Diskussionsrunde

50+1-Regel II

21.01.2010 - 22:01 Uhr
50+1-Regel II |#761
09.04.2018 - 15:25 Uhr
Zitat von Landauer
Zitat von Schwabenpfeil312

Ob die Liga dadurch spannender wird bleibt mal dahingestellt. Es it ja maßgeblich was mit dem Geld angestellt wird, ob ein Verein mit einem Investor die Bayern angreifen kann.

Mir geht es aber um andere Dinge.
Erstens besteht eine Regelung, die juristisch sehr wahrscheinlich nicht haltbar ist und das kann man auch nicht wirklich verbessern, wie die letzte DFL-Versammlung weiß machen will.
Zweitens geht mir diese Ungleichbehandlung auf die Nerven. Man hat jetzt schon zig Ausnahmen (Leverkusen, Wolfsburg, Hoffenheim, Leipzig).
Drittens gilt für mich das Schreckenszenario "verbrannte Erde" auch nicht. Die meisten Investoren investieren ja nachhaltig und sind auch immer noch da.
Viertens heißt es ja nicht gleich, dass wenn 50+1 abgschafft wird, automatisch gleich die Scheichs und Oligarchen nach Deutschland strömen. Es bleibt auch immer noch in der Hand der Mitglieder, ob ein Verein ausgliedert bzw. sich für Invstoren öffnet. Aktuell gibt es in der 1. Liga auch gar kein Verein der das vor und in der 2. fällt mir nur Kaiserslautern ein.


Fünftens war der Bayer Konzern bisher der einzige Investor in der Geschichte des deutschen Profi-Fußballs, der einen Club einfach weggeworfen hat und ihn damit in die niederklassige Bedeutungslosigkeit stürzte -> Bayer Uerdingen (heute KFC Uerdingen).

Wenn also dieses Schreckgespenst "was wenn der Investor den Stecker zieht" ernsthaft betrachtet werden soll, dann müsste man folgerichtig vielmehr die "Lex Leverkusen" kippen und in diesem Zusammenhang die Lizenz verweigern.

Da dies aber nicht passieren wird, frage ich mich warum völlig unvorbelastete, unbekannte Investoren pro-aktiv für etwas vorverurteilt werden sollen, was ein hierzulande höchst angesehener Investor selbst de facto tat, aber nie dafür sanktioniert wurde. Das ist ebenso ein doppelter Standard.

Bin mir nicht sicher, aber wurde nicht irgendwann die Regel eingeführt, dass sich ein Hauptsponsor nicht maßgeblich bei 2 Vereinen engagieren darf. Woraufhin die BayerAG ihr Engagement in Krefeld einstellte.

•     •     •

#wirhabeneinentraum

-= Wo wir sind, ist „Dynamoland“ =-
50+1-Regel II |#762
09.04.2018 - 17:11 Uhr
Zitat von MarCop73

Bin mir nicht sicher, aber wurde nicht irgendwann die Regel eingeführt, dass sich ein Hauptsponsor nicht maßgeblich bei 2 Vereinen engagieren darf. Woraufhin die BayerAG ihr Engagement in Krefeld einstellte.


Absolut richtig, das war die Geburtsstunde von 50+1 die heute im Rückblick gern als Schutz der Vereine vor bösen Investoren gefeiert wird.
Zuvor gab es in Gestalt von Bayer zwei BL Clubs unter deren Fuchtel, und zwar seit Jahrzehnten. Nur waren das damals Vereine (vor Beginn der Gründung von Kapitalgesellschaften) und diese hingen massiv am Tropf des Hauptsponsors Bayer.

Ein gewisser Herr Holzhäuser, damals Ligasekretär beim DFB, hauptamtlich mit der Erschaffung des Konstruktes 50+1 befasst, war der Geburtshelfer.
Die 50+1 Regel wurde im Jahre 1998 wirksam und derselbe Herr Holzhäuser trat dann noch im selben Jahr eine Stelle als Geschäftsführer bei Bayer Leverkusen an. In dieser Zeit erfolgte dann sogleich die Umwandlung von Teilen des Sportvereins TSV Bayer 04 Leverkusen in die vom Stammverein unabhängige Bayer 04 Leverkusen Fußball GmbH, die am 1. April 1999 vollzogen wurde.
Holzhäuser war der dominante DFB Verfechter der Auslagerung von Vereinen in Kapitalgesellschaften (zuvor gar nicht erlaubt) und der damit einhergehenden 50+1 Erfindung, die verhindern sollte, dass fortan ein Inhaber mehr als eine Fußballkapitalgesellschaft kontrolliert.

Was im Mainstream dabei unterging:
Die "Lex Leverkusen" war eine de facto Gefälligkeit des Herrn Holzhäuser an den Bayer Konzern (vgl. seinen zufälligen beruflichen Aufstieg noch im selben Jahr). Dem Bayer Konzern wurde also erlaubt 100% an der Fußball GmbH zu halten, um dafür im Gegenzug Uerdingen ins Bodenlose zu stoßen.

Besonders bezeichnend hierzu, dass dies die allererste Ausnahme von 50+1 am Tage X war.
Im Wesentlichen wurde also das juristische Fundament von 50+1 schon am Tag seiner Geburt mittels der Lex Leverkusen ausgehöhlt und dies mittels eines dazu erforderlichen gezielten Kollateralschadens namens Bayer Uerdingen zum Zwecke des Fortbestands von Bayer Leverkusen als Kapitalgesellschaft.

Warum warf man damals nicht gleich beide raus (keine Ausnahmen) oder beließ alles wie zuvor, nämlich ohne diese neumodische 50+1 Beschränkung und dafür lediglich mit der Regel, dass ein Investor keine zwei Gesellschaften zugleich kontrollieren dürfe?

In diesem Fall hätte es schon 1998 Investoren gegeben, z.B. als Käufer von Bayer Uerdingen, damit das Ganze ohne Kollateralschäden, und unter Akzeptanz der ohnehin außerhalb Deutschlands geltenden Freiheiten des Kapitals.

Dann würden heute nämlich viele Vereine immer noch nicht verkauft haben, weil deren Mitglieder mehrheitlich einfach strikt dagegen sind. Aber man hätte auch kein instabiles Recht auf der Basis von Unrecht geschaffen.

Insofern war 50+1 weder ein Schutz der Vereine (da die Zerstörung von Bayer Uerdingen Bedingung war), noch juristisch tragfähig, da man vom ersten Tag an eine Ausnahmegenehmigung zeichnete, die heute für die juristischen Probleme verantwortlich ist. In diirekter Folge kamen nämlich die Ausnahmnen WOB, Hoffenheim und alsbald Hannover zustande. Ein Schweizer Käse ohne Sinn und Verstand, einzig weil ein Kompromiss für den Bayer Konzern erstellt werden "musste", von dem rein zufällig der Erfinder von 50+1 beruflich profitierte.

Ich tue mich daher schwer damit, 50+1 als "gut" zu bezeichnen und den Protagonisten diesen vorgeblichen Schutz abzukaufen, denn deren erste Amtshandlung war glasklar gegenteilig.
Wenn also heute die 50+1 Regel als "Beschützer der Witwen und Waisen" deklariert wird, kommt mir das immer etwas verlogen vor.

Vor 1998 gab es überhaupt kein 50+1 und wenn heute eine nur 20 Jahre alte Verbandsregel als "Tradition" verkauft wird, dann dreht sich mir als Fan im fortgeschrittenen Alter der Magen um. 50+1 war schon am Tage seiner Schöpfung ein Vehikel der Ungerechtigkeit und es ist auch nie besser geworden.
Hätte man sich einzig auf juristisch bedeutsame Positionen fokussiert, wäre die Auslagerung in Kapitalgesellschaften vollzogen worden, die Bestimmung zur Kontrolle mehrerer Clubs durch einen Inhaber wäre fixiert worden, aber eben ohne diese Vorschrift (mit zig Ausnahmen), dass ein Verein trotz freier Selbstbestimmung seiner MItglieder gar nicht den Mehrheitsverkauf vollziehen darf.
Was ist an freier, demokratischer Selbstbestimmung zu verbieten? Ich verstehe es einfach nicht.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Landauer am 09.04.2018 um 17:13 Uhr bearbeitet
50+1-Regel II |#763
10.04.2018 - 11:47 Uhr
Zitat von Landauer
Was ist an freier, demokratischer Selbstbestimmung zu verbieten? Ich verstehe es einfach nicht.


Du willst es aber auch nicht verstehen. Daher stellst du die Einschränkung von Übernahmen von irgendwelchen Oligarchen/Finanzinvestoren/Unternehmern als Einschränkung der demokratischen Selbstbestimmung hin. Dass diese Entscheidung nicht nur Einfluß auf auf den entsprechenden Verein hat sondern auch auf aktuelle und zukünftige Mitglieder (man schafft sich demokratisch ab, das darf man nie vergessen), auf die wirtschaftlichen Verhältnismäßigkeiten und damit am Ende auch auf alle anderen Vereine, bedingt nunmal, dass es keine Individuelle Entscheidung ist. Das muss man nicht gut finden - aber nicht verstehen? Glaub ich dir nicht...
50+1-Regel II |#764
26.04.2018 - 16:11 Uhr
Quelle: www.zdf.de
Kick & Cash - Macht Geld den Fußball kaputt?

Verstörend hohe Ablösesummen, Spieler, die sich aus Verträgen streiken, die Zersplitterung der Spieltage, teure Pay-TV-Abos. Fußball wird immer mehr zum Geschäft. Viele Fans sind genervt.
Doku über der Kommerzialisierung des Fussballs.
50+1-Regel II |#765
28.04.2018 - 11:10 Uhr
ich fand die Doku reichlich oberflächlich - man erfährt auch wenig neues. Die rechtliche Problematik um die 50+1 Regel wurde auch gleich komplett ignoriert.

Mir gefällt auch der dargestellte Zusammenhang zwischen 50+1-Regel und fortschreitender Kommerzialisierung des Sports nicht. Jeder Fußballverein - ob eV oder Kapitalgesellschaft - sollte aus reinem Eigeninteresse versuchen die laufenden Einnahmen zu maximieren, um sich so bessere Spieler kaufen zu können und am Ende dann auch sportlich erfolgreicher zu sein. Bayern hat das schon vor Jahrzehnten verstanden.

Und auch der in der Doku auftauchende Huddersfield Eigentümer ist ja auch ein Beispiel für einen "guten Eigentümer", der die Entscheidungen im Verein trifft und es geschafft hat trotz finanziell bescheidener Mittel, seinen Verein in die Premier League zu führen. Aber auch britische Eigentümer sind nicht einfach per se "besser" als ausländische Eigentümer - das hängt immer vom Einzelfall ab. Die Abrgenzug gute britische Eigentümer - schlechte, seelenlose ausländische Eigentümer gefällt mir nicht und es gibt da genug Gegenbeispiele.

Ein Huddersfield-Fan mag zwar über das viele Geld im Fußball schimpfen, aber hätten die Macher der Doku diese einfachen Fans mal gefragt, ob sie nicht glauben, dass ihr Verein besser von den Fans geführt werden könnte, hätten die vermutlich eine Antwort gegeben, die den 50+1 Befürwortern in Deutschland nicht gefallen würde.

Es wird immer von der "Seele des Fussballs" gesprochen, die 50+1 angeblich schützen würde und den GEfahren der Kommerzialisierung. Ich sehe vor allem die Gefahr, dass die Fans sich irgendwann abwenden, weil ihnen die vor dem 1.Spieltag entschiedene Bundesliga keinen Spaß mehr macht. Und daran sind in meinen Augen gerade die Vereine Schuld, die sich lange gegen eine professionale Vereinsführung gewehrt haben und noch immer zur Wehr setzen.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Lechleitner am 28.04.2018 um 11:12 Uhr bearbeitet
50+1-Regel II |#766
28.04.2018 - 14:14 Uhr
Zitat von Landauer
Zitat von MarCop73

Bin mir nicht sicher, aber wurde nicht irgendwann die Regel eingeführt, dass sich ein Hauptsponsor nicht maßgeblich bei 2 Vereinen engagieren darf. Woraufhin die BayerAG ihr Engagement in Krefeld einstellte.


Absolut richtig, das war die Geburtsstunde von 50+1 die heute im Rückblick gern als Schutz der Vereine vor bösen Investoren gefeiert wird.
Zuvor gab es in Gestalt von Bayer zwei BL Clubs unter deren Fuchtel, und zwar seit Jahrzehnten. Nur waren das damals Vereine (vor Beginn der Gründung von Kapitalgesellschaften) und diese hingen massiv am Tropf des Hauptsponsors Bayer.

Ein gewisser Herr Holzhäuser, damals Ligasekretär beim DFB, hauptamtlich mit der Erschaffung des Konstruktes 50+1 befasst, war der Geburtshelfer.
Die 50+1 Regel wurde im Jahre 1998 wirksam und derselbe Herr Holzhäuser trat dann noch im selben Jahr eine Stelle als Geschäftsführer bei Bayer Leverkusen an. In dieser Zeit erfolgte dann sogleich die Umwandlung von Teilen des Sportvereins TSV Bayer 04 Leverkusen in die vom Stammverein unabhängige Bayer 04 Leverkusen Fußball GmbH, die am 1. April 1999 vollzogen wurde.
Holzhäuser war der dominante DFB Verfechter der Auslagerung von Vereinen in Kapitalgesellschaften (zuvor gar nicht erlaubt) und der damit einhergehenden 50+1 Erfindung, die verhindern sollte, dass fortan ein Inhaber mehr als eine Fußballkapitalgesellschaft kontrolliert.

Was im Mainstream dabei unterging:
Die "Lex Leverkusen" war eine de facto Gefälligkeit des Herrn Holzhäuser an den Bayer Konzern (vgl. seinen zufälligen beruflichen Aufstieg noch im selben Jahr). Dem Bayer Konzern wurde also erlaubt 100% an der Fußball GmbH zu halten, um dafür im Gegenzug Uerdingen ins Bodenlose zu stoßen.

Besonders bezeichnend hierzu, dass dies die allererste Ausnahme von 50+1 am Tage X war.
Im Wesentlichen wurde also das juristische Fundament von 50+1 schon am Tag seiner Geburt mittels der Lex Leverkusen ausgehöhlt und dies mittels eines dazu erforderlichen gezielten Kollateralschadens namens Bayer Uerdingen zum Zwecke des Fortbestands von Bayer Leverkusen als Kapitalgesellschaft.

Warum warf man damals nicht gleich beide raus (keine Ausnahmen) oder beließ alles wie zuvor, nämlich ohne diese neumodische 50+1 Beschränkung und dafür lediglich mit der Regel, dass ein Investor keine zwei Gesellschaften zugleich kontrollieren dürfe?

In diesem Fall hätte es schon 1998 Investoren gegeben, z.B. als Käufer von Bayer Uerdingen, damit das Ganze ohne Kollateralschäden, und unter Akzeptanz der ohnehin außerhalb Deutschlands geltenden Freiheiten des Kapitals.

Dann würden heute nämlich viele Vereine immer noch nicht verkauft haben, weil deren Mitglieder mehrheitlich einfach strikt dagegen sind. Aber man hätte auch kein instabiles Recht auf der Basis von Unrecht geschaffen.

Insofern war 50+1 weder ein Schutz der Vereine (da die Zerstörung von Bayer Uerdingen Bedingung war), noch juristisch tragfähig, da man vom ersten Tag an eine Ausnahmegenehmigung zeichnete, die heute für die juristischen Probleme verantwortlich ist. In diirekter Folge kamen nämlich die Ausnahmnen WOB, Hoffenheim und alsbald Hannover zustande. Ein Schweizer Käse ohne Sinn und Verstand, einzig weil ein Kompromiss für den Bayer Konzern erstellt werden "musste", von dem rein zufällig der Erfinder von 50+1 beruflich profitierte.

Ich tue mich daher schwer damit, 50+1 als "gut" zu bezeichnen und den Protagonisten diesen vorgeblichen Schutz abzukaufen, denn deren erste Amtshandlung war glasklar gegenteilig.
Wenn also heute die 50+1 Regel als "Beschützer der Witwen und Waisen" deklariert wird, kommt mir das immer etwas verlogen vor.

Vor 1998 gab es überhaupt kein 50+1 und wenn heute eine nur 20 Jahre alte Verbandsregel als "Tradition" verkauft wird, dann dreht sich mir als Fan im fortgeschrittenen Alter der Magen um. 50+1 war schon am Tage seiner Schöpfung ein Vehikel der Ungerechtigkeit und es ist auch nie besser geworden.
Hätte man sich einzig auf juristisch bedeutsame Positionen fokussiert, wäre die Auslagerung in Kapitalgesellschaften vollzogen worden, die Bestimmung zur Kontrolle mehrerer Clubs durch einen Inhaber wäre fixiert worden, aber eben ohne diese Vorschrift (mit zig Ausnahmen), dass ein Verein trotz freier Selbstbestimmung seiner MItglieder gar nicht den Mehrheitsverkauf vollziehen darf.
Was ist an freier, demokratischer Selbstbestimmung zu verbieten? Ich verstehe es einfach nicht.


gut beschrieben, 50+1 wurde bereits ausgehöhlt, am Tag als es ausgerufen wurde. Dennoch ist es besser als die Alternativen gewesen auch heute noch. Das Problem ist das die Ausnahmen inklusive der Lex Leverkusen gestrichen werden müssen. Um noch ein paar Details hinzufügen. Der Bayer Konzern unterstützte den DFB gerade Ende der 90 und Anfang der 2000 er Jahre massiv mit Geld und sagen wir "Sach" Leistungen und Betrieb eine äußerst erfolgreiche Lobby Arbeit. So wurde Rudi Völler fast während seiner gesamten Zeit als Nationaltrainer nicht vom DFB bezahlt, sondern vom Bayer Konzern. Sponsoring und andere DFB Projekte ebenfalls. Als VW sich beim VFL Wolfsburg richtig engagierte ging es den gleichen Weg und wurde zum Sponsor der meisten Bundesliga Klubs bis heute und gab vor allem für DFL und DFB Projekte Geld aus um so Einfluß zu nehmen, ebenso wie zB. PR Projekte wie den Doppelpass , damit dieser auch regelmäßig in Wolfsburg produziert wird. Jedes mal wenn die 50+1 aufgeweicht wurde, passierte es nach den gleichen Mustern mit denen man sich Zustimmung erkaufte. Hoffenheim und RBL nutzten die Schwächen der Ausnahme Regelungen massiv aus. Wobei auch diese Klubs den Weg gingen über Sponsoring SAP/Redbull bei einigen anderen Klubs auf Verbands wie Verein Ebene Abhängigkeiten zu schaffen. Denke da mit den Bayern Addidas/Telekom sowie der Praxis Gehaltszahlungen über Sponsoren zu leisten bereits Anfang der 2000 Jahre begonnen wurde, war auch klar das die Klubs zur Durchsetzung von 50+1 von Beginn an der Mut fehlte. Die Einflussnahme eines Kühne beim HSV ist ein weiteres negatives Beispiel, wie Klubs 50+1 umgangen wurde, ohne auf den Papier die Regel gebrochen zu haben.
Ich hoffe nach der Grundsatz Entscheidung pro 50+1 werden die Kinder Krankheiten und die Ausnahmen einkassiert. Das wird nämlich nötig sein, damit es erfolgreich funktioniert. Den eins ist klar die klare Mehrheit der Bundesliga Klubs hat sich hinter 50+1 gestellt. Und trotz der Einflussnahme von Groß Sponsoren und insbesondere der Bayern, muss es auch durchgesetzt werden. Übergangs Regelungen für die Werksklubs, so wie der Investor Klubs Hoffe, RBL sollten fair ausgestaltet werden, damit diese eine Chance haben ihren Status zu behalten, wenn sie gute sportliche Arbeit leisten. Die Schlupflöcher ala Kühne beim HSV der mit Abhängigkeiten die 50+1 umlaufen müssen ebenfalls einkassiert werden. Ich hoffe jedenfalls auf eine faiere Bundesliga, nach den alle Klubs nach den gleichen Regeln spielen, sportlich wie finanziell!
50+1-Regel II |#767
28.04.2018 - 17:28 Uhr
"Ich hoffe nach der Grundsatz Entscheidung pro 50+1 werden die Kinder Krankheiten und die Ausnahmen einkassiert. Das wird nämlich nötig sein, damit es erfolgreich funktioniert."

Eine Rücknahme der Ausnahme käme einer Enteignung der betroffenen Vereine gleich - da würde sich wohl die DFL diesen gegenüber schadensersatzpflichtig machen. Davon abgesehen würde eine solche Regelung schnell von den Gerichten gekippt werden.

Manchmal denke ich mir, dass viele Fans glauben, der Vereinsfussball könne alle möglichen Regelungen beschließen und sei diesbezüglich niemanden Rechenschaft schuldig.

Und nur mal angenommen, soetwas wäre tatsächlich möglich: inwiefern würde das etwas daran ändern, das Bayern vor der Saison bereits als Meister feststeht? Im Zweifel würde so eine Entscheidung der sportlichen Konkurrenzfähigkeit der Liga eher schaden.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Lechleitner am 28.04.2018 um 17:29 Uhr bearbeitet
50+1-Regel II |#768
28.04.2018 - 18:46 Uhr
Zitat von Lechleitner
"Ich hoffe nach der Grundsatz Entscheidung pro 50+1 werden die Kinder Krankheiten und die Ausnahmen einkassiert. Das wird nämlich nötig sein, damit es erfolgreich funktioniert."

Eine Rücknahme der Ausnahme käme einer Enteignung der betroffenen Vereine gleich - da würde sich wohl die DFL diesen gegenüber schadensersatzpflichtig machen. Davon abgesehen würde eine solche Regelung schnell von den Gerichten gekippt werden.

Manchmal denke ich mir, dass viele Fans glauben, der Vereinsfussball könne alle möglichen Regelungen beschließen und sei diesbezüglich niemanden Rechenschaft schuldig.

Und nur mal angenommen, soetwas wäre tatsächlich möglich: inwiefern würde das etwas daran ändern, das Bayern vor der Saison bereits als Meister feststeht? Im Zweifel würde so eine Entscheidung der sportlichen Konkurrenzfähigkeit der Liga eher schaden.

nein rechtlich, wäre das relativ einfach möglich. Die betroffenen Vereine haben die Spiel Lizenz ja erhalten und damit explizit der 50+1 Regelung zugestimmt. Das hätte auch vor einen ordentlichen Gericht Bestand. Defacto ist die Lage sogar umgekehrt, das man die DFL hätte verklagen können, weil man RBL zB. die Lizenz erteilt hatte. Da ging es ja um mehr als nur das Logo oder die Sponsor Bezeichnung im Namen. Dazu würde den Vereinen ja eine Übergangs Regelung Zeit geben sich neu aufzustellen. Was aber fehlt ist der Wille der DFL dazu. Und auch die Vereine sind ja nicht Konsistent dazu und unterliegen Abhängigkeiten seitens der Groß Sponsoren und der mächtigen Bayern Lobby, die solche Überlegungen aus taktischen Gründen, ja strikt ablehnt um "international" Wettbewerbsfähig zu bleiben und die Propaganda Maschine auf kosten der nationalen Wettbewerbs Gleichheit seit Jahren untergräbt. Dabei Rede ich allerdings nur von finanziellen Aspekten. Den eins ist auch klar, je stärker die finanzielle Schere weiter auseinander geht umso stärker wird der Wettbewerb darunter laden. Selbst den Bayern Fans ist doch mittlerweile klar, das die aktuelle Entwicklung der Bundesliga geschadet hat. Und hier geht's nicht mal darum das es irgendwie spannender wird. Den gute sportliche Arbeit wird sich immer auch finanziell durchsetzen.
50+1-Regel II |#769
29.04.2018 - 11:54 Uhr
Zitat von TheBrain
nein rechtlich, wäre das relativ einfach möglich. Die betroffenen Vereine haben die Spiel Lizenz ja erhalten und damit explizit der 50+1 Regelung zugestimmt. Das hätte auch vor einen ordentlichen Gericht Bestand.


Du kannst nicht einfach die Unternehmen, die in Einklang mit den DFL-Regularien Eigentum an ihren Klubs erworben haben, wieder enteignen. Der Zug ist abgefahren.

So eine Aktion würde den Gerichten nur ein weiteren Grund liefern, um die 50+1 Regel als rechtswidrig einzustufen. Und in diesem Fall käme es sogar gar nicht darauf an, ob Europarecht verletzt worden ist, da eine Enteignung bereits nationalem Recht widerspricht.
50+1-Regel II |#770
14.05.2018 - 14:20 Uhr
Ein Kernproblem des Spitzensports ist, dass er zunehmend nur noch nach klassischem Unternehmensrecht betrachtet und behandelt wird. Dies ist aber falsch, da Clubs keine klassischen Unternehmen sind. Filialen einer Unternehmenskette kann man schließen und in anderen Städten dafür neue eröffnen. Das ist bei Fußballclubs nicht möglich. Allein daran zeigt sich, dass der Fußball mehr ist als nur wirtschaftliche Kennzahlen. Deshalb ist es sinnvoll, die bestehende Struktur der 50+1-Regel im Kern zu erhalten. Das haben auch die Delegierten unseres Verbandstages so gesehen und mit überwältigender Mehrheit in einer Satzungsänderung klargestellt, dass ausschließlich Vereine und nicht Kapitalgesellschaften das Recht zur Teilnahme am Spielbetrieb haben. Der Verein kann also den Spielbetrieb ausgliedern und das Teilnahmerecht übertragen, ein eigenständiges Teilnahmerecht hat die Kapitalgesellschaft aber nicht.
Rainer Koch, Vizepräsident des DFB , im Interview u.a. über 50+1!
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