Die Kurve
04.04.2013 - 17:27 Uhr
Zitat von JoRostock
Demonstrationsrecht mit Gewinnorientierten Veranstaltungen gleichzusetzen ist aber schon ein bisschen sehr weit gesponnen
Zitat von dudley
Und noch weiter gesponnen: Was zahlen die Demonstranten, die bei den Parteitagen der AfD regelmäßig mehr Polizei binden als ein Fußballspiel es jemals könnte?
Mit dem Urteil hat sich das Bundesverfassungsgericht mittel- und langfristig vermutlich keinen Gefallen getan. Vereine, die jetzt latzen müssen, werden sicherlich auch links und rechts nun schauen und mit dem Finger auf andere Veranstaltungen zeigen.
Zitat von Mel14Siegtorson
Hier wird gerne suggeriert, dass diejenigen, die das Urteil kritsch sehen, Fangewalt einfach in Kauf nehmen und ein Weiter so wollen. Das finde ich schon unfair. Denn so einfach ist es in meinen Augen nicht.
Das Bundesverfassungsgericht hat ja om Grunde nicht entschieden, dass die Vereine zahlen müssen. Es hat entschieden, dass die Bremer Praxis der Gebühreneinziehung nicht verfassungswidrig ist.
Ich denke, die Vereine können jetzt schon eine transparente und nachvollziehbare Aufschlüsselung der Innenministerien erwarten, wie Hochrisikospiele zu solchen eingestuft werden, warum welche Polizisten in welcher Stärke aus welchen Bundesländern zu eben jenem Spiel beordert wurden.
Vielleicht ist das ganze ja sogar eine Chance, genauer drauf zu schauen, an welchen Stellen Polizeieinsätze überdimensioniert sind und an welchen Stellen eben objektiv mehr Kräfte eingesetzt werden müssen.
Einige Bundesländer (z.B. NRW) haben angekündigt, die Kosten nicht weiterzugeben. Andere überlegen, nachzuziehen. Finde ich etwas skurril, da es ja um Polizisten geht, die auch bundesweit eingesetzt werden.
Bei gut zwei Millionen Euro, die in den vergangenen zehn Jahren bei Bremen aufgelaufen sind, frage ich mich schon ob ein Drittligist wie Hansa Rostock diese Mehrkosten einfach wegsteckt (ich könnte mir sogar vorstellen, dass in Rostock mehr Spiele als Hochrisikospiele eingestuft werden). Polizisten werden ja ligenunabhängig bundesweit dieselben Kosten verursachen. Aber dazu müssen wir erstmal abwarten ob MV überhaupt mitzieht.
Das Argument, dass die Allgemeinheit nicht mehr für zusätzliche Polizeikosten zahlen sollen, finde ich insofern witzig, dass ein Großteil der Kosten sicher über Eintrittspreise und Mitgliedsbeiträge reingeholt wird, also dann irgendwie schon von Steuerzahlern. Aber gut, dann von denen, die sich den Luxus von Fußballspielen leisten können und wollen.
Aber wenn ich meine Fußballfanperspektive mal verlasse, ist eine gewisse Beteiligung der Veranstalter nachvollziehbar. Der Rahmen sollte angemessen sein.
Was ich leider nicht erwarte, ist ein Rückgang von Fangewalt durch dieses Urteil. Den meisten Hohlbirnen dürfte egal sein ob der eigene Verein mehr zahlen muss.
Ich bin tatsächlich gespannt, ob die Praxis der Zahlung von Mehrkosten durch Veranstalter in den kommenden Jahren auch bei anderen Großevents (Hanse-Sail, Oktoberfest, Silvesterfeier am Brandenburger Tor) zum Einsatz kommt.
Hier wird gerne suggeriert, dass diejenigen, die das Urteil kritsch sehen, Fangewalt einfach in Kauf nehmen und ein Weiter so wollen. Das finde ich schon unfair. Denn so einfach ist es in meinen Augen nicht.
Das Bundesverfassungsgericht hat ja om Grunde nicht entschieden, dass die Vereine zahlen müssen. Es hat entschieden, dass die Bremer Praxis der Gebühreneinziehung nicht verfassungswidrig ist.
Ich denke, die Vereine können jetzt schon eine transparente und nachvollziehbare Aufschlüsselung der Innenministerien erwarten, wie Hochrisikospiele zu solchen eingestuft werden, warum welche Polizisten in welcher Stärke aus welchen Bundesländern zu eben jenem Spiel beordert wurden.
Vielleicht ist das ganze ja sogar eine Chance, genauer drauf zu schauen, an welchen Stellen Polizeieinsätze überdimensioniert sind und an welchen Stellen eben objektiv mehr Kräfte eingesetzt werden müssen.
Einige Bundesländer (z.B. NRW) haben angekündigt, die Kosten nicht weiterzugeben. Andere überlegen, nachzuziehen. Finde ich etwas skurril, da es ja um Polizisten geht, die auch bundesweit eingesetzt werden.
Bei gut zwei Millionen Euro, die in den vergangenen zehn Jahren bei Bremen aufgelaufen sind, frage ich mich schon ob ein Drittligist wie Hansa Rostock diese Mehrkosten einfach wegsteckt (ich könnte mir sogar vorstellen, dass in Rostock mehr Spiele als Hochrisikospiele eingestuft werden). Polizisten werden ja ligenunabhängig bundesweit dieselben Kosten verursachen. Aber dazu müssen wir erstmal abwarten ob MV überhaupt mitzieht.
Das Argument, dass die Allgemeinheit nicht mehr für zusätzliche Polizeikosten zahlen sollen, finde ich insofern witzig, dass ein Großteil der Kosten sicher über Eintrittspreise und Mitgliedsbeiträge reingeholt wird, also dann irgendwie schon von Steuerzahlern. Aber gut, dann von denen, die sich den Luxus von Fußballspielen leisten können und wollen.
Aber wenn ich meine Fußballfanperspektive mal verlasse, ist eine gewisse Beteiligung der Veranstalter nachvollziehbar. Der Rahmen sollte angemessen sein.
Was ich leider nicht erwarte, ist ein Rückgang von Fangewalt durch dieses Urteil. Den meisten Hohlbirnen dürfte egal sein ob der eigene Verein mehr zahlen muss.
Ich bin tatsächlich gespannt, ob die Praxis der Zahlung von Mehrkosten durch Veranstalter in den kommenden Jahren auch bei anderen Großevents (Hanse-Sail, Oktoberfest, Silvesterfeier am Brandenburger Tor) zum Einsatz kommt.
Und noch weiter gesponnen: Was zahlen die Demonstranten, die bei den Parteitagen der AfD regelmäßig mehr Polizei binden als ein Fußballspiel es jemals könnte?
Mit dem Urteil hat sich das Bundesverfassungsgericht mittel- und langfristig vermutlich keinen Gefallen getan. Vereine, die jetzt latzen müssen, werden sicherlich auch links und rechts nun schauen und mit dem Finger auf andere Veranstaltungen zeigen.
Demonstrationsrecht mit Gewinnorientierten Veranstaltungen gleichzusetzen ist aber schon ein bisschen sehr weit gesponnen

Die gewinnorientierten Veranstaltungen sind aber im Stadion, wo die Vereine auch Handlungsbefugnisse haben. Wenn der Pöbel sich in der City fetzt, gewinnt der Verein nix und kann auch genauso wenig dagegen unternehmen. Die Stadionverbotler kannst du ja für die Dauer des Spiels auch nicht aus der Stadt werfen oder unter Hausarrest setzen. Das ist halt der Knackpunkt. Du musst nur ausreichend Stress "im Namen deines Vereins" machen, um ihm jetzt noch mehr zu schaden als ohnehin schon. Oder glaubst du, dass die Vögel, die sich mit RWE am Gleis kloppen wollten, auch nur ansatzweise was mit Hansa (oder RWE) zu tun haben? Ich wette, keiner von denen kennt die Tabelle oder die letzten Ergebnisse.
Zitat von dudley
Und noch weiter gesponnen: Was zahlen die Demonstranten, die bei den Parteitagen der AfD regelmäßig mehr Polizei binden als ein Fußballspiel es jemals könnte?
Mit dem Urteil hat sich das Bundesverfassungsgericht mittel- und langfristig vermutlich keinen Gefallen getan. Vereine, die jetzt latzen müssen, werden sicherlich auch links und rechts nun schauen und mit dem Finger auf andere Veranstaltungen zeigen.
Zitat von Mel14Siegtorson
Hier wird gerne suggeriert, dass diejenigen, die das Urteil kritsch sehen, Fangewalt einfach in Kauf nehmen und ein Weiter so wollen. Das finde ich schon unfair. Denn so einfach ist es in meinen Augen nicht.
Das Bundesverfassungsgericht hat ja om Grunde nicht entschieden, dass die Vereine zahlen müssen. Es hat entschieden, dass die Bremer Praxis der Gebühreneinziehung nicht verfassungswidrig ist.
Ich denke, die Vereine können jetzt schon eine transparente und nachvollziehbare Aufschlüsselung der Innenministerien erwarten, wie Hochrisikospiele zu solchen eingestuft werden, warum welche Polizisten in welcher Stärke aus welchen Bundesländern zu eben jenem Spiel beordert wurden.
Vielleicht ist das ganze ja sogar eine Chance, genauer drauf zu schauen, an welchen Stellen Polizeieinsätze überdimensioniert sind und an welchen Stellen eben objektiv mehr Kräfte eingesetzt werden müssen.
Einige Bundesländer (z.B. NRW) haben angekündigt, die Kosten nicht weiterzugeben. Andere überlegen, nachzuziehen. Finde ich etwas skurril, da es ja um Polizisten geht, die auch bundesweit eingesetzt werden.
Bei gut zwei Millionen Euro, die in den vergangenen zehn Jahren bei Bremen aufgelaufen sind, frage ich mich schon ob ein Drittligist wie Hansa Rostock diese Mehrkosten einfach wegsteckt (ich könnte mir sogar vorstellen, dass in Rostock mehr Spiele als Hochrisikospiele eingestuft werden). Polizisten werden ja ligenunabhängig bundesweit dieselben Kosten verursachen. Aber dazu müssen wir erstmal abwarten ob MV überhaupt mitzieht.
Das Argument, dass die Allgemeinheit nicht mehr für zusätzliche Polizeikosten zahlen sollen, finde ich insofern witzig, dass ein Großteil der Kosten sicher über Eintrittspreise und Mitgliedsbeiträge reingeholt wird, also dann irgendwie schon von Steuerzahlern. Aber gut, dann von denen, die sich den Luxus von Fußballspielen leisten können und wollen.
Aber wenn ich meine Fußballfanperspektive mal verlasse, ist eine gewisse Beteiligung der Veranstalter nachvollziehbar. Der Rahmen sollte angemessen sein.
Was ich leider nicht erwarte, ist ein Rückgang von Fangewalt durch dieses Urteil. Den meisten Hohlbirnen dürfte egal sein ob der eigene Verein mehr zahlen muss.
Ich bin tatsächlich gespannt, ob die Praxis der Zahlung von Mehrkosten durch Veranstalter in den kommenden Jahren auch bei anderen Großevents (Hanse-Sail, Oktoberfest, Silvesterfeier am Brandenburger Tor) zum Einsatz kommt.
Hier wird gerne suggeriert, dass diejenigen, die das Urteil kritsch sehen, Fangewalt einfach in Kauf nehmen und ein Weiter so wollen. Das finde ich schon unfair. Denn so einfach ist es in meinen Augen nicht.
Das Bundesverfassungsgericht hat ja om Grunde nicht entschieden, dass die Vereine zahlen müssen. Es hat entschieden, dass die Bremer Praxis der Gebühreneinziehung nicht verfassungswidrig ist.
Ich denke, die Vereine können jetzt schon eine transparente und nachvollziehbare Aufschlüsselung der Innenministerien erwarten, wie Hochrisikospiele zu solchen eingestuft werden, warum welche Polizisten in welcher Stärke aus welchen Bundesländern zu eben jenem Spiel beordert wurden.
Vielleicht ist das ganze ja sogar eine Chance, genauer drauf zu schauen, an welchen Stellen Polizeieinsätze überdimensioniert sind und an welchen Stellen eben objektiv mehr Kräfte eingesetzt werden müssen.
Einige Bundesländer (z.B. NRW) haben angekündigt, die Kosten nicht weiterzugeben. Andere überlegen, nachzuziehen. Finde ich etwas skurril, da es ja um Polizisten geht, die auch bundesweit eingesetzt werden.
Bei gut zwei Millionen Euro, die in den vergangenen zehn Jahren bei Bremen aufgelaufen sind, frage ich mich schon ob ein Drittligist wie Hansa Rostock diese Mehrkosten einfach wegsteckt (ich könnte mir sogar vorstellen, dass in Rostock mehr Spiele als Hochrisikospiele eingestuft werden). Polizisten werden ja ligenunabhängig bundesweit dieselben Kosten verursachen. Aber dazu müssen wir erstmal abwarten ob MV überhaupt mitzieht.
Das Argument, dass die Allgemeinheit nicht mehr für zusätzliche Polizeikosten zahlen sollen, finde ich insofern witzig, dass ein Großteil der Kosten sicher über Eintrittspreise und Mitgliedsbeiträge reingeholt wird, also dann irgendwie schon von Steuerzahlern. Aber gut, dann von denen, die sich den Luxus von Fußballspielen leisten können und wollen.
Aber wenn ich meine Fußballfanperspektive mal verlasse, ist eine gewisse Beteiligung der Veranstalter nachvollziehbar. Der Rahmen sollte angemessen sein.
Was ich leider nicht erwarte, ist ein Rückgang von Fangewalt durch dieses Urteil. Den meisten Hohlbirnen dürfte egal sein ob der eigene Verein mehr zahlen muss.
Ich bin tatsächlich gespannt, ob die Praxis der Zahlung von Mehrkosten durch Veranstalter in den kommenden Jahren auch bei anderen Großevents (Hanse-Sail, Oktoberfest, Silvesterfeier am Brandenburger Tor) zum Einsatz kommt.
Und noch weiter gesponnen: Was zahlen die Demonstranten, die bei den Parteitagen der AfD regelmäßig mehr Polizei binden als ein Fußballspiel es jemals könnte?
Mit dem Urteil hat sich das Bundesverfassungsgericht mittel- und langfristig vermutlich keinen Gefallen getan. Vereine, die jetzt latzen müssen, werden sicherlich auch links und rechts nun schauen und mit dem Finger auf andere Veranstaltungen zeigen.
Da in dem Urteil ja von gewinnorientierten Veranstaltungen die Rede ist (und das Demonstrationsrecht möchte ich als demokratisches Gut nicht angefasst sehen) wird es da sicher keine Forderungen geben.
@Blaues-Wunder
Ich habe nirgendwo gelesen, dass das Verhältnis Polizisten zu Besuchern entscheidend für eine höhere Gefährdungslage. Von daher sehe ich bei Oktoberfesten und Berliner Silvesterfeiern denselben Ausgangspunkt wie bei Derbys. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass es dort schnell und unvermittelt zu Gewalt kommen kann. Eine größere Polizeipräsenz ist notwendig. Es ist nicht einzusehen, diese Mehrkosten der Allgemeinheit aufzubürden.
Was das Thema "unverhältnismäßige Polizeieinsätze" angeht. Da denke ich an Spiele gegen Wiesbaden oder Stuttgart II wo mich schon auf dem Weg von Schwerin nach Rostock eine Armada an Polizeiwagen auf der Autobahn begleitet und überall in der Stadt Polizisten stehen, obwohl nicht ansatzweise mit Ausschreitungen oder Ähnlichem zu rechnen ist. Das sind natürlich keine Sicherheitsspiele, das ist mir klar. Aber gerade in Zeiten von Polizisten mit großem Überstundenkalender halte ich die Menge an Beamten bei vielen Spielen für zu groß geordert.
Zitat von Mel14Siegtorson
Da in dem Urteil ja von gewinnorientierten Veranstaltungen die Rede ist (und das Demonstrationsrecht möchte ich als demokratisches Gut nicht angefasst sehen) wird es da sicher keine Forderungen geben.
@Blaues-Wunder
Ich habe nirgendwo gelesen, dass das Verhältnis Polizisten zu Besuchern entscheidend für eine höhere Gefährdungslage. Von daher sehe ich bei Oktoberfesten und Berliner Silvesterfeiern denselben Ausgangspunkt wie bei Derbys. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass es dort schnell und unvermittelt zu Gewalt kommen kann. Eine größere Polizeipräsenz ist notwendig. Es ist nicht einzusehen, diese Mehrkosten der Allgemeinheit aufzubürden.
Was das Thema "unverhältnismäßige Polizeieinsätze" angeht. Da denke ich an Spiele gegen Wiesbaden oder Stuttgart II wo mich schon auf dem Weg von Schwerin nach Rostock eine Armada an Polizeiwagen auf der Autobahn begleitet und überall in der Stadt Polizisten stehen, obwohl nicht ansatzweise mit Ausschreitungen oder Ähnlichem zu rechnen ist. Das sind natürlich keine Sicherheitsspiele, das ist mir klar. Aber gerade in Zeiten von Polizisten mit großem Überstundenkalender halte ich die Menge an Beamten bei vielen Spielen für zu groß geordert.
Zitat von dudley
Und noch weiter gesponnen: Was zahlen die Demonstranten, die bei den Parteitagen der AfD regelmäßig mehr Polizei binden als ein Fußballspiel es jemals könnte?
Mit dem Urteil hat sich das Bundesverfassungsgericht mittel- und langfristig vermutlich keinen Gefallen getan. Vereine, die jetzt latzen müssen, werden sicherlich auch links und rechts nun schauen und mit dem Finger auf andere Veranstaltungen zeigen.
Zitat von Mel14Siegtorson
Hier wird gerne suggeriert, dass diejenigen, die das Urteil kritsch sehen, Fangewalt einfach in Kauf nehmen und ein Weiter so wollen. Das finde ich schon unfair. Denn so einfach ist es in meinen Augen nicht.
Das Bundesverfassungsgericht hat ja om Grunde nicht entschieden, dass die Vereine zahlen müssen. Es hat entschieden, dass die Bremer Praxis der Gebühreneinziehung nicht verfassungswidrig ist.
Ich denke, die Vereine können jetzt schon eine transparente und nachvollziehbare Aufschlüsselung der Innenministerien erwarten, wie Hochrisikospiele zu solchen eingestuft werden, warum welche Polizisten in welcher Stärke aus welchen Bundesländern zu eben jenem Spiel beordert wurden.
Vielleicht ist das ganze ja sogar eine Chance, genauer drauf zu schauen, an welchen Stellen Polizeieinsätze überdimensioniert sind und an welchen Stellen eben objektiv mehr Kräfte eingesetzt werden müssen.
Einige Bundesländer (z.B. NRW) haben angekündigt, die Kosten nicht weiterzugeben. Andere überlegen, nachzuziehen. Finde ich etwas skurril, da es ja um Polizisten geht, die auch bundesweit eingesetzt werden.
Bei gut zwei Millionen Euro, die in den vergangenen zehn Jahren bei Bremen aufgelaufen sind, frage ich mich schon ob ein Drittligist wie Hansa Rostock diese Mehrkosten einfach wegsteckt (ich könnte mir sogar vorstellen, dass in Rostock mehr Spiele als Hochrisikospiele eingestuft werden). Polizisten werden ja ligenunabhängig bundesweit dieselben Kosten verursachen. Aber dazu müssen wir erstmal abwarten ob MV überhaupt mitzieht.
Das Argument, dass die Allgemeinheit nicht mehr für zusätzliche Polizeikosten zahlen sollen, finde ich insofern witzig, dass ein Großteil der Kosten sicher über Eintrittspreise und Mitgliedsbeiträge reingeholt wird, also dann irgendwie schon von Steuerzahlern. Aber gut, dann von denen, die sich den Luxus von Fußballspielen leisten können und wollen.
Aber wenn ich meine Fußballfanperspektive mal verlasse, ist eine gewisse Beteiligung der Veranstalter nachvollziehbar. Der Rahmen sollte angemessen sein.
Was ich leider nicht erwarte, ist ein Rückgang von Fangewalt durch dieses Urteil. Den meisten Hohlbirnen dürfte egal sein ob der eigene Verein mehr zahlen muss.
Ich bin tatsächlich gespannt, ob die Praxis der Zahlung von Mehrkosten durch Veranstalter in den kommenden Jahren auch bei anderen Großevents (Hanse-Sail, Oktoberfest, Silvesterfeier am Brandenburger Tor) zum Einsatz kommt.
Hier wird gerne suggeriert, dass diejenigen, die das Urteil kritsch sehen, Fangewalt einfach in Kauf nehmen und ein Weiter so wollen. Das finde ich schon unfair. Denn so einfach ist es in meinen Augen nicht.
Das Bundesverfassungsgericht hat ja om Grunde nicht entschieden, dass die Vereine zahlen müssen. Es hat entschieden, dass die Bremer Praxis der Gebühreneinziehung nicht verfassungswidrig ist.
Ich denke, die Vereine können jetzt schon eine transparente und nachvollziehbare Aufschlüsselung der Innenministerien erwarten, wie Hochrisikospiele zu solchen eingestuft werden, warum welche Polizisten in welcher Stärke aus welchen Bundesländern zu eben jenem Spiel beordert wurden.
Vielleicht ist das ganze ja sogar eine Chance, genauer drauf zu schauen, an welchen Stellen Polizeieinsätze überdimensioniert sind und an welchen Stellen eben objektiv mehr Kräfte eingesetzt werden müssen.
Einige Bundesländer (z.B. NRW) haben angekündigt, die Kosten nicht weiterzugeben. Andere überlegen, nachzuziehen. Finde ich etwas skurril, da es ja um Polizisten geht, die auch bundesweit eingesetzt werden.
Bei gut zwei Millionen Euro, die in den vergangenen zehn Jahren bei Bremen aufgelaufen sind, frage ich mich schon ob ein Drittligist wie Hansa Rostock diese Mehrkosten einfach wegsteckt (ich könnte mir sogar vorstellen, dass in Rostock mehr Spiele als Hochrisikospiele eingestuft werden). Polizisten werden ja ligenunabhängig bundesweit dieselben Kosten verursachen. Aber dazu müssen wir erstmal abwarten ob MV überhaupt mitzieht.
Das Argument, dass die Allgemeinheit nicht mehr für zusätzliche Polizeikosten zahlen sollen, finde ich insofern witzig, dass ein Großteil der Kosten sicher über Eintrittspreise und Mitgliedsbeiträge reingeholt wird, also dann irgendwie schon von Steuerzahlern. Aber gut, dann von denen, die sich den Luxus von Fußballspielen leisten können und wollen.
Aber wenn ich meine Fußballfanperspektive mal verlasse, ist eine gewisse Beteiligung der Veranstalter nachvollziehbar. Der Rahmen sollte angemessen sein.
Was ich leider nicht erwarte, ist ein Rückgang von Fangewalt durch dieses Urteil. Den meisten Hohlbirnen dürfte egal sein ob der eigene Verein mehr zahlen muss.
Ich bin tatsächlich gespannt, ob die Praxis der Zahlung von Mehrkosten durch Veranstalter in den kommenden Jahren auch bei anderen Großevents (Hanse-Sail, Oktoberfest, Silvesterfeier am Brandenburger Tor) zum Einsatz kommt.
Und noch weiter gesponnen: Was zahlen die Demonstranten, die bei den Parteitagen der AfD regelmäßig mehr Polizei binden als ein Fußballspiel es jemals könnte?
Mit dem Urteil hat sich das Bundesverfassungsgericht mittel- und langfristig vermutlich keinen Gefallen getan. Vereine, die jetzt latzen müssen, werden sicherlich auch links und rechts nun schauen und mit dem Finger auf andere Veranstaltungen zeigen.
Da in dem Urteil ja von gewinnorientierten Veranstaltungen die Rede ist (und das Demonstrationsrecht möchte ich als demokratisches Gut nicht angefasst sehen) wird es da sicher keine Forderungen geben.
@Blaues-Wunder
Ich habe nirgendwo gelesen, dass das Verhältnis Polizisten zu Besuchern entscheidend für eine höhere Gefährdungslage. Von daher sehe ich bei Oktoberfesten und Berliner Silvesterfeiern denselben Ausgangspunkt wie bei Derbys. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass es dort schnell und unvermittelt zu Gewalt kommen kann. Eine größere Polizeipräsenz ist notwendig. Es ist nicht einzusehen, diese Mehrkosten der Allgemeinheit aufzubürden.
Was das Thema "unverhältnismäßige Polizeieinsätze" angeht. Da denke ich an Spiele gegen Wiesbaden oder Stuttgart II wo mich schon auf dem Weg von Schwerin nach Rostock eine Armada an Polizeiwagen auf der Autobahn begleitet und überall in der Stadt Polizisten stehen, obwohl nicht ansatzweise mit Ausschreitungen oder Ähnlichem zu rechnen ist. Das sind natürlich keine Sicherheitsspiele, das ist mir klar. Aber gerade in Zeiten von Polizisten mit großem Überstundenkalender halte ich die Menge an Beamten bei vielen Spielen für zu groß geordert.
Ich stelle auch nicht das GG infrage, sondern eher die Begleiterscheinungen, wie die ausufernde Gewalt eines bestimmten Klientels. Diese Gewalthandlungen sind ja durch die Versammlungsfreiheit nicht gedeckt. Sonst könnte man ja auch jedes Fußballspiel als Demo anmelden und die Zeche umgehen, wenn die Einzeller sich hauen.
Zitat von Mel14Siegtorson
Da in dem Urteil ja von gewinnorientierten Veranstaltungen die Rede ist (und das Demonstrationsrecht möchte ich als demokratisches Gut nicht angefasst sehen) wird es da sicher keine Forderungen geben.
@Blaues-Wunder
Ich habe nirgendwo gelesen, dass das Verhältnis Polizisten zu Besuchern entscheidend für eine höhere Gefährdungslage. Von daher sehe ich bei Oktoberfesten und Berliner Silvesterfeiern denselben Ausgangspunkt wie bei Derbys. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass es dort schnell und unvermittelt zu Gewalt kommen kann. Eine größere Polizeipräsenz ist notwendig. Es ist nicht einzusehen, diese Mehrkosten der Allgemeinheit aufzubürden.
Was das Thema "unverhältnismäßige Polizeieinsätze" angeht. Da denke ich an Spiele gegen Wiesbaden oder Stuttgart II wo mich schon auf dem Weg von Schwerin nach Rostock eine Armada an Polizeiwagen auf der Autobahn begleitet und überall in der Stadt Polizisten stehen, obwohl nicht ansatzweise mit Ausschreitungen oder Ähnlichem zu rechnen ist. Das sind natürlich keine Sicherheitsspiele, das ist mir klar. Aber gerade in Zeiten von Polizisten mit großem Überstundenkalender halte ich die Menge an Beamten bei vielen Spielen für zu groß geordert.
Da in dem Urteil ja von gewinnorientierten Veranstaltungen die Rede ist (und das Demonstrationsrecht möchte ich als demokratisches Gut nicht angefasst sehen) wird es da sicher keine Forderungen geben.
@Blaues-Wunder
Ich habe nirgendwo gelesen, dass das Verhältnis Polizisten zu Besuchern entscheidend für eine höhere Gefährdungslage. Von daher sehe ich bei Oktoberfesten und Berliner Silvesterfeiern denselben Ausgangspunkt wie bei Derbys. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass es dort schnell und unvermittelt zu Gewalt kommen kann. Eine größere Polizeipräsenz ist notwendig. Es ist nicht einzusehen, diese Mehrkosten der Allgemeinheit aufzubürden.
Was das Thema "unverhältnismäßige Polizeieinsätze" angeht. Da denke ich an Spiele gegen Wiesbaden oder Stuttgart II wo mich schon auf dem Weg von Schwerin nach Rostock eine Armada an Polizeiwagen auf der Autobahn begleitet und überall in der Stadt Polizisten stehen, obwohl nicht ansatzweise mit Ausschreitungen oder Ähnlichem zu rechnen ist. Das sind natürlich keine Sicherheitsspiele, das ist mir klar. Aber gerade in Zeiten von Polizisten mit großem Überstundenkalender halte ich die Menge an Beamten bei vielen Spielen für zu groß geordert.
Zum ersten Punkt.
Du driftest ab. Es ging in meinem Hinweis darum, dass durch den Fußball im Verhältnis zu anderen Großveranstaltungen regelmäßig deutlich höhere Kosten generiert werden. Bevor man sich über die Verhältnismäßigkeit von Kosten anderer Veranstaltungen Gedanken macht, muss man doch zunächst mal festhalten, dass der Fußball beim Thema Gewalt eine exklusive und sehr herausragende Rolle einnimmt.
Was die Polizeieinsätze angeht, kann ich mich nur wiederholen, dass es den Ländern wahrlich keine Freude bereitet, hier regelmäßig derlei Polizei abzustellen. Diese Größenordnung ergibt sich aus Erfahrungsberichten und den Vorkommnissen mit den jeweiligen Vereinen. Die Rostocker Fanszene hat da ja stets fleißig geliefert und war ja auch sehr aktiv darin, über die letzten Jahre immer neue Feindschaften ins Leben zu rufen. Damit hat man die Fülle an Polizei quasi selbst bestellt.
Zitat von Blaues-Wunder
Die Rostocker Fanszene hat da ja stets fleißig geliefert und war ja auch sehr aktiv darin, über die letzten Jahre immer neue Feindschaften ins Leben zu rufen. Damit hat man die Fülle an Polizei quasi selbst bestellt.
Die Rostocker Fanszene hat da ja stets fleißig geliefert und war ja auch sehr aktiv darin, über die letzten Jahre immer neue Feindschaften ins Leben zu rufen. Damit hat man die Fülle an Polizei quasi selbst bestellt.
Hm, und wenn die Rostocker (oder andere bekannte Fanszenen) dann in Sandhausen, Verl, Lübeck, Viktoria Köln regelmäßig für "Hochsicherheitsspiele" sorgen (zB weil man sich im Rahmen dieser Spiele mit anderen Fanszenen "trifft"), drückt man diesen Vereinen fette Kosten auf, die man zB in Lübeck wohl nicht so eben nebenbei stemmen kann. Oder werden die Kosten für Hochsicherheitsspiel durch die beteiligten Vereine geteilt?
Und auch bei den "bekannten" Fanszenen werden Hochsicherheitsspiel ja daran festegemacht wer zu Besuch kommt, oder war Hansa gegen Sandhausen, Großaspach oder Unterhaching schon mal Risikospiel?
Zuerstmal finde ich, dass solche öffentlich-hoheitlichen Ausgaben wie z.B. die Sicherheit nicht über Gebührenbescheide finanziert werden sollte. Eine Gleichbehandlung ist nämlich unmöglich - Beispiele gab es hier viele.
Andererseits - und da kommen wir zurück zum FCH und auch der DFL: Vielleicht führt es ja endlich dazu mal konsequent Störern und Gewalttätern diesen Sport zu vermiesen - es ihnen in und um die Stadien ungemütlich zu machen anstatt sie am Ende noch zu hoffieren.
Wenn man mit einem "normalen" Maß an Sicherheitsaufwand keine vernünftige Sicherheit herstellen kann, dann sollte man die Veranstaltung in der Form schlicht nicht erlauben.
Andererseits - und da kommen wir zurück zum FCH und auch der DFL: Vielleicht führt es ja endlich dazu mal konsequent Störern und Gewalttätern diesen Sport zu vermiesen - es ihnen in und um die Stadien ungemütlich zu machen anstatt sie am Ende noch zu hoffieren.
Wenn man mit einem "normalen" Maß an Sicherheitsaufwand keine vernünftige Sicherheit herstellen kann, dann sollte man die Veranstaltung in der Form schlicht nicht erlauben.
Zitat von Bauernluemmel
Hm, und wenn die Rostocker (oder andere bekannte Fanszenen) dann in Sandhausen, Verl, Lübeck, Viktoria Köln regelmäßig für "Hochsicherheitsspiele" sorgen (zB weil man sich im Rahmen dieser Spiele mit anderen Fanszenen "trifft"), drückt man diesen Vereinen fette Kosten auf, die man zB in Lübeck wohl nicht so eben nebenbei stemmen kann. Oder werden die Kosten für Hochsicherheitsspiel durch die beteiligten Vereine geteilt?
Und auch bei den "bekannten" Fanszenen werden Hochsicherheitsspiel ja daran festegemacht wer zu Besuch kommt, oder war Hansa gegen Sandhausen, Großaspach oder Unterhaching schon mal Risikospiel?
Zitat von Blaues-Wunder
Die Rostocker Fanszene hat da ja stets fleißig geliefert und war ja auch sehr aktiv darin, über die letzten Jahre immer neue Feindschaften ins Leben zu rufen. Damit hat man die Fülle an Polizei quasi selbst bestellt.
Die Rostocker Fanszene hat da ja stets fleißig geliefert und war ja auch sehr aktiv darin, über die letzten Jahre immer neue Feindschaften ins Leben zu rufen. Damit hat man die Fülle an Polizei quasi selbst bestellt.
Hm, und wenn die Rostocker (oder andere bekannte Fanszenen) dann in Sandhausen, Verl, Lübeck, Viktoria Köln regelmäßig für "Hochsicherheitsspiele" sorgen (zB weil man sich im Rahmen dieser Spiele mit anderen Fanszenen "trifft"), drückt man diesen Vereinen fette Kosten auf, die man zB in Lübeck wohl nicht so eben nebenbei stemmen kann. Oder werden die Kosten für Hochsicherheitsspiel durch die beteiligten Vereine geteilt?
Und auch bei den "bekannten" Fanszenen werden Hochsicherheitsspiel ja daran festegemacht wer zu Besuch kommt, oder war Hansa gegen Sandhausen, Großaspach oder Unterhaching schon mal Risikospiel?
Zumeist werden die gebührenfähigen Leistungen dort veranschlagt, wo Sie angefallen sind. Im Fall des Urteils ist jedoch auch die DFL (Verein) selbst denkbar. Dem mit Gebühr belegten Verein steht es grundsätzlich immer frei, die Kosten auf Grund von Gästefans auf zivilrechtl. Wege beim Gästeverein einzufordern. Ich erinnere an das Glanzlicht in Paderborn, was im Vorfeld übrigens auch kein Risikospiel war, in der Nachfolge aus Polizeisicht logischerweise zumindest zeitweise so eingestuft wurde.
BTW: Bei den Ausschreitungen wurden aus dem Hansa-Gästeblock heraus 24 Polizistinnen und Polizisten, 13 Ordnungsdienstmitarbeiter sowie einen Zuschauer verletzt und massive Sachbeschädigungen in und an der Paderborner Arena verursacht. Die tatsächlichen Kosten, welche im Fall der verletzten Polizisten letztlich ja auch durch die Allgemeinheit getragen werden müssen, gehen also im Einzelfall weit über das reine Stellen des Aufgebotes bei einem Risikospiel hinaus.
Wie gesagt, wurde den Ländern mit dem Urteil überhaupt erst mal eine Handhabe gegeben, die aus dem Ruder laufenden Zusatzkosten für Großeinsätze nicht mehr pauschal einfach so hinnehmen zu müssen. Es geht ja hier "nur" um Mehrkosten durch Hochrisikospiele. Die DFL und Vereine können nun nicht mehr wie gehabt alles unter Verweis auf "gesamtgesellschaftl. Kontext" oder "gezahlte Steuern" aussitzen und parallel einen noblen Businescase mit soft skills zu fahren, sondern müssen aktiv mitwirken und Ihrer Verantwortung und Möglichkeiten auch etwas gerechter werden.
@Forever_Hansa bringt ja die eigtl. Schlussfolgerung auf den Punkt
Zitat von Forever_Hansa
Wenn man mit einem "normalen" Maß an Sicherheitsaufwand keine vernünftige Sicherheit herstellen kann, dann sollte man die Veranstaltung in der Form schlicht nicht erlauben.
Wenn man mit einem "normalen" Maß an Sicherheitsaufwand keine vernünftige Sicherheit herstellen kann, dann sollte man die Veranstaltung in der Form schlicht nicht erlauben.
Ergo kommt nun bestenfalls ein bissl. mehr ernsthafte Bewegung in die Sache. Wie sich das in der Praxis ausgestaltet, bleibt abzuwarten. Jegliche Verbesserung ist ein win win für beide Seiten.
nach kurzem Drüberschlafen möchte ich hier gerne nochmal klar ausdrücken, was uns verbindet:
Ich denke jeder hier ist gegen Gewalt, Sachbeschädigung, Raub und Bedrohung.
die Verrohung, Spaltung und auch Abneigung zur Polizei ist ein gesamtgesellschaftliches Problem!
(Zoom) -> Fussball
(Zoom) -> Ostdeutschland
(Zoom) -> Hansa Rostock
Hier liegt ein Brennglas drauf und damit müssen wir uns alle beschäftigen.
Was uns nicht eint, sind die Mittel und Maßnahmen dies Problem zu lösen oder zumindest zu abzuschwächen (realistischer).
Jetzt mein Senf:
Jeder der mal ein Veranstaltung organisiert hat (ob gewerblich oder nicht) sollte dieses Urteil kritisch sehen
Ich denke jeder hier ist gegen Gewalt, Sachbeschädigung, Raub und Bedrohung.
die Verrohung, Spaltung und auch Abneigung zur Polizei ist ein gesamtgesellschaftliches Problem!
(Zoom) -> Fussball
(Zoom) -> Ostdeutschland
(Zoom) -> Hansa Rostock
Hier liegt ein Brennglas drauf und damit müssen wir uns alle beschäftigen.
Was uns nicht eint, sind die Mittel und Maßnahmen dies Problem zu lösen oder zumindest zu abzuschwächen (realistischer).
Jetzt mein Senf:
Jeder der mal ein Veranstaltung organisiert hat (ob gewerblich oder nicht) sollte dieses Urteil kritisch sehen
Zitat von OmarHimself
Jetzt mein Senf:
Jeder der mal ein Veranstaltung organisiert hat (ob gewerblich oder nicht) sollte dieses Urteil kritisch sehen
Jetzt mein Senf:
Jeder der mal ein Veranstaltung organisiert hat (ob gewerblich oder nicht) sollte dieses Urteil kritisch sehen
Im Kern dreht es sich ja um die kommerzielle Ausrichtung und darum, ob Veranstalter, die kommerziell an einer Veranstaltung - im konkreten Fall sogar im großen Stil - gutes Geld verdienen, sich auch an den Kosten für die Sicherstellung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit rund um den Veranstaltungsort an sich ( ohne die genau diese Veranstaltungen überhaupt nicht stattfinden könnten), beteiligen müssen oder nicht.
Da fallen ja schon mal ganz viele Veranstaltungsarten und Veranstalter*innen raus, z.B. Demos, gemeinnützige Veranstaltungen, kulturfördernde Veranstaltungen; auch auf Veranstalterseite gibt es gemeinnützige Institutionen, Bildungseinrichtungen und und und. Die haben gar keinen Grund, das Urteil kritisch zu sehen.
Eine Solidargemeinschaft sollte Veranstaltungen im öffentlichen Leben genau dann unterstützen, wenn der Zweck dieser auch im Grunde genommen gemeinsinnorientiert ist. Dies KÖNNTE prinzipiell auch auf Fussballveranstaltungen zutreffen. An sich könnte man argumentieren, ähnlich wie bei einer großen Kulturveranstaltung (z.b. Metallica-Konzert), oder einer anderen Sport-Großveranstaltung (z.b. Leichtathletik-WM), sollte die öffentliche Hand die Durchführung fördern und sicherstellen, dass die öffentliche Ordnung z.B. durch ordnende Polizeipräsenz oder vorgehaltene Rettungskräfte gewahrt ist.
Jetzt hat der Fussball im speziellen aber einfach ein großes Problem. Denn im Gegensatz zu Headbangern oder Stabhochsprungfans verursachen Fussballfans durch ihr Verhalten einen vielfach überhöhten ordnenden Bedarf, der das "normale", zu tolerierende Maß wie bei den o.g. Veranstaltungen einfach um ein vielfaches übersteigt. Dort werden keinen Familien die Helene-Fischer-Shirts abgeknüpft, Züge von Staffellauf-Hooligans auseinandergenommen, Massenschlägereien angezettelt, Ordnungskräfte angegriffen und schwerst verletzt, es gibt im Veranstaltungskontext nur im Fussballkontext diese regelmässigen, übelsten Grenzüberschreitungen, Häufungen von Straftaten, Sachbeschädigungen, körperlichen Versehrungen. (Bevor jetzt whataboutisiert wird: ja, auch auf Demos z.B. kann es dazu kommen. Im Gegensatz zum Fussballgeschehen wird da aber hart durchgegriffen, im großen Stil dokumentiert, festgenommen, angezeigt, Schadensersatz geltend gemacht).
Rund um den Fussball hat sich eine Art Wildwest-Parallelgesellschaft manifestiert, und ENDLICH gibt es mal ein Urteil, bei dem ein bischen davon zu merken ist, dass ein großer Teil der Gesellschaft (... selbst der Fans) sich das so nicht mehr gefallen lassen möchte und es einfach ultra befremdlich ist, dass da Tausend Polizisten rund ums Stadion postiert sein müssen, bloß weil da 22 Männer gegen einen Ball kicken und es nun mal einfach so hinzunehmen ist, dass einige Knallköppe sich rundherum nicht im Griff haben. Völlig Banane und für eine Gesellschaft nicht akzeptabel. Schon gar nicht, wenn sie dann dafür selbst aufkommen muss.
Und ja, das Urteil dürfte und sollte auch Auswirkungen haben. Es wird zwar "nur" an der Geldschraube gedreht, aber die Konsequenzen werden sicher von oben nach unten durchgereicht und sich ganz am Ende in teureren Eintrittskarten und Bierpreisen bemerkbar machen, möglicherweise auch weiteres (keine Auswärtsblocks mehr). Vielleicht wird auch einfach mal konsequent gegen Gewalt im Fussball durchgegriffen und nun echte Konzepte entwickelt. Und wenn die Fanszene dann jammert - ja, dann kann man ihnen da gerne den Spiegel vorhalten: das wart ihr.
Wie schade dass für den Fussball ist, kann jeder selbst entscheiden, mit einem "friedlichen Fussballfest" oder einer "tollen Kultur" hat der Szenenzirkus außenrum für mich schon lange nichts mehr zu tun. Vielleicht kann man ja in Zukunft mal wieder mit der ganzen Familie sorgenfrei, unbeschwert ins Stadion gehen, egal in welchen Block, egal in welche Stadt.
Zitat von Blaues-Wunder
Zum ersten Punkt.
Du driftest ab. Es ging in meinem Hinweis darum, dass durch den Fußball im Verhältnis zu anderen Großveranstaltungen regelmäßig deutlich höhere Kosten generiert werden. Bevor man sich über die Verhältnismäßigkeit von Kosten anderer Veranstaltungen Gedanken macht, muss man doch zunächst mal festhalten, dass der Fußball beim Thema Gewalt eine exklusive und sehr herausragende Rolle einnimmt.
Zitat von Mel14Siegtorson
Da in dem Urteil ja von gewinnorientierten Veranstaltungen die Rede ist (und das Demonstrationsrecht möchte ich als demokratisches Gut nicht angefasst sehen) wird es da sicher keine Forderungen geben.
@Blaues-Wunder
Ich habe nirgendwo gelesen, dass das Verhältnis Polizisten zu Besuchern entscheidend für eine höhere Gefährdungslage. Von daher sehe ich bei Oktoberfesten und Berliner Silvesterfeiern denselben Ausgangspunkt wie bei Derbys. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass es dort schnell und unvermittelt zu Gewalt kommen kann. Eine größere Polizeipräsenz ist notwendig. Es ist nicht einzusehen, diese Mehrkosten der Allgemeinheit aufzubürden.
Da in dem Urteil ja von gewinnorientierten Veranstaltungen die Rede ist (und das Demonstrationsrecht möchte ich als demokratisches Gut nicht angefasst sehen) wird es da sicher keine Forderungen geben.
@Blaues-Wunder
Ich habe nirgendwo gelesen, dass das Verhältnis Polizisten zu Besuchern entscheidend für eine höhere Gefährdungslage. Von daher sehe ich bei Oktoberfesten und Berliner Silvesterfeiern denselben Ausgangspunkt wie bei Derbys. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass es dort schnell und unvermittelt zu Gewalt kommen kann. Eine größere Polizeipräsenz ist notwendig. Es ist nicht einzusehen, diese Mehrkosten der Allgemeinheit aufzubürden.
Zum ersten Punkt.
Du driftest ab. Es ging in meinem Hinweis darum, dass durch den Fußball im Verhältnis zu anderen Großveranstaltungen regelmäßig deutlich höhere Kosten generiert werden. Bevor man sich über die Verhältnismäßigkeit von Kosten anderer Veranstaltungen Gedanken macht, muss man doch zunächst mal festhalten, dass der Fußball beim Thema Gewalt eine exklusive und sehr herausragende Rolle einnimmt.
Ich sehe nicht dass ich abdrifte. Wir sind da einfach verschiedener Meinung. Was ja nicht schlimm ist. Ich sehe das Thema Gewalt beim Fußball nicht exklusiv, das ist bei anderen in meinen Augen genauso problematisch. Möglicherweise sind es hier und da auch dieselben Leute, die sowohl beim Fußball oder bei großen Festen Stress suchen und finden.
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