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Finanzen

22.07.2015 - 22:13 Uhr
Finanzen |#891
22.04.2016 - 13:28 Uhr
Zitat von Lullaby

Zitat von running-man


Kurz: Die Bildung und Auflösung von Rückstellungen ist unmittelbar ergebnisrelevant. Da sie von einer Risikobewertung abhängig ist, ist dies eine beliebte Stellschraube, um eine Bilanz aufzuhübschen oder den Leuten Angst zu machen.


Ist nicht gesetzlich ziemlich genau geregelt, wofür Rückstellungen in welcher Höhe gebildet werden dürfen?

Beste Grüße
Lullaby


Naja, ich bin mir ziemlich sicher, dass -um bei meinem Beispiel zu bleiben- die Kollegen Friedrich & Co. in Sachen Persönlichkeitsrechte keine Rückstellungen gebildet hatten, Meister Jäggi dagegen in sehr ausreichender Höhe. Beide Seite haben ihre Bilanzen testiert erhalten. Da gibt es Schummelpotential ohne Ende.

Gruß aus der Pfalz
Dieser Beitrag wurde zuletzt von running-man am 22.04.2016 um 13:29 Uhr bearbeitet
Finanzen |#892
22.04.2016 - 13:31 Uhr
Zitat von Lullaby
Zitat von running-man

Kurz: Die Bildung und Auflösung von Rückstellungen ist unmittelbar ergebnisrelevant. Da sie von einer Risikobewertung abhängig ist, ist dies eine beliebte Stellschraube, um eine Bilanz aufzuhübschen oder den Leuten Angst zu machen.


Ist nicht gesetzlich ziemlich genau geregelt, wofür Rückstellungen in welcher Höhe gebildet werden dürfen?

Beste Grüße
Lullaby


Ein bestimmter Spielraum besteht, innerhalb der gesetzlichen Vorgaben. Der ist aber deutlich geringer, als er bei der Bildung von Rücklagen aus versteuerten Gewinnen ist.
Zu Mal ich bei uns auch keinen Grund sehen würde, den Rahmen zur Bildung von Rückstellungen vollständig auszuschöpfen.
Bei kapitalmarktorientierten Unternehmen wird z.T. versucht, dadurch Gewinnglättugen vorzunehmen und natürlich Steuerzahlungen zu optimieren. Beides dürfte bei uns nicht diiie Bedeutung haben.

•     •     •

"I spent a lot of my money on booze, birds and fast cars - the rest I just squandered"


"Winning isn´t everything. It´s the only thing!"- Vince Lombardi
Finanzen |#893
22.04.2016 - 13:31 Uhr
Zitat von running-man
Kurz: Die Bildung und Auflösung von Rückstellungen ist unmittelbar ergebnisrelevant. Da sie von einer Risikobewertung abhängig ist, ist dies eine beliebte Stellschraube, um eine Bilanz aufzuhübschen oder den Leuten Angst zu machen.

Gruß aus der Pfalz


Mal angenommen man bildet eine Rückstellung von 2 Mio im Jahr t für ein Ereignis E. Wie lange kann man das denn machen? Oder für welchen Zeitraum? Gibt es ein x>1 für das im Jahr t+x E spätestens eintreten muss?

Und wie sieht das grundsätzlich mit der Überprüfung der Rückstellung aus? Kann man das einfach so machen, oder muss eine Rückstellung plausibel sein?

Zum Beispiel:
ich spiele Bundesliga und mache dieses Jahr Gewinn. Ich bilde ne Rückstellung und drücke damit den Gewinn. Da ich weiß, dass ich absteige, kann ich dann in der nächsten Saison bei erwartetem Verlust einfach die Rückstellung auflösen ("Hups, da hatte ich mich wohl gerirt") und somit meinen Verlust ausgleichen?

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$ echo "Bonsoir, Elliot"
Finanzen |#894
22.04.2016 - 13:33 Uhr
Rückstellungen sind bereits über die GuV als Aufwand verrechnet, d.h. Sie haben den Gewinn von einem der letzten Jahresabschlüsse gemindert, bzw. den Verlust erhöht.

Unabhängig davon ist es erforderlich, dass zum Zeitpunkt der Zahlung ausreichend Liquidität vorhanden ist, um die dann aufzulösende Rückstellung auch dem Empfänger überweisen zu können.

Gruß
DHDP2
Finanzen |#895
22.04.2016 - 13:44 Uhr
Zitat von dieGraetschenFrage


Zitat von running-man



Kurz: Die Bildung und Auflösung von Rückstellungen ist unmittelbar ergebnisrelevant. Da sie von einer Risikobewertung abhängig ist, ist dies eine beliebte Stellschraube, um eine Bilanz aufzuhübschen oder den Leuten Angst zu machen.

Gruß aus der Pfalz


Mal angenommen man bildet eine Rückstellung von 2 Mio im Jahr t für ein Ereignis E. Wie lange kann man das denn machen? Oder für welchen Zeitraum? Gibt es ein x>1 für das im Jahr t+x E spätestens eintreten muss?

Und wie sieht das grundsätzlich mit der Überprüfung der Rückstellung aus? Kann man das einfach so machen, oder muss eine Rückstellung plausibel sein?

Zum Beispiel:
ich spiele Bundesliga und mache dieses Jahr Gewinn. Ich bilde ne Rückstellung und drücke damit den Gewinn. Da ich weiß, dass ich absteige, kann ich dann in der nächsten Saison bei erwartetem Verlust einfach die Rückstellung auflösen ("Hups, da hatte ich mich wohl gerirt") und somit meinen Verlust ausgleichen?


Bleiben wir bei meinem Tankstellengrundstück:
Ich bilde Rückstellungen von
- 10.000 € für eine erste grobe Erkundung mit Stichproben
- 100.000 € für die voraussichtlich sodann erforderlich genaue Untersuchung
- 1.000.000 € für die voraussichtlich erforderliche Sanierung.
Das belastet meine Bilanz mit und verschlechtert mein Ergebnis um 1.110.000 €

Ergibt im Folgejahr die erste grobe Erkundung, dass das Grundstück unbelastet ist, löse ich die Rückstellungen für die genaue Untersuchung und die Sanierung auf und verbessere so mein Ergebnis um 1.100.000 €. Der Gewinn erhöht sich somit um 1.100.000 €, da in dieser Höhe eine Verbindlichkeit wegfällt, ohne dass tatsächlich Kosten entstanden sind und Ausgaben getätigt wurden.
Bestatgt die erste Sondierung den Anfangsverdacht und ich untersuche nun gründlicher, wobei festgestellt wird, dass zwar Altlasten vorhanden sind, aber in geringerem Umfang als befürchtet, verringere ich die Rückstellung für die Sanierung nun entsprechend und löse sie z.B. i.H.v. 500.000 € auf. Der Gewinn erhöht sich um 500.000 €.

Vor den Untersuchungen weiß keiner genau, ob, ggf. was und wieviel im Boden drinsteckt. Das Risiko kann sehr unterschiedlich bewertet werden. Da liegt der Spielraum. Dehnt man einen Spielraum zu stark aus, wird zum Fake, zum Beschiß. Betrug Steuerhinetziehung. Die Grenzen sind fließend.

Das Steuerrecht gibt ein sehr ähliches Instrument sogar ganz legal an die Hand, nämlich die sogenannte Ansparabschreibung. Damit wurde dann legal so viel getrickst, dass man mittlerweile Änderungen vorgenommen hat, damit es sich nicht mehr lohnt.

Es gibt schon Gründe, warum man Bild- oder Kicker-Zahlen nicht vorbehaltlos trauen sollte, selbst wenn sie tatsächlich und sogar legal sind.

Gruß aus der Pfalz

P.S.: Im Jahr der Bildung der Rückstellung belastet sie mein Ergebnis natürlich, da ich eine Passivposition bilde ohne entsprechenden Aktivposten. Damit kann ich Gewinne Zeitlich verschieben.
Ich kann das so lange machen, wie das entsprechende Risiko besteht, bzw. ich es entsprechend darstellen kann.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von running-man am 22.04.2016 um 13:57 Uhr bearbeitet
Finanzen |#896
22.04.2016 - 13:55 Uhr
Zitat von dieGraetschenFrage


Und wie sieht das grundsätzlich mit der Überprüfung der Rückstellung aus? Kann man das einfach so machen, oder muss eine Rückstellung plausibel sein?

Zum Beispiel:
ich spiele Bundesliga und mache dieses Jahr Gewinn. Ich bilde ne Rückstellung und drücke damit den Gewinn. Da ich weiß, dass ich absteige, kann ich dann in der nächsten Saison bei erwartetem Verlust einfach die Rückstellung auflösen ("Hups, da hatte ich mich wohl gerirt") und somit meinen Verlust ausgleichen?


Das Finanzamt bzw. bereits dein Steuerberater schauen sehr genau darauf, ob es einen plausiblen Grund für die Rückstellungen gibt und ob die Höhe angemessen ist.
Auflösen musst du sie, wenn der Grund eingetreten ist oder weggefallen ist. Tritt der Grund ein, musst du sie an den Berechtigten zahlen. Fällt der Grund weg und du löst sie auf, werden sie erfolgswirksam und du musst sie versteuern.

Sie einfach aufzulösen ("Hups") wird zwei Folgen haben: Zunächst prüft das Finanzamt, ob du überhaupt eine Rückstellung bilden durftest.
Zweites kann es sein, dass du gegen das Vorsichtsprinzip verstößt. Weil grundsätzlich musst du als Verantwortlicher Rückstellungen bilden, wenn es einen Grund dafür gibt.

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"Winning isn´t everything. It´s the only thing!"- Vince Lombardi
Finanzen |#897
22.04.2016 - 14:05 Uhr
Zitat von dieGraetschenFrage
Zitat von running-man

Kurz: Die Bildung und Auflösung von Rückstellungen ist unmittelbar ergebnisrelevant. Da sie von einer Risikobewertung abhängig ist, ist dies eine beliebte Stellschraube, um eine Bilanz aufzuhübschen oder den Leuten Angst zu machen.

Gruß aus der Pfalz


Mal angenommen man bildet eine Rückstellung von 2 Mio im Jahr t für ein Ereignis E. Wie lange kann man das denn machen? Oder für welchen Zeitraum? Gibt es ein x>1 für das im Jahr t+x E spätestens eintreten muss?

Und wie sieht das grundsätzlich mit der Überprüfung der Rückstellung aus? Kann man das einfach so machen, oder muss eine Rückstellung plausibel sein?

Zum Beispiel:
ich spiele Bundesliga und mache dieses Jahr Gewinn. Ich bilde ne Rückstellung und drücke damit den Gewinn. Da ich weiß, dass ich absteige, kann ich dann in der nächsten Saison bei erwartetem Verlust einfach die Rückstellung auflösen ("Hups, da hatte ich mich wohl gerirt") und somit meinen Verlust ausgleichen?


Die Rückstellung wird einmalig gebildet, und bleibt so lange in der Bilanz stehen, bis sie, warum auch immer aufgelöst wird (Ereignis tritt nicht ein, Auflösung erhöht den Gewinn) oder verbraucht wird ( Ereignis tritt ein).

Die Rückstellung ist jährlich im Rahmen des Jahesabschlusses zu überprüfen und ggf. anzupassen.

Man kann das nicht einfach so machen, denn die möglichen Anlässe sind relativ eindeutig geregelt (zumindest in meiner Branche), natürlich muss das plausibel sein. Dabei muss man aber auch zwischen Handels- und Steuerrecht unterscheiden. Das FInanzamt sieht das Ganze natürlich etwas enger, weil dadurch der zu versteuernde Gewinn reduziert wird.

So wie du dein Beispiel darlegst ist das nicht möglich. Das könntest du aber mit zu versteuernden Rücklagen (Eigenkapital) machen.

Zum Zeitpunkt der Bildung einer Rückstellung, verringerst du den Gewinn. Wenn die Rückstellung aber nicht benötigt wird, erhöht sich der Gewinn wieder. Im Falle einer zulässigen steuerlichen Rückstellung würdest du die Steuerzahlung nur verschieben.

Gruß
DHDP2
Finanzen |#898
22.04.2016 - 14:10 Uhr
Danke für die vielen Erklärungendaumen-hoch

Zitat von running-man

Es gibt schon Gründe, warum man Bild- oder Kicker-Zahlen nicht vorbehaltlos trauen sollte, selbst wenn sie tatsächlich und sogar legal sind.

Gruß aus der Pfalz


Ich finde es eher traurig, dass man sich an solchen Zahlen ergötzen muss. Wenn ich ehrlich bin, interessieren mich diese Zahlen überhaupt nicht. Sie sind nur alles, was wir haben. Und ich hoffe, dass sich das mit dem neuen Finanzvorstand ändert. Das Optimum wäre, wenn ich gar keine Zahlen bräuchte und ich dem Vorstand diesbezüglich vertrauen könnte. Dieses Gefühl hatte ich leider bei Grünewalt nie. Powerpointfolien, bei denen ich als Fachfremder Widersprüche und Bullshit ausmache. Weiter oben habe ich schon geschrieben, dass es mir reicht, wenn man mir klipp und klar sagt, wie es um den FCK bestellt ist. SO sieht es auch und DAS haben wir vor. Es ist definitiv vertrauenswürdiger, wenn man sagt, dass die Saison schlechter gelaufen ist, als erwartet und deshalb muss man sich zb an der Anleihe bedienen. Und nicht "die Anleihe wird nicht angetastet" und erst, wenn's raus kommt war das dann ein bedauerlicher Kommunikationsfehler, so war das ja nie gemeint. Und dieses arrogante von oben Herab geht mir auf den Sack. Wenn Fans Bedenken haben, dann kläre ich die auf und versuche sie nicht als dumm hinzustellen.

Ich kenne zahlreiche Fans, die nicht mehr hoch gehen, weil sie keinen Bock mehr auf genau diesen Mist haben. Gut finde ich das nicht, aber es ist nunmal so. Gries hatte diese Gruppe ja auch benannt und gesagt, wie er sie wieder ins Boot holen will. Momentan kaufen diese Leute aber keine Dauerkarte für die nächste Saison, weil Riesenkampff mit seinen bisherigen Äußerungen ins selbe Horn geblasen hat. Und die Leute fühlen sich an der Nase herumgeführt. Die Neuen haben jetzt die Chance durch Transparenz und Ehrlichkeit die Leute zurückzugewinnen.

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$ echo "Bonsoir, Elliot"
Finanzen |#899
22.04.2016 - 15:10 Uhr
Zitat von dieGraetschenFrage

Momentan kaufen diese Leute aber keine Dauerkarte für die nächste Saison, weil Riesenkampff mit seinen bisherigen Äußerungen ins selbe Horn geblasen hat. Und die Leute fühlen sich an der Nase herumgeführt. Die Neuen haben jetzt die Chance durch Transparenz und Ehrlichkeit die Leute zurückzugewinnen.

Geht mir von der Einstellung her ähnlich, ist aber für die neue Führung auch nicht einfach zu lösen. Man kann seitens der Führung nicht nur Zahlen liefern, man wird sie auch bewerten müssen. Und da gibt es einen Zielkonflikt:

1. Keine Schlammschlacht gegen die alte Führung lostreten.

2. Dem (potenziellen) Sponsorenumfeld den Eindruck eines solide aufgestellten Vereins vermitteln.

3. Eine Aufbruchstimmung vermitteln.

4. Die Fans und Mitglieder nicht für dumm verkaufen.

Die bisherige Linie: 'Wir können uns keine großen Sprünge erlauben, sind aber handlungsfähig' ("keine Spieler von Barca"). Das kann man als Kommunikationsstrategie schon so machen.

Letztendlich interessiert aber die Entwicklung der entscheidenden Parameter! Sprich: Ein Geblubber, in dem z.B. nichts Substanzielles über den NLZ-Ausbau vermeldet wird, geht gar nicht!

Man darf halt weder schön-, noch schlechtreden. Weder per Schuldzuweisungen neue/alte Gräben vertiefen, noch so tun, als sei alles supi. Weder in der Vergangenheit hängen bleiben, noch substanzlose Versprechungen für die Zukunft machen.

Es gibt leichtere Aufgaben.

•     •     •

502 Bad Gateway
nginx

Dieser Beitrag wurde zuletzt von Newtrial am 22.04.2016 um 15:11 Uhr bearbeitet
Finanzen |#900
22.04.2016 - 15:29 Uhr
Zitat von Newtrial


Es gibt leichtere Aufgaben.


Da stimme ich dir zu. Ich habe schon öfters darüber nachgedacht, wie ich an der Stelle der Verantwortlichen jetzt agieren würde. Und auch meine gesamte Anstoß 3 und EA-Fußballmanager Erfahrung bringt mich nicht weiter, dort würde ich nur 6 Sterne-Talente kaufen und nach einem Jahr zweite Liga Kurs auf die CL nehmen.

Die aktuelle Führung hat ein sehr enges Entscheidungsfeld. Kommuniziert sie jetzt, dass die Schatzkammer von Kuntz und Grünewalt geplündert wurde, werde
- die Fans vergrault, die Kuntz weiterhin für eine Ikone des Vereins halten
- zukünftige Sponsoren vergrault und
-definitiv keine Aufbruchstimmt erzeugt.

Stellen sie dagegn die Situation positiver dar, werden alle in der nächsten Saison wieder von Aufstieg reden. Die neue sportliche Führung und der Vereinsvorstand stehen dann unter extremen Erwartungsdruck und haben die Mittel nicht.

Deshalb versucht man sich irgendwie in der Mitte zu positionieren. Den Satz "man habe Handlungsoptionen, sei aber nicht Barcelona" habe ich genauso verstanden. Und selbst die Aussagen zum NLZ ordne ich so ein und empfinde sie nicht als "Geblubber". Falls der neue Vorstand am 01.04.16 sagt, dass die Anleihe weg ist und außer mit neue Farbe anstreichen nichts am NLZ passieren wird, geht doch die Schlammschlacht vermutlich direkt los. Auch hier versucht man, ohne direkt zu Lügen, eine möglichst neutrale Haltung einzunehmen.

•     •     •

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