Hannover 96 Hannover 96
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Stefan Leitl
Geburtsdatum 29.08.1977
Alter 48
Nat. Deutschland  Deutschland
Funktion Trainer
Akt. Verein Hertha BSC

Stefan Leitl [Trainer]

08.05.2022 - 14:54 Uhr
Stefan Leitl [Trainer] |#1151
17.12.2024 - 20:13 Uhr
Zuerst einmal, @Androesen96 , ich will dir deine Expertise nicht absprechen. Du wirst sie ganz sicher haben in einigen Bereichen in der IT-Welt. 100% von überzeugt.


Aber auch ich finde, dass deine Ferndiagnosen zumindest fragwürdig sind.


Ich könnte dich aus der Ferne, anhand deines Geschriebenen, ebenfalls beurteilen.

Wenn ich deine Antwort auf den Beitrag von @handycap lese, oder du Sachen über Leitl raushaust wie diese hier:

Zitat von Androesen96
Leitl hingegen sonnt sich gerne im Erfolg


Zitat von Androesen96
Seine Interviews sind grauenvoll und wenn ich dann überlege, wie wohl die Kommunikation intern stattfindet, wird mir ehrlich gesagt schlecht


Der Umgang mit dem user viel zu persönlich und verletzend, deine Analyse was Leitl betrifft nicht neutral genug.


Nun zu etwas anderem, was mich wirklich stutzig gemacht hat:

zum 2. Mal führst du Pep Guardiola als positives Beispiel heran, was Kommunikation angeht.

Ich gebe dir jetzt ein paar Beispiele contra Guardiola:

Pep Guardiolas Umgang mit dem ehemaligen Bayern-Arzt Müller-Wohlfahrt. Hier ein kurzer Ausschnitt über die interne Kommunikation von Pep.

Müller Wohlfahrt:
„Während die Spieler schon auf den Liegen behandelt wurden, wurde ich vor versammelter Mannschaft lautstark angegriffen und für die vielen Verletzten verantwortlich gemacht. Ich sei schuld am körperlichen Zustand der Spieler und letztlich an der Niederlage. Ich fühlte mich in meinem Ehrgefühl tief verletzt.“

Pep Guardiolas Umgang mit (verdienten) Spielern wie Yaya Touré. Oder auch Cancelo bei City.
Gerade was das Menschliche angeht, hat Pep immer wieder Probleme.

„Er ist ein arroganter Mensch“, beschrieb Nasri den Trainer im Interview mit L‘Équipe, schob aber sofort erklärend hinterher: „Aber auf eine gute Art und Weise.“ Guardiola wisse, dass er der beste Trainer sei und „das lässt er einen auch wissen“.

Und es gibt noch viele anderer solcher stimmen. Ich will damit ausdrücklich nicht sagen, dass Pep damit kein guter Trainer sei. Ganz im Gegenteil, er ist wirklich, wirklich gut. Gerade im taktischen Bereich ist er top. Aber ihn als positives Beispiel zu nennen, was Kommunikation und Menschlichkeit betrifft? Nein, ganz sicher nicht.

„eine Würdigung einer jeden Person“, wie du es schreibst, sehe ich bei Guardiola definitiv nicht und empfehle ihm deshalb, sich einfach mal mit dem „Servant Leadership“ auseinanderzusetzen.


Darf ich dir (m)ein positives Beispiel nennen? Ich machs einfach mal.
Ein Carlo Ancelotti verkörpert nahezu das Ideal. Er kommt mit jedem Spieler zurecht. Egal was für Charaktere. Seine Kommunikation und sein Handeln sind für mich unerreicht im Profifußball. Deine Meinung über Carlo würde mich wirklich brennend interessieren.


Um den Bogen zurück zu Leitl zu spannen. Wie ich oben schrieb, hast du mit deiner Meinung über Leitl nicht recht. Das ist meine Meinung.

Ich hab mir jetzt auch einmal die "Barrett Levels and Values" angeschaut.

Du sagst ja, Leitl erreicht "nicht mal im Ansatz Level 3"? Das ist ziemlich harter Tobak und nicht mal im Ansatz begründbar. Zusammen mit Mann wurde der „3-Jahres-Plan“ ausgerufen, was für mich ganz klar unter „long-term perspective“ anzusiedeln und damit Level 7 bedeutet.
Und dieser Plan geht bis hierhin auf. Jedes Jahr wurde eine Verbesserung erzielt und zZ stehen wir nur mit 2 Punkten Rückstand hinter dem Tabellenführer.
Für mich sind alle Wachstumsbedürfnisse von Level 4-7 gegeben.

Du kritisierst ziemlich hart, für mich überhart. Vermischt mMn etwas den IT-Bereich mit dem Fußballgeschäft, was du ja selbst auch zugibst.

Bin gerne für Kritik offen, aber bitte hinterfrage auch dich und deine Einstellung zu unserem Trainer.

•     •     •

SALIF SANÉ #5
Stefan Leitl [Trainer] |#1152
18.12.2024 - 10:00 Uhr
Zunächst vorweg: Ich habe (leider) nicht die Zeit jede PK und jede Äußerung zu lesen, sondern nehme meist einzelne Beispiele auf, die ich für gut verwendbar halte. Diesen Mangel habe ich etwas weniger bei Hannover 96 und in deutlich höherem Maße bei anderen Vereinen. Das bedeutet, dass ich Trainer, wie beispielsweise Pep nur am Rande verfolge und mir dann einzelne Zitate herauspicke.
Im Lauf der Zeit ergibt sich für mich dann ein Bild. Pep ist da sicherlich auffälliger als andere, so dass man sich zumindest versucht ein Grundurteil zu bilden.
Wenn ich nun die Trainer von Hannover 96 verfolge, was sicherlich noch am intensivsten ist, dann kann ich die Muster durchaus beurteilen, was aber auch nicht zu 96% abschließend ist.
Zitat von last_minute
Zuerst einmal, @Androesen96 , ich will dir deine Expertise nicht absprechen. Du wirst sie ganz sicher haben in einigen Bereichen in der IT-Welt. 100% von überzeugt.

Grundsätzlich bin ich in der IT unterwegs, womit Du Recht hast. Die Erfahrungen der letzten Jahre, fast Jahrzehnte zeigt allerdings, dass eine Adaption der Vorgehensweise in anderen Bereichen sehr gut funktioniert. Ein Beispiel dafür ist Tesla (auch wenn ich Musk verachte und das beziehe ich nicht auf die Führungsfähigkeit). Musk hat viele Elemente aus der Agilität in den Bau von Fahrzeugen transportiert. Das beginnt mit Elementen aus dem Lean-Management bis zum Kaizen. Wenn man sich die Fähigkeiten der Marktadaption anschaut, dann erkennt man die daraus resultierenden Erfolge. Selbst bei dem wirklich schlimmen Bad-Move bei Twitter (X) sieht man, dass eine Disruption letztlich ein Unternehmen erfolgreicher machen kann. --> Ich komme gleich auch noch auf den Rest Deines Posts...
Gestern habe ich nochmal ein wenig geschaut und ein PDF aus dem BDFL-Journal gefunden, welches sich grundsätzlich mit der Nutzung von Agilität und auch dem Servant Leadership beschäftigt. Dort gibt es zwar einiges zu berichtigen (es sind wirklich einige Fehler vorhanden) und die Themen werden, ähnlich wie ich es hier mache nur angeteasert, aber es zeigt dennoch den Versuch, dass man sich auch auf der Ebene der Fußballtrainer damit beschäftigt. Wenn ich nun ins Detail gehen würde, wäre es eine komplette Abhandlung, was den Rahmen eines Fußballportals sprengt, was es ohnehin schon macht. Vorsicht - bei den Themen bin ich ein richtiger Geek und aktuell habe ich hier und da ein bisschen Zeit zwinker
Zitat von last_minute
Aber auch ich finde, dass deine Ferndiagnosen zumindest fragwürdig sind.
Ich könnte dich aus der Ferne, anhand deines Geschriebenen, ebenfalls beurteilen.

Wenn ich deine Antwort auf den Beitrag von @handycap lese, oder du Sachen über Leitl raushaust wie diese hier:
Zitat von Androesen96
Leitl hingegen sonnt sich gerne im Erfolg

Zitat von Androesen96
Seine Interviews sind grauenvoll und wenn ich dann überlege, wie wohl die Kommunikation intern stattfindet, wird mir ehrlich gesagt schlecht

Ich verstehe Deine Kritik und in der hier getätigten Verallgemeinerung gehe ich auf Verhaltsmuster ein, die natürlich nicht immer gelten. Es ist allerdings auffällig, dass Leitl vergleichsweise häufig von seinen Leistungen spricht (Taktik, Motivation...), wenn es einmal gut läuft und relativ häufig auf die Mannschaft verweise, wenn es nicht der Fall ist. Teilweise versucht er das etwas zu kaschieren und "nett" zu verpacken.

Als Außenstehender, der sich mit den Themen nicht oder wenig beschäftigt, fällt dieses weniger auf. Mit diesem Muster erzeugt man in der Mannschaft eine Form von Demotivation. Hier kann sich jeder selbst fragen, was einem lieber ist. Sofern ich oder wir als Team etwas gut gemacht haben und jemand anderes versucht das Lob für sich einzuheimsen, dann finde ich das sicherlich nicht optimal. Würde man mich loben, würde es mich motivieren sofort wieder eine gute Leistung zu bringen. Im Gegensatz wäre es doch gut, wenn ich mal eine schlechte Leistung gebracht habe, dass meine Führungskraft für mich einsteht und sogar den Fehler auf sich nimmt, selbst wenn ich weiß, dass ich es letztlich war. Für diese Führungskraft brenne ich natürlich in der Folge und möchte es wiedergutmachen.

Leitl lobt durchaus auch mal, daher nicht pauschal zu sehen. Ein Eingeständnis von eigenen Fehlern erfolgt nur selten. Fehler zu machen ist dabei komplett normal und aus diese kann man lernen. Fehler zu verurteilen und am Ende nur denjenigen zu suchen, der die Schuld daran hat, ist kontraproduktiv und verlimmert in den meisten Situationen die Lage.
Ich habe es selbst in einem Projekt erlebt, welches ein Gesamtbudget von 1,8 Mrd.€ hatte und im Regierungsumfeld war. Es trat ein Problem auf, welches zu signifikanter Verzögerung führte. Dieses war vorher nicht abzusehen, egal wie gut man analysiert hätte. Die Frage von der Amtsleitung war lediglich, wem man die Schuld an dem Problem zuweisen könnte, denn an der Amtsleitung kann es ja nicht gelegen haben. Man hat mehrere Analysten (unter anderem mich) loggeschickt, um eine Auswertung zu machen, wie man hätte reagieren müssen, um dieses Problem (bzw. den Fehler) zu vermeiden und welche Organisation bzw. einzelne Menschen dafür zur Verantwortung zu ziehen sind. Ein schwachsinniges Unterfangen und ich habe lediglich eine Auswertung verfasst, wie man in Zukunft diese Probleme verhindert. Fand die Amtsleitung (und wir sprechen von einer obersten Bundesbehärde) nicht sonderlich prickelnd, aber letztlich war es die Auswertung, mit der man auch etwas anfangen konnte --> ich schweife schon wieder ab.

Zitat von last_minute
Der Umgang mit dem user viel zu persönlich und verletzend, deine Analyse was Leitl betrifft nicht neutral genug.
Nun zu etwas anderem, was mich wirklich stutzig gemacht hat:
zum 2. Mal führst du Pep Guardiola als positives Beispiel heran, was Kommunikation angeht.

Ich gebe dir jetzt ein paar Beispiele contra Guardiola:
Pep Guardiolas Umgang mit dem ehemaligen Bayern-Arzt Müller-Wohlfahrt. Hier ein kurzer Ausschnitt über die interne Kommunikation von Pep.
Müller Wohlfahrt: „Während die Spieler schon auf den Liegen behandelt wurden, wurde ich vor versammelter Mannschaft lautstark angegriffen und für die vielen Verletzten verantwortlich gemacht. Ich sei schuld am körperlichen Zustand der Spieler und letztlich an der Niederlage. Ich fühlte mich in meinem Ehrgefühl tief verletzt.“

Pep Guardiolas Umgang mit (verdienten) Spielern wie Yaya Touré. Oder auch Cancelo bei City.
Gerade was das Menschliche angeht, hat Pep immer wieder Probleme.
„Er ist ein arroganter Mensch“, beschrieb Nasri den Trainer im Interview mit L‘Équipe, schob aber sofort erklärend hinterher: „Aber auf eine gute Art und Weise.“ Guardiola wisse, dass er der beste Trainer sei und „das lässt er einen auch wissen“.

Ja, Pep ist bei mir vielleicht auf Grund der letzten Äußerung zu gut weggekommen, aber genau diese Äußerung, wo er die "Schuld" auf sich nimmt hilft in dem Fall. Natürlich muss ich die externe Kommunikation und das interne Handeln in Einklang bringen. Deine Beispiele zeigen, wo es nicht funktioniert hat. Wenn ich daran denke, wo Pep die "6" mit den Händen gezeigt hat, gehört ebenfalls in ein negatives Muster.
Wir hatten ja gerade das Thema Schuldzuweisungen. Gerade bei Müller-Wohlfahrt ist ein solches Verhalten als negativ zu bewerten. Ich gestehe im Fußball durchaus zu, dass es zu Äußerungen kommt, die unbedacht sind und aus der Emotion erfolgen. Richtig wäre gewesen, wenn er in dem Zusammenhang auf MW zugegangen wäre und ihn nach Lösungsmöglichkeiten für die Verletzungsmisere gefragt hätte. Das darf dann auch mit Nachdruck erfolgen.
Der Punkt mit dem "besten Trainer" ist etwas anders gelagert und verständlicherweise ebenso negativ. Das hat ein wenig von einem Nerd, der so sehr von seiner Art und Weise überzeugt ist, dass er keine anderen Meinungen zulässt. Ebenfalls kontraproduktiv. Ich nenne es gerne das Hubschrauberspiel; ich mach Lärm und Ihr rotiert. Kommt es dann irgendwann zu einem Verwürfnis zwischen dem Trainer und der Mannschaft, dann ist es nachvollziehbar und die Führungskraft ist nicht mehr zu halten. Wie es bei City sein wird, zeigen die nächsten Wochen und Monate.
Diese emotionalen Äußerungen würde ich bis zu einem gewissen Grad auch Leitl zugestehen, aber in der Form erfolgen diese nicht. Leitl macht die von mir erwähnten Aussagen in ruhigen Momenten und nicht nur rund um die Spiele.
Zitat von last_minute
Darf ich dir (m)ein positives Beispiel nennen? Ich machs einfach mal.
Ein Carlo Ancelotti verkörpert nahezu das Ideal. Er kommt mit jedem Spieler zurecht. Egal was für Charaktere. Seine Kommunikation und sein Handeln sind für mich unerreicht im Profifußball. Deine Meinung über Carlo würde mich wirklich brennend interessieren.

Ich habe mich noch nicht so sehr mit Ancelotti beschäftigt, um wirklich eine Meinung haben zu können. In den letzten Minuten habe ich versucht ein paar Aussagen seinerseits zu lesen. Bei Niederlagen gibt es durchaus auch Kritik an der Mannschaft, allerdings versucht er es allgemein zu halten. Im Fall von Erfolgen, benennt er ebenso einzelne Akteure. Grundsätzlich würde ich ihn als stoisch bezeichnen. Er ist mehr der Dirigent als eine Führungskraft und er erwartet absolute Folgsamkeit, was eigentlich nicht unbedingt als moderne Führung bezeichnet wird. Seine eigentliche Ruhe ermöglicht ihm dann die erzielten Erfolge. Insgesamt würde ich eine Tendenz sehen, die es auf Dauer schwierig macht. Er trainiert allerdings Vereine, bei denen die individuelle Qualität so hoch ist, dass man damit leben kann. Was bei ihm unbenommen ist, ist die fachliche Expertise. Wie schon geschrieben, ist nicht nur die Führungsmethode für den Erfolg entscheidend.
Zitat von last_minute

Ich hab mir jetzt auch einmal die "Barrett Levels and Values" angeschaut.
Du sagst ja, Leitl erreicht "nicht mal im Ansatz Level 3"? Das ist ziemlich harter Tobak und nicht mal im Ansatz begründbar. Zusammen mit Mann wurde der „3-Jahres-Plan“ ausgerufen, was für mich ganz klar unter „long-term perspective“ anzusiedeln und damit Level 7 bedeutet.
Und dieser Plan geht bis hierhin auf. Jedes Jahr wurde eine Verbesserung erzielt und zZ stehen wir nur mit 2 Punkten Rückstand hinter dem Tabellenführer.
Für mich sind alle Wachstumsbedürfnisse von Level 4-7 gegeben.

Dann formuliere ich es einmal anders, denn es geht darum, wie man ein Unternehmen bewertet. Im Grunde kann man eine höhere Stufe erst dann erklimmen, wenn man die vorgerigen Punkte komplett realisiert hat. Das Level 3 mit der Erreichung der Exellenz ist nicht konstant gegeben. Hiermit meine ich die höhere Konstanz in den Leistungen. Solch drastische Leistungsunterschiede, wie wir sie aktuell erleben, sind daher nicht mit der Exzellenz einhergehend. Ein Punkt, der im Fußball relativ normal ist, aber die Ausprägungen bei uns sind an der Stelle zu groß.
Die Ebene der Evolution wird kommuniziert, aber leider nicht erreicht und so setzt es sich fort. Das Level 7 geht noch wesentlich weiter und die Langzeitbetrachtung bezieht sich niemals nur auf drei Jahre. Dabei geht es darum, wofür Hannover 96 in Gänze steht, was uns einzigartig macht und was unsere Vision am Ende beinhaltet.
Um zu verdeutlichen, was mit einer Vision gemeint ist, kann man folgenden Satz heranführen, den Bill Gates getätigt hat, als das Unternehmen Microsoft noch ein StartUp war: "A computer on every desk and in every home, running Microsoft software". Das hat sehr lange gedauert, aber dieser Vision wurde in der Unternehmensstrategie lange Zeit alles unterworfen. Wie man sieht mit Erfolg. Es gibt auf der Welt nur sehr weniger Unternehmen, die jemals auf die Stufe 7 kommen. Die Stufe 4 wäre schon ein großer Erfolg und bei 5 und 6 erfolgt die Ausrichtung am Konsumenten. Also mit all meinen Werten mit all meinem Sein, wie kann ich letztlich meinen "Kunden" zufriedenstellen und diese sogar in meine unternehmerischen Entscheidungen einbeziehen.

Zitat von last_minute
Um den Bogen zurück zu Leitl zu spannen. Wie ich oben schrieb, hast du mit deiner Meinung über Leitl nicht recht. Das ist meine Meinung.
...
Du kritisierst ziemlich hart, für mich überhart. Vermischt mMn etwas den IT-Bereich mit dem Fußballgeschäft, was du ja selbst auch zugibst.
Bin gerne für Kritik offen, aber bitte hinterfrage auch dich und deine Einstellung zu unserem Trainer.

Ich kritisiere Leitl hart und natürlich kann man anderer Meinung sein. Komplett in Ordnung. Ich beziehe mich auf den IT-Bereich, weil es natürlich mein Job ist und nicht immer ist alles adaptierbar. Wenn ich jedoch Mitarbeiter coache oder in anderer Form berate, dann ist es mein Bestreben gute Beispiele fernab der IT zu finden, um diese zu verdeutlichen. Hinzu kommt, dass ich selbst ein skalierendes agiles Framework für große Salesorganisationen geschrieben habe, um zu zeigen, dass die Methoden außerhalb der IT funktionieren. Dieses Framework wurde bereits von einigen Unternehmen eingeführt und leider fehlt mir hier auch die Zeit, dieses noch weiter auszubreiten. Aktuell suche ich nach Partnern, die aus der vorhandenen Basis eine lehrbare Methode entwickeln und Lizenzpartner, die sich an der Verbreitung beteiligen. Ich selbst bin dann (noch) zu sehr in anderen Projekten verstrickt, um mich darum entsprechend zu kümmern.

Ich habe ja auch ausgeführt, dass ich verstehen könnte, wenn man auch mit Leitl weitermacht. Eine Frage der Alternative und das von mir kritisierte Verhalten ist noch sehr verbreitet in der Sportwelt, teilweise auch von den Medien getrieben und dem Wunsch des einzelnen, dass man sich über jemanden aufregen möchte, wenn etwas nicht wie gewünscht funktioniert. Bei Leitl ist dieses eben ein Aspekt, der für mich sehr negativ wirkt und glücklicherweise sind wir nicht mehr in der Situation seiner ersten Saison bei uns, wo er fast die Mannschaft verloren hätte. Dennoch sehe ich ein großes Potential es besser zu machen. Nur müssten dafür alle anderen Strukturen ebenso stimmen. Eine grundlegende Veränderung (Disruption und Neusortierung) müsste in dem Fall von der Vorstandsebene ausgehen. Solang wir dort keine Einigkeit haben, wird es letztlich nicht viel ändern. Bleiben wir dort an den alten Strukturen haften, werden wir immer wieder genau diese Typen wie Leitl zu uns holen.
Stefan Leitl [Trainer] |#1153
18.12.2024 - 12:17 Uhr
Zitat von Androesen96
Zitat von handycap

Zitat von Androesen96

Sorry, aber an der Stelle hast Du einfach nicht verstanden. Bitte beschäftige Dich tiefer, abseits des Forums mit der generellen Thematik und dann können wir darüber auch wirklich diskutieren. Vorher klingt Du wie ein Boomer, der moderne Führung nicht verstehen möchte.
Ich denke, ich habe Deine Westentaschen-Psychologie ganz gut verstanden, wenn Du glaubst, weil Du ein-zwei semi-schlaue Artikel über Psychologie gelesen hast, Leitl einen schlechten Umgang mit Menschen zu bescheinigen, dann solltest Du, wie man Dir bereits in einem anderen Faden nahegelegt hat, weiterhin Deinen Fifa-Kariere-Modus spielen und Deine errungenen Weisheiten vielleicht auf Dich selbst anwenden.

Was Du als Westentaschen-Psychologie bezeichnest und mir unterstellst, dass ich zwei wie auch immer geartete Artikel gelesen habe, so sei Dir versichert, dass es weitaus mehr ist als das.
Ein Teil meines Berufslebens handelt davon, dass ich Führungskräfte im Management von Konzernen berate. Dazu gehören Elemente wie die IT-Strategie von Unternehmen, welche kaskadiert von den stragischen Visionen abgeleitet werden, aber ebenso Projekte im Bereich Organizational Change, wo es eben auch um die Elemente geht, wie man idealerweise Führung definiert und lebt. Falls es Dich interessiert, kannst Du gerne mal nach den 8 Schritten von John Kotter im Changemanagement googlen. Dabei geht es letztlich zwar um das Changemanagement im Ganzen, aber eben auch die Befähigung von Mitarbeitern und Etablierung von einer neuen Kultur.

Eine erste Übersicht über die Thematik des Servant Leaders findest Du unter diesem Link . Dort sind sogar einige Nachteile benannt.
Wenn man sich die Evolution menschlicher Organisationsformen anschaut, dann wirst Du ableiten können, dass sich die Art und Weise wie Leitl die Führung etabliert hat, auf eine der unteren Stufen zu finden ist. Ein holistischer Ansatz ist wahrscheinlich auf Grund der Struktur eines Fußballunternehmens nicht zielführend, aber es gibt durchaus Ebenen, die man erreichen kann.
Nimmt man allerdings das Barrett Modell ( etwas weiter unten auf der Seite mit 7 Stufen), dann bewegen wir uns in Teilen auf den Stufen 1-2. Selbst die Dritte Stufe (archieving excellence) erreichen wir nicht einmal im Ansatz.
Gerade die Generation der Boomer (nicht negativ gemeint, denn ich bin selbst GenX und somit nicht weit entfernt) und älter klammert sich starr an der hirarchischen Führung. Hier war auch mein Hauptkritikpunkt an Martin Kind und es ist nicht verwunderlich, dass solange er der Hauptentscheider war, er letztlich Personen um sich herum gesucht hat, die einen ähnlichen Führungsstil praktizieren. Interessanterweise ist Mann nicht ganz so ausgeprägt, obwohl er auch über Ansätze verfügt. Schaut man nun auf die heutigen jungen Erwachsenen (also Gen Z und Gen Alpha (ab Jahrgang 2011)), dann lassen sich die Tendenzen klar erkennen, dass die Ansprüche auf die Führung sich bereits deutlich gewandelt haben. Was vor 20 Jahren noch normal war, wird heute in der Form nicht mehr gemacht. Die Handlung der Boomer+AlterX ist letztlich daraus begründet, dass die Angst vor dem Machtverlust damit einhergeht und es schon immer in alter Weise funktioniert hat, dass man die Mitarbeiter nur laut genug anschreien muss, damit etwas passiert (Leitl schreit selten, aber ist in seinen Aussagen dennoch auf dem hirarchisdchen Gedanken liminiert). Letztlich ist es aber so, dass die Motivation und Leistungsbereitschaft in dem Kontext dramatisch sinkt und sich heutzutage junge Menschen nicht in der Form merh führen lassen.

In meinen Ausführungen habe ich nur ein plakatives Beispiel gegeben und ich könnte es noch deutlich mehr ausufern lassen. Jetzt hatte ich schon Probleme die Inhalte auf Deutsch zu finden zwinker - aber ein paar Ansätze kannst Du vielleicht auch dem entnehmen. Lustigerweise bedienen wir Berater und Coaches uns oft dem Fußball, weil man so klar die Fehler aufzeigen kann und die Ergebnisse leicht sieht.

Was würde ich also gerne bei einem Fußballverein sehen? Idealerweise sogar bei Hannover 96. Es müsste ein komplette Disruption entstehen, wo wir die Führung und Verantwortung neu definieren. Auf Grund der Schnellebigkeit des Geschäfts, hätte das natürlich einen direkten Impact, der auch bedeuten kann, dass in der Zwischenzeit nicht die gewünschten Ergebnisse eingefahren werden. Mit einem Agieren bereits jetzt im Winter, könnte man aus der gesicherten Punktelage in der Liga dieses in Kauf nehmen. Ähnlich wie unter diesem Link des Fish Modells, welcher leider auf Englisch ist wäre diese ggf. mit etwas erhöhten Kosten verbunden. Schafft man die Transition bis zum Start der Saison 2025/26 könnte man deutlich gestärkt daraus hervorgehen. Auch dieses ist ein Wunsch und wird wahrscheinlich keine Realität.

Vorerst abschließend kann ich für mich persönlich sagen, dass ich aus diversen Gründen den Führungsstil von Leitl nicht für gut erachte und das eben auf mehreren Ebenen, was ich initial als menschliche Komponente herangeführt habe. Leider sind die damit verbundenen Handlungsweisen bei vielen Fußballtrainern zu beobachten, wie bereits ewähnt. Will man dieses wirklich ändern, dann muss man eben bei der Auswahl speziell darauf achten, ohne die anderen aufgeführten Elemente zu vernachlässigen. Die dann resultierende Auswahl wird gerade unter diesen Aspekten deutlich kleiner, aber für mich wichtig, wenn wir in der Zukunft erfolgreich sein wollen.

Zitat von NoName1896

Zitat von Androesen96

Zitat von handycap

Zitat von Androesen96

...
Also zusammengefasst ein Schuss ins Blaue und eine Ferndiagnose.
Und zu Börner, das war doch der Spieler, der bei uns aussortiert wurde, oder?
(Natürlich wäre er jetzt noch immer Leistungsträger und mit ihm hätten wir kein Spiel verloren)
Sorry, ich will dir gar nicht deine Meinung madig reden, aber für mich ist, dass nichts mit dem Hausieren gehen sollte.

Sorry, aber an der Stelle hast Du einfach nicht verstanden. Bitte beschäftige Dich tiefer, abseits des Forums mit der generellen Thematik und dann können wir darüber auch wirklich diskutieren. Vorher klingt Du wie ein Boomer, der moderne Führung nicht verstehen möchte.
Manchmal ist besser, nichts zu schreiben und einen Dialog verlaufen zu lassen, bevor man so eine Antwort gibt....

Die Äußerung von mir war allerdings auch nicht in Ordnung, aber bereits mit Aussagen wie "Schuss ins Blaue" und einer Meinung, mit der ich nicht "hausieren" gehen sollte war ich leicht angepisst, da @handycap eben nicht hinterfragt hat, ob vielleicht noch mehr in meiner Meinungsbildung dahinter steckt. Deshalb habe ich eben nur das Beispiel verwendet und ich könnte fast aus jeder Pressekonferenz ein paar Elemente herausnehmen, die meine Eindrücke belegen. Selbst wenn Leitl ein anderes Bild innerhalb des Trainings aufzeigen würde, wäre die Kommunikation nach Außen derart demotivierend, dass Auswirkungen auf einzelne Spieler vorhanden wären.
Natürlich spielt Börner nicht mehr für uns und ich behaupte auch nicht, dass wir mit Börner jedes Spiel gewinnen würden, was dumm wäre. Es ging um die Aspekte, welche man bei der Auswahl eines Trainers beachten sollte und was ich an Leitl kritisiere. Die Ebene der Exzellenz (siehe oben - 3 Stufe des Barrett-Modells) ist schon jetzt mit dem Spielern nicht einfach, aber eben durch geschickte Führung deutlich einfacher zu erreichen.
Daher @handycap : Sorry, von meiner Seite, aber bitte versuche selbst auch nicht die Meinungen anderer so herabzuwürdigen.
Ach ja, da war noch der Fifa-Karriere-Modus: Natürlich war das ähnlich zu dem, was man da so spielen kann zwinker. Es ging mir in dem dortigen Post darum Möglichkeiten aufzuzeigen und ich finde das finale Bild nicht so schlecht, auch wenn so manche Spieler nicht realistisch sind. Andere sprechen über eine Rückkehr von Hübers, was ebenso unwahrscheinlich ist. Es sind allerdings zumeist Spieler, wo man zumindest einmal anfragen könnte, da diese uns womöglich weiterbringen.


Sorry, aber dieser Wirtschaftssprech ist dermaßen cringe...
Stefan Leitl [Trainer] |#1154
18.12.2024 - 12:32 Uhr
NP von heute:
Kommentar zur Aufstiegszukunft

Neustart ohne Trainer Leitl? Wie Hannover 96 im Winter die Zeitenwende angeht

Vor ungewisser Zukunft: 96-Trainer Stefan Leitl bei Hannovers Pleite in Fürth.

Hannover hat in der Zweitliga-Hinrunde bereits sechsmal verloren, der Aufstieg bleibt trotzdem in Reichweite. Dass Trainer Stefan Leitl die 96-Mannschaft in der Rückrunde nach ganz oben führen kann, wird ihm jedoch nicht vorbehaltlos zugetraut. Intern diskutiert wird sogar ein Neustart ohne Leitl zum Jahreswechsel, ahnt unser UnHolt.

UnHolt 18.12.2024, 05:29 Uhr

Was die Stürmerlegende Dieter Schatzschneider vom aktuellen 96-Trainer hält, ist bekannt – wenig bis nichts. Seine Kritik an Stefan Leitl erneuerte der 66-Jährige nach dem 3:2 gegen Ulm, für seine Verhältnisse recht moderat: „Ich erwarte eine klare Handschrift. Aber wenn man mich fragt, was will der Leitl? Ich kann‘s nicht sagen“, urteilte Schatzschneider.

Es folgte in Fürth der nächste sportliche Offenbarungseid – und trotz der weiterhin aussichtsreichen Tabellensituation durfte sich der zweitbeste Zweitliga-Torjäger aller Zeiten bestätigt fühlen. Schatzschneiders schönstes 96-Weihnachtsgeschenk wäre folgerichtig die Trennung von Leitl – und zwar schon zum neuen Jahr.

WENIG SELBSTBEWUSSTE SPIELSYSTEME LÄHMEN DIE LEIDENSCHAFT

Mit diesem Wunsch steht der ehemalige Stürmer längst nicht mehr alleine da. Viele Fans leiden in den bisher zweieinhalb Leitl-Jahren unter dem schmerzhaften Enttäuschungssyndrom – immer wenn erstklassige Erwartungen geweckt sind, kommt der nächste Rückschlag. Bis heute ist der Trainer verständliche Erklärungen für das Achterbahnphänomen schuldig geblieben, vieles hängt vermutlich von der Psyche ab. Sportliche Kritiker bemängeln auch Leitls taktische Herangehensweise – mitunter wenig selbstbewusste Spielsysteme lähmen die Leidenschaft der gut besetzten Mannschaft.

Zu Leitls Kritikern gehören die mächtigen 96-Geldgeber um Martin Kind. Der 80-Jährige ehemalige Profichef ist desillusioniert, er sieht Leitl längst nicht mehr als Aufstiegstrainer – das Ziel Bundesliga-Rückkehr im kommenden Sommer sieht Kind jedoch weiterhin als alternativlos an. Diesen Zielkonflikt zu lösen, ist die Aufgabe des 96-Managers, Marcus Manns Prokura dürfte im Geschäftsführervakuum auch für Scheidungsvereinbarungen mit dem Trainer gelten.

Kind hat in der Personalie Leitl bislang keinen direkten Druck auf Mann ausgeübt, der Chef des 96-Profiaufsichtsrates ist dem Vernehmen nach aber zur Jahres-Zeitenwende offen für Neustartpläne ohne Leitl. Ein Konzept mit einem Trainer wie Florian Kohfeldt, der gerade Darmstadt in Schwung bringt, würden die millionenschweren Geldgeber wohl abnicken – und noch mit zwei neuen Offensivspielern garnieren. Ob Manager Mann da mitzieht, ist allerdings offen. Möglich, dass er wirklich weiter an Leitl glaubt – leider auch möglich, dass er einfach keine zündende Idee auf dem schwierigen Trainermarkt hat.

Passiert in der Winterpause nichts, wäre das 96-Problem jedoch nur vertagt. Das Sommerszenario sähe dann so aus: Steigt Leitl nicht auf, wird sein auslaufender Vertrag auf keinen Fall verlängert. Gelingt der Aufstieg irgendwie, würde Leitl nur einen Kurzzeitvertrag ohne Vertrauensbonus angeboten bekommen – das hätte ja ebenfalls keine Zukunft.
Stefan Leitl [Trainer] |#1155
18.12.2024 - 14:04 Uhr
Zitat von GeneralGao
Zitat von Androesen96
...
Sorry, aber dieser Wirtschaftssprech ist dermaßen cringe...

Das kann ich durchaus verstehen, weshalb ich normalerweise dabei auch nicht so weit in die Tiefe gehe. In dem besonderen Fall gab es allerdings einige Trigger smile Nur soviel. Eingesetzt wird es natürlich in Wirtschaftsunternehmen, aber im Grunde sind diese nicht nur wirtschaftlicher Natur.
Zitat von SaschaHSV96
NP von heute:
Kommentar zur Aufstiegszukunft
Neustart ohne Trainer Leitl? Wie Hannover 96 im Winter die Zeitenwende angeht...

Nach dem Spiel gegen Fürth war ja ohnehin damit zu rechnen, dass die Presse dieses wieder aufnimmt, zumal es eben Fanstimmen gibt (wie meine), die eine weitere Zusammenarbeit in Frage stellen.

Sollte es wirklich der Fall sein, dass Opi wieder aus dem Hintergrund mitmischt, wenn es um eine solche Entscheidung geht, dann ahne ich nichts Gutes. Personen wie Walter oder Baumgart werden dann schnell die Runde machen und trotz Expertise in Bezug auf den Fußballverstand, halte ich diese in der aktuellen Situation für nicht zielführend. Eine wirkliche Alternative ist am Ende wahrscheinlich eher das Problem.

Es wäre für mich sinnvoll, wenn Mann jetzt keinen Kommentar dazu abgibt. Er kann ohne Probleme das letzte Spiel gegen die Hertha abwarten. Sollte nochmal ein solcher Auftritt wie gegen Fürth (Peine-Ost, Bielefeld, Elversberg und Münster) erfolgen, hat man alle Handlungsoptionen.

Ich bin gespannt, was uns in den kommenden Wochen erwartet. Zwei "Offensivspieler" wie im Artikel beschrieben, sind für mich nicht maßgeblich. Für mich fehlen in erster Linie ein 6er/8er und ein L-IV, aber anderes Thema
Stefan Leitl [Trainer] |#1156
18.12.2024 - 15:08 Uhr
Zitat von SaschaHSV96
NP von heute:
Kommentar zur Aufstiegszukunft

Neustart ohne Trainer Leitl? Wie Hannover 96 im Winter die Zeitenwende angeht

Vor ungewisser Zukunft: 96-Trainer Stefan Leitl bei Hannovers Pleite in Fürth.

Hannover hat in der Zweitliga-Hinrunde bereits sechsmal verloren, der Aufstieg bleibt trotzdem in Reichweite. Dass Trainer Stefan Leitl die 96-Mannschaft in der Rückrunde nach ganz oben führen kann, wird ihm jedoch nicht vorbehaltlos zugetraut. Intern diskutiert wird sogar ein Neustart ohne Leitl zum Jahreswechsel, ahnt unser UnHolt.

UnHolt 18.12.2024, 05:29 Uhr

Was die Stürmerlegende Dieter Schatzschneider vom aktuellen 96-Trainer hält, ist bekannt – wenig bis nichts. Seine Kritik an Stefan Leitl erneuerte der 66-Jährige nach dem 3:2 gegen Ulm, für seine Verhältnisse recht moderat: „Ich erwarte eine klare Handschrift. Aber wenn man mich fragt, was will der Leitl? Ich kann‘s nicht sagen“, urteilte Schatzschneider.

Es folgte in Fürth der nächste sportliche Offenbarungseid – und trotz der weiterhin aussichtsreichen Tabellensituation durfte sich der zweitbeste Zweitliga-Torjäger aller Zeiten bestätigt fühlen. Schatzschneiders schönstes 96-Weihnachtsgeschenk wäre folgerichtig die Trennung von Leitl – und zwar schon zum neuen Jahr.

WENIG SELBSTBEWUSSTE SPIELSYSTEME LÄHMEN DIE LEIDENSCHAFT

Mit diesem Wunsch steht der ehemalige Stürmer längst nicht mehr alleine da. Viele Fans leiden in den bisher zweieinhalb Leitl-Jahren unter dem schmerzhaften Enttäuschungssyndrom – immer wenn erstklassige Erwartungen geweckt sind, kommt der nächste Rückschlag. Bis heute ist der Trainer verständliche Erklärungen für das Achterbahnphänomen schuldig geblieben, vieles hängt vermutlich von der Psyche ab. Sportliche Kritiker bemängeln auch Leitls taktische Herangehensweise – mitunter wenig selbstbewusste Spielsysteme lähmen die Leidenschaft der gut besetzten Mannschaft.

Zu Leitls Kritikern gehören die mächtigen 96-Geldgeber um Martin Kind. Der 80-Jährige ehemalige Profichef ist desillusioniert, er sieht Leitl längst nicht mehr als Aufstiegstrainer – das Ziel Bundesliga-Rückkehr im kommenden Sommer sieht Kind jedoch weiterhin als alternativlos an. Diesen Zielkonflikt zu lösen, ist die Aufgabe des 96-Managers, Marcus Manns Prokura dürfte im Geschäftsführervakuum auch für Scheidungsvereinbarungen mit dem Trainer gelten.

Kind hat in der Personalie Leitl bislang keinen direkten Druck auf Mann ausgeübt, der Chef des 96-Profiaufsichtsrates ist dem Vernehmen nach aber zur Jahres-Zeitenwende offen für Neustartpläne ohne Leitl. Ein Konzept mit einem Trainer wie Florian Kohfeldt, der gerade Darmstadt in Schwung bringt, würden die millionenschweren Geldgeber wohl abnicken – und noch mit zwei neuen Offensivspielern garnieren. Ob Manager Mann da mitzieht, ist allerdings offen. Möglich, dass er wirklich weiter an Leitl glaubt – leider auch möglich, dass er einfach keine zündende Idee auf dem schwierigen Trainermarkt hat.

Passiert in der Winterpause nichts, wäre das 96-Problem jedoch nur vertagt. Das Sommerszenario sähe dann so aus: Steigt Leitl nicht auf, wird sein auslaufender Vertrag auf keinen Fall verlängert. Gelingt der Aufstieg irgendwie, würde Leitl nur einen Kurzzeitvertrag ohne Vertrauensbonus angeboten bekommen – das hätte ja ebenfalls keine Zukunft.


Herrn von Holt muss man immer mit Vorsicht genießen. Für mich sieht Sportjournalismus - jedenfalls vernünftig recherchierter - anders aus.
Vermeintliche Ahnungen, dazu noch undifferenzierte Vergleiche.

Subjektiv betrachtet schwingen all seinen Kommentaren, Berichten, Kritiken und Meinungen negative Anhaftungen mit.

Beiseite wischen kann man allerdings das von ihm benannte Problem, hinsichtlich der Vertragskonstellation unseres Trainers, nicht.

Und...weil er die Lilien hier so plakativ anspricht: Gerne hätte ich einen Förster bei uns gesehen, einen Kohfeldt in keinem Fall. Lustig daran übrigens...Darmstadt verfolgt seit Antritt Kohfeldt's ein ähnliches Konzept, allerdings mit passenderem, weil in der Offensive stärkerem, Spielermaterial zwinker

Nämlich Flankenläufe nach Balleroberungen. Ups, Uwe...

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Wir war'n schonmal in Europa, 🖤
das weiß jeder ganz genau,🤍
Schlachtenbummler aus Hannover, 💚
KÄMPFEN für den HSV!
Stefan Leitl [Trainer] |#1157
18.12.2024 - 17:21 Uhr
NP von heute:

Hannover 96: Was Fans nach der Fürth-Pleite von Martin Kind fordern

Das Gegentor: Hannover 96 beim 0:1 in Fürth.

Nach dem 0:1 in Fürth steht Hannover 96 zwar in der Tabelle noch gut da, aber die große Chance auf die Spitzenreiterposition verpasste 96. Stattdessen ist Elversberg Tabellenführer. Martin Kind lobt den Außenseiter, bescheinigt 96 eine „desolate Leistung“.

Jonas Freier und Dirk Tietenberg16.12.2024, 14:30 Uhr

Hannover. Martin Kind (80) ist ja kein Risikomanager in dem Sinne. Als Unternehmer achtet der 96-Hauptgesellschafter auf die Finanzen. Aber im Fußball? Kind ärgerte sich über den „Sicherheitsfußball“ beim 0:1 in Fürth, der wegen eines Fehlers nach einer Ecke dann doch in den Spieltags-Unfall führte. Auch Kind meint, dass 96 schon zum vierten Mal in dieser Saison komplett versagt habe: im Pokal gegen Bielefeld (0:2), in Braunschweig (0:2), in Elversberg (1:3) und jetzt in Fürth.

Ob Elversberg das neue Kiel werden und am Ende sogar aufsteigen kann? „Die spielen so guten Fußball, dass Platz eins kein Zufall ist. Darüber müssen die etablierten Vereine mal nachdenken“, betont Kind. Immerhin habe 96 „zumindest rechnerisch ja noch alle Chancen – mit so einer desolaten Leistung wie in Fürth natürlich nicht.“

Kind bekommt auch Fanpost: „Unglaublich, mit welcher Radikalität manche meinen, mitentscheiden zu können.“ Was die Fans denn fordern würden? Den Rausschmiss des Trainers Stefan Leitl etwa? „Zum Beispiel“, gibt Kind zu.

Aber noch kann Leitl mit 96 sogar einen Hinrundenrekord schaffen – das wären 29 Punkte nach einem Sieg gegen Hertha. Die Leistung gegen Fürth war allerdings „deutlich unbefriedigend“, sagte Kind. Also eine glatte Sechs. „Jetzt gilt es, das letzte Spiel der Hinrunde gegen Hertha zu performen.“ Danach sei „eine Analyse der Spiele notwendig“. Mit Sportchef Marcus Mann „bin ich natürlich intensiv im Austausch“.
Stefan Leitl [Trainer] |#1158
18.12.2024 - 18:14 Uhr
Ich will die Arbeit von Herrn Leitl nicht komplett schlecht reden, rein punktetechnisch ist es schon in Ordnung. Was mir aber immer wieder auffällt, ist die Entwicklung nach nunmehr 2,5 Spielzeiten. Diese ist aus meiner Sicht nicht vorhanden. Auch ein System ist nur schwer zu erkennen. Ein Beispiel, wir haben vier Stürmer im Kader die mehr oder weniger oft spielen. Allen vieren würde ich die 2. Liga durchaus zutrauen, richtig rausstechen tut aber keiner. Für den Gegener ist es auch recht einfach gegen uns zu verteidigen, aus dem Mittelfeld kommt (Ausnahme vielleicht Lee) keine Torgefahr. Ergo konzentriert sich die Abwehr auf die Stümer.
Momuluh und Gindorf sitzen auf der Bank und dürfen maximal ein paar Minuten mitmachen. Kaum ist einer der beiden auf dem Platz, sieht man eine Veränderung und neuen Schwung.

Über Damar, der jetzt in Elversberg die Leistung zeigt, die wir gut gebrauchen könnten oder Rochelt lasse ich mich jetzt mal nicht weiter aus.

Kurzum, wir haben auf der Trainerposition nun seit Jahren mal wieder einmal Kontinuität, für eine Verlängerung sehe ich allerdings keinen Grund.
Stefan Leitl [Trainer] |#1159
18.12.2024 - 22:21 Uhr
@Androesen96 , wenn ich versuche, mich in deine Person hineinzuversetzen und all diese Dinge aus deiner Sicht zu sehen, kann ich sehr viele Punkte unterschreiben. Einer, der seine Brötchen mit dieser Thematik verdient, wird grundsätzlich etwas anders auf die handelnden Personen und das Umfeld haben.

Ich will jetzt auch nicht endlos diskutieren, aber eine Frage ist wichtig:

sind diese Ansichten auch auf einen Fußballverein übertragbar?


Der Fußball ist ein schnelllebiges Geschäft und nicht mit einem Wirtschaftsunternehmen zu vergleichen.
Du hast recht, wenn du sagst, drei Jahre sind in der Wirtschaft keine lange Zeit.
Drei Jahre im Fußballgeschäft sind aber Ewigkeiten. In dieser Zeit kann wirklich alles passieren.

Es kann kaum Rücksicht auf irgendwelche „Projekte“ gelegt werden. Das kannst du kritisieren und du kannst auch einen anderen Führungsstil fordern. Nur diesen auch umzusetzen, wird sehr schwierig sein. Auch Medien und Fans haben eine gewisse Auswirkung auf den Verein. Sollte die Umstrukturierung nicht gelingen und man zB in akute Abstiegsgefahr rutscht, werden automatisch die Mechanismen dieses Geschäfts greifen.

Bleiben wir mal bei Leitl und unserem Verein. Ich finde sogar, wir haben ein gewisses Alleinstellungsmerkmal.
Häufig höre ich, ob von anderen Fans oder bei sky, tatsächlich über unseren „3-Jahres-Plan“ reden. Also dieser Plan wird über die Grenzen Hannovers hinaus, schon Beachtung geschenkt!
Manche finde das echt cool und halt anders, andere machen sich darüber lustig. Zuletzt durfte ich das im Forum der Fürther lesen.
Warum wird darüber gesprochen? Weil es einfach eine Seltenheit ist.

Schade, dass jetzt auch in und um Hannover dieser Weg zunehmend kritisch gesehen wird. Von der Presse, Ex-Spielern und dann natürlich auch den Fans.

Ja, Leitl lässt manchmal keinen schönen Ball spielen, vor allem auswärts ist das häufig nicht gut.
Der überwiegende Teil der Fans erwartet da einfach mehr. Kann ich verstehen.

Aber ungeachtet der Tabellensituation und der kontinuierlichen Steigerung in der Endplatzierung, den Kopf von Leitl fordern? Gar noch in der Winterpause? Halte ich für nicht ratsam.
Probleme ansprechen (gerne auch was die Kommunikation angeht, auch ein Leitl kann sich weiterbilden), Neuverpflichtungen tätigen, die Saison erfolgreich zu Ende bringen. Das ist mein Ansatz, den ich auch für realistisch und erfolgsversprechend halte.

Aber was lernen wir aus diesen Diskussionen? Die Mechanismen in diesem Geschäft wirst du nicht stoppen können, auch mit einer moderneren, auf Langfristigkeit ausgelegten Führung nicht. Unser Verein ist sogar das perfekte Beispiel dafür, auch wenn du unseren Trainer als nicht optimal ansiehst (gibt es überhaupt den optimalen Kandidaten? Auch ein Ancelotti ist es ja nicht).
Ich finde, auch auf die Köpfe über Leitl sollte ein gewisses Augenmerk liegen. Leitl hier konsequent als Alleinschuldigen zu sehen, halte ich für falsch.

Für mich ist dein „Servant Leadership“ zwar eine gute Sache und es kann auch sehr hilfreich sein. Aber es ist doch wahrlich besser in deiner Branche aufgehoben, als bei einem Fußballclub.

Die Mitarbeiter eines IT-Unternehmens sind durchgehend sehr gut ausgebildete Spezialisten. Hier kann die Führungsperson einen ganz anderen Führungsstil ansetzen und mehr Freiraum gewähren, als ein Trainer bei einem Proficlub.

Einige signifikante Unterschiede:

- Altersstruktur
- Bildungsniveau
- Öffentlichkeit/Medien
- Konkurrenz

Gerade Fußballer brauchen klare Anweisungen. Das Wohlbefinden der Spieler ist natürlich wichtig, aber Leistung und Ergebnisse sind im Profifußball einfach elementar.

•     •     •

SALIF SANÉ #5
Stefan Leitl [Trainer] |#1160
19.12.2024 - 14:16 Uhr
Zitat von last_minute
@Androesen96 , wenn ich versuche, mich in deine Person hineinzuversetzen und all diese Dinge aus deiner Sicht zu sehen, kann ich sehr viele Punkte unterschreiben. Einer, der seine Brötchen mit dieser Thematik verdient, wird grundsätzlich etwas anders auf die handelnden Personen und das Umfeld haben.

Ich will jetzt auch nicht endlos diskutieren, aber eine Frage ist wichtig:

sind diese Ansichten auch auf einen Fußballverein übertragbar?

Wenn ich jetzt kurz und knapp antworten soll, dann ist es ein Ja. Ich bin davon überzeugt, dass es extrem gut zu einem Fußballverein passt. Bis jetzt habe ich nur Ansätze geschrieben, die man in der Form exakt nutzen kann. Interessant ist das bereits verlinkte PDF, was allerdings noch oberflächlicher bleibt und letztlich an der völlig falschen Stelle ansetzt.
Zitat von last_minute
Der Fußball ist ein schnelllebiges Geschäft und nicht mit einem Wirtschaftsunternehmen zu vergleichen.
Du hast recht, wenn du sagst, drei Jahre sind in der Wirtschaft keine lange Zeit.
Drei Jahre im Fußballgeschäft sind aber Ewigkeiten. In dieser Zeit kann wirklich alles passieren.

Wenn ich das Geschäft mit einer Behörde vergleiche oder mit starren Unternehmen, dann ist die Sichtweise natürlich korrekt. Jedoch sind in der IT und der Wirtschaft drei Jahre noch deutlich schnelllebiger. Denke z.B. an ein Telekommunikationsunternehmen, wo sich teilweise täglich die Tarife und Angebote ändern, oder Online-Handelsunternehmen, die binnen Sekunden auf Preisänderungen reagieren müssen, um wettbewerbsfähig zu sein.
Wenn man sich mit dem Methodenset beschäftigt, wobei die Führung lediglich ein Aspekt ist, dann ist dieses speziell auf Schnelllebigkeit ausgelegt und wird mittlerweile wie im Beispiel Tesla auch in komplett anderen Bereichen praktiziert.
Zitat von last_minute
Es kann kaum Rücksicht auf irgendwelche „Projekte“ gelegt werden. Das kannst du kritisieren und du kannst auch einen anderen Führungsstil fordern. Nur diesen auch umzusetzen, wird sehr schwierig sein. Auch Medien und Fans haben eine gewisse Auswirkung auf den Verein. Sollte die Umstrukturierung nicht gelingen und man zB in akute Abstiegsgefahr rutscht, werden automatisch die Mechanismen dieses Geschäfts greifen.

Die Ansätze erlauben es im Grunde sogar schneller zu reagieren, als es normalerweise der Fall ist. Eine solche Umstrukturierung kann scheitern, allerdings zumeist nicht auf den unteren Ebenen, auch wenn man hier ebenfalls mit einer gewissen Gegenwehr zu rechnen hat und sich nicht jeder damit identifizieren kann.
Will man Führungskonstrukte und andere Bereiche aus dem Lean- und agilen Management einführen, dann ist der Ansatzpunkt "ganz oben" zu setzen.

Hier gilt der Ansatz des Leading by Example- Mit gutem Beispiel vorangehen
Die Führungskräfte von Unternehmen geben die Richtung für die Mitarbeiter vor. Ihr Verhalten wird von den Mitarbeitern kopiert, ob Sie dies möchten oder nicht. Heuchler, Lügner und selbstinteressierte Führungskräfte schaffen Kulturen voller Heuchler, Lügner und selbstinteressierter Mitarbeiter. Im Gegensatz dazu werden die Führungskräfte von Unternehmen, die die Wahrheit sagen, eine Kultur von Menschen schaffen, die die Wahrheit sagen. Überlegen Sie sich also, was Ihr Unternehmen auszeichnet.
"Das gute Beispiel ist nicht eine Möglichkeit, andere Menschen zu beeinflussen, es ist die einzige." (Albert Schweitzer)
Autor Simon Sinek in seinem Buch „Leaders Eat Last“ :
„Durch die Modellierung der richtigen Verhaltensweisen können Führungskräfte Kulturen von den patriarchisch (negativen, machtorientierten) und bürokratischen (negativen, regelorientierten) Mustern der Vergangenheit in die hervorbringende (positive, leistungsorientierte) Kultur umwandeln. Dieselben Verhaltensweisen bilden auch die verdiente Autorität, die durch Vertrauen, Respekt, Fachwissen oder Handeln erlangt wird, was zu einem stärkeren Engagement für organisatorische Ziele führt als die Positionsautorität.“

patriachische / machtorientierte Unternehmen <> generative Unternehmen mit agiler Struktur (Trennung der Auswirkung jeweils durch "<>")
geringe Zusammenarbeit (entmutigt) Folge: Innovationen werden verhindert <> intensive Zusammenarbeit (ermutigt) Folge: Innovationen werden entwickelt und implementiert
begangene Fehler führen zur Anschuldigung des Überbringers (Ermittlung des Sündenbocks zur Fehlerbehebung) <> begangene Fehler führen dazu die Mitarbeiter zu schulen (Misserfolg ist Anreiz für das komplette Unternehmen eine Verbesserung herbeizuführen)
Wegschieben der Verantwortung <>Teilen der Verantwortung

Die Kernwerte einer modernen Führung basieren auf den Werten Authentizität, emotionnaler Intelligenz, dezentrale Entscheidungsfindung und einem lebenslangen Lernen

Wenn wir nun auf unseren Verein schauen, dann haben wir das Problem, dass wir bis dato absolut patriachisch geführt wurden. Nimmt man meine Erläuterungen, dann bedeutet dieses, dass sich dieses machtorientierte Denken von Oben nach Unten durchsetzt. Jede Ebene versucht über die darunterliegende zu herrschen. Das ist auch ein Grund, warum Menschen wie Leitl bei uns angestellt sind, da diese den Vorstellungen vom Opi entsprachen. Wenn Du auf viele Entscheidungen der Vergangenheit schaust, dann spiegelt sich dieses wieder.
Das Problem haben wir allerdings nicht nur bei uns. Selbst jüngere Generationen, die heute zu den Fußballexperten gehören, sind dem nicht gegenüber aufgeschlossen. Wir brauchen ja eine "harte Hand".
Zitat von last_minute
Bleiben wir mal bei Leitl und unserem Verein. Ich finde sogar, wir haben ein gewisses Alleinstellungsmerkmal.
Häufig höre ich, ob von anderen Fans oder bei sky, tatsächlich über unseren „3-Jahres-Plan“ reden. Also dieser Plan wird über die Grenzen Hannovers hinaus, schon Beachtung geschenkt!
Manche finde das echt cool und halt anders, andere machen sich darüber lustig. Zuletzt durfte ich das im Forum der Fürther lesen.
Warum wird darüber gesprochen? Weil es einfach eine Seltenheit ist.

Schade, dass jetzt auch in und um Hannover dieser Weg zunehmend kritisch gesehen wird. Von der Presse, Ex-Spielern und dann natürlich auch den Fans.

Ja, Leitl lässt manchmal keinen schönen Ball spielen, vor allem auswärts ist das häufig nicht gut.
Der überwiegende Teil der Fans erwartet da einfach mehr. Kann ich verstehen.

Jetzt sind wir auf einer anderen Ebene. ITIL 4 bspw. nimmt dazu sehr ausführlich Stellung in den Modulen "Direct, Plan and Improve" bzw. "Digitalization and IT-Strategy". Im PDF des Bund der deutschen Füßballlehrer ist ein Ansatz der OKRs zu sehen.
Erst einmal gibt es eine Vision. Ich habe schon versucht zu erklären, dass die Version nicht unser 3-Jahres-Ziel ist, sondern die Sinnhaftigkeit des Unternehmens umfasst. Aus dieser Ebene der Vision werden dann die mittelfristigen Ziele (midsize goals --> Moals) abgeleitet. Hier könnte man unseren 3-Jahres-Plan sehen, auch wenn der Zyklus in dem Fall deutlich zu lang wäre. Wichtig ist bei OKRs, dass diese Moals wöchentlilch oder ggf. alle zwei Wochen überprüft werden, ob Anpassungen notwendig sind. Nennen wir diese Überprüfungen doch der Einfachheit einmal Spieltage zwinker. Das wäre allerdings zu einfach und man würde ständig versuchen zu agieren. Aus der tatsächlich stattfinden Entwicklung werden die Moals oder sogar in größeren Zyklen die Vision überprüft und Änderungen vorgenommen.
Ich erwähnte schon, dass der 3-Jahres-Plan zu lang ist? So formuliert kann man Bewunderung ernten, wenn es funktioniert oder sich der Lächerlichkeit preisgeben.
Zitat von last_minute
Aber ungeachtet der Tabellensituation und der kontinuierlichen Steigerung in der Endplatzierung, den Kopf von Leitl fordern? Gar noch in der Winterpause? Halte ich für nicht ratsam.
Probleme ansprechen (gerne auch was die Kommunikation angeht, auch ein Leitl kann sich weiterbilden), Neuverpflichtungen tätigen, die Saison erfolgreich zu Ende bringen. Das ist mein Ansatz, den ich auch für realistisch und erfolgsversprechend halte.

Es kommt darauf an, wie man die Situation betrachtet. Wenn ich mir bewusst bin, dass mein eingeschlagener Weg nicht funktioniert, sollte ich reagieren. Das kann auch dazu führen, dass ich Leitl ersetze. Allerdings nur dann, wenn die Alternative, welche mir vorschwebt mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Änderung herbeiführt.
Man(n) kann jetzt aber auch noch die Saison abwarten und dann gezielt und geplant die notwendigen weiteren Schritte einleiten. Ob wir dazu fähig sind, glaube ich nicht. Zumindest nicht mit dem Theater, welches ohnehin bei uns vorherrscht. Mit einem fähigen Change-Berater wäre dieses möglich, aber es muss ebenso eine Offenheit aller beteiligten vorhanden sein.
Zitat von last_minute
Aber was lernen wir aus diesen Diskussionen? Die Mechanismen in diesem Geschäft wirst du nicht stoppen können, auch mit einer moderneren, auf Langfristigkeit ausgelegten Führung nicht. Unser Verein ist sogar das perfekte Beispiel dafür, auch wenn du unseren Trainer als nicht optimal ansiehst (gibt es überhaupt den optimalen Kandidaten? Auch ein Ancelotti ist es ja nicht).
Ich finde, auch auf die Köpfe über Leitl sollte ein gewisses Augenmerk liegen. Leitl hier konsequent als Alleinschuldigen zu sehen, halte ich für falsch.

Für mich ist dein „Servant Leadership“ zwar eine gute Sache und es kann auch sehr hilfreich sein. Aber es ist doch wahrlich besser in deiner Branche aufgehoben, als bei einem Fußballclub.

Die Mitarbeiter eines IT-Unternehmens sind durchgehend sehr gut ausgebildete Spezialisten. Hier kann die Führungsperson einen ganz anderen Führungsstil ansetzen und mehr Freiraum gewähren, als ein Trainer bei einem Proficlub.

Einige signifikante Unterschiede:

- Altersstruktur
- Bildungsniveau
- Öffentlichkeit/Medien
- Konkurrenz

Gerade Fußballer brauchen klare Anweisungen. Das Wohlbefinden der Spieler ist natürlich wichtig, aber Leistung und Ergebnisse sind im Profifußball einfach elementar.

Nur noch kurz zum letzten Absatz (habe leider heute keine Zeit mehr): Hier unterscheiden sich Richt- und Leitlinien. Es kann und muss klare Anweisungen geben (meist bei Unternehmen in der Governance enthalten). Das sind Elemente an denen man sich RICHTET. Daneben gibt es Leitlinien, die definieren, wie man agieren sollte, wenn man es nicht selbst besser weiß. Die sollen einen LEITEN. Ähnlich ist es auf dem Platz auch. Es gibt Anweisungen zum Positionsspiel, zum Verhalten in bestimmten Situationen und Elemente, wo dem Spieler Freiheiten eingeräumt werden sollten. Wenn er diese nicht anwenden kann wird er von allgemeinen Leitlinien geführt. Je mehr Leitlinien und je weniger Richtlinien, um so freier kann eine Entfalung sein.

Die Auswirkungen der Medien und der weiter genannten Punkte sind korrekt. Nennt man gerne auch Stakeholdermanagement, welches man dann betreiben muss. Wichtig ist, dass man offen und ehrlich agiert, auch wenn man sicherlich der Konkurrenz nicht alles erzählen muss. Durch diese Transparenz wird ein Verständnis (auch beim Fan) erzeugt und man kann mit Rückschlägen besser umgehen, ohne selbst in die Schussbahn zu kommen.
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