| Geburtsdatum | 12.09.1964 |
|---|---|
| Alter | 61 |
| Nat. |
Deutschland |
| Funktion | Geschäftsführer Sport |
| Akt. Verein | VfL Wolfsburg |
Dieter Hecking [Cheftrainer]
22.12.2012 - 17:09 Uhr
19.08.2016 - 16:28 Uhr
Also bei Erfolg hat er keinen Anteil dann
19.08.2016 - 16:31 Uhr
19.08.2016 - 16:33 Uhr
Oder mehr als erwartet.
Aber ich erwarte nichts
Aber ich erwarte nichts
19.08.2016 - 16:38 Uhr
Endlich hast du es begriffen.
Im Ernst: Natürlich hat er den. Aber das schwarz/weiß Denken, welches z.B Hammerhai oder mir hier desöfteren vorgeworfen wird, sieht man da doch auch wieder. Erfolg = Erfolg, die Umstände sind egal. So einfach muss man es sich aber nicht machen. Schlechte Phasen gehören dazu, aber ein Tuchel z.B. wird dauerhaft immer und überall Erfolg haben. Bei Hecking hat man doch ganz schnell gesehen, dass der Erfolg bei schwindender indivueller Klasse (die zwar nach wie vor da war, aber eben nicht mehr in dem Maße wie zuvor) rapide abnimmt.
Man kann die Umstände natürlich immer und immer wieder seitenlang und abendfüllend ausdiskutieren, aber das ist bereits zur Genüge geschehen.
Generell kann man im Leben alles gut oder schlecht finden und das war's. Oder man reflektiert, was warum gut funktioniert und was aus welchen Gründen nicht. Und da komme auch ich bei Hecking im Großen und Ganzen zum gleichen Schluss wie Hammerhai.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von OneEightSeven am 19.08.2016 um 16:47 Uhr bearbeitet
19.08.2016 - 16:43 Uhr
Natürlich.
Aber selbst ein Klopp hatte mal ne schlechte Phase.
Trotzdem hoffe ich, dass Hecking diese Saison abtreten wird
Aber selbst ein Klopp hatte mal ne schlechte Phase.
Trotzdem hoffe ich, dass Hecking diese Saison abtreten wird
19.08.2016 - 17:57 Uhr
Zitat von OneEightSeven
Endlich hast du es begriffen.
Im Ernst: Natürlich hat er den. Aber das schwarz/weiß Denken, welches z.B Hammerhai oder mir hier desöfteren vorgeworfen wird, sieht man da doch auch wieder. Erfolg = Erfolg, die Umstände sind egal. So einfach muss man es sich aber nicht machen. Schlechte Phasen gehören dazu, aber ein Tuchel z.B. wird dauerhaft immer und überall Erfolg haben. Bei Hecking hat man doch ganz schnell gesehen, dass der Erfolg bei schwindender indivueller Klasse (die zwar nach wie vor da war, aber eben nicht mehr in dem Maße wie zuvor) rapide abnimmt.
Man kann die Umstände natürlich immer und immer wieder seitenlang und abendfüllend ausdiskutieren, aber das ist bereits zur Genüge geschehen.
Generell kann man im Leben alles gut oder schlecht finden und das war's. Oder man reflektiert, was warum gut funktioniert und was aus welchen Gründen nicht. Und da komme auch ich bei Hecking im Großen und Ganzen zum gleichen Schluss wie Hammerhai.
Endlich hast du es begriffen.
Im Ernst: Natürlich hat er den. Aber das schwarz/weiß Denken, welches z.B Hammerhai oder mir hier desöfteren vorgeworfen wird, sieht man da doch auch wieder. Erfolg = Erfolg, die Umstände sind egal. So einfach muss man es sich aber nicht machen. Schlechte Phasen gehören dazu, aber ein Tuchel z.B. wird dauerhaft immer und überall Erfolg haben. Bei Hecking hat man doch ganz schnell gesehen, dass der Erfolg bei schwindender indivueller Klasse (die zwar nach wie vor da war, aber eben nicht mehr in dem Maße wie zuvor) rapide abnimmt.
Man kann die Umstände natürlich immer und immer wieder seitenlang und abendfüllend ausdiskutieren, aber das ist bereits zur Genüge geschehen.
Generell kann man im Leben alles gut oder schlecht finden und das war's. Oder man reflektiert, was warum gut funktioniert und was aus welchen Gründen nicht. Und da komme auch ich bei Hecking im Großen und Ganzen zum gleichen Schluss wie Hammerhai.
Da hast du recht. Da wird auch von meiner Seite dann vielleicht mal pauschalisiert.
Ich denke, dass die Saison eine sehr entscheidene wird für hecking. Er hat dieses Jahr jedenfalls keine Ausrede. Es wird, hoffentlich, kein Draxler mehr am letzten Transfer Tag verkauft und der Kader sollte dann schon recht homogen zusammengestellt sein, zumindest auf den ersten Blick.
Für hecking gilt es dann schnellstmöglich das Team zusammenzubringen. Auf taktische Leckerbissen brauchen wir sicherlich nicht hoffen und ein 3-5-2 oder ähnliches ist nicht wirklich die große taktische Nummer, da hier die av Spieler einfach nicht direkt in der Kette agieren.
Sollte der Erfolg sich nicht recht zeitig einstellen wird auch hecking seine Probleme haben und wird dann früher oder später harsche Kritik ernten. Zu recht.
Ich bin gespannt, wie wir aus dem löchern kommen. In der Vergangenheit war der Start jedenfalls immer unser Problem.
19.08.2016 - 19:02 Uhr
Ich hatte schon mal vor der vorletzten Saison geschrieben, dass Hecking wie die Bayern spielen lassen will. Daraufhin wurde geschrieben, nein dies sei nicht der Fall, das könne er nicht, das wolle er nicht usw und trotzdem hat man diesen Spielstil dann gesehen. Meiner Meinung nach auch ein erheblicher Einfluss von Andries Jonker.
So...dann stellte sich aber heraus, das unsere Mannschaft mit den Umschaltspielern Perisic, De Bruyne und ja selbst Caligiuri (!) viel besser gefahren ist und am Ende verdient in die CL eingezogen ist sowie den Pokal gewonnen hat.
Letzte Saison haben wir wieder den lahmen Ballbesitz-Fussball gesehen. Perisic und de Bruyne sind gewechselt, Draxler und Kruse sind gekommen. Schon bei dieser Personalpolitik konnte man eigentlich sehen, dass man wieder zum Ballbesitz-Fussball zurückgekehrt ist. Das war meiner Meinung auch ein entscheidender Knackpunkt warum es letzte Saison nicht funktioniert hat.
Jetzt gucke ich mir die aktuelle Transferperiode an und sehe Gerhardt (Köln spielt nicht auf Ballbesitz), Didavi (Stuttgart war immer bei Kontern am besten) und Gomez (der wohl beide System kann). Das wir diese Saison komplett weg vom Ballbesitz-Fussball gehen kann ich mir nicht vorstellen, ABER...
Hecking sollte in seinem eigenen Interesse (wenn er schon immer die Bayern beobachtet) mal bei Ancelotti hinschauen. Philipp Lahm beschrieb den neuen Stil als Mix aus Ballbesitz und Konter. Machen wir uns nix vor, die Bayern haben natürlich individuell die besseren Spieler, den besseren Trainer und sind um Welten taktisch überlegen und eingespielter, aber in puncto Spielphilosophie könnte ich mir in Zukunft hier etwas ähnliches vorstellen. Quasi ein Mix aus Oldschool und Umschaltspiel. Das Hecking das Umschaltspiel welches er warum auch immer "Umkehrspiel" nennt im Training üben lässt, sieht man ab und zu. Ich hoffe, dass wir auch im Laufe der Saison in eine Position reinkommen, wo wir dieses Spiel gut durchziehen können. Da wir diese Saison kaum einer der Favoriten sein werden, könnte uns dies vllt entgegenkommen. Aber Hecking muss die richtigen Schlüsse aus den letzten beiden Jahren ziehen.
So...dann stellte sich aber heraus, das unsere Mannschaft mit den Umschaltspielern Perisic, De Bruyne und ja selbst Caligiuri (!) viel besser gefahren ist und am Ende verdient in die CL eingezogen ist sowie den Pokal gewonnen hat.
Letzte Saison haben wir wieder den lahmen Ballbesitz-Fussball gesehen. Perisic und de Bruyne sind gewechselt, Draxler und Kruse sind gekommen. Schon bei dieser Personalpolitik konnte man eigentlich sehen, dass man wieder zum Ballbesitz-Fussball zurückgekehrt ist. Das war meiner Meinung auch ein entscheidender Knackpunkt warum es letzte Saison nicht funktioniert hat.
Jetzt gucke ich mir die aktuelle Transferperiode an und sehe Gerhardt (Köln spielt nicht auf Ballbesitz), Didavi (Stuttgart war immer bei Kontern am besten) und Gomez (der wohl beide System kann). Das wir diese Saison komplett weg vom Ballbesitz-Fussball gehen kann ich mir nicht vorstellen, ABER...
Hecking sollte in seinem eigenen Interesse (wenn er schon immer die Bayern beobachtet) mal bei Ancelotti hinschauen. Philipp Lahm beschrieb den neuen Stil als Mix aus Ballbesitz und Konter. Machen wir uns nix vor, die Bayern haben natürlich individuell die besseren Spieler, den besseren Trainer und sind um Welten taktisch überlegen und eingespielter, aber in puncto Spielphilosophie könnte ich mir in Zukunft hier etwas ähnliches vorstellen. Quasi ein Mix aus Oldschool und Umschaltspiel. Das Hecking das Umschaltspiel welches er warum auch immer "Umkehrspiel" nennt im Training üben lässt, sieht man ab und zu. Ich hoffe, dass wir auch im Laufe der Saison in eine Position reinkommen, wo wir dieses Spiel gut durchziehen können. Da wir diese Saison kaum einer der Favoriten sein werden, könnte uns dies vllt entgegenkommen. Aber Hecking muss die richtigen Schlüsse aus den letzten beiden Jahren ziehen.
19.08.2016 - 19:08 Uhr
Der VfL hat im gesamten Verein eine klare Spielvorgabe: Dominant spielen. Formation usw. sind nicht vorgegeben, aber es gibt die klare Vorgabe, den Ballbesitz zu suchen, den Gegner zu dominieren und ihm das eigene Spiel aufzudrücken. Ich denke nicht, dass Hecking nun davon abweichen wird. Die Vorbereitung hat ja gezeigt, dass eher an der Formation mal was geändert wird.
20.08.2016 - 12:37 Uhr
Guck dir an wie es Mourinho und Ancelotti gerade machen. Bei denen hast du auch lahme Ballbesitz Phasen drin. Ich wage sogar zu behaupten das ein Fellaini keinen Milimeter (!) besser im Aufbauspiel ist zb ein Gustavo. Jedenfalls konnte man das in den ersten drei Spielen bisher gut beobachten. Der Unterschied ist aber, dass dann über Außen Tempo reinkommt wenn es sein muss (über Martial, Mata oder auch Ribery zZ beim FCB).
Wichtig wird sein, dass wir diese kreativen und schnellen Momente in unserem Spiel haben werden. Sei es durch Draxler oder auch durch Einwechsler wie Brekalo. Auch Schüsse von Kuba und Didavi wie in den Testspielen sind enorm wichtig. Man muss sofort versuchen Akzente zu setzen. Ab heute gehts los...
Wichtig wird sein, dass wir diese kreativen und schnellen Momente in unserem Spiel haben werden. Sei es durch Draxler oder auch durch Einwechsler wie Brekalo. Auch Schüsse von Kuba und Didavi wie in den Testspielen sind enorm wichtig. Man muss sofort versuchen Akzente zu setzen. Ab heute gehts los...
23.08.2016 - 20:23 Uhr
Quelle: www.waz-online.de
Sind sie ernüchtert, Herr Hecking?
Trainer Dieter Hecking musste in der vergangenen Saison mit dem VfL Wolfsburg erstmals durch eine ernsthafte Krise. Wie ging es ihm dabei? Und was wird jetzt besser? AZ/WAZ-Sportredakteur Andreas Pahlmann sprach mit ihm.
Trainer Dieter Hecking musste in der vergangenen Saison mit dem VfL Wolfsburg erstmals durch eine ernsthafte Krise. Wie ging es ihm dabei? Und was wird jetzt besser? AZ/WAZ-Sportredakteur Andreas Pahlmann sprach mit ihm.
Zum ersten Mal in Ihrer Zeit als VfL-Trainer hatten Sie in der vergangenen Saison eine echte sportliche Krise. Sind Sie ernüchtert?
- Ernüchterung ist das falsche Wort, weil ich grundsätzlich im Erfolgsfall nicht euphorisch und in negativen Phasen nicht zu pessimistisch bin. Ich bin vom Typ her eher jemand, der immer versucht, eine innere Balance zu finden. Ich glaube, ich bin da geerdet.
Es gibt Kollegen von Ihnen, die sagen: Wenn‘s sportlich nicht läuft, bin ich zuhause ungenießbar. Wie sind Sie?
- Still. Meine Frau sagt dann „Ich merke doch, dass du mit deinen Gedanken überall bist, nur nicht bei uns”. Also man merkt es mir schon an, aber ungenießbar bin ich dann sicherlich nicht.
Konnten Sie denn wenigstens bei der EM entspannt Fußball im Fernsehen schauen?
- Ganz ehrlich: Ich habe von der EM nicht viel gesehen. Die deutschen Spiele habe ich geguckt. Aber als Fan.
Geht das? Achten Sie dabei nicht auf taktische Feinheiten?
- Wenn ich dann vorm Fernseher sitze, will ich gar nicht in die Tiefe gehen und mir solche Gedanken machen. Wenn es Erkenntnisse gibt, die mir wichtig erscheinen, kann ich das immer noch nacharbeiten.
Und die anderen Spiele?
- Die habe ich verpasst. Ich war während der EM im Urlaub auf Mallorca. Von den 15-Uhr-Spielen habe ich keines gesehen, bei den 18-Uhr-Spielen kamen wir meistens müde vom Strand. Und wenn die 21-Uhr-Spiele liefen, war ich mit meiner Frau schon wieder unterwegs. Wenn man von den deutschen Spielen mal absieht, habe ich kein einziges Spiel bewusst über 90 Minuten geguckt. Nach der für uns schwierigen Saison war mir klar, dass ich auch mal runterfahren muss, um aufzutanken.
...
Wird die Qualität einer Mannschaft in der neuen Saison mehr denn je davon abhängen, ob sie mehrere Systeme spielen kann?
- Die Bayern haben in der vergangenen Saison teilweise in einem Spiel drei, vier verschiedene Systeme gespielt – und sie konnten es sich leisten, sie einzustudieren. Manchmal, das habe ich Pep Guardiola auch mal gesagt, war es fast zu penetrant: Kaum haben die Bayern 2:0 geführt, haben sie ein Bundesliga-Spiel genutzt, um gewisse Dinge unter Wettkampfbedingungen zu trainieren. Das kann natürlich nicht jede Mannschaft. Grundsätzlich gilt auch für uns: Flexibilität kann absolut positiv sein, trotzdem wird das 4-2-3-1 weiter unsere Basis bleiben.
Hätten Sie nicht in der vergangenen Saison Ihrerseits mehr probieren können – etwa den Einbau von jungen Spielern?
- Manchmal kommt eben etwas dazwischen – bei Jannes Horn waren es etwa disziplinarische Gründe, als er in der A-Jugend Rot wegen Gegnerbeleidung gesehen hatte. Paul Seguin, den ich auch zu den jungen Spielern zähle, hat sich verletzt, als er auf dem Sprung war. Jetzt haben sie alle die Chance, sich zu zeigen. Aber sie müssen auch Geduld haben.
Werden wir Jannes Horn, Anton Donkor und die anderen Nachwuchsspieler in neuen Saison häufiger sehen?
- Ich denke schon, und das wäre auch gut, denn es unterstreicht die hervorragende Nachwuchsarbeit beim VfL. Mit der neuen Fußball-Akademie verbessern wir die Durchlässigkeit zum Profikader ja weiter. Aber wir wissen doch, dass bei den Ansprüchen, die an den VfL gestellt werden, unsere Ziele nicht nur mit jungen Spielern erreicht werden können. Wenn diese jungen Spieler im ersten Jahr die Lücke so weit schließen können, dass man sagt: Sie sind vollwertige Mitglieder des Kaders – dann haben sie den ersten Riesenschritt schon gemacht.
Sie haben gerade die Ansprüche an den VfL angesprochen – müssen die wirklich so hoch sein? Muss der VfL jedes Jahr international spielen?
- Den Anspruch hat man an uns, den haben wir auch selbst. Auch wenn es manchmal verzerrt dargestellt wird: Als Klaus Allofs bei der Begrüßung im Trainingslager in Bad Ragaz nach Wünschen gefragt wurde und schmunzelnd den Wunsch Champions League formulierte – ausdrücklich als Wunsch –, konnte man danach lesen: Der VfL will wieder in die Champions League! Das macht es nicht leichter. Aber: Wir waren 2015 Pokalsieger und Vizemeister – klar, dass wir nicht um Rang zehn spielen wollen und dass man das auch nicht von uns erwartet.
Aber wenn der VfL jetzt sagt: Wir setzen noch mehr auf junge Leute und unser Ziel ist es, vielleicht um Platz sechs mitzuspielen – wer sollte dem Verein das übelnehmen?
- Viele Wege führen nach Rom. Aber klar ist doch auch, dass der Aufschrei groß wäre, wenn wir regelmäßig mit unseren 18- oder 19-Jährigen auflaufen – die alle großes Potenzial haben –, wir aber nach der Hinrunde nur Zwölfter sind.
...
Wenn Sie sehen, dass Dortmund drei Top-Stars verloren hat, denken Sie dann: Gut, dass es andere auch nicht so leicht mit der Kaderplanung haben?
- Thomas Tuchel hat ja gesagt, dass er nicht damit gerechnet hat, dass ihm die besten Spieler auch in Dortmund weggekauft werden. Da musste ich an unsere Situation im vergangenen Jahr denken – wo ich vorher auch gedacht hatte: Einem Verein, der so gut aufgestellt ist wie der VfL, dem passiert sowas nicht. Und dann kam es mit Kevin De Bruyne und Ivan Perisic doch anders.
Wenn der Wechsel-Wahnsinn solch ein Ausmaß annimmt wie in diesem Jahr, hat man da als Trainer nicht einfach auch immer weniger Spaß an einer Saisonvorbereitung?
- Das ist eine Frage, die man eher grundsätzlich betrachten sollte. Trainer sind neben den Managern die zentralen Figuren in einem Klub und werden direkt am sportlichen Erfolg gemessen. Als Trainer hat man aber zugleich oft auch eher wenig Einfluss, wenn ein guter Spieler plötzlich gehen will.
Können Sie glaubwürdig vermitteln, dass der VfL einen Kader für die internationalen Plätze hat?
- Natürlich. Jetzt lassen wir mal beiseite, dass manche Spieler weg wollten oder anfangs vielleicht auch mit dem Kopf nicht immer hundertprozentig da waren: Wenn wir die Namen unserer Spieler durchgehen und deren Qualität sehen, dann hätte ich auch sechs Wochen vor der Saison bedenkenlos einen Platz im oberen Tabellendrittel als Ziel ausgeben können.
Und Sie haben ja auch gute Spieler dazu bekommen...
- ...die wir selbst im Gespräch auch überzeugt haben. Und schon sind wir wieder bei den Zielen und deren Bedeutung. Wenn ich einem Jeffrey Bruma beispielsweise gesagt hätte, „Du, wir wollen in dieser Saison Elfter werden”, dann wäre er jetzt nicht hier. Bei den anderen wäre es genauso.
Wenn Sie sehen, was in England gerade alles möglich ist – wäre die Premier League auch für Sie als Trainer attraktiv?
- Diese Frage stellt sich für mich nicht. Ich weiß, was ich am VfL habe. Was mir Klaus Allofs und der Aufsichtsrat damals versprochen haben, ist zu 100 Prozent eingetreten. Und ich hatte in der schwierigen Phase der vergangenen Saison Rückendeckung, das weiß ich sehr zu schätzen. Das schützt natürlich nicht davor, dass es bei anhaltendem Misserfolg auch anders kommen kann. Dann heißt es eben: Du bist nicht mehr der Richtige.
Ich bin ja nicht naiv. Ich bin jetzt drei Jahre und acht Monate da, das ist meine längste Zeit bei einem Verein – da muss man ein Ende auch mal einkalkulieren.
- Ernüchterung ist das falsche Wort, weil ich grundsätzlich im Erfolgsfall nicht euphorisch und in negativen Phasen nicht zu pessimistisch bin. Ich bin vom Typ her eher jemand, der immer versucht, eine innere Balance zu finden. Ich glaube, ich bin da geerdet.
Es gibt Kollegen von Ihnen, die sagen: Wenn‘s sportlich nicht läuft, bin ich zuhause ungenießbar. Wie sind Sie?
- Still. Meine Frau sagt dann „Ich merke doch, dass du mit deinen Gedanken überall bist, nur nicht bei uns”. Also man merkt es mir schon an, aber ungenießbar bin ich dann sicherlich nicht.
Konnten Sie denn wenigstens bei der EM entspannt Fußball im Fernsehen schauen?
- Ganz ehrlich: Ich habe von der EM nicht viel gesehen. Die deutschen Spiele habe ich geguckt. Aber als Fan.
Geht das? Achten Sie dabei nicht auf taktische Feinheiten?
- Wenn ich dann vorm Fernseher sitze, will ich gar nicht in die Tiefe gehen und mir solche Gedanken machen. Wenn es Erkenntnisse gibt, die mir wichtig erscheinen, kann ich das immer noch nacharbeiten.
Und die anderen Spiele?
- Die habe ich verpasst. Ich war während der EM im Urlaub auf Mallorca. Von den 15-Uhr-Spielen habe ich keines gesehen, bei den 18-Uhr-Spielen kamen wir meistens müde vom Strand. Und wenn die 21-Uhr-Spiele liefen, war ich mit meiner Frau schon wieder unterwegs. Wenn man von den deutschen Spielen mal absieht, habe ich kein einziges Spiel bewusst über 90 Minuten geguckt. Nach der für uns schwierigen Saison war mir klar, dass ich auch mal runterfahren muss, um aufzutanken.
...
Wird die Qualität einer Mannschaft in der neuen Saison mehr denn je davon abhängen, ob sie mehrere Systeme spielen kann?
- Die Bayern haben in der vergangenen Saison teilweise in einem Spiel drei, vier verschiedene Systeme gespielt – und sie konnten es sich leisten, sie einzustudieren. Manchmal, das habe ich Pep Guardiola auch mal gesagt, war es fast zu penetrant: Kaum haben die Bayern 2:0 geführt, haben sie ein Bundesliga-Spiel genutzt, um gewisse Dinge unter Wettkampfbedingungen zu trainieren. Das kann natürlich nicht jede Mannschaft. Grundsätzlich gilt auch für uns: Flexibilität kann absolut positiv sein, trotzdem wird das 4-2-3-1 weiter unsere Basis bleiben.
Hätten Sie nicht in der vergangenen Saison Ihrerseits mehr probieren können – etwa den Einbau von jungen Spielern?
- Manchmal kommt eben etwas dazwischen – bei Jannes Horn waren es etwa disziplinarische Gründe, als er in der A-Jugend Rot wegen Gegnerbeleidung gesehen hatte. Paul Seguin, den ich auch zu den jungen Spielern zähle, hat sich verletzt, als er auf dem Sprung war. Jetzt haben sie alle die Chance, sich zu zeigen. Aber sie müssen auch Geduld haben.
Werden wir Jannes Horn, Anton Donkor und die anderen Nachwuchsspieler in neuen Saison häufiger sehen?
- Ich denke schon, und das wäre auch gut, denn es unterstreicht die hervorragende Nachwuchsarbeit beim VfL. Mit der neuen Fußball-Akademie verbessern wir die Durchlässigkeit zum Profikader ja weiter. Aber wir wissen doch, dass bei den Ansprüchen, die an den VfL gestellt werden, unsere Ziele nicht nur mit jungen Spielern erreicht werden können. Wenn diese jungen Spieler im ersten Jahr die Lücke so weit schließen können, dass man sagt: Sie sind vollwertige Mitglieder des Kaders – dann haben sie den ersten Riesenschritt schon gemacht.
Sie haben gerade die Ansprüche an den VfL angesprochen – müssen die wirklich so hoch sein? Muss der VfL jedes Jahr international spielen?
- Den Anspruch hat man an uns, den haben wir auch selbst. Auch wenn es manchmal verzerrt dargestellt wird: Als Klaus Allofs bei der Begrüßung im Trainingslager in Bad Ragaz nach Wünschen gefragt wurde und schmunzelnd den Wunsch Champions League formulierte – ausdrücklich als Wunsch –, konnte man danach lesen: Der VfL will wieder in die Champions League! Das macht es nicht leichter. Aber: Wir waren 2015 Pokalsieger und Vizemeister – klar, dass wir nicht um Rang zehn spielen wollen und dass man das auch nicht von uns erwartet.
Aber wenn der VfL jetzt sagt: Wir setzen noch mehr auf junge Leute und unser Ziel ist es, vielleicht um Platz sechs mitzuspielen – wer sollte dem Verein das übelnehmen?
- Viele Wege führen nach Rom. Aber klar ist doch auch, dass der Aufschrei groß wäre, wenn wir regelmäßig mit unseren 18- oder 19-Jährigen auflaufen – die alle großes Potenzial haben –, wir aber nach der Hinrunde nur Zwölfter sind.
...
Wenn Sie sehen, dass Dortmund drei Top-Stars verloren hat, denken Sie dann: Gut, dass es andere auch nicht so leicht mit der Kaderplanung haben?
- Thomas Tuchel hat ja gesagt, dass er nicht damit gerechnet hat, dass ihm die besten Spieler auch in Dortmund weggekauft werden. Da musste ich an unsere Situation im vergangenen Jahr denken – wo ich vorher auch gedacht hatte: Einem Verein, der so gut aufgestellt ist wie der VfL, dem passiert sowas nicht. Und dann kam es mit Kevin De Bruyne und Ivan Perisic doch anders.
Wenn der Wechsel-Wahnsinn solch ein Ausmaß annimmt wie in diesem Jahr, hat man da als Trainer nicht einfach auch immer weniger Spaß an einer Saisonvorbereitung?
- Das ist eine Frage, die man eher grundsätzlich betrachten sollte. Trainer sind neben den Managern die zentralen Figuren in einem Klub und werden direkt am sportlichen Erfolg gemessen. Als Trainer hat man aber zugleich oft auch eher wenig Einfluss, wenn ein guter Spieler plötzlich gehen will.
Können Sie glaubwürdig vermitteln, dass der VfL einen Kader für die internationalen Plätze hat?
- Natürlich. Jetzt lassen wir mal beiseite, dass manche Spieler weg wollten oder anfangs vielleicht auch mit dem Kopf nicht immer hundertprozentig da waren: Wenn wir die Namen unserer Spieler durchgehen und deren Qualität sehen, dann hätte ich auch sechs Wochen vor der Saison bedenkenlos einen Platz im oberen Tabellendrittel als Ziel ausgeben können.
Und Sie haben ja auch gute Spieler dazu bekommen...
- ...die wir selbst im Gespräch auch überzeugt haben. Und schon sind wir wieder bei den Zielen und deren Bedeutung. Wenn ich einem Jeffrey Bruma beispielsweise gesagt hätte, „Du, wir wollen in dieser Saison Elfter werden”, dann wäre er jetzt nicht hier. Bei den anderen wäre es genauso.
Wenn Sie sehen, was in England gerade alles möglich ist – wäre die Premier League auch für Sie als Trainer attraktiv?
- Diese Frage stellt sich für mich nicht. Ich weiß, was ich am VfL habe. Was mir Klaus Allofs und der Aufsichtsrat damals versprochen haben, ist zu 100 Prozent eingetreten. Und ich hatte in der schwierigen Phase der vergangenen Saison Rückendeckung, das weiß ich sehr zu schätzen. Das schützt natürlich nicht davor, dass es bei anhaltendem Misserfolg auch anders kommen kann. Dann heißt es eben: Du bist nicht mehr der Richtige.
Ich bin ja nicht naiv. Ich bin jetzt drei Jahre und acht Monate da, das ist meine längste Zeit bei einem Verein – da muss man ein Ende auch mal einkalkulieren.
Das ist kein komplettes Interview. Das gibt's morgen in der WAZ
Post-Optionen
Den kompletten Thread wirklich löschen?
Paten-Optionen
Möchtest Du den Beitrag wirklich löschen?
Diesen Beitrag alarmieren
Diesen Beitrag alarmieren
Diesen Beitrag alarmieren
Lesezeichen
Abonnierte Threads
Guter Beitrag
Guter Beitrag
Guter Beitrag
Post-Optionen
Nutze die Thread-Suche, wenn Du diesen Post in einen anderen Thread verschieben möchtest. Drücke Thread erstellen, wenn aus diesem Post ein eigenständiger Thread werden soll.
Deutschland 