Der Schiri Thread
08.08.2011 - 15:46 Uhr
15.09.2021 - 11:59 Uhr
@svl1893
Mit deinem allerersten Satz gibst du die Antwort bereits.
Der DFB schützt seine Schiedsrichter um jeden Preis, komme was wolle. Ob das richtig und/oder klug ist, sei dahin gestellt.
Wahrscheinlich würden sie sogar unterbinden, dass Heft eine Fehlentscheidung zugäbe.
Ansonsten bin ich zu 100% bei dir.
Mit deinem allerersten Satz gibst du die Antwort bereits.
Der DFB schützt seine Schiedsrichter um jeden Preis, komme was wolle. Ob das richtig und/oder klug ist, sei dahin gestellt.
Wahrscheinlich würden sie sogar unterbinden, dass Heft eine Fehlentscheidung zugäbe.
Ansonsten bin ich zu 100% bei dir.
15.09.2021 - 12:48 Uhr
Zitat von guggemool
@svl1893
Mit deinem allerersten Satz gibst du die Antwort bereits.
Der DFB schützt seine Schiedsrichter um jeden Preis, komme was wolle. Ob das richtig und/oder klug ist, sei dahin gestellt.
Wahrscheinlich würden sie sogar unterbinden, dass Heft eine Fehlentscheidung zugäbe.
Ansonsten bin ich zu 100% bei dir.
@svl1893
Mit deinem allerersten Satz gibst du die Antwort bereits.
Der DFB schützt seine Schiedsrichter um jeden Preis, komme was wolle. Ob das richtig und/oder klug ist, sei dahin gestellt.
Wahrscheinlich würden sie sogar unterbinden, dass Heft eine Fehlentscheidung zugäbe.
Ansonsten bin ich zu 100% bei dir.
Ich weiß, aber genau das ist das Problem. Ich könnte mir gut vorstellen, dass eine offene Fehlerkultur die Stimmung zwischen Schiedsrichtern, Spielern und Funktionären viel harmonischer gestalten könnte. Denn sein wir so ehrlich: ein jeder Schiedsrichter macht Fehler, auch mit VAR. Da wir keinen VAR haben (ich gehe davon aus, dass das so bleibt), wird die Zahl der Fehler auf hohem Niveau bleiben. Wir sind zwar übermäßig oft betroffen, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass dahinter Absicht oder gar Manipulation steckt. Eher denke ich, dass das Auftreten unserer Spieler und Verantwortlichen dabei eine Rolle spielt. Diese Wagenburg-Mentalität (wir gegen alle!) hatte ich ja vor kurzem schon mal angesprochen.
Man muss aber den klassischen Kreisliga-Spruch bringen: Egal wie viele Fehler ein Schiedsrichter im Spiel macht, die Spieler auf dem Feld machen noch mehr. Das mag jetzt in dem Fall von Herrn Heft bei uns nicht zutreffen, in 95/100 spielen allerdings schon. Warum geht man dann mit den Entscheidungen, die offensichtlich falsch gewesen sind, nicht offen um? Dann ist es eben nur ein Spiel Sperre. Das würde zu einem viel besseren Umgang führen.
Und wenn dann ein Schiedsrichter einen rabenschwarzen erwischt, dann ist es so. Dann pfeift er mal 2-3 Wochen 1-2 Ligen unter seiner Einstufung und kann sich dann rehabilitieren. So läuft es ja bei den Spielern auch.
Vielleicht habe ich auch einfach eine sehr naive Sicht auf die Welt, aber meiner Meinung nach würde das zu einem viel besseren Miteinander führen. Vielleicht kann mir @Newtrial oder jemand anderes auch erklären, warum ich falsch liege.
15.09.2021 - 12:54 Uhr
Mit der Fehlerkultur ist das so eine Sache. Wenn Vereine auf Basis zugegebener Fehler Klagen einreichen, steht der DFB dumm da.
Beste Grüße
Lullaby
Beste Grüße
Lullaby
15.09.2021 - 13:03 Uhr
Zitat von Lullaby
Mit der Fehlerkultur ist das so eine Sache. Wenn Vereine auf Basis zugegebener Fehler Klagen einreichen, steht der DFB dumm da.
Beste Grüße
Lullaby
Mit der Fehlerkultur ist das so eine Sache. Wenn Vereine auf Basis zugegebener Fehler Klagen einreichen, steht der DFB dumm da.
Beste Grüße
Lullaby
Das ganze ist doch meines Wissens nach und nach den Ausführungen von @Guggemol juristisch eindeutig: eine Grundlage zur Streichung der Sperre besteht nur, wenn ein Irrtum vorliegt. Die Tatsachenentscheidung des Schiedsrichters auf dem Feld wird nicht angetastet. Das finde ich auch gut so und sollte von jedem Verantwortlichen nachvollzogen werden können.
Wenn das ganze natürlich juristisch nicht so klar ist, hättest du natürlich recht. Das würde dann Tür und Tor zu Einsprüchen eröffnen.
15.09.2021 - 13:19 Uhr
Mir leuchtet nicht ein, wieso man über das Schlagwort der „Tatsachenentscheidung“ im Nachhinein offensichtlich falsche Entscheidungen aufrechterhält.
Die Autorität des Schiedsrichters muss auf dem Platz geschützt werden, ja. Deshalb kann ich es nachvollziehen, dass man - solange es keinen VAR gibt - während der neunzig Minuten die Entscheidungen des Schiedsrichters schützt.
Aber danach? Hefts Autorität ist nach diesem Auftritt eh vorerst im Eimer. Wem nutzt es, dass Redondo jetzt überhaupt gesperrt wird? Waren die 65 Minuten unberechtigte Sperre nicht genug?
Was hindert den DFB daran zu sagen, dass Heft einen Fehler gemacht hat und jede Grundlage fehlt, um Redondo zu sperren?
Es mag sein, dass das die Praxis der DFB-Schiedsgerichte ist. Ich halte diese aber für falsch, da ich erstens nicht sehe, wo der Schiedsrichter dadurch geschützt wird und da der DFB zweitens seine Glaubwürdigkeit so nur noch weiter beschädigt.
Einfach einmal eingestehen, dass den Schiris Fehler unterlaufen und für die dadurch entstehenden Nachteile um Entschuldigung bitten, anstatt im Nachgang Fehlentscheidungen zu verteidigen und weiter auszubauen.
Das würde dem Eindruck vom Elfenbeinturm entgegenwirken und das Verhältnis zwischen Verband und Vereinen deutlich entspannen.
Es gibt im Profigeschäft anders als auf den Amateurplätzen die Möglichkeit, im Nachgang Entscheidungen zumindest teilweise zu korrigieren (ganz lässt sich der von Heft am Samstag verursachte Mist eh nicht mehr aus der Welt schaffen), aber dann muss man auch darauf zurückgreifen.
Die Autorität des Schiedsrichters muss auf dem Platz geschützt werden, ja. Deshalb kann ich es nachvollziehen, dass man - solange es keinen VAR gibt - während der neunzig Minuten die Entscheidungen des Schiedsrichters schützt.
Aber danach? Hefts Autorität ist nach diesem Auftritt eh vorerst im Eimer. Wem nutzt es, dass Redondo jetzt überhaupt gesperrt wird? Waren die 65 Minuten unberechtigte Sperre nicht genug?
Was hindert den DFB daran zu sagen, dass Heft einen Fehler gemacht hat und jede Grundlage fehlt, um Redondo zu sperren?
Es mag sein, dass das die Praxis der DFB-Schiedsgerichte ist. Ich halte diese aber für falsch, da ich erstens nicht sehe, wo der Schiedsrichter dadurch geschützt wird und da der DFB zweitens seine Glaubwürdigkeit so nur noch weiter beschädigt.
Einfach einmal eingestehen, dass den Schiris Fehler unterlaufen und für die dadurch entstehenden Nachteile um Entschuldigung bitten, anstatt im Nachgang Fehlentscheidungen zu verteidigen und weiter auszubauen.
Das würde dem Eindruck vom Elfenbeinturm entgegenwirken und das Verhältnis zwischen Verband und Vereinen deutlich entspannen.
Es gibt im Profigeschäft anders als auf den Amateurplätzen die Möglichkeit, im Nachgang Entscheidungen zumindest teilweise zu korrigieren (ganz lässt sich der von Heft am Samstag verursachte Mist eh nicht mehr aus der Welt schaffen), aber dann muss man auch darauf zurückgreifen.
15.09.2021 - 13:23 Uhr
Zitat von svl1893
Vielleicht kann mir @Newtrial oder jemand anderes auch erklären, warum ich falsch liege.
Vielleicht kann mir @Newtrial oder jemand anderes auch erklären, warum ich falsch liege.
Warum solltest Du damit falsch liegen? Für mich gäbe es eine sehr einfache Lösung für den Profi-Bereich, die aber auf FIFA-Ebene zu treffen wäre: Rot bedeutet lediglich, dass Du das Spielfeld umgehend zu verlassen hast. Alles Übrige ist Sache der Sportgerichtsbarkeit. Bei Fehlentscheidungen stehst Du also im Folgespiel wieder auf dem Platz. Begleitrhetorik: Entscheidungen in Sekundenbruchteilen sind immer fehleranfällig und sollten auf Basis von Fernsehbildern und/oder dem vierten Offiziellen im Nachhinein korrigiert werden können. Keine Delegitimierung des Schiris also!
Was man natürlich nicht will - mit dem Videobeweis aber bereits eingeführt hat - sind getrennte Regelsysteme für die oberen und unteren Ligen. Und im Ama-Bereich wäre der Aufwand für im Regelfall bei Rot zu fällenden, individuellen ex post-Urteile viel zu hoch und es fehlen dazu ja oft auch die unabhängigen Informationsquellen (vierter Offizieller; Fernsehbilder). Da ist es natürlich einfacher, eine Regelsperre für die meisten roten Karten zu haben und nur im Ausnahmefall davon abzuweichen.
Es wird sich nichts ändern, dazu muss man kein Prophet sein. Und es wäre auch nicht einfach. Bei aller Kritik an der FIFA ist es dennoch wichtig, dass weltweit und ligenübergreifend weiterhin dasselbe Spiel gespielt wird. So tiefe Eingriffe wie etwa bei der Einführung der Abseitsregel oder dem VAR sollte es nur alle paar Jahrzehnte einmal geben.
15.09.2021 - 14:15 Uhr
Ja, aber der Profisport muss sich auch optimieren bzw. reformieren können. Beim Thema "VAR" sieht man doch optimal, dass das (noch) nicht das Gelbe vom Ei ist. Ich fand beispielsweise den von @BenMic vorgeschlagenen Challenge-Gedanken eine tolle Idee. Wenn man sich die Spiele in der NBA anschaut, funktioniert das auch richtig gut.
Die Initiative eine Szene überprüfen zu lassen, muss von der möglicherweise benachteiligten Mannschaft ausgehen - nicht vom Schiedsrichter oder dem Kölner Keller. Damit schafft man meines Erachtens auch die Schiedsrichter aus der Verantwortung für strittige Szenen.
Die Initiative eine Szene überprüfen zu lassen, muss von der möglicherweise benachteiligten Mannschaft ausgehen - nicht vom Schiedsrichter oder dem Kölner Keller. Damit schafft man meines Erachtens auch die Schiedsrichter aus der Verantwortung für strittige Szenen.
15.09.2021 - 14:19 Uhr
In den USA hat man da ein echt gutes System.
Jede Rote Karte, egal ob gelb-rot oder glatt rot, ergibt automatisch ein Spiel Sperre.
Über alle Karten wird entschieden. Im Zweifel wird die Sperre verlängert oder es bleibt bei dem einen Spiel.
Es kommt auch immer wieder vor, dass rote Karten zurückgenommen werden. Nicht nur, wenn sie faktisch falsch war. Auch wenn das Gremium der Meinung ist, dass es sich um eine klare Fehlentscheidung handelt.
Das alles wird trotz VAR gemacht. Die Schiedsrichterentscheidungen werden also von mehren Instanzen kontrolliert und im Zweifel vom Sportgericht aufgehoben.
In der MLS kannst du auch für eine Schwalbe gesperrt werden, u.a. wenn der Gegner dadurch eine Gelb-Rote Karte erhalten hat, oder durch eine Gelbe Karte im nächsten Spiel gesperrt ist.
https://www.mlssoccer.com/news/simulation-embellishment-378316
So manches könnte man sich schon abschauen
Jede Rote Karte, egal ob gelb-rot oder glatt rot, ergibt automatisch ein Spiel Sperre.
Über alle Karten wird entschieden. Im Zweifel wird die Sperre verlängert oder es bleibt bei dem einen Spiel.
Es kommt auch immer wieder vor, dass rote Karten zurückgenommen werden. Nicht nur, wenn sie faktisch falsch war. Auch wenn das Gremium der Meinung ist, dass es sich um eine klare Fehlentscheidung handelt.
Das alles wird trotz VAR gemacht. Die Schiedsrichterentscheidungen werden also von mehren Instanzen kontrolliert und im Zweifel vom Sportgericht aufgehoben.
In der MLS kannst du auch für eine Schwalbe gesperrt werden, u.a. wenn der Gegner dadurch eine Gelb-Rote Karte erhalten hat, oder durch eine Gelbe Karte im nächsten Spiel gesperrt ist.
https://www.mlssoccer.com/news/simulation-embellishment-378316
So manches könnte man sich schon abschauen
15.09.2021 - 14:34 Uhr
Zitat von Ivo_Ilicevic
Es kommt auch immer wieder vor, dass rote Karten zurückgenommen werden. Nicht nur, wenn sie faktisch falsch war. Auch wenn das Gremium der Meinung ist, dass es sich um eine klare Fehlentscheidung handelt.
Das alles wird trotz VAR gemacht. Die Schiedsrichterentscheidungen werden also von mehren Instanzen kontrolliert und im Zweifel vom Sportgericht aufgehoben.
In der MLS kannst du auch für eine Schwalbe gesperrt werden, u.a. wenn der Gegner dadurch eine Gelb-Rote Karte erhalten hat, oder durch eine Gelbe Karte im nächsten Spiel gesperrt ist.
https://www.mlssoccer.com/news/simulation-embellishment-378316
So manches könnte man sich schon abschauen
Es kommt auch immer wieder vor, dass rote Karten zurückgenommen werden. Nicht nur, wenn sie faktisch falsch war. Auch wenn das Gremium der Meinung ist, dass es sich um eine klare Fehlentscheidung handelt.
Das alles wird trotz VAR gemacht. Die Schiedsrichterentscheidungen werden also von mehren Instanzen kontrolliert und im Zweifel vom Sportgericht aufgehoben.
In der MLS kannst du auch für eine Schwalbe gesperrt werden, u.a. wenn der Gegner dadurch eine Gelb-Rote Karte erhalten hat, oder durch eine Gelbe Karte im nächsten Spiel gesperrt ist.
https://www.mlssoccer.com/news/simulation-embellishment-378316
So manches könnte man sich schon abschauen

Ich kann zu alledem nichts sagen, weil ich die US-Sportarten nicht kenne; weiß z.B. auch nicht, was hinter "Challenge" steckt. Aber die Argumentation, man dürfe die Schiris nicht delegitimieren, ist auf alle Fälle Schrott. Ein Berufungsgericht, das die Entscheidung einer unteren Instanz aufhebt, delegitimiert diese damit ja auch nicht als Institution. So funktioniert das System halt einfach. Man muss wohl aufpassen, dass nicht am Ende zuviel am grünen Tisch entschieden wird; insofern hat das mit der "Tatsachenentscheidung" ja durchaus auch etwas für sich. Und dass die Zahl sportgerichtlicher Verfahren nicht ins Unermessliche steigt.
Ich vertrete da eine eher gemäßigte Position, weil ich die Schwierigkeiten von Regeländerungen im Weltfußball sehe. Denke zugleich aber, dass dies nicht die Hauptmotivation beim DFB ist, sondern es da um eine selbstherrlich-autoritäre Grundhaltung geht, die innovativen Lösungen per se im Wege steht.
15.09.2021 - 16:12 Uhr
Zitat von Newtrial
Ich kann zu alledem nichts sagen, weil ich die US-Sportarten nicht kenne; weiß z.B. auch nicht, was hinter "Challenge" steckt.
Ich kann zu alledem nichts sagen, weil ich die US-Sportarten nicht kenne; weiß z.B. auch nicht, was hinter "Challenge" steckt.
Ich kenne das aus der NBA (Basketball) und dem Tennis bei größeren Turnieren. Du hast in der NBA die Coach's Challenge, wo du ein Mal im Spiel Foul-Pfiffe gegen die eigenen Spieler, Entscheidungen beim Aus-Ball sowie Goaltending-Pfiffe überprüfen lassen kannst. Das wurde in der Saison 2019/20 eingeführt und hat sich meines Erachtens bestens bewährt.
Beim Tennis haben die Spieler zu Matchbeginn drei Möglichkeiten, ein Challenge bei vermuteter Fehlentscheidung einzusetzen. Der Spieler hebt kurz Arm oder Schläger und ruft zum Stuhlschiedsrichter "Challenge". Daraufhin wird auf einer großen Leinwand der strittige Punkt abgebildet. Es kann so genau nachvollzogen werden, ob der Ball die Linie noch berührte oder im Aus war. Auch im Tennis hat sich diese Regel absolut bewährt.
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