aus den generierten Ablösen möglichst hohe Invests zuzulassen. Es geht in den Extremfällen um die Reduktion von 30 Mio. im Etat oder 60 Mio. zusätzliche Transfereinnahmen. Denn völlig egal, wer Trainer wird, diese Truppe ist untrainierbar, bedingt durch ihre Zusammenstellung, sodass es hier zwingend Ansätze benötigt, wie Widersprüche nicht nur reduziert, sondern aufgelöst werden. Im Grunde unabhängig vom Trainer, wobei ich davon ausgehe, dass es Rose wird.
Dabei gibt es für mich folgende Kernthemen:
- Kette: die Kette kann so nicht zusammen bleiben. Teils wird sich das durch die auslaufenden Verträge 2022 wohl von selbst erledigen, indem die Spieler teils gehen. Ich glaube nicht, dass Akanji bleibt und bei Zagadou hege ich mittlerweile auch immer größere Zweifel. Hummels und Akanji funktionieren schließlich gar nicht miteinander, ergänzen sich schlecht und müssen sich meines Erachtens taktisch viel zu sehr aufeinander konzentrieren, worunter aber das Kollektiv leidet, weil sie - wahrscheinlich auch dadurch und nicht nur individuell bedingt - ständig zu weit absinken, damit dem Mittelfeld unglaublich große Räume zu bearbeiten geben, die sie absichern müssen und Akanji ist kein Ausputzertyp, den Hummels neben sich benötigen würde. Den würde Akanji eigentlich selbst benötigen. Da Hummels Vertrag aber klar ist, sich womöglich sogar bis 2023 verlängert und er mit seinen Leistungen nirgendwo mehr ansatzweise ähnlich viel verdienen wird, wahrscheinlich auch nirgendwo anders mehr spielen will, wird nichts anderes übrig bleiben, als sich von Akanji zu trennen, dem man im Verein wohl auch immer mehr den schwarzen Peter zuzuschieben scheint, obwohl die Probleme in der Kette meinen Augen alle vom Hummels Transfer ausgehen. Zumal es schließlich ja nicht nur darum geht, wie Hummels und Akanji sich ergänzen, sondern auch darum, wie sich Guerreiro und Hummels ergänzen. Das ist im Grunde sogar noch ein viel größeres Thema, weil diese Schnittstelle in den letzten Wochen stets von Delaney zugelaufen wurde, was er in den letzten 2 Spielen aber auch nicht mehr schaffte und was dann letztendlich auch gleichbedeutend war, mit einer 3er Kette, die man mit Can sowieso schon mindestens asymmetrisch gespielt hat. Auch Meunier ist ein rein defensiver AV, sodass die Trennung von Defensive und Offensive meines Erachtens vor allem durch die Personalie Hummels bedingt ist.
An sich dürfte das daher niemals heißen, das man die Truppe weiter um Hummels baut, unabhängig seines Alters, da schlicht zu viele Anpassungen nötig sind, um ihm die passenden Mitspieler hinzustellen. Allerdings benötigt Zagadou so ziemlich dieselben Nebenmänner, wie Hummels, sodass denke ich von der Frage, wie es mit Zagadou weitergeht, viel abhängt. Zagadou ist schließlich jung und wenn man zumindest 2 IV ähnlichen Typs hat, gibt es durchaus eine gewisse Rechtfertigung, dass man eben doch auf ihn und Hummels abstellt, wenn man mit Zagadou verlängert. Dann käme es eben darauf an, dass man daneben Balancespieler bekommt, die weniger Spezialist darstellen, wie die aktuellen Spieler. Würde heißen, dass man auf LV einen absichernden Mann benötigt, der über ausreichend Zweikampfhärte und Tempo verfügt, der zudem technisch nicht so limitiert ist, wie Schulz. Zumindest unter Rose dürfte es für Guerreiro offensiver auch genug Platz geben, während er unter anderen Trainern logischer Abgangskandidat wäre, was ich bedenklich finden würde. Denn ein echter ZM ist er für mich trotz aller Fähigkeiten nicht, sodass man eventuell noch einen Leistungsträger opfern müsste, nur damit es hinten funktioniert. Das wird allerdings eh ein sehr schwieriges Thema. Einen wirklich guten und dann auch noch passenden Spieler, sehe ich im Moment nicht. Zumindest keinen, der nicht irgendwo wieder einen Haken hat. Tagliafico wäre bspw. gut und passend, ist aber zu alt, was man zwingend vermeiden sollte, will man sich nicht noch mehr Probleme in der Altersstruktur schaffen, sodass man dann in spätestens 2-3 Jahren direkt wieder eine Baustelle in der Kette hat, mit noch weniger Geld. Delaney wäre intern eine gute Lösung in meinen Augen, wofür er sein Spiel meines Erachtens auch gar nicht großartig umstellen, aber wenn er einen langfristigen Vertrag will, würde ich passen, um nicht noch mehr Rentenverträge aufzunehmen. Zwar ist er noch keine 30 und seine Leistungen sind im Moment top, aber man muss eben auch sehen, was zu erwarten ist, wenn er dann mal 31-32 ist. Vermutlich wäre Firpo eine Leihe wert, aber sonst wird es mit dem perfekten LV schwer. Ich hoffe ja nur, dass Rose nicht glaubt, dass er Schulz "wieder" hinbekommt. Denn Schulz ist im Detail eben kein passender Nebenmann für Hummels und Zagadou und hat davon abgesehen zu grobe Schwächen. Je eher man das Missverständnis auflöst, desto besser. Die Verluste werden meines Erachtens jedenfalls nicht geringer, nur der sportliche Schaden kann noch zunehmen.
Auf RIV würde es zudem einen IV verlangen, der einerseits hoch und mannorientiert verteidigen kann (kollektivtaktische Anforderung), der aber auch daran gewöhnt ist umsichtiger und absichernd zu agieren. Das ist anspruchsvoller als es klingt und die Topqualität, die der BVB sich sichern könnte, gibt es in meinen Augen derzeit auch nicht. Mit Loic Bade aus Lens habe ich dahingehend jedoch ein Talent im Blick, das dieser Anforderung durchaus gerecht werden könnte. Zwar spielt er aktuell in einer 3er Kette, aber sein Nebenmann Medina verlangt von ihm ähnliches Verhalten und er zeigt durchaus ansprechende Leistungen, ist einer der Durchstarter der Saison. An sich hat er noch nicht genug Erfahrung für den BVB, aber wenn es eh zu einem Jahr ohne CL kommt und ein Umbruch unausweichlich ist, wird man sich denke ich an genau solche Spieler halten müssen. Potenzial ist sowieso genug da, um ein maximal kompletter IV zu werden. Somit gilt es hier wohl ein gewisses Risiko zu nehmen. Walukiewicz, der in der Gerüchteküche Thema ist, wäre auch eine Variante, wobei ich glaube, dass Bade technisch und im Aufbau nochmal eine ganz andere Nummer ist. Die sichere Nummer gibt es für mich daher aber in jedem Fall nicht, richtet man sich nach Hummels und vor allem Zagadous Bedarf an Nebenmännern.
Kann man mit Akanji verlängern müsste man meines Erachtens den LIV auf ihn und Guerreiro abstellen. Also im Grunde bräuchte man jemanden, wie Bade, nur als Linksfuß. Dafür würde ich N'Dicka nach wie vor als ziemlich ideal betrachten. Ich rechne allerdings nicht damit, dass dieses Szenario die höhere Wahrscheinlichkeit besitzt, obwohl es in meinen Augen das wesentlich sinnigere wäre, weil es kurzfristig leistungsfähiger zu erwarten und trotzdem nachhaltig ist. Die Entscheidung, ob man auf Hummels setzt oder nicht, erwarte ich vereinsintern jedoch gar nicht erst und daher dürften die Würfel in der Beziehung längst gefallen sein, egal was Zagadou noch macht. Geht Zagadou, kann es jedoch sein, dass es für die Kette gleich 5 neue Spieler benötigt. Der Umbruch in der Kette wird also extrem ausfallen und in meinen Augen auch kostenintensiv. Für RV würde dann kein Budget übrig bleiben, wobei ich sowieso nicht glaube, dass man dort großartig Budget einplant. Solange Rose Trainer wird, könnte Meunier dort - zwar überbezahlt, aber systemkompatibel - wirken. Maximal tauscht man Morey mit einem anderen Talent (Semic?) aus, wobei ich mir auch vorstellen könnte, dass Knauff auf der Position unter Rose eine gewisse Chance haben könnte. Der größte Teil des Umbruchs, der zu erwarten ist, müsste letztendlich aber so oder so in der Kette stattfinden. Solange man hier nicht stabil wird, wird man auch auf den Positionen davor viel zu viel auf die Kette abstellen müssen, ohne damit den gewünschten Effekt zu erzielen, weil man nicht auf die Stärken dieser Spieler abstellt und dann auch noch zusätzlich Ressourcen defensiv bindet, die dadurch offensiv nicht mehr zur Verfügung stehen.
- Mittelfeld: Das Thema Delaney habe ich oben ja schon etwas angerissen. Meines Erachtens wie gesagt ein schwieriges Thema, da ich ihn auf Dauer nicht gut genug im Mittelfeld finde. Ich sehe auch, wie wichtig seine Defensivaktionen für das Kollektiv sind, aber dadurch bleiben originäre Aufgaben des Mittelfelds, die von der Kette nicht übernommen werden können, komplett auf der Strecke. Egal, wie sehr Guerreiro und Delaney die Positionen tauschen, aber das ist am Ende nichts Ganzes. Einerseits wegen der Rochade, die man sich sparen könnte, indem man sie fixiert. Andererseits deswegen, da Guerreiro im Aufbau auch nicht der beste Spieler ist, sondern eher ein Box-to-Box. Wenn die Kette dann im Ballbesitz nicht so offensiv wird, dass sie die Aufbauaufgaben des Mittelfelds komplett übernehmen kann - theoretisch hätten unsere IV die Qualität, aber wegen der Probleme in der Rückwärtsbewegung, ist das mit Risiko verbunden -, fehlt dem Mittelfeld der Aufbau. Aber nicht nur. Denn der Abräume im Mittelfeld fehlt eben auch, wenn dieser für die Kette abgestellt wird. Bellingham macht dahingehend meines Erachtens mit seinen 17 bereits jetzt einen bemerkenswerten Job, aber es ist klar, dass da noch Grenzen bestehen, die auch für erfahrenere Spieler unüberwindbar sind. Ich denke daher, dass man auch im Mittelfeld umstrukturieren muss und auf der 6 sowohl im Aufbau als auch in der Defensivarbeit mehr Qualität benötigt. Mit Witsel rechne ich ehrlich gesagt nur noch im letzten Halbjahr, bis sein Vertrag ausläuft. Wegen Can wird man dahingehend wahrscheinlich aber nichts machen. Zu teuer, zu wichtig dürften deutsche Spieler für den Kader bleiben.
Daher glaube ich, dass man davor kreativer werden muss, aber auch in Verbindung mit klaren 8er Fähigkeiten und vor allem höherer Defensivqualität, die dann auch noch ins Rose System passen. Stand jetzt erfüllt das nur Bellingham in meinen Augen und eben Guerreiro teilweise. Brandt und Reyna haben dahingehend noch zu viel Arbeit vor sich und sind meines Erachtens auch eher Konkurrenten auf offensiveren Positionen, wo es auch nach wie vor um Reus gehen wird. Der verkompliziert die ganze Transferstrategie nochmal zusätzlich, wenn auch der nächste Trainer ihn weiterhin zentral einsetzt. Spätestens dann sind Spezalisten im Zentrum Fehl am Platz und man benötigt Allrounder dahinter, die alles können. Der BVB besteht derzeit im Grunde im Mittelfeld aber nur aus Spezialisten. Defensivspezialisten (Can, Delaney), Aufbauspezialist Witsel und Offensivspezialisten, die mehr (Reyna und Brandt) oder weniger (Reus) Mittelfeldaufgaben übernehmen können. Daher braucht man sich auch nicht über Bellinghams Einsatzzeiten wundern, da er für mich dahingehend klar am meisten als Allrounder liefert - nur noch nicht genug, was auch zu viel verlangt ist. Wenn man die Abwehr möglichst funktional aufstellen will, kann man hier in meinen Augen daher nicht auch noch die Frage nach Reus Lieblingsposition zugestehen. Reus muss aus dem Mittelfeld raus, wieder klar der Offensive, als sekundärer Abschlussspieler agieren, auf die Bank oder gleich direkt gehen, so undankbar das vielleicht klingen mag. An das Politikium wird man sich nicht herantrauen, das ist mir klar, aber auch das wird alles, was man macht aushebeln, weil man nicht die komplette Abwehr auf Hummels/Zagadou und dann auch noch das komplette Mittelfeld auf Reus abstimmen kann, damit es die Anforderungen, die unsere Gegner stellen erfüllt.
Hier gilt es derzeit eine eindeutige Entscheidung zu fällen, wobei diese vergleichsweise einfach sein sollte - es wahrscheinlich aber nicht ist. Es gibt für Reus schlicht noch mehr notwendige Anpassungen, die er erst recht nicht mehr wert ist, damit er seine vermeintliche Lieblingsposition bekleiden darf. Da geht es eben nicht mal mehr nur um die Frage, ob man Brandt opfert oder nicht, sondern wen nicht, soll das irgendwie erfolgsorientiert aussehen. Abgesehen von Bellingham ist kein DM/ZM unseres aktuellen Kaders als Spielertyp - qualitativ ist nochmal eine andere Frage - ausreichend kompatibel zu einem 10er/HS Reus. Ich hoffe daher sehr auf jemanden, wie Romain Faivre aus Brest, der ideal zu Rose passen sollte, weil er kreativ ist, dynamisch und dennoch defensiv engagiert, ohne dabei auf eine Position festgelegt zu sein. Insbesondere bei einem Sancho Abgang wird man auch entsprechende Kreativitätszuwäche aus dem Zentrum benötigen. Bedeutet dann auch für die Kette, dass sie mit weniger Unterstützung des Zentrums klarkommen muss. Dafür wird man denke ich Brandt opfern müssen, der zwar ein toller Spieler ist, aber ein Spezialist, von dem man insgesamt zu viele hat, sodass ich seine Perspektive unter Rose nicht sehe. Die Transferpolitik muss daher in jedem Fall eine klare Ansage an Reus sein, dass er kein Mittelfeldspieler ist und man nicht auf ihn dahingehend abstellen kann.
- Sancho oder Haland Abgang: es wird zwangsläufig einen der Beiden, vielleicht sogar Beide treffen, wenn man die CL verpasst. Würde man die CL erreichen, wäre man wahrscheinlich nicht mal auf einen Abgang angewiesen und könnte entsprechend auch Preise jenseits von Gut und Böse verlangen. Solange man die CL erreicht, glaube ich jedenfalls, dass die Verbindlichkeiten und der Etat gleichermaßen zu stemmen sind, sofern man nur überschüssige Spieler aussortiert. Sobald man die CL verpasst, werden die Einsparungen und Einnahmen aber höher ausfallen müssen, da ich nicht sehe, wie man mit diesem Kader eine Aufnahme weiterer Verbindlichkeiten rechtfertigen will.
Ich persönlich glaube, dass Haland einfacher zu ersetzen ist. Einerseits, da ich damit rechne, dass er mehr Geld einbringt als Sancho, weil bspw. City auf alle Fälle einen Deal mit einem Topstürmer im Sommer suchen wird und nicht auf Zeit spielen kann, wenn Aguero geht, wodurch viel Geld im MS Markt zu erwarten ist. Andererseits, da ich mehr bezahlbare und hochwertige Haland Nachfolger (Malen, Thuram, ...)auf dem Markt erwarte, als potenzielle Sancho Nachfolger - statt einer Auflistung muss man sich hier eher die Frage stellen: ja, wer denn überhaupt? Für mich haben derzeit schlicht kaum Spieler die Qualität, um Sancho und dessen Fähigkeitenpakt zu ersetzen. Entsprechend ist die Wahrscheinlichkeit, dass man über mehrere Positionen kompensieren muss, ausgesprochen hoch. Bedeutet für mich also vor allem einen notwendigen Kreativitätszuwachs im Mittelfeld, zusätzlich zum Sancho Nachfolger. In Kombination mit den vorherigen Punkten bedeutet das, dass die Kette zwingend funktional zu bekommen ist und die Defensivspezialisten im Mittelfeld reduziert werden müssen, um dort mehr Kreativität und Dynamik installieren zu können. Ich glaube, dass ein Sancho Abgang sonst keine Potenziale derzeit freisetzen würde, aber jede Menge Folgen für den bestehenden Kader hätte. Bei Haland würden die Tore fehlen, keine Frage, auch das wird man so nicht ersetzt bekommen, aber ich glaube es gibt Optionen, die die Scorer aufrecht erhalten können. Dazu glaube ich, dass ein Haland auch mehr Querinvests ermöglichen würde, um bspw. mit Hlozek schon mal der Reus Nachfolge etwas vorzugreifen und auf der sekundären Abschlussspielerposition auch nochmal ein paar kreative Elemente hinzuzufügen.
- deutsche Spieler: wie man schon an meinen ganzen Vorschlägen sieht, glaube ich, dass es schwer werden wird, an Ligue 1 Spielern vorbei zu kommen und weiterhin so sehr auf Deutsche zu setzen, wie in den letzten Jahren. Ich sehe keinen Weg den Haufen, insbesondere in Kompatibilität mit Rose, funktional zu bekommen. Selbst wenn das im Einzelfall keine qualitativen Gründe hat. Zwar gibt es durchaus ein paar Interessante Talente, vor allem auf LV, aber das muss auch preislich passen. Ansonsten wird man denke ich erst mal den Fokus auf passgenaue Spieler legen müssen, statt auf Identität. Einen Neuhaus muss man sich daher zwingend verkneifen, da er die dynamisch-kreativen Anforderungen nicht erfüllen wird, die der BVB nächste Saison erwarten lässt. Mal geschweige denn, wie viele Probleme mit dem Budget, das er fressen würde, eigentlich angegangen werden müssen.
Unterm Strich ist die Situation selbst mit CL Quali komplex. Verpasst man diese, wird es extrem schwer kurzfristig wieder so viel richtig zu machen, dass der aktuelle Anspruch wieder zu erfüllen ist. Schafft man es nicht, sondern macht in diesem Fall weitere Fehler, glaube ich, dass man für längere Zeit weg vom Fenster ist, selbst wenn ich hie und da mit dem ein oder anderen Positivausrutscher rechnen würde. Ich glaube daher, dass der BVB so oder so vor einem enorm kritischen Transfersommer stehen wird, der alles abverlangt: Fehlerkorrekturen, harte Entscheidungen und finanzielle Kreativität, auf einem Markt, der nur wenige BVB Spieler gezielt und hochpreisig nachfragen wird! Der Sommer wird deshalb mindestens für die nächsten 5 Jahre wegweisend sein.
Mal ein paar Gedanken zur Transferpolitik:
Es dürfte ziemlich klar sein, dass die CL mit dem aktuellen Leistungsvermögen und der Menge an Konkurrenz, kaum zu erreichen ist. Entsprechend wird das finanzielle Konsequenzen nach sich ziehen, die eine finanziell eh schon komplizierte Situation (Verbindlichkeiten aus Transfergeschäften, Anzahl Spieler Ü30, auslaufende Verträge 2022, Fehlallokationen im Etat, allgemeine Marktlage), nochmals deutlich komplizierter macht. Die Verbindlichkeiten weiter zu steigern, macht dabei für mich keinen Sinn, weil darin keine Lösung enthalten ist, die den Kader verbessert. Das würde in allererster Linie schließlich bedeuten, dass man den Kader in großen Teilen zusammenhält, die Gehälter nicht senkt und den Umbruch eher klein hält, also nicht großartig investiert wird. Es wäre kein Ansatz, um den Kader zu verändern und zur Abbiegung zurückzukehren, in der man in die Sackgasse fuhr. Daher wird es einen Ansatz geben müssen, bei dem die Ausfälle der CL Gelder im Etat eingespart werden, um aus den generierten Ablösen möglichst hohe Invests zuzulassen. Es geht in den Extremfällen um die Reduktion von 30 Mio. im Etat oder 60 Mio. zusätzliche Transfereinnahmen. Denn völlig egal, wer Trainer wird, diese Truppe ist untrainierbar, bedingt durch ihre Zusammenstellung, sodass es hier zwingend Ansätze benötigt, wie Widersprüche nicht nur reduziert, sondern aufgelöst werden. Im Grunde unabhängig vom Trainer, wobei ich davon ausgehe, dass es Rose wird.
Dabei gibt es für mich folgende Kernthemen:
- Kette: die Kette kann so nicht zusammen bleiben. Teils wird sich das durch die auslaufenden Verträge 2022 wohl von selbst erledigen, indem die Spieler teils gehen. Ich glaube nicht, dass Akanji bleibt und bei Zagadou hege ich mittlerweile auch immer größere Zweifel. Hummels und Akanji funktionieren schließlich gar nicht miteinander, ergänzen sich schlecht und müssen sich meines Erachtens taktisch viel zu sehr aufeinander konzentrieren, worunter aber das Kollektiv leidet, weil sie - wahrscheinlich auch dadurch und nicht nur individuell bedingt - ständig zu weit absinken, damit dem Mittelfeld unglaublich große Räume zu bearbeiten geben, die sie absichern müssen und Akanji ist kein Ausputzertyp, den Hummels neben sich benötigen würde. Den würde Akanji eigentlich selbst benötigen. Da Hummels Vertrag aber klar ist, sich womöglich sogar bis 2023 verlängert und er mit seinen Leistungen nirgendwo mehr ansatzweise ähnlich viel verdienen wird, wahrscheinlich auch nirgendwo anders mehr spielen will, wird nichts anderes übrig bleiben, als sich von Akanji zu trennen, dem man im Verein wohl auch immer mehr den schwarzen Peter zuzuschieben scheint, obwohl die Probleme in der Kette meinen Augen alle vom Hummels Transfer ausgehen. Zumal es schließlich ja nicht nur darum geht, wie Hummels und Akanji sich ergänzen, sondern auch darum, wie sich Guerreiro und Hummels ergänzen. Das ist im Grunde sogar noch ein viel größeres Thema, weil diese Schnittstelle in den letzten Wochen stets von Delaney zugelaufen wurde, was er in den letzten 2 Spielen aber auch nicht mehr schaffte und was dann letztendlich auch gleichbedeutend war, mit einer 3er Kette, die man mit Can sowieso schon mindestens asymmetrisch gespielt hat. Auch Meunier ist ein rein defensiver AV, sodass die Trennung von Defensive und Offensive meines Erachtens vor allem durch die Personalie Hummels bedingt ist.
An sich dürfte das daher niemals heißen, das man die Truppe weiter um Hummels baut, unabhängig seines Alters, da schlicht zu viele Anpassungen nötig sind, um ihm die passenden Mitspieler hinzustellen. Allerdings benötigt Zagadou so ziemlich dieselben Nebenmänner, wie Hummels, sodass denke ich von der Frage, wie es mit Zagadou weitergeht, viel abhängt. Zagadou ist schließlich jung und wenn man zumindest 2 IV ähnlichen Typs hat, gibt es durchaus eine gewisse Rechtfertigung, dass man eben doch auf ihn und Hummels abstellt, wenn man mit Zagadou verlängert. Dann käme es eben darauf an, dass man daneben Balancespieler bekommt, die weniger Spezialist darstellen, wie die aktuellen Spieler. Würde heißen, dass man auf LV einen absichernden Mann benötigt, der über ausreichend Zweikampfhärte und Tempo verfügt, der zudem technisch nicht so limitiert ist, wie Schulz. Zumindest unter Rose dürfte es für Guerreiro offensiver auch genug Platz geben, während er unter anderen Trainern logischer Abgangskandidat wäre, was ich bedenklich finden würde. Denn ein echter ZM ist er für mich trotz aller Fähigkeiten nicht, sodass man eventuell noch einen Leistungsträger opfern müsste, nur damit es hinten funktioniert. Das wird allerdings eh ein sehr schwieriges Thema. Einen wirklich guten und dann auch noch passenden Spieler, sehe ich im Moment nicht. Zumindest keinen, der nicht irgendwo wieder einen Haken hat. Tagliafico wäre bspw. gut und passend, ist aber zu alt, was man zwingend vermeiden sollte, will man sich nicht noch mehr Probleme in der Altersstruktur schaffen, sodass man dann in spätestens 2-3 Jahren direkt wieder eine Baustelle in der Kette hat, mit noch weniger Geld. Delaney wäre intern eine gute Lösung in meinen Augen, wofür er sein Spiel meines Erachtens auch gar nicht großartig umstellen, aber wenn er einen langfristigen Vertrag will, würde ich passen, um nicht noch mehr Rentenverträge aufzunehmen. Zwar ist er noch keine 30 und seine Leistungen sind im Moment top, aber man muss eben auch sehen, was zu erwarten ist, wenn er dann mal 31-32 ist. Vermutlich wäre Firpo eine Leihe wert, aber sonst wird es mit dem perfekten LV schwer. Ich hoffe ja nur, dass Rose nicht glaubt, dass er Schulz "wieder" hinbekommt. Denn Schulz ist im Detail eben kein passender Nebenmann für Hummels und Zagadou und hat davon abgesehen zu grobe Schwächen. Je eher man das Missverständnis auflöst, desto besser. Die Verluste werden meines Erachtens jedenfalls nicht geringer, nur der sportliche Schaden kann noch zunehmen.
Auf RIV würde es zudem einen IV verlangen, der einerseits hoch und mannorientiert verteidigen kann (kollektivtaktische Anforderung), der aber auch daran gewöhnt ist umsichtiger und absichernd zu agieren. Das ist anspruchsvoller als es klingt und die Topqualität, die der BVB sich sichern könnte, gibt es in meinen Augen derzeit auch nicht. Mit Loic Bade aus Lens habe ich dahingehend jedoch ein Talent im Blick, das dieser Anforderung durchaus gerecht werden könnte. Zwar spielt er aktuell in einer 3er Kette, aber sein Nebenmann Medina verlangt von ihm ähnliches Verhalten und er zeigt durchaus ansprechende Leistungen, ist einer der Durchstarter der Saison. An sich hat er noch nicht genug Erfahrung für den BVB, aber wenn es eh zu einem Jahr ohne CL kommt und ein Umbruch unausweichlich ist, wird man sich denke ich an genau solche Spieler halten müssen. Potenzial ist sowieso genug da, um ein maximal kompletter IV zu werden. Somit gilt es hier wohl ein gewisses Risiko zu nehmen. Walukiewicz, der in der Gerüchteküche Thema ist, wäre auch eine Variante, wobei ich glaube, dass Bade technisch und im Aufbau nochmal eine ganz andere Nummer ist. Die sichere Nummer gibt es für mich daher aber in jedem Fall nicht, richtet man sich nach Hummels und vor allem Zagadous Bedarf an Nebenmännern.
Kann man mit Akanji verlängern müsste man meines Erachtens den LIV auf ihn und Guerreiro abstellen. Also im Grunde bräuchte man jemanden, wie Bade, nur als Linksfuß. Dafür würde ich N'Dicka nach wie vor als ziemlich ideal betrachten. Ich rechne allerdings nicht damit, dass dieses Szenario die höhere Wahrscheinlichkeit besitzt, obwohl es in meinen Augen das wesentlich sinnigere wäre, weil es kurzfristig leistungsfähiger zu erwarten und trotzdem nachhaltig ist. Die Entscheidung, ob man auf Hummels setzt oder nicht, erwarte ich vereinsintern jedoch gar nicht erst und daher dürften die Würfel in der Beziehung längst gefallen sein, egal was Zagadou noch macht. Geht Zagadou, kann es jedoch sein, dass es für die Kette gleich 5 neue Spieler benötigt. Der Umbruch in der Kette wird also extrem ausfallen und in meinen Augen auch kostenintensiv. Für RV würde dann kein Budget übrig bleiben, wobei ich sowieso nicht glaube, dass man dort großartig Budget einplant. Solange Rose Trainer wird, könnte Meunier dort - zwar überbezahlt, aber systemkompatibel - wirken. Maximal tauscht man Morey mit einem anderen Talent (Semic?) aus, wobei ich mir auch vorstellen könnte, dass Knauff auf der Position unter Rose eine gewisse Chance haben könnte. Der größte Teil des Umbruchs, der zu erwarten ist, müsste letztendlich aber so oder so in der Kette stattfinden. Solange man hier nicht stabil wird, wird man auch auf den Positionen davor viel zu viel auf die Kette abstellen müssen, ohne damit den gewünschten Effekt zu erzielen, weil man nicht auf die Stärken dieser Spieler abstellt und dann auch noch zusätzlich Ressourcen defensiv bindet, die dadurch offensiv nicht mehr zur Verfügung stehen.
- Mittelfeld: Das Thema Delaney habe ich oben ja schon etwas angerissen. Meines Erachtens wie gesagt ein schwieriges Thema, da ich ihn auf Dauer nicht gut genug im Mittelfeld finde. Ich sehe auch, wie wichtig seine Defensivaktionen für das Kollektiv sind, aber dadurch bleiben originäre Aufgaben des Mittelfelds, die von der Kette nicht übernommen werden können, komplett auf der Strecke. Egal, wie sehr Guerreiro und Delaney die Positionen tauschen, aber das ist am Ende nichts Ganzes. Einerseits wegen der Rochade, die man sich sparen könnte, indem man sie fixiert. Andererseits deswegen, da Guerreiro im Aufbau auch nicht der beste Spieler ist, sondern eher ein Box-to-Box. Wenn die Kette dann im Ballbesitz nicht so offensiv wird, dass sie die Aufbauaufgaben des Mittelfelds komplett übernehmen kann - theoretisch hätten unsere IV die Qualität, aber wegen der Probleme in der Rückwärtsbewegung, ist das mit Risiko verbunden -, fehlt dem Mittelfeld der Aufbau. Aber nicht nur. Denn der Abräume im Mittelfeld fehlt eben auch, wenn dieser für die Kette abgestellt wird. Bellingham macht dahingehend meines Erachtens mit seinen 17 bereits jetzt einen bemerkenswerten Job, aber es ist klar, dass da noch Grenzen bestehen, die auch für erfahrenere Spieler unüberwindbar sind. Ich denke daher, dass man auch im Mittelfeld umstrukturieren muss und auf der 6 sowohl im Aufbau als auch in der Defensivarbeit mehr Qualität benötigt. Mit Witsel rechne ich ehrlich gesagt nur noch im letzten Halbjahr, bis sein Vertrag ausläuft. Wegen Can wird man dahingehend wahrscheinlich aber nichts machen. Zu teuer, zu wichtig dürften deutsche Spieler für den Kader bleiben.
Daher glaube ich, dass man davor kreativer werden muss, aber auch in Verbindung mit klaren 8er Fähigkeiten und vor allem höherer Defensivqualität, die dann auch noch ins Rose System passen. Stand jetzt erfüllt das nur Bellingham in meinen Augen und eben Guerreiro teilweise. Brandt und Reyna haben dahingehend noch zu viel Arbeit vor sich und sind meines Erachtens auch eher Konkurrenten auf offensiveren Positionen, wo es auch nach wie vor um Reus gehen wird. Der verkompliziert die ganze Transferstrategie nochmal zusätzlich, wenn auch der nächste Trainer ihn weiterhin zentral einsetzt. Spätestens dann sind Spezalisten im Zentrum Fehl am Platz und man benötigt Allrounder dahinter, die alles können. Der BVB besteht derzeit im Grunde im Mittelfeld aber nur aus Spezialisten. Defensivspezialisten (Can, Delaney), Aufbauspezialist Witsel und Offensivspezialisten, die mehr (Reyna und Brandt) oder weniger (Reus) Mittelfeldaufgaben übernehmen können. Daher braucht man sich auch nicht über Bellinghams Einsatzzeiten wundern, da er für mich dahingehend klar am meisten als Allrounder liefert - nur noch nicht genug, was auch zu viel verlangt ist. Wenn man die Abwehr möglichst funktional aufstellen will, kann man hier in meinen Augen daher nicht auch noch die Frage nach Reus Lieblingsposition zugestehen. Reus muss aus dem Mittelfeld raus, wieder klar der Offensive, als sekundärer Abschlussspieler agieren, auf die Bank oder gleich direkt gehen, so undankbar das vielleicht klingen mag. An das Politikium wird man sich nicht herantrauen, das ist mir klar, aber auch das wird alles, was man macht aushebeln, weil man nicht die komplette Abwehr auf Hummels/Zagadou und dann auch noch das komplette Mittelfeld auf Reus abstimmen kann, damit es die Anforderungen, die unsere Gegner stellen erfüllt.
Hier gilt es derzeit eine eindeutige Entscheidung zu fällen, wobei diese vergleichsweise einfach sein sollte - es wahrscheinlich aber nicht ist. Es gibt für Reus schlicht noch mehr notwendige Anpassungen, die er erst recht nicht mehr wert ist, damit er seine vermeintliche Lieblingsposition bekleiden darf. Da geht es eben nicht mal mehr nur um die Frage, ob man Brandt opfert oder nicht, sondern wen nicht, soll das irgendwie erfolgsorientiert aussehen. Abgesehen von Bellingham ist kein DM/ZM unseres aktuellen Kaders als Spielertyp - qualitativ ist nochmal eine andere Frage - ausreichend kompatibel zu einem 10er/HS Reus. Ich hoffe daher sehr auf jemanden, wie Romain Faivre aus Brest, der ideal zu Rose passen sollte, weil er kreativ ist, dynamisch und dennoch defensiv engagiert, ohne dabei auf eine Position festgelegt zu sein. Insbesondere bei einem Sancho Abgang wird man auch entsprechende Kreativitätszuwäche aus dem Zentrum benötigen. Bedeutet dann auch für die Kette, dass sie mit weniger Unterstützung des Zentrums klarkommen muss. Dafür wird man denke ich Brandt opfern müssen, der zwar ein toller Spieler ist, aber ein Spezialist, von dem man insgesamt zu viele hat, sodass ich seine Perspektive unter Rose nicht sehe. Die Transferpolitik muss daher in jedem Fall eine klare Ansage an Reus sein, dass er kein Mittelfeldspieler ist und man nicht auf ihn dahingehend abstellen kann.
- Sancho oder Haland Abgang: es wird zwangsläufig einen der Beiden, vielleicht sogar Beide treffen, wenn man die CL verpasst. Würde man die CL erreichen, wäre man wahrscheinlich nicht mal auf einen Abgang angewiesen und könnte entsprechend auch Preise jenseits von Gut und Böse verlangen. Solange man die CL erreicht, glaube ich jedenfalls, dass die Verbindlichkeiten und der Etat gleichermaßen zu stemmen sind, sofern man nur überschüssige Spieler aussortiert. Sobald man die CL verpasst, werden die Einsparungen und Einnahmen aber höher ausfallen müssen, da ich nicht sehe, wie man mit diesem Kader eine Aufnahme weiterer Verbindlichkeiten rechtfertigen will.
Ich persönlich glaube, dass Haland einfacher zu ersetzen ist. Einerseits, da ich damit rechne, dass er mehr Geld einbringt als Sancho, weil bspw. City auf alle Fälle einen Deal mit einem Topstürmer im Sommer suchen wird und nicht auf Zeit spielen kann, wenn Aguero geht, wodurch viel Geld im MS Markt zu erwarten ist. Andererseits, da ich mehr bezahlbare und hochwertige Haland Nachfolger (Malen, Thuram, ...)auf dem Markt erwarte, als potenzielle Sancho Nachfolger - statt einer Auflistung muss man sich hier eher die Frage stellen: ja, wer denn überhaupt? Für mich haben derzeit schlicht kaum Spieler die Qualität, um Sancho und dessen Fähigkeitenpakt zu ersetzen. Entsprechend ist die Wahrscheinlichkeit, dass man über mehrere Positionen kompensieren muss, ausgesprochen hoch. Bedeutet für mich also vor allem einen notwendigen Kreativitätszuwachs im Mittelfeld, zusätzlich zum Sancho Nachfolger. In Kombination mit den vorherigen Punkten bedeutet das, dass die Kette zwingend funktional zu bekommen ist und die Defensivspezialisten im Mittelfeld reduziert werden müssen, um dort mehr Kreativität und Dynamik installieren zu können. Ich glaube, dass ein Sancho Abgang sonst keine Potenziale derzeit freisetzen würde, aber jede Menge Folgen für den bestehenden Kader hätte. Bei Haland würden die Tore fehlen, keine Frage, auch das wird man so nicht ersetzt bekommen, aber ich glaube es gibt Optionen, die die Scorer aufrecht erhalten können. Dazu glaube ich, dass ein Haland auch mehr Querinvests ermöglichen würde, um bspw. mit Hlozek schon mal der Reus Nachfolge etwas vorzugreifen und auf der sekundären Abschlussspielerposition auch nochmal ein paar kreative Elemente hinzuzufügen.
- deutsche Spieler: wie man schon an meinen ganzen Vorschlägen sieht, glaube ich, dass es schwer werden wird, an Ligue 1 Spielern vorbei zu kommen und weiterhin so sehr auf Deutsche zu setzen, wie in den letzten Jahren. Ich sehe keinen Weg den Haufen, insbesondere in Kompatibilität mit Rose, funktional zu bekommen. Selbst wenn das im Einzelfall keine qualitativen Gründe hat. Zwar gibt es durchaus ein paar Interessante Talente, vor allem auf LV, aber das muss auch preislich passen. Ansonsten wird man denke ich erst mal den Fokus auf passgenaue Spieler legen müssen, statt auf Identität. Einen Neuhaus muss man sich daher zwingend verkneifen, da er die dynamisch-kreativen Anforderungen nicht erfüllen wird, die der BVB nächste Saison erwarten lässt. Mal geschweige denn, wie viele Probleme mit dem Budget, das er fressen würde, eigentlich angegangen werden müssen.
Unterm Strich ist die Situation selbst mit CL Quali komplex. Verpasst man diese, wird es extrem schwer kurzfristig wieder so viel richtig zu machen, dass der aktuelle Anspruch wieder zu erfüllen ist. Schafft man es nicht, sondern macht in diesem Fall weitere Fehler, glaube ich, dass man für längere Zeit weg vom Fenster ist, selbst wenn ich hie und da mit dem ein oder anderen Positivausrutscher rechnen würde. Ich glaube daher, dass der BVB so oder so vor einem enorm kritischen Transfersommer stehen wird, der alles abverlangt: Fehlerkorrekturen, harte Entscheidungen und finanzielle Kreativität, auf einem Markt, der nur wenige BVB Spieler gezielt und hochpreisig nachfragen wird! Der Sommer wird deshalb mindestens für die nächsten 5 Jahre wegweisend sein.
Wenn ein Kader dann ungefäjhr so aussehen würde ...
-------------------------- Reus ------------------ MALEN -------------------------------------
-------------------------- Hazard --------------- Moukoko ----------------------------------
---------------------------------------- Reyna --------------------------------------------------
---------------------------------------- Brandt -------------------------------------------------
-------------------- FAIVRE --------------------------- Bellingham -------------------------
-------------------- Guerreiro ----------------------- (FAIVRE) ------------------------------
----------------------------------------- Can ----------------------------------------------------
----------------------------------------- Witsel -------------------------------------------------
---- NDICKA ---------- Hummels ------------- WALUKIEWICZ --------- Meunier -----
---- Delaney --------- (NDICKA) -------------- BADE --------------------- Knauff -------
----------------------------------------- Bürki --------------------------------------------------
----------------------------------------- Unbehaun -------------------------------------------
... wären das immer noch fünf Neuzugänge. Und da frage ich mich eben, ob das finanziell überhaupt möglich sein wird. Auch wenn man Schulz, Wolf und Co. verliehen bekommt, wird man deren Gehälter ja trotzdem zu großen Teilen weiterzahlen müssen. Kein Verein der Welt zahlt unseren Abgangskandidaten auch nur annähernd das Gehalt, das sie bei uns beziehen.
Und zweitens stellt sich mir die Frage, mit welchen Argumenten man einen Malen oder Ndicka bzw. Faivre nach Dortmund holen will, wenn man keine CL spielt.
Bade und Ndicka haben Verträge bis 2023, Walukiewicz und Malen bsi 2024 und Faivre bis 2025. Das wird eine teure Angelegenheit, schon was die Ablösen angeht. Auf der Gegenseite wird bei einem eventuellen Verkauf von Akanji und Zagadou aufgrund der Vertragslaufzeit bis 2022 nicht viel rumkommen. Man müsste für Haaland und Sancho schon richtige Unsummen kassieren, um Ablösen und Gehälter der neuen gegenzufinanzieren.
Das ist alles schon ziemlich verfahren ...
Du malst jetzt natürlich das Extremszenario auf, mit Haland UND Sancho Abgang auf sowie den Abgang beider IV. Ich denke schon, dass da genug Geld zusammenkommen würde, allerdings stelle ich mir das dann eher so vor, wenn es dazu kommen sollte, was ich nicht hoffe:
------------ THURAM --------------------- MALEN ------------------------------------------
------------ HLOZEK --------------------- Moukoko ----------------------------------------
----------------------------------- Reyna ------------------------ FAIVRE -------------------
------------------------------------ Reus ------------------------ Hazard --------------------
----------------- Guerreiro --------------------------------------------------------------------
---------------- Bellingham -------------------------------------------------------------------
----------------------------------------------- Can ---------------------------------------------
------------------------------------------ (Bellingham) -------------------------------------- Witsel*
----FIRPO ------- N'DICKA ------------------------- BADE------------------ Meunier ---
---- ???** ------- Hummels ----------------------- Witsel ----------------- Knauff ----- Morey/Semic/Passlack?
----------------------------------------- Bürki --------------------------------------------------
-------------------------------------- Unbehaun ----------------------------------------------
Ich hoffe die asymmetrische Raute ist soweit verständlich und wie fließend, die Systemübergänge, zwischen 4-4-2 Raute, 4-2-1-3 und 4-1-3-2 usw. sein können. Dafür sollte man sich jetzt auch nicht so sehr auf Guerreiro, Reyna und Faivre konzentrieren, die wahrscheinlich auch die Positionen tauschen könnten und mal mehr 8er sind, mal mehr 10er, HS oder OA. Auch Bellingham sollte in der Raute sehr flexibel einsetzbar sein, wobei sich die Anordnung dabei immer etwas verändern würde, sodass es letztendlich auch auf die Offensiven so seine Auswirkungen haben dürfte. Somit sollte man mit den Spielertypen insgesamt eigentlich sehr viele Rochaden spielen können und kann damit das Halbfeld oder den Rautenkopf situativ passend besetzen.
*ich erwarte ihn vor November nicht wirklich zurück. In dem Alter ist die Verletzung zudem in vielen Fällen ein Karrierekiller, weswegen ich nicht glaube, dass er nochmal in Topverfassung zurückkehren wird. Ich könnte mir lediglich vorstellen, dass er in der IV noch eine Chance hat, was sich aber bei Verletzungen von N'Dicka und Bade problematisch gestalten dürfte, in Bezug auf Hummels und sein Tempo.
**Mittelfristig habe ich nach wie vor Netz oder Katterbach im Blick, aber ich glaube im Moment nicht so wirklich, dass das im Sommer schon klappt.
Macht 7 Neuzugänge in diesem Szenario, die zwingend wären und schon ziemlich das Minimum (siehe RIV und RV BU). Finanziell würde ich mit 325 Mio. auf der Einnahmenseite rechnen und maximal 125 Mio. Ausgaben (Firpo wäre ja nur geliehen) - alles inklusive AK von Rose und Abgängen aller Leihspieler. Bei dem absoluten Überschuss, sollte das möglich sein, weswegen ich mir um die Realisierbarkeit wegen der Finanzen nicht die ganz großen Sorgen machen würde. Steuerlich macht das aber nicht so viel Sinn, wenn Haland und Sancho gehen, samt der ganzen weiteren Abgänge, da das den Gewinn extrem treiben dürfte, selbst wenn man es über 2 Geschäftsjahre verteilt bekommt. Wahrscheinlicher ist daher nur ein Abgang von Haland oder Sancho in diesem Sommer. Dann würde ich mit 210-240 Mio. rechnen auf der Einnahmenseite und 95 Mio. auf der Ausgabenseite. Auch das sollte möglich sein, weil ich damit rechnen würde, dass bei den Gehältern deutlich eingespart wird. Wenn ich das grob überschlage, würde ich mit einem Kader rechnen, der 25-30 Mio. weniger im Etat veranschlagt. Wie gesagt, das wird ein riesen Umbruch, der nötig ist ...
Denkt ihr eigentlich ein mittelfeldstratege wie tolisso oder Paredes wären eine Überlegung wert?
Ich finde unsere Zentrale sowas von nicht vorhanden im Moment
Das ist unser Problem derzeit. Kontrolle des MF und die Abstimmung stimmen nicht. Warum, keine Ahnung.
Für mich gibt es da mehrere Faktoren
1. pressingresistenz fehlt bei den allermeisten Spielern
2. wir bilden zu wenige Dreiecke die die Situationen nach vorne auflösen könnten
Und 3. falls wir die Situation dann doch mal auflösen können, fehlt Tempo um den Ball an den 16-er und in den 16-er zu bekommen
4. fehlt bei einigen Spielern die Körperlichkeit - spielt der Gegner etwas robuster, sitzen wir am kürzeren Hebel
Und inzwischen kommt 5. kein taktischer Plan hinzu
Tolisso ist für mich eine teurere Variante zu Can in Liverpooler Tagen. Ich halte ihn jedenfalls für keinen besonders guten Spieler in Sachen Pressingresistenz und Präsenz auf dem Platz, sondern für einen Box-to-Box, der weniger dynamisch als Goretzka ist und sich gegen den Ball nicht im selben Maß einbringen kann. Paredes ist auch kein Spieler, den man sich in der aktuellen Situation finanziell leisten kann. Dazu finde ich ihn mittlerweile als Strategen und Ballverteiler stärker, als in seiner Offensivbewegung. Daher sind beide für mich keine Problemlöser. Tolisso wäre sogar prädestiniert, um die Probleme zu verstärken.
14.02.2021 - 23:30 Uhr
Also ich hab mir mal Gedanken gemacht was man so anstellen könnte:
TW: Hitz und evtl. Bürki wenn man besseren Ersatz bekommt.
Abgänge AV: Schulz, Pischu, Schmelle / Zugänge: R.Rodriguez + Talent
Abgänge IV: Akanji, Zagadou / Zugänge: Balerdi, Ajer, Niakathe
Abgänge MFD: würde ich erstmal so lassen, eventuell Delaney und Dahoud abgeben und einen Ballsicheren 6 ala Witzel holen.
Abgänge MFO: Sancho / Zugänge: Thauvin, Lingard, Hlozek
Sturm: Abgänge: Haaland / Zugänge: Malen, Silva, Depay
Hab bei den Zugängen die Spieler rein um die ich mich bemühen würde.
Könnte dann so aussehen
TW: Bürki oder X + Unbehaun
AV: Meunier, Morey, Rodriguez, Talent, Passlack
IV: Hummels, Ajer, Niakathe, Balerdi
DM: Witzel,Can, Bellingham plus X
MFA: Hazard, Guerreiro, Lingard, Thauvin, Hlozek
MFO:Reuss, Brandt, Reyna
Sturm: Depay oder Malen, Silva, Moukoko
Depay oder Malen könnten dann auch Außen spielen, dann bräuchte man Thauvin oder Lingard nicht holen.
Bei den Zu und Abgänge würde noch genug Geld über bleiben um die Bilanz auszugleichen.
Denke mit dem Kader wäre man richtig gut aufgestellt und vor allem Flexibel.
TW: Hitz und evtl. Bürki wenn man besseren Ersatz bekommt.
Abgänge AV: Schulz, Pischu, Schmelle / Zugänge: R.Rodriguez + Talent
Abgänge IV: Akanji, Zagadou / Zugänge: Balerdi, Ajer, Niakathe
Abgänge MFD: würde ich erstmal so lassen, eventuell Delaney und Dahoud abgeben und einen Ballsicheren 6 ala Witzel holen.
Abgänge MFO: Sancho / Zugänge: Thauvin, Lingard, Hlozek
Sturm: Abgänge: Haaland / Zugänge: Malen, Silva, Depay
Hab bei den Zugängen die Spieler rein um die ich mich bemühen würde.
Könnte dann so aussehen
TW: Bürki oder X + Unbehaun
AV: Meunier, Morey, Rodriguez, Talent, Passlack
IV: Hummels, Ajer, Niakathe, Balerdi
DM: Witzel,Can, Bellingham plus X
MFA: Hazard, Guerreiro, Lingard, Thauvin, Hlozek
MFO:Reuss, Brandt, Reyna
Sturm: Depay oder Malen, Silva, Moukoko
Depay oder Malen könnten dann auch Außen spielen, dann bräuchte man Thauvin oder Lingard nicht holen.
Bei den Zu und Abgänge würde noch genug Geld über bleiben um die Bilanz auszugleichen.
Denke mit dem Kader wäre man richtig gut aufgestellt und vor allem Flexibel.
02.03.2021 - 09:31 Uhr
@JayZy und @Necromonger
Keine Sorge, ich nehme hier nur Dinge persönlich, die auch persönlich sind und das ist bei einer Gegenargumentation sicher nicht der Fall. Allerdings finde ich, dass eure Argumente meine Haltung eher noch bestärken, wenn man sie etwas anders aufzieht:
1. Vergleichbarkeit der genannten Spieler:
1.1. Akanji ist absolut gesetzter Stammspieler. Das gilt so für keinen der anderen Genannten. Am ehesten noch für Delaney, der aber auch fast 1000 Minuten diese Saison weniger auf dem Buckel hat. Dahoud hat nicht mal 1/3 der Minuten von Akanji und ist situationsbedingt erst vor ein paar Spielen ernsthaft in die Mannschaft gerückt. Zagadou ist BU von Hummels und diese Saison dauerverletzt.
1.2. Rose Fit: da sehe ich absolut gar kein Fragezeichen, bei Akanji, die für mich ausschließlich auf der linken Abwehrseite bestehen, da weder Hummels noch Guerreiro idealtypische Besetzungen im Rose System darstellen. Dementsprechend müsste es auch automatisch bei Zagadou ähnliche Fragezeichen geben, die möglicherweise auch schon zu einem Umdenken bezüglich der später folgenden Aussagen aus dem letzten Sommer geführt haben. Delaney und Dahoud sind in meinen Augen sehr spezielle Spielertypen, wobei vor allem Delaney für mich ein Spieler ist, der lediglich gut dafür ist, wenn man mit ihm strukturelle Dysbalancen bekämpfen kann, die er allerdings auch sehr schnell auslöst, wenn man nicht exakt bei der Dysbalance ansetzen kann. Das wird unter Rose sehr interessant werden, je nachdem, in welchem System man agiert. So wäre mit Delaney-Dahoud bspw. ein ähnlicher taktischer Ansatz denkbar, wie in Gladbach mit Zakaria-Neuhaus. Qualitativ hielte ich das allerdings für bedenklich. Will Rose auf die Raute hinaus, sehe ich für beide Spieler keinen Platz im Mittelfeld, sofern man nicht nochmal deutlich nachlegt, wofür sie aber vermutlich selbst das Budget bringen müssten. Für Delaney ergäbe sich auf LV meines Erachtens aus anderen Gründen als der Idealbesetzung unter Rose allerdings ein Fenster. Dann sollte dennoch bedacht werden, dass sich bei ihm die Corona Frage wesentlich dringlicher stellt, als bei einem wesentlich jüngeren Stammspieler, wenn man sein Alter und seine Entwicklung im Wiederverkaufswert bedenkt.
2. Corona Situation:
Denkt ihr etwa, dass ein Lacroix günstiger und falls nicht, dann wenigstens auch entsprechend besser als eine Verlängerung mit Akanji ist? Oder glaubt ihr, dass es aus finanziell sicher ist am wesentlich älteren und teureren IV festzuhalten, der die Defensive nicht im gewünschten Maß verstärkt hat, sodass individuelle Qualitäten mit von ihm ausgehenden strukturellen Problemen Hand in Hand gehen? Ich glaube ja nicht, glaube sogar, dass das nicht mal eng ist, was die finanziellen Parameter bedingt, die für Akanji ausschlagen, wenn man den Vergleich mal so aufzieht. Es gibt noch einen Spieler, bei dem ich sehr positiv gestimmt wäre, dass es keinen Ausschlag für Akanji geben wird. Zu dem sind die Gerüchte bislang aber quasi nicht existent.
3. Gerüchtelage:
Damit wäre ich auch bei diesem Thema angelangt. Es gibt eben nicht nur keine Gerüchte zu Akanji und dessen Verlängerung, sondern einerseits mittlerweile jede Menge Gerüchte zu RIV im Verlauf der Saison (Simakan, Walukiewicz, Milenkovic, Militao, Piatkowski, ...) und andererseits vor allem Gerüchte zum Status der unter 1. diskutierten Spieler:
In diesem Interview - leider hinter der Paywall - soll Zagadou zudem damals auch grundsätzlich positiv reagiert haben, auch wenn ich persönlich glaube, dass sich seitdem einiges verändert hat.
Zu Dahoud gab es erst gestern dann Gerüchte, die ein ähnliches Verfahren ankündigen, wie bei Delaney, indem der Rose Fit zu von ebendiesem zu überprüfen ist. Dass Dahoud sich hier durchsetzen will, ist ansonsten ja schon lange bekannt.
Zu Akanji gab es erstmals im Januar eine Aussage von ihm und die ist in meinen Augen die passivste von allen, da sie keinerlei Absichtserklärung enthält, was einen groben Unterschied, zum Rest darstellt:
Seitens Verein gibt es zu Akanji meines Wissens nicht eine Aussage. Wenn hier also erst im Januar Gespräche in Aussicht gestellt wurden, während beim Kollegen Zagadou schon im Juli eine Absichtserklärung bestand, die beidseitig war, sieht das meines Erachtens nicht nach einer Liebesbeziehung aus, die unbedingt fortgeführt werden soll, sondern für den Moment nur nach einer Zweckehe. Das riecht für mich sogar fast schon nach der Guerreiro Situation vor dessen Verlängerung, als dieser sich schon mit einem anderen Verein einig war (PSG), sodass der BVB sich umorientieren musste und daher Schulz holte. Und hier kommt dann meines Erachtens der einzige Zusammenhang mit Corona, da der BVB es sich derzeit sicher nicht leisten kann einen Vorgriff zu machen, bevor der Abgang auch wirklich fixiert ist. Das wird aktuell noch nicht der Fall sein, aber ich denke schon, dass es eine Nachfrage geben wird, die hier deutlich unterschätzt wird.
4. Nachfrage:
United und Chelsea werden in meinen Augen einen IV mit Akanjis Profil im Sommer suchen, um mal nur 2 Clubs zu nennen, die vor allem finanziell vor dem BVB stehen und in meinen Augen in Stammqualität aufrüsten wollen und müssen. Mit Upamecano ist der Best-Available-Player schon vom Markt, sofern Varane nicht noch auf den Markt kommt, der allerdings auch nur für eine Verschiebung sorgen wird, da Real dann dennoch entsprechenden Bedarf für einen schnellen, vergleichsweise spiel- und dennoch zweikampfstarken IV haben wird. Dahinter kommt in meinen Augen dann auch schon sehr schnell Akanji, der die genannten Parameter am besten erfüllt und bei dem dann auch noch ein gewisser Druck durch die Vertragssituation vorhanden ist. Zwar gibt es auch sonst noch den ein oder anderen interessanten Verteidiger, aber die Liste derer, die in der aktuellen Situation aufpreiswürdig sind, ist dann doch nicht so lang, weswegen ich Akanji für ein Top-Transfer-Target im Sommer halte, unter den IV, die im Sommer auf dem Markt zu erwarten sind.
Je länger man bei Akanji wartet, desto schlechter halte ich daher die Position des BVB eine Verlängerung zu vernünftigen Konditionen zu realisieren. Vermutlich sind die Auswirkungen der letzten 1,5 Jahre sogar schon so, dass gar keine Absicht mehr besteht. Es gibt für mich jedenfalls nicht ein glaubwürdiges Indiz, dass Akanji und der BVB verlängern wollen. Ihr mögt das nicht so sehen, dass man dadurch mit Hummels auf das falsche Pferd setzt, aber ich denke der Beweis wird nächste Saison fällig werden, weswegen wir dann sicher nochmal darüber reden. Es gibt für mich jedenfalls keinen besonders großen Markt für einen vernünftigen Akanji Ersatz, weswegen die Chance sich zu verschlechtern größer ist, als die Chance sich zu verbessern. Vor allem globaler betrachtet, wenn man die Budgetierung bedenkt, falls man mehr ausgeben muss, als man mit Akanji einnehmen kann, da ein coronabedingter Verkaufszwang bestehen wird, wenn die Verlängerung unmöglich ist.
Keine Sorge, ich nehme hier nur Dinge persönlich, die auch persönlich sind und das ist bei einer Gegenargumentation sicher nicht der Fall. Allerdings finde ich, dass eure Argumente meine Haltung eher noch bestärken, wenn man sie etwas anders aufzieht:
1. Vergleichbarkeit der genannten Spieler:
1.1. Akanji ist absolut gesetzter Stammspieler. Das gilt so für keinen der anderen Genannten. Am ehesten noch für Delaney, der aber auch fast 1000 Minuten diese Saison weniger auf dem Buckel hat. Dahoud hat nicht mal 1/3 der Minuten von Akanji und ist situationsbedingt erst vor ein paar Spielen ernsthaft in die Mannschaft gerückt. Zagadou ist BU von Hummels und diese Saison dauerverletzt.
1.2. Rose Fit: da sehe ich absolut gar kein Fragezeichen, bei Akanji, die für mich ausschließlich auf der linken Abwehrseite bestehen, da weder Hummels noch Guerreiro idealtypische Besetzungen im Rose System darstellen. Dementsprechend müsste es auch automatisch bei Zagadou ähnliche Fragezeichen geben, die möglicherweise auch schon zu einem Umdenken bezüglich der später folgenden Aussagen aus dem letzten Sommer geführt haben. Delaney und Dahoud sind in meinen Augen sehr spezielle Spielertypen, wobei vor allem Delaney für mich ein Spieler ist, der lediglich gut dafür ist, wenn man mit ihm strukturelle Dysbalancen bekämpfen kann, die er allerdings auch sehr schnell auslöst, wenn man nicht exakt bei der Dysbalance ansetzen kann. Das wird unter Rose sehr interessant werden, je nachdem, in welchem System man agiert. So wäre mit Delaney-Dahoud bspw. ein ähnlicher taktischer Ansatz denkbar, wie in Gladbach mit Zakaria-Neuhaus. Qualitativ hielte ich das allerdings für bedenklich. Will Rose auf die Raute hinaus, sehe ich für beide Spieler keinen Platz im Mittelfeld, sofern man nicht nochmal deutlich nachlegt, wofür sie aber vermutlich selbst das Budget bringen müssten. Für Delaney ergäbe sich auf LV meines Erachtens aus anderen Gründen als der Idealbesetzung unter Rose allerdings ein Fenster. Dann sollte dennoch bedacht werden, dass sich bei ihm die Corona Frage wesentlich dringlicher stellt, als bei einem wesentlich jüngeren Stammspieler, wenn man sein Alter und seine Entwicklung im Wiederverkaufswert bedenkt.
2. Corona Situation:
Denkt ihr etwa, dass ein Lacroix günstiger und falls nicht, dann wenigstens auch entsprechend besser als eine Verlängerung mit Akanji ist? Oder glaubt ihr, dass es aus finanziell sicher ist am wesentlich älteren und teureren IV festzuhalten, der die Defensive nicht im gewünschten Maß verstärkt hat, sodass individuelle Qualitäten mit von ihm ausgehenden strukturellen Problemen Hand in Hand gehen? Ich glaube ja nicht, glaube sogar, dass das nicht mal eng ist, was die finanziellen Parameter bedingt, die für Akanji ausschlagen, wenn man den Vergleich mal so aufzieht. Es gibt noch einen Spieler, bei dem ich sehr positiv gestimmt wäre, dass es keinen Ausschlag für Akanji geben wird. Zu dem sind die Gerüchte bislang aber quasi nicht existent.
3. Gerüchtelage:
Damit wäre ich auch bei diesem Thema angelangt. Es gibt eben nicht nur keine Gerüchte zu Akanji und dessen Verlängerung, sondern einerseits mittlerweile jede Menge Gerüchte zu RIV im Verlauf der Saison (Simakan, Walukiewicz, Milenkovic, Militao, Piatkowski, ...) und andererseits vor allem Gerüchte zum Status der unter 1. diskutierten Spieler:
Quelle: Delaney
"Ich bin sehr zufrieden in Dortmund. Aber ich weiß auch nicht, was nächstes Jahr passiert. Ich glaube, dass wir erst reden können, wenn ich die Zukunft kenne. Ich will spielen, und wenn ein Trainer kommt, der sagt, dass er woanders bessere Spieler als mich gefunden hat, muss ich überlegen."
Für Sportdirektor Michael Zorc besitzt der 21-Jährige "riesiges Potenzial". Mittlerweile wird beim BVB auch in Erwägung gezogen, den bis 2022 laufenden Vertrag mit dem Franzosen vorzeitig zu verlängern. "Das können wir uns gut vorstellen", verrät Zorc, "es gab aber noch keine wirklich zielführenden Gespräche mit ihm."
In diesem Interview - leider hinter der Paywall - soll Zagadou zudem damals auch grundsätzlich positiv reagiert haben, auch wenn ich persönlich glaube, dass sich seitdem einiges verändert hat.
Zu Dahoud gab es erst gestern dann Gerüchte, die ein ähnliches Verfahren ankündigen, wie bei Delaney, indem der Rose Fit zu von ebendiesem zu überprüfen ist. Dass Dahoud sich hier durchsetzen will, ist ansonsten ja schon lange bekannt.
Zu Akanji gab es erstmals im Januar eine Aussage von ihm und die ist in meinen Augen die passivste von allen, da sie keinerlei Absichtserklärung enthält, was einen groben Unterschied, zum Rest darstellt:
Quelle: https://www.sport1.de/fussball/bundesliga/2021/01/bvb-manuel-akanji-spricht-ueber-jadon-sancho-erling-haaland-und-den-aufstand-am-capitol
SPORT1: Ist es möglich, dass Sie in Dortmund verlängern?
Akanji: Das werden wir zu gegebenem Zeitpunkt sehen. Wir werden sicherlich bald Rücksprache halten und schauen, wie es weitergeht.
Akanji: Das werden wir zu gegebenem Zeitpunkt sehen. Wir werden sicherlich bald Rücksprache halten und schauen, wie es weitergeht.
Seitens Verein gibt es zu Akanji meines Wissens nicht eine Aussage. Wenn hier also erst im Januar Gespräche in Aussicht gestellt wurden, während beim Kollegen Zagadou schon im Juli eine Absichtserklärung bestand, die beidseitig war, sieht das meines Erachtens nicht nach einer Liebesbeziehung aus, die unbedingt fortgeführt werden soll, sondern für den Moment nur nach einer Zweckehe. Das riecht für mich sogar fast schon nach der Guerreiro Situation vor dessen Verlängerung, als dieser sich schon mit einem anderen Verein einig war (PSG), sodass der BVB sich umorientieren musste und daher Schulz holte. Und hier kommt dann meines Erachtens der einzige Zusammenhang mit Corona, da der BVB es sich derzeit sicher nicht leisten kann einen Vorgriff zu machen, bevor der Abgang auch wirklich fixiert ist. Das wird aktuell noch nicht der Fall sein, aber ich denke schon, dass es eine Nachfrage geben wird, die hier deutlich unterschätzt wird.
4. Nachfrage:
United und Chelsea werden in meinen Augen einen IV mit Akanjis Profil im Sommer suchen, um mal nur 2 Clubs zu nennen, die vor allem finanziell vor dem BVB stehen und in meinen Augen in Stammqualität aufrüsten wollen und müssen. Mit Upamecano ist der Best-Available-Player schon vom Markt, sofern Varane nicht noch auf den Markt kommt, der allerdings auch nur für eine Verschiebung sorgen wird, da Real dann dennoch entsprechenden Bedarf für einen schnellen, vergleichsweise spiel- und dennoch zweikampfstarken IV haben wird. Dahinter kommt in meinen Augen dann auch schon sehr schnell Akanji, der die genannten Parameter am besten erfüllt und bei dem dann auch noch ein gewisser Druck durch die Vertragssituation vorhanden ist. Zwar gibt es auch sonst noch den ein oder anderen interessanten Verteidiger, aber die Liste derer, die in der aktuellen Situation aufpreiswürdig sind, ist dann doch nicht so lang, weswegen ich Akanji für ein Top-Transfer-Target im Sommer halte, unter den IV, die im Sommer auf dem Markt zu erwarten sind.
Je länger man bei Akanji wartet, desto schlechter halte ich daher die Position des BVB eine Verlängerung zu vernünftigen Konditionen zu realisieren. Vermutlich sind die Auswirkungen der letzten 1,5 Jahre sogar schon so, dass gar keine Absicht mehr besteht. Es gibt für mich jedenfalls nicht ein glaubwürdiges Indiz, dass Akanji und der BVB verlängern wollen. Ihr mögt das nicht so sehen, dass man dadurch mit Hummels auf das falsche Pferd setzt, aber ich denke der Beweis wird nächste Saison fällig werden, weswegen wir dann sicher nochmal darüber reden. Es gibt für mich jedenfalls keinen besonders großen Markt für einen vernünftigen Akanji Ersatz, weswegen die Chance sich zu verschlechtern größer ist, als die Chance sich zu verbessern. Vor allem globaler betrachtet, wenn man die Budgetierung bedenkt, falls man mehr ausgeben muss, als man mit Akanji einnehmen kann, da ein coronabedingter Verkaufszwang bestehen wird, wenn die Verlängerung unmöglich ist.
07.03.2021 - 13:42 Uhr
Sollten uns sancho und Haaland in diesem Sommer verlassen, dann prost Mahlzeit.
Dann müssen die Transfer im Sommer aber mal sowas von sitzen.
Einen Stürmer, 2 Flügelspieler. Am besten einen rv und einen innenverteidiger plus coulibaly. Evtl einen Torhüter. Das wird mal wieder ein ganz schwerer Sommer. Und eine vermutlich eine ganz schwere nächste sasion.
Dann müssen die Transfer im Sommer aber mal sowas von sitzen.
Einen Stürmer, 2 Flügelspieler. Am besten einen rv und einen innenverteidiger plus coulibaly. Evtl einen Torhüter. Das wird mal wieder ein ganz schwerer Sommer. Und eine vermutlich eine ganz schwere nächste sasion.
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