SV Darmstadt 98 SV Darmstadt 98
deadline-day banner
Markus Anfang
Geburtsdatum 12.06.1974
Alter 52
Nat. Deutschland  Deutschland
Funktion Trainer
Akt. Verein Vereinslos

Markus Anfang [Trainer]

16.04.2020 - 15:20 Uhr
Markus Anfang [Trainer] |#41
05.07.2020 - 16:30 Uhr
Zitat von Heiner81
Joa... das ist mal eine Meinung zu Anfang... Bei seiner PK muss ich ein paar Subtöne verpasst haben. Ich fand die solide, normal und unaufgeregt. Und wer bei Darmstadt gegen Memmingen im Stadion war, hat bei mir den ersten Stein im Brett.

Rückfrage: Welchen Teil haben Umfeld, Mannschaft und Vereinsführung zum Scheitern von Anfang in Köln beigetragen?

Edit, ich zitiere mal einen Kölner von der verehrten Seite @kardinalmatzinger :
"Im Rückblick muss gesagt werden: Markus Anfangs Scheitern war ein Scheitern mit Ansage, an dem er vielleicht sogar die wenigste Schuld trägt."
https://kickschuh.blog/2020/04/24/insider-im-gespraech-ueber-markus-anfang/

Natürlich hat auch das Umfeld, Mannschaft und Vereinsführung ihren Teil dazu beigetragen

Vereinsführung:
Die Vereinsführung hat schon vor Saison Beginn klar kommuniziert, dass man aufsteigen wird und dieses Jahr dazu dient die Mannschaft auf die Buli vorzubereiten, wodurch der Anspruch natürlich sehr hoch war, auch aufgrund des Kaders und der Ausgaben...
Dazu konnte Anfang nie das Stigma Ablegen, das Veh in das Geschehen eingreift, spätestens mit der Umstellung auf den Doppelsturm und 3er Kette, wo Veh vor laufender Kamera dies angekündigt hatte und dann das Spiel gegen Dresden 8:1 gewonnen wurde, war dieser Punkt kaum noch wegzudiskutieren...

Umfeld:
Das Umfeld hatte dementsprechend einen Hohen Anspruch (nicht ganz zu unrecht) an die Saison, dazu kam seine Art und Trainingsmethoden bei den Fans nicht besonders an, zwar ist er Kölner, aber man hatte nie das Gefühl das er mit der Stadt Köln warm wurde, viel mehr hatte man immer das Gefühl, dass er das ganze drum herum ablehnt (wie Presse, Karneval etc)
Bei den Zaungästen vom Training verfestigte Recht das Gefühl, das er zu lasch trainieren lässt und kaum die Kommunikation sucht mit Spielern die Vlt etwas hinten dran hängen. Dazu ist er vom Umfeld recht schnell als Arrogant empfunden wurde (der erste Auslöser war hier der Satz „jeder darf sehen wie wir trainieren, bei mir gibts kein Geheimtraining“ was die Gegner gerne angenommen haben und dementsprechend drauf einstellten und als die Ergebnisse nicht immer stimmten wurde dieses Gefühl der Arroganz immer stärker, zumal er nie Fehler bei sich selber gesucht hat (schau mal die PK nach Köln Darmstadt wo er entlassen wurde) was halt nicht gut ankam.

Mannschaft:
Da Anfang 2 Kieler Spieler mitgebracht hatte, welche sein System kennen, hat er diese auch zu seinen Führungsspielern gemacht, leider hat da Anfang den Fehler gemacht und Spieler wie Hector, Höger oder Horn also die alte Garde „Stars“ zu übergehen, welche dann natürlich ihre eigene Suppe gemacht hatten und als sie dann Gemerkt haben, dass das System kaum Zukunft hat, das Zepter selber in die Hand genommen und angesichts ihres Standings auch bei der Mannschaft Einfluss nehmen können.
Zum anderen kam nicht gut an in der Mannschaft, das Anfang das Leistungsprinzip ausgehebelt hat und teils Junge (aber Standingstarke) Spieler auf der Bank lies, welche sich der Riege um die Stars angeschlossen haben...
Dazu musste die Mannschaft auch erst nach der Grotten Abstiegssaison mental aufgebaut werden, was Anfang nicht geschafft hat...

Zusammfassend war die Situation nicht ganz einfach, aber Anfang hat sich dahingehend auch selber das Leben schwer gemacht, in dem er sich nicht voll auf Club und Stadt eingelassen hat (obwohl er Kölner ist) und die Führunsspieler gegen sich aufgebracht hat in dem er sie übergangen hat..
Allerdings hatte Anfang als Kölner auch beste Voraussetzungen um in Köln zur Legende zu werden als Kölsche Jung...

Anfang hat halt alles Falsch gemacht, was nur geht und das hat sich dann Verselbstständigt, allerdings hat man es ihm nicht einfach gemacht mit Veh als GF und den Ankündigen auf der Saisoneröffnung und der Kölner vorherrschenden Einstellung „der Abstieg war ein Betriebsunfall“
Markus Anfang [Trainer] |#42
05.07.2020 - 20:00 Uhr
Hab mir die PK noch mal angeguckt. Ich fand das jetzt nicht arrogant. Das Spiel hab ich zwar nicht mehr genau vor Augen, aber die Statistiken (u.a. 26 zu 10 Schüsse, 15 zu 4 Ecken, 68% zu 32% Ballbesitz, 591 zu 293 Pässe, alle zu Gunsten von Köln) sprechen für sich. Da war für mich wenig Arroganz zu hören.

Wenn ich mich richtig erinnere gab es damals auch Aussagen wie "wir sind trotz Anfang aufgestiegen", was wesentlich arroganter ist, wenn man bedenkt wie schwierig es dieses Jahr u.a. für Hamburg oder Stuttgart war.

Ob er die restliche Saison über arrogant war und was sich innerhalb der Manschaft abgespielt hat, kann ich nicht bewerten. Ich hoffe aber, dass er aus etwaigen Fehlern gelernt hat und hier eine erfolgreiche Zeit hat
Markus Anfang [Trainer] |#43
05.07.2020 - 21:08 Uhr
Ich kann diese scheinheilige Diskussion über Anfang hier überhaupt nicht nachvollziehen.

Das einzige was zählen wird ist sein Erfolg mit der Mannschaft.

Wenn wir mal anfangen würden Schusters „Akte“ hier zu besprechen, was der sich alles hier erlaubt hat (neben dem Platz) und nicht nur hier sondern auch in Augsburg - da würde man sich als ausstehender wundern, wieso der überhaupt noch einen Job hat.

Und trotzdem sind wir mit ihm mehrmals aufgestiegen haben in der 1BL die Klasse gehalten und er arbeitet derzeit erfolgreich in Aue.

Lassen wir Anfang erstmal loslegen, dann können wir uns ja immer noch aufregen, sofern es nicht laufen sollte zwinker

•     •     •

⚜ SV DARMSTADT 1898 ⚜
Markus Anfang [Trainer] |#44
05.07.2020 - 21:54 Uhr
Zitat von JaSchu
Ich kann diese scheinheilige Diskussion über Anfang hier überhaupt nicht nachvollziehen.

Das einzige was zählen wird ist sein Erfolg mit der Mannschaft.

Wenn wir mal anfangen würden Schusters „Akte“ hier zu besprechen, was der sich alles hier erlaubt hat (neben dem Platz) und nicht nur hier sondern auch in Augsburg - da würde man sich als ausstehender wundern, wieso der überhaupt noch einen Job hat.

Und trotzdem sind wir mit ihm mehrmals aufgestiegen haben in der 1BL die Klasse gehalten und er arbeitet derzeit erfolgreich in Aue.

Lassen wir Anfang erstmal loslegen, dann können wir uns ja immer noch aufregen, sofern es nicht laufen sollte zwinker


Ich denke, dass der Kollege @Saphirflug Euch nur Einblicke geben möchte, damit ihr sehen könnt, was Euch erwartet. Jede Station ist anders, aber der Trainer Anfang ist immer noch der selbe. Die Erkenntnise aus Köln decken sich zum Teil auch mit den Erkenntnissen aus Kiel, mit der Ausnahme, dass es bei uns keine Stars gab, die er nicht im Griff haben konnte.

Anfang lässt im 4-1-4-1, ein System, was er von sich aus praktisch nicht aufgibt, attraktiv spielen. Bei uns musste er es nicht auf Grund von innerem Druck ändern, obwohl wir unter ihm auch, sowohl in Liga 3,als auch in Liga 2,lange Phasen ohne Sieg hatten. Letzten Endes war er, mit dem Aufstieg und Platz 3, aber ergebnistechnisch erfolgreich.

Seine Spielidee funktioniert so. Er teilt das Spielfeld in verschiedene Zonen ein, in denen sich die Spieler bewegen. Das Ziel ist es, immer den Ball zu haben, aktiv zu sein und das Spiel dominant zu gewinnen. Die Königin ist die Spielsituation. Es soll agiert werden und etwas gewonnen werden. Es geht nicht darum, etwas zu verhindern. Das Ergebnis ist egal, solange das Spiel gut und eine Entwicklung zu erkennen war. Positionsspezifisch gibt es bestimmte Anforderungen. Die Aussenverteidiger pressen hoch und aggressiv, um den Ball zu erobern und bei eigenem Aufbauspiel gibt es sogar für den Torwart, feste Zielspieler, die das Aufbauspiel betreiben sollen. Die Innenverteidiger müssen also Spielaufbau können. Bei uns wurde es mal, samt Androhung eines Torwartwechsels, wenn Kronholm es nicht umsetzt, in der lokalen Zeitung ausgeschlachtet, als Kronholm in einem Spiel mal die Anweisungen ignoriert hat und den Zielspieler eigenmächtig gewechselt hat. Ziel ist es, das Mittelfeld schnell zu überbrücken und in Abschlusssituationen zu kommen. Das begünstigt dann eben auch die Gegentore.

Sicherlich lässt das stute Festhalten an einem System und das Pochen auf spezielle Muster im Aufbauspiel eine gewisse Sturheit durchschimmern. Ob man es schon als Arroganz auslegen kann, weiß ich nicht, aber es wir tendenziell auf sich selbst und auf das eigene Spiel geschaut, unabhängig vom Gegner. Es gibt Leute, die das kritisieren. Was man sagen muss ist, dass, sobald das System erst einmal vom Gegner entschlüsselt ist, es doch relativ leicht ist, sich darauf einzustellen, eben weil alles immer nach dem Schema F abläuft.

•     •     •

Freiheit heißt, Leuten Dinge zu sagen, die sie nicht hören wollen.
Markus Anfang [Trainer] |#45
06.07.2020 - 08:06 Uhr
Zitat von henry78

Ich denke, dass der Kollege @Saphirflug Euch nur Einblicke geben möchte, damit ihr sehen könnt, was Euch erwartet. Jede Station ist anders, aber der Trainer Anfang ist immer noch der selbe. Die Erkenntnise aus Köln decken sich zum Teil auch mit den Erkenntnissen aus Kiel, mit der Ausnahme, dass es bei uns keine Stars gab, die er nicht im Griff haben konnte.

Anfang lässt im 4-1-4-1, ein System, was er von sich aus praktisch nicht aufgibt, attraktiv spielen. Bei uns musste er es nicht auf Grund von innerem Druck ändern, obwohl wir unter ihm auch, sowohl in Liga 3,als auch in Liga 2,lange Phasen ohne Sieg hatten. Letzten Endes war er, mit dem Aufstieg und Platz 3, aber ergebnistechnisch erfolgreich.

Seine Spielidee funktioniert so. Er teilt das Spielfeld in verschiedene Zonen ein, in denen sich die Spieler bewegen. Das Ziel ist es, immer den Ball zu haben, aktiv zu sein und das Spiel dominant zu gewinnen. Die Königin ist die Spielsituation. Es soll agiert werden und etwas gewonnen werden. Es geht nicht darum, etwas zu verhindern. Das Ergebnis ist egal, solange das Spiel gut und eine Entwicklung zu erkennen war. Positionsspezifisch gibt es bestimmte Anforderungen. Die Aussenverteidiger pressen hoch und aggressiv, um den Ball zu erobern und bei eigenem Aufbauspiel gibt es sogar für den Torwart, feste Zielspieler, die das Aufbauspiel betreiben sollen. Die Innenverteidiger müssen also Spielaufbau können. Bei uns wurde es mal, samt Androhung eines Torwartwechsels, wenn Kronholm es nicht umsetzt, in der lokalen Zeitung ausgeschlachtet, als Kronholm in einem Spiel mal die Anweisungen ignoriert hat und den Zielspieler eigenmächtig gewechselt hat. Ziel ist es, das Mittelfeld schnell zu überbrücken und in Abschlusssituationen zu kommen. Das begünstigt dann eben auch die Gegentore.

Sicherlich lässt das stute Festhalten an einem System und das Pochen auf spezielle Muster im Aufbauspiel eine gewisse Sturheit durchschimmern. Ob man es schon als Arroganz auslegen kann, weiß ich nicht, aber es wir tendenziell auf sich selbst und auf das eigene Spiel geschaut, unabhängig vom Gegner. Es gibt Leute, die das kritisieren. Was man sagen muss ist, dass, sobald das System erst einmal vom Gegner entschlüsselt ist, es doch relativ leicht ist, sich darauf einzustellen, eben weil alles immer nach dem Schema F abläuft.


Na dann passt dass doch super.
Das ist doch genau was einige Dimi-Kritiker inklusive mir bemängelt haben.
Wir bekommen endlich ein eigenes System beim Spielaufbau, was man wiedererkennt. Wir richten uns nach uns, nach unseren Stärken und nicht mehr nach dem Gegner. Gut okay viele wünschen sich auch ein System mit 2 Spitzen, aber mal sehen. System flexibel sind die wenigsten Trainer, Dimi hat das zum Schluss gezeigt, allerdings weiß keiner warum. Dass Anfang anders handeln will, wie von Dir im Fall Kronholm beschrieben, Spieler mitnehmen, Spieler mit einbeziehen, sie ihre Entscheidung treffen lassen, hat er in der PK bereits angedeutet.

Ich glaube, so oft wie er von seiner Entlassung als Spitzenreiter gesprochen hat, das nagt immer noch an ihm. Daher glaub ich kaum, dass er nicht zumindest versucht etwas anders oder besser zu machen. Das wird ihn verändert haben, wie das muss man dann sehen. Wehle hat ihn sogar beruhigen müssen, das er im DA keinesfalls als Tabellenerster entlassen werden wird.

Grundsätzlich wollen einige, inklusive mir, weg vom Angsthasen Fußball, vom ständigen Lob auf den Gegner und vom ständigen sich vor die Mannschaft stellen, hin zu einem aktiveren, selbstbewussteren eigenen Spiel und Spielweise. Meiner Meinung nach auch weg von einer zu Mannschaftsbestimmten Kumpelei.

Von daher stimmt mich das meiste positiv was ich bisher hier und anderswo lese oder von Anfang höre. Der Lerneffekt aus der offensichtlich leider noch nicht verarbeiteten Kölner Entlassung macht mich gespannt und auch etwas nachdenklich. Hier hätte ich mir gewünscht, das dies ihm nicht mehr so nahe geht. Aber naja menschlich, „objects in the rear view mirror seem to be closer than the are...“ (Meat Loaf)

•     •     •

Wen kümmert das Wetter? Unwichtig wohin, wie weit unsere Reise, unsere Überzeugungskraft, unser Widerstandswille sind ungebrochen. Feierwütig, ballverliebt, voller Tatendrang stehn wir unbeirrbar unseren Mann, schenken keinen Zentimeter kampflos her. Ganz egal wie viele uns gegenüberstehn, mit welchen Mächtigen unsere Gegner im Bunde sind, wenn wir fallen, stehn wir wieder auf, wenn wir verlieren, kommen wir wieder und wenn wir scheinbar drei Schritte zurückweichen, nehmen wir nur Anlauf!
Markus Anfang [Trainer] |#46
06.07.2020 - 08:23 Uhr
Zitat von henry78

Ich denke, dass der Kollege @Saphirflug Euch nur Einblicke geben möchte, damit ihr sehen könnt, was Euch erwartet. Jede Station ist anders, aber der Trainer Anfang ist immer noch der selbe. Die Erkenntnise aus Köln decken sich zum Teil auch mit den Erkenntnissen aus Kiel, mit der Ausnahme, dass es bei uns keine Stars gab, die er nicht im Griff haben konnte.

Anfang lässt im 4-1-4-1, ein System, was er von sich aus praktisch nicht aufgibt, attraktiv spielen. Bei uns musste er es nicht auf Grund von innerem Druck ändern, obwohl wir unter ihm auch, sowohl in Liga 3,als auch in Liga 2,lange Phasen ohne Sieg hatten. Letzten Endes war er, mit dem Aufstieg und Platz 3, aber ergebnistechnisch erfolgreich.

Seine Spielidee funktioniert so. Er teilt das Spielfeld in verschiedene Zonen ein, in denen sich die Spieler bewegen. Das Ziel ist es, immer den Ball zu haben, aktiv zu sein und das Spiel dominant zu gewinnen. Die Königin ist die Spielsituation. Es soll agiert werden und etwas gewonnen werden. Es geht nicht darum, etwas zu verhindern. Das Ergebnis ist egal, solange das Spiel gut und eine Entwicklung zu erkennen war. Positionsspezifisch gibt es bestimmte Anforderungen. Die Aussenverteidiger pressen hoch und aggressiv, um den Ball zu erobern und bei eigenem Aufbauspiel gibt es sogar für den Torwart, feste Zielspieler, die das Aufbauspiel betreiben sollen. Die Innenverteidiger müssen also Spielaufbau können. Bei uns wurde es mal, samt Androhung eines Torwartwechsels, wenn Kronholm es nicht umsetzt, in der lokalen Zeitung ausgeschlachtet, als Kronholm in einem Spiel mal die Anweisungen ignoriert hat und den Zielspieler eigenmächtig gewechselt hat. Ziel ist es, das Mittelfeld schnell zu überbrücken und in Abschlusssituationen zu kommen. Das begünstigt dann eben auch die Gegentore.

Sicherlich lässt das stute Festhalten an einem System und das Pochen auf spezielle Muster im Aufbauspiel eine gewisse Sturheit durchschimmern. Ob man es schon als Arroganz auslegen kann, weiß ich nicht, aber es wir tendenziell auf sich selbst und auf das eigene Spiel geschaut, unabhängig vom Gegner. Es gibt Leute, die das kritisieren. Was man sagen muss ist, dass, sobald das System erst einmal vom Gegner entschlüsselt ist, es doch relativ leicht ist, sich darauf einzustellen, eben weil alles immer nach dem Schema F abläuft.


Mag ja vielleicht sein, dass Markus Anfang nicht der Best-Buddy der Fans geworden ist auf seinen letzten 2 Stationen, aber mal ehrlich, was hier aufgeschrieben steht, würde ich sofort unterscheiben!
Für mich sieht das aus, als hätte der Mann einen Plan bzw. ein System, mit dem er erfolgreich Fussball spielen lässt - Achtung, jetzt ganz wichtig!!! - und zwar unabhängig vom Verein und mit unterschiedlichen Spielermaterial. Ein System, was wirklich erkennbar ist und bei dem nach vorne marschiert wird. Ein System, bei dem im Durchschnitt 2-3 Toren geschossen werden, man gleichzeitig aber etwa halb so viele kassiert. Mit einem Punkteschnitt (>1.7), der zum Aufstieg reicht oder man um selbigen spielt. Warum sollte Markus Anfang davon ablassen, was funktioniert, obwohl alle das System (weil Schema F) entschlüsselt haben, aber unterm Strich nicht die richtige Antwort darauf gefunden haben ... augen-zuhalten

Für mich zählt, was unterm Strich raus kommt. Auch bei Dimi habe ich gesagt, dass er erfolgreich sein kann, wenn er ansatzweise seine Bilanz U19 Zeiten mitnimmt und man ihm - wie jedem anderen Trainer auch - die Zeit dazu gibt. Hat funktioniert, obwohl es im Winter recht harzig war. Das es nicht weiter zusammen geht, lag eher an ihm als am Verein.

Darum Markus, lass dich nicht beirren, hau rein und mach da weiter, wo du in Kiel und Köln aufgehört hast. daumen-hoch
Mein Wunschpunktedurchschnitt im 1 Jahr: >1.5
Dann werden wir zwar keine Betonmauer als Defensive haben, aber mit Spielern wie Fabi Holland ist die Erwartung dort eh nicht so hoch, also schön immer ein Tor mehr vorne als hinten... stark
Meinen Segen hast Du!
Dieser Beitrag wurde zuletzt von lean_svd98 am 06.07.2020 um 08:33 Uhr bearbeitet
Markus Anfang [Trainer] |#47
06.07.2020 - 12:05 Uhr
Zitat von John-Coffey
Zitat von henry78

Ich denke, dass der Kollege @Saphirflug Euch nur Einblicke geben möchte, damit ihr sehen könnt, was Euch erwartet. Jede Station ist anders, aber der Trainer Anfang ist immer noch der selbe. Die Erkenntnise aus Köln decken sich zum Teil auch mit den Erkenntnissen aus Kiel, mit der Ausnahme, dass es bei uns keine Stars gab, die er nicht im Griff haben konnte.

Anfang lässt im 4-1-4-1, ein System, was er von sich aus praktisch nicht aufgibt, attraktiv spielen. Bei uns musste er es nicht auf Grund von innerem Druck ändern, obwohl wir unter ihm auch, sowohl in Liga 3,als auch in Liga 2,lange Phasen ohne Sieg hatten. Letzten Endes war er, mit dem Aufstieg und Platz 3, aber ergebnistechnisch erfolgreich.

Seine Spielidee funktioniert so. Er teilt das Spielfeld in verschiedene Zonen ein, in denen sich die Spieler bewegen. Das Ziel ist es, immer den Ball zu haben, aktiv zu sein und das Spiel dominant zu gewinnen. Die Königin ist die Spielsituation. Es soll agiert werden und etwas gewonnen werden. Es geht nicht darum, etwas zu verhindern. Das Ergebnis ist egal, solange das Spiel gut und eine Entwicklung zu erkennen war. Positionsspezifisch gibt es bestimmte Anforderungen. Die Aussenverteidiger pressen hoch und aggressiv, um den Ball zu erobern und bei eigenem Aufbauspiel gibt es sogar für den Torwart, feste Zielspieler, die das Aufbauspiel betreiben sollen. Die Innenverteidiger müssen also Spielaufbau können. Bei uns wurde es mal, samt Androhung eines Torwartwechsels, wenn Kronholm es nicht umsetzt, in der lokalen Zeitung ausgeschlachtet, als Kronholm in einem Spiel mal die Anweisungen ignoriert hat und den Zielspieler eigenmächtig gewechselt hat. Ziel ist es, das Mittelfeld schnell zu überbrücken und in Abschlusssituationen zu kommen. Das begünstigt dann eben auch die Gegentore.

Sicherlich lässt das stute Festhalten an einem System und das Pochen auf spezielle Muster im Aufbauspiel eine gewisse Sturheit durchschimmern. Ob man es schon als Arroganz auslegen kann, weiß ich nicht, aber es wir tendenziell auf sich selbst und auf das eigene Spiel geschaut, unabhängig vom Gegner. Es gibt Leute, die das kritisieren. Was man sagen muss ist, dass, sobald das System erst einmal vom Gegner entschlüsselt ist, es doch relativ leicht ist, sich darauf einzustellen, eben weil alles immer nach dem Schema F abläuft.


Na dann passt dass doch super.
Das ist doch genau was einige Dimi-Kritiker inklusive mir bemängelt haben.
Wir bekommen endlich ein eigenes System beim Spielaufbau, was man wiedererkennt. Wir richten uns nach uns, nach unseren Stärken und nicht mehr nach dem Gegner. Gut okay viele wünschen sich auch ein System mit 2 Spitzen, aber mal sehen. System flexibel sind die wenigsten Trainer, Dimi hat das zum Schluss gezeigt, allerdings weiß keiner warum. Dass Anfang anders handeln will, wie von Dir im Fall Kronholm beschrieben, Spieler mitnehmen, Spieler mit einbeziehen, sie ihre Entscheidung treffen lassen, hat er in der PK bereits angedeutet.

Ich glaube, so oft wie er von seiner Entlassung als Spitzenreiter gesprochen hat, das nagt immer noch an ihm. Daher glaub ich kaum, dass er nicht zumindest versucht etwas anders oder besser zu machen. Das wird ihn verändert haben, wie das muss man dann sehen. Wehle hat ihn sogar beruhigen müssen, das er im DA keinesfalls als Tabellenerster entlassen werden wird.

Grundsätzlich wollen einige, inklusive mir, weg vom Angsthasen Fußball, vom ständigen Lob auf den Gegner und vom ständigen sich vor die Mannschaft stellen, hin zu einem aktiveren, selbstbewussteren eigenen Spiel und Spielweise. Meiner Meinung nach auch weg von einer zu Mannschaftsbestimmten Kumpelei.

Von daher stimmt mich das meiste positiv was ich bisher hier und anderswo lese oder von Anfang höre. Der Lerneffekt aus der offensichtlich leider noch nicht verarbeiteten Kölner Entlassung macht mich gespannt und auch etwas nachdenklich. Hier hätte ich mir gewünscht, das dies ihm nicht mehr so nahe geht. Aber naja menschlich, „objects in the rear view mirror seem to be closer than the are...“ (Meat Loaf)


Genau auf diese Spielweise und Einstellung freue ich mich und nicht wie das Kaninchen vor der Schlange. Immer den Gegner schön stark reden damit man bei einer Niederlage auch ja eine Ausrede hat.
Markus Anfang [Trainer] |#48
06.07.2020 - 12:43 Uhr
Ja super, dann machen wir das wie beim Frings, machen schön viele Tore (4:3 gegen Bielefeld ; 3:3 gegen Dresden) und schön viele Gegentore.
Ich bin sehr gespannt auf Markus Anfang, aber nur weil man eine tolle Idee hat, die auch größtenteils funktionieren kann, heißt das noch nicht, dass diese nicht entschlüsselt und dann unerfolgreich gemacht werden kann.
Ich merke, ihr seht das anders, aber ich bin dafür, sich auf den Gegner einzustellen und anhand des Gegners seinen Spielstil anzupassen. Klar muss dafür auch eine grundlegende eigene Linie vorhanden sein.
Es ist ja schön, dass die Kölner unter ihm in 33 Spielen 91 Tore geschossen haben, dafür haben sie aber auch 49 kassiert. Jetzt haben wir aber wohl nicht die Qualität für so viele Tore, denn es gibt keinen Modeste, keinen Terrodde, keinen Corodoba oder Koziello von der Bank.
Ich halte es für gefährlich, zu sagen: Na ja, 1,5 Gegentore pro Spiel, mit dem Holland links kannst du eh nicht mehr erreichen. Das sind immerhin 51 Gegentore pro Saison und wie wir alle schon mal gesehen haben: Solange du vorne die Dinger machst, ok, dann kannst du auch mal hinten versagen. Wenn aber dann das mentale dazu kommt, du immer noch die Dinger bekommst, aber vorne nicht triffst, weil du entschlüsselt wurdest, dann bist du ganz schnell in einer Abwärtsspirale, aus der nur noch Dirk Schuster dich retten kann.
Ehrlich gesagt bin ich noch immer ein bisschen skeptisch, ob der Entscheidung für Markus Anfang, der wohl noch ein kleines Trauma davon hat, in Köln entlassen worden zu sein.
Letzter Punkt: Viele wünschen sich keinen Kumpeltyp an der Seitenlinie, aber seien wir mal ehrlich. Es ist egal, ob Kumpel oder Chef, wenn die Ergebnisse nicht stimmen, dann ist er Trainer entweder zu hart oder zu weich. Ich denke grade Dirk Schuster hat in Darmstadt eine gute Mischung gehabt zwischen Zuckerbrot und Peitsche, ich denke aber auch, dass Grammozis einen guten Draht zur Mannschaft hatte, der weniger auf Autorität sondern Vertrauen aufbaute. Und seien wir ehrlich. Spitzel in die Mannschaft zu bauen, hat nichts von Chef mit harter Hand, sondern ist ein absoluter Vertrauensbruch, denn niemand lässt sich gerne abhören und vor allem hat der Spitzel dann ganz schnell sein Standing in der Mannschaft verloren. Ich hoffe sowas wird es in Darmstadt nie geben, denn das wird dazu führen, dass die Mannschaft schnell in mindestens Zwei, wahrscheinlich aber noch mehr Lager gespalten ist.
Markus Anfang [Trainer] |#49
06.07.2020 - 12:55 Uhr
Mir ist es lieber man traut sich etwas, als sich wie in der Vorrunde komplett hinten rein zu stellen. Wir dafür eh keine Mannschaft um nur tief zu stehen. Ich denke das konnten wir über die Saison gut beobachten. Wann immer wir das versucht haben oder z. B. nach einer Führung versucht haben extrem tief zu stehen und den Gegner kommen zu lassen, ging das meistens schief!
Markus Anfang [Trainer] |#50
06.07.2020 - 12:59 Uhr
Zitat von Bieber98
Mir ist es lieber man traut sich etwas, als sich wie in der Vorrunde komplett hinten rein zu stellen. Wir dafür eh keine Mannschaft um nur tief zu stehen. Ich denke das konnten wir über die Saison gut beobachten. Wann immer wir das versucht haben oder z. B. nach einer Führung versucht haben extrem tief zu stehen und den Gegner kommen zu lassen, ging das meistens schief!


Das stimmt, aber man braucht denke ich eine Balance, schau doch mal wie es unter Frings lief. Da hieß es auch, komm wir trauen uns, spielen immer nach vorne, Topfavorit in Liga 2 und dann? Dann purzelten hinten nur so die Tore, während vorne plötzlich gar nichts mehr ging.
  Post-Optionen
Den kompletten Thread wirklich löschen?

  Paten-Optionen
Möchtest Du den Beitrag wirklich löschen?
  Diesen Beitrag alarmieren
  Diesen Beitrag alarmieren
  Diesen Beitrag alarmieren
  Lesezeichen
  Abonnierte Threads
  Guter Beitrag
  Guter Beitrag
  Guter Beitrag
  Post-Optionen
Nutze die Thread-Suche, wenn Du diesen Post in einen anderen Thread verschieben möchtest. Drücke Thread erstellen, wenn aus diesem Post ein eigenständiger Thread werden soll.
Widerruf Tracking & Cookies

Du hast erfolgreich deine Einwilligung in die Nutzung unseres Angebots mit Tracking und Cookies widerrufen. Damit entfallen alle Einwilligungen, die du zuvor über den (Cookie-) Einwilligungsbanner bzw. über den Privacy-Manager erteilt hast. Du kannst dich jetzt erneut zwischen dem Pur-Abo und der Nutzung mit Tracking und Cookies entscheiden. Bitte beachte, dass dieser Widerruf aus technischen Gründen keine Wirksamkeit für sonstige Einwilligungen (z.B. in den Empfang von Newslettern) entfalten kann. Bitte wende dich diesbezüglich an datenschutz@transfermarkt.de.