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Thomas Tuchel
Geburtsdatum 29.08.1973
Alter 53
Nat. Deutschland  Deutschland
Funktion Trainer
Akt. Verein England

Thomas Tuchel [Trainer]

15.05.2015 - 14:23 Uhr
Thomas Tuchel [Trainer] |#1621
29.07.2015 - 11:06 Uhr
Zitat von Borusse81359
Zitat von Invis
Zitat von bvb2014_arm

Ich denke, dass sich Klopps Maßnahmen auf Dauer einfach abgenutzt haben, es ist sehr schwer eine Mannschaft 6-7 Jahre lang auf Trapp zu halten.


Das stimmt. Als er bei Frankfurt war, ging das noch ganz gut, aber jetzt wo er in Paris spielt, wird es immer schwerer für Trapp, zu halten.


grinsgrins

Ich bin jedenfalls überrascht, wie schnell Tuchel's Handschrift zu erkennen ist. Sollten die Spiele gegen WAC und Gladbach gut für uns ausgehen, bin ich gespannt, wie gefährlich wir erst in der Rückrunde sind. Tuchel meinte ja, dass es uns die ganze Hinrunde begleiten wird.


Ups, ich hoffe, dass es jetzt so richtig ist grins
Ich bin auch sehr überrascht, hätte nie gedacht, dass das so schnell gehen würde.
Tuchel scheint ein ordentlicher Trainer zu sein, dafür verzichte ich auch auf dieses Emotionale, was Klopp verkörpert hat.
Thomas Tuchel [Trainer] |#1622
29.07.2015 - 11:09 Uhr
Zitat von Harlekin
Ich schreibe den Post (trotz der an sich auch interessanten Basketballdiskussion) jetzt mal bei Tuchel rein, weil er mir in keinen der anderen Threads so richtig reinpasst (in den Klopp-Thread wollte ich es nicht packen, da das für mich (!) eher ein - berechtigter - "Gedenk-Thread" an den großen Trainer der letzten Jahre sein sollte, in dem man sich ein wenig erinnert).

Zur Sache:
Ich habe zunehmend das Gefühl, dass Tuchel gerade im Umgang mit den Spielern und im Training für sehr vieles steht, für das Klopp so gar nicht stand.

Man hat schon beim Götze-Abgang gerüchteweise vernommen, dass Ballbesitzspiel nicht wirklich auf dem Programm bei Klopp stand; und jetzt sprechen Spieler wie Subotic - der ja eindeutig ein durch Klopp geformter und mit ihm wahrscheinlich durch die Zeit recht eng verbundender Spieler ist - davon, dass sie "täglich" neue Sachen "lernen" wie 'richtiges Passspiel'. Gerade lobt Gündogan Tuchel sehr, beinahe enthusiastisch - eben weil Tuchel offenbar positiv Rückmeldungen gibt, mehr mit Ball macht, mehr kommuniziert und beginnt die in den Gesprächen angekündigten menschlichen wie sportlichen Verhaltensweisen auch mit der Mannschaft zu leben.

Man hat ja generell schon mehrfach diskutiert, dass Klopp offenbar v.a. im letzten Jahr fast nur noch Defensivverhalten hat trainieren lassen. Es ist evident, dass dieser Ansatz zum Teufelskreis werden kann (!), wenn man den Ball unkreativ verliert, die Ordnung herstellen muss und dann immer wieder unter zunehmend höheren Druck gerät. Auch die Ansprache hat sich, kann ich mir zmd. vorstellen, verändert. Dazu eine Anekdote: meine werte Mutter (von Fußball absolut keine Ahnung), psychologisch sehr geschult, hat vor Jahren - ca. 2012 - mal während eines Besuchs, als der TV mit einem Interview lief, über Klopp gemeint, dass sie ihn nicht leiden könne - er tue immer so nett, sei aber eigentlich doch ein extrem harter und nicht unbedingt sympathischer Hund. Ich habe widersprochen, da ich (auch weiterhin) glaube, dass Klopp ein sehr herzlicher, aber in der Sache deutlicher und harter Zeitgenosse ist, der seine Vorstellungen radikal durchsetzt - in dem Rahmen aber herzlich agiert und keinen Hehl aus sich macht (das Vortäuschen falscher Charakterzüge war ihr Kernvorwurf).

Wozu die Anekdote: Ich kann mir, wenn ich mir die Reaktionen von so gut wie allen der Profis anschaue, durchaus vorstellen, dass sie Klopp am Ende als Belastung empfunden haben, der ihnen mit immer identischen Ansagen um die Ecke kommt, der Druck macht und der sozusagen sich selbst in eine Sackgasse gelaufen hat: Das harte konsequente Agieren funktioniert im Umgang solange bis es irgendwo sportlich knirscht, also kein Erfolg mehr hergestellt wird (Extrembeispiel: Magaths Karriere als Trainer: Er hatte solange mit seiner Quälix-Weise Erfolg, wie es sportlich lief, so wirklich sportlichen Erfolg einmal "wiederherstellen" konnte er afaik gar nicht).

Und ich kann mir durchaus vorstellen, dass exakt das die Aussage von Klopp war: Wenn ich hiergeblieben wäre, dann hätte sich viel ändern müssen: Der komplette Umbruch, weil die Spieler irgendwo zugemacht hatten, es gab keinen Erfolg mehr, dafür allseitiges Grummeln, fehlt der Erfolg, macht die ständige Quälerei im Defensivtraining keinen Spaß mehr, man ist einen Tacken unaufmerksamer und verliert Qualität. Einzige Möglichkeit das wiederherzustellen ist: neue, unverbrauchte Spieler holen, die Klopp wieder bedingungslos folgen. (wieder Analogie: Magath hat das ja irgendwann radikal probiert und ständig neue spieler gesucht, die ihm folgen; weil er zu hart war und eben auch als Mensch vorsichtig formuliert unfreundlich, hat er die nicht gefunden).

Das wäre wahrscheinlich gegangen. Sinnvoller war der - von Klopp maßgeblich ermöglicht - eingeschlagene Weg zu Tuchel: Tuchel bietet nämlich der intelligenten (beim BVB sind ja bekannterweise einige schlaue Jungs bei) Mannschaft mental anspruchsvolles Training, ist positiv und vermittelt Spaß am Spiel. Ich würde schätzen, dass das exakt die Adrenalinstöße (höhö) waren, die die Mannschaft gebraucht hat: Nicht nur taktisch, sondern auch mental, um als Team durchstarten zu können.


Michael Thurk hat mal in einem Interview gesagt, nachdem er 4,5 Jahre unter Klopp gespielt hat:
"Ach, dieses ständige Fröhlichsein, immer einen flotten Spruch draufhaben. Oder was er so in Mannschaftssitzungen sagt, die Art, wie er motiviert. Da schalte ich ab, weil ich das alles schon tausendmal gehört habe. Es hat sich abgenutzt", sagte der Angreifer und betonte: "Vieles von dem, was er sagt, kann ich einfach nicht mehr hören."
Thomas Tuchel [Trainer] |#1623
29.07.2015 - 11:32 Uhr
Zitat von Sportfreund1601
Zitat von Harlekin
Ich schreibe den Post (trotz der an sich auch interessanten Basketballdiskussion) jetzt mal bei Tuchel rein, weil er mir in keinen der anderen Threads so richtig reinpasst (in den Klopp-Thread wollte ich es nicht packen, da das für mich (!) eher ein - berechtigter - "Gedenk-Thread" an den großen Trainer der letzten Jahre sein sollte, in dem man sich ein wenig erinnert).

Zur Sache:
Ich habe zunehmend das Gefühl, dass Tuchel gerade im Umgang mit den Spielern und im Training für sehr vieles steht, für das Klopp so gar nicht stand.

Man hat schon beim Götze-Abgang gerüchteweise vernommen, dass Ballbesitzspiel nicht wirklich auf dem Programm bei Klopp stand; und jetzt sprechen Spieler wie Subotic - der ja eindeutig ein durch Klopp geformter und mit ihm wahrscheinlich durch die Zeit recht eng verbundender Spieler ist - davon, dass sie "täglich" neue Sachen "lernen" wie 'richtiges Passspiel'. Gerade lobt Gündogan Tuchel sehr, beinahe enthusiastisch - eben weil Tuchel offenbar positiv Rückmeldungen gibt, mehr mit Ball macht, mehr kommuniziert und beginnt die in den Gesprächen angekündigten menschlichen wie sportlichen Verhaltensweisen auch mit der Mannschaft zu leben.

Man hat ja generell schon mehrfach diskutiert, dass Klopp offenbar v.a. im letzten Jahr fast nur noch Defensivverhalten hat trainieren lassen. Es ist evident, dass dieser Ansatz zum Teufelskreis werden kann (!), wenn man den Ball unkreativ verliert, die Ordnung herstellen muss und dann immer wieder unter zunehmend höheren Druck gerät. Auch die Ansprache hat sich, kann ich mir zmd. vorstellen, verändert. Dazu eine Anekdote: meine werte Mutter (von Fußball absolut keine Ahnung), psychologisch sehr geschult, hat vor Jahren - ca. 2012 - mal während eines Besuchs, als der TV mit einem Interview lief, über Klopp gemeint, dass sie ihn nicht leiden könne - er tue immer so nett, sei aber eigentlich doch ein extrem harter und nicht unbedingt sympathischer Hund. Ich habe widersprochen, da ich (auch weiterhin) glaube, dass Klopp ein sehr herzlicher, aber in der Sache deutlicher und harter Zeitgenosse ist, der seine Vorstellungen radikal durchsetzt - in dem Rahmen aber herzlich agiert und keinen Hehl aus sich macht (das Vortäuschen falscher Charakterzüge war ihr Kernvorwurf).

Wozu die Anekdote: Ich kann mir, wenn ich mir die Reaktionen von so gut wie allen der Profis anschaue, durchaus vorstellen, dass sie Klopp am Ende als Belastung empfunden haben, der ihnen mit immer identischen Ansagen um die Ecke kommt, der Druck macht und der sozusagen sich selbst in eine Sackgasse gelaufen hat: Das harte konsequente Agieren funktioniert im Umgang solange bis es irgendwo sportlich knirscht, also kein Erfolg mehr hergestellt wird (Extrembeispiel: Magaths Karriere als Trainer: Er hatte solange mit seiner Quälix-Weise Erfolg, wie es sportlich lief, so wirklich sportlichen Erfolg einmal "wiederherstellen" konnte er afaik gar nicht).

Und ich kann mir durchaus vorstellen, dass exakt das die Aussage von Klopp war: Wenn ich hiergeblieben wäre, dann hätte sich viel ändern müssen: Der komplette Umbruch, weil die Spieler irgendwo zugemacht hatten, es gab keinen Erfolg mehr, dafür allseitiges Grummeln, fehlt der Erfolg, macht die ständige Quälerei im Defensivtraining keinen Spaß mehr, man ist einen Tacken unaufmerksamer und verliert Qualität. Einzige Möglichkeit das wiederherzustellen ist: neue, unverbrauchte Spieler holen, die Klopp wieder bedingungslos folgen. (wieder Analogie: Magath hat das ja irgendwann radikal probiert und ständig neue spieler gesucht, die ihm folgen; weil er zu hart war und eben auch als Mensch vorsichtig formuliert unfreundlich, hat er die nicht gefunden).

Das wäre wahrscheinlich gegangen. Sinnvoller war der - von Klopp maßgeblich ermöglicht - eingeschlagene Weg zu Tuchel: Tuchel bietet nämlich der intelligenten (beim BVB sind ja bekannterweise einige schlaue Jungs bei) Mannschaft mental anspruchsvolles Training, ist positiv und vermittelt Spaß am Spiel. Ich würde schätzen, dass das exakt die Adrenalinstöße (höhö) waren, die die Mannschaft gebraucht hat: Nicht nur taktisch, sondern auch mental, um als Team durchstarten zu können.


Michael Thurk hat mal in einem Interview gesagt, nachdem er 4,5 Jahre unter Klopp gespielt hat:
"Ach, dieses ständige Fröhlichsein, immer einen flotten Spruch draufhaben. Oder was er so in Mannschaftssitzungen sagt, die Art, wie er motiviert. Da schalte ich ab, weil ich das alles schon tausendmal gehört habe. Es hat sich abgenutzt", sagte der Angreifer und betonte: "Vieles von dem, was er sagt, kann ich einfach nicht mehr hören."


Das ist aber bei jedem so. Den Quatsch den mein Chef immer von sich gibt kann ich auch nicht mehr hören.

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Wehe man kritisiert die Blöd als das was sie ist.... das passiert wenn man seine Eigenständigkeit abgibt.
Thomas Tuchel [Trainer] |#1624
29.07.2015 - 11:49 Uhr
Zitat von HaHa
Zitat von Sportfreund1601
Zitat von Harlekin
Ich schreibe den Post (trotz der an sich auch interessanten Basketballdiskussion) jetzt mal bei Tuchel rein, weil er mir in keinen der anderen Threads so richtig reinpasst (in den Klopp-Thread wollte ich es nicht packen, da das für mich (!) eher ein - berechtigter - "Gedenk-Thread" an den großen Trainer der letzten Jahre sein sollte, in dem man sich ein wenig erinnert).

Zur Sache:
Ich habe zunehmend das Gefühl, dass Tuchel gerade im Umgang mit den Spielern und im Training für sehr vieles steht, für das Klopp so gar nicht stand.

Man hat schon beim Götze-Abgang gerüchteweise vernommen, dass Ballbesitzspiel nicht wirklich auf dem Programm bei Klopp stand; und jetzt sprechen Spieler wie Subotic - der ja eindeutig ein durch Klopp geformter und mit ihm wahrscheinlich durch die Zeit recht eng verbundender Spieler ist - davon, dass sie "täglich" neue Sachen "lernen" wie 'richtiges Passspiel'. Gerade lobt Gündogan Tuchel sehr, beinahe enthusiastisch - eben weil Tuchel offenbar positiv Rückmeldungen gibt, mehr mit Ball macht, mehr kommuniziert und beginnt die in den Gesprächen angekündigten menschlichen wie sportlichen Verhaltensweisen auch mit der Mannschaft zu leben.

Man hat ja generell schon mehrfach diskutiert, dass Klopp offenbar v.a. im letzten Jahr fast nur noch Defensivverhalten hat trainieren lassen. Es ist evident, dass dieser Ansatz zum Teufelskreis werden kann (!), wenn man den Ball unkreativ verliert, die Ordnung herstellen muss und dann immer wieder unter zunehmend höheren Druck gerät. Auch die Ansprache hat sich, kann ich mir zmd. vorstellen, verändert. Dazu eine Anekdote: meine werte Mutter (von Fußball absolut keine Ahnung), psychologisch sehr geschult, hat vor Jahren - ca. 2012 - mal während eines Besuchs, als der TV mit einem Interview lief, über Klopp gemeint, dass sie ihn nicht leiden könne - er tue immer so nett, sei aber eigentlich doch ein extrem harter und nicht unbedingt sympathischer Hund. Ich habe widersprochen, da ich (auch weiterhin) glaube, dass Klopp ein sehr herzlicher, aber in der Sache deutlicher und harter Zeitgenosse ist, der seine Vorstellungen radikal durchsetzt - in dem Rahmen aber herzlich agiert und keinen Hehl aus sich macht (das Vortäuschen falscher Charakterzüge war ihr Kernvorwurf).

Wozu die Anekdote: Ich kann mir, wenn ich mir die Reaktionen von so gut wie allen der Profis anschaue, durchaus vorstellen, dass sie Klopp am Ende als Belastung empfunden haben, der ihnen mit immer identischen Ansagen um die Ecke kommt, der Druck macht und der sozusagen sich selbst in eine Sackgasse gelaufen hat: Das harte konsequente Agieren funktioniert im Umgang solange bis es irgendwo sportlich knirscht, also kein Erfolg mehr hergestellt wird (Extrembeispiel: Magaths Karriere als Trainer: Er hatte solange mit seiner Quälix-Weise Erfolg, wie es sportlich lief, so wirklich sportlichen Erfolg einmal "wiederherstellen" konnte er afaik gar nicht).

Und ich kann mir durchaus vorstellen, dass exakt das die Aussage von Klopp war: Wenn ich hiergeblieben wäre, dann hätte sich viel ändern müssen: Der komplette Umbruch, weil die Spieler irgendwo zugemacht hatten, es gab keinen Erfolg mehr, dafür allseitiges Grummeln, fehlt der Erfolg, macht die ständige Quälerei im Defensivtraining keinen Spaß mehr, man ist einen Tacken unaufmerksamer und verliert Qualität. Einzige Möglichkeit das wiederherzustellen ist: neue, unverbrauchte Spieler holen, die Klopp wieder bedingungslos folgen. (wieder Analogie: Magath hat das ja irgendwann radikal probiert und ständig neue spieler gesucht, die ihm folgen; weil er zu hart war und eben auch als Mensch vorsichtig formuliert unfreundlich, hat er die nicht gefunden).

Das wäre wahrscheinlich gegangen. Sinnvoller war der - von Klopp maßgeblich ermöglicht - eingeschlagene Weg zu Tuchel: Tuchel bietet nämlich der intelligenten (beim BVB sind ja bekannterweise einige schlaue Jungs bei) Mannschaft mental anspruchsvolles Training, ist positiv und vermittelt Spaß am Spiel. Ich würde schätzen, dass das exakt die Adrenalinstöße (höhö) waren, die die Mannschaft gebraucht hat: Nicht nur taktisch, sondern auch mental, um als Team durchstarten zu können.


Michael Thurk hat mal in einem Interview gesagt, nachdem er 4,5 Jahre unter Klopp gespielt hat:
"Ach, dieses ständige Fröhlichsein, immer einen flotten Spruch draufhaben. Oder was er so in Mannschaftssitzungen sagt, die Art, wie er motiviert. Da schalte ich ab, weil ich das alles schon tausendmal gehört habe. Es hat sich abgenutzt", sagte der Angreifer und betonte: "Vieles von dem, was er sagt, kann ich einfach nicht mehr hören."


Das ist aber bei jedem so. Den Quatsch den mein Chef immer von sich gibt kann ich auch nicht mehr hören.


Trotzdem gibt es auch da Unterschiede und Methoden dieser natürlichen "Sackgeherei" entgegenzuwirken. Kontunierliche Entwicklung und Anpassung zB. Zwinkernd

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Scope 2017/2018:
TW: Dragowski
IV: Süyüncü
R(I)V: Kluenter
DM: Machach
OM: Juanpi, Bartels
ST: Dolberg (Auba), Choupo-Moting (BU)
Thomas Tuchel [Trainer] |#1625
29.07.2015 - 11:52 Uhr
Zitat von HaHa
Zitat von Sportfreund1601
Zitat von Harlekin
Ich schreibe den Post (trotz der an sich auch interessanten Basketballdiskussion) jetzt mal bei Tuchel rein, weil er mir in keinen der anderen Threads so richtig reinpasst (in den Klopp-Thread wollte ich es nicht packen, da das für mich (!) eher ein - berechtigter - "Gedenk-Thread" an den großen Trainer der letzten Jahre sein sollte, in dem man sich ein wenig erinnert).

Zur Sache:
Ich habe zunehmend das Gefühl, dass Tuchel gerade im Umgang mit den Spielern und im Training für sehr vieles steht, für das Klopp so gar nicht stand.

Man hat schon beim Götze-Abgang gerüchteweise vernommen, dass Ballbesitzspiel nicht wirklich auf dem Programm bei Klopp stand; und jetzt sprechen Spieler wie Subotic - der ja eindeutig ein durch Klopp geformter und mit ihm wahrscheinlich durch die Zeit recht eng verbundender Spieler ist - davon, dass sie "täglich" neue Sachen "lernen" wie 'richtiges Passspiel'. Gerade lobt Gündogan Tuchel sehr, beinahe enthusiastisch - eben weil Tuchel offenbar positiv Rückmeldungen gibt, mehr mit Ball macht, mehr kommuniziert und beginnt die in den Gesprächen angekündigten menschlichen wie sportlichen Verhaltensweisen auch mit der Mannschaft zu leben.

Man hat ja generell schon mehrfach diskutiert, dass Klopp offenbar v.a. im letzten Jahr fast nur noch Defensivverhalten hat trainieren lassen. Es ist evident, dass dieser Ansatz zum Teufelskreis werden kann (!), wenn man den Ball unkreativ verliert, die Ordnung herstellen muss und dann immer wieder unter zunehmend höheren Druck gerät. Auch die Ansprache hat sich, kann ich mir zmd. vorstellen, verändert. Dazu eine Anekdote: meine werte Mutter (von Fußball absolut keine Ahnung), psychologisch sehr geschult, hat vor Jahren - ca. 2012 - mal während eines Besuchs, als der TV mit einem Interview lief, über Klopp gemeint, dass sie ihn nicht leiden könne - er tue immer so nett, sei aber eigentlich doch ein extrem harter und nicht unbedingt sympathischer Hund. Ich habe widersprochen, da ich (auch weiterhin) glaube, dass Klopp ein sehr herzlicher, aber in der Sache deutlicher und harter Zeitgenosse ist, der seine Vorstellungen radikal durchsetzt - in dem Rahmen aber herzlich agiert und keinen Hehl aus sich macht (das Vortäuschen falscher Charakterzüge war ihr Kernvorwurf).

Wozu die Anekdote: Ich kann mir, wenn ich mir die Reaktionen von so gut wie allen der Profis anschaue, durchaus vorstellen, dass sie Klopp am Ende als Belastung empfunden haben, der ihnen mit immer identischen Ansagen um die Ecke kommt, der Druck macht und der sozusagen sich selbst in eine Sackgasse gelaufen hat: Das harte konsequente Agieren funktioniert im Umgang solange bis es irgendwo sportlich knirscht, also kein Erfolg mehr hergestellt wird (Extrembeispiel: Magaths Karriere als Trainer: Er hatte solange mit seiner Quälix-Weise Erfolg, wie es sportlich lief, so wirklich sportlichen Erfolg einmal "wiederherstellen" konnte er afaik gar nicht).

Und ich kann mir durchaus vorstellen, dass exakt das die Aussage von Klopp war: Wenn ich hiergeblieben wäre, dann hätte sich viel ändern müssen: Der komplette Umbruch, weil die Spieler irgendwo zugemacht hatten, es gab keinen Erfolg mehr, dafür allseitiges Grummeln, fehlt der Erfolg, macht die ständige Quälerei im Defensivtraining keinen Spaß mehr, man ist einen Tacken unaufmerksamer und verliert Qualität. Einzige Möglichkeit das wiederherzustellen ist: neue, unverbrauchte Spieler holen, die Klopp wieder bedingungslos folgen. (wieder Analogie: Magath hat das ja irgendwann radikal probiert und ständig neue spieler gesucht, die ihm folgen; weil er zu hart war und eben auch als Mensch vorsichtig formuliert unfreundlich, hat er die nicht gefunden).

Das wäre wahrscheinlich gegangen. Sinnvoller war der - von Klopp maßgeblich ermöglicht - eingeschlagene Weg zu Tuchel: Tuchel bietet nämlich der intelligenten (beim BVB sind ja bekannterweise einige schlaue Jungs bei) Mannschaft mental anspruchsvolles Training, ist positiv und vermittelt Spaß am Spiel. Ich würde schätzen, dass das exakt die Adrenalinstöße (höhö) waren, die die Mannschaft gebraucht hat: Nicht nur taktisch, sondern auch mental, um als Team durchstarten zu können.


Michael Thurk hat mal in einem Interview gesagt, nachdem er 4,5 Jahre unter Klopp gespielt hat:
"Ach, dieses ständige Fröhlichsein, immer einen flotten Spruch draufhaben. Oder was er so in Mannschaftssitzungen sagt, die Art, wie er motiviert. Da schalte ich ab, weil ich das alles schon tausendmal gehört habe. Es hat sich abgenutzt", sagte der Angreifer und betonte: "Vieles von dem, was er sagt, kann ich einfach nicht mehr hören."


Das ist aber bei jedem so. Den Quatsch den mein Chef immer von sich gibt kann ich auch nicht mehr hören.


"Wir sollten die Subscription Rate für Legacy Customers grandfathern. Sonst gibt’s ‘nen Backlash.”
Thomas Tuchel [Trainer] |#1626
29.07.2015 - 11:56 Uhr
Interessante Punkte, die hier im Thread aufkommen. Sehr schön.

- Dass Klopp intern nicht unbedingt der fröhliche Kumpeltyp war, sondern auch knallhart, wenn er es für nötig hielt, ist eigentlich nicht so überraschend. Einige User meinten, Klopp war zu nett zu den Spielern, weil er sich öffentlich(!) stets vor die Spieler stellte, ich bin da eher bei Harlekin. Daher ist die Befürchtung, dass der fiese Tuchel, der im Training auch mal 'ausrastet' mit den BVB Stars nicht klarkommt, weil diese den kuscheligen Klopp gewohnt sind, unrealistisch.

- Innerhalb von sieben Jahren nutzt sich wohl so ziemlich jeder Klubtrainer ab, natürlich auch Klopp. Das macht den Einstieg für Tuchel vermutlich einfacher, weil viele Spieler schon lange mit Klopp arbeiteten und nun gierig auf neues sind. Klopp hätte aus diesem Grund eben einen größeren Umbruch benötigt. Die Verantwortlichen entschieden sich für den einfacheren Weg des Trainerwechsels. Das finde ich richtig, aber der sportliche Erfolg wird entscheident sein.

- Regeneration. Natürlich gab es auch unter Klopp Einheiten zur Regeneration, das ist keine neue Erfindung von Tuchel. Tuchels Trainingssteuerung (Periodisierung, etc.), Ernährungsumstellung, Messmethoden (Spiroergometrie, GPS-BH)... können natürlich zu einer Optimierung der Fitness und einer Reduktion der Verletzungen führen. Trotzdem muss sich das erstmal über einen längeren Zeitraum bewähren. Unter Klopp gab es die ersten Jahre relativ wenig Verletzungen (wie kann das sein, wenn er das Wort Regeneration nicht kennt?) und in den letzten zwei Jahren brach dann eine regelrechte Seuche aus. Das hat vermutlich auch mit steuerbaren Gründen zu tun, aber auch einfach mit Glück und Pech, wie beispielsweise bei Subotics Kreuzbandriss. Ich bin jedenfalls froh, dass Tuchel die Verletzungsmisere erstmal eingedämmt hat (außer mal ner Zerrung oder so). Das ist einfach unglaublich wertvoll. Allerdings wird noch abzuwarten sein, wie es mit der Fitness dann in der Saison aussieht. Weniger Verletzte _kann_ man sich auch mit einer sehr niedrigen Intensität erkaufen, danach sieht es aber lt. Trainingsbeobachtern nicht aus.

- Die Berichterstattung zielt darauf ab, sich möglichst schnell von Klopp zu emanzipieren. Das fing in der Süddeutschen mit Röckenhaus und Tuchels Kumpel an, läuft natürlich über das Hausblatt Ruhr Nachrichten und auch die anderen Medien machen mittlerweile gerne mit. Man muss aufpassen, dass man nicht selber auch in die verbreiteten Extreme fällt. Wenn man sich die sieben Jahre unter Klopp anschaut, wird der nicht der komplette Anfänger sein. Wenn man sich die Berichte so durchliest, müsste Tuchel Klopp in so ziemlich allen relevanten Bereichen haushoch überlegen sein. Falls dem wirklich so wäre, müssten wir spätestens nächste Saison eigentlich wieder um die Meisterschaft kämpfen.

•     •     •

Aki Watzke zur Entlassung von Marco Rose: "Er ist hier nie so komplett angekommen und irgendwas war da, was dem Ganzen so ein bisschen im Wege stand. Wir wissen es ja selbst nicht so genau."
Thomas Tuchel [Trainer] |#1627
29.07.2015 - 11:59 Uhr
Insgesamt lese ich weiter oben vor allem heraus, wie hochanständig Klopp sich dem Verein gegenüber verhalten hat, indem er seinen Platz zur Verfügung gestellt hat. Ob das am Ende die beste Lösung war, wird man in ein paar Monaten sehen.

Ich halte es lieber mit den Spielern, mit Klopp, mit Tuchel, mit Aki und mit Susi und vergleiche da nichts. Was soll das auch bringen?

Somit bleibt noch die Möglichkeit Thomas Tuchel und seine Arbeit zu betrachten und zu "bewerten". Das waren jetzt vier Wochen. Wow. Paar Testspielsiege und mediales hochstilisieren auf allerhöchstem Niveau. Es wurde noch kein einziges Pflichtspiel absolviert. Ist ja schön, dass hier nicht pausenlos auf den Trainer eingehämmert wird wie in den meisten Spielerthreads, aber vielleicht sollte man beachten, die Fallhöhe, und der Fall (in welcher Form auch immer) wird zwingend kommen, nicht zu hoch anzusetzen. Die anschließende Reaktion hier wird sicherlich dementsprechend ausfallen.

Zitat von Doc_Gonzo
- Die Berichterstattung zielt darauf ab, sich möglichst schnell von Klopp zu emanzipieren. Das fing in der Süddeutschen mit Röckenhaus und Tuchels Kumpel an, läuft natürlich über das Hausblatt Ruhr Nachrichten und auch die anderen Medien machen mittlerweile gerne mit. Man muss aufpassen, dass man nicht selber auch in die verbreiteten Extreme fällt. Wenn man sich die sieben Jahre unter Klopp anschaut, wird der nicht der komplette Anfänger sein. Wenn man sich die Berichte so durchliest, müsste Tuchel Klopp in so ziemlich allen relevanten Bereichen haushoch überlegen sein. Falls dem wirklich so wäre, müssten wir spätestens nächste Saison eigentlich wieder um die Meisterschaft kämpfen.


Genau dieses Problem wollte ich oben ansprechen. Gut zu sehen, dass es auch anderen so bewusst ist und bewusst gemacht wird.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Misanthrop am 29.07.2015 um 12:02 Uhr bearbeitet
Thomas Tuchel [Trainer] |#1628
29.07.2015 - 12:29 Uhr
Doc-Gonzo: Wunderbarer Post, relativ exakt darauf wollte ich hinaus, danke zwinker

•     •     •

"der alte Gaukler namens 'Don Quijote'" (mit Dank an Czerkus und THE-GAME)
Thomas Tuchel [Trainer] |#1629
29.07.2015 - 17:20 Uhr
Ich bin schon auf den Saisonstart gespannt. Ich denke, "Matchplan" Tuchel wird der Mannschaft ein neues Gesicht verpassen. CoolCoolCool
Dieser Beitrag wurde zuletzt von occean am 29.07.2015 um 17:21 Uhr bearbeitet
Thomas Tuchel [Trainer] |#1630
29.07.2015 - 17:44 Uhr
Zitat von occean
Ich bin schon auf den Saisonstart gespannt. Ich denke, "Matchplan" Tuchel wird der Mannschaft ein neues Gesicht verpassen. CoolCoolCool


Hat er schonZwinkernd

Die Mannschaft muss es nur noch in Pflichtspielen in Ergebnisse umsetzen.
Sprich ab und zu ihre Chancen auch nutzentonguegrins
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