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BVB - Transferpolitik

14.02.2015 - 15:43 Uhr
BVB - Transferpolitik |#14671
04.11.2019 - 10:30 Uhr
Zitat von Truth
U23 und mit der ersten Mannschaft trainieren bringt nichts!


Das ist mir etwas zu pauschal.

Bei Balerdi fand ich es bis zum Sommer durchaus sinnvoll. Der wurde mit einer Hand voll Profispielen aus Argentinien verpflichtet. Dem Jungen auf diese Art ein paar Monate zum Akklimatisieren zu verschaffen, fand ich durchaus richtig. In Argentinien hätte er die Sprache nicht so gut gelernt und ob Boca ihn nach dem Verkauf noch viel eingesetzt hätte, weiss man nicht. Eine Leihe zu einem anderen Verein hätte ich zu dem Zeitpunkt als viel zu riskant empfunden.
Dass Balerdi nun anscheinend bei uns IV Nr. 5 ist, ist hingegen alles andere als ideal. Dann hätte man ihn im Sommer doch verleihen müssen. Auf Dauer bringt ihn Regionalliga + Profitraining nicht nennenswert weiter.

Bei Raschl (ich weiss, du beziehst dich auf Neuverpflichtungen) finde ich das genannte Modell auch sinnvoll. Evtl. läuft es bei ihm wie bei Stenzel damals.

Ansonsten fehlt mir an dieser Stelle etwas der Kontext.

•     •     •

Aki Watzke zur Entlassung von Marco Rose: "Er ist hier nie so komplett angekommen und irgendwas war da, was dem Ganzen so ein bisschen im Wege stand. Wir wissen es ja selbst nicht so genau."
BVB - Transferpolitik |#14672
04.11.2019 - 10:35 Uhr
Zitat von Baskball
Zitat von Truth

Ich verschiebe es mal hierhin.

Welche jungen Spieler wurden denn in den letzten Jahren verpflichtet, bei denen das Heranführen über Spiele in der U23 funktioniert hat?

Gar keiner!

Alle jungen Spieler, aus denen was geworden ist, haben regelmäßig Spielzeit bekommen.

Lewandowski, Gündogan, Dembele und Sancho als die Beispiele überhaupt. Dann gibt es noch Spieler wie Perisic, Ginter und Hofmann, die Spielzeiten bekamen, aber sich erst nach ihrem Wechsel voll entwickeln könnten, da sie Spielzeit brauchten. U23 und mit der ersten Mannschaft trainieren bringt nichts!


Häufige Einsätze in der U23 mit anschließendem Durchbruch in der ersten Mannschaft hatten meiner Erinnerung nach zuletzt nur Jonas Hofmann und Erik Durm. Ansonsten können die U23 und Youth League sicher mal ganz nett sein um Spielpraxis zu bekommen, sofern man bei der ersten Mannschaft hinten dran ist oder gerade von einer Verletzung zurückkommt.

Generell bin ich kein großer Freund davon Spieler zu lange bei der U23 zu parken. Bei Spielern wie Unbehaun oder Raschl finde ich es nachvollziehbar, um dort die ersten Schritte im Profifußball zu machen. In Kombination mit Youth League und Training bei der ersten Mannschaft ist das für den Übergang nicht schlecht.

Bei etwas älteren Spielern oder Spielern mit bereits ein wenig Profierfahrung sehe ich aber nicht, dass die U23 längerfristig eine gute Option darstellt. Das galt für Isak, Gomez oder Burnic, nun ebenso für Balerdi. Würde man die U23 als bessere Option für den Umgang zu den Profis haben wollen, so müsste man dringend in die zweite Mannschaft investieren und wieder den Aufstieg in die dritte Liga anstreben. In der Hinsicht machen die Bayern derzeit meines Erachtens vieles richtig. Die Regionalliga kann als Übergangsjahr aus dem Jugendbereich noch funktionieren, darüber hinaus bringt die Liga den Talenten aber wenig.


Eben, die U23 verlängert das Fenster, um es bei den Profis packen zu können. Nicht jeder Spieler aus der U19 hat das Talent, um sofort vorne weg zu gehen und hier ein Leistungsträger zu werden. Das schließt aber nicht aus, dass man aus dem ein oder anderen Nachwuchsspieler noch einen Rollenspieler oder etwas mehr macht. Nicht umsonst ist die Quote an Spielern, die beim BVB ausgebildet wurden, in erster und zweiter Liga aktuell nicht so schlecht. Man muss denke ich nur so ehrlich sein und frühzeitig entscheiden, ob ein Spieler wirklich die Perspektive hat und dann auch bekommt, sollte man ihm noch das Übergangsjahr in der U23 geben und ihm damit den vorzeitigen Wechsel ausreden, der sonst karriereoptimierend wäre. Das hat zuletzt nicht so gut geklappt, was meines Erachtens auch viel mit nicht allzu rotationsfreudigen und jugendfördernden Trainern zusammenhing als auch mit der Transferpolitik. Das größere Problem als das Niveau, auf dem Spielpraxis gesammelt wird, ist für mich jedenfalls häufiger, welche Chancen sich bei den Profis ergeben und wie man diese Chancen sicherstellt. Die U23 kann dahingehend Zeit kaufen, aber nicht ewig und mir wird da letztendlich auch zu oft erwartet, dass ein mittelmäßiger Rotations- oder Rollenspieler einfach nur solide spielen muss, damit das Talent keine Chance hat, obwohl es mehr Potenzial besitzt.
BVB - Transferpolitik |#14673
04.11.2019 - 10:37 Uhr
Zitat von DerMoe
Zitat von Truth

Ich verschiebe es mal hierhin.

Welche jungen Spieler wurden denn in den letzten Jahren verpflichtet, bei denen das Heranführen über Spiele in der U23 funktioniert hat?

Gar keiner!

Alle jungen Spieler, aus denen was geworden ist, haben regelmäßig Spielzeit bekommen.

Lewandowski, Gündogan, Dembele und Sancho als die Beispiele überhaupt. Dann gibt es noch Spieler wie Perisic, Ginter und Hofmann, die Spielzeiten bekamen, aber sich erst nach ihrem Wechsel voll entwickeln könnten, da sie Spielzeit brauchten. U23 und mit der ersten Mannschaft trainieren bringt nichts!


Sancho hat sehr wohl U19, U23 und UEFA Youth League gespielt bevor er bei den Senioren durch die Decke ging.
Gündogan macht in der Aufzählung keinen Sinn, der kam als Stammspieler von einem Erstligisten. Genau wie Lewy und Dembele. Lewy war auch keine 17 mehr, auch wenn er aus einer kleineren Liga kam.


Trotzdem ist an seiner Aussage etwas dran. Großkreutz, Götze, Weigl, Kagawa, Subotic, Hummels, Schmelzer, Durm... konnten sich alle nur so gut entwickeln, weil auf sie gesetzt wurde und sie Einsätze in der Bundesliga bekamen und nicht in der Regional oder 3. Liga rumgekickt haben. Natürlich kommt es immer auf den Spieler selbst an. ZB hat ein Dahoud immer mal wieder seine Einsätze bekommen und sich nicht weiterentwickelt, aber auch der kam ja als Stammspieler eines Erstligisten, sogar mit CL-Erfahrung, zu uns und fällt so auch wieder aus dem Raster. Negativbeispiele sind Isak, Gomez, Balerdi, Merino, Ginczek.. die wirklich so gut wie keine Chancen bekamen sich mal auf höherem Niveau zu beweisen. Isak hat dann die holländische Liga zerschossen und Merino hat sich mittlerweile einen Marktwert von immerhin 15mio erspielt. Gomez ist Stammspieler beim spanischen Zweitligisten Huesca, was immerhin wesentlich besser ist, als in unserer Zweiten zu kicken, aber halt auch sehr weit entfernt davon uns weiterhelfen zu können.
Bei Sancho, Zagadou, Morey oder Gomez ist man halt ein relativ geringes Risiko eingegangen, da bei Sancho absehbar war, dass er durch die Decke gehen wird und die anderen waren alle ablösefrei, aber bei Balerdi nahm man 15mio € in die Hand und da sollte man doch mehr investieren, um diese Investition auch voranzutreiben. Da ist man momentan doch deutlich hintendran, denn er ist aktueller argentinischer Nationalspieler und wird in 2 Monaten 21, ist also auch keine 18 mehr. Und wenn man einem 20-jährigen, der 15mio kostet von vornherein nicht zutraut, dass er innerhalb eines Jahres auch nur ein Spiel machen wird, frage ich mich schon, warum man eine solche Investition tätigt, wenn man zB noch einen Toprak schon im Kader hat. Warum war er eigentlich bei der U-20-WM im Sommer dabei? Er stand nicht einmal auch nur im Kader und stieg deshalb erst sehr spät in die Vorbereitung mit ein, was ihn natürlich noch zusätzlich nach hinten wirft.
Teilweise ertappt man sich bei dem Wunsch, dass sich der ein oder andere verletzt, nur dass die Jungen auch mal ihre Chance bekommen. Sollten Spiele, wie das am Wochenende nun wieder häufiger vorkommen, könnte man wenigstens über 10 Minuten-Einsätze die jungen etwas näher heranführen an die Startelf.

•     •     •

BVB 26/27:
Kobel - Gadou, Anton, Schlotterbeck - Ryerson, Nmecha, Bellingham, Svensson - Karetsas, Sancho - Guirassy
Bank: Drewes,Meyer,Anselmino,Reggiani,Prates,Can,Ryerson,Chukwuemeka,Kessie,Gittens,Lerma,Inacio,Beier,Silva

Zugänge: Sancho,Anselmino(Leihe),F. Kessie,Baum,Gittens(Leihe)
Abgänge: Mané(Leihe),Bensebaini,Sabitzer,Couto
BVB - Transferpolitik |#14674
04.11.2019 - 10:46 Uhr
Zitat von ollabohm
Zitat von DerMoe

Zitat von Truth

Ich verschiebe es mal hierhin.

Welche jungen Spieler wurden denn in den letzten Jahren verpflichtet, bei denen das Heranführen über Spiele in der U23 funktioniert hat?

Gar keiner!

Alle jungen Spieler, aus denen was geworden ist, haben regelmäßig Spielzeit bekommen.

Lewandowski, Gündogan, Dembele und Sancho als die Beispiele überhaupt. Dann gibt es noch Spieler wie Perisic, Ginter und Hofmann, die Spielzeiten bekamen, aber sich erst nach ihrem Wechsel voll entwickeln könnten, da sie Spielzeit brauchten. U23 und mit der ersten Mannschaft trainieren bringt nichts!


Sancho hat sehr wohl U19, U23 und UEFA Youth League gespielt bevor er bei den Senioren durch die Decke ging.
Gündogan macht in der Aufzählung keinen Sinn, der kam als Stammspieler von einem Erstligisten. Genau wie Lewy und Dembele. Lewy war auch keine 17 mehr, auch wenn er aus einer kleineren Liga kam.


Trotzdem ist an seiner Aussage etwas dran. Großkreutz, Götze, Weigl, Kagawa, Subotic, Hummels, Schmelzer, Durm... konnten sich alle nur so gut entwickeln, weil auf sie gesetzt wurde und sie Einsätze in der Bundesliga bekamen und nicht in der Regional oder 3. Liga rumgekickt haben. Natürlich kommt es immer auf den Spieler selbst an. ZB hat ein Dahoud immer mal wieder seine Einsätze bekommen und sich nicht weiterentwickelt, aber auch der kam ja als Stammspieler eines Erstligisten, sogar mit CL-Erfahrung, zu uns und fällt so auch wieder aus dem Raster. Negativbeispiele sind Isak, Gomez, Balerdi, Merino, Ginczek.. die wirklich so gut wie keine Chancen bekamen sich mal auf höherem Niveau zu beweisen. Isak hat dann die holländische Liga zerschossen und Merino hat sich mittlerweile einen Marktwert von immerhin 15mio erspielt. Gomez ist Stammspieler beim spanischen Zweitligisten Huesca, was immerhin wesentlich besser ist, als in unserer Zweiten zu kicken, aber halt auch sehr weit entfernt davon uns weiterhelfen zu können.
Bei Sancho, Zagadou, Morey oder Gomez ist man halt ein relativ geringes Risiko eingegangen, da bei Sancho absehbar war, dass er durch die Decke gehen wird und die anderen waren alle ablösefrei, aber bei Balerdi nahm man 15mio € in die Hand und da sollte man doch mehr investieren, um diese Investition auch voranzutreiben. Da ist man momentan doch deutlich hintendran, denn er ist aktueller argentinischer Nationalspieler und wird in 2 Monaten 21, ist also auch keine 18 mehr. Und wenn man einem 20-jährigen, der 15mio kostet von vornherein nicht zutraut, dass er innerhalb eines Jahres auch nur ein Spiel machen wird, frage ich mich schon, warum man eine solche Investition tätigt, wenn man zB noch einen Toprak schon im Kader hat. Warum war er eigentlich bei der U-20-WM im Sommer dabei? Er stand nicht einmal auch nur im Kader und stieg deshalb erst sehr spät in die Vorbereitung mit ein, was ihn natürlich noch zusätzlich nach hinten wirft.
Teilweise ertappt man sich bei dem Wunsch, dass sich der ein oder andere verletzt, nur dass die Jungen auch mal ihre Chance bekommen. Sollten Spiele, wie das am Wochenende nun wieder häufiger vorkommen, könnte man wenigstens über 10 Minuten-Einsätze die jungen etwas näher heranführen an die Startelf.


Prinzipiell ist die U23 auch keine Talentschmiede mehr. Spieler die das Potential für die erste Elf haben gehen meist den direkten Weg, wie zuletzt Pulisic und Passlack. Aber das gilt eben oft auch nur für Offensivspieler, dazu gleich mehr.

Aber ansonsten ist JEDER Transfer ein Risiko, nicht nur bei jungen Spielern. Für Schürrle hat man auch 30 Mio in die Hand genommen und er half nicht weiter.

Dass Balerdi sich prinzipiell und nur entwickeln kann, wenn er sofort in der ersten spielt halte ich trotzdem für Murks. Das hat wie gesagt auch der für 10 Mio geholte Sancho nicht gemacht. Der kam aus einem EU-Land und hat trotzdem seine Zeit für seine Eingewöhnung bekommen.

Balerdi ist nunmal IV, da ist es ohnehin nicht so leicht jemanden einfach reinzuwerfen. Er kam dazu aus Südamerika und bekam Zeit hier erstmal anzukommen. Dass er nicht ewig Regionalliga spielen wird ist klar, aber man kann z.B. im Winter oder nächsten Sommer immer noch über eine Leihe in Liga 2 oder 1 nachdenken. Dafür ist es dann bei weitem nicht zu spät. 21 wäre ein gutes IV Alter um im Herrenfußball anzukommen.
Diesen Weg ist z.B. ein Mats Hummels gegangen - um mal mit dem Mythos aufzuräumen man könne nicht aus der RL durchstarten. Deswegen schön, dass du ihn aufzählst. Eben jener Hummels hat 42 Spiele für Bayern-Amas machen dürfen in der Regionalliga bevor man ihn soweit sah und er nach Dortmund verliehen wurde.
BVB - Transferpolitik |#14675
05.11.2019 - 21:55 Uhr
Also wir brauchen definitiv keinen Stürmer.

Ich würd Paco auch eher verkaufen und dafür einen weiteren OM verpflichten.

Ich hab aber auch mehr Ahnung als die meisten. Watzke und Zorc stellen mich bestimmt sofort ein.
BVB - Transferpolitik |#14676
05.11.2019 - 22:03 Uhr
Schlussendlich fehlt es mal wieder an einem bulligen Strafraumspieler, den man auch mal hoch anspielen kann. Das gleiche Spiel wie immer, viel Ballbesitz, viel Dominanz, kaum Torgefahr. Verstehe nicht, wieso man nur mit Paca in die Saison ging, der auch nicht unbedingt die Art von Stürmer ist, die ich mit Strafraumspieler meinte.
BVB - Transferpolitik |#14677
10.11.2019 - 01:59 Uhr
@BVBBC und @Zockerkaiser

Ich verschiebe die durchaus spannende Diskussion im Zorc-Thread mal hier rüber.

Das Stichwort Identität ist für mich da der wichtigste Punkt.

Wenn man wir mal Revue passieren lassen, was wir seit Klopp in den letzten knapp 5 Jahren alles probiert haben, kommt man zu folgendem Bild.

Tuchel führte einen durchaus starken, zu dem Zeitpunkt dringend benötigten Ballbesitzfussball ein, der einer Spitzenmannschaft, die das Niveau halten wollte und musste, gut tat.
Gleichzeitig hatten wir bereits unter Tuchel einige blutleere Auftritte (Stichwort Darmstadt) und die Transfers saßen da schon nicht mehr so einwandfrei. Über die Zeit gesehen war das nicht stimmig, nicht Fisch nicht Fleisch. Auch setzte Tuchel das Pressing nur vereinzelt ein und wenn dann nicht immer gut koordiniert, was jahrelang unsere Stärke war.

Mit Bosz wollte man wieder back to the Roots, Angriffspressing spielen, gleichzeitig wie unter Tuchel aber offensiv bleiben. Das Problem war, dass der Kader mittlerweile gar nicht mehr komplett dafür ausgerichtet war, sondern eher in den spielerischen Ansatz driftete. Viele konnten das hohe Pressing gar nicht so durchziehen wie sie wollten, weil sie es schlicht nicht konnten. Gleichzeitig war man zwar mittlerweile auf vielen Positionen spielstark, allerdings war physisch schon da zu sehen, dass es bergab ging. Das zieht sich bis heute durch.

Stöger übernahm diesen unstimmigen Kader mit dem du zu 70% Kicken konntest, aber eben entsprechend mit der Intensität nicht klar kam.
Stöger machte mMn den größten Fehler und nahm der Mannschaft komplett die Dominanz und die Spielstärke, in dem man einfach komplett nicht mehr drauf setzte, sondern eher einen "FC Köln"-Ansatz wählte. Viel zu defensiv, auf eine Physis beschränkt, die diese Mannschaft gar nicht mehr hatte und Mentalitätstechnisch pfiff man sowieeso schon seit Tuchel-Beginn aus dem letzten Loch.

Dann hat Favre übernommen und möchte einen Kontrollfussball spielen lassen. Ja ein Großteil ist noch da um diesen spielstarken Ansatz zu wählen, allerdings macht Favre für mich ebenfalls den "Stöger-Fehler" und lässt dabei zu defensiv, zu wenig mutig agieren. Die Mentalitäts-Transfers Delaney und Witsel haben dem Team zwar geholfen, es scheint aber nur ein Tropfen auf dem heißen Stein zu sein.

Wo stehen wir also im Winter 2019 knapp 5 Jahre nach Jürgen Klopp. Das Team scheint nach individueller Klasse zusammengestellt zu sein und man hat versucht mit ein paar deutschen Transfers sowas wie einen Kern zu entwickeln.

Leider scheint dabei die komplette Identität verloren gegangen zu sein. Nicht Fisch, nicht Fleisch.
Man hat Spieler denen es eher entgegen kommen würde höher zu pressen weil sie selber physisch für den direkten Zweikampf nicht so geeignet sind und daher eher giftig pressen würden (Brandt, Reus, Rapha, Hazard, Schulz, Dahoud etc.), dann hat man Spieler mit denen es grundsätzlich wahrscheinlich eher stehen würde, wenn sie tief stehen weil die Dynamik und der Speed fehlt (Witsel, Hummels, Weigl).

Ich habe es in meiner letzten Kaderschmiede schon einmal formuliert und wiederhole es gerne. Insgesamt haben wir die Idenität 2015 nach Klopp verloren und eiern von Konzept zu Konzept. Und ich sage hier und heute, ohne Klopp zu glorifizieren, dass dieser grundsätzliche Stil, unabhängig wer Trainer ist, uns bis heute am besten liegt.
Das war gefühlt die einzige Zeit in bei mir 27 Jahre Fan-Dasein, der das ganze Umfeld, die ganze Region, den ganzen Verein und alle Fans mitgenommen hat. Das war Borussia Dortmund. Immer mehr laufen als der Gegner, hoch motiviert, leidenschaftlich, Zusammenhalt, Fight, Umschalten, Pressing, Gegenpressing, Vollgas, Enthusiasmus.

Und ich prophezeie dass wir weiterhin rumeiern werden, bis wir einen Kader zusammen haben und einen dazu passenden Trainer, der genau diesen Stil in etwa so umsetzt.
Mit Tiki Taka aus Barcelona, tiefstehender Körperlichkeit in Reinform by Atletico oder Juve, Bus parking a la Chelsea in den vergangenen Jahren, Cattenaccio aus Italien, Ballbesitz a la Sevilla, Arsenal oder Bayern etc wirst du hier glaube ich niemals über einen längeren Zeitpunkt Erfolg haben. Kurzfristig, mal 1-2 Jahre ja, das mag klappen, aber langfristig setzt sich mMn nur ein Stil bei einem Team durch, welcher auch zu dem Verein und dem Umfeld/Kultur passt.

Das ist einfach das Ergebnis aus den knapp 5 Jahren nach Jürgen Klopp für mich. Es wurde wie gesagt viel probiert, ein Stil jagte den nächsten und ein Konzept folgte dem anderen. Nichts hat nachhaltig geholfen und wir sind an einen Punkt angelangt, an dem wir uns wieder auf unsere Stärken berufen sollten und den Kader entsprechend ausrichten sollten.

Ich bin natürlich nicht so naiv und weiss das es eine Art Mischung sein muss aus dem besagten Stil mit hohem Pressing, aktiver offensiver Spielweise und furchtlos, mit ein paar Attributen, die eine europäische Spitzenmannschaft nun mal auch zumindest im Petto haben sollte.

Daher auch mein Ansatz in der letzten Kaderschmiede. Man braucht wieder viel viel Speed, Dynamik, Power und Laufstärke im Kader. Fast ausnahmslos. Wenn das, dass Grundgerüst ist und man drum herum ein paar feine Kicker hat, können diese sich an diesem Gerüst, an dieser Struktur orientieren und "hochziehen".
Anfangen sollte man im Mittelfeldzentrum, da drückt dieser Schuh am meisten. Aber auch offensiv im Sturm und im OM muss man da wieder mehr hin zu meinem Geforderten. Auf den AV ist man schon auf besten Wege, vor allem wenn man im Sommer Pischu ersetzt dahingehend.

Zusammengefasst muss das Rumgeiere aufhören und man sollte ein Stück weit Back to the Roots. Alleine um diese Identität wieder aufzubauen, die diese Fans und Menschen in und um den Verein verdient haben und wo sie am meisten drin aufgehen. Dann wird es auch wieder bergauf gehen, wenngleich es natürlich 1-2 Jahre dauern wird, bis man den Kader so wieder ausgerichtet hat, damit das auch genauso umzusetzen ist.

•     •     •

Primera Divison!

Kritik im BVB-Forum:
1. Kritik wird abgeschmettert
2. Trotz Erhärtung der Kritik, wird weiter abgelehnt
3. Nachdem Statistiken das Ganze faktisch stützen, wird nicht weiter argumentiert, sondern verfällt in Zynismus und Polemik
4. Wird das zurecht angeprangert, werden eigene Vorschläge gefordert (obwohl man nicht dafür zuständig ist).
5. Diese Vorschläge werden dann zerpflückt und relativiert

Erkenntnis: Kritik ist bei einigen nicht möglich/nicht gern gesehen!

Dieser Beitrag wurde zuletzt von End_of_Days am 10.11.2019 um 02:06 Uhr bearbeitet
BVB - Transferpolitik |#14678
10.11.2019 - 10:49 Uhr
Zitat von End_of_Days
@BVBBC und @Zockerkaiser

Ich verschiebe die durchaus spannende Diskussion im Zorc-Thread mal hier rüber.

Das Stichwort Identität ist für mich da der wichtigste Punkt.

Wenn man wir mal Revue passieren lassen, was wir seit Klopp in den letzten knapp 5 Jahren alles probiert haben, kommt man zu folgendem Bild.

Tuchel führte einen durchaus starken, zu dem Zeitpunkt dringend benötigten Ballbesitzfussball ein, der einer Spitzenmannschaft, die das Niveau halten wollte und musste, gut tat.
Gleichzeitig hatten wir bereits unter Tuchel einige blutleere Auftritte (Stichwort Darmstadt) und die Transfers saßen da schon nicht mehr so einwandfrei. Über die Zeit gesehen war das nicht stimmig, nicht Fisch nicht Fleisch. Auch setzte Tuchel das Pressing nur vereinzelt ein und wenn dann nicht immer gut koordiniert, was jahrelang unsere Stärke war.

Mit Bosz wollte man wieder back to the Roots, Angriffspressing spielen, gleichzeitig wie unter Tuchel aber offensiv bleiben. Das Problem war, dass der Kader mittlerweile gar nicht mehr komplett dafür ausgerichtet war, sondern eher in den spielerischen Ansatz driftete. Viele konnten das hohe Pressing gar nicht so durchziehen wie sie wollten, weil sie es schlicht nicht konnten. Gleichzeitig war man zwar mittlerweile auf vielen Positionen spielstark, allerdings war physisch schon da zu sehen, dass es bergab ging. Das zieht sich bis heute durch.

Stöger übernahm diesen unstimmigen Kader mit dem du zu 70% Kicken konntest, aber eben entsprechend mit der Intensität nicht klar kam.
Stöger machte mMn den größten Fehler und nahm der Mannschaft komplett die Dominanz und die Spielstärke, in dem man einfach komplett nicht mehr drauf setzte, sondern eher einen "FC Köln"-Ansatz wählte. Viel zu defensiv, auf eine Physis beschränkt, die diese Mannschaft gar nicht mehr hatte und Mentalitätstechnisch pfiff man sowieeso schon seit Tuchel-Beginn aus dem letzten Loch.

Dann hat Favre übernommen und möchte einen Kontrollfussball spielen lassen. Ja ein Großteil ist noch da um diesen spielstarken Ansatz zu wählen, allerdings macht Favre für mich ebenfalls den "Stöger-Fehler" und lässt dabei zu defensiv, zu wenig mutig agieren. Die Mentalitäts-Transfers Delaney und Witsel haben dem Team zwar geholfen, es scheint aber nur ein Tropfen auf dem heißen Stein zu sein.

Wo stehen wir also im Winter 2019 knapp 5 Jahre nach Jürgen Klopp. Das Team scheint nach individueller Klasse zusammengestellt zu sein und man hat versucht mit ein paar deutschen Transfers sowas wie einen Kern zu entwickeln.

Leider scheint dabei die komplette Identität verloren gegangen zu sein. Nicht Fisch, nicht Fleisch.
Man hat Spieler denen es eher entgegen kommen würde höher zu pressen weil sie selber physisch für den direkten Zweikampf nicht so geeignet sind und daher eher giftig pressen würden (Brandt, Reus, Rapha, Hazard, Schulz, Dahoud etc.), dann hat man Spieler mit denen es grundsätzlich wahrscheinlich eher stehen würde, wenn sie tief stehen weil die Dynamik und der Speed fehlt (Witsel, Hummels, Weigl).

Ich habe es in meiner letzten Kaderschmiede schon einmal formuliert und wiederhole es gerne. Insgesamt haben wir die Idenität 2015 nach Klopp verloren und eiern von Konzept zu Konzept. Und ich sage hier und heute, ohne Klopp zu glorifizieren, dass dieser grundsätzliche Stil, unabhängig wer Trainer ist, uns bis heute am besten liegt.
Das war gefühlt die einzige Zeit in bei mir 27 Jahre Fan-Dasein, der das ganze Umfeld, die ganze Region, den ganzen Verein und alle Fans mitgenommen hat. Das war Borussia Dortmund. Immer mehr laufen als der Gegner, hoch motiviert, leidenschaftlich, Zusammenhalt, Fight, Umschalten, Pressing, Gegenpressing, Vollgas, Enthusiasmus.

Und ich prophezeie dass wir weiterhin rumeiern werden, bis wir einen Kader zusammen haben und einen dazu passenden Trainer, der genau diesen Stil in etwa so umsetzt.
Mit Tiki Taka aus Barcelona, tiefstehender Körperlichkeit in Reinform by Atletico oder Juve, Bus parking a la Chelsea in den vergangenen Jahren, Cattenaccio aus Italien, Ballbesitz a la Sevilla, Arsenal oder Bayern etc wirst du hier glaube ich niemals über einen längeren Zeitpunkt Erfolg haben. Kurzfristig, mal 1-2 Jahre ja, das mag klappen, aber langfristig setzt sich mMn nur ein Stil bei einem Team durch, welcher auch zu dem Verein und dem Umfeld/Kultur passt.

Das ist einfach das Ergebnis aus den knapp 5 Jahren nach Jürgen Klopp für mich. Es wurde wie gesagt viel probiert, ein Stil jagte den nächsten und ein Konzept folgte dem anderen. Nichts hat nachhaltig geholfen und wir sind an einen Punkt angelangt, an dem wir uns wieder auf unsere Stärken berufen sollten und den Kader entsprechend ausrichten sollten.

Ich bin natürlich nicht so naiv und weiss das es eine Art Mischung sein muss aus dem besagten Stil mit hohem Pressing, aktiver offensiver Spielweise und furchtlos, mit ein paar Attributen, die eine europäische Spitzenmannschaft nun mal auch zumindest im Petto haben sollte.

Daher auch mein Ansatz in der letzten Kaderschmiede. Man braucht wieder viel viel Speed, Dynamik, Power und Laufstärke im Kader. Fast ausnahmslos. Wenn das, dass Grundgerüst ist und man drum herum ein paar feine Kicker hat, können diese sich an diesem Gerüst, an dieser Struktur orientieren und "hochziehen".
Anfangen sollte man im Mittelfeldzentrum, da drückt dieser Schuh am meisten. Aber auch offensiv im Sturm und im OM muss man da wieder mehr hin zu meinem Geforderten. Auf den AV ist man schon auf besten Wege, vor allem wenn man im Sommer Pischu ersetzt dahingehend.

Zusammengefasst muss das Rumgeiere aufhören und man sollte ein Stück weit Back to the Roots. Alleine um diese Identität wieder aufzubauen, die diese Fans und Menschen in und um den Verein verdient haben und wo sie am meisten drin aufgehen. Dann wird es auch wieder bergauf gehen, wenngleich es natürlich 1-2 Jahre dauern wird, bis man den Kader so wieder ausgerichtet hat, damit das auch genauso umzusetzen ist.


Ich bin weitestgehend bei dir, möchte allerdings noch ein paar Anmerkungen machen:

- Ballbesitzfussball und Pressing schließen sich nicht gegenseitig aus. Richtig dominanter Ballbesitzfussball kommt sogar gar nicht ohne Pressing und vor allem effektives Gegenpressing aus. Die Frage ist nur, was für ein Pressing genug ist. Eine Aktivität, wie gegen Inter in der zweiten Hälfte, wird ja schnell gefeiert, aber das halte ich über eine Saison nicht mehr für durchziehbar. Das ist zu intensiv und selbst mit Rotation schwer frisch genug zu bleiben. Genau das ist aber absolut notwendig, um keine Lücken im Pressing zu haben und kollektiv einheitlich vorzugehen. Reißen erste Lücken im Pressing ein, fällt es in sich zusammen und man ist schwächer als ohne. Das ist vor allem Bosz zum Verhängnis geworden. Es wird daher bei idealerweise annähernd 50 Spielen auf das richtige Maß an Pressing ankommen. Das dürfte daher nicht Hardcore Bosz oder Klopp sein (auch nicht Rose, der aktuell ja gerne dafür genannt wird, bei dem ich mal gespannt bin, wie Gladbach Richtung Saisonende aussieht), sondern eher etwas weniger und überlegter. So etwas, wie es die Bayern gestern gespielt haben, würde in meinen Augen komplett reichen, wäre effizient und dürfte auch über eine Saison durchzuhalten sein. Ballbesitz ist für mich ansonsten nichts Schlechtes, sondern eine Frage dessen, wie man damit umgeht. Einfach nur das Spiel verwalten, ist dabei halt die geläufigste Interpretation davon. Dabei gibt es viele Wege Ballbesitz zu interpretieren, sodass das auch durchaus aktiv stattfinden kann, mit viel Druck in der gegnerischen Hälfte, schnellen Kombinationen - und nein, das muss noch keine Kopie von Barca sein. Für mich ist Ballbesitz auch ganz grundsätzlich eine Notwendigkeit, will man einen taktischen Vorteil haben. Denn als Favorit wird man in 80% aller Spiele automatisch mehr Ballbesitz haben, weswegen es logisch sein sollte, dass man dann den Ball auch von sich aus haben wollen sollte, weil man damit umgehen kann und nicht nur, weil man muss.

- Ich weiß nicht, ob man sagen kann, dass man von Konzept zu Konzept gesprungen ist. Seitens Trainern ist das teils sicher so. Vor allem der Sprung von Bosz zu Stöger war krass. Bezüglich Kader würde ich es aber etwas anders beschreiben. Man hat versucht mit einzelnen Spielern jedes Konzept zu erweitern. Es hat Physis, Kopfballstärke und Mentalität gefehlt? Dann holt man eben einen Delaney, um mal nur einen Extremfall zu nehmen, da die Diskussionen damals schon heftig waren! Für eine Saison hat sich dann überdecken lassen, dass er strategisch, dynamisch und vor allem technisch nicht auf Topniveau ist, was alles mindestens genauso gebraucht worden wäre - dazu hat er sich defensiv auch angepasst und zeigt dahingehend auch durchaus genug Defizite, insbesondere bei Standards oder in der Absicherung in letzter Reihe. Das würde ich auch für weitere Transfers so beschreiben: man hat einzelne Bedarfe ausgemacht, diese bedient, aber dafür dann andere Bereiche, die davor teils noch gut waren, aber auch nicht unbedingt herausragend, nahezu komplett vernachlässigt. Man hat dahingehend also nur Probleme ausgetauscht, anstatt sie zu lösen, was nur mit einer ganzheitlichen Lösung möglich gewesen wäre. Die wäre in meinen Augen auch oft genug möglich gewesen, wenn man die Preise sieht, die man bedienen konnte und vor allem die Redundanzen, die teils entstanden sind und unnötige Ausgaben waren.

Um es daher nochmal auf den Punkt zu bringen: einzelne Bedarfe können ja durchaus bedient werden, aber sie dürfen nicht zu Lasten des ursprünglichen Ansatzes gehen, sodass man den Eindruck bekommen könnte, dass ein komplett neues Konzept entsteht, obwohl man vermutlich eigentlich daran festhalten wollte, es mit der Erfüllung des Bedarfs aber nicht konnte. Eines der Probleme war für mich dabei auch immer, dass man bestimmte Denkansätze ausschließt. Vor allem die Behauptung, dass es an der spielerischen Qualität nicht liege (ob von Stöger, Watzke oder Zorc) hat mich immer am meisten gestört. Dahingehend habe ich auch immer noch den Eindruck, dass man bei Transfers die Qualität teils massiv überschätzt. Dass körperlich und dynamisch ansonsten nach wie vor viel fehlt, sehe ich ansonsten auch so, wobei es auch hier dann eben um einen ganzheitlichen Ansatz gehen muss. Wenn man irgendwo einen Spieler holt, der diesem Bedarf widerspricht, kann der noch so gut sein, aber das Kollektiv macht er nicht zwangsläufig besser. Das ist übrigens auch etwas, was ich Klopp am meisten zuspreche, da er es aktuell bei Liverpool wieder beweist: da tanzt kein Spieler aus der Reihe, vor allem bezogen auf Speed und Laufstärke, aber auch technisch ist da jeder auf zumindest gehobenen Niveau - wenn auch wenige Spieler dahingehend absolutes Topniveau haben. Das ist so homogen zusammengestellt, dass sie meines Erachtens mit relativ wenig Weltklasse in der CL gewinnen konnten.
BVB - Transferpolitik |#14679
21.11.2019 - 23:18 Uhr
Sorry @Zocker7, dass ich deinen Beitrag mal exemplarisch rausgreife, ich schätze deine Beiträge sonst zwinker

Zitat von Zocker7

Emre Can wäre wieder eine absolute Offenbarung an Kreativlosigkeit. Borussia Dortmund stand einmal für geschickte Transfers, die sich dann in Dortmund einen Namen machen konnten. Transfers aus Polen, Jakub Blaszczykowski oder Robert Lewandowski. Transfers aus der zweiten Liga, Sven Bender. Teilweise sogar aus der zweiten japanischen Liga, Shinji Kagawa. Danach kam das große Geld, und es ging die Vielfalt.

Natürlich darf der finanzielle Vorteil gern umgesetzt werden. Aber dafür auch mal fernab der teuren Namen um André Schürrle, Mario Götze, Sebastian Rode, Thomas Delaney, Nico Schulz oder eben Emre Can. Ich möchte auch klarstellen, dass ich Emre Can als noch jungen deutschen Spieler schon interessant finde. Er ist unheimlich vielseitig und hat für sein Alter eine hohe Erfahrung, sogar über längere Zeit Stammspieler in Liverpool.

Aber das wäre der nächste 0815-Transfer, der so logisch wie langweilig ist. Im Mittelfeld fehlt ein Kämpfer? In Turin ist ein deutscher Nationalspieler aussortiert? Das passt ja! Zweistelliger Millionenbetrag? Deal!

Mir fehlt echt das intelligente einsetzen des mittlerweile richtig guten Budgets. Es kann doch nicht sein, dass der Kader seit Jahren nach einem spielerischen Achter lechzt, und allen Ernstes nach Thomas Delaney und Axel Witsel jetzt Emre Can gehandelt wird. Das wäre wieder teuer am Bedarf vorbei. Ein Nice-to-Have. Mehr nicht.


Aber ich muss sagen, dass mir solche Beiträge etwas auf den Nerv gehen. Dass den Oberen Kreativlosigkeit vorgeworfen wird, stimmt so nicht.
Genauso wie Watzke mit Klopp, müssen die Fans sich damit abfinden, dass diese Zeiten VORBEI sind. Diese Transfers aus den Jahren 2008-2012 sind so heute gar nicht mehr möglich. Zu aller erst hat sich das ganze Geschäft verändert und Transfers vom polnischen Torschützenkönig für 5 Mio Euro sind so nicht mehr realisierbar. Die Toptalente wechseln nicht mehr für 3-4 Mio Euro, sondern 15-20 Mio Euro. Siehe doch z.B Balerdi - wieviele Profispiele hatte der?
https://fussball.news/artikel/bvb-chefscout-pilawa-der-kampf-um-die-grossen-talente-ist-unglaublich/
Ich lege dir da den Artikel ans Herz, von unserem Chefscout Pilawa. Solche "mal sehen was draus wird Transfers" von Supertalenten sind bei den heutigen Scouting-Netzwerken nicht mehr möglich.

Und dann kommen wir zum Punkt, dass auch der BVB sich verändert hat.
Die Ansprüche sind Meisterschaft und bei Platz 2-5 an Spieltag 10 soll der Trainer schnellstmöglich entlassen werden. Gleichzeitig aber Kreativität auf dem Transfermarkt fordern?
Klar können wir auch Spieler wie Mateta, Jovic, Haller oder Gbamin aus Frankreich/Holland/Belgien für 5-10 Millionen holen. Aber wehe die Spieler funktionieren nicht auf Anhieb wie Sancho oder Dembele, dann werden sie wie Merino, Isak oder Gomez wieder vom Hof gejagt.
Denkt doch mal nach, bevor ihr solche Beiträge verfasst. Auch unter Klopp war nicht alles Gold was glänzt, nur waren wir damals in einer Position, wo spielerisch nach Doll eh alles verloren war und den Spielern ZEIT gegeben wurde sich zu entwickeln und etwas wachsen zu lassen.
Erinnern wir uns doch mal zurück..

08/09
Unter Klopp mit Spielern wie Subotic, Schmelzer, Sahin und Hummels gegen Udinese die Quali zur Euroleague nicht geschafft.
Unter Klopp mit Spielern wie Subotic, Schmelzer, Sahin und Hummels gegen Udinese die Quali zur Euroleague im kommenden Jahr nicht international gespielt

09/10
Unter Klopp mit Spielern wie Großkreutz, Barrios, Sahin, Schmelzer, Hummels, Subotic gegen Osnabrück aus dem Pokal geflogen

10/11
Unter Klopp mit Spielern wie Barrios, Lewandowski, Sahin, Kagawa, Bender, Subotic, Hummels, Kuba, Pischu in der Gruppenphase der Europa League gescheitert

Unter Klopp mit Spielern wie Barrios, Lewandowski, Sahin, Kagawa, Bender, Subotic, Hummels, Kuba, Pischu gegen Offenbach aus dem Pokal geflogen

11/12
Als amtierender Meister unter Klopp mit Spielern wie Barrios, Lewandowski, Kagawa, Bender, Subotic, Hummels, Kuba, Pischu aus der Gruppenphase der CL geflogen

Das waren 3 (!) Jahre, in denen sich die Spieler entwickeln konnten. Diese Zeiten sind vorbei!
Und gleichzeitig dem Verein vorwerfen, dass er nicht wüsste wo er hin will. Der Interessenkonflikt herrscht bei den Fans genauso. Über Platz 3 aufregen und dann an die Zeiten mit Transfers ala Kuba oder Lewandowski fordern.
Kuba hätten nach einem Jahr alle am liebsten vom Platz gejagt, spätestens nach seiner dummen roten Karte im Pokalfinale und die Sprüche LewanDOOFski und WeltNIXjäger bei Barrios waren auch hier Gang und Gäbe.

•     •     •

Die Zuschauerzahl wird präsentiert von der Stadtparfümerie Pieper. 6 Mal in Dortmund und 130 Mal in Deutschland. Borussia Dortmund bedankt sich bei 81.359 Zuschauern - ausverkauft!
BVB - Transferpolitik |#14680
21.11.2019 - 23:37 Uhr
Zitat von 94barrios18_09
Sorry @Zocker7, dass ich deinen Beitrag mal exemplarisch rausgreife, ich schätze deine Beiträge sonst zwinker

Zitat von Zocker7

Emre Can wäre wieder eine absolute Offenbarung an Kreativlosigkeit. Borussia Dortmund stand einmal für geschickte Transfers, die sich dann in Dortmund einen Namen machen konnten. Transfers aus Polen, Jakub Blaszczykowski oder Robert Lewandowski. Transfers aus der zweiten Liga, Sven Bender. Teilweise sogar aus der zweiten japanischen Liga, Shinji Kagawa. Danach kam das große Geld, und es ging die Vielfalt.

Natürlich darf der finanzielle Vorteil gern umgesetzt werden. Aber dafür auch mal fernab der teuren Namen um André Schürrle, Mario Götze, Sebastian Rode, Thomas Delaney, Nico Schulz oder eben Emre Can. Ich möchte auch klarstellen, dass ich Emre Can als noch jungen deutschen Spieler schon interessant finde. Er ist unheimlich vielseitig und hat für sein Alter eine hohe Erfahrung, sogar über längere Zeit Stammspieler in Liverpool.

Aber das wäre der nächste 0815-Transfer, der so logisch wie langweilig ist. Im Mittelfeld fehlt ein Kämpfer? In Turin ist ein deutscher Nationalspieler aussortiert? Das passt ja! Zweistelliger Millionenbetrag? Deal!

Mir fehlt echt das intelligente einsetzen des mittlerweile richtig guten Budgets. Es kann doch nicht sein, dass der Kader seit Jahren nach einem spielerischen Achter lechzt, und allen Ernstes nach Thomas Delaney und Axel Witsel jetzt Emre Can gehandelt wird. Das wäre wieder teuer am Bedarf vorbei. Ein Nice-to-Have. Mehr nicht.


Aber ich muss sagen, dass mir solche Beiträge etwas auf den Nerv gehen. Dass den Oberen Kreativlosigkeit vorgeworfen wird, stimmt so nicht.
Genauso wie Watzke mit Klopp, müssen die Fans sich damit abfinden, dass diese Zeiten VORBEI sind. Diese Transfers aus den Jahren 2008-2012 sind so heute gar nicht mehr möglich. Zu aller erst hat sich das ganze Geschäft verändert und Transfers vom polnischen Torschützenkönig für 5 Mio Euro sind so nicht mehr realisierbar. Die Toptalente wechseln nicht mehr für 3-4 Mio Euro, sondern 15-20 Mio Euro. Siehe doch z.B Balerdi - wieviele Profispiele hatte der?
https://fussball.news/artikel/bvb-chefscout-pilawa-der-kampf-um-die-grossen-talente-ist-unglaublich/
Ich lege dir da den Artikel ans Herz, von unserem Chefscout Pilawa. Solche "mal sehen was draus wird Transfers" von Supertalenten sind bei den heutigen Scouting-Netzwerken nicht mehr möglich.

Und dann kommen wir zum Punkt, dass auch der BVB sich verändert hat.
Die Ansprüche sind Meisterschaft und bei Platz 2-5 an Spieltag 10 soll der Trainer schnellstmöglich entlassen werden. Gleichzeitig aber Kreativität auf dem Transfermarkt fordern?
Klar können wir auch Spieler wie Mateta, Jovic, Haller oder Gbamin aus Frankreich/Holland/Belgien für 5-10 Millionen holen. Aber wehe die Spieler funktionieren nicht auf Anhieb wie Sancho oder Dembele, dann werden sie wie Merino, Isak oder Gomez wieder vom Hof gejagt.
Denkt doch mal nach, bevor ihr solche Beiträge verfasst. Auch unter Klopp war nicht alles Gold was glänzt, nur waren wir damals in einer Position, wo spielerisch nach Doll eh alles verloren war und den Spielern ZEIT gegeben wurde sich zu entwickeln und etwas wachsen zu lassen.
Erinnern wir uns doch mal zurück..

08/09
Unter Klopp mit Spielern wie Subotic, Schmelzer, Sahin und Hummels gegen Udinese die Quali zur Euroleague nicht geschafft.
Unter Klopp mit Spielern wie Subotic, Schmelzer, Sahin und Hummels gegen Udinese die Quali zur Euroleague im kommenden Jahr nicht international gespielt

09/10
Unter Klopp mit Spielern wie Großkreutz, Barrios, Sahin, Schmelzer, Hummels, Subotic gegen Osnabrück aus dem Pokal geflogen

10/11
Unter Klopp mit Spielern wie Barrios, Lewandowski, Sahin, Kagawa, Bender, Subotic, Hummels, Kuba, Pischu in der Gruppenphase der Europa League gescheitert

Unter Klopp mit Spielern wie Barrios, Lewandowski, Sahin, Kagawa, Bender, Subotic, Hummels, Kuba, Pischu gegen Offenbach aus dem Pokal geflogen

11/12
Als amtierender Meister unter Klopp mit Spielern wie Barrios, Lewandowski, Kagawa, Bender, Subotic, Hummels, Kuba, Pischu aus der Gruppenphase der CL geflogen

Das waren 3 (!) Jahre, in denen sich die Spieler entwickeln konnten. Diese Zeiten sind vorbei!
Und gleichzeitig dem Verein vorwerfen, dass er nicht wüsste wo er hin will. Der Interessenkonflikt herrscht bei den Fans genauso. Über Platz 3 aufregen und dann an die Zeiten mit Transfers ala Kuba oder Lewandowski fordern.
Kuba hätten nach einem Jahr alle am liebsten vom Platz gejagt, spätestens nach seiner dummen roten Karte im Pokalfinale und die Sprüche LewanDOOFski und WeltNIXjäger bei Barrios waren auch hier Gang und Gäbe.


Dann hast du meine Absicht anscheinend nicht ganz verstanden oder sie kam nicht klar herüber. Mir ist absolut bewusst, dass sich die Preisschraube in der Zeit seit 2008 extrem nach oben gedreht hat. Ein 5 Mio-Euro-Transfer dieser Zeit dürfte aktuell sicher pauschal das dreifache bedeuten. Einfach inflationsbedingt.

Mich stört, und das sage ich ganz bewusst so, die aktuelle Transferpolitik, die auf kurzfristigen Glücksgriffen basiert. Es geht mir mitnichten um grundsätzliche Millionen-Transfers, die mittlerweile alle um den Vereinsrekord pendeln. Es ist klar, dass Qualität kostet. Mats Hummels für 30 Mio Euro bringt die Mannschaft voran. Ähnlich wie es Axel Witsel auszugsweise tut. Dass es Flops gibt, geschenkt. Ist nachvollziehbar, dass nicht jeder Transfer sitzt.

Mich stört die Kombination aus raschem Abschreiben und fehlender Kreativität. Und dazu stehe ich auch. Erster Punkt kann gut mit Marius Wolf erklärt werden. Hier kommt ein Frankfurter Shootingstar nach Dortmund. Dazu ist mir Kevin-Prince Boateng ständig im Ohr, dass er mit Fußball aufhören wolle, wenn Wolf kein Nationalspieler wird. Das erste Jahr war schwierig für ihn, gerade im Mittelfeld. Dann kristallisiert sich über die Rückrunde aber eine Vakanz rechts hinten heraus, in die Wolf perspektivisch wachsen kann - zumindest als Backup, der obendrein für ein gutes Klima innerhalb der Mannschaft sorgt. Stattdessen ist seine Reise bei Borussia Dortmund im Sommer 2019 rasch beendet. Früher gab es noch einjährige Blaupausen für Spieler. Wo ist denn der perspektivische Vorteil von dem alternden Lukasz Piszczek und dem geliehenen Achraf Hakimi zu Wolf? Für mich nicht nachvollziehbar.

Und nun noch etwas zum Punkt der Kreativität. Wie im ersten Post geschrieben, gefällt mir der Spielertyp Emre Can an sich schon und ich könnte ihn mir gut bei Borussia Dortmund vorstellen. Aber warum müssen es denn mittlerweile immer die teuren Millionen-Transfers sein, wenn es kein absolutes Juwel ist? Ein normales Talent setzt sich in Dortmund gar nicht mehr durch. Die Reihe der Aussortierten schwingt von Dan-Axel Zagadou über Leo Balerdi bis hin zu Jacob Bruun Larsen. Der Kader benötigt zwingend einen gehobenen Achter. Wo soll der Spieler denn herkommen? Es wird hier seit Jahren nichts getan - weder ein gestandener Spieler noch ein Talent. Warum im Winter nicht einmal nach Frankreich schielen? Es soll auch nützliche Spieler geben, die um die 10 Mio Euro kosten.

Borussia Dortmund hat vielmehr Möglichkeiten als es auf dem Transfermarkt ausschöpft. Das ist mein großer Kritikpunkt. Emre Can wäre als Nationalspieler wieder ein Prestige-Transfer und hart am Bedarf vorbei. Außer Vielseitigkeit bringt er gegenüber Thomas Delaney keinen nennenswerten Vorsprung. Das war in der damaligen Zeit anders - auch aufgrund deutlich niedrigerer Ressourcen. Nur weil Jürgen Klopp den Verein verlassen hat und die Zeit der Meisterelf längst um ist, heißt das noch lange nicht, dass die Idee hinter einer intakten Mannschaft nicht mehr umsetzbar ist.

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Immer weiter, und lauter, Borussia!
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