Gib mich die Kirsche! Der Talkthread
18.01.2025 - 13:04 Uhr
09.02.2025 - 19:13 Uhr
Zitat von WalterFroschsErbe
Da stecken für mich die zentralen Punkte drin: woher kommt das Geld für Investitionen, wer tätigt die Investitionen.
Geld muss nicht bloß an der richtigen Stelle eingesammelt und umverteilt werden. Erstmal braucht man eine Wertschöpfung. Und für die brauchen wir mehr den je Innovation. Die verlangt gebündelte Investition von Kapital.
Das wird nicht vom Staat kommen. Gerade wenn Konjuktur rückläufig ist, fehlt der Wirtschaft das Kapital, um zu investieren. Da braucht es die Leute, die privat das Risiko gehen. Und da soll sich keiner vertun: Vermögen vermehren geschieht immer durch Wagnis und nicht durch ein volles Festgeldkonto.
Der Staat ist die beste Lösung für viele Dinge. Aber nicht für alle. Die Finanzierung seiner Aufgaben muss sichergestellt werden, der Umfang seiner Tätigkeiten aber abgewogen werden.
Innovation, Ideenwettbewerb, Investitionen funktionieren deutlich besser mit wenig Staat. Ist ja auch nicht so überraschend, dass in einem Umfeld großer Unsicherheit, ein in Behördenzimmern entworfener Rahmen mit wenig Handlungsfreiheit nicht die beste Lösung bringt.
Versinnbildlicht ist diese Überschätzung in der Idee, einen europäischen Champion aufzubauen: niemand baut EINEN Champion der Zukunft auf. Du weißt nicht, was den Champion von morgen ausmacht, schon gar nicht, was er macht. Das einzige, was du aufbauen kannst, ist einen riesen Klopps, der der Champion von gestern hätte werden können.
Will man große Innovationskraft freisetzen, ist das einzige, oder zumindest erste was zu tun ist, die Schranken zu heben. Dass heißt, Kapital fließen zu lassen, wenn es will. Unsere Regulierung zur Finanzierung von Start-Ups ist ein riesiger Hemmschuh. Zu akzeptieren, dass ein paar mal 4 Mrd in den Sand gesetzt werden müssen, damit bei 20. mal ein 120 Mrd. Unternehmen entsteht, ist etwas, was Staaten nicht können, private Anleger aber tun.
Zitat von BVBBC
Gerade die Vermögensteuer ist in meinen Augen ein hochgradig unsachlich bis populistisch geführtes Thema, weil es nur kurzfristig betrachtet wird, aber nicht langfristig. Die Erbschaftsteuer als effektiv vorhandene Vermögensteuer wird schließlich bewusst ausgeklammert, wodurch das Thema in vielen Fällen fast schon irreführend ist.
Nehmen wir bspw. mal einen faulen Privatier an, der es trotz seiner Faulheit schafft gute 6% Rendite im Jahr zu generieren. Nehmen wir weiterhin an, dass dieser Privatier recht jung an sein Vermögen per Erbschaft von 18,6 Mio. (26,4 Mio. vor Erbschaftsteuer - ab hier werden 30% als Höchstsatz entrichtet bei direkter Erbfolge, sonst sogar mehr) gekommen ist, daher noch 40 Jahre lebt sowie über das Geld verfügt. Dazu gehen wir von jährlich exakt 2% Inflation aus und davon, dass der Privatier 0,5% seines Vermögens jedes Jahr für den Konsum verwendet.
Ohne Vermögensteuer fallen in 40 Jahren insgesamt 27,4 Mio. Kapitalertragsteuer an. Der nächste Erbe erhält dann ein Vermögen von stolzen 83,2 Mio. (kaufkraftbereinigt 38,5 Mio.), das wieder versteuert werden muss. Bei denselben Steuersätzen in der Zukunft, würde das 24,8 Mio. Erbschaftsteuer bedeuten. In Summe würden vom generierten Vermögen dieses Privatiers also 52,3 Mio. als Steuern an den Staat gehen.
Mit Vermögensteuer (soweit ich mich erinnere, lag bei der letzten Wahl der SPD Vorschlag bei 1% und 3 Mio. Freibetrag), würden nur noch 22,3 Mio. Kapitalertragsteuer anfallen. Dazu kommen 13 Mio. Vermögensteuer. Zu Lebzeiten wird das Vermögen also höher besteuert, um knapp 8 Mio.. Dadurch steigt der Wert des Vermögens "nur" auf 59,2 Mio. an, was Konsequenzen für die Erbschaftsteuer hat. Diese beträgt in diesem Szenario dann auch "nur" 17,6 Mio., womit in Summe also das Vermögen 52,9 Mio. an direkten Steuern generiert hat.
Allerdings muss man auch noch indirekte Steuern bedenken. Bei 0,5% des Vermögens als jährliches Budget ergeben sich schließlich gänzlich andere Beträge, die letztendlich in den Wirtschaftskreislauf einfließen. Nehmen wir hierfür mal an, dass für 70% dieses Geldes 19% MwSt. in Deutschland fällig sind und ignorieren mal die restlichen 30% des Konsums. Ohne Vermögensteuer kämen dann weitere 1,2 Mio. an Steuern dazu. Mit Vermögensteuer wären es 0,9 Mio.. Die Lücke im Steueraufwand in beiden Szenarien wird also immer kleiner.
Selbst wenn wir beim Konsum von einem Fixbetrag, der in den Folgejahren um die jährliche Inflation erhöht wird, ausgehen würden, sähe es folgendermaßen aus:
Konsum in Jahr 1 | Steuern mit Vermögensteuer | ohne Vermögensteuer
60.000€ | 57,0 Mio. | 57,2 Mio.
250.000€ | 44,5 Mio. 45,6 Mio.
500.000€ | 28,0 Mio. | 30,3 Mio.
Mit anderen Worten: eine Vermögensteuer generiert kurzfristig höhere Steuereinnahmen, langfristig aber nicht. Wer das Geld zudem auf den Kopf haut, zahlt langfristig effektiv am wenigsten Steuern, vererbt aber auch irgendwann nichts mehr, was auch danach noch versteuert werden kann. Du kommst mit der Vermögensteuer also gerade an das Geld der protzenden Reichen nicht ran, selbst wenn sie nicht zu Steuerflüchtlingen werden.
Es ist in meinen Augen zwar vollkommen klar: wer gut verdient, egal wie, muss auch mehr für die Allgemeinheit leisten, in Form von Steuern, aber der Staat muss sich denke ich etwas besseres als eine Vermögensteuer einfallen lassen, wie er davon profitieren kann, dass es Menschen im Land gibt, die offenbar besser verstehen, wie man Geld generiert als der Staat selbst. Unabhängig davon, dass das Geld als Investition in Deutschland eben auch noch etwas bewirken kann, um indirekt Einnahmen für den Staat zu generieren. Gerade die Problematik wäre für Unternehmer nochmal ein deutlich komplexeres Thema. Denn spätestens dann hängen direkt Arbeitsplätze dran und die beste langfristige Einnahmequelle des Staates bleiben immer noch möglichst viele Menschen mit möglichst hohen Löhnen. Ob eine Vermögensteuer dafür aber produktiv ist? Ich hege da so meine Zweifel ...
Zitat von Holzschuh85
@BVBBC liefert hier einen entscheidenden Beitrag: 1. was ich will und 2. was verhältnismäßig und machbar ist, das ist Welten voneinander entfernt.
Ich glaube an diese Verfassung.
Also braucht es andere Lösungen.
Ich bin da für viele Wege offen, aber so wie es aktuell in Deutschland ist, treibt das Land auseinander.
@BVBBC liefert hier einen entscheidenden Beitrag: 1. was ich will und 2. was verhältnismäßig und machbar ist, das ist Welten voneinander entfernt.
Ich glaube an diese Verfassung.
Also braucht es andere Lösungen.
Ich bin da für viele Wege offen, aber so wie es aktuell in Deutschland ist, treibt das Land auseinander.
Gerade die Vermögensteuer ist in meinen Augen ein hochgradig unsachlich bis populistisch geführtes Thema, weil es nur kurzfristig betrachtet wird, aber nicht langfristig. Die Erbschaftsteuer als effektiv vorhandene Vermögensteuer wird schließlich bewusst ausgeklammert, wodurch das Thema in vielen Fällen fast schon irreführend ist.
Nehmen wir bspw. mal einen faulen Privatier an, der es trotz seiner Faulheit schafft gute 6% Rendite im Jahr zu generieren. Nehmen wir weiterhin an, dass dieser Privatier recht jung an sein Vermögen per Erbschaft von 18,6 Mio. (26,4 Mio. vor Erbschaftsteuer - ab hier werden 30% als Höchstsatz entrichtet bei direkter Erbfolge, sonst sogar mehr) gekommen ist, daher noch 40 Jahre lebt sowie über das Geld verfügt. Dazu gehen wir von jährlich exakt 2% Inflation aus und davon, dass der Privatier 0,5% seines Vermögens jedes Jahr für den Konsum verwendet.
Ohne Vermögensteuer fallen in 40 Jahren insgesamt 27,4 Mio. Kapitalertragsteuer an. Der nächste Erbe erhält dann ein Vermögen von stolzen 83,2 Mio. (kaufkraftbereinigt 38,5 Mio.), das wieder versteuert werden muss. Bei denselben Steuersätzen in der Zukunft, würde das 24,8 Mio. Erbschaftsteuer bedeuten. In Summe würden vom generierten Vermögen dieses Privatiers also 52,3 Mio. als Steuern an den Staat gehen.
Mit Vermögensteuer (soweit ich mich erinnere, lag bei der letzten Wahl der SPD Vorschlag bei 1% und 3 Mio. Freibetrag), würden nur noch 22,3 Mio. Kapitalertragsteuer anfallen. Dazu kommen 13 Mio. Vermögensteuer. Zu Lebzeiten wird das Vermögen also höher besteuert, um knapp 8 Mio.. Dadurch steigt der Wert des Vermögens "nur" auf 59,2 Mio. an, was Konsequenzen für die Erbschaftsteuer hat. Diese beträgt in diesem Szenario dann auch "nur" 17,6 Mio., womit in Summe also das Vermögen 52,9 Mio. an direkten Steuern generiert hat.
Allerdings muss man auch noch indirekte Steuern bedenken. Bei 0,5% des Vermögens als jährliches Budget ergeben sich schließlich gänzlich andere Beträge, die letztendlich in den Wirtschaftskreislauf einfließen. Nehmen wir hierfür mal an, dass für 70% dieses Geldes 19% MwSt. in Deutschland fällig sind und ignorieren mal die restlichen 30% des Konsums. Ohne Vermögensteuer kämen dann weitere 1,2 Mio. an Steuern dazu. Mit Vermögensteuer wären es 0,9 Mio.. Die Lücke im Steueraufwand in beiden Szenarien wird also immer kleiner.
Selbst wenn wir beim Konsum von einem Fixbetrag, der in den Folgejahren um die jährliche Inflation erhöht wird, ausgehen würden, sähe es folgendermaßen aus:
Konsum in Jahr 1 | Steuern mit Vermögensteuer | ohne Vermögensteuer
60.000€ | 57,0 Mio. | 57,2 Mio.
250.000€ | 44,5 Mio. 45,6 Mio.
500.000€ | 28,0 Mio. | 30,3 Mio.
Mit anderen Worten: eine Vermögensteuer generiert kurzfristig höhere Steuereinnahmen, langfristig aber nicht. Wer das Geld zudem auf den Kopf haut, zahlt langfristig effektiv am wenigsten Steuern, vererbt aber auch irgendwann nichts mehr, was auch danach noch versteuert werden kann. Du kommst mit der Vermögensteuer also gerade an das Geld der protzenden Reichen nicht ran, selbst wenn sie nicht zu Steuerflüchtlingen werden.
Es ist in meinen Augen zwar vollkommen klar: wer gut verdient, egal wie, muss auch mehr für die Allgemeinheit leisten, in Form von Steuern, aber der Staat muss sich denke ich etwas besseres als eine Vermögensteuer einfallen lassen, wie er davon profitieren kann, dass es Menschen im Land gibt, die offenbar besser verstehen, wie man Geld generiert als der Staat selbst. Unabhängig davon, dass das Geld als Investition in Deutschland eben auch noch etwas bewirken kann, um indirekt Einnahmen für den Staat zu generieren. Gerade die Problematik wäre für Unternehmer nochmal ein deutlich komplexeres Thema. Denn spätestens dann hängen direkt Arbeitsplätze dran und die beste langfristige Einnahmequelle des Staates bleiben immer noch möglichst viele Menschen mit möglichst hohen Löhnen. Ob eine Vermögensteuer dafür aber produktiv ist? Ich hege da so meine Zweifel ...
Da stecken für mich die zentralen Punkte drin: woher kommt das Geld für Investitionen, wer tätigt die Investitionen.
Geld muss nicht bloß an der richtigen Stelle eingesammelt und umverteilt werden. Erstmal braucht man eine Wertschöpfung. Und für die brauchen wir mehr den je Innovation. Die verlangt gebündelte Investition von Kapital.
Das wird nicht vom Staat kommen. Gerade wenn Konjuktur rückläufig ist, fehlt der Wirtschaft das Kapital, um zu investieren. Da braucht es die Leute, die privat das Risiko gehen. Und da soll sich keiner vertun: Vermögen vermehren geschieht immer durch Wagnis und nicht durch ein volles Festgeldkonto.
Der Staat ist die beste Lösung für viele Dinge. Aber nicht für alle. Die Finanzierung seiner Aufgaben muss sichergestellt werden, der Umfang seiner Tätigkeiten aber abgewogen werden.
Innovation, Ideenwettbewerb, Investitionen funktionieren deutlich besser mit wenig Staat. Ist ja auch nicht so überraschend, dass in einem Umfeld großer Unsicherheit, ein in Behördenzimmern entworfener Rahmen mit wenig Handlungsfreiheit nicht die beste Lösung bringt.
Versinnbildlicht ist diese Überschätzung in der Idee, einen europäischen Champion aufzubauen: niemand baut EINEN Champion der Zukunft auf. Du weißt nicht, was den Champion von morgen ausmacht, schon gar nicht, was er macht. Das einzige, was du aufbauen kannst, ist einen riesen Klopps, der der Champion von gestern hätte werden können.
Will man große Innovationskraft freisetzen, ist das einzige, oder zumindest erste was zu tun ist, die Schranken zu heben. Dass heißt, Kapital fließen zu lassen, wenn es will. Unsere Regulierung zur Finanzierung von Start-Ups ist ein riesiger Hemmschuh. Zu akzeptieren, dass ein paar mal 4 Mrd in den Sand gesetzt werden müssen, damit bei 20. mal ein 120 Mrd. Unternehmen entsteht, ist etwas, was Staaten nicht können, private Anleger aber tun.
Naja dazu musst du aber auch berücksichtigen das zunächst mal ein Nährboden für Innovation bereitet werden muss, und genau da kommt der Staat bzw. die Politik sogar ganz gewaltig ins Spiel:
-Kartellrecht durchsetzen, um zu verhindern, dass große Unternehmen den Markt dominieren.
-Freihandel fördern, damit Unternehmen weltweit agieren können.
-Bürokratische Hürden für neue Unternehmen abbauen, um Start-ups die Marktteilnahme zu erleichtern.
-Ein funktionierendes Patentsystem sicherstellen, um Innovationen wirtschaftlich nutzbar zu machen.
-Den Missbrauch von Patenten verhindern, damit Innovationen nicht durch Patenttrolle blockiert werden.
-Investition in Schulen und Universitäten, um qualifizierte Arbeitskräfte zu schaffen.
-Förderung der Grundlagenforschung, die für Unternehmen oft zu riskant oder teuer ist
-Kooperation zwischen Wissenschaft und Wirtschaft erleichtern, um den Wissenstransfer zu verbessern.
-Schnelles Internet und digitale Netzwerke, damit neue Technologien genutzt werden können.
-Effiziente Verkehrswege und Logistik, um weltweiten Handel und schnelle Warenströme zu ermöglichen.
-Moderne Energieversorgung, damit neue Technologien nachhaltig und kosteneffizient genutzt werden können.
-Steuervorteile für Forschung & Entwicklung gewähren, damit Unternehmen mehr in neue Technologien investieren.
-Start-ups unterstützen, indem Bürokratie abgebaut und Risikokapital erleichtert wird
Grüne Technologien fördern, um Innovationen im Bereich Nachhaltigkeit voranzutreiben.
Staaten selbst sind sicher keine Innovationstreiber, da ihnen Marktdisziplin, Wettbewerb und Unternehmergeist fehlen. Sie können und müssen aber Innovation ermöglichen, indem sie die richtigen Rahmenbedingungen schaffen. Entscheidend sind ein freier Wettbewerb, der Schutz geistigen Eigentums, Investitionen in Bildung und Forschung, eine moderne Infrastruktur und steuerliche Anreize für Unternehmen. Nur wenn die Politik diese Rahmenbedingungen richtig setzt, kann überhaupt Innovation erst richtig gedeihen, und genau das ist doch unser Problem.
Ist das alles mal gegeben, kommen die Investoren von ganz allein. Der Wirtschaftsstandort ist entscheidend für Investitionen und Innovation.
09.02.2025 - 22:06 Uhr
Zitat von TheInternational
Ok mal ein Beispiel zur Kapitalertragsteuer damit deutlich wird worüber wir hier reden. Freibeträge sind für den Vermögensaufbau in Deutschland ein Witz und nicht relevant, es geht ja um Vermögensaufbau den die Politik uns allen, besonders den jüngeren, dringend nahelegt. Stichwort Rente.
Beispiel: Leon, der Azubi
Leon ist 18 Jahre alt und beginnt seine Ausbildung. Er kann jeden Monat 50 € sparen und investiert dieses Geld in einen ETF-Sparplan mit einer durchschnittlichen Rendite von 7 % pro Jahr. Wir nehmen das einfach mal aus historischen Günden an, jeder darf aber auch 4, 5 oder 10% nehmen
Sein Ziel ist es, sich für später eine Zusatzrente aufzubauen.
Mit Kapitalertragssteuer (wie es jetzt ist):
Leon spart jeden Monat 50 €, also 600 € pro Jahr.
Nach 45 Jahren hat er insgesamt 27.000 € eingezahlt.
Dank Zinseszinseffekt wächst sein Depot auf 184.000 €.
Beim Verkauf muss er 25 % Steuern auf den Gewinn (157.000 €) zahlen.
Nach Steuern bleiben ihm 145.750 €.
Ohne Kapitalertragssteuer:
Leon behält die vollen 184.000 €.
Das sind 38.250 € mehr – fast das 1,5-Fache seiner eigenen Einzahlungen!
Er könnte sich eine höhere Zusatzrente auszahlen oder früher in Rente gehen.
Ok mal ein Beispiel zur Kapitalertragsteuer damit deutlich wird worüber wir hier reden. Freibeträge sind für den Vermögensaufbau in Deutschland ein Witz und nicht relevant, es geht ja um Vermögensaufbau den die Politik uns allen, besonders den jüngeren, dringend nahelegt. Stichwort Rente.
Beispiel: Leon, der Azubi
Leon ist 18 Jahre alt und beginnt seine Ausbildung. Er kann jeden Monat 50 € sparen und investiert dieses Geld in einen ETF-Sparplan mit einer durchschnittlichen Rendite von 7 % pro Jahr. Wir nehmen das einfach mal aus historischen Günden an, jeder darf aber auch 4, 5 oder 10% nehmen
Sein Ziel ist es, sich für später eine Zusatzrente aufzubauen.
Mit Kapitalertragssteuer (wie es jetzt ist):
Leon spart jeden Monat 50 €, also 600 € pro Jahr.
Nach 45 Jahren hat er insgesamt 27.000 € eingezahlt.
Dank Zinseszinseffekt wächst sein Depot auf 184.000 €.
Beim Verkauf muss er 25 % Steuern auf den Gewinn (157.000 €) zahlen.
Nach Steuern bleiben ihm 145.750 €.
Ohne Kapitalertragssteuer:
Leon behält die vollen 184.000 €.
Das sind 38.250 € mehr – fast das 1,5-Fache seiner eigenen Einzahlungen!
Er könnte sich eine höhere Zusatzrente auszahlen oder früher in Rente gehen.
Schönes Beispiel. Das habe ich soweit begriffen, denke ich
Folgender Hebel ist nach meinen Verständnis für Leon der größere:
Leon erhält das durchschnittliche Gehalt: 4500€ im Monat.
Dann hat er pro Jahr 54.000€ an Bruttogehalt.
Er zahlt ca. 25% Einkommenssteuer also 13.500€ im Jahr.
Selbst wenn sein Gehalt 45 Jahre gleich bleibt (was völlig utopisch ist), zahlt er über 600.000€ an Einkommenssteuer. Bis zu seiner Rente.
Eine Reduzierung der Einkommensteuer linear auf die Tabelle um 5%, bedeutet das Leon nach 45 Jahr ca. 120.000€ mehr hat (wenn er diese einfach nur spart, ohne einen Kapitalertrag). Das bedeutet, es würde die ca. 40.000€ Kapitalertragssteuer um das dreifache "schlagen".
Oder anders, er könnte diese Steuerersparnis von 225€ im Monat in den selbigen ETF investieren. Natürlich müsste er in Summe noch mehr Steuern auf diese Kapitalerträge zahlen. Am Ende bleibt trotzdem mehr "hängen". Ich schätze mal, da müsste Leon bei mehr als 500.000€ liegen... nach Abzug der Kapitalertragssteuer. Im Vergleich zu 140.000€ bzw. 180.000€.
Eine Kapitalertragssteuer könnte man zudem anders gestalten als es aktuell der Fall ist.
Zitat von TheInternational
Die Abschaffung der Kapitalertragssteuer wäre besonders für junge Kleinanleger wie Leon ein großer Vorteil. Sie könnten mit kleinen Beträgen über die Jahre ein deutlich größeres Vermögen aufbauen und hätten im Alter mehr finanzielle Sicherheit. Auch eine Dividendenstrategie wäre ohne die Steuer um 100% attraktiver und ein echter Anreiz/Wirtschaftsimpuls.
Das war jetzt nur ein simples Beispiel mit mickriger Summe über riesigen Zeitraum. Derzeit sind es ja auch nicht nur 25% Kapitalertragssteuer, zusätzlich zahlt man tatsächlich noch Soli plus ggf. Kirchensteuer. Wahnsinn wenn man bedenkt das die heutige junge Generation als Alternative ein lächerliches Sparbuch was von Inflation aufgefressen wird oder sau teure Bank und/oder Versicherungsprodukte zur Auswahl hat.
Abschaffung für Kleinanleger wäre natürlich nur ein kleiner Schritt, sicherlich keine Patentlösung. Aber darum geht es doch, um alternative Altersvorsorge für alle. Dafür braucht es dringend attraktive und realistische Rahmenbedingungen.
Die Abschaffung der Kapitalertragssteuer wäre besonders für junge Kleinanleger wie Leon ein großer Vorteil. Sie könnten mit kleinen Beträgen über die Jahre ein deutlich größeres Vermögen aufbauen und hätten im Alter mehr finanzielle Sicherheit. Auch eine Dividendenstrategie wäre ohne die Steuer um 100% attraktiver und ein echter Anreiz/Wirtschaftsimpuls.
Das war jetzt nur ein simples Beispiel mit mickriger Summe über riesigen Zeitraum. Derzeit sind es ja auch nicht nur 25% Kapitalertragssteuer, zusätzlich zahlt man tatsächlich noch Soli plus ggf. Kirchensteuer. Wahnsinn wenn man bedenkt das die heutige junge Generation als Alternative ein lächerliches Sparbuch was von Inflation aufgefressen wird oder sau teure Bank und/oder Versicherungsprodukte zur Auswahl hat.
Abschaffung für Kleinanleger wäre natürlich nur ein kleiner Schritt, sicherlich keine Patentlösung. Aber darum geht es doch, um alternative Altersvorsorge für alle. Dafür braucht es dringend attraktive und realistische Rahmenbedingungen.
Ich danke dir, für deine guten Ausführungen und kann deine Gedankengänge jetzt viel besser nachvollziehen. Ich denke, eine Mischung aus den Vorschlägen (Einkommen geringer besteuern, Kapitalertragssteuer teilweise abschaffen, dafür Vermögen versteuern) wäre vielleicht eine nachhaltige Lösung. Ich sehe hier allerdings zu wenig politischen Willen und das ist eben das traurige, was viele Leute abhängt und an der auseinandergehenden Schere nicht verändert.
10.02.2025 - 00:35 Uhr
Wette nie gegen Mahomes?
Top, die Wette gilt!
Die Quoten sind gerade sehr nahe beinander, aber ich kann die Chiefs einfach nicht mehr sehen ...
Top, die Wette gilt!
Die Quoten sind gerade sehr nahe beinander, aber ich kann die Chiefs einfach nicht mehr sehen ...
10.02.2025 - 00:49 Uhr
Es hat einen Drive gedauert, bis die Refs Chiefs Sachen machen. Da eine OPI ist völliger Quatsch. Doch nicht im Superbowl...
10.02.2025 - 00:52 Uhr
Zitat von Borusse91
Wette nie gegen Mahomes?
Top, die Wette gilt!
Die Quoten sind gerade sehr nahe beinander, aber ich kann die Chiefs einfach nicht mehr sehen ...
Wette nie gegen Mahomes?
Top, die Wette gilt!
Die Quoten sind gerade sehr nahe beinander, aber ich kann die Chiefs einfach nicht mehr sehen ...
Von mir aus kann Mahomes das Ding nochmal holen.
Da ich aber auch maximal einmal im Jahr Football beim Superbowl gucke, habe ich die Schnauze von ihm und den Chiefs auch noch nicht voll.
10.02.2025 - 02:06 Uhr
Zitat von Ballzumir
Von mir aus kann Mahomes das Ding nochmal holen.
Da ich aber auch maximal einmal im Jahr Football beim Superbowl gucke, habe ich die Schnauze von ihm und den Chiefs auch noch nicht voll.
Zitat von Borusse91
Wette nie gegen Mahomes?
Top, die Wette gilt!
Die Quoten sind gerade sehr nahe beinander, aber ich kann die Chiefs einfach nicht mehr sehen ...
Wette nie gegen Mahomes?
Top, die Wette gilt!
Die Quoten sind gerade sehr nahe beinander, aber ich kann die Chiefs einfach nicht mehr sehen ...
Von mir aus kann Mahomes das Ding nochmal holen.
Da ich aber auch maximal einmal im Jahr Football beim Superbowl gucke, habe ich die Schnauze von ihm und den Chiefs auch noch nicht voll.

Trump hat gesagt, die Chiefs gewinnen. Da er der König der Fake News ist, kommt es natürlich sowas von andersrum.
Mich baut das auf. Gegen die Performance von Kansas waren wir tatsächlich suuuper gegen Stuttgart.
Mahomes völlig neben der Spur.
Kaum schreibe ich es, nächste Interception. Wahnsinn.
10.02.2025 - 02:09 Uhr
Zwei Interceptions (bisher) von Mahomes in einer Halbzeit, ausgerechnet im SB, üff
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Borusse91 am 10.02.2025 um 02:10 Uhr bearbeitet
10.02.2025 - 02:10 Uhr
Die Eagles sind doch durch... glaube das wird eine Klatsche geben für die Chiefs
10.02.2025 - 02:20 Uhr
Zitat von Darek22
Die Eagles sind doch durch... glaube das wird eine Klatsche geben für die Chiefs
Die Eagles sind doch durch... glaube das wird eine Klatsche geben für die Chiefs
Dachten die Falcons vor 8 Jahren sicherlich auch.
Gut, sowas krasses wird in so kurzer Zeit sehr wahrscheinlich nicht noch einmal passieren.
10.02.2025 - 02:21 Uhr
Chiefs werden vorgeführt. Mahomes ist 6/13 für 36 Yards, 2 INT. Keine Mittel gegen die Eagles Defense. Chiefs spielen eigentlich so wie in der Regular Season, nicht besonders. Haben im SB nur nicht das Glück der Regular Season und einen brutalen Gegner.
Eine Genugtuung 🤩
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