Ultrà Sankt Pauli
26.06.2007 - 14:22 Uhr
01.04.2010 - 15:40 Uhr
Ich muss hier mal dazwischen grätschen.
Ich möchte sehr darum bitten, schwer vorbelastete Vokabeln aus dieser Diskussion herauszuhalten.
Zu einen weil sich wirkliche Faschimusofer sicher nicht in einem Topf mit unseren Ausgesperrten sehen möchten und sowas als schlimme Verharmlosung ansehen dürften.
Zum anderen weil sowas nur zur Eskalation beiträgt, die Fronten noch weiter verhärtet und den von Sven Brux zu recht eingeforderten Dialog nicht fördert.
Auch wenn ich sie noch nie leiden konnte, sind die Ultras NOCH Teil unserer Fanscene.
Und um dem geforderten Verständnis für die Seite der Ultras ein wenig auf die Beine zu helfen, zitiere ich hier mal einen der zahlreichen Blogs, die sich dem Thema widmen:
Zitat von ring2de:
Ich habe nicht blockiert, dafür bin ich vielleicht schon zu gelassen inzwischen, und fahre zu selten auswärts. Aber ich hätte es sein können, wenn ich 20 Jahre jünger wäre vielleicht und mit DSF und Premiere, mit Polizei-Drangsaliererei und verkürzter Sportberichterstattung, Hartz4 im Land und Tokio Hotel im CD-Regal aufgewachsen wäre.
Ich kann mir gut vorstellen, wie ein jüngeres Ich das geil findet, das Bild einer leeren Südkurve im so gehasst-geliebten DSF. Endlich kann ich da alles reinpacken, was mich nervt, wir die Fans können es dem Präsidenten (der sich ja gefühlt nur für uns einsetzt, wenn es gut für den Umsatz ist) und allen Spaß-Sponsoren da über uns, den Werbern, die wir selber mal werden wollten, mal so richtig zeigen. Ja mächtig macht uns das. Wir, die wir ja die einzigen sind, die auswärts mal für sowas wie Stimmung sorgen und uns dafür von DFB, DFL und Polizei schikanieren lassen dürfen.
Das alles hätte ich womöglich gut gefunden und mich eingereiht in die geschlossene Reihe der Blockierer – und beim ersten Unmut, der ein wenig über mein antifaschistisches Empfinden gegangen wäre, hätte ich die Reihen womöglich enger geschlossen.
Vollständiger Artikel: http://www.ring2.de/archives/entschuldigung-in-sachen-sudkurven-boykott-am-millerntor/index.php
Das entschuldigt die schlimme Aussperraktion natürlich nicht und macht eine Entschuldigung der Verantwortlichen auch nicht weniger nötig. Aber für das zukünftige Miteinander ist's vielleicht hilfreich sich auch mal gedanklich auf die andere Seite zu begeben.
Ich möchte sehr darum bitten, schwer vorbelastete Vokabeln aus dieser Diskussion herauszuhalten.
Zu einen weil sich wirkliche Faschimusofer sicher nicht in einem Topf mit unseren Ausgesperrten sehen möchten und sowas als schlimme Verharmlosung ansehen dürften.
Zum anderen weil sowas nur zur Eskalation beiträgt, die Fronten noch weiter verhärtet und den von Sven Brux zu recht eingeforderten Dialog nicht fördert.
Auch wenn ich sie noch nie leiden konnte, sind die Ultras NOCH Teil unserer Fanscene.
Und um dem geforderten Verständnis für die Seite der Ultras ein wenig auf die Beine zu helfen, zitiere ich hier mal einen der zahlreichen Blogs, die sich dem Thema widmen:
Zitat von ring2de:
Ich habe nicht blockiert, dafür bin ich vielleicht schon zu gelassen inzwischen, und fahre zu selten auswärts. Aber ich hätte es sein können, wenn ich 20 Jahre jünger wäre vielleicht und mit DSF und Premiere, mit Polizei-Drangsaliererei und verkürzter Sportberichterstattung, Hartz4 im Land und Tokio Hotel im CD-Regal aufgewachsen wäre.
Ich kann mir gut vorstellen, wie ein jüngeres Ich das geil findet, das Bild einer leeren Südkurve im so gehasst-geliebten DSF. Endlich kann ich da alles reinpacken, was mich nervt, wir die Fans können es dem Präsidenten (der sich ja gefühlt nur für uns einsetzt, wenn es gut für den Umsatz ist) und allen Spaß-Sponsoren da über uns, den Werbern, die wir selber mal werden wollten, mal so richtig zeigen. Ja mächtig macht uns das. Wir, die wir ja die einzigen sind, die auswärts mal für sowas wie Stimmung sorgen und uns dafür von DFB, DFL und Polizei schikanieren lassen dürfen.
Das alles hätte ich womöglich gut gefunden und mich eingereiht in die geschlossene Reihe der Blockierer – und beim ersten Unmut, der ein wenig über mein antifaschistisches Empfinden gegangen wäre, hätte ich die Reihen womöglich enger geschlossen.
Vollständiger Artikel: http://www.ring2.de/archives/entschuldigung-in-sachen-sudkurven-boykott-am-millerntor/index.php
Das entschuldigt die schlimme Aussperraktion natürlich nicht und macht eine Entschuldigung der Verantwortlichen auch nicht weniger nötig. Aber für das zukünftige Miteinander ist's vielleicht hilfreich sich auch mal gedanklich auf die andere Seite zu begeben.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von kiezpirat am 01.04.2010 um 15:58 Uhr bearbeitet
01.04.2010 - 16:21 Uhr
Junge Menschen sind emotionaler und machen mehr Fehler.Das ist klar.Aber wenn hier wieder die Stimmungs-Keule geschwungen wird dann will Ich nicht auf die dunkle Seite schauen.
Die Ultras interessiert doch auch nicht,dass vor Ihrer Zeit eine super Stimmung am Millentor herrschte. Auch auswärts haben 3000 Menschen bei we love st.pauli oder c´mon your boys in brown mitgesungen.Dieser Alleinanspruch die wahren Fans zu sein macht Sie so unbeliebt und jetzt entlädt sich der Zorn.Die Steilvorlage haben sie aber selbst gegeben..
Die Ultras interessiert doch auch nicht,dass vor Ihrer Zeit eine super Stimmung am Millentor herrschte. Auch auswärts haben 3000 Menschen bei we love st.pauli oder c´mon your boys in brown mitgesungen.Dieser Alleinanspruch die wahren Fans zu sein macht Sie so unbeliebt und jetzt entlädt sich der Zorn.Die Steilvorlage haben sie aber selbst gegeben..
01.04.2010 - 16:52 Uhr
Ist ja mal eine richtig spannende Diskussion hier. So macht das Lesen hier doch Spaß.
Zitat von Allez:
Ich warte ja immer noch auf die Stellungnahme von USP. Die bisherigen Stellungsnahmen vom ÜS und FCSR waren in meinen Augen hanebüchen.
Der USP gehört doch zum FCSR und wenn ich die Stellungnahme richtig gelesen habe, wurde die Blockade nicht allein vom USP durchgeführt. Insofern, warum sollte es da eine eigene Stellungnahme geben?
Zitat von Allez:
Ich warte ja immer noch auf die Stellungnahme von USP. Die bisherigen Stellungsnahmen vom ÜS und FCSR waren in meinen Augen hanebüchen.
Der USP gehört doch zum FCSR und wenn ich die Stellungnahme richtig gelesen habe, wurde die Blockade nicht allein vom USP durchgeführt. Insofern, warum sollte es da eine eigene Stellungnahme geben?
01.04.2010 - 17:38 Uhr
Ich meine irgendwo gelesen zu haben , dass USP sich äussern wollte..haben wohl nasskalte Füsse ob der Woge der Entrüstung bekommen..& sind besser abgetaucht. :o
Dieser Beitrag wurde zuletzt von sao-paulo am 01.04.2010 um 17:38 Uhr bearbeitet
01.04.2010 - 19:47 Uhr
@kiezpirat: Dein vorstehender Beitrag hier ist noch um Längen besser als Deine auch schon gute D'dorf-Eröffnung.
Vielleicht nutzt die Eskalation des vergangenen Sonntags sogar am Ende. Ich habe hier erstmals das Gefühl, dass viele die ach so tollen Ultras ein wenig auf den Nerv gehen. Ich hatte mich da fast in der Minderheit gefühlt.
Natürlich ist deren jugendliche Emotion nachvollziehbar und sie sollen sie auch zeigen und im Rahmen ausleben. Aber eben im Rahmen. Und das heißt eben auch Toleranz üben und nicht blindlings alles nur der eigenen Nase nach ausrichten.
Es ist an der Zeit, dass sich bei DFB und DFL mal ein wenig in die richtige Richtung bewegt. Das würde vielleicht auch ein wneig zur Entkrampfung beitragen. Z.B.
- Gelbe Karte für übermässiges Jubeln o.ä. Das schafft keinen Nutzen.
- Bengalische Feuer gefallen mir so schlecht nicht und die Verletzungsgefahr halte ich für überschaubar
- seltsame Zeitansetzungen (montag ist eigentlich o.k., aber mittags um 13 Uhr???)
- komplette Fanausperrungen gehen auch gar nicht
Wenn der ausschließlich kommerzielle Trend (ohne den wir ja auch nicht leben können) ein wenig zurückgedreht würde, wären vieleicht manche übertriebenen Aktionen von Ultras etc. gar nicht erst entstanden.
Derzeit haben wir jedoch eine Spirale die das Verhalten auf beiden Seiten eher verhärtet. Und das nutzt nun gar niemandem.
Forza!
Vielleicht nutzt die Eskalation des vergangenen Sonntags sogar am Ende. Ich habe hier erstmals das Gefühl, dass viele die ach so tollen Ultras ein wenig auf den Nerv gehen. Ich hatte mich da fast in der Minderheit gefühlt.
Natürlich ist deren jugendliche Emotion nachvollziehbar und sie sollen sie auch zeigen und im Rahmen ausleben. Aber eben im Rahmen. Und das heißt eben auch Toleranz üben und nicht blindlings alles nur der eigenen Nase nach ausrichten.
Es ist an der Zeit, dass sich bei DFB und DFL mal ein wenig in die richtige Richtung bewegt. Das würde vielleicht auch ein wneig zur Entkrampfung beitragen. Z.B.
- Gelbe Karte für übermässiges Jubeln o.ä. Das schafft keinen Nutzen.
- Bengalische Feuer gefallen mir so schlecht nicht und die Verletzungsgefahr halte ich für überschaubar
- seltsame Zeitansetzungen (montag ist eigentlich o.k., aber mittags um 13 Uhr???)
- komplette Fanausperrungen gehen auch gar nicht
Wenn der ausschließlich kommerzielle Trend (ohne den wir ja auch nicht leben können) ein wenig zurückgedreht würde, wären vieleicht manche übertriebenen Aktionen von Ultras etc. gar nicht erst entstanden.
Derzeit haben wir jedoch eine Spirale die das Verhalten auf beiden Seiten eher verhärtet. Und das nutzt nun gar niemandem.
Forza!
01.04.2010 - 20:36 Uhr
Pflichtlektüre:
Zitat von blog.uebersteiger.de:
Die Südblockade - Three days after
Mahlzeit! Es ist Mittwoch, der 31.03.2010. Seit den Vorfällen am Sonntag, beim Heimsieg gegen Hansa Rostock, seit dem ÜS-Blog vom Montag ist einige Zeit verstrichen. Und diese Zeit war gut und wichtig, um einiges zu überdenken und sacken zu lassen...
Alles: http://blog.uebersteiger.de/2010/03/31/die-sudblockade-three-days-after/
Edith schmeißt noch die Stellungnahme des Fanladen hinterher:
Zitat von Fanladen:
Stellungnahme des Fanladen St. Pauli zu den Ereignissen vor dem Spiel gegen den FC Hansa Rostock in der Südkurve
Wir wollen als Fanladen St. Pauli, der Anlaufstelle für ALLE St. Pauli-Fans, zu einer Versachlichung der sehr emotionalisiert geführten Debatte beitragen und haben uns aufgrund dessen entschlossen, eine Stellungnahme zu veröffentlichen.
Die Mitarbeiter des Fanladens waren während der Blockade vor allem rund um den „Fanladen-Kiosk“ tätig. Nach unserem Eindruck war es in diesem Bereich so, dass es zwar eng war, allerdings nicht enger als auf einer Stehplatztribüne selbst. Man konnte problemlos zurück zur Treppe gehen, wo sich eine räumliche Entspannung zeigte und kam mit etwas Mühe auch zur Mitte hin durch...
Alles: http://www.stpauli-fanladen.de/2010/04/stellungnahme-zu-den-ereignissen-vor-dem-spiel-gegen-hansa-rostock/
Zitat von blog.uebersteiger.de:
Die Südblockade - Three days after
Mahlzeit! Es ist Mittwoch, der 31.03.2010. Seit den Vorfällen am Sonntag, beim Heimsieg gegen Hansa Rostock, seit dem ÜS-Blog vom Montag ist einige Zeit verstrichen. Und diese Zeit war gut und wichtig, um einiges zu überdenken und sacken zu lassen...
Alles: http://blog.uebersteiger.de/2010/03/31/die-sudblockade-three-days-after/
Edith schmeißt noch die Stellungnahme des Fanladen hinterher:
Zitat von Fanladen:
Stellungnahme des Fanladen St. Pauli zu den Ereignissen vor dem Spiel gegen den FC Hansa Rostock in der Südkurve
Wir wollen als Fanladen St. Pauli, der Anlaufstelle für ALLE St. Pauli-Fans, zu einer Versachlichung der sehr emotionalisiert geführten Debatte beitragen und haben uns aufgrund dessen entschlossen, eine Stellungnahme zu veröffentlichen.
Die Mitarbeiter des Fanladens waren während der Blockade vor allem rund um den „Fanladen-Kiosk“ tätig. Nach unserem Eindruck war es in diesem Bereich so, dass es zwar eng war, allerdings nicht enger als auf einer Stehplatztribüne selbst. Man konnte problemlos zurück zur Treppe gehen, wo sich eine räumliche Entspannung zeigte und kam mit etwas Mühe auch zur Mitte hin durch...
Alles: http://www.stpauli-fanladen.de/2010/04/stellungnahme-zu-den-ereignissen-vor-dem-spiel-gegen-hansa-rostock/
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Tobster am 01.04.2010 um 20:46 Uhr bearbeitet
01.04.2010 - 20:38 Uhr
Zitat von Hiro:
Ich verstehe, was Du meinst, sehe es aber anders. Wenn mir irgendjemand ohne rechtliche Grundlage verwehrt, dorthin zu gehen, wo ich hin möchte, fühle ich mich genötigt. Und wenn meine einzige Chance, mich dagegen zu wehren, bedeutet, zur Polizei zu gehen und Anzeige zu erstatten, dann muss ich das eben tun.
Naja, die "einzige" Chance sich dagegen zu wehren ist nun ein wenig übertrieben. Die ganze Aktion hat genug Wirbel bereitet und ich bin mir ziemlich sicher bin, dass das so schnell in der Form nicht nochmal vorkommt. Bis auf wenige Ausnahmen ist niemandem etwas passiert - so wie es halt bei einer Demo oder einem Boykott ist. Das passiert bei Atomtransporten, z.T. bei Streiks oder auch bei anderen Demos - gegen Nazis z.B.. Das Grundproblem bleibt halt, dass man die Aktion besser hätte kommunizieren müssen - am besten vor dem Stadion.
Zitat von Hiro:
Vielleicht bin ich spießig und uncool, aber ich halte den Rechtsstaat für eine großartige Errungenschaft. Es schützt mich unter anderem davor, mich dem Meinungsdiktat selbsternannter Fankurvenfaschisten unterwerfen zu müssen. Oder zumindest sollte er es tun.
Der Rechtsstaat ist eine wahrlich großartige Erfindund (und das ist nicht ironisch gemeint). Aber die Polizeidoktrin hatte imo nichts mehr mit Rechtsstaat zu tun bzw führte ihn ad absurdum. Letztlich hat die Polizei nichts anderes gemacht - nur unter fragwürdigen und fadenscheinigen Begründungen, die man dann noch nichtmal offen kommuniziert hat. Im Grunde hat die USP nichts anderes gemacht - und wenn ich das sage ist mir bewußt, dass eigentlich beides falsch ist.
Zitat von Hiro:
Insofern ist es nicht lächerlich, zur Polizei zu gehen, sondern lächerlich sind die, die mich dazu zwingen. Bitte nicht Ursache und Wirkung vertauschen.
Über Ursache und Wirkung lässt sich in diesem Zusammenhang auch trefflich streiten. Die Ursache für die Nötigungen war die Blockade. Die Ursache für die Blockade war der Polizeiaktion. Dass jetzt die wirklichen Verursacher gegen die ermitteln, die sich gegen sie wehren hat zumindest einen faden Beigeschmack. (wenns auch völlig rechtens ist)
Meine Beschwerde bei der Hamburger Polizei gegen die wirkliche Ursache hat mir im Übrigen einen lächerlichen Antwortbrief eingebracht.
Versteht mich nicht falsch - ich versuche nur (ungeachtet dessen, dass die Mittel eindeutig die Falschen waren und auch kaum zu rechtfertigen) auf den Auslöser einzugehen. Bevor ich zur Polizei gehe würde ich mich als Gast wahrscheinlich erstmal fragen und informieren warum diese Aktion zustandegekommen ist. Wer dann noch Anzeige erstatten möchte möge dieses Tun. Der eigentlich Auslöser und der Protest ist leider im Zuge der unglücklichen Ereignisse komplett ins Hintertreffen geraten.
Ich verstehe, was Du meinst, sehe es aber anders. Wenn mir irgendjemand ohne rechtliche Grundlage verwehrt, dorthin zu gehen, wo ich hin möchte, fühle ich mich genötigt. Und wenn meine einzige Chance, mich dagegen zu wehren, bedeutet, zur Polizei zu gehen und Anzeige zu erstatten, dann muss ich das eben tun.
Naja, die "einzige" Chance sich dagegen zu wehren ist nun ein wenig übertrieben. Die ganze Aktion hat genug Wirbel bereitet und ich bin mir ziemlich sicher bin, dass das so schnell in der Form nicht nochmal vorkommt. Bis auf wenige Ausnahmen ist niemandem etwas passiert - so wie es halt bei einer Demo oder einem Boykott ist. Das passiert bei Atomtransporten, z.T. bei Streiks oder auch bei anderen Demos - gegen Nazis z.B.. Das Grundproblem bleibt halt, dass man die Aktion besser hätte kommunizieren müssen - am besten vor dem Stadion.
Zitat von Hiro:
Vielleicht bin ich spießig und uncool, aber ich halte den Rechtsstaat für eine großartige Errungenschaft. Es schützt mich unter anderem davor, mich dem Meinungsdiktat selbsternannter Fankurvenfaschisten unterwerfen zu müssen. Oder zumindest sollte er es tun.
Der Rechtsstaat ist eine wahrlich großartige Erfindund (und das ist nicht ironisch gemeint). Aber die Polizeidoktrin hatte imo nichts mehr mit Rechtsstaat zu tun bzw führte ihn ad absurdum. Letztlich hat die Polizei nichts anderes gemacht - nur unter fragwürdigen und fadenscheinigen Begründungen, die man dann noch nichtmal offen kommuniziert hat. Im Grunde hat die USP nichts anderes gemacht - und wenn ich das sage ist mir bewußt, dass eigentlich beides falsch ist.
Zitat von Hiro:
Insofern ist es nicht lächerlich, zur Polizei zu gehen, sondern lächerlich sind die, die mich dazu zwingen. Bitte nicht Ursache und Wirkung vertauschen.
Über Ursache und Wirkung lässt sich in diesem Zusammenhang auch trefflich streiten. Die Ursache für die Nötigungen war die Blockade. Die Ursache für die Blockade war der Polizeiaktion. Dass jetzt die wirklichen Verursacher gegen die ermitteln, die sich gegen sie wehren hat zumindest einen faden Beigeschmack. (wenns auch völlig rechtens ist)
Meine Beschwerde bei der Hamburger Polizei gegen die wirkliche Ursache hat mir im Übrigen einen lächerlichen Antwortbrief eingebracht.
Versteht mich nicht falsch - ich versuche nur (ungeachtet dessen, dass die Mittel eindeutig die Falschen waren und auch kaum zu rechtfertigen) auf den Auslöser einzugehen. Bevor ich zur Polizei gehe würde ich mich als Gast wahrscheinlich erstmal fragen und informieren warum diese Aktion zustandegekommen ist. Wer dann noch Anzeige erstatten möchte möge dieses Tun. Der eigentlich Auslöser und der Protest ist leider im Zuge der unglücklichen Ereignisse komplett ins Hintertreffen geraten.
01.04.2010 - 21:38 Uhr
Zitat von Tobster:
Pflichtlektüre:
Alles: http://blog.uebersteiger.de/2010/03/31/die-sudblockade-three-days-after/
Kenn' ich. ;)
Und bevor einer fragt: Ok, ok ich geb's zu. Ich bin in den letzten Tagen mit einigen Blogs Fremd gegangen. Aber mein Herz gehört NUR diesem Forum. :p
Zitat von Tobster:
Edith schmeißt noch die Stellungnahme des Fanladen hinterher:
Zitat von Fanladen:
Stellungnahme des Fanladen St. Pauli zu den Ereignissen vor dem Spiel gegen den FC Hansa Rostock in der Südkurve
:/:
Keine Verurteilung der gewählten Protestform.
Zwar Aufruf zur Aufarbeitung, diese aber selber nicht geleistet. :rolleyes
Da erwarte ich vom Fanladen, einem Mitunterzeichner des Boykottaufrufs mehr Aufklärung.
- Haben sie von der geplanten Blockade gewusst?
- Wenn ja, wie wurde diese begründet?
- Wieso gab es kein Exitszenario?
Dieses Geschreibsel bringt (genau wie das vom FCSR) jedenfalls keine neuen Erkenntnisse und den Diskurs kein bisschen voran. Ich bin von der Reaktion der Organisierten bisher nur enttäuscht und geschockt.
:( :angry
Pflichtlektüre:
Alles: http://blog.uebersteiger.de/2010/03/31/die-sudblockade-three-days-after/
Kenn' ich. ;)
Und bevor einer fragt: Ok, ok ich geb's zu. Ich bin in den letzten Tagen mit einigen Blogs Fremd gegangen. Aber mein Herz gehört NUR diesem Forum. :p
Zitat von Tobster:
Edith schmeißt noch die Stellungnahme des Fanladen hinterher:
Zitat von Fanladen:
Stellungnahme des Fanladen St. Pauli zu den Ereignissen vor dem Spiel gegen den FC Hansa Rostock in der Südkurve
:/:
Keine Verurteilung der gewählten Protestform.
Zwar Aufruf zur Aufarbeitung, diese aber selber nicht geleistet. :rolleyes
Da erwarte ich vom Fanladen, einem Mitunterzeichner des Boykottaufrufs mehr Aufklärung.
- Haben sie von der geplanten Blockade gewusst?
- Wenn ja, wie wurde diese begründet?
- Wieso gab es kein Exitszenario?
Dieses Geschreibsel bringt (genau wie das vom FCSR) jedenfalls keine neuen Erkenntnisse und den Diskurs kein bisschen voran. Ich bin von der Reaktion der Organisierten bisher nur enttäuscht und geschockt.
:( :angry
01.04.2010 - 22:31 Uhr
Zitat von Pauleeschen:
Vielleicht nutzt die Eskalation des vergangenen Sonntags sogar am Ende. Ich habe hier erstmals das Gefühl, dass viele die ach so tollen Ultras ein wenig auf den Nerv gehen. Ich hatte mich da fast in der Minderheit gefühlt.
Manchmal ist's ganz gut, wenn man belegen kann: Das hab' ich schon immer gesagt!
-> Ultrà Sankt Pauli | #8
:D ;)
Ich hoffe auch, das das ganze am Ende mehr Nutzen als Schaden in der Fanszene verursacht.
Der tiefe Graben zwischen Organisierten und nicht Organisierten ist nun endlich für jedermann sichtbar zu Tage getreten. Mir als Gegengradler der zwischen vielen 'Oldschoolern' steht, war die Skepsis, ja Ablehnung der USP immer gegenwärtig. Es scheint aber das den Organisierten die Spaltung nicht so bewusst war. Schön ausgedrückt wird das hier:
Zitat von fussballvonlinks.blogsport.de:
Ultras und andere aktive Fans haben anscheinend unterschätzt, wie wenig Bedeutung die Art Fankultur, die sie selbst leben, für die überwiegende Mehrheit der Anhänger ihres Vereins (und wahrscheinlich auch die Mehrheit der Fußballfans überhaupt) hat.
Vollständiger Beitrag: http://fussballvonlinks.blogsport.de/2010/04/01/die-blockierte-suedkurve-marx-und-der-hauch-der-geschichte/
Im Moment befürchte ich aber, das das ganze nicht zu einem guten Ende führen wird. Ich kann mir nicht vorstellen, das die Organisierten ihren Fehler zugeben und aufhören sich als Besserfans zu gerieren. Das ist aber für mich (und wahrscheinlich viele Unorganisierte) zwingend notwendig.
Und was dann?
Kommt es im Stadion zu einer offenen Konfrontation der Gruppen? Kehren die Organisierten oder die nicht Organisierten dem Verein den Rücken?
Hat Altona93 eigentlich immer noch den 'Punkerhügel'?
Die Situation ist wirklich sehr kritisch.
Vielleicht nutzt die Eskalation des vergangenen Sonntags sogar am Ende. Ich habe hier erstmals das Gefühl, dass viele die ach so tollen Ultras ein wenig auf den Nerv gehen. Ich hatte mich da fast in der Minderheit gefühlt.
Manchmal ist's ganz gut, wenn man belegen kann: Das hab' ich schon immer gesagt!
-> Ultrà Sankt Pauli | #8
:D ;)
Ich hoffe auch, das das ganze am Ende mehr Nutzen als Schaden in der Fanszene verursacht.
Der tiefe Graben zwischen Organisierten und nicht Organisierten ist nun endlich für jedermann sichtbar zu Tage getreten. Mir als Gegengradler der zwischen vielen 'Oldschoolern' steht, war die Skepsis, ja Ablehnung der USP immer gegenwärtig. Es scheint aber das den Organisierten die Spaltung nicht so bewusst war. Schön ausgedrückt wird das hier:
Zitat von fussballvonlinks.blogsport.de:
Ultras und andere aktive Fans haben anscheinend unterschätzt, wie wenig Bedeutung die Art Fankultur, die sie selbst leben, für die überwiegende Mehrheit der Anhänger ihres Vereins (und wahrscheinlich auch die Mehrheit der Fußballfans überhaupt) hat.
Vollständiger Beitrag: http://fussballvonlinks.blogsport.de/2010/04/01/die-blockierte-suedkurve-marx-und-der-hauch-der-geschichte/
Im Moment befürchte ich aber, das das ganze nicht zu einem guten Ende führen wird. Ich kann mir nicht vorstellen, das die Organisierten ihren Fehler zugeben und aufhören sich als Besserfans zu gerieren. Das ist aber für mich (und wahrscheinlich viele Unorganisierte) zwingend notwendig.
Und was dann?
Kommt es im Stadion zu einer offenen Konfrontation der Gruppen? Kehren die Organisierten oder die nicht Organisierten dem Verein den Rücken?
Hat Altona93 eigentlich immer noch den 'Punkerhügel'?
Die Situation ist wirklich sehr kritisch.
02.04.2010 - 13:53 Uhr
Zitat von Freibeuter:
Da ist sie, die Stellungnahme von USP.
Nachdem ich selbst im letzten Post erhebliche Zweifel hatte, was nun kommt, so will ich jetzt auch gerne bekennen, das ich in der Tat sehr posititv überrascht bin.
Klar bin ich weiterhin an einigen Stellen anderer Meinung, aber DAS ist in jedem Fall mal ein grosser Schritt zu einer Beruhigung und Versachlichung, zu mehr Verständnis füreinander und zu einer Wiederannäherung verschiedener "Lager" innerhalb der Fanszene. USP hat eine Vorlage geliefert, vielleicht können Ihre Kritiker ja jetzt auch etwas Fahrt raus nehmen. Ich bin gern dazu bereit.
Sehe ich ähnlich. Sehr angenehm zu lesender Brief. Ähnlich wie du bin ich in einigen Dingen nach wie vor anderer Meinung, aber es ist zumindest mal ein Schritt um ein bisschen die Aufregung aus der ganzen Sache rauszunehmen. Vielleicht wird es auch mal einige Leute dazu anhalten den Dialog mit dem USP zu suchen.
Da ist sie, die Stellungnahme von USP.
Nachdem ich selbst im letzten Post erhebliche Zweifel hatte, was nun kommt, so will ich jetzt auch gerne bekennen, das ich in der Tat sehr posititv überrascht bin.
Klar bin ich weiterhin an einigen Stellen anderer Meinung, aber DAS ist in jedem Fall mal ein grosser Schritt zu einer Beruhigung und Versachlichung, zu mehr Verständnis füreinander und zu einer Wiederannäherung verschiedener "Lager" innerhalb der Fanszene. USP hat eine Vorlage geliefert, vielleicht können Ihre Kritiker ja jetzt auch etwas Fahrt raus nehmen. Ich bin gern dazu bereit.
Sehe ich ähnlich. Sehr angenehm zu lesender Brief. Ähnlich wie du bin ich in einigen Dingen nach wie vor anderer Meinung, aber es ist zumindest mal ein Schritt um ein bisschen die Aufregung aus der ganzen Sache rauszunehmen. Vielleicht wird es auch mal einige Leute dazu anhalten den Dialog mit dem USP zu suchen.
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