Diskussionsrunde

Neue Regionalliga-Reform?

13.10.2013 - 10:59 Uhr
Neue Regionalliga-Reform? |#5231
27.06.2026 - 02:00 Uhr

Quelle: MDR

Das Kompassmodell wurde kurzfristig verändert und die Definition der notwendigen Mehrheit signifikant verschärft.

Im ursprünglichen DFB-Konzept vom Januar war die Kompasslösung mit vier 20er-Staffeln geplant, eine andere Variante existierte nicht. Die entsprechenden Präsentationsfolien liegen SPORT IM OSTEN vor. Jetzt wurden den Klubs die Informationsunterlagen zugestellt, auf deren Basis über die Umsetzung entschieden werden soll. Aus diesem Papier, das SPORT IM OSTEN genauso einsehen kann, ist die Staffelstärke nun auf 18 Teams reduziert.
Die Regionalliga-Reform wird langsam wirklich zur Lachnummer.

Ich habe ehrlich gesagt das Gefühl, dass man als normaler Fußballinteressierter kaum noch durchblickt. Wer entscheidet hier eigentlich gerade was? Die Vereine? Die Verbände? Der DFB? Die DFL? Oder am Ende wieder ein paar Einzelpersonen irgendwo im Hintergrund?

Am Montag soll jetzt also schon ein Meinungsbild abgeholt werden. Von Vereinen aus der 3., 4. und 5. Liga. Und kurz vorher tauchen dann plötzlich wieder neue Varianten und Änderungen auf.

Beim Kompassmodell war doch lange von vier Staffeln mit 20 Teams die Rede. Jetzt steht plötzlich eine Variante mit 18 Teams im Raum. Warum? Wer hat das entschieden? Und mit welcher Begründung?

Und was ist eigentlich mit dem Regionenmodell? Soll das dann auch mit 18 Teams laufen? Auch mit vier Absteigern? Dann reden wir bei 18 Teams von vier direkten Absteigern. Das wäre schon brutal. Die 3. Liga hat vier Absteiger, aber eben bei 20 Mannschaften. Bundesliga und 2. Liga haben bei 18 Teams zwei direkte Absteiger plus Relegation.

Genau solche Fragen müsste man doch sauber beantworten, bevor man die Vereine nach ihrer Meinung fragt.

Von außen wirkt das gerade nicht besonders transparent. Eher so, als würde man kurz vor der Abstimmung nochmal möglichst viel Nebel reinbringen.

Vielleicht ist das alles am Montag wirklich nur ein Meinungsbild und noch keine endgültige Entscheidung. Trotzdem bleibt bei mir gerade eher Ratlosigkeit hängen.

So eine Reform muss ja nicht perfekt sein. Aber man sollte wenigstens verstehen können, worüber eigentlich abgestimmt wird.

Am Ende bleibt für mich der einfache Punkt:

Meister müssen aufsteigen.

Egal ob Kompass oder Regionenmodell
Neue Regionalliga-Reform? |#5232
27.06.2026 - 20:25 Uhr
Das dürfte ein ziemlich unsportlicher Move sein, um eine Mehrheit für eine Reform zu verhindern. Vom Modell kann man halten was man will. Jetzt wenige Tage vorher aber mal "spontan" die Teilnehmerzahl reduzieren ist nicht wirklich cool.

Unabhängig davon glaub ich aber nicht an eine Mehrheit.

•     •     •

Borussia Dortmund - Für immer Deutscher Meister

Deutscher Meister: 1956, 1957, 1963, 1995, 1996, 2002, 2011, 2012
DFB-Pokal: 1965, 1989, 2012, 2017, 2021
Deutscher Supercup: 1989, 1995, 1996, 2008, 2013, 2014, 2019
Pokal der Pokalsieger: 1966
UEFA Champions League: 1997
Weltpokal: 1997

Es gibt nie nie nie einen anderen Verein
Neue Regionalliga-Reform? |#5233
29.06.2026 - 11:15 Uhr
Quelle: the-unity.de
EURE SPIELCHEN MIT REFORMEN – NICHT MIT UNS

Jahrelang wurde von Transparenz, Dialog und einer gemeinsamen Reform der Regionalligen gesprochen. Vereine investierten Zeit, Energie und Vertrauen in einen eigens initiierten Prozess, der endlich zu einer fairen und tragfähigen Lösung führen sollte.

Nun – kurz vor der finalen Abstimmung der Vereine – zeigt sich, was die Verlautbarungen der Regionalverbände tatsächlich wert sind. Sie gipfeln in einer Situation, die uns als Fans der betroffenen, aber auch der aktuell und perspektivisch nicht betroffenen Vereine noch wütender macht.
Mich freut es ehrlich gesagt richtig, dass die Fanszenen bei der Regionalliga-Reform jetzt anscheinend zusammenhalten.

Und zwar nicht nur Szenen von Vereinen, die direkt betroffen sind, sondern auch von großen Klubs, die aktuell gar nicht in der Regionalliga spielen. Genau das ist wichtig. Denn irgendwann ist einfach genug.

Was da von den Verbänden bzw. Regionalliga-Trägern kurz vor der Abstimmung abgeliefert wird, wirkt von außen immer undurchsichtiger. Nach anderthalb Jahren Arbeit plötzlich neue Varianten, andere Staffelgrößen, unklare Mehrheitsregeln und kaum nachvollziehbare Begründungen - das muss man nicht einfach so hinnehmen.

Am Ende geht es hier nicht nur um ein paar Ligengrenzen. Es geht darum, ob sportliche Grundsätze im deutschen Fußball noch etwas zählen. Und ob Meister endlich direkt aufsteigen dürfen.

Die ganze Stellungnahme gibt es bei The Unity. BILD hat inzwischen auch schon darüber berichtet.

Gut, dass das Thema jetzt größer wird.
Neue Regionalliga-Reform? |#5234
29.06.2026 - 17:29 Uhr
Zitat von nulldrei09

Quelle: the-unity.de
EURE SPIELCHEN MIT REFORMEN – NICHT MIT UNS

Jahrelang wurde von Transparenz, Dialog und einer gemeinsamen Reform der Regionalligen gesprochen. Vereine investierten Zeit, Energie und Vertrauen in einen eigens initiierten Prozess, der endlich zu einer fairen und tragfähigen Lösung führen sollte.

Nun – kurz vor der finalen Abstimmung der Vereine – zeigt sich, was die Verlautbarungen der Regionalverbände tatsächlich wert sind. Sie gipfeln in einer Situation, die uns als Fans der betroffenen, aber auch der aktuell und perspektivisch nicht betroffenen Vereine noch...
Mich freut es ehrlich gesagt richtig, dass die Fanszenen bei der Regionalliga-Reform jetzt anscheinend zusammenhalten.

Und zwar nicht nur Szenen von Vereinen, die direkt betroffen sind, sondern auch von großen Klubs, die aktuell gar nicht in der Regionalliga spielen. Genau das ist wichtig. Denn irgendwann ist einfach genug.

Was da von den Verbänden bzw. Regionalliga-Trägern kurz vor der Abstimmung abgeliefert wird, wirkt von außen immer undurchsichtiger. Nach anderthalb Jahren Arbeit plötzlich neue Varianten, andere Staffelgrößen, unklare Mehrheitsregeln und kaum nachvollziehbare Begründungen - das muss man nicht einfach so hinnehmen.

Am Ende geht es hier nicht nur um ein paar Ligengrenzen. Es geht darum, ob sportliche Grundsätze im deutschen Fußball noch etwas zählen. Und ob Meister endlich direkt aufsteigen dürfen.

Die ganze Stellungnahme gibt es bei The Unity. BILD hat inzwischen auch schon darüber berichtet.

Gut, dass das Thema jetzt größer wird.


Nur bringen wird es nichts, die Regionalfürsten wollen ihre Schäfchen ins Trockene bringen. Denen ging es noch nie um Fußball, die nutzen den Sport nur um Macht auszuüben und dem eigenen Narzissmus zu fröhnen. Die Vereine sind denen komplett egal und Fans gleich noch mehr.

Das Ding wird scheitern und damit haben Frymuth, Kern und Co erreicht was sie wollten. Dann kann man den Vereinen den schwarzen Peter zuschieben und alles bleibt wie es ist.

Eines sieht man doch schon: Normalerweise müssten alle Vereine jetzt alles in Gang setzen um diese Totengräber des Fußballs loszuwerden. Es passiert an breiter Front aber nichts. Dafür fehlt es an Organisation und gemeinsamer Schlagkraft.

Das Ding ist kaputt und genau das war von Anfang an die Idee. Normalerweise ist das nachträgliche Abändern von beschlossenen Dingen angreifbar. Aber man kann sich immer auf "rechtlich nicht bindend" zurückziehen.

Mehr als Verachtung für diese Menschen habe ich nicht mehr. Die unwichtigsten Menschen der ganzen Welt. Und genau deswegen brauchen sie Ihre Posten wie andere Luft zum atmen.

Bernd Neuendorf könnte hier jetzt zum Helden des Amateurfußballs werden indem er die Totengräber einfängt. Aber der hat im Moment besseres zu tun.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von HerbieKicker am 29.06.2026 um 17:32 Uhr bearbeitet
Neue Regionalliga-Reform? |#5235
30.06.2026 - 00:06 Uhr
Ein jahrelanger Reformprozess für die Aufstiegsregelungen in die 3. Liga ist vorerst am Ende. Die fünf Regionalligen einigen sich nicht auf ein gemeinsames Modell. Speziell ein Verband stellt sich komplett quer.


https://www.n-tv.de/sport/fussball/Regionalliga-Reform-platzt-nach-grossem-Streit-id31028708.html
Neue Regionalliga-Reform? |#5236
30.06.2026 - 14:01 Uhr

Quelle: Kicker

Rot-Weiß Oberhausen, ein Verfechter des "Kompass-Modells", verriet Dienstagvormittag, dass es gelungen sei, besagtes Modell mit 20 Mannschaften zur Abstimmung zu stellen, was im Westen auch auf breite Zustimmung stieß. Doch eben nicht bundesweit.
Auf jeden Fall wurde das erzielte Ergebnis auf Basis des Kompass Models für Liga mit 20 Teams gebildet.

Ich denke, das Ergebnis zeigt ziemlich klar, dass man in manchen Teilen Deutschlands (ich meine damit nicht nur die Ost Vereine) zu wenig zugehört und auf die anderen Regionen eingegangen ist... Man wird, wenn man weiter in Richtung Kompass Model schielen will, schlicht eine größere Kröte schlucken müssen, was die Anzahl der Teams und Aufsteiger angeht. Wie man jetzt aber an der aufgeregten Debatte rund um die 18er Ligengröße sieht, wird ein Vorschlag mit weniger Teams aus dem NOFV dort dann aber auch keine Zustimmung mehr erhalten...

•     •     •

ich bin nicht Domspatz sondern D0Mspatz, mit einer Null =)
Neue Regionalliga-Reform? |#5237
30.06.2026 - 17:52 Uhr
Wenigstens kann jetzt mal die gerne gebrachte Erzählung begraben werden, dass die Vereine der RL West blockieren würden. Hatte ja nie wirklich Sinn ergeben, da man dort sicherlich in vielen Vereinen schon lange verstanden hat, dass man selbst vom Kompassmodell am allerwenigsten an Veränderungen zu befürchten hätte. Das Abstimmungsergebnis zeigt das jetzt auch.

Und der Südwesten, na ja, auch keine große Überraschung. Zumindest nachdem es im Vorfeld der Abstimmung wieder mal Presseberichte gab, in denen es praktisch vorausgesetzt wurde, dass zum Start des Kompassmodells alle fünf aktuellen RLs gleich viele Vereine in die neuen vier RLs einbringen würden (ca. je 12, plus Liga3-Absteiger und OL-Aufsteiger aus der Übergangssaison). Dass man da in der Region mit dem mit Abstand stärksten Unterbau - halt der 2012er Entscheidung geschuldet, auf dem Südwest-Gebiet in nur einer statt der zahlenmäßig angemessenen zwei RLs zu spielen - keinen großen Bock darauf hat, gleich behandelt zu werden wie in der Breite deutlich schwächer besetzte andere Regionen...jo, war erwartbar.

Meiner Meinung nach hat das Kompassmodell immer noch eine Chance, aber nur, wenn man wirklich alle Rahmenbedingungen vor einer erneuten Abstimmung ausarbeitet. Wie sieht die regionale Verteilung der ersten 80 Teilnehmer genau aus, wie werden zukünftig die Aufstiegsplätze aus den Oberligen verteilt, welche Aspekte werden beim jährlichen Zuschnitt der vier Staffeln speziell berücksichtigt ("das macht die KI" ist keine Antwort darauf). Damit könnte man *vielleicht* auch den Südwesten irgendwann dafür gewinnen, sofern deren begründete Vorbehalte berücksichtigt werden. Ich glaube aber nicht, dass das passieren wird...dafür hat speziell die RL Bayern gesorgt mit ihrer recht irren Forderung, erneut alle möglichen alternativen Modelle durchzukauen, die noch nicht mal in ihren Grundzügen konsensfähig sind.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Zeyes am 30.06.2026 um 18:04 Uhr bearbeitet
Neue Regionalliga-Reform? |#5238
30.06.2026 - 23:21 Uhr
Meiner Meinung nach rächt es sich, dass medial enormer Druck auf ein schnelles Ergebnis gesetzt wurde. Daran hat ein einziger Journalist einen großen Beitrag. Man hätte der AG etwas mehr Zeit geben sollen.

Es haben sich wohl noch zu viele Fragen gestellt, auf die es keine guten Antworten gab. Gerade für kleinere Clubs, die nicht Richtung 3. Liga schielen.
Neue Regionalliga-Reform? |#5239
01.07.2026 - 08:59 Uhr
Zitat von Zeyes
Wenigstens kann jetzt mal die gerne gebrachte Erzählung begraben werden, dass die Vereine der RL West blockieren würden. Hatte ja nie wirklich Sinn ergeben, da man dort sicherlich in vielen Vereinen schon lange verstanden hat, dass man selbst vom Kompassmodell am allerwenigsten an Veränderungen zu befürchten hätte. Das Abstimmungsergebnis zeigt das jetzt auch.

Und der Südwesten, na ja, auch keine große Überraschung. Zumindest nachdem es im Vorfeld der Abstimmung wieder mal Presseberichte gab, in denen es praktisch vorausgesetzt wurde, dass zum Start des Kompassmodells alle fünf aktuellen RLs gleich viele Vereine in die neuen vier RLs einbringen würden (ca. je 12, plus Liga3-Absteiger und OL-Aufsteiger aus der Übergangssaison). Dass man da in der Region mit dem mit Abstand stärksten Unterbau - halt der 2012er Entscheidung geschuldet, auf dem Südwest-Gebiet in nur einer statt der zahlenmäßig angemessenen zwei RLs zu spielen - keinen großen Bock darauf hat, gleich behandelt zu werden wie in der Breite deutlich schwächer besetzte andere Regionen...jo, war erwartbar.

Meiner Meinung nach hat das Kompassmodell immer noch eine Chance, aber nur, wenn man wirklich alle Rahmenbedingungen vor einer erneuten Abstimmung ausarbeitet. Wie sieht die regionale Verteilung der ersten 80 Teilnehmer genau aus, wie werden zukünftig die Aufstiegsplätze aus den Oberligen verteilt, welche Aspekte werden beim jährlichen Zuschnitt der vier Staffeln speziell berücksichtigt ("das macht die KI" ist keine Antwort darauf). Damit könnte man *vielleicht* auch den Südwesten irgendwann dafür gewinnen, sofern deren begründete Vorbehalte berücksichtigt werden. Ich glaube aber nicht, dass das passieren wird...dafür hat speziell die RL Bayern gesorgt mit ihrer recht irren Forderung, erneut alle möglichen alternativen Modelle durchzukauen, die noch nicht mal in ihren Grundzügen konsensfähig sind.



Ja, genau da liegt aus meiner Sicht ein berechtigter Punkt.

Der Südwesten ist ja nicht einfach eine kompakte Region, die man fast sauber in eine neue Süd-Regionalliga übertragen kann. Gerade Saarland und Hessen würden im Kompassmodell vermutlich eher Richtung Westen rutschen - zumindest einige Vereine.

Dann stellt sich natürlich die Frage: Was passiert mit diesen Vereinen? Wie werden sie eingeordnet? Und wie wirkt sich das auf die Startverteilung und später auf die Oberliga-Aufsteiger aus?

Deswegen kann ich schon verstehen, dass der Südwesten hier genauer wissen will, wie die erste Kompass-Einteilung überhaupt aussehen würde. Nur allgemein zu sagen, dass es nach Entfernungen berechnet wird, reicht an der Stelle vielleicht nicht.

Bayern ist für mich nochmal ein eigenes Thema.

Wenn dort 52,4 Prozent für die Ausarbeitung neuer Modelle stimmen, ist die entscheidende Frage doch: Was soll dieses neue Modell am Ende konkret sein?

Man kann natürlich sagen, dass man mit Kompass- oder Regionenmodell unzufrieden ist. Aber irgendwann muss man auch beantworten, wie man das alles unter einen Hut bekommen will. Gerade wenn viele Vereine dort offenbar gar kein großes Interesse an einer stärkeren Professionalisierung oder an einer grundlegenden Veränderung der aktuellen Struktur haben.

Ob ein neues Modell für bayerische Vereine am Ende wirklich längere Wege bedeuten würde, kann man pauschal gar nicht sagen. Aber klar ist: Eine eigene Regionalliga nur für Bayern wäre in einem echten Vier-Staffel-Modell kaum noch zu halten.

Dann geht es am Ende wahrscheinlich weniger um einzelne Fahrtstrecken, sondern um den Verlust von Kontrolle, Planungssicherheit und dem bisherigen Sonderstatus.
Neue Regionalliga-Reform? |#5240
01.07.2026 - 09:16 Uhr
Zitat von nulldrei09
Zitat von Zeyes

Wenigstens kann jetzt mal die gerne gebrachte Erzählung begraben werden, dass die Vereine der RL West blockieren würden. Hatte ja nie wirklich Sinn ergeben, da man dort sicherlich in vielen Vereinen schon lange verstanden hat, dass man selbst vom Kompassmodell am allerwenigsten an Veränderungen zu befürchten hätte. Das Abstimmungsergebnis zeigt das jetzt auch.

Und der Südwesten, na ja, auch keine große Überraschung. Zumindest nachdem es im Vorfeld der Abstimmung wieder mal Presseberichte gab, in denen es praktisch vorausgesetzt wurde, dass zum Start des Kompassmodells alle fünf aktuellen RLs gleich viele Vereine in die neuen vier RLs einbringen würden (ca. je 12, plus Liga3-Absteiger und OL-Aufsteiger aus der Übergangssaison). Dass man da in der Region mit dem mit Abstand stärksten Unterbau - halt der 2012er Entscheidung geschuldet, auf dem Südwest-Gebiet in nur einer statt der zahlenmäßig angemessenen zwei RLs zu spielen - keinen großen Bock darauf hat, gleich behandelt zu werden wie in der Breite deutlich schwächer besetzte andere Regionen...jo, war erwartbar.

Meiner Meinung nach hat das Kompassmodell immer noch eine Chance, aber nur, wenn man wirklich alle Rahmenbedingungen vor einer erneuten Abstimmung ausarbeitet. Wie sieht die regionale Verteilung der ersten 80 Teilnehmer genau aus, wie werden zukünftig die Aufstiegsplätze aus den Oberligen verteilt, welche Aspekte werden beim jährlichen Zuschnitt der vier Staffeln speziell berücksichtigt ("das macht die KI" ist keine Antwort darauf). Damit könnte man *vielleicht* auch den Südwesten irgendwann dafür gewinnen, sofern deren begründete Vorbehalte berücksichtigt werden. Ich glaube aber nicht, dass das passieren wird...dafür hat speziell die RL Bayern gesorgt mit ihrer recht irren Forderung, erneut alle möglichen alternativen Modelle durchzukauen, die noch nicht mal in ihren Grundzügen konsensfähig sind.



Ja, genau da liegt aus meiner Sicht ein berechtigter Punkt.

Der Südwesten ist ja nicht einfach eine kompakte Region, die man fast sauber in eine neue Süd-Regionalliga übertragen kann. Gerade Saarland und Hessen würden im Kompassmodell vermutlich eher Richtung Westen rutschen - zumindest einige Vereine.

Dann stellt sich natürlich die Frage: Was passiert mit diesen Vereinen? Wie werden sie eingeordnet? Und wie wirkt sich das auf die Startverteilung und später auf die Oberliga-Aufsteiger aus?

Deswegen kann ich schon verstehen, dass der Südwesten hier genauer wissen will, wie die erste Kompass-Einteilung überhaupt aussehen würde. Nur allgemein zu sagen, dass es nach Entfernungen berechnet wird, reicht an der Stelle vielleicht nicht.

Bayern ist für mich nochmal ein eigenes Thema.

Wenn dort 52,4 Prozent für die Ausarbeitung neuer Modelle stimmen, ist die entscheidende Frage doch: Was soll dieses neue Modell am Ende konkret sein?

Man kann natürlich sagen, dass man mit Kompass- oder Regionenmodell unzufrieden ist. Aber irgendwann muss man auch beantworten, wie man das alles unter einen Hut bekommen will. Gerade wenn viele Vereine dort offenbar gar kein großes Interesse an einer stärkeren Professionalisierung oder an einer grundlegenden Veränderung der aktuellen Struktur haben.

Ob ein neues Modell für bayerische Vereine am Ende wirklich längere Wege bedeuten würde, kann man pauschal gar nicht sagen. Aber klar ist: Eine eigene Regionalliga nur für Bayern wäre in einem echten Vier-Staffel-Modell kaum noch zu halten.

Dann geht es am Ende wahrscheinlich weniger um einzelne Fahrtstrecken, sondern um den Verlust von Kontrolle, Planungssicherheit und dem bisherigen Sonderstatus.


Für Bayern kann ich das ganz gut beantworten, da ich Kontakt zu Vereinsvertretern aus Liga 4 und 5 vor Ort habe: Dort kommt die grundsätzliche Idee des 2-Phasen-Modells durchaus gut an. Das ist aus meiner Sicht auch nachvollziehbar. In Bayern gibt es viele kleinere Vereine, für die die Regionalliga die höchstmögliche Spielklasse ist. Für diese Klubs wirkt das Modell in seinen Grundzügen deshalb erst einmal attraktiv.

Hinzu kommt, dass Bayern als großes Flächenland vom bisherigen Kompassmodell kaum Planungssicherheit gehabt hätte. Theoretisch hätten die bayerishen Vereine auf drei verschiedene Ligen aufgeteilt werden können. Im Extremfall hätte das auch zu einer höheren Zahl möglicher bayerischer Absteiger geführt – ein Szenario, auf das die Oberliga Vereine verständlicherweise wenig Lust hatten.

Zur Wahrheit gehört aber auch, dass man in Bayern offenbar über die Art der Berichterstattung in den vergangenen Wochen und Monaten ziemlich verbittert war. Das sollte man bei der ganzen Diskussion ebenfalls nicht außer Acht lassen.
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