Kaderplanung 2022/23
31.01.2022 - 20:04 Uhr
20.06.2022 - 18:26 Uhr
Wechsel zu Nottingham wird in England als fix vermeldet:
https://www.telegraph.co.uk/football/2022/06/20/nottingham-forest-make-taiwo-awoniyi-first-summer-signing-175m/
Ich verstehe den Wechsel. Sportlich natürlich kein Schritt nach vorn, aber da steht er Woche für Woche im Schaufenster für Klubs, die das ganz große Geld zahlen können. Wie es in der Europa-Liga laufen würde, weiß man eben nicht. Wahrscheinlich würde er da erst auf sich aufmerksam machen, falls Union in die letzten KO-Runden kommt. Da müsste man schon ziemlich optimistisch sein.
https://www.telegraph.co.uk/football/2022/06/20/nottingham-forest-make-taiwo-awoniyi-first-summer-signing-175m/
Ich verstehe den Wechsel. Sportlich natürlich kein Schritt nach vorn, aber da steht er Woche für Woche im Schaufenster für Klubs, die das ganz große Geld zahlen können. Wie es in der Europa-Liga laufen würde, weiß man eben nicht. Wahrscheinlich würde er da erst auf sich aufmerksam machen, falls Union in die letzten KO-Runden kommt. Da müsste man schon ziemlich optimistisch sein.
20.06.2022 - 19:28 Uhr
Fände Siebatcheu als Awoniyi Ersatz auch spannen. Außerdem sollen wir wohl an Philipp Max dran sein. Würde für mich aber nur Sinn machen wenn Puchacz geht. https://www.fussballtransfers.com/a5911256456799431923-union-buhlt-um-max
20.06.2022 - 20:10 Uhr
Könntet ihr euch vorstellen Pohjanpalo nochmal im Union Trikot zu sehen, wenn Awoniyi tatsächlich wechselt?
Er ist ja für knapp 2,5Mio zu haben, was ich bei seinen Scorern schon als Schnäppchen bezeichnen würde.
Oder erwartet ihr ein junges Talent mit verkaufspotential?
Er ist ja für knapp 2,5Mio zu haben, was ich bei seinen Scorern schon als Schnäppchen bezeichnen würde.
Oder erwartet ihr ein junges Talent mit verkaufspotential?
20.06.2022 - 20:25 Uhr
Dass Awoniyi doch jetzt schon in diesem Sommer trotz Europa-League-Qualifikation und seinem ersten starken Jahr infolge seiner Leih-Odyssee bei Liverpool gehen möchte, überrascht mich durchaus. Angesichts seiner Worte bei Bekanntgabe seiner Verpflichtung vor einem Jahr, als er dem Vernehmen nach auch besser dotierte Angebote für Union abgelehnt hat, sowie der engen Bindung zu Urs bin ich durchaus davon ausgegangen, dass er zumindest noch die nächste Saison mit internationaler Bühne bei uns mitnimmt.
Mein Frust hält sich trotzdem in Grenzen. Einerseits, weil wir finanziell nach nur einem Jahr sehr gut entlohnt werden, wenngleich ich mich sogar dabei erwischt habe, nachzudenken, wie hoch die Ablöse wohl ausfallen könnte, wenn er keine Ausstiegsklausel hätte in Anbetracht der zahlreichen Interessenten aus England. Und andererseits, weil ich, wie gesagt, durchaus noch kleine Restzweifel habe, ob Awoniyi diese Saison wiederholen könnte. Auch wenn er sich zum Ende der letzten Saison wieder gesteigert hat, hat er in der Hinrunde zweifelsfrei sehr stark von Max Kruse profitiert und nach dessen Abgang schon etwas stagniert. Das belegen auch die Fakten, dass er nach seiner Afrika-Cup-Teilnahme zwischenzeitlich dermaßen hilflos agierte, dass er am 24. Spieltag gegen Mainz 05 sogar erstmals aus Leistungsgründen auf der Bank saß, und in der Rückrunde auch „nur noch“ 6 Tore erzielte (darunter zwei Elfmeter) im Vergleich zu seinen 9 Buden in der Hinrunde. Um Missverständnisse auszuräumen: Ich halte Taiwo für einen unglaublich interessanten Spielertypen aufgrund seiner Athletik im Zusammenspiel mit seiner physischen Erscheinung und er hat eine fantastische Saison gespielt, das steht überhaupt nicht zur Debatte. Aber er hat auch trotzdem offenkundige Schwächen (Ballannahmen, auch teilweise noch Torabschluss trotz signifikanter Verbesserung im Vergleich zu seiner ersten Saison bei uns) und insofern habe ich mir durchaus die Frage gestellt, ob er diese 15-Tore-Saison wiederholen könnte. Er hat nun mal einen unorthodoxen Spielstil, was sowohl Segen als auch Fluch sein kann – manchmal hat er Weltklasse-Aktionen, aber fünf Minuten später verspringen ihm Bälle, die wohl selbst jeder Kreisliga-Fußballer besser verarbeiten könnte (überspitzt ausgedrückt).
Ich denke, mit dem sich anbahnenden Deal können sowohl wir als auch Taiwo, dem ich es total gönne, sich bereits jetzt seinen Traum von der Premier League zu erfüllen, sehr gut leben. Ich habe Taiwo allein aufgrund seines Auftretens vor den Kameras extrem schnell ins Herz geschlossen und wittere weder Heuchelei seinerseits noch irgendeine Art von Groll, da ich es ihm auch total abnehme, dass er sich nach seiner Familie sehnt. Mir bleibt schlussendlich nur für die letzten zwei Jahre zu danken, sofern der Wechsel vollzogen wird, und ihm das größte Glück in England zu wünschen!
Für uns stellt sich jetzt die Frage, was man mit den 11 Millionen Euro Gewinn macht. Gut ist zweifelsfrei, dass es ansonsten keine Baustellen im Kader mehr gibt (außer die Position des 3. Torwarts, die man laut BILD nicht Yannic Stein geben will, sondern eine erfahrenere Lösung bevorzugt). Entsprechend kann man durchaus etwas Geld für einen Awoniyi-Nachfolger in die Hand nehmen, wenngleich man sicherlich keine verrückten Sachen im Bereich der zweistelligen Millionenbeträge machen wird. Aber man hat eben zumindest etwas Spielraum.
Wirklich viele Optionen sehe ich, zumindest innerhalb Deutschlands, jetzt jedoch nicht auf dem Markt. Folgende Spieler sähe ich als mögliche Kandidaten, die Oliver Ruhnert auf dem Zettel haben könnte:
1.) Breel Embolo
Das wäre zweifelsfrei eine absolute Königslösung, die sicherlich aber deshalb auch eher unrealistisch ist. Der Schweizer, der in der Saison 2015/16 bereits beim FC Basel unter Urs Fischer auflief, hat bei Borussia Mönchengladbach nur noch Vertrag bis 2023 und gilt als Verkaufskandidat, da die klammen „Fohlen“ zukünftig nicht mehr mit Spielern ins letzte Vertragsjahr gehen wollen. Embolo erzielte letzte Saison 9 Saisontore und konnte vor allem zum Saisonende, als er in den letzten 11 Partien 7 Treffer markierte, auf sich aufmerksam machen. Der 25-Jährige gilt schon lange als großes Talent, doch der Durchbruch blieb ihm bislang sowohl bei Schalke als auch in Gladbach verwehrt. Ich glaube, unter seinem einstigen Trainer Fischer könnte sein ganzes Potenzial, für das Schalke vor sechs Jahren immerhin fast 30 Millionen Euro zahlte, zum Vorschein kommen. Vom Spielertyp ist er sehr gut mit Awoniyi vergleichbar, da auch er trotz seiner bulligen Statur ziemlich dynamisch ist. Doch auch die Schwächen teilen sich beide Akteure: Embolo gilt gemeinhin ebenfalls als Chancentod mit technischen Defiziten.
Ohnehin dürfte jedoch sowohl die Ablöse trotz des auslaufenden Vertrags als auch Embolos Gehaltsvorstellungen für uns nicht erschwinglich sein. Zuletzt galt der SC Freiburg als Interessent.
2.) Lucas Alario
Der Argentinier ist für mich der womöglich beste Ersatzstürmer der Bundesliga. Seit Jahren wird dem 29-jährigen Nationalstürmer bei Leverkusen ein anderer Angreifer vor die Nase gesetzt (Volland, Schick, Azmoun) und trotzdem brachte es Alario bislang in vier von fünf Saison auf mindestens 10 Scorer, obwohl er nie Stammspieler war. Und auch in der letzten Saison reichte es immerhin zu 6 Toren in lediglich 548 Bundesligaminuten. Aktuellen Berichten zufolge würde wohl eine Ablöse in Höhe von 6,5 Millionen Euro fällig werden, was ich als machbar erachte. Problem: Alario ist sich wohl bereits mit Eintracht Frankfurt einig.
3.) Ermedin Demirović
Nach einer guten Debütsaison in Freiburg (5 Tore, 10 Vorlagen) kam der Hamburger letzte Saison nicht mehr über die Ersatzrolle hinaus und könnte den Sportclub womöglich verlassen. Zuletzt galt bereits unser Stadtnachbar als Interessent. Im Gegensatz zu den ersten beiden Vorschlägen ist Demirović weniger ein klassischer Torjäger, sondern beteiligt sich viel im Kombinationsspiel, was man auch an seinen zahlreichen Torvorlagen erkennt. Daher ist die Frage erlaubt, ob der 24-Jährige wirklich das gewünschte Spielerprofil darstellt. Andererseits ist auch Demirović körperlich sehr robust und konnte zumindest beim FC St. Gallen in der Saison 2019/20 mit 14 Saisontoren (und 7 Vorlagen) beweisen, dass er weiß, wo das Tor steht.
4.) Michael Gregoritsch
Der Österreicher hat gegen uns bereits zwei Tore in vier Aufeinandertreffen mit dem FC Augsburg erzielt und entsprechend könnte man auch unseren Angstgegner in der Bundesliga etwas schwächen. Allerdings wäre ich kein großer Fan von seiner Verpflichtung: Trotz 9 Saisontoren in der letzten Saison waren die Jahre zuvor bei Gregoritsch, für den Augsburg wohl trotz auslaufenden Vertrages 2023 auch eine marktwertgerechte Ablöse verlangen würde, eher durchwachsen und dem 28-Jährigen haftet der Ruf als Schönwetterfußballer. Zudem hat er seine Stärken eher als hängende Spitze um einen Strafraumstürmer herum und nicht als Zugpferd im Angriff.
5.) Munas Dabbur
Von Dabbur bin ich persönlich großer Fan, da er, ähnlich wie Demirović, trotz seiner Mittelstürmerposition gar nicht so oft als Torschütze in Erscheinung tritt, sondern sich viel mehr ins Kombinationsspiel einschaltet, teilweise tolle Pässe spielt und entsprechend eher Vorbereiter in Erscheinung tritt. Die Frage ist jedoch, ob es das ist, was wir gerade brauchen. Rein von der Qualität halte ich Dabbur für einen tollen Angreifer, der in Hoffenheim immer etwas im Schatten der Offensivspieler um Kramarić, Bebou oder Rutter steht, allerdings ist er eben nicht der eiskalte Killer vor dem Tor, obwohl er bei Salzburg in Österreich auch zweimal über 20 Tore erzielt hat, sondern glänzte zuletzt eher als eine Art verkappter Spielgestalter.
6.) Marvin Ducksch
Ich denke, durch den Aufstieg von Bremen hat sich das Thema ohnehin erledigt, aber ich liste den Spieler sicherheitshalber trotzdem auf. Obwohl Duckschs Bilanz in der Bundesliga bislang eher ernüchternd ist (31 Spiele, 2 Tore) bin ich mir ziemlich sicher, dass er nächste Saison eine gute Rolle bei Werder spielen wird, da er sich seit seinem letzten Versuch im Oberhaus (2018/19 in Düsseldorf) noch mal extrem weiterentwickelt hat und mittlerweile wesentlich spielfreudiger in seinen Aktionen ist. Wenn man ihn bekommen würde, würde ich mich sehr freuen, aber wie gesagt, halte ich das eher für aussichtslos, da Werder vor einem Jahr ja selber erst 4 Millionen Euro gezahlt hat.
7.) Gonçalo Paciência
Auch den Portugiesen beobachte ich schon relativ lange, obwohl er in den letzten Jahren bei Frankfurt und Schalke, auch verletzungsbedingt, eher selten zum Einsatz kam. Trotzdem ist der 27-Jährige ein sehr interessanter Spieler, da er sowohl als Strafraumstürmer agieren kann, aber gleichzeitig auch eine beachtliche Technik mit sich bringt. In der Hinsicht erinnert er mich stark an Marcus Ingvartsen. Allerdings erhält er wohl ein verhältnismäßig hohes Gehalt in Anbetracht seiner geringen Spielpraxis in den letzten Jahren und ist wohl auch zufrieden mit seiner Ersatzspielerrolle am Main, wie man zuletzt vernehmen konnte.
8.) Ishak Belfodil
Es wäre natürlich brisant, dem Stadtrivalen den besten Angreifer der letzten Saison (neben Jovetić, der jedoch zu verletzungsanfällig ist), abzunehmen, aber der Vertrag des 30-jährigen Algeriers läuft nun mal aus und eine Einigung mit Hertha ist bislang noch nicht erfolgt. Nachdem er in der Saison 2018/19 insgesamt 16 Saisontore für die TSG 1899 Hoffenheim in der Bundesliga erzielte (und 5 Torvorlagen lieferte), verpasste er fast die komplette folgende Spielzeit aufgrund einer Knie-OP. In der letzten Saison konnte er bei Hertha oft als einziger Aktivposten seine Karriere wieder ankurbeln und war nicht nur an 8 Toren beteiligt (5 Tore, 3 Assists), sondern oft auch, so etwa im Derby-Rückspiel, der einzige gefährliche Angreifer der „Alten Dame“. Knackpunkt dürfte jedoch das vermeintliche Gehalt in Höhe von 4 Millionen Euro sein, sofern Belfodil nicht zu starken Abstrichen bereit ist.
9.) Luca Pfeiffer
Ein Spieler, der es mir total angetan hat! Ich habe selten einen Angreifer gesehen, der trotz einer Größe von 1,96 Metern technisch so dermaßen beschlagen ist und in der letzten Saison bei Darmstadt 98 reihenweise die Gegenspieler, vor allem in der Hinrunde, hat aussteigen lassen. Insgesamt 17 Tore erzielte der 25-Jährige, der vom FC Midtjylland an die „Lilien“ ausgeliehen war, in der vergangenen Saison und legte auch noch sechs weitere Treffer vor. Und das alles, obwohl er zwischen Dezember und März an keinem Tor der Darmstädter beteiligt war, als sowohl er als auch sein Kollege Philipp Tietz schwächelten. Wenn wir allein über die Hinrunde reden, war Pfeiffer womöglich der stärkste Spieler der Liga. Und ich traue es ihm zu, auch in der Bundesliga zu bestehen. Zuletzt galt bereits der 1. FC Köln als Interessent.
10.) Branimir Hrgota
Wer 15 Scorer beim abgeschlagenen Tabellenletzten aus Fürth liefert, rückt zwangsläufig ins Blickfeld. Nichtsdestotrotz haben vor allem Elfmeter die Bilanz des 29-jährigen Schweden verschönert, der 5 seiner 9 Tore vom Punkt erzielte. Trotzdem hat Hrgota eine gute Saison gespielt, ist jedoch auch jemand, der eher über das Zusammenspiel mit den Mitspielern kommt, als den glasklaren Abschlussstürmer darzustellen. Ob er wirklich als Awoniyi-Nachfolger eine Option ist, zweifle ich doch recht stark an.
11.) Philipp Tietz
Da ich seinen Teamkollegen Pfeiffer bereits gelistet habe, möchte ich auch seinen kongenialen Sturmpartner Philipp Tietz mitaufnehmen, wenngleich ich Pfeiffer als wesentlich spannender erachte. Doch auch Tietz hat mit 15 Toren und 9 Torvorlagen eine starke Saison in Darmstadt hinter sich und ist mit 24 Jahren ebenfalls noch recht entwicklungsfähig. Kam Pfeiffer bei den „Lilien“ eher über seine spielerische Stärke, glänzte Tietz öfter als reiner Abschlussstürmer, der seine Stärken in der Box hat. Auch hier hat sich wohl bereits der 1. FC Köln erkundigt.
12.) Bartosz Białek
Mein letzter Vorschlag wäre jemand, der sicherlich nicht als wirklicher Nachfolgekandidat für Awoniyi in Frage käme, sondern eher eine weitere Sturmoption wäre, die sich im Sturmzentrum wohl um den Platz im Angriff neben Becker mit Michel, Behrens sowie Voglsammer streiten würde. Allerdings möchte ich den 20-jährigen Polen Bartosz Białek, der sicherlich nur als Leihe realisierbar wäre, trotzdem nennen, weil ich ihn seinen bislang wenigen Bundesliga-Minuten stets als sehr vielversprechend wahrgenommen habe. Und das, obwohl er 2021 durch einen Kreuzbandriss ausgebremst wurde. Aber, wie gesagt, das wäre eher eine Notlösung, falls sich alle vorherigen Optionen zerschlagen und man auf die Schnelle noch jemanden für die Breite holen möchte.
Das wäre so meine Liste mit einigen Kandidaten, die ich entweder persönlich interessant finde oder aufgrund ihres Spielerprofils als realistische Kandidaten sehe. Klar, über manche Namen würde ich mich mehr freuen und über andere vielleicht etwas weniger. Und manche Namen sind vielleicht realistischer als andere, aber insgesamt glaube ich, dass diese Namen den nationalen Markt ganz gut abdecken. Im Ausland kenne ich mich zu wenig aus, um Einschätzungen abgeben zu können. Den jungen Wilfried Gnonto, um den es bereits ein Gerücht gab, erachte ich nach seinem Nationalmannschaftsdebüt jedoch außerhalb unserer Reichweite. Einzig Joel Pohjanpalo habe ich mit seinen 16 Saisontoren in der Türkei aufgrund seiner Vergangenheit bei uns mit einem Auge verfolgt, doch das (limitierte) Spielerprofil des Finnen als reinen Strafraumstürmer haben wir bereits mit Kevin Behrens abgedeckt, sodass eine Rückkehr aus meiner Sicht eher keine Option darstellen sollte.
Das Gerücht um Philipp Max nehme ich erst mal gefasst zur Kenntnis. Sicherlich ein begnadeter Linksverteidiger, der in Augsburg enorm offensivfreudig war, aber in Eindhoven wohl auch das Verteidigen gelernt hat, wenn man sich seine geringeren Scorerpunkte im Vergleich anschaut. Allerdings kommt ein Wechsel, der auch ordentlich Ablöse kosten dürfte, nur in Frage, falls Puchacz doch wechselt. Das fände ich wiederum schade. Wenn es jedoch so kommt und man Max zu fairen Konditionen bekommen könnte, wäre das sicherlich ein starker Transfer.
Mein Frust hält sich trotzdem in Grenzen. Einerseits, weil wir finanziell nach nur einem Jahr sehr gut entlohnt werden, wenngleich ich mich sogar dabei erwischt habe, nachzudenken, wie hoch die Ablöse wohl ausfallen könnte, wenn er keine Ausstiegsklausel hätte in Anbetracht der zahlreichen Interessenten aus England. Und andererseits, weil ich, wie gesagt, durchaus noch kleine Restzweifel habe, ob Awoniyi diese Saison wiederholen könnte. Auch wenn er sich zum Ende der letzten Saison wieder gesteigert hat, hat er in der Hinrunde zweifelsfrei sehr stark von Max Kruse profitiert und nach dessen Abgang schon etwas stagniert. Das belegen auch die Fakten, dass er nach seiner Afrika-Cup-Teilnahme zwischenzeitlich dermaßen hilflos agierte, dass er am 24. Spieltag gegen Mainz 05 sogar erstmals aus Leistungsgründen auf der Bank saß, und in der Rückrunde auch „nur noch“ 6 Tore erzielte (darunter zwei Elfmeter) im Vergleich zu seinen 9 Buden in der Hinrunde. Um Missverständnisse auszuräumen: Ich halte Taiwo für einen unglaublich interessanten Spielertypen aufgrund seiner Athletik im Zusammenspiel mit seiner physischen Erscheinung und er hat eine fantastische Saison gespielt, das steht überhaupt nicht zur Debatte. Aber er hat auch trotzdem offenkundige Schwächen (Ballannahmen, auch teilweise noch Torabschluss trotz signifikanter Verbesserung im Vergleich zu seiner ersten Saison bei uns) und insofern habe ich mir durchaus die Frage gestellt, ob er diese 15-Tore-Saison wiederholen könnte. Er hat nun mal einen unorthodoxen Spielstil, was sowohl Segen als auch Fluch sein kann – manchmal hat er Weltklasse-Aktionen, aber fünf Minuten später verspringen ihm Bälle, die wohl selbst jeder Kreisliga-Fußballer besser verarbeiten könnte (überspitzt ausgedrückt).
Ich denke, mit dem sich anbahnenden Deal können sowohl wir als auch Taiwo, dem ich es total gönne, sich bereits jetzt seinen Traum von der Premier League zu erfüllen, sehr gut leben. Ich habe Taiwo allein aufgrund seines Auftretens vor den Kameras extrem schnell ins Herz geschlossen und wittere weder Heuchelei seinerseits noch irgendeine Art von Groll, da ich es ihm auch total abnehme, dass er sich nach seiner Familie sehnt. Mir bleibt schlussendlich nur für die letzten zwei Jahre zu danken, sofern der Wechsel vollzogen wird, und ihm das größte Glück in England zu wünschen!
Für uns stellt sich jetzt die Frage, was man mit den 11 Millionen Euro Gewinn macht. Gut ist zweifelsfrei, dass es ansonsten keine Baustellen im Kader mehr gibt (außer die Position des 3. Torwarts, die man laut BILD nicht Yannic Stein geben will, sondern eine erfahrenere Lösung bevorzugt). Entsprechend kann man durchaus etwas Geld für einen Awoniyi-Nachfolger in die Hand nehmen, wenngleich man sicherlich keine verrückten Sachen im Bereich der zweistelligen Millionenbeträge machen wird. Aber man hat eben zumindest etwas Spielraum.
Wirklich viele Optionen sehe ich, zumindest innerhalb Deutschlands, jetzt jedoch nicht auf dem Markt. Folgende Spieler sähe ich als mögliche Kandidaten, die Oliver Ruhnert auf dem Zettel haben könnte:
1.) Breel Embolo
Das wäre zweifelsfrei eine absolute Königslösung, die sicherlich aber deshalb auch eher unrealistisch ist. Der Schweizer, der in der Saison 2015/16 bereits beim FC Basel unter Urs Fischer auflief, hat bei Borussia Mönchengladbach nur noch Vertrag bis 2023 und gilt als Verkaufskandidat, da die klammen „Fohlen“ zukünftig nicht mehr mit Spielern ins letzte Vertragsjahr gehen wollen. Embolo erzielte letzte Saison 9 Saisontore und konnte vor allem zum Saisonende, als er in den letzten 11 Partien 7 Treffer markierte, auf sich aufmerksam machen. Der 25-Jährige gilt schon lange als großes Talent, doch der Durchbruch blieb ihm bislang sowohl bei Schalke als auch in Gladbach verwehrt. Ich glaube, unter seinem einstigen Trainer Fischer könnte sein ganzes Potenzial, für das Schalke vor sechs Jahren immerhin fast 30 Millionen Euro zahlte, zum Vorschein kommen. Vom Spielertyp ist er sehr gut mit Awoniyi vergleichbar, da auch er trotz seiner bulligen Statur ziemlich dynamisch ist. Doch auch die Schwächen teilen sich beide Akteure: Embolo gilt gemeinhin ebenfalls als Chancentod mit technischen Defiziten.
Ohnehin dürfte jedoch sowohl die Ablöse trotz des auslaufenden Vertrags als auch Embolos Gehaltsvorstellungen für uns nicht erschwinglich sein. Zuletzt galt der SC Freiburg als Interessent.
2.) Lucas Alario
Der Argentinier ist für mich der womöglich beste Ersatzstürmer der Bundesliga. Seit Jahren wird dem 29-jährigen Nationalstürmer bei Leverkusen ein anderer Angreifer vor die Nase gesetzt (Volland, Schick, Azmoun) und trotzdem brachte es Alario bislang in vier von fünf Saison auf mindestens 10 Scorer, obwohl er nie Stammspieler war. Und auch in der letzten Saison reichte es immerhin zu 6 Toren in lediglich 548 Bundesligaminuten. Aktuellen Berichten zufolge würde wohl eine Ablöse in Höhe von 6,5 Millionen Euro fällig werden, was ich als machbar erachte. Problem: Alario ist sich wohl bereits mit Eintracht Frankfurt einig.
3.) Ermedin Demirović
Nach einer guten Debütsaison in Freiburg (5 Tore, 10 Vorlagen) kam der Hamburger letzte Saison nicht mehr über die Ersatzrolle hinaus und könnte den Sportclub womöglich verlassen. Zuletzt galt bereits unser Stadtnachbar als Interessent. Im Gegensatz zu den ersten beiden Vorschlägen ist Demirović weniger ein klassischer Torjäger, sondern beteiligt sich viel im Kombinationsspiel, was man auch an seinen zahlreichen Torvorlagen erkennt. Daher ist die Frage erlaubt, ob der 24-Jährige wirklich das gewünschte Spielerprofil darstellt. Andererseits ist auch Demirović körperlich sehr robust und konnte zumindest beim FC St. Gallen in der Saison 2019/20 mit 14 Saisontoren (und 7 Vorlagen) beweisen, dass er weiß, wo das Tor steht.
4.) Michael Gregoritsch
Der Österreicher hat gegen uns bereits zwei Tore in vier Aufeinandertreffen mit dem FC Augsburg erzielt und entsprechend könnte man auch unseren Angstgegner in der Bundesliga etwas schwächen. Allerdings wäre ich kein großer Fan von seiner Verpflichtung: Trotz 9 Saisontoren in der letzten Saison waren die Jahre zuvor bei Gregoritsch, für den Augsburg wohl trotz auslaufenden Vertrages 2023 auch eine marktwertgerechte Ablöse verlangen würde, eher durchwachsen und dem 28-Jährigen haftet der Ruf als Schönwetterfußballer. Zudem hat er seine Stärken eher als hängende Spitze um einen Strafraumstürmer herum und nicht als Zugpferd im Angriff.
5.) Munas Dabbur
Von Dabbur bin ich persönlich großer Fan, da er, ähnlich wie Demirović, trotz seiner Mittelstürmerposition gar nicht so oft als Torschütze in Erscheinung tritt, sondern sich viel mehr ins Kombinationsspiel einschaltet, teilweise tolle Pässe spielt und entsprechend eher Vorbereiter in Erscheinung tritt. Die Frage ist jedoch, ob es das ist, was wir gerade brauchen. Rein von der Qualität halte ich Dabbur für einen tollen Angreifer, der in Hoffenheim immer etwas im Schatten der Offensivspieler um Kramarić, Bebou oder Rutter steht, allerdings ist er eben nicht der eiskalte Killer vor dem Tor, obwohl er bei Salzburg in Österreich auch zweimal über 20 Tore erzielt hat, sondern glänzte zuletzt eher als eine Art verkappter Spielgestalter.
6.) Marvin Ducksch
Ich denke, durch den Aufstieg von Bremen hat sich das Thema ohnehin erledigt, aber ich liste den Spieler sicherheitshalber trotzdem auf. Obwohl Duckschs Bilanz in der Bundesliga bislang eher ernüchternd ist (31 Spiele, 2 Tore) bin ich mir ziemlich sicher, dass er nächste Saison eine gute Rolle bei Werder spielen wird, da er sich seit seinem letzten Versuch im Oberhaus (2018/19 in Düsseldorf) noch mal extrem weiterentwickelt hat und mittlerweile wesentlich spielfreudiger in seinen Aktionen ist. Wenn man ihn bekommen würde, würde ich mich sehr freuen, aber wie gesagt, halte ich das eher für aussichtslos, da Werder vor einem Jahr ja selber erst 4 Millionen Euro gezahlt hat.
7.) Gonçalo Paciência
Auch den Portugiesen beobachte ich schon relativ lange, obwohl er in den letzten Jahren bei Frankfurt und Schalke, auch verletzungsbedingt, eher selten zum Einsatz kam. Trotzdem ist der 27-Jährige ein sehr interessanter Spieler, da er sowohl als Strafraumstürmer agieren kann, aber gleichzeitig auch eine beachtliche Technik mit sich bringt. In der Hinsicht erinnert er mich stark an Marcus Ingvartsen. Allerdings erhält er wohl ein verhältnismäßig hohes Gehalt in Anbetracht seiner geringen Spielpraxis in den letzten Jahren und ist wohl auch zufrieden mit seiner Ersatzspielerrolle am Main, wie man zuletzt vernehmen konnte.
8.) Ishak Belfodil
Es wäre natürlich brisant, dem Stadtrivalen den besten Angreifer der letzten Saison (neben Jovetić, der jedoch zu verletzungsanfällig ist), abzunehmen, aber der Vertrag des 30-jährigen Algeriers läuft nun mal aus und eine Einigung mit Hertha ist bislang noch nicht erfolgt. Nachdem er in der Saison 2018/19 insgesamt 16 Saisontore für die TSG 1899 Hoffenheim in der Bundesliga erzielte (und 5 Torvorlagen lieferte), verpasste er fast die komplette folgende Spielzeit aufgrund einer Knie-OP. In der letzten Saison konnte er bei Hertha oft als einziger Aktivposten seine Karriere wieder ankurbeln und war nicht nur an 8 Toren beteiligt (5 Tore, 3 Assists), sondern oft auch, so etwa im Derby-Rückspiel, der einzige gefährliche Angreifer der „Alten Dame“. Knackpunkt dürfte jedoch das vermeintliche Gehalt in Höhe von 4 Millionen Euro sein, sofern Belfodil nicht zu starken Abstrichen bereit ist.
9.) Luca Pfeiffer
Ein Spieler, der es mir total angetan hat! Ich habe selten einen Angreifer gesehen, der trotz einer Größe von 1,96 Metern technisch so dermaßen beschlagen ist und in der letzten Saison bei Darmstadt 98 reihenweise die Gegenspieler, vor allem in der Hinrunde, hat aussteigen lassen. Insgesamt 17 Tore erzielte der 25-Jährige, der vom FC Midtjylland an die „Lilien“ ausgeliehen war, in der vergangenen Saison und legte auch noch sechs weitere Treffer vor. Und das alles, obwohl er zwischen Dezember und März an keinem Tor der Darmstädter beteiligt war, als sowohl er als auch sein Kollege Philipp Tietz schwächelten. Wenn wir allein über die Hinrunde reden, war Pfeiffer womöglich der stärkste Spieler der Liga. Und ich traue es ihm zu, auch in der Bundesliga zu bestehen. Zuletzt galt bereits der 1. FC Köln als Interessent.
10.) Branimir Hrgota
Wer 15 Scorer beim abgeschlagenen Tabellenletzten aus Fürth liefert, rückt zwangsläufig ins Blickfeld. Nichtsdestotrotz haben vor allem Elfmeter die Bilanz des 29-jährigen Schweden verschönert, der 5 seiner 9 Tore vom Punkt erzielte. Trotzdem hat Hrgota eine gute Saison gespielt, ist jedoch auch jemand, der eher über das Zusammenspiel mit den Mitspielern kommt, als den glasklaren Abschlussstürmer darzustellen. Ob er wirklich als Awoniyi-Nachfolger eine Option ist, zweifle ich doch recht stark an.
11.) Philipp Tietz
Da ich seinen Teamkollegen Pfeiffer bereits gelistet habe, möchte ich auch seinen kongenialen Sturmpartner Philipp Tietz mitaufnehmen, wenngleich ich Pfeiffer als wesentlich spannender erachte. Doch auch Tietz hat mit 15 Toren und 9 Torvorlagen eine starke Saison in Darmstadt hinter sich und ist mit 24 Jahren ebenfalls noch recht entwicklungsfähig. Kam Pfeiffer bei den „Lilien“ eher über seine spielerische Stärke, glänzte Tietz öfter als reiner Abschlussstürmer, der seine Stärken in der Box hat. Auch hier hat sich wohl bereits der 1. FC Köln erkundigt.
12.) Bartosz Białek
Mein letzter Vorschlag wäre jemand, der sicherlich nicht als wirklicher Nachfolgekandidat für Awoniyi in Frage käme, sondern eher eine weitere Sturmoption wäre, die sich im Sturmzentrum wohl um den Platz im Angriff neben Becker mit Michel, Behrens sowie Voglsammer streiten würde. Allerdings möchte ich den 20-jährigen Polen Bartosz Białek, der sicherlich nur als Leihe realisierbar wäre, trotzdem nennen, weil ich ihn seinen bislang wenigen Bundesliga-Minuten stets als sehr vielversprechend wahrgenommen habe. Und das, obwohl er 2021 durch einen Kreuzbandriss ausgebremst wurde. Aber, wie gesagt, das wäre eher eine Notlösung, falls sich alle vorherigen Optionen zerschlagen und man auf die Schnelle noch jemanden für die Breite holen möchte.
Das wäre so meine Liste mit einigen Kandidaten, die ich entweder persönlich interessant finde oder aufgrund ihres Spielerprofils als realistische Kandidaten sehe. Klar, über manche Namen würde ich mich mehr freuen und über andere vielleicht etwas weniger. Und manche Namen sind vielleicht realistischer als andere, aber insgesamt glaube ich, dass diese Namen den nationalen Markt ganz gut abdecken. Im Ausland kenne ich mich zu wenig aus, um Einschätzungen abgeben zu können. Den jungen Wilfried Gnonto, um den es bereits ein Gerücht gab, erachte ich nach seinem Nationalmannschaftsdebüt jedoch außerhalb unserer Reichweite. Einzig Joel Pohjanpalo habe ich mit seinen 16 Saisontoren in der Türkei aufgrund seiner Vergangenheit bei uns mit einem Auge verfolgt, doch das (limitierte) Spielerprofil des Finnen als reinen Strafraumstürmer haben wir bereits mit Kevin Behrens abgedeckt, sodass eine Rückkehr aus meiner Sicht eher keine Option darstellen sollte.
Das Gerücht um Philipp Max nehme ich erst mal gefasst zur Kenntnis. Sicherlich ein begnadeter Linksverteidiger, der in Augsburg enorm offensivfreudig war, aber in Eindhoven wohl auch das Verteidigen gelernt hat, wenn man sich seine geringeren Scorerpunkte im Vergleich anschaut. Allerdings kommt ein Wechsel, der auch ordentlich Ablöse kosten dürfte, nur in Frage, falls Puchacz doch wechselt. Das fände ich wiederum schade. Wenn es jedoch so kommt und man Max zu fairen Konditionen bekommen könnte, wäre das sicherlich ein starker Transfer.
20.06.2022 - 20:29 Uhr
Zitat von Nelsito
Ich würde mich freuen, wenn man bei Yusuf Poulsen nachfragen würde.
14 Millionen MW.
Seine stammplatz in Leipzig hat er mehr oder weniger verloren.
Und was er für Leipzig geleistet hat, ist da könnten die ihm keine Steine in den Weg legen.
Ich würde mich freuen, wenn man bei Yusuf Poulsen nachfragen würde.
14 Millionen MW.
Seine stammplatz in Leipzig hat er mehr oder weniger verloren.
Und was er für Leipzig geleistet hat, ist da könnten die ihm keine Steine in den Weg legen.
Angeblich hatte Leipzig Awoniyi ja auch auf dem Zettel. Wenn die aber noch einen Stürmer holen wollen, kann Yussi gehen. Er könnte Awoniyi vom Typ her gut ersetzen und ist schon ein Stürmer gehobener Klasse. Kann mir auch vorstellen, dass Leipzig bei der Ablöse kompromissbereit wäre. Nur das Gehalt wäre sicher schwierig.
20.06.2022 - 22:42 Uhr
Zitat von Eiserner-Wolf
Dass Awoniyi doch jetzt schon in diesem Sommer trotz Europa-League-Qualifikation und seinem ersten starken Jahr infolge seiner Leih-Odyssee bei Liverpool gehen möchte, überrascht mich durchaus. Angesichts seiner Worte bei Bekanntgabe seiner Verpflichtung vor einem Jahr, als er dem Vernehmen nach auch besser dotierte Angebote für Union abgelehnt hat, sowie der engen Bindung zu Urs bin ich durchaus davon ausgegangen, dass er zumindest noch die nächste Saison mit internationaler Bühne bei uns mitnimmt.
Mein Frust hält sich trotzdem in Grenzen. Einerseits, weil wir finanziell nach nur einem Jahr sehr gut entlohnt werden, wenngleich ich mich sogar dabei erwischt habe, nachzudenken, wie hoch die Ablöse wohl ausfallen könnte, wenn er keine Ausstiegsklausel hätte in Anbetracht der zahlreichen Interessenten aus England. Und andererseits, weil ich, wie gesagt, durchaus noch kleine Restzweifel habe, ob Awoniyi diese Saison wiederholen könnte. Auch wenn er sich zum Ende der letzten Saison wieder gesteigert hat, hat er in der Hinrunde zweifelsfrei sehr stark von Max Kruse profitiert und nach dessen Abgang schon etwas stagniert. Das belegen auch die Fakten, dass er nach seiner Afrika-Cup-Teilnahme zwischenzeitlich dermaßen hilflos agierte, dass er am 24. Spieltag gegen Mainz 05 sogar erstmals aus Leistungsgründen auf der Bank saß, und in der Rückrunde auch „nur noch“ 6 Tore erzielte (darunter zwei Elfmeter) im Vergleich zu seinen 9 Buden in der Hinrunde. Um Missverständnisse auszuräumen: Ich halte Taiwo für einen unglaublich interessanten Spielertypen aufgrund seiner Athletik im Zusammenspiel mit seiner physischen Erscheinung und er hat eine fantastische Saison gespielt, das steht überhaupt nicht zur Debatte. Aber er hat auch trotzdem offenkundige Schwächen (Ballannahmen, auch teilweise noch Torabschluss trotz signifikanter Verbesserung im Vergleich zu seiner ersten Saison bei uns) und insofern habe ich mir durchaus die Frage gestellt, ob er diese 15-Tore-Saison wiederholen könnte. Er hat nun mal einen unorthodoxen Spielstil, was sowohl Segen als auch Fluch sein kann – manchmal hat er Weltklasse-Aktionen, aber fünf Minuten später verspringen ihm Bälle, die wohl selbst jeder Kreisliga-Fußballer besser verarbeiten könnte (überspitzt ausgedrückt).
Ich denke, mit dem sich anbahnenden Deal können sowohl wir als auch Taiwo, dem ich es total gönne, sich bereits jetzt seinen Traum von der Premier League zu erfüllen, sehr gut leben. Ich habe Taiwo allein aufgrund seines Auftretens vor den Kameras extrem schnell ins Herz geschlossen und wittere weder Heuchelei seinerseits noch irgendeine Art von Groll, da ich es ihm auch total abnehme, dass er sich nach seiner Familie sehnt. Mir bleibt schlussendlich nur für die letzten zwei Jahre zu danken, sofern der Wechsel vollzogen wird, und ihm das größte Glück in England zu wünschen!
Für uns stellt sich jetzt die Frage, was man mit den 11 Millionen Euro Gewinn macht. Gut ist zweifelsfrei, dass es ansonsten keine Baustellen im Kader mehr gibt (außer die Position des 3. Torwarts, die man laut BILD nicht Yannic Stein geben will, sondern eine erfahrenere Lösung bevorzugt). Entsprechend kann man durchaus etwas Geld für einen Awoniyi-Nachfolger in die Hand nehmen, wenngleich man sicherlich keine verrückten Sachen im Bereich der zweistelligen Millionenbeträge machen wird. Aber man hat eben zumindest etwas Spielraum.
Wirklich viele Optionen sehe ich, zumindest innerhalb Deutschlands, jetzt jedoch nicht auf dem Markt. Folgende Spieler sähe ich als mögliche Kandidaten, die Oliver Ruhnert auf dem Zettel haben könnte:
1.) Breel Embolo
Das wäre zweifelsfrei eine absolute Königslösung, die sicherlich aber deshalb auch eher unrealistisch ist. Der Schweizer, der in der Saison 2015/16 bereits beim FC Basel unter Urs Fischer auflief, hat bei Borussia Mönchengladbach nur noch Vertrag bis 2023 und gilt als Verkaufskandidat, da die klammen „Fohlen“ zukünftig nicht mehr mit Spielern ins letzte Vertragsjahr gehen wollen. Embolo erzielte letzte Saison 9 Saisontore und konnte vor allem zum Saisonende, als er in den letzten 11 Partien 7 Treffer markierte, auf sich aufmerksam machen. Der 25-Jährige gilt schon lange als großes Talent, doch der Durchbruch blieb ihm bislang sowohl bei Schalke als auch in Gladbach verwehrt. Ich glaube, unter seinem einstigen Trainer Fischer könnte sein ganzes Potenzial, für das Schalke vor sechs Jahren immerhin fast 30 Millionen Euro zahlte, zum Vorschein kommen. Vom Spielertyp ist er sehr gut mit Awoniyi vergleichbar, da auch er trotz seiner bulligen Statur ziemlich dynamisch ist. Doch auch die Schwächen teilen sich beide Akteure: Embolo gilt gemeinhin ebenfalls als Chancentod mit technischen Defiziten.
Ohnehin dürfte jedoch sowohl die Ablöse trotz des auslaufenden Vertrags als auch Embolos Gehaltsvorstellungen für uns nicht erschwinglich sein. Zuletzt galt der SC Freiburg als Interessent.
2.) Lucas Alario
Der Argentinier ist für mich der womöglich beste Ersatzstürmer der Bundesliga. Seit Jahren wird dem 29-jährigen Nationalstürmer bei Leverkusen ein anderer Angreifer vor die Nase gesetzt (Volland, Schick, Azmoun) und trotzdem brachte es Alario bislang in vier von fünf Saison auf mindestens 10 Scorer, obwohl er nie Stammspieler war. Und auch in der letzten Saison reichte es immerhin zu 6 Toren in lediglich 548 Bundesligaminuten. Aktuellen Berichten zufolge würde wohl eine Ablöse in Höhe von 6,5 Millionen Euro fällig werden, was ich als machbar erachte. Problem: Alario ist sich wohl bereits mit Eintracht Frankfurt einig.
3.) Ermedin Demirović
Nach einer guten Debütsaison in Freiburg (5 Tore, 10 Vorlagen) kam der Hamburger letzte Saison nicht mehr über die Ersatzrolle hinaus und könnte den Sportclub womöglich verlassen. Zuletzt galt bereits unser Stadtnachbar als Interessent. Im Gegensatz zu den ersten beiden Vorschlägen ist Demirović weniger ein klassischer Torjäger, sondern beteiligt sich viel im Kombinationsspiel, was man auch an seinen zahlreichen Torvorlagen erkennt. Daher ist die Frage erlaubt, ob der 24-Jährige wirklich das gewünschte Spielerprofil darstellt. Andererseits ist auch Demirović körperlich sehr robust und konnte zumindest beim FC St. Gallen in der Saison 2019/20 mit 14 Saisontoren (und 7 Vorlagen) beweisen, dass er weiß, wo das Tor steht.
4.) Michael Gregoritsch
Der Österreicher hat gegen uns bereits zwei Tore in vier Aufeinandertreffen mit dem FC Augsburg erzielt und entsprechend könnte man auch unseren Angstgegner in der Bundesliga etwas schwächen. Allerdings wäre ich kein großer Fan von seiner Verpflichtung: Trotz 9 Saisontoren in der letzten Saison waren die Jahre zuvor bei Gregoritsch, für den Augsburg wohl trotz auslaufenden Vertrages 2023 auch eine marktwertgerechte Ablöse verlangen würde, eher durchwachsen und dem 28-Jährigen haftet der Ruf als Schönwetterfußballer. Zudem hat er seine Stärken eher als hängende Spitze um einen Strafraumstürmer herum und nicht als Zugpferd im Angriff.
5.) Munas Dabbur
Von Dabbur bin ich persönlich großer Fan, da er, ähnlich wie Demirović, trotz seiner Mittelstürmerposition gar nicht so oft als Torschütze in Erscheinung tritt, sondern sich viel mehr ins Kombinationsspiel einschaltet, teilweise tolle Pässe spielt und entsprechend eher Vorbereiter in Erscheinung tritt. Die Frage ist jedoch, ob es das ist, was wir gerade brauchen. Rein von der Qualität halte ich Dabbur für einen tollen Angreifer, der in Hoffenheim immer etwas im Schatten der Offensivspieler um Kramarić, Bebou oder Rutter steht, allerdings ist er eben nicht der eiskalte Killer vor dem Tor, obwohl er bei Salzburg in Österreich auch zweimal über 20 Tore erzielt hat, sondern glänzte zuletzt eher als eine Art verkappter Spielgestalter.
6.) Marvin Ducksch
Ich denke, durch den Aufstieg von Bremen hat sich das Thema ohnehin erledigt, aber ich liste den Spieler sicherheitshalber trotzdem auf. Obwohl Duckschs Bilanz in der Bundesliga bislang eher ernüchternd ist (31 Spiele, 2 Tore) bin ich mir ziemlich sicher, dass er nächste Saison eine gute Rolle bei Werder spielen wird, da er sich seit seinem letzten Versuch im Oberhaus (2018/19 in Düsseldorf) noch mal extrem weiterentwickelt hat und mittlerweile wesentlich spielfreudiger in seinen Aktionen ist. Wenn man ihn bekommen würde, würde ich mich sehr freuen, aber wie gesagt, halte ich das eher für aussichtslos, da Werder vor einem Jahr ja selber erst 4 Millionen Euro gezahlt hat.
7.) Gonçalo Paciência
Auch den Portugiesen beobachte ich schon relativ lange, obwohl er in den letzten Jahren bei Frankfurt und Schalke, auch verletzungsbedingt, eher selten zum Einsatz kam. Trotzdem ist der 27-Jährige ein sehr interessanter Spieler, da er sowohl als Strafraumstürmer agieren kann, aber gleichzeitig auch eine beachtliche Technik mit sich bringt. In der Hinsicht erinnert er mich stark an Marcus Ingvartsen. Allerdings erhält er wohl ein verhältnismäßig hohes Gehalt in Anbetracht seiner geringen Spielpraxis in den letzten Jahren und ist wohl auch zufrieden mit seiner Ersatzspielerrolle am Main, wie man zuletzt vernehmen konnte.
8.) Ishak Belfodil
Es wäre natürlich brisant, dem Stadtrivalen den besten Angreifer der letzten Saison (neben Jovetić, der jedoch zu verletzungsanfällig ist), abzunehmen, aber der Vertrag des 30-jährigen Algeriers läuft nun mal aus und eine Einigung mit Hertha ist bislang noch nicht erfolgt. Nachdem er in der Saison 2018/19 insgesamt 16 Saisontore für die TSG 1899 Hoffenheim in der Bundesliga erzielte (und 5 Torvorlagen lieferte), verpasste er fast die komplette folgende Spielzeit aufgrund einer Knie-OP. In der letzten Saison konnte er bei Hertha oft als einziger Aktivposten seine Karriere wieder ankurbeln und war nicht nur an 8 Toren beteiligt (5 Tore, 3 Assists), sondern oft auch, so etwa im Derby-Rückspiel, der einzige gefährliche Angreifer der „Alten Dame“. Knackpunkt dürfte jedoch das vermeintliche Gehalt in Höhe von 4 Millionen Euro sein, sofern Belfodil nicht zu starken Abstrichen bereit ist.
9.) Luca Pfeiffer
Ein Spieler, der es mir total angetan hat! Ich habe selten einen Angreifer gesehen, der trotz einer Größe von 1,96 Metern technisch so dermaßen beschlagen ist und in der letzten Saison bei Darmstadt 98 reihenweise die Gegenspieler, vor allem in der Hinrunde, hat aussteigen lassen. Insgesamt 17 Tore erzielte der 25-Jährige, der vom FC Midtjylland an die „Lilien“ ausgeliehen war, in der vergangenen Saison und legte auch noch sechs weitere Treffer vor. Und das alles, obwohl er zwischen Dezember und März an keinem Tor der Darmstädter beteiligt war, als sowohl er als auch sein Kollege Philipp Tietz schwächelten. Wenn wir allein über die Hinrunde reden, war Pfeiffer womöglich der stärkste Spieler der Liga. Und ich traue es ihm zu, auch in der Bundesliga zu bestehen. Zuletzt galt bereits der 1. FC Köln als Interessent.
10.) Branimir Hrgota
Wer 15 Scorer beim abgeschlagenen Tabellenletzten aus Fürth liefert, rückt zwangsläufig ins Blickfeld. Nichtsdestotrotz haben vor allem Elfmeter die Bilanz des 29-jährigen Schweden verschönert, der 5 seiner 9 Tore vom Punkt erzielte. Trotzdem hat Hrgota eine gute Saison gespielt, ist jedoch auch jemand, der eher über das Zusammenspiel mit den Mitspielern kommt, als den glasklaren Abschlussstürmer darzustellen. Ob er wirklich als Awoniyi-Nachfolger eine Option ist, zweifle ich doch recht stark an.
11.) Philipp Tietz
Da ich seinen Teamkollegen Pfeiffer bereits gelistet habe, möchte ich auch seinen kongenialen Sturmpartner Philipp Tietz mitaufnehmen, wenngleich ich Pfeiffer als wesentlich spannender erachte. Doch auch Tietz hat mit 15 Toren und 9 Torvorlagen eine starke Saison in Darmstadt hinter sich und ist mit 24 Jahren ebenfalls noch recht entwicklungsfähig. Kam Pfeiffer bei den „Lilien“ eher über seine spielerische Stärke, glänzte Tietz öfter als reiner Abschlussstürmer, der seine Stärken in der Box hat. Auch hier hat sich wohl bereits der 1. FC Köln erkundigt.
12.) Bartosz Białek
Mein letzter Vorschlag wäre jemand, der sicherlich nicht als wirklicher Nachfolgekandidat für Awoniyi in Frage käme, sondern eher eine weitere Sturmoption wäre, die sich im Sturmzentrum wohl um den Platz im Angriff neben Becker mit Michel, Behrens sowie Voglsammer streiten würde. Allerdings möchte ich den 20-jährigen Polen Bartosz Białek, der sicherlich nur als Leihe realisierbar wäre, trotzdem nennen, weil ich ihn seinen bislang wenigen Bundesliga-Minuten stets als sehr vielversprechend wahrgenommen habe. Und das, obwohl er 2021 durch einen Kreuzbandriss ausgebremst wurde. Aber, wie gesagt, das wäre eher eine Notlösung, falls sich alle vorherigen Optionen zerschlagen und man auf die Schnelle noch jemanden für die Breite holen möchte.
Das wäre so meine Liste mit einigen Kandidaten, die ich entweder persönlich interessant finde oder aufgrund ihres Spielerprofils als realistische Kandidaten sehe. Klar, über manche Namen würde ich mich mehr freuen und über andere vielleicht etwas weniger. Und manche Namen sind vielleicht realistischer als andere, aber insgesamt glaube ich, dass diese Namen den nationalen Markt ganz gut abdecken. Im Ausland kenne ich mich zu wenig aus, um Einschätzungen abgeben zu können. Den jungen Wilfried Gnonto, um den es bereits ein Gerücht gab, erachte ich nach seinem Nationalmannschaftsdebüt jedoch außerhalb unserer Reichweite. Einzig Joel Pohjanpalo habe ich mit seinen 16 Saisontoren in der Türkei aufgrund seiner Vergangenheit bei uns mit einem Auge verfolgt, doch das (limitierte) Spielerprofil des Finnen als reinen Strafraumstürmer haben wir bereits mit Kevin Behrens abgedeckt, sodass eine Rückkehr aus meiner Sicht eher keine Option darstellen sollte.
Das Gerücht um Philipp Max nehme ich erst mal gefasst zur Kenntnis. Sicherlich ein begnadeter Linksverteidiger, der in Augsburg enorm offensivfreudig war, aber in Eindhoven wohl auch das Verteidigen gelernt hat, wenn man sich seine geringeren Scorerpunkte im Vergleich anschaut. Allerdings kommt ein Wechsel, der auch ordentlich Ablöse kosten dürfte, nur in Frage, falls Puchacz doch wechselt. Das fände ich wiederum schade. Wenn es jedoch so kommt und man Max zu fairen Konditionen bekommen könnte, wäre das sicherlich ein starker Transfer.
Dass Awoniyi doch jetzt schon in diesem Sommer trotz Europa-League-Qualifikation und seinem ersten starken Jahr infolge seiner Leih-Odyssee bei Liverpool gehen möchte, überrascht mich durchaus. Angesichts seiner Worte bei Bekanntgabe seiner Verpflichtung vor einem Jahr, als er dem Vernehmen nach auch besser dotierte Angebote für Union abgelehnt hat, sowie der engen Bindung zu Urs bin ich durchaus davon ausgegangen, dass er zumindest noch die nächste Saison mit internationaler Bühne bei uns mitnimmt.
Mein Frust hält sich trotzdem in Grenzen. Einerseits, weil wir finanziell nach nur einem Jahr sehr gut entlohnt werden, wenngleich ich mich sogar dabei erwischt habe, nachzudenken, wie hoch die Ablöse wohl ausfallen könnte, wenn er keine Ausstiegsklausel hätte in Anbetracht der zahlreichen Interessenten aus England. Und andererseits, weil ich, wie gesagt, durchaus noch kleine Restzweifel habe, ob Awoniyi diese Saison wiederholen könnte. Auch wenn er sich zum Ende der letzten Saison wieder gesteigert hat, hat er in der Hinrunde zweifelsfrei sehr stark von Max Kruse profitiert und nach dessen Abgang schon etwas stagniert. Das belegen auch die Fakten, dass er nach seiner Afrika-Cup-Teilnahme zwischenzeitlich dermaßen hilflos agierte, dass er am 24. Spieltag gegen Mainz 05 sogar erstmals aus Leistungsgründen auf der Bank saß, und in der Rückrunde auch „nur noch“ 6 Tore erzielte (darunter zwei Elfmeter) im Vergleich zu seinen 9 Buden in der Hinrunde. Um Missverständnisse auszuräumen: Ich halte Taiwo für einen unglaublich interessanten Spielertypen aufgrund seiner Athletik im Zusammenspiel mit seiner physischen Erscheinung und er hat eine fantastische Saison gespielt, das steht überhaupt nicht zur Debatte. Aber er hat auch trotzdem offenkundige Schwächen (Ballannahmen, auch teilweise noch Torabschluss trotz signifikanter Verbesserung im Vergleich zu seiner ersten Saison bei uns) und insofern habe ich mir durchaus die Frage gestellt, ob er diese 15-Tore-Saison wiederholen könnte. Er hat nun mal einen unorthodoxen Spielstil, was sowohl Segen als auch Fluch sein kann – manchmal hat er Weltklasse-Aktionen, aber fünf Minuten später verspringen ihm Bälle, die wohl selbst jeder Kreisliga-Fußballer besser verarbeiten könnte (überspitzt ausgedrückt).
Ich denke, mit dem sich anbahnenden Deal können sowohl wir als auch Taiwo, dem ich es total gönne, sich bereits jetzt seinen Traum von der Premier League zu erfüllen, sehr gut leben. Ich habe Taiwo allein aufgrund seines Auftretens vor den Kameras extrem schnell ins Herz geschlossen und wittere weder Heuchelei seinerseits noch irgendeine Art von Groll, da ich es ihm auch total abnehme, dass er sich nach seiner Familie sehnt. Mir bleibt schlussendlich nur für die letzten zwei Jahre zu danken, sofern der Wechsel vollzogen wird, und ihm das größte Glück in England zu wünschen!
Für uns stellt sich jetzt die Frage, was man mit den 11 Millionen Euro Gewinn macht. Gut ist zweifelsfrei, dass es ansonsten keine Baustellen im Kader mehr gibt (außer die Position des 3. Torwarts, die man laut BILD nicht Yannic Stein geben will, sondern eine erfahrenere Lösung bevorzugt). Entsprechend kann man durchaus etwas Geld für einen Awoniyi-Nachfolger in die Hand nehmen, wenngleich man sicherlich keine verrückten Sachen im Bereich der zweistelligen Millionenbeträge machen wird. Aber man hat eben zumindest etwas Spielraum.
Wirklich viele Optionen sehe ich, zumindest innerhalb Deutschlands, jetzt jedoch nicht auf dem Markt. Folgende Spieler sähe ich als mögliche Kandidaten, die Oliver Ruhnert auf dem Zettel haben könnte:
1.) Breel Embolo
Das wäre zweifelsfrei eine absolute Königslösung, die sicherlich aber deshalb auch eher unrealistisch ist. Der Schweizer, der in der Saison 2015/16 bereits beim FC Basel unter Urs Fischer auflief, hat bei Borussia Mönchengladbach nur noch Vertrag bis 2023 und gilt als Verkaufskandidat, da die klammen „Fohlen“ zukünftig nicht mehr mit Spielern ins letzte Vertragsjahr gehen wollen. Embolo erzielte letzte Saison 9 Saisontore und konnte vor allem zum Saisonende, als er in den letzten 11 Partien 7 Treffer markierte, auf sich aufmerksam machen. Der 25-Jährige gilt schon lange als großes Talent, doch der Durchbruch blieb ihm bislang sowohl bei Schalke als auch in Gladbach verwehrt. Ich glaube, unter seinem einstigen Trainer Fischer könnte sein ganzes Potenzial, für das Schalke vor sechs Jahren immerhin fast 30 Millionen Euro zahlte, zum Vorschein kommen. Vom Spielertyp ist er sehr gut mit Awoniyi vergleichbar, da auch er trotz seiner bulligen Statur ziemlich dynamisch ist. Doch auch die Schwächen teilen sich beide Akteure: Embolo gilt gemeinhin ebenfalls als Chancentod mit technischen Defiziten.
Ohnehin dürfte jedoch sowohl die Ablöse trotz des auslaufenden Vertrags als auch Embolos Gehaltsvorstellungen für uns nicht erschwinglich sein. Zuletzt galt der SC Freiburg als Interessent.
2.) Lucas Alario
Der Argentinier ist für mich der womöglich beste Ersatzstürmer der Bundesliga. Seit Jahren wird dem 29-jährigen Nationalstürmer bei Leverkusen ein anderer Angreifer vor die Nase gesetzt (Volland, Schick, Azmoun) und trotzdem brachte es Alario bislang in vier von fünf Saison auf mindestens 10 Scorer, obwohl er nie Stammspieler war. Und auch in der letzten Saison reichte es immerhin zu 6 Toren in lediglich 548 Bundesligaminuten. Aktuellen Berichten zufolge würde wohl eine Ablöse in Höhe von 6,5 Millionen Euro fällig werden, was ich als machbar erachte. Problem: Alario ist sich wohl bereits mit Eintracht Frankfurt einig.
3.) Ermedin Demirović
Nach einer guten Debütsaison in Freiburg (5 Tore, 10 Vorlagen) kam der Hamburger letzte Saison nicht mehr über die Ersatzrolle hinaus und könnte den Sportclub womöglich verlassen. Zuletzt galt bereits unser Stadtnachbar als Interessent. Im Gegensatz zu den ersten beiden Vorschlägen ist Demirović weniger ein klassischer Torjäger, sondern beteiligt sich viel im Kombinationsspiel, was man auch an seinen zahlreichen Torvorlagen erkennt. Daher ist die Frage erlaubt, ob der 24-Jährige wirklich das gewünschte Spielerprofil darstellt. Andererseits ist auch Demirović körperlich sehr robust und konnte zumindest beim FC St. Gallen in der Saison 2019/20 mit 14 Saisontoren (und 7 Vorlagen) beweisen, dass er weiß, wo das Tor steht.
4.) Michael Gregoritsch
Der Österreicher hat gegen uns bereits zwei Tore in vier Aufeinandertreffen mit dem FC Augsburg erzielt und entsprechend könnte man auch unseren Angstgegner in der Bundesliga etwas schwächen. Allerdings wäre ich kein großer Fan von seiner Verpflichtung: Trotz 9 Saisontoren in der letzten Saison waren die Jahre zuvor bei Gregoritsch, für den Augsburg wohl trotz auslaufenden Vertrages 2023 auch eine marktwertgerechte Ablöse verlangen würde, eher durchwachsen und dem 28-Jährigen haftet der Ruf als Schönwetterfußballer. Zudem hat er seine Stärken eher als hängende Spitze um einen Strafraumstürmer herum und nicht als Zugpferd im Angriff.
5.) Munas Dabbur
Von Dabbur bin ich persönlich großer Fan, da er, ähnlich wie Demirović, trotz seiner Mittelstürmerposition gar nicht so oft als Torschütze in Erscheinung tritt, sondern sich viel mehr ins Kombinationsspiel einschaltet, teilweise tolle Pässe spielt und entsprechend eher Vorbereiter in Erscheinung tritt. Die Frage ist jedoch, ob es das ist, was wir gerade brauchen. Rein von der Qualität halte ich Dabbur für einen tollen Angreifer, der in Hoffenheim immer etwas im Schatten der Offensivspieler um Kramarić, Bebou oder Rutter steht, allerdings ist er eben nicht der eiskalte Killer vor dem Tor, obwohl er bei Salzburg in Österreich auch zweimal über 20 Tore erzielt hat, sondern glänzte zuletzt eher als eine Art verkappter Spielgestalter.
6.) Marvin Ducksch
Ich denke, durch den Aufstieg von Bremen hat sich das Thema ohnehin erledigt, aber ich liste den Spieler sicherheitshalber trotzdem auf. Obwohl Duckschs Bilanz in der Bundesliga bislang eher ernüchternd ist (31 Spiele, 2 Tore) bin ich mir ziemlich sicher, dass er nächste Saison eine gute Rolle bei Werder spielen wird, da er sich seit seinem letzten Versuch im Oberhaus (2018/19 in Düsseldorf) noch mal extrem weiterentwickelt hat und mittlerweile wesentlich spielfreudiger in seinen Aktionen ist. Wenn man ihn bekommen würde, würde ich mich sehr freuen, aber wie gesagt, halte ich das eher für aussichtslos, da Werder vor einem Jahr ja selber erst 4 Millionen Euro gezahlt hat.
7.) Gonçalo Paciência
Auch den Portugiesen beobachte ich schon relativ lange, obwohl er in den letzten Jahren bei Frankfurt und Schalke, auch verletzungsbedingt, eher selten zum Einsatz kam. Trotzdem ist der 27-Jährige ein sehr interessanter Spieler, da er sowohl als Strafraumstürmer agieren kann, aber gleichzeitig auch eine beachtliche Technik mit sich bringt. In der Hinsicht erinnert er mich stark an Marcus Ingvartsen. Allerdings erhält er wohl ein verhältnismäßig hohes Gehalt in Anbetracht seiner geringen Spielpraxis in den letzten Jahren und ist wohl auch zufrieden mit seiner Ersatzspielerrolle am Main, wie man zuletzt vernehmen konnte.
8.) Ishak Belfodil
Es wäre natürlich brisant, dem Stadtrivalen den besten Angreifer der letzten Saison (neben Jovetić, der jedoch zu verletzungsanfällig ist), abzunehmen, aber der Vertrag des 30-jährigen Algeriers läuft nun mal aus und eine Einigung mit Hertha ist bislang noch nicht erfolgt. Nachdem er in der Saison 2018/19 insgesamt 16 Saisontore für die TSG 1899 Hoffenheim in der Bundesliga erzielte (und 5 Torvorlagen lieferte), verpasste er fast die komplette folgende Spielzeit aufgrund einer Knie-OP. In der letzten Saison konnte er bei Hertha oft als einziger Aktivposten seine Karriere wieder ankurbeln und war nicht nur an 8 Toren beteiligt (5 Tore, 3 Assists), sondern oft auch, so etwa im Derby-Rückspiel, der einzige gefährliche Angreifer der „Alten Dame“. Knackpunkt dürfte jedoch das vermeintliche Gehalt in Höhe von 4 Millionen Euro sein, sofern Belfodil nicht zu starken Abstrichen bereit ist.
9.) Luca Pfeiffer
Ein Spieler, der es mir total angetan hat! Ich habe selten einen Angreifer gesehen, der trotz einer Größe von 1,96 Metern technisch so dermaßen beschlagen ist und in der letzten Saison bei Darmstadt 98 reihenweise die Gegenspieler, vor allem in der Hinrunde, hat aussteigen lassen. Insgesamt 17 Tore erzielte der 25-Jährige, der vom FC Midtjylland an die „Lilien“ ausgeliehen war, in der vergangenen Saison und legte auch noch sechs weitere Treffer vor. Und das alles, obwohl er zwischen Dezember und März an keinem Tor der Darmstädter beteiligt war, als sowohl er als auch sein Kollege Philipp Tietz schwächelten. Wenn wir allein über die Hinrunde reden, war Pfeiffer womöglich der stärkste Spieler der Liga. Und ich traue es ihm zu, auch in der Bundesliga zu bestehen. Zuletzt galt bereits der 1. FC Köln als Interessent.
10.) Branimir Hrgota
Wer 15 Scorer beim abgeschlagenen Tabellenletzten aus Fürth liefert, rückt zwangsläufig ins Blickfeld. Nichtsdestotrotz haben vor allem Elfmeter die Bilanz des 29-jährigen Schweden verschönert, der 5 seiner 9 Tore vom Punkt erzielte. Trotzdem hat Hrgota eine gute Saison gespielt, ist jedoch auch jemand, der eher über das Zusammenspiel mit den Mitspielern kommt, als den glasklaren Abschlussstürmer darzustellen. Ob er wirklich als Awoniyi-Nachfolger eine Option ist, zweifle ich doch recht stark an.
11.) Philipp Tietz
Da ich seinen Teamkollegen Pfeiffer bereits gelistet habe, möchte ich auch seinen kongenialen Sturmpartner Philipp Tietz mitaufnehmen, wenngleich ich Pfeiffer als wesentlich spannender erachte. Doch auch Tietz hat mit 15 Toren und 9 Torvorlagen eine starke Saison in Darmstadt hinter sich und ist mit 24 Jahren ebenfalls noch recht entwicklungsfähig. Kam Pfeiffer bei den „Lilien“ eher über seine spielerische Stärke, glänzte Tietz öfter als reiner Abschlussstürmer, der seine Stärken in der Box hat. Auch hier hat sich wohl bereits der 1. FC Köln erkundigt.
12.) Bartosz Białek
Mein letzter Vorschlag wäre jemand, der sicherlich nicht als wirklicher Nachfolgekandidat für Awoniyi in Frage käme, sondern eher eine weitere Sturmoption wäre, die sich im Sturmzentrum wohl um den Platz im Angriff neben Becker mit Michel, Behrens sowie Voglsammer streiten würde. Allerdings möchte ich den 20-jährigen Polen Bartosz Białek, der sicherlich nur als Leihe realisierbar wäre, trotzdem nennen, weil ich ihn seinen bislang wenigen Bundesliga-Minuten stets als sehr vielversprechend wahrgenommen habe. Und das, obwohl er 2021 durch einen Kreuzbandriss ausgebremst wurde. Aber, wie gesagt, das wäre eher eine Notlösung, falls sich alle vorherigen Optionen zerschlagen und man auf die Schnelle noch jemanden für die Breite holen möchte.
Das wäre so meine Liste mit einigen Kandidaten, die ich entweder persönlich interessant finde oder aufgrund ihres Spielerprofils als realistische Kandidaten sehe. Klar, über manche Namen würde ich mich mehr freuen und über andere vielleicht etwas weniger. Und manche Namen sind vielleicht realistischer als andere, aber insgesamt glaube ich, dass diese Namen den nationalen Markt ganz gut abdecken. Im Ausland kenne ich mich zu wenig aus, um Einschätzungen abgeben zu können. Den jungen Wilfried Gnonto, um den es bereits ein Gerücht gab, erachte ich nach seinem Nationalmannschaftsdebüt jedoch außerhalb unserer Reichweite. Einzig Joel Pohjanpalo habe ich mit seinen 16 Saisontoren in der Türkei aufgrund seiner Vergangenheit bei uns mit einem Auge verfolgt, doch das (limitierte) Spielerprofil des Finnen als reinen Strafraumstürmer haben wir bereits mit Kevin Behrens abgedeckt, sodass eine Rückkehr aus meiner Sicht eher keine Option darstellen sollte.
Das Gerücht um Philipp Max nehme ich erst mal gefasst zur Kenntnis. Sicherlich ein begnadeter Linksverteidiger, der in Augsburg enorm offensivfreudig war, aber in Eindhoven wohl auch das Verteidigen gelernt hat, wenn man sich seine geringeren Scorerpunkte im Vergleich anschaut. Allerdings kommt ein Wechsel, der auch ordentlich Ablöse kosten dürfte, nur in Frage, falls Puchacz doch wechselt. Das fände ich wiederum schade. Wenn es jedoch so kommt und man Max zu fairen Konditionen bekommen könnte, wäre das sicherlich ein starker Transfer.
Richtig geniale Vorschläge dabei. Ich würde gerne auf alle einzeln zurückkommen.
Embolo: Kann ich dir eigentlich komplett zustimmen. Für mich hat er die meiste Ähnlichkeit mit Awoniyi und würde sicherlich bei uns auch zweistellig treffen.
Alario : Definitiv ein guter, jedoch ist mir die Ablöse zu hoch, da er auch keinen Weiterverkaufswert hat.
Demirovic : Für mich so ein wenig der Geheimfavorit als Awoniyi Ersatz. Ich halte ungemein viel von ihm und traue auch ihm bei uns eine Leistungsexplosion zu.
Gregoritsch : Ich hatte ihn anfangs in meiner Kaderplanung genannt. Für mich wäre eiseee) dieser Transfer so ein wenig typisch Ruhnert. Er kennt die Bundesliga, weiß wo das Tor steht aber aufgrund des Klassenerhalts zu teuer.
Dabbur : Der einzige wo ich dir nicht so zustimme. Hat mich bisher nicht überzeugt.
Ducksch :Volle Zustimmung und ich bin auch der Meinung, dass die Ablöse deutlich zu happig ist.
Paciencia : Für mich auch jemand dem ich bei uns einen Durchbruch zutraue. Aber wie du schon sagst das Gehalt wird zu hoch sein.
Belfodil : Ist technisch sehr gut veranlagt und dadurch das er ablösefrei ist auch interessant. Jedoch erwarte ich eher einen Spieler unter 30.
Pfeiffer : Für mich auch ganz klar einer der besten, wenn nicht sogar der beste Mittelstürmer nach Terrode in der zweiten Liga. Wahnsinn was er für eine geniale Saison gespielt hat. Ich traue ihm bei uns den nächsten Schritt zu.
Tietz : Fand ich nicht ganz so stark wie Pfeiffer aber dennoch gut. Jedoch haben wir für ihn keine wirkliche Verwendung. Dann lieber Pfeiffer.
Hrgota : Auch er ist gut veranlagt, hat aber für mich nicht wirklich große Chancen.
Bialek : Junger guter Spieler den man durchaus über 1-2 Jahre aufbauen kann. Hat sehr gute Ansätze und das Potenzial ist enorm. Als Leihe durchaus denkbar.
Zusammenfassend gesagt sehr geile Vorschläge!
21.06.2022 - 09:02 Uhr
Vielleicht auch etwas zur Beruhigung der Nerven wegen Awoniyi:
Heute hat seine Ehefrau Geburtstag und scheinbar sind beide noch in dem Hotel, in dem sie mit Ujah einige Zeit verbracht haben. Vielleicht durfte er, wie einige andere Spieler, einfach ein paar Tage länger Urlaub genießen. Vielleicht, vielleicht. Klammere mich an jeden Strohhalm, den ich kriege
Heute hat seine Ehefrau Geburtstag und scheinbar sind beide noch in dem Hotel, in dem sie mit Ujah einige Zeit verbracht haben. Vielleicht durfte er, wie einige andere Spieler, einfach ein paar Tage länger Urlaub genießen. Vielleicht, vielleicht. Klammere mich an jeden Strohhalm, den ich kriege
21.06.2022 - 12:48 Uhr
Zitat von Eiserner-Wolf
Dass Awoniyi doch jetzt schon in diesem Sommer trotz Europa-League-Qualifikation und seinem ersten starken Jahr infolge seiner Leih-Odyssee bei Liverpool gehen möchte, überrascht mich durchaus. Angesichts seiner Worte bei Bekanntgabe seiner Verpflichtung vor einem Jahr, als er dem Vernehmen nach auch besser dotierte Angebote für Union abgelehnt hat, sowie der engen Bindung zu Urs bin ich durchaus davon ausgegangen, dass er zumindest noch die nächste Saison mit internationaler Bühne bei uns mitnimmt.
Mein Frust hält sich trotzdem in Grenzen. Einerseits, weil wir finanziell nach nur einem Jahr sehr gut entlohnt werden, wenngleich ich mich sogar dabei erwischt habe, nachzudenken, wie hoch die Ablöse wohl ausfallen könnte, wenn er keine Ausstiegsklausel hätte in Anbetracht der zahlreichen Interessenten aus England. Und andererseits, weil ich, wie gesagt, durchaus noch kleine Restzweifel habe, ob Awoniyi diese Saison wiederholen könnte. Auch wenn er sich zum Ende der letzten Saison wieder gesteigert hat, hat er in der Hinrunde zweifelsfrei sehr stark von Max Kruse profitiert und nach dessen Abgang schon etwas stagniert. Das belegen auch die Fakten, dass er nach seiner Afrika-Cup-Teilnahme zwischenzeitlich dermaßen hilflos agierte, dass er am 24. Spieltag gegen Mainz 05 sogar erstmals aus Leistungsgründen auf der Bank saß, und in der Rückrunde auch „nur noch“ 6 Tore erzielte (darunter zwei Elfmeter) im Vergleich zu seinen 9 Buden in der Hinrunde. Um Missverständnisse auszuräumen: Ich halte Taiwo für einen unglaublich interessanten Spielertypen aufgrund seiner Athletik im Zusammenspiel mit seiner physischen Erscheinung und er hat eine fantastische Saison gespielt, das steht überhaupt nicht zur Debatte. Aber er hat auch trotzdem offenkundige Schwächen (Ballannahmen, auch teilweise noch Torabschluss trotz signifikanter Verbesserung im Vergleich zu seiner ersten Saison bei uns) und insofern habe ich mir durchaus die Frage gestellt, ob er diese 15-Tore-Saison wiederholen könnte. Er hat nun mal einen unorthodoxen Spielstil, was sowohl Segen als auch Fluch sein kann – manchmal hat er Weltklasse-Aktionen, aber fünf Minuten später verspringen ihm Bälle, die wohl selbst jeder Kreisliga-Fußballer besser verarbeiten könnte (überspitzt ausgedrückt).
Ich denke, mit dem sich anbahnenden Deal können sowohl wir als auch Taiwo, dem ich es total gönne, sich bereits jetzt seinen Traum von der Premier League zu erfüllen, sehr gut leben. Ich habe Taiwo allein aufgrund seines Auftretens vor den Kameras extrem schnell ins Herz geschlossen und wittere weder Heuchelei seinerseits noch irgendeine Art von Groll, da ich es ihm auch total abnehme, dass er sich nach seiner Familie sehnt. Mir bleibt schlussendlich nur für die letzten zwei Jahre zu danken, sofern der Wechsel vollzogen wird, und ihm das größte Glück in England zu wünschen!
Für uns stellt sich jetzt die Frage, was man mit den 11 Millionen Euro Gewinn macht. Gut ist zweifelsfrei, dass es ansonsten keine Baustellen im Kader mehr gibt (außer die Position des 3. Torwarts, die man laut BILD nicht Yannic Stein geben will, sondern eine erfahrenere Lösung bevorzugt). Entsprechend kann man durchaus etwas Geld für einen Awoniyi-Nachfolger in die Hand nehmen, wenngleich man sicherlich keine verrückten Sachen im Bereich der zweistelligen Millionenbeträge machen wird. Aber man hat eben zumindest etwas Spielraum.
Wirklich viele Optionen sehe ich, zumindest innerhalb Deutschlands, jetzt jedoch nicht auf dem Markt. Folgende Spieler sähe ich als mögliche Kandidaten, die Oliver Ruhnert auf dem Zettel haben könnte:
1.) Breel Embolo
Das wäre zweifelsfrei eine absolute Königslösung, die sicherlich aber deshalb auch eher unrealistisch ist. Der Schweizer, der in der Saison 2015/16 bereits beim FC Basel unter Urs Fischer auflief, hat bei Borussia Mönchengladbach nur noch Vertrag bis 2023 und gilt als Verkaufskandidat, da die klammen „Fohlen“ zukünftig nicht mehr mit Spielern ins letzte Vertragsjahr gehen wollen. Embolo erzielte letzte Saison 9 Saisontore und konnte vor allem zum Saisonende, als er in den letzten 11 Partien 7 Treffer markierte, auf sich aufmerksam machen. Der 25-Jährige gilt schon lange als großes Talent, doch der Durchbruch blieb ihm bislang sowohl bei Schalke als auch in Gladbach verwehrt. Ich glaube, unter seinem einstigen Trainer Fischer könnte sein ganzes Potenzial, für das Schalke vor sechs Jahren immerhin fast 30 Millionen Euro zahlte, zum Vorschein kommen. Vom Spielertyp ist er sehr gut mit Awoniyi vergleichbar, da auch er trotz seiner bulligen Statur ziemlich dynamisch ist. Doch auch die Schwächen teilen sich beide Akteure: Embolo gilt gemeinhin ebenfalls als Chancentod mit technischen Defiziten.
Ohnehin dürfte jedoch sowohl die Ablöse trotz des auslaufenden Vertrags als auch Embolos Gehaltsvorstellungen für uns nicht erschwinglich sein. Zuletzt galt der SC Freiburg als Interessent.
2.) Lucas Alario
Der Argentinier ist für mich der womöglich beste Ersatzstürmer der Bundesliga. Seit Jahren wird dem 29-jährigen Nationalstürmer bei Leverkusen ein anderer Angreifer vor die Nase gesetzt (Volland, Schick, Azmoun) und trotzdem brachte es Alario bislang in vier von fünf Saison auf mindestens 10 Scorer, obwohl er nie Stammspieler war. Und auch in der letzten Saison reichte es immerhin zu 6 Toren in lediglich 548 Bundesligaminuten. Aktuellen Berichten zufolge würde wohl eine Ablöse in Höhe von 6,5 Millionen Euro fällig werden, was ich als machbar erachte. Problem: Alario ist sich wohl bereits mit Eintracht Frankfurt einig.
3.) Ermedin Demirović
Nach einer guten Debütsaison in Freiburg (5 Tore, 10 Vorlagen) kam der Hamburger letzte Saison nicht mehr über die Ersatzrolle hinaus und könnte den Sportclub womöglich verlassen. Zuletzt galt bereits unser Stadtnachbar als Interessent. Im Gegensatz zu den ersten beiden Vorschlägen ist Demirović weniger ein klassischer Torjäger, sondern beteiligt sich viel im Kombinationsspiel, was man auch an seinen zahlreichen Torvorlagen erkennt. Daher ist die Frage erlaubt, ob der 24-Jährige wirklich das gewünschte Spielerprofil darstellt. Andererseits ist auch Demirović körperlich sehr robust und konnte zumindest beim FC St. Gallen in der Saison 2019/20 mit 14 Saisontoren (und 7 Vorlagen) beweisen, dass er weiß, wo das Tor steht.
4.) Michael Gregoritsch
Der Österreicher hat gegen uns bereits zwei Tore in vier Aufeinandertreffen mit dem FC Augsburg erzielt und entsprechend könnte man auch unseren Angstgegner in der Bundesliga etwas schwächen. Allerdings wäre ich kein großer Fan von seiner Verpflichtung: Trotz 9 Saisontoren in der letzten Saison waren die Jahre zuvor bei Gregoritsch, für den Augsburg wohl trotz auslaufenden Vertrages 2023 auch eine marktwertgerechte Ablöse verlangen würde, eher durchwachsen und dem 28-Jährigen haftet der Ruf als Schönwetterfußballer. Zudem hat er seine Stärken eher als hängende Spitze um einen Strafraumstürmer herum und nicht als Zugpferd im Angriff.
5.) Munas Dabbur
Von Dabbur bin ich persönlich großer Fan, da er, ähnlich wie Demirović, trotz seiner Mittelstürmerposition gar nicht so oft als Torschütze in Erscheinung tritt, sondern sich viel mehr ins Kombinationsspiel einschaltet, teilweise tolle Pässe spielt und entsprechend eher Vorbereiter in Erscheinung tritt. Die Frage ist jedoch, ob es das ist, was wir gerade brauchen. Rein von der Qualität halte ich Dabbur für einen tollen Angreifer, der in Hoffenheim immer etwas im Schatten der Offensivspieler um Kramarić, Bebou oder Rutter steht, allerdings ist er eben nicht der eiskalte Killer vor dem Tor, obwohl er bei Salzburg in Österreich auch zweimal über 20 Tore erzielt hat, sondern glänzte zuletzt eher als eine Art verkappter Spielgestalter.
6.) Marvin Ducksch
Ich denke, durch den Aufstieg von Bremen hat sich das Thema ohnehin erledigt, aber ich liste den Spieler sicherheitshalber trotzdem auf. Obwohl Duckschs Bilanz in der Bundesliga bislang eher ernüchternd ist (31 Spiele, 2 Tore) bin ich mir ziemlich sicher, dass er nächste Saison eine gute Rolle bei Werder spielen wird, da er sich seit seinem letzten Versuch im Oberhaus (2018/19 in Düsseldorf) noch mal extrem weiterentwickelt hat und mittlerweile wesentlich spielfreudiger in seinen Aktionen ist. Wenn man ihn bekommen würde, würde ich mich sehr freuen, aber wie gesagt, halte ich das eher für aussichtslos, da Werder vor einem Jahr ja selber erst 4 Millionen Euro gezahlt hat.
7.) Gonçalo Paciência
Auch den Portugiesen beobachte ich schon relativ lange, obwohl er in den letzten Jahren bei Frankfurt und Schalke, auch verletzungsbedingt, eher selten zum Einsatz kam. Trotzdem ist der 27-Jährige ein sehr interessanter Spieler, da er sowohl als Strafraumstürmer agieren kann, aber gleichzeitig auch eine beachtliche Technik mit sich bringt. In der Hinsicht erinnert er mich stark an Marcus Ingvartsen. Allerdings erhält er wohl ein verhältnismäßig hohes Gehalt in Anbetracht seiner geringen Spielpraxis in den letzten Jahren und ist wohl auch zufrieden mit seiner Ersatzspielerrolle am Main, wie man zuletzt vernehmen konnte.
8.) Ishak Belfodil
Es wäre natürlich brisant, dem Stadtrivalen den besten Angreifer der letzten Saison (neben Jovetić, der jedoch zu verletzungsanfällig ist), abzunehmen, aber der Vertrag des 30-jährigen Algeriers läuft nun mal aus und eine Einigung mit Hertha ist bislang noch nicht erfolgt. Nachdem er in der Saison 2018/19 insgesamt 16 Saisontore für die TSG 1899 Hoffenheim in der Bundesliga erzielte (und 5 Torvorlagen lieferte), verpasste er fast die komplette folgende Spielzeit aufgrund einer Knie-OP. In der letzten Saison konnte er bei Hertha oft als einziger Aktivposten seine Karriere wieder ankurbeln und war nicht nur an 8 Toren beteiligt (5 Tore, 3 Assists), sondern oft auch, so etwa im Derby-Rückspiel, der einzige gefährliche Angreifer der „Alten Dame“. Knackpunkt dürfte jedoch das vermeintliche Gehalt in Höhe von 4 Millionen Euro sein, sofern Belfodil nicht zu starken Abstrichen bereit ist.
9.) Luca Pfeiffer
Ein Spieler, der es mir total angetan hat! Ich habe selten einen Angreifer gesehen, der trotz einer Größe von 1,96 Metern technisch so dermaßen beschlagen ist und in der letzten Saison bei Darmstadt 98 reihenweise die Gegenspieler, vor allem in der Hinrunde, hat aussteigen lassen. Insgesamt 17 Tore erzielte der 25-Jährige, der vom FC Midtjylland an die „Lilien“ ausgeliehen war, in der vergangenen Saison und legte auch noch sechs weitere Treffer vor. Und das alles, obwohl er zwischen Dezember und März an keinem Tor der Darmstädter beteiligt war, als sowohl er als auch sein Kollege Philipp Tietz schwächelten. Wenn wir allein über die Hinrunde reden, war Pfeiffer womöglich der stärkste Spieler der Liga. Und ich traue es ihm zu, auch in der Bundesliga zu bestehen. Zuletzt galt bereits der 1. FC Köln als Interessent.
10.) Branimir Hrgota
Wer 15 Scorer beim abgeschlagenen Tabellenletzten aus Fürth liefert, rückt zwangsläufig ins Blickfeld. Nichtsdestotrotz haben vor allem Elfmeter die Bilanz des 29-jährigen Schweden verschönert, der 5 seiner 9 Tore vom Punkt erzielte. Trotzdem hat Hrgota eine gute Saison gespielt, ist jedoch auch jemand, der eher über das Zusammenspiel mit den Mitspielern kommt, als den glasklaren Abschlussstürmer darzustellen. Ob er wirklich als Awoniyi-Nachfolger eine Option ist, zweifle ich doch recht stark an.
11.) Philipp Tietz
Da ich seinen Teamkollegen Pfeiffer bereits gelistet habe, möchte ich auch seinen kongenialen Sturmpartner Philipp Tietz mitaufnehmen, wenngleich ich Pfeiffer als wesentlich spannender erachte. Doch auch Tietz hat mit 15 Toren und 9 Torvorlagen eine starke Saison in Darmstadt hinter sich und ist mit 24 Jahren ebenfalls noch recht entwicklungsfähig. Kam Pfeiffer bei den „Lilien“ eher über seine spielerische Stärke, glänzte Tietz öfter als reiner Abschlussstürmer, der seine Stärken in der Box hat. Auch hier hat sich wohl bereits der 1. FC Köln erkundigt.
12.) Bartosz Białek
Mein letzter Vorschlag wäre jemand, der sicherlich nicht als wirklicher Nachfolgekandidat für Awoniyi in Frage käme, sondern eher eine weitere Sturmoption wäre, die sich im Sturmzentrum wohl um den Platz im Angriff neben Becker mit Michel, Behrens sowie Voglsammer streiten würde. Allerdings möchte ich den 20-jährigen Polen Bartosz Białek, der sicherlich nur als Leihe realisierbar wäre, trotzdem nennen, weil ich ihn seinen bislang wenigen Bundesliga-Minuten stets als sehr vielversprechend wahrgenommen habe. Und das, obwohl er 2021 durch einen Kreuzbandriss ausgebremst wurde. Aber, wie gesagt, das wäre eher eine Notlösung, falls sich alle vorherigen Optionen zerschlagen und man auf die Schnelle noch jemanden für die Breite holen möchte.
Das wäre so meine Liste mit einigen Kandidaten, die ich entweder persönlich interessant finde oder aufgrund ihres Spielerprofils als realistische Kandidaten sehe. Klar, über manche Namen würde ich mich mehr freuen und über andere vielleicht etwas weniger. Und manche Namen sind vielleicht realistischer als andere, aber insgesamt glaube ich, dass diese Namen den nationalen Markt ganz gut abdecken. Im Ausland kenne ich mich zu wenig aus, um Einschätzungen abgeben zu können. Den jungen Wilfried Gnonto, um den es bereits ein Gerücht gab, erachte ich nach seinem Nationalmannschaftsdebüt jedoch außerhalb unserer Reichweite. Einzig Joel Pohjanpalo habe ich mit seinen 16 Saisontoren in der Türkei aufgrund seiner Vergangenheit bei uns mit einem Auge verfolgt, doch das (limitierte) Spielerprofil des Finnen als reinen Strafraumstürmer haben wir bereits mit Kevin Behrens abgedeckt, sodass eine Rückkehr aus meiner Sicht eher keine Option darstellen sollte.
Das Gerücht um Philipp Max nehme ich erst mal gefasst zur Kenntnis. Sicherlich ein begnadeter Linksverteidiger, der in Augsburg enorm offensivfreudig war, aber in Eindhoven wohl auch das Verteidigen gelernt hat, wenn man sich seine geringeren Scorerpunkte im Vergleich anschaut. Allerdings kommt ein Wechsel, der auch ordentlich Ablöse kosten dürfte, nur in Frage, falls Puchacz doch wechselt. Das fände ich wiederum schade. Wenn es jedoch so kommt und man Max zu fairen Konditionen bekommen könnte, wäre das sicherlich ein starker Transfer.
Dass Awoniyi doch jetzt schon in diesem Sommer trotz Europa-League-Qualifikation und seinem ersten starken Jahr infolge seiner Leih-Odyssee bei Liverpool gehen möchte, überrascht mich durchaus. Angesichts seiner Worte bei Bekanntgabe seiner Verpflichtung vor einem Jahr, als er dem Vernehmen nach auch besser dotierte Angebote für Union abgelehnt hat, sowie der engen Bindung zu Urs bin ich durchaus davon ausgegangen, dass er zumindest noch die nächste Saison mit internationaler Bühne bei uns mitnimmt.
Mein Frust hält sich trotzdem in Grenzen. Einerseits, weil wir finanziell nach nur einem Jahr sehr gut entlohnt werden, wenngleich ich mich sogar dabei erwischt habe, nachzudenken, wie hoch die Ablöse wohl ausfallen könnte, wenn er keine Ausstiegsklausel hätte in Anbetracht der zahlreichen Interessenten aus England. Und andererseits, weil ich, wie gesagt, durchaus noch kleine Restzweifel habe, ob Awoniyi diese Saison wiederholen könnte. Auch wenn er sich zum Ende der letzten Saison wieder gesteigert hat, hat er in der Hinrunde zweifelsfrei sehr stark von Max Kruse profitiert und nach dessen Abgang schon etwas stagniert. Das belegen auch die Fakten, dass er nach seiner Afrika-Cup-Teilnahme zwischenzeitlich dermaßen hilflos agierte, dass er am 24. Spieltag gegen Mainz 05 sogar erstmals aus Leistungsgründen auf der Bank saß, und in der Rückrunde auch „nur noch“ 6 Tore erzielte (darunter zwei Elfmeter) im Vergleich zu seinen 9 Buden in der Hinrunde. Um Missverständnisse auszuräumen: Ich halte Taiwo für einen unglaublich interessanten Spielertypen aufgrund seiner Athletik im Zusammenspiel mit seiner physischen Erscheinung und er hat eine fantastische Saison gespielt, das steht überhaupt nicht zur Debatte. Aber er hat auch trotzdem offenkundige Schwächen (Ballannahmen, auch teilweise noch Torabschluss trotz signifikanter Verbesserung im Vergleich zu seiner ersten Saison bei uns) und insofern habe ich mir durchaus die Frage gestellt, ob er diese 15-Tore-Saison wiederholen könnte. Er hat nun mal einen unorthodoxen Spielstil, was sowohl Segen als auch Fluch sein kann – manchmal hat er Weltklasse-Aktionen, aber fünf Minuten später verspringen ihm Bälle, die wohl selbst jeder Kreisliga-Fußballer besser verarbeiten könnte (überspitzt ausgedrückt).
Ich denke, mit dem sich anbahnenden Deal können sowohl wir als auch Taiwo, dem ich es total gönne, sich bereits jetzt seinen Traum von der Premier League zu erfüllen, sehr gut leben. Ich habe Taiwo allein aufgrund seines Auftretens vor den Kameras extrem schnell ins Herz geschlossen und wittere weder Heuchelei seinerseits noch irgendeine Art von Groll, da ich es ihm auch total abnehme, dass er sich nach seiner Familie sehnt. Mir bleibt schlussendlich nur für die letzten zwei Jahre zu danken, sofern der Wechsel vollzogen wird, und ihm das größte Glück in England zu wünschen!
Für uns stellt sich jetzt die Frage, was man mit den 11 Millionen Euro Gewinn macht. Gut ist zweifelsfrei, dass es ansonsten keine Baustellen im Kader mehr gibt (außer die Position des 3. Torwarts, die man laut BILD nicht Yannic Stein geben will, sondern eine erfahrenere Lösung bevorzugt). Entsprechend kann man durchaus etwas Geld für einen Awoniyi-Nachfolger in die Hand nehmen, wenngleich man sicherlich keine verrückten Sachen im Bereich der zweistelligen Millionenbeträge machen wird. Aber man hat eben zumindest etwas Spielraum.
Wirklich viele Optionen sehe ich, zumindest innerhalb Deutschlands, jetzt jedoch nicht auf dem Markt. Folgende Spieler sähe ich als mögliche Kandidaten, die Oliver Ruhnert auf dem Zettel haben könnte:
1.) Breel Embolo
Das wäre zweifelsfrei eine absolute Königslösung, die sicherlich aber deshalb auch eher unrealistisch ist. Der Schweizer, der in der Saison 2015/16 bereits beim FC Basel unter Urs Fischer auflief, hat bei Borussia Mönchengladbach nur noch Vertrag bis 2023 und gilt als Verkaufskandidat, da die klammen „Fohlen“ zukünftig nicht mehr mit Spielern ins letzte Vertragsjahr gehen wollen. Embolo erzielte letzte Saison 9 Saisontore und konnte vor allem zum Saisonende, als er in den letzten 11 Partien 7 Treffer markierte, auf sich aufmerksam machen. Der 25-Jährige gilt schon lange als großes Talent, doch der Durchbruch blieb ihm bislang sowohl bei Schalke als auch in Gladbach verwehrt. Ich glaube, unter seinem einstigen Trainer Fischer könnte sein ganzes Potenzial, für das Schalke vor sechs Jahren immerhin fast 30 Millionen Euro zahlte, zum Vorschein kommen. Vom Spielertyp ist er sehr gut mit Awoniyi vergleichbar, da auch er trotz seiner bulligen Statur ziemlich dynamisch ist. Doch auch die Schwächen teilen sich beide Akteure: Embolo gilt gemeinhin ebenfalls als Chancentod mit technischen Defiziten.
Ohnehin dürfte jedoch sowohl die Ablöse trotz des auslaufenden Vertrags als auch Embolos Gehaltsvorstellungen für uns nicht erschwinglich sein. Zuletzt galt der SC Freiburg als Interessent.
2.) Lucas Alario
Der Argentinier ist für mich der womöglich beste Ersatzstürmer der Bundesliga. Seit Jahren wird dem 29-jährigen Nationalstürmer bei Leverkusen ein anderer Angreifer vor die Nase gesetzt (Volland, Schick, Azmoun) und trotzdem brachte es Alario bislang in vier von fünf Saison auf mindestens 10 Scorer, obwohl er nie Stammspieler war. Und auch in der letzten Saison reichte es immerhin zu 6 Toren in lediglich 548 Bundesligaminuten. Aktuellen Berichten zufolge würde wohl eine Ablöse in Höhe von 6,5 Millionen Euro fällig werden, was ich als machbar erachte. Problem: Alario ist sich wohl bereits mit Eintracht Frankfurt einig.
3.) Ermedin Demirović
Nach einer guten Debütsaison in Freiburg (5 Tore, 10 Vorlagen) kam der Hamburger letzte Saison nicht mehr über die Ersatzrolle hinaus und könnte den Sportclub womöglich verlassen. Zuletzt galt bereits unser Stadtnachbar als Interessent. Im Gegensatz zu den ersten beiden Vorschlägen ist Demirović weniger ein klassischer Torjäger, sondern beteiligt sich viel im Kombinationsspiel, was man auch an seinen zahlreichen Torvorlagen erkennt. Daher ist die Frage erlaubt, ob der 24-Jährige wirklich das gewünschte Spielerprofil darstellt. Andererseits ist auch Demirović körperlich sehr robust und konnte zumindest beim FC St. Gallen in der Saison 2019/20 mit 14 Saisontoren (und 7 Vorlagen) beweisen, dass er weiß, wo das Tor steht.
4.) Michael Gregoritsch
Der Österreicher hat gegen uns bereits zwei Tore in vier Aufeinandertreffen mit dem FC Augsburg erzielt und entsprechend könnte man auch unseren Angstgegner in der Bundesliga etwas schwächen. Allerdings wäre ich kein großer Fan von seiner Verpflichtung: Trotz 9 Saisontoren in der letzten Saison waren die Jahre zuvor bei Gregoritsch, für den Augsburg wohl trotz auslaufenden Vertrages 2023 auch eine marktwertgerechte Ablöse verlangen würde, eher durchwachsen und dem 28-Jährigen haftet der Ruf als Schönwetterfußballer. Zudem hat er seine Stärken eher als hängende Spitze um einen Strafraumstürmer herum und nicht als Zugpferd im Angriff.
5.) Munas Dabbur
Von Dabbur bin ich persönlich großer Fan, da er, ähnlich wie Demirović, trotz seiner Mittelstürmerposition gar nicht so oft als Torschütze in Erscheinung tritt, sondern sich viel mehr ins Kombinationsspiel einschaltet, teilweise tolle Pässe spielt und entsprechend eher Vorbereiter in Erscheinung tritt. Die Frage ist jedoch, ob es das ist, was wir gerade brauchen. Rein von der Qualität halte ich Dabbur für einen tollen Angreifer, der in Hoffenheim immer etwas im Schatten der Offensivspieler um Kramarić, Bebou oder Rutter steht, allerdings ist er eben nicht der eiskalte Killer vor dem Tor, obwohl er bei Salzburg in Österreich auch zweimal über 20 Tore erzielt hat, sondern glänzte zuletzt eher als eine Art verkappter Spielgestalter.
6.) Marvin Ducksch
Ich denke, durch den Aufstieg von Bremen hat sich das Thema ohnehin erledigt, aber ich liste den Spieler sicherheitshalber trotzdem auf. Obwohl Duckschs Bilanz in der Bundesliga bislang eher ernüchternd ist (31 Spiele, 2 Tore) bin ich mir ziemlich sicher, dass er nächste Saison eine gute Rolle bei Werder spielen wird, da er sich seit seinem letzten Versuch im Oberhaus (2018/19 in Düsseldorf) noch mal extrem weiterentwickelt hat und mittlerweile wesentlich spielfreudiger in seinen Aktionen ist. Wenn man ihn bekommen würde, würde ich mich sehr freuen, aber wie gesagt, halte ich das eher für aussichtslos, da Werder vor einem Jahr ja selber erst 4 Millionen Euro gezahlt hat.
7.) Gonçalo Paciência
Auch den Portugiesen beobachte ich schon relativ lange, obwohl er in den letzten Jahren bei Frankfurt und Schalke, auch verletzungsbedingt, eher selten zum Einsatz kam. Trotzdem ist der 27-Jährige ein sehr interessanter Spieler, da er sowohl als Strafraumstürmer agieren kann, aber gleichzeitig auch eine beachtliche Technik mit sich bringt. In der Hinsicht erinnert er mich stark an Marcus Ingvartsen. Allerdings erhält er wohl ein verhältnismäßig hohes Gehalt in Anbetracht seiner geringen Spielpraxis in den letzten Jahren und ist wohl auch zufrieden mit seiner Ersatzspielerrolle am Main, wie man zuletzt vernehmen konnte.
8.) Ishak Belfodil
Es wäre natürlich brisant, dem Stadtrivalen den besten Angreifer der letzten Saison (neben Jovetić, der jedoch zu verletzungsanfällig ist), abzunehmen, aber der Vertrag des 30-jährigen Algeriers läuft nun mal aus und eine Einigung mit Hertha ist bislang noch nicht erfolgt. Nachdem er in der Saison 2018/19 insgesamt 16 Saisontore für die TSG 1899 Hoffenheim in der Bundesliga erzielte (und 5 Torvorlagen lieferte), verpasste er fast die komplette folgende Spielzeit aufgrund einer Knie-OP. In der letzten Saison konnte er bei Hertha oft als einziger Aktivposten seine Karriere wieder ankurbeln und war nicht nur an 8 Toren beteiligt (5 Tore, 3 Assists), sondern oft auch, so etwa im Derby-Rückspiel, der einzige gefährliche Angreifer der „Alten Dame“. Knackpunkt dürfte jedoch das vermeintliche Gehalt in Höhe von 4 Millionen Euro sein, sofern Belfodil nicht zu starken Abstrichen bereit ist.
9.) Luca Pfeiffer
Ein Spieler, der es mir total angetan hat! Ich habe selten einen Angreifer gesehen, der trotz einer Größe von 1,96 Metern technisch so dermaßen beschlagen ist und in der letzten Saison bei Darmstadt 98 reihenweise die Gegenspieler, vor allem in der Hinrunde, hat aussteigen lassen. Insgesamt 17 Tore erzielte der 25-Jährige, der vom FC Midtjylland an die „Lilien“ ausgeliehen war, in der vergangenen Saison und legte auch noch sechs weitere Treffer vor. Und das alles, obwohl er zwischen Dezember und März an keinem Tor der Darmstädter beteiligt war, als sowohl er als auch sein Kollege Philipp Tietz schwächelten. Wenn wir allein über die Hinrunde reden, war Pfeiffer womöglich der stärkste Spieler der Liga. Und ich traue es ihm zu, auch in der Bundesliga zu bestehen. Zuletzt galt bereits der 1. FC Köln als Interessent.
10.) Branimir Hrgota
Wer 15 Scorer beim abgeschlagenen Tabellenletzten aus Fürth liefert, rückt zwangsläufig ins Blickfeld. Nichtsdestotrotz haben vor allem Elfmeter die Bilanz des 29-jährigen Schweden verschönert, der 5 seiner 9 Tore vom Punkt erzielte. Trotzdem hat Hrgota eine gute Saison gespielt, ist jedoch auch jemand, der eher über das Zusammenspiel mit den Mitspielern kommt, als den glasklaren Abschlussstürmer darzustellen. Ob er wirklich als Awoniyi-Nachfolger eine Option ist, zweifle ich doch recht stark an.
11.) Philipp Tietz
Da ich seinen Teamkollegen Pfeiffer bereits gelistet habe, möchte ich auch seinen kongenialen Sturmpartner Philipp Tietz mitaufnehmen, wenngleich ich Pfeiffer als wesentlich spannender erachte. Doch auch Tietz hat mit 15 Toren und 9 Torvorlagen eine starke Saison in Darmstadt hinter sich und ist mit 24 Jahren ebenfalls noch recht entwicklungsfähig. Kam Pfeiffer bei den „Lilien“ eher über seine spielerische Stärke, glänzte Tietz öfter als reiner Abschlussstürmer, der seine Stärken in der Box hat. Auch hier hat sich wohl bereits der 1. FC Köln erkundigt.
12.) Bartosz Białek
Mein letzter Vorschlag wäre jemand, der sicherlich nicht als wirklicher Nachfolgekandidat für Awoniyi in Frage käme, sondern eher eine weitere Sturmoption wäre, die sich im Sturmzentrum wohl um den Platz im Angriff neben Becker mit Michel, Behrens sowie Voglsammer streiten würde. Allerdings möchte ich den 20-jährigen Polen Bartosz Białek, der sicherlich nur als Leihe realisierbar wäre, trotzdem nennen, weil ich ihn seinen bislang wenigen Bundesliga-Minuten stets als sehr vielversprechend wahrgenommen habe. Und das, obwohl er 2021 durch einen Kreuzbandriss ausgebremst wurde. Aber, wie gesagt, das wäre eher eine Notlösung, falls sich alle vorherigen Optionen zerschlagen und man auf die Schnelle noch jemanden für die Breite holen möchte.
Das wäre so meine Liste mit einigen Kandidaten, die ich entweder persönlich interessant finde oder aufgrund ihres Spielerprofils als realistische Kandidaten sehe. Klar, über manche Namen würde ich mich mehr freuen und über andere vielleicht etwas weniger. Und manche Namen sind vielleicht realistischer als andere, aber insgesamt glaube ich, dass diese Namen den nationalen Markt ganz gut abdecken. Im Ausland kenne ich mich zu wenig aus, um Einschätzungen abgeben zu können. Den jungen Wilfried Gnonto, um den es bereits ein Gerücht gab, erachte ich nach seinem Nationalmannschaftsdebüt jedoch außerhalb unserer Reichweite. Einzig Joel Pohjanpalo habe ich mit seinen 16 Saisontoren in der Türkei aufgrund seiner Vergangenheit bei uns mit einem Auge verfolgt, doch das (limitierte) Spielerprofil des Finnen als reinen Strafraumstürmer haben wir bereits mit Kevin Behrens abgedeckt, sodass eine Rückkehr aus meiner Sicht eher keine Option darstellen sollte.
Das Gerücht um Philipp Max nehme ich erst mal gefasst zur Kenntnis. Sicherlich ein begnadeter Linksverteidiger, der in Augsburg enorm offensivfreudig war, aber in Eindhoven wohl auch das Verteidigen gelernt hat, wenn man sich seine geringeren Scorerpunkte im Vergleich anschaut. Allerdings kommt ein Wechsel, der auch ordentlich Ablöse kosten dürfte, nur in Frage, falls Puchacz doch wechselt. Das fände ich wiederum schade. Wenn es jedoch so kommt und man Max zu fairen Konditionen bekommen könnte, wäre das sicherlich ein starker Transfer.
Warum nicht die Auflistung noch um Wout Weghorst ergänzen? Burnley und er gehen nicht in die Championship und er ist ein Spielertyp, der Union sehr gut zu Gesicht stehen würde. Leihe + KO ist sicher eine Möglichkeit.
21.06.2022 - 13:32 Uhr
Trotzdem bin ich etwas überrascht über den Awoniyi Abgang. Nach seinem Jubel am 34.Spieltag war ich mir sicher ihn noch eine Saison im Union Trikot zu sehen. Schade, sehe ihn in der Premier League verschwendet. In der Bundesliga bei Union hat er wohl eine andere Wertschätzung, gibt genug Beispiele von Bundesliga Stürmern die international spielen könnten, sich aber für das Premier League Niemandsland entschieden haben. Weghorst, Haller oder Joelinton fallen mir da spontan ein.
Ein Faktor könnte auch die Nationalmannschaft sein, da gab es ja die Diskussion das Gernot Rohr zu viele Deutsche nominiert. Seitdem werden die halbdeutschen und Bundesligaspieler ignoriert, Awoniyi oder auch Akpoguma wurden nicht mehr berücksichtigt. Als Premier League Spieler hätte er bessere Chancen.
Ein Faktor könnte auch die Nationalmannschaft sein, da gab es ja die Diskussion das Gernot Rohr zu viele Deutsche nominiert. Seitdem werden die halbdeutschen und Bundesligaspieler ignoriert, Awoniyi oder auch Akpoguma wurden nicht mehr berücksichtigt. Als Premier League Spieler hätte er bessere Chancen.
21.06.2022 - 14:31 Uhr
Weghorst hätte meinen Segen auch.
Zur Liste darüber :
Embolo-utopisch
Alario- würde passen, aber er soll mit Frankfurt einig sein.
Demirovic-kein Zentrumspieler
Gregoritsch- etwas inkonstant, aber interessant.
Dabbur- auch interessant, aber verletzungsanfällig
Ducksch- da stellen sich bei mir die Nackenhaare auf.
Für die 2. Liga zu gut, für die Bundesliga zu schwach.
Paciencia- traue ihm keine tragende Rolle zu
Belfodil- Chancentod, der in der Wüste nochmal abkassieren will.
Pfeiffer- ja, aber er ist einer für die Zukunft. Man bräuchte dann noch eine Soforthilfe.
Hrgotta- er könnte diese Soforthilfe im Paket mit Pfeiffer sein.
Tietz- sehe ich genauso wie der Eisbeinvernichter.
Bialek- sinnlos ihn für einen anderen Club auszubilden.
Zur Liste darüber :
Embolo-utopisch
Alario- würde passen, aber er soll mit Frankfurt einig sein.
Demirovic-kein Zentrumspieler
Gregoritsch- etwas inkonstant, aber interessant.
Dabbur- auch interessant, aber verletzungsanfällig
Ducksch- da stellen sich bei mir die Nackenhaare auf.
Für die 2. Liga zu gut, für die Bundesliga zu schwach.
Paciencia- traue ihm keine tragende Rolle zu
Belfodil- Chancentod, der in der Wüste nochmal abkassieren will.
Pfeiffer- ja, aber er ist einer für die Zukunft. Man bräuchte dann noch eine Soforthilfe.
Hrgotta- er könnte diese Soforthilfe im Paket mit Pfeiffer sein.
Tietz- sehe ich genauso wie der Eisbeinvernichter.
Bialek- sinnlos ihn für einen anderen Club auszubilden.
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