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BVB - Transferpolitik

14.02.2015 - 15:43 Uhr
BVB - Transferpolitik |#16671
20.10.2021 - 10:38 Uhr
Meiner Meinung nach haben wir zu viele "Schönwetter" Fußballer und einige die technisch viel zu limitiert sind.
Es fehlt einfach an Galligkeit und Aggressivität.

Zu wenig Spieler die wirklich kämpfen wollen.

Spieler wie Brandt, Reus, Witsel und auch Guerreiro (ja, hat gestern nicht gespielt) glänzen wenn der Gegner es zulässt. Werden die aber gepresst und verlieren den Ball, wird immer nur müde hinterher gejoggt. Besonders bei unserem Käpten fällt mir das besonders oft auf das wenn der Ball nicht perfekt azf ihn kommt läuft er einfach aus und schaltet ab anstatt direkt wieder auf den Ball zu gehen.

Wenn du dann noch Spieler wie Schulz, Meunier, Passlack, Wolff auf dem Platz hast die technisch einfach sehr schwach sind ist das natürlich sehr schwach.

Technisch war bei Ajax gestern niemand schlechter als unsere Spieler!!!

Wir müssen aufhören für puren Durchschnitt überteuert einzukaufen und denen diese Wahnsinnslöhne zu geben. Wenn ich darüber nachdenke was ein Schulz, Meunier oder Witsel oder Wolf, Reus verdienen und dann das vermutlich niemand bei Ajax das selbe verdient dann ist das doch verrückt.

Da haben wir leider viele falsche Entscheidungen bei Zorc und Fehlplanungen erlebt.
Mit natürlich einigen wenigen Ausnahmen finde ich die Kader von Ajax oder auch Leipzig, teilweise auch Leverkusen stärker als den unseren aber keiner der genannten Vereine zahlt annähernd unsere Gehälter.

Ich vermisse die Kagawas, Weigls, Benders, Lewandowskis , usw Transfers!

...und bitte wirklichen Vollgas Fußball!!!

Da hatte ich mir bei Roses Ankündigungen deutlich mehr versprochen und erwartet.
BVB - Transferpolitik |#16672
21.10.2021 - 09:31 Uhr
Zitat von KalleRiedle11
Zitat von WalterFroschsErbe

Zitat von KalleRiedle11

Zitat von Dunkelheit

Zitat von BVBBC

Zitat von Vintage09

Zitat von WalterFroschsErbe

Zitat von KalleRiedle11

@Nic
RV, Haaland-Ersatz, DM - nichts anderes sag ich, außer dass bei mir noch Pongracic noch dazukommt, was meiner Ansicht nach auch möglich sein wird mit dem Budget zwinker

Also liegen wir da eigentlich sehr dicht beieinander, so viel Textt wäre da gar nicht nötig gewesen, was nicht despektierlich gemeint ist.
Nur der Abschnitt zum Schalke-Vergleich verbitte ich mir natürlich. Ein wenig mehr Risiko zu gehen, wohlgemerkt ein wenig mehr, wo wir doch auf der Zugangsseite fast alles identisch sehen, bedeutet nicht automatisch den Schalke-Weg zu gehen/gehen zu wollen. Der Satz ist absolut fehl am Platz und wirkt schon arg populistisch. Das Budget muss mit Seriosität und Weitsicht verplant werden, allerdings darf man den Punkt der Substanz, die wir verlieren, nicht außer acht lassen. Man muss da einen guten Mittelweg finden.


Wir befinden uns allerdings schon auf der falschen Seite der Balance und müssen abwarten, dass die Zeit--auslaufende Verträge und heranreifende Toptalente--wieder für einen Ausgleich sorgt. Dass wir ausgerechnet in den zwei Transferphasen unmittelbar vor der Pandemie die Investitionen hochgeschraubt haben, ist Pech, ändert aber nichts daran, dass wir Schulz, Meunier (und den haben wir während der Pandemie verpflichtet) Hummels, Brandt, Can, Bürki und Wolf massiv, zu weiten Teilen transferierbar, über Marktwert bezahlen.

Wir haben schon drei Transferphasen erlebt, in denen wir extrem beschränkt handlungsfähig wahren, und insgesamt aktiv, also ohne auf Abgänge zu reagieren, nur 3 Spieler verpflichtet haben, obwohl der sportliche Bedarf auf einigen Positionen offenkundig ist. Neben Kobel mit Bellingham und Meunier zwei Spieler, bei deren Verpflichtung die Annahmen zum Pandemieverlauf deutlich rosiger gewesen sein dürften.

Wir sind gezwungen, auf Schulz, Meunier und Can zu setzen, weil wir bis 2024 insgesamt 70-75 Mio. € an diese drei Spieler überweisen werden. Wir geraten unter Druck bzgl. Guerreiro und Akanji, weil wir sie offenbar weder leicht verlängern können, noch gut ersetzen können. Im Sommer heißt es dann Witzablöse, oder 2023 ablösefrei ziehen lassen--und auf den Positionen von ganz unten aufbauen.
Der Schalke-Vergleich ist nicht aus der Luft gegriffen, sind es doch genau diese Dominosteine, die sie in die Handlungsunfähigkeit getrieben haben. Der BVB ist noch lange, lange nicht da. Ein von hier aus erhöhtes Risiko, weil man schon großzügig künftige Einnahmen verplant, bringt ihn aber gutes Stück näher.


Für mich zu sehr Schwarzmalerei, hast nicht komplett Unrecht aber der Schalke Vergleich hinkt hier schon ein wenig, da wir unsere sportlichen Ziele erreichen. Solang wir diese erreichen würde ich auch leicht ins Risiko gehen um diese zukünftig weiter zu erreichen.


Das ist meines Erachtens keine Schwarzmalerei, sondern berücksichtigt viel eher die aktuelle Lage sowie deren Risiken, durch die man sehr schnell in eine Situation kommen kann, die der der Blauen nicht unähnlich ist. Der BVB ist 2019 bereits ins Risiko, das sich sportlich nicht ausgezahlt hat. Wenn man so will, könnte man hier ja sogar schon behaupten, dass man seine sportlichen Ziele nicht erreicht hat, indem man sehr laut über das M Wort sprach und angreifen wollte, um mehr als einen Pokaltitel abzugreifen. Man ist durch die damit eingeläutete Transferoffensive dem Ziel aber kein Stück näher gekommen, weswegen man durchaus von Zielverfehlung sprechen könnte, auch wenn das gerne ignoriert wird, weil man zumindest die Minimalziele immer erreicht hat - mitunter auch knapp. Deswegen ist das mit dem Risiko und der Zielerreichung auch immer eine gefährlich explosive Mischung, die man nicht unterschätzen sollte, gerade wenn man das Risiko, was man damals ging, immer noch in weiten Teilen im Etat drin stehen hat und Corona noch oben drauf kam. Daher ist es auch auch gar nicht mehr so einfach zu definieren, was denn nun noch leichtes Risiko ist und womit schon ein erhebliches Risiko einhergeht.

Der Quervergleich zu den Blauen ist ansonsten natürlich nur eine Drohkulisse, allerdings gibt es durchaus bekannte und vergleichbare Parameter. Risikoverhalten war einer davon. Der andere betrifft auslaufende Verträge, in der Hoffnung, dass man das über den Nachwuchs bzw. günstige Talententwicklung kompensieren kann, da der laufende Betrieb selbst bei Zielerreichung absehbar wenig Investitionspotenzial ohne Verschuldung eröffnet. Stand heute laufen bis 2023 die Verträge von 5 Stammspielern aus - davon 3, die vielleicht sogar ihre Karriere beenden - , die meines Erachtens zu 80% nicht intern ersetzt werden könnten, wenn sie gehen sollten und von 5 BU, von denen auch nochmal mindestens 3 zwingend zu ersetzen sind, weil sie entsprechende Minuten sehen und nicht zwingend ein Nachwuchsspieler nachkommt. Dabei sind dann die ebenfalls auslaufenden Verträge von Moukoko und Knauff noch gar nicht berücksichtigt. Gerade das ist doch aber das Problem, was man langsam aber sicher bereits als "leichtes" Risiko betrachten muss: auslaufende Verträge, die nicht ganz einfach ohne Geld zu ersetzen sind und daher zusätzlich zu den schon bestehenden Baustellen zu betrachten sind. Auf den BVB kommen sowieso schon massive Invesitionen zu, die eigentlich nur zum Erhalt der Leistungsfähigkeit dienen. Selbst im Best-Case, dass man wichtige Verlängerungen hinbekommt, die allerdings auch in all diesen Fällen teurer zu erwarten sind als der Status quo, trotz Corona.

Darüber hinaus wird es nicht dermaßen viel Spielraum geben, außer man trifft halt immer wieder die richtigen Entscheidungen, was günstige Nachwuchsspieler betrifft. Ansonsten ist man gezwungen, dass man in die Situation kommt seine besten Talente früh zu Geld zu machen, selbst wenn im Einzelfall durchaus die Möglichkeit bestehen könnte eine längere gemeinsame Zukunft anzustreben. Auch das ist doch aber ein Risiko, das die Blauen extrem zu spüren bekommen haben, weil sie sich in die Lage versetzt hatten, in der sie das als Auffangnetz nutzten, solange es ging. Bis eben irgendwann die Draxlers und Sanes kein Geld mehr brachten, weil die Spieler ablösefrei gingen, ohne dass man intern auf die Nachfolge vorbereitet war. Je mehr Risiko man geht, desto schneller landet man in genau solchen Modellen, ohne finanziell nachhelfen zu können, dass das Talent auch tatsächlich die Qualität hat und mit hoher Wahrscheinlichkeit das Leistungsniveau in der ersten Mannschaft aufrecht erhalten kann, zum nötigen Zeitpunkt.

Daher ist diese Drohkulisse mit den Blauen durchaus ernstzunehmen, weil man aus deren Fehlern, was "leichtes" Risiko bedeutet, lernen kann! Wie eben auch aus dem Risiko, das man bereits 2019 genommen hat, was meines Erachtens intern auch zu Lerneffekten geführt hat, weil man gemerkt hat, wie problematisch es dann spätestens mit Corona wurde die Schäden zu bereinigen. Schäden, die noch bereinigbar sind. Das ist im Moment auch der Unterschied zu den Blauen, die sich selbst in einer Abwärtsspirale gefangen hielten und irgendwann nur noch Passagier waren ...


Es gibt da durchaus einen Unterschied, denn bei uns sitzt Supersparer Aki Watzke, bei dem man sich ganz sicher sein kann, dass so etwas hier nicht passieren wird, solange er am Ruder sitzt.


Ganz genau so ist es.


Man muss nicht in die Vergangenheit schauen und mahnen. Man muss nur ins Jahr 2021 schauen.

LV-Bedarf: Halstenberg wurde nicht umgesetzt (konnte aus finanziellen Gründen/oder der Verletzung nicht umgesetzt werden) und es lag nicht an Leipzig. Kein Ersatz.
RV-Bedarf: Nur eine Leihe war in greifbaren Bereich, United hat Dalot nicht freigegben. Kein Ersatz.
OA-Bedarf: Nur eine Leihe war im greifbaren Bereich, Chelsea hat Hudson-Odoi nicht freigegeben. Kein Ersatz.

Wir verkaufen einen unser zwei Weltklasse-Spieler, taxiert bei 100 Mio.+, erzielen 85 Mio. von denen gerade 65% ergebniswirksam sind. Warum sollte man eine bessere Quote beim Haaland-Abgang erwarten, bei dessen Verpflichtung die Klubs aus Manchester wegen der finanziellen Rahmenbedingungen ausgestiegen sind?

Wir sind 2019 in die absolut Vollen gegangen, weil unserer Führung eine Meisterschaft greifbar schien.
Jetzt hatten wir gerade eine Kapitalerhöhung, die 85 Mio. gebracht hat, wovon über 70 Mio. nur zur Tilgung von Krediten zur Liquiditätssicherung aus den letzten 18 Monaten dienten. Wir haben noch nahezu nichts im Etat gerade gerückt und laufen in diesem Bereich stark defizitär. Wir haben in den letzten Jahren vieles gemacht, aber nicht gespart. Und die bestehenden Verträge erlauben uns auch nicht selbst zu entscheiden, wann wir mit dem sparen anfangen.

Pongracic für 12 Mio. und mit einem bestenfalls 15 Mio. Paket an Gehalt für einen Vierjahresvertrag mal so dazu nehmen, ist das, was wir uns absolut nicht mehr als Risiko leisten können. Wenn er neuer Stamminnenverteidiger wird, klar. Kein Problem. Schon als Nr. 3 ist das aber eine nicht so klare Sache, sondern deutlich davon abhängig, wie, und zu welchen Kosten, Hummels nachbesetzt werden soll. Genauso aber auch, wie es mit Akanji weiter gehen wird.

Es geht nicht darum, dass so eine negative Dynamik auf die Spitze getrieben wird (wie bei Schalke), sondern darum, dass man als Klub leicht in Schieflage geraten kann, und weiter hineinrutscht, wenn man nur auf die kommende Saison schaut. Die realisierbaren Ablösen werden kleiner, die zu deckenden Bedarfe größer.
2023 müssen nach aktuellem Stand Haaland, Reus, Hummels, Guerreiro und Akanji ersetzt werden/ersetzt sein. Und diesen Ersatz aus dem frei gewordenen Budget und den Ablösegelder zu finanzieren, wird eine große Herausforderung.


Und dennoch, trotz Wertungen, ist das dennoch noch deutlich zu negativ gesehen.

Alleine der letzte Absatz ist wird doch in der Realität niemals so eintreffen, selbst wenn man es mit „Stand jetzt“ tituliert. Haaland wird nämlich schon höchstwahrscheinlich nächsten Sommer gehen und nicht erst 2023, bei Reus und auch Hummels (Sinn unabhängig, sondern dass was die Verantwortlichen und Spieler planen) kann man sich auch locker eine VVL bis 2024 vorstellen, da sehe ich noch längst kein Karriereende oder Abgang und Rapha und/oder Akanji werden entweder verlängern oder 2022 verkauft, wofür man dann noch eine gute Ablöse bekommt, wenngleich man anders noch mehr bekommen würde.

Alleine der Absatz zeigt doch, dass man nicht nur nicht Schalke als Drohkulisse aufbauen muss, sondern auch die Realität nicht unnötig verzerren muss, weil man gar nicht weiss, wie sich alles entwickelt. Vielleicht nagen wir auch 2026 am Hungertuch, das weiss niemand. Dennoch darf die sportliche Substanz nicht vergessen werden und entsprechend werden wir das verfügbare Budget auch ausschöpfen, ohne unnötig Risiko zu gehen.


Möchte das hier nochmal aufgreifen.

Der Schalke-Vergleich ist vollkommen zutreffend. Die von dir propagierte Strategie, im Sommer das Budget voll auszureizen, beim (altersbedingten) Ersatz in Folgejahre auf Transfererlöse durch Talente zu spekulieren, oder auch das aktuelle Budget überzustrapazieren, indem Handgeldzahlungen über mehrere Jahre gestreckt werden (und damit bereits Ausgaben zu fixieren, denen noch keine realisierten Einnahmen gegenüberstehen), das alles hat Schalke genauso praktiziert.

So eine Strategie kann aufgehen und ist bei Schalke auch viele Jahre aufgegangen. Was dann passiert wenn sportliche Erfolge sich nicht einstellen und keine teuer transferierbaren Spieler mehr aus der Jugend nachkommen, haben wir gesehen. Ja es ist eine Drohkulisse, aber diese Strategie ist genau der Schalker Weg (war dir vielleicht gar nicht so bewusst). Und ja natürlich ist der BVB davon noch ein gutes Stück entfernt, würde man aber so agieren dann begibt man sich ebenfalls auf diesen mit sehr hohen Risiken behafteten Weg. Wohin der Weg dann führt ist völlig offen.

Hier schon wieder von wieder auch nur geringeres Risiko gehen zu wollen halte ich für nicht sinnvoll und es lässt sowohl die jüngere Transfervergangenheit als auch die aktuelle finanzielle Lage zu sehr aussen vor.

Der BVB ging ab 18/19 sehr stark ins Risiko, hat dafür eine überschaubare sportliche Rendite eingefahren und sich wirtschaftlich mit enormen Lasten gefesselt. Diese Lasten liegen heute noch schwer auf uns und belasten den Etat sowie den Kader schwer.

Normalerweise hätte der BVB einer der ganz großen Gewinner des Corona-Transfermarktes sein können. Man hatte keine besonderen Verbindlichkeiten, eine enorme Eigenkapitaldecke und zusätzlich kurz vor Corona 3 riesige Deals abgeschlossen (die im Übrigen alle nicht oder nur marginal von Corona berührt wurden). Man konnte durch die Deals mit Puma, 1&1 sowie Lagardere (Puma und 1&1 ca. 20 Mio. pro Jahr, Lagardere 10 Mio.) seine Ertragskraft massiv steigern. Zumal diesen Einnahmen keine nennenswerten Ausgaben gegenüberstehen. Mit diesen 50 Mio. zusätzlich hätte man am Transfermarkt zu Corona-Zeiten eigentliche eine gewaltige Schlagkraft entfalten müssen, hat man aber nicht.

Der Grund liegt schlicht daran, dass man das Budget schon auf Anschlag oder sogar darüber hinaus gefahren hat, dieses sich sportlich aber kaum bemerkbar gemacht hat und man nun anstatt zu investieren erst einmal diese Mehrerträge dazu verwenden muss, um die Altlasten zu bedienen. Man hatte es so geschafft endlich gewonnen Spielraum durch die finalen Abgänge der finanziellen Katastrophen Götze und Schürrle gleich wieder mit neuen Belastungen zu füllen und so letzten Endes dann sportlich auch stagniert ist, trotz deutlich erhöhtem Einsatz.

In so eine Situation hinein, also ohne seine Hausaufgaben gemacht zu haben und die Altlasten loszuwerden, direkt nochmal mehr Risiko drauf packen, ist für mich eine schlechte Entscheidung.

Der Einwurf von WaltherFroschsErbe mit den auslaufenden Verträgen 2023 ist sehr wichtig. Bisher gibt es wenige Anzeichen auf Verlängerungen. Den Automatismus, dass Spieler verkauft werden, die nicht verlängern, würde ich so nicht mehr sehen. Es wurde schon mehrfach hier im Forum diskutiert, wie sehr die ablösefreien Transfers zugenommen haben und dies für Spieler aktuell eine extrem lukrative Möglichkeit ist, in einem insgesamt schwierigen Markt die eigene Einkommenssituation weiterhin überaus positiv zu gestalten. Gerade bei Guerreiro oder Akanji haben die Spieler doch schon das bessere Blatt auf der Hand. Sie sind Topspieler, haben also nach wie vor eine starke Marktnachfrage, dazu sind sie beim BVB sportlich komplett unverzichtbar, würden also auch ohne Verlängerung ziemlich sicher Stammspieler sein.

So abwegig ist das alles nicht und auch keine unnötig realistische Realitätsverzerrung, sondern ein durchaus mögliches Szenario, gerade unter Einbezug des Markttrends der ablösefreien Wechsel. Würde nur einer aus Akanji und Guerreiro auf einen ablösefreien Abgang schielen, wäre das aufgrund der Gesamtkonstellation mit den voraussichtlich 2023 anstehenden Ersatzinvestitionen für Hummels und Reus eine Katastrophe, gehen beide den Schritt sogar eine Art wirtschaftlicher Super-Gau.

Vor diesen Hintergründen muss das Geld so gut es geht zusammengehalten werden und jede Investition genauestens auf den Prüfstand.
BVB - Transferpolitik |#16673
21.10.2021 - 09:43 Uhr
Ich würde mal ganz allgemein postulieren, dass die Risikobewertung seit Jahren falsch läuft.
D.h. man hat den größten Teil des Transfervolumens für Spieler ausgegeben, die vermeintlich direkt weiterhelfen.
Bei den meisten davon war allerdings einigen von Anfang klar, dass das nicht der Fall ist.
Man ist also in den letzten Jahren sehr großes Risiko gegangen, obwohl man intern wahrscheinlich der Meinung war, dass das Risiko gering gehalten werden muss.

Oder mal anders an einigen Beispielen erläutert (2019 wurde immer wieder genannt - daher fang ich in dieser Transferperiode an)

Diallo: 28 Millionen für einen echt tollen Spieler (ich bin großer Fan seiner Spielweise)
Nun meinte Favre, dass er ihn aus verschiedenen Gründen ständig hinten links aufbieten muss.
Ich finde das hätte sich durch die Größenordnung des Transfers direkt ausschließen müssen.
So ist er nach und nach in Ungnade gefallen und man ist schadlos aus der Nummer rausgekommen, weil PSG Bedarf gesehen hat (die ihn nun auch ständig links hinten aufbieten :blindsmile

Delaney: Für mich das Paradebeispiel der Dortmunder Transferpolitik. Ein allenfalls durchschnittlicher Mittelfeldspieler der Bundesliga, der vor allem durch seine Einstellung Potential zum Publikumsliebling hatte. Nun haben aber alle Trainer in der Zeitspanne bis zum Weiterverkauf gemerkt, dass Einsatz und WIlle nicht alles sind. Ich hätte nichts gegen den Transfer, wären dafür nicht 20 Millionen geflossen.

Witsel: Großer Name. Allerdings "hohes Alter". Seine erste Saison war stark, danach wurde es, auch durch Verletzungen, zunehmend weniger. Auch hier haben 20 Millionen für mich ein hohes Risiko bedeutet.

Paco: War schon bei seiner Leihe nicht bedingungslos gesetzt - was v.a. an seiner Interpretation der Favr'schen taktischen Anweisungen lag. Auch hier hat man vorher gewusst, was man bekommt und was der Trainer damit anzufangen weiß (oder eben nicht). Auch hier waren 21 Millionen ein hohes Risiko - wobei man zeitnah den Wiederverkaufswert realisieren konnte.

Balerdi: Hier braucht man denke ich nicht viel zu sagen. Unter dem Strich muss man sicherlich konstatieren, dass es einfach nicht gereicht hat. Fraglich wäre, ob das nicht absehbar war. 15,5 Millionen sind schon ein hoher Wert für eine Wette auf die Zukunft.

Hummels: 30,5 Millionen. Hier will ich gar nicht viel zu schreiben, weil ich es ganz persönlich für ein hohes Risiko und auch insgesamt für keinen guten Transfer halte. Hier kann man aber sicherlich geteilter Meinung sein.

Schulz: 25,5 Millionen für einen ganz "normalen" Linksverteidiger. Letztlich hat er eine richtig richtig konstant starke Saison bei Hoffenheim gespielt (bekanntlich vor einer Dreierkette).
Ähnlich wie bei Delaney habe ich nichts gegen den Transfer, aber die Summe ist einfach viel zu hoch.

Can: Für mich eigentlich der schlimmste Transfer von allen. Hier kann man aber sicherlich auch geteilter Meinung sein. Zum Zeitpunkt des Transfers konnte ich zumindest überhaupt nicht verstehen, warum man an der Stelle 25 Millionen ausgibt.

Malen: 30 Millionen. Auch hier wieder ein Transfer für den Trainer. Unter dem vollen Bewusstsein, dass ein Trainer nicht unbedingt 10 Jahre im Amt ist. Man hat also einen schweren Abgang zu verzeichnen (Sancho) und ersetzt diesen nicht, da man fortan auf ein anderes System setzt.
Des Weiteren ist das Leistungsvermögen des Spielers innerhalb einer großen Liga völlig unbekannt.
Auch hier halte ich es für ein großes Risiko 30 Millionen zu investieren.

Zusammenfassend fällt auf, dass die meisten Transfers aufgrund der jeweiligen Trainerphilosophie durchgedrückt wurden. Rose braucht einen zweiten Stürmer, der Räume für Haaland reißt: 30 Mio. (wobei Haaland bekanntlich nicht mehr allzu lange da ist).
Favre brauchte einen Schienenspieler, um dann doch wieder Viererkette zu spielen. Er brauchte einen "Aggressive Leader", auf den er dann gar nicht setzt (einfach weil die Defizite viel zu groß sind). Usw. ...

Und noch zu guter Letzt ein weiterer Blickwinkel:

Seit ich Dortmund-Fan bin (~25 Jahre) fand ich, bei allen Höhen und Tiefen, eigentlich immer, dass wir eine geile Truppe hatten. Seit einiger Zeit macht es mir aber den Anschein, dass wir quasi an der Chemie vorbeiverpflichten. Wenn ich einen Reus oder zuletzt einen Bellingham sehe, die bei jeder Szene ständig abwinken...
Oder einen Can, dem bei der Verpflichtung offensichtlich eingeimpft wurde, dass er bitte sehr laut sein soll, dann kann ich mich aktuell nur schwer mit der Truppe identifizieren.
Dieses Gefühl hatte ich in der langen Zeit bisher noch nie.
Ich würde mir wünschen, dass in Zukunft die Spieler wieder besser zusammenpassen und das auch intern darauf geachtet wird, dass Grüppchenbildung weitestgehend vermieden wird.

Spieler wie Meunier und Brandt, die einerseits sehr sensibel für äußere Einflüsse sind, und andererseits schon sehr lange in einem Leistungstief stecken, müssen dann auch einfach mal mitgenommen werden.
Ich erwarte mir von den "Leadern" (Hummels, Reus, Can), dass sie darauf in Zukunft lernen zu achten.
Brandt schaut nach jeder seiner (Abschluss-)Aktionen direkt weg, weil er Angst hat, dass ein Mitspieler mal wieder was zu meckern hat.
Ich persönlich hätte zumindest aktuell keinen Bock in diesem Team zu spielen.
BVB - Transferpolitik |#16674
21.10.2021 - 09:49 Uhr
Nach der Schließung der Transferliste war ich speziell über die fehlenden Neuzugänge in der Defensive enttäuscht. Aber der BvB hat leider nunmal leider fehlende Zuschauereinnahmen von 75 Mio + x, die man nicht einfach ignorieren kann.

Natürlich hätte man sich zumindest noch das ein oder andere Talent gewünscht, aber nun kann man nichts mehr machen. Die Tatsache, dass Schulz und Meunier keine ausreichende Qualität für eine Topmannschaft besitzen, sollte jedem klar sein. Dazu kommen dann noch Spieler wie Can und Witsel, die gefühlt mit jeder Saison schlechter werden und ein Neuzugang wie Malen, der noch nicht wirklich in Dortmund angekommen ist.

Ich persönlich hätte nach dem 1:5 gegen Stuttgart in der Vorsaison einen massiven Kaderschnitt gemacht, aber Favre zu entlassen war in dem Moment einfacher. Die Tatsache, dass der nahezu identische Kader in der Vorsaison nur mit sehr viel Glück Platz 3 erreicht hat, wird hier oftmals vergessen. Hätten Frankfurt, Gladbach und Leverkusen nicht komplett ihr Leistungsniveau verloren, wäre Dortmund auf Platz 6 gelandet und das kann man nicht allein Favre in die Schuhe schieben. Zudem hat man mit Sancho einen wichtigen Vorlagengeber verloren.

Fazit:
Rose holt aus dem aktuellen Kader fast das Maximum raus und wenn der Gegner nunmal Antony, Haller und Tadic in der Offensive aufbietet, braucht man sich nicht wundern, dass man 0:4 untergeht, speziell wenn man die Schwachstellen im Kader ignoriert.

Aus diesem Grund würde ich mir wünschen, dass der BvB in der Winterpause bereits personell nachbessert, allerdings habe ich wenig Hoffnung darauf, aufgrund der finanziellen Engpässe. Wenn man ehrlich ist muss man im Grunde auf 4 Positionen nachbessern:
- RV (Meunier hat nicht das Niveau für eine Topmannschaft)
- LV (hier muss man zunächst Schulz verleihen / verkaufen, was schwierig werden wird, aber Guerreiro ist leider zu oft verletzt, um als Dauerlösung eingeplant werden zu können)
- LA/RA (falls Rose auf ein 4-3-3 setzen möchte, sehe ich mit Reus, Hazard und Malen zu wenig Qualität im aktuellen Kader bzw. Reus sollte eher im offensiven Mittelfeld spielen)
- DM (Can, Witsel und Dahoud zeigen zu starke Formschwankungen, weshalb ich diese Position in vielen Spielen ebenfalls als Schwachstelle empfunden habe)
BVB - Transferpolitik |#16675
21.10.2021 - 10:42 Uhr
Zitat von Patty

Nach der Schließung der Transferliste war ich speziell über die fehlenden Neuzugänge in der Defensive enttäuscht. Aber der BvB hat leider nunmal leider fehlende Zuschauereinnahmen von 75 Mio + x, die man nicht einfach ignorieren kann.

Natürlich hätte man sich zumindest noch das ein oder andere Talent gewünscht, aber nun kann man nichts mehr machen. Die Tatsache, dass Schulz und Meunier keine ausreichende Qualität für eine Topmannschaft besitzen, sollte jedem klar sein. Dazu kommen dann noch Spieler wie Can und Witsel, die gefühlt mit jeder Saison schlechter werden und ein Neuzugang wie Malen, der noch nicht wirklich in Dortmund angekommen ist.

Ich persönlich hätte nach dem 1:5 gegen Stuttgart in der Vorsaison einen massiven Kaderschnitt gemacht, aber Favre zu entlassen war in dem Moment einfacher. Die Tatsache, dass der nahezu identische Kader in der Vorsaison nur mit sehr viel Glück Platz 3 erreicht hat, wird hier oftmals vergessen. Hätten Frankfurt, Gladbach und Leverkusen nicht komplett ihr Leistungsniveau verloren, wäre Dortmund auf Platz 6 gelandet und das kann man nicht allein Favre in die Schuhe schieben. Zudem hat man mit Sancho einen wichtigen Vorlagengeber verloren.

Fazit:
Rose holt aus dem aktuellen Kader fast das Maximum raus und wenn der Gegner nunmal Antony, Haller und Tadic in der Offensive aufbietet, braucht man sich nicht wundern, dass man 0:4 untergeht, speziell wenn man die Schwachstellen im Kader ignoriert.

Aus diesem Grund würde ich mir wünschen, dass der BvB in der Winterpause bereits personell nachbessert, allerdings habe ich wenig Hoffnung darauf, aufgrund der finanziellen Engpässe. Wenn man ehrlich ist muss man im Grunde auf 4 Positionen nachbessern:
- RV (Meunier hat nicht das Niveau für eine Topmannschaft)
- LV (hier muss man zunächst Schulz verleihen / verkaufen, was schwierig werden wird, aber Guerreiro ist leider zu oft verletzt, um als Dauerlösung eingeplant werden zu können)
- LA/RA (falls Rose auf ein 4-3-3 setzen möchte, sehe ich mit Reus, Hazard und Malen zu wenig Qualität im aktuellen Kader bzw. Reus sollte eher im offensiven Mittelfeld spielen)
- DM (Can, Witsel und Dahoud zeigen zu starke Formschwankungen, weshalb ich diese Position in vielen Spielen ebenfalls als Schwachstelle empfunden habe)


Das sind einfach viele Sachen dabei, die so nicht stimmen. Der BVB hat aus eigener Kraft 64 Punkte geholt. Das hätte in diesem Jahrhundert nur einmal nicht für die ersten vier Plätze gereicht. Das ist ein Fakt. Und da ist es auch nicht notwendig mit hätte, hätte zu argumentieren, weil der BVB eine Punktzahl aus eigener Kraft erreicht hatte, die auch für die CL ausreicht.
Fakt ist auch, dass der BVB nicht nur mit dem gleichen Kader die CL fast verpasste, sondern mit dem gleichen Kader den Pokal souverän gewonnen hatte, in der CL gegen City sehr gut aussah und im Jahr davor souverän Vizemeister wurde. Das gehört auch zur Wahrheit dazu, anstatt einmal mehr zu behaupten, dass der BVB am Maximum wäre, nur weil man letztes Jahr eine sehr schlechte Phase in der Bundesliga hatte.
Des Weiteren hat es mit der Hoffnung nichts zu tun, wenn man an neue Spieler denkt, sondern auch hier sind es Tatsachen. Geld ist keine Hoffnung. Wirtschaft ist keine Hoffnung. Dem Verein waren und sind die Hände gebunden. Wenn es gut läuft, kommen vielleicht ein paar Leihen zustande, so wie man es im Sommer wollte.
Im Endeffekt hat man nach dem Stuttgartspiel alles richtig gemacht, wenn man bedenkt, was am Ende der Saison rauskam. An Favre festzuhalten mit de Hoffnung, die Mannschaft auszutauschen, wäre in der Coronaphase reiner Wahnsinn. Das hätte niemals funktioniert und hätte den Verein enorm zurückgeworfen, über viele Jahre.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von UnderratedCritic am 21.10.2021 um 10:45 Uhr bearbeitet
BVB - Transferpolitik |#16676
21.10.2021 - 11:57 Uhr
Ich will mal versuchen mit ein paar Zahlen versuchen die Budgetproblematik, die von den auslaufenden Verträgen, insbesondere bei alternden Spielern, ausgeht, zu verdeutlichen:

2022 laufen die Verträge von Witsel, Pongracic, Zagadou, Raschl, Drljaca, Unbehaun und Reinier aus. In meinen Augen gilt es hier sportlich betrachtet mindestens einen aus dem Duo Pongracic/Zagadou hochwertig zu ersetzen, um mindestens einen vollwertigen BU zu haben oder eben mit einem der Beiden zu verlängern, wobei für mich dann sportlich alles für Pongracic spricht - kann beide Positionen in der IV, ist schneller, seltener verletzt. Dazu wird man beim Duo Drljaca/Unbehaun vor derselben Fragestellung stehen, wobei es hier primär um die Amas geht und auch ein Abgang beider Torhüter denkbar ist, der jedoch nur einfach ersetzt wird. Witsel ist in meinen Augen ein Spieler, der im Stamm ersetzt werden muss, auch wenn er nach seiner Verletzung enorme Probleme hat dieses Niveau zu zeigen. Der sportliche Bedarf ist allerdings Stammniveau, genau deswegen, da Witsel ja dennoch seine Einsatzzeiten bekommt und man meines Erachtens mit Dahoud nicht als Stammspieler zufrieden sein kann. Dafür hat er zu viele Schwächen, die er in meinen Augen auch nicht auf ein vernünftiges Niveau bekommen wird, trotzdem sicherlich im vergangenen Jahr Fortschritte da waren, um zumindest in der Rotation brauchbar zu werden - was er vorher kaum war. Can könnte das geforderte Niveau decken, wenn man von ihm einen rein defensiven 6er verlangt und seine Schwächen als Aufbauspieler kaschieren kann. In meinen Augen ist das nur möglich, wenn rund um ihn kein einziger spielschwacher Spieler agiert, was bedeuten würde, dass man vor der Wahl steht, ob man Can hält und dafür Meunier in Stammqualität und Schulz in BU Qualität ersetzt oder erst mal einen 6er holt, der Stammqualität mitbringt, womit entweder Can oder Dahoud auf die Abgangliste kämen.

Budgettechnisch sähe es dann so aus: 20 Mio. werden im Etat p.a. frei und noch dazu kommen 5 Mio. Budget aus den entfallenden Abschreibungen dieser Spieler. Somit wären wir im Sommer 2022 bei ca. 25 Mio. jährlichem Budget, das durch auslaufende Verträge freigesetzt würde, wobei hiermit schon der 1. Torhüter der Amateure ersetzt ist. Verpflichtet man dann Pongracic für 9 Mio. Ablöse, bei 4 Mio. Gehalt und 2 Mio. Handgeld für einen 4-Jahres-Vertrag, wären das 6,75 Mio. Budget p.a., sodass theoretisch noch 18,25 Mio. blieben, um die Witsel Nachfolge anzugehen, was durch weitere Budgeteinsparungen sowie Ablösen vielleicht sogar nochmal erhöht werden könnte, abhängig davon, was dann eben mit Can, Dahoud und Meunier geschieht. Mal angenommen, dass es allerdings keinen Markt für diese Spieler gibt und der BVB daher dennoch sportlich dazu gezwungen ist, dass man Witsel hochklassig ersetzt, dann würde man für jemanden, wie Kamara, der ablösefrei wohl noch eine vergleichsweise günstige sportliche Toplösung wäre, vermutlich 8 Mio. Gehalt und 16 Mio. Handgeld aufwenden müssen. Das würde weitere 12 Mio. p.a. in Anspruch nehmen, sodass immer noch 6,25 Mio. jährlich verfügbar wären.

Wenn da nur nicht das Problem wäre, dass Handgeld und Ablöse bereits in hohem Maß im ersten Jahr fällig werden und somit bereits hier verwendet werden. Unter der Annahme, dass 2/3 der Ablöse bereits in Jahr 1 fällig werden, müsste man nächsten Sommer bereits 36 Mio. für lediglich 2 Transfers einsetzen, um besagte Spieler zu ersetzen. Es würde somit eine cashseitige Unterdeckung von 11 Mio. im ersten Jahr geben, wobei in Jahr 2, wenn die restliche Ablöse fällig wird, schon 10 Mio. vom jährlichen Budget nicht ausgeschöpft würden, sodass man also in dem Fall relativ schnell und mit relativ wenig Risiko die Anschubfinanzierung wieder gedeckt hätte. Man kann sich also so ein Szenario in meinen Augen durchaus leisten, trotzdem man für die Anschubfinanzierung kräftig in Vorleistung gehen muss.

Das Problem kommt dann allerdings mit den 2023 auslaufenden Verträgen. Hierunter fallen mit Reus, Hummels, Akanji und Guerreiro 4 Leistungsträger, mit denen entweder verlängert werden muss oder die hochwertig ersetzt werden müssten, falls sich intern keine Spieler aufdrängen, um in deren Nachfolge zu treten. Gehen wir mal davon aus, dass es niemandem gelingt, weil Pongracic ein guter BU ist, aber kein potenzieller Leistungsträger - ich persönlich glaube zwar durchaus, dass er das Potenzial hat, um ein Leistungsträger und daher Stammspieler zu werden, aber garantiert ist das nicht -, während Reus und Guerreiro eigentlich keinen BU im Kader haben, der ein langfristiger Nachfolger sein kann, dessen Transferrechte beim BVB liegen - auch da gibt es sicher andere zulässige Betrachtungsweisen, weswegen es aber nur eine Annahme sein soll. Dazu gehen wir mal davon aus, dass man mit Akanji und Guerreiro im Sommer verlängern kann, dann sind von den von den 4 Spielern freigesetzten 45 Mio. p.a. bereits wieder 20 Mio. p.a. verplant, da ich denke, dass sowohl Akanji als auch Guerreiro in die Riege der Spieler mit 8 Mio. Gehalt eintreten dürften, um sie halten zu können und dazu gäbe es dann auch noch ein Jahresgehalt als Handgeld. Cashseitig würden also in Jahr 1 bereits 32 Mio. verschlingen und 13 Mio. Restbudget für die Nachfolge von Hummels und Reus lassen, will man nicht in Vorleistung gehen.

Mal angenommen, dass man sie bereits relativ gut ersetzen kann, mit Spielern für 25 Mio. Ablöse und 6 Mio. Gehalt sowie einem Jahresgehalt Handgeld für 5 Jahre Vertrag, was vielleicht sogar eher niedrig gegriffen ist, dann fehlen direkt mal 44,33 Mio. Cash in Jahr 1, da der Einsparungseffekt durch die obigen Transfers für den Sommer 2022 erst ab 2024 greift. Selbst dann, wenn man einen aus Reus und Hummels ablösefrei ersetzen könnte und das Handgeld nicht ansteigt, würden knapp 28 Mio. Cash fehlen, die entweder durch weitere Abgänge eingenommen und gespart werden müssten. Da weitere Verträge auslaufen, gibt es auch durchaus Potenzial dafür, sofern diese Spieler nicht teilweise noch im nächsten Sommer abgeben werden (können). Allerdings sind auch da wahrscheinlich teurere Verlängerungen dabei oder zumindest Verträge, die nicht ersatzlos entfallen können. Bei Bürki und Hitz kann bspw. ein Vertrag ersatzlos entfallen und abhängig davon, ob man nochmal mit Hitz verlängert oder nicht, würde man dann eben einen Bedarf für eine Nummer 2 definieren müssen. Ich gehe davon aus, dass es 2023 eine neue Nummer 2 benötigt und man sich idealerweise jetzt schon mit den dann auslaufenden Verträgen einiger Torhüter beschäftigt, die dann quasi 1:1 den Hitz Vertrag übernehmen und dazu ein Jahresgehalt an Handgeld in Anspruch nehmen, da ablösefreie Torhüter vermutlich immer noch die günstigste Lösung sein dürften. Somit würde das Budget von Bürki komplett frei, aber eben in Jahr 1 wäre der einsparungseffekt Cashseitig, bedingt durch die Handgeldzahlung, nicht besonders riesig, sodass ich hier vielleicht mit 2-3 Mio. rechnen würde, die durch einen ersatzlos entfallenden Spieler frei würden. Passlack dürfte budgettechnisch ebenfalls ersatzlos entfallen, wie eventuell auch Dahoud, abhängig davon, für welche Variante man sich eben in der Witsel Nachfolge entschieden hat. Ich gehe mal davon aus, dass man sich für Kamara entschieden hat und der bereits im Kader stehende Kamara sich bis dahin entsprechend entwickelt, sodass man Dahouds aktuellen Vertrag komplett einsparen kann, um mehr Budget freizusetzen.

Bei Moukoko und Knauff wird es schwer abzusehen, was passiert. Will man mit beiden verlängern, wird es eher teurer, wobei das dann eben auch bedeuten würde, dass die Entwicklung beider Spieler positiv ausfiel. In jedem Fall sollten in meinen Augen beide Kaderplätze bestehen bleiben, wobei ich hier mal davon ausgehe, dass man mit beiden für insgesamt 5 Mio. Gehalt und ein Jahresgehalt Handgeld verlängert. In Summe beanspruchen die 2023 auslaufenden Verträge rund 62 Mio. Budget pro Saison. Würde man sie ersetzen, mit ihnen verlängern oder die Verträge schlicht auslaufen lassen, wie hier dargestellt, würde man wiederum rund 54 Mio. p.a. dieses Budgets in Anspruch nehmen, cashseitig allerdings in der Saison 23/24 rund 105 Mio. benötigen, wenn man 2/3 der Ablösen direkt bzw. im Saisonverlauf zahlen müsste.

Addiert man die Sommer 2022 und 2023, wie dargestellt, dann sähe es bezüglich Cashbedarf folgendermaßen aus (in Mio. Euro):

Saison | 22/23 | 23/24 | 24/25 | 25/26
benötigtes Cash | 36,5 | 120,8 | 65,2 | 48,0 |
frei verfügbares Cash | 25,5 | 87,2 | 87,2 | 87,2
Differenz | -11,0 | -33,6 | +22,0 | +39,2

Oder anders ausgedrückt. Allein die auslaufenden Verträge bis 2023 würden Auswirkungen bis in Q3 25/26 haben, da sie erst dann vollständig vom Budget gedeckt sind. Wobei 2024 aber schon weitere Verträge hinzukommen, falls man hier nicht bereits vorher verkaufen kann, was dann allerdings in vielen Fällen wahrscheinlich auch nicht viel besser als ablösefrei ist, da man die Spieler zwar teils überbezahlt, gemessen am sportlichen Wert, aber eben diesen sportlichen Wert eigentlich gut gebrauchen könnte, für den man bezahlt, sodass man ihn dementsprechend auch weiterhin zahlen müsste. Das würde also bedeuten, dass man eher noch mehr Cash benötigt, selbst wenn man Flops abgeben kann ...

Dementsprechend heißt das aber eben auch, dass Budgeteinsparungen, durch auslaufende Verträge eben erst mal nicht den positiven Effekt haben, indem sie problemlos ihre Nachfolge finanzieren. Das ist auf absehbare Zeit eben nicht so, trotzdem viel Geld im Etat frei verfügbar wird, das sich auch in Ablösen und Handgelder umwandeln ließe. Dafür sind es schlicht zu viele Verträge und zu viele Kaderveränderungen, die wahrscheinlich anstehen, falls sich nicht vorher eine Lösung findet. Man wird daher in jedem Fall in den nächsten Jahren in Vorleistung gehen müssen, sofern man den Etat nicht grundsätzlich gedrückt bekommt oder Einnahmepotenziale über das Normalmaß hinaus findet - schließlich basiert die Kalkulation auf einer Rechnung, bei der die Ausgaben generell zum Umsatz passen. Letzteres ist augenblicklich jedoch nicht absehbar, weil Corona vieles im Dunkeln lässt. Transferpolitisch gibt es daher viele Herausforderungen, die auf den BVB zukommen, bei denen man dann auch sehr genau abwägen muss, was sportlich notwendig und was finanziell erlaubt ist. Ich erwarte hier nicht wenig Konfliktpotenzial als auch wenig Spielraum für Fehler.
BVB - Transferpolitik |#16677
21.10.2021 - 12:33 Uhr
Zitat von UnderratedCritic
Zitat von Patty

Nach der Schließung der Transferliste war ich speziell über die fehlenden Neuzugänge in der Defensive enttäuscht. Aber der BvB hat leider nunmal leider fehlende Zuschauereinnahmen von 75 Mio + x, die man nicht einfach ignorieren kann.

Natürlich hätte man sich zumindest noch das ein oder andere Talent gewünscht, aber nun kann man nichts mehr machen. Die Tatsache, dass Schulz und Meunier keine ausreichende Qualität für eine Topmannschaft besitzen, sollte jedem klar sein. Dazu kommen dann noch Spieler wie Can und Witsel, die gefühlt mit jeder Saison schlechter werden und ein Neuzugang wie Malen, der noch nicht wirklich in Dortmund angekommen ist.

Ich persönlich hätte nach dem 1:5 gegen Stuttgart in der Vorsaison einen massiven Kaderschnitt gemacht, aber Favre zu entlassen war in dem Moment einfacher. Die Tatsache, dass der nahezu identische Kader in der Vorsaison nur mit sehr viel Glück Platz 3 erreicht hat, wird hier oftmals vergessen. Hätten Frankfurt, Gladbach und Leverkusen nicht komplett ihr Leistungsniveau verloren, wäre Dortmund auf Platz 6 gelandet und das kann man nicht allein Favre in die Schuhe schieben. Zudem hat man mit Sancho einen wichtigen Vorlagengeber verloren.

Fazit:
Rose holt aus dem aktuellen Kader fast das Maximum raus und wenn der Gegner nunmal Antony, Haller und Tadic in der Offensive aufbietet, braucht man sich nicht wundern, dass man 0:4 untergeht, speziell wenn man die Schwachstellen im Kader ignoriert.

Aus diesem Grund würde ich mir wünschen, dass der BvB in der Winterpause bereits personell nachbessert, allerdings habe ich wenig Hoffnung darauf, aufgrund der finanziellen Engpässe. Wenn man ehrlich ist muss man im Grunde auf 4 Positionen nachbessern:
- RV (Meunier hat nicht das Niveau für eine Topmannschaft)
- LV (hier muss man zunächst Schulz verleihen / verkaufen, was schwierig werden wird, aber Guerreiro ist leider zu oft verletzt, um als Dauerlösung eingeplant werden zu können)
- LA/RA (falls Rose auf ein 4-3-3 setzen möchte, sehe ich mit Reus, Hazard und Malen zu wenig Qualität im aktuellen Kader bzw. Reus sollte eher im offensiven Mittelfeld spielen)
- DM (Can, Witsel und Dahoud zeigen zu starke Formschwankungen, weshalb ich diese Position in vielen Spielen ebenfalls als Schwachstelle empfunden habe)


Das sind einfach viele Sachen dabei, die so nicht stimmen. Der BVB hat aus eigener Kraft 64 Punkte geholt. Das hätte in diesem Jahrhundert nur einmal nicht für die ersten vier Plätze gereicht. Das ist ein Fakt. Und da ist es auch nicht notwendig mit hätte, hätte zu argumentieren, weil der BVB eine Punktzahl aus eigener Kraft erreicht hatte, die auch für die CL ausreicht.
Fakt ist auch, dass der BVB nicht nur mit dem gleichen Kader die CL fast verpasste, sondern mit dem gleichen Kader den Pokal souverän gewonnen hatte, in der CL gegen City sehr gut aussah und im Jahr davor souverän Vizemeister wurde. Das gehört auch zur Wahrheit dazu, anstatt einmal mehr zu behaupten, dass der BVB am Maximum wäre, nur weil man letztes Jahr eine sehr schlechte Phase in der Bundesliga hatte.
Des Weiteren hat es mit der Hoffnung nichts zu tun, wenn man an neue Spieler denkt, sondern auch hier sind es Tatsachen. Geld ist keine Hoffnung. Wirtschaft ist keine Hoffnung. Dem Verein waren und sind die Hände gebunden. Wenn es gut läuft, kommen vielleicht ein paar Leihen zustande, so wie man es im Sommer wollte.
Im Endeffekt hat man nach dem Stuttgartspiel alles richtig gemacht, wenn man bedenkt, was am Ende der Saison rauskam. An Favre festzuhalten mit de Hoffnung, die Mannschaft auszutauschen, wäre in der Coronaphase reiner Wahnsinn. Das hätte niemals funktioniert und hätte den Verein enorm zurückgeworfen, über viele Jahre.


dieses!
BVB - Transferpolitik |#16678
21.10.2021 - 14:33 Uhr
Zitat von Nic

Zitat von KalleRiedle11

Zitat von WalterFroschsErbe

Zitat von KalleRiedle11

Zitat von Dunkelheit

Zitat von BVBBC

Zitat von Vintage09

Zitat von WalterFroschsErbe

Zitat von KalleRiedle11

@Nic
RV, Haaland-Ersatz, DM - nichts anderes sag ich, außer dass bei mir noch Pongracic noch dazukommt, was meiner Ansicht nach auch möglich sein wird mit dem Budget zwinker

Also liegen wir da eigentlich sehr dicht beieinander, so viel Textt wäre da gar nicht nötig gewesen, was nicht despektierlich gemeint ist.
Nur der Abschnitt zum Schalke-Vergleich verbitte ich mir natürlich. Ein wenig mehr Risiko zu gehen, wohlgemerkt ein wenig mehr, wo wir doch auf der Zugangsseite fast alles identisch sehen, bedeutet nicht automatisch den Schalke-Weg zu gehen/gehen zu wollen. Der Satz ist absolut fehl am Platz und wirkt schon arg populistisch. Das Budget muss mit Seriosität und Weitsicht verplant werden, allerdings darf man den Punkt der Substanz, die wir verlieren, nicht außer acht lassen. Man muss da einen guten Mittelweg finden.


Wir befinden uns allerdings schon auf der falschen Seite der Balance und müssen abwarten, dass die Zeit--auslaufende Verträge und heranreifende Toptalente--wieder für einen Ausgleich sorgt. Dass wir ausgerechnet in den zwei Transferphasen unmittelbar vor der Pandemie die Investitionen hochgeschraubt haben, ist Pech, ändert aber nichts daran, dass wir Schulz, Meunier (und den haben wir während der Pandemie verpflichtet) Hummels, Brandt, Can, Bürki und Wolf massiv, zu weiten Teilen transferierbar, über Marktwert bezahlen.

Wir haben schon drei Transferphasen erlebt, in denen wir extrem beschränkt handlungsfähig wahren, und insgesamt aktiv, also ohne auf Abgänge zu reagieren, nur 3 Spieler verpflichtet haben, obwohl der sportliche Bedarf auf einigen Positionen offenkundig ist. Neben Kobel mit Bellingham und Meunier zwei Spieler, bei deren Verpflichtung die Annahmen zum Pandemieverlauf deutlich rosiger gewesen sein dürften.

Wir sind gezwungen, auf Schulz, Meunier und Can zu setzen, weil wir bis 2024 insgesamt 70-75 Mio. € an diese drei Spieler überweisen werden. Wir geraten unter Druck bzgl. Guerreiro und Akanji, weil wir sie offenbar weder leicht verlängern können, noch gut ersetzen können. Im Sommer heißt es dann Witzablöse, oder 2023 ablösefrei ziehen lassen--und auf den Positionen von ganz unten aufbauen.
Der Schalke-Vergleich ist nicht aus der Luft gegriffen, sind es doch genau diese Dominosteine, die sie in die Handlungsunfähigkeit getrieben haben. Der BVB ist noch lange, lange nicht da. Ein von hier aus erhöhtes Risiko, weil man schon großzügig künftige Einnahmen verplant, bringt ihn aber gutes Stück näher.


Für mich zu sehr Schwarzmalerei, hast nicht komplett Unrecht aber der Schalke Vergleich hinkt hier schon ein wenig, da wir unsere sportlichen Ziele erreichen. Solang wir diese erreichen würde ich auch leicht ins Risiko gehen um diese zukünftig weiter zu erreichen.


Das ist meines Erachtens keine Schwarzmalerei, sondern berücksichtigt viel eher die aktuelle Lage sowie deren Risiken, durch die man sehr schnell in eine Situation kommen kann, die der der Blauen nicht unähnlich ist. Der BVB ist 2019 bereits ins Risiko, das sich sportlich nicht ausgezahlt hat. Wenn man so will, könnte man hier ja sogar schon behaupten, dass man seine sportlichen Ziele nicht erreicht hat, indem man sehr laut über das M Wort sprach und angreifen wollte, um mehr als einen Pokaltitel abzugreifen. Man ist durch die damit eingeläutete Transferoffensive dem Ziel aber kein Stück näher gekommen, weswegen man durchaus von Zielverfehlung sprechen könnte, auch wenn das gerne ignoriert wird, weil man zumindest die Minimalziele immer erreicht hat - mitunter auch knapp. Deswegen ist das mit dem Risiko und der Zielerreichung auch immer eine gefährlich explosive Mischung, die man nicht unterschätzen sollte, gerade wenn man das Risiko, was man damals ging, immer noch in weiten Teilen im Etat drin stehen hat und Corona noch oben drauf kam. Daher ist es auch auch gar nicht mehr so einfach zu definieren, was denn nun noch leichtes Risiko ist und womit schon ein erhebliches Risiko einhergeht.

Der Quervergleich zu den Blauen ist ansonsten natürlich nur eine Drohkulisse, allerdings gibt es durchaus bekannte und vergleichbare Parameter. Risikoverhalten war einer davon. Der andere betrifft auslaufende Verträge, in der Hoffnung, dass man das über den Nachwuchs bzw. günstige Talententwicklung kompensieren kann, da der laufende Betrieb selbst bei Zielerreichung absehbar wenig Investitionspotenzial ohne Verschuldung eröffnet. Stand heute laufen bis 2023 die Verträge von 5 Stammspielern aus - davon 3, die vielleicht sogar ihre Karriere beenden - , die meines Erachtens zu 80% nicht intern ersetzt werden könnten, wenn sie gehen sollten und von 5 BU, von denen auch nochmal mindestens 3 zwingend zu ersetzen sind, weil sie entsprechende Minuten sehen und nicht zwingend ein Nachwuchsspieler nachkommt. Dabei sind dann die ebenfalls auslaufenden Verträge von Moukoko und Knauff noch gar nicht berücksichtigt. Gerade das ist doch aber das Problem, was man langsam aber sicher bereits als "leichtes" Risiko betrachten muss: auslaufende Verträge, die nicht ganz einfach ohne Geld zu ersetzen sind und daher zusätzlich zu den schon bestehenden Baustellen zu betrachten sind. Auf den BVB kommen sowieso schon massive Invesitionen zu, die eigentlich nur zum Erhalt der Leistungsfähigkeit dienen. Selbst im Best-Case, dass man wichtige Verlängerungen hinbekommt, die allerdings auch in all diesen Fällen teurer zu erwarten sind als der Status quo, trotz Corona.

Darüber hinaus wird es nicht dermaßen viel Spielraum geben, außer man trifft halt immer wieder die richtigen Entscheidungen, was günstige Nachwuchsspieler betrifft. Ansonsten ist man gezwungen, dass man in die Situation kommt seine besten Talente früh zu Geld zu machen, selbst wenn im Einzelfall durchaus die Möglichkeit bestehen könnte eine längere gemeinsame Zukunft anzustreben. Auch das ist doch aber ein Risiko, das die Blauen extrem zu spüren bekommen haben, weil sie sich in die Lage versetzt hatten, in der sie das als Auffangnetz nutzten, solange es ging. Bis eben irgendwann die Draxlers und Sanes kein Geld mehr brachten, weil die Spieler ablösefrei gingen, ohne dass man intern auf die Nachfolge vorbereitet war. Je mehr Risiko man geht, desto schneller landet man in genau solchen Modellen, ohne finanziell nachhelfen zu können, dass das Talent auch tatsächlich die Qualität hat und mit hoher Wahrscheinlichkeit das Leistungsniveau in der ersten Mannschaft aufrecht erhalten kann, zum nötigen Zeitpunkt.

Daher ist diese Drohkulisse mit den Blauen durchaus ernstzunehmen, weil man aus deren Fehlern, was "leichtes" Risiko bedeutet, lernen kann! Wie eben auch aus dem Risiko, das man bereits 2019 genommen hat, was meines Erachtens intern auch zu Lerneffekten geführt hat, weil man gemerkt hat, wie problematisch es dann spätestens mit Corona wurde die Schäden zu bereinigen. Schäden, die noch bereinigbar sind. Das ist im Moment auch der Unterschied zu den Blauen, die sich selbst in einer Abwärtsspirale gefangen hielten und irgendwann nur noch Passagier waren ...


Es gibt da durchaus einen Unterschied, denn bei uns sitzt Supersparer Aki Watzke, bei dem man sich ganz sicher sein kann, dass so etwas hier nicht passieren wird, solange er am Ruder sitzt.


Ganz genau so ist es.


Man muss nicht in die Vergangenheit schauen und mahnen. Man muss nur ins Jahr 2021 schauen.

LV-Bedarf: Halstenberg wurde nicht umgesetzt (konnte aus finanziellen Gründen/oder der Verletzung nicht umgesetzt werden) und es lag nicht an Leipzig. Kein Ersatz.
RV-Bedarf: Nur eine Leihe war in greifbaren Bereich, United hat Dalot nicht freigegben. Kein Ersatz.
OA-Bedarf: Nur eine Leihe war im greifbaren Bereich, Chelsea hat Hudson-Odoi nicht freigegeben. Kein Ersatz.

Wir verkaufen einen unser zwei Weltklasse-Spieler, taxiert bei 100 Mio.+, erzielen 85 Mio. von denen gerade 65% ergebniswirksam sind. Warum sollte man eine bessere Quote beim Haaland-Abgang erwarten, bei dessen Verpflichtung die Klubs aus Manchester wegen der finanziellen Rahmenbedingungen ausgestiegen sind?

Wir sind 2019 in die absolut Vollen gegangen, weil unserer Führung eine Meisterschaft greifbar schien.
Jetzt hatten wir gerade eine Kapitalerhöhung, die 85 Mio. gebracht hat, wovon über 70 Mio. nur zur Tilgung von Krediten zur Liquiditätssicherung aus den letzten 18 Monaten dienten. Wir haben noch nahezu nichts im Etat gerade gerückt und laufen in diesem Bereich stark defizitär. Wir haben in den letzten Jahren vieles gemacht, aber nicht gespart. Und die bestehenden Verträge erlauben uns auch nicht selbst zu entscheiden, wann wir mit dem sparen anfangen.

Pongracic für 12 Mio. und mit einem bestenfalls 15 Mio. Paket an Gehalt für einen Vierjahresvertrag mal so dazu nehmen, ist das, was wir uns absolut nicht mehr als Risiko leisten können. Wenn er neuer Stamminnenverteidiger wird, klar. Kein Problem. Schon als Nr. 3 ist das aber eine nicht so klare Sache, sondern deutlich davon abhängig, wie, und zu welchen Kosten, Hummels nachbesetzt werden soll. Genauso aber auch, wie es mit Akanji weiter gehen wird.

Es geht nicht darum, dass so eine negative Dynamik auf die Spitze getrieben wird (wie bei Schalke), sondern darum, dass man als Klub leicht in Schieflage geraten kann, und weiter hineinrutscht, wenn man nur auf die kommende Saison schaut. Die realisierbaren Ablösen werden kleiner, die zu deckenden Bedarfe größer.
2023 müssen nach aktuellem Stand Haaland, Reus, Hummels, Guerreiro und Akanji ersetzt werden/ersetzt sein. Und diesen Ersatz aus dem frei gewordenen Budget und den Ablösegelder zu finanzieren, wird eine große Herausforderung.


Und dennoch, trotz Wertungen, ist das dennoch noch deutlich zu negativ gesehen.

Alleine der letzte Absatz ist wird doch in der Realität niemals so eintreffen, selbst wenn man es mit „Stand jetzt“ tituliert. Haaland wird nämlich schon höchstwahrscheinlich nächsten Sommer gehen und nicht erst 2023, bei Reus und auch Hummels (Sinn unabhängig, sondern dass was die Verantwortlichen und Spieler planen) kann man sich auch locker eine VVL bis 2024 vorstellen, da sehe ich noch längst kein Karriereende oder Abgang und Rapha und/oder Akanji werden entweder verlängern oder 2022 verkauft, wofür man dann noch eine gute Ablöse bekommt, wenngleich man anders noch mehr bekommen würde.

Alleine der Absatz zeigt doch, dass man nicht nur nicht Schalke als Drohkulisse aufbauen muss, sondern auch die Realität nicht unnötig verzerren muss, weil man gar nicht weiss, wie sich alles entwickelt. Vielleicht nagen wir auch 2026 am Hungertuch, das weiss niemand. Dennoch darf die sportliche Substanz nicht vergessen werden und entsprechend werden wir das verfügbare Budget auch ausschöpfen, ohne unnötig Risiko zu gehen.


Möchte das hier nochmal aufgreifen.

Der Schalke-Vergleich ist vollkommen zutreffend. Die von dir propagierte Strategie, im Sommer das Budget voll auszureizen, beim (altersbedingten) Ersatz in Folgejahre auf Transfererlöse durch Talente zu spekulieren, oder auch das aktuelle Budget überzustrapazieren, indem Handgeldzahlungen über mehrere Jahre gestreckt werden (und damit bereits Ausgaben zu fixieren, denen noch keine realisierten Einnahmen gegenüberstehen), das alles hat Schalke genauso praktiziert.

So eine Strategie kann aufgehen und ist bei Schalke auch viele Jahre aufgegangen. Was dann passiert wenn sportliche Erfolge sich nicht einstellen und keine teuer transferierbaren Spieler mehr aus der Jugend nachkommen, haben wir gesehen. Ja es ist eine Drohkulisse, aber diese Strategie ist genau der Schalker Weg (war dir vielleicht gar nicht so bewusst). Und ja natürlich ist der BVB davon noch ein gutes Stück entfernt, würde man aber so agieren dann begibt man sich ebenfalls auf diesen mit sehr hohen Risiken behafteten Weg. Wohin der Weg dann führt ist völlig offen.

Hier schon wieder von wieder auch nur geringeres Risiko gehen zu wollen halte ich für nicht sinnvoll und es lässt sowohl die jüngere Transfervergangenheit als auch die aktuelle finanzielle Lage zu sehr aussen vor.

Der BVB ging ab 18/19 sehr stark ins Risiko, hat dafür eine überschaubare sportliche Rendite eingefahren und sich wirtschaftlich mit enormen Lasten gefesselt. Diese Lasten liegen heute noch schwer auf uns und belasten den Etat sowie den Kader schwer.

Normalerweise hätte der BVB einer der ganz großen Gewinner des Corona-Transfermarktes sein können. Man hatte keine besonderen Verbindlichkeiten, eine enorme Eigenkapitaldecke und zusätzlich kurz vor Corona 3 riesige Deals abgeschlossen (die im Übrigen alle nicht oder nur marginal von Corona berührt wurden). Man konnte durch die Deals mit Puma, 1&1 sowie Lagardere (Puma und 1&1 ca. 20 Mio. pro Jahr, Lagardere 10 Mio.) seine Ertragskraft massiv steigern. Zumal diesen Einnahmen keine nennenswerten Ausgaben gegenüberstehen. Mit diesen 50 Mio. zusätzlich hätte man am Transfermarkt zu Corona-Zeiten eigentliche eine gewaltige Schlagkraft entfalten müssen, hat man aber nicht.

Der Grund liegt schlicht daran, dass man das Budget schon auf Anschlag oder sogar darüber hinaus gefahren hat, dieses sich sportlich aber kaum bemerkbar gemacht hat und man nun anstatt zu investieren erst einmal diese Mehrerträge dazu verwenden muss, um die Altlasten zu bedienen. Man hatte es so geschafft endlich gewonnen Spielraum durch die finalen Abgänge der finanziellen Katastrophen Götze und Schürrle gleich wieder mit neuen Belastungen zu füllen und so letzten Endes dann sportlich auch stagniert ist, trotz deutlich erhöhtem Einsatz.

In so eine Situation hinein, also ohne seine Hausaufgaben gemacht zu haben und die Altlasten loszuwerden, direkt nochmal mehr Risiko drauf packen, ist für mich eine schlechte Entscheidung.

Der Einwurf von WaltherFroschsErbe mit den auslaufenden Verträgen 2023 ist sehr wichtig. Bisher gibt es wenige Anzeichen auf Verlängerungen. Den Automatismus, dass Spieler verkauft werden, die nicht verlängern, würde ich so nicht mehr sehen. Es wurde schon mehrfach hier im Forum diskutiert, wie sehr die ablösefreien Transfers zugenommen haben und dies für Spieler aktuell eine extrem lukrative Möglichkeit ist, in einem insgesamt schwierigen Markt die eigene Einkommenssituation weiterhin überaus positiv zu gestalten. Gerade bei Guerreiro oder Akanji haben die Spieler doch schon das bessere Blatt auf der Hand. Sie sind Topspieler, haben also nach wie vor eine starke Marktnachfrage, dazu sind sie beim BVB sportlich komplett unverzichtbar, würden also auch ohne Verlängerung ziemlich sicher Stammspieler sein.

So abwegig ist das alles nicht und auch keine unnötig realistische Realitätsverzerrung, sondern ein durchaus mögliches Szenario, gerade unter Einbezug des Markttrends der ablösefreien Wechsel. Würde nur einer aus Akanji und Guerreiro auf einen ablösefreien Abgang schielen, wäre das aufgrund der Gesamtkonstellation mit den voraussichtlich 2023 anstehenden Ersatzinvestitionen für Hummels und Reus eine Katastrophe, gehen beide den Schritt sogar eine Art wirtschaftlicher Super-Gau.

Vor diesen Hintergründen muss das Geld so gut es geht zusammengehalten werden und jede Investition genauestens auf den Prüfstand.


Der Schalke-Vergleich ist leider in jeglicher Hinsicht irreführend und unangebracht, da diverse Faktoren komplett unterschiedlich sind. Vom Management, über den Trainer, die grundsätzliche finanzielle Strategie des letzten Jahrzehnts usw. Hat einfach keinen Sinn den blauen teufel an die Wand zu malen, wie sehr man es auch versucht. Hier stehen gänzlich andere Vorzeichen zutage und entsprechend verbietet sich der Vergleich in meinen Augen auch. Wir können uns auch gerne noch mit dem HSV vergleichen, alleine es wird nichts bringen. Zu viele Unterschiede und zu viel Drohkulisse.

Des Weiteren habe ich doch klar und deutlich in fast jedem Post darauf hingewiesen, dass ein gesunder (kein risikoreicher!) Mittelweg der vermutlich beste ist. Über das Budget waren wir uns beide einig, kein Grund das wieder aufzuführen. Und dieses Budget sollte man, ohne ins Risiko zu gehen, eben auch ausreizen. Keiner redet von überstrapazieren, ich denke jedoch, dass ein Pongracic zusätzlich im Bereich des Möglichen liegt, ohne dabei eine finanzielle Harakiri-Aktion zu starten. Ich gehe jede Wette ein, dass Pongracic bei gleich bleibendem Eindruck komplett verpflichtet wird und wir uns dennoch substantiell im DM und den Haaland-Ersatz leisten werden.

Und Nein, es ist nicht die Realität über ein Szenario zu spekulieren, dass theoretisch eintreten kann, aber wahrscheinlich in der Realität nie eintreffen wird und das Ganze noch mit „Stand jetzt“ zu titulieren. Stand jetzt ist ein Haaland auch noch hier und theoretisch könnte Pogba im Sommer auch bei uns aufschlagen. Realistisch machen solche Prognosen jedoch wenig Sinn und ich gehe jede Wette ein, dass einer von Reus und Hummels über 2023 noch bei uns aktiv sein wird, was dann dieses Szenario obsolet macht. Nach dem Schalke Vergleich ist ein Ausgehen eines solchen Szenarios, in dem Reus, Hummels, Guerreiro und Akanji am besten alle gleichzeitig ohne VVL ablösefrei den Verein verlassen, noch mal ein höheres Level des Schwarzmalens. Ein bisschen mehr Vertrauen in unsere sportliche Führung wäre dahingehend vielleicht angebracht.

Und auch wenn in den letzten 3 Jahren (und davor auch schon nicht) in der Transferpolitik nicht alles richtig lief, war ein Investment in Spieler wie Haaland, Bellingham und Can der genau richtige Schritt, da wir nicht nur sportlich von ihnen profitieren, sondern beide erst genannten auch entsprechend Erlöse bringen werden. Nur so wird man nachhaltig die Transferpolitik regeln können.

Insgesamt bleibe ich klar dabei, du siehst zu viel schwarz, redest von überschaubarer sportlicher Rendite (klar, weil wir ja auch momentan so schlecht dastehen) und denkst ein Szenario in dem uns 2023 vier Top Spieler ablösefrei verlassen sei realistisch, nur weil es theoretisch möglich ist.
Nein, da bin ich wie gesagt komplett anderer Meinung. Gerne können wir wieder über andere sportliche Aspekte diskutieren, was hier auch wirklich Spaß macht, aber in der Debatte kommen wir nicht mehr auf einen Nenner. Was auch vollkommen okay ist.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von KalleRiedle11 am 21.10.2021 um 14:37 Uhr bearbeitet
BVB - Transferpolitik |#16679
21.10.2021 - 16:23 Uhr
Zitat von KalleRiedle11


Der Schalke-Vergleich ist leider in jeglicher Hinsicht irreführend und unangebracht, da diverse Faktoren komplett unterschiedlich sind. Vom Management, über den Trainer, die grundsätzliche finanzielle Strategie des letzten Jahrzehnts usw. Hat einfach keinen Sinn den blauen teufel an die Wand zu malen, wie sehr man es auch versucht. Hier stehen gänzlich andere Vorzeichen zutage und entsprechend verbietet sich der Vergleich in meinen Augen auch. Wir können uns auch gerne noch mit dem HSV vergleichen, alleine es wird nichts bringen. Zu viele Unterschiede und zu viel Drohkulisse.


Ich vergleiche hier nicht den BVB mit Schalke, sondern den von dir vorgeschlagenen Weg. Die Punkte auf zukünftige Erlöse spekulieren, Handgelder strecken - hast du doch alle genannt oder nicht? Deine Vorschläge decken sich eben mit dem damaligen Vorgehen der Blauen zu 100%. Der Weg des HSV ist übrigens ein anderer als der von Schalke.

Zitat von KalleRiedle11
Des Weiteren habe ich doch klar und deutlich in fast jedem Post darauf hingewiesen, dass ein gesunder (kein risikoreicher!) Mittelweg der vermutlich beste ist. Über das Budget waren wir uns beide einig, kein Grund das wieder aufzuführen. Und dieses Budget sollte man, ohne ins Risiko zu gehen, eben auch ausreizen. Keiner redet von überstrapazieren, ich denke jedoch, dass ein Pongracic zusätzlich im Bereich des Möglichen liegt, ohne dabei eine finanzielle Harakiri-Aktion zu starten. Ich gehe jede Wette ein, dass Pongracic bei gleich bleibendem Eindruck komplett verpflichtet wird und wir uns dennoch substantiell im DM und den Haaland-Ersatz leisten werden.


Klar waren wir uns über die Höhe des Budgets nötig, bei der Ausreizung divergiert es dann. Es ist für mich eben kein Mittelweg, Handgelder zu strecken und auf zukünftige Gelder zu spekulieren usw. Wie negativ sich das dann auswirkt, hat BVBBV sehr schön aufgezeigt in einem der vorderen Posts. Wo man dann Pongracic einordnet muss man sehen, die aktuellen Bedarfe sind klar, aber auch noch mit Fragezeichen versehen (Entwicklung auf LV, Entwicklung von Malen als Beispiele).

Zitat von KalleRiedle11
Und Nein, es ist nicht die Realität über ein Szenario zu spekulieren, dass theoretisch eintreten kann, aber wahrscheinlich in der Realität nie eintreffen wird und das Ganze noch mit „Stand jetzt“ zu titulieren. Stand jetzt ist ein Haaland auch noch hier und theoretisch könnte Pogba im Sommer auch bei uns aufschlagen. Realistisch machen solche Prognosen jedoch wenig Sinn und ich gehe jede Wette ein, dass einer von Reus und Hummels über 2023 noch bei uns aktiv sein wird, was dann dieses Szenario obsolet macht. Nach dem Schalke Vergleich ist ein Ausgehen eines solchen Szenarios, in dem Reus, Hummels, Guerreiro und Akanji am besten alle gleichzeitig ohne VVL ablösefrei den Verein verlassen, noch mal ein höheres Level des Schwarzmalens. Ein bisschen mehr Vertrauen in unsere sportliche Führung wäre dahingehend vielleicht angebracht.


Das legst du dem User jetzt in den Mund. Der User WaltherFroschsErbe hat nie behauptet, das Auslaufen von allen Verträgen sei Realität. Er hat es aber auch nicht ausgeschlossen, sondern eben als mögliches Szenario gezeigt (möglich heisst nicht das es die realistischste Variante ist). Du selbst hast ja behauptet, Akanji und/oder Guerreiro würden verlängern oder verkauft. Das ist nicht ausgemacht. Die Ansicht hier etwas vorzugehen um auch bei einem eher negativen Szenario gewappnet zu sein, muss doch dann keine Schwarzmalerei sein. Der Abgang aller 4 ist das Worst-Case-Szenario, über Wahrscheinlichkeiten hat sich der User nicht ausgelassen, weswegen ich nicht verstehe, was hier kritisiert wird.

Zitat von KalleRiedle11
Und auch wenn in den letzten 3 Jahren (und davor auch schon nicht) in der Transferpolitik nicht alles richtig lief, war ein Investment in Spieler wie Haaland, Bellingham und Can der genau richtige Schritt, da wir nicht nur sportlich von ihnen profitieren, sondern beide erst genannten auch entsprechend Erlöse bringen werden. Nur so wird man nachhaltig die Transferpolitik regeln können.


Schön mal Schulz, Brandt, Meunier unterschlagen zwinker. Es sagt hier niemand, es soll nicht investiert werden. Aber es ist nicht zu viel verlangt, jetzt nicht wieder das Geld aus der KE und den Verkäufen von Sancho und ggf. Haaland vollständig auszugeben, bevor nicht der Kader entschlackt wurde (Bürki, Schulz usw.).

Zitat von KalleRiedle11
Insgesamt bleibe ich klar dabei, du siehst zu viel schwarz, redest von überschaubarer sportlicher Rendite (klar, weil wir ja auch momentan so schlecht dastehen) und denkst ein Szenario in dem uns 2023 vier Top Spieler ablösefrei verlassen sei realistisch, nur weil es theoretisch möglich ist.


Ja die sportliche Rendite war überschaubar, gemessen an den Netto-Investitionen und der Steigerung des Personaletats. Gerade wenn man in Relation die anderen Bundesligisten sieht, die den Abstand zu uns verkürzen konnten, bei relativ und nominal geringerem Mitteleinsatz (RBL und Bayern außen vor).

Ich habe nicht geschrieben so ein Szenario ist realistisch ist, sondern habe es als "möglich" bezeichnet. Zudem habe ich sogar noch verschiedene Szenarien beschrieben. Das ist dann eine Interpretation deinerseits, die ich so nicht sehe. Persönlich am wahrscheinlichsten sehe ich den Punkt, dass einer aus Akanji/Guerreiro und einer aus Hummels/Reus ab Sommer 2023 nicht mehr bei uns sind. Die anderen aber noch hier sein werden.


Zitat von KalleRiedle11
Nein, da bin ich wie gesagt komplett anderer Meinung. Gerne können wir wieder über andere sportliche Aspekte diskutieren, was hier auch wirklich Spaß macht, aber in der Debatte kommen wir nicht mehr auf einen Nenner. Was auch vollkommen okay ist.


Wie schon bei Pongracic hast eben eher eine extremere Meinung (klarer No Brainer vs. unter Voraussetzungen sinnvoller Transfer), spiegelt sich dann auch hier wieder (75 Mio. voll ausgeben und Handgelder strecken vs. vorsichtig Haushalten und ggf. Rücklage bilden, solange wichtige Themen wie Akanji und Guerreiro nicht klar sein). Aber klar, kann ja jeder sehen wie er will, die eine Wahrheit hier gibt es ja zum Glück nicht.
BVB - Transferpolitik |#16680
21.10.2021 - 18:15 Uhr
Zitat von Nic

Zitat von KalleRiedle11

Der Schalke-Vergleich ist leider in jeglicher Hinsicht irreführend und unangebracht, da diverse Faktoren komplett unterschiedlich sind. Vom Management, über den Trainer, die grundsätzliche finanzielle Strategie des letzten Jahrzehnts usw. Hat einfach keinen Sinn den blauen teufel an die Wand zu malen, wie sehr man es auch versucht. Hier stehen gänzlich andere Vorzeichen zutage und entsprechend verbietet sich der Vergleich in meinen Augen auch. Wir können uns auch gerne noch mit dem HSV vergleichen, alleine es wird nichts bringen. Zu viele Unterschiede und zu viel Drohkulisse.


Ich vergleiche hier nicht den BVB mit Schalke, sondern den von dir vorgeschlagenen Weg. Die Punkte auf zukünftige Erlöse spekulieren, Handgelder strecken - hast du doch alle genannt oder nicht? Deine Vorschläge decken sich eben mit dem damaligen Vorgehen der Blauen zu 100%. Der Weg des HSV ist übrigens ein anderer als der von Schalke.

Zitat von KalleRiedle11

Des Weiteren habe ich doch klar und deutlich in fast jedem Post darauf hingewiesen, dass ein gesunder (kein risikoreicher!) Mittelweg der vermutlich beste ist. Über das Budget waren wir uns beide einig, kein Grund das wieder aufzuführen. Und dieses Budget sollte man, ohne ins Risiko zu gehen, eben auch ausreizen. Keiner redet von überstrapazieren, ich denke jedoch, dass ein Pongracic zusätzlich im Bereich des Möglichen liegt, ohne dabei eine finanzielle Harakiri-Aktion zu starten. Ich gehe jede Wette ein, dass Pongracic bei gleich bleibendem Eindruck komplett verpflichtet wird und wir uns dennoch substantiell im DM und den Haaland-Ersatz leisten werden.


Klar waren wir uns über die Höhe des Budgets nötig, bei der Ausreizung divergiert es dann. Es ist für mich eben kein Mittelweg, Handgelder zu strecken und auf zukünftige Gelder zu spekulieren usw. Wie negativ sich das dann auswirkt, hat BVBBV sehr schön aufgezeigt in einem der vorderen Posts. Wo man dann Pongracic einordnet muss man sehen, die aktuellen Bedarfe sind klar, aber auch noch mit Fragezeichen versehen (Entwicklung auf LV, Entwicklung von Malen als Beispiele).

Zitat von KalleRiedle11

Und Nein, es ist nicht die Realität über ein Szenario zu spekulieren, dass theoretisch eintreten kann, aber wahrscheinlich in der Realität nie eintreffen wird und das Ganze noch mit „Stand jetzt“ zu titulieren. Stand jetzt ist ein Haaland auch noch hier und theoretisch könnte Pogba im Sommer auch bei uns aufschlagen. Realistisch machen solche Prognosen jedoch wenig Sinn und ich gehe jede Wette ein, dass einer von Reus und Hummels über 2023 noch bei uns aktiv sein wird, was dann dieses Szenario obsolet macht. Nach dem Schalke Vergleich ist ein Ausgehen eines solchen Szenarios, in dem Reus, Hummels, Guerreiro und Akanji am besten alle gleichzeitig ohne VVL ablösefrei den Verein verlassen, noch mal ein höheres Level des Schwarzmalens. Ein bisschen mehr Vertrauen in unsere sportliche Führung wäre dahingehend vielleicht angebracht.


Das legst du dem User jetzt in den Mund. Der User WaltherFroschsErbe hat nie behauptet, das Auslaufen von allen Verträgen sei Realität. Er hat es aber auch nicht ausgeschlossen, sondern eben als mögliches Szenario gezeigt (möglich heisst nicht das es die realistischste Variante ist). Du selbst hast ja behauptet, Akanji und/oder Guerreiro würden verlängern oder verkauft. Das ist nicht ausgemacht. Die Ansicht hier etwas vorzugehen um auch bei einem eher negativen Szenario gewappnet zu sein, muss doch dann keine Schwarzmalerei sein. Der Abgang aller 4 ist das Worst-Case-Szenario, über Wahrscheinlichkeiten hat sich der User nicht ausgelassen, weswegen ich nicht verstehe, was hier kritisiert wird.

Zitat von KalleRiedle11

Und auch wenn in den letzten 3 Jahren (und davor auch schon nicht) in der Transferpolitik nicht alles richtig lief, war ein Investment in Spieler wie Haaland, Bellingham und Can der genau richtige Schritt, da wir nicht nur sportlich von ihnen profitieren, sondern beide erst genannten auch entsprechend Erlöse bringen werden. Nur so wird man nachhaltig die Transferpolitik regeln können.


Schön mal Schulz, Brandt, Meunier unterschlagen zwinker. Es sagt hier niemand, es soll nicht investiert werden. Aber es ist nicht zu viel verlangt, jetzt nicht wieder das Geld aus der KE und den Verkäufen von Sancho und ggf. Haaland vollständig auszugeben, bevor nicht der Kader entschlackt wurde (Bürki, Schulz usw.).

Zitat von KalleRiedle11

Insgesamt bleibe ich klar dabei, du siehst zu viel schwarz, redest von überschaubarer sportlicher Rendite (klar, weil wir ja auch momentan so schlecht dastehen) und denkst ein Szenario in dem uns 2023 vier Top Spieler ablösefrei verlassen sei realistisch, nur weil es theoretisch möglich ist.


Ja die sportliche Rendite war überschaubar, gemessen an den Netto-Investitionen und der Steigerung des Personaletats. Gerade wenn man in Relation die anderen Bundesligisten sieht, die den Abstand zu uns verkürzen konnten, bei relativ und nominal geringerem Mitteleinsatz (RBL und Bayern außen vor).

Ich habe nicht geschrieben so ein Szenario ist realistisch ist, sondern habe es als "möglich" bezeichnet. Zudem habe ich sogar noch verschiedene Szenarien beschrieben. Das ist dann eine Interpretation deinerseits, die ich so nicht sehe. Persönlich am wahrscheinlichsten sehe ich den Punkt, dass einer aus Akanji/Guerreiro und einer aus Hummels/Reus ab Sommer 2023 nicht mehr bei uns sind. Die anderen aber noch hier sein werden.


Zitat von KalleRiedle11

Nein, da bin ich wie gesagt komplett anderer Meinung. Gerne können wir wieder über andere sportliche Aspekte diskutieren, was hier auch wirklich Spaß macht, aber in der Debatte kommen wir nicht mehr auf einen Nenner. Was auch vollkommen okay ist.


Wie schon bei Pongracic hast eben eher eine extremere Meinung (klarer No Brainer vs. unter Voraussetzungen sinnvoller Transfer), spiegelt sich dann auch hier wieder (75 Mio. voll ausgeben und Handgelder strecken vs. vorsichtig Haushalten und ggf. Rücklage bilden, solange wichtige Themen wie Akanji und Guerreiro nicht klar sein). Aber klar, kann ja jeder sehen wie er will, die eine Wahrheit hier gibt es ja zum Glück nicht.


Nur kurz bzgl der sportlichen Rendite: Das ist das Problem, was ich u.a. gestern schon im Zorc Thread angesprochen habe. User wie du in diesem Fall eifern einer Idealvorstellung, einem Optimum nach, das, wenn es denn mal eintritt, sowie nicht lange Bestand hat. Optmieren, Optmieren, Optimieren und jedes Jahr auf neue Baustellen hinweisen, der ewige Kreislauf der nie enden wird, woran man sich aber regelmäßig schön dran abarbeiten kann.

Und um der Reaktion zuvorzukommen, ja, wir haben mit Transfers wie Schulz, Brandt, Meunier etc vielleicht nicht alles richtig gemacht (wobei ich aber auch anmerken muss, das alle genannten keine vollkommenen Non-Performer sind), aber mal ehrlich, was erwartet man denn? Es werden niemals alle Transfers sitzen, was aber scheinbar die Anforderung ist, wenn man so viel kritisiert. Ich bin mir ziemlich sicher, dass selbst wenn 90% der Verpflichtungen gepasst hätten, diverse User sich an den übrig bleibenden 10% abarbeiten würden.

Zuletzt waren neben vielen guten Transfers leider auch in der Häufigkeit ein paar Fehlinvestitionen dabei, mit denen wir aber selbst dann auch die CL erreicht haben (wenn auch letzte Saison mit Ach und Krach) und mit denen wir aktuell in Liga, Pokal und CL insgesamt blendend dastehen. Also irgendetwas müssen wir ja anscheinend richtig machen. Das wirst du sicherlich bejahen, aber darauf hinweisen, dass es mehr sein könnte. Wohingegen ich wiederum damit argumentiere, dass wir selbst mit 3-4 besser getätigten Transfers, die auch besser zum Fußball den man spielen will und zu den generellen Anforderungen gepasst hätten, in der Endabrechnung nicht mehr erreicht hätten. Wahrscheinlich würden wir etwas entspannter Platz 2 in der Liga manifestieren, den Pokal haben wir eh geholt und in der Champions League wäre auch dann das Viertelfinale wahrscheinlich das höchste der Gefühle gewesen. Mehr sehe ich mit unseren finanziellen Mitteln, selbst wenn wir mehr richtig eingesetzt hätten, einfach nicht.

Das heißt natürlich nicht, dass man sich nicht verbessern sollte. Und natürlich bin auch Ich schockiert oder enttäuscht über die ein oder andere zuletzt getätigte Verpflichtung. Aber irgendwann ist man als Borussia Dortmund, auch wenn man zu 100% alles korrekt machen würde, am Ende der natürlichen Nahrungskette angelangt.
Deswegen gerne das realistische Optimum rausholen, natürlich gut scouten und effizient arbeiten. Aber dann gleichzeitig in ein paar Posts von fehlender sportlicher Rendite und iwelchen Vergleichen zu reden die für mich ziemlich weit hergeholt sind, dabei eine zu negative Sichtweise der Gesamtsituation an den Tag zu legen, halte ich persönlich für weder richtig/realistisch noch angebracht.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von KalleRiedle11 am 21.10.2021 um 18:20 Uhr bearbeitet
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