| Geburtsdatum | 17.11.1997 |
|---|---|
| Alter | 28 |
| Nat. |
Norwegen |
| Größe | 1,83m |
| Vertrag bis | 30.06.2028 |
| Position | Rechter Verteidiger |
| Fuß | rechts |
| Akt. Verein | Borussia Dortmund |
Leistungsdaten: 26/27
| Wettbewerb | wettbewerb | ||||
|---|---|---|---|---|---|
| Insgesamt | 2 | - | - | ||
![]() | Bundesliga | 1 | - | - | |
![]() | DFL-Supercup | 1 | - | - | |
Julian Ryerson [26]
17.01.2023 - 13:35 Uhr
19.05.2026 - 14:26 Uhr
Ich finde nicht, dass Ryerson diese Saison besser geworden ist, sondern hauptsächlich davon profitierten, dass wir ihn eben gerade aus schwierigen Situationen stärker rausgehalten haben, indem wir ihn offensiver positionierten. Das ist in gewisser Weise widersprüchlich, weil ich seine Stärken weiterhin nicht in der Offensive sehe, aber man hat zumindest seine Defizite im Aufbauspiel so noch stärker kaschieren können, weil er schlicht viel seltener am Ball war. Das sieht man vor allem an seinem Passspiel in der Liga ganz gut:
Saison | Pässe | angekommen | Passquote
2025/2026 | 35,90 | 29,64 | 82,6%
2024/2025 | 46,31 | 41,43 | 89,5%
2023/2024 | 49,06 | 43,37 | 88,4%
2022/2023 | 51,19 | 42,81 | 83,6%
Gesamt | 44,77 | 38,66 | 86,4%
Selbst wenn man den deutlich geringeren Ballbesitzanteil dieser Saison bedenkt, ändert sich an der Aussage, dass man Ryerson häufiger denn je im Aufbau überspielte, nichts. Ballbesitzbereinigt sind es immer noch rund 14% weniger gespielte Pässe und sogar knapp 18% weniger angekommene Pässe als in seiner gesamten BVB Karriere. Währenddessen haben seine Fehlpässe ballbesitzbereinigt aber sogar um 10% zugenommen, obwohl er seltener in kritischen Aufbausituationen am Ball war, weil er vorne eben viel mehr flanken sollte und dabei dann konsequenterweise auch mehr Ausschuss rauskam:
Saison | Flanken* | angekommen* | Flankenquote
2025/2026 | 18,42 | 4,98 | 27,0%
2024/2025 | 7,36 | 2,28 | 30,9%
2023/2024 | 3,50 | 0,79 | 22,5%
2022/2023 | 5,45 | 1,09 | 20,0%
Gesamt | 9,11 | 2,44 | 26,8%
*ballbesitzbereinigt
Um den Kontext noch etwas zu erweitern: Ryerson hat diese Saison fast so viele Flanken nicht an den Mann gebracht (181), wie er in seiner BVB Karriere vor dieser Saison überhaupt geschlagen hat (200). Es sind also allein diese Saison 24% mehr Flanken gewesen als in den Jahren davor zusammen. Dafür wurde Ryerson deutlich breiter und höher positioniert als vorher. Das hat er auch, entgegen seines Spielertyps, vor allem in der Rückrunde sehr diszipliniert umgesetzt. Das zeigen sogar die Heatmaps: https://www.sofascore.com/de/football/player/compare?ids=800951,800951,800951&ut_ids=_,35,35&s_ids=_,63516,52608&s_types=_,overall,overall
Seine Flankenqualität ist dabei in meinen Augen vor allem davon abhängig, wie viel Platz und daher Zeit er dafür bekommt. Seine Ballan- und -mitnahme ist weiterhin nicht die beste und er kann sich nur selten selbst Platz für eine Flanke verschaffen. All seine Assists dieser Saison aus dem laufenden Spiel in der Liga, hatten daher ähnliche Grundbedingungen, was die Nähe des nächsten Gegenspielers betrifft:
vs. Heidenheim Couto legt zurück, nachdem er gedoppelt wird, Ryerson ist im Halbraum völlig blank und da Coutos Pass dadurch sehr weich gespielt werden konnte, kann Ryerson direkt flanken und findet Guirassy, der einköpft.
vs. Wolfsburggute Spielübersicht hier von Ryerson, der direkt auf den freien Adeyemi ablegt, bevor er selbst Druck bekommen kann. Im Anschluss ein starkes Tor von Adeyemi.
vs. Frankfurt Hinrunde Verlagerung Schlotterbeck auf Ryerson. Frankfurt hatte ihn komplett an der Linie allein gelassen. Die Mitnahme ist gut, der Pass in die Mitte eigentlich nicht, aber Beier - der vermutlich nicht der Zielspieler der flachen Flanke war - spielt mit und läuft gut ein.
vs. Mainz Angriff über links, Mainz klärt schlecht und bekommt daher dann keinen Druck auf Ryerson, der den Ball von Mainz bekommt. Der löffelt den Ball hoch und weit rein, eigentlich wieder kein guter Ball, aber Beier macht trotzdem wieder das Tor daraus.
vs. Frankfurt RückrundeFrankfurt kann gleich zwei Befreiungsschläge nicht festmachen, sodass Brandt es eben macht. Sabitzer rückt diesmal gut auf und Ryerson ist zuvor schon gut durchgelaufen. Theate steht wieder schlecht zum Ball, sodass weder auf Sabitzer Druck bekommen wird noch Ryerson eng gestellt werden kann, wodurch Ryerson mit 2 Kontakten flach reinspielen kann. Dort vollstreckt Guirassy, indem er den Ball gut über den Spann rutschen lässt, nachdem er sich perfekt vor den Mann positionieren konnte.
vs. Werder wieder eine Verlagerung von Schlotterbeck, wieder hat Ryerson viel Platz und wird nur vorsichtig gestellt. Guirassy macht es dann wieder gut, gegen einen Verteidiger, dem man Arbeitsverweigerung nachsagen darf.
Es ist daher bei all diesen Aktionen wenig bis gar kein Gegnerdruck auf Ryerson involviert. Damit man bei Ryerson die Chance auf gute und vor allem verwertbare Flanken aus dem Spiel bekommt, ist das eine Grundbedingung. Wie abhängig er davon war, obwohl man es verstärkt versuchte, zeigen vor allem die Understat Stats:
Saison | OP KP | OP xA
2025/2026 | 1,03 | 0,20
2024/2025 | 1,07 | 0,17
2023/2024 | 0,71 | 0,19
2022/2023# | - | -
Gesamt | 0,95 | 0,18
# wegen Durchmischung mit den Werten bei Union nicht verwertbar
Aus dem laufenden Spiel hat Ryerson nicht eindeutig mehr Torschussvorlagen leisten können als in früheren Saisons. Trotzdem man viel häufiger versuchte Ryerson vorne frei zu spielen (vgl. Heatmaps), bekam man dadurch allein nicht automatisch mehr Output von ihm. Aus dem quasi selben Output entstanden aber spürbar mehr Tore. Das erklärt aber nicht mal die leicht gestiegene Chancenqualität. Die Wiederholbarkeit dieser Saison ist daher in Zweifel zu ziehen, da Ryerson ganz grundsätzlich kein effizienter Vorlagengeber war und meines Erachtens auch nichts entwickelt hat, was die Annahme verändern sollte. Man wird mit Ende 20 nicht auf einmal ein effizienter Vorlagengeber, nachdem man bis dahin das Gegenteil davon war. Somit sind die Assists aus dem laufenden Spiel dieser Saison als Ausreißer zu betrachten, der teilweise zumindest durch Bedingungen erlkärbar ist, die Ryerson nicht kontrolliert.
Unterm Strich kommt daher vor allem belastbar hinzu, dass man Ryerson diese Saison viel mehr Standards hat treten lassen. Vor allem die Ecken waren stark und ergaben nicht umsonst satte 9 Assists allein in der Liga. Das war definitiv eine Entdeckung der Saison, die man nicht kleinreden sollte. Zwar behauptet das xG Modell auch hier, dass er überperformt hat, aber da bei Standards ganz grundsätzlich vergleichbare Umstände für die Vorlage vorliegen, wie er es auch aus dem laufenden Spiel benötigt, kann ich mir schon vorstellen, dass man den Aspekt in die Zukunft mitnehmen kann und hierin einen effizienten Vorlagengeber erwarten darf. Wahrscheinlich nicht ganz auf dem Niveau dieser Saison, aber zumindest ein Faktor, sofern auch weiterhin vor dem Tor an der Verwertung der Standards gearbeitet wird.
Für mich darf aber die Fähigkeit bei Standards niemals überlagern, was für Fähigkeiten im laufenden Spiel vorliegen. Dafür sind Standards eine zu unzuverlässige Geschichte, allein schon was das ziehen von Standards betrifft. Damit man zudem in gute Positionen für Standards kommt, sollte man in aller Regel schon aus dem Spiel heraus in gute Positionen kommen. Das gelang uns mit Ryerson eben hauptsächlich, wenn er initial ballfern agierte und mehr oder weniger vom Gegner vergessen wurde, weil er nicht ausreichend in die Breite verteidigen konnte.
Das wirft für mich 2 Fragen für die Zukunft auf:
1. Wenn die meisten Gegner Ryerson als Breitengeber situativ ignorieren und dafür bestraft werden können, was wäre dann erst ein echter Breitengeber wert, der es sehr konstant kann?
Zumal die Limitationen des Gegners zuverlässig den ballfernen Mann aufzunehmen ja auch bedeuten, dass ein echter Breitengeber zentral Räume öffnen müsste oder gegnerisches Pressing nur noch sehr situativ stattfinden könnte, weil man entweder individuell breiter agieren oder mehr Mann zurückziehen müsste, um besser in die Breite verteidigen zu können, wodurch sich jeweils Lücken auftun würden.
2. Was bedeutet das für Ryersons Marktwert?
15 Assists sind wohl nie wieder zu erreichen, Ryerson wird Mitte der nächsten Saison bereits 29 und sein Vertrag läuft auch nur noch 2 Jahre. Kurz: es wird nie wieder eine bessere Situation für Ryerson geben, um einen hochdotierten Vertrag auszuhandeln. Somit ist es zwangsläufig, dass er und der BVB sich mit den Optionen Wechsel oder Verlängerung auseinandersetzen müssen. Aus Sicht des BVB hielte ich eine Verlängerung zum aktuellen Zeitpunkt aber für schlecht, weil Ryerson einen Vertrag auf Basis einer Saison bekommen würde, in der er weitestgehend optimale Bedingungen für sein Spiel vorgefunden und letztendlich offensiv überperformt hat. Die Gefahr überzubezahlen, ist daher sehr hoch. Ich halte daher eine Verlängerung für unattraktiv, weil sie einen Rentenvertrag bedeutet, bei dem man sich budgetär bindet, selbst wenn die Bedingungen sich für Ryerson wieder verändern und daher ein Wechsel notwendig wäre. Ich hielte es daher für einen Fehler zu zahlen, was er aktuell am Markt, auf Basis dieser Saison, bekommen könnte, weil die Saison nicht wiederspiegeln kann, was man zukünftig konstant von ihm erwarten darf.
Aus opportunistischer Sicht, würden sich daher aus einem Verbleib wahrscheinlich mehr Risiken ergeben, als bei einem Wechsel, der noch dazu Chancen eröffnen würde, um stabil zu bekommen, was man diese Saison bekam. Womöglich sogar ohne taktische Kniffe. Selbst wenn man die Schiene weiterhin mit defensiven Prioritäten besetzen möchte, die Ryerson sicher erfüllt, wenngleich auch da u.a. mit seinem Tempo ein paar limitierende Faktoren vorliegen, die auch wieder Chancen eröffnen könnten und daher nicht zwangsläufig zu einer Verschlechterung führen müssten.
Saison | Pässe | angekommen | Passquote
2025/2026 | 35,90 | 29,64 | 82,6%
2024/2025 | 46,31 | 41,43 | 89,5%
2023/2024 | 49,06 | 43,37 | 88,4%
2022/2023 | 51,19 | 42,81 | 83,6%
Gesamt | 44,77 | 38,66 | 86,4%
Selbst wenn man den deutlich geringeren Ballbesitzanteil dieser Saison bedenkt, ändert sich an der Aussage, dass man Ryerson häufiger denn je im Aufbau überspielte, nichts. Ballbesitzbereinigt sind es immer noch rund 14% weniger gespielte Pässe und sogar knapp 18% weniger angekommene Pässe als in seiner gesamten BVB Karriere. Währenddessen haben seine Fehlpässe ballbesitzbereinigt aber sogar um 10% zugenommen, obwohl er seltener in kritischen Aufbausituationen am Ball war, weil er vorne eben viel mehr flanken sollte und dabei dann konsequenterweise auch mehr Ausschuss rauskam:
Saison | Flanken* | angekommen* | Flankenquote
2025/2026 | 18,42 | 4,98 | 27,0%
2024/2025 | 7,36 | 2,28 | 30,9%
2023/2024 | 3,50 | 0,79 | 22,5%
2022/2023 | 5,45 | 1,09 | 20,0%
Gesamt | 9,11 | 2,44 | 26,8%
*ballbesitzbereinigt
Um den Kontext noch etwas zu erweitern: Ryerson hat diese Saison fast so viele Flanken nicht an den Mann gebracht (181), wie er in seiner BVB Karriere vor dieser Saison überhaupt geschlagen hat (200). Es sind also allein diese Saison 24% mehr Flanken gewesen als in den Jahren davor zusammen. Dafür wurde Ryerson deutlich breiter und höher positioniert als vorher. Das hat er auch, entgegen seines Spielertyps, vor allem in der Rückrunde sehr diszipliniert umgesetzt. Das zeigen sogar die Heatmaps: https://www.sofascore.com/de/football/player/compare?ids=800951,800951,800951&ut_ids=_,35,35&s_ids=_,63516,52608&s_types=_,overall,overall
Seine Flankenqualität ist dabei in meinen Augen vor allem davon abhängig, wie viel Platz und daher Zeit er dafür bekommt. Seine Ballan- und -mitnahme ist weiterhin nicht die beste und er kann sich nur selten selbst Platz für eine Flanke verschaffen. All seine Assists dieser Saison aus dem laufenden Spiel in der Liga, hatten daher ähnliche Grundbedingungen, was die Nähe des nächsten Gegenspielers betrifft:
vs. Heidenheim Couto legt zurück, nachdem er gedoppelt wird, Ryerson ist im Halbraum völlig blank und da Coutos Pass dadurch sehr weich gespielt werden konnte, kann Ryerson direkt flanken und findet Guirassy, der einköpft.
vs. Wolfsburggute Spielübersicht hier von Ryerson, der direkt auf den freien Adeyemi ablegt, bevor er selbst Druck bekommen kann. Im Anschluss ein starkes Tor von Adeyemi.
vs. Frankfurt Hinrunde Verlagerung Schlotterbeck auf Ryerson. Frankfurt hatte ihn komplett an der Linie allein gelassen. Die Mitnahme ist gut, der Pass in die Mitte eigentlich nicht, aber Beier - der vermutlich nicht der Zielspieler der flachen Flanke war - spielt mit und läuft gut ein.
vs. Mainz Angriff über links, Mainz klärt schlecht und bekommt daher dann keinen Druck auf Ryerson, der den Ball von Mainz bekommt. Der löffelt den Ball hoch und weit rein, eigentlich wieder kein guter Ball, aber Beier macht trotzdem wieder das Tor daraus.
vs. Frankfurt RückrundeFrankfurt kann gleich zwei Befreiungsschläge nicht festmachen, sodass Brandt es eben macht. Sabitzer rückt diesmal gut auf und Ryerson ist zuvor schon gut durchgelaufen. Theate steht wieder schlecht zum Ball, sodass weder auf Sabitzer Druck bekommen wird noch Ryerson eng gestellt werden kann, wodurch Ryerson mit 2 Kontakten flach reinspielen kann. Dort vollstreckt Guirassy, indem er den Ball gut über den Spann rutschen lässt, nachdem er sich perfekt vor den Mann positionieren konnte.
vs. Werder wieder eine Verlagerung von Schlotterbeck, wieder hat Ryerson viel Platz und wird nur vorsichtig gestellt. Guirassy macht es dann wieder gut, gegen einen Verteidiger, dem man Arbeitsverweigerung nachsagen darf.
Es ist daher bei all diesen Aktionen wenig bis gar kein Gegnerdruck auf Ryerson involviert. Damit man bei Ryerson die Chance auf gute und vor allem verwertbare Flanken aus dem Spiel bekommt, ist das eine Grundbedingung. Wie abhängig er davon war, obwohl man es verstärkt versuchte, zeigen vor allem die Understat Stats:
Saison | OP KP | OP xA
2025/2026 | 1,03 | 0,20
2024/2025 | 1,07 | 0,17
2023/2024 | 0,71 | 0,19
2022/2023# | - | -
Gesamt | 0,95 | 0,18
# wegen Durchmischung mit den Werten bei Union nicht verwertbar
Aus dem laufenden Spiel hat Ryerson nicht eindeutig mehr Torschussvorlagen leisten können als in früheren Saisons. Trotzdem man viel häufiger versuchte Ryerson vorne frei zu spielen (vgl. Heatmaps), bekam man dadurch allein nicht automatisch mehr Output von ihm. Aus dem quasi selben Output entstanden aber spürbar mehr Tore. Das erklärt aber nicht mal die leicht gestiegene Chancenqualität. Die Wiederholbarkeit dieser Saison ist daher in Zweifel zu ziehen, da Ryerson ganz grundsätzlich kein effizienter Vorlagengeber war und meines Erachtens auch nichts entwickelt hat, was die Annahme verändern sollte. Man wird mit Ende 20 nicht auf einmal ein effizienter Vorlagengeber, nachdem man bis dahin das Gegenteil davon war. Somit sind die Assists aus dem laufenden Spiel dieser Saison als Ausreißer zu betrachten, der teilweise zumindest durch Bedingungen erlkärbar ist, die Ryerson nicht kontrolliert.
Unterm Strich kommt daher vor allem belastbar hinzu, dass man Ryerson diese Saison viel mehr Standards hat treten lassen. Vor allem die Ecken waren stark und ergaben nicht umsonst satte 9 Assists allein in der Liga. Das war definitiv eine Entdeckung der Saison, die man nicht kleinreden sollte. Zwar behauptet das xG Modell auch hier, dass er überperformt hat, aber da bei Standards ganz grundsätzlich vergleichbare Umstände für die Vorlage vorliegen, wie er es auch aus dem laufenden Spiel benötigt, kann ich mir schon vorstellen, dass man den Aspekt in die Zukunft mitnehmen kann und hierin einen effizienten Vorlagengeber erwarten darf. Wahrscheinlich nicht ganz auf dem Niveau dieser Saison, aber zumindest ein Faktor, sofern auch weiterhin vor dem Tor an der Verwertung der Standards gearbeitet wird.
Für mich darf aber die Fähigkeit bei Standards niemals überlagern, was für Fähigkeiten im laufenden Spiel vorliegen. Dafür sind Standards eine zu unzuverlässige Geschichte, allein schon was das ziehen von Standards betrifft. Damit man zudem in gute Positionen für Standards kommt, sollte man in aller Regel schon aus dem Spiel heraus in gute Positionen kommen. Das gelang uns mit Ryerson eben hauptsächlich, wenn er initial ballfern agierte und mehr oder weniger vom Gegner vergessen wurde, weil er nicht ausreichend in die Breite verteidigen konnte.
Das wirft für mich 2 Fragen für die Zukunft auf:
1. Wenn die meisten Gegner Ryerson als Breitengeber situativ ignorieren und dafür bestraft werden können, was wäre dann erst ein echter Breitengeber wert, der es sehr konstant kann?
Zumal die Limitationen des Gegners zuverlässig den ballfernen Mann aufzunehmen ja auch bedeuten, dass ein echter Breitengeber zentral Räume öffnen müsste oder gegnerisches Pressing nur noch sehr situativ stattfinden könnte, weil man entweder individuell breiter agieren oder mehr Mann zurückziehen müsste, um besser in die Breite verteidigen zu können, wodurch sich jeweils Lücken auftun würden.
2. Was bedeutet das für Ryersons Marktwert?
15 Assists sind wohl nie wieder zu erreichen, Ryerson wird Mitte der nächsten Saison bereits 29 und sein Vertrag läuft auch nur noch 2 Jahre. Kurz: es wird nie wieder eine bessere Situation für Ryerson geben, um einen hochdotierten Vertrag auszuhandeln. Somit ist es zwangsläufig, dass er und der BVB sich mit den Optionen Wechsel oder Verlängerung auseinandersetzen müssen. Aus Sicht des BVB hielte ich eine Verlängerung zum aktuellen Zeitpunkt aber für schlecht, weil Ryerson einen Vertrag auf Basis einer Saison bekommen würde, in der er weitestgehend optimale Bedingungen für sein Spiel vorgefunden und letztendlich offensiv überperformt hat. Die Gefahr überzubezahlen, ist daher sehr hoch. Ich halte daher eine Verlängerung für unattraktiv, weil sie einen Rentenvertrag bedeutet, bei dem man sich budgetär bindet, selbst wenn die Bedingungen sich für Ryerson wieder verändern und daher ein Wechsel notwendig wäre. Ich hielte es daher für einen Fehler zu zahlen, was er aktuell am Markt, auf Basis dieser Saison, bekommen könnte, weil die Saison nicht wiederspiegeln kann, was man zukünftig konstant von ihm erwarten darf.
Aus opportunistischer Sicht, würden sich daher aus einem Verbleib wahrscheinlich mehr Risiken ergeben, als bei einem Wechsel, der noch dazu Chancen eröffnen würde, um stabil zu bekommen, was man diese Saison bekam. Womöglich sogar ohne taktische Kniffe. Selbst wenn man die Schiene weiterhin mit defensiven Prioritäten besetzen möchte, die Ryerson sicher erfüllt, wenngleich auch da u.a. mit seinem Tempo ein paar limitierende Faktoren vorliegen, die auch wieder Chancen eröffnen könnten und daher nicht zwangsläufig zu einer Verschlechterung führen müssten.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von BVBBC am 19.05.2026 um 14:26 Uhr bearbeitet
19.05.2026 - 16:20 Uhr
Eigentlich wäre es jetzt die perfekte Gelegenheit, Ryerson zu verkaufen nach dieser guten Saison, mit 28 und noch 2 Jahren Vertrag, ich glaube aber, dass das der Verein fundamental anders sieht und nur sein Wille zu gehen, das Ganze ändern könnte, sh. Füllkrug.
19.05.2026 - 17:33 Uhr
Zitat von BVBBC
Ich finde nicht, dass Ryerson diese Saison besser geworden ist, sondern hauptsächlich davon profitierten, dass wir ihn eben gerade aus schwierigen Situationen stärker rausgehalten haben, indem wir ihn offensiver positionierten. Das ist in gewisser Weise widersprüchlich, weil ich seine Stärken weiterhin nicht in der Offensive sehe, aber man hat zumindest seine Defizite im Aufbauspiel so noch stärker kaschieren können, weil er schlicht viel seltener am Ball war. Das sieht man vor allem an seinem Passspiel in der Liga ganz gut:
Saison | Pässe | angekommen | Passquote
2025/2026 | 35,90 | 29,64 | 82,6%
2024/2025 | 46,31 | 41,43 | 89,5%
2023/2024 | 49,06 | 43,37 | 88,4%
2022/2023 | 51,19 | 42,81 | 83,6%
Gesamt | 44,77 | 38,66 | 86,4%
Selbst wenn man den deutlich geringeren Ballbesitzanteil dieser Saison bedenkt, ändert sich an der Aussage, dass man Ryerson häufiger denn je im Aufbau überspielte, nichts. Ballbesitzbereinigt sind es immer noch rund 14% weniger gespielte Pässe und sogar knapp 18% weniger angekommene Pässe als in seiner gesamten BVB Karriere. Währenddessen haben seine Fehlpässe ballbesitzbereinigt aber sogar um 10% zugenommen, obwohl er seltener in kritischen Aufbausituationen am Ball war, weil er vorne eben viel mehr flanken sollte und dabei dann konsequenterweise auch mehr Ausschuss rauskam:
Saison | Flanken* | angekommen* | Flankenquote
2025/2026 | 18,42 | 4,98 | 27,0%
2024/2025 | 7,36 | 2,28 | 30,9%
2023/2024 | 3,50 | 0,79 | 22,5%
2022/2023 | 5,45 | 1,09 | 20,0%
Gesamt | 9,11 | 2,44 | 26,8%
*ballbesitzbereinigt
Um den Kontext noch etwas zu erweitern: Ryerson hat diese Saison fast so viele Flanken nicht an den Mann gebracht (181), wie er in seiner BVB Karriere vor dieser Saison überhaupt geschlagen hat (200). Es sind also allein diese Saison 24% mehr Flanken gewesen als in den Jahren davor zusammen. Dafür wurde Ryerson deutlich breiter und höher positioniert als vorher. Das hat er auch, entgegen seines Spielertyps, vor allem in der Rückrunde sehr diszipliniert umgesetzt. Das zeigen sogar die Heatmaps: https://www.sofascore.com/de/football/player/compare?ids=800951,800951,800951&ut_ids=_,35,35&s_ids=_,63516,52608&s_types=_,overall,overall
Seine Flankenqualität ist dabei in meinen Augen vor allem davon abhängig, wie viel Platz und daher Zeit er dafür bekommt. Seine Ballan- und -mitnahme ist weiterhin nicht die beste und er kann sich nur selten selbst Platz für eine Flanke verschaffen. All seine Assists dieser Saison aus dem laufenden Spiel in der Liga, hatten daher ähnliche Grundbedingungen, was die Nähe des nächsten Gegenspielers betrifft:
vs. Heidenheim Couto legt zurück, nachdem er gedoppelt wird, Ryerson ist im Halbraum völlig blank und da Coutos Pass dadurch sehr weich gespielt werden konnte, kann Ryerson direkt flanken und findet Guirassy, der einköpft.
vs. Wolfsburggute Spielübersicht hier von Ryerson, der direkt auf den freien Adeyemi ablegt, bevor er selbst Druck bekommen kann. Im Anschluss ein starkes Tor von Adeyemi.
vs. Frankfurt Hinrunde Verlagerung Schlotterbeck auf Ryerson. Frankfurt hatte ihn komplett an der Linie allein gelassen. Die Mitnahme ist gut, der Pass in die Mitte eigentlich nicht, aber Beier - der vermutlich nicht der Zielspieler der flachen Flanke war - spielt mit und läuft gut ein.
vs. Mainz Angriff über links, Mainz klärt schlecht und bekommt daher dann keinen Druck auf Ryerson, der den Ball von Mainz bekommt. Der löffelt den Ball hoch und weit rein, eigentlich wieder kein guter Ball, aber Beier macht trotzdem wieder das Tor daraus.
vs. Frankfurt RückrundeFrankfurt kann gleich zwei Befreiungsschläge nicht festmachen, sodass Brandt es eben macht. Sabitzer rückt diesmal gut auf und Ryerson ist zuvor schon gut durchgelaufen. Theate steht wieder schlecht zum Ball, sodass weder auf Sabitzer Druck bekommen wird noch Ryerson eng gestellt werden kann, wodurch Ryerson mit 2 Kontakten flach reinspielen kann. Dort vollstreckt Guirassy, indem er den Ball gut über den Spann rutschen lässt, nachdem er sich perfekt vor den Mann positionieren konnte.
vs. Werder wieder eine Verlagerung von Schlotterbeck, wieder hat Ryerson viel Platz und wird nur vorsichtig gestellt. Guirassy macht es dann wieder gut, gegen einen Verteidiger, dem man Arbeitsverweigerung nachsagen darf.
Es ist daher bei all diesen Aktionen wenig bis gar kein Gegnerdruck auf Ryerson involviert. Damit man bei Ryerson die Chance auf gute und vor allem verwertbare Flanken aus dem Spiel bekommt, ist das eine Grundbedingung. Wie abhängig er davon war, obwohl man es verstärkt versuchte, zeigen vor allem die Understat Stats:
Saison | OP KP | OP xA
2025/2026 | 1,03 | 0,20
2024/2025 | 1,07 | 0,17
2023/2024 | 0,71 | 0,19
2022/2023# | - | -
Gesamt | 0,95 | 0,18
# wegen Durchmischung mit den Werten bei Union nicht verwertbar
Aus dem laufenden Spiel hat Ryerson nicht eindeutig mehr Torschussvorlagen leisten können als in früheren Saisons. Trotzdem man viel häufiger versuchte Ryerson vorne frei zu spielen (vgl. Heatmaps), bekam man dadurch allein nicht automatisch mehr Output von ihm. Aus dem quasi selben Output entstanden aber spürbar mehr Tore. Das erklärt aber nicht mal die leicht gestiegene Chancenqualität. Die Wiederholbarkeit dieser Saison ist daher in Zweifel zu ziehen, da Ryerson ganz grundsätzlich kein effizienter Vorlagengeber war und meines Erachtens auch nichts entwickelt hat, was die Annahme verändern sollte. Man wird mit Ende 20 nicht auf einmal ein effizienter Vorlagengeber, nachdem man bis dahin das Gegenteil davon war. Somit sind die Assists aus dem laufenden Spiel dieser Saison als Ausreißer zu betrachten, der teilweise zumindest durch Bedingungen erlkärbar ist, die Ryerson nicht kontrolliert.
Unterm Strich kommt daher vor allem belastbar hinzu, dass man Ryerson diese Saison viel mehr Standards hat treten lassen. Vor allem die Ecken waren stark und ergaben nicht umsonst satte 9 Assists allein in der Liga. Das war definitiv eine Entdeckung der Saison, die man nicht kleinreden sollte. Zwar behauptet das xG Modell auch hier, dass er überperformt hat, aber da bei Standards ganz grundsätzlich vergleichbare Umstände für die Vorlage vorliegen, wie er es auch aus dem laufenden Spiel benötigt, kann ich mir schon vorstellen, dass man den Aspekt in die Zukunft mitnehmen kann und hierin einen effizienten Vorlagengeber erwarten darf. Wahrscheinlich nicht ganz auf dem Niveau dieser Saison, aber zumindest ein Faktor, sofern auch weiterhin vor dem Tor an der Verwertung der Standards gearbeitet wird.
Für mich darf aber die Fähigkeit bei Standards niemals überlagern, was für Fähigkeiten im laufenden Spiel vorliegen. Dafür sind Standards eine zu unzuverlässige Geschichte, allein schon was das ziehen von Standards betrifft. Damit man zudem in gute Positionen für Standards kommt, sollte man in aller Regel schon aus dem Spiel heraus in gute Positionen kommen. Das gelang uns mit Ryerson eben hauptsächlich, wenn er initial ballfern agierte und mehr oder weniger vom Gegner vergessen wurde, weil er nicht ausreichend in die Breite verteidigen konnte.
Das wirft für mich 2 Fragen für die Zukunft auf:
1. Wenn die meisten Gegner Ryerson als Breitengeber situativ ignorieren und dafür bestraft werden können, was wäre dann erst ein echter Breitengeber wert, der es sehr konstant kann?
Zumal die Limitationen des Gegners zuverlässig den ballfernen Mann aufzunehmen ja auch bedeuten, dass ein echter Breitengeber zentral Räume öffnen müsste oder gegnerisches Pressing nur noch sehr situativ stattfinden könnte, weil man entweder individuell breiter agieren oder mehr Mann zurückziehen müsste, um besser in die Breite verteidigen zu können, wodurch sich jeweils Lücken auftun würden.
2. Was bedeutet das für Ryersons Marktwert?
15 Assists sind wohl nie wieder zu erreichen, Ryerson wird Mitte der nächsten Saison bereits 29 und sein Vertrag läuft auch nur noch 2 Jahre. Kurz: es wird nie wieder eine bessere Situation für Ryerson geben, um einen hochdotierten Vertrag auszuhandeln. Somit ist es zwangsläufig, dass er und der BVB sich mit den Optionen Wechsel oder Verlängerung auseinandersetzen müssen. Aus Sicht des BVB hielte ich eine Verlängerung zum aktuellen Zeitpunkt aber für schlecht, weil Ryerson einen Vertrag auf Basis einer Saison bekommen würde, in der er weitestgehend optimale Bedingungen für sein Spiel vorgefunden und letztendlich offensiv überperformt hat. Die Gefahr überzubezahlen, ist daher sehr hoch. Ich halte daher eine Verlängerung für unattraktiv, weil sie einen Rentenvertrag bedeutet, bei dem man sich budgetär bindet, selbst wenn die Bedingungen sich für Ryerson wieder verändern und daher ein Wechsel notwendig wäre. Ich hielte es daher für einen Fehler zu zahlen, was er aktuell am Markt, auf Basis dieser Saison, bekommen könnte, weil die Saison nicht wiederspiegeln kann, was man zukünftig konstant von ihm erwarten darf.
Aus opportunistischer Sicht, würden sich daher aus einem Verbleib wahrscheinlich mehr Risiken ergeben, als bei einem Wechsel, der noch dazu Chancen eröffnen würde, um stabil zu bekommen, was man diese Saison bekam. Womöglich sogar ohne taktische Kniffe. Selbst wenn man die Schiene weiterhin mit defensiven Prioritäten besetzen möchte, die Ryerson sicher erfüllt, wenngleich auch da u.a. mit seinem Tempo ein paar limitierende Faktoren vorliegen, die auch wieder Chancen eröffnen könnten und daher nicht zwangsläufig zu einer Verschlechterung führen müssten.
Ich finde nicht, dass Ryerson diese Saison besser geworden ist, sondern hauptsächlich davon profitierten, dass wir ihn eben gerade aus schwierigen Situationen stärker rausgehalten haben, indem wir ihn offensiver positionierten. Das ist in gewisser Weise widersprüchlich, weil ich seine Stärken weiterhin nicht in der Offensive sehe, aber man hat zumindest seine Defizite im Aufbauspiel so noch stärker kaschieren können, weil er schlicht viel seltener am Ball war. Das sieht man vor allem an seinem Passspiel in der Liga ganz gut:
Saison | Pässe | angekommen | Passquote
2025/2026 | 35,90 | 29,64 | 82,6%
2024/2025 | 46,31 | 41,43 | 89,5%
2023/2024 | 49,06 | 43,37 | 88,4%
2022/2023 | 51,19 | 42,81 | 83,6%
Gesamt | 44,77 | 38,66 | 86,4%
Selbst wenn man den deutlich geringeren Ballbesitzanteil dieser Saison bedenkt, ändert sich an der Aussage, dass man Ryerson häufiger denn je im Aufbau überspielte, nichts. Ballbesitzbereinigt sind es immer noch rund 14% weniger gespielte Pässe und sogar knapp 18% weniger angekommene Pässe als in seiner gesamten BVB Karriere. Währenddessen haben seine Fehlpässe ballbesitzbereinigt aber sogar um 10% zugenommen, obwohl er seltener in kritischen Aufbausituationen am Ball war, weil er vorne eben viel mehr flanken sollte und dabei dann konsequenterweise auch mehr Ausschuss rauskam:
Saison | Flanken* | angekommen* | Flankenquote
2025/2026 | 18,42 | 4,98 | 27,0%
2024/2025 | 7,36 | 2,28 | 30,9%
2023/2024 | 3,50 | 0,79 | 22,5%
2022/2023 | 5,45 | 1,09 | 20,0%
Gesamt | 9,11 | 2,44 | 26,8%
*ballbesitzbereinigt
Um den Kontext noch etwas zu erweitern: Ryerson hat diese Saison fast so viele Flanken nicht an den Mann gebracht (181), wie er in seiner BVB Karriere vor dieser Saison überhaupt geschlagen hat (200). Es sind also allein diese Saison 24% mehr Flanken gewesen als in den Jahren davor zusammen. Dafür wurde Ryerson deutlich breiter und höher positioniert als vorher. Das hat er auch, entgegen seines Spielertyps, vor allem in der Rückrunde sehr diszipliniert umgesetzt. Das zeigen sogar die Heatmaps: https://www.sofascore.com/de/football/player/compare?ids=800951,800951,800951&ut_ids=_,35,35&s_ids=_,63516,52608&s_types=_,overall,overall
Seine Flankenqualität ist dabei in meinen Augen vor allem davon abhängig, wie viel Platz und daher Zeit er dafür bekommt. Seine Ballan- und -mitnahme ist weiterhin nicht die beste und er kann sich nur selten selbst Platz für eine Flanke verschaffen. All seine Assists dieser Saison aus dem laufenden Spiel in der Liga, hatten daher ähnliche Grundbedingungen, was die Nähe des nächsten Gegenspielers betrifft:
vs. Heidenheim Couto legt zurück, nachdem er gedoppelt wird, Ryerson ist im Halbraum völlig blank und da Coutos Pass dadurch sehr weich gespielt werden konnte, kann Ryerson direkt flanken und findet Guirassy, der einköpft.
vs. Wolfsburggute Spielübersicht hier von Ryerson, der direkt auf den freien Adeyemi ablegt, bevor er selbst Druck bekommen kann. Im Anschluss ein starkes Tor von Adeyemi.
vs. Frankfurt Hinrunde Verlagerung Schlotterbeck auf Ryerson. Frankfurt hatte ihn komplett an der Linie allein gelassen. Die Mitnahme ist gut, der Pass in die Mitte eigentlich nicht, aber Beier - der vermutlich nicht der Zielspieler der flachen Flanke war - spielt mit und läuft gut ein.
vs. Mainz Angriff über links, Mainz klärt schlecht und bekommt daher dann keinen Druck auf Ryerson, der den Ball von Mainz bekommt. Der löffelt den Ball hoch und weit rein, eigentlich wieder kein guter Ball, aber Beier macht trotzdem wieder das Tor daraus.
vs. Frankfurt RückrundeFrankfurt kann gleich zwei Befreiungsschläge nicht festmachen, sodass Brandt es eben macht. Sabitzer rückt diesmal gut auf und Ryerson ist zuvor schon gut durchgelaufen. Theate steht wieder schlecht zum Ball, sodass weder auf Sabitzer Druck bekommen wird noch Ryerson eng gestellt werden kann, wodurch Ryerson mit 2 Kontakten flach reinspielen kann. Dort vollstreckt Guirassy, indem er den Ball gut über den Spann rutschen lässt, nachdem er sich perfekt vor den Mann positionieren konnte.
vs. Werder wieder eine Verlagerung von Schlotterbeck, wieder hat Ryerson viel Platz und wird nur vorsichtig gestellt. Guirassy macht es dann wieder gut, gegen einen Verteidiger, dem man Arbeitsverweigerung nachsagen darf.
Es ist daher bei all diesen Aktionen wenig bis gar kein Gegnerdruck auf Ryerson involviert. Damit man bei Ryerson die Chance auf gute und vor allem verwertbare Flanken aus dem Spiel bekommt, ist das eine Grundbedingung. Wie abhängig er davon war, obwohl man es verstärkt versuchte, zeigen vor allem die Understat Stats:
Saison | OP KP | OP xA
2025/2026 | 1,03 | 0,20
2024/2025 | 1,07 | 0,17
2023/2024 | 0,71 | 0,19
2022/2023# | - | -
Gesamt | 0,95 | 0,18
# wegen Durchmischung mit den Werten bei Union nicht verwertbar
Aus dem laufenden Spiel hat Ryerson nicht eindeutig mehr Torschussvorlagen leisten können als in früheren Saisons. Trotzdem man viel häufiger versuchte Ryerson vorne frei zu spielen (vgl. Heatmaps), bekam man dadurch allein nicht automatisch mehr Output von ihm. Aus dem quasi selben Output entstanden aber spürbar mehr Tore. Das erklärt aber nicht mal die leicht gestiegene Chancenqualität. Die Wiederholbarkeit dieser Saison ist daher in Zweifel zu ziehen, da Ryerson ganz grundsätzlich kein effizienter Vorlagengeber war und meines Erachtens auch nichts entwickelt hat, was die Annahme verändern sollte. Man wird mit Ende 20 nicht auf einmal ein effizienter Vorlagengeber, nachdem man bis dahin das Gegenteil davon war. Somit sind die Assists aus dem laufenden Spiel dieser Saison als Ausreißer zu betrachten, der teilweise zumindest durch Bedingungen erlkärbar ist, die Ryerson nicht kontrolliert.
Unterm Strich kommt daher vor allem belastbar hinzu, dass man Ryerson diese Saison viel mehr Standards hat treten lassen. Vor allem die Ecken waren stark und ergaben nicht umsonst satte 9 Assists allein in der Liga. Das war definitiv eine Entdeckung der Saison, die man nicht kleinreden sollte. Zwar behauptet das xG Modell auch hier, dass er überperformt hat, aber da bei Standards ganz grundsätzlich vergleichbare Umstände für die Vorlage vorliegen, wie er es auch aus dem laufenden Spiel benötigt, kann ich mir schon vorstellen, dass man den Aspekt in die Zukunft mitnehmen kann und hierin einen effizienten Vorlagengeber erwarten darf. Wahrscheinlich nicht ganz auf dem Niveau dieser Saison, aber zumindest ein Faktor, sofern auch weiterhin vor dem Tor an der Verwertung der Standards gearbeitet wird.
Für mich darf aber die Fähigkeit bei Standards niemals überlagern, was für Fähigkeiten im laufenden Spiel vorliegen. Dafür sind Standards eine zu unzuverlässige Geschichte, allein schon was das ziehen von Standards betrifft. Damit man zudem in gute Positionen für Standards kommt, sollte man in aller Regel schon aus dem Spiel heraus in gute Positionen kommen. Das gelang uns mit Ryerson eben hauptsächlich, wenn er initial ballfern agierte und mehr oder weniger vom Gegner vergessen wurde, weil er nicht ausreichend in die Breite verteidigen konnte.
Das wirft für mich 2 Fragen für die Zukunft auf:
1. Wenn die meisten Gegner Ryerson als Breitengeber situativ ignorieren und dafür bestraft werden können, was wäre dann erst ein echter Breitengeber wert, der es sehr konstant kann?
Zumal die Limitationen des Gegners zuverlässig den ballfernen Mann aufzunehmen ja auch bedeuten, dass ein echter Breitengeber zentral Räume öffnen müsste oder gegnerisches Pressing nur noch sehr situativ stattfinden könnte, weil man entweder individuell breiter agieren oder mehr Mann zurückziehen müsste, um besser in die Breite verteidigen zu können, wodurch sich jeweils Lücken auftun würden.
2. Was bedeutet das für Ryersons Marktwert?
15 Assists sind wohl nie wieder zu erreichen, Ryerson wird Mitte der nächsten Saison bereits 29 und sein Vertrag läuft auch nur noch 2 Jahre. Kurz: es wird nie wieder eine bessere Situation für Ryerson geben, um einen hochdotierten Vertrag auszuhandeln. Somit ist es zwangsläufig, dass er und der BVB sich mit den Optionen Wechsel oder Verlängerung auseinandersetzen müssen. Aus Sicht des BVB hielte ich eine Verlängerung zum aktuellen Zeitpunkt aber für schlecht, weil Ryerson einen Vertrag auf Basis einer Saison bekommen würde, in der er weitestgehend optimale Bedingungen für sein Spiel vorgefunden und letztendlich offensiv überperformt hat. Die Gefahr überzubezahlen, ist daher sehr hoch. Ich halte daher eine Verlängerung für unattraktiv, weil sie einen Rentenvertrag bedeutet, bei dem man sich budgetär bindet, selbst wenn die Bedingungen sich für Ryerson wieder verändern und daher ein Wechsel notwendig wäre. Ich hielte es daher für einen Fehler zu zahlen, was er aktuell am Markt, auf Basis dieser Saison, bekommen könnte, weil die Saison nicht wiederspiegeln kann, was man zukünftig konstant von ihm erwarten darf.
Aus opportunistischer Sicht, würden sich daher aus einem Verbleib wahrscheinlich mehr Risiken ergeben, als bei einem Wechsel, der noch dazu Chancen eröffnen würde, um stabil zu bekommen, was man diese Saison bekam. Womöglich sogar ohne taktische Kniffe. Selbst wenn man die Schiene weiterhin mit defensiven Prioritäten besetzen möchte, die Ryerson sicher erfüllt, wenngleich auch da u.a. mit seinem Tempo ein paar limitierende Faktoren vorliegen, die auch wieder Chancen eröffnen könnten und daher nicht zwangsläufig zu einer Verschlechterung führen müssten.
Also ich bin ja auch der Meinung, dass man Ryerson bei einem sehr guten Angebot verkaufen sollte, wenn er selbef auch weg will. Aber diese Relativierung von Leistungen unserer Spieler finde ich langsam extrem nervig.
Wir hatten Jahre lang keinen Spieler der Ecken schiessen kann und nun haben wir einen und nun wird das so dargestellt als wäre das keine Leistung.
Er hat 15 Torvorlagen. Das ist einfach überragend. Da bringt es nun auch nicht bei jeder Vorlage zu schauen, ob der Gegner einen Fehler gemacht hat. So kann man doch jede Leistung relativieren. Denn vor jedem Tor passieren Fehler oder Mitspieler sind ebenso stark beteiligt wie der Spieler der die Vorlage macht. Ja das ist auch so wenn ein schneller Spieler steil geschickt wird oder ein Dribbler isoliert wird. Es wird immer versucht werden die jeweiligen Stärken des Spielers zu nutzen. Ryerson hat einfach nochmal extreme Fortschritte gemacht was Flanken angeht. Mag sein, dass er besser flankt, wenn er Platz hat. Aber welcher Spieler macht das nicht? Und warum sollte er den Platz in der nächsten Saison nicht haben?
Hier wird immer so getan, als wenn bei anderen Teams die Spieler immer konstan weltklasse spielen. Nur bei Dortmund hat der Spieler dann mal überperformt. Vielleicht ist es einfach so, dass die Taktik die gespielt wird zu ihm passt? Vielleicht wird ja auch extra so gespielt, damit solche Spieler so performen. Genauso wie andere Teams ihre Dribbler den Ball geben, ihn isolieren und hoffen, dass er einen guten Tag hat. Dortmund spielt halt den Spieler mit den besten Flanken frei und hofft, dass er einen guten Tag hat.
Am Ende geht es doch nur darum, dass man lieber Dribbler sehen will, weil das mehr Spektakel ist. Deseegen redet man nun solche Spieler schlecht.
Für Ryerson braucht man schon mindestens 40 Millionen, damit man richtig Geld hat um auch wirklich Qualität zu verpflichten. Und selbst das ist natürlich ein Risiko. Denn in dem Kovav System funktioniert ein Ryerson offensichtlich. Ob es der Ersatz auch tut, muss man dann erstmal sehen.
19.05.2026 - 17:48 Uhr
Zitat von Seppinho
Eigentlich wäre es jetzt die perfekte Gelegenheit, Ryerson zu verkaufen nach dieser guten Saison, mit 28 und noch 2 Jahren Vertrag, ich glaube aber, dass das der Verein fundamental anders sieht und nur sein Wille zu gehen, das Ganze ändern könnte, sh. Füllkrug.
Eigentlich wäre es jetzt die perfekte Gelegenheit, Ryerson zu verkaufen nach dieser guten Saison, mit 28 und noch 2 Jahren Vertrag, ich glaube aber, dass das der Verein fundamental anders sieht und nur sein Wille zu gehen, das Ganze ändern könnte, sh. Füllkrug.
Wirtschaftlich ist die Gelegenheit wirklich perfekt. Aber für die mittelfristige Kaderplanung wären die Auswirkungen erheblich. Dieses Jahr werden diverse erfahrene Kräfte aussortiert, nach Brandt, Groß, Süle und Özcan könnte auch Guirassy noch folgen. Nächstes Jahr laufen die Verträge von Bensebaini, Can und Sabitzer aus, Nmecha und Schlotterbeck haben AK´s und Kobel nur noch ein Jahr Restvertrag - > Verkaufsdruck.
Junge Mannschaften brauchen Stabilisatoren und Charaktere die als Vorbilder in Sachen Professionalität und Mentalität dienen. Diese Spieler müssen dabei nicht unbedingt Fußballerisch Spitze sein, aber eben stabilisieren.
Ryerson sehe ich hier, neben Anton, in einer Schlüsselrolle für die nächsten 3-4 Jahre, wobei auch bei Bensebaini eine Verlängerung vielleicht Sinn ergibt. Diese Spieler einzukaufen ist sehr schwer, weil sie meistens teuer sind und sich außerdem im Verein erstmal ein Standing erarbeiten müssen.
Vor ein paar Monaten wäre ich hier auch deutlich für einen Verkauf gewesen. Jetzt hat man allerdings Ausstiegsklauseln vergeben, Brandt verabschiedet und ausschließlich U21-Spieler verpflichtet...
19.05.2026 - 18:51 Uhr
Zitat von Arekon96
Wirtschaftlich ist die Gelegenheit wirklich perfekt. Aber für die mittelfristige Kaderplanung wären die Auswirkungen erheblich. Dieses Jahr werden diverse erfahrene Kräfte aussortiert, nach Brandt, Groß, Süle und Özcan könnte auch Guirassy noch folgen. Nächstes Jahr laufen die Verträge von Bensebaini, Can und Sabitzer aus, Nmecha und Schlotterbeck haben AK´s und Kobel nur noch ein Jahr Restvertrag - > Verkaufsdruck.
Junge Mannschaften brauchen Stabilisatoren und Charaktere die als Vorbilder in Sachen Professionalität und Mentalität dienen. Diese Spieler müssen dabei nicht unbedingt Fußballerisch Spitze sein, aber eben stabilisieren.
Ryerson sehe ich hier, neben Anton, in einer Schlüsselrolle für die nächsten 3-4 Jahre, wobei auch bei Bensebaini eine Verlängerung vielleicht Sinn ergibt. Diese Spieler einzukaufen ist sehr schwer, weil sie meistens teuer sind und sich außerdem im Verein erstmal ein Standing erarbeiten müssen.
Vor ein paar Monaten wäre ich hier auch deutlich für einen Verkauf gewesen. Jetzt hat man allerdings Ausstiegsklauseln vergeben, Brandt verabschiedet und ausschließlich U21-Spieler verpflichtet...
Zitat von Seppinho
Eigentlich wäre es jetzt die perfekte Gelegenheit, Ryerson zu verkaufen nach dieser guten Saison, mit 28 und noch 2 Jahren Vertrag, ich glaube aber, dass das der Verein fundamental anders sieht und nur sein Wille zu gehen, das Ganze ändern könnte, sh. Füllkrug.
Eigentlich wäre es jetzt die perfekte Gelegenheit, Ryerson zu verkaufen nach dieser guten Saison, mit 28 und noch 2 Jahren Vertrag, ich glaube aber, dass das der Verein fundamental anders sieht und nur sein Wille zu gehen, das Ganze ändern könnte, sh. Füllkrug.
Wirtschaftlich ist die Gelegenheit wirklich perfekt. Aber für die mittelfristige Kaderplanung wären die Auswirkungen erheblich. Dieses Jahr werden diverse erfahrene Kräfte aussortiert, nach Brandt, Groß, Süle und Özcan könnte auch Guirassy noch folgen. Nächstes Jahr laufen die Verträge von Bensebaini, Can und Sabitzer aus, Nmecha und Schlotterbeck haben AK´s und Kobel nur noch ein Jahr Restvertrag - > Verkaufsdruck.
Junge Mannschaften brauchen Stabilisatoren und Charaktere die als Vorbilder in Sachen Professionalität und Mentalität dienen. Diese Spieler müssen dabei nicht unbedingt Fußballerisch Spitze sein, aber eben stabilisieren.
Ryerson sehe ich hier, neben Anton, in einer Schlüsselrolle für die nächsten 3-4 Jahre, wobei auch bei Bensebaini eine Verlängerung vielleicht Sinn ergibt. Diese Spieler einzukaufen ist sehr schwer, weil sie meistens teuer sind und sich außerdem im Verein erstmal ein Standing erarbeiten müssen.
Vor ein paar Monaten wäre ich hier auch deutlich für einen Verkauf gewesen. Jetzt hat man allerdings Ausstiegsklauseln vergeben, Brandt verabschiedet und ausschließlich U21-Spieler verpflichtet...
Unabhängig davon, dass ich Ryerson im aktuellen System nach wie vor nicht für passend halte, bezweifel ich den stabilisierenden Effekt oder die Vorbildwirkung in Sachen Professionalität und Mentalität bei den von dir genannten Namen teilweise. Groß Wechsel hinterließ keine spürbare Veränderung. Ozcans Einfluss kann ich nicht beurteilen, würde ihn aber zumindest nicht den hohen Stellenwert zuschreiben. Süle ist in den letzten Jahren eben auch nicht durch Professionalität und mentale Stärke präsent gewesen.
Ich kann deinen Punkt selbstverständlich trotzdem nachvollziehen und denke trotzdem, dass es einige Spieler im Kader gibt, die diese Rolle ausfüllen oder zukünftig ausfüllen könnten.
Ryerson zu verkaufen, sobald gute Angebote reinkommen, halte ich bei der Datenlage für sinnvoll.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Grins am 19.05.2026 um 18:52 Uhr bearbeitet
19.05.2026 - 19:41 Uhr
Zitat von BlackYellow
Also ich bin ja auch der Meinung, dass man Ryerson bei einem sehr guten Angebot verkaufen sollte, wenn er selbef auch weg will. Aber diese Relativierung von Leistungen unserer Spieler finde ich langsam extrem nervig.
Wir hatten Jahre lang keinen Spieler der Ecken schiessen kann und nun haben wir einen und nun wird das so dargestellt als wäre das keine Leistung.
Er hat 15 Torvorlagen. Das ist einfach überragend. Da bringt es nun auch nicht bei jeder Vorlage zu schauen, ob der Gegner einen Fehler gemacht hat. So kann man doch jede Leistung relativieren. Denn vor jedem Tor passieren Fehler oder Mitspieler sind ebenso stark beteiligt wie der Spieler der die Vorlage macht. Ja das ist auch so wenn ein schneller Spieler steil geschickt wird oder ein Dribbler isoliert wird. Es wird immer versucht werden die jeweiligen Stärken des Spielers zu nutzen. Ryerson hat einfach nochmal extreme Fortschritte gemacht was Flanken angeht. Mag sein, dass er besser flankt, wenn er Platz hat. Aber welcher Spieler macht das nicht? Und warum sollte er den Platz in der nächsten Saison nicht haben?
Hier wird immer so getan, als wenn bei anderen Teams die Spieler immer konstan weltklasse spielen. Nur bei Dortmund hat der Spieler dann mal überperformt. Vielleicht ist es einfach so, dass die Taktik die gespielt wird zu ihm passt? Vielleicht wird ja auch extra so gespielt, damit solche Spieler so performen. Genauso wie andere Teams ihre Dribbler den Ball geben, ihn isolieren und hoffen, dass er einen guten Tag hat. Dortmund spielt halt den Spieler mit den besten Flanken frei und hofft, dass er einen guten Tag hat.
Am Ende geht es doch nur darum, dass man lieber Dribbler sehen will, weil das mehr Spektakel ist. Deseegen redet man nun solche Spieler schlecht.
Für Ryerson braucht man schon mindestens 40 Millionen, damit man richtig Geld hat um auch wirklich Qualität zu verpflichten. Und selbst das ist natürlich ein Risiko. Denn in dem Kovav System funktioniert ein Ryerson offensichtlich. Ob es der Ersatz auch tut, muss man dann erstmal sehen.
Zitat von BVBBC
Ich finde nicht, dass Ryerson diese Saison besser geworden ist, sondern hauptsächlich davon profitierten, dass wir ihn eben gerade aus schwierigen Situationen stärker rausgehalten haben, indem wir ihn offensiver positionierten. Das ist in gewisser Weise widersprüchlich, weil ich seine Stärken weiterhin nicht in der Offensive sehe, aber man hat zumindest seine Defizite im Aufbauspiel so noch stärker kaschieren können, weil er schlicht viel seltener am Ball war. Das sieht man vor allem an seinem Passspiel in der Liga ganz gut:
Saison | Pässe | angekommen | Passquote
2025/2026 | 35,90 | 29,64 | 82,6%
2024/2025 | 46,31 | 41,43 | 89,5%
2023/2024 | 49,06 | 43,37 | 88,4%
2022/2023 | 51,19 | 42,81 | 83,6%
Gesamt | 44,77 | 38,66 | 86,4%
Selbst wenn man den deutlich geringeren Ballbesitzanteil dieser Saison bedenkt, ändert sich an der Aussage, dass man Ryerson häufiger denn je im Aufbau überspielte, nichts. Ballbesitzbereinigt sind es immer noch rund 14% weniger gespielte Pässe und sogar knapp 18% weniger angekommene Pässe als in seiner gesamten BVB Karriere. Währenddessen haben seine Fehlpässe ballbesitzbereinigt aber sogar um 10% zugenommen, obwohl er seltener in kritischen Aufbausituationen am Ball war, weil er vorne eben viel mehr flanken sollte und dabei dann konsequenterweise auch mehr Ausschuss rauskam:
Saison | Flanken* | angekommen* | Flankenquote
2025/2026 | 18,42 | 4,98 | 27,0%
2024/2025 | 7,36 | 2,28 | 30,9%
2023/2024 | 3,50 | 0,79 | 22,5%
2022/2023 | 5,45 | 1,09 | 20,0%
Gesamt | 9,11 | 2,44 | 26,8%
*ballbesitzbereinigt
Um den Kontext noch etwas zu erweitern: Ryerson hat diese Saison fast so viele Flanken nicht an den Mann gebracht (181), wie er in seiner BVB Karriere vor dieser Saison überhaupt geschlagen hat (200). Es sind also allein diese Saison 24% mehr Flanken gewesen als in den Jahren davor zusammen. Dafür wurde Ryerson deutlich breiter und höher positioniert als vorher. Das hat er auch, entgegen seines Spielertyps, vor allem in der Rückrunde sehr diszipliniert umgesetzt. Das zeigen sogar die Heatmaps: https://www.sofascore.com/de/football/player/compare?ids=800951,800951,800951&ut_ids=_,35,35&s_ids=_,63516,52608&s_types=_,overall,overall
Seine Flankenqualität ist dabei in meinen Augen vor allem davon abhängig, wie viel Platz und daher Zeit er dafür bekommt. Seine Ballan- und -mitnahme ist weiterhin nicht die beste und er kann sich nur selten selbst Platz für eine Flanke verschaffen. All seine Assists dieser Saison aus dem laufenden Spiel in der Liga, hatten daher ähnliche Grundbedingungen, was die Nähe des nächsten Gegenspielers betrifft:
vs. Heidenheim Couto legt zurück, nachdem er gedoppelt wird, Ryerson ist im Halbraum völlig blank und da Coutos Pass dadurch sehr weich gespielt werden konnte, kann Ryerson direkt flanken und findet Guirassy, der einköpft.
vs. Wolfsburggute Spielübersicht hier von Ryerson, der direkt auf den freien Adeyemi ablegt, bevor er selbst Druck bekommen kann. Im Anschluss ein starkes Tor von Adeyemi.
vs. Frankfurt Hinrunde Verlagerung Schlotterbeck auf Ryerson. Frankfurt hatte ihn komplett an der Linie allein gelassen. Die Mitnahme ist gut, der Pass in die Mitte eigentlich nicht, aber Beier - der vermutlich nicht der Zielspieler der flachen Flanke war - spielt mit und läuft gut ein.
vs. Mainz Angriff über links, Mainz klärt schlecht und bekommt daher dann keinen Druck auf Ryerson, der den Ball von Mainz bekommt. Der löffelt den Ball hoch und weit rein, eigentlich wieder kein guter Ball, aber Beier macht trotzdem wieder das Tor daraus.
vs. Frankfurt RückrundeFrankfurt kann gleich zwei Befreiungsschläge nicht festmachen, sodass Brandt es eben macht. Sabitzer rückt diesmal gut auf und Ryerson ist zuvor schon gut durchgelaufen. Theate steht wieder schlecht zum Ball, sodass weder auf Sabitzer Druck bekommen wird noch Ryerson eng gestellt werden kann, wodurch Ryerson mit 2 Kontakten flach reinspielen kann. Dort vollstreckt Guirassy, indem er den Ball gut über den Spann rutschen lässt, nachdem er sich perfekt vor den Mann positionieren konnte.
vs. Werder wieder eine Verlagerung von Schlotterbeck, wieder hat Ryerson viel Platz und wird nur vorsichtig gestellt. Guirassy macht es dann wieder gut, gegen einen Verteidiger, dem man Arbeitsverweigerung nachsagen darf.
Es ist daher bei all diesen Aktionen wenig bis gar kein Gegnerdruck auf Ryerson involviert. Damit man bei Ryerson die Chance auf gute und vor allem verwertbare Flanken aus dem Spiel bekommt, ist das eine Grundbedingung. Wie abhängig er davon war, obwohl man es verstärkt versuchte, zeigen vor allem die Understat Stats:
Saison | OP KP | OP xA
2025/2026 | 1,03 | 0,20
2024/2025 | 1,07 | 0,17
2023/2024 | 0,71 | 0,19
2022/2023# | - | -
Gesamt | 0,95 | 0,18
# wegen Durchmischung mit den Werten bei Union nicht verwertbar
Aus dem laufenden Spiel hat Ryerson nicht eindeutig mehr Torschussvorlagen leisten können als in früheren Saisons. Trotzdem man viel häufiger versuchte Ryerson vorne frei zu spielen (vgl. Heatmaps), bekam man dadurch allein nicht automatisch mehr Output von ihm. Aus dem quasi selben Output entstanden aber spürbar mehr Tore. Das erklärt aber nicht mal die leicht gestiegene Chancenqualität. Die Wiederholbarkeit dieser Saison ist daher in Zweifel zu ziehen, da Ryerson ganz grundsätzlich kein effizienter Vorlagengeber war und meines Erachtens auch nichts entwickelt hat, was die Annahme verändern sollte. Man wird mit Ende 20 nicht auf einmal ein effizienter Vorlagengeber, nachdem man bis dahin das Gegenteil davon war. Somit sind die Assists aus dem laufenden Spiel dieser Saison als Ausreißer zu betrachten, der teilweise zumindest durch Bedingungen erlkärbar ist, die Ryerson nicht kontrolliert.
Unterm Strich kommt daher vor allem belastbar hinzu, dass man Ryerson diese Saison viel mehr Standards hat treten lassen. Vor allem die Ecken waren stark und ergaben nicht umsonst satte 9 Assists allein in der Liga. Das war definitiv eine Entdeckung der Saison, die man nicht kleinreden sollte. Zwar behauptet das xG Modell auch hier, dass er überperformt hat, aber da bei Standards ganz grundsätzlich vergleichbare Umstände für die Vorlage vorliegen, wie er es auch aus dem laufenden Spiel benötigt, kann ich mir schon vorstellen, dass man den Aspekt in die Zukunft mitnehmen kann und hierin einen effizienten Vorlagengeber erwarten darf. Wahrscheinlich nicht ganz auf dem Niveau dieser Saison, aber zumindest ein Faktor, sofern auch weiterhin vor dem Tor an der Verwertung der Standards gearbeitet wird.
Für mich darf aber die Fähigkeit bei Standards niemals überlagern, was für Fähigkeiten im laufenden Spiel vorliegen. Dafür sind Standards eine zu unzuverlässige Geschichte, allein schon was das ziehen von Standards betrifft. Damit man zudem in gute Positionen für Standards kommt, sollte man in aller Regel schon aus dem Spiel heraus in gute Positionen kommen. Das gelang uns mit Ryerson eben hauptsächlich, wenn er initial ballfern agierte und mehr oder weniger vom Gegner vergessen wurde, weil er nicht ausreichend in die Breite verteidigen konnte.
Das wirft für mich 2 Fragen für die Zukunft auf:
1. Wenn die meisten Gegner Ryerson als Breitengeber situativ ignorieren und dafür bestraft werden können, was wäre dann erst ein echter Breitengeber wert, der es sehr konstant kann?
Zumal die Limitationen des Gegners zuverlässig den ballfernen Mann aufzunehmen ja auch bedeuten, dass ein echter Breitengeber zentral Räume öffnen müsste oder gegnerisches Pressing nur noch sehr situativ stattfinden könnte, weil man entweder individuell breiter agieren oder mehr Mann zurückziehen müsste, um besser in die Breite verteidigen zu können, wodurch sich jeweils Lücken auftun würden.
2. Was bedeutet das für Ryersons Marktwert?
15 Assists sind wohl nie wieder zu erreichen, Ryerson wird Mitte der nächsten Saison bereits 29 und sein Vertrag läuft auch nur noch 2 Jahre. Kurz: es wird nie wieder eine bessere Situation für Ryerson geben, um einen hochdotierten Vertrag auszuhandeln. Somit ist es zwangsläufig, dass er und der BVB sich mit den Optionen Wechsel oder Verlängerung auseinandersetzen müssen. Aus Sicht des BVB hielte ich eine Verlängerung zum aktuellen Zeitpunkt aber für schlecht, weil Ryerson einen Vertrag auf Basis einer Saison bekommen würde, in der er weitestgehend optimale Bedingungen für sein Spiel vorgefunden und letztendlich offensiv überperformt hat. Die Gefahr überzubezahlen, ist daher sehr hoch. Ich halte daher eine Verlängerung für unattraktiv, weil sie einen Rentenvertrag bedeutet, bei dem man sich budgetär bindet, selbst wenn die Bedingungen sich für Ryerson wieder verändern und daher ein Wechsel notwendig wäre. Ich hielte es daher für einen Fehler zu zahlen, was er aktuell am Markt, auf Basis dieser Saison, bekommen könnte, weil die Saison nicht wiederspiegeln kann, was man zukünftig konstant von ihm erwarten darf.
Aus opportunistischer Sicht, würden sich daher aus einem Verbleib wahrscheinlich mehr Risiken ergeben, als bei einem Wechsel, der noch dazu Chancen eröffnen würde, um stabil zu bekommen, was man diese Saison bekam. Womöglich sogar ohne taktische Kniffe. Selbst wenn man die Schiene weiterhin mit defensiven Prioritäten besetzen möchte, die Ryerson sicher erfüllt, wenngleich auch da u.a. mit seinem Tempo ein paar limitierende Faktoren vorliegen, die auch wieder Chancen eröffnen könnten und daher nicht zwangsläufig zu einer Verschlechterung führen müssten.
Ich finde nicht, dass Ryerson diese Saison besser geworden ist, sondern hauptsächlich davon profitierten, dass wir ihn eben gerade aus schwierigen Situationen stärker rausgehalten haben, indem wir ihn offensiver positionierten. Das ist in gewisser Weise widersprüchlich, weil ich seine Stärken weiterhin nicht in der Offensive sehe, aber man hat zumindest seine Defizite im Aufbauspiel so noch stärker kaschieren können, weil er schlicht viel seltener am Ball war. Das sieht man vor allem an seinem Passspiel in der Liga ganz gut:
Saison | Pässe | angekommen | Passquote
2025/2026 | 35,90 | 29,64 | 82,6%
2024/2025 | 46,31 | 41,43 | 89,5%
2023/2024 | 49,06 | 43,37 | 88,4%
2022/2023 | 51,19 | 42,81 | 83,6%
Gesamt | 44,77 | 38,66 | 86,4%
Selbst wenn man den deutlich geringeren Ballbesitzanteil dieser Saison bedenkt, ändert sich an der Aussage, dass man Ryerson häufiger denn je im Aufbau überspielte, nichts. Ballbesitzbereinigt sind es immer noch rund 14% weniger gespielte Pässe und sogar knapp 18% weniger angekommene Pässe als in seiner gesamten BVB Karriere. Währenddessen haben seine Fehlpässe ballbesitzbereinigt aber sogar um 10% zugenommen, obwohl er seltener in kritischen Aufbausituationen am Ball war, weil er vorne eben viel mehr flanken sollte und dabei dann konsequenterweise auch mehr Ausschuss rauskam:
Saison | Flanken* | angekommen* | Flankenquote
2025/2026 | 18,42 | 4,98 | 27,0%
2024/2025 | 7,36 | 2,28 | 30,9%
2023/2024 | 3,50 | 0,79 | 22,5%
2022/2023 | 5,45 | 1,09 | 20,0%
Gesamt | 9,11 | 2,44 | 26,8%
*ballbesitzbereinigt
Um den Kontext noch etwas zu erweitern: Ryerson hat diese Saison fast so viele Flanken nicht an den Mann gebracht (181), wie er in seiner BVB Karriere vor dieser Saison überhaupt geschlagen hat (200). Es sind also allein diese Saison 24% mehr Flanken gewesen als in den Jahren davor zusammen. Dafür wurde Ryerson deutlich breiter und höher positioniert als vorher. Das hat er auch, entgegen seines Spielertyps, vor allem in der Rückrunde sehr diszipliniert umgesetzt. Das zeigen sogar die Heatmaps: https://www.sofascore.com/de/football/player/compare?ids=800951,800951,800951&ut_ids=_,35,35&s_ids=_,63516,52608&s_types=_,overall,overall
Seine Flankenqualität ist dabei in meinen Augen vor allem davon abhängig, wie viel Platz und daher Zeit er dafür bekommt. Seine Ballan- und -mitnahme ist weiterhin nicht die beste und er kann sich nur selten selbst Platz für eine Flanke verschaffen. All seine Assists dieser Saison aus dem laufenden Spiel in der Liga, hatten daher ähnliche Grundbedingungen, was die Nähe des nächsten Gegenspielers betrifft:
vs. Heidenheim Couto legt zurück, nachdem er gedoppelt wird, Ryerson ist im Halbraum völlig blank und da Coutos Pass dadurch sehr weich gespielt werden konnte, kann Ryerson direkt flanken und findet Guirassy, der einköpft.
vs. Wolfsburggute Spielübersicht hier von Ryerson, der direkt auf den freien Adeyemi ablegt, bevor er selbst Druck bekommen kann. Im Anschluss ein starkes Tor von Adeyemi.
vs. Frankfurt Hinrunde Verlagerung Schlotterbeck auf Ryerson. Frankfurt hatte ihn komplett an der Linie allein gelassen. Die Mitnahme ist gut, der Pass in die Mitte eigentlich nicht, aber Beier - der vermutlich nicht der Zielspieler der flachen Flanke war - spielt mit und läuft gut ein.
vs. Mainz Angriff über links, Mainz klärt schlecht und bekommt daher dann keinen Druck auf Ryerson, der den Ball von Mainz bekommt. Der löffelt den Ball hoch und weit rein, eigentlich wieder kein guter Ball, aber Beier macht trotzdem wieder das Tor daraus.
vs. Frankfurt RückrundeFrankfurt kann gleich zwei Befreiungsschläge nicht festmachen, sodass Brandt es eben macht. Sabitzer rückt diesmal gut auf und Ryerson ist zuvor schon gut durchgelaufen. Theate steht wieder schlecht zum Ball, sodass weder auf Sabitzer Druck bekommen wird noch Ryerson eng gestellt werden kann, wodurch Ryerson mit 2 Kontakten flach reinspielen kann. Dort vollstreckt Guirassy, indem er den Ball gut über den Spann rutschen lässt, nachdem er sich perfekt vor den Mann positionieren konnte.
vs. Werder wieder eine Verlagerung von Schlotterbeck, wieder hat Ryerson viel Platz und wird nur vorsichtig gestellt. Guirassy macht es dann wieder gut, gegen einen Verteidiger, dem man Arbeitsverweigerung nachsagen darf.
Es ist daher bei all diesen Aktionen wenig bis gar kein Gegnerdruck auf Ryerson involviert. Damit man bei Ryerson die Chance auf gute und vor allem verwertbare Flanken aus dem Spiel bekommt, ist das eine Grundbedingung. Wie abhängig er davon war, obwohl man es verstärkt versuchte, zeigen vor allem die Understat Stats:
Saison | OP KP | OP xA
2025/2026 | 1,03 | 0,20
2024/2025 | 1,07 | 0,17
2023/2024 | 0,71 | 0,19
2022/2023# | - | -
Gesamt | 0,95 | 0,18
# wegen Durchmischung mit den Werten bei Union nicht verwertbar
Aus dem laufenden Spiel hat Ryerson nicht eindeutig mehr Torschussvorlagen leisten können als in früheren Saisons. Trotzdem man viel häufiger versuchte Ryerson vorne frei zu spielen (vgl. Heatmaps), bekam man dadurch allein nicht automatisch mehr Output von ihm. Aus dem quasi selben Output entstanden aber spürbar mehr Tore. Das erklärt aber nicht mal die leicht gestiegene Chancenqualität. Die Wiederholbarkeit dieser Saison ist daher in Zweifel zu ziehen, da Ryerson ganz grundsätzlich kein effizienter Vorlagengeber war und meines Erachtens auch nichts entwickelt hat, was die Annahme verändern sollte. Man wird mit Ende 20 nicht auf einmal ein effizienter Vorlagengeber, nachdem man bis dahin das Gegenteil davon war. Somit sind die Assists aus dem laufenden Spiel dieser Saison als Ausreißer zu betrachten, der teilweise zumindest durch Bedingungen erlkärbar ist, die Ryerson nicht kontrolliert.
Unterm Strich kommt daher vor allem belastbar hinzu, dass man Ryerson diese Saison viel mehr Standards hat treten lassen. Vor allem die Ecken waren stark und ergaben nicht umsonst satte 9 Assists allein in der Liga. Das war definitiv eine Entdeckung der Saison, die man nicht kleinreden sollte. Zwar behauptet das xG Modell auch hier, dass er überperformt hat, aber da bei Standards ganz grundsätzlich vergleichbare Umstände für die Vorlage vorliegen, wie er es auch aus dem laufenden Spiel benötigt, kann ich mir schon vorstellen, dass man den Aspekt in die Zukunft mitnehmen kann und hierin einen effizienten Vorlagengeber erwarten darf. Wahrscheinlich nicht ganz auf dem Niveau dieser Saison, aber zumindest ein Faktor, sofern auch weiterhin vor dem Tor an der Verwertung der Standards gearbeitet wird.
Für mich darf aber die Fähigkeit bei Standards niemals überlagern, was für Fähigkeiten im laufenden Spiel vorliegen. Dafür sind Standards eine zu unzuverlässige Geschichte, allein schon was das ziehen von Standards betrifft. Damit man zudem in gute Positionen für Standards kommt, sollte man in aller Regel schon aus dem Spiel heraus in gute Positionen kommen. Das gelang uns mit Ryerson eben hauptsächlich, wenn er initial ballfern agierte und mehr oder weniger vom Gegner vergessen wurde, weil er nicht ausreichend in die Breite verteidigen konnte.
Das wirft für mich 2 Fragen für die Zukunft auf:
1. Wenn die meisten Gegner Ryerson als Breitengeber situativ ignorieren und dafür bestraft werden können, was wäre dann erst ein echter Breitengeber wert, der es sehr konstant kann?
Zumal die Limitationen des Gegners zuverlässig den ballfernen Mann aufzunehmen ja auch bedeuten, dass ein echter Breitengeber zentral Räume öffnen müsste oder gegnerisches Pressing nur noch sehr situativ stattfinden könnte, weil man entweder individuell breiter agieren oder mehr Mann zurückziehen müsste, um besser in die Breite verteidigen zu können, wodurch sich jeweils Lücken auftun würden.
2. Was bedeutet das für Ryersons Marktwert?
15 Assists sind wohl nie wieder zu erreichen, Ryerson wird Mitte der nächsten Saison bereits 29 und sein Vertrag läuft auch nur noch 2 Jahre. Kurz: es wird nie wieder eine bessere Situation für Ryerson geben, um einen hochdotierten Vertrag auszuhandeln. Somit ist es zwangsläufig, dass er und der BVB sich mit den Optionen Wechsel oder Verlängerung auseinandersetzen müssen. Aus Sicht des BVB hielte ich eine Verlängerung zum aktuellen Zeitpunkt aber für schlecht, weil Ryerson einen Vertrag auf Basis einer Saison bekommen würde, in der er weitestgehend optimale Bedingungen für sein Spiel vorgefunden und letztendlich offensiv überperformt hat. Die Gefahr überzubezahlen, ist daher sehr hoch. Ich halte daher eine Verlängerung für unattraktiv, weil sie einen Rentenvertrag bedeutet, bei dem man sich budgetär bindet, selbst wenn die Bedingungen sich für Ryerson wieder verändern und daher ein Wechsel notwendig wäre. Ich hielte es daher für einen Fehler zu zahlen, was er aktuell am Markt, auf Basis dieser Saison, bekommen könnte, weil die Saison nicht wiederspiegeln kann, was man zukünftig konstant von ihm erwarten darf.
Aus opportunistischer Sicht, würden sich daher aus einem Verbleib wahrscheinlich mehr Risiken ergeben, als bei einem Wechsel, der noch dazu Chancen eröffnen würde, um stabil zu bekommen, was man diese Saison bekam. Womöglich sogar ohne taktische Kniffe. Selbst wenn man die Schiene weiterhin mit defensiven Prioritäten besetzen möchte, die Ryerson sicher erfüllt, wenngleich auch da u.a. mit seinem Tempo ein paar limitierende Faktoren vorliegen, die auch wieder Chancen eröffnen könnten und daher nicht zwangsläufig zu einer Verschlechterung führen müssten.
Also ich bin ja auch der Meinung, dass man Ryerson bei einem sehr guten Angebot verkaufen sollte, wenn er selbef auch weg will. Aber diese Relativierung von Leistungen unserer Spieler finde ich langsam extrem nervig.
Wir hatten Jahre lang keinen Spieler der Ecken schiessen kann und nun haben wir einen und nun wird das so dargestellt als wäre das keine Leistung.
Er hat 15 Torvorlagen. Das ist einfach überragend. Da bringt es nun auch nicht bei jeder Vorlage zu schauen, ob der Gegner einen Fehler gemacht hat. So kann man doch jede Leistung relativieren. Denn vor jedem Tor passieren Fehler oder Mitspieler sind ebenso stark beteiligt wie der Spieler der die Vorlage macht. Ja das ist auch so wenn ein schneller Spieler steil geschickt wird oder ein Dribbler isoliert wird. Es wird immer versucht werden die jeweiligen Stärken des Spielers zu nutzen. Ryerson hat einfach nochmal extreme Fortschritte gemacht was Flanken angeht. Mag sein, dass er besser flankt, wenn er Platz hat. Aber welcher Spieler macht das nicht? Und warum sollte er den Platz in der nächsten Saison nicht haben?
Hier wird immer so getan, als wenn bei anderen Teams die Spieler immer konstan weltklasse spielen. Nur bei Dortmund hat der Spieler dann mal überperformt. Vielleicht ist es einfach so, dass die Taktik die gespielt wird zu ihm passt? Vielleicht wird ja auch extra so gespielt, damit solche Spieler so performen. Genauso wie andere Teams ihre Dribbler den Ball geben, ihn isolieren und hoffen, dass er einen guten Tag hat. Dortmund spielt halt den Spieler mit den besten Flanken frei und hofft, dass er einen guten Tag hat.
Am Ende geht es doch nur darum, dass man lieber Dribbler sehen will, weil das mehr Spektakel ist. Deseegen redet man nun solche Spieler schlecht.
Für Ryerson braucht man schon mindestens 40 Millionen, damit man richtig Geld hat um auch wirklich Qualität zu verpflichten. Und selbst das ist natürlich ein Risiko. Denn in dem Kovav System funktioniert ein Ryerson offensichtlich. Ob es der Ersatz auch tut, muss man dann erstmal sehen.
Keine Sorge, der Verein macht schon seit Jahren schlechte Entscheidungen, und bei Ryerson wird man das jetzt nicht ändern.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Luftloch am 19.05.2026 um 19:41 Uhr bearbeitet
19.05.2026 - 19:52 Uhr
Zitat von Grins
Unabhängig davon, dass ich Ryerson im aktuellen System nach wie vor nicht für passend halte, bezweifel ich den stabilisierenden Effekt oder die Vorbildwirkung in Sachen Professionalität und Mentalität bei den von dir genannten Namen teilweise. Groß Wechsel hinterließ keine spürbare Veränderung. Ozcans Einfluss kann ich nicht beurteilen, würde ihn aber zumindest nicht den hohen Stellenwert zuschreiben. Süle ist in den letzten Jahren eben auch nicht durch Professionalität und mentale Stärke präsent gewesen.
Ich kann deinen Punkt selbstverständlich trotzdem nachvollziehen und denke trotzdem, dass es einige Spieler im Kader gibt, die diese Rolle ausfüllen oder zukünftig ausfüllen könnten.
Ryerson zu verkaufen, sobald gute Angebote reinkommen, halte ich bei der Datenlage für sinnvoll.
Zitat von Arekon96
Wirtschaftlich ist die Gelegenheit wirklich perfekt. Aber für die mittelfristige Kaderplanung wären die Auswirkungen erheblich. Dieses Jahr werden diverse erfahrene Kräfte aussortiert, nach Brandt, Groß, Süle und Özcan könnte auch Guirassy noch folgen. Nächstes Jahr laufen die Verträge von Bensebaini, Can und Sabitzer aus, Nmecha und Schlotterbeck haben AK´s und Kobel nur noch ein Jahr Restvertrag - > Verkaufsdruck.
Junge Mannschaften brauchen Stabilisatoren und Charaktere die als Vorbilder in Sachen Professionalität und Mentalität dienen. Diese Spieler müssen dabei nicht unbedingt Fußballerisch Spitze sein, aber eben stabilisieren.
Ryerson sehe ich hier, neben Anton, in einer Schlüsselrolle für die nächsten 3-4 Jahre, wobei auch bei Bensebaini eine Verlängerung vielleicht Sinn ergibt. Diese Spieler einzukaufen ist sehr schwer, weil sie meistens teuer sind und sich außerdem im Verein erstmal ein Standing erarbeiten müssen.
Vor ein paar Monaten wäre ich hier auch deutlich für einen Verkauf gewesen. Jetzt hat man allerdings Ausstiegsklauseln vergeben, Brandt verabschiedet und ausschließlich U21-Spieler verpflichtet...
Zitat von Seppinho
Eigentlich wäre es jetzt die perfekte Gelegenheit, Ryerson zu verkaufen nach dieser guten Saison, mit 28 und noch 2 Jahren Vertrag, ich glaube aber, dass das der Verein fundamental anders sieht und nur sein Wille zu gehen, das Ganze ändern könnte, sh. Füllkrug.
Eigentlich wäre es jetzt die perfekte Gelegenheit, Ryerson zu verkaufen nach dieser guten Saison, mit 28 und noch 2 Jahren Vertrag, ich glaube aber, dass das der Verein fundamental anders sieht und nur sein Wille zu gehen, das Ganze ändern könnte, sh. Füllkrug.
Wirtschaftlich ist die Gelegenheit wirklich perfekt. Aber für die mittelfristige Kaderplanung wären die Auswirkungen erheblich. Dieses Jahr werden diverse erfahrene Kräfte aussortiert, nach Brandt, Groß, Süle und Özcan könnte auch Guirassy noch folgen. Nächstes Jahr laufen die Verträge von Bensebaini, Can und Sabitzer aus, Nmecha und Schlotterbeck haben AK´s und Kobel nur noch ein Jahr Restvertrag - > Verkaufsdruck.
Junge Mannschaften brauchen Stabilisatoren und Charaktere die als Vorbilder in Sachen Professionalität und Mentalität dienen. Diese Spieler müssen dabei nicht unbedingt Fußballerisch Spitze sein, aber eben stabilisieren.
Ryerson sehe ich hier, neben Anton, in einer Schlüsselrolle für die nächsten 3-4 Jahre, wobei auch bei Bensebaini eine Verlängerung vielleicht Sinn ergibt. Diese Spieler einzukaufen ist sehr schwer, weil sie meistens teuer sind und sich außerdem im Verein erstmal ein Standing erarbeiten müssen.
Vor ein paar Monaten wäre ich hier auch deutlich für einen Verkauf gewesen. Jetzt hat man allerdings Ausstiegsklauseln vergeben, Brandt verabschiedet und ausschließlich U21-Spieler verpflichtet...
Unabhängig davon, dass ich Ryerson im aktuellen System nach wie vor nicht für passend halte, bezweifel ich den stabilisierenden Effekt oder die Vorbildwirkung in Sachen Professionalität und Mentalität bei den von dir genannten Namen teilweise. Groß Wechsel hinterließ keine spürbare Veränderung. Ozcans Einfluss kann ich nicht beurteilen, würde ihn aber zumindest nicht den hohen Stellenwert zuschreiben. Süle ist in den letzten Jahren eben auch nicht durch Professionalität und mentale Stärke präsent gewesen.
Ich kann deinen Punkt selbstverständlich trotzdem nachvollziehen und denke trotzdem, dass es einige Spieler im Kader gibt, die diese Rolle ausfüllen oder zukünftig ausfüllen könnten.
Ryerson zu verkaufen, sobald gute Angebote reinkommen, halte ich bei der Datenlage für sinnvoll.
Führungspersönlichkeiten werden mir zu oft mit "Laut" und "Verbissen" gleichgesetzt. Reus und Can sind/waren beide starke Führungspersönlichkeiten für den BVB, auf völlig unterschiedliche Art und Weise. Was ein Brandt in 7 Jahren für einen Einfluss auf die Gruppe hatte, würde ich nicht unterschätzen. Und wenn ein Özcan, trotz Reservistenrolle, jeden Tag mit 100% ins Training geht und Extraschichten schiebt, hat das auf einen Siebzehnjährigen auch eine Wirkung.
Ryerson ist für mich keiner der Ordnet. Viel eher einer, der mal ungemütlich wird, wenn der Einsatz bei anderen nicht stimmt. Anton ist aktiver am coachen, Beier wiederum motiviert durch seine immense work- rate.
Das sind alles Dinge, die man nicht mehr anhand von Statistiken planen kann. Die Mischung muss halt stimmen. David Raum wäre auch so ein Kandidat für mich...sehr konstant, quasi nie verletzt, Energiespieler...
19.05.2026 - 20:02 Uhr
Zitat von BlackYellow
Also ich bin ja auch der Meinung, dass man Ryerson bei einem sehr guten Angebot verkaufen sollte, wenn er selbef auch weg will. Aber diese Relativierung von Leistungen unserer Spieler finde ich langsam extrem nervig.
Wir hatten Jahre lang keinen Spieler der Ecken schiessen kann und nun haben wir einen und nun wird das so dargestellt als wäre das keine Leistung.
Er hat 15 Torvorlagen. Das ist einfach überragend. Da bringt es nun auch nicht bei jeder Vorlage zu schauen, ob der Gegner einen Fehler gemacht hat. So kann man doch jede Leistung relativieren. Denn vor jedem Tor passieren Fehler oder Mitspieler sind ebenso stark beteiligt wie der Spieler der die Vorlage macht. Ja das ist auch so wenn ein schneller Spieler steil geschickt wird oder ein Dribbler isoliert wird. Es wird immer versucht werden die jeweiligen Stärken des Spielers zu nutzen. Ryerson hat einfach nochmal extreme Fortschritte gemacht was Flanken angeht. Mag sein, dass er besser flankt, wenn er Platz hat. Aber welcher Spieler macht das nicht? Und warum sollte er den Platz in der nächsten Saison nicht haben?
Zitat von BVBBC
Ich finde nicht, dass Ryerson diese Saison besser geworden ist, sondern hauptsächlich davon profitierten, dass wir ihn eben gerade aus schwierigen Situationen stärker rausgehalten haben, indem wir ihn offensiver positionierten. Das ist in gewisser Weise widersprüchlich, weil ich seine Stärken weiterhin nicht in der Offensive sehe, aber man hat zumindest seine Defizite im Aufbauspiel so noch stärker kaschieren können, weil er schlicht viel seltener am Ball war. Das sieht man vor allem an seinem Passspiel in der Liga ganz gut:
Saison | Pässe | angekommen | Passquote
2025/2026 | 35,90 | 29,64 | 82,6%
2024/2025 | 46,31 | 41,43 | 89,5%
2023/2024 | 49,06 | 43,37 | 88,4%
2022/2023 | 51,19 | 42,81 | 83,6%
Gesamt | 44,77 | 38,66 | 86,4%
Selbst wenn man den deutlich geringeren Ballbesitzanteil dieser Saison bedenkt, ändert sich an der Aussage, dass man Ryerson häufiger denn je im Aufbau überspielte, nichts. Ballbesitzbereinigt sind es immer noch rund 14% weniger gespielte Pässe und sogar knapp 18% weniger angekommene Pässe als in seiner gesamten BVB Karriere. Währenddessen haben seine Fehlpässe ballbesitzbereinigt aber sogar um 10% zugenommen, obwohl er seltener in kritischen Aufbausituationen am Ball war, weil er vorne eben viel mehr flanken sollte und dabei dann konsequenterweise auch mehr Ausschuss rauskam:
Saison | Flanken* | angekommen* | Flankenquote
2025/2026 | 18,42 | 4,98 | 27,0%
2024/2025 | 7,36 | 2,28 | 30,9%
2023/2024 | 3,50 | 0,79 | 22,5%
2022/2023 | 5,45 | 1,09 | 20,0%
Gesamt | 9,11 | 2,44 | 26,8%
*ballbesitzbereinigt
Um den Kontext noch etwas zu erweitern: Ryerson hat diese Saison fast so viele Flanken nicht an den Mann gebracht (181), wie er in seiner BVB Karriere vor dieser Saison überhaupt geschlagen hat (200). Es sind also allein diese Saison 24% mehr Flanken gewesen als in den Jahren davor zusammen. Dafür wurde Ryerson deutlich breiter und höher positioniert als vorher. Das hat er auch, entgegen seines Spielertyps, vor allem in der Rückrunde sehr diszipliniert umgesetzt. Das zeigen sogar die Heatmaps: https://www.sofascore.com/de/football/player/compare?ids=800951,800951,800951&ut_ids=_,35,35&s_ids=_,63516,52608&s_types=_,overall,overall
Seine Flankenqualität ist dabei in meinen Augen vor allem davon abhängig, wie viel Platz und daher Zeit er dafür bekommt. Seine Ballan- und -mitnahme ist weiterhin nicht die beste und er kann sich nur selten selbst Platz für eine Flanke verschaffen. All seine Assists dieser Saison aus dem laufenden Spiel in der Liga, hatten daher ähnliche Grundbedingungen, was die Nähe des nächsten Gegenspielers betrifft:
vs. Heidenheim Couto legt zurück, nachdem er gedoppelt wird, Ryerson ist im Halbraum völlig blank und da Coutos Pass dadurch sehr weich gespielt werden konnte, kann Ryerson direkt flanken und findet Guirassy, der einköpft.
vs. Wolfsburggute Spielübersicht hier von Ryerson, der direkt auf den freien Adeyemi ablegt, bevor er selbst Druck bekommen kann. Im Anschluss ein starkes Tor von Adeyemi.
vs. Frankfurt Hinrunde Verlagerung Schlotterbeck auf Ryerson. Frankfurt hatte ihn komplett an der Linie allein gelassen. Die Mitnahme ist gut, der Pass in die Mitte eigentlich nicht, aber Beier - der vermutlich nicht der Zielspieler der flachen Flanke war - spielt mit und läuft gut ein.
vs. Mainz Angriff über links, Mainz klärt schlecht und bekommt daher dann keinen Druck auf Ryerson, der den Ball von Mainz bekommt. Der löffelt den Ball hoch und weit rein, eigentlich wieder kein guter Ball, aber Beier macht trotzdem wieder das Tor daraus.
vs. Frankfurt RückrundeFrankfurt kann gleich zwei Befreiungsschläge nicht festmachen, sodass Brandt es eben macht. Sabitzer rückt diesmal gut auf und Ryerson ist zuvor schon gut durchgelaufen. Theate steht wieder schlecht zum Ball, sodass weder auf Sabitzer Druck bekommen wird noch Ryerson eng gestellt werden kann, wodurch Ryerson mit 2 Kontakten flach reinspielen kann. Dort vollstreckt Guirassy, indem er den Ball gut über den Spann rutschen lässt, nachdem er sich perfekt vor den Mann positionieren konnte.
vs. Werder wieder eine Verlagerung von Schlotterbeck, wieder hat Ryerson viel Platz und wird nur vorsichtig gestellt. Guirassy macht es dann wieder gut, gegen einen Verteidiger, dem man Arbeitsverweigerung nachsagen darf.
Es ist daher bei all diesen Aktionen wenig bis gar kein Gegnerdruck auf Ryerson involviert. Damit man bei Ryerson die Chance auf gute und vor allem verwertbare Flanken aus dem Spiel bekommt, ist das eine Grundbedingung. Wie abhängig er davon war, obwohl man es verstärkt versuchte, zeigen vor allem die Understat Stats:
Saison | OP KP | OP xA
2025/2026 | 1,03 | 0,20
2024/2025 | 1,07 | 0,17
2023/2024 | 0,71 | 0,19
2022/2023# | - | -
Gesamt | 0,95 | 0,18
# wegen Durchmischung mit den Werten bei Union nicht verwertbar
Aus dem laufenden Spiel hat Ryerson nicht eindeutig mehr Torschussvorlagen leisten können als in früheren Saisons. Trotzdem man viel häufiger versuchte Ryerson vorne frei zu spielen (vgl. Heatmaps), bekam man dadurch allein nicht automatisch mehr Output von ihm. Aus dem quasi selben Output entstanden aber spürbar mehr Tore. Das erklärt aber nicht mal die leicht gestiegene Chancenqualität. Die Wiederholbarkeit dieser Saison ist daher in Zweifel zu ziehen, da Ryerson ganz grundsätzlich kein effizienter Vorlagengeber war und meines Erachtens auch nichts entwickelt hat, was die Annahme verändern sollte. Man wird mit Ende 20 nicht auf einmal ein effizienter Vorlagengeber, nachdem man bis dahin das Gegenteil davon war. Somit sind die Assists aus dem laufenden Spiel dieser Saison als Ausreißer zu betrachten, der teilweise zumindest durch Bedingungen erlkärbar ist, die Ryerson nicht kontrolliert.
Unterm Strich kommt daher vor allem belastbar hinzu, dass man Ryerson diese Saison viel mehr Standards hat treten lassen. Vor allem die Ecken waren stark und ergaben nicht umsonst satte 9 Assists allein in der Liga. Das war definitiv eine Entdeckung der Saison, die man nicht kleinreden sollte. Zwar behauptet das xG Modell auch hier, dass er überperformt hat, aber da bei Standards ganz grundsätzlich vergleichbare Umstände für die Vorlage vorliegen, wie er es auch aus dem laufenden Spiel benötigt, kann ich mir schon vorstellen, dass man den Aspekt in die Zukunft mitnehmen kann und hierin einen effizienten Vorlagengeber erwarten darf. Wahrscheinlich nicht ganz auf dem Niveau dieser Saison, aber zumindest ein Faktor, sofern auch weiterhin vor dem Tor an der Verwertung der Standards gearbeitet wird.
Für mich darf aber die Fähigkeit bei Standards niemals überlagern, was für Fähigkeiten im laufenden Spiel vorliegen. Dafür sind Standards eine zu unzuverlässige Geschichte, allein schon was das ziehen von Standards betrifft. Damit man zudem in gute Positionen für Standards kommt, sollte man in aller Regel schon aus dem Spiel heraus in gute Positionen kommen. Das gelang uns mit Ryerson eben hauptsächlich, wenn er initial ballfern agierte und mehr oder weniger vom Gegner vergessen wurde, weil er nicht ausreichend in die Breite verteidigen konnte.
Das wirft für mich 2 Fragen für die Zukunft auf:
1. Wenn die meisten Gegner Ryerson als Breitengeber situativ ignorieren und dafür bestraft werden können, was wäre dann erst ein echter Breitengeber wert, der es sehr konstant kann?
Zumal die Limitationen des Gegners zuverlässig den ballfernen Mann aufzunehmen ja auch bedeuten, dass ein echter Breitengeber zentral Räume öffnen müsste oder gegnerisches Pressing nur noch sehr situativ stattfinden könnte, weil man entweder individuell breiter agieren oder mehr Mann zurückziehen müsste, um besser in die Breite verteidigen zu können, wodurch sich jeweils Lücken auftun würden.
2. Was bedeutet das für Ryersons Marktwert?
15 Assists sind wohl nie wieder zu erreichen, Ryerson wird Mitte der nächsten Saison bereits 29 und sein Vertrag läuft auch nur noch 2 Jahre. Kurz: es wird nie wieder eine bessere Situation für Ryerson geben, um einen hochdotierten Vertrag auszuhandeln. Somit ist es zwangsläufig, dass er und der BVB sich mit den Optionen Wechsel oder Verlängerung auseinandersetzen müssen. Aus Sicht des BVB hielte ich eine Verlängerung zum aktuellen Zeitpunkt aber für schlecht, weil Ryerson einen Vertrag auf Basis einer Saison bekommen würde, in der er weitestgehend optimale Bedingungen für sein Spiel vorgefunden und letztendlich offensiv überperformt hat. Die Gefahr überzubezahlen, ist daher sehr hoch. Ich halte daher eine Verlängerung für unattraktiv, weil sie einen Rentenvertrag bedeutet, bei dem man sich budgetär bindet, selbst wenn die Bedingungen sich für Ryerson wieder verändern und daher ein Wechsel notwendig wäre. Ich hielte es daher für einen Fehler zu zahlen, was er aktuell am Markt, auf Basis dieser Saison, bekommen könnte, weil die Saison nicht wiederspiegeln kann, was man zukünftig konstant von ihm erwarten darf.
Aus opportunistischer Sicht, würden sich daher aus einem Verbleib wahrscheinlich mehr Risiken ergeben, als bei einem Wechsel, der noch dazu Chancen eröffnen würde, um stabil zu bekommen, was man diese Saison bekam. Womöglich sogar ohne taktische Kniffe. Selbst wenn man die Schiene weiterhin mit defensiven Prioritäten besetzen möchte, die Ryerson sicher erfüllt, wenngleich auch da u.a. mit seinem Tempo ein paar limitierende Faktoren vorliegen, die auch wieder Chancen eröffnen könnten und daher nicht zwangsläufig zu einer Verschlechterung führen müssten.
Ich finde nicht, dass Ryerson diese Saison besser geworden ist, sondern hauptsächlich davon profitierten, dass wir ihn eben gerade aus schwierigen Situationen stärker rausgehalten haben, indem wir ihn offensiver positionierten. Das ist in gewisser Weise widersprüchlich, weil ich seine Stärken weiterhin nicht in der Offensive sehe, aber man hat zumindest seine Defizite im Aufbauspiel so noch stärker kaschieren können, weil er schlicht viel seltener am Ball war. Das sieht man vor allem an seinem Passspiel in der Liga ganz gut:
Saison | Pässe | angekommen | Passquote
2025/2026 | 35,90 | 29,64 | 82,6%
2024/2025 | 46,31 | 41,43 | 89,5%
2023/2024 | 49,06 | 43,37 | 88,4%
2022/2023 | 51,19 | 42,81 | 83,6%
Gesamt | 44,77 | 38,66 | 86,4%
Selbst wenn man den deutlich geringeren Ballbesitzanteil dieser Saison bedenkt, ändert sich an der Aussage, dass man Ryerson häufiger denn je im Aufbau überspielte, nichts. Ballbesitzbereinigt sind es immer noch rund 14% weniger gespielte Pässe und sogar knapp 18% weniger angekommene Pässe als in seiner gesamten BVB Karriere. Währenddessen haben seine Fehlpässe ballbesitzbereinigt aber sogar um 10% zugenommen, obwohl er seltener in kritischen Aufbausituationen am Ball war, weil er vorne eben viel mehr flanken sollte und dabei dann konsequenterweise auch mehr Ausschuss rauskam:
Saison | Flanken* | angekommen* | Flankenquote
2025/2026 | 18,42 | 4,98 | 27,0%
2024/2025 | 7,36 | 2,28 | 30,9%
2023/2024 | 3,50 | 0,79 | 22,5%
2022/2023 | 5,45 | 1,09 | 20,0%
Gesamt | 9,11 | 2,44 | 26,8%
*ballbesitzbereinigt
Um den Kontext noch etwas zu erweitern: Ryerson hat diese Saison fast so viele Flanken nicht an den Mann gebracht (181), wie er in seiner BVB Karriere vor dieser Saison überhaupt geschlagen hat (200). Es sind also allein diese Saison 24% mehr Flanken gewesen als in den Jahren davor zusammen. Dafür wurde Ryerson deutlich breiter und höher positioniert als vorher. Das hat er auch, entgegen seines Spielertyps, vor allem in der Rückrunde sehr diszipliniert umgesetzt. Das zeigen sogar die Heatmaps: https://www.sofascore.com/de/football/player/compare?ids=800951,800951,800951&ut_ids=_,35,35&s_ids=_,63516,52608&s_types=_,overall,overall
Seine Flankenqualität ist dabei in meinen Augen vor allem davon abhängig, wie viel Platz und daher Zeit er dafür bekommt. Seine Ballan- und -mitnahme ist weiterhin nicht die beste und er kann sich nur selten selbst Platz für eine Flanke verschaffen. All seine Assists dieser Saison aus dem laufenden Spiel in der Liga, hatten daher ähnliche Grundbedingungen, was die Nähe des nächsten Gegenspielers betrifft:
vs. Heidenheim Couto legt zurück, nachdem er gedoppelt wird, Ryerson ist im Halbraum völlig blank und da Coutos Pass dadurch sehr weich gespielt werden konnte, kann Ryerson direkt flanken und findet Guirassy, der einköpft.
vs. Wolfsburggute Spielübersicht hier von Ryerson, der direkt auf den freien Adeyemi ablegt, bevor er selbst Druck bekommen kann. Im Anschluss ein starkes Tor von Adeyemi.
vs. Frankfurt Hinrunde Verlagerung Schlotterbeck auf Ryerson. Frankfurt hatte ihn komplett an der Linie allein gelassen. Die Mitnahme ist gut, der Pass in die Mitte eigentlich nicht, aber Beier - der vermutlich nicht der Zielspieler der flachen Flanke war - spielt mit und läuft gut ein.
vs. Mainz Angriff über links, Mainz klärt schlecht und bekommt daher dann keinen Druck auf Ryerson, der den Ball von Mainz bekommt. Der löffelt den Ball hoch und weit rein, eigentlich wieder kein guter Ball, aber Beier macht trotzdem wieder das Tor daraus.
vs. Frankfurt RückrundeFrankfurt kann gleich zwei Befreiungsschläge nicht festmachen, sodass Brandt es eben macht. Sabitzer rückt diesmal gut auf und Ryerson ist zuvor schon gut durchgelaufen. Theate steht wieder schlecht zum Ball, sodass weder auf Sabitzer Druck bekommen wird noch Ryerson eng gestellt werden kann, wodurch Ryerson mit 2 Kontakten flach reinspielen kann. Dort vollstreckt Guirassy, indem er den Ball gut über den Spann rutschen lässt, nachdem er sich perfekt vor den Mann positionieren konnte.
vs. Werder wieder eine Verlagerung von Schlotterbeck, wieder hat Ryerson viel Platz und wird nur vorsichtig gestellt. Guirassy macht es dann wieder gut, gegen einen Verteidiger, dem man Arbeitsverweigerung nachsagen darf.
Es ist daher bei all diesen Aktionen wenig bis gar kein Gegnerdruck auf Ryerson involviert. Damit man bei Ryerson die Chance auf gute und vor allem verwertbare Flanken aus dem Spiel bekommt, ist das eine Grundbedingung. Wie abhängig er davon war, obwohl man es verstärkt versuchte, zeigen vor allem die Understat Stats:
Saison | OP KP | OP xA
2025/2026 | 1,03 | 0,20
2024/2025 | 1,07 | 0,17
2023/2024 | 0,71 | 0,19
2022/2023# | - | -
Gesamt | 0,95 | 0,18
# wegen Durchmischung mit den Werten bei Union nicht verwertbar
Aus dem laufenden Spiel hat Ryerson nicht eindeutig mehr Torschussvorlagen leisten können als in früheren Saisons. Trotzdem man viel häufiger versuchte Ryerson vorne frei zu spielen (vgl. Heatmaps), bekam man dadurch allein nicht automatisch mehr Output von ihm. Aus dem quasi selben Output entstanden aber spürbar mehr Tore. Das erklärt aber nicht mal die leicht gestiegene Chancenqualität. Die Wiederholbarkeit dieser Saison ist daher in Zweifel zu ziehen, da Ryerson ganz grundsätzlich kein effizienter Vorlagengeber war und meines Erachtens auch nichts entwickelt hat, was die Annahme verändern sollte. Man wird mit Ende 20 nicht auf einmal ein effizienter Vorlagengeber, nachdem man bis dahin das Gegenteil davon war. Somit sind die Assists aus dem laufenden Spiel dieser Saison als Ausreißer zu betrachten, der teilweise zumindest durch Bedingungen erlkärbar ist, die Ryerson nicht kontrolliert.
Unterm Strich kommt daher vor allem belastbar hinzu, dass man Ryerson diese Saison viel mehr Standards hat treten lassen. Vor allem die Ecken waren stark und ergaben nicht umsonst satte 9 Assists allein in der Liga. Das war definitiv eine Entdeckung der Saison, die man nicht kleinreden sollte. Zwar behauptet das xG Modell auch hier, dass er überperformt hat, aber da bei Standards ganz grundsätzlich vergleichbare Umstände für die Vorlage vorliegen, wie er es auch aus dem laufenden Spiel benötigt, kann ich mir schon vorstellen, dass man den Aspekt in die Zukunft mitnehmen kann und hierin einen effizienten Vorlagengeber erwarten darf. Wahrscheinlich nicht ganz auf dem Niveau dieser Saison, aber zumindest ein Faktor, sofern auch weiterhin vor dem Tor an der Verwertung der Standards gearbeitet wird.
Für mich darf aber die Fähigkeit bei Standards niemals überlagern, was für Fähigkeiten im laufenden Spiel vorliegen. Dafür sind Standards eine zu unzuverlässige Geschichte, allein schon was das ziehen von Standards betrifft. Damit man zudem in gute Positionen für Standards kommt, sollte man in aller Regel schon aus dem Spiel heraus in gute Positionen kommen. Das gelang uns mit Ryerson eben hauptsächlich, wenn er initial ballfern agierte und mehr oder weniger vom Gegner vergessen wurde, weil er nicht ausreichend in die Breite verteidigen konnte.
Das wirft für mich 2 Fragen für die Zukunft auf:
1. Wenn die meisten Gegner Ryerson als Breitengeber situativ ignorieren und dafür bestraft werden können, was wäre dann erst ein echter Breitengeber wert, der es sehr konstant kann?
Zumal die Limitationen des Gegners zuverlässig den ballfernen Mann aufzunehmen ja auch bedeuten, dass ein echter Breitengeber zentral Räume öffnen müsste oder gegnerisches Pressing nur noch sehr situativ stattfinden könnte, weil man entweder individuell breiter agieren oder mehr Mann zurückziehen müsste, um besser in die Breite verteidigen zu können, wodurch sich jeweils Lücken auftun würden.
2. Was bedeutet das für Ryersons Marktwert?
15 Assists sind wohl nie wieder zu erreichen, Ryerson wird Mitte der nächsten Saison bereits 29 und sein Vertrag läuft auch nur noch 2 Jahre. Kurz: es wird nie wieder eine bessere Situation für Ryerson geben, um einen hochdotierten Vertrag auszuhandeln. Somit ist es zwangsläufig, dass er und der BVB sich mit den Optionen Wechsel oder Verlängerung auseinandersetzen müssen. Aus Sicht des BVB hielte ich eine Verlängerung zum aktuellen Zeitpunkt aber für schlecht, weil Ryerson einen Vertrag auf Basis einer Saison bekommen würde, in der er weitestgehend optimale Bedingungen für sein Spiel vorgefunden und letztendlich offensiv überperformt hat. Die Gefahr überzubezahlen, ist daher sehr hoch. Ich halte daher eine Verlängerung für unattraktiv, weil sie einen Rentenvertrag bedeutet, bei dem man sich budgetär bindet, selbst wenn die Bedingungen sich für Ryerson wieder verändern und daher ein Wechsel notwendig wäre. Ich hielte es daher für einen Fehler zu zahlen, was er aktuell am Markt, auf Basis dieser Saison, bekommen könnte, weil die Saison nicht wiederspiegeln kann, was man zukünftig konstant von ihm erwarten darf.
Aus opportunistischer Sicht, würden sich daher aus einem Verbleib wahrscheinlich mehr Risiken ergeben, als bei einem Wechsel, der noch dazu Chancen eröffnen würde, um stabil zu bekommen, was man diese Saison bekam. Womöglich sogar ohne taktische Kniffe. Selbst wenn man die Schiene weiterhin mit defensiven Prioritäten besetzen möchte, die Ryerson sicher erfüllt, wenngleich auch da u.a. mit seinem Tempo ein paar limitierende Faktoren vorliegen, die auch wieder Chancen eröffnen könnten und daher nicht zwangsläufig zu einer Verschlechterung führen müssten.
Also ich bin ja auch der Meinung, dass man Ryerson bei einem sehr guten Angebot verkaufen sollte, wenn er selbef auch weg will. Aber diese Relativierung von Leistungen unserer Spieler finde ich langsam extrem nervig.
Wir hatten Jahre lang keinen Spieler der Ecken schiessen kann und nun haben wir einen und nun wird das so dargestellt als wäre das keine Leistung.
Er hat 15 Torvorlagen. Das ist einfach überragend. Da bringt es nun auch nicht bei jeder Vorlage zu schauen, ob der Gegner einen Fehler gemacht hat. So kann man doch jede Leistung relativieren. Denn vor jedem Tor passieren Fehler oder Mitspieler sind ebenso stark beteiligt wie der Spieler der die Vorlage macht. Ja das ist auch so wenn ein schneller Spieler steil geschickt wird oder ein Dribbler isoliert wird. Es wird immer versucht werden die jeweiligen Stärken des Spielers zu nutzen. Ryerson hat einfach nochmal extreme Fortschritte gemacht was Flanken angeht. Mag sein, dass er besser flankt, wenn er Platz hat. Aber welcher Spieler macht das nicht? Und warum sollte er den Platz in der nächsten Saison nicht haben?
Du irrst, wenn du glaubst, dass in Frage gestellt wurde, ob 15 Torvorlagen eines Spielers eine tolle Sache sind. Es ist daher auch keine Relativierung der Leistung, sondern eine Einordnung, indem begründet wird, wie sie zustande kommt. Das ist eben nicht durch eine Verbesserung von Ryerson selbst geschehen, sondern durch eine taktische Maßnahme, die der BVB nur begrenzt kontrollieren kann. Was soll schließlich so schwer daran sein, dass der Gegner konsequenter zu Ryerson rausschiebt, um ihn individuell aufzunehmen? Das haben einige Gegner gemacht. Erfolgreich. Andere nicht. Diese mussten büßen.
Um daher auf deine Fragen einzugehen: natürlich ist es normal, dass Spieler besser flanken, wenn sie mehr Platz haben. Zumindest die meisten Spieler. Bei Ryerson ist das aber entscheidend wichtig, wie die Assists selbst belegen können. Es braucht diese Fehler vom Gegner und die sind nun mal keine Selbstverständlichkeit, mit der sich planen lässt. Das zeigt ja allein schon die Tatsache, dass Ryerson aus dem laufenden Spiel, obwohl er extrem viel mehr flanken durfte, nicht wirklich mehr Torschussvorlagen generieren konnte als sonst. Es braucht daher trotzdem extrem viele Flanken für die Assists, um auf die Fehleranzahl der Gegner zu kommen, damit das produktiv ist. Warum sollten die Gegner aber nicht darauf abstellen können?
Bei den Standards ist das bspw. schon passiert. Zwischen dem 19. und 26. Spieltag haben wir in 8 Spielen satte 10 Tore über Standards geschossen - vornehmlich über Ecken. Davon gingen 6 Assists auf Ryerson zurück. Also 2/3 der Assists von Ryerson per Standard sind in einem Zeitraum von nur 8 Spielen am Stück entstanden - sogar 1/2 aus Sicht des BVB. In den 8 Spielen danach gab es nur noch ein Standardtor, der ebenfalls von Ryerson assistiert wurde. Wenn der BVB könnte - und die Tore nicht auf Kosten von Toren aus dem Spiel gehen würden -, würde man wohl sicher immer versuchen auf 1,25 Tore per Standard zu kommen, statt auf 0,13, wenn man es selbst in der Hand hätte. Hat man offensichtlich aber nicht. Die Gegner können dazulernen, um die einstudierten Schemata zu kontern oder sie verhindern ganz grundsätzlich Standards, wie Ecken.
Standards ohne Elfer | Abschlüsse | Tore | xG | xG/Shot
Spieltag 1-18 | 3,22 | 0,50 | 0,34 | 0,11
19-26 | 4,13 | 1,25 | 0,59 | 0,14
27-34 | 2,88 | 0,13 | 0,55 | 0,19
Die Zeiträume sind natürlich nicht vergleichbar. Das ist aber auch nicht nötig, um zu zeigen, dass Standards keine verlässliche Quelle für Tore sind. Chancenanzahl und -qualität sowie Effizienz variieren in einer Saison massiv, weil man eben nur teilweise Kontrolle darüber hat. Schaut man es sich zudem mal nochmal für einen etwas anderen Zeitraum an und unterteilt in vor und nach der Winterpause, fällt auf, dass die Chancenqualität nach der Winterpause zwar um 70% zugenommen hatte, aber Tore nur um 18% und Abschlüsse sogar nur um 5%. Es war daher im Kern nur die eine Phase, in der sich der Aufwand für Standards lohnte. Also auch die Phase, in der Ryersons Standards extrem erfolgreich waren.
Das lässt sich auch allgemein auf Flanken übertragen, wenn der Spieler nicht in der Lage ist aus eigener Kraft Flanken zu generieren, die zu Torerfolgen führen. Und da muss man eben in der Einordnung schon ehrlich sein, das hat Ryerson eben nicht müssen, für seine Assists. Deswegen halte ich es für falsch, dass man die Assists überhöht, als allgemeingültig und somit auch wiederholbar darstellt. So einfach ist das leider nicht. Allein die Phase in der viel über Ryersons Standards ging, liegt immer noch im Rahmen dessen, was ein statistischer Ausreißer sein kann. Ginter sammelte unter Tuchel als RV bspw. auch mal 6 Assists in 6 Spielen. Danach reagierten die Gegner und es wurde nur noch ein weiterer Assist, bevor Ginter die Position wieder räumen musste, weil man dasselbe getan hat, wie diese Saison für Ryerson und das sogar noch sehr viel erfolgreicher. Es machte Ginter nur nicht zum RV, geschweige denn zu einem offensivstarken RV.
Hier wird immer so getan, als wenn bei anderen Teams die Spieler immer konstan weltklasse spielen.
Der Vorwurf ist reichlich unsachlich und als Bonus sogar noch genau das, was du eingangs kritisieren möchtest: eine Relativierung in Form von Whataboutism.
Nur bei Dortmund hat der Spieler dann mal überperformt. Vielleicht ist es einfach so, dass die Taktik die gespielt wird zu ihm passt? Vielleicht wird ja auch extra so gespielt, damit solche Spieler so performen. Genauso wie andere Teams ihre Dribbler den Ball geben, ihn isolieren und hoffen, dass er einen guten Tag hat. Dortmund spielt halt den Spieler mit den besten Flanken frei und hofft, dass er einen guten Tag hat.
Am Ende geht es doch nur darum, dass man lieber Dribbler sehen will, weil das mehr Spektakel ist. Deseegen redet man nun solche Spieler schlecht.
Nochmal: hier wird nichts schlechtgeredet, nur widersprochen, dass alles daran beliebig wiederholbar ist und daher auch noch nächste Saison funktioniert.
Für Ryerson braucht man schon mindestens 40 Millionen, damit man richtig Geld hat um auch wirklich Qualität zu verpflichten. Und selbst das ist natürlich ein Risiko. Denn in dem Kovav System funktioniert ein Ryerson offensichtlich. Ob es der Ersatz auch tut, muss man dann erstmal sehen.
Ich finde 40 Mio. reichlich hoch gegriffen. Ryersons 25 Mio. Marktwerteinschätzung hier dürften nach wie vor eine gute Richtgröße dafür sein, was er wirklich wert ist. Denn es ist nicht das System, das sicherstellt, dass Ryerson offensiv funktioniert, auch wenn es genau darauf hofft. Es sind die Gegner, die die Idee überhaupt zulassen. Machen sie es nicht, können weder Kovac noch Ryerson viel dagegen tun. Genau deswegen werden Dribbler eben auch favorisiert. Zumindest wenn die sich auch unter Druck noch durchsetzen können und effizient sind. Das geben die Assists, wenn man sie sich nochmal ansieht, nicht her.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von BVBBC am 19.05.2026 um 20:04 Uhr bearbeitet
19.05.2026 - 20:11 Uhr
Zitat von BVBBC
Du irrst, wenn du glaubst, dass in Frage gestellt wurde, ob 15 Torvorlagen eines Spielers eine tolle Sache sind. Es ist daher auch keine Relativierung der Leistung, sondern eine Einordnung, indem begründet wird, wie sie zustande kommt. Das ist eben nicht durch eine Verbesserung von Ryerson selbst geschehen, sondern durch eine taktische Maßnahme, die der BVB nur begrenzt kontrollieren kann. Was soll schließlich so schwer daran sein, dass der Gegner konsequenter zu Ryerson rausschiebt, um ihn individuell aufzunehmen? Das haben einige Gegner gemacht. Erfolgreich. Andere nicht. Diese mussten büßen.
Um daher auf deine Fragen einzugehen: natürlich ist es normal, dass Spieler besser flanken, wenn sie mehr Platz haben. Zumindest die meisten Spieler. Bei Ryerson ist das aber entscheidend wichtig, wie die Assists selbst belegen können. Es braucht diese Fehler vom Gegner und die sind nun mal keine Selbstverständlichkeit, mit der sich planen lässt. Das zeigt ja allein schon die Tatsache, dass Ryerson aus dem laufenden Spiel, obwohl er extrem viel mehr flanken durfte, nicht wirklich mehr Torschussvorlagen generieren konnte als sonst. Es braucht daher trotzdem extrem viele Flanken für die Assists, um auf die Fehleranzahl der Gegner zu kommen, damit das produktiv ist. Warum sollten die Gegner aber nicht darauf abstellen können?
Bei den Standards ist das bspw. schon passiert. Zwischen dem 19. und 26. Spieltag haben wir in 8 Spielen satte 10 Tore über Standards geschossen - vornehmlich über Ecken. Davon gingen 6 Assists auf Ryerson zurück. Also 2/3 der Assists von Ryerson per Standard sind in einem Zeitraum von nur 8 Spielen am Stück entstanden - sogar 1/2 aus Sicht des BVB. In den 8 Spielen danach gab es nur noch ein Standardtor, der ebenfalls von Ryerson assistiert wurde. Wenn der BVB könnte - und die Tore nicht auf Kosten von Toren aus dem Spiel gehen würden -, würde man wohl sicher immer versuchen auf 1,25 Tore per Standard zu kommen, statt auf 0,13, wenn man es selbst in der Hand hätte. Hat man offensichtlich aber nicht. Die Gegner können dazulernen, um die einstudierten Schemata zu kontern oder sie verhindern ganz grundsätzlich Standards, wie Ecken.
Standards ohne Elfer | Abschlüsse | Tore | xG | xG/Shot
Spieltag 1-18 | 3,22 | 0,50 | 0,34 | 0,11
19-26 | 4,13 | 1,25 | 0,59 | 0,14
27-34 | 2,88 | 0,13 | 0,55 | 0,19
Die Zeiträume sind natürlich nicht vergleichbar. Das ist aber auch nicht nötig, um zu zeigen, dass Standards keine verlässliche Quelle für Tore sind. Chancenanzahl und -qualität sowie Effizienz variieren in einer Saison massiv, weil man eben nur teilweise Kontrolle darüber hat. Schaut man es sich zudem mal nochmal für einen etwas anderen Zeitraum an und unterteilt in vor und nach der Winterpause, fällt auf, dass die Chancenqualität nach der Winterpause zwar um 70% zugenommen hatte, aber Tore nur um 18% und Abschlüsse sogar nur um 5%. Es war daher im Kern nur die eine Phase, in der sich der Aufwand für Standards lohnte. Also auch die Phase, in der Ryersons Standards extrem erfolgreich waren.
Das lässt sich auch allgemein auf Flanken übertragen, wenn der Spieler nicht in der Lage ist aus eigener Kraft Flanken zu generieren, die zu Torerfolgen führen. Und da muss man eben in der Einordnung schon ehrlich sein, das hat Ryerson eben nicht müssen, für seine Assists. Deswegen halte ich es für falsch, dass man die Assists überhöht, als allgemeingültig und somit auch wiederholbar darstellt. So einfach ist das leider nicht. Allein die Phase in der viel über Ryersons Standards ging, liegt immer noch im Rahmen dessen, was ein statistischer Ausreißer sein kann. Ginter sammelte unter Tuchel als RV bspw. auch mal 6 Assists in 6 Spielen. Danach reagierten die Gegner und es wurde nur noch ein weiterer Assist, bevor Ginter die Position wieder räumen musste, weil man dasselbe getan hat, wie diese Saison für Ryerson und das sogar noch sehr viel erfolgreicher. Es machte Ginter nur nicht zum RV, geschweige denn zu einem offensivstarken RV.
Hier wird immer so getan, als wenn bei anderen Teams die Spieler immer konstan weltklasse spielen.
Der Vorwurf ist reichlich unsachlich und als Bonus sogar noch genau das, was du eingangs kritisieren möchtest: eine Relativierung in Form von Whataboutism.
Nur bei Dortmund hat der Spieler dann mal überperformt. Vielleicht ist es einfach so, dass die Taktik die gespielt wird zu ihm passt? Vielleicht wird ja auch extra so gespielt, damit solche Spieler so performen. Genauso wie andere Teams ihre Dribbler den Ball geben, ihn isolieren und hoffen, dass er einen guten Tag hat. Dortmund spielt halt den Spieler mit den besten Flanken frei und hofft, dass er einen guten Tag hat.
Am Ende geht es doch nur darum, dass man lieber Dribbler sehen will, weil das mehr Spektakel ist. Deseegen redet man nun solche Spieler schlecht.
Nochmal: hier wird nichts schlechtgeredet, nur widersprochen, dass alles daran beliebig wiederholbar ist und daher auch noch nächste Saison funktioniert.
Für Ryerson braucht man schon mindestens 40 Millionen, damit man richtig Geld hat um auch wirklich Qualität zu verpflichten. Und selbst das ist natürlich ein Risiko. Denn in dem Kovav System funktioniert ein Ryerson offensichtlich. Ob es der Ersatz auch tut, muss man dann erstmal sehen.
Ich finde 40 Mio. reichlich hoch gegriffen. Ryersons 25 Mio. Marktwerteinschätzung hier dürften nach wie vor eine gute Richtgröße dafür sein, was er wirklich wert ist. Denn es ist nicht das System, das sicherstellt, dass Ryerson offensiv funktioniert, auch wenn es genau darauf hofft. Es sind die Gegner, die die Idee überhaupt zulassen. Machen sie es nicht, können weder Kovac noch Ryerson viel dagegen tun. Genau deswegen werden Dribbler eben auch favorisiert. Zumindest wenn die sich auch unter Druck noch durchsetzen können und effizient sind. Das geben die Assists, wenn man sie sich nochmal ansieht, nicht her.
Zitat von BlackYellow
Also ich bin ja auch der Meinung, dass man Ryerson bei einem sehr guten Angebot verkaufen sollte, wenn er selbef auch weg will. Aber diese Relativierung von Leistungen unserer Spieler finde ich langsam extrem nervig.
Wir hatten Jahre lang keinen Spieler der Ecken schiessen kann und nun haben wir einen und nun wird das so dargestellt als wäre das keine Leistung.
Er hat 15 Torvorlagen. Das ist einfach überragend. Da bringt es nun auch nicht bei jeder Vorlage zu schauen, ob der Gegner einen Fehler gemacht hat. So kann man doch jede Leistung relativieren. Denn vor jedem Tor passieren Fehler oder Mitspieler sind ebenso stark beteiligt wie der Spieler der die Vorlage macht. Ja das ist auch so wenn ein schneller Spieler steil geschickt wird oder ein Dribbler isoliert wird. Es wird immer versucht werden die jeweiligen Stärken des Spielers zu nutzen. Ryerson hat einfach nochmal extreme Fortschritte gemacht was Flanken angeht. Mag sein, dass er besser flankt, wenn er Platz hat. Aber welcher Spieler macht das nicht? Und warum sollte er den Platz in der nächsten Saison nicht haben?
Zitat von BVBBC
Ich finde nicht, dass Ryerson diese Saison besser geworden ist, sondern hauptsächlich davon profitierten, dass wir ihn eben gerade aus schwierigen Situationen stärker rausgehalten haben, indem wir ihn offensiver positionierten. Das ist in gewisser Weise widersprüchlich, weil ich seine Stärken weiterhin nicht in der Offensive sehe, aber man hat zumindest seine Defizite im Aufbauspiel so noch stärker kaschieren können, weil er schlicht viel seltener am Ball war. Das sieht man vor allem an seinem Passspiel in der Liga ganz gut:
Saison | Pässe | angekommen | Passquote
2025/2026 | 35,90 | 29,64 | 82,6%
2024/2025 | 46,31 | 41,43 | 89,5%
2023/2024 | 49,06 | 43,37 | 88,4%
2022/2023 | 51,19 | 42,81 | 83,6%
Gesamt | 44,77 | 38,66 | 86,4%
Selbst wenn man den deutlich geringeren Ballbesitzanteil dieser Saison bedenkt, ändert sich an der Aussage, dass man Ryerson häufiger denn je im Aufbau überspielte, nichts. Ballbesitzbereinigt sind es immer noch rund 14% weniger gespielte Pässe und sogar knapp 18% weniger angekommene Pässe als in seiner gesamten BVB Karriere. Währenddessen haben seine Fehlpässe ballbesitzbereinigt aber sogar um 10% zugenommen, obwohl er seltener in kritischen Aufbausituationen am Ball war, weil er vorne eben viel mehr flanken sollte und dabei dann konsequenterweise auch mehr Ausschuss rauskam:
Saison | Flanken* | angekommen* | Flankenquote
2025/2026 | 18,42 | 4,98 | 27,0%
2024/2025 | 7,36 | 2,28 | 30,9%
2023/2024 | 3,50 | 0,79 | 22,5%
2022/2023 | 5,45 | 1,09 | 20,0%
Gesamt | 9,11 | 2,44 | 26,8%
*ballbesitzbereinigt
Um den Kontext noch etwas zu erweitern: Ryerson hat diese Saison fast so viele Flanken nicht an den Mann gebracht (181), wie er in seiner BVB Karriere vor dieser Saison überhaupt geschlagen hat (200). Es sind also allein diese Saison 24% mehr Flanken gewesen als in den Jahren davor zusammen. Dafür wurde Ryerson deutlich breiter und höher positioniert als vorher. Das hat er auch, entgegen seines Spielertyps, vor allem in der Rückrunde sehr diszipliniert umgesetzt. Das zeigen sogar die Heatmaps: https://www.sofascore.com/de/football/player/compare?ids=800951,800951,800951&ut_ids=_,35,35&s_ids=_,63516,52608&s_types=_,overall,overall
Seine Flankenqualität ist dabei in meinen Augen vor allem davon abhängig, wie viel Platz und daher Zeit er dafür bekommt. Seine Ballan- und -mitnahme ist weiterhin nicht die beste und er kann sich nur selten selbst Platz für eine Flanke verschaffen. All seine Assists dieser Saison aus dem laufenden Spiel in der Liga, hatten daher ähnliche Grundbedingungen, was die Nähe des nächsten Gegenspielers betrifft:
vs. Heidenheim Couto legt zurück, nachdem er gedoppelt wird, Ryerson ist im Halbraum völlig blank und da Coutos Pass dadurch sehr weich gespielt werden konnte, kann Ryerson direkt flanken und findet Guirassy, der einköpft.
vs. Wolfsburggute Spielübersicht hier von Ryerson, der direkt auf den freien Adeyemi ablegt, bevor er selbst Druck bekommen kann. Im Anschluss ein starkes Tor von Adeyemi.
vs. Frankfurt Hinrunde Verlagerung Schlotterbeck auf Ryerson. Frankfurt hatte ihn komplett an der Linie allein gelassen. Die Mitnahme ist gut, der Pass in die Mitte eigentlich nicht, aber Beier - der vermutlich nicht der Zielspieler der flachen Flanke war - spielt mit und läuft gut ein.
vs. Mainz Angriff über links, Mainz klärt schlecht und bekommt daher dann keinen Druck auf Ryerson, der den Ball von Mainz bekommt. Der löffelt den Ball hoch und weit rein, eigentlich wieder kein guter Ball, aber Beier macht trotzdem wieder das Tor daraus.
vs. Frankfurt RückrundeFrankfurt kann gleich zwei Befreiungsschläge nicht festmachen, sodass Brandt es eben macht. Sabitzer rückt diesmal gut auf und Ryerson ist zuvor schon gut durchgelaufen. Theate steht wieder schlecht zum Ball, sodass weder auf Sabitzer Druck bekommen wird noch Ryerson eng gestellt werden kann, wodurch Ryerson mit 2 Kontakten flach reinspielen kann. Dort vollstreckt Guirassy, indem er den Ball gut über den Spann rutschen lässt, nachdem er sich perfekt vor den Mann positionieren konnte.
vs. Werder wieder eine Verlagerung von Schlotterbeck, wieder hat Ryerson viel Platz und wird nur vorsichtig gestellt. Guirassy macht es dann wieder gut, gegen einen Verteidiger, dem man Arbeitsverweigerung nachsagen darf.
Es ist daher bei all diesen Aktionen wenig bis gar kein Gegnerdruck auf Ryerson involviert. Damit man bei Ryerson die Chance auf gute und vor allem verwertbare Flanken aus dem Spiel bekommt, ist das eine Grundbedingung. Wie abhängig er davon war, obwohl man es verstärkt versuchte, zeigen vor allem die Understat Stats:
Saison | OP KP | OP xA
2025/2026 | 1,03 | 0,20
2024/2025 | 1,07 | 0,17
2023/2024 | 0,71 | 0,19
2022/2023# | - | -
Gesamt | 0,95 | 0,18
# wegen Durchmischung mit den Werten bei Union nicht verwertbar
Aus dem laufenden Spiel hat Ryerson nicht eindeutig mehr Torschussvorlagen leisten können als in früheren Saisons. Trotzdem man viel häufiger versuchte Ryerson vorne frei zu spielen (vgl. Heatmaps), bekam man dadurch allein nicht automatisch mehr Output von ihm. Aus dem quasi selben Output entstanden aber spürbar mehr Tore. Das erklärt aber nicht mal die leicht gestiegene Chancenqualität. Die Wiederholbarkeit dieser Saison ist daher in Zweifel zu ziehen, da Ryerson ganz grundsätzlich kein effizienter Vorlagengeber war und meines Erachtens auch nichts entwickelt hat, was die Annahme verändern sollte. Man wird mit Ende 20 nicht auf einmal ein effizienter Vorlagengeber, nachdem man bis dahin das Gegenteil davon war. Somit sind die Assists aus dem laufenden Spiel dieser Saison als Ausreißer zu betrachten, der teilweise zumindest durch Bedingungen erlkärbar ist, die Ryerson nicht kontrolliert.
Unterm Strich kommt daher vor allem belastbar hinzu, dass man Ryerson diese Saison viel mehr Standards hat treten lassen. Vor allem die Ecken waren stark und ergaben nicht umsonst satte 9 Assists allein in der Liga. Das war definitiv eine Entdeckung der Saison, die man nicht kleinreden sollte. Zwar behauptet das xG Modell auch hier, dass er überperformt hat, aber da bei Standards ganz grundsätzlich vergleichbare Umstände für die Vorlage vorliegen, wie er es auch aus dem laufenden Spiel benötigt, kann ich mir schon vorstellen, dass man den Aspekt in die Zukunft mitnehmen kann und hierin einen effizienten Vorlagengeber erwarten darf. Wahrscheinlich nicht ganz auf dem Niveau dieser Saison, aber zumindest ein Faktor, sofern auch weiterhin vor dem Tor an der Verwertung der Standards gearbeitet wird.
Für mich darf aber die Fähigkeit bei Standards niemals überlagern, was für Fähigkeiten im laufenden Spiel vorliegen. Dafür sind Standards eine zu unzuverlässige Geschichte, allein schon was das ziehen von Standards betrifft. Damit man zudem in gute Positionen für Standards kommt, sollte man in aller Regel schon aus dem Spiel heraus in gute Positionen kommen. Das gelang uns mit Ryerson eben hauptsächlich, wenn er initial ballfern agierte und mehr oder weniger vom Gegner vergessen wurde, weil er nicht ausreichend in die Breite verteidigen konnte.
Das wirft für mich 2 Fragen für die Zukunft auf:
1. Wenn die meisten Gegner Ryerson als Breitengeber situativ ignorieren und dafür bestraft werden können, was wäre dann erst ein echter Breitengeber wert, der es sehr konstant kann?
Zumal die Limitationen des Gegners zuverlässig den ballfernen Mann aufzunehmen ja auch bedeuten, dass ein echter Breitengeber zentral Räume öffnen müsste oder gegnerisches Pressing nur noch sehr situativ stattfinden könnte, weil man entweder individuell breiter agieren oder mehr Mann zurückziehen müsste, um besser in die Breite verteidigen zu können, wodurch sich jeweils Lücken auftun würden.
2. Was bedeutet das für Ryersons Marktwert?
15 Assists sind wohl nie wieder zu erreichen, Ryerson wird Mitte der nächsten Saison bereits 29 und sein Vertrag läuft auch nur noch 2 Jahre. Kurz: es wird nie wieder eine bessere Situation für Ryerson geben, um einen hochdotierten Vertrag auszuhandeln. Somit ist es zwangsläufig, dass er und der BVB sich mit den Optionen Wechsel oder Verlängerung auseinandersetzen müssen. Aus Sicht des BVB hielte ich eine Verlängerung zum aktuellen Zeitpunkt aber für schlecht, weil Ryerson einen Vertrag auf Basis einer Saison bekommen würde, in der er weitestgehend optimale Bedingungen für sein Spiel vorgefunden und letztendlich offensiv überperformt hat. Die Gefahr überzubezahlen, ist daher sehr hoch. Ich halte daher eine Verlängerung für unattraktiv, weil sie einen Rentenvertrag bedeutet, bei dem man sich budgetär bindet, selbst wenn die Bedingungen sich für Ryerson wieder verändern und daher ein Wechsel notwendig wäre. Ich hielte es daher für einen Fehler zu zahlen, was er aktuell am Markt, auf Basis dieser Saison, bekommen könnte, weil die Saison nicht wiederspiegeln kann, was man zukünftig konstant von ihm erwarten darf.
Aus opportunistischer Sicht, würden sich daher aus einem Verbleib wahrscheinlich mehr Risiken ergeben, als bei einem Wechsel, der noch dazu Chancen eröffnen würde, um stabil zu bekommen, was man diese Saison bekam. Womöglich sogar ohne taktische Kniffe. Selbst wenn man die Schiene weiterhin mit defensiven Prioritäten besetzen möchte, die Ryerson sicher erfüllt, wenngleich auch da u.a. mit seinem Tempo ein paar limitierende Faktoren vorliegen, die auch wieder Chancen eröffnen könnten und daher nicht zwangsläufig zu einer Verschlechterung führen müssten.
Ich finde nicht, dass Ryerson diese Saison besser geworden ist, sondern hauptsächlich davon profitierten, dass wir ihn eben gerade aus schwierigen Situationen stärker rausgehalten haben, indem wir ihn offensiver positionierten. Das ist in gewisser Weise widersprüchlich, weil ich seine Stärken weiterhin nicht in der Offensive sehe, aber man hat zumindest seine Defizite im Aufbauspiel so noch stärker kaschieren können, weil er schlicht viel seltener am Ball war. Das sieht man vor allem an seinem Passspiel in der Liga ganz gut:
Saison | Pässe | angekommen | Passquote
2025/2026 | 35,90 | 29,64 | 82,6%
2024/2025 | 46,31 | 41,43 | 89,5%
2023/2024 | 49,06 | 43,37 | 88,4%
2022/2023 | 51,19 | 42,81 | 83,6%
Gesamt | 44,77 | 38,66 | 86,4%
Selbst wenn man den deutlich geringeren Ballbesitzanteil dieser Saison bedenkt, ändert sich an der Aussage, dass man Ryerson häufiger denn je im Aufbau überspielte, nichts. Ballbesitzbereinigt sind es immer noch rund 14% weniger gespielte Pässe und sogar knapp 18% weniger angekommene Pässe als in seiner gesamten BVB Karriere. Währenddessen haben seine Fehlpässe ballbesitzbereinigt aber sogar um 10% zugenommen, obwohl er seltener in kritischen Aufbausituationen am Ball war, weil er vorne eben viel mehr flanken sollte und dabei dann konsequenterweise auch mehr Ausschuss rauskam:
Saison | Flanken* | angekommen* | Flankenquote
2025/2026 | 18,42 | 4,98 | 27,0%
2024/2025 | 7,36 | 2,28 | 30,9%
2023/2024 | 3,50 | 0,79 | 22,5%
2022/2023 | 5,45 | 1,09 | 20,0%
Gesamt | 9,11 | 2,44 | 26,8%
*ballbesitzbereinigt
Um den Kontext noch etwas zu erweitern: Ryerson hat diese Saison fast so viele Flanken nicht an den Mann gebracht (181), wie er in seiner BVB Karriere vor dieser Saison überhaupt geschlagen hat (200). Es sind also allein diese Saison 24% mehr Flanken gewesen als in den Jahren davor zusammen. Dafür wurde Ryerson deutlich breiter und höher positioniert als vorher. Das hat er auch, entgegen seines Spielertyps, vor allem in der Rückrunde sehr diszipliniert umgesetzt. Das zeigen sogar die Heatmaps: https://www.sofascore.com/de/football/player/compare?ids=800951,800951,800951&ut_ids=_,35,35&s_ids=_,63516,52608&s_types=_,overall,overall
Seine Flankenqualität ist dabei in meinen Augen vor allem davon abhängig, wie viel Platz und daher Zeit er dafür bekommt. Seine Ballan- und -mitnahme ist weiterhin nicht die beste und er kann sich nur selten selbst Platz für eine Flanke verschaffen. All seine Assists dieser Saison aus dem laufenden Spiel in der Liga, hatten daher ähnliche Grundbedingungen, was die Nähe des nächsten Gegenspielers betrifft:
vs. Heidenheim Couto legt zurück, nachdem er gedoppelt wird, Ryerson ist im Halbraum völlig blank und da Coutos Pass dadurch sehr weich gespielt werden konnte, kann Ryerson direkt flanken und findet Guirassy, der einköpft.
vs. Wolfsburggute Spielübersicht hier von Ryerson, der direkt auf den freien Adeyemi ablegt, bevor er selbst Druck bekommen kann. Im Anschluss ein starkes Tor von Adeyemi.
vs. Frankfurt Hinrunde Verlagerung Schlotterbeck auf Ryerson. Frankfurt hatte ihn komplett an der Linie allein gelassen. Die Mitnahme ist gut, der Pass in die Mitte eigentlich nicht, aber Beier - der vermutlich nicht der Zielspieler der flachen Flanke war - spielt mit und läuft gut ein.
vs. Mainz Angriff über links, Mainz klärt schlecht und bekommt daher dann keinen Druck auf Ryerson, der den Ball von Mainz bekommt. Der löffelt den Ball hoch und weit rein, eigentlich wieder kein guter Ball, aber Beier macht trotzdem wieder das Tor daraus.
vs. Frankfurt RückrundeFrankfurt kann gleich zwei Befreiungsschläge nicht festmachen, sodass Brandt es eben macht. Sabitzer rückt diesmal gut auf und Ryerson ist zuvor schon gut durchgelaufen. Theate steht wieder schlecht zum Ball, sodass weder auf Sabitzer Druck bekommen wird noch Ryerson eng gestellt werden kann, wodurch Ryerson mit 2 Kontakten flach reinspielen kann. Dort vollstreckt Guirassy, indem er den Ball gut über den Spann rutschen lässt, nachdem er sich perfekt vor den Mann positionieren konnte.
vs. Werder wieder eine Verlagerung von Schlotterbeck, wieder hat Ryerson viel Platz und wird nur vorsichtig gestellt. Guirassy macht es dann wieder gut, gegen einen Verteidiger, dem man Arbeitsverweigerung nachsagen darf.
Es ist daher bei all diesen Aktionen wenig bis gar kein Gegnerdruck auf Ryerson involviert. Damit man bei Ryerson die Chance auf gute und vor allem verwertbare Flanken aus dem Spiel bekommt, ist das eine Grundbedingung. Wie abhängig er davon war, obwohl man es verstärkt versuchte, zeigen vor allem die Understat Stats:
Saison | OP KP | OP xA
2025/2026 | 1,03 | 0,20
2024/2025 | 1,07 | 0,17
2023/2024 | 0,71 | 0,19
2022/2023# | - | -
Gesamt | 0,95 | 0,18
# wegen Durchmischung mit den Werten bei Union nicht verwertbar
Aus dem laufenden Spiel hat Ryerson nicht eindeutig mehr Torschussvorlagen leisten können als in früheren Saisons. Trotzdem man viel häufiger versuchte Ryerson vorne frei zu spielen (vgl. Heatmaps), bekam man dadurch allein nicht automatisch mehr Output von ihm. Aus dem quasi selben Output entstanden aber spürbar mehr Tore. Das erklärt aber nicht mal die leicht gestiegene Chancenqualität. Die Wiederholbarkeit dieser Saison ist daher in Zweifel zu ziehen, da Ryerson ganz grundsätzlich kein effizienter Vorlagengeber war und meines Erachtens auch nichts entwickelt hat, was die Annahme verändern sollte. Man wird mit Ende 20 nicht auf einmal ein effizienter Vorlagengeber, nachdem man bis dahin das Gegenteil davon war. Somit sind die Assists aus dem laufenden Spiel dieser Saison als Ausreißer zu betrachten, der teilweise zumindest durch Bedingungen erlkärbar ist, die Ryerson nicht kontrolliert.
Unterm Strich kommt daher vor allem belastbar hinzu, dass man Ryerson diese Saison viel mehr Standards hat treten lassen. Vor allem die Ecken waren stark und ergaben nicht umsonst satte 9 Assists allein in der Liga. Das war definitiv eine Entdeckung der Saison, die man nicht kleinreden sollte. Zwar behauptet das xG Modell auch hier, dass er überperformt hat, aber da bei Standards ganz grundsätzlich vergleichbare Umstände für die Vorlage vorliegen, wie er es auch aus dem laufenden Spiel benötigt, kann ich mir schon vorstellen, dass man den Aspekt in die Zukunft mitnehmen kann und hierin einen effizienten Vorlagengeber erwarten darf. Wahrscheinlich nicht ganz auf dem Niveau dieser Saison, aber zumindest ein Faktor, sofern auch weiterhin vor dem Tor an der Verwertung der Standards gearbeitet wird.
Für mich darf aber die Fähigkeit bei Standards niemals überlagern, was für Fähigkeiten im laufenden Spiel vorliegen. Dafür sind Standards eine zu unzuverlässige Geschichte, allein schon was das ziehen von Standards betrifft. Damit man zudem in gute Positionen für Standards kommt, sollte man in aller Regel schon aus dem Spiel heraus in gute Positionen kommen. Das gelang uns mit Ryerson eben hauptsächlich, wenn er initial ballfern agierte und mehr oder weniger vom Gegner vergessen wurde, weil er nicht ausreichend in die Breite verteidigen konnte.
Das wirft für mich 2 Fragen für die Zukunft auf:
1. Wenn die meisten Gegner Ryerson als Breitengeber situativ ignorieren und dafür bestraft werden können, was wäre dann erst ein echter Breitengeber wert, der es sehr konstant kann?
Zumal die Limitationen des Gegners zuverlässig den ballfernen Mann aufzunehmen ja auch bedeuten, dass ein echter Breitengeber zentral Räume öffnen müsste oder gegnerisches Pressing nur noch sehr situativ stattfinden könnte, weil man entweder individuell breiter agieren oder mehr Mann zurückziehen müsste, um besser in die Breite verteidigen zu können, wodurch sich jeweils Lücken auftun würden.
2. Was bedeutet das für Ryersons Marktwert?
15 Assists sind wohl nie wieder zu erreichen, Ryerson wird Mitte der nächsten Saison bereits 29 und sein Vertrag läuft auch nur noch 2 Jahre. Kurz: es wird nie wieder eine bessere Situation für Ryerson geben, um einen hochdotierten Vertrag auszuhandeln. Somit ist es zwangsläufig, dass er und der BVB sich mit den Optionen Wechsel oder Verlängerung auseinandersetzen müssen. Aus Sicht des BVB hielte ich eine Verlängerung zum aktuellen Zeitpunkt aber für schlecht, weil Ryerson einen Vertrag auf Basis einer Saison bekommen würde, in der er weitestgehend optimale Bedingungen für sein Spiel vorgefunden und letztendlich offensiv überperformt hat. Die Gefahr überzubezahlen, ist daher sehr hoch. Ich halte daher eine Verlängerung für unattraktiv, weil sie einen Rentenvertrag bedeutet, bei dem man sich budgetär bindet, selbst wenn die Bedingungen sich für Ryerson wieder verändern und daher ein Wechsel notwendig wäre. Ich hielte es daher für einen Fehler zu zahlen, was er aktuell am Markt, auf Basis dieser Saison, bekommen könnte, weil die Saison nicht wiederspiegeln kann, was man zukünftig konstant von ihm erwarten darf.
Aus opportunistischer Sicht, würden sich daher aus einem Verbleib wahrscheinlich mehr Risiken ergeben, als bei einem Wechsel, der noch dazu Chancen eröffnen würde, um stabil zu bekommen, was man diese Saison bekam. Womöglich sogar ohne taktische Kniffe. Selbst wenn man die Schiene weiterhin mit defensiven Prioritäten besetzen möchte, die Ryerson sicher erfüllt, wenngleich auch da u.a. mit seinem Tempo ein paar limitierende Faktoren vorliegen, die auch wieder Chancen eröffnen könnten und daher nicht zwangsläufig zu einer Verschlechterung führen müssten.
Also ich bin ja auch der Meinung, dass man Ryerson bei einem sehr guten Angebot verkaufen sollte, wenn er selbef auch weg will. Aber diese Relativierung von Leistungen unserer Spieler finde ich langsam extrem nervig.
Wir hatten Jahre lang keinen Spieler der Ecken schiessen kann und nun haben wir einen und nun wird das so dargestellt als wäre das keine Leistung.
Er hat 15 Torvorlagen. Das ist einfach überragend. Da bringt es nun auch nicht bei jeder Vorlage zu schauen, ob der Gegner einen Fehler gemacht hat. So kann man doch jede Leistung relativieren. Denn vor jedem Tor passieren Fehler oder Mitspieler sind ebenso stark beteiligt wie der Spieler der die Vorlage macht. Ja das ist auch so wenn ein schneller Spieler steil geschickt wird oder ein Dribbler isoliert wird. Es wird immer versucht werden die jeweiligen Stärken des Spielers zu nutzen. Ryerson hat einfach nochmal extreme Fortschritte gemacht was Flanken angeht. Mag sein, dass er besser flankt, wenn er Platz hat. Aber welcher Spieler macht das nicht? Und warum sollte er den Platz in der nächsten Saison nicht haben?
Du irrst, wenn du glaubst, dass in Frage gestellt wurde, ob 15 Torvorlagen eines Spielers eine tolle Sache sind. Es ist daher auch keine Relativierung der Leistung, sondern eine Einordnung, indem begründet wird, wie sie zustande kommt. Das ist eben nicht durch eine Verbesserung von Ryerson selbst geschehen, sondern durch eine taktische Maßnahme, die der BVB nur begrenzt kontrollieren kann. Was soll schließlich so schwer daran sein, dass der Gegner konsequenter zu Ryerson rausschiebt, um ihn individuell aufzunehmen? Das haben einige Gegner gemacht. Erfolgreich. Andere nicht. Diese mussten büßen.
Um daher auf deine Fragen einzugehen: natürlich ist es normal, dass Spieler besser flanken, wenn sie mehr Platz haben. Zumindest die meisten Spieler. Bei Ryerson ist das aber entscheidend wichtig, wie die Assists selbst belegen können. Es braucht diese Fehler vom Gegner und die sind nun mal keine Selbstverständlichkeit, mit der sich planen lässt. Das zeigt ja allein schon die Tatsache, dass Ryerson aus dem laufenden Spiel, obwohl er extrem viel mehr flanken durfte, nicht wirklich mehr Torschussvorlagen generieren konnte als sonst. Es braucht daher trotzdem extrem viele Flanken für die Assists, um auf die Fehleranzahl der Gegner zu kommen, damit das produktiv ist. Warum sollten die Gegner aber nicht darauf abstellen können?
Bei den Standards ist das bspw. schon passiert. Zwischen dem 19. und 26. Spieltag haben wir in 8 Spielen satte 10 Tore über Standards geschossen - vornehmlich über Ecken. Davon gingen 6 Assists auf Ryerson zurück. Also 2/3 der Assists von Ryerson per Standard sind in einem Zeitraum von nur 8 Spielen am Stück entstanden - sogar 1/2 aus Sicht des BVB. In den 8 Spielen danach gab es nur noch ein Standardtor, der ebenfalls von Ryerson assistiert wurde. Wenn der BVB könnte - und die Tore nicht auf Kosten von Toren aus dem Spiel gehen würden -, würde man wohl sicher immer versuchen auf 1,25 Tore per Standard zu kommen, statt auf 0,13, wenn man es selbst in der Hand hätte. Hat man offensichtlich aber nicht. Die Gegner können dazulernen, um die einstudierten Schemata zu kontern oder sie verhindern ganz grundsätzlich Standards, wie Ecken.
Standards ohne Elfer | Abschlüsse | Tore | xG | xG/Shot
Spieltag 1-18 | 3,22 | 0,50 | 0,34 | 0,11
19-26 | 4,13 | 1,25 | 0,59 | 0,14
27-34 | 2,88 | 0,13 | 0,55 | 0,19
Die Zeiträume sind natürlich nicht vergleichbar. Das ist aber auch nicht nötig, um zu zeigen, dass Standards keine verlässliche Quelle für Tore sind. Chancenanzahl und -qualität sowie Effizienz variieren in einer Saison massiv, weil man eben nur teilweise Kontrolle darüber hat. Schaut man es sich zudem mal nochmal für einen etwas anderen Zeitraum an und unterteilt in vor und nach der Winterpause, fällt auf, dass die Chancenqualität nach der Winterpause zwar um 70% zugenommen hatte, aber Tore nur um 18% und Abschlüsse sogar nur um 5%. Es war daher im Kern nur die eine Phase, in der sich der Aufwand für Standards lohnte. Also auch die Phase, in der Ryersons Standards extrem erfolgreich waren.
Das lässt sich auch allgemein auf Flanken übertragen, wenn der Spieler nicht in der Lage ist aus eigener Kraft Flanken zu generieren, die zu Torerfolgen führen. Und da muss man eben in der Einordnung schon ehrlich sein, das hat Ryerson eben nicht müssen, für seine Assists. Deswegen halte ich es für falsch, dass man die Assists überhöht, als allgemeingültig und somit auch wiederholbar darstellt. So einfach ist das leider nicht. Allein die Phase in der viel über Ryersons Standards ging, liegt immer noch im Rahmen dessen, was ein statistischer Ausreißer sein kann. Ginter sammelte unter Tuchel als RV bspw. auch mal 6 Assists in 6 Spielen. Danach reagierten die Gegner und es wurde nur noch ein weiterer Assist, bevor Ginter die Position wieder räumen musste, weil man dasselbe getan hat, wie diese Saison für Ryerson und das sogar noch sehr viel erfolgreicher. Es machte Ginter nur nicht zum RV, geschweige denn zu einem offensivstarken RV.
Hier wird immer so getan, als wenn bei anderen Teams die Spieler immer konstan weltklasse spielen.
Der Vorwurf ist reichlich unsachlich und als Bonus sogar noch genau das, was du eingangs kritisieren möchtest: eine Relativierung in Form von Whataboutism.
Nur bei Dortmund hat der Spieler dann mal überperformt. Vielleicht ist es einfach so, dass die Taktik die gespielt wird zu ihm passt? Vielleicht wird ja auch extra so gespielt, damit solche Spieler so performen. Genauso wie andere Teams ihre Dribbler den Ball geben, ihn isolieren und hoffen, dass er einen guten Tag hat. Dortmund spielt halt den Spieler mit den besten Flanken frei und hofft, dass er einen guten Tag hat.
Am Ende geht es doch nur darum, dass man lieber Dribbler sehen will, weil das mehr Spektakel ist. Deseegen redet man nun solche Spieler schlecht.
Nochmal: hier wird nichts schlechtgeredet, nur widersprochen, dass alles daran beliebig wiederholbar ist und daher auch noch nächste Saison funktioniert.
Für Ryerson braucht man schon mindestens 40 Millionen, damit man richtig Geld hat um auch wirklich Qualität zu verpflichten. Und selbst das ist natürlich ein Risiko. Denn in dem Kovav System funktioniert ein Ryerson offensichtlich. Ob es der Ersatz auch tut, muss man dann erstmal sehen.
Ich finde 40 Mio. reichlich hoch gegriffen. Ryersons 25 Mio. Marktwerteinschätzung hier dürften nach wie vor eine gute Richtgröße dafür sein, was er wirklich wert ist. Denn es ist nicht das System, das sicherstellt, dass Ryerson offensiv funktioniert, auch wenn es genau darauf hofft. Es sind die Gegner, die die Idee überhaupt zulassen. Machen sie es nicht, können weder Kovac noch Ryerson viel dagegen tun. Genau deswegen werden Dribbler eben auch favorisiert. Zumindest wenn die sich auch unter Druck noch durchsetzen können und effizient sind. Das geben die Assists, wenn man sie sich nochmal ansieht, nicht her.
Gehe in vielem mit, nicht aber bei der Einschätzung der potentiellen Ablösesumme. Wenn wirklich mehrere Vereine aus der PL interessiert sind, wird ein AV des zweiten der Bundesliga im besten Fußballeralter mit solchen Stats nicht nur für 25 Millionen wechseln. Vor allem, wenn der BVB eigentlich gar nicht an einem Wechsel interessiert sein dürfte. Sehe da 40+ auch als deutlich realistischer.
19.05.2026 - 20:16 Uhr
Zitat von Arekon96
Führungspersönlichkeiten werden mir zu oft mit "Laut" und "Verbissen" gleichgesetzt. Reus und Can sind/waren beide starke Führungspersönlichkeiten für den BVB, auf völlig unterschiedliche Art und Weise. Was ein Brandt in 7 Jahren für einen Einfluss auf die Gruppe hatte, würde ich nicht unterschätzen. Und wenn ein Özcan, trotz Reservistenrolle, jeden Tag mit 100% ins Training geht und Extraschichten schiebt, hat das auf einen Siebzehnjährigen auch eine Wirkung.
Ryerson ist für mich keiner der Ordnet. Viel eher einer, der mal ungemütlich wird, wenn der Einsatz bei anderen nicht stimmt. Anton ist aktiver am coachen, Beier wiederum motiviert durch seine immense work- rate.
Das sind alles Dinge, die man nicht mehr anhand von Statistiken planen kann. Die Mischung muss halt stimmen. David Raum wäre auch so ein Kandidat für mich...sehr konstant, quasi nie verletzt, Energiespieler...
Zitat von Grins
Unabhängig davon, dass ich Ryerson im aktuellen System nach wie vor nicht für passend halte, bezweifel ich den stabilisierenden Effekt oder die Vorbildwirkung in Sachen Professionalität und Mentalität bei den von dir genannten Namen teilweise. Groß Wechsel hinterließ keine spürbare Veränderung. Ozcans Einfluss kann ich nicht beurteilen, würde ihn aber zumindest nicht den hohen Stellenwert zuschreiben. Süle ist in den letzten Jahren eben auch nicht durch Professionalität und mentale Stärke präsent gewesen.
Ich kann deinen Punkt selbstverständlich trotzdem nachvollziehen und denke trotzdem, dass es einige Spieler im Kader gibt, die diese Rolle ausfüllen oder zukünftig ausfüllen könnten.
Ryerson zu verkaufen, sobald gute Angebote reinkommen, halte ich bei der Datenlage für sinnvoll.
Zitat von Arekon96
Wirtschaftlich ist die Gelegenheit wirklich perfekt. Aber für die mittelfristige Kaderplanung wären die Auswirkungen erheblich. Dieses Jahr werden diverse erfahrene Kräfte aussortiert, nach Brandt, Groß, Süle und Özcan könnte auch Guirassy noch folgen. Nächstes Jahr laufen die Verträge von Bensebaini, Can und Sabitzer aus, Nmecha und Schlotterbeck haben AK´s und Kobel nur noch ein Jahr Restvertrag - > Verkaufsdruck.
Junge Mannschaften brauchen Stabilisatoren und Charaktere die als Vorbilder in Sachen Professionalität und Mentalität dienen. Diese Spieler müssen dabei nicht unbedingt Fußballerisch Spitze sein, aber eben stabilisieren.
Ryerson sehe ich hier, neben Anton, in einer Schlüsselrolle für die nächsten 3-4 Jahre, wobei auch bei Bensebaini eine Verlängerung vielleicht Sinn ergibt. Diese Spieler einzukaufen ist sehr schwer, weil sie meistens teuer sind und sich außerdem im Verein erstmal ein Standing erarbeiten müssen.
Vor ein paar Monaten wäre ich hier auch deutlich für einen Verkauf gewesen. Jetzt hat man allerdings Ausstiegsklauseln vergeben, Brandt verabschiedet und ausschließlich U21-Spieler verpflichtet...
Zitat von Seppinho
Eigentlich wäre es jetzt die perfekte Gelegenheit, Ryerson zu verkaufen nach dieser guten Saison, mit 28 und noch 2 Jahren Vertrag, ich glaube aber, dass das der Verein fundamental anders sieht und nur sein Wille zu gehen, das Ganze ändern könnte, sh. Füllkrug.
Eigentlich wäre es jetzt die perfekte Gelegenheit, Ryerson zu verkaufen nach dieser guten Saison, mit 28 und noch 2 Jahren Vertrag, ich glaube aber, dass das der Verein fundamental anders sieht und nur sein Wille zu gehen, das Ganze ändern könnte, sh. Füllkrug.
Wirtschaftlich ist die Gelegenheit wirklich perfekt. Aber für die mittelfristige Kaderplanung wären die Auswirkungen erheblich. Dieses Jahr werden diverse erfahrene Kräfte aussortiert, nach Brandt, Groß, Süle und Özcan könnte auch Guirassy noch folgen. Nächstes Jahr laufen die Verträge von Bensebaini, Can und Sabitzer aus, Nmecha und Schlotterbeck haben AK´s und Kobel nur noch ein Jahr Restvertrag - > Verkaufsdruck.
Junge Mannschaften brauchen Stabilisatoren und Charaktere die als Vorbilder in Sachen Professionalität und Mentalität dienen. Diese Spieler müssen dabei nicht unbedingt Fußballerisch Spitze sein, aber eben stabilisieren.
Ryerson sehe ich hier, neben Anton, in einer Schlüsselrolle für die nächsten 3-4 Jahre, wobei auch bei Bensebaini eine Verlängerung vielleicht Sinn ergibt. Diese Spieler einzukaufen ist sehr schwer, weil sie meistens teuer sind und sich außerdem im Verein erstmal ein Standing erarbeiten müssen.
Vor ein paar Monaten wäre ich hier auch deutlich für einen Verkauf gewesen. Jetzt hat man allerdings Ausstiegsklauseln vergeben, Brandt verabschiedet und ausschließlich U21-Spieler verpflichtet...
Unabhängig davon, dass ich Ryerson im aktuellen System nach wie vor nicht für passend halte, bezweifel ich den stabilisierenden Effekt oder die Vorbildwirkung in Sachen Professionalität und Mentalität bei den von dir genannten Namen teilweise. Groß Wechsel hinterließ keine spürbare Veränderung. Ozcans Einfluss kann ich nicht beurteilen, würde ihn aber zumindest nicht den hohen Stellenwert zuschreiben. Süle ist in den letzten Jahren eben auch nicht durch Professionalität und mentale Stärke präsent gewesen.
Ich kann deinen Punkt selbstverständlich trotzdem nachvollziehen und denke trotzdem, dass es einige Spieler im Kader gibt, die diese Rolle ausfüllen oder zukünftig ausfüllen könnten.
Ryerson zu verkaufen, sobald gute Angebote reinkommen, halte ich bei der Datenlage für sinnvoll.
Führungspersönlichkeiten werden mir zu oft mit "Laut" und "Verbissen" gleichgesetzt. Reus und Can sind/waren beide starke Führungspersönlichkeiten für den BVB, auf völlig unterschiedliche Art und Weise. Was ein Brandt in 7 Jahren für einen Einfluss auf die Gruppe hatte, würde ich nicht unterschätzen. Und wenn ein Özcan, trotz Reservistenrolle, jeden Tag mit 100% ins Training geht und Extraschichten schiebt, hat das auf einen Siebzehnjährigen auch eine Wirkung.
Ryerson ist für mich keiner der Ordnet. Viel eher einer, der mal ungemütlich wird, wenn der Einsatz bei anderen nicht stimmt. Anton ist aktiver am coachen, Beier wiederum motiviert durch seine immense work- rate.
Das sind alles Dinge, die man nicht mehr anhand von Statistiken planen kann. Die Mischung muss halt stimmen. David Raum wäre auch so ein Kandidat für mich...sehr konstant, quasi nie verletzt, Energiespieler...
Brandts Einfluss habe ich auch nicht in Frage gestellt. Nur teilweise den Einfluss von Süle, Ozcan und Groß. Da es aber einige Spieler im Kader gibt, die einen solchen Einfluss ausüben oder zukünftig ausüben könnten, sollte dies für mich keine Absage an einen Ryerson-Verkauf rechtfertigen.
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