BVB - Transferpolitik
14.02.2015 - 15:43 Uhr
12.11.2021 - 14:46 Uhr
Zitat von mba123
Aktuell würde ich die Priorität der Transferpolitik in der Offensive sehen.
Zwar gibt es viele andere Baustellen, die hier zurecht diskutiert werden, aber am meisten vermisse ich vorne eine starke Anspielstation und einen sehr guten Flügelspieler. Mit Sancho ist jemand gegangen, der beides auf herausragendem Niveau vereinte.
Grundsätzlich kann das 4-4-2 mit Raute das ganz gut auffangen. Echte Flügelspieler gibt es in dem System nicht und Rose hat Haaland viel mehr ins Kombinationsspiel eingebunden. Haaland halte ich nun sehr wichtig als physisch-präsente Anspielstation.
Allerdings sieht es in der Realität so aus, dass wir kaum mit 4-Raute-2 spielen. Außen fehlt es an dann Qualität. Spieler die dort den Unterschied gegen eine Mannschaft auf Augenhöhe machen, haben wir höchstens bedingt. Fällt dann noch jemand aus oder wird woanders gebraucht, haben wir niemanden mehr auf gutem Bundesliga-Niveau, der die offensive Außenbahn besetzen könnte.
Als ordentliche bis gute Anspielstation unter Druck, sehe ich vorne aktuell nur Haaland.
Reus, Hazard und Brandt weichen alle eher aus, weil sie unter Druck die Bälle verlieren. Und Malen hat insgesamt noch viele Probleme und hilft uns noch nicht. Allein Reyna traue ich in der Offensive eine bessere Rolle zu. Aber unter Rose spielte er Achter.
Ohne Haaland sieht es dann sehr mau vorne aus und zwar gar nicht mal bezogen auf die Torgefährlichkeit, sondern auf den Ballvortrag.
Man muss sich nur einmal die Heatmap gegen Leipzig (oder Köln) anschauen. Wir hatten fast keine Ballkontakte im zentralem, offensiven Bereich. Dort waren Reus, Brandt und Malen gar nicht präsent. Auch als Knauff als zusätzlicher Mann für die Offensive kam, was den anderen mehr Freiraum geben sollte, änderte sich daran nichts.
Nach vorne lief es daher auch nicht nach der Umstellung auf Viererkette besser. Das Tor von Reus täuschte da, meiner Meinung nach. So war Reus Tor ein Treffer aus dem Nichts und der einzige Torschuss in der zweiten Halbzeit bis zur 75ten Minute (Leipzig in dieser Zeit mit 8 Torschüssen).
(Erst in der Schlussphase änderte sich das Bild. Hier gehe ich viel mehr von nachlassen Leipzigern (Kräfteverschleiß?) als von irgendwelchen taktischen Eingriffen aus.)
Ich sehe es als ganz wichtigen Punkt, dass wir vorne Spieler haben, die den Ball unter Druck behaupten und in den Engen Akzente setzen bzw. die anderen Offensiven ins Spiel bringen können. Wir kommen sonst kaum in die Zonen, aus denen Torgefahr erzeugt werden kann. (bzw. sorgen ballsichere Spieler zumindest für Entlastung).
Gehen würde das natürlich mit einem wie Sancho. Der ist unter Druck anspielbar und ist dann sogar sehr kreativ in den Engen der Halbräume oder im Zentrum.
Jemand, der mit seiner Physis Bälle behauptet, wird aber leichter zu finden sein. Kreativ können dann Spieler wie Reus, Brandt und Guerreiro werden, wenn sie von so einem physischen Spieler in der Offensive in Position gebracht werden.
Also, starke Anspielstationen und Flügelspieler in der Offensive fehlen mir bisher am meisten. So sollte es im Ballvortrag eigentlich eher ein Vorteil sein, wenn Haaland ausfällt. Denn technisch ist er nicht der beste. Aber dann ist eben Tigges „derjenige, der Haaland noch am ehesten ersetzen kann“ (Zitat Rose).
Unsere Flügel müssen in wichtigen Spielen von Leuten wie Malen, Knauff, Brandt oder Wolf besetzt werden. Dabei brauchen diese Spieler eigentlich noch Entwicklungszeit und/oder sind auf anderen Positionen besser aufgehoben.
Eigentlich haben nur Hazard und Knauff ihre Stammpositionen auf den offensiven Flügeln.
Aktuell würde ich die Priorität der Transferpolitik in der Offensive sehen.
Zwar gibt es viele andere Baustellen, die hier zurecht diskutiert werden, aber am meisten vermisse ich vorne eine starke Anspielstation und einen sehr guten Flügelspieler. Mit Sancho ist jemand gegangen, der beides auf herausragendem Niveau vereinte.
Grundsätzlich kann das 4-4-2 mit Raute das ganz gut auffangen. Echte Flügelspieler gibt es in dem System nicht und Rose hat Haaland viel mehr ins Kombinationsspiel eingebunden. Haaland halte ich nun sehr wichtig als physisch-präsente Anspielstation.
Allerdings sieht es in der Realität so aus, dass wir kaum mit 4-Raute-2 spielen. Außen fehlt es an dann Qualität. Spieler die dort den Unterschied gegen eine Mannschaft auf Augenhöhe machen, haben wir höchstens bedingt. Fällt dann noch jemand aus oder wird woanders gebraucht, haben wir niemanden mehr auf gutem Bundesliga-Niveau, der die offensive Außenbahn besetzen könnte.
Als ordentliche bis gute Anspielstation unter Druck, sehe ich vorne aktuell nur Haaland.
Reus, Hazard und Brandt weichen alle eher aus, weil sie unter Druck die Bälle verlieren. Und Malen hat insgesamt noch viele Probleme und hilft uns noch nicht. Allein Reyna traue ich in der Offensive eine bessere Rolle zu. Aber unter Rose spielte er Achter.
Ohne Haaland sieht es dann sehr mau vorne aus und zwar gar nicht mal bezogen auf die Torgefährlichkeit, sondern auf den Ballvortrag.
Man muss sich nur einmal die Heatmap gegen Leipzig (oder Köln) anschauen. Wir hatten fast keine Ballkontakte im zentralem, offensiven Bereich. Dort waren Reus, Brandt und Malen gar nicht präsent. Auch als Knauff als zusätzlicher Mann für die Offensive kam, was den anderen mehr Freiraum geben sollte, änderte sich daran nichts.
Nach vorne lief es daher auch nicht nach der Umstellung auf Viererkette besser. Das Tor von Reus täuschte da, meiner Meinung nach. So war Reus Tor ein Treffer aus dem Nichts und der einzige Torschuss in der zweiten Halbzeit bis zur 75ten Minute (Leipzig in dieser Zeit mit 8 Torschüssen).
(Erst in der Schlussphase änderte sich das Bild. Hier gehe ich viel mehr von nachlassen Leipzigern (Kräfteverschleiß?) als von irgendwelchen taktischen Eingriffen aus.)
Ich sehe es als ganz wichtigen Punkt, dass wir vorne Spieler haben, die den Ball unter Druck behaupten und in den Engen Akzente setzen bzw. die anderen Offensiven ins Spiel bringen können. Wir kommen sonst kaum in die Zonen, aus denen Torgefahr erzeugt werden kann. (bzw. sorgen ballsichere Spieler zumindest für Entlastung).
Gehen würde das natürlich mit einem wie Sancho. Der ist unter Druck anspielbar und ist dann sogar sehr kreativ in den Engen der Halbräume oder im Zentrum.
Jemand, der mit seiner Physis Bälle behauptet, wird aber leichter zu finden sein. Kreativ können dann Spieler wie Reus, Brandt und Guerreiro werden, wenn sie von so einem physischen Spieler in der Offensive in Position gebracht werden.
Also, starke Anspielstationen und Flügelspieler in der Offensive fehlen mir bisher am meisten. So sollte es im Ballvortrag eigentlich eher ein Vorteil sein, wenn Haaland ausfällt. Denn technisch ist er nicht der beste. Aber dann ist eben Tigges „derjenige, der Haaland noch am ehesten ersetzen kann“ (Zitat Rose).
Unsere Flügel müssen in wichtigen Spielen von Leuten wie Malen, Knauff, Brandt oder Wolf besetzt werden. Dabei brauchen diese Spieler eigentlich noch Entwicklungszeit und/oder sind auf anderen Positionen besser aufgehoben.
Eigentlich haben nur Hazard und Knauff ihre Stammpositionen auf den offensiven Flügeln.
Das Problem an starken Offensivkräften ist, dass diese nicht lange im Zwischenschritt Dortmund stehen bleiben möchten. Das liegt in der Natur der Sache. Offensiv auffallende Spieler stehen deutlich stärker im Fokus der Öffentlichkeit, als defensiv starke Spieler. Natürlich ist dein Ansatz interessant und kann kurzfristig Erfolg versprechen, jedoch denke ich, dass eine stabile Defensive die langfristig bessere Strategie wäre, um mit begrenzten Ressourcen eine Mannschaft zu formen und möglichst lange halten zu können.
Wenn wir uns einmal das Klopp-Team 2011-2012 anschauen, dann fällt mir auf, dass mit Weidenfeller ein solider Keeper im Tor stand, der nie zur absoluten Topspitze gezählt wurde. Mit Hummels stand ein IV, der durch seine spielerische Stärke das Zeug zur Weltspitze hatte, es aber längerfristig beweisen musste. Stattdessen wurde Subotic in der globalen Wahrnehmung als stärker eingeschätzt, weil er seine Stärken am Mann hatte, die gepaart mit aggressivem aber doch fairem Verteidigungsstil ein vielversprechendes Gesamtpaket abbildeten. Damals kamen die ersten 20-30 Mio Ablösegerüchte auf.
Auf der linken Seite agierte ein Schmelzer, dessen Stärken auch eher defensiver Natur waren. Mit Piszczek stand ein gut ausbalancierter Rechtsverteidiger in der Kette.
---------------------Weidenfeller-----------------------
Piszu-------Subotic--------Hummels--Schmelzer
Hier waren also mindestens 3 Fussballer positioniert, die ihre Stärken nicht im Spielerischen hatten. Auffallend hierbei ist, dass alle 3 nicht von finanzstärkeren Klubs abgeworben wurden, obwohl sie für absolut starke Balance mitverantwortlich waren. Man erinnere sich an die legendären Aufeinandertreffen von Robben und Schmelzer z.B.. Die Marcel mit einigen wenigen Ausnahmen allesamt für sich entschied.
----------Bender----------Gündogan/Kehl----------
Kuba---------Kagawa/Götze-----------Großkreutz
--------------------Barrios/Lewy-----------------------
Auch hier weiter vorne fällt auf, dass mit Bender, Kehl, Großkreutz und Kuba defensiv stabile Spieler standen, von denen auch niemand von größeren Klubs abgeworben worden ist. Während Gündogan, Kagawa, Götze und Lewy allesamt zu finanzstarken Klubs gewechselt sind.
Trotz vieler defensiv denkenden Spieler haben wir offensivstarken Fussball angeboten. Natürlich kann man aus dieser Rechnung die 4 Individualisten nicht rausrechnen, aber das Grundgerüst des Erfolges war nun mal die defensiv stabile Ausrichtung, die bei Ballgewinn nicht in Hacke, Spitze, 123 verwandelt wurde, sondern in die Vorgabe innerhalb 10 Sekunden zum Torabschluss zu kommen. Um einen Ballgewinn in einen Torabschluss zu verwandeln, bedarf es physisch starker Spieler, die hin und wieder auch mal über ihren Schmerzpunkt hinausgehen können, weil die Wege teilweise sehr lang sein konnten, oder vor dem Ballgewinn sehr intensiv sind.
Ich will hier keine Laudatio für "Anti-Fussballer" halten, aber der defensive Grundgedanke geht unserer Transferpolitik immer weiter abhanden. Alibi-Käufe wie Can, für den immer noch keine Position gefunden wurde, bringen unser Team nicht weiter. Auch wenn das durchaus ein Spielertyp ist, der der obigen Beschreibung entspricht.
Wenn man sich unsere heutige Kette anschaut, dann sieht man mit Meunier einen RV, der seine Stärken bei PSG in der offensive hatte. Akanji hat seine Stärken im Spielerischen, Hummels und Guerreiro ebenfalls. Niemand von den 4 genannten ist für seine resolute Zweikampfsführung bekannt. Bezeichnend, dass ein Haller von Ajax auch genau das als Schwäche ausgemacht hat. (fehlende Aggressivität)
https://www.90min.de/posts/bvb-ajax-champions-league-haller
Natürlich fängt das Ganze schon viel weiter vorne an, aber wenn man sieht wie Brandt in defensive Zweikämpfe geht, dann wird einem mulmig zu Mute. Witsel als 6er vor der Abwehr, ist für den Spielaufbau und für die Ballzirkulation bekannt und verantwortlich, ein überragender Abräumer wird er jedoch niemals werden. Malen ist weder vorne noch hinten ein Faktor, weshalb ich annehme, das über kurz oder lang jemand anderes seinen Platz in der Startelf einnehmen wird. Während Reus sich meiner Meinung nach sehr oft abmüht, aber auch niemand ist, den man als giftig bezeichnen würde.
Am ehesten würde die Bezeichnung auf Bellingham zutreffen, der wirklich überragende Fähigkeiten mitbringt aber, verständlicher Weise, sehr oft die Balance aus den Augen verliert.
Insgesamt bringen wir jedoch soviel spielerische Klasse auf den Platz, dass es stand jetzt für Platz 2 in der Bundesliga ausreicht. Wenn jedoch ein Gegner unsere fehlende Aggressivität spielerisch ausnutzen kann, dann laufen unsere "Techniker" solange im Kreis bis auch dem letzten die Puste ausgeht. Flüchtigkeitsfehler und Konzentrationsverlust sind die Folge. Das Ganze könnte mit einem Supertechniker wie Sancho kaschiert werden, indem dieser mit Ball am Fuß für Ruhephasen sorgt, weil der Gegner nicht in der Lage ist, ihn vom Ball zu trennen. Jedoch sieht man auch hier, dass nach die ganze Spielkultur wieder einbricht.
Zusammenfassend will ich damit ausdrücken, dass es langfristig wahrscheinlich die bessere Idee wäre, defensiv denkende und physisch starke Fussballer zu einem Team zu schweißen. Als Individualisten zu verpflichten, die uns entweder 2-3 Jahre später abgekauft werden oder nicht einschlagen(Schürrle, Götze, Brandt, Malen?).
Klar brauchen wir diese Sanchos, Dembeles und Haalands, aber alle 3 sind verhältnismäßig günstig gekommen, somit werden wir sehr wahrscheinlich auch weiterhin dafür sorgen, dass junge Spieler bei uns explodieren können. Das teure Geld haben wir an anderen Baustellen verbraten und vielleicht ist es nun an der Zeit ein bisschen umzudenken.
13.11.2021 - 08:07 Uhr
Zitat von BVBBC
Für mich sprichst du einen wesentlichen Punkt an, indem du vor allem auf die Zentrumsbesetzung anspielst. Ich bin mir dabei aber nicht so sicher, ob man mit den OA tatsächlich die Priorität setzen kann, um hier zu einer Verbesserung zu kommen. So ist es zwar denkbar, dass ein starker OA außen mehr Gegenspieler bindet und dadurch im Zentrum mehr Platz schafft, aber grundsätzlich käme es dann eben dennoch auf die AV des BVB an, dass die Verdichtung dort nicht mit den OA des Gegners möglich ist und effektiv kaum etwas passiert. Denn die Linien halten Brandt und Malen in vielen Spielphasen ja schon sehr deutlich, wenn sie nominell als OA aufgestellt sind und sie ziehen damit auch durchaus Gegner raus. Ich habe dabei dann öfters nur den Eindruck, dass sie wegen ihrer natürlichen Spielweise doch wieder ins Zentrum ziehen. Dennoch treibt es dann die nominell zentralen Spieler nach draußen, weil das System ja nicht automatisch dazu führt, dass man Gleichzahl im Mittelfeld hat, die man spielerisch nutzen kann. Darum glaube ich, dass für den Hebel der OA so gut sein müsste, dass er entweder selbst zentrale Räume bespielen kann und dort auch unter Druck klarkommt oder zumindest auf der Außenbahn in Summe so viel Gefahr hergestellt werden muss, dass die jeweilige Seite des Gegners es nicht mehr mit Gleichzahl verteidigt bekommt. Es muss also auch von den AV deutlich mehr Druck entfacht werden. Das halte ich nur mit einem fitten Guerreiro für möglich, selbst wenn Meunier zuletzt seine Scorer sammelt, aber er ist kein Aktivposten im Spiel, den die Gegner derzeit defensiv stärker im Matchplan bedenken, weil er innerhalb des Spiels nicht konstant ist und defensiv einfach gebunden werden kann. Am ehesten spielt er noch im gegnerischen Matchplan eine Rolle, wenn er im Aufbau gepresst werden soll und man das Spiel über ihn leitet.
Allgemein sehe ich größere Probleme im Aufbauspiel, als einem recht sein kann. Mit 3er Kette hatte man bspw. oft 4 Mittelfeldspieler, sobald sich die nominellen OA Brandt und Reus haben fallen lassen. Sie waren dabei meines Erachtens auch so unterwegs, dass sie zentral anspielbar waren und dort auch an den Ball kamen. Allerdings immer auf Kosten einer Anspielstation in Richtung gegnerisches Tor, in die bestenfalls noch 1-2 Mitspieler unterwegs waren. Die Isolation ging damit dann zu einfach und das Nachrücken dauerte zu lange, weswegen die 3er Kette eigentlich direkt tot war, spätestens aber mit dem letzten Spiel damit aber hoffentlich für längere Zeit Geschichte ist. Denn auch wenn es gegen Leipzig mit 4er Kette danach nicht viel besser wurde, so fand ich zumindest bemerkenswert, dass Leipzig sich dennoch zur Anpassung gezwungen sah, indem sie selbst auf 4er Kette gewechselt sind. Daher denke ich schon, dass RB Probleme gesehen hat oder zumindest auch sich zukommen sah. Das Nachrückverhalten ist dann zumindest etwas besser und die Unterzahl im Zentrum besteht nicht mehr beständig und benötigt vor allem zur Vermeidung auch keine Rochaden, die in der Sackgasse landen. Trotzdem ist die sichere Spielverbindung nicht gut, gerade wenn die Gegner das Zentrum zustellen und der BVB dann mehrere Linien überspielen muss, um sich dort dann dem Gegnerdruck zu entziehen. Spielerisch hat man kaum Fähigkeiten, um durch diese Linien durchzukombinieren bzw. ballsicher innerhalb dieser Linien zu agieren. Sie müssen immer überspielt werden, damit etwas geht, was meines Erachtens dann auch ein gewaltiges Problem ist, warum wir bspw. nicht mehr ins Pass-Klatsch kommen, da wir die Passwege so freilaufen müssen, dass nach dem Überspielen der Linie - falls es klappt, da die nötigen Pässe fast ausschließlich aus der IV kommen - aufgedreht werden kann. Besteht Gegnerdruck, tut man sich oft sehr schwer und als Hilfe ist meist nur der OA da, der nach innen zieht, was allerdings auch recht berechenbar ist.
Daher denke ich schon, dass viele unserer Offensivprobleme weiter hinten anfangen und der Aufbau variabler werden müsste, um mehr Bälle nach vorne zu bringen, die dann auch einfacher verarbeitet werden können - schließlich sind das oft eben auch lange Bälle, mit viel Zug, sodass bis zur Kontrolle schnell wieder Gegnerdruck da ist, selbst wenn die Freilaufbewegung des Offensiven gut war. Dazu zählen die AV, aber sicher auch die ein oder andere Option auf der 6, die nicht so leicht gepresst werden kann und defensiv dennoch als Wellenbrecher taugt, da man so schnell keinen perfekten Aufbau orchestriert bekommt und daher gezwungenermaßen automatisch auch Qualität in der Gegenbewegung benötigt. Ich glaube daher, dass wir selbst mit Sancho gerade ähnliche Probleme sehen könnten und Sancho lediglich mehr Lösungen anbieten würde als aktuell vorhanden. Ob dann aktuell ein OA verfügbar ist, der annähernd so viele Probleme lösen kann, wie Sancho, finde ich schwer zu sagen - die Gerüchte stimmen mich nicht positiv. Daher macht es für mich auch mehr Sinn an der Wurzel anzugreifen.
Zitat von mba123
Aktuell würde ich die Priorität der Transferpolitik in der Offensive sehen.
Zwar gibt es viele andere Baustellen, die hier zurecht diskutiert werden, aber am meisten vermisse ich vorne eine starke Anspielstation und einen sehr guten Flügelspieler. Mit Sancho ist jemand gegangen, der beides auf herausragendem Niveau vereinte.
Grundsätzlich kann das 4-4-2 mit Raute das ganz gut auffangen. Echte Flügelspieler gibt es in dem System nicht und Rose hat Haaland viel mehr ins Kombinationsspiel eingebunden. Haaland halte ich nun sehr wichtig als physisch-präsente Anspielstation.
Allerdings sieht es in der Realität so aus, dass wir kaum mit 4-Raute-2 spielen. Außen fehlt es an dann Qualität. Spieler die dort den Unterschied gegen eine Mannschaft auf Augenhöhe machen, haben wir höchstens bedingt. Fällt dann noch jemand aus oder wird woanders gebraucht, haben wir niemanden mehr auf gutem Bundesliga-Niveau, der die offensive Außenbahn besetzen könnte.
Als ordentliche bis gute Anspielstation unter Druck, sehe ich vorne aktuell nur Haaland.
Reus, Hazard und Brandt weichen alle eher aus, weil sie unter Druck die Bälle verlieren. Und Malen hat insgesamt noch viele Probleme und hilft uns noch nicht. Allein Reyna traue ich in der Offensive eine bessere Rolle zu. Aber unter Rose spielte er Achter.
Ohne Haaland sieht es dann sehr mau vorne aus und zwar gar nicht mal bezogen auf die Torgefährlichkeit, sondern auf den Ballvortrag.
Man muss sich nur einmal die Heatmap gegen Leipzig (oder Köln) anschauen. Wir hatten fast keine Ballkontakte im zentralem, offensiven Bereich. Dort waren Reus, Brandt und Malen gar nicht präsent. Auch als Knauff als zusätzlicher Mann für die Offensive kam, was den anderen mehr Freiraum geben sollte, änderte sich daran nichts.
Nach vorne lief es daher auch nicht nach der Umstellung auf Viererkette besser. Das Tor von Reus täuschte da, meiner Meinung nach. So war Reus Tor ein Treffer aus dem Nichts und der einzige Torschuss in der zweiten Halbzeit bis zur 75ten Minute (Leipzig in dieser Zeit mit 8 Torschüssen).
(Erst in der Schlussphase änderte sich das Bild. Hier gehe ich viel mehr von nachlassen Leipzigern (Kräfteverschleiß?) als von irgendwelchen taktischen Eingriffen aus.)
Ich sehe es als ganz wichtigen Punkt, dass wir vorne Spieler haben, die den Ball unter Druck behaupten und in den Engen Akzente setzen bzw. die anderen Offensiven ins Spiel bringen können. Wir kommen sonst kaum in die Zonen, aus denen Torgefahr erzeugt werden kann. (bzw. sorgen ballsichere Spieler zumindest für Entlastung).
Gehen würde das natürlich mit einem wie Sancho. Der ist unter Druck anspielbar und ist dann sogar sehr kreativ in den Engen der Halbräume oder im Zentrum.
Jemand, der mit seiner Physis Bälle behauptet, wird aber leichter zu finden sein. Kreativ können dann Spieler wie Reus, Brandt und Guerreiro werden, wenn sie von so einem physischen Spieler in der Offensive in Position gebracht werden.
Also, starke Anspielstationen und Flügelspieler in der Offensive fehlen mir bisher am meisten. So sollte es im Ballvortrag eigentlich eher ein Vorteil sein, wenn Haaland ausfällt. Denn technisch ist er nicht der beste. Aber dann ist eben Tigges „derjenige, der Haaland noch am ehesten ersetzen kann“ (Zitat Rose).
Unsere Flügel müssen in wichtigen Spielen von Leuten wie Malen, Knauff, Brandt oder Wolf besetzt werden. Dabei brauchen diese Spieler eigentlich noch Entwicklungszeit und/oder sind auf anderen Positionen besser aufgehoben.
Eigentlich haben nur Hazard und Knauff ihre Stammpositionen auf den offensiven Flügeln.
Aktuell würde ich die Priorität der Transferpolitik in der Offensive sehen.
Zwar gibt es viele andere Baustellen, die hier zurecht diskutiert werden, aber am meisten vermisse ich vorne eine starke Anspielstation und einen sehr guten Flügelspieler. Mit Sancho ist jemand gegangen, der beides auf herausragendem Niveau vereinte.
Grundsätzlich kann das 4-4-2 mit Raute das ganz gut auffangen. Echte Flügelspieler gibt es in dem System nicht und Rose hat Haaland viel mehr ins Kombinationsspiel eingebunden. Haaland halte ich nun sehr wichtig als physisch-präsente Anspielstation.
Allerdings sieht es in der Realität so aus, dass wir kaum mit 4-Raute-2 spielen. Außen fehlt es an dann Qualität. Spieler die dort den Unterschied gegen eine Mannschaft auf Augenhöhe machen, haben wir höchstens bedingt. Fällt dann noch jemand aus oder wird woanders gebraucht, haben wir niemanden mehr auf gutem Bundesliga-Niveau, der die offensive Außenbahn besetzen könnte.
Als ordentliche bis gute Anspielstation unter Druck, sehe ich vorne aktuell nur Haaland.
Reus, Hazard und Brandt weichen alle eher aus, weil sie unter Druck die Bälle verlieren. Und Malen hat insgesamt noch viele Probleme und hilft uns noch nicht. Allein Reyna traue ich in der Offensive eine bessere Rolle zu. Aber unter Rose spielte er Achter.
Ohne Haaland sieht es dann sehr mau vorne aus und zwar gar nicht mal bezogen auf die Torgefährlichkeit, sondern auf den Ballvortrag.
Man muss sich nur einmal die Heatmap gegen Leipzig (oder Köln) anschauen. Wir hatten fast keine Ballkontakte im zentralem, offensiven Bereich. Dort waren Reus, Brandt und Malen gar nicht präsent. Auch als Knauff als zusätzlicher Mann für die Offensive kam, was den anderen mehr Freiraum geben sollte, änderte sich daran nichts.
Nach vorne lief es daher auch nicht nach der Umstellung auf Viererkette besser. Das Tor von Reus täuschte da, meiner Meinung nach. So war Reus Tor ein Treffer aus dem Nichts und der einzige Torschuss in der zweiten Halbzeit bis zur 75ten Minute (Leipzig in dieser Zeit mit 8 Torschüssen).
(Erst in der Schlussphase änderte sich das Bild. Hier gehe ich viel mehr von nachlassen Leipzigern (Kräfteverschleiß?) als von irgendwelchen taktischen Eingriffen aus.)
Ich sehe es als ganz wichtigen Punkt, dass wir vorne Spieler haben, die den Ball unter Druck behaupten und in den Engen Akzente setzen bzw. die anderen Offensiven ins Spiel bringen können. Wir kommen sonst kaum in die Zonen, aus denen Torgefahr erzeugt werden kann. (bzw. sorgen ballsichere Spieler zumindest für Entlastung).
Gehen würde das natürlich mit einem wie Sancho. Der ist unter Druck anspielbar und ist dann sogar sehr kreativ in den Engen der Halbräume oder im Zentrum.
Jemand, der mit seiner Physis Bälle behauptet, wird aber leichter zu finden sein. Kreativ können dann Spieler wie Reus, Brandt und Guerreiro werden, wenn sie von so einem physischen Spieler in der Offensive in Position gebracht werden.
Also, starke Anspielstationen und Flügelspieler in der Offensive fehlen mir bisher am meisten. So sollte es im Ballvortrag eigentlich eher ein Vorteil sein, wenn Haaland ausfällt. Denn technisch ist er nicht der beste. Aber dann ist eben Tigges „derjenige, der Haaland noch am ehesten ersetzen kann“ (Zitat Rose).
Unsere Flügel müssen in wichtigen Spielen von Leuten wie Malen, Knauff, Brandt oder Wolf besetzt werden. Dabei brauchen diese Spieler eigentlich noch Entwicklungszeit und/oder sind auf anderen Positionen besser aufgehoben.
Eigentlich haben nur Hazard und Knauff ihre Stammpositionen auf den offensiven Flügeln.
Für mich sprichst du einen wesentlichen Punkt an, indem du vor allem auf die Zentrumsbesetzung anspielst. Ich bin mir dabei aber nicht so sicher, ob man mit den OA tatsächlich die Priorität setzen kann, um hier zu einer Verbesserung zu kommen. So ist es zwar denkbar, dass ein starker OA außen mehr Gegenspieler bindet und dadurch im Zentrum mehr Platz schafft, aber grundsätzlich käme es dann eben dennoch auf die AV des BVB an, dass die Verdichtung dort nicht mit den OA des Gegners möglich ist und effektiv kaum etwas passiert. Denn die Linien halten Brandt und Malen in vielen Spielphasen ja schon sehr deutlich, wenn sie nominell als OA aufgestellt sind und sie ziehen damit auch durchaus Gegner raus. Ich habe dabei dann öfters nur den Eindruck, dass sie wegen ihrer natürlichen Spielweise doch wieder ins Zentrum ziehen. Dennoch treibt es dann die nominell zentralen Spieler nach draußen, weil das System ja nicht automatisch dazu führt, dass man Gleichzahl im Mittelfeld hat, die man spielerisch nutzen kann. Darum glaube ich, dass für den Hebel der OA so gut sein müsste, dass er entweder selbst zentrale Räume bespielen kann und dort auch unter Druck klarkommt oder zumindest auf der Außenbahn in Summe so viel Gefahr hergestellt werden muss, dass die jeweilige Seite des Gegners es nicht mehr mit Gleichzahl verteidigt bekommt. Es muss also auch von den AV deutlich mehr Druck entfacht werden. Das halte ich nur mit einem fitten Guerreiro für möglich, selbst wenn Meunier zuletzt seine Scorer sammelt, aber er ist kein Aktivposten im Spiel, den die Gegner derzeit defensiv stärker im Matchplan bedenken, weil er innerhalb des Spiels nicht konstant ist und defensiv einfach gebunden werden kann. Am ehesten spielt er noch im gegnerischen Matchplan eine Rolle, wenn er im Aufbau gepresst werden soll und man das Spiel über ihn leitet.
Allgemein sehe ich größere Probleme im Aufbauspiel, als einem recht sein kann. Mit 3er Kette hatte man bspw. oft 4 Mittelfeldspieler, sobald sich die nominellen OA Brandt und Reus haben fallen lassen. Sie waren dabei meines Erachtens auch so unterwegs, dass sie zentral anspielbar waren und dort auch an den Ball kamen. Allerdings immer auf Kosten einer Anspielstation in Richtung gegnerisches Tor, in die bestenfalls noch 1-2 Mitspieler unterwegs waren. Die Isolation ging damit dann zu einfach und das Nachrücken dauerte zu lange, weswegen die 3er Kette eigentlich direkt tot war, spätestens aber mit dem letzten Spiel damit aber hoffentlich für längere Zeit Geschichte ist. Denn auch wenn es gegen Leipzig mit 4er Kette danach nicht viel besser wurde, so fand ich zumindest bemerkenswert, dass Leipzig sich dennoch zur Anpassung gezwungen sah, indem sie selbst auf 4er Kette gewechselt sind. Daher denke ich schon, dass RB Probleme gesehen hat oder zumindest auch sich zukommen sah. Das Nachrückverhalten ist dann zumindest etwas besser und die Unterzahl im Zentrum besteht nicht mehr beständig und benötigt vor allem zur Vermeidung auch keine Rochaden, die in der Sackgasse landen. Trotzdem ist die sichere Spielverbindung nicht gut, gerade wenn die Gegner das Zentrum zustellen und der BVB dann mehrere Linien überspielen muss, um sich dort dann dem Gegnerdruck zu entziehen. Spielerisch hat man kaum Fähigkeiten, um durch diese Linien durchzukombinieren bzw. ballsicher innerhalb dieser Linien zu agieren. Sie müssen immer überspielt werden, damit etwas geht, was meines Erachtens dann auch ein gewaltiges Problem ist, warum wir bspw. nicht mehr ins Pass-Klatsch kommen, da wir die Passwege so freilaufen müssen, dass nach dem Überspielen der Linie - falls es klappt, da die nötigen Pässe fast ausschließlich aus der IV kommen - aufgedreht werden kann. Besteht Gegnerdruck, tut man sich oft sehr schwer und als Hilfe ist meist nur der OA da, der nach innen zieht, was allerdings auch recht berechenbar ist.
Daher denke ich schon, dass viele unserer Offensivprobleme weiter hinten anfangen und der Aufbau variabler werden müsste, um mehr Bälle nach vorne zu bringen, die dann auch einfacher verarbeitet werden können - schließlich sind das oft eben auch lange Bälle, mit viel Zug, sodass bis zur Kontrolle schnell wieder Gegnerdruck da ist, selbst wenn die Freilaufbewegung des Offensiven gut war. Dazu zählen die AV, aber sicher auch die ein oder andere Option auf der 6, die nicht so leicht gepresst werden kann und defensiv dennoch als Wellenbrecher taugt, da man so schnell keinen perfekten Aufbau orchestriert bekommt und daher gezwungenermaßen automatisch auch Qualität in der Gegenbewegung benötigt. Ich glaube daher, dass wir selbst mit Sancho gerade ähnliche Probleme sehen könnten und Sancho lediglich mehr Lösungen anbieten würde als aktuell vorhanden. Ob dann aktuell ein OA verfügbar ist, der annähernd so viele Probleme lösen kann, wie Sancho, finde ich schwer zu sagen - die Gerüchte stimmen mich nicht positiv. Daher macht es für mich auch mehr Sinn an der Wurzel anzugreifen.
Bezüglich der Zentrumsbesetzung meine ich Spieler, die sich offensiv zentral oder den Halbräumen anbieten, sich dort wohl fühlen und mit Ball behaupten können. Das können OA aber auch Stürmer sein.
Bei uns ist es aber so, dass Brandt, Reus, Hazard und Malen in den Zwischenräumen selten anspielbar sind und dort schnell die Bälle verlieren. Auch sind sie nicht so brillant am Ball, dass sie, wie Sancho, mit Ball am Fuß in diese Räume ziehen können.
Mir fehlt es also an Spielern, die sich zentral zwischen gegnerischer Abwehr und defensivem Mittelfeld bewegen und dort als gute Anspielstation funktionieren. Solche Spieler helfen dann nicht nur in torgefährliche Räume zu kommen, sondern sorgen durch ihre Ballsicherheit ebenso für Entlastung. Spielt der Gegner ein starkes Pressing, wie zuletzt Köln oder Leipzig, sollten die Offensiven möglichst auch schwierige Anspiele behaupten können.
Bezüglich unseres Aufbauspiels sehe ich uns spielerisch auf einem Toplevel. Mit Hummels, Akanji, Guerreiro, Witsel, Dahoud und den Achtern Bellingham, Brandt und Reyna haben wir viele Leute, die auf ihren Positionen zu den spielerisch Besten gehören.
Da geht es für mich mehr um taktische Fragen und wie von @The23 angemerkt, wie man gleichzeitig eine starke Defensive auf den Platz bekommt.
Dreierkette ist für mich ebenso eine taktische Geschichte und weniger der Transferpolitik.
13.11.2021 - 08:33 Uhr
Zitat von mba123
Bezüglich unseres Aufbauspiels sehe ich uns spielerisch auf einem Toplevel. Mit Hummels, Akanji, Guerreiro, Witsel, Dahoud und den Achtern Bellingham, Brandt und Reyna haben wir viele Leute, die auf ihren Positionen zu den spielerisch Besten gehören.
Bezüglich unseres Aufbauspiels sehe ich uns spielerisch auf einem Toplevel. Mit Hummels, Akanji, Guerreiro, Witsel, Dahoud und den Achtern Bellingham, Brandt und Reyna haben wir viele Leute, die auf ihren Positionen zu den spielerisch Besten gehören.
Das sehe ich völlig anders...
Wir schaffen es ja fast überhaupt nicht mehr den Ball in die gegnerische Hälfte sicher zu transportieren.
Guerreiro verliert in jedem Spiel 2 oder 3x den Ball, Witsel spielt nur kurz/quer, Dahoud macht zwar seine schnellen Drehungen, hat dann aber nach vorne keine Ideen, einzig Bellingham würd ich da sehr gut sehen.
Brandt war bis vor Wochen noch der Wahnsinn und spielt jetzt "befriedigend" aber spielerisch zu den besten? und Reyna ist auch noch in der Entwicklung.
Im Spielaufbau sehe ich uns im biederen Bundesliga Durchschnitt, wenn uns eine Mannschaft nur etwas unter Druck setzt, muss Kobel von 5 Bällen in Endeffekt mindesten 3 Bälle wegschlagen.
Zu den "besten" gehört hier meiner Meinung nach nur Jude und der spielt mit 18 ja eine überragende Saison.
13.11.2021 - 08:36 Uhr
Zitat von The23
Das Problem an starken Offensivkräften ist, dass diese nicht lange im Zwischenschritt Dortmund stehen bleiben möchten. Das liegt in der Natur der Sache. Offensiv auffallende Spieler stehen deutlich stärker im Fokus der Öffentlichkeit, als defensiv starke Spieler. Natürlich ist dein Ansatz interessant und kann kurzfristig Erfolg versprechen, jedoch denke ich, dass eine stabile Defensive die langfristig bessere Strategie wäre, um mit begrenzten Ressourcen eine Mannschaft zu formen und möglichst lange halten zu können.
Wenn wir uns einmal das Klopp-Team 2011-2012 anschauen, dann fällt mir auf, dass mit Weidenfeller ein solider Keeper im Tor stand, der nie zur absoluten Topspitze gezählt wurde. Mit Hummels stand ein IV, der durch seine spielerische Stärke das Zeug zur Weltspitze hatte, es aber längerfristig beweisen musste. Stattdessen wurde Subotic in der globalen Wahrnehmung als stärker eingeschätzt, weil er seine Stärken am Mann hatte, die gepaart mit aggressivem aber doch fairem Verteidigungsstil ein vielversprechendes Gesamtpaket abbildeten. Damals kamen die ersten 20-30 Mio Ablösegerüchte auf.
Auf der linken Seite agierte ein Schmelzer, dessen Stärken auch eher defensiver Natur waren. Mit Piszczek stand ein gut ausbalancierter Rechtsverteidiger in der Kette.
---------------------Weidenfeller-----------------------
Piszu-------Subotic--------Hummels--Schmelzer
Hier waren also mindestens 3 Fussballer positioniert, die ihre Stärken nicht im Spielerischen hatten. Auffallend hierbei ist, dass alle 3 nicht von finanzstärkeren Klubs abgeworben wurden, obwohl sie für absolut starke Balance mitverantwortlich waren. Man erinnere sich an die legendären Aufeinandertreffen von Robben und Schmelzer z.B.. Die Marcel mit einigen wenigen Ausnahmen allesamt für sich entschied.
----------Bender----------Gündogan/Kehl----------
Kuba---------Kagawa/Götze-----------Großkreutz
--------------------Barrios/Lewy-----------------------
Auch hier weiter vorne fällt auf, dass mit Bender, Kehl, Großkreutz und Kuba defensiv stabile Spieler standen, von denen auch niemand von größeren Klubs abgeworben worden ist. Während Gündogan, Kagawa, Götze und Lewy allesamt zu finanzstarken Klubs gewechselt sind.
Trotz vieler defensiv denkenden Spieler haben wir offensivstarken Fussball angeboten. Natürlich kann man aus dieser Rechnung die 4 Individualisten nicht rausrechnen, aber das Grundgerüst des Erfolges war nun mal die defensiv stabile Ausrichtung, die bei Ballgewinn nicht in Hacke, Spitze, 123 verwandelt wurde, sondern in die Vorgabe innerhalb 10 Sekunden zum Torabschluss zu kommen. Um einen Ballgewinn in einen Torabschluss zu verwandeln, bedarf es physisch starker Spieler, die hin und wieder auch mal über ihren Schmerzpunkt hinausgehen können, weil die Wege teilweise sehr lang sein konnten, oder vor dem Ballgewinn sehr intensiv sind.
Ich will hier keine Laudatio für "Anti-Fussballer" halten, aber der defensive Grundgedanke geht unserer Transferpolitik immer weiter abhanden. Alibi-Käufe wie Can, für den immer noch keine Position gefunden wurde, bringen unser Team nicht weiter. Auch wenn das durchaus ein Spielertyp ist, der der obigen Beschreibung entspricht.
Wenn man sich unsere heutige Kette anschaut, dann sieht man mit Meunier einen RV, der seine Stärken bei PSG in der offensive hatte. Akanji hat seine Stärken im Spielerischen, Hummels und Guerreiro ebenfalls. Niemand von den 4 genannten ist für seine resolute Zweikampfsführung bekannt. Bezeichnend, dass ein Haller von Ajax auch genau das als Schwäche ausgemacht hat. (fehlende Aggressivität)
https://www.90min.de/posts/bvb-ajax-champions-league-haller
Natürlich fängt das Ganze schon viel weiter vorne an, aber wenn man sieht wie Brandt in defensive Zweikämpfe geht, dann wird einem mulmig zu Mute. Witsel als 6er vor der Abwehr, ist für den Spielaufbau und für die Ballzirkulation bekannt und verantwortlich, ein überragender Abräumer wird er jedoch niemals werden. Malen ist weder vorne noch hinten ein Faktor, weshalb ich annehme, das über kurz oder lang jemand anderes seinen Platz in der Startelf einnehmen wird. Während Reus sich meiner Meinung nach sehr oft abmüht, aber auch niemand ist, den man als giftig bezeichnen würde.
Am ehesten würde die Bezeichnung auf Bellingham zutreffen, der wirklich überragende Fähigkeiten mitbringt aber, verständlicher Weise, sehr oft die Balance aus den Augen verliert.
Insgesamt bringen wir jedoch soviel spielerische Klasse auf den Platz, dass es stand jetzt für Platz 2 in der Bundesliga ausreicht. Wenn jedoch ein Gegner unsere fehlende Aggressivität spielerisch ausnutzen kann, dann laufen unsere "Techniker" solange im Kreis bis auch dem letzten die Puste ausgeht. Flüchtigkeitsfehler und Konzentrationsverlust sind die Folge. Das Ganze könnte mit einem Supertechniker wie Sancho kaschiert werden, indem dieser mit Ball am Fuß für Ruhephasen sorgt, weil der Gegner nicht in der Lage ist, ihn vom Ball zu trennen. Jedoch sieht man auch hier, dass nach die ganze Spielkultur wieder einbricht.
Zusammenfassend will ich damit ausdrücken, dass es langfristig wahrscheinlich die bessere Idee wäre, defensiv denkende und physisch starke Fussballer zu einem Team zu schweißen. Als Individualisten zu verpflichten, die uns entweder 2-3 Jahre später abgekauft werden oder nicht einschlagen(Schürrle, Götze, Brandt, Malen?).
Klar brauchen wir diese Sanchos, Dembeles und Haalands, aber alle 3 sind verhältnismäßig günstig gekommen, somit werden wir sehr wahrscheinlich auch weiterhin dafür sorgen, dass junge Spieler bei uns explodieren können. Das teure Geld haben wir an anderen Baustellen verbraten und vielleicht ist es nun an der Zeit ein bisschen umzudenken.
Zitat von mba123
Aktuell würde ich die Priorität der Transferpolitik in der Offensive sehen.
Zwar gibt es viele andere Baustellen, die hier zurecht diskutiert werden, aber am meisten vermisse ich vorne eine starke Anspielstation und einen sehr guten Flügelspieler. Mit Sancho ist jemand gegangen, der beides auf herausragendem Niveau vereinte.
Grundsätzlich kann das 4-4-2 mit Raute das ganz gut auffangen. Echte Flügelspieler gibt es in dem System nicht und Rose hat Haaland viel mehr ins Kombinationsspiel eingebunden. Haaland halte ich nun sehr wichtig als physisch-präsente Anspielstation.
Allerdings sieht es in der Realität so aus, dass wir kaum mit 4-Raute-2 spielen. Außen fehlt es an dann Qualität. Spieler die dort den Unterschied gegen eine Mannschaft auf Augenhöhe machen, haben wir höchstens bedingt. Fällt dann noch jemand aus oder wird woanders gebraucht, haben wir niemanden mehr auf gutem Bundesliga-Niveau, der die offensive Außenbahn besetzen könnte.
Als ordentliche bis gute Anspielstation unter Druck, sehe ich vorne aktuell nur Haaland.
Reus, Hazard und Brandt weichen alle eher aus, weil sie unter Druck die Bälle verlieren. Und Malen hat insgesamt noch viele Probleme und hilft uns noch nicht. Allein Reyna traue ich in der Offensive eine bessere Rolle zu. Aber unter Rose spielte er Achter.
Ohne Haaland sieht es dann sehr mau vorne aus und zwar gar nicht mal bezogen auf die Torgefährlichkeit, sondern auf den Ballvortrag.
Man muss sich nur einmal die Heatmap gegen Leipzig (oder Köln) anschauen. Wir hatten fast keine Ballkontakte im zentralem, offensiven Bereich. Dort waren Reus, Brandt und Malen gar nicht präsent. Auch als Knauff als zusätzlicher Mann für die Offensive kam, was den anderen mehr Freiraum geben sollte, änderte sich daran nichts.
Nach vorne lief es daher auch nicht nach der Umstellung auf Viererkette besser. Das Tor von Reus täuschte da, meiner Meinung nach. So war Reus Tor ein Treffer aus dem Nichts und der einzige Torschuss in der zweiten Halbzeit bis zur 75ten Minute (Leipzig in dieser Zeit mit 8 Torschüssen).
(Erst in der Schlussphase änderte sich das Bild. Hier gehe ich viel mehr von nachlassen Leipzigern (Kräfteverschleiß?) als von irgendwelchen taktischen Eingriffen aus.)
Ich sehe es als ganz wichtigen Punkt, dass wir vorne Spieler haben, die den Ball unter Druck behaupten und in den Engen Akzente setzen bzw. die anderen Offensiven ins Spiel bringen können. Wir kommen sonst kaum in die Zonen, aus denen Torgefahr erzeugt werden kann. (bzw. sorgen ballsichere Spieler zumindest für Entlastung).
Gehen würde das natürlich mit einem wie Sancho. Der ist unter Druck anspielbar und ist dann sogar sehr kreativ in den Engen der Halbräume oder im Zentrum.
Jemand, der mit seiner Physis Bälle behauptet, wird aber leichter zu finden sein. Kreativ können dann Spieler wie Reus, Brandt und Guerreiro werden, wenn sie von so einem physischen Spieler in der Offensive in Position gebracht werden.
Also, starke Anspielstationen und Flügelspieler in der Offensive fehlen mir bisher am meisten. So sollte es im Ballvortrag eigentlich eher ein Vorteil sein, wenn Haaland ausfällt. Denn technisch ist er nicht der beste. Aber dann ist eben Tigges „derjenige, der Haaland noch am ehesten ersetzen kann“ (Zitat Rose).
Unsere Flügel müssen in wichtigen Spielen von Leuten wie Malen, Knauff, Brandt oder Wolf besetzt werden. Dabei brauchen diese Spieler eigentlich noch Entwicklungszeit und/oder sind auf anderen Positionen besser aufgehoben.
Eigentlich haben nur Hazard und Knauff ihre Stammpositionen auf den offensiven Flügeln.
Aktuell würde ich die Priorität der Transferpolitik in der Offensive sehen.
Zwar gibt es viele andere Baustellen, die hier zurecht diskutiert werden, aber am meisten vermisse ich vorne eine starke Anspielstation und einen sehr guten Flügelspieler. Mit Sancho ist jemand gegangen, der beides auf herausragendem Niveau vereinte.
Grundsätzlich kann das 4-4-2 mit Raute das ganz gut auffangen. Echte Flügelspieler gibt es in dem System nicht und Rose hat Haaland viel mehr ins Kombinationsspiel eingebunden. Haaland halte ich nun sehr wichtig als physisch-präsente Anspielstation.
Allerdings sieht es in der Realität so aus, dass wir kaum mit 4-Raute-2 spielen. Außen fehlt es an dann Qualität. Spieler die dort den Unterschied gegen eine Mannschaft auf Augenhöhe machen, haben wir höchstens bedingt. Fällt dann noch jemand aus oder wird woanders gebraucht, haben wir niemanden mehr auf gutem Bundesliga-Niveau, der die offensive Außenbahn besetzen könnte.
Als ordentliche bis gute Anspielstation unter Druck, sehe ich vorne aktuell nur Haaland.
Reus, Hazard und Brandt weichen alle eher aus, weil sie unter Druck die Bälle verlieren. Und Malen hat insgesamt noch viele Probleme und hilft uns noch nicht. Allein Reyna traue ich in der Offensive eine bessere Rolle zu. Aber unter Rose spielte er Achter.
Ohne Haaland sieht es dann sehr mau vorne aus und zwar gar nicht mal bezogen auf die Torgefährlichkeit, sondern auf den Ballvortrag.
Man muss sich nur einmal die Heatmap gegen Leipzig (oder Köln) anschauen. Wir hatten fast keine Ballkontakte im zentralem, offensiven Bereich. Dort waren Reus, Brandt und Malen gar nicht präsent. Auch als Knauff als zusätzlicher Mann für die Offensive kam, was den anderen mehr Freiraum geben sollte, änderte sich daran nichts.
Nach vorne lief es daher auch nicht nach der Umstellung auf Viererkette besser. Das Tor von Reus täuschte da, meiner Meinung nach. So war Reus Tor ein Treffer aus dem Nichts und der einzige Torschuss in der zweiten Halbzeit bis zur 75ten Minute (Leipzig in dieser Zeit mit 8 Torschüssen).
(Erst in der Schlussphase änderte sich das Bild. Hier gehe ich viel mehr von nachlassen Leipzigern (Kräfteverschleiß?) als von irgendwelchen taktischen Eingriffen aus.)
Ich sehe es als ganz wichtigen Punkt, dass wir vorne Spieler haben, die den Ball unter Druck behaupten und in den Engen Akzente setzen bzw. die anderen Offensiven ins Spiel bringen können. Wir kommen sonst kaum in die Zonen, aus denen Torgefahr erzeugt werden kann. (bzw. sorgen ballsichere Spieler zumindest für Entlastung).
Gehen würde das natürlich mit einem wie Sancho. Der ist unter Druck anspielbar und ist dann sogar sehr kreativ in den Engen der Halbräume oder im Zentrum.
Jemand, der mit seiner Physis Bälle behauptet, wird aber leichter zu finden sein. Kreativ können dann Spieler wie Reus, Brandt und Guerreiro werden, wenn sie von so einem physischen Spieler in der Offensive in Position gebracht werden.
Also, starke Anspielstationen und Flügelspieler in der Offensive fehlen mir bisher am meisten. So sollte es im Ballvortrag eigentlich eher ein Vorteil sein, wenn Haaland ausfällt. Denn technisch ist er nicht der beste. Aber dann ist eben Tigges „derjenige, der Haaland noch am ehesten ersetzen kann“ (Zitat Rose).
Unsere Flügel müssen in wichtigen Spielen von Leuten wie Malen, Knauff, Brandt oder Wolf besetzt werden. Dabei brauchen diese Spieler eigentlich noch Entwicklungszeit und/oder sind auf anderen Positionen besser aufgehoben.
Eigentlich haben nur Hazard und Knauff ihre Stammpositionen auf den offensiven Flügeln.
Das Problem an starken Offensivkräften ist, dass diese nicht lange im Zwischenschritt Dortmund stehen bleiben möchten. Das liegt in der Natur der Sache. Offensiv auffallende Spieler stehen deutlich stärker im Fokus der Öffentlichkeit, als defensiv starke Spieler. Natürlich ist dein Ansatz interessant und kann kurzfristig Erfolg versprechen, jedoch denke ich, dass eine stabile Defensive die langfristig bessere Strategie wäre, um mit begrenzten Ressourcen eine Mannschaft zu formen und möglichst lange halten zu können.
Wenn wir uns einmal das Klopp-Team 2011-2012 anschauen, dann fällt mir auf, dass mit Weidenfeller ein solider Keeper im Tor stand, der nie zur absoluten Topspitze gezählt wurde. Mit Hummels stand ein IV, der durch seine spielerische Stärke das Zeug zur Weltspitze hatte, es aber längerfristig beweisen musste. Stattdessen wurde Subotic in der globalen Wahrnehmung als stärker eingeschätzt, weil er seine Stärken am Mann hatte, die gepaart mit aggressivem aber doch fairem Verteidigungsstil ein vielversprechendes Gesamtpaket abbildeten. Damals kamen die ersten 20-30 Mio Ablösegerüchte auf.
Auf der linken Seite agierte ein Schmelzer, dessen Stärken auch eher defensiver Natur waren. Mit Piszczek stand ein gut ausbalancierter Rechtsverteidiger in der Kette.
---------------------Weidenfeller-----------------------
Piszu-------Subotic--------Hummels--Schmelzer
Hier waren also mindestens 3 Fussballer positioniert, die ihre Stärken nicht im Spielerischen hatten. Auffallend hierbei ist, dass alle 3 nicht von finanzstärkeren Klubs abgeworben wurden, obwohl sie für absolut starke Balance mitverantwortlich waren. Man erinnere sich an die legendären Aufeinandertreffen von Robben und Schmelzer z.B.. Die Marcel mit einigen wenigen Ausnahmen allesamt für sich entschied.
----------Bender----------Gündogan/Kehl----------
Kuba---------Kagawa/Götze-----------Großkreutz
--------------------Barrios/Lewy-----------------------
Auch hier weiter vorne fällt auf, dass mit Bender, Kehl, Großkreutz und Kuba defensiv stabile Spieler standen, von denen auch niemand von größeren Klubs abgeworben worden ist. Während Gündogan, Kagawa, Götze und Lewy allesamt zu finanzstarken Klubs gewechselt sind.
Trotz vieler defensiv denkenden Spieler haben wir offensivstarken Fussball angeboten. Natürlich kann man aus dieser Rechnung die 4 Individualisten nicht rausrechnen, aber das Grundgerüst des Erfolges war nun mal die defensiv stabile Ausrichtung, die bei Ballgewinn nicht in Hacke, Spitze, 123 verwandelt wurde, sondern in die Vorgabe innerhalb 10 Sekunden zum Torabschluss zu kommen. Um einen Ballgewinn in einen Torabschluss zu verwandeln, bedarf es physisch starker Spieler, die hin und wieder auch mal über ihren Schmerzpunkt hinausgehen können, weil die Wege teilweise sehr lang sein konnten, oder vor dem Ballgewinn sehr intensiv sind.
Ich will hier keine Laudatio für "Anti-Fussballer" halten, aber der defensive Grundgedanke geht unserer Transferpolitik immer weiter abhanden. Alibi-Käufe wie Can, für den immer noch keine Position gefunden wurde, bringen unser Team nicht weiter. Auch wenn das durchaus ein Spielertyp ist, der der obigen Beschreibung entspricht.
Wenn man sich unsere heutige Kette anschaut, dann sieht man mit Meunier einen RV, der seine Stärken bei PSG in der offensive hatte. Akanji hat seine Stärken im Spielerischen, Hummels und Guerreiro ebenfalls. Niemand von den 4 genannten ist für seine resolute Zweikampfsführung bekannt. Bezeichnend, dass ein Haller von Ajax auch genau das als Schwäche ausgemacht hat. (fehlende Aggressivität)
https://www.90min.de/posts/bvb-ajax-champions-league-haller
Natürlich fängt das Ganze schon viel weiter vorne an, aber wenn man sieht wie Brandt in defensive Zweikämpfe geht, dann wird einem mulmig zu Mute. Witsel als 6er vor der Abwehr, ist für den Spielaufbau und für die Ballzirkulation bekannt und verantwortlich, ein überragender Abräumer wird er jedoch niemals werden. Malen ist weder vorne noch hinten ein Faktor, weshalb ich annehme, das über kurz oder lang jemand anderes seinen Platz in der Startelf einnehmen wird. Während Reus sich meiner Meinung nach sehr oft abmüht, aber auch niemand ist, den man als giftig bezeichnen würde.
Am ehesten würde die Bezeichnung auf Bellingham zutreffen, der wirklich überragende Fähigkeiten mitbringt aber, verständlicher Weise, sehr oft die Balance aus den Augen verliert.
Insgesamt bringen wir jedoch soviel spielerische Klasse auf den Platz, dass es stand jetzt für Platz 2 in der Bundesliga ausreicht. Wenn jedoch ein Gegner unsere fehlende Aggressivität spielerisch ausnutzen kann, dann laufen unsere "Techniker" solange im Kreis bis auch dem letzten die Puste ausgeht. Flüchtigkeitsfehler und Konzentrationsverlust sind die Folge. Das Ganze könnte mit einem Supertechniker wie Sancho kaschiert werden, indem dieser mit Ball am Fuß für Ruhephasen sorgt, weil der Gegner nicht in der Lage ist, ihn vom Ball zu trennen. Jedoch sieht man auch hier, dass nach die ganze Spielkultur wieder einbricht.
Zusammenfassend will ich damit ausdrücken, dass es langfristig wahrscheinlich die bessere Idee wäre, defensiv denkende und physisch starke Fussballer zu einem Team zu schweißen. Als Individualisten zu verpflichten, die uns entweder 2-3 Jahre später abgekauft werden oder nicht einschlagen(Schürrle, Götze, Brandt, Malen?).
Klar brauchen wir diese Sanchos, Dembeles und Haalands, aber alle 3 sind verhältnismäßig günstig gekommen, somit werden wir sehr wahrscheinlich auch weiterhin dafür sorgen, dass junge Spieler bei uns explodieren können. Das teure Geld haben wir an anderen Baustellen verbraten und vielleicht ist es nun an der Zeit ein bisschen umzudenken.
Die Defensive ist bei uns nun schon seit einem Jahrzehnt ein ungelöstes Problem. Die Transferpolitik ist hier sicherlich gefragt.
Allerdings sehe ich die Möglichkeiten unseres Kaders nicht so schlecht. In der Viererkette ist für mich nur LV defensiv-schwach besetzt. Hummels, Akanji können defensiv sehr stark sein. Meunier empfinde ich defensiv auch als sehr zuverlässig.
Im Mittelfeld haben wir mit Can und Bellingham zwei sehr defensiv-starke Spieler. Dahoud ist auf der Acht auch nicht schlecht, da er enorm viel läuft und permanent Druck macht.
In der Offensive gefällt mir Hazard gegen den Ball. Unter Rose finde ich auch Reus in Ordnung.
Wenn bei uns alle fit sind, wäre eine defensiv-stabile Aufstellung möglich, meiner Meinung nach. Es ist dann aber natürlich die Frage, ob sie auch spielerisch gut genug wäre.
Oft werden dann Neuzugänge vorgeschlagen, die das Komplettpaket aus defensiven und offensiven Fähigkeiten bieten sollen. Da bin ich dann aber sehr skeptisch, dass das tatsächlich so ist.
Aktuell würde ich daher abwarten, wie es unter Rose aussieht, wenn sich die Verletzten-Situation normalisiert hat. Vielleicht ist dann der Bedarf nach defensiv-starken Spielern kaum vorhanden.
13.11.2021 - 08:45 Uhr
Zitat von Herzog10
Das sehe ich völlig anders...
Wir schaffen es ja fast überhaupt nicht mehr den Ball in die gegnerische Hälfte sicher zu transportieren.
Guerreiro verliert in jedem Spiel 2 oder 3x den Ball, Witsel spielt nur kurz/quer, Dahoud macht zwar seine schnellen Drehungen, hat dann aber nach vorne keine Ideen, einzig Bellingham würd ich da sehr gut sehen.
Brandt war bis vor Wochen noch der Wahnsinn und spielt jetzt "befriedigend" aber spielerisch zu den besten? und Reyna ist auch noch in der Entwicklung.
Im Spielaufbau sehe ich uns im biederen Bundesliga Durchschnitt, wenn uns eine Mannschaft nur etwas unter Druck setzt, muss Kobel von 5 Bällen in Endeffekt mindesten 3 Bälle wegschlagen.
Zu den "besten" gehört hier meiner Meinung nach nur Jude und der spielt mit 18 ja eine überragende Saison.
Zitat von mba123
Bezüglich unseres Aufbauspiels sehe ich uns spielerisch auf einem Toplevel. Mit Hummels, Akanji, Guerreiro, Witsel, Dahoud und den Achtern Bellingham, Brandt und Reyna haben wir viele Leute, die auf ihren Positionen zu den spielerisch Besten gehören.
Bezüglich unseres Aufbauspiels sehe ich uns spielerisch auf einem Toplevel. Mit Hummels, Akanji, Guerreiro, Witsel, Dahoud und den Achtern Bellingham, Brandt und Reyna haben wir viele Leute, die auf ihren Positionen zu den spielerisch Besten gehören.
Das sehe ich völlig anders...
Wir schaffen es ja fast überhaupt nicht mehr den Ball in die gegnerische Hälfte sicher zu transportieren.
Guerreiro verliert in jedem Spiel 2 oder 3x den Ball, Witsel spielt nur kurz/quer, Dahoud macht zwar seine schnellen Drehungen, hat dann aber nach vorne keine Ideen, einzig Bellingham würd ich da sehr gut sehen.
Brandt war bis vor Wochen noch der Wahnsinn und spielt jetzt "befriedigend" aber spielerisch zu den besten? und Reyna ist auch noch in der Entwicklung.
Im Spielaufbau sehe ich uns im biederen Bundesliga Durchschnitt, wenn uns eine Mannschaft nur etwas unter Druck setzt, muss Kobel von 5 Bällen in Endeffekt mindesten 3 Bälle wegschlagen.
Zu den "besten" gehört hier meiner Meinung nach nur Jude und der spielt mit 18 ja eine überragende Saison.
Also, Bellingham finde ich wiederum eher nich so gut im Aufbauspiel. Meiner Meinung nach, hat er vor allem in offensiveren Bereichen eine tolle Entwicklung genommen, wo er nun regelmäßig entscheidende Akzente setzt. Vor der Abwehr trägt Bellingham aber nur sehr wenig zum Spielaufbau bei. Die Trainer haben ihn dort auch wenig taktisch eingebunden. Ich denke, genau aus dem Grund, weil Bellingham dort nicht seine Stärken hat.
Hingegen finde ich es erstaunlich, wie man einen möglichen Aufbau mit Hummels, Akanji, Guerreiro und Witsel/Dahoud als "biederen Bundesliga Durchschnitt" bezeichnen kann.
Welche Mannschaften besitzen denn mehr spielerische Qualität im Spielaufbau?
13.11.2021 - 11:25 Uhr
Zitat von mba123
Bezüglich der Zentrumsbesetzung meine ich Spieler, die sich offensiv zentral oder den Halbräumen anbieten, sich dort wohl fühlen und mit Ball behaupten können. Das können OA aber auch Stürmer sein.
Bei uns ist es aber so, dass Brandt, Reus, Hazard und Malen in den Zwischenräumen selten anspielbar sind und dort schnell die Bälle verlieren. Auch sind sie nicht so brillant am Ball, dass sie, wie Sancho, mit Ball am Fuß in diese Räume ziehen können.
Mir fehlt es also an Spielern, die sich zentral zwischen gegnerischer Abwehr und defensivem Mittelfeld bewegen und dort als gute Anspielstation funktionieren. Solche Spieler helfen dann nicht nur in torgefährliche Räume zu kommen, sondern sorgen durch ihre Ballsicherheit ebenso für Entlastung. Spielt der Gegner ein starkes Pressing, wie zuletzt Köln oder Leipzig, sollten die Offensiven möglichst auch schwierige Anspiele behaupten können.
Zitat von BVBBC
Für mich sprichst du einen wesentlichen Punkt an, indem du vor allem auf die Zentrumsbesetzung anspielst. Ich bin mir dabei aber nicht so sicher, ob man mit den OA tatsächlich die Priorität setzen kann, um hier zu einer Verbesserung zu kommen. So ist es zwar denkbar, dass ein starker OA außen mehr Gegenspieler bindet und dadurch im Zentrum mehr Platz schafft, aber grundsätzlich käme es dann eben dennoch auf die AV des BVB an, dass die Verdichtung dort nicht mit den OA des Gegners möglich ist und effektiv kaum etwas passiert. Denn die Linien halten Brandt und Malen in vielen Spielphasen ja schon sehr deutlich, wenn sie nominell als OA aufgestellt sind und sie ziehen damit auch durchaus Gegner raus. Ich habe dabei dann öfters nur den Eindruck, dass sie wegen ihrer natürlichen Spielweise doch wieder ins Zentrum ziehen. Dennoch treibt es dann die nominell zentralen Spieler nach draußen, weil das System ja nicht automatisch dazu führt, dass man Gleichzahl im Mittelfeld hat, die man spielerisch nutzen kann. Darum glaube ich, dass für den Hebel der OA so gut sein müsste, dass er entweder selbst zentrale Räume bespielen kann und dort auch unter Druck klarkommt oder zumindest auf der Außenbahn in Summe so viel Gefahr hergestellt werden muss, dass die jeweilige Seite des Gegners es nicht mehr mit Gleichzahl verteidigt bekommt. Es muss also auch von den AV deutlich mehr Druck entfacht werden. Das halte ich nur mit einem fitten Guerreiro für möglich, selbst wenn Meunier zuletzt seine Scorer sammelt, aber er ist kein Aktivposten im Spiel, den die Gegner derzeit defensiv stärker im Matchplan bedenken, weil er innerhalb des Spiels nicht konstant ist und defensiv einfach gebunden werden kann. Am ehesten spielt er noch im gegnerischen Matchplan eine Rolle, wenn er im Aufbau gepresst werden soll und man das Spiel über ihn leitet.
Allgemein sehe ich größere Probleme im Aufbauspiel, als einem recht sein kann. Mit 3er Kette hatte man bspw. oft 4 Mittelfeldspieler, sobald sich die nominellen OA Brandt und Reus haben fallen lassen. Sie waren dabei meines Erachtens auch so unterwegs, dass sie zentral anspielbar waren und dort auch an den Ball kamen. Allerdings immer auf Kosten einer Anspielstation in Richtung gegnerisches Tor, in die bestenfalls noch 1-2 Mitspieler unterwegs waren. Die Isolation ging damit dann zu einfach und das Nachrücken dauerte zu lange, weswegen die 3er Kette eigentlich direkt tot war, spätestens aber mit dem letzten Spiel damit aber hoffentlich für längere Zeit Geschichte ist. Denn auch wenn es gegen Leipzig mit 4er Kette danach nicht viel besser wurde, so fand ich zumindest bemerkenswert, dass Leipzig sich dennoch zur Anpassung gezwungen sah, indem sie selbst auf 4er Kette gewechselt sind. Daher denke ich schon, dass RB Probleme gesehen hat oder zumindest auch sich zukommen sah. Das Nachrückverhalten ist dann zumindest etwas besser und die Unterzahl im Zentrum besteht nicht mehr beständig und benötigt vor allem zur Vermeidung auch keine Rochaden, die in der Sackgasse landen. Trotzdem ist die sichere Spielverbindung nicht gut, gerade wenn die Gegner das Zentrum zustellen und der BVB dann mehrere Linien überspielen muss, um sich dort dann dem Gegnerdruck zu entziehen. Spielerisch hat man kaum Fähigkeiten, um durch diese Linien durchzukombinieren bzw. ballsicher innerhalb dieser Linien zu agieren. Sie müssen immer überspielt werden, damit etwas geht, was meines Erachtens dann auch ein gewaltiges Problem ist, warum wir bspw. nicht mehr ins Pass-Klatsch kommen, da wir die Passwege so freilaufen müssen, dass nach dem Überspielen der Linie - falls es klappt, da die nötigen Pässe fast ausschließlich aus der IV kommen - aufgedreht werden kann. Besteht Gegnerdruck, tut man sich oft sehr schwer und als Hilfe ist meist nur der OA da, der nach innen zieht, was allerdings auch recht berechenbar ist.
Daher denke ich schon, dass viele unserer Offensivprobleme weiter hinten anfangen und der Aufbau variabler werden müsste, um mehr Bälle nach vorne zu bringen, die dann auch einfacher verarbeitet werden können - schließlich sind das oft eben auch lange Bälle, mit viel Zug, sodass bis zur Kontrolle schnell wieder Gegnerdruck da ist, selbst wenn die Freilaufbewegung des Offensiven gut war. Dazu zählen die AV, aber sicher auch die ein oder andere Option auf der 6, die nicht so leicht gepresst werden kann und defensiv dennoch als Wellenbrecher taugt, da man so schnell keinen perfekten Aufbau orchestriert bekommt und daher gezwungenermaßen automatisch auch Qualität in der Gegenbewegung benötigt. Ich glaube daher, dass wir selbst mit Sancho gerade ähnliche Probleme sehen könnten und Sancho lediglich mehr Lösungen anbieten würde als aktuell vorhanden. Ob dann aktuell ein OA verfügbar ist, der annähernd so viele Probleme lösen kann, wie Sancho, finde ich schwer zu sagen - die Gerüchte stimmen mich nicht positiv. Daher macht es für mich auch mehr Sinn an der Wurzel anzugreifen.
Zitat von mba123
Aktuell würde ich die Priorität der Transferpolitik in der Offensive sehen.
Zwar gibt es viele andere Baustellen, die hier zurecht diskutiert werden, aber am meisten vermisse ich vorne eine starke Anspielstation und einen sehr guten Flügelspieler. Mit Sancho ist jemand gegangen, der beides auf herausragendem Niveau vereinte.
Grundsätzlich kann das 4-4-2 mit Raute das ganz gut auffangen. Echte Flügelspieler gibt es in dem System nicht und Rose hat Haaland viel mehr ins Kombinationsspiel eingebunden. Haaland halte ich nun sehr wichtig als physisch-präsente Anspielstation.
Allerdings sieht es in der Realität so aus, dass wir kaum mit 4-Raute-2 spielen. Außen fehlt es an dann Qualität. Spieler die dort den Unterschied gegen eine Mannschaft auf Augenhöhe machen, haben wir höchstens bedingt. Fällt dann noch jemand aus oder wird woanders gebraucht, haben wir niemanden mehr auf gutem Bundesliga-Niveau, der die offensive Außenbahn besetzen könnte.
Als ordentliche bis gute Anspielstation unter Druck, sehe ich vorne aktuell nur Haaland.
Reus, Hazard und Brandt weichen alle eher aus, weil sie unter Druck die Bälle verlieren. Und Malen hat insgesamt noch viele Probleme und hilft uns noch nicht. Allein Reyna traue ich in der Offensive eine bessere Rolle zu. Aber unter Rose spielte er Achter.
Ohne Haaland sieht es dann sehr mau vorne aus und zwar gar nicht mal bezogen auf die Torgefährlichkeit, sondern auf den Ballvortrag.
Man muss sich nur einmal die Heatmap gegen Leipzig (oder Köln) anschauen. Wir hatten fast keine Ballkontakte im zentralem, offensiven Bereich. Dort waren Reus, Brandt und Malen gar nicht präsent. Auch als Knauff als zusätzlicher Mann für die Offensive kam, was den anderen mehr Freiraum geben sollte, änderte sich daran nichts.
Nach vorne lief es daher auch nicht nach der Umstellung auf Viererkette besser. Das Tor von Reus täuschte da, meiner Meinung nach. So war Reus Tor ein Treffer aus dem Nichts und der einzige Torschuss in der zweiten Halbzeit bis zur 75ten Minute (Leipzig in dieser Zeit mit 8 Torschüssen).
(Erst in der Schlussphase änderte sich das Bild. Hier gehe ich viel mehr von nachlassen Leipzigern (Kräfteverschleiß?) als von irgendwelchen taktischen Eingriffen aus.)
Ich sehe es als ganz wichtigen Punkt, dass wir vorne Spieler haben, die den Ball unter Druck behaupten und in den Engen Akzente setzen bzw. die anderen Offensiven ins Spiel bringen können. Wir kommen sonst kaum in die Zonen, aus denen Torgefahr erzeugt werden kann. (bzw. sorgen ballsichere Spieler zumindest für Entlastung).
Gehen würde das natürlich mit einem wie Sancho. Der ist unter Druck anspielbar und ist dann sogar sehr kreativ in den Engen der Halbräume oder im Zentrum.
Jemand, der mit seiner Physis Bälle behauptet, wird aber leichter zu finden sein. Kreativ können dann Spieler wie Reus, Brandt und Guerreiro werden, wenn sie von so einem physischen Spieler in der Offensive in Position gebracht werden.
Also, starke Anspielstationen und Flügelspieler in der Offensive fehlen mir bisher am meisten. So sollte es im Ballvortrag eigentlich eher ein Vorteil sein, wenn Haaland ausfällt. Denn technisch ist er nicht der beste. Aber dann ist eben Tigges „derjenige, der Haaland noch am ehesten ersetzen kann“ (Zitat Rose).
Unsere Flügel müssen in wichtigen Spielen von Leuten wie Malen, Knauff, Brandt oder Wolf besetzt werden. Dabei brauchen diese Spieler eigentlich noch Entwicklungszeit und/oder sind auf anderen Positionen besser aufgehoben.
Eigentlich haben nur Hazard und Knauff ihre Stammpositionen auf den offensiven Flügeln.
Aktuell würde ich die Priorität der Transferpolitik in der Offensive sehen.
Zwar gibt es viele andere Baustellen, die hier zurecht diskutiert werden, aber am meisten vermisse ich vorne eine starke Anspielstation und einen sehr guten Flügelspieler. Mit Sancho ist jemand gegangen, der beides auf herausragendem Niveau vereinte.
Grundsätzlich kann das 4-4-2 mit Raute das ganz gut auffangen. Echte Flügelspieler gibt es in dem System nicht und Rose hat Haaland viel mehr ins Kombinationsspiel eingebunden. Haaland halte ich nun sehr wichtig als physisch-präsente Anspielstation.
Allerdings sieht es in der Realität so aus, dass wir kaum mit 4-Raute-2 spielen. Außen fehlt es an dann Qualität. Spieler die dort den Unterschied gegen eine Mannschaft auf Augenhöhe machen, haben wir höchstens bedingt. Fällt dann noch jemand aus oder wird woanders gebraucht, haben wir niemanden mehr auf gutem Bundesliga-Niveau, der die offensive Außenbahn besetzen könnte.
Als ordentliche bis gute Anspielstation unter Druck, sehe ich vorne aktuell nur Haaland.
Reus, Hazard und Brandt weichen alle eher aus, weil sie unter Druck die Bälle verlieren. Und Malen hat insgesamt noch viele Probleme und hilft uns noch nicht. Allein Reyna traue ich in der Offensive eine bessere Rolle zu. Aber unter Rose spielte er Achter.
Ohne Haaland sieht es dann sehr mau vorne aus und zwar gar nicht mal bezogen auf die Torgefährlichkeit, sondern auf den Ballvortrag.
Man muss sich nur einmal die Heatmap gegen Leipzig (oder Köln) anschauen. Wir hatten fast keine Ballkontakte im zentralem, offensiven Bereich. Dort waren Reus, Brandt und Malen gar nicht präsent. Auch als Knauff als zusätzlicher Mann für die Offensive kam, was den anderen mehr Freiraum geben sollte, änderte sich daran nichts.
Nach vorne lief es daher auch nicht nach der Umstellung auf Viererkette besser. Das Tor von Reus täuschte da, meiner Meinung nach. So war Reus Tor ein Treffer aus dem Nichts und der einzige Torschuss in der zweiten Halbzeit bis zur 75ten Minute (Leipzig in dieser Zeit mit 8 Torschüssen).
(Erst in der Schlussphase änderte sich das Bild. Hier gehe ich viel mehr von nachlassen Leipzigern (Kräfteverschleiß?) als von irgendwelchen taktischen Eingriffen aus.)
Ich sehe es als ganz wichtigen Punkt, dass wir vorne Spieler haben, die den Ball unter Druck behaupten und in den Engen Akzente setzen bzw. die anderen Offensiven ins Spiel bringen können. Wir kommen sonst kaum in die Zonen, aus denen Torgefahr erzeugt werden kann. (bzw. sorgen ballsichere Spieler zumindest für Entlastung).
Gehen würde das natürlich mit einem wie Sancho. Der ist unter Druck anspielbar und ist dann sogar sehr kreativ in den Engen der Halbräume oder im Zentrum.
Jemand, der mit seiner Physis Bälle behauptet, wird aber leichter zu finden sein. Kreativ können dann Spieler wie Reus, Brandt und Guerreiro werden, wenn sie von so einem physischen Spieler in der Offensive in Position gebracht werden.
Also, starke Anspielstationen und Flügelspieler in der Offensive fehlen mir bisher am meisten. So sollte es im Ballvortrag eigentlich eher ein Vorteil sein, wenn Haaland ausfällt. Denn technisch ist er nicht der beste. Aber dann ist eben Tigges „derjenige, der Haaland noch am ehesten ersetzen kann“ (Zitat Rose).
Unsere Flügel müssen in wichtigen Spielen von Leuten wie Malen, Knauff, Brandt oder Wolf besetzt werden. Dabei brauchen diese Spieler eigentlich noch Entwicklungszeit und/oder sind auf anderen Positionen besser aufgehoben.
Eigentlich haben nur Hazard und Knauff ihre Stammpositionen auf den offensiven Flügeln.
Für mich sprichst du einen wesentlichen Punkt an, indem du vor allem auf die Zentrumsbesetzung anspielst. Ich bin mir dabei aber nicht so sicher, ob man mit den OA tatsächlich die Priorität setzen kann, um hier zu einer Verbesserung zu kommen. So ist es zwar denkbar, dass ein starker OA außen mehr Gegenspieler bindet und dadurch im Zentrum mehr Platz schafft, aber grundsätzlich käme es dann eben dennoch auf die AV des BVB an, dass die Verdichtung dort nicht mit den OA des Gegners möglich ist und effektiv kaum etwas passiert. Denn die Linien halten Brandt und Malen in vielen Spielphasen ja schon sehr deutlich, wenn sie nominell als OA aufgestellt sind und sie ziehen damit auch durchaus Gegner raus. Ich habe dabei dann öfters nur den Eindruck, dass sie wegen ihrer natürlichen Spielweise doch wieder ins Zentrum ziehen. Dennoch treibt es dann die nominell zentralen Spieler nach draußen, weil das System ja nicht automatisch dazu führt, dass man Gleichzahl im Mittelfeld hat, die man spielerisch nutzen kann. Darum glaube ich, dass für den Hebel der OA so gut sein müsste, dass er entweder selbst zentrale Räume bespielen kann und dort auch unter Druck klarkommt oder zumindest auf der Außenbahn in Summe so viel Gefahr hergestellt werden muss, dass die jeweilige Seite des Gegners es nicht mehr mit Gleichzahl verteidigt bekommt. Es muss also auch von den AV deutlich mehr Druck entfacht werden. Das halte ich nur mit einem fitten Guerreiro für möglich, selbst wenn Meunier zuletzt seine Scorer sammelt, aber er ist kein Aktivposten im Spiel, den die Gegner derzeit defensiv stärker im Matchplan bedenken, weil er innerhalb des Spiels nicht konstant ist und defensiv einfach gebunden werden kann. Am ehesten spielt er noch im gegnerischen Matchplan eine Rolle, wenn er im Aufbau gepresst werden soll und man das Spiel über ihn leitet.
Allgemein sehe ich größere Probleme im Aufbauspiel, als einem recht sein kann. Mit 3er Kette hatte man bspw. oft 4 Mittelfeldspieler, sobald sich die nominellen OA Brandt und Reus haben fallen lassen. Sie waren dabei meines Erachtens auch so unterwegs, dass sie zentral anspielbar waren und dort auch an den Ball kamen. Allerdings immer auf Kosten einer Anspielstation in Richtung gegnerisches Tor, in die bestenfalls noch 1-2 Mitspieler unterwegs waren. Die Isolation ging damit dann zu einfach und das Nachrücken dauerte zu lange, weswegen die 3er Kette eigentlich direkt tot war, spätestens aber mit dem letzten Spiel damit aber hoffentlich für längere Zeit Geschichte ist. Denn auch wenn es gegen Leipzig mit 4er Kette danach nicht viel besser wurde, so fand ich zumindest bemerkenswert, dass Leipzig sich dennoch zur Anpassung gezwungen sah, indem sie selbst auf 4er Kette gewechselt sind. Daher denke ich schon, dass RB Probleme gesehen hat oder zumindest auch sich zukommen sah. Das Nachrückverhalten ist dann zumindest etwas besser und die Unterzahl im Zentrum besteht nicht mehr beständig und benötigt vor allem zur Vermeidung auch keine Rochaden, die in der Sackgasse landen. Trotzdem ist die sichere Spielverbindung nicht gut, gerade wenn die Gegner das Zentrum zustellen und der BVB dann mehrere Linien überspielen muss, um sich dort dann dem Gegnerdruck zu entziehen. Spielerisch hat man kaum Fähigkeiten, um durch diese Linien durchzukombinieren bzw. ballsicher innerhalb dieser Linien zu agieren. Sie müssen immer überspielt werden, damit etwas geht, was meines Erachtens dann auch ein gewaltiges Problem ist, warum wir bspw. nicht mehr ins Pass-Klatsch kommen, da wir die Passwege so freilaufen müssen, dass nach dem Überspielen der Linie - falls es klappt, da die nötigen Pässe fast ausschließlich aus der IV kommen - aufgedreht werden kann. Besteht Gegnerdruck, tut man sich oft sehr schwer und als Hilfe ist meist nur der OA da, der nach innen zieht, was allerdings auch recht berechenbar ist.
Daher denke ich schon, dass viele unserer Offensivprobleme weiter hinten anfangen und der Aufbau variabler werden müsste, um mehr Bälle nach vorne zu bringen, die dann auch einfacher verarbeitet werden können - schließlich sind das oft eben auch lange Bälle, mit viel Zug, sodass bis zur Kontrolle schnell wieder Gegnerdruck da ist, selbst wenn die Freilaufbewegung des Offensiven gut war. Dazu zählen die AV, aber sicher auch die ein oder andere Option auf der 6, die nicht so leicht gepresst werden kann und defensiv dennoch als Wellenbrecher taugt, da man so schnell keinen perfekten Aufbau orchestriert bekommt und daher gezwungenermaßen automatisch auch Qualität in der Gegenbewegung benötigt. Ich glaube daher, dass wir selbst mit Sancho gerade ähnliche Probleme sehen könnten und Sancho lediglich mehr Lösungen anbieten würde als aktuell vorhanden. Ob dann aktuell ein OA verfügbar ist, der annähernd so viele Probleme lösen kann, wie Sancho, finde ich schwer zu sagen - die Gerüchte stimmen mich nicht positiv. Daher macht es für mich auch mehr Sinn an der Wurzel anzugreifen.
Bezüglich der Zentrumsbesetzung meine ich Spieler, die sich offensiv zentral oder den Halbräumen anbieten, sich dort wohl fühlen und mit Ball behaupten können. Das können OA aber auch Stürmer sein.
Bei uns ist es aber so, dass Brandt, Reus, Hazard und Malen in den Zwischenräumen selten anspielbar sind und dort schnell die Bälle verlieren. Auch sind sie nicht so brillant am Ball, dass sie, wie Sancho, mit Ball am Fuß in diese Räume ziehen können.
Mir fehlt es also an Spielern, die sich zentral zwischen gegnerischer Abwehr und defensivem Mittelfeld bewegen und dort als gute Anspielstation funktionieren. Solche Spieler helfen dann nicht nur in torgefährliche Räume zu kommen, sondern sorgen durch ihre Ballsicherheit ebenso für Entlastung. Spielt der Gegner ein starkes Pressing, wie zuletzt Köln oder Leipzig, sollten die Offensiven möglichst auch schwierige Anspiele behaupten können.
Ja, das ist ja auch richtig, allerdings bespielen wir eben auch die Räume im Mittelfeld und insbesondere an der Linie kaum, sondern versuchen konsequent diese Räume zu überspielen, um direkt in die Zwischenräume zwischen DM und Kette des Gegners zu kommen. Der Aufbau versucht ständig in diese Räume hinein zu kommen, meist sogar aus der letzten Reihe. Gelingt das nicht, gibt es fast keinen Spielvortrag, so wie man sich positioniert und letztendlich auch häufig personell aufgestellt ist. Für die Gegner ist es dadurch recht einfach darauf zu fokussieren, wie sie die Pässe in die Zwischenräume verhindern, wie sie dort zumindest sehr schnell viel Druck auf den Mann bekommen oder zumindest die Anschlussoptionen wegnehmen. Meist geschieht alles zusammen und das mit den Anschlusspositionen stellt zeitweise der BVB auch schon höchstselbst sicher, indem das Nachrückverhalten nicht gut ist. Für mich verfolgt man hier auch eine verlockende aber nicht sinnvolle Strategie, indem man sich taktisch - will heißen: individuell muss das nicht zwingend der Fall sein - zu sehr auf den Ballverlust vorbereitet.
Das ist auch der Grund, warum man so schnell in die Zwischenräume vorne rein will, indem man diese besser abgesichert riskieren kann und die Ballverluste so zumindest so weit vorne sind, dass man nach ebendiesen zumindest mehr Mann hinter dem Ball hat und es somit im Kollektiv besser verteidigt bekommt. Das Mittelfeld wird deswegen in meinen Augen nicht mehr bespielt, weil wir paradoxerweise eine höhere Ballsicherheit nach diesen langen Bällen haben, die schwieriger zu verarbeiten sind, als bei den kurzen, weil die Pressingresistenz hier so aufgestellt ist, dass jeder Gegner seine Möglichkeiten findet, um Druck zu schaffen - ob das mit Manndeckung geschieht, hohem oder zurückgezogenem Pressing oder (hoher) Überzahl samt Pressingfallen. Den Aufbau und Ballvortrag durch das Mittelfeld haben die Gegner dabei dann mit ihren Anlaufverhalten und Deckungsschatten teils sogar komplett kontrolliert und vorgegeben, sodass die Ballverluste absehbar wurden und eben eine Strategie her musste, um diese zu vermeiden oder zumindest seltener werden zu lassen.
Auf Dauer ist es aber keine ausreichende taktische Leistung, wenn man quasi immer nur direkt in die Zwischenräume zwischen DM und Abwehr will, selbst wenn man dahingehend idealtypischer aufgestellt wäre. Das erleichtert dem Gegner den Fokus auf die Verhinderung, wofür wir auch schon sehr unterschiedliche Ansätze gesehen haben, wobei die meisten ein aggressives und konstantes Pressing auf die spiel- und aufbaustarken IV gar nicht mehr vorsehen. Dadurch, dass der Aufbau über die AV in vielen Spielen zu ignorieren ist oder für Pressingfallen genutzt wird, hat jeder Gegner letztendlich genug Spieler, um die Passwege in die Zwischenräume zuzustellen, sodass die Anspiele dort hinein schon enorme Qualität erfordern - die wir haben, die aber auch nicht sicherstellen kann, dass man oft genug damit ins Angriffsdrittel kommt.
Daher gilt es für mich transferpolitisch sicherzustellen, dass der BVB bereits im Aufbau weniger ausrechenbar wird und kein Gegner es sich leisten kann so gezielte Fokuspunkte zu setzen. Denn genau hierin liegt auf Dauer echte Entlastung. Direkt in die Zwischenräume reinzukommen, ist schließlich nur mit Entlastung verbunden, wenn es dort überhaupt Platz gibt und die Anspiele möglich bleiben. Die Gegner wissen ja, wie gut Hummels und Akanji im Aufbau sind und wie wenig sie daran etwas ändern können, aber sie können an ihren Anspielstationen etwas ändern und damit den Aufbau auf Positionen verlagern, die darin nicht ansatzweise so gut sind oder deutliche Schwächen, bspw. in Sachen Pressingresistenz, haben. Wenn die Passwege schwierig sind - und das hat für mich, so wie oft vom Gegner verdichtet wird, nicht mehr nur mit Freilaufbewegungen zu tun -, fehlt der Platz, den auch ein qualitativ perfekt geeigneter OA oder MS nicht in hohem Maß herstellen kann - dafür müsste ein Gegner bspw. Doppeln -, sondern die Mitspieler, die den Gegner dazu zwingen, dass dort nicht verdichtet wird und das Spielfeld somit effektiv auseinanderziehen. Umso weniger das geschieht, umso höher muss die Qualität des OA sein, um sich trotzdem in diesen Räume durchzusetzen. Meines Erachtens ist der Prozess im Mittelfeld schon geschehen, weswegen wir dort nicht mehr besonders viel und gut durchspielen können. Auf Sicht erwarte ich deshalb, dass es selbst mit Verstärkungen auf OA und trotz der herausragenden Qualität im Aufbau aus der IV, in den Zwischenräumen ebenfalls geschehen wird, weil gegnerische Anpassungen immer feiner werden. Spätestens dann unterhalten wir uns aber schnell wieder über solche Dinge, wie individuelle Qualität und dynamische Über- und Unterlegenheit.
Bezüglich unseres Aufbauspiels sehe ich uns spielerisch auf einem Toplevel. Mit Hummels, Akanji, Guerreiro, Witsel, Dahoud und den Achtern Bellingham, Brandt und Reyna haben wir viele Leute, die auf ihren Positionen zu den spielerisch Besten gehören.
Da geht es für mich mehr um taktische Fragen und wie von @The23 angemerkt, wie man gleichzeitig eine starke Defensive auf den Platz bekommt.
Dreierkette ist für mich ebenso eine taktische Geschichte und weniger der Transferpolitik.
Ich sehe dieses Toplevel eben nicht, weil der Ansatz - im Grunde geht es um Balance und Homogenität - von @The23 umgekehrt im Ballbesitz genauso gilt und daher so, wie er ihn aufzieht in meinen Augen auch nicht funktioniert, weil die spielerische Qualität beim BVB eben auch nicht als homogene Masse begutachtet wird, sondern fast ausschließlich individuell. Ja, wir haben technisch und spielerisch absolute Topspieler. Aber denen gegenüber haben wir eben auch spielerisch - und sei es nur in bestimmten Spielphasen - enorme Schwachstellen und so, wie sich das Spiel verändert hat, reicht es auch nicht mehr von alten Zeiten zu schwadronieren, in denen spielschwache Spieler und ein Konzept ausgereicht haben. Damit wird der Dominanz des Konzepts nicht Genüge getan, die sich daraus ergab, dass dieses Konzept in weiten Teilen der Liga nicht umgesetzt wurde, sondern unterlegene taktische Ansätze genutzt wurden. Die Überlegenheit der kloppschen Taktik ergab sich daher aus der Innovation und nicht aus dem Spielermaterial und ist heute futsch, weil die Taktik Ligastandard ist. Je mehr man sich taktisch dem Durchschnitt annähert, desto weniger darf man überdurchschnittliche taktische Qualität erwarten. Deshalb kommt der BVB mit den bekannten Schwachstellen meines Erachtens nicht mehr durch und muss sich dahingehend stärker aufstellen oder die Ballverluste werden noch auf Jahre ein Thema sein.
Wenn man zudem Can als defensiven Alibi Transfer bezeichnet, dann will ich nicht wissen, wie viel defensive Qualität uns fehlen soll, um eine defensivstarke Truppe aufzustellen und wie viel dann noch spielerisch übrig bleibt. Wahrscheinlich hat das dann nichts mehr von einem Topteam. Das zeichnet sich eben vor allem spielerisch aus und nicht defensiv. Vorne gibt es 3 Punkte, hinten 1. Daher halte ich es für transferpolitisch schwierig, wenn man sich so sehr auf die Defensive konzentriert, dabei aber vergisst, dass der Großteil aller defensiven Probleme durch Probleme im Ballvortrag ausgelöst werden. Hier gilt es Ansätze zu finden oder man wird sich bestenfalls weiter im Kreis drehen. Da ich diese Ansätze intern nicht mehr für möglich halte, ist Taktik im Grunde auch automatisch Transferpolitik.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von BVBBC am 13.11.2021 um 11:26 Uhr bearbeitet
13.11.2021 - 14:30 Uhr
Zitat von BVBBC
Die Überlegenheit der kloppschen Taktik ergab sich daher aus der Innovation und nicht aus dem Spielermaterial und ist heute futsch, weil die Taktik Ligastandard ist. Je mehr man sich taktisch dem Durchschnitt annähert, desto weniger darf man überdurchschnittliche taktische Qualität erwarten. Deshalb kommt der BVB mit den bekannten Schwachstellen meines Erachtens nicht mehr durch und muss sich dahingehend stärker aufstellen oder die Ballverluste werden noch auf Jahre ein Thema sein.
Wenn man zudem Can als defensiven Alibi Transfer bezeichnet, dann will ich nicht wissen, wie viel defensive Qualität uns fehlen soll, um eine defensivstarke Truppe aufzustellen und wie viel dann noch spielerisch übrig bleibt. Wahrscheinlich hat das dann nichts mehr von einem Topteam. Das zeichnet sich eben vor allem spielerisch aus und nicht defensiv. Vorne gibt es 3 Punkte, hinten 1. Daher halte ich es für transferpolitisch schwierig, wenn man sich so sehr auf die Defensive konzentriert, dabei aber vergisst, dass der Großteil aller defensiven Probleme durch Probleme im Ballvortrag ausgelöst werden. Hier gilt es Ansätze zu finden oder man wird sich bestenfalls weiter im Kreis drehen. Da ich diese Ansätze intern nicht mehr für möglich halte, ist Taktik im Grunde auch automatisch Transferpolitik.
Die Überlegenheit der kloppschen Taktik ergab sich daher aus der Innovation und nicht aus dem Spielermaterial und ist heute futsch, weil die Taktik Ligastandard ist. Je mehr man sich taktisch dem Durchschnitt annähert, desto weniger darf man überdurchschnittliche taktische Qualität erwarten. Deshalb kommt der BVB mit den bekannten Schwachstellen meines Erachtens nicht mehr durch und muss sich dahingehend stärker aufstellen oder die Ballverluste werden noch auf Jahre ein Thema sein.
Wenn man zudem Can als defensiven Alibi Transfer bezeichnet, dann will ich nicht wissen, wie viel defensive Qualität uns fehlen soll, um eine defensivstarke Truppe aufzustellen und wie viel dann noch spielerisch übrig bleibt. Wahrscheinlich hat das dann nichts mehr von einem Topteam. Das zeichnet sich eben vor allem spielerisch aus und nicht defensiv. Vorne gibt es 3 Punkte, hinten 1. Daher halte ich es für transferpolitisch schwierig, wenn man sich so sehr auf die Defensive konzentriert, dabei aber vergisst, dass der Großteil aller defensiven Probleme durch Probleme im Ballvortrag ausgelöst werden. Hier gilt es Ansätze zu finden oder man wird sich bestenfalls weiter im Kreis drehen. Da ich diese Ansätze intern nicht mehr für möglich halte, ist Taktik im Grunde auch automatisch Transferpolitik.
Ich weiß nicht, meiner Meinung nach machst du es dir zu einfach. Natürlich ist Ballbesitz gleichzeitig die beste Verteidigung. Darüber muss man nicht reden. Technisch starke Spieler, die das Ballbesitzspiel beherrschen, sind aber im Gegensatz zu den physisch starken Spielern deutlich teurer. Für uns würde das bedeuten, wir schmeißen jetzt zum x-ten mal unsere "Transferstrategie" um und konzentrieren uns von nun an wieder auf die Weigls, die wir vor Kurzem noch abgeschoben haben.
Wie schon geschrieben, wollte ich keine Laudatio auf die Defensive halten, sondern lediglich darauf hinweisen, dass langfristig defensiv mitdenkende Spieler unsere Probleme günstiger und nachhaltiger lösen könnten. Freiburg z.B. zeigt diese Saison sehr anschaulich, wie man aus einer kompakten Defensive heraus punktet.
Natürlich kann Innovation immer ein Gamechanger sein, aber dazu braucht es Innovation. Klopp hat diese mal mitgebracht und man konnte beobachten, dass die Buli tatsächlich mitgewachsen ist. Aber es ist kein entschlüsseltes System, dass man nicht wieder verwenden könnte. Für oder gegen Schnelligkeit gibt es meiner Meinung nach keinen Schlüssel. Wer schneller ist, trifft. Wer sehr oft schneller ist, trifft öfter. Wer dabei auch noch leidenschaftlich und clever verteidigt, wird immer oben mitspielen.
Was Can angeht, würde ich gerne wissen wo du seinen Platz bei uns siehst. In meinen Augen ist das mit der unkonstanteste Spieler, den wir haben. Der Grund dafür ist natürlich auch das ständige hin- und her-Geschiebe, aber auch seine, jetzt doch schon einige, unforced errors. Ich persönlich glaube, dass man mit Can einen 2. Manni Bender wollte. Bekommen hat man aber einen Spieler, der im Kopf langsamer ist. Dadurch kommt er bei der Ballannahme bzw. Entscheidungsfindung oft in Situationen, die dann teuer werden. Gegen Mainz und Bielefeld hat er mehr als ordentlich gespielt. Auf seiner angestammten Position. Gegen Bielefeld als alleiniger 6er sah das in meinen Augen noch besser aus. Wenn er diese Position weiterhin spielen würde, dann hätte ich auch nichts dagegen einen Witsel auf die Bank zu setzen. Blöderweise nimmt ihm Witsel seit geraumer Zeit genau die Position weg. Can ist leider nicht der flexible Spieler, den man wollte, sondern einer, der genau nur eine Position ordentlich spielt. Ich persönlich finde es auch schade, dass er so unkonstant performt, weil ich in ihm eigentlich einen überdurchschnittlich guten 6er sehe. Das hat er in Liverpool bewiesen. Leider haben wir bis heute keine eindeutige Idee für ihn innerhalb der Mannschaft. Deswegen ist es ein Alibi-Transfer.
13.11.2021 - 14:45 Uhr
Zitat von mba123
Die Defensive ist bei uns nun schon seit einem Jahrzehnt ein ungelöstes Problem. Die Transferpolitik ist hier sicherlich gefragt.
Allerdings sehe ich die Möglichkeiten unseres Kaders nicht so schlecht. In der Viererkette ist für mich nur LV defensiv-schwach besetzt. Hummels, Akanji können defensiv sehr stark sein. Meunier empfinde ich defensiv auch als sehr zuverlässig.
Im Mittelfeld haben wir mit Can und Bellingham zwei sehr defensiv-starke Spieler. Dahoud ist auf der Acht auch nicht schlecht, da er enorm viel läuft und permanent Druck macht.
In der Offensive gefällt mir Hazard gegen den Ball. Unter Rose finde ich auch Reus in Ordnung.
Wenn bei uns alle fit sind, wäre eine defensiv-stabile Aufstellung möglich, meiner Meinung nach. Es ist dann aber natürlich die Frage, ob sie auch spielerisch gut genug wäre.
Oft werden dann Neuzugänge vorgeschlagen, die das Komplettpaket aus defensiven und offensiven Fähigkeiten bieten sollen. Da bin ich dann aber sehr skeptisch, dass das tatsächlich so ist.
Aktuell würde ich daher abwarten, wie es unter Rose aussieht, wenn sich die Verletzten-Situation normalisiert hat. Vielleicht ist dann der Bedarf nach defensiv-starken Spielern kaum vorhanden.
Die Defensive ist bei uns nun schon seit einem Jahrzehnt ein ungelöstes Problem. Die Transferpolitik ist hier sicherlich gefragt.
Allerdings sehe ich die Möglichkeiten unseres Kaders nicht so schlecht. In der Viererkette ist für mich nur LV defensiv-schwach besetzt. Hummels, Akanji können defensiv sehr stark sein. Meunier empfinde ich defensiv auch als sehr zuverlässig.
Im Mittelfeld haben wir mit Can und Bellingham zwei sehr defensiv-starke Spieler. Dahoud ist auf der Acht auch nicht schlecht, da er enorm viel läuft und permanent Druck macht.
In der Offensive gefällt mir Hazard gegen den Ball. Unter Rose finde ich auch Reus in Ordnung.
Wenn bei uns alle fit sind, wäre eine defensiv-stabile Aufstellung möglich, meiner Meinung nach. Es ist dann aber natürlich die Frage, ob sie auch spielerisch gut genug wäre.
Oft werden dann Neuzugänge vorgeschlagen, die das Komplettpaket aus defensiven und offensiven Fähigkeiten bieten sollen. Da bin ich dann aber sehr skeptisch, dass das tatsächlich so ist.
Aktuell würde ich daher abwarten, wie es unter Rose aussieht, wenn sich die Verletzten-Situation normalisiert hat. Vielleicht ist dann der Bedarf nach defensiv-starken Spielern kaum vorhanden.
Auf die volle Kapelle warten wir alle und genau das ist das Problem. Unser Plan A reicht für Platz 2. Ein Plan B ist nicht erkennbar. Man gibt Sancho ab und ersetzt ihn nicht, weil man annimmt, dass Rose mit Malen und Haaland sowieso Doppelspitze spielen wird. Heute wissen wir, dass es ein Fehler war. Man hätte Sancho wohl ersetzen müssen, um mit 2 echten Wingern zu spielen.
Um Breite bemüht, versucht sich Rose in seiner 3er Kette und Reus regt sich auf. Der Kader scheint unflexibel zusammengestellt.
Mein Vorschlag das Augenmerk auf die Defensive zu richten, sollte ein langfristiges Projekt werden. Man kann Hummels, Akanji usw. schlecht rauswerfen und was Neues zusammenstellen. Ich finde unsere Kette auch gar nicht so schlecht. Aber im Gesamtpaket mit der Mannschaft davor, reicht das nicht für das ganz hohe Regal. Jetzt haben wir jahrelang die Mannschaft davor ausgetauscht, vielleicht wäre es ein Ansatz mal komplett umzudenken, oder einfach mal 3 Jahre am Stück in eine Richtung zu denken. Irgendwie fehlt die Idee.
13.11.2021 - 15:25 Uhr
Zitat von The23
Ich weiß nicht, meiner Meinung nach machst du es dir zu einfach. Natürlich ist Ballbesitz gleichzeitig die beste Verteidigung. Darüber muss man nicht reden. Technisch starke Spieler, die das Ballbesitzspiel beherrschen, sind aber im Gegensatz zu den physisch starken Spielern deutlich teurer. Für uns würde das bedeuten, wir schmeißen jetzt zum x-ten mal unsere "Transferstrategie" um und konzentrieren uns von nun an wieder auf die Weigls, die wir vor Kurzem noch abgeschoben haben.
Wie schon geschrieben, wollte ich keine Laudatio auf die Defensive halten, sondern lediglich darauf hinweisen, dass langfristig defensiv mitdenkende Spieler unsere Probleme günstiger und nachhaltiger lösen könnten. Freiburg z.B. zeigt diese Saison sehr anschaulich, wie man aus einer kompakten Defensive heraus punktet.
Natürlich kann Innovation immer ein Gamechanger sein, aber dazu braucht es Innovation. Klopp hat diese mal mitgebracht und man konnte beobachten, dass die Buli tatsächlich mitgewachsen ist. Aber es ist kein entschlüsseltes System, dass man nicht wieder verwenden könnte. Für oder gegen Schnelligkeit gibt es meiner Meinung nach keinen Schlüssel. Wer schneller ist, trifft. Wer sehr oft schneller ist, trifft öfter. Wer dabei auch noch leidenschaftlich und clever verteidigt, wird immer oben mitspielen.
Zitat von BVBBC
Die Überlegenheit der kloppschen Taktik ergab sich daher aus der Innovation und nicht aus dem Spielermaterial und ist heute futsch, weil die Taktik Ligastandard ist. Je mehr man sich taktisch dem Durchschnitt annähert, desto weniger darf man überdurchschnittliche taktische Qualität erwarten. Deshalb kommt der BVB mit den bekannten Schwachstellen meines Erachtens nicht mehr durch und muss sich dahingehend stärker aufstellen oder die Ballverluste werden noch auf Jahre ein Thema sein.
Wenn man zudem Can als defensiven Alibi Transfer bezeichnet, dann will ich nicht wissen, wie viel defensive Qualität uns fehlen soll, um eine defensivstarke Truppe aufzustellen und wie viel dann noch spielerisch übrig bleibt. Wahrscheinlich hat das dann nichts mehr von einem Topteam. Das zeichnet sich eben vor allem spielerisch aus und nicht defensiv. Vorne gibt es 3 Punkte, hinten 1. Daher halte ich es für transferpolitisch schwierig, wenn man sich so sehr auf die Defensive konzentriert, dabei aber vergisst, dass der Großteil aller defensiven Probleme durch Probleme im Ballvortrag ausgelöst werden. Hier gilt es Ansätze zu finden oder man wird sich bestenfalls weiter im Kreis drehen. Da ich diese Ansätze intern nicht mehr für möglich halte, ist Taktik im Grunde auch automatisch Transferpolitik.
Die Überlegenheit der kloppschen Taktik ergab sich daher aus der Innovation und nicht aus dem Spielermaterial und ist heute futsch, weil die Taktik Ligastandard ist. Je mehr man sich taktisch dem Durchschnitt annähert, desto weniger darf man überdurchschnittliche taktische Qualität erwarten. Deshalb kommt der BVB mit den bekannten Schwachstellen meines Erachtens nicht mehr durch und muss sich dahingehend stärker aufstellen oder die Ballverluste werden noch auf Jahre ein Thema sein.
Wenn man zudem Can als defensiven Alibi Transfer bezeichnet, dann will ich nicht wissen, wie viel defensive Qualität uns fehlen soll, um eine defensivstarke Truppe aufzustellen und wie viel dann noch spielerisch übrig bleibt. Wahrscheinlich hat das dann nichts mehr von einem Topteam. Das zeichnet sich eben vor allem spielerisch aus und nicht defensiv. Vorne gibt es 3 Punkte, hinten 1. Daher halte ich es für transferpolitisch schwierig, wenn man sich so sehr auf die Defensive konzentriert, dabei aber vergisst, dass der Großteil aller defensiven Probleme durch Probleme im Ballvortrag ausgelöst werden. Hier gilt es Ansätze zu finden oder man wird sich bestenfalls weiter im Kreis drehen. Da ich diese Ansätze intern nicht mehr für möglich halte, ist Taktik im Grunde auch automatisch Transferpolitik.
Ich weiß nicht, meiner Meinung nach machst du es dir zu einfach. Natürlich ist Ballbesitz gleichzeitig die beste Verteidigung. Darüber muss man nicht reden. Technisch starke Spieler, die das Ballbesitzspiel beherrschen, sind aber im Gegensatz zu den physisch starken Spielern deutlich teurer. Für uns würde das bedeuten, wir schmeißen jetzt zum x-ten mal unsere "Transferstrategie" um und konzentrieren uns von nun an wieder auf die Weigls, die wir vor Kurzem noch abgeschoben haben.
Wie schon geschrieben, wollte ich keine Laudatio auf die Defensive halten, sondern lediglich darauf hinweisen, dass langfristig defensiv mitdenkende Spieler unsere Probleme günstiger und nachhaltiger lösen könnten. Freiburg z.B. zeigt diese Saison sehr anschaulich, wie man aus einer kompakten Defensive heraus punktet.
Natürlich kann Innovation immer ein Gamechanger sein, aber dazu braucht es Innovation. Klopp hat diese mal mitgebracht und man konnte beobachten, dass die Buli tatsächlich mitgewachsen ist. Aber es ist kein entschlüsseltes System, dass man nicht wieder verwenden könnte. Für oder gegen Schnelligkeit gibt es meiner Meinung nach keinen Schlüssel. Wer schneller ist, trifft. Wer sehr oft schneller ist, trifft öfter. Wer dabei auch noch leidenschaftlich und clever verteidigt, wird immer oben mitspielen.
Sorry, soll nicht böse sein, aber wieso genau wirfst du mir vor, dass ich es mir zu einfach mache, wenn du dann mit der Rangnick Lehre äußerst einfachen Fussball propagierst, den der Großteil der Liga verfolgt?
Die Lehre ist in der Bundesliga so weit verbreitet mittlerweile, mit all den Rangnick Jüngern, dass das so einfach dann eben nicht ist, wie du es dir gerne machen würdest. Eine dominante Taktik kann niemals von einem Team ausgehen, das dieselbe Taktik verfolgt, wie 90% der Liga. Deswegen behaupte ich sehr wohl: das System ist entschlüsselt, weswegen sich Klopp in Sachen Ballbesitz auch deutlich weiterentwickeln musste, um sein System zu erweitern, da es mit den Meisterjahren heute nicht mehr viel gemeinsam hat, was für mich auch irgendwie dann ein Stillstandargument ist, wenn man glaubt, dass der Fussball von heute noch genauso funktioniert, wie damals. Wenn es danach ginge, hätte RB gerade jetzt unter Marsch den Angriff auf die Meisterschaft einläuten müssen. Stattdessen müssen sie mit individueller Qualität nachhelfen und haben dennoch massive Probleme.
Eine durchschnittliche oder gar unterlegene Taktik wird schließlich allerhöchstens durch individuelle Qualität dominant, ist per se aber nicht überlegen. Dazu gehören Fähigkeiten, wie bspw. auch Schnelligkeit, aber eben nicht nur. Eine super schnelle Mannschaft voller Leichathleten wird in der Liga gar nix reißen, wenn sie sonst nix kann, da der Ball trotz allem schneller ist - Zorc war nicht wenig stolz, als er Schulz präsentierte und ihn neben Hakimi als die schnellste AV der Liga lobpreiste, bevor er ein Spiel machte, was nur gut zeigt, dass das allein nicht reicht auf dem geforderten Level. Dominante Fähigkeiten bei einer durchschnittlichen Taktik bzw. unterlegenen Taktik gegen die Top 10% der Liga, sind zudem in meinen Augen eine sehr schwierige Argumentationsbasis, wenn man auf der einen Seite behauptet, man könne diese dominanten Fähigkeiten nicht herstellen mitsamt einer dominanten Taktik.
Man hat es ja noch nicht einmal versucht, weil man hier viel zu sehr mit Extremen arbeitet, indem Spieler, die einer dominanten Taktik genügen, mit Spielern, die einer unterlegenen Taktik genügen, gegenüberstellt und daher die Balance herstellen sollen, aber genau das Gegenteil bewirken, weil es nicht nur eine Balance für die Defensivarbeit, sondern Offensive und Defensive eine gemeinsame Balance erzielen müssen. Was man erhält, ist weder das Eine noch das Andere, was das originäre Prolbem der Transferpolitik der letzten Jahre darstellt, weil die Extreme nicht etwa dazu führen, dass sie ihre Schwächen ausbalancieren, sondern diese nicht mehr zu verstecken sind, weil zu viele der Offensivstarken die Defensive nicht ausreichend unterstützen können - oft hat das nichts mit wollen zu tun - oder zu viele der Defensiven sich aus dem Offensivspiel raushalten müssen, weil sie keinen Beitrag leisten können. Die Offensiven haben dann nicht die Qualität, um die fehlende Hilfe zu kompensieren, wie auch umgekehrt die Defensiven nicht die Qualität haben, um auf fehlende Hilfe in der Arbeit gegen den Ball verzichten zu können. Dabei gibt es individuell auch nur sehr wenige Ausnahmen, denen man keinen Vorwurf machen kann. Dadurch hat man weder offensiv noch defensiv eine Balance und schon gar nicht gesamtheitlich, weil die Mannschaft nicht für eine gemeinsame Taktik aufgebaut wurde, sondern für zwei völlig unterschiedliche, was nicht zuletzt in Reus Aussagen zur 3er Kette mündete, die frühere Aussagen einiger Defensiver konterkariert.
Dass dann die Trainer seit Klopp regelmäßig daran scheitern diese Dinge zusammenzubringen, teilweise sehr gute Trainer auf einmal nichts mehr können sollen, ist eigentlich nicht so außergewöhnlich. Denn ohne klare transferpolitische Richtungsvorgabe, die im Kader umgesetzt sein will, kann es keine Taktik geben, die die gesamte Mannschaft verfolgt. Das ist das Kernproblem und nicht etwa, dass diese Mannschaft mehr Rangnick braucht. So weit verbreitet, wie diese taktische Herangehensweise ist, ist sie nicht mehr dominant, zumal Ballbesitzspiel auf Topniveau mittlerweile fast alle Inhalte dieser Taktik vorsieht, weil man ja so schnell wie möglich zurück an den Ball will. Daher braucht man sicher mehr schnelle Spieler, aber man benötigt keine Leichtathleten, die dazu noch über ihre Physis glänzen, sondern immer noch Fussballer. Der BVB ist aber weder überdurchschnittlich gut darin die Bälle schnell zurückzuholen und man verliert zu schnell viele Bälle. Also hat man zu wenig richtig gute Fussballer. Dahingehend hat sich seit der Klopp Zeit ja auch nicht zufällig vieles getan, sodass das technische Niveau der Liga nicht mehr das von vor 10 Jahren ist.
Was Can angeht, würde ich gerne wissen wo du seinen Platz bei uns siehst. In meinen Augen ist das mit der unkonstanteste Spieler, den wir haben. Der Grund dafür ist natürlich auch das ständige hin- und her-Geschiebe, aber auch seine, jetzt doch schon einige, unforced errors. Ich persönlich glaube, dass man mit Can einen 2. Manni Bender wollte. Bekommen hat man aber einen Spieler, der im Kopf langsamer ist. Dadurch kommt er bei der Ballannahme bzw. Entscheidungsfindung oft in Situationen, die dann teuer werden. Gegen Mainz und Bielefeld hat er mehr als ordentlich gespielt. Auf seiner angestammten Position. Gegen Bielefeld als alleiniger 6er sah das in meinen Augen noch besser aus. Wenn er diese Position weiterhin spielen würde, dann hätte ich auch nichts dagegen einen Witsel auf die Bank zu setzen. Blöderweise nimmt ihm Witsel seit geraumer Zeit genau die Position weg. Can ist leider nicht der flexible Spieler, den man wollte, sondern einer, der genau nur eine Position ordentlich spielt. Ich persönlich finde es auch schade, dass er so unkonstant performt, weil ich in ihm eigentlich einen überdurchschnittlich guten 6er sehe. Das hat er in Liverpool bewiesen. Leider haben wir bis heute keine eindeutige Idee für ihn innerhalb der Mannschaft. Deswegen ist es ein Alibi-Transfer.
Ich glaube, dass Can deine komplette Argumentation ad absurdum führt, weil er exakt das ist, was du eigentlich willst. Ein schneller, physisch starker Kämpfer, die sich vorrangig um die Defensive kümmern soll, dafür dann aber auch durchaus offensiv limitiert sein darf. Ich sehe in der aktuellen Kaderzusammenstellung daher keine Rolle für Can, weil man sich den reinen Kämpfer nicht leisten kann, auch wenn mit ein paar Transfers eine passende Rolle auf der 6 für ihn herstellbar wäre, da er unzweifelhaft Stärken besitzt, die man benötigt. Seine Schwächen im Aufbau müssten dafür aber von viel mehr Spielern, insbesondere auf den AV, kompensiert werden, damit man ihn regelmäßig überspielen kann. Woher rühren denn schließlich Cans von dir beklagte Fehler? Daraus, dass man ihn nicht überspielen kann und die Hintermannschaft schnell unter zu viel Druck geraten kann, weil man gemessen am Ballbesitz eine schwache Spielkontrolle vor der Kette hat. Ich nenne das oft toten Ballbesitz, wenn der Ball überwiegend in unkritischen Zonen und Mannschaftsteilen bewegt wird.
Das, was du als Inkonstanz bezeichnest, ist für mich ein System, das regelmäßig unter Druck kollabiert, sobald es spielerisch liefern muss und in der Konsequenz Dinge von Can - aber auch anderen Spielern - verlangt werden, die er nicht kann. Sobald das passiert, ist die Defensive mit den individuell besten Defensiven kaum stabilisierbar. Es passiert nur eben nicht in jedem Spiel, da Nuanacen den Unterschied machen, ob es spielerisch reicht oder nicht. Das kann bspw. schon ein defensivschwächerer Guerreiro statt Schulz sein oder ein Gegner, der taktisch nicht perfekt eingestellt ist. Das will dann eben auch heißen, dass man die eigene Taktik, mit dieser Kaderzusammenstellung gar nicht selbst in der Hand hat, sondern in einem ordentlichen Maß vom Gegner abhängig ist. Das hat man übrigens schon mit der Rangnick Taktik gemein. Denn diese ist im höchsten Maß davon abhängig, dass sich der Gegner in Fehler verstrickt. Dumm nur, wenn man exakt dasselbe vor hat und es damit allein schon neutralisiert. Wenn man so will, geht es dann nur darum, wer als erstes den Fehler macht und nicht mehr darum, wer als erstes den Fehler provoziert. Daher kann diese Taktik in der heutigen Bundesliga nicht mehr dominant sein. Wie soll das funktionieren, wenn man nur noch von gegnerischen Fehlern abhängig ist, aber nicht gut genug, um diese selbst zu verursachen? Macht einfach keinen Sinn ...
Dieser Beitrag wurde zuletzt von BVBBC am 13.11.2021 um 15:30 Uhr bearbeitet
14.11.2021 - 16:08 Uhr
Zitat von The23
Auf die volle Kapelle warten wir alle und genau das ist das Problem. Unser Plan A reicht für Platz 2. Ein Plan B ist nicht erkennbar. Man gibt Sancho ab und ersetzt ihn nicht, weil man annimmt, dass Rose mit Malen und Haaland sowieso Doppelspitze spielen wird. Heute wissen wir, dass es ein Fehler war. Man hätte Sancho wohl ersetzen müssen, um mit 2 echten Wingern zu spielen.
Um Breite bemüht, versucht sich Rose in seiner 3er Kette und Reus regt sich auf. Der Kader scheint unflexibel zusammengestellt.
Mein Vorschlag das Augenmerk auf die Defensive zu richten, sollte ein langfristiges Projekt werden. Man kann Hummels, Akanji usw. schlecht rauswerfen und was Neues zusammenstellen. Ich finde unsere Kette auch gar nicht so schlecht. Aber im Gesamtpaket mit der Mannschaft davor, reicht das nicht für das ganz hohe Regal. Jetzt haben wir jahrelang die Mannschaft davor ausgetauscht, vielleicht wäre es ein Ansatz mal komplett umzudenken, oder einfach mal 3 Jahre am Stück in eine Richtung zu denken. Irgendwie fehlt die Idee.
Zitat von mba123
Die Defensive ist bei uns nun schon seit einem Jahrzehnt ein ungelöstes Problem. Die Transferpolitik ist hier sicherlich gefragt.
Allerdings sehe ich die Möglichkeiten unseres Kaders nicht so schlecht. In der Viererkette ist für mich nur LV defensiv-schwach besetzt. Hummels, Akanji können defensiv sehr stark sein. Meunier empfinde ich defensiv auch als sehr zuverlässig.
Im Mittelfeld haben wir mit Can und Bellingham zwei sehr defensiv-starke Spieler. Dahoud ist auf der Acht auch nicht schlecht, da er enorm viel läuft und permanent Druck macht.
In der Offensive gefällt mir Hazard gegen den Ball. Unter Rose finde ich auch Reus in Ordnung.
Wenn bei uns alle fit sind, wäre eine defensiv-stabile Aufstellung möglich, meiner Meinung nach. Es ist dann aber natürlich die Frage, ob sie auch spielerisch gut genug wäre.
Oft werden dann Neuzugänge vorgeschlagen, die das Komplettpaket aus defensiven und offensiven Fähigkeiten bieten sollen. Da bin ich dann aber sehr skeptisch, dass das tatsächlich so ist.
Aktuell würde ich daher abwarten, wie es unter Rose aussieht, wenn sich die Verletzten-Situation normalisiert hat. Vielleicht ist dann der Bedarf nach defensiv-starken Spielern kaum vorhanden.
Die Defensive ist bei uns nun schon seit einem Jahrzehnt ein ungelöstes Problem. Die Transferpolitik ist hier sicherlich gefragt.
Allerdings sehe ich die Möglichkeiten unseres Kaders nicht so schlecht. In der Viererkette ist für mich nur LV defensiv-schwach besetzt. Hummels, Akanji können defensiv sehr stark sein. Meunier empfinde ich defensiv auch als sehr zuverlässig.
Im Mittelfeld haben wir mit Can und Bellingham zwei sehr defensiv-starke Spieler. Dahoud ist auf der Acht auch nicht schlecht, da er enorm viel läuft und permanent Druck macht.
In der Offensive gefällt mir Hazard gegen den Ball. Unter Rose finde ich auch Reus in Ordnung.
Wenn bei uns alle fit sind, wäre eine defensiv-stabile Aufstellung möglich, meiner Meinung nach. Es ist dann aber natürlich die Frage, ob sie auch spielerisch gut genug wäre.
Oft werden dann Neuzugänge vorgeschlagen, die das Komplettpaket aus defensiven und offensiven Fähigkeiten bieten sollen. Da bin ich dann aber sehr skeptisch, dass das tatsächlich so ist.
Aktuell würde ich daher abwarten, wie es unter Rose aussieht, wenn sich die Verletzten-Situation normalisiert hat. Vielleicht ist dann der Bedarf nach defensiv-starken Spielern kaum vorhanden.
Auf die volle Kapelle warten wir alle und genau das ist das Problem. Unser Plan A reicht für Platz 2. Ein Plan B ist nicht erkennbar. Man gibt Sancho ab und ersetzt ihn nicht, weil man annimmt, dass Rose mit Malen und Haaland sowieso Doppelspitze spielen wird. Heute wissen wir, dass es ein Fehler war. Man hätte Sancho wohl ersetzen müssen, um mit 2 echten Wingern zu spielen.
Um Breite bemüht, versucht sich Rose in seiner 3er Kette und Reus regt sich auf. Der Kader scheint unflexibel zusammengestellt.
Mein Vorschlag das Augenmerk auf die Defensive zu richten, sollte ein langfristiges Projekt werden. Man kann Hummels, Akanji usw. schlecht rauswerfen und was Neues zusammenstellen. Ich finde unsere Kette auch gar nicht so schlecht. Aber im Gesamtpaket mit der Mannschaft davor, reicht das nicht für das ganz hohe Regal. Jetzt haben wir jahrelang die Mannschaft davor ausgetauscht, vielleicht wäre es ein Ansatz mal komplett umzudenken, oder einfach mal 3 Jahre am Stück in eine Richtung zu denken. Irgendwie fehlt die Idee.
Also ich finde, dass unsere Abwehr vollkommen inOrdnung ist. Meunier, Akanji, Hummels, Guerreiro - und Kobel dahinter - da gibt es nicht viele Abwehrreihen in Europa die ich besser sehe. Das Problem ist eher die zweite Reihe. Schulz ist für einen Backup zu teuer und hat bisher nicht überzeugt, Zagadou und Morey sind immer verletzt, Passlack hat nicht das Niveau und Pongracic auch nicht. Und Can als Allrounder fällt auch die ganze saison schon aus. Ich finde da müssen wir ansetzen und einen RV, LV und IV Backup (trotz Coulibaly) holen, die uns qualitativ gute Minuten oder Spiele geben können.
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