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Untere Klassen

22.06.2011 - 16:19 Uhr
Untere Klassen |#871
02.09.2012 - 00:14 Uhr
Was soll man machen, wenn es mit der vielerorten beschworenen Selbstreinigung im Block eben doch nicht klappt?
Dieser Beitrag wurde zuletzt von dynamo_willi am 02.09.2012 um 00:18 Uhr bearbeitet
Untere Klassen |#872
02.09.2012 - 10:03 Uhr
Quelle: www.taz.de
Doch keine Flügel
Der RB Leipzig wollte ganz schnell in die Bundesliga. Doch der mit Geld vom Limomagnaten gepäppelte Klub hängt in der Regionalliga fest.

LEIPZIG taz | Schwäbischer Singsang ist auf dem weitläufigen Leipziger Trainingsgelände am Cottaweg zu vernehmen – fünf Autominuten von der Innenstadt entfernt. An diesem Mittwochmorgen treibt Alexander Zorniger, der neue Trainer des RB Leipzig, einen Profi beim Passspiel auf dem eng gesteckten Feld zur Eile an: „Dann isch der Raum zu“, ruft er. Auffällig oft lobt der 44-Jährige seine Schützlinge. „Sähr, sähr gut!“ Einer der elf Zaungäste erinnert sich an die Stille von früher: „Der Pacult hat gar nichts gesagt.“

Peter Pacult, der ehemalige Bundesligatrainer und Vorgänger von Zorniger, ist wie so vieles bereits Geschichte beim erst drei Jahre alten Klub, den der österreichische Getränkekonzern Red Bull aus der Taufe hob. Nach dem sofortigen Aufstieg in die Regionalliga wurde es nichts mit dem Durchmarsch, der in der ersten Bundesliga enden soll.

Vergeblich hat der Firmenchef Dietrich Mateschitz auf für die Regionalliga überqualifiziertes Führungspersonal gesetzt: Tomas Oral, Dietmar Beiersdorfer, Thomas Linke sowie Mateschitz-Spezi und Landsmann Pacult scheiterten alle. Nun lasten die Hoffnungen auf zwei Männern aus der avantgardistischen süddeutschen Trainergilde.

Ralf Rangnick, der prominente Fußballkonzeptprediger, hat als Sportdirektor von Red Bull die Oberaufsicht in Leipzig und beim Stammverein in Salzburg. Für die Detailarbeit hat er in Leipzig mit Trainer Alexander Zorniger einen Gleichgesinnten ins Boot geholt. Dass es nun am Sonntag zum Derby mit dem Aufsteiger und klammen Traditionsklub Lokomotive Leipzig kommt, war nicht vorgesehen im Masterplan von RB.

„Geiles Hochsicherheitsspiel“
Den Stadtkonkurrenten wollte man längst abgehängt haben. „Ein Hochsicherheitsspiel – das wird geil“, feixen die Jugendlichen in der Straßenbahn. Gut 20.000 Zuschauer werden in der Arena von RB erwartet. Die Beteiligten selbst relativieren. Vor zwei Jahren, erinnert sich RB-Stürmer Daniel Frahn, sei ihm noch Hass in der Stadt entgegengeschlagen. „Jetzt ist es das absolute Gegenteil“, behauptet er. „Die Leute mögen uns inzwischen sogar.“
Das Spannungsverhältnis ist zumindest nicht mehr so groß, das bestätigt acht Kilometer weiter im Südosten von Leipzig auch Steffen Kubald, der Teammanager von Lok. Um 15 Uhr fährt er vor der Geschäftsstelle neben dem baufälligen Bruno-Plache-Stadion vor. Von den größtenteils berufstätigen Spielern ist hier noch niemand zu sehen. Trainingsbeginn ist erst um 17.30 Uhr. „Im Unterschied zu RB sind wir Amateure“, sagt Kubald.

Der einst insolvente Klub hat 1,7 Millionen Euro Etat für den Gesamtverein zusammengekratzt, bei RB wird schätzungsweise das Fünffache investiert – die 30 Millionen Euro, die das in zwei Jahren fertiggestellte Vorzeigetrainingsgelände am Cottaweg kosten, nicht einmal mitgerechnet. Gerade weil den Traditionsverein Welten trennen vom österreichischen Marketinggeschöpf gibt es wenig Reibungsflächen.
Scharmützel befürchtet der einstige Hooligan Kubald, der auch Sicherheitschef des Vereins und maßgeblich dafür verantwortlich ist, dass jüngst die teils rechtsradikale Fanszene in Zaum gehalten werden konnte, nicht. Die Fans haben zwar einen „Marsch gegen Erzfeind Red Bull“ angekündigt, Kubald aber sagt: „RB hat ja keine Fans der Kategorie B oder C.“ Einordnungen der Polizei, die für gewaltbereit und gewaltsuchend stehen.

7.400 Zuschauer im Schnitt
RB Leipzig bleibt jedoch eine Gefahr für den innerbetrieblichen Frieden. Weil Kubald vor anderthalb Jahren als Präsident von Lok eine Kooperation mit RB im Jugendbereich eingehen wollte, revoltierte die Mitgliedschaft und setzte ihn ab. Kubald spricht von „Hardlinern“. Er selbst will auch nicht, dass das Modell von RB Schule macht. Aber er hält nicht viel von Dogmatismus. Er besucht regelmäßig die Spiele von RB „wegen des Fußballs“.

Mit der Verheißung auf großen Fußball hat es RB in der letzten Saison bereits auf 7.400 Zuschauer im Schnitt gebracht. Das ausgehungerte Leipziger Publikum steckt die brüsken Rückschläge erstaunlich gleichmütig weg. Jetzt sollen eben Rangnick und Zorniger RB durch das enge Nadelöhr der Regionalliga führen – selbst der Erste muss für den Aufstieg in die Relegation.

Die Red-Bull-Angestellten verstehen es pfiffig, Gemeinsinn in Leipzig herzustellen. Der aus Graz stammende Stürmer Roman Wallner sagte einmal: „Wir Ösis und Ossis müssen zusammenhalten.“ Man tut einiges für die Imagepflege. Auf Wunsch von Lok, die eigentlich beim Rückspiel im kalten Februar Gastgeber sein sollten, hat RB das Heimrecht getauscht und so auf Mehreinnahmen verzichtet.

Gegenwind gibt es dennoch weiterhin. Kürzlich erst sagte Erzgebirge Aue auf Druck der eigenen Fans ein Freundschaftsspiel mit RB ab. Nach dem Vorbild von Hessen Kassel und Union Berlin. „Das kann man doch gar nicht normal erklären“, sagt Trainer Zorniger. Sein Maßstab ist ausschließlich der sportliche Erfolg. „Dieses Konzept ist das einzige, das über längere Zeit zukunftsfähig ist“, sagt er. „Bei allem Respekt vor Dresden und Aue. Ich glaube keiner von denen hat das Potenzial eine Hausnummer in der 1. Liga zu werden.“

Vorläufiger Containertrakt
Bei RB scheut man keinen Aufwand. Auf dem Trainingsgelände sind in dem für die Profis vorläufigen Containertrakt sogar Entmüdungsbecken und eine Sauna untergebracht. Zorniger steht ein prominentes Funktionsteam zur Seite. Neben dem quotenostdeutschen Torwarttrainer Perry Bräutigam ist der vom FC Bayern München losgeeiste Philipp Laux als Sportpsychologe regelmäßig beim Team.

Tim Lobinger, deutscher Rekordhalter im Stabhochsprung, hat, wie er sagt, zwei Angebote von Fußball-Erstligisten ausgeschlagen, um als Athletiktrainer in Leipzig langfristig an der „Top 5 der Bundesliga-Angelegenheit“ mitarbeiten zu können. „Ich habe hier einen großen Spielraum“, schwärmt er.

„Im Unterschied zu Traditionsvereinen sind wir in vielem vielleicht beweglicher“, sagt Zorniger zu den flachen Hierarchien im Klub. Dass sein Arbeitgeber nur den ersten Platz goutieren würde, mache ihn nicht nervös. Der Jahrgangsbeste des letzten DFB-Trainerlehrgangs sagt: „Während meiner Ausbildung habe ich schon mit den Psychologen gestritten, ob man sich wirklich langfristige Ziele setzen muss.

Ich bin immer gut damit gefahren, mich nur um das nächste Spiel zu kümmern. Gegen Lokomotive müssen wir versuchen, das Maximale zu erreichen.“ Diese Kurzsichtigkeit könnte dem Verein, der so lange schon nach fernen Zielen stiert, guttun.
Zitat
„Bei allem Respekt vor Dresden und Aue. Ich glaube keiner von denen hat das Potenzial eine Hausnummer in der 1. Liga zu werden.“


:ugly
Untere Klassen |#873
02.09.2012 - 10:32 Uhr
Was für ***** ... :ugly
Untere Klassen |#874
02.09.2012 - 11:50 Uhr
Die sollen erstmal zusehen, dass sie ne Hausnummer in Liga 4 werden, eh die hier gegen uns anstinken.

•     •     •

Ohne Wein und Weiber holt der Teufel unsre Leiber.
Untere Klassen |#875
02.09.2012 - 12:09 Uhr
Aachen hat dann mal eben wieder den Trainer entlassen. Die haben auch ordentlich Verschleiß. Aber wenn der Heller nicht trifft - was willste machen?

Hingegen gibt es von Hansa noch keine derartige Meldung. Komisch, nachdem gestern (!) schon auf der BILD-Frontseite stand, Wolf müsse nach dem Spiel gehen.
Untere Klassen |#876
02.09.2012 - 13:54 Uhr
Zitat von 4.Liga-Trainer:
Ich glaube keiner von denen hat das Potenzial eine Hausnummer in der 1. Liga zu werden.“


Die Aussage ist aber begründet. Schließlich kann er auf jahrelange Bundesligaerfahrung zurückgreifen.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von SGD82 am 02.09.2012 um 13:53 Uhr bearbeitet
Untere Klassen |#877
02.09.2012 - 14:12 Uhr
Zwickau führt kurz vor der Halbzeit mit 2:0 gegen Union II, u.a. hat auch Florian Grossert vom 11m-Punkt getroffen.

•     •     •

R.I.P.: Robert Enke

All men are created equal, then some of them become Dynamo-Fans.
Untere Klassen |#878
02.09.2012 - 14:48 Uhr
Zitat
„Bei allem Respekt vor Dresden und Aue. Ich glaube keiner von denen hat das Potenzial eine Hausnummer in der 1. Liga zu werden.“


Es ist ein angenehmer Abend in der Mitte des Jahres 2011. Vor mir flimmert MDR. Die kleine illustre Runde schaut konsterniert auf die Kiste. Mauersberger hat im Rücken Schuppans gerade das 1:0 für Osnabrück erzielt. Der Außenseiter aus Dresden hat es nun besonders schwer. Lustlos beiß ich auf meine Bratwurst und denke mir, dass es einer Mannschaft wie Osnabrück, die ohnehin besser besetzt ist als wir, wohl gelingen wird, hinten dicht zu machen. Vermutlich setzt's noch einen Konter, jetzt, da wir aufmachen müssen.
Als in den letzten fünf Spieltagen der regulären Saison 2010/2011 die Karten für die Aufstiegschancen verteilt wurden: Wer hatte da die schlechtesten Chancen? Dynamo war der sportliche Außenseiter. Aufgrund einer glücklichen Fügung lag es am letzten Spieltag der Drittligasaison in Offenbach in unserer eigenen Hand. Nach einer 2:0 Führung wackelt der Drittplatzierte, so bedrohlich gar, dass man nach dem zwischenzeitlichen 2:2 das Schlimmste vermuten musste. Wer war nach dem 2:2 in Offenbach plötzlich im Hintertreffen? Dynamo war der sportliche Außenseiter.
Bisher haben wir das Beste daraus gemacht: Wir sind ein Jahr vorher nicht abgestiegen, haben uns das beschriebene Jahr in einer Gruppe mit starken Konkurrenten durchgesetzt, das 3:2 in Offenbach erzielt, Schahin fit bekommen für das Rückspiel in Osnabrück. Doch Mauersberger stellt die Weichen auf eine frühe Entscheidung.
Später hat Fiel einen Freistoß, der eigentlich total uninteressant ist, weil die Dynamos ohnehin kaum kopfballstarke Leute haben. ... ich weiß nicht mehr was danach passiert ... Irgendwann um die 75. Minute fang ich mich wieder und dann ist sie wieder da: die bohrende Ungewissheit, ob es langt. Noch immer sind die Osnabrücker besser besetzt, noch fehlt ein Tor. Dass das Spiel mittlerweile verflacht und technisch wenig anspruchsvoll ist, interessiert keinen. Fans von Zweit- und Drittligisten, die sonst nichts mit beiden Teams zu tun haben, verfolgen gebannt dieses Spiel, schreiben Beiträge in Foren oder werden mich später anrufen. Joe Enochs, der einzige aus dem Funktionsteam der Osnabrücker, den ich mir nach der Zeit noch behalten habe, läuft, besorgt dreinblickend, auf und ab. Mir wird klar: Diese Angst, diese Nervosität, die kurze Freude über einen Torerfolg, das Ärgernis über den Erfolg des Gegners und dann wieder das Bibbern, das ist ALLES, was du als Fan hast. Aufstieg und Abstieg sind kurze Momente, die das wohlige Unbehagen für einen kurzen Moment unterbrechen. Sie mögen ökonomisch interessant sein. Für den Fan sind sie von kurzer Dauer und werden stets abgelöst vom Gefühl, am Ende doch mit leeren Händen dazustehen.
Eine Ecke von ... Fiel ... Schahin ... Farbenrausch ...

Nach einigen Wochen ist klar: Dynamo wird krasser Außenseiter in der Liga sein. Kleinster Etat, kürzestmögliche Vorbereitungszeit. Weggang der Leistungsträger. Ausfall Müllers. Aue und der FSV haben sich in kurzer Zeit etabliert, Braunschweig hatte eine lange und Rostock eine verlängerte Vorbereitung und Ingolstadt hat Audi. Da ist sie wieder, die bohrende Ungewissheit. Reicht es die Saison? Sind wir Kanonenfutter? Was taugen die Spieler, von denen sich viele woanders nichts durchsetzen konnten?
Das Risiko zu scheitern, abzusteigen und sich mühsam wieder aufpeppeln zu müssen, unterbrochen von freudischer Kurzweil, die die Hoffnung nährt, dass es reichen könnte. DAS ist es, was mich am Fußball hält.
Nein, ich bin nicht hasserfüllt, nicht neidisch auf RB. Mir tut es leid, dass deren Fans diesen Luxus nicht haben können. Ich glaube, sie sind um dieses schöne Gefühl gnadenlos scheitern zu können und die Freude, wenn es doch alles irgendwie gut geht, betrogen worden. Egal in welcher Liga: RB wird, solange Mateschitz das Sagen hat, niemals absteigen. Es ist kein Risiko, wenn es schlimmstenfalls für den Aufstieg nicht reicht - ökonomisch vielleicht aber nicht für den Fan. Als Fan eines Zweitplatzierten geht deine Welt nicht unter. Das sind keine Sorgen.
Der Herr Dings von RB hat Recht: Nach seinen Vorstellungen werden wir vermutlich nie eine Hausnummer in der ersten Liga werden. Dynamo wird vermutlich auf Ewigkeiten keine CL spielen aber vielleicht fügen sich die Ereignisse wundersam. Dann kann man im Pokal etwas erreichen, schnuppert vielleicht ein ander mal an den Aufstiegsrängen.
In Leipzig redet man heute schon von offizieller Stelle von der ersten Liga, von der CL. Was kann man da noch erreichen außer die Zielerfüllung?
Wenn es emotionale RB-Fans gibt, was könnte man diesen denn noch Schlechtes wollen? Sie sind doch schon um das Schönste, was man als Fan im Fußball miterleben darf, betrogen worden.
Untere Klassen |#879
02.09.2012 - 14:58 Uhr
Schöner Beitrag Abbel. Und natürlich hat der auch Recht. Aber aufgrund der Tatsache daß der selbst noch nicht mal in der Bundesliga gearbeitet hat, steht im das einfach nicht zu, sowas über einen Verein zu sagen, der schon international gespielt hat, als er noch an Mutti´s Nippeln gesaugt hat...
Untere Klassen |#880
02.09.2012 - 15:12 Uhr
Was war das denn? Da liegt ein Lok-Spieler im eigenen Strafraum auf dem Boden, RB interessiert das nicht im Ansatz und sie schießen das 2:0 :angry

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R.I.P.: Robert Enke

All men are created equal, then some of them become Dynamo-Fans.
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