Frankreich

FC Paris Saint-Germain 2012/13

02.07.2012 - 20:01 Uhr
,Eröffnungspost
Dieser Beitrag wurde zuletzt von Shaoqiang am 18.06.2013 um 09:10 Uhr bearbeitet
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FC Paris Saint-Germain 2012/13 |#1
15.07.2012 - 05:09 Uhr
So, Thiago Silva ist nun tatsächlich da. :o Großer Einkauf, sportlich über jeden Zweifel erhaben, ein Ausrufezeichen an die gesamte Fußballwelt, Intimus von Leo & Carlo - was will man mehr! Fast 20 Jahre nach Rai damit auch endlich mal wieder ein Kapitän der Brasilianer in Paris, der diese lange Tradition fortschreibt, auch wenn all die Deppen vom Stammtisch, die sich in letzter Zeit hier vermehrt auskotzen, das nicht verstehen werden. J'aime bien. :cool Macht Thago auch nur annähernd die Karriere des kleinen Socrates bei uns, haben sich all die Millionen auch gelohnt...


Aber nun noch mal zum Tagesgeschäft. Das Spiel gegen ZSKA heute war insgesamt durchaus zufriedenstellend; körperlich & konditionell waren wir den Russen, die nächste Woche schon in ihre Saison starten, natürlich noch merklich unterlegen, Bereitschaft & Einsatzfreude hat aber bei jedem Einzelnen gestimmt, taktisch war das alles auch sehr ordentlich und technisch waren wir das bessere Team. Für diesen Zeitpunkt der Vorbereitung also ein ermutigender Auftritt, auch wenn das Ergebnis noch positiver hätte ausfallen können, beide Gegentore haben wir schließlich durch eklatante individuelle Fehler (Sissoko & Jallet ) hergeschenkt.
Taktisch gab es nur wenige Überraschungen, man war - wie immer unter Ancelotti - bemüht den Ballbesitz zu kontrollieren, konsequent schnell in die Spitze zu spielen und defensiv intensiv en bloc zu pressen. Erfolgreich umgesetzt wurde das heute natürlich nur phasenweise, aber die Idee dahinter scheint inzwischen weitestgehend verinnerlicht worden zu sein. Und das allein ist ja schon ein gute Nachricht.
Die einzig interessante Personalie dabei war wohl Pastore, der in der ersten Halbzeit halblinks auf der 8 gespielt hat und in der zweiten Hälfte auf der 10 hinter zwei mehr oder weniger klassischen Spitzen (Luyindula & Gameiro). Letztere Rolle kommt seinem Spiel aktuell sicher noch mehr zugute, aber das ist zu einem großen Teil bloß eine Sache der Gewohnheit, die Qualitäten für eine zurückgezogenere Position besitzt er nämlich durchaus. Und wenn Carletto ihn wenigstens in der Vorbereitung so flexibel einsetzt und schult, erweitert er zumindest mal konsequent sein Repertoire & vergrößert sein volume du jeu; ein wenig geschicktes Defensivverhalten und vernünftiger Wechsel im Rhythmus und Risiko machten ihn dann eben auch bald schon zu einem kompletten zentralen Mann einer großen Mannschaft - und ihn dorthin zu bekommen ist ohne Zweifel auch die Motivation hinter solchen Rochaden.
Javis Form und körperliche Verfassung ist derzeit jedenfalls schon sehr vielversprechend, und mit einer vernünftigen Vorbereitung wird er, denke ich, nächste Saison endgültig ganz groß aufspielen. Ich freue mich zumindest schon sehr auf ihn; Superstar 2013 in my book. :cool
Bei einigen seiner Kollegen (Bodmer hat weiterhin locker 10 Kilo Übergewicht, aber auch Alex, Sakho, Bisevac, Sissoko oder Hoarau brauchen noch ein paar Tage...) lässt der physische Zustand dagegen leider noch zu wünschen übrig, aber ein (oder zwei) Trainingslager dient ja zum Glück auch dazu, solche Unterschiede auszugleichen.
Individuell gab es gegen Moskau demnach auch Licht und Schatten zu beobachten; Douchez macht, was er immer macht, hält also ordentlich, ist aber nie zu einer auch nur annähernd außergewöhnlichen Parade imstande. Die Abwehrspieler hatten allesamt noch Probleme, sowohl individuell als auch in der Abstimmung untereinander, einzige Ausnahme war tatsächlich noch Armand und vielleicht auch Tiene - und gerade diese Namen sprechen in diesem Zusammenhang Bände... Im Mittelfeld waren besonders Sissoko und Bodmer körperliche Mängel anzusehen, die sich auch schnell auf ihr Spiel ausgewirkt haben; da ist in den nächsten Wochen also noch eine Menge an Arbeit zu verrichten. Chantome hat ein solides, aber unauffälliges Match abgeliefert; will er sich in Paris durchsetzen, muss er aber demnächst endlich mal wieder zu seiner Topform finden. Pastore s.o.; Rabiot war die positive Erscheinung dieser Begegnung, hat sein Spiel durchgezogen, offensiv Impulse gesetzt, defensiv einige Bälle erobert und mitunter gar den Chef im Mittelfeld gegeben. Macht er da weiter, wo er heute erste Ansätze gezeigt hat, bekommt er im Saisonverlauf sicher einige Einsätze. Aber allein, dass er heute dieselbe Einsatzzeit wie die anderen Profis bekam, ist ein weiterer großer Vertrauensbeweis, den Carlo ihm entgegenbringt. Da scheinen sich zwei gefunden zu haben, hoffen wir das beste für die Zukunft. Im Sturm hat Lavezzi angedeutet, dass er eine große Hilfe sein kann; schnell, technisch versiert, kaum vom Ball zu trennen, Grinta, Einsatzfreude... kurzum, er erinnert sehr an Giuly zu dessen Hochzeit. Hoarau zeigt ein non-match, aber seine Anlaufprobleme im Sommer kennen wir ja inzwischen zur Genüge. Nene insgesamt unauffällig und unglücklich bzw. egoistisch, wenn er mal am Ball war. Ich fürchte, das wird eine schwere Saison für ihn. Gameiro mit einem interessanten und intelligenten Auftritt, auch wenn er weiterhin zu viele Chancen ungenutzt lässt. Luyindula macht trotz 1,5 Jahren ohne Spiel und psychologischer Behandlung bisher seinen Job - als Alternative am letzten Ende der Bank in dieser Form sogar eventuell eine gute Möglichkeit für den endgültigen Kader.
A suivre...

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Ajoutez deux lettres à Paris; c'est le paradis.
FC Paris Saint-Germain 2012/13 |#2
07.08.2012 - 05:07 Uhr
Nene ist gegen Barca wohl mal wieder in der Halbzeitpause in Erregung über seine Auswechselung beleidigt nach Hause gefahren. Er bleibt also ein Problemfall und der große potenzielle Unruheherd für die neue Saison. Mal sehen, wie man mit ihm umgehen wird; würde ihn grundsätzlich zwar gerne zumindest noch ein Jahr halten, aber wenn er nicht bereit ist, sich vernünftig in die Mannschaft einzuordnen, muss man vielleicht auch über einen sofortigen Verkauf nachdenken. In dem Falle müsste man ihn aber tatsächlich noch ersetzen, und einen Mann, der auf dieser Position mehr als 10 Tore pro Jahr garantiert, findet man auch nicht an jeder Ecke. Gegen große Gegner ist der Brasilianer mit seiner Spielweise zwar nicht besonders effektiv, im Ligaalltag gegen Evian, Bastia usw. macht er aber regelmäßig seinen Job & seine Tore. Außerdem wäre es natürlich auch für den Spieler äußerst schade, wenn er sich wegen ein paar cholerischer Anfälle um die erste und vielleicht einzige Saison seiner Karriere auf allerhöchstem Niveau bringen würde. Schwierige Situation jedenfalls und wohl die letzte große Personalentscheidung des Sommers. Das Gerücht um Lucas würde vor diesem Hintergrund sicher auch Sinn ergeben, der spekulierte Preis scheint mir aber doch sehr überzogen.

Noch mal ein kurzer Rekurs auf den Test gegen Barcelona; weitgehende Rückschlüsse lässt so ein Spielchen natürlich nicht zu, aber angesichts des Gegners hätte sowohl das Ergebnis als auch das Spiel als solches uns noch schlechter aussehen lassen können als es am Ende tatsächlich der Fall war. Daher verbuchen wir das mal unter einem versöhnlichem Abschluss einer Vorbereitung, die insgesamt einen ordentlichen Verlauf nahm und die Vorfreude auf die neue Saison nicht nur aufgrund der neuen großen Namen gesteigert hat.
Ancelotti scheint taktisch eine Basis gefunden zu haben, die die Mannschaft so langsam zu verinnerlichen scheint und die personell mit ausreichender Tiefe und ein paar flexiblen Optionen funktionieren könnte. Man versucht, den Ball möglichst oft in den eigenen Reihen zu halten, sucht dann aber auch meist den direkten Weg, das gegnerische Tor zu gefährden. Gegen den Ball macht man Fortschritte bei einem Pressing, das den Ball auch bei gegnerischem Besitz zu kontrollieren versucht, hat da aber gerade von Barceloina auch noch mal aufgezeigt bekommen, welcher Weg noch zu gehen bleibt. Die Standardformation wird wohl ein 4-3-2-1 mit Außenverteidigern, die möglichst an jedem Angriff und an jeder Verteidigungssituation partizipieren sollen, sowie einem passstarken Metronom alleine vor der Abwehr. Pastore hat dazu individuell noch die bedeutenste Entwicklung des Sommers durchgemacht und fast die gesamte Vorbereitung auf einer Halbposition im Dreier-Mittelfeld absolviert, gewissermaßen also den Seedorf von Carlos Milan imitiert. Es bleibt abzuwarten, wie oft und in welchen Pflichtspielen er dort letztlich auflaufen wird, aber wo auch immer auf dem Feld platziert, ich rechne fest mit einer herausragenden Saison des Argentiniers. Körperlich macht er derzeit den besten Eindruck des gesamten Kaders (eine seriöse Vorbereitung hat er wohl einfach mal wieder gebraucht), die Rolle des zentralen Mannes unseres Offensivspiels scheint er auch immer bestimmter annehmen zu wollen und zu können und sein Talent stellt ohnehin niemand in Frage. Ibra hin, Silva, Lavezzi her, der Star des kommenden Jahres heisst in meinen Augen Javi Pastore!
Um den Rest des Kaders noch kurz individuell durchzugehen: Zu den Torhütern gibt es nicht viel zu sagen, außer vielliecht Areolas ermutigende Auftritte in den Testspielen mal zu erwähnen. Ein Jahr in der CFA tut ihm sicher noch gut, danach muss man ihn aber befördern oder sich eine andere Lösung einfallen lassen.
In der Abwehr gibt es grundsätzlich auch keine Überraschungen, die Stärken und Schwächen der meisten kennt man ja nun auch zur Genüge. Sakho steigerte sich zuletzt erfreulicherweise wieder langsam aber stetig; schließt er in den nächsten Wochen daran an, dürfte er Alex auch ohne große Probleme auf die Bank verdrängen. Jallet ist von Carlo nun auch noch zum Kapitän ernannt worden und untermauert damit wohl endgültig seinen Status als des Trainers Liebling. Maxwell zeigte sich zumindest leicht verbessert gegenüber seinem ersten enttäuschenden Halbjahr. Hoffen wir mal, dass sein Kumpel Zlatan ihn noch weiter beflügelt.
Im Mittelfeld sind Sissoko und Motta verletzt, Chantome spielt eine gute Vorbereitung, erkrankt aber zur Unzeit und Bodmer kehrt mit weit mehr als 90 Kilo aus dem Urlaub zurück - alles wie immer also... hinzu kommt Pastores Sperre am ersten Spieltag sowie Matuidi, der gerade erst seine Euro-Verletzung auskuriert hat, und schon findet man sich vor dem ersten Spieltag bereits mit Personalsorgen in diesem Sektor wieder. Positiv kann man immerhin die beiden Bejamins erwähnen, sowohl für Verratti als auch für Rabiot fand der Trainer zuletzt ausschließlich lobende Worte. Der kleine Italiener bringt eindeutig außergewöhnliches Talent mit, und selbst wenn da vieles noch nicht ausgereift ist, zeigt er bereits jetzt genügend Aktionen, die an die ganz großen Dominatoren im zentralen Mittelfeld erinnern; Crack. Rabiot hat sich derweil überraschend schnell an das Niveau der Profis angenähert und steht, wenn er auf diesem Weg weitergeht und nebenbei noch in seinen Körper reinwächst, ebenfalls am Anfang einer vielversprechenden Karriere.
Im Sturm überstrahlt Zlatan natürlich erstmal alles, physisch hat er aber noch gewaltigen Rückstand. Topform kann man somit wohl frühestens im Septemer von ihm erwarten. Hoarau wirkt wie in jeder Vorebereitung bestenfalls wie ein Hobbykicker, Gameiros technische Mängel bereiten weiterhin Sorgen und Peguy ist für seine Auszeit doch schon recht gut in Form und für mich aktuell fast schon die erste Alternative zu Ibra.
Wie dem auch sei, Lorient wartet schon. J'ai hâte...

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FC Paris Saint-Germain 2012/13 |#3
10.08.2012 - 23:19 Uhr
Zitat von M_Ricardinho:
Meiner Meinung nach machen solche Vereine den Fussball kaputt. Die Investoren tragen meiner Meinung nach aber mindestens genau so viel Schuld daran.

Bevor Malagas Investor eingestiegen ist, fand ich sie sehr sympathisch, nun habe ich die Gegenwart in Malaga mit einem Lachen zur Kenntnis genommen, da dies die Vereine warnen sollten, dass auch die Zeit nach den Investoren gibt, und diese sehen meist nicht gut aus.

Ich habe PSG früher auch gefeiert, doch nun wünsche ich mir erstmal das Aussteigen des Investors, damit sich PSG wieder in ihre Liga einpendelt.


P.S. : Bitte nehmt das nicht als Angriff, es ist meine Meinung und wünsche mir dafür auch nicht angegriffen zu werden.
... früher als du den PSG gefeiert hast war er genauso Investorenverein und hat von Canal+ die Kohle u. a. für damalige Monstertransfers wie Anelka erhalten und für die 90er hohe Gehälter von Rai, Ginola oder Weah mitfinanziert - nur da hast du es einfach nicht gewusst.

PSG war immer ein künstliches Prestigeobjekt, dieses ist die letzten 10 Jahre arg ins Schwanken geraten, aber diejenigen die jetzt so meinen "früher fand ich PSG gut aber jetzt mit Investor nicht" haben wohl nicht mitbekommen das QSI nicht unser erster Investor ist und die Geschichte zeigt das es auch nicht der letzte bleiben wird.

Ich finde auch nicht alles gut was bei uns passiert, aber solchen Blödsinn möchte ich einfach mal klarstellen:

Der Fußball geht sicher nicht durch "solche" Vereine wie uns kaputt, hohe Gehälter und Ablösen haben wir sicher nicht erfunden, warum verdient Ibra bei uns so ein Montestergehalt? Weil er vorher schon eins verdient hatte! Er ist halt gefragt! Warum zahlen wir soviel für Lucas? Weil andere auch Riesensummen geboten haben! Auch andere möchten ihn gerne im Verein haben! Wir zahlen diese Summen ja nicht einfach so weil wir Spaß dran haben, auch Vereine wie Manchster, Milan oder viele andere tummeln sich auf dem Transfermarkt und halten dageben, nur konnten wir das unter Colony Capital maximal noch in Frankreich bezogen auf das Gehaltsniveau. So funktioniert nun einmal der Markt und Fußball ist auch nur so geworden weil Millionen von Menschen Interesse daran haben. Die Investoren haben wohl keinen gezwungen das Geld zu nehmen, jeder möchte ein Stück vom Kuchen, der Fußball macht sich vielleicht selbst kaputt oder verändert sich einfach, aber sicher nicht weil es "solche" Vereine wie uns gibt.

P. S. Ketsching hat (wie so oft) recht :cool auch wenn ich sein Vereinswappen nicht so gerne sehe :)
Dieser Beitrag wurde zuletzt von vendredi am 10.08.2012 um 23:31 Uhr bearbeitet
FC Paris Saint-Germain 2012/13 |#4
19.09.2012 - 00:19 Uhr
So natürlich eine ideale Rückkehr auf die große Bühne, eine sehr starke erste und eine zumindest souveräne zweite Hälfte. Defensiv stand man sehr sicher, hat quasi nichts zugelassen, im Mittelfeld den Rhythmus bestimmt und war vorne in der Startformation jederzeit gefährlich. Einstellung hat gestimmt, Konzentration und Laufbereitschaft auch über weite Strecken, man stand meist diszipliniert im Block - so soll es sein; denn dass wir uns dann Chancen erspielen können, wissen wir alle. Das 4-3-1-2 scheint derzeit auch ganz gut zu unseren Stärken und Schwächen zu passen, heute war das wenigstens mal der Fall. Im Zentrum standen Alex & Thiago wie eine Wand mit einem sicheren Sirigu und einem engagierten Verratti davor. Matuidi & Chantome haben auf den Halbpositionen hervorragende Arbeit geleistet, einfache Bälle gespielt und vor allem die sonst unsicheren Außenverteidiger gut unterstützt. Marcolino war Taktgeber in der Zentrale und wurde von Pastore auf der 10 ordentlich ergänzt, diese Beziehung erinnert in guten Phasen zumindest strukturell schon entfernt an das Duo Pirlo/Kaka aus Carlos Mailänder Zeiten. Zlatan & Menez passen auch ganz gut zusammen, auch wenn die Abstimmung noch nicht immer stimmt, bleiben sie quasi jederzeit gefährlich.

Sirigu hatte nichts zu tun, musste keinen Ball halten, beim Gegentor schuldlos. 6
Jallet mit einem guten spiel, offensiv mit relativ vielen gelungenen Aktionen. 6,5
Alex: Unbezwingbar hinten, schönes Tor vorne, hat sich damit begnügt, das zu tun, was er am besten kann. 7
Silva: Beeindruckendes Debüt, nie aus der Ruhe zu bringen, mit Leichtigkeit seine defensiven Pflichten erledigt, auch im Spielaufbau seine Qualitäten angedeutet. 7,5
Maxwell: solide, lauf- & zweikampfstark, passsicher. 6
Chantome: Starkes Spiel nach seiner Verletzung, Bälle erobert, intelligent gepasst, viel gelaufen, alles erledigt, was seine Position erfordert hat. 7
Verratti: Grande Marco, fast perfektes internationales Debüt; Charakter, Ruhe, Übersicht wie ein 31-jähriger Routinier, am ball ohehin eine augenweide. 8
Matuidi: Solide wie zumeist, sich auf die einfachen Dinge beschränkt, die anderen glänzen lassen. 6,5
Pastore: Gutes Spiel, hat sich viel angeboten, oft den Unterschied gemacht, wenn auch nicht immer mit letzter Konsequenz. 7,5
Ibrahimovic: Starke erste Hälfte, immer gefährlich, auch defensiv beteiligt, hat sich manchmal ein wenig zu weit fallen lassen. 7
Menez: Gute dribblings, oft den direkten Weg zum Tor gesucht, versucht, die Räume zu nutzen, die Ibra gerissen hat. 7
Die Einwechselspieler konnten sich nicht besonders auszeichnen, Nene immerhin noch mit einem Assist, aber auch diese Aktion hat er nicht gerade ideal ausgespielt. Gerade Lavezzi wirkte aber erneut sehr unglücklich, der bräuchte wohl mal ein Erfolgserlebnis.

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FC Paris Saint-Germain 2012/13 |#5
09.10.2012 - 22:16 Uhr
Zitat von Matrigol:
Zitat von haldir87:
Zitat von Matrigol:
Ich hab mal eine Frage an die PSG-Fans:
Wie nehmt ihr eigentlich die Doppelmoral von vielen Fussballfans im Bezug auf die Investitionen auf?
Ich bin nicht wirklich ein City- oder PSG-Sympathisant, aber diese Doppelmoral nervt mich unglaublich...


Welche Doppelmoral?
"Neureiche" (ManCity, PSG, etc.) pfui
"Traditionsvereine" (Juve, Real, Inter, Milan) hui


Oder im Klartext: Es wird nicht gesehen, dass A) auch der PSG und ManCity eigentlich Traditionsvereine sind und B) auch hinter sonst beliebten Vereinen Milliardäre stehen, die Geld reinpumpen.



Was willst du denn groß entgegen setzen?
Investoren im Profifußball sind schon lange nichts Neues. Dass das Ganze in den letzten Jahren andere Ausmaße angenommen hat und traditionelle Strukturen aufgebrochen werden, passt vielen Fußballfans natürlich nicht. Die Frage ist also in welchen Maß dürfen Investoren mit ihren Geldern eingreifen, sodass man die Investitionen toleriert ? Dann könnte man auch das mit deiner beschrieben Doppelmoral erklären.
Ich verstehe dass ManCity und der PSG für viele nie zu den Sympathieträgern in der Fußballlandschaft gehören werden. Und das ist auch völlig okay!
ABER mir geht es gut auf den Keks, dass sich viele rausnehmen Kommentare zu verfassen, obwohl sie sich nie mit der französischen Liga und dem PSG befasst haben. Es gibt so viele TM- Papageien die das schlecht recherchierte Halbwissen von vielen anderen aufschnappen und weiter verbreiten wie ein beknacktes Justin Biber Video.
Spieler wie George Weah, Le Guen. Roche, Lama oder David Ginola sagen diesen Leuten nichts, sie sehen den PSG so wie eine Art Energie Cottbus (die Cottbus Fans werden es mir verzeihen :D) mit Öl-Scheich im Rücken! Es ist okay wenn man den Verein nicht mag oder es nicht in Ordnung findet wie er wirtschaftet / investiert. Aber man sollte sich dann auch bitte mehr mit dem Verein beschäftigen. In Frankreich ist der der PSG schon sehr lange ein richtig großer, wenn auch nicht immer sehr erfolgreicher Verein. Der Verein polarisiert in Frankreich schon immer - um es zu vereinfachen- entweder man liebt ihn oder man ist Marseille Anhänger. ;) Die Fangruppen sorgen leider immer wieder für negativ - Schlagzeilen sind aber weitem besser als ihr Ruf. Die Jugendarbeit ist meiner Meinung eine der besten in Europa (Welt).
Aber das alles interessiert den Durchschnitts-TM-User nicht und er wird sich nicht dafür interessieren.
Es ist wie mit Don Quijote und den Windmühlen... es bringt nichts. ;)

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Paris Saint-Germain "Ici c'est Paris"
1. FC Kaiserslautern
Stade Lavallois Mayenne FC
Angers SCO
FC Paris Saint-Germain 2012/13 |#6
10.10.2012 - 11:07 Uhr
Die Frage ist halt auch wie man Traditionsclub definiert?
An den Fans? An den ehemaligen Spielern und deren Bekanntheit? An den Erfolgen? Am Alter des Vereins? Sehr schwierig. Natürlich ist der PSG von Anfang an ein "künstlich" gegründetes Konzept gewesen um Spitzenfußball in der Hauptstadt zu etablieren.

Von daher ist Traditionsclub vielleicht nicht das Wort was wirklich gut zu Paris passt, aber wenn man die Fakten nimmt dann sind wir jetzt nach über 40 Jahren sicherlich irgendwo etabliert und gehören dazu, die Spiele gegen uns sind für die Gegner in der Liga oft Highlights und das Duell mit OM natürlich auch.

- Wir sind der Club mit der längsten Erstligazugehörigkeit in Frankreich.

- Neben OM der einzige Club aus Frankreich der einen Europacup gewonnen hat.

- Der Club hat nach OM die meisten Fans in Frankreich.

- Neben OM wahrscheinlich der einzige Club aus Frankreich der wirklich weltweit eine recht große Anhängerschaft hat, ASSE ist schon zu lange im Mittelmaß und Lyon hat trotz sportlich konstanter Leistungen noch nicht diesen Namen, Bordeaux Strahlkraft ist eher auf Frankreich beschränkt, Lille wird sicherlich weiter wachsen, aber Lille wird eben auch immer Lille und nie Paris sein, klingt komisch ist aber so.

- George Weah wurde bei uns Weltfußballer.

- Ronaldinho, Rai, Leonardo, Djorkaeff, Ginola, Susic, Bianchi, Anelka und viele andere Stars haben für uns gespielt.

- wir haben eine gute Jugendarbeit, sicherlich nicht so krass wie das was z. B. in Rennes passiert, aber trotzdem auf hohem Niveau und aktuell stellen wir viele U-Nationalspieler und mit Menez, Sakho, Matuidi, Jallet und Chantome 5 Nationalspielern - also der Club mit den meisten Abstellungen für Frankreich (ob ein Jallet da wirklich hingehört lasse ich mal aussen vor)

- in den 90ern waren wir generell sportlich in Europa einer von den ganz Großen, vergleichbar mit den Bayern, Chelsea oder Real Madrid aktuell, jedes Jahr mindestens im Halbfinale des Europacups, 1998 waren wir zum Ende dieser großartigen Epoche des Clubs sogar noch auf Platz 1 der UEFA Clubrangliste.
Zitat
http://kassiesa.home.xs4all.nl/bert/uefa/data/method1/trank1998.html
http://www.iffhs.de/?eedbca388d8569d817285fdcdc3bfcdc0aec70a21c


- in den letzten 20 Jahren hatten wir vor allem ab den 00er Jahren Schwächephasen, dennoch waren wir in diesen 20 Jahren immerhin 15 mal im Europacup dabei, allein das zeigt das wir so schlecht gar nicht sein können wenn wir obwohl es nicht läuft noch immer fast jedes Jahr international Spielen auch wenn es oft nicht CL sondern Uefa Cup/EL war.

Wenn wir jetzt 1970 hätten könnte ich die Aufregung verstehen, denn da sind wir ja mehr oder weniger aus dem "nichts" gekommen und evtl. war das für die Konkurrenz in Frankreich irgendwo nicht unbedingt fair.

Aber aktuell finde ich es einfach lächerlich was einige hier im Forum über uns posten, so nach dem Motto "so ein No-Name Club, den kannte vorher gar keiner, jetzt haben die plötzlich Geld", wer sowas schreibt hat eben in den 90ern noch nicht Fußball verfolgt und die letzten 10 Jahre nur auf die Top-5 geguckt und nicht über den Tellerrand geschaut, denn selbst in den letzten schwachen 10 Jahren haben wir oft nach Lyon noch die meisten Punkte für Frankreich geholt.

Man bedenke mal das wir vor Dortmund und Sevilla vor 2 Jahren in der EL die Gruppe gewonnen hatten, um den damaligen Bundesligatabellenführer Dortmund oder auch den damaligen Meister Wolfburg abzuhängen hatte gereicht. Wenn wir schon so ein angeblich schlechter Club sind den vorher keiner kannte, wer sind dann denn diese Clubs erst? Es hat ja seine Gründe das wir immerhin in Topf 3 bei der Auslosung waren und eben jener BVB in Topf 4.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von vendredi am 10.10.2012 um 11:36 Uhr bearbeitet
FC Paris Saint-Germain 2012/13 |#7
16.10.2012 - 14:51 Uhr
Puuuuuu.. ich Wundere mich immer wieder wie viel neue PSG Fans hier auf Tauchen in zwischen haben wir OM was die Fans Verteilung betrifft von Platz eins verdrängt.

Frage mich nur wie lange sind sie schon Fan von PSG ? :rolleyes

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.....................Dembele..
.....B.Barcola................Kvaratskhelia....

....J.Neves......--Vitinha...........Désiré Doué.....

.N.Mendes....Marquinhos..I.Zabarnyi....A.Hakimi..

.....................L.Chevalier....
..R.Marin, M.Safonov, L.Hernández, L.Beraldo,W.Pacho,N.Kamara, F.Ruiz
Berald,Lee in, Mayulu ,Mbaye, Ruitz, Ware.Emery,
FC Paris Saint-Germain 2012/13 |#8
21.12.2012 - 19:58 Uhr
Zitat von P4r1s1en:
Ich wiederhole mich zwar wirklich ungern, aber nebenbei sei auch angemerkt dass sich unter den "Pseudo Spezialisten" hier im Forum nicht selten ein Bayernwappen im Avatar versteckt. Woher kommt das, kümmert ihr euch immer um Vereine deren Spiele ihr weder seht, noch ihre Stammelf aufzählen könnt?


Ich habe das an anderer Stelle (u.a. in den Newsforen) mehrfach erwähnt: Offensichtlich herrscht im Voralpenland eine diffuse Angst vor einem starken PSG vor. Das betrifft natürlich nur Teile der Fanbasis, aber immer noch genügend, um andere, in den letzten Jahren (wieder-)erstarkte Klubs niederzumachen wo es nur geht. Da haben Foristen dann Signaturen, in denen sie sich "gegen Scheichspielzeuge" (oder so ähnlich) stark machen und und und. Ich glaube nicht, dass man diesen Leuten irgendwie mit Argumenten beikommen kann. Sie sehen wohl nur, dass ihr geliebter Verein auf dem Weg der Überwindung des Titel-Minderwertigkeitskomplexes neue Konkurrenz bekommen könnte.

Das trifft natürlich umso härter, als man seit zwei Jahren nun auch national aus dem lange sicher geglaubten Monopol herausgerissen wurde.

Dass man sich dann teilweise gegen Vereine wendet, die auf jahrelange Erfahrung mit Investorenmodellen zurückblicken können und Mitte der Neunziger schon einmal zahlreiche Topspieler von Welt in ihren Reihen wussten, ist dann umso absurder. Vor allem auch, weil man die eigenen Geldquellen als quasi "sauber", "gottgegeben", zumindest aber als "gut" erachtet. Ein massiver Widerspruch wie ich finde.

Man denke nur an 40 Millionen-Transfers: Bei den einen "hart erarbeitet", bei den anderen "können sie sich doch gar nicht leisten". Scheinbar doch - rien à prouver...

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"Messi aime Lanus et le prouve." - sports.fr

"Man nennt mich 'Blackenbauer'" - Jemerson, Innenverteidiger, AS Monaco
FC Paris Saint-Germain 2012/13 |#9
02.01.2013 - 04:28 Uhr
Und noch ein kurzes Fazit zu Hinrunde;
nach kurzzeitig holprigem Start in den ersten 3 Spielen kam man nach dem Sieg in Lille zunächst recht gut in Tritt und hat in einem 4-3-1-2-System eine Reihe kontrollierter Erfolge einfahren können, während derer man den Gegnern nur selten Torchancen oder bloß Zugriff auf das Match gestattete. Im Spiel nach vorne wirkte diese Formation allerdings durchgehend steril und beizeiten gar impotent, zu oft benötigten wir Geistesblitze und Einzelaktionen weniger Akteure (Zlatan, Verratti & Menez) um überhaupt ein Tor zu erzielen. Je mehr sich das Team auf die eigene individuelle Qualität verließ, desto dürftiger schien man als Kollektiv zu funktionieren und als sich zu dieser Suffizienz auch noch immer häufiger vermeidbare Fehler und Unkonzentriertheiten im Defensivverhalten gesellten, blieben mit der Spielweise auch bald die positiven Ergebnisse auf der Strecke. Kulminiert ist das Ganze dann mal wieder in der mittlerweile leider scheinbar obligatorischen Novemberkrise, die auf ihrem Höhepunkt erstmals auch Ancelotti öffentlich erheblichen Gegenwind einbrachte. Carlo hat es aber relativ schnell geschafft, der Mannschaft eine andere Einstellung einzuimpfen, neue Bereitschaft zu wecken und ihr taktisch mit einer Umstellung auf ein 4-4-2 Impulse für eine offensivere, auf ein Kollektiv gestützte Spielweise zu geben. Der 2:1 Sieg über Porto sowie der damit verbundene Gruppensieg in der LdC dienten zusätzlich als psychischer Katalysator, den man im Nachhinein vielleicht einmal als wahre Geburtsstunde dieses Teams wird bezeichnen können. Seitdem ist jedenfalls eine stetig positive Entwicklung zu konstatieren, es bildet sich ein Kollektiv mit gewissen Hierarchien aus und jeder Einzelne scheint verstanden zu haben, dass in jedem einzelnen Spiel - auch im Parc gegen Abstiegskandidaten - volle Bereitschaft und Umsetzung der Vorgaben gefordert sind; folglich beendet man das Jahr auch in der Liga auf Platz 1. Daran gilt es auch in 2013 anzuknüpfen, dann sollte dieses Jahr einige erfreuliche Spiele und Ergebnisse bereithalten.

Einzelkritik:
Sirigu: Der gewohnt verlässliche Rückhalt, macht quasi keine Fehler, die Gegentore nach sich ziehen, selbst wenn er mal einen schwachen Tag erwischen sollte, was aber ohnehin nur sehr selten vorkommt. Und wenn die Mannschaft mal eine Parade braucht, bringt es sie häufig auch. Dass er ein Musterprofi, Vorbild und ein zu folgendes Beispiel im Umgang mit der Öffentlichkeit ist, muss man kaum noch erwähnen - sicher auch auf dem Weg zu einem Kapitän. Seine Statistiken sind außerdem phänomenal: 23 Spiele in L1 & CL, 15mal zu null, 11 Gegentore; konnte auf die Schnelle niemanden mit solchen Zahlen in den großen Ligen finden.
Douchez: Solide, wenn er mal spielen durfte, macht er bestenfalls nix kaputt, hält aber nie mal einen schwer zu haltenden Ball oder beeinflusst seine Vorderleute positiv.

Jallet: Guter Beginn, der ihm die Kapitänsbinde und Nationalmannschaftsnominierung einbrachte; wirkte damit dann allerdings erst mal überfordert, stabilisierte sich später wieder und beendete die Hinrunde mit starken Leistungen.
Van der Wiel: Meist schwach bis Durchschnitt, aber noch mit Schonfrist in den ersten Monaten seines Lebens außerhalb von Amsterdam. Im Rückspiel gegen Porto außerdem auch sehr überzeugend, deutete an, wozu er in der Lage sein kann.
Maxwell: Probleme zum Saisonstart, danach kurz vergeblich im Mittelfeld eingesetzt, seit seiner Rückkehr in die Viererkette stark verbessert und ein Leistungsträger; sehr ballsicher und spielintelligent.
Armand: Macht defensiv seinen Job, wenn nach ihm verlangt wird, offensiv tritt er kaum in Erscheinung und gegen einen Topwinger muss ich ihn auch nicht unbedingt sehen.
Silva: Wow, beeindruckend, sein Geld zweifellos wert! Das sage nicht nur ich, sondern auch sämtliche Mit- und Gegenspieler. Leuchtendes Vorbild in jedem Spiel und Training, daher auch als Neuzugang eine vertretbare Wahl als Kapitän. Aktuell wohl der beste Innenverteidiger der Welt, der kompletteste in jedem Fall - hätte auch keine Bedenken, ihn mal auf der 10 oder im Sturm zu bringen.
Sakho: Verbessert gegenüber der Vorsaison, wenn auch noch nicht wieder in Topform, kleinere Verletzungen und Sperren warfen ihn kurzzeitig zurück. Muss aber unbedingt seine Flüchtigkeitsfehler/Konzentrationslücken abstellen, als Innenverteidiger kann man 89 Minuten noch so überragend spielen, wenn man anschließend trotzdem den einen entscheidenden Fehlpass spielt oder das eine dumme Foul zu viel begeht, wird es schwer mit dem Stammplatz.
Alex: Sicher seine beste Phase in Paris, solider, zuverlässiger Mann; hoffentlich hält das Knie weiterhin.
Camara: Gute Besetzung als Nr. 4 in der Innenverteidigung; war da, wenn man ihn auf dem Platz gebraucht hat, und wenn nicht, beklagt er sich niemals. Integrativer Typ in der Kabine, wichtiger Ansprechpartner für die franco- und italophonen Spieler.

Matuidi: Die Überraschung der Saison, Carlos Musterschüler, Dauerbrenner & aktuell unersetzlich; gegen den Ball ohnehin von unschätzbarer Wichtigkeit, hat er in den letzten Monaten auch sein Offensivspiel merklich gesteigert. Selbst mit den Bleus wusste er Ausrufezeichen zu setzen (herausragend in Spanien). Muss diese Entwicklung allerdings weiterhin bestätigen.
Verratti: Crack. Gleich zu Saisonbeginn wirkte er als habe er in erster Liga, Champions League, Nationalmannschaft jahrzehntelange Erfahrung, später fiel er mental und physisch in ein kleines Loch, aber das war weder anders zu erwarten, noch nimmt ihm das irgend jemand übel. Carlo weiß genau, wie er ihn zu fördern und einzusetzen hat, sein rechter Fuß, Auge & Herz kommen direkt vom Fußballolymp - außer möglichen Verletzungen steht einer Weltkarriere nichts im Wege.
Motta: Lange verletzt, und wie sehr er gefehlt hat, wurde schlagartig klar, als er wieder auf dem Platz stand; mit ihm ist die Mannschaft eine andere, als Stabilisator und Metronom unersetzlich.
Chantome: Ordentliche Saison, hat seine Chance genutzt als sie sich ihm geboten hat und sich zumindest in der Rotation etabliert.
Sissoko: Enttäuschend, verletzungsanfällig und nach seinen Blessuren zu lange außer Form, daher meist nur ein Sicherheitsrisiko und potenzieller Platzverweis. Hat nur wenig Zukunft in Paris, zumindest auf dem Platz.
Bodmer: Für ihn gilt ähnliches wie für Momo; das Talent ist natürlich vorhanden, aber Biss und Ehrgeiz wird ihn mit 30 nicht mehr plötzlich überfallen.
Rabiot: Bekam einige Minuten, fügte sich dabei meist gut ein, ohne merklich negativ oder positiv aufzufallen. Mehr kann man derzeit auch sicher noch nicht von ihm verlangen. Muss weiterhin von jedem Training profitieren und langsam in seinen Körper hineinwachsen - dann wird das auch was mit der Karriere.

Ibrahimovic: Der versprochene Star auf allen Kanälen! Sportlich erfüllt er alles, was von ihm erwartet wurde und noch ein wenig mehr, Tore, Spektakel, streitbare Situationen und Skandälchen; medial sprengt er alle in der L1 dagewesenen Dimensionen. DAS Zugpferd, das der Verein verpflichten wollte und welches Türen öffnet und den (medialen) Druck quasi allein vom Rest der Mannschaft nimmt.
Menez: Wichtiger Spieler im Team, hat uns mitunter allein in gewissen Spielen gehalten, zum Ende wirkte er aber ausgelaugt und überspielt. Seine Geschwindigkeit, Technik und Dribblings sind unverzichtbar für unser Offensivspiel, inzwischen hat er sogar gelernt, sich wetesgehend in den Dienst der Mannschaft zu stellen, kann auch mal ein ganzes Match sein Hauptaugenmerk auf die Defensive legen; Schwalben und dumme gelbe Karte wurden ebenfalls auf ein einigermaßen annehmbares Maß reduziert. Einzig Übersicht und Coolness vor dem Tor trennen ihn noch von der Weltklasse. Ancelotti war bisher ein Segen für ihn und seine Karriere, mal sehen, ob der ihn auch noch zum letzten Schritt treiben kann.
Lavezzi: Anfangs - auch aufgrund von Verletzungen und Sperren - mit großen Problemen, mittlerweile eine fester Bestandteil der ersten Elf und auf dem Weg zum Leistungsträger. Sein Einsatz, Ausdauer & Grinta sind ein gute Ergänzung zu den Qualitäten der übrigen Offensiven. Technisch sicher nicht auf dem allerhöchsten Niveau, dafür aber überraschend stark im Abschluss. Pocho wird uns noch guttun.
Nene: Auf dem Absprung; hätte grundsätzlich sicher die nötigen Qualitäten in diesem Team zu spielen, allerdings nicht (mehr) um dessen Superstar zu sein und mit diesem Umstand scheint er nur schwer zurecht zu kommen. Schade, da wäre zweifellos mehr möglich gewesen, aber solche Situation ziehen sich leider wie ein roter Faden durch Nenes Karriere, daher wäre eine Trennung wohl (erneut) das beste für alle Beteiligten.
Pastore: Das Mysterium; nach überragender Vorbereitung lange auf der Suche nach seiner Form, im Dezember dann wieder einigermaßen auf der Höhe. Die Frage, ob er die nötige Einstellung für eine große Karriere mitbringt, bleibt weiter unbeantwortet. Das nächste halbe Jahr wird für ihn persönlich sicher schon ein entscheidendes.
Gameiro: Macht das beste aus der reduzierten Spielzeit und ist zumindest in Liga eine wichtige Ergänzung.
Hoarau: Wenig Spielzeit, und wenn er mal ran darf, gibt er den typischen Hoarau - das reicht schon lange nicht mehr. Nach der vielversprechenden ersten Saison (bzw. den ersten 18 Monaten) kam bei ihm nicht mehr viel.

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FC Paris Saint-Germain 2012/13 |#10
26.02.2013 - 09:58 Uhr
Dann auch von mir noch ein paar Brocken zum Spiel vom Sonntag. Am Ende war es ein glanzloser, zynischer Erflog für uns, Carlo hat sich wohl noch mal auf die alte italienische Schule besonnen und der Plan ging auf. OM hat zwar viel investiert, allerdings mit ungenügendem Ertrag in allen Bereichen, für ihre Fans dürfte eine solche Niederlage fast noch schmerzhafter sein als eine Klatsche - uns soll es nur recht sein.
Wir sind das Match offensiv und mit der nötigen Überzeugung angegangen, haben uns nach der frühen Führung aber bald bereitwillig in die Defensive drängen lassen. Taktisch war das angesichts der langsamen, neu formierten Innenverteidigung so geboten, aber in Verbindung mit der Unterzahl im zentralen Mittelfeld (Verratti & Matuidi meist allein gegen Barton, Romao & Valbuena) führte das zeitweise - vor allem Ende der ersten und Anfang der zweiten Hälfte - zu einer grenzwertigen, wenn auch sterilen Dominanz der Marseillais, die leicht zu einem Gegentor hätte führen können. Die vier Offensiven beteiligten sich dann nur unzureichend am Spiel gegen den Ball und ließen zu, dass die sechs Defensiven 30 Meter vor dem eigenen Tor eingeschnürt wurden und folglich drohte das Team kurzzeitig in zwei Teile zu zerbrechen. Letztlich hat man es aber geschafft, den Block über weite Strecken zusammenzuhalten, auch weil gerade Pastore - im Gegensatz zu seinen bisherigen clasicos - hier meist um die erforderte Kohärenz bemüht war. Die Abwehr hat im Verbund ohnehin nie ihre Ordnung verloren, so dass Marseille trotz hohem Ballbesitz kaum zu herausgespielten Möglichkeiten kam; der Großteil ihrer Abschlüsse resultierte aus Einzelaktionen, Fernschüssen oder dem Zufall. Die einzige Ausnahme war, als Valbuena nach einem Ballgewinn schnell umschaltete, Verratti abschüttelte, Gignac steil schickte und dieser wiederum halblinks frei vor Sirigu auftauchte. Da wurde auch schnell deutlich, weshalb Carlo tunlichst vermeiden wollte, dass diese Viererkette mit Bällen in den Rücken auf dem falschen Fuß erwischt werden könnte. Unbehagen verursachte außerdem, dass es aus dieser stabilen Defensive nur unzureichend gelang, Konter zu lancieren. Da Zlatan über weite Strecken des Spiels überhaupt nichts Prouktives vollbrachte und Lucas mit zunehmender Spieldauer immer müder wirkte, reduzierten sich die offensiven Optionen oft auf einen langen Pass von Marco oder Javi auf Lavezzi, der meist zwar zwei oder drei Gegenspieler stehen lassen konnte, darüberhinaus aber kaum noch die nötige Konzentration für den entscheidenden Pass/Abschluss aubrachte. Als, nachdem zunächst noch Chantome und Beckham das Mittelfeld verdichteten, mit Menez kurz vor Schluss endlich noch eine frische Offensivkraft aufs Feld geschickt wurde, war es dann auch kein Zufall mehr, dass ausgerechnet er sofort für neue Gefahr und schließlich auch das Tor zum Break sorgte.

Einzelkritik
Sirigu: Gegen Sochaux vor Wochenfrist noch mit seinem schlechtesten Spiel unter unseren Farben, nun wieder der gewohnt sichere Rückhalt. Tadellose Leistung, Paraden gezeigt, wenn sie gefragt waren, ansonsten immer hochkonzentriert, keinen Wackler bei einer Flanke, keinen schlampig gespielten Pass oder Abwurf. Besser konnte ein Torwart in diesem Match kaum aussehen.
Jallet: Durchschnitt, defensiv Ayew einigermaßen in Schach gehalten, offensiv fehlt noch die Abstimmung mit Lucas.
Maxwell: Wie immer sehr ordentlich, macht seine Seite zu und sorgt dafür, dass auch in brenzligen Situationen mit kurzen Pässen die feine Klinge hinten heraus gespielt werden kann. In der Offensive allerdings sehr zurückhaltend.
Alex: Solide, hatte Gignac im Griff und findet langsam wieder seinen Rhythmus.
Armand: Hervorragende Vertretung auf diesem Posten, dort besser aufgehoben als auf außen, bewies Auge und gutes Stellungsspiel.
Verratti: Technik und Herz gezeigt, stand macnhmal falsch, insgesamt aber sicher befriedigend.
Matuidi: Unauffällig, aber effizient, schloss Lücken, eroberte Bälle, spielte einfache Pässe. Offensiv hat er schon mehr gezeigt, aber das war in diesem Fall vielleicht auch nicht gefragt.
Pastore: Ordentliches Pensum, vor allem ohne Ball, dazu ein paar tolle Pässe und Versuche, das Spiel zu beschleunigen, muss aber noch deutlich dominanter werden.
Lucas: Starker Beginn, folgerichtig auch am ersten Tor beteiligt, dazu weitere erfolgreiche Dribblings, scheute weder offensiv noch defensiv einen Zweikampf und war entsprechend Antreiber des Teams. In der Folge tauchte er aber ab und war nach der Pause kaum noch zu sehen. War natürlich auch gerade noch verletzt und hätte daher womöglich schon eher ausgewechselt werden sollen.
Ibrahimovic: In der ersten Minute ein gutes Anspiel für Lavezzis Pfostenschuss, sich einmal erfolgreich gegen sein Knie schießen lassen in der letzten Minute - dazwischen fast alles zum Vergessen. Klarerweise in einem Formtief, hoffentlich bald überwunden.
Lavezzi: Eine unermüdliche Ein-Mann-Kontermaschine, ständiger Gefahrenherd und oft die nötige Entlastung für die Defensive. All das allerdings ohne zählbares Endproukt, daher nur eine gute Performance, keine große.
Chantome: Zwar mit ein oder zwei Stockfehlern, warf sich ansonsten aber in jeden Zweikampf und gewann diese meist auch. Wie so oft gegen OM also.
Beckham: Auch wenn er nicht furchtbar viel zu tun hatte, war das sicher kein einfaches Debut, machte keine Fehler, spielte ein paar sichere Pässe und war sogar am 2:0 beteiligt. So weit, so gut, ein echter erster Eindruck steht allerdings noch aus.
Menez: Machte das beste aus den wenigen Minuten und spielte mit der richtigen Einstellung und Motivation, was ja durchaus nicht selbstverständlich ist, wenn er von der Bank kommt.

Einen kurzen Eindruck zum Gegner erlaube ich mir in diesem Falle auch einmal. Intensität, Einsatz- und Laufbereitschaft, Zweikampfverhalten haben fraglos gestimmt und dass man versuchte, uns über diese Qualitäten zu bezwingen, war sicher auch nicht der falsche Weg, aber grundsätzlich fehlt es diesem Team (und Trainer) doch sehr an Technik und Kreativität, nicht nur im Vergleich mit Paris oder Lyon, auch Lille, Montpellier, mitunter selbst Lorient, Nizza oder Saint Etienne haben ihnen in diesem Bereich etwas voraus. Einzig Valbuena bildet dort eine Ausnahme im Kader, mit ihm steht und fällt ja praktisch auch das gesamte Offensivspiel, von Barton, Cheyrou (inzwischen), Romao oder den Außenverteidigern kann man - bei allen vorhandenen Fähigkeiten - in diesem Bereich kaum besondere Impulse erwarten, selbst die Ayews kommen eher über ihre Dynamik und Abschlussstärke und die Winterneuzugänge Kadir & Sougou scheinen auch mehr Ergänzungen als echte Verstärkungen zu sein. Das zweite große Problem waren die enttäuschenden (vorgeblichen) Leistungsträger, die Achse Mandanda-Nkoulou-Valbuena-Gignac muss funktionieren, will man in die C1 - und zumindest am Sonntag tat sie das eindeutig nicht. Valbuena wusste zu überzeugen, keine Frage, und Nkoulou hatte wohl einfach einen schlechten Tag erwischt, die Leistung der anderen beiden war für mich allerdings keine Überraschung, die gehören schlicht nicht (mehr) zu den Topleuten der Liga. Mandandas Patzer war sicher kein Zufall, der entwickelt sich in letzter Zeit eher zurück als nach vorne und von einer echten Konkurrenz für Lloris in der Edf war er in meinen Augen noch nie soweit entfernt wie heute. Und Gignac war immer schon ein Stürmer, der einzig von seinem Abschluss und seinem rechten Fuß gelebt hat, in Topform und mit ausgeprägtem Selbstvertrauen trifft er damit aus den unmöglichsten Lagen, verlässt ihn das Schussglück aber erst einmal, wird er schnell nutzlos für sein Team, da weitere Facetten seinem Spiel fast komplett abgehen. Weil die Alternativen auf der Bank aber rar gesät sind, muss man sich wohl auf das alte Personal und System verlassen und hoffen, dass man wie in der Hinrunde möglichst viele knappe Spiele irgendwie zu den eigenen Gunsten entscheiden kann. Nach oben sollte man spätestens jetzt ohnehin nicht mehr schielen, Platz drei zu verteidigen wird schon schwer genug. Ohne größere Verletzungen, Formkrisen oder sonstige Störfeuer ist das zwar sicher möglich, die Konkurrenz schläft allerdings nicht und ist reich an der Zahl. Das Restprogramm ist auch nicht ohne, insbesondere auswärts, da geht es nämlich noch nach Lyon, Nizza, Lille, Lorient & Saint-Etienne. Bin gespannt, wie sich das entwickelt, aber immerhin kann man sich ab übermorgen ja komplett auf die Liga konzentrieren.

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