13.08.2026 - 13:36 | Quelle: Kicker/Transfermarkt.de | Lesedauer: unter 2 Min.
VfL Wolfsburg
Dieter Hecking
Über Transfers & Zielsetzung 

Hecking: Wolfsburg hat „Möglichkeiten, die kaum ein anderer Zweitligist jemals hatte“

Hecking: VfL Wolfsburg hat „Möglichkeiten, die kaum ein anderer Zweitligist jemals hatte“
©IMAGO

Laut Geschäftsführer Dieter Hecking ist der VfL Wolfsburg auch nach dem ersten Bundesliga-Abstieg seiner Vereinsgeschichte top aufgestellt und bietet beste Bedingungen für Neuzugänge. „Eines müssen wir gar nicht verheimlichen: Natürlich zahlt der VfL Wolfsburg gute Gehälter. Wir haben Möglichkeiten, die kaum ein anderer Zweitligist jemals hatte. Mit Reese und Glatzel wurden sehr lange Gespräche geführt“, erklärte der 61-Jährige im Interview mit dem „Kicker“.



Die Niedersachsen haben 22,7 Millionen Euro in Neuzugänge investiert und damit fast so viel wie alle übrigen Zweitligisten zusammen. Dem gegenüber stehen allerdings 64,25 Mio. Euro Einnahmen für die Verkäufe von unter anderem Dzenan Pejcinovic (25 Mio. Euro), Konstantinos Koulierakis (16,5 Mio. Euro) und Patrick Wimmer (10 Mio. Euro). Die gestandenen Profis Fabian Reese, Robert Glatzel, Timon Wellenreuther, Hauke Wahl, Fraser Hornby und Elvis Rexhbecaj sollen das Gerüst der neuen Mannschaft bilden.



„Hätten Sie nur aufs Geld geschaut, wäre das schneller gegangen. Aber sie wollten genau wissen, was wir als Klub und mit ihnen vorhaben. Davon konnten wir sie überzeugen“, meinte Hecking über die Neuzugänge. Mit Blick auf die „inzwischen fast 70 Millionen“ an Transfererlösen sagte der ehemalige Bundesliga-Trainer: „Dass solche Summen möglich sind, zeigt auch: Obwohl die Mannschaft abgestiegen ist, besitzen viele Spieler individuell einen hohen Wert. Den lassen wir uns bezahlen.“


Zu- und Abgänge: Was der VfL Wolfsburg noch auf dem Transfermarkt plant


Auf der Verkaufsliste stehen noch Kamil Grabara, Denis Vavro, Moritz Jenz und Mohamed Amoura, die allesamt keine Zukunft mehr beim VfL besitzen. „Stand heute“ werden diese Profis nicht mehr für die Niedersachsen zum Einsatz kommen, so Hecking. Zum Schnäppchenpreis sind Grabara & Co. jedoch nicht zu haben. „Nein. Wir sind ein fairer Verhandlungspartner, aber auch sehr klar in unseren Forderungen.“ Sollte der Markt „etwas Spannendes“ hergeben, würden die Wolfsburger eventuell noch einmal selbst nachlegen.



Etwas verklausuliert bestätigte Hecking, dass es für den Deutschen Meister von 2009 in dieser Saison ausschließlich um den Wiederaufstieg geht: „Wir sind die Gejagten und müssen diese Rolle erst einmal annehmen. Wenn wir unsere Möglichkeiten ausschöpfen, werden wir erfolgreich sein. Und erfolgreich heißt in diesem Fall: ganz weit vorne stehen. Wir sollten aber nicht nach dem ersten oder fünften Spieltag darüber reden, was im Mai sein muss. Abgerechnet wird nach dem 34. Spieltag.“ Zum Auftakt spielten die Wölfe 0:0 gegen den 1. FC Kaiserslautern. In Sachen Kaderwert (154 Mio. Euro) dominiert der VfL die Konkurrenz deutlich.


Hinweis: Wenn du etwas googelst, bekommst du neben den normalen Ergebnissen auch eine Box mit aktuellen News angezeigt. Wenn du Transfermarkt als bevorzugte Quelle hinterlegst, tauchen unsere Inhalte dort häufiger für dich auf. Füge Transfermarkt hier als bevorzugte Quelle hinzu.

Weitere News

Letzte Beiträge Newsforum

mituu VfL Wolfsburg mituu 14.08.2026 - 09:53
@Ultramarin Da bin ich bei dir und ich bin mir seit je her bewusst, dass der VfL Wolfsburg mit einem doppelten Boden agieren kann, wo andere weit mehr Probleme vor der Brust hätten. Die DFL hat sich insgesamt mit der Regelung selbst in eine Ecke manövriert, wo es sehr schwierig wird wieder eine Konsistenz herzustellen.

Die DFL hat ja mit dem folgenden aus dem schreiben des Kartellamtes einen Auftrag.

Zitat von Kartellamt

7. Ist der Zusagenvorschlag der DFL zur Förderausnahme geeignet, die 50+1-Regel rechtssicher zu machen?

Im Ausgangspunkt kann der Zusagenvorschlag nach Auffassung des Bundeskartellamtes einen wichtigen Beitrag zur rechtssicheren Anwendung der 50+1-Regel leisten. Denn er sieht die Streichung der Förderausnahme und damit die Beendigung der Möglichkeit vor, unter bestimmten Voraussetzungen von der Vorgabe der Vereinsprägung und damit der partizipativen Mitbestimmung abzusehen. Dadurch wird eine Ungleichbehandlung zwischen den Ligateilnehmern abgestellt.

Die derzeitige Ausgestaltung der Bestandsschutzregel für die Klubs, die bereits eine Förderausnahme erhalten haben, würde jedoch dem vom Europäischen Gerichtshof aufgestellten Anforderungen an eine konsistente Verfolgung des Gemeinwohlziels und homogene regulatorische Wettbewerbsbedingungen zuwiderlaufen. Denn die für den Bestandsschutz vorgesehenen Bedingungen verlangen zwar mehr Mitgliederpartizipation und gegebenenfalls die Zahlung eines monetären Vorteilsausgleichs. Sie sehen aber nicht vor, dass ein für Neumitglieder zugänglicher Verein vergleichbaren Einfluss auf die Profiabteilung erhält wie bei den Regelklubs.


Also der Bestandsschutz wäre wohl möglich, wenn ... "Neumitglieder zugänglicher Verein vergleichbaren Einfluss auf die Profiabteilung erhält wie bei den Regelklubs". Mehr Mitbestimmung des Muttevereins möglich wäre.

Zumindest interpretiere ich das ganze so. Aber das ist ja bei all diesen Sachen immer relativ subjektiv und man kann für vieles Argumente finden. Es stellt sich auch die Frage inwieweit das auch andere Vereine betrifft, wo andere Rechtsformen vorherrschen und trotz mehr als 51% der Anteile beim Mutterverein keine reale Mitbestimmung der Mitglieder möglich ist.

@DoppelWobber Die Kritik kann ich grundsätzlich verstehen. Wobei ich da insgesamt zu 50+1 eine ganz andere Meinung habe und ich nicht sehe warum man Vereinen vorschreiben will, wie sie sich Wirtschaftlich aufstellen wollen. Wenn man sich die falschen Partner aussucht ist das halt dann das selbst gewählte Schicksal und die Mitglieder der jeweiligen e.V. könnten ja theoretisch wählen und somit dann entscheiden.

Ich finde unsere Konstellation eigentlich absolut stabil und in Ordnung. Wir sind seit je her mit Unternehmen, Stadt und co. Verbunden. Warum sollte also diese traditionelle und seit Jahrzenten existierende Verbindung nicht entsprechend genutzt werden.

In der Bundesliga und im Fußball wird man sowieso nie einen Wirtschaftlich 100% fairen Wettbewerb erschaffen können, da es da viel zu viele unterschiedliche Parameter gibt.

Grundsätzlich würde ich mir bei uns mehr Nachhaltigkeit und Visionen wünschen. Ich bin seit Anfang der 90er dabei und eine wirkliche Vision wie dieser Verein aussehen und wofür er stehen will gibt es nicht. Da gibt es andauernd neue Punchlines. Aber es wird nie richtig Durchdacht und dann auch so gehandelt. Erinner dich an das geplante neue Trainings- und Akademie Zentrum, wo alle U-Mannschaften (Jungs und Mädels) gewesen wären und auch die Profis ihr neues Trainingsdomizil gehabt hätten. Das Geld wäre wesentlich besser in Steine und Infrastruktur eingesetzt gewesen als in einen Jenz, Majer, Amoura und weitere mehr ... vielleicht würde man dann auch mal mehr Potenzielle Kandidaten aus den U-Teams im Kader haben.
DoppelWobber VfL Wolfsburg DoppelWobber 13.08.2026 - 19:35
Zitat von Ultramarin
@mituu Danke für die ausführliche Antwort. In vielem bin ich bei dir: Wolfsburg hat seine Sonderstellung nicht selbst beschlossen, darf selbstverständlich Spieler verkaufen und ersetzen, und Hecking muss sich nicht für jeden Transfer entschuldigen.

Mein Punkt ist ein anderer: Regelkonformität beantwortet nicht die Frage nach Wettbewerbsgerechtigkeit.

Denn Wolfsburg hält die eigentliche 50+1-Grundregel faktisch nicht ein. VW beherrscht die Profifußball-GmbH vollständig. Zulässig ist das nur aufgrund einer Förderausnahme.

Der rechtliche Rahmen dafür wurde 1998 vom DFB-Bundestag geschaffen. Wolfsburgs konkreter Antrag wurde allerdings erst 2000 vom DFB genehmigt – nicht von allen Vereinen einzeln beschlossen. Auch ein namentliches Ja der einzelnen Vereine ist öffentlich nicht belegt.

Dass diese Ausnahme vor Jahrzehnten regelkonform erteilt wurde, macht ihre heutige Wirkung nicht automatisch fair. Genau deshalb fordert das Bundeskartellamt inzwischen eine einheitliche und diskriminierungsfreie Anwendung von 50+1 und sieht beim dauerhaften Bestandsschutz für Wolfsburg und Leverkusen Nachbesserungsbedarf.

Man kann also gleichzeitig anerkennen, dass Wolfsburg innerhalb der bestehenden Ordnung handelt – und kritisieren, dass diese Ordnung dem Klub Möglichkeiten verschafft, die andere Zweitligisten nicht haben.

Heckings Aussage ist vermutlich ehrlich. Gerade deshalb hätte ich mir mehr öffentliche Einordnung gewünscht: Dieser Vorteil ist nicht einfach eine gewöhnlich erarbeitete Vereinsstärke, sondern auch Folge einer bis heute umstrittenen Sonderstellung.

Die Aussage „Das wurde damals demokratisch beschlossen, also ist Wolfsburg nichts vorzuwerfen“ greift mir deshalb zu kurz. Es geht nicht um einen persönlichen Vorwurf an Hecking oder einzelne Wolfsburger, sondern um die Frage, ob diese strukturelle Ungleichheit heute noch gerechtfertigt werden kann.


Wobei für mich die Frage ist worin liegt die Sonderstellung und wogegen richtet sich die Kritik.
Gehts es einzig um 50+1 oder doch um die sehr starke finanzielle Unterstützung von VW. Beides muss nicht zwingend Hand in Hand gehen.
Ich kann beide Punkte als Kritik verstehen und würde mir selbst Anpassungen wünschen. Aber am Ende ist mir die "Kritik" vieler Traditionalisten oftmals zu allgemein.

Zum Text:
Solide Aussagen von Hecking. Ich war kein Fan davon ihn zum GF zu befördern, aber er macht den Job bis jetzt tadellos.
Ultramarin Karlsruher SC Ultramarin 13.08.2026 - 17:12
@mituu Danke für die ausführliche Antwort. In vielem bin ich bei dir: Wolfsburg hat seine Sonderstellung nicht selbst beschlossen, darf selbstverständlich Spieler verkaufen und ersetzen, und Hecking muss sich nicht für jeden Transfer entschuldigen.

Mein Punkt ist ein anderer: Regelkonformität beantwortet nicht die Frage nach Wettbewerbsgerechtigkeit.

Denn Wolfsburg hält die eigentliche 50+1-Grundregel faktisch nicht ein. VW beherrscht die Profifußball-GmbH vollständig. Zulässig ist das nur aufgrund einer Förderausnahme.

Der rechtliche Rahmen dafür wurde 1998 vom DFB-Bundestag geschaffen. Wolfsburgs konkreter Antrag wurde allerdings erst 2000 vom DFB genehmigt – nicht von allen Vereinen einzeln beschlossen. Auch ein namentliches Ja der einzelnen Vereine ist öffentlich nicht belegt.

Dass diese Ausnahme vor Jahrzehnten regelkonform erteilt wurde, macht ihre heutige Wirkung nicht automatisch fair. Genau deshalb fordert das Bundeskartellamt inzwischen eine einheitliche und diskriminierungsfreie Anwendung von 50+1 und sieht beim dauerhaften Bestandsschutz für Wolfsburg und Leverkusen Nachbesserungsbedarf.

Man kann also gleichzeitig anerkennen, dass Wolfsburg innerhalb der bestehenden Ordnung handelt – und kritisieren, dass diese Ordnung dem Klub Möglichkeiten verschafft, die andere Zweitligisten nicht haben.

Heckings Aussage ist vermutlich ehrlich. Gerade deshalb hätte ich mir mehr öffentliche Einordnung gewünscht: Dieser Vorteil ist nicht einfach eine gewöhnlich erarbeitete Vereinsstärke, sondern auch Folge einer bis heute umstrittenen Sonderstellung.

Die Aussage „Das wurde damals demokratisch beschlossen, also ist Wolfsburg nichts vorzuwerfen“ greift mir deshalb zu kurz. Es geht nicht um einen persönlichen Vorwurf an Hecking oder einzelne Wolfsburger, sondern um die Frage, ob diese strukturelle Ungleichheit heute noch gerechtfertigt werden kann.
Autor
PhilippMrq
Philipp Marquardt
TM-Username: PhilippMrq

Alle Beiträge des Autors
Dieter Hecking
VfL Wolfsburg
Dieter Hecking
Geb./Alter:
12.09.1964 (61)
Nat.:  Deutschland
Akt. Verein:
VfL Wolfsburg
Aktuelle Funktion:
Geschäftsführer Sport
Vertrag bis:
30.06.2028
Im Amt seit:
01.06.2026
VfL Wolfsburg
Gesamtmarktwert:
154,15 Mio. €
Wettbewerb:
2. Bundesliga
Tabellenstand:
4.
Kadergröße:
35
Letzter Transfer:
Alexander Bernhardsson
Widerruf Tracking & Cookies

Du hast erfolgreich deine Einwilligung in die Nutzung unseres Angebots mit Tracking und Cookies widerrufen. Damit entfallen alle Einwilligungen, die du zuvor über den (Cookie-) Einwilligungsbanner bzw. über den Privacy-Manager erteilt hast. Du kannst dich jetzt erneut zwischen dem Pur-Abo und der Nutzung mit Tracking und Cookies entscheiden. Bitte beachte, dass dieser Widerruf aus technischen Gründen keine Wirksamkeit für sonstige Einwilligungen (z.B. in den Empfang von Newslettern) entfalten kann. Bitte wende dich diesbezüglich an datenschutz@transfermarkt.de.