Quo Vadis Dynamo?
29.09.2019 - 16:08 Uhr
27.05.2022 - 10:57 Uhr
Um einmal mehr auf das Thema "quo vadis Dynamo" zurück zu kommen, wäre es zunächst sinnvoll kurz zu resümieren, was wir in den letzten 10-15 Jahren geleistet, oder nicht geleistet; geschafft oder verpasst haben.
Ohne jetzt die Vereinshistorie niederzuschreiben, konnten wir uns in den 2010er Jahren, mit dem Meilenstein Callmund als Berater, beginnend unter Maucksch, Loose und Pacult an die 2. Bundesliga herantasten. Nach dem wohl schmerzhaftesten Abstieg 2013/2014, konnte Dynamo Ralf Minge als Sportdirektor (zurück) gewinnen, der hier eine Ära prägen und nicht umsonst zum Spitznamen "Der Pate" kommen sollte.
Nun konnte hier eine Identifikationsfigur die Strukturen mitbestimmen, die nicht nur fachlich und menschlich auf einem ungeahnten Niveau agierte, sondern die zudem ein enormes Erfahrungswissen aus allen Ebenen des Profifußballs mitbrachte (Spieler, Aufsichtsrat, Co-Trainer, Trainer, Nachwuchsleistungszentrum, Nationalmannschaften, usw.). Hier erfolgte intensiv eine ganz neue strategische Ausrichtung Dynamo im Profifußball zu etablieren und mindestens dauerhaft in der 2. Bundesliga zu halten.
Kamen unter der Beratungstätigkeit Callmunds erst die Ideen auf, die Profimannschaft in eine GmbH auszugliedern, stieß Minge hier nun den ganzheitlichen Weg an. Nicht nur die Mannschaft galt es "erstligareif" zusammenzustellen, sondern auch, bzw. vor allem die Basis, den ganzen Verein. Der Kampf um das Nachwuchszentrum, um die Trainingszentrum und um das Stadion sind den meisten wohl noch geläufig; die Neuausrichtung der IT-Prozesse, des Scoutingsystems, der taktischen und spielerischen Fähigkeiten der Jugend, Marketing und Social Media, etc., waren oftmals Prozesse, die eher im Hinterzimmer publik geworden sind.
Das soll und sollte jetzt kein Minge-Denkmal werden, aber hier ahnt und sieht man, wie eine strategische Idee den gesamten Verein zu einer funktionierenden, ineinander verzahnten Einheit entstehen lassen sollte. Die Profimannschaft war dabei nur die Spitze des Eisbergs. Bricht diese ab, und das geht im Profigeschäft blitzschnell, muss man nicht den ganzen Berg neu erschaffen.
Während dieses Prozesses haben sich (teilweise zurecht kritisierte) Fehler eingeschlichen, sind u. a. Entscheidungen emotional getroffen worden, die man vielleicht rational hätte anders treffen müssen, sind vielleicht auch ein paar unglückliche Umstände eingetroffen, die unter das typische "Dynamo-Unglück" (manchmal synonym für den Ausdruck Mafia-***) fielen. Man ist im Prinzip aber "ohne Not" im Corona-Jahr abgestiegen; zu einem Zeitpunkt, als richtig viele Vereine ins große Straucheln geraten sind und wir, ohne Abstieg, vermutlich genau das erreicht hätten, wofür hier so viele so lange und gemeinsam gearbeitet haben: Die Etablierung als fester Zweitligist mit dem Ziel "vielleicht mal Bundesliga?".
Nun scheiterte Dynamo vielleicht auch daran, zu viel Last auf den Rücken zu weniger aufzubürden. Schnell werden Strukturen so komplex, dass die Zeit fehlt ins Detail zu gehen. Hier muss man sich auf seine Mitarbeiter verlassen können. Auch ein Grund bei dem es die letzten Jahre immer wieder hakelte: persönliche Egoismen und Machtkämpfe.
Quo vadis Dynamo? Die Idee ist im Prinzip unausgesprochen jedem völlig klar, sogar Antipathen unseres Vereins meinen: Dynamo gehört in die 1. Bundesliga. Punkt. Aus. Das war das Ziel, das ist das Ziel.
Auf dem Weg muss man aufpassen nicht zu schnell zu viel zu wollen, nicht in Dekadenz schwelgen, die Erwartung gemächlich steigern, auf dem Erdboden stehen bleiben. Aber um dorthin zu gelangen, braucht es neue Ideen, Mut, Strategien, langfristiges Denken. Das schafft man nicht, indem man so arbeitet wie die anderen 35 Erst- und Zweitligisten, erst recht nicht im Osten, ohne Power aus der heimischen Wirtschaft.
Hier bedarf es Risiko, Risiko, Risiko: Und das muss man akzeptieren, wenn man diesen Anspruch hegt. Man kann natürlich auch tief stapeln und sich wie Sandhausen als Dauer-15. in der 2. Bundesliga festfressen (Sorry nach Sandhausen, das soll keine Schmälerung der Leistung sein, die hier erstmal einer nachmachen muss!). Das führt aber in unserem Umfeld spätestens nach 2 Jahren zu einer Unmutsstimmung.
Nein, wir brauchen neue Spielkonzepte, Spielphilosophien, Spielertypen, Strukturen, Ideen, alles. Das ist die einzige Chance, wenn es einmal aufgehen sollte, die unüberbrückbare Hürde, diese unglaubliche Diskrepanz zwischen erster, zweiter und dritter Liga zu nehmen. Aber dazu gehört auch der Absturz, das Hinfallen, das Kopfschütteln und das Resümieren, warum wir es denn nicht einfach wie alle anderen auch gemacht hätten: Gestandener Trainer, gestandene Spieler, 4-4-2, Rumpelfußball und ein solider 13. Platz in Liga 2.
Beim ersten Absturz würden wir wahrscheinlich nicht so schnell auf die Beine kommen und - es grüßt Essen, Ulm und Aachen - wir wären erstmal eine Weile weg. Weit weg.
Ohne jetzt die Vereinshistorie niederzuschreiben, konnten wir uns in den 2010er Jahren, mit dem Meilenstein Callmund als Berater, beginnend unter Maucksch, Loose und Pacult an die 2. Bundesliga herantasten. Nach dem wohl schmerzhaftesten Abstieg 2013/2014, konnte Dynamo Ralf Minge als Sportdirektor (zurück) gewinnen, der hier eine Ära prägen und nicht umsonst zum Spitznamen "Der Pate" kommen sollte.
Nun konnte hier eine Identifikationsfigur die Strukturen mitbestimmen, die nicht nur fachlich und menschlich auf einem ungeahnten Niveau agierte, sondern die zudem ein enormes Erfahrungswissen aus allen Ebenen des Profifußballs mitbrachte (Spieler, Aufsichtsrat, Co-Trainer, Trainer, Nachwuchsleistungszentrum, Nationalmannschaften, usw.). Hier erfolgte intensiv eine ganz neue strategische Ausrichtung Dynamo im Profifußball zu etablieren und mindestens dauerhaft in der 2. Bundesliga zu halten.
Kamen unter der Beratungstätigkeit Callmunds erst die Ideen auf, die Profimannschaft in eine GmbH auszugliedern, stieß Minge hier nun den ganzheitlichen Weg an. Nicht nur die Mannschaft galt es "erstligareif" zusammenzustellen, sondern auch, bzw. vor allem die Basis, den ganzen Verein. Der Kampf um das Nachwuchszentrum, um die Trainingszentrum und um das Stadion sind den meisten wohl noch geläufig; die Neuausrichtung der IT-Prozesse, des Scoutingsystems, der taktischen und spielerischen Fähigkeiten der Jugend, Marketing und Social Media, etc., waren oftmals Prozesse, die eher im Hinterzimmer publik geworden sind.
Das soll und sollte jetzt kein Minge-Denkmal werden, aber hier ahnt und sieht man, wie eine strategische Idee den gesamten Verein zu einer funktionierenden, ineinander verzahnten Einheit entstehen lassen sollte. Die Profimannschaft war dabei nur die Spitze des Eisbergs. Bricht diese ab, und das geht im Profigeschäft blitzschnell, muss man nicht den ganzen Berg neu erschaffen.
Während dieses Prozesses haben sich (teilweise zurecht kritisierte) Fehler eingeschlichen, sind u. a. Entscheidungen emotional getroffen worden, die man vielleicht rational hätte anders treffen müssen, sind vielleicht auch ein paar unglückliche Umstände eingetroffen, die unter das typische "Dynamo-Unglück" (manchmal synonym für den Ausdruck Mafia-***) fielen. Man ist im Prinzip aber "ohne Not" im Corona-Jahr abgestiegen; zu einem Zeitpunkt, als richtig viele Vereine ins große Straucheln geraten sind und wir, ohne Abstieg, vermutlich genau das erreicht hätten, wofür hier so viele so lange und gemeinsam gearbeitet haben: Die Etablierung als fester Zweitligist mit dem Ziel "vielleicht mal Bundesliga?".
Nun scheiterte Dynamo vielleicht auch daran, zu viel Last auf den Rücken zu weniger aufzubürden. Schnell werden Strukturen so komplex, dass die Zeit fehlt ins Detail zu gehen. Hier muss man sich auf seine Mitarbeiter verlassen können. Auch ein Grund bei dem es die letzten Jahre immer wieder hakelte: persönliche Egoismen und Machtkämpfe.
Quo vadis Dynamo? Die Idee ist im Prinzip unausgesprochen jedem völlig klar, sogar Antipathen unseres Vereins meinen: Dynamo gehört in die 1. Bundesliga. Punkt. Aus. Das war das Ziel, das ist das Ziel.
Auf dem Weg muss man aufpassen nicht zu schnell zu viel zu wollen, nicht in Dekadenz schwelgen, die Erwartung gemächlich steigern, auf dem Erdboden stehen bleiben. Aber um dorthin zu gelangen, braucht es neue Ideen, Mut, Strategien, langfristiges Denken. Das schafft man nicht, indem man so arbeitet wie die anderen 35 Erst- und Zweitligisten, erst recht nicht im Osten, ohne Power aus der heimischen Wirtschaft.
Hier bedarf es Risiko, Risiko, Risiko: Und das muss man akzeptieren, wenn man diesen Anspruch hegt. Man kann natürlich auch tief stapeln und sich wie Sandhausen als Dauer-15. in der 2. Bundesliga festfressen (Sorry nach Sandhausen, das soll keine Schmälerung der Leistung sein, die hier erstmal einer nachmachen muss!). Das führt aber in unserem Umfeld spätestens nach 2 Jahren zu einer Unmutsstimmung.
Nein, wir brauchen neue Spielkonzepte, Spielphilosophien, Spielertypen, Strukturen, Ideen, alles. Das ist die einzige Chance, wenn es einmal aufgehen sollte, die unüberbrückbare Hürde, diese unglaubliche Diskrepanz zwischen erster, zweiter und dritter Liga zu nehmen. Aber dazu gehört auch der Absturz, das Hinfallen, das Kopfschütteln und das Resümieren, warum wir es denn nicht einfach wie alle anderen auch gemacht hätten: Gestandener Trainer, gestandene Spieler, 4-4-2, Rumpelfußball und ein solider 13. Platz in Liga 2.
Beim ersten Absturz würden wir wahrscheinlich nicht so schnell auf die Beine kommen und - es grüßt Essen, Ulm und Aachen - wir wären erstmal eine Weile weg. Weit weg.
27.05.2022 - 15:59 Uhr
Ein ausgesprochen reflektierter Beitrag von Uwe Karte. Er benennt konkrete strukturelle Missstände im und um den Verein, die unverzüglich angepackt werden müssen, um in Zukunft entscheidend voranzukommen und die sehr guten sportlichen Rahmenbedingungen endlich gewinnbringend zu nutzen. Das heißt, es muss der Wohlfühloase Dynamo, den Ultra-Verfehlungen und den Statuten der SGD endlich konsequent der „Kampf“ angesagt werden bzw. überprüft werden, ob mit den momentanen Gegebenheiten eine dauerhafte Etablierung in Liga 2 möglich ist. Vor allem aber sollte endlich Kontinuität auf den entscheidenden Positionen im sportlichen Bereich, eine Spielidee bis runter in die Jugendmannschaften, eine Verschlankung der Gremien und deutlich mehr Fussballsachverstand in eben jenen geschaffen werden bzw. vertreten sein. Es muss in Zukunft in erster Linie um Dynamo Dresden und deutlich weniger um persönliche Eitelkeiten gehen!
https://www.mdr.de/sport/sport-im-osten/video-spio-talk-uwe-karte100.html
https://www.mdr.de/sport/sport-im-osten/video-spio-talk-uwe-karte100.html
27.05.2022 - 17:29 Uhr
Zitat von haraldgewalt
Um einmal mehr auf das Thema "quo vadis Dynamo" zurück zu kommen, wäre es zunächst sinnvoll kurz zu resümieren, was wir in den letzten 10-15 Jahren geleistet, oder nicht geleistet; geschafft oder verpasst haben.
Um einmal mehr auf das Thema "quo vadis Dynamo" zurück zu kommen, wäre es zunächst sinnvoll kurz zu resümieren, was wir in den letzten 10-15 Jahren geleistet, oder nicht geleistet; geschafft oder verpasst haben.
Finde ich eigentlich ganz gut. Vielleicht erscheinen dann manche Dinge auch im anderen Kontext, wenn man allen Erfolgen und Misserfolgen der letzten zwei, drei Jahre mal die Erfolge und Misserfolge der letzten zwei Jahrzehnte gegenüberstellt.
Ohne jetzt die Vereinshistorie niederzuschreiben, konnten wir uns in den 2010er Jahren, mit dem Meilenstein Callmund als Berater, beginnend unter Maucksch, Loose und Pacult an die 2. Bundesliga herantasten. Nach dem wohl schmerzhaftesten Abstieg 2013/2014, konnte Dynamo Ralf Minge als Sportdirektor (zurück) gewinnen, der hier eine Ära prägen und nicht umsonst zum Spitznamen "Der Pate" kommen sollte.
Callmund sehe ich nicht als Meilenstein.
Von dem Mann hat man sich einfach viel zu sehr einlullen lassen und er war am Ende mehr in der Presse präsent, als im Verein. Zumal er im Verein meines Wissens nach auch nur als Besserwisser aufgefallen ist.
Nach wie vor bekomm ich das Kotzen wenn er über die Wende spricht und mit welchen "Winkelzügen" er uns beschissen hat.
Sein Erfolg in Leverkusen in Ehren, aber Callmund hat außerhalb des Konzernvereins nichts gerissen.
Die Trainer die dann gekommen sind muss man halt auch separat betrachten. Keiner von denen war unumstritten. Der eine hat seine persönlichen Probleme mit auf Arbeit gebracht, der nächste hat die Kurve bei der Integration von ausländischen Spielern nicht bekommen und wiederum der nächste war halt der bekannte "Grantler".
Nun konnte hier eine Identifikationsfigur die Strukturen mitbestimmen, die nicht nur fachlich und menschlich auf einem ungeahnten Niveau agierte, sondern die zudem ein enormes Erfahrungswissen aus allen Ebenen des Profifußballs mitbrachte (Spieler, Aufsichtsrat, Co-Trainer, Trainer, Nachwuchsleistungszentrum, Nationalmannschaften, usw.). Hier erfolgte intensiv eine ganz neue strategische Ausrichtung Dynamo im Profifußball zu etablieren und mindestens dauerhaft in der 2. Bundesliga zu halten.
Das was Minge in seiner Zeit bei uns erreicht hat ist durchaus (positiv) Wahnsinn. Wie aber bei seinem Vorgänger und seinem Nachfolger fehlt mir im sportlichen immer ein Plan B. Das eine Jahr funktioniert Plan A, also muss auf Biegen und Brechen dieser Plan weiterhin durchgezogen werden.
Damit will ich nicht sagen, dass es pillepalle ist sich viele Pläne zu Seite zu legen um bei drohenden Misserfolg agieren zu können.
Es gehört immerhin Mut und Eier dazu einen erfolgreichen Trainer zu entlassen, oder den "eigenen Sohn" rauszuwerfen.
Das täuscht aber nicht darüber hinweg, dass bei Trainern des öfteren falsche Entscheidungen getroffen wurden. Teils ganz massiv falsche Entscheidungen.
Kamen unter der Beratungstätigkeit Callmunds erst die Ideen auf, die Profimannschaft in eine GmbH auszugliedern, stieß Minge hier nun den ganzheitlichen Weg an. Nicht nur die Mannschaft galt es "erstligareif" zusammenzustellen, sondern auch, bzw. vor allem die Basis, den ganzen Verein. Der Kampf um das Nachwuchszentrum, um die Trainingszentrum und um das Stadion sind den meisten wohl noch geläufig; die Neuausrichtung der IT-Prozesse, des Scoutingsystems, der taktischen und spielerischen Fähigkeiten der Jugend, Marketing und Social Media, etc., waren oftmals Prozesse, die eher im Hinterzimmer publik geworden sind.
Wobei das teilweise Sachen sind, die nicht Minges Aufgaben waren und auch nicht von Becker.
Das soll und sollte jetzt kein Minge-Denkmal werden, aber hier ahnt und sieht man, wie eine strategische Idee den gesamten Verein zu einer funktionierenden, ineinander verzahnten Einheit entstehen lassen sollte. Die Profimannschaft war dabei nur die Spitze des Eisbergs. Bricht diese ab, und das geht im Profigeschäft blitzschnell, muss man nicht den ganzen Berg neu erschaffen.
Das sehe ich durchaus genauso. Wenn du ein funktionierendes Fundament errichtet hast, dann kannst du Misserfolge besser verkraften. Und ehrlicherweise muss man gestehen, dass wir aufgrund unseres aktuellen Fahrstuhlmannschaft-Status immer einen Misserfolg in Form des Abstieges haben werden.
Die Frage ist wie man damit lernt umzugehen und nicht direkt alles über den Haufen wirft weil es "mal wieder nicht so läuft" .
Quo vadis Dynamo? Die Idee ist im Prinzip unausgesprochen jedem völlig klar, sogar Antipathen unseres Vereins meinen: Dynamo gehört in die 1. Bundesliga. Punkt. Aus. Das war das Ziel, das ist das Ziel.
Auf dem Weg muss man aufpassen nicht zu schnell zu viel zu wollen, nicht in Dekadenz schwelgen, die Erwartung gemächlich steigern, auf dem Erdboden stehen bleiben. Aber um dorthin zu gelangen, braucht es neue Ideen, Mut, Strategien, langfristiges Denken. Das schafft man nicht, indem man so arbeitet wie die anderen 35 Erst- und Zweitligisten, erst recht nicht im Osten, ohne Power aus der heimischen Wirtschaft.
Auf dem Weg muss man aufpassen nicht zu schnell zu viel zu wollen, nicht in Dekadenz schwelgen, die Erwartung gemächlich steigern, auf dem Erdboden stehen bleiben. Aber um dorthin zu gelangen, braucht es neue Ideen, Mut, Strategien, langfristiges Denken. Das schafft man nicht, indem man so arbeitet wie die anderen 35 Erst- und Zweitligisten, erst recht nicht im Osten, ohne Power aus der heimischen Wirtschaft.
Ziele die man ausgibt müssen durchaus wohldurchdacht sein. Natürlich ist es unrealistisch zu sagen "in 10 Jahren gewinnen wir die CL".
Das ist Quatsch und für uns nicht mehr so zu erreichen.
Was mich hier immer stört ist, dass dieses Ziel "BL Aufstieg" auf die Goldwaage gelegt wird.
Zum einen ist das der Maßstab des Vereinumfeldes. Ja unterbewusst werden die meisten von uns erwarten, dass irgendwann mal der BL Aufstieg in den Fokus rückt.
Erst recht wenn Leute wie Calmund was von "Schlafender Riese" und "riesiges Potenzial" sülzen. (für mich ist es Gesülze)
Natürlich tut man sich keinen Gefallen nach einem Aufstieg den nächsten als Ziel ins Auge zu nehmen.
Hier sind wir aber am Ende bei einem Umstand bei dem man auf einem schmalen Grad wandelt.
Hast du weniger Geld als die Konkurrenz zur Verfügung, dann musst du den Spielern andere Sachen bieten. Umfeld und Bedingungen sind das eine, aber auch eine Perspektive kann sich positiv auf Verhandlungen auswirken.
Die geforderten Hochkaräter kommen nicht, wenn man ihnen sagt "naja, fünf Jahre Kampf ums die Klasse und vielleicht irgendwann mal nach oben schielen".
Hier bewegt man sich auf dem schmalen Grad aus Visionen, Irrwitz und Lügen.
Hier bedarf es Risiko, Risiko, Risiko: Und das muss man akzeptieren, wenn man diesen Anspruch hegt. Man kann natürlich auch tief stapeln und sich wie Sandhausen als Dauer-15. in der 2. Bundesliga festfressen (Sorry nach Sandhausen, das soll keine Schmälerung der Leistung sein, die hier erstmal einer nachmachen muss!). Das führt aber in unserem Umfeld spätestens nach 2 Jahren zu einer Unmutsstimmung.
Ich würde nicht sagen Risiko. Man muss einfach der Konkurrenz mal einen Schritt voraus sein. Beispielsweise hat es der FC Midtjylland geschafft sich unter den Top Vereinen der dänischen Liga zu etablieren.
Natürlich ist die dänische Liga nicht mit der deutschen Liga vergleichbar, aber es zeigt das auch nach über 100 Jahren Fußballgeschichte Vereine Methoden entwickeln die sie ausmachen und ihnen einen Vorteil verschafft.
Wir haben das eben nur sehr halbherzig versucht. So ein bisschen Barca (Nachwuchs) gemixt mit Midtjylland (Scouting), aber für Arme.
Will man nicht das nächste Jahrzehnt im Fahrwasser von Vereinen wie Sandhausen fahren, was für einen Verein wie der SGD ein Witz ist, muss man sich überlegen wie man die Konkurrenz nicht nur einholt, sondern auch überholt.
Hier sehe ich durchaus den Vorteil eines erfahrenen GF Sport wie Becker in den Reihen zu haben. Hierzu wäre es aber auch sinnvoll in den restlichen Gremien dann irgendwann mal Leute sitzen zu haben, welche im Profifußball Erfahrung haben.
Und nach wie vor sehe ich es so, dass man um bestimmte ehemalige Akteure des Vereins einen gewaltigen Bogen machen sollte. Um Akteure welche in der Vergangenheit selber nicht mit Integrität aufgefallen sind, oder damit aufgefallen sind alles besser gewusst zu haben, aber ihre eigene Karriere irgendwie dennoch in den Sand gesetzt haben.
Da helfen auch ehemalige Spieler nicht, welche die SZ ausbuddelt.
28.05.2022 - 11:52 Uhr
Ein, wie ich finde, sehr treffender Beitreag von Uwe Karte zum Thema "Strategische Ausrichtung ".
Die Verantwortlichkeit und Strategie der Gremien kommen mir auch immer wieder zu kurz vor.
https://youtu.be/sDQIJfdl38c
Die Verantwortlichkeit und Strategie der Gremien kommen mir auch immer wieder zu kurz vor.
https://youtu.be/sDQIJfdl38c
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Dynamoldie am 28.05.2022 um 11:53 Uhr bearbeitet
28.05.2022 - 12:07 Uhr
Ja, ich finde auch, dass er dort mehrmals den Nagel auf den Kopf trifft. Da deckt sich auch manches mit den Aussagen von Jürgen Wehlend bei seiner Comeback-PK. Ob sich da allerdings Sachen ändern (lassen), darf zumindest bezweifelt werden. Wenn der Verein voran kommen will, ist es eigentlich ein Muss, aber bei der MV werden sicher zu 90% wieder dieselben Leute sein, leider.
28.05.2022 - 12:16 Uhr
Das hatte ich ja auch schon vor einigen Tagen hier geschrieben.
Man bräuchte meiner Meinung nach auch mehr Kompetenz im Aufsichtsrat. Nicht böse gemeint, da gab es Kandidaten oder gar Mitglieder, die einen schlechteren beruflichen Werdegang als ich und auch als der von einigen User hier nachweisen können. Es geht gar nicht darum, wer wie lange Mirglied ist und wer Dynamo wie lange schon liebt. Es geht darum, dass da viele Ja-Sager, Duckmäuser und nicht wirklich wirtschaftlich denkende Personen dort sitzen. Es kann doch ehrlich nicht sein, dass man im Aufsichtsrat davon ausging, dass eh alles gut wird und erst im April mitbekommen hat, dass es vielleicht schief gehen könnte. Man hat sich wohl nicht wirklich Gedanken gemacht, was nach einem Relegations-Aus passieren könnte. Zum Glück macht Herr Becker weiter, aber was wäre passiert, wenn er abgesagt hätte? Man hat wieder einmal geträumt und alles rausgeschoben. Man muss da einfach einen Plan-B vorbereiten. Dort muss jemand mit Entscheidungsgewalt und Spürsinn sitzen, nicht der übliche Angestellte, der davon keine Ahnung hat.
Ich hatte mich hier in München vor einigen Jahren mal mit Rainer Calmund unterhalten. Er wollte da nichts schlechtreden, sprach von einem Umfeld, was seines gleichen sucht. Es gibt bei uns viele handelnde Personen mit Herz, aber wenig Sachverstand und Durchsetzungsvermögen ist vorhanden.
Man bräuchte meiner Meinung nach auch mehr Kompetenz im Aufsichtsrat. Nicht böse gemeint, da gab es Kandidaten oder gar Mitglieder, die einen schlechteren beruflichen Werdegang als ich und auch als der von einigen User hier nachweisen können. Es geht gar nicht darum, wer wie lange Mirglied ist und wer Dynamo wie lange schon liebt. Es geht darum, dass da viele Ja-Sager, Duckmäuser und nicht wirklich wirtschaftlich denkende Personen dort sitzen. Es kann doch ehrlich nicht sein, dass man im Aufsichtsrat davon ausging, dass eh alles gut wird und erst im April mitbekommen hat, dass es vielleicht schief gehen könnte. Man hat sich wohl nicht wirklich Gedanken gemacht, was nach einem Relegations-Aus passieren könnte. Zum Glück macht Herr Becker weiter, aber was wäre passiert, wenn er abgesagt hätte? Man hat wieder einmal geträumt und alles rausgeschoben. Man muss da einfach einen Plan-B vorbereiten. Dort muss jemand mit Entscheidungsgewalt und Spürsinn sitzen, nicht der übliche Angestellte, der davon keine Ahnung hat.
Ich hatte mich hier in München vor einigen Jahren mal mit Rainer Calmund unterhalten. Er wollte da nichts schlechtreden, sprach von einem Umfeld, was seines gleichen sucht. Es gibt bei uns viele handelnde Personen mit Herz, aber wenig Sachverstand und Durchsetzungsvermögen ist vorhanden.
28.05.2022 - 12:22 Uhr
Zitat von Kermit_der_Frosch
Es geht darum, dass da viele Ja-Sager, Duckmäuser und nicht wirklich wirtschaftlich denkende Personen dort sitzen.
Es geht darum, dass da viele Ja-Sager, Duckmäuser und nicht wirklich wirtschaftlich denkende Personen dort sitzen.
Das ist zu 100% grundlegend falsch.
https://www.dynamo-dresden.de/verein/gremien.html
Da sitzen Ökonomen, Rechtsanwälte und Geschäftsführer direkt neben Kaufleuten und Personen die ein Studium vorweisen können.
Genau das ist das Problem: Wirtschaftlich ein hervorragend besetztes Gremium. Sportfachlich aber völlig unzureichend.
28.05.2022 - 12:33 Uhr
Das ist dem Gremium aber auch bewusst und daran wird gearbeitet....Manchmal ist es einfach leider so, dass uns Dinge im Leben wie Todesfälle Striche durch Rechnungen machen...
28.05.2022 - 12:42 Uhr
Zitat von ragnariso
Das ist dem Gremium aber auch bewusst und daran wird gearbeitet....Manchmal ist es einfach leider so, dass uns Dinge im Leben wie Todesfälle Striche durch Rechnungen machen...
Das ist dem Gremium aber auch bewusst und daran wird gearbeitet....Manchmal ist es einfach leider so, dass uns Dinge im Leben wie Todesfälle Striche durch Rechnungen machen...
Absolut und von den beiden Vorschreibern gut zusammengefasst.
Ich mag Uwe Karte als Journalisten sehr gerne, ich empfand aber einige seiner Aussagen in dem Interview gestern auch als Verweilen auf Allgemeinplätzen.
Dass hier nicht jeder mehr reinschwatzt in sportliche Belange empfinde ich als absoluten Gewinn an Souverintät und Seriosität im Gegensatz zu den 90er/00er-Jahren. Wie mehrfach geschrieben ist durch Dixies Krankheit und viel zu frühen Tod eine Lücke gerissen worden, die noch nicht geschlossen werden konnte.
Als es mit Fiel bereits bergab ging, hat Dixies kurz vor dem Hertha-Pokalspiel mit dem Trainer ein eindringliches Gespräch zu Taktik und Aufstellung geführt. So eine Kompetenz im Hintergrund, die sich aber nicht immer ins Tagesgeschäft einmischt, benötigen wir und ich denke, das meinte auch Uwe Karte.
Ein AR oder ein Präsidium ist ja auch ein gewähltes Gremium, wo ich nicht mal von einem Tag auf den anderen eine andere Person hereinbitten kann.
Denn wer nun die Person sein soll, welche das Vakuum ausfüllen könnte, die Frage ist Uwe Karte auch schuldig geblieben. Sportliche kompetente Ex-Dynamos sind oft weit über 70 oder als Integrationsfiguren gänzlich unerfahren in dem Bereich (Harti, Benny Kirsten, um mal zwei zu nennen).
Ich habe manchmal gedacht, vielleicht hätte Uwe Karte ja selber Ambitionen. Nah dran am Verein ist er, Ahnung hat er auch.
Zusammengefasst: Das Problem ist dem AR bewusst, wir haben am 18. eine große MV. Interessierte Akteure sind jetzt ganz einfach gefragt, sich zu positionieren und sich einbringen zu wollen.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Champi1982 am 28.05.2022 um 12:47 Uhr bearbeitet
28.05.2022 - 12:52 Uhr
Ich weiß jetzt werden vielleicht ei uge mit den Augen Rollen, aber was ist eigentlich mit Jens Jeremies?
Er hat doch in der Vergangenheit auch oft den Verein unterstützt, und würde sicher mit seinen Kontakten und seinem fußballerischen Fachwissen auch dem Aufsichtsrat gut zu Gesicht stehen.
Er ist glaube ich zurzeit in einer Beraterfirma für Fußballer tätig, und dazu hat er ja noch seine Stiftung.
Dennoch könnte ich ihn mir gut im Aufsichtsrat vorstellen, auch wenn er sich gerne im Hintergrund hält.
Er hat doch in der Vergangenheit auch oft den Verein unterstützt, und würde sicher mit seinen Kontakten und seinem fußballerischen Fachwissen auch dem Aufsichtsrat gut zu Gesicht stehen.
Er ist glaube ich zurzeit in einer Beraterfirma für Fußballer tätig, und dazu hat er ja noch seine Stiftung.
Dennoch könnte ich ihn mir gut im Aufsichtsrat vorstellen, auch wenn er sich gerne im Hintergrund hält.
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