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BVB - Transferpolitik

14.02.2015 - 15:43 Uhr
BVB - Transferpolitik |#15791
07.12.2020 - 13:54 Uhr
Zitat von Trepo

Auf meine Frage nach der Quelle bist du leider nicht eingegangen. Überrascht


Tm.de-Leistungsdaten - ich denke, das ist recht selbsterklärend.

Zitat von Trepo
Also diese und letzte Saison 12 Scorer in 13 Spielen. Nochmals die Frage....Wieviele Minuten hat er in diesem Zeitraum aufgrund von Verletzungen verpasst. Geschweige denn, dass er uns auch auf einer anderen Position eben auch gefehlt hat?


Ich habe Reus als zusätzliche MS-Option zu Haaland (der in der Regel eh spielt) und Moukoko genannt.
Dieses Startelf-Szenario sollte nicht allzu oft eintreten und durch die ZOM Reyna und Brandt, sehe ich auch keinen Nachteil ihn von einer anderen Position abziehen zu müssen, er fehlt sonst nirgends.

Zitat von Trepo
Es geht schlichtweg um einen Spieler, den wir gottverdammt seit Lewy nicht am Kader haben. Einen Spieler der Kragenweite Thuram, Plea, Kruse usw. (Nochmal schreib ich das nicht tongue )


Einen viel besseren Mittelstürmer-Backup als Adrian Ramos wird es für den BVB aber nicht geben und diese Kragenweite scheint dir ja zu schlecht zu sein. Thuram z.B. ist auf außen auch (deutlich) besser als im Zentrum, analog Hazard, den du ja nicht abziehen willst.

Zitat von Trepo
Und du kannst dir sehr gern ein Kreuz in den Kalender machen, aber das Reus seine Quote hält und in den nächsten 13 Spielen als MS 12 Scorerpunkte macht, halte ich tatsächlich für ausgeschlossen. Gönnen würde ich es uns allen. stark


Wenn Reus dort 6-7 Scorer macht, ist das immer noch nicht weniger, als man von deinem skizzierten Mister X erwarten könnte.
BVB - Transferpolitik |#15792
07.12.2020 - 17:12 Uhr
Die Diskussion um die künftige zentrale Achse halte ich für sehr interessant und sehr wichtig für die nächsten 5 Jahre.

Leider kann ich hier auch noch nicht richtig erkennen, dass der Verein konsequent eine solche Achse aufbaut, entsprechend fördert und versucht, diese Spieler durch ideale Nebenleute zu ergänzen.

Nach den bisherigen Ausführungen, die ich so auch mitgehe, und unter Berücksichtigung der Vertragslaufzeiten und Altersstruktur würde dieses Gesamtbild entstehen:

Tor: Bürki

Abwehr: Morey-Akanji-Zagadou-Guerreiro

ZM/DM: Can-Bellingham

OM: Reyna-Brandt-Hazard

Sturm: Haaland

Sancho habe ich bewusst aussen vor gelassen, da ich sicher von einem Abgang ausgehe.

Grundsätzlich würde mir der Ansatz gefallen, da in nahezu allen Mannschaftsteilen ein ausgeglichenes Verhältnis von von Spielern sind, die schon auf einem hohen Niveau sind und eine gewisse Erfahrung mitbringen, daneben aber entwicklungsfähige Toptalente, die nachweislich auf hohem Niveau mithalten können, aber auch noch Potential nach oben mitbringen.

Insgesamt würde ich -bei einer reinen Entwicklung der Achse aus dem aktuellen Kader heraus- folgende Probleme/Fragezeichen bei der Aufstellung sehen:

1. Bürki: Für mich ein guter Keeper, aber mitunter auch einer, mit dem man keine Titel gewinnt. Seine Strafraumbeherrschung ist stark unterdurchschnittlich, was mit unserer allgemein nicht besonders kopfballstarken Truppe zu erheblichen Problemen führt. Grundsätzlich durch die lange Zeit im Verein und die natürliche Beständigkeit der TW-Position als Führungsspieler prädestiniert, macht auf mich aber keinen besonders guten Eindruck als Leader und ich habe zudem das Gefühl, dass er auch im Team nicht als Führungsperson anerkannt werden würde.

2. Kopfballstärke der Abwehrreihe: Mit Morey und Guerreiro keine besonders großen Spieler, wobei Morey bei gleichzeitiger Aufgabe spielerischer Stärke auch durch Meunier ersetzt werden könnte. Hinzu kommt, dass der ansonsten sehr komplette Akanji gerade in der Luft kein Monster ist. In Zusammenspiel mit einem besseren Keeper in Sachen Strafraumbeherrschung sowie den guten Luftkämpfern Can und Bellingham aber beherrschbar.

3. Vereinbarkeit Can/Brandt/Bellingham: Ich bin mir nicht sicher, ob diese Kombo ideal ist, was das Stärken-/Schwächen-Profil angeht. Alle bringen große Pluspunkte mit, alle haben ihre Defizite. Bekommt man die Jungs vernünftig aufeinander abgestimmt? Wichtiger fast noch wie das Duo Brandt/Can im Mittelfeld harmonieren würde. Bellingham schätze ich als sehr vielseitig ein und er ist mit seinem Alter noch sehr entwicklungsfähig, sodass er bei einem sinnvollen Setup in eine gute Rolle neben den beiden reinwachsen könnte. Hier fällt mir eine Einschätzung insgesamt am Schwersten.

4. Offensive Aussenbahn: Hazard und Reyna sind sicherlich nicht schlecht, aber auch nicht optimal. Technik, Geschwindigkeit, Dynamik...beide bringen viel mit, aber keiner ist für mich ein klassischer 1 gegen 1 Spieler wie es Sancho ist (der natürlich auch unter den 1 gegen 1 Spielern nochmal eine Klasse für sich ist). Diese Fähigkeit würde mir hier etwas fehlen, da sollte es idealerweise noch einen Mann im Kader geben, der diese Eigenschaften stärker einbringen kann. Gerade bei dem Trend der extrem tiefstehenden Gegner kann so ein Element wertvoll sein. Zudem könnte Reyna -bei Auftreten der Probleme aus Punkt 3.- als Ersatz für Brandt ins Spiel kommen und zentraler agieren, was seinen Stärken ja auch sehr entgegenkommen würde.

5. Entwicklung Haaland: Wie stark man vorne drin sein wird hängt auch an seiner Entwicklung. Er ist eine Naturgewalt, bringt eine wahnsinnige Tiefe in unser Spiel. Allerdings fällt er auch spielerisch ab, der Sturm ist der vergleichsweise schwächste Mannschaftsteil in spielerischer Hinsicht. Zieht er in seiner Entwicklung auch spielerisch nach, wird es bei obiger Aufstellung für jedes Team schwer, den BVB zu kontrollieren, da er quasi aus jeder Position eigenständig Gefahr erzeugen könnte. Wobei ich Erling da auch noch einiges zutraue, man darf ja nie sein junges Alter vergessen und kann auch schon sehen, dass er die ersten Schritte schon gemacht hat und man erste Verbesserungen -gerade mit dem Rücken zum Tor- bereits erkennen kann.


Alles in allem spanned, aber es ist für mich absolut notwendig, hier vereinsseitig endlich ein schlüssiges Gesamtkonzept zu verfolgen. Dieses Konzept ist für mich unausweichlich, will man wirklich das Level noch einmal anheben und oben dauerhaft gefährlich werden. Denn über bessere Einzelspieler wird man es nicht schaffen. Die Individualisten, die alleine das Level des Teams heben, können wir uns im Einkauf nicht leisten oder sie verlassen uns, wenn sie mal auf das Level hinentwickelt wurden. Der aktuelle Flaschenhals ist bei uns nämlich nicht der Trainer, sondern klar die Transferpolitik. Hier ist deutlich mehr Steigerungspotenital vorhanden, als beim Mann auf der Bank.

Dafür muss aber alles aus einem Guss kommen, teilweise völlig widersinnige Personalentscheidungen (mitunter noch aus kurzfristigen Erwägungen) wie bspw. Hummels oder Schulz oder die Abservierung von Akanji dürfen nicht mehr passieren.

Die ersten Schritt wären hier für mich die Bindung von Akanji als langfristiger Leistungsträger mit klarer Führungsperspektive (ein öffentliches Bekenntnis zu ihm und seinen Top-Leistungen wären mal fällig) sowie eine tragfähige Rolle für Reus zu finden. Reus ist bei uns ein Politikum, aber er wird wohl nicht mehr der OM/HS von 2018 werden, sodass er dringend einen Platz braucht und sich hier wohl aktuell auch etwas selbst im Weg steht. Diese beiden kurzfristigen Punkte sind für mich essentiell, um den Grundstein für eine mittel- bis langfristig bestehende Achse für die Zukunft zu legen.
BVB - Transferpolitik |#15793
07.12.2020 - 18:25 Uhr
Zitat von Nic

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3. Vereinbarkeit Can/Brandt/Bellingham: Ich bin mir nicht sicher, ob diese Kombo ideal ist, was das Stärken-/Schwächen-Profil angeht. Alle bringen große Pluspunkte mit, alle haben ihre Defizite. Bekommt man die Jungs vernünftig aufeinander abgestimmt? Wichtiger fast noch wie das Duo Brandt/Can im Mittelfeld harmonieren würde. Bellingham schätze ich als sehr vielseitig ein und er ist mit seinem Alter noch sehr entwicklungsfähig, sodass er bei einem sinnvollen Setup in eine gute Rolle neben den beiden reinwachsen könnte. Hier fällt mir eine Einschätzung insgesamt am Schwersten.

4. Offensive Aussenbahn: Hazard und Reyna sind sicherlich nicht schlecht, aber auch nicht optimal. Technik, Geschwindigkeit, Dynamik...beide bringen viel mit, aber keiner ist für mich ein klassischer 1 gegen 1 Spieler wie es Sancho ist (der natürlich auch unter den 1 gegen 1 Spielern nochmal eine Klasse für sich ist). Diese Fähigkeit würde mir hier etwas fehlen, da sollte es idealerweise noch einen Mann im Kader geben, der diese Eigenschaften stärker einbringen kann. Gerade bei dem Trend der extrem tiefstehenden Gegner kann so ein Element wertvoll sein. Zudem könnte Reyna -bei Auftreten der Probleme aus Punkt 3.- als Ersatz für Brandt ins Spiel kommen und zentraler agieren, was seinen Stärken ja auch sehr entgegenkommen würde.

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Streng genommen sind nicht nur diese beiden Themen für mich miteinander verknüpft. Aber hier wird es besonders interessant, gerade in Bezug auf 3.. Denn Reyna ist in meinen Augen eben auch eher ein 10er, mit Potenzial als 8er, denn ein OA. Zwar finde ich es durchaus richtig, dass er über diese Position herangeführt wird, aber mittelfristig wird er auf dieser Position in meinen Augen an Grenzen stoßen, da von ihm noch mehr direkte Torgefahr erwartet werden wird, noch mehr 1gg1 und Kreativität in unmittelbarer Tornähe. Gerade im 1gg1 sehe ich den Entwicklungsraum aber beschränkt, da Reyna zwar sehr beweglich und durchaus flott auf den Beinen ist, aber er hat keinen herausragenden Antritt und auch keine herausragende Endgeschwindigkeit. Dadurch sehe ich Limits im 1gg1, aber auch im Angriffspressing.

Die unmittelbare Torgefahr sehe ich zwar nicht als Problem an, da er die Anlagen dahingehend hat, aber ich frage mich, ob er als zentraler Kreativspieler oder gar Stratege, der das Spiel vor sich hat, nicht dennoch einen noch größeren Wert darstellen könnte, gerade wenn er sich körperlich verbessert, was im Moment immer noch so eine - für US-Amerikaner ungewöhnliche - Geschichte ist - er geht nicht umsonst früh runter in Zweikämpfen. Von der Statur her dürfte er dann in jedem Fall in einer Mittelfeldposition besser aufgehoben sein, selbst wenn die Entwicklung ohne Einbußen in der Beweglichkeit einhergeht. Spätestens dann würde man im Zentrum noch gezielter Missmatches ausnutzen können.

Das wird in der Konsequenz meines Erachtens am wenigsten Bellingham betreffen. Dafür ist er als Spielertyp zu komplett und hat zu wenige Schwächen, trotzdem auch er noch jede Menge Entwicklungsspielraum hat - auch da: der Körper ist der Intensität und Belastung nicht gewachsen, da die Bundesliga offenbar doch nochmal fordernder ist als die Championship -, nicht nur in Bezug auf Fähigkeiten, sondern auch auf den Spielertyp. Zwar zeigt er meines Erachtens derzeit schon, dass die Entwicklung wohl eher Richtung offensiver ausgerichteter 8er geht, der große Defensivqualitäten einbringen kann, aber es wäre nach wie vor nicht auszuschließen, dass er auch als Stratege aus tieferen Räumen noch einen großen Wert entwickeln kann. Bellingham ist im Zentrum so oder so schon jetzt der am einfachsten mit allen vorhandenen Spielern zu kombinierende 8er im Kader. Er ist für mich daher der Baustein, um den das Mittelfeld herum gebaut werden sollte.

Was heißt das aber für den Fit der einzelnen Kombinationen? Ausgehend vom Status quo wäre die Kombination Can - Bellingham - Brandt/Reyna ziemlich ähnlich und sollte vor allem defensiv ganz gut funktionieren. Vor allem Can würde als Abräumer wenig Verantwortung in der Spielverbindung übernehmen müssen, was ihm sehr entgegenkommen sollte. Die einzige Frage, die sich mir stellt, ist die Frage, wie es dann in der Spielauslösung aussieht. Darin hat Can nicht seine größten Stärken, wie auch der Rest. Somit müsste mehr über die IV passieren, die somit auch für Verlagerungen wichtig wären. Spielerisch könnte das durchaus funktionieren, da man mit dem Zentrum jeweils so beweglich und weiträumig agieren können sollte, dass es fast unmöglich ist im Zentrum keine Anspielstationen zu schaffen. Die Frage ist nur, wie gut das klappt, wenn das Pressing des Gegners extrem aggressiv ausfällt und die IV somit stark unter Druck gesetzt wird, sodass die Anspielstationen noch nicht immer sofort da sind, wenn sie da sein sollten. Deswegen hat der Spielauslöser und -beruhiger Witsel im DM ja eben auch seine Berechtigung, aber die Art von Spielertyp wird man so wohl kaum noch haben in ein paar Jahren, außer Raschl ist hier die Antwort, der zumindest in meinen Augen das Potenzial dazu hat und dennoch eine interessante Konstellation herstellen könnte.

Im Extremfall würde das dann ein brutal junges Zentrum bedeuten, aus Raschl - Bellingham - Reyna, was die spielstärkste Kombination betrifft. Die wären zum Saisonstart 2023 22 - 20 - 21. Im Kern geht es daher vielleicht sogar um die Frage, ob Can und Brandt komplett genug sind, um mit ihnen perfekt für die Zukunft aufgestellt zu sein. Natürlich ist es dabei unrealistisch ein Optimum zu erzielen, weswegen es aber dennoch um die Frage geht, was bei bestmöglicher Entwicklung aller Spieler - auch die wird es realistischerweise nicht geben - dem Optimum am nächsten kommt. Was wäre also, wenn Can und Brandt nicht dem Optimum am nächsten kommen, sondern die Youngster es darstellen? Natürlich sammeln die bis dahin Erfahrung, aber sind sie bis dahin als Persönlichkeiten alle soweit? Denn es bleibt am Ende ja keine rein sportliche Frage, sondern auch eine Frage des Sozialgefüges, was jeweils miteinander verknüpft ist und die Geschichte verdammt kompliziert macht. Zumal man sich, Stand jetzt, ja sicher nicht von Raschl abhängig machen kann. Dafür müsste er eben so langsam auch mal seine Minuten bekommen und dann auch rechtfertigen - was ich ihm nach wie vor zutraue.

Im Normalfall glaube ich aber, dass die Planungen sich eher auf Can - Bellingham - Brandt/Reyna einstellen müssen. Angesichts der Problematik in der Spielauslösung, würde das meines Erachtens auch auf den AV die Notwendigkeit einer spielstarken Lösung auf beiden Seiten erhöhen. Mit Guerreiro ist man hier auch 2023 idealerweise noch gut aufgestellt. Morey zeigt Potenzial, aber ansonsten? Zumal die Nutzung der Defensivstärke Cans im Mittelfeld dann ja dennoch - Stand jetzt - defensiv mit Schwächen (vor allem hohe Bälle oder dynamische Gegenspieler, die viel 1gg1 gehen) einhergehen, die widersprüchlich wären. Somit wäre von Morey vor allem defensiv ein enormer Schritt zu erwarten oder er wird langfristig nicht die Lösung auf RV sein können. Da kommt dann Akanjis Kopfballschwäche wieder ins Spiel usw. ...

Die Komplexität der langfristigen Kaderplanung ist daher aktuell schon ein Wahnsinn, wenn man sich das mal nur auf sportlicher Ebene überlegt und dann noch die Parameter Sozialhygiene und Finanzen hinzufügt. Umso wichtiger ist es daher aber gerade jetzt schon Antworten zu bekommen, ob einzelne Teile überhaupt in die Planungen hineingehören. Spätestens dann, wenn der Meisterschaftszug auch rechnerisch immer weiter davoneilen sollte - was im Moment, wegen ähnlicher Probleme der Gegner interessanterweise noch nicht der Fall ist - gilt es sowieso die kurzfristigen Ziele zurückzustellen, falls die kurzfristigen Ziele nicht eh schon den langfristigen Zielen entsprechen.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von BVBBC am 07.12.2020 um 18:30 Uhr bearbeitet
BVB - Transferpolitik |#15794
07.12.2020 - 19:27 Uhr
Zitat von BVBBC
Zitat von Nic

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3. Vereinbarkeit Can/Brandt/Bellingham: Ich bin mir nicht sicher, ob diese Kombo ideal ist, was das Stärken-/Schwächen-Profil angeht. Alle bringen große Pluspunkte mit, alle haben ihre Defizite. Bekommt man die Jungs vernünftig aufeinander abgestimmt? Wichtiger fast noch wie das Duo Brandt/Can im Mittelfeld harmonieren würde. Bellingham schätze ich als sehr vielseitig ein und er ist mit seinem Alter noch sehr entwicklungsfähig, sodass er bei einem sinnvollen Setup in eine gute Rolle neben den beiden reinwachsen könnte. Hier fällt mir eine Einschätzung insgesamt am Schwersten.

4. Offensive Aussenbahn: Hazard und Reyna sind sicherlich nicht schlecht, aber auch nicht optimal. Technik, Geschwindigkeit, Dynamik...beide bringen viel mit, aber keiner ist für mich ein klassischer 1 gegen 1 Spieler wie es Sancho ist (der natürlich auch unter den 1 gegen 1 Spielern nochmal eine Klasse für sich ist). Diese Fähigkeit würde mir hier etwas fehlen, da sollte es idealerweise noch einen Mann im Kader geben, der diese Eigenschaften stärker einbringen kann. Gerade bei dem Trend der extrem tiefstehenden Gegner kann so ein Element wertvoll sein. Zudem könnte Reyna -bei Auftreten der Probleme aus Punkt 3.- als Ersatz für Brandt ins Spiel kommen und zentraler agieren, was seinen Stärken ja auch sehr entgegenkommen würde.

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Streng genommen sind nicht nur diese beiden Themen für mich miteinander verknüpft. Aber hier wird es besonders interessant, gerade in Bezug auf 3.. Denn Reyna ist in meinen Augen eben auch eher ein 10er, mit Potenzial als 8er, denn ein OA. Zwar finde ich es durchaus richtig, dass er über diese Position herangeführt wird, aber mittelfristig wird er auf dieser Position in meinen Augen an Grenzen stoßen, da von ihm noch mehr direkte Torgefahr erwartet werden wird, noch mehr 1gg1 und Kreativität in unmittelbarer Tornähe. Gerade im 1gg1 sehe ich den Entwicklungsraum aber beschränkt, da Reyna zwar sehr beweglich und durchaus flott auf den Beinen ist, aber er hat keinen herausragenden Antritt und auch keine herausragende Endgeschwindigkeit. Dadurch sehe ich Limits im 1gg1, aber auch im Angriffspressing.

Die unmittelbare Torgefahr sehe ich zwar nicht als Problem an, da er die Anlagen dahingehend hat, aber ich frage mich, ob er als zentraler Kreativspieler oder gar Stratege, der das Spiel vor sich hat, nicht dennoch einen noch größeren Wert darstellen könnte, gerade wenn er sich körperlich verbessert, was im Moment immer noch so eine - für US-Amerikaner ungewöhnliche - Geschichte ist - er geht nicht umsonst früh runter in Zweikämpfen. Von der Statur her dürfte er dann in jedem Fall in einer Mittelfeldposition besser aufgehoben sein, selbst wenn die Entwicklung ohne Einbußen in der Beweglichkeit einhergeht. Spätestens dann würde man im Zentrum noch gezielter Missmatches ausnutzen können.

Das wird in der Konsequenz meines Erachtens am wenigsten Bellingham betreffen. Dafür ist er als Spielertyp zu komplett und hat zu wenige Schwächen, trotzdem auch er noch jede Menge Entwicklungsspielraum hat - auch da: der Körper ist der Intensität und Belastung nicht gewachsen, da die Bundesliga offenbar doch nochmal fordernder ist als die Championship -, nicht nur in Bezug auf Fähigkeiten, sondern auch auf den Spielertyp. Zwar zeigt er meines Erachtens derzeit schon, dass die Entwicklung wohl eher Richtung offensiver ausgerichteter 8er geht, der große Defensivqualitäten einbringen kann, aber es wäre nach wie vor nicht auszuschließen, dass er auch als Stratege aus tieferen Räumen noch einen großen Wert entwickeln kann. Bellingham ist im Zentrum so oder so schon jetzt der am einfachsten mit allen vorhandenen Spielern zu kombinierende 8er im Kader. Er ist für mich daher der Baustein, um den das Mittelfeld herum gebaut werden sollte.

Was heißt das aber für den Fit der einzelnen Kombinationen? Ausgehend vom Status quo wäre die Kombination Can - Bellingham - Brandt/Reyna ziemlich ähnlich und sollte vor allem defensiv ganz gut funktionieren. Vor allem Can würde als Abräumer wenig Verantwortung in der Spielverbindung übernehmen müssen, was ihm sehr entgegenkommen sollte. Die einzige Frage, die sich mir stellt, ist die Frage, wie es dann in der Spielauslösung aussieht. Darin hat Can nicht seine größten Stärken, wie auch der Rest. Somit müsste mehr über die IV passieren, die somit auch für Verlagerungen wichtig wären. Spielerisch könnte das durchaus funktionieren, da man mit dem Zentrum jeweils so beweglich und weiträumig agieren können sollte, dass es fast unmöglich ist im Zentrum keine Anspielstationen zu schaffen. Die Frage ist nur, wie gut das klappt, wenn das Pressing des Gegners extrem aggressiv ausfällt und die IV somit stark unter Druck gesetzt wird, sodass die Anspielstationen noch nicht immer sofort da sind, wenn sie da sein sollten. Deswegen hat der Spielauslöser und -beruhiger Witsel im DM ja eben auch seine Berechtigung, aber die Art von Spielertyp wird man so wohl kaum noch haben in ein paar Jahren, außer Raschl ist hier die Antwort, der zumindest in meinen Augen das Potenzial dazu hat und dennoch eine interessante Konstellation herstellen könnte.

Im Extremfall würde das dann ein brutal junges Zentrum bedeuten, aus Raschl - Bellingham - Reyna, was die spielstärkste Kombination betrifft. Die wären zum Saisonstart 2023 22 - 20 - 21. Im Kern geht es daher vielleicht sogar um die Frage, ob Can und Brandt komplett genug sind, um mit ihnen perfekt für die Zukunft aufgestellt zu sein. Natürlich ist es dabei unrealistisch ein Optimum zu erzielen, weswegen es aber dennoch um die Frage geht, was bei bestmöglicher Entwicklung aller Spieler - auch die wird es realistischerweise nicht geben - dem Optimum am nächsten kommt. Was wäre also, wenn Can und Brandt nicht dem Optimum am nächsten kommen, sondern die Youngster es darstellen? Natürlich sammeln die bis dahin Erfahrung, aber sind sie bis dahin als Persönlichkeiten alle soweit? Denn es bleibt am Ende ja keine rein sportliche Frage, sondern auch eine Frage des Sozialgefüges, was jeweils miteinander verknüpft ist und die Geschichte verdammt kompliziert macht. Zumal man sich, Stand jetzt, ja sicher nicht von Raschl abhängig machen kann. Dafür müsste er eben so langsam auch mal seine Minuten bekommen und dann auch rechtfertigen - was ich ihm nach wie vor zutraue.

Im Normalfall glaube ich aber, dass die Planungen sich eher auf Can - Bellingham - Brandt/Reyna einstellen müssen. Angesichts der Problematik in der Spielauslösung, würde das meines Erachtens auch auf den AV die Notwendigkeit einer spielstarken Lösung auf beiden Seiten erhöhen. Mit Guerreiro ist man hier auch 2023 idealerweise noch gut aufgestellt. Morey zeigt Potenzial, aber ansonsten? Zumal die Nutzung der Defensivstärke Cans im Mittelfeld dann ja dennoch - Stand jetzt - defensiv mit Schwächen (vor allem hohe Bälle oder dynamische Gegenspieler, die viel 1gg1 gehen) einhergehen, die widersprüchlich wären. Somit wäre von Morey vor allem defensiv ein enormer Schritt zu erwarten oder er wird langfristig nicht die Lösung auf RV sein können. Da kommt dann Akanjis Kopfballschwäche wieder ins Spiel usw. ...

Die Komplexität der langfristigen Kaderplanung ist daher aktuell schon ein Wahnsinn, wenn man sich das mal nur auf sportlicher Ebene überlegt und dann noch die Parameter Sozialhygiene und Finanzen hinzufügt. Umso wichtiger ist es daher aber gerade jetzt schon Antworten zu bekommen, ob einzelne Teile überhaupt in die Planungen hineingehören. Spätestens dann, wenn der Meisterschaftszug auch rechnerisch immer weiter davoneilen sollte - was im Moment, wegen ähnlicher Probleme der Gegner interessanterweise noch nicht der Fall ist - gilt es sowieso die kurzfristigen Ziele zurückzustellen, falls die kurzfristigen Ziele nicht eh schon den langfristigen Zielen entsprechen.


Die Probleme liegen für mich in der taktischen Zusammenstellung und Rollentypen-Verteilung im Zentrum.

Can:
Wurde für das Zentrum geholt, überzeugt in der Rückrunde in etlichen Spielen (Höhepunkt das Spiel gegen Paris und in Bremen beim 2-0 Auswärtssieg) und im Prinzip das ganze Forum feiert Can auf Grund der Physis, Mentalität und Führungseigenschaften.
Was passiert dann? System wird zich mal geändert, er selbst setzt sich anscheinend die Idee in den Kopf auf IV die größte Chance zu haben mit zur EM zu fahren und Favre steigt dort mit ein oder stellt ihn wenn überhaupt, wie gegen Frankfurt, auf eine defensive Doppel-6.
Alles für mich nur bedingt nachvollziehbar, da Can entweder auf die defensive 8 in einem 4-3–3 (generell 3er-Zentrum) gehört und da in seiner Karriere auch am stärksten war (Liverpool und teilweise Juve) oder neben einem offensiv denkendem 6er/8er am stärksten ist.
Das Aufbauspiel was dann leidet, müssen andere (Hummels, Rapha) übernehmen. Iwo musst du als Borussia Dortmund Abstriche machen.

Brandt:
Die offensive 8. Mehr braucht man hier nicht zu sagen. Nein zu der Außenbahn, Nein zur False9, Nein zu der 8 in einer Doppel-6, da er hierfür viel zu offensiv denkt (vor allem unter Favre), zu wenig fightet und generell in der Rückwärtsbewegung zu schlecht ist.
Und ja, natürlich müssen somit einige Parameter stimmen, damit Brandt dann endlich perfekt eingesetzt wird (wie im Leverkusener 4-3-3 zb), ansonsten wird das hier nichts mehr. Alles wurde probiert und man hat das Gefühl Julian weiß selber nicht mehr wo ihm der Kopf steht. Ich will ihn nicht aus seiner Verantwortung herausnehmen, aber will man aus der Nummer noch was machen, ist das der einzige Weg. Julian braucht eigentlich für sein Spiel, dass auf viele Freiheiten, wenig Körperlichkeit und tiefere Positionierung beruht, Minimum 2 Leute neben sich, die ihn dahingehend unterstützen/ergänzen. Auch wenn das natürlich viel verlangt ist.

Dahoud:
Zuletzt überragend. Dann 2 Spiele komplett nicht berücksichtigt (siehe mein Post im Dahoud Thread) und schlecht erste Halbzeit gegen Frankfurt. Aufschwung, Flow und somit eine gute Struktur im Spiel erstmal weg. Die schwachen Spiele gegen Köln und Lazio kommen nicht von ungefähr. Ja, das lässt sich natürlich nicht auf Frankfurt übertragen, aber iwo ist Mo auch nur ein Mensch, dem völlig ohne Grund mal wieder der Flow weggenommen wurde, Rotation hin oder her.
Bleibe dabei, fehlt er, fehlt Struktur und zu viel geht über die reine Individualität (Brandt, Reyna oder andere Positionen) oder über Kraft. Die Balance ohne Mo gefällt mir nicht.
Er selbst ist defensiv ausbaufähig, weswegen er wiederum einen Mann neben sich braucht, der defensiv, mental und körperlich voll auf der Höhe ist.

Bellingham:
Ja, bringt im Komplett-Paket am meisten mit. Man hat gegen Lazio aber gemerkt, dass ihm die Verantwortung viel zu groß war. Bin großer Jude-Fan, aber das ist von der Präsenz, von der strategischen Ausrichtung (trotz erlaubter und gewollter Box-Durchbrüche) und Konstanz über 90 Minuten noch nicht ausgereift genug. Logischerweise. Soll keine Kritik an ihm persönlich sein. Er braucht Minimum jmd neben sich, der strukturell gut ist, ihn körperlich ergänzt und am besten iwie ein wenig Kreativität mit einstreut, damit das nicht komplett an ihm hängen bleibt.

Reyna:
Siehe Bellingham. Da wird schon zu viel erwartet. Auf der offensiven 8 (wo er wie Brandt langfristig wohl am besten hingehört), braucht auch er dringend Spieler neben ihm, die ihn führen, die die Physis mitbringen und Struktur geben können. Gio ist ähnlich ein Freigeist wie Brandt und hat auf Grund des fehlenden Speed ähnlich wenig zu tun mit der Außenbahn.

Witsel:
Für mich aktuell nur noch gegen die ganz großen Teams zu gebrauchen, auf Grund der Pressingressistenz. Gibt Struktur nur noch im ersten Drittel des Feldes, kommt auf Grund geringer Weiträumigkeit und fehlender Ballerobrungsfähigkeiten zu selten in Zweikämpfe und kann riesen Löcher nicht mehr covern.
Nur Präsenz strahlt Axel noch genügend aus, um den Druck von den jungen Spielern zu nehmen. Das reicht für mich nicht mehr.

Zusammengefasst, unter Berücksichtigung aller Gesichtspunkte, ist für mich (unabhängig vom System erstmal) ein 3er-Zentrum unabdingbar.
Wir werden nie das perfekte aufeinander abgestimmte Zentrum haben und wenn, wird das durch Verkäufe maximal 2 Spielzeiten halten.

Gehe ich unsere Spieler also durch und bedenke dabei, was sie geben können und was sie brauchen (unter den Punkten: Struktur, Physis, Präsenz, Aufbau, Kreativität, Laufstärke und Mentalität), dann macht ein 3er-Zentrum für mich noch am meisten Sinn, von dem her was man mit dem Kader maximal rausholen kann.

Im Idealfall sähe das für mich so aus:

———————-Dahoud————————

———-—Can—————-Brandt————

Mit den Backups Delaney (6), Bellingham (sowohl für Brandt als auch für Can, je nach Gegner), Witsel (6 bis Vertragsende) und Reyna (Brandt-Backup).

Dahoud bringt Struktur ins Spiel und Verbindungen, fällt zumindest im Pressing und Laufstärke aber nicht ab. Can fügt Physis, Laufstärke, Mentalität und Präsenz hinzu, nimmt also Last von den Kreativen oder jungen Spielern hinsichtlich Körperlichkeit und Druck. Brandt rundet das mit Kreativität, Spielwitz und Ideen aus einer tiefen Position ab, hat aber die Möglichkeit überall hinzudriften wo er möchte, da er genau weiss, dass mit Mo und Emre zwei Leute neben ihm spielen, die die „Drecksarbeit“ für ihn mit übernehmen.

In dieses Fundament könnten sich die jungen Reyna und Bellingham prima als Backups einfügen und sogar mit ihren Stärken noch verfeinern/verändern (je nach Gegner).

Das darunter mitunter vielleicht der Spielaufbau ein wenig leidet (obwohl ich das Mo dort sehr gut zutraue) und Can im Offensivspiel abfällt, geschenkt. Aber gewisse Disbalancen wird man immer in Kauf nehmen müssen. Diese Variante ist für mich hinsichtlich der Balance aber immer noch am idealsten.

•     •     •

Primera Divison!

Kritik im BVB-Forum:
1. Kritik wird abgeschmettert
2. Trotz Erhärtung der Kritik, wird weiter abgelehnt
3. Nachdem Statistiken das Ganze faktisch stützen, wird nicht weiter argumentiert, sondern verfällt in Zynismus und Polemik
4. Wird das zurecht angeprangert, werden eigene Vorschläge gefordert (obwohl man nicht dafür zuständig ist).
5. Diese Vorschläge werden dann zerpflückt und relativiert

Erkenntnis: Kritik ist bei einigen nicht möglich/nicht gern gesehen!
BVB - Transferpolitik |#15795
07.12.2020 - 21:29 Uhr
Zitat von End_of_Days

Zitat von BVBBC

Zitat von Nic

...

3. Vereinbarkeit Can/Brandt/Bellingham: Ich bin mir nicht sicher, ob diese Kombo ideal ist, was das Stärken-/Schwächen-Profil angeht. Alle bringen große Pluspunkte mit, alle haben ihre Defizite. Bekommt man die Jungs vernünftig aufeinander abgestimmt? Wichtiger fast noch wie das Duo Brandt/Can im Mittelfeld harmonieren würde. Bellingham schätze ich als sehr vielseitig ein und er ist mit seinem Alter noch sehr entwicklungsfähig, sodass er bei einem sinnvollen Setup in eine gute Rolle neben den beiden reinwachsen könnte. Hier fällt mir eine Einschätzung insgesamt am Schwersten.

4. Offensive Aussenbahn: Hazard und Reyna sind sicherlich nicht schlecht, aber auch nicht optimal. Technik, Geschwindigkeit, Dynamik...beide bringen viel mit, aber keiner ist für mich ein klassischer 1 gegen 1 Spieler wie es Sancho ist (der natürlich auch unter den 1 gegen 1 Spielern nochmal eine Klasse für sich ist). Diese Fähigkeit würde mir hier etwas fehlen, da sollte es idealerweise noch einen Mann im Kader geben, der diese Eigenschaften stärker einbringen kann. Gerade bei dem Trend der extrem tiefstehenden Gegner kann so ein Element wertvoll sein. Zudem könnte Reyna -bei Auftreten der Probleme aus Punkt 3.- als Ersatz für Brandt ins Spiel kommen und zentraler agieren, was seinen Stärken ja auch sehr entgegenkommen würde.

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Streng genommen sind nicht nur diese beiden Themen für mich miteinander verknüpft. Aber hier wird es besonders interessant, gerade in Bezug auf 3.. Denn Reyna ist in meinen Augen eben auch eher ein 10er, mit Potenzial als 8er, denn ein OA. Zwar finde ich es durchaus richtig, dass er über diese Position herangeführt wird, aber mittelfristig wird er auf dieser Position in meinen Augen an Grenzen stoßen, da von ihm noch mehr direkte Torgefahr erwartet werden wird, noch mehr 1gg1 und Kreativität in unmittelbarer Tornähe. Gerade im 1gg1 sehe ich den Entwicklungsraum aber beschränkt, da Reyna zwar sehr beweglich und durchaus flott auf den Beinen ist, aber er hat keinen herausragenden Antritt und auch keine herausragende Endgeschwindigkeit. Dadurch sehe ich Limits im 1gg1, aber auch im Angriffspressing.

Die unmittelbare Torgefahr sehe ich zwar nicht als Problem an, da er die Anlagen dahingehend hat, aber ich frage mich, ob er als zentraler Kreativspieler oder gar Stratege, der das Spiel vor sich hat, nicht dennoch einen noch größeren Wert darstellen könnte, gerade wenn er sich körperlich verbessert, was im Moment immer noch so eine - für US-Amerikaner ungewöhnliche - Geschichte ist - er geht nicht umsonst früh runter in Zweikämpfen. Von der Statur her dürfte er dann in jedem Fall in einer Mittelfeldposition besser aufgehoben sein, selbst wenn die Entwicklung ohne Einbußen in der Beweglichkeit einhergeht. Spätestens dann würde man im Zentrum noch gezielter Missmatches ausnutzen können.

Das wird in der Konsequenz meines Erachtens am wenigsten Bellingham betreffen. Dafür ist er als Spielertyp zu komplett und hat zu wenige Schwächen, trotzdem auch er noch jede Menge Entwicklungsspielraum hat - auch da: der Körper ist der Intensität und Belastung nicht gewachsen, da die Bundesliga offenbar doch nochmal fordernder ist als die Championship -, nicht nur in Bezug auf Fähigkeiten, sondern auch auf den Spielertyp. Zwar zeigt er meines Erachtens derzeit schon, dass die Entwicklung wohl eher Richtung offensiver ausgerichteter 8er geht, der große Defensivqualitäten einbringen kann, aber es wäre nach wie vor nicht auszuschließen, dass er auch als Stratege aus tieferen Räumen noch einen großen Wert entwickeln kann. Bellingham ist im Zentrum so oder so schon jetzt der am einfachsten mit allen vorhandenen Spielern zu kombinierende 8er im Kader. Er ist für mich daher der Baustein, um den das Mittelfeld herum gebaut werden sollte.

Was heißt das aber für den Fit der einzelnen Kombinationen? Ausgehend vom Status quo wäre die Kombination Can - Bellingham - Brandt/Reyna ziemlich ähnlich und sollte vor allem defensiv ganz gut funktionieren. Vor allem Can würde als Abräumer wenig Verantwortung in der Spielverbindung übernehmen müssen, was ihm sehr entgegenkommen sollte. Die einzige Frage, die sich mir stellt, ist die Frage, wie es dann in der Spielauslösung aussieht. Darin hat Can nicht seine größten Stärken, wie auch der Rest. Somit müsste mehr über die IV passieren, die somit auch für Verlagerungen wichtig wären. Spielerisch könnte das durchaus funktionieren, da man mit dem Zentrum jeweils so beweglich und weiträumig agieren können sollte, dass es fast unmöglich ist im Zentrum keine Anspielstationen zu schaffen. Die Frage ist nur, wie gut das klappt, wenn das Pressing des Gegners extrem aggressiv ausfällt und die IV somit stark unter Druck gesetzt wird, sodass die Anspielstationen noch nicht immer sofort da sind, wenn sie da sein sollten. Deswegen hat der Spielauslöser und -beruhiger Witsel im DM ja eben auch seine Berechtigung, aber die Art von Spielertyp wird man so wohl kaum noch haben in ein paar Jahren, außer Raschl ist hier die Antwort, der zumindest in meinen Augen das Potenzial dazu hat und dennoch eine interessante Konstellation herstellen könnte.

Im Extremfall würde das dann ein brutal junges Zentrum bedeuten, aus Raschl - Bellingham - Reyna, was die spielstärkste Kombination betrifft. Die wären zum Saisonstart 2023 22 - 20 - 21. Im Kern geht es daher vielleicht sogar um die Frage, ob Can und Brandt komplett genug sind, um mit ihnen perfekt für die Zukunft aufgestellt zu sein. Natürlich ist es dabei unrealistisch ein Optimum zu erzielen, weswegen es aber dennoch um die Frage geht, was bei bestmöglicher Entwicklung aller Spieler - auch die wird es realistischerweise nicht geben - dem Optimum am nächsten kommt. Was wäre also, wenn Can und Brandt nicht dem Optimum am nächsten kommen, sondern die Youngster es darstellen? Natürlich sammeln die bis dahin Erfahrung, aber sind sie bis dahin als Persönlichkeiten alle soweit? Denn es bleibt am Ende ja keine rein sportliche Frage, sondern auch eine Frage des Sozialgefüges, was jeweils miteinander verknüpft ist und die Geschichte verdammt kompliziert macht. Zumal man sich, Stand jetzt, ja sicher nicht von Raschl abhängig machen kann. Dafür müsste er eben so langsam auch mal seine Minuten bekommen und dann auch rechtfertigen - was ich ihm nach wie vor zutraue.

Im Normalfall glaube ich aber, dass die Planungen sich eher auf Can - Bellingham - Brandt/Reyna einstellen müssen. Angesichts der Problematik in der Spielauslösung, würde das meines Erachtens auch auf den AV die Notwendigkeit einer spielstarken Lösung auf beiden Seiten erhöhen. Mit Guerreiro ist man hier auch 2023 idealerweise noch gut aufgestellt. Morey zeigt Potenzial, aber ansonsten? Zumal die Nutzung der Defensivstärke Cans im Mittelfeld dann ja dennoch - Stand jetzt - defensiv mit Schwächen (vor allem hohe Bälle oder dynamische Gegenspieler, die viel 1gg1 gehen) einhergehen, die widersprüchlich wären. Somit wäre von Morey vor allem defensiv ein enormer Schritt zu erwarten oder er wird langfristig nicht die Lösung auf RV sein können. Da kommt dann Akanjis Kopfballschwäche wieder ins Spiel usw. ...

Die Komplexität der langfristigen Kaderplanung ist daher aktuell schon ein Wahnsinn, wenn man sich das mal nur auf sportlicher Ebene überlegt und dann noch die Parameter Sozialhygiene und Finanzen hinzufügt. Umso wichtiger ist es daher aber gerade jetzt schon Antworten zu bekommen, ob einzelne Teile überhaupt in die Planungen hineingehören. Spätestens dann, wenn der Meisterschaftszug auch rechnerisch immer weiter davoneilen sollte - was im Moment, wegen ähnlicher Probleme der Gegner interessanterweise noch nicht der Fall ist - gilt es sowieso die kurzfristigen Ziele zurückzustellen, falls die kurzfristigen Ziele nicht eh schon den langfristigen Zielen entsprechen.


Die Probleme liegen für mich in der taktischen Zusammenstellung und Rollentypen-Verteilung im Zentrum.

Can:
Wurde für das Zentrum geholt, überzeugt in der Rückrunde in etlichen Spielen (Höhepunkt das Spiel gegen Paris und in Bremen beim 2-0 Auswärtssieg) und im Prinzip das ganze Forum feiert Can auf Grund der Physis, Mentalität und Führungseigenschaften.
Was passiert dann? System wird zich mal geändert, er selbst setzt sich anscheinend die Idee in den Kopf auf IV die größte Chance zu haben mit zur EM zu fahren und Favre steigt dort mit ein oder stellt ihn wenn überhaupt, wie gegen Frankfurt, auf eine defensive Doppel-6.
Alles für mich nur bedingt nachvollziehbar, da Can entweder auf die defensive 8 in einem 4-3–3 (generell 3er-Zentrum) gehört und da in seiner Karriere auch am stärksten war (Liverpool und teilweise Juve) oder neben einem offensiv denkendem 6er/8er am stärksten ist.
Das Aufbauspiel was dann leidet, müssen andere (Hummels, Rapha) übernehmen. Iwo musst du als Borussia Dortmund Abstriche machen.

Brandt:
Die offensive 8. Mehr braucht man hier nicht zu sagen. Nein zu der Außenbahn, Nein zur False9, Nein zu der 8 in einer Doppel-6, da er hierfür viel zu offensiv denkt (vor allem unter Favre), zu wenig fightet und generell in der Rückwärtsbewegung zu schlecht ist.
Und ja, natürlich müssen somit einige Parameter stimmen, damit Brandt dann endlich perfekt eingesetzt wird (wie im Leverkusener 4-3-3 zb), ansonsten wird das hier nichts mehr. Alles wurde probiert und man hat das Gefühl Julian weiß selber nicht mehr wo ihm der Kopf steht. Ich will ihn nicht aus seiner Verantwortung herausnehmen, aber will man aus der Nummer noch was machen, ist das der einzige Weg. Julian braucht eigentlich für sein Spiel, dass auf viele Freiheiten, wenig Körperlichkeit und tiefere Positionierung beruht, Minimum 2 Leute neben sich, die ihn dahingehend unterstützen/ergänzen. Auch wenn das natürlich viel verlangt ist.

Dahoud:
Zuletzt überragend. Dann 2 Spiele komplett nicht berücksichtigt (siehe mein Post im Dahoud Thread) und schlecht erste Halbzeit gegen Frankfurt. Aufschwung, Flow und somit eine gute Struktur im Spiel erstmal weg. Die schwachen Spiele gegen Köln und Lazio kommen nicht von ungefähr. Ja, das lässt sich natürlich nicht auf Frankfurt übertragen, aber iwo ist Mo auch nur ein Mensch, dem völlig ohne Grund mal wieder der Flow weggenommen wurde, Rotation hin oder her.
Bleibe dabei, fehlt er, fehlt Struktur und zu viel geht über die reine Individualität (Brandt, Reyna oder andere Positionen) oder über Kraft. Die Balance ohne Mo gefällt mir nicht.
Er selbst ist defensiv ausbaufähig, weswegen er wiederum einen Mann neben sich braucht, der defensiv, mental und körperlich voll auf der Höhe ist.

Bellingham:
Ja, bringt im Komplett-Paket am meisten mit. Man hat gegen Lazio aber gemerkt, dass ihm die Verantwortung viel zu groß war. Bin großer Jude-Fan, aber das ist von der Präsenz, von der strategischen Ausrichtung (trotz erlaubter und gewollter Box-Durchbrüche) und Konstanz über 90 Minuten noch nicht ausgereift genug. Logischerweise. Soll keine Kritik an ihm persönlich sein. Er braucht Minimum jmd neben sich, der strukturell gut ist, ihn körperlich ergänzt und am besten iwie ein wenig Kreativität mit einstreut, damit das nicht komplett an ihm hängen bleibt.

Reyna:
Siehe Bellingham. Da wird schon zu viel erwartet. Auf der offensiven 8 (wo er wie Brandt langfristig wohl am besten hingehört), braucht auch er dringend Spieler neben ihm, die ihn führen, die die Physis mitbringen und Struktur geben können. Gio ist ähnlich ein Freigeist wie Brandt und hat auf Grund des fehlenden Speed ähnlich wenig zu tun mit der Außenbahn.

Witsel:
Für mich aktuell nur noch gegen die ganz großen Teams zu gebrauchen, auf Grund der Pressingressistenz. Gibt Struktur nur noch im ersten Drittel des Feldes, kommt auf Grund geringer Weiträumigkeit und fehlender Ballerobrungsfähigkeiten zu selten in Zweikämpfe und kann riesen Löcher nicht mehr covern.
Nur Präsenz strahlt Axel noch genügend aus, um den Druck von den jungen Spielern zu nehmen. Das reicht für mich nicht mehr.

Zusammengefasst, unter Berücksichtigung aller Gesichtspunkte, ist für mich (unabhängig vom System erstmal) ein 3er-Zentrum unabdingbar.
Wir werden nie das perfekte aufeinander abgestimmte Zentrum haben und wenn, wird das durch Verkäufe maximal 2 Spielzeiten halten.

Gehe ich unsere Spieler also durch und bedenke dabei, was sie geben können und was sie brauchen (unter den Punkten: Struktur, Physis, Präsenz, Aufbau, Kreativität, Laufstärke und Mentalität), dann macht ein 3er-Zentrum für mich noch am meisten Sinn, von dem her was man mit dem Kader maximal rausholen kann.

Im Idealfall sähe das für mich so aus:

———————-Dahoud————————

———-—Can—————-Brandt————

Mit den Backups Delaney (6), Bellingham (sowohl für Brandt als auch für Can, je nach Gegner), Witsel (6 bis Vertragsende) und Reyna (Brandt-Backup).

Dahoud bringt Struktur ins Spiel und Verbindungen, fällt zumindest im Pressing und Laufstärke aber nicht ab. Can fügt Physis, Laufstärke, Mentalität und Präsenz hinzu, nimmt also Last von den Kreativen oder jungen Spielern hinsichtlich Körperlichkeit und Druck. Brandt rundet das mit Kreativität, Spielwitz und Ideen aus einer tiefen Position ab, hat aber die Möglichkeit überall hinzudriften wo er möchte, da er genau weiss, dass mit Mo und Emre zwei Leute neben ihm spielen, die die „Drecksarbeit“ für ihn mit übernehmen.

In dieses Fundament könnten sich die jungen Reyna und Bellingham prima als Backups einfügen und sogar mit ihren Stärken noch verfeinern/verändern (je nach Gegner).

Das darunter mitunter vielleicht der Spielaufbau ein wenig leidet (obwohl ich das Mo dort sehr gut zutraue) und Can im Offensivspiel abfällt, geschenkt. Aber gewisse Disbalancen wird man immer in Kauf nehmen müssen. Diese Variante ist für mich hinsichtlich der Balance aber immer noch am idealsten.


Dahoud sehe ich ehrlich gesagt nicht mehr dabei, wenn es um die Zukunft des BVB geht und kann die Erläuterungen zu ihm so gar nicht nachvollziehen. Angefangen dabei, wie du ihn als Strukturgeber auf der 6 siehst. Genau darin ist Dahoud für mich extrem schwach, was man auch jetzt erst wieder gegen Frankfurt gesehen hat. Er ist niemand, der sich hinten die Bälle präsent abholt und dann die Verantwortung übernehmen kann, um das Spiel aus der tiefen Position aufzuziehen. Wie Brandt hat er Probleme mit dem Rücken zum Mann, ist dahingehend dann auch nicht besonders pressingresistent - hat er den Gegenspieler vor sich und kann ihn mit seinen kurzen Bewegungen aussteigen lassen, sieht das anders aus, aber allein deswegen ist er für mich schon ein klarer 8er. Dazu trifft er in meinen Augen bezüglich Tempokontrolle nicht die besten Entscheidungen, um es vorsichtig auszudrücken, hat oft den Hang den Ball zu lange zu halten oder ist unpräzise im Passspiel. Das sind Dinge, die man sich auf der 6 nicht im Ansatz leisten kann. Dazu habe ich auch persönlich in einigen Spielen, in denen er alleiniger 6er war, den Eindruck gewonnen, dass er sich auf der Position nicht wohlfühlt. Man sieht von Dahoud auf der 6 jedenfalls dann meist nur sehr wenig, da seine Freilaufbewegung vor allem bei Manndeckung nicht gut genug ist und er weiß womöglich auch selbst, dass er jetzt keine Fehler machen darf. Letzteres ist bei Dahoud in meinen Augen ganz generell so ein Thema, was man hier nie in den Griff bekommen hat. Mir reichen die Fortschritte der letzten Wochen daher auch nicht, zumal das Spiel am Wochenende ein böser Rückschlag war, der mindestens aufzeigt, mit welchen Schwankungen zu rechnen ist. Dafür ist Dahoud mittlerweile zu wenig Talent, zumal die absoluten Topleistungen beim BVB meines Erachtens deutlich zu wenige waren. Bei Witsel weiß man, dass er es besser kann, bei Dahoud nach wie vor nicht. Deswegen spielt Witsel.

Bei Can hat man zudem das andere, aber im Kern nicht unähnliche ,Phänomen erst gegen Köln gesehen, als er auf der Doppel 6 keinerlei Impulse nach vorne setzen konnte und von der Raum-Manndeckung genauso überfordert war. Can braucht bei der Ballannahme gewisse Freiräume, die im 6er Raum kaum zu bekommen sind beim BVB, weil jeder Gegner hier versucht die Pocket so klein wie möglich zu machen. Das Problem hat Can auch in höheren Räumen, wenn der Gegner das Spielfeld nahe der eigenen Grundlinie immer besser verdichten kann. Er ist dabei in meinen Augen nur effektiv, wenn er überlagern kann. Daher geht es bei ihm als 6er in meinen Augen vor allem darum, dass man ihn überspielt und dann die Option hat, dass er aus der Tiefe vorstoßen kann und gezielt überlagern kann. Solange er eben nicht für die Spielauslösung und den Ballvortrag - das war dann gegen Köln eben das Problem: dafür war niemand auf dem Platz, außer Brandt auf der falschen Position - verantwortlich gemacht wird, wäre er auf der 6 rein für die Abräumerqualitäten verantwortlich. Ich glaube nicht, dass Can auf der 8 hier um die Verantwortung herumkommt und vor allem nicht, dass er dann auf Dauer vor Bellingham stehen sollte und würde.

Genau darum ginge es aber, wenn es um den Stamm der Zukunft geht und wie man diesen jetzt aufbaut. Deshalb interessieren mich seine Leistungen aus dem letzten Winter auch schon nicht mehr so sehr, weil sich die Grundbedingungen, durch Bellingham - eigentlich auch Reyna - verändert haben. Wobei man da schon den Zahlen deutlich entnehmen konnte, dass Can die Defensive enorm stabilisierte, aber die Offensive litt, was nicht das Ziel sein kann, da ja genau das bemängelt wird derzeit. Hat er IV gespielt, hat man als Team in 4 Spielen noch 4 Tore (1,0) geschossen, bei 2 Gegentoren (0,5) und 9 Punkten (2,25). In 9 Spielen im Mittelfeld hat man als Team 1,78 Tore geschossen, 0,67 Gegentore kassiert und 2,11 Punkte erzielt. Der Saisonschnitt betrug 2,47 Tore, 1,21 Gegentore und 2,03 Punkte. Deswegen sehe ich es kritisch, plant man Can in offensiveren Rollen, die die 8 für mich definitiv ist. Die Idee hinter dem Dahoud Ansatz, dass ein vertikaleres Spiel durch den 6er angeschoben wird, kann ich dafür zwar als Lösungsansatz nachvollziehen und kann mir das grundsätzlich sogar vorstellen, um Can als 8er die offensive Verantwortung zu nehmen, nicht aber die Wahl von Dahoud. Da hätte ich mittlerweile mehr Hoffnungen in Raschl, aber nicht ansatzweise so sehr, wie in Bellingham. Meines Erachtens geht es für Can daher nur um die 6 und daher kurzfristig um das Duell mit Witsel und wie dafür das Problem davor erledigt wird - da müssen zwangsläufig Brandt, Reyna und Bellingham die Themen sein müssen. Dass Can kein IV wird, sehen wir ansonsten ja gleich, aber so einfach ist es nicht, dass man mit ihm das System im Mittelfeld dauerhaft rund bekommt.

Die Abhängigkeit auf den AV habe ich ja schon erwähnt. Dazu fallen originäre Aufgaben zwangsläufig im Mittelfeld an, die gerade ein Hummels oder auch Akanji oder Zagadou nicht übernehmen können. Im Grunde ist jeder Spieler, der keinen größeren Beitrag im Aufbau oder Spielvortrag leistet, aktuell einer zu viel. Nicht umsonst haben wir ja solche Diskussionen rund um Meunier, Schulz, Reus und bestimmte Mittelfeldkonstellationen gegen taktisch gut vorbereitete Gegner. Fehlen der IV die Aufbaustationen, können sie lange spielen, sie werden nicht genug Bälle anbringen können. Das ist damit dann zwar oft das andere Extrem als Pressing gegen die IV, aber das Resultat ist nicht unähnlich, wenn nicht sogar noch schlimmer, da die IV ja pressingresistent sind und sich über jede sichere Anspielstation freut, die aufgeht.
Dieser Beitrag wurde zuletzt von BVBBC am 07.12.2020 um 21:30 Uhr bearbeitet
BVB - Transferpolitik |#15796
07.12.2020 - 22:01 Uhr
@BVBBC

Letztendlich habe ich ja geschrieben, dass unter Berücksichtigung aller Parameter, dass für mich aktuell das bestmögliche Zentrum wäre, es aber wie ich schrieb, natürlich auch von Schwächen betroffen ist. Du traust Dahoud die 6 nicht zu, willst aber Can dort hinstellen, der doch genau solche Probleme mit Gegner im Rücken hat, dort nicht kreativ ist/Finten einstreuen kann und der Spielaufbau somit leidet. Wo aber sonst hin, wenn du Can auch nicht als IV und auch nicht auf der defensiven 8 siehst?
Mo ist sicherlich (wie ich schrieb) auch nicht die idealste Variante auf der 6 (genauso wenig wie Can), aber iwo muss man ja anfangen die Leute hinzustellen.

Bellingham war für Synergien und Kreativität gegen Lazio verantwortlich, weil man das von vornherein sowieso nicht von Witsel erwarten konnte und man kann festhalten, dass das noch zu hoch für Jude ist. Auf die Attribute eines Spielers zu setzen, der fast alles mitbringt, ist sicherlich richtig. Allerdings spielt auch der Kopf eine große Rolle. Jude ist 17 und alleine im Zentrum dafür zuständig zu sein, ist mir insgesamt zu naiv. Da wird er sicher reinwachsen, aber im Moment ist das noch zu weit weg. Auch wenn er wie gesagt grundsätzlich alles mitbringt für das Zentrum.

Meine übergeordnete Aussage ist daher wie schon eben beschrieben: Wir müssen uns auf Grund der aktuellen Finanzen, der zukünftigen Finanzen (nächsten 2-3 Jahre) und des zur Verfügung stehenden Kadermaterials einfach von dem Gedanken verabschieden, dass wir das Optimum im Zentrum erreichen. Daher bringt es für mich auch nichts, sich am Optimum zu orientieren, sondern daran, was realistisch mit diesen Spielertypen möglich ist und dahingehend aufstellen.
Das heißt, iwo muss man hin mit Can. Iwo muss man vielleicht auch noch nächstes Jahr hin mit Dahoud und Delaney. Und iwo muss man letztendlich auch hin mit Brandt, will man da noch ein Transfer-Desaster vermeiden.

Ich kann deine Gedanken hinsichtlich des Optimums also nachvollziehen, allerdings sehe ich diese mit diesem Kader nicht darstellbar und selbst wenn, würde das von nicht langer Dauer geprägt sein.
Holen wir beispielsweise den super geeigneten 6er in den nächsten 1-2 Jahren, der im Aufbau überragt und körperlich auf hohem Niveau mithält, dann spielt wahrscheinlich nur 2-3 Jahre hier und wir fangen von vorne an.
Im Endeffekt werden wir uns immer in einem ständigen Baustellen-Szenario befinden. Bricht eine Achse weg, ist die nächste Baustelle da. Man schließt eine andere, dafür tut sich am Horizont schon die neue auf.

•     •     •

Primera Divison!

Kritik im BVB-Forum:
1. Kritik wird abgeschmettert
2. Trotz Erhärtung der Kritik, wird weiter abgelehnt
3. Nachdem Statistiken das Ganze faktisch stützen, wird nicht weiter argumentiert, sondern verfällt in Zynismus und Polemik
4. Wird das zurecht angeprangert, werden eigene Vorschläge gefordert (obwohl man nicht dafür zuständig ist).
5. Diese Vorschläge werden dann zerpflückt und relativiert

Erkenntnis: Kritik ist bei einigen nicht möglich/nicht gern gesehen!
BVB - Transferpolitik |#15797
07.12.2020 - 22:20 Uhr
Zitat von End_of_Days
@BVBBC

Letztendlich habe ich ja geschrieben, dass unter Berücksichtigung aller Parameter, dass für mich aktuell das bestmögliche Zentrum wäre, es aber wie ich schrieb, natürlich auch von Schwächen betroffen ist. Du traust Dahoud die 6 nicht zu, willst aber Can dort hinstellen, der doch genau solche Probleme mit Gegner im Rücken hat, dort nicht kreativ ist/Finten einstreuen kann und der Spielaufbau somit leidet. Wo aber sonst hin, wenn du Can auch nicht als IV und auch nicht auf der defensiven 8 siehst?
Mo ist sicherlich (wie ich schrieb) auch nicht die idealste Variante auf der 6 (genauso wenig wie Can), aber iwo muss man ja anfangen die Leute hinzustellen.



Deswegen schafft man sich aber keine 2 Probleme, sondern nur 1 Problem, indem man die Spielstärke auf der 8-10 maximiert, statt in Spielauslösung von der 6 aus als auch Spielverbindung auf der 8 jeweils nicht das zu bekommen, was erwartet werden muss. Einen Spieler kann man meines Erachtens jedenfalls einfacher überspielen und dann Cans Stärken auf der 6 (Abräumer, Überlagerungen in der Offensivbewegung) zu nutzen. Mitunter ist das übrigens auch einer der Gründe, warum das mit Delaney diese Saison meist ganz gut aussieht, solange keine Bayern vorbeikommen, die von jedem Spieler etwas verlangen oder sonst gezielt die Schwächen angehen. Der hatte schließlich häufiger das Vergnügen mit Bellingham zusammenzuspielen.



Bellingham war für Synergien und Kreativität gegen Lazio verantwortlich, weil man das von vornherein sowieso nicht von Witsel erwarten konnte und man kann festhalten, dass das noch zu hoch für Jude ist. Auf die Attribute eines Spielers zu setzen, der fast alles mitbringt, ist sicherlich richtig. Allerdings spielt auch der Kopf eine große Rolle. Jude ist 17 und alleine im Zentrum dafür zuständig zu sein, ist mir insgesamt zu naiv. Da wird er sicher reinwachsen, aber im Moment ist das noch zu weit weg. Auch wenn er wie gesagt grundsätzlich alles mitbringt für das Zentrum.



Genau darum ging es ja auch in der Ursprungsdiskussion: welche Spieler bringen den Youngstern ein Gerüst, damit das nicht so sehr ins Gewicht fällt. Mittelfristig - und darum ging es noch viel mehr - führt für mich aber kein Weg an Bellingham vorbei, wenn das, was von Witsel nicht zu erwarten ist, genausowenig - eher sogar noch weniger - von Can als auch Delaney zu erwarten ist. Dahoud ist ansonsten immer noch in einer Phase, in der er weit weg davon ist Teil eines Gerüsts zu sein. Viel mehr braucht er es selbst und hat es bis hierhin nicht gefunden, obwohl er kein Talent mehr ist.



Meine übergeordnete Aussage ist daher wie schon eben beschrieben: Wir müssen uns auf Grund der aktuellen Finanzen, der zukünftigen Finanzen (nächsten 2-3 Jahre) und des zur Verfügung stehenden Kadermaterials einfach von dem Gedanken verabschieden, dass wir das Optimum im Zentrum erreichen. Daher bringt es für mich auch nichts, sich am Optimum zu orientieren, sondern daran, was realistisch mit diesen Spielertypen möglich ist und dahingehend aufstellen.
Das heißt, iwo muss man hin mit Can. Iwo muss man vielleicht auch noch nächstes Jahr hin mit Dahoud und Delaney. Und iwo muss man letztendlich auch hin mit Brandt, will man da noch ein Transfer-Desaster vermeiden.



Wenn man das so angeht, muss man die Schwankungen der Youngster erst recht in Kauf nehmen, wenn das Optimum mit ihnen näher ist als mit den Erfahrenen! Dann spielt für mich keine Rolle mehr, wo Spieler heute stehen, sofern man zu weit vom Optimum weg ist, sodass es nur darum gehen kann, wie man den Status quo mittelfristig optimiert. Zumal die Schwankungen der Youngster eh schon ein schwieriges Argument sind, wenn man die Schwankungen der Erfahrenen gegenüberstellt.



Ich kann deine Gedanken hinsichtlich des Optimums also nachvollziehen, allerdings sehe ich diese mit diesem Kader nicht darstellbar und selbst wenn, würde das von nicht langer Dauer geprägt sein.



Deswegen war die Fragestellung, womit man auf Dauer am besten fährt und nicht zwingend, wie man das Optimum definitiv erreicht.



Holen wir beispielsweise den super geeigneten 6er in den nächsten 1-2 Jahren, der im Aufbau überragt und körperlich auf hohem Niveau mithält, dann spielt wahrscheinlich nur 2-3 Jahre hier und wir fangen von vorne an.
Im Endeffekt werden wir uns immer in einem ständigen Baustellen-Szenario befinden. Bricht eine Achse weg, ist die nächste Baustelle da. Man schließt eine andere, dafür tut sich am Horizont schon die neue auf.


Was allerdings auch heißt, dass man dem Optimum auf einer Position verdammt nahe gekommen ist. Dazuhin geht es eben auch um die Anzahl an Problemen, die mittelfristig drohen, weil eben keine Achse für die Zukunft besteht und auch nicht entwickelt wird, da der Mittelbau (Spieler zwischen 25-30) keine allzu guten Rollen inne hat.
BVB - Transferpolitik |#15798
07.12.2020 - 22:31 Uhr
Zitat von BVBBC
Zitat von End_of_Days

Zitat von BVBBC

Zitat von Nic

...

3. Vereinbarkeit Can/Brandt/Bellingham: Ich bin mir nicht sicher, ob diese Kombo ideal ist, was das Stärken-/Schwächen-Profil angeht. Alle bringen große Pluspunkte mit, alle haben ihre Defizite. Bekommt man die Jungs vernünftig aufeinander abgestimmt? Wichtiger fast noch wie das Duo Brandt/Can im Mittelfeld harmonieren würde. Bellingham schätze ich als sehr vielseitig ein und er ist mit seinem Alter noch sehr entwicklungsfähig, sodass er bei einem sinnvollen Setup in eine gute Rolle neben den beiden reinwachsen könnte. Hier fällt mir eine Einschätzung insgesamt am Schwersten.

4. Offensive Aussenbahn: Hazard und Reyna sind sicherlich nicht schlecht, aber auch nicht optimal. Technik, Geschwindigkeit, Dynamik...beide bringen viel mit, aber keiner ist für mich ein klassischer 1 gegen 1 Spieler wie es Sancho ist (der natürlich auch unter den 1 gegen 1 Spielern nochmal eine Klasse für sich ist). Diese Fähigkeit würde mir hier etwas fehlen, da sollte es idealerweise noch einen Mann im Kader geben, der diese Eigenschaften stärker einbringen kann. Gerade bei dem Trend der extrem tiefstehenden Gegner kann so ein Element wertvoll sein. Zudem könnte Reyna -bei Auftreten der Probleme aus Punkt 3.- als Ersatz für Brandt ins Spiel kommen und zentraler agieren, was seinen Stärken ja auch sehr entgegenkommen würde.

...


Streng genommen sind nicht nur diese beiden Themen für mich miteinander verknüpft. Aber hier wird es besonders interessant, gerade in Bezug auf 3.. Denn Reyna ist in meinen Augen eben auch eher ein 10er, mit Potenzial als 8er, denn ein OA. Zwar finde ich es durchaus richtig, dass er über diese Position herangeführt wird, aber mittelfristig wird er auf dieser Position in meinen Augen an Grenzen stoßen, da von ihm noch mehr direkte Torgefahr erwartet werden wird, noch mehr 1gg1 und Kreativität in unmittelbarer Tornähe. Gerade im 1gg1 sehe ich den Entwicklungsraum aber beschränkt, da Reyna zwar sehr beweglich und durchaus flott auf den Beinen ist, aber er hat keinen herausragenden Antritt und auch keine herausragende Endgeschwindigkeit. Dadurch sehe ich Limits im 1gg1, aber auch im Angriffspressing.

Die unmittelbare Torgefahr sehe ich zwar nicht als Problem an, da er die Anlagen dahingehend hat, aber ich frage mich, ob er als zentraler Kreativspieler oder gar Stratege, der das Spiel vor sich hat, nicht dennoch einen noch größeren Wert darstellen könnte, gerade wenn er sich körperlich verbessert, was im Moment immer noch so eine - für US-Amerikaner ungewöhnliche - Geschichte ist - er geht nicht umsonst früh runter in Zweikämpfen. Von der Statur her dürfte er dann in jedem Fall in einer Mittelfeldposition besser aufgehoben sein, selbst wenn die Entwicklung ohne Einbußen in der Beweglichkeit einhergeht. Spätestens dann würde man im Zentrum noch gezielter Missmatches ausnutzen können.

Das wird in der Konsequenz meines Erachtens am wenigsten Bellingham betreffen. Dafür ist er als Spielertyp zu komplett und hat zu wenige Schwächen, trotzdem auch er noch jede Menge Entwicklungsspielraum hat - auch da: der Körper ist der Intensität und Belastung nicht gewachsen, da die Bundesliga offenbar doch nochmal fordernder ist als die Championship -, nicht nur in Bezug auf Fähigkeiten, sondern auch auf den Spielertyp. Zwar zeigt er meines Erachtens derzeit schon, dass die Entwicklung wohl eher Richtung offensiver ausgerichteter 8er geht, der große Defensivqualitäten einbringen kann, aber es wäre nach wie vor nicht auszuschließen, dass er auch als Stratege aus tieferen Räumen noch einen großen Wert entwickeln kann. Bellingham ist im Zentrum so oder so schon jetzt der am einfachsten mit allen vorhandenen Spielern zu kombinierende 8er im Kader. Er ist für mich daher der Baustein, um den das Mittelfeld herum gebaut werden sollte.

Was heißt das aber für den Fit der einzelnen Kombinationen? Ausgehend vom Status quo wäre die Kombination Can - Bellingham - Brandt/Reyna ziemlich ähnlich und sollte vor allem defensiv ganz gut funktionieren. Vor allem Can würde als Abräumer wenig Verantwortung in der Spielverbindung übernehmen müssen, was ihm sehr entgegenkommen sollte. Die einzige Frage, die sich mir stellt, ist die Frage, wie es dann in der Spielauslösung aussieht. Darin hat Can nicht seine größten Stärken, wie auch der Rest. Somit müsste mehr über die IV passieren, die somit auch für Verlagerungen wichtig wären. Spielerisch könnte das durchaus funktionieren, da man mit dem Zentrum jeweils so beweglich und weiträumig agieren können sollte, dass es fast unmöglich ist im Zentrum keine Anspielstationen zu schaffen. Die Frage ist nur, wie gut das klappt, wenn das Pressing des Gegners extrem aggressiv ausfällt und die IV somit stark unter Druck gesetzt wird, sodass die Anspielstationen noch nicht immer sofort da sind, wenn sie da sein sollten. Deswegen hat der Spielauslöser und -beruhiger Witsel im DM ja eben auch seine Berechtigung, aber die Art von Spielertyp wird man so wohl kaum noch haben in ein paar Jahren, außer Raschl ist hier die Antwort, der zumindest in meinen Augen das Potenzial dazu hat und dennoch eine interessante Konstellation herstellen könnte.

Im Extremfall würde das dann ein brutal junges Zentrum bedeuten, aus Raschl - Bellingham - Reyna, was die spielstärkste Kombination betrifft. Die wären zum Saisonstart 2023 22 - 20 - 21. Im Kern geht es daher vielleicht sogar um die Frage, ob Can und Brandt komplett genug sind, um mit ihnen perfekt für die Zukunft aufgestellt zu sein. Natürlich ist es dabei unrealistisch ein Optimum zu erzielen, weswegen es aber dennoch um die Frage geht, was bei bestmöglicher Entwicklung aller Spieler - auch die wird es realistischerweise nicht geben - dem Optimum am nächsten kommt. Was wäre also, wenn Can und Brandt nicht dem Optimum am nächsten kommen, sondern die Youngster es darstellen? Natürlich sammeln die bis dahin Erfahrung, aber sind sie bis dahin als Persönlichkeiten alle soweit? Denn es bleibt am Ende ja keine rein sportliche Frage, sondern auch eine Frage des Sozialgefüges, was jeweils miteinander verknüpft ist und die Geschichte verdammt kompliziert macht. Zumal man sich, Stand jetzt, ja sicher nicht von Raschl abhängig machen kann. Dafür müsste er eben so langsam auch mal seine Minuten bekommen und dann auch rechtfertigen - was ich ihm nach wie vor zutraue.

Im Normalfall glaube ich aber, dass die Planungen sich eher auf Can - Bellingham - Brandt/Reyna einstellen müssen. Angesichts der Problematik in der Spielauslösung, würde das meines Erachtens auch auf den AV die Notwendigkeit einer spielstarken Lösung auf beiden Seiten erhöhen. Mit Guerreiro ist man hier auch 2023 idealerweise noch gut aufgestellt. Morey zeigt Potenzial, aber ansonsten? Zumal die Nutzung der Defensivstärke Cans im Mittelfeld dann ja dennoch - Stand jetzt - defensiv mit Schwächen (vor allem hohe Bälle oder dynamische Gegenspieler, die viel 1gg1 gehen) einhergehen, die widersprüchlich wären. Somit wäre von Morey vor allem defensiv ein enormer Schritt zu erwarten oder er wird langfristig nicht die Lösung auf RV sein können. Da kommt dann Akanjis Kopfballschwäche wieder ins Spiel usw. ...

Die Komplexität der langfristigen Kaderplanung ist daher aktuell schon ein Wahnsinn, wenn man sich das mal nur auf sportlicher Ebene überlegt und dann noch die Parameter Sozialhygiene und Finanzen hinzufügt. Umso wichtiger ist es daher aber gerade jetzt schon Antworten zu bekommen, ob einzelne Teile überhaupt in die Planungen hineingehören. Spätestens dann, wenn der Meisterschaftszug auch rechnerisch immer weiter davoneilen sollte - was im Moment, wegen ähnlicher Probleme der Gegner interessanterweise noch nicht der Fall ist - gilt es sowieso die kurzfristigen Ziele zurückzustellen, falls die kurzfristigen Ziele nicht eh schon den langfristigen Zielen entsprechen.


Die Probleme liegen für mich in der taktischen Zusammenstellung und Rollentypen-Verteilung im Zentrum.

Can:
Wurde für das Zentrum geholt, überzeugt in der Rückrunde in etlichen Spielen (Höhepunkt das Spiel gegen Paris und in Bremen beim 2-0 Auswärtssieg) und im Prinzip das ganze Forum feiert Can auf Grund der Physis, Mentalität und Führungseigenschaften.
Was passiert dann? System wird zich mal geändert, er selbst setzt sich anscheinend die Idee in den Kopf auf IV die größte Chance zu haben mit zur EM zu fahren und Favre steigt dort mit ein oder stellt ihn wenn überhaupt, wie gegen Frankfurt, auf eine defensive Doppel-6.
Alles für mich nur bedingt nachvollziehbar, da Can entweder auf die defensive 8 in einem 4-3–3 (generell 3er-Zentrum) gehört und da in seiner Karriere auch am stärksten war (Liverpool und teilweise Juve) oder neben einem offensiv denkendem 6er/8er am stärksten ist.
Das Aufbauspiel was dann leidet, müssen andere (Hummels, Rapha) übernehmen. Iwo musst du als Borussia Dortmund Abstriche machen.

Brandt:
Die offensive 8. Mehr braucht man hier nicht zu sagen. Nein zu der Außenbahn, Nein zur False9, Nein zu der 8 in einer Doppel-6, da er hierfür viel zu offensiv denkt (vor allem unter Favre), zu wenig fightet und generell in der Rückwärtsbewegung zu schlecht ist.
Und ja, natürlich müssen somit einige Parameter stimmen, damit Brandt dann endlich perfekt eingesetzt wird (wie im Leverkusener 4-3-3 zb), ansonsten wird das hier nichts mehr. Alles wurde probiert und man hat das Gefühl Julian weiß selber nicht mehr wo ihm der Kopf steht. Ich will ihn nicht aus seiner Verantwortung herausnehmen, aber will man aus der Nummer noch was machen, ist das der einzige Weg. Julian braucht eigentlich für sein Spiel, dass auf viele Freiheiten, wenig Körperlichkeit und tiefere Positionierung beruht, Minimum 2 Leute neben sich, die ihn dahingehend unterstützen/ergänzen. Auch wenn das natürlich viel verlangt ist.

Dahoud:
Zuletzt überragend. Dann 2 Spiele komplett nicht berücksichtigt (siehe mein Post im Dahoud Thread) und schlecht erste Halbzeit gegen Frankfurt. Aufschwung, Flow und somit eine gute Struktur im Spiel erstmal weg. Die schwachen Spiele gegen Köln und Lazio kommen nicht von ungefähr. Ja, das lässt sich natürlich nicht auf Frankfurt übertragen, aber iwo ist Mo auch nur ein Mensch, dem völlig ohne Grund mal wieder der Flow weggenommen wurde, Rotation hin oder her.
Bleibe dabei, fehlt er, fehlt Struktur und zu viel geht über die reine Individualität (Brandt, Reyna oder andere Positionen) oder über Kraft. Die Balance ohne Mo gefällt mir nicht.
Er selbst ist defensiv ausbaufähig, weswegen er wiederum einen Mann neben sich braucht, der defensiv, mental und körperlich voll auf der Höhe ist.

Bellingham:
Ja, bringt im Komplett-Paket am meisten mit. Man hat gegen Lazio aber gemerkt, dass ihm die Verantwortung viel zu groß war. Bin großer Jude-Fan, aber das ist von der Präsenz, von der strategischen Ausrichtung (trotz erlaubter und gewollter Box-Durchbrüche) und Konstanz über 90 Minuten noch nicht ausgereift genug. Logischerweise. Soll keine Kritik an ihm persönlich sein. Er braucht Minimum jmd neben sich, der strukturell gut ist, ihn körperlich ergänzt und am besten iwie ein wenig Kreativität mit einstreut, damit das nicht komplett an ihm hängen bleibt.

Reyna:
Siehe Bellingham. Da wird schon zu viel erwartet. Auf der offensiven 8 (wo er wie Brandt langfristig wohl am besten hingehört), braucht auch er dringend Spieler neben ihm, die ihn führen, die die Physis mitbringen und Struktur geben können. Gio ist ähnlich ein Freigeist wie Brandt und hat auf Grund des fehlenden Speed ähnlich wenig zu tun mit der Außenbahn.

Witsel:
Für mich aktuell nur noch gegen die ganz großen Teams zu gebrauchen, auf Grund der Pressingressistenz. Gibt Struktur nur noch im ersten Drittel des Feldes, kommt auf Grund geringer Weiträumigkeit und fehlender Ballerobrungsfähigkeiten zu selten in Zweikämpfe und kann riesen Löcher nicht mehr covern.
Nur Präsenz strahlt Axel noch genügend aus, um den Druck von den jungen Spielern zu nehmen. Das reicht für mich nicht mehr.

Zusammengefasst, unter Berücksichtigung aller Gesichtspunkte, ist für mich (unabhängig vom System erstmal) ein 3er-Zentrum unabdingbar.
Wir werden nie das perfekte aufeinander abgestimmte Zentrum haben und wenn, wird das durch Verkäufe maximal 2 Spielzeiten halten.

Gehe ich unsere Spieler also durch und bedenke dabei, was sie geben können und was sie brauchen (unter den Punkten: Struktur, Physis, Präsenz, Aufbau, Kreativität, Laufstärke und Mentalität), dann macht ein 3er-Zentrum für mich noch am meisten Sinn, von dem her was man mit dem Kader maximal rausholen kann.

Im Idealfall sähe das für mich so aus:

———————-Dahoud————————

———-—Can—————-Brandt————

Mit den Backups Delaney (6), Bellingham (sowohl für Brandt als auch für Can, je nach Gegner), Witsel (6 bis Vertragsende) und Reyna (Brandt-Backup).

Dahoud bringt Struktur ins Spiel und Verbindungen, fällt zumindest im Pressing und Laufstärke aber nicht ab. Can fügt Physis, Laufstärke, Mentalität und Präsenz hinzu, nimmt also Last von den Kreativen oder jungen Spielern hinsichtlich Körperlichkeit und Druck. Brandt rundet das mit Kreativität, Spielwitz und Ideen aus einer tiefen Position ab, hat aber die Möglichkeit überall hinzudriften wo er möchte, da er genau weiss, dass mit Mo und Emre zwei Leute neben ihm spielen, die die „Drecksarbeit“ für ihn mit übernehmen.

In dieses Fundament könnten sich die jungen Reyna und Bellingham prima als Backups einfügen und sogar mit ihren Stärken noch verfeinern/verändern (je nach Gegner).

Das darunter mitunter vielleicht der Spielaufbau ein wenig leidet (obwohl ich das Mo dort sehr gut zutraue) und Can im Offensivspiel abfällt, geschenkt. Aber gewisse Disbalancen wird man immer in Kauf nehmen müssen. Diese Variante ist für mich hinsichtlich der Balance aber immer noch am idealsten.


Dahoud sehe ich ehrlich gesagt nicht mehr dabei, wenn es um die Zukunft des BVB geht und kann die Erläuterungen zu ihm so gar nicht nachvollziehen. Angefangen dabei, wie du ihn als Strukturgeber auf der 6 siehst. Genau darin ist Dahoud für mich extrem schwach, was man auch jetzt erst wieder gegen Frankfurt gesehen hat. Er ist niemand, der sich hinten die Bälle präsent abholt und dann die Verantwortung übernehmen kann, um das Spiel aus der tiefen Position aufzuziehen. Wie Brandt hat er Probleme mit dem Rücken zum Mann, ist dahingehend dann auch nicht besonders pressingresistent - hat er den Gegenspieler vor sich und kann ihn mit seinen kurzen Bewegungen aussteigen lassen, sieht das anders aus, aber allein deswegen ist er für mich schon ein klarer 8er. Dazu trifft er in meinen Augen bezüglich Tempokontrolle nicht die besten Entscheidungen, um es vorsichtig auszudrücken, hat oft den Hang den Ball zu lange zu halten oder ist unpräzise im Passspiel. Das sind Dinge, die man sich auf der 6 nicht im Ansatz leisten kann. Dazu habe ich auch persönlich in einigen Spielen, in denen er alleiniger 6er war, den Eindruck gewonnen, dass er sich auf der Position nicht wohlfühlt. Man sieht von Dahoud auf der 6 jedenfalls dann meist nur sehr wenig, da seine Freilaufbewegung vor allem bei Manndeckung nicht gut genug ist und er weiß womöglich auch selbst, dass er jetzt keine Fehler machen darf. Letzteres ist bei Dahoud in meinen Augen ganz generell so ein Thema, was man hier nie in den Griff bekommen hat. Mir reichen die Fortschritte der letzten Wochen daher auch nicht, zumal das Spiel am Wochenende ein böser Rückschlag war, der mindestens aufzeigt, mit welchen Schwankungen zu rechnen ist. Dafür ist Dahoud mittlerweile zu wenig Talent, zumal die absoluten Topleistungen beim BVB meines Erachtens deutlich zu wenige waren. Bei Witsel weiß man, dass er es besser kann, bei Dahoud nach wie vor nicht. Deswegen spielt Witsel.

Bei Can hat man zudem das andere, aber im Kern nicht unähnliche ,Phänomen erst gegen Köln gesehen, als er auf der Doppel 6 keinerlei Impulse nach vorne setzen konnte und von der Raum-Manndeckung genauso überfordert war. Can braucht bei der Ballannahme gewisse Freiräume, die im 6er Raum kaum zu bekommen sind beim BVB, weil jeder Gegner hier versucht die Pocket so klein wie möglich zu machen. Das Problem hat Can auch in höheren Räumen, wenn der Gegner das Spielfeld nahe der eigenen Grundlinie immer besser verdichten kann. Er ist dabei in meinen Augen nur effektiv, wenn er überlagern kann. Daher geht es bei ihm als 6er in meinen Augen vor allem darum, dass man ihn überspielt und dann die Option hat, dass er aus der Tiefe vorstoßen kann und gezielt überlagern kann. Solange er eben nicht für die Spielauslösung und den Ballvortrag - das war dann gegen Köln eben das Problem: dafür war niemand auf dem Platz, außer Brandt auf der falschen Position - verantwortlich gemacht wird, wäre er auf der 6 rein für die Abräumerqualitäten verantwortlich. Ich glaube nicht, dass Can auf der 8 hier um die Verantwortung herumkommt und vor allem nicht, dass er dann auf Dauer vor Bellingham stehen sollte und würde.

Genau darum ginge es aber, wenn es um den Stamm der Zukunft geht und wie man diesen jetzt aufbaut. Deshalb interessieren mich seine Leistungen aus dem letzten Winter auch schon nicht mehr so sehr, weil sich die Grundbedingungen, durch Bellingham - eigentlich auch Reyna - verändert haben. Wobei man da schon den Zahlen deutlich entnehmen konnte, dass Can die Defensive enorm stabilisierte, aber die Offensive litt, was nicht das Ziel sein kann, da ja genau das bemängelt wird derzeit. Hat er IV gespielt, hat man als Team in 4 Spielen noch 4 Tore (1,0) geschossen, bei 2 Gegentoren (0,5) und 9 Punkten (2,25). In 9 Spielen im Mittelfeld hat man als Team 1,78 Tore geschossen, 0,67 Gegentore kassiert und 2,11 Punkte erzielt. Der Saisonschnitt betrug 2,47 Tore, 1,21 Gegentore und 2,03 Punkte. Deswegen sehe ich es kritisch, plant man Can in offensiveren Rollen, die die 8 für mich definitiv ist. Die Idee hinter dem Dahoud Ansatz, dass ein vertikaleres Spiel durch den 6er angeschoben wird, kann ich dafür zwar als Lösungsansatz nachvollziehen und kann mir das grundsätzlich sogar vorstellen, um Can als 8er die offensive Verantwortung zu nehmen, nicht aber die Wahl von Dahoud. Da hätte ich mittlerweile mehr Hoffnungen in Raschl, aber nicht ansatzweise so sehr, wie in Bellingham. Meines Erachtens geht es für Can daher nur um die 6 und daher kurzfristig um das Duell mit Witsel und wie dafür das Problem davor erledigt wird - da müssen zwangsläufig Brandt, Reyna und Bellingham die Themen sein müssen. Dass Can kein IV wird, sehen wir ansonsten ja gleich, aber so einfach ist es nicht, dass man mit ihm das System im Mittelfeld dauerhaft rund bekommt.

Die Abhängigkeit auf den AV habe ich ja schon erwähnt. Dazu fallen originäre Aufgaben zwangsläufig im Mittelfeld an, die gerade ein Hummels oder auch Akanji oder Zagadou nicht übernehmen können. Im Grunde ist jeder Spieler, der keinen größeren Beitrag im Aufbau oder Spielvortrag leistet, aktuell einer zu viel. Nicht umsonst haben wir ja solche Diskussionen rund um Meunier, Schulz, Reus und bestimmte Mittelfeldkonstellationen gegen taktisch gut vorbereitete Gegner. Fehlen der IV die Aufbaustationen, können sie lange spielen, sie werden nicht genug Bälle anbringen können. Das ist damit dann zwar oft das andere Extrem als Pressing gegen die IV, aber das Resultat ist nicht unähnlich, wenn nicht sogar noch schlimmer, da die IV ja pressingresistent sind und sich über jede sichere Anspielstation freut, die aufgeht.


Du bist da viel differenzierter unterwegs als ich. Ich versuche das trotzdem nochmal für mich zu rekapitulieren.

Wir haben aktuell im Mittelfeld Witsel, Raschl, Can, Dahoud, Delaney, Bellingham, Brandt, Reyna, was sich für mich (und für dich?) so aufstellt:

10 --------------------------------------------------------------------- Reyna/Brandt ----------------------
8 ----------------- Bellingham/Delaney? (Can) -----------------------------------------------------------
6 ----------------------------------------------- Witsel/Can/Raschl ----------------------------------------

Dahoud ist für dich raus, die Begründung ergibt für mich auch Sinn. Delaney taucht bei dir (euch) gar nicht mehr auf? Raschl kann ich selbst überhaupt nicht einschätzen.

Ansonsten wäre mir hier einfach eine gewisse Positionstreue wichtig. Irgendwie bin ich davon überzeugt, dass es in einem Team einen "echten" 10er (und keine falsche 9), einen "echten" Achter und einen "echten" Sechser geben sollte. Die Kombination Witsel, Bellingham und Reyna wäre da für mich die beste Besetzung, wenn auch eben eigentlich ein bisschen grün hinter den Ohren mit Reyna und Bellingham.

Bauchschmerzen würden mir Kombinationen wie Reyna, Brandt und X (Bosz-Style mit zwei 10ern und einem 6er) oder Witsel, Can plus X (Sicherheitsvariante Doppelsechs) machen, weil die mir zu offensiv oder zu defensiv ausgerichtet wären.
BVB - Transferpolitik |#15799
07.12.2020 - 22:45 Uhr
@stanleebuddha

Mit dem Zentrum fliegt man mMn auch wieder auf die Fresse, weil dabei die Körperlichkeit fehlt. Witsel kommt kaum erst in die Zweikämpfe, Reyna ist defensiv zu schwach und schon darf da der 17-Jährige Zweikämpfe ohne führen, Räume covern und gleichzeitig der Verbindungsspieler sein, da Reyna dann offensiver agieren wird und eh zu sehr Freigeist ist.
Dass er das iwann hinbekommt glaube ich sofort, wäre aktuell aber zu viel.
Struktur gäbe hier Witsel im ersten Drittel, danach bleibt wieder viel an Bellingham hängen, der idealerweise auch noch mit in die Box reinstoßen soll, bei seiner Dynamik.
Ist mir insgesamt zuu viel Kreativität und Jugendlichkeit, wird uns vor allem gegen große Teams und körperlich starke Teams um die Ohren fliegen.

Da müsste zwingend noch ein Can oder Delaney mit rein. Tausche Reyna gegen Can und ich bin mit Witsel-Can-Bellingham schon eher einverstanden in puncto Präsenz, Physis, Box-to-Box-Eigenschaften. Fehlt mir zwar auch noch ein wenig die Struktur und wiederum ein Schuss Spielwitz und Spielstärke, aber iwo muss man ja ansetzen.

•     •     •

Primera Divison!

Kritik im BVB-Forum:
1. Kritik wird abgeschmettert
2. Trotz Erhärtung der Kritik, wird weiter abgelehnt
3. Nachdem Statistiken das Ganze faktisch stützen, wird nicht weiter argumentiert, sondern verfällt in Zynismus und Polemik
4. Wird das zurecht angeprangert, werden eigene Vorschläge gefordert (obwohl man nicht dafür zuständig ist).
5. Diese Vorschläge werden dann zerpflückt und relativiert

Erkenntnis: Kritik ist bei einigen nicht möglich/nicht gern gesehen!
BVB - Transferpolitik |#15800
07.12.2020 - 23:09 Uhr
Zitat von stanleebuddha


Du bist da viel differenzierter unterwegs als ich. Ich versuche das trotzdem nochmal für mich zu rekapitulieren.

Wir haben aktuell im Mittelfeld Witsel, Raschl, Can, Dahoud, Delaney, Bellingham, Brandt, Reyna, was sich für mich (und für dich?) so aufstellt:

10 --------------------------------------------------------------------- Reyna/Brandt ----------------------
8 ----------------- Bellingham/Delaney? (Can) -----------------------------------------------------------
6 ----------------------------------------------- Witsel/Can/Raschl ----------------------------------------

Dahoud ist für dich raus, die Begründung ergibt für mich auch Sinn. Delaney taucht bei dir (euch) gar nicht mehr auf? Raschl kann ich selbst überhaupt nicht einschätzen.



Liegt daran, dass in der Diskussion verschiedene Zeitebenen vermischt wurden. Ursprünglich ging es um die Entwicklung der Mannschaft bis 2023 und welches Gerüst man dann noch hat. In der Beziehung sehe ich Delaney ehrlich gesagt fast genauso wenig als Bestandteil der Mannschaft, wie Dahoud oder Witsel, wobei dafür unterschiedliche Gründe vorliegen. Sei es Alter oder Qualität oder eher eine Mischung. Bei Delaney ließe sich unter gewissen Umständen noch darüber diskutieren, in dem Fall, dass Can und er die alleinige 6 besetzen - es würde also immer 1 Erfahrener im Mittelfeld gesetzt sein - und davor Brandt, Reyna und Bellingham angeordnet werden sowie eventuell nochmal ein Spieler geholt wird, der das Trio taktisch gut ergänzt. Das hängt aber sowieso erst mal davon ab, wie man das überhaupt gefördert bekommt, insbesondere mit Brandt, bei dem man nicht mehr wahnsinnig viel Zeit verschwenden sollte, will man aus ihm noch einen richtig guten Mittelfeldspieler machen. Macht Raschl aber doch noch einen Schritt, steht auch er zur Disposition, zumal man immer die Finanzen im Hinterkopf haben muss. Witsel und Delaney sind größere Posten im Etat und altersbedingt würde ich von weiteren langfristigen Verträgen absehen, insbesondere bei Witsel, bei dem ich nicht sehe, wie er mit über 34 noch ein wichtiger Bestandteil sein soll und finanziell ins Budget passt. Auch bei Delaney bin ich nicht überzeugt, dass sein Spiel gut altern wird, da es sehr von der Athletik abhängt, sodass ich nicht glaube, dass er weit über 2023 hinaus überhaupt ein Bestandteil sein kann.



Ansonsten wäre mir hier einfach eine gewisse Positionstreue wichtig. Irgendwie bin ich davon überzeugt, dass es in einem Team einen "echten" 10er (und keine falsche 9), einen "echten" Achter und einen "echten" Sechser geben sollte. Die Kombination Witsel, Bellingham und Reyna wäre da für mich die beste Besetzung, wenn auch eben eigentlich ein bisschen grün hinter den Ohren mit Reyna und Bellingham.

Bauchschmerzen würden mir Kombinationen wie Reyna, Brandt und X (Bosz-Style mit zwei 10ern und einem 6er) oder Witsel, Can plus X (Sicherheitsvariante Doppelsechs) machen, weil die mir zu offensiv oder zu defensiv ausgerichtet wären.


Mir ist diese Positionstreue nicht so wichtig, da es auf vielen Wegen funktionieren kann. Im Endeffekt ist es mir im Mittelfeld nur wichtig, dass möglichst alle Aufgaben (grob: Spielaufbau, -verbindung, Kreativität, Torgefahr, Pressing, Rückwärtsbewegung) wahrgenommen werden können, wobei man wohl immer ein gewisses Defizit eingehen muss. Somit geht es immer um ein kritisches Maß in jeder Beziehung. Kurzfristig ginge es mir dabei vor allem darum, dass die Förderung von Can und Brandt im Mittelfeld stärker in den Fokus rückt, als bspw. durchschnittliche Leistungen von Witsel oder Reus zu akzeptieren, geht man mal von 3 Mittelfeldplätzen aus, die für mich aber sowieso gesetzt wären, weil das für mich im Ballbesitz das Optimum darstellt, ohne in der Defensivbewegung größere Verschiebungen vornehmen zu müssen.

Die Bosz Variante würde mir mit Can/Delaney als Abräumer ansonsten keine grundsätzlichen Bedenken hervorrufen, wenn man auf den AV dadurch nicht zu offen steht und dennoch im Aufbau Impulse setzen kann. Dazu wäre auch wichtig, dass man mit den IV sehr hoch agieren kann, um dem Abräumer keine zu großen Räume zu überlassen. Mittelfristig ließe sich daran arbeiten, da Hummels altersbedingt eh absehbar ausscheiden wird. Auf den AV sollte das soweit umsetzbar sein, trotzdem man in der Luft besser aufgestellt sein könnte. Eigentlich sehe ich die Variante sogar als vielversprechend für unser Personal, wobei es eben gilt diese in der Rückwärtsbewegung zu optimieren. Ich mir sogar vorstellen kann, dass Witsel - Reyna - Bellingham nicht zu defensivschwach wäre und mehr als eine Brechstangen-Variante im Ist darstellen könnte. Bei Brandt bestünden größere Zweifel, weswegen es bei ihm kurzfristig aber auch noch wichtiger ist als bei Reyna, dass er endlich ins Zentrum gezogen wird, um ihn dort weiter auszubilden und damit taktisch zu schulen. Ein Dahoud läuft bspw. unglaublich viel, weiß defensiv aber dann oft genug nicht die richtigen Laufwege. Die gilt es Brandt eben einzuimpfen, wenn er nicht so viel läuft. Je früher desto besser, weswegen kurzfristig wahrscheinlich erst mal Kombinationen, wie Witsel (nimmt Last im Spielaufbau) - Can/Delaney/Bellingham (nehmen defensiv Last) - Brandt Sinn machen dürften, selbst wenn sie über 2023 hinaus nicht das Ziel sind, auf das man hinarbeitet. Klappt das in nächster Zeit nicht, wird man wohl oder übel sowieso über einen Abgang reden, da Brandt nicht happy wirkt und man ihn auch nicht ewig hinhalten kann, wenn das so bleiben sollte. Die Sicherheitsvariante sähe ich daher nur auf Dauer kritisch, aber kurzfristig nicht unbedingt, da sie im Ballvortrag zum Ist schon ein Upgrade wäre - Brandt muss dann eben "nur" wieder liefern und Fortschritte zeigen, die auch ein konstantes Niveau versprechen. Erst langfristig wird das ein Problem, weil sich dann Bellingham, Reyna und Brandt früher oder später blockieren würden. Insbesondere, wenn man Bellingham sogar eher als Brandt Konkurrenten betrachtet, denn als Konkurrent zu Can/Delaney. Auch deswegen gilt es das Projekt Brandt im ZM jetzt anzupacken. Ansonsten wird es wahrscheinlich scheitern, was nicht das Ziel sein sollte, will man 2023 noch einen möglichst großen Stamm haben, der im besten Alter ist. Im Ausgangsbeitrag ging es mir schließlich darum, wie man dies gewährleisten will.
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