Was macht eigentlich.....?
Der Abschied aus Hamburg war für Fußball-Profi Hakan Calhanoglu offenbar eine Befreiung. Am Montagmorgen absolvierte das 20 Jahre alte Mittelfeldtalent das erste Training bei seinem neuen Arbeitgeber Bayer Leverkusen.
Seit vergangenen Montag ist die Profiabteilung des Hamburger SV offiziell als AG eingetragen, nach exakt einer Woche gibt es das erste personelle Opfer: Sportdirektor Oliver Kreuzer muss nach nur einem Jahr gehen. Eine Nachricht, die sich angebahnt hatte nach öffentlicher Kritik vom neuen Aufsichtsratsboss Karl Gernandt am 48-Jährigen und dessen Verpflichtung von Greuther Fürths Zoltan Stieber ("Diesen Transfer hätten wir so nicht gemacht").
Und dennoch eine Entscheidung, die zumindest den Betroffenen selbst überrascht: In der Phase des Übergangs hatte Kreuzer eng mit dem neuen AG-Boss Dietmar Beiersdorfer zusammengearbeitet und war maßgeblich an der Verpflichtung von Torjäger Pierre-Michel Lasogga beteiligt.
Für Beiersdorfer gab es nach einem Gespräch am Montag dennoch keine Alternative zur sofortigen Freistellung trotz eines gültigen Kontraktes bis 2016. "Wir haben gewisse Vorstellungen einer Neuausrichtung des sportlichen Bereiches. Diese Entscheidung ist ein Teil davon."
Schwacher Trost für Kreuzer von Beiersdorfer
Der Dank des 50-jährigen Franken an Kreuzer ("Er hat mich in den vergangenen Wochen beim Übergang und bei der Kaderplanung unterstützt, dafür möchte ich mich bedanken") ist für den nur ein schwacher Trost, denn: Nach intensivem Austausch war der frühere Karlsruher selbst von einer gemeinsamen Zukunft mit Beiersdorfer ausgegangen. Der aber hat andere Pläne: Der technische Direktor des Schweizer Fußballverbandes, Peter Knäbel, gilt als Kandidat für den Posten des sportlichen Leiters, der Hoffenheimer Bernhard Peters als Wunschlösung für die geplante Neuausrichtung des Nachwuchsbereichs.
Das Aus nach nur einem Jahr
Personalwechsel als Folge der sportlichen Talfahrt sind in Hamburg an sich eine logische Konsequenz - mit Kreuzer indes erwischte es bislang erst einen der Verantwortlichen. Und noch dazu denjenigen, der die kürzeste Amtszeit beim HSV und damit den geringsten Anteil an der Misere hatte. Erst im Juni 2013 hatte der Ex-Profi auf seine Aufstiegsprämie beim KSC verzichtet, um damit seinen Teil zur Freigabe für den Posten des Sport-Vorstandes in Hamburg beizusteuern.
Doch während seine Kollegen Joachim Hilke und Carl-Edgar Jarchow vorerst den neuen AG-Vorstand mit Beiersdorfer bilden, ist Kreuzer in Hamburg schon wieder Geschichte.
http://www.transfermarkt.de/vfl-bochum-interessiert-an-stefano-celozzi/thread/forum/154/thread_id/1006269/page/1#2104138
... Stefano Celozzi? Der inzwischen 25jährige ist beim VfL Bochum im Gespräch.
VfL-Coach Peter Neuruer freut sich über den Rechtsverteidiger: "Stefano ist ein vielseitiger Fußballer, der mit seiner Schnelligkeit, seiner Technik, seinem Alter und mit seinen Zielen zu einhundert Prozent das Anforderungsprofil des VfL erfüllt."
In Frankfurt war Celozzi zuletzt nicht über die Rolle des Ergänzungsspielers hinausgekommen. Von seinen elf Bundesliga-Einsätzen in der vergangenen Saison bestritt er nur zwei von Beginn an. Dazu durfte er insgesamt fünfmal in der Europa League mit dem Adler auf der Brust spielen, zweimal davon in der Qualifikationsrunde.
In der Spielzeit 2008/09 hatte sich Celozzi beim Aufsteiger KSC mit 25 Startelfeinsätzen (kicker-Note 3,56) ins Bundesliga-Rampenlicht gespielt und schloss sich danach dem VfB Stuttgart an, wo er von Jahr zu Jahr aber immer weniger spielte. Nachdem es auch in Frankfurt nicht deutlich besser lief, versucht der Deutsch-Italiener es nun eine Liga tiefer.
"Wir sind als Mannschaft sehr gut besetzt", betonte Calhanoglu am Donnerstag bei einem Mediengespräch in Zell am See/Österreich, "und die individuelle Qualität ist bei uns hoch."
Calhanoglu spricht über seine persönlichen Ziele, über Standards und Schusstechnik, über Positionen und Mitspieler, über Roger Schmidt, seinen neuen Trainer. Vorher muss der türkische Nationalspieler, der Leverkusen stolze 14,5 Millionen Euro Ablöse wert war, noch über die unschönen Umstände des Wechsels referieren - warum er Hamburg verließ, obwohl er dort erst im Frühjahr bis 2018 verlängert hatte und deshalb zum Feindbild der Fans wurde. Wie er sich beim HSV erst krankschreiben ließ und in Leverkusen gleich wieder arbeitsfähig war. "Ich wurde im Internet gemobbt und fertig gemacht", klagt Calhanoglu, dabei habe er doch nur verlängert, "damit jemand gut dasteht". Dieser Jemand war - Oliver Kreuzer.
Den anschließenden Shitstorm auf Facebook quittiert Calhanoglu mit Unverständnis: "Ich habe kein schlechtes Gewissen. Ich habe so viel gegeben, damit der HSV nicht absteigt." In Zahlen: elf Tore, vier Assists, das ist fast das Dreifache dessen, was er sich in seinem ersten Bundesliga-Jahr vorgenommen hatte. Calhanoglu schwang sich in der wohl schwersten Krise der Hamburger Vereinsgeschichte zum Anführer auf und übernahm mit einer für sein Alter erstaunlichen Druck- und Stressresistenz Verantwortung, als Verantwortung dringend gefragt war. In Hamburg habe sich eben "niemand in den Vordergrund gedrängt", sagt er, "deswegen habe ich das meistens getan". So einfach ist das.
Sollte Calhanoglu auch an neuer Wirkungsstätte in Leverkusen als eine Art Juniorchef gefragt sein, wird er sich darum nicht zweimal bitten lassen. "Ich übernehme gerne Verantwortung", versichert er, bei der Ausführung sämtlicher Freistöße und Eckbälle fängt er damit schon einmal an. Von zwei Meistern des ruhenden Balles - dem Brasilianer Juninho und Weltfußballer Cristiano Ronaldo - habe er sich einiges abgeguckt, verrät Calhanoglu, aber mittlerweile habe er seine "eigene Schusstechnik".
Für das erste Training am Donnerstagmorgen ordnete Athletik-Trainer Oliver Bartlett wenig vergnügungssteuerpflichtige Läufe auf Zeit an. Viermal vier Minuten. "Natürlich liebe ich den Ball", seufzt Calhanoglu, "aber auch solche Trainingseinheiten sind sehr wichtig." Es könnten ihm noch einige dieser Art drohen: Calhanoglu hat bis 2019 in Leverkusen unterschrieben. Und anders als beim nur zwölfmonatigen Hamburg-Intermezzo möchte er diesmal tatsächlich "langfristig bleiben". Das hat er im folgenden Satz dann noch etwas präzisiert. Langfristig heißt: "zwei, drei Jahre."
Ein bisschen hart, sehe Hakan da nicht zwingend auf der 1. 
Für Danny Blum scheint die Saison schon gelaufen zu sein, bevor sie begonnen hat.
In Karlsruhe ist "Magic Metz" eine Legende, inzwischen trainiert Gunther Metz die U19 des 1. FC Kaiserslautern. Vor dem Derby im Fritz-Walter-Stadion (Samstag, 13 Uhr) spricht der ehemalige Verteidiger über seine Zeit im Wildpark, Bodenständigkeit im Profisport und seinen Aufstiegswunsch.
Das Vertrauen des HSV beflügelt den Bundesliga-Novizen / „Der Verein ist Risiko gegangen“
Von unserem Redaktionsmitglied René Dankert
Hamburg/Karlsruhe. Der Mann, der für Hamburgs Boulevardblätter von jetzt auf nachher als „Ferrari-Joe“ zum A-Promi wurde, meldet sich doch noch zurück. „Sorry, dass es vorhin nicht geklappt hat“, entschuldigt sich Josef Zinnbauer.
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„Presse, Leistungstests, Besprechungen im Trainer-Team“, zählt er auf und man merkt: Locker hätte er die Litanei verlängern können. Ein normaler Arbeitstag beim Hamburger SV. Stress? „Brutal“, gesteht Zinnbauer und ist in seiner Unverstelltheit der geblieben, den man im Sommer vom Karlsruher SC weggehen sah.
Dass er beim Krisenclub im Norden binnen weniger Monate vom auffällig erfolgreichen Coach der U 23 zum Cheftrainer aufgestiegen ist: für ihn immer noch surreal. Es ist ja alles erst drei Wochen hier: Als Mirko Slomka gerade beim HSV Geschichte war, musste der ehrgeizige Mann daraus nichts Persönliches ableiten: „Die Presse schrieb, dass der HSV nicht mit mir plane“, erzählt Zinnbauer und sah sich bald doch ins Büro von Sportdirektor Dietmar Beiersdorfer gebeten. Der habe ihn gar nicht erst gefragt: „Er sagte: Du machst das.“
Plötzlich war der 44-Jährige Bundesliga-Trainer. „Ich hatte seither nicht die Zeit, um über die Veränderungen in meinem Leben nachzudenken“, beteuert Zinnbauer, der mit seiner offenen Art das komplizierte Umfeld an der Elbe für sich einzunehmen verstand und womöglich bald einen Vertrag als Cheftrainer unterschreiben darf. „Aber ich denke jetzt erst mal nur an unseren nächsten Gegner, an 1899 Hoffenheim“, sagt „Ferrari-Joe“, der mit 21 den ersten Sportwagen fuhr und sich finanzielle Unabhängigkeit im Finanzdienstleistungsgewerbe erwarb. Nach seiner Beförderung wurden auch solche biografische Noten zu reizvollem Story-Stoff. Natürlich wäre alles anders gekommen, hätte Zinnbauer die Skeptiker nicht widerlegt. Hätte er die HSV-Profis nicht zu frischem Mumm animiert und wäre er angesichts des schwierigen Programms mit Spielen gegen Bayern München (0:0), Mönchengladbach (0:1), Eintracht Frankfurt (1:2) und zuletzt gegen Borussia Dortmund (1:0) ohne Argumente geblieben. „Der Verein ist Risiko gegangen“, macht sich Zinnbauer nichts vor. Man hätte beim HSV „nach vier verlorenen Spielen“ das Experiment mit dem unverbrauchten Nobody wohl abgeblasen und wieder einen gestandenen Mann geholt. Nach dem 1:0 gegen den BVB und dessen Trainer Jürgen Klopp taufte man Zinnbauer in Hamburg aber „Magic Joe“. Und das obwohl den Club als Tabellenvorletzter weiter alles andere als eine magische Aura umweht.
„Pudelwohl“ fühlen sich der gebürtige Oberpfälzer und seine Frau Irena mit dem 21 Monate alten Söhnchen Noah-Joel in der „herrlichen Stadt“. Das Vertrauen seines als chaotisch verschrienen Arbeitgebers scheint echt und zur Zeit ohne Fußnoten versehen. Das beflügelt. Der Bundesliga-Novize sagt es so: „Ich habe den Eindruck, dass der HSV und Zinnbauer Lust aufeinander haben.“ Dieses Bild ergebe sich für den Fußballfachmann auch aus seinen Gesprächen mit den Stars wie Rafael van der Vaart oder Heiko Westermann, die „unvoreingenommen“ auf ihn zugegangen seien. Ihr Signal: Einem wie ihm, der motivieren und sich in eine Aufgabe richtig verbeißen kann, geben sie die Chance.
Zinnbauer denkt an Karlsruhe zurück und erkennt Parallelen. Auch im Wildpark habe er gewusst, woran er war. Er gehörte zu den wenigen, die man nach dem zwischenzeitlichen Abstieg der Profis in die Dritte Liga nicht wegschickte. Er sah sich geschätzt und doch glaubte er nach einem weiteren Jahr aufbrechen zu müssen. Zu einem neuen Ufer. Zu neuen Möglichkeiten. Denn Cheftrainer Markus Kauczinski hätte er auf absehbare Zeit sowieso nicht beerben können. So schätzt Zinnbauer es ein –und korrigiert sich doch gleich selbst: „Wenn Markus weiter so erfolgreich arbeitet und der KSC nicht aufpasst, ist er vielleicht doch schneller bei einem anderen Verein als man denkt.“ Seine Sorge ist das nicht mehr. Er hat ganz andere. Abstiegskampf in Liga eins. Er wird ihn fordern. Wer hätte Zinnbauer das vor einigen Wochen prophezeit ...


